nt«14» ♦ ZS.�ahrgang Musgabe A Nr. 76 Bezugspreis: »tertenMcL 30,- at. monalL!».- 9». frei ias Sums, oorous jat)l6ot. Post- l�ugi Nionatlich lv.— M, einschi. tzu- fiellllNffsgebiikr. Unter Kreuzband stir Deutschland. Danzig. das Laar- und Meluelgediet. sowie die ehemals deui- icheu Gebiete Polens, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg N,— 9K„ für das llbriae Ausland bei»Saiich einmal. Zustellung 27,— M. Poltbe. flelluugen ue Ismen an Oesterreich. Ungarn Tschecho-Siowatei. Däne- mori. Aolland, Luxemburg, Schweden ' � �' aaeu in iste, ______________ Sonniags- beilage.Boll und zeit", der Unter- baltungsdeilage �eimwelN und der Beilage.Siedlung und Kleingorte»« erfcheim wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags eiumai, Telegramm- Adresse: JfojialOemottal Berlin" Morgen Ausgabe £ Berliner Oolksblntt 30 Pfennig) AnzetgenprefS: ®ie achtgelnaltene Ronpaneillezeile tostet iJSO M„ftlclne Anzeigen" da« lettgedruckte Wort IL» M, lj-u- lässig zwei settgedriickte Wones, sede« weitere Wort i,— M. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen das erste Wort U— M. ledes wettere Wort KU Psg, Worte öder 15 Buchstaben zählen sür zwei Worte. ffaunlien-An. zeigen sür Abonnenten Zeile 3.— Zlb Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag Anzeigen für die nächste Rmmne, müssen bis S Ahr nachmittags im Aauvtgelchäst. Berlin Tage vorher, am 24. März, ganz im Gegensatz dazu gerufen haste: Wo bleibt die Reichsregierung? Es ist doch tief beschämend für sie, daß selbst ein Hörsing mehr Verständnis für die Gefährlichkeit der Lage zeigt, als eine bürgerllche Regierung. Wir hatten erwartet, daß das Agrarierblatt diesen seit- famen Widerspruch aufhellen würde. Aber hierzu schweigt es fein stille.__ Sie pfeifen auf üie Entwaffnung! München. 30. März. 3a der vergangenen wache wellte der Reichsjosilzmiulster Dt. Heinz« und der Reichseutwassimvgslow- missar Dt. Peters in München, uw im Auftrag« der Reichsregierung der bayerischen Regierung den Standpunkt der Reichsteitung in bezug auf die Frage der Eutwafsuung der Einwohnerwehren vorzutragen. Dem vernehmen nach halten die beiden Herren keine Gelegenheit, sich ihres sor- mellen Auftrages zu entledigen. Doch hatte Reichskommissar Pe- t e r s eine Unterredung mit dem bayerischen Entwassuungskommifiar Dr. R o r tz. während Reichsmlnisier Dr. h e i u z e eine Pefprechuag mit dem Ministerpräsidenten v. Lahr hatte. Es ist anzunehmen. daß die bayerische Regierung auch angesichts der Tatsache, daß sie auf Ersuchen der Reichsteitung ein Drittel des bayerische» Reichswehrkontingent» zur eventuellen Hilfeleistung nach Mitteldeutschland entsandt hat. ihren Standpunkt be- zügllch der Entwafsnungsfrage vorläufig nicht reoi- dieren wird. Zunächst muß als auffällig an diesem Bericht bemerkt werden, daß Dr. H e i n z e und Dr. Peters, die nach Mün- chen gekommen waren, um der bayerischen Regierung den Standpunkt der Reichsregierung klarzumachen,„keine Gelegenheit" hatten, diesen Austraa auszuführen. Entweder wollten sie diese Gelegenheit nicht fmden— dann ersetze man sie schleunigst durch andere Herren, die den Mut hierzu auf- bringen— oder der Diplomat v. Kahr wich aus, und dann hätte ihm mit um so größerem Nachdruck der Zweck der Mission vor Augen geführt werden müssen. Entscheidend ist jedoch nicht dies, sondern die Mitteilung. daß die bayerische Regierung auch weiter auf die E n t- waffnungsgesetzgebung pfeift, und zwar ist dies- mal die angebliche Tatsache der Entsendung bayerischer Reichswehrtruppen nach Mitteldeutschland der freudig begrübe Vorwand. Ob bayerische Truppen tatsächlich in diesem Umfange bereitgestellt waren, ist im Augenblick nicht zu kontrollieren, ist ober auch für die Sache selbst völlig belang Gespräche mit Urmensthen. In den unermeßlichen Urwäldern Südsumatra« lebt noch ein armseliges Völkchen, die Kubus, genau so, wie vor Johrtau- senden der Urmensch lebte. Der Breslauer Geograph Prof. Wilhelm Bolz hat diese„lebenden Fossilien" auf seinen Streiffahrren durch den Urwald, den Rimba, genau studiert und erzählt uns in keinem soeben bei Ferdinand Hirt in Breslau erschienenen Buch„Im Dümmer des Rimba" von der Lebensweise dieser Menschen, die sich noch kaum über das Tier erheben. Zehntausende von Quadratkilo- meiern zwischen dem menschenleeren Hochgebirge der Westküste und den unbewohnbaren Sumpfwäldern der Ostküste Sumatras sind ihr unbestrittenes Reich, und da sie von der Außenwelt völlig abge- schlössen sind, haben sie sich in ihrer Ursprünglichkeit erhalten, ein paar tausend Seelen in dem unermeßlichen Gebiet. Nomadisch durch- streifen sie den Urwald: nur in der Nähe der an den Flüssen wohnen- den viel höher stehenden Malaier haben sie sich zu kleinen Horden zusammengetan, aber auch die größten derartigen„Dörfer" umfassen nur ganz wenige Männer und Frauen. Gewöhnlich weill jede der für sich lebenden einzelnen Familien nur eine Nacht an demselben Ort unter einem dünnen Windschirm, den sie mit Palmstroh decken. Die Nahrungsuch« in dem kargen Urwald nimmt ihr« ganze Zeit und ihr ganzes Interesse vollauf in Anspruch: alles essen sie. was nur noch genießbar ist: Früchte und Beeren, Wurzeln und Knollen, Eidechsen, Frösche, Raupen und fette Käferlarven. Jagd und Fischfang kommt für sie nicht in Betracht, da sie keine Waffen oder Geräte haben. Wahllos brechen sie durch das Dickicht hindurch, wie die Affen, die auf den Wipfeln der Bäume hausen, und wie diese steigen sie die glättesten Stämme empor. Sie haben sich darin«ine erstaunliche Geschicklichkeit erworben, treiben mit einfachen Holzkeulen spitze Holzpflöcke etwa halbmeterweit von- «inander in den Stamm und klettern auf diesen„Kubuleitern" in die höchsten Kronen. Im ganzen stehen sie noch in der„H o l z z e i t" und leben fast wie die Menschenaffen über ihnen. Schwer ist de? täglich« Kampf um da» bißchen Leben, groß die Kindersterblichkeit, kurz da« Dasein. K e i n K u b u wird wohl älter als ZOJahr«: mU 20 Jahren ist er bereits alt. Der Urwald ist ihr Herr, ihr strenger Herr, der sie auf dieser tiefen Entwicklungsstufe festhäll. Cr gibt ihnen nur so karge Nahrung, daß sie ohne Unterlaß sich der Nah- rungsfuche hingeben müssen: er bietet keine Abwechssung, fett Jahr- taufenden ist er derselbe, und so gibt er auch dem hier lebenden Menschen keine Gelegenheit, sich geistig zu entwickeln. Der 5vtbu, der nur auf seine Frau und seine Kinder geistig angewiesen ist, ist zwar überaus friedfertig, denn er besitzt keine Waffen, stlehtt und lügt nicht, denn es gibt nichts zu stehlen und zu lügen, muß mono- gam leben, weil er höchstens eine Frau findet, aber diese„paradiesischen Zustände" liegen dem Tierischen näher als dem Menschlichen. Dt« ganze Primitivität dieser Urmenschen erkennt man an ihrem geistigen Leben, da» Bolz«ingehend untersucht hat. Die Kubus stnd außerordentlich scheu und furcht- s a m: ihre Sprach« ist überaus arm an Worten und Begriffen, und sie haben«in« unglaublich« Schwerfälligkeit de» Denkens, so daß man nur mit den einfachsten Fragen etwas aus Ihnen herauslocken kann.„Man macht sich keine Vorstellung davon," sagt Bolz,„was für eine unglaublich« Anstrengung das Denken für etnen Kubu ist: des öfteren ist es mir passiert, daß sie bei längerem Ausfragen vor geistiger Erschöpfung zu weinen anfingen, daß hnen die Tränen über die Backen liefen. Männlein und Weiblein." Bolz wollte feststellen, ob sie irgendwelche bewußten Vorstellungen von höheren Wesen hätten. Er suchte daher in langen mühsellgen Ge- sprächen herauszubekommen, ob sie den Begriff des Gruseln- kennen, der ja den Glauben an Wesen außerhalb der Menschheit voraussetzt. Aber die Kubu» hotten sich nie gefürchtet; sie kennen jede Crfchei- nung und jedes Geräusch des Urwaldes und erklärten, nie etwa« Unbekannte», Furchterregendes gesehen zu haben. Ebensowenig hotten sie sich je Gedanken über die Erscheinung de« Tode» gemacht. Bolz fragte:.Hast du schon einmal einen toten Menschen gesehen?" „Ja.".Kann er gehen?'„Nein."„Aber er hat doch Beine?" Ein Achselzucken.„Er hat jedes Glied, gerade wie du. und kann es nicht bewegen, woher kommt das?"„Weil er tot ist."„Aber warum kann er sich nicht bewegen?"„Ich weiß nicht."„Der Tote muß doch irgendwie vom Lebenden sich unterscheiden?"„Er atmet nicht."„Aber was ist der Atem?"„Wind."„Wenn du dem Toten in den Mund bläst, kann er sich dann bewegen?"„Nein."„Warum nicht?"„Weil sein Atem fort ist."„Was ist der Atem?"