Nr. 104. V Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin; Bierteljährlich 3,30 Mart, monat lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschlandu.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Poft- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bts 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Fefttagen bts 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Die Geschichte als geistige Waffe gegen die Sozialdemokratie. Mittwoch, den 6. Mai 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. wilhelm III. den„ Schöpfer eines freien Bauernstandes", erfüllten Periode unterlegen feien." Weiter nennt unser Verfasser in seiner Schrift Friedrich Adels, die nur einer von Krankhaften Staatstheorien Als Mittel zu weil er die Gutsunterthänigkeit beseitigt hat. Nun zur dem hochedlen Zweck der Wiedererhebung des Adelš" Verwandlung der damaligen gutsunterthänigen Bauern in schlägt man mit schamloser Frechheit vor: allmälig die freie, leistungsfähige, besigende Bauern genügt jenes Edift, öffentliche Meinung an das bestimmtere Hervortreten des das die Gutsunterthänigkeit aufhob, nicht, da bedurfte es Adels an die Spitze der Nation zu gewöhnen, damit„ wenn erst einer ganzen Reihe von Gesetzen zur Regulirung der erst die Macht der Meinung und der Sitte gewonnen sei, alten feudalen Eigenthumsrechte und zur Ablösung der auf dann sicher auch die Macht der Gesetze entgegenkommend die den Gütern ruhenden Feudallaften. Hand bieten würde." Die königliche Ordre vom 1. Januar 1889 betraute die Schule mit der Aufgabe, die Ausbreitung der sozialistischen und kommunistischen Ideen durch einen vertieften und er weiterten Geschichtsunterricht zu bekämpfen. Nun, vor uns liegt hier ein Geschichtsbuch, das ein schönes Stück neuer preußischer vertiefter und erweiterter Geschichte enthält. Es Hätte der Verfasser der Geschichte diese Gesetze genau betitelt sich:„ Ergänzungen zum Seminar- Lesebuch. I. Vater- gekannt, dann würde er jenen Ausspruch nicht gethan haben, ländisches." Wir geben hier einige Proben aus dem vater- daß Friedrich Wilhelm III. der Schöpfer des freien Bauern ländischen Geschichtsbuche zum Besten. Wie vertieft und standes gewesen sei. Gerade durch ihre unverzeihliche Nach erweitert sind beispielsweise die schönen Charaktereigenschaften giebigkeit gegen das preußische Junkerthum hat die ReFriedrich Wilhelms II. Jeder Bug der Leutseligkeit", der Tapferfeit" des feurigen, genialen" Prinzen ist mit großer historischer Gewissenhaftigkeit gebucht. Und da es solcher Züge nicht viele gab, so hat man in diesem Buche ein wirt lich erschöpfendes Berzeichniß derselben. Die Revolution von 1848 dagegen war ein wahrer Freiheitskrieg" des Volkes. Sie schuf die Grundlage des preußischen Verfassungswesens, sie gab der Agrar- Gesetzgebung einen kräftigen Anstoß. Mit einem Schlage wurden 24 gutsherrliche Berechtigungen abgeschafft. Und da wankten gierung Friedrich Wilhelms III. ganze Klassen besitzender, denn unter anderen auch folgende schöne Institutionen zu leistungsfähiger Bauern in besiglose Arbeiter verwandelt. Grabe: die Jagdleistungen, die Pflichten der Bewachung Lesen Sie, Herr Geschichtsschreiber, einmal Knapp's Bauern- der gutsherrlichen Gebäude, die Abgaben zu Taufen, Ausbefreiung" selbst nach, wie verheerend z. B. die Deklaration stattungen u. s. w., das Recht, die Gänse der bäuerlichen vom 29. Mai 1816 auf den Bestand der Bauernwirth- Wirthe berupfen zu lassen, die festgesetzten Dienste der Und das ist immerhin viel werth. Allerdings find schaften eingewirkt hat. Im Ganzen schuf die vielgerühmte Bauern für Reisen des Gutsherrn und seiner Beamten einige Züge seines Wohlwollens gegenüber Personen niederer preußische Agrargesezgebung bis 1848 nur 45 493 bäuerliche u. s. w. Jetzt nahm man die Ablösung der Bauern von Herkunft ausgelassen worden( z. B. gegen die Familie Rieß). Eigenthümer statt allein 60 000 spannfähiger und 161 000 ihren Feudallasten energisch in die Hand. Und ferner hat uns der Schriffteller keine historischen Beweis- spannfähiger und nichtspannfähiger Bauern, welche einst bis zum Jahre 1848 nur 289 651 Dienst- und AbgabenWährend sich stücke herbeigebracht, die den Ausdruck feuriger Prinz" das Gesetz von 1811 zu Eigenthümer machen wollte. pflichtige abgelöst hatten, lösten sich bis 1865 über eine rechtfertigen; obwohl es deren gerade sehr viele giebt. Diese Thatsachen können Sie selbst in der Schmoller Million Bauern von den Hand- und Spanndiensten ab. Dies find offenbar Lücken des Buches. schen Besprechung des Knapp'schen Werks über die Bauern- Das war so ein Stück Sozialpolitik, das man der Revolu Interessant ist es ferner, daß der Verfasser des kleinen befreiung", in dem Jahrbuch für Gesetzgebung, Volkswirth- tion verdankt. Von dieser darf man bei Leibe nichts den Geschichtswerkes in seiner Stizze über Friedrich Wilhelm II. schaft und Verwaltung" nachlesen. Seminaristen erzählen. nicht der Möllmerschen Religionsedikte gedenkt. Jedenfalls Ueber die Revolution von 1848 schweigt sich unser hat er alle Geschichtserzählungen über diese Editte auf patriotischer Historiker fast vollkommen aus. Grund tiefer Studien als Fälschungen erkannt und hat sie gerade für das Volt gegenüber den so sehr verherrlichten Und was hat daher denselben keinen Platz in seiner gewissenhaften Ge- Freiheitskriegen zu sagen! schichte gegeben. Sehr anzuerkennen ist die große Be- Hatten doch die Freiheitskriege das Zeitalter der heiligen scheidenheit des Verfassers, der von diesen neuen Resultaten Alliance, das Zeitalter der totalen Verknechtung des Volksfeiner Forschung über die Wöllmerschen Edikte so wenig geistes eingeläutet? Aufhebens macht. Er beschwert den Leser nicht mit dem bekannten Ueberall predigte man nach den Freiheitskriegen die gelehrten Apparate, den sonst die Herren Historiker bei Umkehr der Wissenschaft. Zur alleinseligmachenden Kirche Serartigen wichtigen Entdeckungen anzuwenden pflegen, er sollte wieder die gottentfremdete Seele zurückkehren. Den schreibt einfach furzweg nichts über die Wöllmerschen Edikte. lichtscheuen Geistern war es am wohlsten wieder in dem Der Verfasser spricht ferner von Mißgriffen und Halbdunkel der katholischen Kirche." Hatte man noch ein Frrungen der Regierung Friedrich Wilhelms II., ohne jedoch