Nr.7�4 ♦ ZS. Jahrgang Ausgabe A Nr. 73 Bezugspreis: Bitrt-IsShrl. 30.— Sit. monotL KV— 38. ttei ins Hau», voraus zahlbar. Poft» Ijczug: Monatlich 10,— M» emidjLgu* kttllungsgedlihr. Untfr Kreuzband für Deutschland und Oeslerreich lkLO M, für das übrig» Ausland bei täglich emulal. Zustellung 21,50 M. Pastbe- stellunzen nehmen an Oesterreich. Ungarn. Tschecha-Slawalei. Däne- Marl. Holland, Luxemburg, Schweden UN» die Schmelz.- Eingetragen in ' die Post-Zeilung»-Preislist«. De.it �Udrwarts- u>it der Sonntag«» bei läge.Boll und Zeit� und der Unter» haltungsbeilage �heimwelN erscheint wochentäglich zweimal. Sonntag, uud Montags einmal. Morgen-Ausgabe Telegramm- Adresse: �Sozialdemokrat verlin». berliner Volksblkltt ZV Pfennig) Anzeigeupreis: Dt» achtgespaltene Ronvareillezest« lostet bjo SR..«lein» Anzeigen- da»»ettgedruckte Wort IM SR.(zulässig zwei settsedrultt« Worte), jede? weitere Wort l.— SR. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen da» erste Wort U— M. jede, wettere Do« 00 Pfg. Worte über 13 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien-An» zeigen für Abonnenten Zeil» J,— 3» Die Preise verstehen sich einschließlich Seuerungszuschlag. Anzeigen für dl» nächste Rummet müssen bis» Ahr nachmittags im Hauotgeschäft. Berlin SW SS. Linden- straße S. abgegeben werden. Eeäffnel von 9 Uhr sriih bi» 5 Uhr abend». t- Zcntralorgan der fozialdem okrati fchen parte» Deutfcbtands {Udofdon und Expedition: SW SS, Linüenstr. Z gsernsprecher: Amt Morthplah. Nr.»Sl SV—»Sl S7 Sonntag, den 27. März 19�1 Vonvärts-Verlag G.m.b.H., SW 08, Linöcnstr. 2 pierusvrecheri Am« Morigplah, Nr. l»7SZ— SE ölutige Ostern. Die sunge deutsche Nepublik gleicht nicht einem lachenden Jkühlingsgarten, in dem quellende Kraft an Baum und Strauch neue Knojpon treibt. Sie gleicht vielmehr den verödeten(Sc* bieten Nordfrantreichs, die durch Blei und Eisen in ihrer Ent- wickluna auf Jahrzehnte zurückgeworfen sind. Durch den Krieg ist auch ihr wirtschaftlicher Mutterboden verwüstet und auf lang« Zeit in feiner Fruchtbarkeit eingeschränkt. Da be- darf es besonders fleißiger und umsichtiger Arbeit, um diese Fruchtbarkeit wiederherzustellen und ßanb und Boll mit neuem Frühlingsglauben zu erfüllen. Noch drücken die Kriegsfolgen in aller Schwere auf unsere Schultern, noch winken dauernd neue„Sanktionen und neue Belastungen, und immer ist das Ende noch nicht abzusehen. Der Frühling, der auch dem vom Krieg zermürbten Deutschland die Öfter- botschaft des Wiederauferstehens bringen soll, scheint noch in weiter Ferne. Immer wieder, wenn sich bisher Ansätze zeigten zur Sammlung der Kräfte, zur Erstarkung des republikanischen Staatsgedankens, brach ein neuer Rauhreif herein, um die !« Knospen zu vernichten. Was im Borjahre der Kapp , das ist in diesem Frühling der kommunistische Aus- der mit Dynamit und Waffengewall eine Neugestaltung erzwingen will, für die der Boden weder reif noch vorbereitet »k. Anstatt eines frohen vftergloubsns an die Zukunft der t atfchen Arbeiterklasse bringen diese kommunistischen Putsch- versuche nichts weiter als tiefe Trauer über zahlreiche Ar- Verbitterung beiterfamllien, neue Wirtichoftsnot und neu« auch in solchen Schichten der Bevölkerung, die ihrer sozialen Lage nach gemeinsam an dem Aufbau der deutschen Republik arbeiten sollten. In einem Augenblick, da sich die in O b e r s ch l e s i e n allen kommunistischen Sowjetparolen zum Trotz gerade die organisierten Arbeiter in ihrer überwiegenden Mehrheit für Deutschland erklärt hatten, da vor der Wucht dieser Tatsache selbst dsn allezeit geschwätzigen Kapitalistenblättern der En- tente zeitwellig die Sprache verschlug, in diesem Augenblick riefen unreife und unverantwortliche Führer der Kommunisten „zu den Waffen" und damit zum Bürgerkrieg mit allen seinen W i» verheerenden Folgen! Scheinhellig, wie es die Art solcher Verschwörer ist, suchen auch die Kommunisten jetzt die Schuld von sich abzuwälzen. Sie suchen es darzustellen, als ob sie nur in der Abwehr zum Kampfe gerufen hätten und fragen mit frommem Augenaufschlag, ob man ihnen wirtlich zutraue, daß sie„gerade die Woche vor Ostern" sich zum Angriffskrieg ausgesucht haben würden. Und doch liegen in diesem Falle die Tatsachen so klar zutage, wie selten jemals. Ganz aus heiterem Himmel heraus kamen die Aufrufe, die sich jagten und überschlugen und immer wieder in den gesuchtesten Ausdrücken eine künstliche Siedehitze hervorzurufen trachteten. Ihr Erfolg ist allerdings nicht der erwartete. Wenn auch in dem industriellen Revier Mitteldeutschlands mit seinen Höhenzügen und seinen Bergbauschächten sich einige tausend Proletarier in falsch verstandenem Idealismus zusammen- klistden, um mit bisher verheimlichten Waffen den Kampf gegen: die republikanische Staatsgewalt aufzunehmen, wenn auch hier und dort noch ein kommunistisches Feuerchen auf- flackert, so zeigt doch das Gesamtbild, wie wenig eigentlich an M a s s e n und anorganisatorischerKraft hinter den Abgesandten Moskaus in Deutschland steht. Wer sehen will, kann es klar erkennen, soweit er nicht schon durch die Wahlziffern vom 20. Februar darüber belehrt gewesen ist: in der großen deutschen Arbeiterbewegung spielt die Kommu- nistifche Partei zwar eine sehr lärmende, aber doch sehr unter- geordnete Rolle. In ihrem Lager hat man das bereits mit aller Deutlichkell gefühlt. Man weiß dort, daß die ruhige organische Entwicklung nicht auf den Wegen Moskaus führt, sondern diese gewalttätige Abart von Arbeiterorganisatoren immer mehr zu isolieren im Begriffe ist. Deshalb bedeutete die Veranstaltung des Putschss nichts anderes als eine Re- klameaktion für die Kommunistische Partei, deren Ansehen im Spinden begriffen ist und die sich verzweifelt wehrt gegen die noch lärmenderen Brüder von der sogenannten Kommu- nistischen Arbeiterpartei. Vielleicht ist den kommunistischen Führern neuester Prä- gung inzwischen schon vor ihrer eigenen Gottähnlichkeit bange geworden. Heute rufen sie in der„Roten Fahne" schon nicht mehr„zu den Waffen", heute fordern sie lediglich Solidari- tat der übrigen Arbeiterschaft, der sie die Pistole auf die Brust gesetzt hatten. Also läßt sich die„Rote Fahne" in ihrer Abend- ausgab« vom 26. März vernehmen: Die Konterrevolution wird versuchen, euch vor ihre Gewehrläufe zu bringen! Die Parole der Partei lautet: Generalstreik! wer euch vor die Gewehrläufe der Soukerrevoluklon dringen will, den ichüttett ab.... Das steht wohlgemerkt in hindurch demselben Blatte, das eine Woche hindurch in der Morgen- wie in der Abendausgabe in immer fetteren Lettern zum bewaffnetenKamp f gegen die„Mörderbanden Hörsings", gegen die„bezahlten Prole- tariermörder" usw. aufgerufen hatte! Jetzt will man die große Mehrheit der nichtkommunistischen Arbeiter, denen solidarisches MMMWWWIWWV., Klaisenfühlen zur zweiten Natur geworden ist, zum Sym- pathiestreik veranlassen, damll s i e die Suppe auslöffle, die die Moskowller eingebrockt haben. Dieses Hilferufen spricht ganze Bände. Man weiß, daß der Karren verfahren ist und möchte mtt Anstand ihn wieder aus dem Sumpfe ziehen. Diejenigen sozialistischen Arbeller aber, die den Locktonen der Kommunisten heute folgten, würden ihre eigene Sache schädigen, ohne der fremden zu nutzen. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft, die sich ihrer Aufgabe auch in so erregten Zeiten bewußt bleibt, wird sich zu keinen Tor- ? leiten verleiten lassen, aber sie wird wirklich jene Subjekte„ab- chütteln", die ihre mitteldeutschen Klassengenossen vor die Gewehrläufe gebracht haben und selbst im Hintergründe blieben. Die sozialdemokratische Arbellerschast hat ihren Mann ge- standen, als die Kappisten das Spiel der Sf spielen suchten, wie letzteren niederzuriv Ostertage angef ippisten das Spiel der Spartakisten zu sie auf dem Posten war, als es galt, die jcn. Sie empfindet mit Trauer, daß diese lllt sein müssen vom Knattern der Moschinen- gewehre, vom Wehklagen der Verwundeten und vom Weinen der Hinterbliebenen, deren Angehörige im Bürgerkriege fielen. Aber diese Trauer wird sie nicht abhalten, mit aller Jachärse ihr Urtell zu sprechen übex diejeni 1 wähn das Blutbad in Mitteldeutschland und Hamburg vor über diejenigen, die durch ihren Größen- chuldei haben. Niemand empfindet herber als wir die Tat- ache, daß diese kommunistischen Aufruhrpriester seit Monaten chon, nicht erst seit den letzten Tagen, den Reaktionären und, er Orgesch in die Hände gearbeitet haben. Und oft schon ist I eheimnisvolle Fäden vom auptquartier der Kommu- der Verdacht aufgetaucht, daß Lager der Gegenrevolution ins nisten führten. Dynamit, Maschinengewehre und Bandenkrieg sind keine Mittel, die nach aufwärts führen. Sie können vernichten, sie können wirtschaftliche und politische Zerstörungen herbeisüb ren, aber sie vermögen nicht aus dem Elend des Staates den Weg zu lichteren Höhen zu öffnen. Dazu bedarf es der Z u- sammensassung der Kräfte, nicht der Zersplitterung. Dazu bedarf es des Glaubens an die sieghafte Kraft der Entwicklung, nicht der Fetischanbetung der Mordwaffen. Diesen Frühlings- und Osterglauben an den Fortschritt der Menschheit wollen wir auch durch Brandgeruch und Äewehrsaloen uns nicht verkümmern lassen. Es ist ein Spiel des Zufalls, der doch kaum einer ist, daß in der gleichen Woche, da die Kommunisten zur Freude der Reaktion ihre verborgenen Waffen verheerend spielen lassen. die alte Sozialdemokratische Partei in Dresden ihren K u l- t u r t a g abhält. Während dort Bernichtung tobt, wird hier am g e i st i g e n Aufbau des deutschen Volkes gearbeitet. Die deutsche Republik, die aus einem Trümmerhaufen ent- standen ist, bedarf der neuen geistigen Einstellung. Sie schaffen '......~ t-»-»aide"....... zu helfen, ist Aufgabe der Sozialdemokratie, die niemals nur rein materiellen Interessen vertrat, sondern sich immer als die Förderin der neuen sozialistischen Kultur fühlen durfte. Und das ist unser Osterglaube: Aus den Gräbern, die der Krieg hinterlassen, aus den Opfern, die im Bürgerkrieg gefallen, muß doch schließlich emporsteigen die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer neuen Gemeinschastskultur. die den Egoismus überwindet und an seine Stelle setzt die geistige Arbeit des einen für alle' und der vielen, für jeden einzelnen. Dies ist das Ideal, das die Sozialdemokratische Kultürparte« in der Osterwoche neu aufpflanzte' und das weithin leuchten soll über alle Lande! Laßt Euch nicht provozieren! f!n die organisierten Arbeiter Groß-Serlins! Arbeiter, Arbeiterinnen, Angestellte! Vir nehmen Bezug auf unseren Aufruf vom 24. März und erinnern nochmals daran, daß die organisierte Arbeiterschaft mit der von der V.H.V.D. und der S.A.P.D. planlos inszenierten Bewegung nichts gemein hat. Ihr wahnsinniges und jeden verantwortlichen Gefühls entbehrendes vorgehen, ihre unsinnigen Putsche nützen nur der Gegenrevolution und schädigen die Interessen der Arbeiterschaft. Vir richten darum noch einmal die dringende Mahnung an die organisierte Arbeiter- ichast, sich in den nächsten Tagen von allen Veranstaltungen oer Kommunisten fernzuhalten. Die Gewert- s ch a f t e n und Betriebe werden dringend ersucht, in den nächsten Tagen keinellmzüge oder Versammlungen unker freiem Himmel zu veranstalten. Organisierte Ar- beitnehmer folgen nur den Parolen ihrer selb st gewähl- len Orgauisalionsleitungcn. Der Ausschuß der Gewerkschastskommission Berlins u. Umg.: Sabalh. Vollmershau». Afa-Vund, Ortskartell Berlin: Nalau. Liebeskiud. Slutige Zufammenftöße in SedinW). verlln. 2S. März.(MTV.) Eine Versammlung im Iriedrichshain. an der zahlreiche Erwerbslose teilnahmen, verlief ln- folge maßloser vrandreden recht stürmisch, im übrigen aber ohne Zwischenfälle. Um Z Uhr nachmittags löste sich die Versammlung aus uud zog in einzelnen ttbteilungeu ab. Zwei dieser Trupp» stießen au der Ecke der Wilhelm- Stolze- uud Straßmaun- Straße, nahe dem Petersburger V l a h. auf eine Streife der Schutzpolizei. die von einer Durchsiuhung«ach der Ostwache zurückkehren wollte. Die Demonstranten sielen sofort über die Beamten her. e n t w a f f- nelen einen Unterumchlmeister und verschleppten ihn. Seine Kameraden machten nach wiederholten, aber völlig unbeachtet bleibenden Aufforderungen, auseinanderzugehen, zunächst von ihren Seitengewehren, als das ober nichts hals, von ihren Schuß- waffen Gebrauch, worauf sich die Veamteu in Sicherheit bringen tonnten, herbeigerufene Verstärkungen der Schutzpolizei, die auf einem Auto anrollten, habe« dann die Ansammlunge« vollständig zerstreut, ohne von den waffeu Gebrauch machen zu müsieu. Der vers«hl-pple liulertvachtmeister. den man schwer mißhandelt hakte, wurde wieder ausgesunden. Bei dem Zusammenstoß am Petersburger Platz find, wie jetzt feststehen dürfte, insgesamt vier Personen verletzt worden, und zwar der Arbeiter Julius Eckel durch einen Bauchschuß, der Arbeiter Wilhelm K e t t l e r ebenfalls durch einen Bauchschuß, der Arbeiter Oskar Wendland durch einen Oberschenkelschuß und eine Frau Gabriele K a tz l e r durch einen Streifschuß. Sämtliche vier Verletzte wurden nach dem Krankenhause Am Friedrichshain trans- portiert. Eckel war inzwischen verstorben und Kettler erlog seinen Verletzungen bald nach der Aufnahme ins Krankenhaus. Situationsbild aus Berlin. Bis zum Nachmittag war die Ruhe in Berlin durch Gewalt« tätigkeit fast nicht gestört worden. Eine Ansammlung von mehreren hundert Erwerbslosen vor der G a s a n st a l t in der Danziger Straße, die Niederlegung der Arbeit verlangten, konnte mühelos z e r st r e u t werden. Der Unterwachtmeister G. wurde an der Ecke der Runge- und Inselstraße von jungen Burschen und Weibern überfallen, die ihm das Seitengewehr zu entreißen oersuchten. G. verteidigte sich aber damit und schlug seine Angreifer in die Flucht. Vor dem Warenhause von I a n d o r f am Kottbuser Damm rotteten sich etwa 100 Personen zusammen, die aber, ehe sie noch irgend etwas unternehmen konnten, zerstreut wurden. Vor den Loeb-Werken in Charlottenburg, Fritschestr. 