„Wind." So bewegten sich die Antworten der Kubus immer im Kreise, und irgendein« Ahnung von dem Begriff der Seele war bei ihm nicht zu entdecken. Ganz so resultatlos verliefen alle Gespräche über Donner und Blitz, über Regen und alle» Mögliche. Sie haben eine ausgezeichnete nüchterne Naturbeobachtung, aber über höhere Dinge stnd ihnen noch nicht die leisesten Gedanken aufgestiegen. Sie leben religionslos und lassen, wenn jemand stirbt, die Leiche ein- fach liegen und ziehen weiter. .Die echten Seden-unds" in Homburg. Bor Jahr und Tag hat Erich Ziegel. Direktor der Hamburger Kammerspiele, Ernst B a r l a ch s„Armen Better" zart und tief, mit Hingab« und Lebens- kraft inszeniert. Jetzt bracht« er den neuen Barlach.»Die echten Sedemunds", als Uraufführung. Es ist ein« ungewöhnlich starke Dichtung. Epische und dramatische Formen verschmelzen, Romantik und Tatsochcnwelt. Jean Pauk und Dostosewski. Nichts ist Anpassung, nachgemalte Seltsamkeit; alles wahres Wesen, wahres Leben. Das schlechte Gewissen, die pervertierte Maskenhaftigkeit, da» innerste Ich eine» jeden dieser Typen, die sich vor dem angeblich ausgebrochenen Menagcrielöwen auf den Friedhof geflüchtet hoben, wird bloßgelegt. Ein Mann von wunderbarer seelischer Elasttzität, Grude, und einer vom Stamme der Sedemunds sind die Ankläger und Entlorvcr. Der Regisseur Ziegel löst das Jnszenierungsproblem aus seiner phantastisch und reo, nachdichtenden Seele heraus. Es ergtbt sich ein Gesamtwert von Elan und Gelassenhett, von Temperament und still er Erhabenheit. In der Darstellung wurde viel Feines und Gutes geleistet: von Ziegel selbst, von Wolf Benekendorff(der die Kortner- Wegener-Steinrück-Bassermannrolle de« allen Eedemund spielte!, von Mirjam Horwitz, Hans Hermann. Sondinger, Schönlonk. Anni Mewes. A. S. hinter den Kulissen de» Fernsprechers. Geheimrat Grosse vom Reichspostamt führte in der„U r a n I a" die dankbaren Zuhörer ebenso sachkundig wie humorvoll in Gut- und Verwicklung des Fern- sprechwesens ein. Den Grund dazu hat bekanntlich der Deutsche Philipp Reiß gelegt, dessen Erfindung der Angloamerikaner Gra- ham Bell brauchbar gemacht, Werner Siemens und andere auf die Höhe gebracht haben. Das automatische Telephon ist eine ameri- konische Erfindung, aber ebenso wie der durch menschliche Vermittlung bediente Fernsprecher vor allem und am meisten in Deutschland, an- gewendet worden. Sieht man in Grosse, Dorttag vor sich, was die Beamtinnen zu leisten haben, so wird man nicht so leicht in unsinnige Auftegung über Fehler verfallen. Darum verdient der Vortrag, der einigemal wiederHoll wird, stärksten Besuch; aber auch deshalb, weil er uns auftichtet, indem er uns zeigt, was deutsche Technik leistet. Sind doch die deutschen Unterscesprcchkabel nach Schweden und nach unserem Ostpreußen echte Rekordleistungen.— Die neue deutsche Botschaft in Rom. Während de» Kriege« haben uns die Italiener das deutsche Botschaftsgebäude auf dem Kavitol, den Palazzo CoffarellI, kraft jenes Rechts, das man als Kriegsrecht oder sonstwie bezeichnen kann, weggenommen. Da darunter die Reste des römischen Jupitertempels sich befinden, hat man ihn abgebrochen und das römische Trümmerfeld vermehrt. Deutschland war also ohne Bleibe in Rom. Der italienische Staat hat jetzt dafür einen der vielen Renaissancepaläste— Vidoni mit Nomen— als Botschaftssttz abgetreten, behält ober das Eigen- tumsrecht daran. Es befindet sich in einem«inst vornehmen Ovar- tier, das heute«In rechtes Dalksviertel geworden ist. Der Palast ist In jenem Zustande, den man malerisch oder auch verwahrlost nennen kann. Aber er hat seine Tradition: der Entwurf zu ihm soll von Raffael stammen._ Im Luftspielbons beginnt die Sommeribielzeit am Freitag, den l. Avrit. abend«?•/, Uhr mlt dem Schwank.Die spantlche Fliege". Fron« Werkel liest Sonntag, 3. Aviil. im Beethovensaal! Gplegel- mensch. Magilche Trtlogie, Arie«(unveröffentlicht), ein Romantapitel(un- veröffentlicht). Zu««edächtuis(karl Hauptmann» lvricht Kurt Salter Svlh. lchmidt am Sonnabend. 2. April, 7'/, Uhr, tn der Aula Seorgenltr. 30'Z1 (nahe Sahnhos Frledrichstr.). Rest Langer veranstaitet einen Lastige« Abend Sonntag. S. April, abend» l1!, Uhr, w der Aula de« Margareten-Lhzeum«, Jfflandstr. 10. Ter Teutichc Cdlrnrgenkongrest hält unter dem Vorfitze von Bros. Sa uerbruch vom 30. März bis zum 2. April im Langenbeck- Biichow- Hause in Berlin seine 45. Tagung. Neben einer Anzabl von Vorträgen find Sitzungen vorgesehen. In denen u. a. über örtliche Betäubung«- metboden. Rintgenbehandfting von Geichwülnen und über die A>grenzung der loniervativen und chUirgischen Behandlung bei Knochen- und Gelenk. tuberkulöse gesprochen werden soll. Tie Kunsthandlung Sllsrrd Helle», Cbarlotienburg. Bleibtreustr. lf, eröffnet orn Sonntag, den 3. April, mittag«>2 Uhr, ihre sechste AuZstellirnz mit«wer Kollettivau«stelli»ng von»an« Brak und zeigt Arbeiten von Rudols Bellwg. Edobel, Enger«, genringcr. Heikel, Huth, Lau«, Kersch- bäum, Radziwlll, Schmidt- Rottluff und sqwichtenberg. Nr. zs. Jahrgang Heilage öes Vorwärts wmKm&zmmmmmBma��issxakx i mumi\ i'ii' oü Lamn vannerstag. 51. März1»2l GroßSerlm Die stäütifthen Werke. Ihre Neuorganisalion und Verschmelzung. Die neue Stadtgemeinde Berlin setzt sich bekanntlich aus S Städten, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirken zusammen. Alle diese Teile besitzen fast ausnahmslos Einrichtungen zur Ber« sorKLig der Bevölkerung mit Gas», Wasser- und Elek» tri zi tat. Eine bunte Musterkarte von Werken ist hier vor- banden, die die größten Berschiedenheiten hinsichtlich Alter, Umfang, technischen Systemen, Verwollungeeinrichtungen usw. aufweist. Anlagen, die nur für einen räumlich kleinen Bezirk bestimmt sind, wechseln ab mit solchen, die eine ganze Anzahl von ehemals selbst- ständigen Gemeinden versorgen. Neben modernen Werken von höchster Leistungsfähigkeit finden sich gänzlich veraltete. Teilweise sind die Unternehmungen in kommunalem Besitz, teilweise in den fänden von Privaten, teilweise werden sie als gemischt-wirtschaft- liche Gesellschaften betrieben. Alle diese Werke und Wertchen arbei- tcten bisher, ohne sich viel umeinander zu bekümmern. Ihre Zu- fammenfassung und Vereinigung ist eine der größten und wichtigsten Aufgaben der neuen Stadtverwaltung. Es ist das ein Problem, das durch bloßes Zusammenlegen, gleichsam durch eine einfache Addition, nicht zu lösen ist, vielmehr handelt es sich darum, die Unternehmungen miteinander so zu verschmelzen, daß ihre« i r t � sch astlichen Leistungen wie ihre finanziellen Er- gebnisse noch Möglichkeit gesteigert werden. Be» sonder» das finanzielle Moment ist für Berlin von entscheidender Bedeutung, woraus u. a. auch Oderbürgermeister Böß zu verschiedenen Malen hingewiesen hat. Wie ist eine Aufgabe von solch gewaltigem Umfange überhaupt anzufassen? Die normal« öffentliche Verwaltung mit ihren bureau- kratischen Mitteln ist einer Sachlage von dieser außerordentlichen Schwierigkeit nicht gewachsen. Darüber herrscht unter allen Wirt- schaftspolitikarn vom linken bis zum rechten Flügel Einigkeit. Es sei, um nur eine Stimme als Beispiel anzuführen, auf das ver- nichtende Urteil hingewiesen, daß die Sozialisierungskommission über die bureaukratische Verwaltung der preußischen Staatsbergwerke ge- fällt hat. Die Vorbedingung für den Neuaufbau der Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke ist die Schaffung einer außerhalb der kommunalen Verwaltung stehenden Geschäfts- leltun g. In einem kürzsich vor den Mitgliedern der städtischen Depu- tation für Werk« und Kohl« gehaltenen Bortrage hat Stadtbaurat Korten, wie mitgeteilt, den Grundgedanken einer der- artigen Organisation entwickelt. Danach sollen die städtischen Werke in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden, wie dies bei- spielsweise in jüngster Zeit die Städte Frankfurt a. M. und Königsberg i. Pr. mit verschiedenen ihrer kommunalen Unter- uehmungen getan haben. Sämtliche Aktien bleiben im Besitze der Swdf Verlin. die die Rechte der Generalversammlung der Bihellschast wahrnimmt. Es handelt sich also um ein rein in kommunalem Besitze befindliches Unternehmen. Die General» Versammlung wählt den Aufsichtsrat, der einerseits den Borstand einsetzt und überwacht. Der A u f s i ch t s r a t soll aus höchstens .IZ'Mitgliedern bestehen, von denen 1 bis 2 dem Magistrat, S bis 4 den Angestellten und Arbeitern der Werke zu entnehmen wären. Der Rest von etwa S bis S Mitgliedern soll au« den Kreisen der Industrie, des chandels und des Finanzwesens gewählt werden. Der Vorstand, der eigentliche Träger der Geschäftsführung, auf dem die Hauptlast der Verantwortung ruht, soll die Rechte und die Be- wegungsfreiheit, natürlich auch die Pflichten der Direktion einer privaten Aktiengesellschaft haben. Soweit der Gedankengang des Vortrages. Die erfolgreiche Verwirklichung des Sozialisierungs- ged opaken s ist teilweise ein Problem der oberen Leitung der Unternehmungen. Für eine Geschäftsführung, die gute Resul- täte erzielen soll, ist es eine wesentliche Boraussetzung, daß sie nicht ständig durch die Fesieln des Haushaltsplanes, des Jnstanzenwesens, der Besoldungsordnung, des ganzen bureaukratischen Apparates ge- hemmt wird. Zweifellos wird der Plan der Errichtung«wer kam- munalen Aktiengesellschaft auf starke Widerstände stoßen. Hoffent- lich aber gelingt es, diche zu überwinden und das gewallige Werk der Reorganisation der stadtischen Betriebe zu einem glücklichen Ende zu bringen Für die sozialistische Mehrheit der größten Stadt des Reiches ist die Neuordnung der kommunalen gewerblichen Unternehmungen eine Aufgabe, deren Bedeutung weit über die Grenzen Berlins hinausreicht. Dr. Ing. W. Majerozit, Charlottenburg. Oer Arbeitsbeginn üer Bezirksämter. Mir Ausnahme des Verwaltungsbezirks 8(Spandau) ist die Bestäiigungs frage für alle Bezirksämter Berlins erledigt. Wegen deS Bezirksamtes Spandau, gegen desien Wahl Einspruch ein- gelegt worden ist, schweben noch Ermittelungen. Soweit in einem Bezirksamt mindestens die Hälfte der Bezirksamtsmitglieder bestätigt worden ist, ist das Bezirksamt arbeits- und beschluß- fähig, so daß der Amtseinführung der Mitglieder nichts ent- gegensteht. Für die nichtbestätigten BezirkSamlsmitpIieder werden voraussichtlich schon in kurzer Zeil Neuwahlen stattfinden. Die Frage, ob eine Bezirlesiadtratstelle dem Posten eines bis- herigen besoldeten MagistratsmttgliedeS im Sinne des§ 55 ves Gesetzes Groß-Bcrlin al? gleichwertig zu erachten ist, muß für das Bezirksamt Wilmersdorf entschieden werden. Der bisherige Stadtiyndikus JunghanS ist dort zum besoldeten Bezirksstadirat gewählt worden, hat aber beantragt, diese Stelle nicht als gleich- wertig zu bezeichnen. Die Frage ist nach K 57 durch den Oberpräsidenten zu entscheiden, der hierüber die zuständige