Recht", fragt Herr von Treitschke einmal, von Freiheitsdiese hier näher anzugeben. Wir vermuthen, daß er uns friegen zu reden, wenn mit der Freiheit auch die Jesuiten hierdurch auf Die vielen Unterschleife aufmerksam zurückkehrten und die Inquisition des katholischen Molochs machen wollte, welche sich preußische Beamte in von Spanien? Wenn in der Freiheit jene epidemische Ver Bolen haben zu Schulden kommen lassen. Wenigstens finsterung der Köpfe begann, das Konvertiten- Unwesen und macht uns Martin Philippson in feiner Ge- das lichtschene Treiben frommer Hegenmeister, der Krüdener schichte des preußischen Staatswesens vom Tode Friedrich und Hohenlohe?" Daß die Revolution ferner ein einziges großes Deutschzu finden. Wir lesen nur so neben bei, daß dem König land schaffen wollte, das ist in dem ganzen Schriftchen nicht Friedrich Wilhelm IV eine Kaiserkrone angeboten wurde? Ob dies die Krone von Brasilien oder Frankreich war, ist aus dem Geschichtsbuche nicht recht ersichtlich. Er hat eine Kaiserkrone ausgeschlagen, weil Recht und Gerechtigkeit ihm höher standen als Glanz und Hoheit." Friedrich Wilhelm IV. die deutsche Kaiserkrone, welche ihm So, so, weiß der Verfasser wirklich nicht, weshalb die Nationalversammlung anbot, ausschlug? Nun, weil sie nach den eigenen Worten des Königs eine Straßenpflasterkrone" war, ein imaginärer Reif, aus Dreck und Letten gebacken", eine Krone, die mit dem Ludergeruch der Revolution" behaftet war. nügen hier, um die Gewissenhaftigkeit der GeschichtsWir glauben, diese Proben aus dem Geschichtsbuche ges forschung des Verfassers zu charakterisiren. Nun noch ein Wort über den Geist der Wahrhaftig des Großen bis zu den Freiheitskriegen" darauf aufmerksam, So gottesfürchtig und dem Himmel zugekehrt sich auch keit, der in diesem Verfasser wohnt. Derselbe muß natürlich daß der preußische Staat durch die Verschleuderung der immer die herrschende Adelsklasse gebärdete, so vergaß sie in seiner vaterländischen Geschichte der Sozialdemokratie großen polnischen Güter( der Starostengüter zc.) an die darum nicht das Diesseits. Im Gegentheil verstand sie es, einen tüchtigen Eselstritt- denn anders kann man diesen Günstlinge des Königs in unverschämtester Weise um wahr sich immer größere Standesvortheile zu erobern. In ver- Ausfall gegen unsere Partei nicht bezeichnen versetzen. haft ungeheuerliche Summen betrogen" wurde. Auch Barn- schiedenen deutschen Landestheilen, namentlich in Preußen, Er schreibt: Was den vorhandenen Staat schützt und hagen von Euse gedenkt dieser schamlosen Betrügereien schloß sich der Adel zu großen Vereinen zusammen, um seine aufrecht erhielt, Monarchie, Religion, Vaterlandsliebe, war hoher Beamten in der Biographie Hans v. Helds. Hier Kasteninteressen besser wahren zu können. den meisten( nämlich Sozialdemokraten) ein Greuel; mauche dürfte man wohl etwas mehr Deutlichkeit und Genauigkeit Im Programme der schlesischen Adelsreunion wird wollten sogar die Grundlagen des sittlichen Zusammenlebens, in der geschichtlichen Darstellung von Seiten des Historikers als Zweck der Verbindung angegeben: die Wieder die Ehe, beseitigen und das Eigenthum abschaffen."( Da erwerbung der Rechte und des Besitzes des deutschen muß Hänschen doch schließlich das Gruseln erlernen.) erwarten. Feuillefont. Nachdruck verboten.] [ 53 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol von Robert Sa, weichel. wie nasses Stroh; da kann man Feuer hineinwerfen und neter Landjäger machte den Beschluß. Die Gefangenen es brennt nicht." wurden von den Soldaten in die Mitte genommen und der Bug setzte sich in Bewegung. Der Korporal mit seinem Landjäger schloß sich ihm an. Mach' Du uns keine Geschichten," mischte sich Mutschleituer ein; ich hab's Dir schon gestern gesagt. Es wird schon brennen, wenn's Zeit ist. Die Bayern tragen ja fleißig Holz zu.“ rief eine jugendliche Stimme." Sollen wir das leiden? Und derweilen werden wir selber von ihnen geschmort," Ambros was meinst?" Ein allgemeiner Aufschrei der Menge empfing die Schrei, in dem sich Schrecken, Jammer und Zorn Gefangenen bei ihrem Erscheinen im Hofe. Es war ein mischten, ein Schrei, so herzdurchdringend, daß der Offizier einen Augenblick stutzte, dann winkte er hastig mit dem Der Oberlieutenant ließ sie gewähren. Er ging Die Frage wurde von Vielen wiederholt. Ambros Degen und der Tambour begann zu schlagen. Weinend, auf dem Hofe gemächlich hin und her, die linke Hand auf schaute sich um. Die jungen Burschen hatten sich allmälig schreiend, klagend, fragend umdrängte die Masse den Zug, das Gefäß seines Degens gedrückt, so daß der Spieß wag- um ihn geschaart, seitdem er auf dem Anger erschienen war, der sich nur langsam fortzubewegen vermochte. Die Ge recht hinter ihm wegstand, gähnte, brehte an seinem und wie in früherer Zeit erwarteten sie von ihm, daß er fangenen gingen, die Einen mit finstern oder wild trotzigen Schnurrbart, zupfte an seinen Handschuhen oder schaute nach den Ausschlag gäbe. Die Kampflust leuchtete ihnen hell aus Mienen, die Anderen verzagt, Ginige mit Thränen in den der Thurmuhr, unbekümmert um die aufgeregten und finstern den Gesichtern. Ambros' breite Brust hob sich, und seine Augen, zwischen den Soldaten, die fortwährend die Menge Mienen der Dörfler und die Drohungen, mit denen die Augen blitten. Menge die Neckereien der Soldaten zu beantworten anfing. von sich abwehren mußten. Das ununterbrochene Wirbeln Nur einmal blieb er stehen und lachte kurz auf. Eine mando. An die Gewehre!" ertönte auf dem Hofe das Kom- der Trommel verhinderte die Gefangenen, sich ihren Stimme rief dem Tambour zu:" Nimm Dich in Acht, Landslenten verständlich zu machen und der Oberlieutenant wenn ich Dich unter die Fäuste kriege, gerb' ich Deine ein Paar Worte mit dem Offizier gesprochen und war wieder der Gefangenen bestürmt wurde, ein mürrisches Schweigen Ein Landjäger war aus dem Hause gekommen, hatte sette allen Fragen, mit denen er über das Schicksal eigene Haut zum Trommelfell; darauf soll Euch Allen der zurückgegangen. Auf das weithin schallende Kommando des entgegen. Der Zug bewegte sich über den Anger nach dem Satan den Marsch zur Hölle schlagen." Oberlieutenants ward es in der Menge draußen still und Schulhause. Als er an der Ecke des Kirchhofes, der Schule Das Gamsmanndl mußte in einen großen Born in fast athemloser Spannung folgte jedes Auge den gegenüber, angekommen war, tam ihm eiligst Herr Moltengerathen sein, daß es in der erwähnten Weise aus Bewegungen der Soldaten, die sich vor der Thür des Gerichts- becher entgegen. Der hochwürdige Herr war im Hausrock feiner gewohnten Schweigsamkeit herausgetreten war. Es hauses mit angezogenen Gewehren aufstellten. Der Ober- und in Schuhen, und sein Käppchen bedeckte sein silberweißes fuhr auch gegen Ambros, der neben ihm stand, auf lieutenant verschwand für eine Weile im Hause. Als er Haar.