27/28, erschienen zahlreiche Personen mit Plakaten und Zetteln, auf denen aufgefordert wird, sich nicht an den Betriebsrats- mahlen zu beteiligen, hier wurden wegen Nichtbesolgung polizeilicher Anordnungen vier Personen festgestellt.' Etwas lebhafter ging es vor dem Städtischen Arbeits- n o ch w e i s her, der in dem früheren W. Wertheimschen Waren- Hause in der Friedrichstraß« untergebracht ist. Hier erschienen zirka 400 bis SOO Personen und forderten die im Arbeitsnachweis sich auf- haltenden Erwerbslosen auf, sich ihnen anzuschließen. Sie wurden ze- streut, zogen aber mit der Drohung ab, sie würden sich Ber- störkung aus dem Friedrichshain holen und wieder- kommen. A» zahlreichen Stellen wurden Plakate angeschlagen mit dem Lapidotsatz„Bündnis Moskau-Berlin bringt Ret- t u n g!" Flugblätter und Handzettel wurden verteilt mit der Auf- sr-rdening zum Generalstreik und auch sonst noch allerlei dazu beigetragen, um Unruhe ln die Bevölkerung hineinzutragen. Be- sonders in den Außenbezirken, so auf der Boxhagener Chaussee, in Frildr-chi-kelde, am Bahnhof Weißense«, in Baumschulenweg, an der Gotzkowsky. Brücke und in der Lehrter Straße, gelang es, die Irr- teil« und Br: breiter der Ausruf« festzustellen. SUac Mn»itl»a»f«nde Hab««bmfall»«lnige llnruhe «rzivgt. doch muß in di«sm erregten Zeit« vieles auf da» Konto Böswilligkeit, Leichtgläubigkeit, Uebertreibung gesetzt werden, wie z. B. der Munitionsfund in Marienfelde seine harmlose Auf» k l ö r u n g dadurch fand, daß die Sprengstoffe von einem Gärtner lediglich zum Ausroden von Baumwurzeln benutzt wurdm. Auf dem Laubmgeländ« in der Meraner Straße in Schöne- b« r g fand man an«wer frisch gegraben« Stelle 160 russisch« Infanteriepatronen. Am Bahnhof Puttlitzftraß« unter«wem Schienenstrang log heute vormittag eine Schachtel mit Sprengstoffen und Patronen gefüllt. Zur Ermordung de» Unterwachtmeister» Lüdtt« erfahren wir noch, daß sein Karabiner, mit dem ihn der noch unbekannte Täter erschosien hat, auf dem Hofe der Kabelwerte in der Boxhagener Straß« in Lichtenberg gesunden worden ist. Der Kolben war zerschlagen. in dem Rahmen steckten noch drei Patronen und im Lauf fand man die leer« Hülse der abgeschossenen Patrone. Bom Derband der Maschinisten und Heizer wird mit- geteilt, daß die nochmalige Abstimmung im Kraftwerk Süd- ufer folgendes Resullat ergab: für Arbeit 312, für Streik 183 Stimmen. In Rummelsburg war die Arbeiterschaft einstimmig für Arbeit. In Oberschöneweide kam es zu keiner vbstim- mung, da alles sür Arbeit war. Wie wir weiter erfahren, hatten sich die Arbeiter de» Kraft- werk» W e i ß« n s e e nur unter der Bedingung einverstanden er- klärt, weiter zu arbeit«, wenn sie polizeilichen Schutz er- hielten, da sie Angriff« der Kommunisten fürchtet«. Die Polizei hat ihnen deshalb eine stärker« Wache zur Verfügung gestellt, die auch die Nacht über das Kraftwerk Weiß«se« besetzt halt« wird. Nene Niederlage Sylts. Geste« morgen versuchten die Kommunist« m die Städti» scheu Elektrizitätswerke einzudringen. Ein Trupp von ungefähr 40 Personen versuchte in Moabit die Portier» beiseite zu schieb«, um in das Wert hineinzukommen, was ihn« auch ge- lang. Di« Heizer und Maschinisten sollten nunmehr die Arbeit ein- stellen und in ein« Streit ewtreten. Diese verweigerten die» zunächst und verlangt« ein« A b st i m m u n g. Eine sofortige Abstimmung durch Hondaufhebm ergab eme Ablehnung des Streiks. Nunmehr wurde von d« Kommunisten eine nochmalig« geheime Abstimmung verlangt. Während dieser geheimen Abstimmung erschien der Kommunistenführer Sylt und hielt eine Brandrede für den Streik. Die geheime Abstimmung wurde sodann für ungültig erklärt und die Stimmzettel v e« i ch t e t! Nunmehr fand eine dritte Abstimmung statt: diese ergab 1S4 Stimmen gegen und 136 Stimmen für den Streik. Ew« vierte Abstimmung brachte die entscheidende Nieder- lag« für Sylt. Es stimmt« 108 für Arbeit und nur 48 sür Streit. Der Streik war somtt abgelehnt trotz aller kommunistisch« Schikanen und Unwahrheiten. Einem Vertreter de» Magistrat» wurde von einem Betriebsratsmitglied erklärt, daß es sich nicht um ewen wirtschaftlichen, sonde« um ein« PvlUischen Sympathie st reit handle. Mausfelü besetzt. yetistedk. M. März.(Eigener Bericht de» �VorwSrw'.) Ab- tellmug Graf Boulßki Hai von hettstedt kommend Alanvfeld und Leimbach besetzt. Um 4 Uhr 30 nachmittag waren die Spitz« dar vormarschierenden Polizeibeamt« bi» noch Heldra vorgedrungen. Der Vormarsch maßte zum Teil durch Kamps er. zwang« werden. vi« Auffläudisch« fliehen vnd werfen die Waffen fort. Die Bevölkerung ist sehr erfreut über den Einzug der Povzei. Zn«elfeathal wurde hente auf all« Vrauukohleugrubeu zu etwa 60 proz. gestreikt, vi« Stimmung der Aufstäudisch« stakt. Vi« Uktionsausschüss e von Eislebea, Mansfeld und hettstedt sind flüchtig geworden. Zw Merseburger Revier sind einige Neiue Plünderung« und llebersälle vorgekommen, vi« Kommunist« verbreit« Schaueruachrichtm, um die Bewohner ein- tdstem. Bon HanS Gothmann. Dv Coa au» trübem•pröhUngßllAt, Mit CUUlengrOn und«Item BlOtengtOdi geTehmOdrt. t>M DunfcU blrlt, da« Barte bricht, Du triglt dl« Milde In die«Ul«, die tief boglüdt. Ich leb« dich im hart« Straßen gang Hebt träufeln auf der Steine Grau. Id» härt Dich mit Cöunderbotfchaft und Octang auf brau Ten in da» frühUngshelU Blau. Ich lebe dich, die junge CDclt im Hrtn, Ten Hdlern, Sonnenträgern, hoch urtihreift. eertchmetternd ffot und Quat und Barm, ausgießen einen neuen Seist. fioch leid ihr fhroft und Finsternissen Untertan, in Slcndenächt« allen SIends mOd. Doch hört i es bricht der CQelt«in Site« an I «lacht auf i So regnet Hebt, es blüht. So blüht auf eurer Seele SrÜmmerktätt« aud» ein Boffen wieder und ein frOhUngtraum. Spürt ihr nicht schon den warm« süß« Bauch der Lieb« überall im weltenweit« Baum? Mein Glanz, mein erdenfrohes �rOhUngsticht und meiner Hebe, meiner Milde Olut und all«, was in mir da» Bart« bricht, die Kraft, der Mut ruht ja in eurem Blut l Ter schwendet meine Stterliche füll« weit von Bcrz zu Bcrz, von Band zu Band. Hus eurer eignen Seele quillt die Berrtidihctt des Slüchs, des Lichtes in da» auferftandn« Landt So» Privileg. Im Residenztheater wird eine Psarrhauskomödie gegeben, die nicht von dem schwerblütigen Lautensack stammt, son- »ew von OttErnstHesse, einem oeschickr« Kenner de» Theaters und seiner Wirfung«. E» handelt sich in dem Stück um«ine tostü- miene, im 16. Jahrhundert spielend« Episode. Der Domdechant eine» fränkisch« Dorfe» besitzt da» Privileg, daß ihm die Baue« im Herbste zusammen mit den Schweinen, Weinfudern und übrig« Abgaben eine appetitliche Jungfrau ine aeistliche Haus zu liefe« haben. Di« Dörster sind außer sich, da dieses alte Privileg von dem neuen Domdechanten wieder hervorgeholt wird. Die schönste Wittib im Dorfe will sich opfern, um dem geistlichen Her« die Jungfrauen- muck« aus dem Kopfe zu zaubern. Sie geht auch mutig und üvpig in da, Pfarrhaus. Nun geschieht e», daß der geistliche Herr sich in die Witwe verliebt. Er wird sogar Dater, er will die Frau nicht zieh« lassen. Beinahe scheint e». die ganze Geschichte würde eine trogisch« Wendung nehmen. Doch es kommt nicht so wett. Ein braver Müllersmann«tschließt sich, für da» Bankert als künfttger Hausvater und Ehegemahl einzutreten. Mit wundem Herz« Abt zufchtlchteen. All« dies« ZKeldung« find mit größte« Vorsicht auf- zunehwen. Zu Brauufchweig fand heute ein« komumnlsteuversamm. lung stak, die nur von etwa 500 Person« besucht war. E» wurde zur„Aktion* aufgefordert, was aber nur wmig Geg«liebe fand. Für Braunschweig ist nicht» zu befürchten. Streik in Zschornevütz. Bitterfeld, 26. März.(Eigener Bericht de».Vorwärt»*.) Zscho«ewih(die SKomlieferungsstelle für Berlin) hat heut« d« Streik beschlosseu. Die Ztotfiandsarbeit« wer)»« geleistet, vi« Belegschaft ist mit allem Rachdruck für Ruhe eingetreten, um das Elutreft« von Polizei zu vermeiden. Die Aullinfabrik von Bitterfeld will d« Streik beschließ«. Zu vitterfeld.Stadt und Kreis herrscht völlige Ruhe, vie S.P.V.. A.S.P.V. und da» Gewerkschafistartell Hab« sich gegen jeden Streik erklärt. Gefechte bei Halle. Magdeburg, 26. März.(7 Uhr abends. Eigener Bericht des „Vorwärt»*.) In Hall« herrscht Ruh«. Es wird fast überall gearbeitet. Nur w«ige streiken. Der Aufruf des Oberpräfi- deuten wird sehr günstig aufgenomm«. Beritten« Polizei, die gegen Teutschenchal aufklärte, wurde angegriffen. Ein Toter aus seil« der Schutzpolizei, Verluste der Gegenseite sind unbekannt. Das Gefecht ist noch im Gange. Halle hat Verstärkung verlangt. Die Demonstration« in Halle sind ohne Zwischenfall verlauf«. An den Gräbern der Märzgefall«« hat ein Redner gefordert, nach Mansfeld zu ziehen und dort gegen die Reaktion zu kämpfen. Vom Leuna-Werk ist festgestellt, daß dort höchstens 2000 Mann im Werk« sind, die Notstandsarbeiten verrichten. Es sind nur wenige Gewehre, einige Pistolen vorhanden. Wilder Streit in Gotha. Gotha, 26. März.(WTB.) Nachdem in einer Betriebsrätever- sammlung ein Generalstreik mit zweidrittel Mehrheit abgelehnt worden war, sind gestern die Betriebsräte abgefetzt worden. Ein „Aktionsausschuß* wurde gebildet, der heule morgen 8 Uhr den Generalstreik prottamierte. Es besteht feit diesem Beschluß groß« Uneinigkeit unter d« Kommunist« selbst. Au» d« Zeitungsbetrieb« wurden die Leute mit Gewalt entfernt. Während die kommunistische„Neue Zeitung* in Jena einen Aufruf filr den Generalstreik veröffentlicht, wam« di« Sozialdemokratisch« Partei, der Vorstand des G e w e r t- schaftskartell» und des Afa-Bunde» sowie die Ortsgruppe I e n a der U.S.P. die Arbeiter, sich aufputsch« zu last«. Eine von den Kommunist« um 3 Uhr nachmittags auf dem Iohannisplatz in Erfurt einberufene Versammlung war nur von einigen Hundert Personen besucht. Auf die Mitteilung der Schutz- poltzei, daß Versammlungen unter freiem Himmel verboten seien, gingen die Teilnehmer ruhig auseinander. Im Eisenbahn- und Postbetrieb find keine Störungen vorgekommen. Teilftreits im Jnöuftrierevier« Elberfeld, 28. März.(Elgeuer vrahtberlcht des»Vor- wärt»*.) Zu der Nacht vom Areitag zu Souuabeud ist au» Lerllu die Parole zum Geueralstrelk im Zudustrierevler ein- getrofseu. Zu E s s e u und Dortmund kam e» zu kommuulsklsch« vemoustrattoueu. Zu Remscheid ist der Geueralstrelk seit heute morgen durchgeführt. Der Arbeiterschaft hat mau vor- gelogen, daß sich die S.P.V. und die A.S.P.V. an der Bewegung de- teilig«. Die Bewegung bleibt vorläufig auf Remscheid de- schränkt, nur In Lennep streik« drei Betriebe. Zu Elberfeld und Barmen wandt« sich die Sommuuistm und Syndikalist« mit einem Aufruf au die Bmölketuug. Heute mittag hob« auf öfl«Mch« Plätz« drei Versammlung« flattge- fuuden. wie c» scheint, ist die Arbeiterschaft nicht gesonn«, der kommunistisch« Porole Aolge zu leisten. Räch Vermutung« werd« die Sowmuaistm versuch«, Dienstag morgm di« Betriebe im Wuppertal stillzulegen, vi« S.P.v. und ll.S.P.V. sowie da» Gewerkschaftskartell treff« alle Blaßnahmen, um sich gegen ein« Terror der Kommunist« und Syndikalist« zu w«den. der Pfarrer die Scheidung von seinem Liebchen zu. Während die Tauf» und Hochzeitsglocken läuten, redet der Herr Dechant gerührt von der Zukunft, die seinen verlorenen und doch heißgeliebt« Sohn erwartet. Er ist um 1325 ein sehr aufgeklärter Mann und der An- ficht, daß die Leute des Volkes alles Schöne in die Well bringen werd«. Otto Emst Heste geht ziemlich skrupellos vor, sein Stück sucht kein« dichterische Vertiefung, aber e» ist liebenswürdig trotz der dlckgehäufi« Banalität«. Vortreffliche Schauspieler sichem den Erfolg der Komödie. L u e i« Höflich ist di« begehrt« und opfer- volle Bäuerin, Paul Weaener gibt den Dechanten. Oetgar L i ch o, Friedrich Wilhelm Kaiser und Frau G r ü n i n g spielen in dankbaren Rollen. M. H. Zw Frledrich-wilhelmstädtlsch« Theater wurde am Karfreitag Baders.Gesetz*« guter Besetzung gegeben. Eine Prachtfigur war Direktor Meinhardts Hubert«tein; auch die übrig« Darfteller leistet« Gutes. Der Beifall am Schlüsse bewies, daß Bader» Schil- derung der Polizeiherrschaft der achtziger Jahre auch heute noch nicht ihren Wert verloren hat. Da« künstlerische Palladium de» alt« Rußland. Die bolsche- wlstische Herrschaft in Ruhland hat die erfteulich« Folg«, daß von den Kostbarkeiten der russischen Kirchen immer mehr Stücke in bessere, hellere Umgebung kommen, al« die überladen«, votio- behängt« Altarwände der Kirch« sie biet«. Die früher auf den Knien oerehrten Kirchenbilder, die sogenannten Ikon«, werden jetzt aereinigt und in d« Museen aufgehängt— aber es ist ein rühren- der Zug russischer Voltstreue, wenn nun weller die Leute in die Museen strömen, dort auf die Knie fallen und ihren Gottheiten Blum« jpend«. Bei einer dieser Profanierung« ist jetzt die be- rühmte wundertätig« Ikon der Gottesmutter von Wladimir, da« Palladium des alt« Rußland, von seiner schweren Verkleidung aus Edelmetall befreit und gereinigt worden. Wie der.Kunstwanderer* schreibt, soll dies Bild schon 1380 gelegentlich de« groß« Siege» über die Tataren auf dem Felde von Kulikow mit dabei gewesen sein. Es zeigt denselben Stil wie die in letzter Zeit freigelegten Wandbilder au» der sogenannt« mazedonischen Renaissance der Byzantiner- Malerei. Nach den Mitteiluna« von Grabar, dem jetzt die Kirchen- schätze unterstehen, soll da» Palladium, die sogmannte Wladimir«- kaja, etwas ganz Unerwartet» für die europäisch« Kunstgeschichte bedeuten. Die Sitte, die russischen Heiligenbilder mit edelsteinbesetzt« groß« Silber» oder Goldhlechen zu beleg«, die nur Gesicht und Hände freilassen, ist übrigen» nicht ursprünglich und erst im 16. Jahr- hundert allgemein geword«. Zwei llngeh«er der Ilefsee. Der Fürst von Monaco, der, wie bekannt, einer der bedeutendsten Tiesseeforscher ist, berichtet« kürzlich, daß er in einer Meerestiefe von etwa 8000 Mete« und unter einem Wasserdruck, der die stärkste stählerne Panzerplatte in Atom« zer- bröckeln mußte, ein« Fisch entdeckt Hobe, dessen Augen eine elek- irische Lichtquelle darstellen, und einen anderen, dess« Skelett auf der Außenseite des Körper» wächst. Die„Epoca* ergänzt diese Mit- teilungen dahin, daß da» ilngebeiier mit den elektrisch« Augen ein« Körper hat, der in der Länge fiinf Meter mihi, und dessen Gestalt der eine» riesigen Polypen gleicht: nur zeigt sie im organischen Auf- bau bedeutende Abweichung«, die auf di« Wirkung de» Wasserdruck» zurückzusühr« sind,«ine» Druck», der pebenhundertmal so stark ist, Am: Nachahmmtg emAfohlea. Essen, 26. März.