Beamten- organisatton und den Magistrat Berlin gehört hat. « Vezlrksaml Deddiog. Die Einführung des Bürgermeisters und der unbesoldeten Stadträte durch den Oberbürgermelster Böß findet Freitag ö Uhr im Sltzungssaale des Ledigenheims am Brunnen- platz statt._ durch üas Mikroskop überführt. Verurteilung auf Gruud eines Chemikergutachlens. Die Wunder des Mikroskops sind keine Sellenhett mehr in unseren Gerichtssälen. Sie spietten aber ein« ausschlaggebende Rolle in einer Berhandlung, die gestern die 9. Strafkammer des Land- gerichts l beschäftigte. Wegen schweren Diebstahls war der Buch- drucker Anton Eckert angellagt, während sich die Frau Alma Müller und der Kriegsinvalide Friedrich Stahl wegen Hehlerei zu verantworten hatten. Der Angeklagte Eckert war w einer Buchdruckerei beschäftigt gewesen, in der wiederHoll größer« Mengen Druckpapier verschwanden. Da die» bei den heutigen«normen Papierpreisen einen recht erheblichen Schoden bedeutete, wurden die Angestellten scharf beob- achtet. Eines Tages wurde der Angeklagte gesehen, wie er einen großen Lallen Papier wegschleppte. Bei einer am nächsten Morgen vorgenommenen Haussuchung wurde das Papier nicht mehr ge- funden, wohl aber fand man in sämtlichen Oefen Reste ver- brannten Papiers. Einige nicht angebrannte Stückchen wurden gesammelt und dem Gerichtschemiker Dr. Paul I es er ich unter gleichzeitiger Mitlicserung des Originaldruckpapiers der Druckerei übersandt. Di? Ueberreste wurden nun mit Hilfe eines mikroskopischen, makroskopischen und photogrammettischen Versah- rons oiit das genaueste untersucht und in ihr« Bestandteile zerlegt. Eine Zsioviache Vergrößerung ergab, daß das Papier in der Hauptsache aus Tannenholz hergestellt war und schwache Bei. Mischungen von Boumwollfasern enthielt. Letzter« wurden sogar genau gezählt und ihr» Anzahl auf der Fläche eines Quadratmilli- meter» festgestellt. Einem gleichen Verfahren wurde das Original- papier unterworfen und die Vergleichung ergab«ine absolut g e- naue Uebereinstimmung. Das Gericht kam auf Grund des Gutachtens zu einer Per- urteilung der Angeklagten und zwar wurden Eckert zu S Mo- naten, die Müller und Stahl wegen Begünstigung zu 2 bzw.! Woche Gefängnis verurteill. Bei Eckert und Stahl wurde die bedingt« Begnadigung ausgesprochen. 12 Meter unter üem hallejcheu Tor. Die Untergrundbahnarbeiten führen in immer größere Tiefen. Die Vorbereitungen für die Untersahrung des Halleichen Torgebäudes ballen mit den übrigen Arbeiten gleiwen Schritt. Die östiicb« der beiden Mauern, die ein Fundament für die Häuter darstellt, ist trotz vielfacher Schwierigkeiten fertiggestellt. Sie reicht, da der Tunnel an dieser Stelle ziemlich tief liegt, etwa zwölf Meter unter das Pflaster hinab. Die gleichen Schwierigkeiten biete� jetzt die Herstellung der Westmauer, auch hier mackt eine Tonschicht die Absenkung des Grundwassers unmöglich, so daß das sich sammelnde Wasser eimerweise ausgeschöpft werden muß. Tie Fetttgslellung d?r westlichen Mauer wird sich bis Ende nächsten Monats hinztehcm Bis dahin toll der Tunnel unier dem Landwehrianal fertiggestellt sein, so daß im Anschluß on diese Arbeilen der Tunnel unter denr Hallelchen Torgebäude mit den Ausgängen des Untergrundbabnho'es Bellealltattceplatz und dem BerbindungSgang zwischen diesem und der Hochbabnhalleste Hallelches Tor in Angriff genommen werden kann. Die Ertverbsloscnsürsorge im Ausschuft. Unter dem Vorfitz de? Stadtverordneten Zimmermann war gestern der ständige Sladtverordnetenanöschuß zur Vor- beratung der Anträge zur Ditrchfübnittg der Erwetbslofenfürforga beisammen. Die mit Verhandlungen beausiragtc Uulerkommission be- richtete über das Ergebnis ihrer Bemiihtlttgeit bei den Reiws behörden. Wohlfahrtsmintlier Stegerwald Hot eine wohlwollende Prüfung der vorgebrachten Wün'chs in Aussicht gestellt und etiitge Zusagen gemacht, doch soll eine Bevorzugung der Berliner Erwerbslosen nicht stattfinden. Der Ausschuß lehnte schließlich eine Geld- enlschädigung ab. Der Antrag Gäbel u. Gen. von Beibiltett zur Beschaffung von Schulentlat'sungSkleidung wurde m-t einem Abänderungsantrag Dr. Wehl u. Gen. angenommen, danach soll ein Fonds gebildet werden, aus dem Beihilfen au Erwerbslose und die minderbemittelte Bevölkerung zur Beschaffung der Schul- entlassiings- und Berussgarderobe gezahlt werden. Tiefe Beihtlseir sollen aber nicht den Charakter von Armenunterstützungen trogen. Verbesserter Straftenbahnverkehr mit Spandau. Mtt dem 1. April erfährt der Sttaßenbahnbettieb in Spandau eine Neuregelung, durch die im Verkehr zwischen Spandau und Berlin wesentliche Verbesserungen erzielt werden. Es wird nämlich die Linie P von ihrem jetzigen Endpunkt Triftstraße mit einem lS-Minuten-Beiriebe in nördlicher Richtung durch die Neuen dorfer und Streitstraß- bis Hokenfelde verlängert. Die Linie K wird, ebenfalls �m 15-Minuten-Betriebe, vom Markt durch di? Potsdamer, Kloster- und Pichelsdorfer Straße bis Pichelsdorf (Schorfe Lonke) geführt und damit die Linien 3(zwischen Markt und Hakenselde) und 4(zwischen Markt und Pichelsdorfs durch eine nach Berlin durchführende Linie ersetzt. Zur Unterstützung dieser beiden Linien P und R in Spandau und zwecks Herstelluttg einer Nordsüdverbindung wird eine neue Linie 8, Pichelsdorfer Straße, Straßenbahnhof— Markt— Hakenselde, mit einem 15-Mimiten-Betrieb eingerichtet, die sich mtt den Lintett P und R zu einem 7-Minuten-Betrieb ergänzt. Die vom Bahnhof Jungfernheide— Markt führende Linie 5 erhält die neue Liniennummer 35 und wird über Potsdamer Sttaße, Pots- damer Platz, Seegefelder Straße bis Nauener Sttaße verlängert. Linie 2, Hauptbahnhos— Stadtpark— Johannisstift, wird unter der neuen Linienbezeichnung 20 mit einem 15-Mtmitett betriebe beibehalten. Je nach Bedors wird der Betrieb der Spandauer Linien durch Einsetzzüge verstärkt werden. Die zwischen Spandau, Markt, und Siemensstadt sowie zwischen Hakenselde und Bahnhof Iungfernheide verkehrenden Einsetzzügc erhalten die Linienbezeichnung 35 R. * Vom t. April d. I. ab werden infolge Außerbettiebsetzung der Gleisstrecke in der Hedemann- und Wllhelmstraßc bis zur Anhalt- stroße die Linien 34, 43, 44. 79 und 73 anstatt durch die Hedematm, Wilhelm-, Koch-, Charlottenstraße in beiden Richtungen durch die Königgrätzer, Prinz- Albrecht-, Zimmer-, Chor- lottenstraße umgeleitet, der Fahrplan bleibt unverändert. Milchbeihilfen in veränderter Aorm. Mit dem l. April hört gemäß dem Beschluß der städtisch«>i Körperschaften die Milckiverbilligting in der bteherigen Form auf. Sie wird aber in Fällen der Bedürftigkeit in der Weife weiter- gewährt werden können, daß die Vorsteher der WohlfahrtZ- kommissionen in Alt-Berlin. auch die BezirlSjugendfürsorge- stellen, an die übrigens vom 1. April an 6 der bisherigen Frauen wohltohrlsstellen angegliedert werden. Anträge auf Ztiscktisie für die Milchverbilligung zu stellen bereckiiiat sind. Tie Anszahluna der erforderlichen Mittel geickiiebt während der Ueberoanpszeit, und zwar bis die Wohlfahrls- bezw. Jugettdämter in den Bezirken voll- zählig gebildet sind, durck die Armen- bezw. Woblfahriskommiisioncn. Personen, für die Anträge auf Beihiifen aeslell! werden sollen, müsien sich on die oben erwähnten Nominiisionsvoisteber oder Für- sorgestellen wenden. S-Y Stine Menschenkind. H. Mütterchen. Vo» Martin Andersen Rex». Die beiden schimpften beständig aufeinander— und immer handelte es sich um die Tochter.' Ein jeder von ihnen ver- hätschelte sie und suchte sie auf seine Seite herüberzulocken: von beiden Enden zogen die Eltern an ihr— und gerieten sich dabei in die Haare. Und Martha, das böse Mädchen, hielt es bald mit dem einen, bald mit dem andern— je nachdem es ihr Vorteil brachte. Sie war ein schönes Mädchen, schlank und rank gewachsen, kräftig genug, eine Schubkarre mit Gerät- schalten oder Fischen durch den losen Dünensand zu fahren. Aber wild war sie— und ein richtiges Reibeisen! Wenn sie eine kurze Zeitlang einen Schatz gehabt hatte, kratzte sie ihm die Augen aus dem Kopfe. Sie hatte zwei Kinder— von verschiedenen. Vätern. Und das Seltsame war, daß beide Väter bereit waren, sie zu heiraten, aber sie wollte keinen von ihnen haben. Das war dos Merkwürdige an ihr: sobald sie wußte, daß sie ein Kind von ihrem Schatz bekommen würde, konnte sie chn nicht mehr leiden, sondern kratzte ihn. sobald er sich ihr näherte. Die beiden Alten waren taub und kamen immer ins Freie, wenn sie sich zankten— sie mußten wohl Luft haben! Sie selbst glaubten, leise zu sprechen, und schrien dabei so laut, daß das ganze Dorf wußte, was zwischen ihnen los war. Stine konnte vom Fenster aus da? Meer sehen: blaubloß. seltsam knisterte es unter der Sonne, es war wie ein großes Slesen das zärtlich spann— und plötzlich auffahren konnte! Die Boote waren im Hafen; sie lagen hinter dem Wellenbrecher wie Stallvieh, Tier neben Tier. Auf der Schwatzbant der Mole saßen zwei alte Fischer und rauchten Tabak. Nun kamen alle Kinder aus dem Dorf vom Strand« her- beigeeilt, ein verstreuter, aufgescheuchter Schwärm. Sie mußten den Krugwirt erblickt haben! Er konnte es nicht leiden, daß die Kinder spielten: sie sollten etwas Nützliches tun. Zur Rache flohen sie vor ihm. sobald er sich zeigte, well sie fanden, daß er böse Augen habe. Der Schwärm breitete sich in den Dünen noch verschiedenen Richtungen hin aus und war psötzlich fort, in die Erde verschwunden wie junge Kiebitze. Da kam er selber herangeschlurst in seinen großen Schmier- lederschuhen I Die langen Arme hingen ihm bis auf die Knie herab: ging es bergan in den losen Sand, so stützte er die ge- waltigen, knochigen Hände auf die Schenkel und gina gewisier- maßen auf ollen vieren. Dann bewegte der zusammenge- drängte Oberkörper sich auf und nieder wie ein Blasebalg: der Kopf, der zwischen dte breiten Schultern hinabgebohrt lag, wiegte sich wie eine Boje, und es pfiff in ihm. daß man es weithin hören konnte. Jesus, wie häßlich sah er aus! Er glich einem zusammengefalteten Troll, der sich so lang zu machen vermochte, wie er wollte, und über olle Hütten hinschauen tonnte, um etwas zu fressen. Das hart geschlossene Maul war so groß, das es bequem einen Kinderkops aufnehmen zu können schien, und die Augen! Es hieß, daß die Frauen ihr Wasser verloren, wenn er sie scharf ansah. Stine schloß die Augen fest, es schauderte sie am ganzen Körper. Sie öffnete sie jedoch schnell wieder, sie mußte ia erfahren. was er da draußen suchte. Aber sie gab genau daraus acht, daß er ihren Blick nicht einfing, und es schauerte sie wieder bei dem Gedanken daran, was dann geschehen würde. Der Menschenfresser, wie ihn die Kinder unter sich nannten, schlecht und recht, weil er ein so großes Maul hatte. bog zu Rasmus Olsens Haus ein.