„ Der Herr Pfarrer!" rief es in der Menge, und es Ladinisch fort:" Hättet Ihr gestern auf mich gehört, würden wieder zurück kam, folgte ihm ein Landjäger mit Ober- und flang wie ein hoffnungsvolles Aufathmen. Herr Moltenwir die blaue Satansbrut jammt ihren Ofengabeln zum Untergewehr, und hinter diesem kamen paarweise diejenigen, becher machte schon von Weitem dem Oberlieutenant Zeichen, Thal hinausgeworfen haben. Haben wir nicht im Noth- die vor das Amt gefordert worden waren, mit dem Rücken und dieser befahl dem Tambour, seine Stöcke ruhen zu falle unsere Stutzen daheim hängen? Aber Ihr seid Alle gebundenen Händen. Es waren ihrer Zehn. Ein bewaff- laffen und ließ Halt machen. Ihren Bestrebungen war durch die Lehre vom Volkswillen legte, aus denen wir gegen dasselbe in seiner Gesammtheit J andere Gewerbe, die unter besonderen Verhältnissen betrieben als alleiniger Rechtsquelle und von der nothwendigen Ab- stimmen müssen. Nachdem dann Lingens im Namen werden und zum Beispiel keine Unterbrechung gestatten, hängigkeit des Staates von der Mehrheit des Volkes be- des Zentrums einige ziemlich unwesentliche Bemerkungen Ausnahmebestimmungen zu treffen. ziehungsweise der Volksvertretung vorgearbeitet worden gemacht hatte, trat das Haus in die Spezialberathung ein, Leider dürften Kammer und Senat diesem Gesetzes. ( das ist ja eine ganz teuflische Lehre), ebenso durch den die, bei dem allseitigen Wunsch, die Arbeiten möglichst rasch vorschlage nicht zustimmen, obgleich er ganz den Wünschen Materialismus mit seiner Jagd nach Geld und Genuß und zu beendigen, sofort in ein sehr schnelles Tempo fam. Die der Arbeiter entspricht, wie die aufgenommene Enquete befeiner Gleichgiltigkeit, um nicht zu sagen Feindschaft gegen Verschlechterungs- Kommission" war leider nicht ohne Erfolg weist. Wie auch das Schicksal des Entwurfes in der weiteren die Religion. Die Freizügigkeit und die Vereinsfreiheit, thätig. Sie durchlöcherte die schon ohnedies arg durch- parlamentarischen Behandlung sein wird, so muß dieser sowie das allgemeine und gleiche Stimmrecht wurden von Löcherte Sonntagsruhe noch vollends, indem sie durch- Beschluß der Kommission doch als ein anständiger und der Sozialdemokratie auf's Nachdrücklichste ausgenugt, ihre setzte, daß Nr. 1 des§ 105 c, die Ausnahmen, welche er prinzipiell nützlicher anerkannt werden; er unterscheidet sich Macht zu verstärken.( Wie geschickt hier die Grundlagen bisher nur zur Beseitigung eines Nothstandes oder zur vor Allem außerordentlich vortheilhaft von den Beschlüssen unseres gesammten Verfassungswesens herabgesetzt und ver- Abwendung einer Gefahr" gestattete, für jeden Noth der Arbeiterschutz- Kommission des Deutschen Reichstags. dächtigt werden.) Wo es ihr gelang, sich einzunisten, da fall" zuläßt ein so gummiartiger Begriff, daß machten sich die Wirkungen bald in erschreckender Weise geltend." alles unter ihn gefaßt werden kann. Die letzte Pariser Volkszählung ergab eine Ein( Wollen Sie uns nicht vielleicht hier einige kleine statistische Bu§ 115( handelnd von der Lohnzahlung) haben die wohnerzahl von 2 423 000 gegen 2 261 000 im Jahre 1886. Thatsachen anführen, Herr Verfasser?)- Doch weiter. Sozialdemokraten den Antrag gestellt, eine solche Fassung In Italien scheint viel Zündstoff aufgehäuft zu sein. Die Ehrfurcht vor jeder Autorität in Staat, Kirche und anzunehmen, welche prinzipiell alle Lohneinbehaltungen und In der Stadt Parma, wo die Maifeier ruhig verlief, Gesellschaft wich, die Ausschreitungen im Reden wurden Lohnabzüge verbietet, soweit solche nicht durch Gesetz austam es heute zu Aufläufen. Einer Wolff'schen Depesche maßlos, die Brutalität im Handeln nahm überhand."( Hier drücklich zugelassen sind." Dieser Antrag fand ebenso wenig entnehmen wir hierüber folgendes: " " Die Maidemonstration der italienischen Arbeiter will die Regierung zur Veranlassung nehmen, ein Ausnahmegesetz gegen die Anarchisten einzubringen. Zuerst provozirt man, dann wird geschossen und zuletzt macht man Ausnahmegesege. Es ist das bekannte alte Spiel, das aber jeder Abc- Schüße in der Politik durchschaut. In Wirklich keit spielt sich die Sache nämlich so ab: Man will Ausnahmegesetze, dazu braucht man einen Anlaß, deshalb muß geschossen werden und damit man die öffentliche Meinung Für die Neichstags- Erfahwahl in Meppen ist jetzt für sich hat, müssen Provokationen vorhergehen. Wir müssen vom Zentrum nachdem v. Hertling abgelehnt der leider annehmen, daß das italienische Parlament sich bereit Landtags- Abgeordnete Amtsgerichtsrath Brandenburg auf- finden wird, für ein Ausnahmegesez zu stimmen, troß der offenkundigen Machinationen, troß der Erfahrungen mit den gestellt worden. Ausnahmegesehen Deutschlands und Desterreichs. Uebrigens verbreitet die offiziöse Presse der Herren Nicotera und Rudini schon, daß eine Auflösung der Kammer in Aussicht genommen sei, man will wohl eine noch willfährigere Kammer haben als die jetzige. dürfte vielleicht auch ein wenig kriminalstatistisches Material eine Majorität wie der weitere sozialdemokratische Antrag Infolge der Erhöhung der Brotpreise durchzog eine am Blaze sein.) Die Arbeiter wurden immer anspruchs- auf Streichung des§ 119a, welcher von den Lohneinbehal Menschenmenge die Stadt, begab sich sodann vor die Munivoller, ihre Leistungen immer geringwerthiger." Zwar tungen handelt. Bei§ 120 betamen wir eine Diskussion zipalität und verlangte die Herstellung des früheren Preises. sind die Produktenmassen, welche die Arbeiter in den letzten über die Fortbildungsschule mit den obligaten Es gelang der Sicherheitswache leicht, die Masse gütlich Jahrzehnten schufen, enorm gewachsen, wie dies die riesigen Razbalgereien zwischen Kirche und Staat, die beide