(TU.) Gester» vormittag drang« m die B»- trieb« der Friedr. Krupp A.»G. komunistische Demonstrant« ein, u« die Arbeiterschaft zur Niederlegung der Arbett zu beweg«. Als ihnen das nicht gelang, versuchten sie, die Bettieb« durch S a b o- tage stillzulegen. Schließlich griffen di« Arbeiter zur Selbst- Hilfe und vertrieb« die Kommunisten mll Gewall au» den Werkstätten, wvber es zu Tätlichkeiten kam. Di« Kommunist« mußten die Betrieb« fluchtartig verlassen. Eine Pulverfabrik bei Hamburg besetzt. Hamburg, 28. März.(Eigmer vrahtberlcht de».vorwärl»".) Die Vorgänge lu Hamburg hatten die Kommunist« in der Hochburg Geesthacht ebenfalls zu Tat« augeregt. Am Souuabeud- morgen besetzt« sie die Pulverfabrik vüneberg und ver- hindert« die Arbellsaufuohme. außerdem«twaffuet« sie dos Kommaodo des Reichswaflerschuhes und besetzt« da» Postamt iu Geesthacht, wodurch die Verbindung mit d« Oberelbeorleu abgeschnitten wurde. Voraufhin wurde über diese Kreise der Au»uahmezustaud verhängt, von Hamburg wurd« drei Hundertschaft« der Orduungspolizei mit Krafiwag« in Marsch gesetzt, vie Kommunist« wartet« da» Elutreft« der Pollzei aber gar nicht ab. sonde« ergriff« berelk, vorher die Flucht. Z« Lauf« de» Nachmittag» nah« die Pottzel Z0 der hauplanstifier fest, vie Verbindung mtt Geesthacht ist wieder- hergestellt, und e» herrscht völlige Ruhe im Ort. Zu Hamburg ist eb«falls alle» ruhig. Unter den Gelöleleu befind« sich Familienväter mit 5 uod mehr Sindern. Hamburg. 28. März.(MTV.) Zw kreise Laueuburg (Elbe) wurd« dreißig Führer der Kommunist« verkaftt-:. darunter derjmige, der dm Reichswasserschutz in Geeflhaäil entwaffnet halte, vie verhaftet« wurd« nach Hamburg übergcsährl und in das PoNzeigefängnis eingeliefert. Ändert- halb hundertfchafl« der Hamburger Schuhpollzei verblieben im kreise Laueuburg. G.P.D. und U.S.P. gegen die Kommunisten. Hamburg. 26. März.(DA.) vie auf dem Bod« der Sozial- demokratischen Partei Deutschlands und Unabhängigen sozialistischen Partei Deutschlands stehend« Werftarbeiter von Blohm u. Doß, der Vulkan-Werke und der Deutschen Werft hatten sich gestern auf Veranlassung ihrer Betriebsräte zu einer Versammlung bei Sagebiel zusammengefunden, um zu den Ereignissen vom Mittwoch Stellung zu nehmen. Nach schärftter Verurteilung diese» Putsche? seitens der Mitglieder und nach- dem vom Arbeiterrat einwandfrei auf Grund der Einstellungs- listen ermittell ward« war. daß zu dem Vorgehen der Erwerbslosen auf dm Werften jeglicher Grund gefehlt habe, da in der Zeit vom November 1SS0 bis März 1V21 allein bei Blohm u. Boß 3100 Erwerbslose eingestellt worden find, wurde schließ- lich eine längere Entschließung angenommen, di« sinngemäß etwa folgendes besagt: Die von den„revolutionären* Elementen heraufbeschwormen blutigen Ereignisse de» letzten Mittwochs fanden bei alten Der- sammelten schärfste Verurteilung. Sie sind gewillt, in Au- fünft bei alten Unternehmungen sich nur streng an dm Ruf ihrer Gewerkschaften und einschlägigen Organisationen zu halten. Der Demobilmachungskommissar und das A r- beitsamt werd« gebeten, alle nur möglichen Schritte sofort ein« zuletten, um dm Arbeitern die schleunige Rückkehr in die trieb« zu sichem.» Putschhetze auch in Kiel. kiel, 26. März.(TU.) Kommunistische Putschgelüste mach« sich auch in Kiel bemerkbar. Bei den Werften wurden frühmorgens Laufzettel verteill, die zur„Soziafifierung* der groß« Be- triebe und Verteilung von Waffen aufforderten. Dieselbe Aufforderung wurde auch an die Erwerbslosen gerichtet, die sich jedoch nur darauf beschränkten, Einstellung auf den Werften zu fordern. Die Gamison und die Polizei befinden sich in Alarm« bereitschaft. al» der der Atmosphäre, die auf un» lastet. Auf der Spitze de» Körpers des Ungeheuers befindet sich, von einer einem Schutzpanzer ähnlichen Rüstung umkleidet,' ein große» knöchem« E-häufe, in dessen Innem acht kurze gedrungene Tentakeln ruhen. Im Mittel- punkt dieser Polypenarme liegt das große Maul und die einem Spiegelfernrohr ähnlichen Augen, die die Fähigkeit besitzm, sich 30 Zentimeter vorzuschieben. An der inneren Spitze dieser Augen sind die Organe angebracht, die da» Licht geben, und die ein« starten strahl aussenden, der die schwarze Tiefe de» Ozean» durchdringt. Die Pupille ist von einer seltsamen, rohen Membrane bedeckt, die einmal dazu dient, den in den Abgrund entsandten Lichtstrohl zu verstärken, und die anderseits die Eigenschaft besitzt, auf die violett« Strahlen zu reagieren, die die Lichtquell« dieser ungeheurm Tie»- bilden. Die Augen de» Ungeheuers dimen nicht ausschließlich dazu. dem Tier d« Weg zu beleuchten: sie erfüllen vor allem dm Zweck. die Fische in den Bereich seiner Fänge zu lock« und sie unbeweglich zu machen. Nicht minder interessant al» da» beschriebene ist das zweite der aufgefunden« Fischungeheuer, da» auf der Oberfläche seines Körpers sein Skelett trägt. Auch dieser Tiefseebewohner hat teleskopisch gestaltete Augen und einen knochigen, leuchtenden Köpft der ausfallenderweise dem einiger prähistorischen Fische gleicht. Deutsche« Theatee. GeoraBüchnee«„Wovzeck*«tter der Neqie Max ReinbardtS mit Eugen K l ö p s e r. Für diese Auf- führuna sind die von Witkowski neugesundenen Texte mitbenutzt worden. soll daß ewige bisher unbetannte Szenen zum erstenmal aus der Bühne erscheinen. Ei» Jrllhlingsfest der Staatetheater wird am 9. April im Großen Schau spielhanS»um Besten ihrer Unterstichungslasseu veranstaltet. Das Programm wird Teile au« den berühmtesten Operetten von Johann Strauß zu Gehör bringen und durch das Ballet„Ritter Pazmann* gekrönt werden. Hierauf Kabarett und Ball. Der Berliner Volkschor führt am 11. und IS. April in der„Neuen Welt* und am 19. April in der Garnilonkircke die„Jahreszeiten* von Haydn auf. Einla�arten auch m der VorwärtSbuchhandlung. Proletarische» Theater e. B. Am Sonntag, den 3. April 1921 findet im Vrigt-Theater, Badstr. 59, um 214 Uhr nachmittag» dir Erstausführung de« Schauspiel»„D ie Kanaker* von Franz Jung statt. Bi» zur endgültigen Entscheidung der Konzessioncerung, die augenblicklich nach- gesucht wird, findet die Borstellung im Rahmen de» Berein« Proletarisches Theaier statt. Borträge in den staatliche» Museen finden vom 31. März bis S. April statt 81. März, 9 Uhr vormittag», Schuchhardt:„Ueber die Kultur- beweaungen, die zur Jndogermanisiernng Europa« geführt Hab«* lMufeum für Bölterknnde).— 81. März. 8 Uhr abend», Weber:„Tie Stellung der Helhiker in der Geschichte'Borderasiens.*— 1. April, 4 Uhr nachmittags, Schäfer:„Das Bildnis in der äavpnschen Kunst.*— 2. April, 4 Uhr nachmittags, Eduard Meyer:„Die Apostelgeschichte.*— 5. April, 7 Uhr abends. R egli n g:„Die griechische Münze als Kunstwerl.— 6. April, 10 Uhr vormittag«, Wiegand:„Denkmäler im Osten de« römischen Reichs.*— 6. April, 4 Uhr nachmittags Wilamowit: „Ionische Etädtebllder* ssvinstgewerbemuseum).— 4. April, 5 Uhr nachmittags, N o a ck:„.ftretisltz-nnjienische Kunst* �Archäologisches Jnsttruts. Tie bunte Landkarte Europas. Die neue Landkarte Europas siebt noch bunter au« als die alle. Bor dem WeUlriege gab es in Europa 27 selbständige Staaten, von denen Rutzland mit 5 3770 000 CuntnaUUomtlcr der grötzte und Ronaeo mit 1,5 Duadrattilometer der kleinste war. lVtzt beträgt nach dem.Srdbächlein' jür 1991 die Zahl der europälschen Staaten 39, also 13 mehr al» früher. tTr. 144 ♦ ZS. Jahrgang 7. Heilage öes vorwärts S°°i>«»s,i7.iNiiy1«21 Sozialdemokratischer Kulturtag. lieber den weiteren Verlauf des sozialdemokratischen Zhillurtoges Acht uns folgender Bericht unseres Dresdener Sonderberichl- erstattsrs zu: Die geme'nfame Tagung der Bildunasausschiisse der Partei und der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer Deutschlands wurde Freitag vormittag gegen 991 Uhr vom Vorsitzenden der Ar- beitsaemein�chast, Staatssekretär cheinrich Schulz eröfsnet. �Äor Eintritt in die Tagesordnung erhielt der Parteworsitzend« Otto Wels das Wort, der unter Bezugnahme auf die kommunistischen Unruhen in Hamburg und Mitteldeutschland aus- führte, daß der W o H n s i n n unser Land durcheile. Blut sei in Hamburg und in Mitteldeutschland geflosien. In dem Augenbl cke. da das Geschick des deutschen Volkes in Frag« gestellt fei. wo immer weitere deutsche Gebietsteil« im Westen von fremden Truppen besetzt 'werden und die Gefahr besteht, daß ein großer Teil unserer Volks- genosien dauernd von uns getrennt werden, wo in Oberschlesien ' nationalistisch gesinnte Polen in blindem Haß und Fanatismus deutsch« Brüder aus ihrer Heimat vertreiben, in diesem Auoenblicke tobt der Terror im Lande nach dem W'llen gewissenloser Hetzer. Das hat mit der Dolitik, mit der Eroberung der politischen Macht nichts zu tuo.(Lebh. Sehr richtig!) Das ist die Herrichast des Der- brecherstzpl». das ist dl« Herrschaft der Gewissenlesigre'l.(Stürmischer Beifall.) Und das alles, um die ins Wankeu geratene Macht der Gewalkhaber tu Sowsetrußland zu stützen. Deswegen soll Deutschland in die Barbarei zurückgeworfen werden. Dabei weiß mau. daß solche Experimente, wie sie in Rußland vorge. nommen worden sind, in Deutschland n cht mSg'ich sind, daß sie für Deutschland die wirtschaftliche Abschnüning und damit das Elend bedeuten. Am K. Januar 1919, wo wir das Vorspiel zu den heutigen Tagen erlebten, war es H i l f e r d i n g, der Führer der Unabhängigen, der gegen den kommunistischen Aberw'tz auftrat. Derartige Unruhen und Aufftände erzeugen lediglich Triumphe der Reaktion. (Sehr wahr!) Die Sozialdemokraklsche Partei als der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht, iu ihrem Bekenntnis zur Demokratie und zur organischen Entwicklung kann allein die Sikuation meistern. Mir müflen flammenden Protest erheben gegen die Räuber am Volks- qut, die den R amen des Sozialismus schänden. Das deutsche Volk durchlebt sein« schwersten Tage. Und das Beschämende dabei ist. daß es Leute aus der Arbeiterschaft sind, die dem Volke nicht die notwendige Ruhe zur körperlichen und geistigen Gesundung gönnen. S'e begehen ein Verbrechen gegen das deutsche Volk, gegen die internationale Arbeiterschaft und gegen den wteruakionalcn Sozlasismus. Der sozialdemokratisch« Kulturtag müsie dagegen schärf st en Pro- test und feierlich st e Verwahrung einlegen. ETr haben nichts qemein mit diesen Verbrechern und halten der Sozialdemo- kratischen Partei die Treuet(Langanhaltender stürmischer Beifall.) Folgende Entschliehung fand einstimmige Annahm«: »Der erste Sutturtag der Sozialdemokratische» Partei Deutichlands nimmt mit Entrüstung Kenntnis von der maßlosen Verwilderung der politischen Sitten, die zu den süuasten Gewaltkalen irregeleiteter oder verb-echerischer Tie- menle geführt hat. Er verurteilt diese Attentate als.Fort- fetzung der Barbarei des Weltkrieges und als wMfährlge Vachahmung der russischen Mekhode terrorlflllchen Kampfes. Der Sultvrlaa bezeickraet dlefe empörenden Ansch'äae als doppelt verbrecherisch angesichts der politischen und wirlschaslsichen Zlotloge de» deutschen Volkes und fordert gegen fie zum schärfsten Widerstand auf. Allein die bewährten politischen Kamps- Methoden der Sozialdemotralie. insbesondere die praktische Sulkurarbeik, wie sie von seher von ihr geleistet worden ist, und der dieser Kultur. tag vene und starke Antriebe geben soll, können dieser geistigen und/ sittlichen Verwilderung Einhalt tun und der poli- Ks-'»», sozialen und kulturellen Entwicklung Deutschland» Sketlqkeil und Sicherheit geben, die für die Wiedergefundnug de» deutschen Volkes eine unbedingte Voraussetzung sind. Der sozialdemokratische Kulturtag v e r p s l i ch i e l die ver- sammelten vnd darüber hinan? alle, die sich zu seinen Zielen be- kennen, insdesondcce alle Parteigenossen und P a r l e i g-- u o s s i n n e n, den D e f t e i u u g s k a m p f der Arbrilerklosie c's einen Kampf um eine höhere Form der m c u s ch- licheu Kultur mit den Kampfesmitkeln der S o z> o l d c m o- kratischen Partei und im Geiste de, e r st e n sozial- demokratischen Kutturtages zu führen.', > Ans der Tagesordnung stand sodann das Thema: Sozialistische Bildungsarbeii und Lehrerschaft. Das Hauptrescrat hall Lehrer Schult(Hamburg): Wir leben 1 in einer Atempause der Wellgeschichte. Eine alte Zell ist zu Ende gegongen, eine neue Zell ringt sich durch in schweren Zuckungen. Da muß sich auch unsere Partei um- st« l l e n. L a s s a l l« setzte an die Stelle der Arbeiterblldungsvereine den Kampsverein, der notwendig Wohlverein sein mußte. Kampf- ziel war bis zur Revolution die Demokratie. Jehl tritt als Sampf-lel der Sozlasismus tu den VNktelpunkt. Unser Programm spricht nur vom wirtschaftlichen Sozialismus. Das ist eine Einseitigkeit, die daraus erklärlich ist, daß auch der K o p i- talismus die Lebensmittel für den Lebenszweck hält. Uns ist der