„Na, seid ihr beiden alten Kinder wieder mal böse aufeinander!" rief er ihnen vergnügt zu.„Was ist denn los— handelt es sich um Martha?" Rasmus Olfen schwieg, sobald er den Krugwirt gewahrte, und machte sich aus dem Staube, noch dem Hafen hin. Frau Olsen war jedoch nicht ängstlich von Natur, sie sattelte um und fing an, auf den Krugwirt laszuschimpfen.„Was schert das dich?" rief sie.„Mußt du dich in unsere Angelegenheiten mischen?" Der Krugwirt ging an ihr vorbei ins Haus hinein, ohne sich an ihr Schelten zu kehren, er wollte mit Martha sprechen. Sie folgte tbnt aus den Fersen wie ein kläffender Köter.„Du kannst dir das sparen! Hier ssibt es nichts zu schnüffeln!" schrie sie. Kurz darauf kam er wieder heraus, und hinter ihm folgte, schimpfend und fluchend, Madam Olsen. Er ging landeinwärts über die Dünen. Frau Olsen schaute eine Weile um sich, dann bemerkte sie Stine und ging zu ihr hin: sie war noch ntcht fertig und brauchte jemanden, dem sie ihr Herz ausschütten konnte.„Da schnüffelt der garstige Buckelmann herum!" schrie sie. noch ganz außer sich —„und spaziert einfach in die Stuben anderer Leute hinein, als wären es feine eigenen. Und der Lump, der Schlapp- fchwanz, getraut sich nicht mal, ihn beim Kragen zu nehmen. sondern macht sich dünne. Ja. das sind schöne Männer hier in den Dünen; man muß selber für alles einstehen, für das tag- liche Brot und die Schande und das Ganze! Hätte wenigstens der Sohn gelebt; aber er mußte ja umkommen: damit mir olles ollein bleibt!" Sie nahm die Schürz« vors Gesicht und fing an zu weinen. „Ist er ertrunken?" fragte Stine teilnehmend. „Ich Hab mich den ganzen Tag gegrämt: ich' glaube,"ff komme nie davon los. Deshalb hat man keine Freude hier im Leben, weil man immer an den Jungen denken muß— das ist ein großer Mangel. Mag fein, daß man dumme Tränen weint— aber wenn man min nicht davon los kommt? Das ist das Unglück! Und es ist ja hauptsächlich wegen der lumpigen Art, wie er das Leben verlor. Hätte ihn Krankheit betraf,'en. hätt' ihn der liebe Gott angerührt— das wäre etwas anderes jjewesen. Dann müßte man sich sagen: tonnt' er nicht leben, ja, dann mußte er eben sterben— dann mußte er sterben! Aber dos kann man nie vergessen, daß er groß und gesund war und auf solch lumpige Weise ums Leben kommen sollte. Der Onkel wollte chn ja mit auf die Entenjagd nehmen. Ich war dagegen, aber der Junge mußte mit, und er hatte keine Ruh', vis er fort war und bis ihm der Kopf zerschmettert wurde. Ach ja. Mutter, sagte er, du kannst doch wohl ver- stehen, daß ich mit einer Flinte umgehen kann: ich habe ja eben Tag geschossen-- und all so'n Zeug. Dann fuhren ie mit zwei Flinten im Boot aus, und keine zehn Minuten päter war er wieder zurück und lag tot da mitten in einem koot voll Blut. Darum kann unsereins keine wilden Enten sehen und keinen Happen Vogelfleisch essen. So oft man sich ans Fenster setzt, glaubt man, jetzt kommen sie mit chm— jetzt sind sie wieder da mit ihm. Darum hat man auch nie klare Augen, sondern man muß weinen und seine Jugend vergeuden." Frau Olsen war vom Weinen ganz aufgelöst. Sie schneuzte sich in die Schürze, ihre Hände bewegten sich rast- los und glätteten und strichen über die Tischplatte hin. Stine sah die boshafte, immer schimpfende Frau jetzt von einer neuen Seite.„Na. na, hör' doch auf!" sagte sie, faßte Madam Olsen ums Kinn— und brach selber in Tränen aus. „So— nun mach' ich uns einen Schluck Kaffee!" Es gelang ihr, die alte Frau ein wenig zu beruhigen. lForts. folgt.) PoNklk und Revolver. Tn einer Gastwirtschaft in der Man- teuffelstraße geriet gestern der 40 Jahre alte Reisende Julius R u h r i g, Pücklerstraße 14, mit dem Drechsler Hans H a s e m a n n, Manteuffelstrahe 125, in Meinungsverschiedenheiten wegen politi- scher Fragen. Die Debatte spitzte sich schließlich so zu, daß Rührig einen Revolver zog und auf Hasemann einen Schuß abfeuerte, der diesen schwer oerletzte, so daß er bereits auf dem Wege zum Kronkenhaus verstarb Rührig, der geflüchtet war, konnte'~ darauf in feiner Wohnung festgenommen werden. Selbstmord im Zeltungskiosk. In einem Zeitungskiosk auf dem Sophie- Charloite-.» Platz vergiftete sich gestern die 2l1jShrige Verkäuferin Irmgard® mit G a s. Streitigkeiten mit ihren Angehörigen, die gegen ihre Eheschließung waren, hatten die Unglückliche in den Tod getrieben.— Weil sie am 1. April ihre Stellung verlieren sollte, versuchte die 23iährige Stenotypistin Helene M ihrem Leben ein Ende zu machen. In ihrer Wohnung am Lützow-Ufer stieß sie sich einen Dolch mehrere Male in die Brust und verletzte sich schwer. Man vrochte sie nach dem Moabiter Krankenhause Ein großer Dachstuhlbraud alarmierte gestern die Berliner Feuerwehr nach der H a u s b u c g st r a ß e 4, am Zentrolviehhof. Als der 7. Löschzug an der entfernten Brandstelle ankam, stand der Dochstuhl des großen Mietshauses vollständig in Flammen. Die Feuerwehr, unter Leitung des Brandmeisters Both, hatte mit meh- reren Schlauchleitungen längere Zeit tüchtig zu löschen, um des Feuers Herr zu werden. Leider verunglückten dabei mehrere Beamte Oberfeuerwehrmann M. Balzer und der Feuerwehr- mann Poppe von der Wache in der Memeler Straße erlitten Brandwunden durch Stichflammen, die im Krankenhaus Am Friedrichshain verbunden wurden. Die Aufräumung nahm längere Zeit in Anspruch. Der Schaden ioll erheblich sein. Die Entstehung war nicht aufzuklären. Speck 13,5« M. Der Preis für den auf Lebensmittelkarten m den pädtilchcn VerlouiSfiellen zur Ausciabe tomm-ndan geräucherten Eveck ift, wie der Magistrat mitteilt, auf 13,50 S?. iür«in Pfund herabgeietzt worden. Wohnllngsangelegenheitcn Süden de. Infolge der A b t r« n- n u n g des bisher zu Berlin-Mariendorf gehörigen O r t s t e i l s Süd ende nach dem XII. Berwaitungsbezirk werden vom I.April ab sämtliche diesen Ortsteit betreffenden Wohnungsangelegenheiten durch da» Wohnungsamt Stegtitz erledigt. Laubenkoloniflen in Treptow. Wir sind wieder in der Lage, unseren Lesern, welche die Laubenkolonien in der Parkstraße und Köpenicker Landstraße bis zum Dammweg bewohnen, unsere Zeitung durch Botenfrau zu liefern. Wir bitten, Bestellungen auf den.Bor- wärt»" unter genauer Angabe der Laubenkolonie und eventuell auch der Lage der Laube an unsere Hauptgeschäftsstelle, Lindenftr. Z, zu richten. Zilmschau. »Gelbe GeMen« nennt fich der dritte Teil deS grasten ftilms.Der Rann ohne Ramen�, der im U f a» T b e a t e r am Kulfüi ftendamm zur Uraufführung gelangt. Gegenüber dem wirbelnden lustigen Durcheinander der beiden ersten Teile fällt der dritte Teil in den ersten Akten etwa» ab. Vielleicht liegt baS daran, daß H arrh kied tke, der als Rillionendieb Peter Post dem Film erst Leben und Inhalt gibt, in den ersten Wen wenig Gelegenheit hat, feine Situalionskomil svielen zu lasten. Sehr mterestant wirkt jedoch der vierte Akt, in dem die gelben Bestien,«in Rudel leibhaftiger Löwen und Tiger, als Akteure ericheinen. Das geladene Publikum spendete den auwesenden Verfassern und Mitwirkenden lebhaften Beifall. Groß-Serliner partelnachrichtea. Heute, Donnerstag, den ZI. Mörz: 22. Ati. Abends 7 Uhr in der 2. Handwerkerfchule, Andreasiir. 1, Eltern» beirSteoerfanlmlung. FunktionSre, die»och nicht im Besch von Theaterkarte« find, könueu diese sofort beim Abteilungsleiter in Empfang nehmen. Zt. Abt. Eharl-tt-abura. Abends 1h Uhr bei Ech-llbach.«önigin-Elisa- beth-Strahe S. Erweiterte Porstandsschung mit allen Funktionären. Erscheine» aller ift Pflicht. Zuagfozialiste«.«rnppe Treptow. 7 Uhr im Zugendheim, Msenstr. Z. Lortrag:„Balutaelend und Friedensnertrog'. Referent: Genosse Henschel. Stellungnahme zum Stamtenentwurf.— Srnppe RenIMn. 7W. Uhr un Jugend- heim, Rogatstr. öS.-' Scholz, Friedrichstr. Konferenzzimmer der öffnungsabend. Bortrag:„Znngsoziali Arbeit Morgen. Freilag. den t. April: 1«.»dt. Abends 8 Uhr bei Leese, Memeler Str. 63. Bezirke 818, Zw, 820, 821, 325 und 327.„Stellungnahme zu den Tagcefraaen.� lt. Kreis. Schö-cterg.Friedruan. Nochmittags 2V£ Uhr bei Beruilk, Frch. Reuter-Etr. 1. Mitglicoeroerlommlung sämtlicher Genosten, die durch lhrea Beruf verhindert sind, am ordentlichen Fahlabend teilzunehmen.— Abends Uhr bei Bern Ick, Fritz-Reuter-Slr. 1. Sitzung der Zeirungslommisflon. Jede Abteilung muh oertrete» sei«. Plalatausgabe. » Kreis 7, ckharlottcnburg.»u de-, am Freitag, den 1. April, abends 7 Uhr, im Schwer-Theater zur Aufführung gelingende» Lorstellung.Leiden' von Shaw lind noch Karten zu bedeutend ermäßigten Preisen beim Genosse« Alfred Will. Schillerstr. iD, erhältlich.