gern die zum Auseinandergehen zu bewegen. Als dann aber die Exportziffern der siebziger und achtziger Jahre beweisen, Fortbildungsschule mit Haut und Haaren sich einverleiben" Weiber sich von Neuem zusammenrotteten und die Arbeitezwar hat man direkt in einigen Arbeitszweigen, wie in dem möchten. Ein fortschrittlicher Antrag auf theilweise Be- rinnen auf ihren Arbeitsplägen zum Niederlegen der Arbeit Bergbau, die Zunahme der durchschnittlichen Jahresleistung freiung der Fortbildungsschule von der Kirche wurde, obdes Arbeiters statistisch nachweisen können; aber das hat gleich der Handelsminister von Berlepsch sich prinzipiell aufforderten, schritt die Polizei abermals ein, zerstreute die Alles nichts gegen den Ausspruch eines„ vaterländischen" dafür erklärte, doch abgelehnt. Durch Frömmigkeit zeichnete Ansammlung und nahm 4 Verhaftungen vor. Geschichtsschreibers zu sagen. sich bei dieser Gelegenheit König Stumm aus, welcher So ein Vaterlandsfreund darf sich auch folgende Un- den praktischen Nuzen der Religion sehr wohl kennt. wahrheit im hohen und heiligen Dienste der Staatsregie- Um 1/26 Uhr vertagte sich das Haus. rung erlauben. Er sagt, die Vorlage gegen die An der Spezialdebatte, die im Ganzen sehr ruhig vergemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokraten lief, betheiligten sich sozialdemokratischerseits die Abgeordfand erst dann die Zustimmung des Reichstages, neten Singer, Bebel, Molkenbuhr, Birk und nachdem ein Attentat( im Sommer 1878) auf die geheiligte Io e ft. Morgen wird aller Wahrscheinlichkeit nach die dritte Person des greisen Monarchen, der schwer verwundet für Lesung zu Ende geführt werden. lange Zeit auf ein schmerzensvolles Lager geworfen wurde, Nächste Sigung morgen Vormittag 11 Uhr. gezeigt hatte, daß den Fanatikern der neuen Lehre nichts heilig sei, nicht einmal das Leben eines der trefflichsten und wohlwollendsten Fürsten, die je das Szepter geführt." Mit einigen Federzügen verwandelt hier der wahrheitsliebende patriotische Schriftsteller den Lump Hödel und den Frrenhäusler Nobiling in Fanatiker der sozialistischen Lehre. Tausend- und Abertausendmal haben wir den Beweis ge: führt, daß der verkommene Hödel, von uns aus der Partei mit Schimpf und Schande hinausgeworfen, sich der christlich sozialen Partei angeschlossen hat und, daß der geistig zerrüttete Nobiling uns als wackerer Nationalliberaler in öffentlichen Versammlungen bekämpft hat. Nun, das thut alles nichts, immer fleißig darauf los gelogen, es handelt Die Kontrollmarke, welche von den deutsch en sich ja nur um die Sozialdemokratie. Nun, ihr Herrn Hutmachern eingeführt worden ist, wird von den Herren Patrioten vom Schlage dieses Historikers, seid ihr denn schon Unternehmern mit sehr unfreundlichen Blicken angesehen, Der Frantf. 8tg." entnehmen wir folgende Ausso bankerott, daß ihr derartige verrostete kothbesprißte Waffen was ja auch in Anbetracht der" Begehrlichkeit" jener lieferungsgeschichte aus Kopenhagen: Herren sehr natürlich ist. Da alle Versuche, die Kontroll- Ein junger Pharmaceut, Namens Berghell, der in FinnUnd eine so gefälschte Geschichte soll in unseren Semi- marke zu Fall zu bringen, nichts genügt haben, so sind die land geboren ist und an der Universität in Dorpat studirt narien fast erwachsenen Menschen als Bildungs- und Er- Herren zu guter Letzt auf ihr bekanntes Späßchen verfallen, hat, hatte in diesem Winter in der schwedischen Stadt Jönziehungsmittel dienen? die Kontrollmarke todt zu sagen, wie sie das so oft töping einen Vortrag gehalten, in welchem er sich gegen das schon der sozialdemokratischen Partei gegenüber ge- offizielle Christenthum aussprach. Für diesen Vortrag wurde than haben. Nun, das alte Sprichwort, daß wer er wegen Blasphemie angeklagt und zu drei Monaten Ges lebendigem und gesundem Leib toot gefagt fängniß verurtheilt. Diese Strafe hatte er in der vorigen Politische Lebericht.ird, nur um so gesunder wird und um ſo länger lebt, Woche in Malmö abgebüßt, er wurde jedoch nicht in Frei scheint sich auch hier zu bewahrheiten. Die Kontrollmarte beit gesetzt, weil er sich in seinen Vorträgen auch gegen gegen uns anwenden müßt? Die feiner Zeit in der bekannten Angelegenheit dem Welfenfonds entnommene Summe soll viel höher gewesen sein, als bisher angegeben wurde. In Abgeordnetenkreisen wird nach der Staat. Korr." erzählt, daß der Schwieger vater des Ministers v. Bötticher über achtmalhunderttausend Mark erhalten haben soll. " = Unser Genoffe Körner wurde wegen seiner Zugehörige feit zu unserer Partei von der Universität Rom ausgeschlossen. Berlin, 5. Mai. befindet sich vortrefflich und hat soeben eine Reise, ja man die entseglichen Zustände, die in Rußland Der Reichstag nahm heute zunächst nach kurzer und kann es einen Eroberungszug nennen, nach Frank- gegenwärtig herrschen, ausgesprochen hatte. Die rein formeller Debatte einen Antrag auf Abänderung des reich unternommen, und zwar auf Wunsch der französischen schwedische Regierung beschloß daher, ihn aus dem § 157 des Alters- und Invaliditäts- Gesezes Sutmacher, welche die Kontrollmarte auch in Lande auszuweisen und an die russischen Bean. Der Antrag ist mehr redaktioneller Natur, insofern Frankreich einführen wollen, einer den Arbeitern nachtheiligen Auslegung des betreffenden Paragraphen( den Bezug der Alters- und Invalidenrente betreffend) vorgebeugt werden soll und er trägt die Unterschriften von Abgeordneten aller Parteien. Bravo! Und gut Glück! " hörden in Finnland auszuliefern. Vorgestern wurde er von der schwedischen Polizei von Malmö nach Ropenhagen transportirt. Als Berghell hier antam, Der Ausschuß der französischen Kammer für erklärte er, gutwillig nicht weiter gehen zu wollen; die Arbeiter- Gesetzgebung hat nach der Vossischen er sei hier in einem fremden Lande, dessen Ge Die dritte Lesung des sogenannten Arbeiter Beitung" einen kühnen Beschluß gefaßt: er hat die Reseze er nicht verletzt, und wo die schwedische Polizei keine schuß- Gesezes wird hierauf wieder aufgenommen gelung des gefeglichen Arbeitstages unter Macht über ihn habe. Die schwedische Polizei rief jedoch wieder vor leerem Haus. Nur die sozialdemokratische nommen und festgestellt, daß er im Allgemeinen zehn die dänische um Hilfe an, und diese machte kurzen " Ecke" war gut besetzt: die Mairedner