wirtschaftliche Sozialismus Voraussetzung, nicht Er- f ü l I u n g des Sozialismus schlechthin. Sozialismus ist uns Weltanschauung und Lebeusgeslaltuug. d. h. ein« neue Kultur. Auf wlltschoftlichsm Gebiete ist der Soziasismus viel schwieriger als auf anderen zu gestalten. Hier besteht noch ein« ungehemmte Diktatur der immer weniger werdenden K a p i t a l i st e n über alle, die gegen Lohn und Gehalt beschäftigt werden. Wir können unser Leben selb st ge- stalten. Das ist die neue Aufgabe der Partei: Sie kann und muß jeden Parteiverein zu einer Gemeinde machen, die ein neues Zusammenleben der Mllglieder untereinander pflegt. So stellt sie sich um vom Wahlverein zur Kukiurpartei. Sie wird auch in Zukunft Polllik zu betreiben haben, noch mehr als bisher. Aber sie muß in einer neuen Art von Zusammenleben der Parteigenossen den neuen sozialistischen Menschen schulen. Denn mancher ist Sozialist, aber nicht ein sozio- l i st i s ch e r Mensch. Hier liegt die Möglichkeit einer umfangreichen Mitarbeit der sozialdemokratischen Lehrerschaft. Jeder hat Fähig- keiten, die er in den Dienst dieser Arbeit stellen kann. Gesang, Musik- pflege, Vorlesen und Vortragen aus der Literatur, Vermittlung von Kenntnissen auf den verschiedensten Gebieten, hochwertige Gestaltung der Feste, Volkstanz, Bolkslied und Volksreigen, Wanderungen usw., alles das sind Arbeitsmögiichkeiten. Dieses Kulttirstreben kann zu neuer Ausdruckekultur, neuer Lebensgestaltung, neuer volkstümlicher Kunst pflege führen, zu einer eigentlichen sozial! st ischen Moral und Kultur. Das wird die Vereine zu Gemeinden machen, deren Mitglieder durch zahlreiche Fäden untereinander verbunden sind, so daß sie sich nicht mehr lösen können und auch schwerste Stürme die Partei nicht mehr läsen können. So gewinnen wir auch an Anziehungs» kraft gegenüber allen denen, die nicht in erster Linie politisch sind und auch niemals von dorther erfaßt werden können. So machen wir für alle, die noch traditionell an der Kirche hängen, die Kirche positiv überflüssig. Das ist der b e st e Kampf gegen die Kirche, auch gegen das Zentrum. Das ist positive Seelsorge der einen an den anderen, und darin liegt eine ungeheure Ausgabe siir die sozialdemokratische Lehrerschaft. Wer Sinn und Liebe zu den Wissenschaften hat, möge sich dem sozlasissischen Dilduug» wesen bewußt sein, im gegenwärtigen historischen Augenblicke der Hebel zu sein, die Partei zur wahren sozial! st ischen Kultur- parte! zu machen.(Lebhafter Beifall.) Der zweite Redner, Rich. Wcimauu. Berlin, Geschäftsführer des Zentralbildungsausschusses, meinte, der Vorredner habe der Lehrerschaft eine Aufgabe zugewiesen, die sie heute nach nichl erfüllen könne.(Sehr richtig!) Es sei auch zweifelhaft, ob die Arbeiterschaft diese seelsorgerische Tätigkeit der Lehrerschaft über- Haupt wünsche. Jedenfalls müßte die seelsorgerischs Tätigkeit der Lehre:' ganz anders aussehen als wie die der K i r ch e. Es komme auch nicht bloß daraus an, schöne Programme aufzu- ftelleu, sondern es müffe endsich angefangen werden. Eine unge- heure Bllvungs- und Erziehungsarbeit ist zu leisten, um den neuen, den sozialistischen Menschen zu gestalten. Gerade die sozialistische» Lehrer hätten sich bisher wenig mit der Bil- dungsarbeit an unseren Genassen beschäftigt. lWiderspruch.) Das möge mit daran siegen, daß die Kopf, und haudardeitcr \— auch in unserer Partei— noch zu wenig auseinander eingestellt sind. Ausgab« der Partei müsie es sein, diese Kluft zu überbrücken. I und diese Brücke müsse die sozialistische Bildungs- und Erziehung?- i arbeit sein. Der Lehrer dürfe nicht über der Arbeiterschaft stehen, sondern müsse mitten in ihr stehen und Verständnis haben ! iür ihr S s e l e n l e b e n. Es fehle an Lehrern und Bildnern. Die �sozialistischen Lehrer seien berufen, diese Lücke im Bildungswesen auszufüllen. Die Freizeit müsse so ausgenutzt werden, wie es im Interesse einer höheren kulturellen Entwicklung der Arbeiterschaft liegt. Die Arbeiterjugend habe längst mit den alten Tillen und Gebrauchen gebrochen, sie gehe nicht mehr ins Wirts- Haus(Rufe: Na, na!), ich spreche von der Jugend, die in den Ar- beiterbildungsvereinen organisiert ist.(Lebhaftes Sehr richtig!) Dar! können wir die Lebensformen ansehen, denen auch wir Erwachsene nachstreben sollten. Die Lehrerschaft sei auch berufen, dabei mitzuwirken, daß eine wahre Volkssestkultur geschaffen wird. Die So- zialdemotratie müsse zur führenden Geistes- und Kulturpartei werden. widmen durch Mitarbeit in Volkshochschulen und Parteibildungs. wefen. Es führen viele Wege nach Rom und auch zum Soziasismus. So werden wir auch alle die Wege gehen müssen, die nicht durch Wissenschaften führen. Das wird die Aufgabe der s o z i o l i st i- scheu Lehrerschaft sein. Leder kann seiner besonderen Fähig. keit entsprechend in irgendeiner Form mitarbeiten. Die sozialdemo- kratische Lehrerschaft muß sich der ungeheuren Verantwortung In der nun folgenden Debatte gab vallerstedt(Hamburg) zu, daß die Klagen Weimanns, daß die Zahl der sozialistischen Lehrer, die sich in der Bildungsarbeit betätige, im Verhältnis zu der Gesamtzahl der sozialistischen Lehrer klein wäre, leider berechtigt seien.— Reichstagsabg. Dr. David stellt im Gegensatz zu Schult fest, daß die Arbeiter in der vorkapitalisti- scheu Zeit ein elendes Dasein geführt haben. Die Sozialdemokratie habe von vornherein nicht bloß eine wirtschaftliche Partei sein wollen, sie habe sehr wohl auch die geistigen und Kulturide a l e in Rücksicht gezogen. Der psychologische Faktor sei aber ver- nachlässigt worden. Es- bedürfe einer Aenderung des inneren Menschen. Und hierin liege die große Aufgabe der sozialistischen Lehrerschaft. Sozialdemokrat werde man nicht bloß dadurch, daß das Partei niitgliedsbuch in Ordnung ist, Sozialdemokrat sei nur der, der sich der Gesamtheit gegenüber verpflichtet fühle.— Tsch einer(Lübeck) behauptete, der Bildungsdrang in den Massen sei nicht so groß wie angenommen. Der Zudrang nach den Volks- Hochschulen habe nachgelassen. Viele hätten sich eben doch das Lernen und Erwerben von Kenntnissen leichter vorgestellt. Rübenstrunk(Elberfeld) beschäftigte sich damit, wie sich der Lehrer zu den Eltern unserer Kinder einstellen soll. Nach seiner Meinung komme es in erster Linie nicht-darauf an, daß der Lehrer der S.P.D., der U.S.P.D. oder auch der K.P.D. angehört, sondern daß er sich einstellen müsse aus die Verwirklichung des Sozialismus. Der Bund der freien Schulgesellschaften habe sich die Aufgäbe ge- stellt, die gesainte linksgerichtete Elternschaft in dem Bunde der freien Eiter» zu organisieren. Genosse Heinrich Schulz erwiderte, daß auch die Arbeits g e m e i n f ch a f t die Notwendigkett empfinde, sich der Elternbeiräte anzunehmen, und daß geeignete organisatorische Maßnahmen ge- troffen werden sollen.— Schröder(Berlin) sagte, die Eltern- bewegung und die Bildungsbestrebungen aus dem Lande seien eminent wichtige Arbellsqebiete für die sozialdemokratische Lehrer schaft, aber auch für die Parteileitung. (Schluß im Hauptblott)__ Frühjalirs- Neuheifen rhc % Kleid a. marinablauem, rin- wollerem Stock mit Stickerei, wie Abbildung. 575.- Kleid au» reinwollenem Stock, mit SciiSrpe. wie Abbi.dung, 390.- Kleiderstoffe Reinwollener Clieviot marine oder ach wen oq cf\ 110 cm breit...Mtr. Reinwoll. Popelin marine, 90 cm... Mtr. Reinwoll. Kammgarnserge 103 cm breit..... Mtr. 55.— Reinw.RSmisclieStreifan 105 cm breit.... Mtr. 53,— Reinwollener Voile-q 103 cm breit..... Mtr. Oi-.— Seidenstoffe Paillette in großer fjQ tLf\ Farbenauswahl.Mix,—»-.OU ScKantungaeide naturfarbig, 65 cm Mtr. t?".— ScltantuDgfseule gemustert, 85 cm, Mtr. wt?.— Bastseide mode- farbig, 80 cm breit.Mtr. 4y.— RömiscKe Streifen—q Reinseid. 88 cm br. Mtr.* O.— Kinderkleidung Mäctcbenkleid marine- weiß getupfter Muaaelin, rot reL garniert, Länge 60 cm Os7.— Je 5 cm länger 7 Mark mehr Mädclienmantelvor-..» zügl. Stoff, Lg. 60 cm 1 IV.— Je 5 cm länger 10 Mark mehr Knaben-ScKulanzug aua dunkl. 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Venedig .�Außer Abonnement) 7 lt.: Der Kaufmann T.Venedig (Außer Aborinemenf) Theater I. d. Kfinipprätzer Str. 3 Unr: Erdgeist Uhr Rugby iSteinrück, Gläßner, Bildt, Richard, Pointner, Günther, Botz) Ostermontag 3: Rausch Abends 8 Uhr: Rugby Dienstag. 8: Salome(Orska, Dernborg, Biidt, Branden) Mittwoch; Rugby Donnerstag: Salome Freitag: Rugby Sonnabend: Salome Sonntag: Rugby Montag: Rugby Komödienhans t. und 2. Feiertag 3 Uhr; Die Sache mit Lola Allahendlich 1.3 Uhr: '/* W0lß0 Äamw mit Max Pallenburg Berliner Theater 1. und 2. Feiertag 3 Uhr: Der letzte Walzer Abends VjS Uhr: Wiederauftreten von Pritzi Massary: antsche Fritzi Massary Waßmann, Emmy Sturm, Robens, Kipcr Residenz- Theater Heute und morgen nachmittag 4 Uhr: Die Freundin Beide Ostertage sowie täglich 7'/- Uhr: Das Privileg: l'aul w egener. Lude Höllich, llka(irüning, N. Edgar Ucbo. Trianon-Theater Heute nachmittag 3V- Uhr: Bvchen Humbrecht Beide Ostertage sow ie täglich 7!/, Uhr: Leopoldine Konstantin in DleOeueilachaft den Abbe Chateannenf und in Abschiedaaoupcr Ostermontag 4 Uhr; KammertnDuIk WVarletC'Cate oritzplatz OranlenstraBc 53/54 Täglich 8 Uhr: Illta-ProBramm Volksbühne jB�fown,. 21/«: Käthchen von Heübronn 7 Uhr Kapitän BraBbound« Bekehrung Mo. 7: Käthchen v. Hellbronn 7 Uhr: Da» Postamt und Die Komodie der Irrungen Di. 7 Uhr: Da» Postamt und Die Komodie der Irrungen Lessing-Theater Heute und morgen 3Uhr: Frau Warrens Gewerbe 7u.] Ein idealer Gatte (Duneux. Götz. Loos) Dienst. 7",: Der Frauenmut (Dorsch.Sälfner.JunKermann) Mittvoch u. Donnerstag B v Ein idealer Chatte Freitag?'/,: Der Frauenmut Sonnabend und Somttae f>/,: Ein idealer Gatte Montag 7 Uhr: Peer Oynt Deutsches KüustleF-Theater Heute und morgen 3 Uhr: Pygmalion Jhr: Scheidungsreise mit Max Adalbert Dienst.?>/,, zum 200. Male: Die ScheidungsreUe Oentrnl-Thenter . An beiden Ostertaqen: 3'/, Uhr: Deserteure 7tJpS: Die Postmsisterlii Oentncbofi Opernliaas bv, uhr Margarete Morgen 6'/,; Tannhäuser Dienstag �: Oberen Frledr.WUhelmat.Tli. Täglich Tt/jUhr: Kl. Hrhanapielliaa« Mhr: Reigen Komlar.bo Oper An beiden Oslertagcn: 3»/, Uhr: Der Biberpelz Täglich IV, Uhr;• „Luderchen" I.nntnplelhan* Heute 3V, Uhr: Renaissance Morg 3V,U.: Der Herr Senator Tägl,?>/«: Arnold Rleck in Die Mausefalle Metropol-Thcater Täelich 6'/, Uhr: Die blaue Maznr 2. Feiert.»/zZ: Hollandweibchen \«noM Öpcrettentheat. Tätlich 7�/,: Fritz Werner Der lachende Ehemann An beiden Oste nagen; 31/, Uhr: Walzertraum Neuen YoikNtlicatcr An beiden Oste nagen: VI, Uhr: Jugendfreunde Dienstag VI, Uhr; Der Parasit Bchlller-Thent. Chart. An beiden Ostertagcn: 3 Uhr: Der Melneldbaucr 7"� Alt-Heidelberg Morgen 7>/,Uhr: Doktor Klaus Dienst. 3 Uhr; Wilhelm Tel) IV, Uhr: Jettchcn Gebert Thalia-Theater An beiden Ostertage»: 3 Uhr: Die Klnopuppc ™8üchhr Mascottchen Th.am Vollendorfplata Heute 3'/, Uhr: Eva Morg.31/, U.: Der Juzbaron Tiftr: Wenn Liehe erwachl Theater de» Westen■ Vi, Uhr; Die Frau Im Hermelin 5Mr: Schwalhenhochzeit Th.l.d.Kommandantenstr. 7TÄ Der verjüngte Ädolar Wallner-Theater An beiden Ostertagen: SV, Uhr: Eine Ballnacht ÄrüieTanzgräfin Walhalla-Theater An beiden Ostertagen: 2 Uhr: Walküre Täglich 7'/. Uhr Vogelbündler Schall und Rauch im Gtoßen Schauspielhaus Telephon: Norden 8Ö43. Konz. 7V, U, Beginn 81/, U. Kort Warnebold Isabel Herma und das grck März-Progranioi Eintrittspreise von 5-35 M. Klliistlerhaus?DÄt29.lMI?iz loflfhim Rellflchini Weines �Kter Bellevucstr. 3 ßiittwoch, 30.J®UhrgJ Er tlVill III E-F Vr 1 1C4V1 1 1 II 1| Heute und morgen nach- Das Siebesleben des Wenseben Naturwissenschaftlicher Erkenntnis dienender Demonstrat onsabend Geschlechtslose Geschöpfe/ Sexueller Dimorphismus/ Das Geheimnis der Pubertät/ Hochzeitssitten/ Steinachs Verjünsungstheorie/ Darwins Entwicklungslehre/ Menschenzüchtung/ Liebestänze und Befruchtungstänze/ Zellseelen/ Die Weltgesetze der Liebe/ Warum wir sterben Eintrittskarten zu 10, 5, 3 Mark tfigtlch 11—8 Uhr im Künstlerbaus, Bellevuestr. 3 (ifoRcs Schauspie/ftfluc Die Abonnementsansgabe kür äie Lpisizeit 1921/22'5t täxllck der �bonnementskssse Großes Lcksuspielksus u. A. Wertheim smam Heute und morpen nachmittag Uhr: Die Mauskomödie Beide Ostertage sowie täglich VI, Uhr: Casanovas Solin Eugen Burg, Mady Christians, Heinr. Schrotb, Hans Albers. VI, Uhr; Dr. Klaus Groftc volKsoper Berlin An beiden Osterfelertagen nachm. F/a Uhr im WalhaUa-Theater DIE WALKORE Donnerstag, 31. MÄrz, abends 7V, Uhr CARMEN Theater i. d. Königgräßer Siraße heute, Morgen. Mittwoch. Freitag und Sonntag: lRugby Komödie In 4 Aufzügen von Wilhelm Speyer Hauptdarsteller: Albert Steinrück. Srita Siäßner, Paul Bildt, Zrieda Richard, Ant. pointner. EarlSllnther, Gustav Aotz, Margarete Schlegel � Lssino-Ihestei* lothringer Str. 37. Tägl.V.S Trotz des großen Erfolges nur noch kurze Zeit Der Sensatlons.Schlager Der Großfürst Am I. und 2. Osterfeiertag nachm. 3'/»: Höllenqualen Folies Gaprice'(f a Oranlenb.Tor, Tel.Nd.8650 Neues Programm: Der kensehe.loset fSein Modell Am Badestrand mit Perd. Crünecker Vorverkauf 11—2 v. ab 6 Uhr Thalia-Theater Täglich 7»/.: c* dFJ? >/ / In erster Besetzang Coocopilia-Palast-Tliealer 64 Andreasstr. 64. 