__ ?ugenüveranstaltungen. Bewi« Arbeiter Luges» Gr»ß.«-r!ch. Sekretariat:»«.«, s« de« Zelte» 23. Donnerstag, ZI. März: Borfigwalde. Schul« TZitzflraße. Bortrag:„Fremdenlegion'.— Sefusd. drnane«. Schul« Gothenburger Str. 2. MSdchenabend.— Aord-Vste«, Schorle Pasteurft raste. ZZaglerstr. 3. B>dt I, Stargarder eichenberger Viertel. Jugendbewegung'. Eine Ko»fere«z»er«dtewmgskaftzerer finbet am So»»-de«d, de» 2. April, abend» zh7 Uhr» im grntrnljnncndheim. Lindenftr. t, mit wichtiger Tag«. ordumeg statt. * Eharlottenbnrg. Per Esperanto.Knrsu« findet am Sonnaden», de» 2. Avril, abend» 7 Uhr, im Jugendheim, Charloltenburg, Rvfinenstr. 4, statt. • st. Sinfonie unter Mitwirkung des verftärkten Bwthner.Srchefters, Dirigent Edmund Melfel, Sonntag, den 3. April, lllh Uhr mittags, Blüthner-Saal, Lützowstr. 76. Eintrittskarten zum Preis« von 3,23 R. find i« Zugendselre» tariat Berlin NW. 40, In den gellen 23, zu haben. vorträae. vereine vnü versammfnn�en. Schwimmllnd N-ptn» 1834. Lichtrnber«, Mitgl. d. Ard..»..««rd. Freitag. 1. April, außerordentliche Eeneralversammlung lm Bereinslokal, Wilhelmstr. l, Eck« Eirelstraße■ Kolonne. An. E. B. Abt. Wedding. Bernauer Straße fällt diesmal aus. in der Schul» Znaendkich« 6 Uh-, Erwachten« 8 Uhr.— Ardeiter-Lamarite» SB. Abt. Wedding. Lihrabeud am 31. März in der schul» fällt diesmal aus. Abt. Tiergarten. Eräffnung d« Sommee» tursus heut« abend 7 Uhr in der Schule Waldenser Str. 26/21. Anmeldungen werden dort entgegengenommen. Abt. Seißeniee. Ansang Sohenschönhaufen, Gemeindeschul» Rödernftraße, Näher, heres wird noch in der Presse bekanntgegeben. April findet in der Samarlterkurfu» statt Soziales. Das Arbeiksrechk der Schwerbeschädigten. Die Kündigungsbeschränkungen zugunsten Schwev- beschädigter, wie sie die Gesetze vom 6. April ISA und 22. Otlober 1920 für eine Uebergangszeit für notwendig erachtet haben, sind durch Verordnung des Reichsarbeitsministeriums zu- nächst bis zum 30. April 1921 verlängert worden. Eine lage des Reichsarbeitsministeriums, welche für die Zukunft eine Reihe von Abänderungen des bisherigen Rechtszustande» vorsieht, liegt zurzeit dem Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages vor und wird' sofort nach der Osderpause in Behandlung genommen werden. Mus aller Veit. Die Stuttgarter Freilichtbühne niedergebrannt. Das im Bowf«. wall, bei Stuttgart gelegene Freilichttheater ist au« und»- kannter Ursache durch Feuer zerstört worden. Da» Theater wurde 1913 an der Stelle errichtet, an der Friedrich Schiller seinen Freunden»Die Räuber' zum erstenmal vorlas. Durch zahlreicke Aufführungen dieses Werks ist die Stuttgarter Freilichtbuhn« de- kanntgewsrden. � / vombeneyilosion in Chicago.„Daily Mail' meldet, Dienstag vormittag fei in Chicago eine Bombe explodiert. 10 Per« fönen feien getötet, eine groß« Zahl schwer verwundet worden. Sport. Renndnkf« DreWi««,. Der kommende Swttrfng»rwgt POM dritte'» dieSjährizen Renniao-uf der Ti eptower Bahn wieder Daue» und Flieger- rennen, wovon für dt« Dauerfnhrer ein A> Kilomete'., Rennen und als Sauptnummer des Tages der Gro'ie FrüblingSprei«.«in Stunden, evne» binter Molorsühiung. reserviert ist. Die Dauerrennen werden bestriiten von Lewanow. Slellbiink, Saldow und Bauer, wobei besonder« da« erste Zulammenlreffen von Lewanow und Saldow in Treptow großes Interesse erwecken dürsle. Zu dem Fliegerrennen find nur Lö Fahrer zugelassen. Es trUt nach jeder drillen Runde eine Wertung ein, und zwar dergestalt. dag dem kiftcn film Punkte, dem zwcilen vier Punkte, dem drillen drei Punkte, dem vierten zwei Punkte und dem fünften ein Punkt gutgeschrieüea wird, wohingegen bei der Schlußrunde doppelte Punkte gegeben werde». Hiermii dürfte ti bei diefein Rennen zu interessanten Kämpjen lommen. Frei« Turnerfchafi Eckäneberg-PerNv sllll'tgk. d. A.-l.». Sp.-P.l. Freitag: uen- und Madchenturnwarte Sitzung, 7 Uhr, Seydelftr. 8. � Sonnademi: Kuszmmsirturnsn der EeLdteren und Altersriegen.. Schäneberg, Räterftroße, Tj] Uhr.— Sonnrag: Kasse»- warte-Sitzuag, Sonnenburg« Str. 20(Bahnhof Schönhauser Allee) 10 Uhr»ormill-gs._ l.ectteMzz IsUlettc» und Geschwächte«u kräftigen und Nervenkraft-o erhöhen, preis ,» <£/ca. ds �Bcrrcn-Beinden Vigogne, In sehr guter Qualität, in eilen Größen........... M. �flcrrcn-Bemdcn weiße, feinlädige Ware, in allea Größen............. IL *flerrcn-flemden Vigogne, in sehr guter Qualität, mit mod. Perkaleiosatz, in eilen Größen M.«* B erreg vMe�ssM. -■ 1500 250® Vlgeme, In sehr guter Leibttberscblag. In allen iiößen**1. *flerrcn-Dnierhosen Einhelteware........... IL Berrev BemSev Einheitsware........... IL �flcrren-Socltcn Mako and farbig.......•• IL �Bamen-SirfiinpCc lang, in schwarsem. feinem Gewebe IL * Bansen-ScmQpler sehr gute« Trikotgewebe, in o-e irervn Größen............. 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KOnipgratzer Str. «Uhr: Salome(Orska, Oernburg, Blldt, Branden) Freitag: Rugby Sonnabend; Rugby Sonntag: Rugby KomOdlenhans W000 Montag 1 Uhr; Peer dynt Oeotsehes KQnstler-Tbeater Allabendlich> � Uhr: DieScheidungsrelse mit Max Adalbert 7.30: Max Pallenberg Berliner Theater Wiederauftrcten von Fritzi Massary: Central-Thenter IV. Uhr: Die Poslineisteriii Devtaehes Opernliitan (ft, Uhr: Tanabäuser Prledr. Willi cl mst.Tli »•/.Uhr: Boheit die Tänzerin Kl. aehaanplelhann t«/, wir. Reigen Kemlnrhr Op«r �u.' Luderchen Itantuplelhaua 7*/. Uhr; Arnold Rleofc in Dia Mausefalle Xetropol-Thoatcr uhrDie blaue Mazur %�noa Operettentheat. Vit Uhr: Frlt* Werner Der liebende Ebeminn Venen Yolkntheatvr -V.U.- Jugend Sehlller-Tlieat. Chart. vi, u.: Jettehen Gebert Thalla-Thrntpr /v.uhr Mascottcheu ThAfnTVollendorfpIntr j P/t: Wie die Alten sunxen i 7 uhr: Wenn Liehe erwaehl Theater den Weatens tv. uhr: Schwaihenhochzeit TtaJ.d.Komnundantenstr. V/, Uhr' Wallner- 7v.uhrDieTanzgr3!ln Walhalla-Theater 7'/, uhr: Carmen Morgen: Vngslhäadlsr Kleines Theater Täglich VI, Uhr sihommanaanienstro rDer verjüngte Adalar tllner-Thestrr 7.30: Fntzi nansary Vaßmann, Emmy Sturm, _ Brandt, Klper__ Residenz-Theater ät Täglich TJ, Uhr: Das Privileg Paul Wegener, Lnele Häfllch, Ilka OrPalag, W. Edgar Llcho. Trianon-Theater Täglich VI, Uhr: Leopoldine Ronstantin in DleGenellaehattdea A.bbd Chateannenf und In Abschtsdssonper Mas» VarleU-Cste jlloritzplatz> � SH": i Stricknadeln Heinr. Schroth, Mady Christians, Hans Albers. r-tcsses Schausp/eZ/j � Neues Monnement 192122.*-*0 6 verschledeue Sorstcllungen/ Neues AbsnuementSWem. Siesedu �hommnls-VonteHangea In/ea an! besllmlen Zaa and Sslnm. Abonnemenkspreis für 6 Vorstellungen(inn.£ufi6orrei«- und umfa�tur): RBnin Seat........... e�alrfprart !ai) Bon OrvIlAinBC*.... Vorthe eSbmfe SB'bcvi■icuftias.. ftbattipearc ad ücbrn ein Traum..... 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Das Vertrauen der Republikfeinde hat Kahr verdient. Seine Haltung in der Cntwaffnungsfroge hat ja auch den Kommunisten als Sprungbrett in ihre verwüstende Aktion gedient._ Der Zusammenbruch in Mittelöeutschlanö. Zu» Jndustriebezirk Mügeln-Heidenau haben die Syndikalisten und Konununisten, wie uns ein Drahtberlcht aus Dresden meldet. einen.Altionsausschust" gebildet und den Generalstreik aus- gerusen. Die meisten Betriebe ruhen. Post und Bahnen wurden von den Kommunisten besetzt, die auch alle Züge anzuhalten oer- iucht haben. Heut« früh ist die kommunistische Besetzung von Bahn und Post aber nicht mehr erschienen. Motznahmen zur �Lederherstellung ordnungsmäßiger Zustände sind eingeleitet. flm Zwickauer Kohlenrevier stießen die Kommunisten aus Ablehnung. Hinter das Derwaltungsgebäud« der staatlichen Elektrizität»- «erke H i r s ch f e l d« wurden drei Handgranaten geworfen, M« zwar explodierten, aber erheblichen Schaden nicht anrich'cten. Oberpräsident Hörsing hat namens des Ministers des Innern severing in einem Telegramm den Polizeitruppen für ihr erfolg- reiches Vorgehen seinen Dank ausgesprochen. Jena. S0. März.(MTB.) Die Arbeiterschaft der Firma Karl Zeitz hat heut« früh die Arbeit geschlossen ausgenom- m en. Der Antrag der Kommunisten, im Betriebe«ine Abstimmung über den Generalstreik vornehmen zu lassen, wurde vom Be- :ri«b»rat glatt abgelehnt. Auch die kleineren Teilstreits sind verpufft. Der Generalstav der Kommrmiste«. Hall«. 30. MSrz.(BIB.) Clu Kommando der Schah- volizel überraschle in einer Villa in der Reilslratze eine kam- munistische Zusammenkunft. Zwei flüchtende wurden erschossen. Au» Papieren und Akten, die man im Hause fand, gehl lervor. daß man hier auf das Hauptzenlrum der Leitung des illteldeutschen Aufruhr» gestoßen war. Mau fand i a u z« Berge von vorzüglichen Generalstabskarten Mitteldeutschlands» sowie Berkehrskarteu mit Eintragungen von Sprengungen, die bereits ausgeführt waren oder ausgeführt werden sollten, ferner fand man mililärische Karten, au» deuea die Aufstellung der militärischen Organisation der lloteu Armee ia BRlleldeutschland, die Eiukcstung der Stäbe, die 7? outen der Kuriere usw. hervorgehen. Die beiden Erschosteueu find der bekauul Hallenser Kommunist Schneidewiud und elu ge- >-isser Harzdorf, ein neunzehnjähriger junger Mann aus halle. Mau fand auch Pläne, die sich auf die Aktionen gegen die Stadt Halle bezogen und die Absichten der kommunistischen Leitung lu Halle aufdeckten. �Awmeudorf, L0. März.(TU.) Aus der chemischen Fabrik Au'tau sind von den Kommunisten tostbave Platintiegel geraubt morden. Magdeburg. ZV. März. lWIB.) Die Meldestelle beim Ober» präsideuwa teüt mit: hu Schkeuditz treiben sich bewaffnete fanden umher. Der Verkehr der elektrischen Bahn Leipzig-Schkeuditz i eingestellt.— In Litterfeld Ruhe.