sind wieder zurück- Stunden dauern soll. Einzelne Gewerbe nimmt er von Prozeß mit Berghell, indem sie ihn mit Gewalt auf das geschwärmt und auf ihren Gesichtern ist zu lesen, daß sie dieser gesetzlichen Bestimmung aus. So soll für alle Dampfschiff brachte, das ihn denselben Tag nach Finnland sehr zufrieden sind. Begleute, die in unterirdischen Minen arbeiten, der führte. Welches Schicksal ihn dort erwartet, kann man sich Bur Generaldebatte sprach als sozialdemokratischer Arbeitstag blos acht Stunden betragen, ganz leicht denfen. Die hiesige liberale Presse protestirte ener Redner Joe st, der unsere Einwürfe gegen das Gesetz in wie es die Bergleute auf ihrem Weltkongresse gefordert gisch gegen die Behandlung, die man dem unglücklichen seiner jetzigen Gestalt zusammenfaßte und die Gründe dar- haben. Der Ausschuß behält sich außerdem vor, für gewisse jungen Manne hier hat angedeihen lassen. Man könnte Ein Aufschrei aller derjenigen, die es hörten, und von den Gefangenen die flehenden Rufe: Helft uns! rettet uns!" " Ich vermuthe, daß Sie im Auftrage Ihres Herzens zu mir kommen," begann der Kommissar, der ihn unbeweglich angehört hatte. " Ich bitte Sie, mein Herr Offizier", rief der Greis worauf er in seinem Gange innehielt und den Pfarrer über ihm. Sie sollen es überwachen, nicht es unter die mit raschem Athem, was hat der Auftritt zu bedeuten? fragend ansah. Füße treten." was soll mit den armen Menschen geschehen, die Sie da ge- Dieser ergriff denn auch sofort das Wort, schilderte die Der Landrichter nickte ihm zu. Der Kommissar aber bunden mit sich führen?" große Aufregung, welche die ungewöhnliche Maßnahme des sagte:„ Das Exempel, das ich an den Zehn aufstellen lasse Hm, Herr Pfarrer," versetzte der Oberlieutenant, die Kommissars erregt hätte und bat, von ihrem Vollzug Ab- wird genügen, Ihre Gemeinde für alle Zukunft zu warnen. Rerle haben eingestandenermaßen an dem Spektakel gegen stand zu nehmen. Die Sache ist damit abgethan. Aber hüten Sie sich, mein den Schmied theilgenommen und sollen jetzt dafür ihren Herr Pfarrer," fuhr er fort, indem er sein Lorgnon vor Lohn kriegen. Jeder fünfundzwanzig!" die Augen brachte brachte und damit den Geistlichen von Kopf bis zu Füßen maß,„ hüten Sie sich, daß Sie Als Seelsorger der Gemeinde und mit deren Vor- selbst nicht das Gesetz übertreten, indem Sie die Re steher," schaltete der Geistliche ein. gierung schmähen. Bochen Sie nicht zu sehr auf Der Pfarrer trat erschrocken einen Schritt näher Ihr Gewand, die Geduld der Regierung, als deren Ver und rief:" Es ist unmöglich! Das barbarische Urtheil darf und sagte mit einem scharf sich zuspißenden Tone: Nun Gehorsam ohne Unterschied des Standes." Der Kommissar machte eine kleine förmliche Verbeugung treter ich zu Ihnen spreche, ist nahezu erschöpft. Sie fordert vollstreckt werden. Warten Sie wenigstens, wohl, mein Herr Seelsorger, hätte Ihnen die Wohlich mit dem Herrn Kommissar Rücksprache fahrt Ihrer Gemeinde stets so warm am Herzen gelegen, gegnete Herr Moltenbecher erregt, nur nehmen Sie den Verfahren Sie mit mir, wie es Ihnen beliebt," ent genommen habe. Ich bitte, ich beschwöre Sie, bei allem, wie in dieser Stunde, dann befände sich die Regierung barbarischen Urtheilsspruch zurück! Woher soll dem ge was Ihnen theuer ist, gedulden Sie sich nur so lange!" nicht in der unangenehmen Lage, ein Exempel statuiren zu meinen Manne die Achtung vor dem Geseze kommen, went Dem Oberlieutenant mochte es nicht unlieb sein, vom müssen. Hätten Sie die Gemeinde stets zum Gehorsam er erfahren muß, daß die Regierung selbst es nicht achtet? Kommando einer Execution befreit zu werden. Er erklärte gegen die Obrigkeit angehalten, hätten Sie ihr die Lehre Man redet ihm vor, daß sie nur sein Bestes wolle, daß sie sich nach einem furzen Nachdenken bereit, den Pfarrer nach von der Nächstenlieve ordentlich eingeschärft, dann würde ihn aufklären und zum Menschen machen wolle, und sie ents dem Gerichtshause zurück zu begleiten und übergab das Kom- diese Auflehnung gegen die Verordnung der königlichen Re- würdigt die Menschheit in ihm, raubt ihm die Selbstachtung, mando dem Unteroffizier, der den Zug nach dem Schulhause gierung nicht stattgefunden, und sich nicht in den Hasse indem sie ihn mit Stockschlägen behandelt, als ob er ein weiterführte. Herr Moltenbecher, der unterdessen des alten gegen einen Wann dokumentirt haben, dessen einziges Unrecht und wäre." Arigaya ansichtig geworden, winkte diesem, ihn als Gemeinde- es unter Ihnen ist, derjenigen Nation anzugehoren, in der vorstand zu begleiten. unser erlauchtes Königshaus wurzelt." nicht bis " „ Ich will diese Aeußerungen nicht gehört haben," sagte der Kommissar.„ Ich rechne sie Ihrein greisen Haar In der Gerichtsstube diktirte der Herr Kommissar dem Herr Moltenbecher schaute bei diesen unerwarteten Vor- zu gut. Der aufsässige Geist Tyrols fordert die Schreiber eine Proklamation, die an der Kirchenthür an- würfen wie verloren um sich. Dann legte er die unnachsichtliche Strenge der Regierung heraus. Es bleibt geheftet werden sollte. Er ging dabei in der Stube auf Hand auf das Herz und rief:" Der Himmel ist mein Beuge, bei meiner Entscheidung." und ab, die linke Hand auf dem Rücken, die rechte zwischen daß ich meines heiligen Amtes immer nach bestem Wissen Er verbeugte sich kurz, um dem Geistlichen anzudeuten Busenstrich und Weste eingeschoben. Der Landrichter faß und Gewissen gewaltet habe. Aber es soll hier nicht von daß er entlassen wäre; von dem Müller hatte er keine Notiz am Tische, wühlte sich im Haar, nahm bald das Feder- mir geredet werden. Ich bin jeden Augenblick bereit, meinem genommen. Der Pfarrer aber rief:„ Nein, mein Herr Kommesser, bald eine Feder vom Tische auf und warf sie wieder Richter Rede zu stehen, dem weltlichen, wie dem ewigen. missar, es darf dabei nicht sein Bewenden haben. Seien fie von sich. Der Blick, den er dem Pfarrer zuwarf, als dieser Es handelt sich um die Unglücklichen, die von ihrer Auf- menschlich; lassen Sie den Prozeß seinen vorschriftsmäßigen mit seinen Begleitern hereintrat, war kein ermuthigender. regung verführt, gegen die Geseze verstoßen haben. Ich Gang gehen, lassen Sie dem Gesetze seinen Lauf! She „ und trägt die Gemeinde den Schaden, der von bitte nicht um Gnade für sie, sondern um