7 Uhr Fil m sch a ll: 7 Uhr vie l-exenäe 6erbeilixell8implicis Bllhnen'chau' Zland and Ered Bepp mid Partner Rolf Rafaely Das arnsste Kino der Welt* fPottdamer StT.72• Hochbahn Bülowatr. ITra«f fCulirnnc:: Durch Siebe erlöst Drama in 5 Akten nach dem Roman von Courths- Mahler mit Lina Saiten, Else Roscher, Josef Reltbofer. Dazu; Sie Geliebte des Grafen von Varenne| mit Lya Mara und Johannes Rictnann. ä �ss-jl Der Mann ohne Namen HAUPTROLLE: Peter vo»- Harry Lledtke MITWIRKENDE Georg Alexander, Jakob Tledtkc Weibliche Hxnptrollt; Mady Christians Lorl Leux s Erich Kaiser- Titz Regte; Oeors Jacoby IL Teil i Der Kaiser der Sahara V.T. Kanürsfetuiamm and Mozart- : saal Vorverkauf von 12 Ms t Uhr L Teilt Der Mllllonendleb Herzogin Satanella (Chercbez la temin e) Vorverkauf von J1 bis I Vhr Apollo-Theater| T., Direktion: J am e s K I e i n. J'/a Nur noch 5 Tage! Da» große Ausstattungsstück in 4 Bildern j Warae Subamj s DiegoideneKugeS Dazu Leo's letzte Bummelfahrl MIA MAY in dem May- Mcislertilm Oer Leidensweg der Jage Krallt Regie: Robert Dlnesew mit der weltberühmten «MI •$0 Saharet als Gräfin Dubarry._. Uebcr ISO Mitwirkende!— Sonntag 3l/3 d�is 1 5. vollst. Stück mit Saharet.— ieder Frwachsel e i** 1 Kind frei!— Vorverk. ab 10 Uhr ununterbroch. Die Bestie im Menschen Regie: Ludwig Wolfs Das Oeleiinnis i!or Nasile mit Egede Nia.ca Hsaptschlag.r Das Goheimnls dar Mumio Dia drei Tantan Besesderer Spl.Iplan ia denNenkSllacrZ.lt nag.Bl Wochentags ab 7 Uhr Letzte Vorführung'l# Uhr Sonntacs Beginn 4 Uhr Letzte Vorführung 8 Uhr IB�assagc-» Theater Unter henSinben 22/23, Dir. M. Soliman.* 2 Uraufführungen S Das Delelflo-DneO Harrn Hill contra Sherlock Holme#. Spoimenier Kampf bet he« rühmten Meister-Deteltwe. t Karlchen's erster! Brautbesuch.* Lustspiel in zwei Akten., In ber Hauptroll«:. f Karl Viktor Plagge. 1 ♦ An den beiden Feiertagen 2 Mliunp 2 wir Kleine Preise Kinh.d. Hälfte 7,15 ü. VarletC-Spielplan Rauchen gestattet! Clrcus Busch Sarrasani Tägl. 7 U., an allen 3 Feiertagen auch3Uhrnachm: Prärie und PuBta Vorverk. Circusk uT'etr Königstadt-Theater Bahnhof Jannowltzbrücke Tägl. 7.30 Qala.SSnjcer Im Ballsaal TANZ Theater am KottbuserTor Tel.: Moritzpl. H814. Tägl 7V, u. m halben Preisen am 1. und 2 Feiertag nachm. S Uhr. ie-Siipr LaÄlg.Diirefes Hietsamt Vorverk. tägl.: II-I'/jU. 4-b an der Theaterkasse u Leipziger Straße 51(Spittelkolonnaden) Admiralspalast 3>/: Die roten Schniie v/. Die roten Schniie Morg. TVjJ Die roten Scblfne 1l/i Uhr: Die roten Schübe Residenz-Kasino Slumraffc. 10 � Täglich: BALL KOniggrtttser Straße 121 Das große Osterpropramm: Uraulführung Harry Pie! in dem Sensationslllm 3er Reiter ohne Kopf. Ferner: Das Publikum filmt an he den Feiertagen um 6 und 8 Uhr unter - persönlicher Leitung-WVd von Seo?eukert. Kasseneröffnung 3>. Ubr | Tlglleh Konzert In Ibrem elganon Heim fFCiETT« Schwarz HlgoleHo/ Maskenball/ Teil/ Traviata LUst/ Bflnäal ✓ Orleg/ StranÄ Der Künsiler singt seit Jahren ausschiisß- tidt für„Grammophon" und schreibt über seine Aufnahmen begeistert:„Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen jro sagen, daß meine von Ihnen gemaditen Aufnahmen die ersten und einzigen künstlerisch vollendeien and vor allen Dingen haiurgetreaen Wiedergaben meiner Stimme sind" Sranimoplion-SßeziaDiaus tt. Berlin nnr V 8• frteürlöutrastc 18» I Projekte«id Vonslei Us'.caJtt J Kr. 144>5$. �ahrgakg 2. Heilage öes vorwärts Sonntag, 27. KtLrz 1421 Der vstereierfruhlhtg. der sich heuer wieder sehr bunt darbietet, läßt die wenigsten ahnen, welch ein nüchterne« und tätiges Gewerbe diese bunten und appetitlichen Sachen, dies« Eier au« Echokolade, aus Tragant, Jucker, Konserven und Marzipan, dies« Körbchen aus gesponnener Schokolade und diese Osterhasen aus Weißwa» herstellt. Monatelang arbeiteten die fleißigen Gesellen der süßen Kunst Berlins in den Fabriken, wo der Zuckerstaub den Mem benimmt und der fette Schokoladengeruch wie ein« dick« Wolke lastet. Sie drechselten bereits Ostereier, als der Berliner noch Weih- nachtsgeschenke einkaustc und Schnee die Osterknospen bedeckte. Sie drechselten und drehten und schlugen Formen mit modellierbarer Schokolade aus, hantierten mit Spritzguß und klebten die kleinen Dinge ihrer geschmackvollen Kunst zu Gruppen zusammen. Es ist ganz lehrreich, sich darüber unterhalten zu lassen, wie diese süßen vsterdinge, die in Deutschland und im besonderen in Berlin «lue bedeutend« Industrie ausmachen, entstehen. Das N und O des Berliner Osterfestes ist heute noch immer jenes Ei. das unter einer dünnen Schokoladenhülle«inen weichen Marzipankern enthält und da» trotz des heute verhältnismäßig hohen Preises allein in Berlin zu Millionen verfertigt wird. Sein Grundbestandteil ist die weich« und modellierfähig« Marzipanmasi«. die der Künstler vom Fach zu «wer langen runden Rolle ausdehnt. Nachdem er dieser Roll« eine gewisse Gleichmäßigkeit gegeben hat, teilt er sie mit einem Messer in so viel« verschiedene Stücke«in, als aus der Roll« Ostereier entstehen sollen. Bon jedem dieser Stücke formt er nun mit geschickten chändeu das eigentliche Ei. Es gibt aber auch einen sehr einfachen Apparat, der aus zwei ausgehöhlten hölzern besteht und der es er- vu�licht, gleich«ine größer« Anzahl der Eier durch varsichtiges Rollen zu gleicher Zeit fertigzustelleu. Die so im Rohen fertiggestellten Eier wandern nun in die stiänd« steißiger Mädchen, die sie auf Brettern feststecken, die mit einer Anzahl seiner Drahtspitzen bedeckt find. Jedes dieser Bretter enthält vielleicht hundert Spitzen und auf jeder Spitze fitzt schließlich ein noch weiches Marzipanei. Diese ganzen appetitlichen mit Eiern besteckten Bretter bleiben uun zunächst einen Dag stehen, so daß jede« Ei leicht übertrocknet, und am nächsten Tage beginnt der eigentliche Deroollkommnungsprozeß, der dem Marzipan« die äußere Schokolodenschale gibt. Große Wonnen mit! flüssiger Schokolad«, die in einer bestimmten Bluttemperatur gehalten ist, werden in Bereitschaft gestellt, und jedes der Bretter, da» die aufgespießten Eier enthält, wird in die braune Masie hineingetaucht, worauf nun jedes Ei im Schnkoladenkleide wiedererscheint. Es ist jetzt(uor noch notwendig, die Schokolade abkühlen zu lassen und die Das Werk am Osterei. Eier von den Spitzen zu nehmen, die nun teilweise serng zum Berkauf daliegen. Wohlgemerkt, tellweise nur, denn ein anderer großer Teil wird einer äußerlichen Ausschmückung unterzogen, wird mit schönen Schnörkeln in etwas dickerer Schokolade garniert, mit kleinen kandierten Veilchen und sonstigen früh- lingsmäßigen Zeichen besteckt, wozu dann schrießlich noch der unvermeidliche Osterhase kommt. Etwas anders stellt sich die Arbeit dar, die zu der Her- stellung der hohlen Schokvladeneier führt. Hier liegt die weich«, tnetbore Schokoladenmasie auf eat- sprechend leicht erwärmten Eisenplatten, damit sie nicht allzu rasch in Erstarrung übergeht. Der Ar- beiter nimmt einen bestimmten Teil der Mass« zwsschen die Finger und drückt ihn in Zinkformen aus. Das ist«ine Tätigkeit, die unglaublich schnell oonstatten geht. Schale an Schale reiht sich auf großen Blechen, die schließlich, wenn sie gefüllt find, zur Abkühlung, und damit der Erstarrungsprozeß schneller vor sich geht, entweder auf Eis oder in einen Kühlschrank gestellt werden. Danach beginnt die eigentliche Arbeit. Sobald die Schokolade erstarrt ist, genügt ein ganz leichter Druck der Hand gegen die Form, um die halben Schokoladeneierschalen herausfallen zu lasten. Da diese Arbeit sehr bewegliche und zarte Finger er- fordert und doch sehr schnell vonstatten gehen muß. weil sich sonst zu- viel nutzloser Bruch ergeben würde, wird sie meist von weiblicher Hand ausgeführt. Die halben Echokoladenschalen wandern nun wieder in die Hand des Arbeiters, der das schmückend« Dekor her- stellt. Mit flüssiger Schokolade klebt er die beiden Hälsteu zu- sammen und besetzt ihr Aeußeres mit den Konfekten der ver- schiedensten Art. die ebenfalls mit Schokolade festgeklebt werden. Schließlich werden noch ein paar Gräser hineingesteckt und die ganze Herrlichkeit wird mit einem leichten Lock uberzogen. Andere größere Hälften der Schokoladeneier werden auf klein« Schokoladentäselchen montiert, werden kunstgerecht mit Konfeften gefüllt, aber nicht ganz geschlosten. so daß der Eindruck erweckt wird, als quelle aus dem Innern in unerschöpflicher Masse ungeahnte Köstlichkeit hervor. Auf die gleiche West« geschieht au chdie Herstellung der Hasen aus Schoko- lad«, die ebenfalls in entlprechcnden Halbformen ausgeschlagen, nachher zusammengesetzt und dekoriert werden.. Aber man liebt trotzdem die Einfachheit und hat au« unserem einfachen Hühnerei«ine ganz besonder« Delikatesse bereitet. Zwischen dustigem Tüll liegt ein« ganze Mandel, wie frisch aus dem Hühner- stall. Doch bricht man«ins auf, zerklopft die Schal«, dann kommt ein rotbrauner Nougat zum Borschein, und geht man noch tiefer, so enthüllt sich ein Kern von Gelee oder meichschmelzendem Creme. Mitten drin aber thront eine herzhafte Likörkirsche. Pompös hebt sich dagegen von diesem äußerlich so bescheidenen Lolk die alt- bewShrte Garde der Ptäsenteier ab. Bei ihnen ist der Frühling auf der Schale, find Himmelslchlüssel und Veilchen und Vergißmeinnicht zu einem Bukett vereinigt. M« die Arbeiten, die klebrig, mit einim sehr widerspenstigen und sehr empfindlichen Materiol ausgeführt werden wüsten, er- fordern, wie es sich denken läßt, geschickte Hände, und die Männer vom Handwert haben besonders in den kleineren Fabriken Berlins oft mit großen Sckuuierigkeiten zu kämpfen. Da die Temperatur, besonders bei den S-bokoladenarbeiten, eine wichtige Noll« spielt, ja oft der ganze Erfolg einer solchen Arbeit von der Temperatur des Raumes äbbängig ist. in dem sie ausgeführt wird, so ist man ge- nötigt, soweit nicht gekühlte Räume zur Verfügung stehen, in Kellern zu arbeiten. Das das in der Zeit der Hochkonjunktur bedeutet, wo d«? einzeln« Hundert« von Eiern täglich im ermüdenden Hinterem- ander herstellen muß, davon«eiß meist die spätere Gemeßerin nichts. Nachdem aber Tausende viel« Monate hindurch fleißig waren, ist die Armee der Ostereier wieder in voller Stärk« angerückt: Hasen. den Bauch mit Schokolade gefüllt, Küken, das Schnäblein voll Frühlingsblumen, und dann die Elite der Ostereier, bäudergeschmücki in Staniolpapier, und schließlich das Millivnenvolk der kleinen Marzipan», Schokolade-, Kognak-, Fondant-, Rugat- und zwerghasten Konfekteier. So ist der Singriff auf den Magen Berlins im besten Gange. Der Gsterhase. Der Junge stand mit seiner Mutter vor einem der viele« Loden. in denen bunte Eier und Osterhasen zu sehen maven. Noch nie hatte er«inen Osterhasen erhalten, um so höher ichlug sein Kinderherz bei dem Anblick dieser Herrlichkeiten. Was hatten die Hasen mit dem Osterieste zu tun? Mutti wuß-e alles und sie erzählte: „Eine wunderschöne Fee lockt in jedrm Jahre neues Leben auf der Erde hervor, so daß Sträucher, Gras und Bäume wieder grün werden und die Vögel zu singen beginnen. Viele bunte Eier, in � sie die Lebenskeime legt, verstreut sie in den letzten Winternäc. et', wenn niemand lauschen kann, heimlich über die ganze Erde. Dann beginnt es überall ganz langsam zu wachsen und zu grüne«'und der Frühling hält fröhlichen Einzug. Vor nieten, vielen Jahren aber wollte sie die Erde bei anders schön schmücken. Di« Eier waren bunter und zahlreicher als je zuvor. und mit großer Liebe schaffte die gut« Frühlingefee, bis sie vor Müdigkeit einschlief. Asl sie endlich erwachte, hätte olles längst in schönster BMe stehen müssen, aber Eis und Schnee deckten noch de Erde und niemand konnte dieses Rätsel begreifen. In ihrer großen Rot bat sie nun die schnellfüßigen Hasen, bei 23] Skine Menschenkind. n. Mütterchen. Von Martin Andersen Itexii. Daß sie nicht mit Lust an die Arbeit ginge«, war verwunderlich, denn kem anderer als beb Krugwirt nicht so t hatte n Kops, etwas zu sagen. Er regelte alles nach seinem eigenen Kopf. bestritt die Kosten für den Hafen, wenn es sich um notwendige Ausgaben handelte, und nahm alle Neuanschaimngen für den Fang vor. Er sorgte auch dafür, daß niemanden hungerte oder fror, und er hatte einen Kramladen errichtet, wo man immer alles Notwendige an Holz, Brennmaterial oder Waren " r den Haushalt auf Kredit bekommen konnte. In seinen üchern standen sie alle, aber niemand oon ihnen war sich klar darüver, wieviel er schuldig war. Sie waren gleichgültig und fuhren fort zu holen, bis er ihnen eine Zeitlang den Kredit sperrte. Das mußte man ihm lasien: stand es schlimm in einer der Hütten, so erschien er stets und nahm die Sache in die Hand. Das war wohl der Grund dafür, daß die Leute sich in diesen Zustand fügten und sich sogar recht wohl dabei zu fühlen schienen— sie brauchten sich über nichts den Kopf zu zerbrechen. Wenn sie mit dem Fang ans Land kamen, nahm der Krugwirt ihn ab und gab ihnen dafür, was ihn richtig dünkte— so daß es gerade für etwas Toschengeld ausreichte. Den Rest schrieb er von ihren Konten ab, sagte er. Ab zu- rechnen pflegte er nie.„Es lohnt sich gewiß nicht, daß wir darauf zurückkommen." sagte er freundlich.