— In Zschornewitz aren 600 Stimmen gegen und 200 Stimmen für den Streik. Die Wiederaufnahme der Arbeit ist im Gange.— In H a l l« unverändert. der wilde Streik geht weiter.— In Liebenwerda besetzten Ar- deiter die Millygrube, deren Direktoren sie verhafteten. Arbeit»- willige wurden vertrieben.— In Mühlhausen haben die Ta» bakarbeiter mit großer Mehrheit gegen den Generalstreik gestimmt. Eisenbahndirektion Erfurt hat 22 streikende Arbeiter entlassen. Außer in zwei Betrieben wird in Erfurt überall gearbeitet.— ?Siehe bei Artern wurde von 160 Kommunisten besetzt. Der Pfarrer p.nd der Bürgermeister wurden v e r h a s t e t und sollen nur �0 000 Mt. Lösegeld freigelassen werden. - /. Tcklisly«�. Sprengversuch i« Schlesien. erm�?own°l! März.(MTB.) Wie die.Schlestsche Zearnig" cinai-er lNok-itestern abend um 10 Uhr auf der Bahnstrecke ZU ve hindert' Königszelt In der- Röhe der Station Bunzel- Eir vor--�»ersuche unternommen. Ein Cilgüterzug brachte ' �adung, die anscheinend für den kurz nachher passierenden j):e>..nötzigen Zug Comenz-Käuigszeft bestimmt war, zur En t- �„ n g. Der Schaden ist gering. Um 3 Uhr morgens war der Schienenweg soweit hergestellt, daß der D«rt«hr wieder ausge- nommen werden konnte. Di« Cisenbahndirektlon setzte eine Be- lahnung für die Ergreifung der Täter au». Breslau. 30. März.(TU.) Der Breslau« kommunistische Aktionsausschuß ist verhastet und in Posizeigewohrsam oenommen worden. Gegen die Derbreiter eines hochverräterischen Flugblattes wurde Anklage wegen Beihilfe zum Hochverrat erhoben. 3m Jnöuftrierevier. 5 Remscheid. 30. März.(TU.) Ans einer Sommunisienver- "at??vzlung. die vormittags au der Remscheider Talsperre abgehalten werde», sollte, wurde aus anrückende Schutzpolizei geschossen. Die Polizei erwiderte da» feuer und macht««ach kurzem Hand- gemenge 400 Kommunisten zu Gefangeuen. Mehrere Kommunisten blieben tot auf dem Platze. Einige Beamte der Schutzpolizei sind leicht verletzt. Im rheinisch-westsölischen Industriegebiet wird fast a u s nahmslos wieder gearbeitet. In dem besetzten Gebiet ist es nirgends zu Unruhen gekommen Essen. 30. März. TU.) Aach dem Gefecht zwischen Lang«- seid und Schwelm, in dem die Roten Banden etwa 30 bl» 40 Tot« und verwundete hatte«, konnte die uoa Barmen zur Eul- jehuug nach Gevelsberg entsandte Schutzpolizei welter vorrücken. In der Röhe des Gevelsberger Bahnhofes eotspanu sich ein neue» heftiges feuergefecht.in das noch von hegen kommende Schulzpoiizei eingreifen konnte. Aach erbilterlem Kampf und Berlvst ■>«13 Toten und 7 verwundeten auf feilen der Kam- .'Ästeu gelang es der Schutzpolizei. Herr der Lage zu werdeu und Oelsberg zu eulseheu. Von deu von den Kommunisten ge. rnble» Geldern, dl« ans annähernd 3 Millionen /stark geschätzt werden, konnten zunächst nur 000 000 Mark zurück- erlangt werden. Die Schuhpolizei criill bei dem Kampfe von Gevel»- berg keinerlei Verlust«. Düsseldars. 30. Mörz.(MTB.) Da die S o m m u n i st e n an- gekündigt hatten, sie würden heute morgen die.Arbeitswilligen aus den Betrieben holen, hatten die Arbeiter Maßnahmen getroffen, um dem Terror vorzubeugen. Kommunistenplatote' zum Generalstreik wurden von der französischen De- fatzungsbehörde beschlagnahmt und entfernt. Die gestrige Nummer der hier erscheinenden»Freiheit wurde ebenfalls von der Besatzlingsbehörde befchlanahmi. Die Düsseldorfer Arbetterschoft ist der S t r e i k p o r o l e bi» auf ganz verschwindend kleine Teil« nicht gefolgt. Rur bei der Firma Schöndorff A.-G.. wo die Kommunisten stärkeren Anhang haben, fehlen von 1200 Arbeitern 400. kölu, 30. März.(TU.) Da» hiesige kommunisttsche Blatt .Die sozialistisch« Republik" wurde auf Anordnung der Befatzungsbehörde auf vorläufig drei Tage verboten. Das Enüe einer �Sozialisierungs�komööie. Hamburg. 30. März. Die Werst Blohm n. votz zeigt die Wiederaufnahme de» Arbcitsbetrlebes auf der Werst ab 1. April an. Mü der Wiederaufnahme der Arbeit auf der Hamburger Werft Blohm u. Boß nimmt ein Borfall sein Ende, der leicht zu ein« Katastrophe für die gesamte Arbeiterschaft hätte führen können. Bekanntlich erklärt««ine Minderheit der streikenden Arbeiter den Betriebsrat für abgesetzt, ernannte neue Obermeister und Meister und erklärte, nunmehr an die«Sozialisierung" des Wertes heran- treten zu wollen. Daß es auf diesem Wege nicht geht, war dem besonnenen Teil der Arbeiterschaft, der auch hier in der großen Wehrhett war, von vornherein klar, und es ist deshalb lebhaft zu begrüßen, daß der Kommunlstenspuk nunmehr auch in Hamburg(ein Ende gefunden hat. wer ist SpltZ Die Kommunisten habe« für heut« nachmittag«ine Elettri- zitätsarbeiteroersammlung in der Brunnenstraß« ein- berufen, in der die Verhaftung Sylt» als Grund für den Ge- neralftreit vorgeschoben werden soll. Wenn auch nicht angenommen werden kann, daß noch ein denkender Arbeiter auf die Mache der Kommunisten, die damit lediglich den Zusammenbruch ihrer„Aktion" bemänteln wollen, hereinfällt, so ist es doch gut, sich einmal die Person des„Kommunisten" Sylt ein wenig genauer anzusehen. Sylt ist erst fett kurzer Zeit organisiert. Während des Krie- g e s zog er es vor, außerhalb der Arbeiterbewegung zu bleiben und sich zu Haus« da« Wohlwollen seiner Arbeitgeber zu sichern. Der Erfolg kam denn auch in Gestalt eines Verdien st kreuz« s, mtt dem zu prahlen er sich nicht genierte, solang« die Konjunktur günstig war. Diese fragwürdige Erscheinung, die es sich während des Krieges fern vom Schuß im Schatten seiner Arbeftgeber Wohlergehen ließ und die sich jetzt plötzlich so ultrarevolutionär gebärdet, soll also wieder einmal der ungekrönte König sein, nach besten Pfeif« Berlin tanzt. Wir erwarten, daß unsere Genolsen vollzählig in der Der- sommlung erscheinen und zeigen, daß die Arbeiterbewegung nicht zum Vergnügen solcher Elemente wie Sylt da ist. In Süööeutstblanö. Dürnberg. 30. März.(WTB.) Di« Kommunisten fangen an, auch in Nordbayern sich zu regen. Heut« morgen wurden in üiürnberg Flugblätter und Handzettel verbreitet, in denen zum Generalstreit und zur Verhinderung von Waffen-, Muni- tions» und Truppentransporten nach Mitteldeutschland aufgefordert wird. Der Bezirksvorstand der Sozialdemokratischen Partei Franken» ruft die Arbeiterschaft aus, den Moskauern nicht die Kastanien au» dem Feuer zu holen, geschlossen in den Be- trieben zu bleiben und stch nicht von unverantworttichen. gewisten- losen Leuten aufputschen zu lasten. Heute vonnfttag ist das k o m- munlstisch« Organ„Der Weckruf" verboten worden. Karlsruh«. 20. März.(WTB.) In der vergangenen Rächt ko" es in Ettlingen zu einem Zwischenfull. Etwa zwölf In- fassen des dortigen Reserve-Lazaretts waren in die P o- lizeiwache eingedrungen, wo es ibnen gelang, die wenigen anwesenden Beamten zu entwaffnen und die Telephonleitungen zu zer- schneiden. Ein Versuch, in das Bezirksamt und in das Postamt einzudringen, mißlang. Die Täter sind flüchtig und werden von der Gendarmerie verfolgt. Kohlenpreiserhöhung. In einer gemeinsamen Sitzung de» Reichskohleuverbaude» und des große» Avsfchustr» de» Reichskohleurate» wurde gegen eine Stimm« befchlostca, ein« Pretserhvhuug von 23 Mark pro Tonne vorzuuehmeu, wouou 5 Bit. l» einen Fonds zur Beschaffung billiger Lebensmittel für die Bergleute fließen. Rückzahlung von penstonskastenbeiträgea. In einer Unzahl von Betrieben, wie z. B. bei Krupp in Esten, bestehen Pevsionstossen. in welch« alle Arbeiter und An- gestellten, die dort in Arbeft treten. Eintrittsgeld und Bei- träge zahlen wüsten. Während de» Kriege« traten in dies« Be- trieb« zehntausend« Arbeiter und Angestellt««in, die wohl Ein- trittsgeld und Bcfträg« zahlen mutzten, die aber kein« Aussicht hatten, jemals einen Pfennig an Penston oder Hinterbliebenenrente zu erlangen, weil Ihre Arbeit nurfürdieKriegszeit dauerte. aber zur Erlangung«ine» Rentenonfpruchs«ine zehnjährige Beitragszahlung erforderlich Ist. Jetzt sollen diesen Leuten die nutzlos gezahlten Beiträge zurückerstattet werden. Di« Frage stl schon seit längerer Zeit in der Schwebe, aber jetzt mußt« mft größter Bescheunigung gearbeitet werden. Schon im September 1920 legte der Reichswirtschaftsminister dem Sozialpolitischen Au«- schuh des vorläufigen Reichswirtschaftsrals eine Vorlage zur Begutachtung vor. Der Reichswirtschaftsrat erledigte die Sache auch gleich. Nicht so große Elle hotte die Reichsregierung. E» wurde Milte März 1921, bis der R e i ch s r o t über die Vorlage Beschluß faßte. Nun sollte die Sache beschleunigt werden. Man wählte den Weg der Verordnung, bei dem nur der Ausschuß für Volks- Mlrtlchoft seine Zustimmung zu den Beschlüssen des Rcichsrats zu geben hat, um eine Verordnung Gesegeskroft zu geben. Hier war nun Eil« geboten, denn das Gesetz über die Uebergangswirtschaft gilt nur bis zum 1. April d. I. Am 23. März wurde die Borlage an dl« Ausschußmitglieder verteilt. Ee wurde dann, trotz der Ferien des Reichstages, eine Ausschutzsttzung zum 30. März an- gesetzt Hier war nun der Ausschuh in einer Zwangslage. Aenderte er etwas an der Borlage, dann bedarf es einer erneuten Beschlußfassung des Reichsrats. Da» ist aber nicht mehr möglich, denn. wenn die Bcrordnung nickt vor dem 1. April publiziert ist, dann kann sie keine Gesetzeskraft mehr erlangen, well dann der Rechts baden fehlt. Da man aber die Bezugsberechtigten nicht länger warten lasten will, entschloß stch der Ausschutz, die Verordnung anzunehmen und ihre Wünsche in Resolutionen zum Ausdruck zu dringen. Nach der Verordnung haben alle die Versicherten, die in der Zeit vom 1. August 1914 bis 31. Dezember 1918 in solche Pension»- käste eines Betriebes eingetreten und in der Zeft vom 1. August 1914 bis 31. Dezember 1319 aus der