Gerechtigkeit. Härte verdirbt alles! Werfen Sie nur einen Blick auf die den Tumultuanten an dem Hause des Schmiedes, Wolf. Was sie gegen das Gesetz gefehlt haben, das sollen sie auch aufgeregten Massen draußen. Noch hoffen sie auf Gerechtig gang Lechner, angerichtet worden ist, und zahlet be- nach dem Gesetz büßen, aber nicht nach Willkür, nicht Einige feit! Laffen Sie das grausame Urtheil vollstrecken und ich jagtem 2c. Lechner ein Schmerzensgeld von einhundert für Alle, nicht Zehn für Hundert. Nein, mein Herr Kom- stehe für nichts." Gulden," diktirte der Kommissar eben den Schluß, missar, auch die Regierungen stehen unter dem Geseze, nicht ( Fortsetzung folgt.) fich in die Zeit der Rezerverfolgungen im Mittelalter zurück- Bedenten en bloc angenommen. Es ist ja möglich, daß, wenn| Truppen umgeben. Alle Anzeichen sprechen für einen Ausstand versett glauben," schreibt" Politiken", wenn man sieht, daß das Abgeordnetenhaus bei seinem Beschlusse bleibt, sich von längerer Dauer. Lüttich, 4. Mai. Hier haben neue Unruhen stattgefunden. ein geachteter und gebildeter Mann als ein Verbrecher be- doch noch ein Weg der Verständigung finden wird; aber handelt wird, nur weil er es gewagt hat, eine andere reli- das ist nicht sicher, deshalb ersuche ich Sie, dem Beschlusse des Zusammenstöße zwischen Gendarmen und Soldaten mit Arbeitern giöse Meinung als diejenige der schwedischen Regierung zu anderen Haufes beizutreten. Dixi et animam meam salvavi! werden aus allen Revieren gemeldet. In Tilleur und Umgegend Abg. Humann( 3.) erklärt sich für den Steuersatz von 4 vom zählte man zahlreiche Verwundete. Nach Lüttich marschiren aus haben." In der schwedischen Kammer wollte der Abgeord- Hundert. Man müſſe, wenn man einen gerechten Steuertarif allen Theilen des Landes Truppen heran. Die Stadt scheint in nete für Gotheborg, der Redakteur Hedlund, am 29. v. M. aufstelle, auch an die indiretten Steuern denken, die namentlich Belagerungszustand gesetzt werden zu sollen. Die Bevölkerung iſt bie Regierung wegen der unberechtigten Ausweisung Berg- die kleineren Einkommen schwer belasten. Wenn man oben die beunruhigt. Die Arbeiter sind in unbeschreiblicher Aufregung. hell's interpelliren, die Kammer beschloß jedoch mit 116 Steuer von 4 vom Hundert beseitigt, dann muß man auch den Nachrichten aus dem Borinage bezeichnen den Ausstand als dauernd und ernsthaft. gegen 83 Stimmen, die Interpellation abzuweisen. In ganzen Tarif bis in die unterſten Stufen hinab ermäßigen. Schweden ist die reaktionäre Strömung noch stärker als in Dänemark. Wie aus New York gemeldet wird, kehrten Parnell und die irischen Delegirten entmuthigt von ihrer Rundreise im Westen zurück. Der Ertrag der Vorträge deckte kaum die Reisekosten. Sie fanden überall nur geringes Interesse, während die Presse sie boykottete. Abg. Hobrecht( ntl.): Die Mehrheit von uns hat damals Lüttich, 5. Mai. In der verflossenen Nacht platte vor der an dem Sage von 3 vom Hundert festgehalten, eine erhebliche Wohnung des Ingenieurs Dupont eine Dynamitpatrone. Ein Minderheit hat für 4 vom Hundert gestimmt. Wir haben es für Thorflügel wurde zersplittert, die Hausschwelle beschädigt und die zulässig gehalten, in dieser Frage zu verschiedenen Ergebnissen zu Fensterscheiben des Hauses Dupont und der Nachbarhäuser zerkommen, denn die reine Gerechtigkeit ist im Steuerfaze niemals trümmert.( Siehe weiter unten die Depesche aus Mons. Red.) Lüttich, 5. Mai. Die Versuche, die von Mitzu erreichen. Die Mehrheit von uns ist auch jetzt noch der Ueberzeugung, daß es nicht richtig ist, über den Satz von 3 vom gliedern des Generalraths der Arbeiterpartei Sundert herauszugehen; um so leichter wird es uns, für den behufs Beendigung des Streits gemacht wurBeschluß des Herrenhauses zu stimmen. den, sind im Lütticher Rohlenbecken ohne Er Abg. v. Bedlin( ft.): Ich kann weder materiell, noch taktisch folg geblieben. Nach einer von der„ Voss. 3tg." wiedergegebenen Mel- mit dem Vorredner übereinstimmen. Wenn eine erhebliche Mehr- Mons, 5. Mai. In der vergangenen Nacht 1 Uhr explobung des Daily Telegraph" aus Petersburg, 4. Mai, heit dieses Hauses sich für den früheren Beschluß ausspricht, so dirte vor dem Hause eines Arbeiters aus Horny eine Dynamitzufolge entdeckte die dortige Polizei das Bestehen einer weit wird das Zustandekommen wesentlich gefördert, je größer die patrone, durch welche die Fassade des Hauses zerstört wurde. verzweigten revolutionären Verbindung, welcher haupt Mehrheit ist. Diejenigen, die also noch zweifelhaft sind und die Es soll Racheatt vorliegen, weil der betreffende Arbeiter gestern sächlich Literaten und Studenten angehören. Täglich finden Vorlage fördern wollen, müssen für 4 v. H. stimmen. Wenn gearbeitet hatte.( Ebenso wahrscheinlich ist, daß die Herren Verhaftungen statt. Sonntag wurden 70, am Montag der Finanzminister in gleich beredter Weise, wie er heute für Pourbaix und Genossen wieder an der Arbeit sind. Red. des 83 Studenten verhaftet, von der Universität ausgestoßen 3 v. H. gesprochen hat, auch für die 4 v. H. spricht, dann wird" Vorwärts".) und aus der Hauptstadt verbannt. Ueber zwanzig harren das Herrenhaus sich unseren Beschlüssen anschließen. Abg. v. Kardorff erklärt sich für die Beschlüsse des Herrender Verschickung nach Sibirien. hauses. " Die eine reaktionäre Masse" tritt auch in den die 4 v. S. stimmen, auch Diejenigen, welche früher für 3 v. H. Abg. v. Jagow( t.): Meine politischen Freunde werden für Vereinigten Staaten langsam in die Erscheinung. gestimmt haben, um die Mehrheit möglichst groß zu machen und In Süd- Karolina haben sich nämlich auf einer Ron- dem Herrenhause einen abweichenden Beschluß zu erleichtern. vention der Republikaner viele Demokraten eingefunden und Wenn oben abgestrichen wird, dann fann man auch die Steuerihre Absicht kundgegeben, sich mit Jenen zu verschmelzen. fäße nach unten hin erleichtern, aber dieser Weg ist für uns nicht Es ist dies eine Folge des Sieges der Farmer- Alliance gangbar; denn wir wollen die Einkommensteuer zur Grundlage bei den letzten Wahlen, und handelt es sich also hier um der Staatssteuern machen. Abg. v. Gneist erklärt sich gegen die 4. v. H.; seine Auseine Vereinigung der tapitalistischen Ausbeuter gegenüber den mittleren und führungen bleiben aber auf der Tribüne