„Du tust ja, was du kannst." Geld schuldeten ihm alle ohne Ausnahme: er muhte emen großen Geldbeutel haben, der nie versagt«. Größere Summen bekam man hier wohl nie in die Hand? Dafür brauchte man auch für nichts zu sorgen; gingen die Gerätschaften entzwei oder nahm die See sie weg, so beschaffte d?r Krugwirt neu«: und was man unbedingt notig hatte, das konnte man im Laden holen. Es war ein sonderbares Dasein. fand Lars Peter; und doch war etwas Ansprechendes darin. Ost war es doch recht schwer, das Notwendige zu beschaffen. wenn man auf sich selber angewiesen war. Manchmal kam man in Versuchung, sich aufs Altenteil zu setzen, und einem andern alles zu überlasten, der dafür dann für den Unterhalt sorgte. Aber der Trieb vorwärts zu kommen hatte darunter zu leiden. Es war nicht leicht für Lars Peter, seine Bootskame- roden zu einer Leistung zu bewegen, die über das Streng-Er- forderliche hinausging. Was tonnte es nützen, sich anzu- strengen!? Sie waren bedrückt und schläfrig, von guter Laune war in dem Dorf nichts zu spüren. Die, die nicht im Krug zu finden waren und ihre freie Zeit mit Trinken und Karten- spielen verbrachten, verdorben sich ihr Leben auf andere Art; das Familienleben war hier nicht von Belang. Lars Peter hatte sich auf menschliche Gesellschaft gefreut: er hoffte, wenn er mit den Kameraden täglich auf gleichem Fuße verkehrte, über mancherlei mit ihnen reden und oon draußen dies und jenes erfahren zu können. Viele von den Fischern war«, ja in ihrer Jugend weft herumgekommen, als Seeelute oder bei der Kriegsmarine; und da draußen in der Welt traten Fragen zutage, die ihn und sie angingen. Aber dos Gespräch kam selten weiter als bis zum Nachbar und Gegenüber— und nie über den Krugwirt hinaus. Er war wie eine Ringmauer, die das Ganze einschloß. Don hier unten aus sah man die Dächer seines Besitztums, das breit und solid da oberhalb der Küstenhügel lag— mit dem Krug, der Acker- Wirtschaft und dem Kramladen: und jeder schielte unwillkürlich da hinauf, bevor er etwas sagte oder unternahm. An ihm blieb das Gespräch haften. Viel Gutes wußte ikM keiner nachzusagen. Man trug seinen Verdienst auf die eine oder andere Weise zu ihm— die einen legten das Ihre im Kruge an, die andern zogen es vor, es aufzufreffen— und man verfluchte ihn im stillen. Nun, das blieb den andern überlasten! Schließlich wurden die Leute je nach ihrer Dummheit oder Klugheit behandelt, und Lars Peter war nicht gesonnen, sich zu einem unmündigen Ar- beitstier abrichten zu lasten. Es kam jetzt darauf cm, dafür zu sorgen, daß die Kinder keine Not litten und auf den richtigen Weg gebracht wurden. 10. Die neue Welt. Stine stand in der Küche und schmierte dicke Schmalzbrot- runken für die drei heißhungrigen Kinder, die über der Hatbtür hingen und sie mit den Augen verschlangen. Sie brummte ein wenig, denn erst vor einer Stunde hatten die Kleinen zu Mittag gegessen, und jetzt benahmen sie sich, als ob sie acht X* av» � it l't' a v* rf* as, trfl auf dem Speicher seinen Mittagsschlaf hielt— so etwas war ja sinnlos. Aber die Seelust war schuld daran; hier am Strande verschlug das Esten nicht. Sie ermahnte sie. ruhig zu sein, aber sie lärmten weiter drauflos, traten mit den bloßen Beinen gegen die Tür und hielten ihr die Hände entgegen. Sie ließen sich kein« Zeit; so- bald«mer seine» Runken bekam, ließ er sich himmtersallen und machte, daß er an den Strand hinabkam— das Spiel lockte. Sie waren hier immer in so ausgelassener Laune, es war fast zu viel des Guten.„Gebt nur acht, daß der Menschenfresser euch nicht zu sehen kriegt!" rief sie ihnen gedämpft nach, den Kopf zu der Halbtür hinaussteckend. Aber sie hörten und sahen nichts. Stine ging um die Ecks und starrte ihnen noch; sie sausten davon, daß der Sand um ihre Füße aufwirbelte. Da hatte man im Sand und lief W> sagte Stine und lachte vor sich hin. Verrückt waren sie. durch und durch verrückt, aus Rand und Band— wenn sie da im Sande gruben, stürmten und umherwülten! So waren sie früher nie gewesen. Sie selbst war gleichfalls recht zufrieden mit der Veränds- rung. Spielen tonnte sie nicht, selbst wenn Gelegenheit dazu war. Das hatte sie auf Grund der Verhältniste längst verlernt. Aber sie hatte viel Zeit, und hier war so manches, das chr Interesse wachrief. Alle diese buckligen, verfallenen, moosbe- wachsensn Hütten, die in den Dünen unter dem hohen Küstenhang zusammenkrochen, deren jede von einem kleinen Umland von Schmutz, Fischabsällen und Gerätschaften umgeben war, sie waren für Stine lauter spannungweckende Welten, und sie hatte den besten Willen, in sie einzudringen. Stine hatte von Natur reges Interesse. Sie mächte sich nur nichts daraus, wie Christian umherzustreifen. Er hotte keine Ruhe, bis er erfuhr, was hinter diesem Hügel und hinter dem nächsten lag, der dort auftauchte und so weiter. Stets wollte er auf die andere Seite des Horizonts hinüber; aufdie Art könne er recht gut dahin kommen, in der ganzen Welt umherzutcoben, sagte der Dater. denn der.Horizont verrücke flch beständig. Lars Peter scherzte und neckte ihn damit, bis ein ganzes Märchen um den rastlosen Christian entstand, der fortfuhr, auf jeden neuen Hügel, der ihm in den Weg kam, zu klettern, und er schließlich wieder ins Dorf hinabplmnpste— gerade im Stines Kochtopf hinein. Auch Prügel hatte er schon wegen seiner Vagcrbundierlust bekommen— aber es half nichts. Paul, der kleine Paulemann, mußte alles auseinandernehmen und sehen, was darin war; oder er mußte hämmern und zimmern. Er war schon beinahe ebenso fingerfertig wie Christian. Noch ging ihm alles unter den Händen entzwei; war aber an Stines Schrubber der Stiel los, so brachte er ihn geschickt wieder instand. Alles wurde in seinen kleinen Tatzen zum Werkzeug.„Er nimmt nur ouseincmder, um etwas zum Zusammensetzen zu haben," sagte der Vater.— Schwester stand bei ihm und schaute mit ihren großen Augen zu. (Forts, folgt.) der Oerleflun# der Tier zu helfm. Gauz heimlich aber, so schärft- sie ihnen e!». müsse e» geschehen. Und dl« Hasen, gvtnmng, wie sie nun einmal sind, halsen soviel sie tonnten. Einig« von ihnen waren sedoch unachtsam und wurden von den Menschenkindern beobachtet. Dann bekamen sie«inen fürchterlichen Schreck, rannten in großen Sähen davon und verloren viele der schönen bunten Eier. Seitdem g!bt es auch heute noch zur Osterzeit Osterhasen und Eier. Da nun ober die„richtigen� Eier viel zu gut versteckt sind, als daß sie jeder finden könnte, die Hasen viel zu schnell, als daß wir sie all« kriegen könnten, werden sie aus Schokolade, Marzipan und anderen Stoffen, wie du hier im Laden sehen kannst, gemacht/ Der Junge hatte aufmerksam und mit großen A Dann sagt« er leise:„Mutti, kann ich auch«inen Osterl Da ging ein Schatten über das Gesicht der Mutter Fritzchens Hand und sagte:„Äamm!" A!» er jedoch zu weinen begann, fügte sie sanfter hinzu:»Mutti hat kein Geld, später vielleicht..' Und dabei blieb es. Grtsbrief und»Hrußkarte''. Zleverungea im postvertehr. Di« neuen Postgebühren, die am 1. April in Kraft treten, bringen, abgesehen von der Erhöhung der Portosätze, einige tvesent. licbe Neuerungen. So wird der Ortsbrief wieder eingeführt. T» wüsten demnach frankiert werden: Postkarten im Ortsverkehr mit 80 Pf� im Fern» verkehr mit 40 Pf. Briefe im Ortsverkehr bis 20 Gramm mit 40 Pf., über 20 bis 250 Gramm mit 00 Pf. Briefs im Fern- verkehr bis 20 Gramm mit 60 Pf., über 20 bis 100 Gramm mit 80 Pf., über 100 bis 2ä0 Gramm mit 1.20 M. Unter Ortsverkehr versteht man den Verkehr innerhalb de« Ort* und Landbestellbezirks des Aufgabe-PostortS. Di« Grenze de« Aufgabe-PostortS deckt sich mit der Gemeindegrenze. Für Groß-Berlin gelten hiernach die Gebührensätze für den Orts- verkebr. Eine Neuerung sind auch die Dru ck f a che n karten, die 10 Pfennig kosten. Als solche werden zugelassen Karten okrne die Angabe.Postkarte� bis zur Größe der amtlichen Paketkarte, die nur gedruckten oder auf mechanischen Wege vervielfältigten Text oder solche Abbildungen enthalten. Ebenfalls neu find sogenannt« Grußkarten, d. h. Ansichtskarten, auf deren Vorder'eite Grüße oder ähnliche HöflichkeitSformeln mit höchstens fünf Worten niedergeschrieben sind und die nur mit 15 Pfennig frankier» zu werden brauchen. Ansichtskarten, die weitergehende fchriilliche Mitt-ilnngen enthalten oder bei denen sich Mitteilungen auf der Rückseite befinden, unterlieaen der Postkartengebühr. Eine städtische Ueberwachungsabteilung. Um die in den städtischen Betrieben. Werken und auf den Gütern vorkommenden Diebstähle und Veruntreuungen erfolgreicher als bisher bekärnpfen zu können, hat der Magistrat die Bildung einer städtischen Ueberwachungsabtellung nach folgenden Grundsätzen de- schlosten, die einem Magistratskommistar unterstem und folgende Aufgaben zugewiesen erhalten soll: L Reorganisation und Beaufsichtigung des ge- samten städtischen Bewachungen und Kontrollwesens innerhalb der städtischen Betriebe, Wert« und Güter zur Erlangung eines wirk- famen Schutzes gegen Eigentumsverluste aller Art. 2. Einleitung oller notwendigen Maßnahmen zur Aufklärung und Sühne der in den städtischen Betrieben, Werken und auf den Gütern vorkommenden Diebstähle und Deruntreuungen. 3. Herbelschafiung der erforder» lichen Unterlagen, um auf dem Weg« der Zivilklag« für«inen der «tadtgemeinde zugefügten Lennögenischaden Ersatz zu erlangen. 4. Erledigung der ihr von dem Magistrat, der Stadtverordneten- Versammlung und der Stadtrechnungskammer zugehenden Aufträge. Der Aufbau der Abteilung soll sich durch Angllederung der in Frag« kommenden Kräfte an die schon provisorisch bestehende Ueber- machungsabteilung bei der Rechnungsprüfungsstelle de» Finanz- bureaus vollziehen. Die Stadwerordnetenversammlung ist um Zu- stjmmung ersucht worden._ Zweifel üer VleSerertenauag. /Ein psychologische» Experiment vor Gericht. Die Schwierigkeiten der Wiedererkennung vor Gericht zeigt« «in Straffall, der die Vtrofkommer des Landgerichts III beschäftigte. Wegen Diebstahl» im strasverschärfenden Rückfalle war der Artist Wilhelm Hastenkamp angeklagt. In den ersten Winter- monalen de« vergangenen Jahre» wurden zahlreiche Aerzte und deren Patienten durch einen gewerbsmäßigen Paletotdieb schwer geschädigt. beste»' Spezialität e« war. unter dem Kamen.von Klitzing' und anderen adligen Namen sich bei den Serzten melden zu lassen, um dann bei fich bietender Gelegenheit unter Mitnahme wertvoller Pelze schleunigst zu verschwinden. Zu de» vestohlenen gehörte u. a. der Filmschauspieler B'ggo Lars«», der SamtätSrat Dr. Fritz Leppmann, Prof. Dr. Klopp. Als mutmaßlicher Täier wurde der wegen Paletotdiebftahl« mehrfach vorbestrafte, jetzige Angeklagte Hastenkamp verhaftet. Die Ueberftibrung de»«nge» 'tau, klagten gestaltet« sich vor Gericht zu einer Kraftprob« de« Wieder« «rkennungSvermögen« der Zeugen, die den Paletotdieb doch nur wenig« Sekunden gesehen hatten. Di« Mehrzahl der Zeugen er- klärt«, daß st« de« Angeklagten nicht wiedererkennen konnten,«in »eil h'elt die« für zwetfelhast, während ewig« ihn mit aller Vest»mmtb«it o(« de» Täter bezeichneten. vom Rechtsanwalt Dr. F a g g wurde ein interestante« kriminal- pftzchologifche« Experiment dergestalt vorgenommen, daß den Zeugen. welche den Angeklagten mit aller Bestimmtheit wiederzuerkennen glaubten, plötzlich vorgehalten wurde, daß der Angeklagt« deshalb nicht der Täte« sew könne, weil er fich gerade zu jener Zeit in Haft befunden habe, wie fich aus den Akten ergebe. Erst setzt wurden auch diese Zeugen schwankend und gaben die Möglich« teit eine« Irrtums zu. Der Staatsanwalt beantragte trotz- dem 1'/, Jahre Zuchthaus, das Gericht erkannte jedoch auf Frei- s p r e ch u n g._ Der»vorwSrts" erscheint der Osterfeiertage wegen mit seiner nächsten Nummer am Dienstag früh. Vetter und Gfterv erkehr. DaS prächtige Wetter der letzte» Tage bat groß« Hoffnungen auf ein Osterfest mit fast sommerlicher Wärme erweckt. Aber der Prophet im Wetterburean letzt den hoffnungsfrohen Fräulein», die bereits in den zartesten FrühlingSfarben schwelgen, einen Dämpfer auf. Er orakelt, daß heute eine Abkühlung eintreten wird, auch werde der Himmel zum Teil bewölkt sein. Da man aber erfreulicherweise kein« erheblichen Niederschläge erwartet, so dürfte fich der Verkehr in die Umgebung Berlins sehr erheblich gestalten. Der Zudrang zu den Fernbahnhöfen war gestern und am Gründonnerstag außerordentlich umfangreich, trotzdem find fast sämtliche Züge, wen« auch stark überfüllt, so doch pünktlich ob- gelösten worden. Im Laus« der letzten Tage find außer den fahr- planmäßigen Zügen»och«ine Reib« von Vor« und Nachzügen ge- fahren worden. Trotzdem der Rücktransport der AbstimmungS- berechtigten erst am Dienstag nach Ostern beendet sein wird und die Eisenbahnen mit der Beförderung dieser Transporte noch außer- ordentlich viel zu tun hat. konnte der Osterverkehr auf den Fern- strecke» doch ohne jede Störung abgewickelt werden. Die neue« Auskunftssäulen der Straßenbahn find jetzt auch von den Aufsichtsbehörden, Mitgliedern der Eisenbahndirektion Berlin und dem Vertreter deS Berliner Polizeipräsidiums besichtigt worde«. Die grundsätzliche Genehmigung zur Berwendung der- artiger Haltetaseln ist hierbei erteilt worden. Besonder« zwei der Entwürfe, die in der Dunkelheit beleuchtet werden können. fanden den Beifall der Kommission, weil fie besonder« in der Dunkelheit die Auffindung der Haltetaseln dem Publikum erleichtern und durch die Form der transparent beleuchteten Richtungsweiser die schnelle Abfertigung der Wagen an den Haltestellen fördern. Zwischen den beiden Entwürfen soll nun ein endgültiger hergestellt werden und nach dieser Form die Haltetafeln in den Hauptverkehr«. straßen mit großem Etroßenbahnverlebr verwendet werden. DaS Verkehrsamt hofft, mit Hilfe dieser Neueinrichtung eine Emnahme von 6—7 Millionen Mark zu erzielen. .Itlcht«lk dem Rüstzeug der Barbaren". Kommunisten über- fielen gestern am Wedding unsere Flugblattverbreiter, um fich mit Gewalt in den Besitz der Blätter zu setzen. Bei den sich daraus entwickelten Schlägereien hat e« hüben und drüben blutig« Köpfe gegeben. B«zirk»Mldtms»at,»sch»ß. Arn Sonntaj, den 17. April, nachmittags 4 Uhr, findet«in« Konferenz der KreiS-BildungSausschüsi« im Zentral- zischen Garten Konzert der Kapell« de« bildimgsauSschusseS statt. Zur Aufführung gelangen: 1..Der Prinz von Oranien", heiteres Trauerftiel in 3 Wlten. S.„Dr. Faust",«ine lustig« Tragödie in 3 Alten.— Am SS. März(2. Ost-rfeiertag) in der.Urania", Tanvenstr. 4S/4S, Vortrag«rtt Lichtbildern„Vom Bierwaldstätteriee zum Lt. Gotthard/. Beginn des Vortrags S Ubr nachmittags. Die Besichti- gung der Experimentiersäle ist von 1 Uhr od gestattet. I« Berliner Aqnarinm sind neuerdmgS einige Napfe»«inge- troffen, eine m den Leen Deutschlands vorkommend« Fischform, die nur sehr selten zur Lchan gestellt werden lann. Die Der« gehören zur Gruppe der Karpfen, sie sind aber Raubfisch« und erinnern in dem Bau ihre» Maule««wd auch m ihrer Gestalt an dir Lachssische und erreichen auch«ine sehr beträchiliche Größe. Im vergleich zu Karpfen, Blei und Schlei, in deren großem Doppelbecken Rr. S sie untergebracht sind, fällt ihre elegante Schwimmfigur ganz besonder« aus.