Beschäftigung, und damit au« der Pensionskasse ausgeschieden sind. Anspruch auf Rücker- st a t t u n g der Beiträge und de« Eintrittsgeldes, wenn entweder für mehr als drei Monate Beitrag gezahlt ist, oder die gezahlte» Beiträge, Eintrittsgelder und ähnliche Zahlungen mehr als das .Doppelte der laufenden Beiträge für drei Monate betrogen. Der Crstattmlgsanspruch muß innerhalb»ou sechs Monaten nach Inftaftreten der Verordnung geltend gemacht werden; sonst verliert der Betreffende fem Anspruchsrecht. In einer Resolution forderten unsere Genossen, daß alle, die durch Beftragszahlung ein Anspruchsrecht erworben haben, dieses Recht durch Zahlung«wer Anerkennungsgebühr aufrecht er- holten können und der Anspruch auf Rückzahlung erweftert wird. Diese Resolution wurde mft 14 gegen 10 Stimmen abgelehnt Eine andere Resolution, die fordert, daß schon Beiträge von«wem Monat zllrückgezahll und auch diejenigen, die erst im Jahre 1920 entlasten sind, Rückzahlungsanspruch habe» sollen, wurde angenommen. Die in den Resolutionen geforderten Erweiterungen können aber mir durch ein Gesetz verwirklicht werden. Staat und Arbeit in Oesterreich. Vor den Funktionären der Berliner Gewerkschaften führte Mit! wochabend der ehemalige Gesandte, Gen. Dr. Ludo Hartman». im wesentlichen aus: Wenn auch das österreichische Problem augenblicklich mehr in den Hintergrund tritt, so sind doch die diesen Swai bewegercken Fragen schwer von den deutschen zu trennen. Em Rückblick lehrt uns, daß beide Länder einen fast gleichen Entwicklungsgang genommen hoben, bei dem wir w Oesterreich freilich iunn«''uas zurückgebsieben sind. Erst seft 1907 haben wir das gleiche Wahlrecht. Aber wenn wir auch nicht mft Euch Schritt halten konnten, find wir österreichischen Sozialdemokrale» doch in steter Fühlung mit der deutschen Bruderpartei gebNeben. Die Hofsnungen. welche Bebel am 60. Geburtstag Viktor Adlers in Wien aussprach, haben sich erfüllt. Wir kannten nicht so schnell vor- wärts kommen, well wir einen kleinbürgerlichen, keinen Junker- und Industriestaat hatten. Heute noch arbeiten von unseren 3 Millionen Berufstätigen 46 Prozent w der Landwirtschaft, 37 Proz. in Industrie und Gewerbe. 16 Proz. im Handwerk und 7 im öffentlichen Dienst. 1913 betrug die Zahl der in den Gewerkickaften befindlichen Arbeiter 253000, sie stieg noch dem Krieg aus 772 000. Polftijch or-wnisier! waren im Jahre 1920 336 000. Davon in Wien etwa 13S0V0. Da unsere Republik nur rund 6 Millionen Einwohner hat, sind diese Zahlen sehr hohe. Die christlichen Gewerkschaften haben nur eine gerinne Mitgsiederzahl und spielen bei weitem nicht die Rolle wie in Deutschland. Bei uns gibt es nur eine einhelkUche sozialdemokratische Partei. Meinungsverschiedenheiten sind»uch vorhanden, werden aber wner- halb der einheitlichen Organisation zum Ausdruck gebracht. Auch die Kommunisten haben es nicht vermocht, diese EinHeft zu zerstören. Ihr Anhang unter der Arbeiterschaft mag etwa 3— 4 Prozent betrogen. Eine völlige Umwälzung des Staates haben wir freilich auch noch nicht erreichen können, nicht einmal die Altersversicherung haben uns unsere christsichsozialen Gegner zugestanden. Aber ein Betriebsräteqesetz und Arbeit erkammern haben wir durchgesebt. Di? Christlichlozialen sind ein« typisch, kleinbürgerliche Partei, einfach ein? demagogische. Die Zahl der Arbeitslosen bei uns betrug im Mai 1918 186 000. im November 87000. Zur normalen Ernährung sind 2?09 Kalor-en nötig; der landwfttschaflliche Ardeiter erhält 4500, die städtische Bevölkerung aber durchscknfttlich nur 11?6i Es sterben deshalb jede Woche einige hundert Menschen mehr als geboren werden. Ba'-tta. stand und Teuerung haben es zuwege gebrockt, daß mft 80 000 Kronen Iahresverdienst der Arbeiter kaum ein mätziaes Auskommen ba.'. Wir wollen dahin kommen, wo wir hingehören, nämlich zum Deutscheu Reich. Das ist für uns eine historisch«, kulturelle und wirtichastsicke Notwendigkeit. Für dl« Arbeiter wird da« auch kein Schaden, fondern von Nutzen sein. Helfen Sie uns als deu ticke Sozioldemokralen, den Anschluß durchzuführen!(Lebh. anh. Beifall.) Die Bmsterüamer Konferenz. Amsterdam, 30. März.(Eigener Drahtbericht des„Bor- wärls"). heute nachmittag trat das Erekulivkomitee dar Zweiten Zulernalionale zn seiner vorbereitenden Sitzung zusammen. Teil- nehmer waren henderson, Macdonald. Thomas. Tom Shaw(England). Wels(Deutschland), huysmans, deBrouckörc (Belgien). Troelstra(Holland). Da die Engländer wegen der neuen Krlse in ihrem Land« auf möglichste Beschleunigung drängen, wurde sofort ein linterausschuß eingesetzt, bestehend aus Wels, de Brouckerc und Macdonald als Sekretär zur Ausarbeitung bestimmter Grundlagen zur Lösung de» Reparakionsproblems. Die Beratungen des Unterausschusses begannen um sieben Uhr und werden den ganzen Abend ausfüllen. Es sind ferner anwesend Hermann Müller. Silberschmidt(Deutschland, E a l l« a n x. M c r le n s für Belgien, B l i e ge n für Hclland, R o z i« r e für die französischen Dissidenten. Abends treffen noch aus Deutschland H u c. sowie zur Gewerkschaftskonferenz Graßmanu. PSplow und H u s e m a n u ein. Da» Internationale Gewertschaftsbureau gibt bekannt, dasi dr beiden Konferenzen gleich-eitig. jedoch von einander nnabhängia stattfinden. Einzelne Delegierte wie Thomas. Merken», Hne und Siiberfchmldt dürften jedoch an beiden Konferenzen teilnehmen. Georaien unö Sowjetrußwnü. Berlin. 30. März.(MTB) Di« hiesige Gesandtschaft der Re- publik Georgien übersendet uns folgende Erklärung: Die von der Moskauer Sowjettegierung verbreitet« Nachricht, die georgische Regierung hätte abgedankt, ist eine absoluie Lüge. Moskau bezweckt damit, die öffentliche Meinung irrezuführen und die Entrüstung zu dämpfen, die der Ueberfall auf Georgien in ganz Europa, speziell bei der Arbeiterschaft hervorgerufen hat. A b s o- l u t unwahr ist auch, daß zwischen der rechtmäßigen georgischen Regierung und den russischen Okkupanten oder deren Agenten irgend eine Vereinbarung besteht. Das georgische Volk wird sich niemals dem Eindringling unkerwerfen. Der deutsche Botschafter Sthamer ist wieder in London eingetroffen. Der Führer der englischen Eisenbahnerorganisakloo Thomas hielt am Dienstag in Essen in der Konferenz der rheinisch-west- fälischen Gauleiter und Kartellsekretäre eine Rede, in der er u. a. ausfuhrt«:„In der Frage der Sanktionen sind wir darin einig: Wenn sie Deutschland die Ausfuhr unterbinden, so richten sie da» ganze Land zugrunde Wir wollm keinen Wiederaufbau, der Deutschlands Industrie zugrunde richtet, sondern wir wollen ihn so, daß nicht die Kapiialisten daraus Nutzen ziehen dürfen. Wenn die Arbeiter einig sind, dann werden st« nicht geschlagen, sondern die Reaktionär«: aber nur dann, wenn sie festhallen an der Bedingung: Einigkeftl" Vor der Konferenz hatte Thomas«ine längere Unter- redung mft dem Direktor der Kruppwerke, Dr. W i« d f e l d. die sich auf die Frcrn oer Wiedergutmachung, der wirtschastsichen, finanziellen und steuerlichen Lage Deutschlands bezog. Deutschamerikontsche Hilfe soll auch den Opfern der Landabtre- tungen werden. Es wurde ein großzügige«„Amerikanisches Hilfs- komitee für durch die Polen bedrängte Deutsche"(American Relies Committee sor Oppressed German» in Poland) gebildet, Präsident Earl Anton. Generalsekretär Pastor Otto Engel in Randolph Wis. Auch ist- ein besonderes Aufklärungsamt zur weitesten Verbrettung der Wahrheit(Truth Publicity Bureau) geschoffen worden. In Chile und Argentinien hat die» Beispiel Nachahmung gefunden. GeVerMostsbewegung Das öeamtenrätegesetz. Dem Reichsrat ist kürzlich vom Ausschuß des Deutschen De- amtenbundes und des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes für das Beamtenrätegesetz eine Denkschrift zugeuangen, die in ge- drängter Form eine kritische Darstellung der vier hauptsächlichsten Entwürfe für die Schaffung eines Beamtenrätegesetzes, sowie eine Begründung des von den vorerwähnten Beamtenorganisationen auf- gestellten Entwurfs enthält. Die Hauptforderungen dieser Organi- sotionen sind erstens Schaffung von Beaintenräten als Dertretungs- lr.rper aller Beamten, die, ausgestattet mit dem Recht der Mltbe- stimmung ein Organ l mr verantwortlichen Mitarbeit der Ve- amten bei der Regelung ihrer persönlichen, dienstlichen Verhältnisse, sowie bei der Erfüllung der wirtschaftlichen Zwecke der staatlichen Betriebe und Verwaltungen. Zweitens Sicherung dieses Mitbestim- mungsrechtes durch paritätisch gesetzte Schlichtungsausschüsse. Zur Begründung dieser letzteren Forderungen wird betont, daß die Fragen, in denen die Schlichtlingsausschüsse entscheiden sollen, in keiner Weise die Selbständigkeit des Ministers oder des Parlaments berühren. Auf der anderen Seite aber würden die Schlichtungs- ausschüsse eine äußerst wertvolle Möglichkeit schaffen zur Herbei- n-�ning innerer Ruhe im Beamtenkörper und in hervorragender Weise beitrogen zur Behebung von Schwierigkeiten und Unstimmig- leiten im inneren Dienstbetriebe. Spv.