unverständlich. kleinen ländlichen. Wenn erft in einzelnen Staaten mit großer Mehrheit für die Beschlüsse des Herrenhauses stimmen Abg. Rickert: Man nahm allgemein an, daß dieses Haus mächtige Arbeiterparteien auf der Bildfläche erscheinen, die würde. Jetzt ist das Gegentheil der Fall: Man ereifert sich nicht unter dem Einflusse von politischen Drahtziehern" gegen das Herrenhaus. Unser Antrag will eine Ermäßigung der stehen, so dürfte sich jener Prozeß noch umfangreicher voll- mittleren Stufen herbeiführen; er ist ja aussichtslos, aber ziehen und schließlich auch eine Spaltung unter den Farmern er bedeutet einen Protest in letzter Stunde gegen die Unzur Folge haben, von denen die kleineren auch in der Farmer- gerechtigkeit. Alliance doch nur die Stiefkinder sind. Damit schließt die Generaldiskussion. abgelehnt. = Korrespondenzen und Parteinachrichten. Aus Sachsen, 4. Mai, schreibt man der Voff. 3tg.": unter Bezugnahme auf die neuerdings eingetretenen Veränderungen in der Gesetzgebung bringt jetzt die Kreishauptmannschaft zu Zwickau auf Anordnung des sächsischen Ministeriums des Innern zur Kenntnißnahme, daß es in Zukunft auch Frauen gestattet sein werden, anzugehören. foll, Vereinen, in welchen öffentliche Angelegenheiten verhandelt * Glaishammer, 3. Mai. Gestern Abend fand im Maul'schen Saale dahier eine von zirka 200 Personen besuchte Versammlung statt, in welcher der Reichstags- Abgeordnete Grillenberger über die Bedeutung des Achtstundentages und der Maifeier sprach und die bekannte Resolution zu Gunsten des Normal- Arbeitstages und der Pariser Kongreßbeschlüsse einstimmig angenommen wurde. In der Spezialdiskussion wird das Wort von keiner Seite Nach Schluß der Versammlung sangen einige junge Leute ein beDie Legislatur von Nebraska( Vereinigte Staaten genommen. fanntes Arbeiterlied, was den noch anwesenden Ueberwacher der von Nordamerika), in welcher die Farmer die Majorität Bum§ 17 wird der Antrag Knörcke gegen die Stimmen der Versammlung, einen Beamten des Bezirksamts Nürnberg verhaben, hat ein Achtstunden- Gesetz geschaffen, welches, Freifinnigen und einiger Nationalliberalen( Graf Elberfeld, anlaßte, durch den Vorsitzenden erklären zu lassen, er werde, obwohl es auch einen Hafen hat- indem Ausnahmen, Seyffardi- Magdeburg, v. Eynern, France, Sombart u. f. w. wenn das Gingen nicht eingestellt werde, eine Fortsetzung der Versammlung" annehmen! Von Grillenberger wurde der Beamte wenn auch gegen höheren Lohn, gestattet sind das wirk Der Antrag Arendt und Genossen wird mit 281 gegen auf das Irrthümliche seiner Auffassung und die Nichtberechtigung samste der bisher erlassenen derartigen Gesetze ist. Freilich 30 Stimmen angenommen; für denselben stimmen geschlossen zu solchem Vorgehen aufmerksam gemacht. Der Herr Assessor haben die Landonkel wohlweislich ihre eigenen Arbeiter die Konservativen, das Zentrum, die Polen, ein großer Theil der beharrte aber darauf, daß das Singen eine Fortsetzung der Vernicht mit einbegriffen; es ist nur für die in diefem Staat Freikonservativen und einige Nationalliberale; gegen denselben sammlung" sei und da der Borsigende unter der Begründung, wenig zahlreichen industriellen Arbeiter- meistens Berg- timmen die Freikonservativen Graf Behr, von Bülow- Wandsbeck, daß ihn nach Schluß der Versammlung die Sache nichts mehr Graf Douglas, von Eckartstein, von Kardorff, von Pilgrim, angehe, weitere Intervention ablehnte und die Leute ruhig Leute bestimmt. Stengel, Stüve, von Tiedemann- Bomst, von Tiedemann- Läbischin, weiter fangen, erbat sich der Beamte die Glocke des Vorsitzenden, von Boß; die Minister Herrfurth und von Bötticher; ferner die Freisinnigen und ein großer Theil der Nationalliberalen. Die übrigen Paragraphen werden ohne jegliche Debatte mit den kleinen Abweichungen, die das Herrenhaus beschlossen hat, Parlamentsberidite. Abgeordnetenhaus. 82. Sigung vom 5. Mai. 11 Uhr. Am Ministertische: Miquel und Kommissarien. Auf der Tagesordnung steht die Berathung des aus dem Herrenhause zurückgekommenen Einkommensteuer Gesetzes; die Berathung findet in den Formen der dritten Berathung, also mit General- und Spezialdiskussion statt. Das Herrenhaus hat die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses in folgenden Punkten abgeändert: Jm§ 17 ist der Steuertarif, dessen höchsten Sah das Abgeordnetenhaus auf 4 v. 5. bei 100 000 m. festgesetzt hatte, wieder auf 3 v. H. herabgesetzt worden, der schon bei einem Eintommen von 10 000 m. erreicht werden soll. Nach den§§ 57 und 58 soll bei Vermehrung bezw. Verminderung des Einkommens die höhere bezw. niedere Steuer gezahlt werden vom Beginn des nächsten Vierteljahres( statt des nächsten Monats) ab. In§ 73 ist neben dem Worte„ Gemeinden" das Wort „ Gutsbezirken" eingestellt worden. In§ 82 ist neben der ueberweisung der Grund- und Gebäudesteuer auch die Beseitigung der Grund- und Gebäudesteuer als Staatssteuer in Aussicht genommen. Bum§ 17 liegen bereits zwei Anträge vor: 1. Von den Abgg. Arendt u. Gen., den Beschluß des Abgeordnetenhauses wieder herzustellen und für die Einkommen von 10 000 m. und mehr den Steuersatz von 4 v. H. einzuführen. 2. Von den freifinnigen Abgg. Anörde u. Gen., die mittleren Steuerstufen bis zu 10 000 m. im Steuerfaße zu ermäßigen von 3 auf 22 v. H. In der Generaldiskussion ergreift zunächst das Wort angenommen. Das Gesetz im Ganzen wird gegen die Stimmen der finnigen angenommen. Schluß gegen 2 Uhr. Nächste Sihung Mittwoch 11 Uhr der Beamte nicht das Recht, in der von ihm beliebten Weise zu ( Kultusetat). Die Bergarbeiter- Bewegung. flingelte und forderte zur sofortigen Räumung des Saales auf! Da Niemand sich von der Stelle rührte, wurde die Aufforderung wiederholt und zugleich der in Zivil anwesende Gendarmerie kommandant zur Herbeiholung von Suffurs beordert. Als auch dieses zweite Verlangen nicht befolgt wurde, sprach der AbFrei- geordnete Grillenberger: Meine Herren, nach meiner Ansicht und soweit ich das Vereins- und Versammlungsgesetz fenne, hat verfahren, aber er hat die Gewalt für sich, und um jede Störung der Ordnung zu vermeiden und nicht Schädigungen des Wirths und der Anwesenden selbst herbeizuführen, möchte ich Sie er suchen, das Lokal zu verlassen." Unter hundertstimmigen Hochrufen wurde diesem Ersuchen sofort Folge geleistet, und