— Im Z o o l o findet an beiden Feiertagen von 4—10 groje« Lop Obermusikmeisters a. D. Knoch statt. vrotlatt«»Buche".— Milchbeliefernng: Heut««nd Montag. de» 28., und Dienstag, de» SS. d. M. werden die und-Liter- Krankenkarten voll beliefert. Di« übrig« Belieferung bleibt wie bisher. Di« Bereinigung»Da» Werktagskleid" eröffnet am L April in den Berkoufsräumen der HauSratgesellschait, Matthaikirchstr. 17, ein« Vera- tnngsstell«, die iedermann zngänglich ist. Alte«nd neu« Kleider werden eingerichtet. Lchnitt« zu schönen Lrbeitslleidern werden abgegeben, auf Wunsch Anprobehilfe geleistet.— Ebenso können dort Anmeldungen für Schneiderkurse erfolge«. Di« Beratungsstelle ist werktäglich von 9—6 geöffnet. Ein« Kart« de» Abstlmmiugseegednlsies in vberschlefie» 1: 300 000 ist von der Preuß. Landesaufnahme soeben ausgegeben worden. Brei« 6,60 W. Vertrieb: Dietrich Neimer/Trnst Lohsen A.-Ä., Berlin EW. SS. I« der vrania wird am Mittwoch, den 30.. abends 8 Uhr, Seheimer x-i—■—- da« 830 000 Fernsprechteilnehmer von Groß-Berlin' in der jetzigen Zeit der Telephonnöt« von Interesse fei» dürft«. verloren hat ei» Funktionär der Sektion Y bei Deutschen Tra«»- poriarhciisrverhande» gestern auf de« Wege vom Gewerkschairshans biß Bahnhof yannowitzbrücke 30 Billettt a 4 M. in der Brauerei Königstadl Billetts bereits bezahlt waren. Der Finder wird gebeten, di>, Hanfe«, Engelufer 14/18 II., abzugeben.— In der Generalversammlung de» Graphischen HUfsarbeiterveriande» am 25. er. ist da« Mitgliedsbuch für die am 2. Nr. TtA. auf den Name« Abzugehen: Verband der grab' Berlm-Lichtenberg. Holteistr. Joh. Weißbecker- lautend, veÄorrpgegaugat, zyischen HLfsarbeiter. Alte Jakobst? 5, od« 17. bei Joh. Weißbecker. Zilmschav., _,_ der Leidensweg einet Jüdw., wird tu den Richard-Oswald-Lichtspiele«, Kantstr. 163. gezeigt. Die 7 Alt« find nach dem Roman von Emil Franzos bearbertet. Es ist immer ei» «S'ne. abgesehen von diesem kleinen fat der Bors ich rung liegenden Mangel ist der Film einer von den wenigen, mit denen man zufrieden sei» kann. Groß-öerliner parteinachrichtea. Heule, Sonntag, den 27. März: 71. Abt. VUmettd-rs. Dm l._ Ostecfeiertag,»achnfitta, Sonde Ewlatz 1 Restaurant Zihelngau, Binger-, Ecke Me-ilenburz!sen in vuäeafvbeo Manie! m. enMcM�erMcfiBtoi in allen Gnuien varriticL* Damen-JConfek.tions- JHaus des O�tenj Berh'n-O'Jrankfuj'fen/lfleejRt'.SO tät® mit reizender. ' bunter Ofldrem Einzelkleider haftbare Stoffs Mk. 90.- 145,- 195,- Reinwoll. Kleider inenfzück.Aufmadv Mk. 19ö,~ 275,- 390l-u,s.w Seiden-Kleider fesche Mscharfe« Mk. 365,- �85,-575,- U� V.L Kostü me m QroSerAuäwdhi sehr preiswerf 1 1 Seidene Strickjacken- Jumper tinzeikostüme o haitb. Stoffen»._ 1 1 Voile u. Crepe da Chine-ßlusen Mk. 98.-175,- 250,-u.i Frühjdhns-Mdnfel in fesch:Aüfuidiigung. Die Kosten der Heilverfahren sind um weit mehr als das Doppotte gestiegen. 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Dr. Katzenstein t Anatomie. Physiologie und Hygiene der Stimme. Prot. Dr. Sachs i Instrumentenkunde in der Sammlung alter Musikinstrumente. Prot. Dr. Krebs t Ali gern Musikgeschichte. Uebungen in alter nnd neuer Musik. Prot. Dr. Selttert: Geschichte der musikalischen Formen. Honorar M. 30.— für die Vorlesung im Semester.— Schriftliche Anmeldungen bis j......................... | 13. April auf dem Bureau der Hochschule. I BIQthner- Orchester LUtzowstr. 76, Bllilhnersaal. ÄiWagner-Absnd Dirigent: S. Meyrowltz. Ä? Oster-Konzert Dirigent: S. Meyrowitz, Sol.-Kztmstr Lambinon(Vi>1.) �Steidl\ Moritzplatz trüber Buggenhagen Dir. S. Wreschinski 71/ Täglich 71/ 1/2 d.altbelicbt. i /2 Zum SchluD; Erlebnisse eines Verstorbenen Ulkiade von Fritz Steidl Eintritt inkl.St.Y.1.10— 6.50 verkauf von ti— 1 Uhr ■Keue Hielt" Arnold Scholz Hasenheide 108—114 2. Osterfeiertag: Großes Konzert und Anfang 6 Uhr Osterfeiertage: Großer Ball m. modernen Tan�aufführ. 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Blasen». Harnleiden, Sqvhili«, Frauenleiden. Blut. untersuch Beste, dauernde Seil. erfolge Neue BeHand t in aller- kiirzester Feit ohne Berussstör. Auiklär. Broichllre M. Z,—• Spcxial-Arzt Dr. med. OrDtering blaut-, Harn-, Qeschlechtsleia. o.MJnn. u.Frauen, Blutunters. ItiTalldenstraBe 35. Ecke Chausseestr. Stett Bhf. Spr. wochentäglich 11-1. V�-i/,7. Spezialarzt Dr. med. Feldmann behandelt schnell, grllndlich, inaglichst schmerzlos u.ohne Berufsstörung Syphilis. Haut», Harn., Praaealelden. Schwäche. Erprobteste Methoden. Harn- and Blatunteraacb. Bahnhof > Alexanderpl. Sprechstunden 10—1 u. S— 8, Sonntags 10— I.* m, sWürh*Ischlas i. Hilft.üesäa u. Bein. Da schw. Fälle In 15 Tag. beseitigt.hier- üb unantasih.nelferfolge best. u. Referenz, invaliden- laonkn Straße 106, von 10-2. aöl'UlJj SPEZIALARZT | Dr. med. coleman Friedrichstr.<11/92, Diu Haut-, Qeschlechts-. Fraucnl, sex. Ncurasth. | Indlvid. Behandig nach i den neuest, wissensch.' Methoden. Modernste i Einrichtungen f. 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Die Deutsche Bollspartei de« Landtages hat bekanntlich Kenn Pröfidenten beantragt, daß der Landtag wegen der Unruhen in Mitteldeutschland und auch wegen der oberschlefischen Vorgänge schleunigst d. h. spätestens zum 30. März zusammenberufen werden sollte. Der Präsident hat daraufhin bei den Parteiführern Um> frage gehalten. Die Deutschnationalen haben sich für den Antrag der Deutschen Bollspartei ausgesprochen, während das Zentrum, die Demokraten und auch die Sozialdemokraten Einspruch dagegen erhoben haben, und zwar, um die Polizeiaktion in Mitteldeutsch- land nicht durch parlamentarische Verhandlungen zu stören. Wir sind bereit, über die Dinge zu reden, sobald Ruhe und Ordnung in Mitteldeutschland wiederhergestellt sind und der ganze Tatbestand sich ZÄrsehen läßt. Rur die Kommunisten haben sich den Deutsch nationalen angeschlossen. Infolgedessen wird der Präsident von der Einberufung zum 31. März absehen. Der Vorschlag, den Ständigen Ausschuß einzuberufen, ist von allen Par- teien abgelehnt worden. Er wird deshalb auch nicht zusammen- gerufen werden. Eine überflüssige Anfrage. Die deutschnationalen Abgeordneten Gräfe und Genossen haben im preußischen Landtag eine Anfrage an die preußische Staatsregierung gerichtet, weshalb von dieser nichts unternommen sei, um gegen das Treiben der kommunistischen Partei und Presie einzuschreiten. Wir halten die Anfrage für reich- lich üb ei? flüssig: der preußische Minister des Innern, Genosse S e v e r i n g. wird fich durch das wilde Gebaren eines Teiles der reaktionären Prefle ebensowenig wie durch erregte Anfragen deutsch- nationaler Abgeordneter in seinen Maßnahmen kaum dahin treiben lasten, wohin gewiste reaktionäre Kreise ihn gern haben möchten. Gerade die Deutschnationalen aber haben alle Ursache, sich im gegenwärtigen Augenblick eine besondere Zurückhaltung aufzuerlegen._ Der Polenterror in Gberschleflen. Rybnik. 26. März.(BIB.) Aus dem kreise gehen stündllch Nachrichten über eine Verschlimmerung der Lage ein. Die Lage derer, die in der Kreisstadt Zuflucht suche», wächst stündlich. Maschiueugewehrfeuer und Gewehrschüsf«. in die fich Grauateudetouationen mischten, sehten gegen �10 Uhr in Rybnll ein. 3n Smolna waren Italiener mit Insurgenten zusammengeraten, die sie nach kurzem Feuergefecht zersprengten. Eine Schlacht entwickelte sich in der Bähe des alten Bahnhofs an der alten Eisenbahustrecke Parnschowitz— Egers- seid. Auf der einen Seite kämpften einige Apo-Beamte und Deutsche, auf der jenseits des Bahuweges gelegene» die Polen. Zünf Maschinengewehre, teilweife ans Dächer« ausgestellt, griffen in den Kampf ein. Zum Schuhe gegen da» Maschlnengewehrfeuer waren Schützengraben ausgehoben worden. Der Kampf wütete bis in die Morgenstunden. Auf beiden Seiten gab es Tote und Ber- mundete. Sattowlh. 26. März.(WTV.) In ch ohsnliude bei Beuchen ist., hie Leiche eines feit dem 24. März vermißten Reichsober- s-hlssiers au« Glatz. früheren Feldwebels, in dem Misthaufen eine« chofe» gefunden worden. Als Täter Hot die Polizei zwei bekannte polnische Stoßtruppführer ermittelt und festgesetzt. V Angriff ans eine» englischen Transport. Kattowitz. 26. März.(MTB.) In M i e ch ow i tz(Stets Beuchen» wurde in der Rocht vom SS. zum 26. März ein englischer Lebensmitteltransport von polnischen Banditen mit Handgranaten angegriffen. Die Engländer nahmen die Verfolgung auf, und es gelang ihnen, einen stark bewaffneten de- kannten polnischen Stoßtruppführer festzunehmen, der nunmehr seiner standrechtlichen Aburteilung entgegen- sieht.. �_ Einrelseerschwerung für Gbersthlesien. Breslau. 26. März.(MTB.) Nach einer vom Oberpräsidium de- kanntgeroordenen Mitteilung des hiesigen französischen Konsulats beträgt die Gebühr für Paßvisa noch Oberschlesien ab l. April SS M. Außerdem macht General L« Rond die Genehmigung zur Einreise nach Oberschlesien von der Zustimmung der interalliierten Kommission abhängig.* die flmfteröamer Konferenzen. Za de» Znternakionawn Zusammenkünften in Amsierda« am '0. bz«. 31. März, die sich vornehmlich mit den Problemen der Wiedergutmachung und des Mederaufdaue» belasten werden, werden einerseits die Sozialdemokratische Partei Deutsch- land», andererseits der Allg meine Deutsch« Gewerk- ichaslsbuud velegalloueu entsenden. Ans der Sonserenz der Zweiten Znternallonole(Exekulloausschuß und Delegierte der Parlamentssrattionen) wird die S.P.V. durch y folgende Genossen vertreten sein: Otto Wels, als Vertreter Derllchlands im Exekutioausschuh der Zuternallonale; Hermann M Eller-Franken, als Vertreter der sozialdemokratischen Reich»- tagsscakkion: ferner zu ihrer Unterstützung und als Sachverständig« die Genosteu Hermann Silberschmidt und Otto h n«. Unsere Leser werden über den Verlauf dieser wichtigen Tagun- gen eingehend durch ein eigens noch Amsterdam entsandte« Mit- glied unserer Redaktion unterrichtet werden. Jouhanx über den Wiederaufbau. pari«. 26. März.(WTB.) I o u h a u x wendet sich im „P e u p l e° von neuem gegen den Vorwand, die Beteiligung beut- scher Arbeiter am Wiederaufbau würde die Arbeit»- losigteit in Frankreich vergrößern. Sein Losungswort ist wieder, daß die Arbeit die Arbeit herbeirufe. Der Wiederaufbau der Ruinen würde für lange Zeit noch viel mehr Arbeiter erfordern. als Deutschland hergeben könne. Auch genüge die Kenntnis selbst .nur der annähernden Ziffern der Verwüstungen, um einzusehen, daß die französisch« Industrie allein der nötigen unerhörten Anstrengung durchaus nicht gewachsen sei. Ohne daß man es beweisen müsse, daß die Wiedergeburt der französischen Arbest vom Wiederaufbau abhänge, sei nicht zu verkennen, daß die Tätigkeil in den verwüsteten Gebieten allein schon die Tätigkeit im ganzen Lande beleben müsse. Orgesch im besetzten Gebiet. Di« die TU. erfährt, sind vor einigen Tagen in Cleve 16 Angehörige der Orgoni- sation Escherich von den Belgiern zu je einem Monat G c- s ä n g n is und Geldstrafen von 1000 bis 6000 M verurteilt worden, weil' sie am 24. Januar d. I. eine verbotene Zusammenkunft hatten, während welcher sie von den Belgiern überrascht und fest- genommen wurden. Arbeitszeit im Sergbau. Lerkl«, 26. März.(WTB) Der vom Reichskabinetl in Aussicht gestellte Entwurf eines Gesetzes über die Arbeitszeit im Steinkohlenbergbau ist nunmehr dem vorläufigen Reichswirtschaftsrat vorgelegt worden. Mit dem Schiedsspruch, der am 11. März zur Regelung der Ueberschichten und Lohnfrage für das Ruhegebiet gefällt worden ist, wird sich in diesen Tagen die Zentralarbeitsgemeinschaft industrieller Arbeitgeber und Arbeitneh- mer beschäftigen. Das Reichsarbeitsministerium hat sich mit Rück- ficht darauf feine weitere Stellungnahme in dieser Frag« zunächst vorbehalten. Keine Entscheidung vor dem I.Mai. Paris, 26. März. MTB.)„Journal des Bebats* schreibt, offenbar beeinflußt über die Folgen, die man der deutschen Weigerung, eine Milliarde Goldmart ain 23. März zu bezahlen, geben wolle, es scheine sich zu bestätigen, daß keine em- scheidende Maßnahme vor dem 1. Mai ergriffen werden soll«. Man scheine anzunehmen, daß es bester sei, die Druckmittel nicht zu vergeuden und das Gewicht der Sanktionen nicht dadurch herabzumindern, daß man sie stückweise anwende. Bon jetzt bis zum 1. Mai werde die Gesamtbilanz über die deutschen Ber- fehlungen aufgestellt werden. Nach diesem Tage werde die Ent- scheidung getroffen werden. Ob man wie bisher durch Konferenzen der Regierungschefs oder durch Meinungsaustausch von Kabinett zu Kabinett die Frage lösen werde, stehe noch dahin. Schiedsspruch in der Reparationsfrage? London. 26. März.