-Iunktioaäre im Metallarbeiterverbanü. Freitag abend 7 Ahr finden Gruppenkonfereuzen für alle Ge- merkschafkssunltionäre des DMV. statt. Die Lokale werde« in der heutige« Abendausgabe bekannt gegebe«. Der Fraktiansvorstaud. «Verschmelzung amerikanischer Gewerkschaften. Auch im GewcrkichaftSleben Amerikas macht der Zusammen- fchluß kleinerer GcwerkschaflSorgainsat'onen zu großen leistungS« iähigeren Jndustrieverbänden Fortichriite. Vor kurzem haben fich im Bekleidungsgewerbe die folgenden Organisationen zu einem Bund vereinigt: lutornatioval Dackiss'(Zsrmeut �VorKsrs' Union lTamentleidermacher), Amalgamated Clothing Workere ok America tBereinigte BekleidungSarbeuer), International Furriers' Union (Ußrfchner), Joumeymen Tailors'' Union of America(Schneider), und die United Cloth Hat and Cap Makers' Union(Tnchhlite- und Mützenmacher). Der Bund heißt Heedle Tradee Workers' Allianoe of America(Bund der Arbeiter in den Nadelgewerben) uird wird ungefähr 400000 Mitglieder b a b e n. Die einzelnen Verbände sollen ihre Selbständigkeit behalten. Ter Bundesvorstand besteht aus 15 Mitgliedern, drei von jedem Verband. Die graphische» Hilfsarbeiter und-arbeiterinneu Berlins be» lchästraten sich im großen Saale des Kriegervereinshauses mit der Fortsetzung der vertagten Versammlung vom 6. März. Dank der Ägitation des Aktionsausschufics war die Versammlung äußerst gut besucht. In der Fortsetzung der Diskussion über den Geschäftsbericht waren noch 18 Redner eingezeichnet. Willi Grohmann stellte verschieden« unrichtige Ausführungen d<" kommunistischen Diskus- fionsredner aus der vorigen Versammlung richtig, ebenso Gustav G r o b m a n n. der fich energisch gegen die in vorig« Versamm- lung gegen ihn erhobenen Borwürfe wehrt«. In längeren Lusfüh- rungen bemühte fich Moritz, dafür einzutreten, daß die eingereichten Vorschlagslisten für und gegen Moskau zurückgezogen und Vor- schlage aus der Versammlung ausgestellt würden. Auf das tiefste Niveau wurde die Bersammlang he? abgedrückt durch die nach Schluß der Diskussion einsetzenden persönlichen Bemerkungen, die im wahrsten Sinne des Wortes persönliche waren. Jeder einzeln«, der sich angegriffen glaubte, versuchte seinen Schmutzkübel auszuschütten. Dies half aber olles nichts oder vielleicht auch gerade dadurch be- sannen sich die Kolleginnen und Kollegen, sie lehnten in der Ab- stimmung den Antrag Moritz ab, wodurch bewiesen wurde, daß sie eine reinliche Scheidung wünschten. Ein Antrag der Kommunisten, wegen der erfolgten Kündigungen der Angestellten einen Entscheid des Verbandsbeirats einzuholen und bis dahin jede schädigende Aktion zu unterlassen, wurde, trotz dreimaliger Abstimmung, eben- falls abgelehnt. Schließlich wurden beide Listen, für und gegen Moskau, zur U r w a h l gestellt und die weiteren Tagesordnung?- punkte vertagt. Bei der Urwahl erwarten wir von den Kolleginnen und Kol- legen, daß sie ihre Stimme nur den Kandidaten der Amsterdamer Richtung geben, damit endlich eine produktive Gewerkschaftsarbeit geleistet werden kann. Kabelwerk vbrrfpre«. beute(Donneretag) nachmittag i-z Ilhr in der Schul. aula Frischenstraße Versammlung aller freigewerkschafllich Organisierten, die auf dem Boden der Amsierdamer Internationair stehen. In der Bersammlung wird die Aufstellung einer freiqewerkschaltlichen Liste zu den Betriebsrätewahlen vorgenommen. Wir bitten olle Kollegen der SPD. um recht zahlreiches Kr. scheinen. Deutscher Traneportarbelteroerband. Branche der Seschäftskutscher, Lager- arbeiter und Arbeiterinnen au, den Rohprodultenbetrieben, Alt-Flaschenhand- lungen, Altpavier. Fliesenqeschäftrn. LeickentrSqer der jüdischen Gemeinde, Lurus- und Beerdigunasfuhrwesen, Fouragehandlungen, Kutscher, Mitsahrer und Arbeiter aus den Kunsteissabriken, Sartonnagenkutscker und Dungkutscher! Freitogabend 7 Uhr. in Boekers Festsälen, Weherstr. 1Z, Branchenversammlung aller in den obeogenannteu Betrieben Beschäftigten. Deutscher Holzarbeiterverband. Klavierarbeiter: Betriebsräte, Bertrauens- leutr und Seneralversammlungsdelcgierte Freitag, S Uhr, im„Reichenberger Hof", Reiistenberaerstrasie 147. Jeder Betrieb muh vertreten sein! Bund der trchnischrn Angestellte» und Beamte», Osten II. Freitag, abends 7)£ Uhr, Ronatsversammlung im Logen-Tastno, O. 113, knorrpromenade 2. Wirtschaft Die Verflüssigung See Profite. Während der Wirtschaftskrise werden in den Jndustriekändern. in erster Linie aber in den Vereinigten Staaten von Amerika, Lohn- Verkürzungen vorgenommen. Diese sind meistens größer als die Verbilligung der Lebenshaltuna. die mit dem Preisrückgang ein- getreten ist Demerkenswerte Mitteilungen macht dazu George Soule in der amerikanischen Zeitschrift„The Ration". Diese find für die kapitalistische Wirtschaftsordnung so kennzeichnend, daß wir sie im Auszug wiedergeben: Von den Arbeitgebern, welche die Wirtschaftskrise einfach dazu ausnutzen, um die Löhne ohne zwingende Gründe herabzusetzen, eine Art Erpressung, soll nicht gesprochen werden. Es sei ein gewisses Wohlwollen den Arbeitern gegenüber vorausgesetzt. Die Arbeiter protestieren gegen die Lohnverkürzungen und be- rusen fich auf die großen Gewinne, welche das Unternehmen vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise gemacht hat. Aus diesen Gewinnen könnte man die Löhne auf ihrer früheren Höh« er- halten. Der Unternehmer wird darauf antworten: Diese Gewinne existieren nicht meh., sie find verflüssigt. Was geschah denn mit diesen Profiten? Ein Teil ist als Dividende den Aktionären ausgeschüttet worden. Einen Teil bekamen die Direktoren und Lufsichtsräte. Di« Aktionäre erhielten aus den Gewinnen gratis oder zu sehr billigen Preisen neue Aktien. Wir müssen für diese neuen Aktien wieder Dividenden bezahlen, somit b« l a st e n dieselben das Unternehmen. Um unsere Waren abzusetzen, mußten wir Kredite bewilligen, di« vorerst noch nicht ernzutreiben find. Einen Teil der Gewinne haben wir in dem Betrieb angelegt. Auch haben wir ein Warenlager, das wir unter den heutigen Ler- HSltnissen nicht gut verinerten könne». Und was«F: den Ae« serv en? Ein großer Teil der Gewinne ist bekanntlich in di« Reservefonds übergeführt worden. Ja. wir wollten aber diese Re- serven verzinsen, kauften also Wertpapiere dafür, und man kann von uns nicht verlangen, daß wir diese zum Zwecke der Lohnzahlung in einem Zeitpunkt veräußern, wo der Kurs dieser Wertpapiere so niedrig steht wie gegenwärtig. Was sollen wir üm? Anleihen auf» nehmen zum Zweck der Lohnzahlung? Wir brauchen ja unsere» Kredit für andere Zwecke, für die Befriedigung von Gruppen, die einen Rechtsanspruch auf Bezahlung haben. Soule zieht auch die Folgerungen au» diesen Tatsachen. Me Klassen der Eigentümer gehen den Arbeitern voran. Man muß die Besitzer der neuemittierten Aktien schützen. Die Eigentümer der Obligationen usw. müssen ebenfalls geschützt werden. Ebenso muß der Reservefonds gewahrt werden. Nur der Arbeiter hat keinen Anspruch darauf, geschützt zu werden; er hat nichts zu fordern außer dem fälligen Wochenlohn. Er hat feine Arbeitskraft nicht k�pitali- siert. Die Zinsen der Anleihen können nicht heruntergesetzt werden, dagegen aber die Löhne! Die Löhne vertreten das flüssig« Element in der Situation! Das Recht der Arbeiter auf Lebensunterhalt kann, wie aus dem Gesagten hervorgeht, in der heutigen Wirtschaftsordnung schon aus technischen Gründen schwer durchgeführt werden, wenn nicht starke Eingriffe in die Privatinitiatwe der Unternehmer erfolgen. Die Liquidation der Textilnokstandsversorgung. In der gemeinsamen Sitzung des Wirtschafts- und des Sozial- politischen Ausschusses des vorläufigen Reichswirtschaftsrates erklärt« der Kommissar des Reichswirtschaftsministeriums für die Textilnot- standsversorgung, Ministerialrat Dr. Reichert, etwa folgendes: In den vergangenen Wochen haben die Selbstoerwal tungskörper der Textilindustrie und die Verwüstung der Textilnotstand- Versorgung zu der Frage Stellung genommen, ob diese Stelle, die die minder- bemitteste Bevölkerung mit billiger Kleidung versehen soll, aufgelöst werden kann. Die übereinstimmende Meinung aller beteiligten Kreise geht dahin, daß an eine Fortführung der Notstandsversor- gung mit Textilen in der bisherigen Form nicht zu denkeu ist. Dem- entsprechend hat auch die Gesellschaftsversammlung der Textilnot- standsversorgung ihre Auflösung zum 1. April 1921 b es schlössen, wozu dos Reichswirtschaftsministerium nunmehr sein Zustimmung gegeben hat. Die Frage, wie der unleugbar bestehenden Not der minderbe mittellen Bevölkerung an Kleidung in Zukunft gesteuert werden soll wird ein bei der Reichsstelle für Textilwirtschast gebildeter Ausschuß wester behandeln. Die Ausschüsse des Reichswirtschaftsrats nahm« diese Erklärung zur Kenntnis, ohne darüber in eine Erörterung ein zutreten. Die Messen in Königsberg. Das Bauprogramm der Deutsch«. Ostmesse soll bis zum Herbst 1921 vollendet fein. In Zukunft wird dann die Frühjahrsmesse regelmäßig am zweiten Sonntag des Monats Februar und die Herbstmesse am zweileu Sonntag des Monats August beginnen. Die Herbstmesse 1921 findet demnach vom 14. bis 19. August und di« Frühjahrsmesse 1922 vom 12. bis 17. Februar statt. Verninw. wr»«n redalt. Teil- Dr»ir»n veiler,«ldarlattendurg! Mr»zeigen: T>. Glotfe. Berlin. Verlag: VarwirtS-Bertag S. m. l>. H.. Berlin. Drn-k: Vor- «ärtS-BuchdriKterei« VeiTaaSanOalt Banl Linaer n Co.. Berlin Linacnltr. Z. Hierzu eine Beilage und llnterhaltnugibeilage„Heiurwelt-. Tt mm � I erhalten di« denlbar genanesie Anatunf, NN» besten Rat durch di» soeben erschein ende rsa, II UvWCIIlUvl VI ♦ Broschüre»an i Haneekaenv. Bar a9«4 sür mittellose Sied'er!«rrgentinienU Man oesteüb da» Buch lmit»rakt. Reisewmte». LandtartiN usw. 8,10 9U.) durch VastJarie direkt nan Haaerlanrp, Msinper i.«.. Slierustr. 41. die heute bekanntlich eis der Hdhe� punkt von Chick und Eleganz gelten, finden Sie bei uns in der von jeher bekannten, aller sdiöpfcndcn Auswahl und in diesen Hauptprcislagen: 375.- 425.- 590.- 650.- Der Nebenstehende z.B. an« rorzüg liebem, tocharllHea •trcnS modera und elegant»€T«r- bcllel rall rdsrotl gezogener KAckc». Partie nod einem tchmacken ändert» (arbigen Uni er kragen koafei 1 l s Äe* I T I I Königstraße 33 Chausseestraße 113 Am Bahnhof Alaxanderolats Beim Stettiner Bahnhof 71