(TAI.) Cord Roberl(C nommen werden kann, sondern umgearbeitet werden muß. Es wurde dabei auch zum Ausdruck gebracht, daß die Aufbauschule «in wichttger Programmpuntt sein müsse. Heinrich Schulz verteidigte die Ausbauschule und die deutsche Oberschule. Beide bestacht« er als wichtig« Einfallswre in die Zwingburg der asten höheren Schulen. Man sollt« sich auch nicht so sehr aufs Wort versteifen, es komme nicht so sehr auss Wort als vielmehr auf die Macht an. Nach mehrfiündiger Debatte wurden die Vorschläge des Re- ferenten mit mehreren Abänderungsvorschlägen der Hamburger Ortsgruppe zur Westerbearbeitung überstagen. Dann wurde noch folgende Entschllehuvg angenommen: „Der 1. Sozialdemokratische Lehrertag Deutschlands fordert die Reichsregierung auf, schleunigst und energisch eine durchgreifende Umjpesialtung der deutschen Rechtschreibung in die Wege zu kellen, durch die unter möglichster Vermeidung schwerwiegender wirtschaftlicher Schädigung des Buchgewerbes der Unterricht in der Muttersprache von unnötigen und unnatürlichen Hemmungen befreit wird.' Damit waren die Arbeiten des 1. Sozialdemokratischen Lehrer- tages beendet. Hierauf ergriff Heinrich Schulz das Schlußwort. Die Wahl Dresdens als Tagungsort war eine gute. Der Grund fitr diese Wahl hat sich freilich als nicht stichhastig erwiesen. Die Befürchtung, daß man es vielleicht nur mit einer Verhältnis- mäßig kleinen Teilnehmerzahl zu tun haben könnte und daß es daher ratsam sei, eine Stadt als Tagungsort zu wählen, wo schon eine ziemlich große Anzahl sozialdemokratischer Lehrer vorhanden sei, habe sich, wie die Teilnehmerzahl von über 460 Lehrern aus ganz Deutschland beweise, als unbegründet herausgestellt. Wir haben unsere Kraft nicht überschätzt, sondern unterschätzt. Die Kraft und die Bewegung der sozialdemokrattschen Lehrerschaft ist viel stärker al» angenommen, eine hocherfreuliche Tatsache, die zweifellos darauf zurückzuführen ist, daß hinter dieser Bewegung d i e starke Sozialdemokratische Partei steht. Sie werden das nicht zu bereuen haben, auch nicht, daß Sie steu« Partei- genossen sind und daß Sie die Ehe mst der Partei«ingegangen sind, Ich wünsche nur, daß au? dieser Ehe recht viele Kinder hervor- gehen mögen.(Gr. Heiterkeit.) Mit einem begeistert aufgenommenen dreifachen Hoch auf den Sozialismus und die Sozialdemokratische Partei wurde der 1. Sozialdemokrattsche Lehrer tag geschlossen. ch Dresden. 2* März,(Eigener Drabtbericht des.Vorwärts',) Freftag nackr 3 Uhr, unter Vorsitz Sassenbachs, eingelestct mit begf'' nöen Worten des Genossen Schulz-Berlin über den Stand mfiersr Bikdungsarbeit, referierte in«inständiger Rede Ge- nosse Weimann- Ber in, der den Stand der I tigendorgani- sationen im ganzen Reich« al» entsprechend den Verhältnissen « r s r« u l i ch darstellt Die Debatte brachte Berichte aus dem ganzen Reich«, die in ähnsicher Weif« überall durchaus Fortschritt« erkennen lassen. Sonnabend früh 10 Uhr Fortsetzung. Schulz- Berlin spricht in längerer Rede über da» Ziel der Arbeiter- b i l d u n g, hierauf sprach über sozialistische Bikdungsschule Genosse S ch r o S- Bielefeld. Gewerkschaftsbewegung Setriebsräte, Arbeiter, Angestellte! Nach eingehender Prüfung der sich aus den inner- und außen- volitischen Verhältnissen ergebenden wirtschaftspolitischen Lage kommt der Vollzugsrat der freigewerkschaftlichen Betriebsräte entrale des Wirtschaftsbezirkes Groß-Berlin zu der E»t scheidung. den Arbeitern Berlins zu empfehlen, dem Aufrufe »er Berliner Gewerkschaftskommission und des Ortskartells »eS Afa-Bundes in der gegenwärtigen Situation st 1 1 1 A 5 o I g c zu leisten. Wir kommen zu dieser Entscheidung um so mehr, als eS die VL.P.D. nicht.�wendig erachtete, irgendwie an uns heranzutreten. Hieraus glauben wir schließen zu müssen, daß bei der ganzen gegenwärtigen Aktion der Leitung jed- weds Verantwortung und Gewissenhaftigkeit abgeht. Ter Vollzugsrat der freigewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezirk Groß-Berlin. Albrecht. Niekel. I Aufgaben See gewerkschaftlichen Internationale. In ihrem Kampf gegen die Einheit der Gewerkschaftsbewegung prägten die Moskauer Diktatoren das Wort von der„gelben Ge- «erkschaftsinternatianale in Amsterdam", die Verrat an der Ar- beitrrklaise übe und die mir allen Mitteln bekämpft werden müsse. Welche Tendenzen diese„gelbe Internationale" in Wirklichkeit ver. tritt, entwickelt Genosse O u d e g e e st, einer der Sekretäre der GewerkschaftsiMernationale, in einem Einführungsartitel des seit kurzem erschienenen Organs des Internationalen Gewerkschaftsbun- des. Es heißt dort über die Aufgaben der internationalen Ge- werkschastsbewegung u. a.: „Es wird zu untersuchen sein, ob die bisherige gewerkschaftliche Taktik auch für die Zukunft beibehalten werden kann, von der wir erwarten, daß sie die Völker dem Sozialismus entgegen- führen wird. Und es wird zu unseren Aufgaben gehören, die Weltrevolution in solche Bahnen zu leiten, daß die Pro- duktian vor unnötigen Störungen bewahrt wird, und »aß noch all den Opfern des Krieges nicht neuerlich Men- l ch e n leb en geopfert werden. Auch die Gewerkschaftsbewegung wird in weit stärkerem Aus- maß als bisher den Kampf führen müssen gegen den Mili« t a ri s m u s und gegen jeglichen Bruderkrieg, und sie wird Mittel und Weg« ausfindig zu machen haben, um diesen Kampf zum Siege zu führen. Die Arbeiter sind heute mehr als je aufeinander angewiesen, und der international« Gel st muß daher mit dem größten Eifer gepflegt wer- den. Soll dieser Geist aber wirklich Macht über die Völker ge- Winnen, dann muß das Gefühl der Zusammengehörig- teit stärker sein als bisher und danach getrachtet werden, die Strategie und Taktik für den gemeinsamen Kampf möglichst ein- heitlich zu gestalten So weit wie möglich sagen wir. dem» wir wissen, daß Geschichte und Sitten die Methoden eines Volkes beein- flussen, daß auch politische Faktoren mitentscheidend find, und daß schließlich jedes Volkstemperament Gelegenheit haben muß, sich auf seine Weise zu äußern. Nichtsdestoweniger sind wir überzeugt, daß bei aller Rücksichtnahme auf die gegebenen Verschiedenheiten eine Einheit der Aktion in vielen wichtigen Dingen erreicht wer- de« kann, zumal es keinem Zweifel unterliegt, daß die Arbeiterschaft leibst von einem starten Willen zu» Einheit beseelt ist. Daneben wird das offizielle Organ der gewerkschaftlichen Inter- nationale der Propaganda für den Gedanken des Völkerbundes zu dienen haben, und zwar eines Bunde» der Völker und nicht der kapitalistischen Regierungen, wie der heute bestehend«, der vor allem die Unternehmerinteressen im Auge hat. sondern eines wahrhasttn Völkerbundes, in dem den Massen durch ihre Vertreter em Mitbestimmungsrecht gesichert ist und der daher imstande sein wird, den Weltfrieden zu fördern und zu verwirklichen. Die gewerkschaftliche Aktion ist gegenwärtig einer der wichtig. sten Faktoren im Leben der Völker. In einem Augenblick, wo die Einigkeit des Proletariats mehr als je vonnöten wäre, zeigt die politisch« Organisation der Arbeiterklasse eine bisher noch nicht da- gewesene chaotische Verwirrung. Die beginnende und sich immer mehr ausbreitende Weltrevolution findet ein Proletariat vor, das, statt sich ihrer zu bemächtigen und sie in Bahnen zu leiten, die zu« Befreiung der Arbeitctllosse von der kapitalistischen Produk» tionsweise führen, auf politischem Gebiet anscheinend zu keiner Einigung zu kommen vermag. Ms zur Stunde ist es uns gelungen, dt« Einigkeit auf gewerk- fchaftüchem Gebiet« aufrechtzuerhalten, so daß die Gewerkschaf tsbe> wegung der verschiedenen Länder in einem Bunde vereinigt ist. auf dem die Hoffnung von 24 Millionen Arbeitern ruht." Die Mebeitsloftgkeit m üer Saumwolliuöuftrie. Der Internationale Verein der Baumwollspinnereien in London hat in der ganzen Welt eine Untersuchung über die Arbeitslosigkeit im abgelaufenen Halbjahr angestellt. AuS den(£t< dpnamitunö Maschinengewehre, das sind die Waffen, mit denen ein Teil der Kommunisten die Verhältnisse in Deutschland zu ändern versucht. Die Erfolge ihrer Arbeit hat man gesehen: wieder mußte Arbeiterblut fließen, wieder sind Arbeiter und Polizeibeamte im Bürger» krieg gefallen, im Hintergründe lauern neue Wirtfchaftsnöte. Die Sozialdemokraten und ihr Zentralorgan, der .vorwärts� hingegen wollen die Entwicklung der deutschen Republik, die schon durch den Ententekapitalismus schwer genug bedrückt ist. nicht durch innere Gewaltaktionen erschüttern lassen, weder durch kommunistische noch durch bayrisch-orgeschistische. Der„Vorwärts" tritt ein für Zusammenfassung aller arbeitenden Kräfte des Volkes auf dem Boden der demokra- tischen Republik zur Erreichung sozialistischer Gemeinschafts- Wirtschaft. Diesem Ziele ist die Sozialdemokratie und ihre Presse treu gebsieben und ihm will sie auch in Zukunft dienen. Jeder, der dem gleichen Ziele zustrebt, muß deshalb den „Vorwärts" abonnieren, wozu sich beim Quartalswechsel die beste Gelegenheit bietet. Der„Vorwärts" ist in der glücksichen Lage, den schon sehr reichlichen Lesestoff wieder um ein sehr wertvolles zu bereichern. Außer den beiden bisherigen beliebten llnterhal- tungsbeilagen„LolkundZeit" und„H e i m w e l t" wird vom April ab allen Lesern zweimal monatlich eine im Kupfer- druckverfahren hergestellte reich illustrierte Beilage »Siedlung und Kleingarten* mit Ratschlägen aus und für die Praxis der Kleinfiedler und Schrebergärtner geliefert werden. Troß dieser wesentsichen Erweiterung wird der Abonne- mentspreis von monatlich 10 M. beibehalten werden. All« unsere Freunde bitten wir deshalb, die Ostertage zu eifriger Werbearbeit zu benutzen für den „vorwärts". gebnissen dieser Untersuchungen geht hervor, daß tatsächlich die ganze englische Industrie während sechs Wochen ohne jede Beschäftigung war und sich zwei Millionen Spindeln nicht im Betrieb befanden. In Frankreich waren 1 S7ö 000 Spindeln außer Betrieb, in Deutschland 2 750 000, in Rußland arbeiteten nur 750 000 Spindeln von den vorhandenen 7100 000, in den Bereinigten Staate» waren Ende Dezember mehr als S 000 000 Spindeln außer Betrieb, während in Kanada 210829 Spindeln mit verkürzter Arbeitszeit arbeitete«. «-»tr-werbm» de» mw H-izn.«eschSst-ü-tl- Se-i-SerMl. Dienstag, abends i Uhr. im Gewerkschaftsbali-. Gngelufer 15, 6oaT 4, kombinierte Versammlung mit den n» Berlin liegenden Zablstellen. Tagesord- nung: Ergänzungswahl zum Verbandsvorstand. Hierauf Mitgliedernersamm- luna. Tagesordnung: Anträge zum Berbnndstag, Aufsteltung der Kandidaten, Ichiedenes. Deutscher Transportarbeiternerband. Mittwoch, den So. März, abend, 7 Uhr, im Bereinslokal Fenfara, Melchiorsir. 15. Betriedsritt«. Obleute»nd Ver» tranensmänner aus den Weingroßhandlungen und LilZrfabriken.— Rollkutscher, Epeditwnsardeiter usw.: Donnerstag, den Sl. März, abends 8% Uhr, bei Boeker, Bebersir. 17. Mitglieder-Branchenversammlung.— Cbemische Branche: Donnerstag, den»1. März, abends 7 Uhr, in den Schultheiß. Z-stfälen. Reue Iakobstr. 24125(Eingang Schmidftr. 19/30), Versammlung sämtlicher Funktionär« aller Untergruppen unserer Branche als wie Betriebsvertranenspersonen, Be- "''rite zur örtlichen Arbeiterräte. Be. ------------------„_.l—------—------.bend« 8 Uhr, bei Witte, Poststr. 39, Vollversammlung. Ausschußmitglieder der Betriebsräte aller Bronchen am Donnerstag, den ZI. März, abend» 7 Uhr, Versammlung im Gr- werkschaftshau», Saal 1._ Mus aller Welt. Wege« Unterschlagung, man spricht von annähernd hundert- tausend Mark» sind«in Lankbeamter aus Oldenburg und ein Bantbeamter aus Bremen verhastet worden. Der Bremer Be- amte war früher in Oldenburg beschäftigt und verscheierte die Untev» ng durch falsche Buchungen, während sein Komplice ihm M >er Abhebung des Geldes behilflich war. Der Verlust ist durch Beschlagnahme von Guthaben, die der Haupttäter bei verschiedenen Banken hatte, zum größten Teil gedeckt. Ein großer Teil des veruntreuten Geldes haben beide Beamte in Dielen verjubelt. Nsenbahndlebsiähle. Aus dem Hauptmagazin der Old en- burger Eisenwerk st Site ist altes Kupfer und Weißmetall im Werte von Z2 000 M. gestohlen worden. Es handelt sich um drei Täter, von denen zwei ermittelt werden konnten. Die Diebstähle reichen bis zum November zurück. Wassermangel in Bayern. In verschiedenen bayerischen Provinz« orten wird infolge der andaueinden Trockenheit bereits ein starker Wassermangel fühlbar. Die Wasserwerke in einigen Städten geben nurmehr an wenigen Swnden des Tages Wasser ab. Der Wasser- stand des B o d e n s e e s ist so niedrig, wie seit 15 Jahren mchr. Weite Uferstrecken liegen trocken. Masseasterbe« in China. Die Hungersnot fordert in den Pro« vinzen Honan, Schenfi und Tichili schreckliche Opfer. In Swensi sollen SO 000 Personen an Entkräftung gestorben sein. In Tschili wüiet außerdem die L u n g e n p e st. .etu Hierzu 3 Vellage». LindeitNr. 3. Rheuma, Gicht, Nervenschmerzen. Lag drei Monate krank im Bett und wurde durch Togal wieder vollkommen gesund. Herr Jakob Sendlinger, Mötzingen b. Nagolds schreibt u. a.: .Teile wahrheitsgetreu folgendes mir: Ich mußte drei Monate im Bett zubringen. Wenn ich den rechten Fuß nicht immer mit Worte umwickelt«, konnte ich vor Schmerzen nicht liegen Ich fing alle? an, machte heiße und kalte Umschläge. Einreibungen, holte mir aus der Apotheke verschiedene Sachen, doch blieb olleS beim alten. Ich nahm sechs Wocken lang innerlich homöopathische Mittel, umkonst. Räch dem Gebrauch von Tojjal lonnte ich schon am dritten Tage gerade stehen. Innerhalb zwols Tagen war ich vollkommen gesund und bis heute konnte ich meinem Beruf nachgehen und spüre nichts von einem Rückfall. Der ganze Ort meinte schon, ich werde nie mehr gesund werden. So hoben mir die Togal-Tabletten geholfen." In ähnlicher Weis« berichten viele andere über die überraschende Wirkung des Togal bei Sit merzen in den Gelenken und Gliedern, Rheumatismus, Ischias, Hexenschuß, Gicht und allen Arten von Nerven- und Kopsschmerzen. Togal ist klinisch erprobt und wurde ärztlich glänzend begutachtet. In allen Apotheken erhältlich. die deuisdie Vcüibrandmarke Bilder von bestrickendstem Reiz bietet da, Ballett.3Tlpheii»uiber" in Zielka'» margavetenfaat. Straße 101/102, Ecke Friedrichstraße. JSbanlaiUfOte Xdnzc. moveta« Xdnje. vereint mit wasavg, vorlrag-, RomU und abend» von 71/? Uhr. izig« ..... tttedaexer«- und arbenreichtnm. nttziidm da» Auge. Dazu allerlei HeUeee». Jtatftmitfag» von 1 Uhr ad 2 ähns 4 n. 7 ZNK. mit Triedenskautschü� 5 Jahre scbriftl. Garantie. Zahnziehen mit BetSubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spez�: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. M-snulr Katvani, Oanzlger Straps 1. 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