in zwei Minuten war der Saal geleert, so daß die gleich darauf an gekommenen Gendarmen, die wohl schon in der Nähe parat gehalten waren, nichts zu thun vorfanden. Vom rheinisch- westfälischen Streit ist fast nichts mehr zu berichten. Auf den Zechen des Bochumer Vereins gilt der Ausstand nunmehr auch als beendet. Auf Zeche„ Hasenwinkel" fand eine Belegschaftsversammlung statt, in welcher beschlossen wurde, Roßwein. Der Barbier Nawaier darf keine Soldaten mehr die Arbeit morgen wieder aufzunehmen. Eine Versammlung der rasiren, so will es die Militärbehörde. In dem genannten GeBelegschaft Marianne und Steinbank" beschloß das Gleiche. schäfte liegt die„ Volksstimme" aus, und diese zu lesen wäre für Auf" Hafenwinkel" werden zur Morgenschicht 600, auf den Soldaten äußerst gefährlich. fahren. Db auf Engelsburg" ebenfalls alles wieder anfahren wird, ist noch fraglich. Auf Beche" General" bei Weitmar verfuhren heute die Schicht unter Tage von 290 Mann 175. Auf allen anderen Zechen in der Umgebung ist, abgesehen von den gemaßregelten Bergleuten, alles wieder angefahren. Marianne und Steinbant" etwa 700 Mann unter Tage anDagegen hat sich der Streit der belgischen Kohlenarbeiter An 70 000 Arbeiter feiern. E3 außerordentlich ausgedehnt. scheint hier zum Generalstreit kommen zu wollen. Die Depeschenbureaus bringen folgende Meldungen: Gerichts- Beitung. Einer schweren Pflichtvergessenheit war der Schaffner mich a el beschuldigt, welcher gestern wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit vor der vierten Straffammer des Landgerichts I stand. In der Frühe des 28. November v. J. erschien die Arbeiter- Ehefrau Schr. auf dem Stettiner Bahnhofe, um den Brüssel, 4. Mai. Im Borinage, im Gebiet von Charleroi nach Löwenberg abgehenden Zug zu benutzen. Sie wandte sich und Lüttich, sind jetzt im ganzen 60 000 Bergarbeiter und an den Angeklagten mit der Bitte, ihr einen Platz in der vierten 10 000 Metallarbeiter ausständig. Eben wird gemeldet, daß sich Klasse anzuweisen, in dessen Nähe fich die Heizvorrichtung befand. Finanzininister Miquel: Die Staatsregierung hat von der Streit auch auf das bis jetzt nicht berührte mittlere Kohlen- Der Angeklagte wies ihr aus freien Stücken einen Platz in einem vorne herein eine ganz fonfequente Stellung eingenommen. Sie becken ausdehnt. Fünf Gruben in Houses streiken, sowie sämmt- Wagen dritter Klasse an, der der letzte des Zuges war. In der hat die Einstellung des Steuerfages von 4 v. H. niemals prinzipiell liche in Haine und St. Pierre. Weitere Ausdehnung des Aus- liebenswürdigsten Weise machte er sie darauf aufmerksam, daß bekämpft, sie hat hier, wie in sehr vielen Punkten, ein großes Ent- ftandes wird für morgen erwartet. Morgen findet eine sehr Heizvorrichtung sich unmittelbar unter ihrem Size befinde, er gegenkommen bewiesen, obgleich sie diesen höheren Steuersatz nicht wichtige Bersammlung des Zentralfomitees der Bergarbeiter werde sofort noch mehr Brennmaterial aufschütten. Die Frau hinter der für rathsam gehalten hat. Man wollte in diesem Haufe eine ge- statt, welche die Entscheidung über einen Generalausstand blieb allein im Koupee, bis der Angeklagte rechte Einkommensteuer, aber von der Mehrbelastung der größeren treffen wird. Station Gesundbrunnen zu ihr einstieg und ihr gegenüber Platz Vermögen war niemals die Nede. Die Steuerreform sollte eine ge- Brüssel, 4. Mai. Im Lütticher Revier hat sich im Bause nahm. Plößlich bückte er sich, um sich zu überzeugen, ob die rechtere Einschätzung, eine Entlastung der kleinen Gewerbetreibenden des Tages die Lage nicht verändert. In den Kohlengruben an Heizvorrichtung genügend warm sei und hierbei versuchte er, die herbeiführen. Alles das würde nicht erreicht werden, wenn beiden Ufern der Maas ist zur Abendschicht Niemand ein- Frau in unsitilicher Weise zu berühren. Sie bat, von ihr abdie Vorlage scheitert. Die Depression berücksichtigt in den gefahren. Im ganzen Becken von Charleroi ist der Streit that zulassen, als der Angeklagte aber feine Angriffe fortsette, schlug niederen Stufen die Leistungsfähigkeit; fie erleichtert die kleineren fächlich ein allgemeiner; man glaubt aber nicht an eine lange Frau Schr. erst mit einer gundholzdose, die sie gerade in der Einkommen. Den dadurch entstandenen Verlust wollte man Dauer des Ausstandes. Nach Meldungen aus Mons sind kleine Hand hatte, und dann mit einem Schlüssel auf den Unhold ein, decken durch die stärkere Heranziehung der höheren Einkommen. fliegende Truppentheile nach dem Borinage entsandt worden. welcher sich dadurch schließlich bewogen fand, die Frau in Ruhe Wird diese höhere Heranziehung nicht beschlossen, so werden die Viele der ausständigen Arbeiter sind auf den Feldern und in den zu lassen. Die so schwer Beleidigte erstattete Anzeige. Im fleineren Einkommen dadurch nicht geschädigt, es handelt sich Gärten mit landwirthschaftlichen Arbeiten beschäftigt. Verhandlungstermine versuchte der Angeklagte sich dadurch aus Dabei lediglich um eine finanzielle Frage von nicht erheblicher Brüffel, 4. Mat. Die Direktoren der Kohlengruben Pas der Schlinge zu ziehen, daß er behauptete, er müsse das Bedeutung. Die ganze Streitjrage verliert dadurch ihre Wichtig de Calais" sollen, wie verlautet, den belgischen Fabriken und Opfer einer Personenverwechselung geworden sein. Es waren feit. Die Regierung glaubt, daß es nicht richtig sei, bei der Eine fonstigen Industriewerken angeboten haben, ihnen im Falle eines deshalb sämmtliche Schaffner geladen worden, welche den führung der Deklaration, die auf so viel offenen und geheimen allgemeinen Ausstandes Kohlen zu liefern, da sie noch sehr große betreffenden Bug bedient hatten. Mit aller Bestimmtheit blieb Widerwillen stößt, den Bogen zu stark zu spannen. Wir haben Vorräthe befäßen. die Beugin dabei, daß der Angeklagte der Thäter sei. Der geglaubt, daß es die Widerstände gegen die Steuerreform ver- Brüssel, 5. Mai. Nach den letzten, in der Nacht ein- Staatsanwalt hielt das Benehmen des Angeschuldigten für so mi bern würde, wenn wir die stärkere Heranziehung der größeren gezogenen Grmittelungen ist die Lage in Borinage und im rajbar und nichtswürdig, daß er gegen denselben eine Ge Einkommen noch auf sich beruhen lieben. Denn die Höhe der tticher Revier diefelbe, wo alles ausständig ist. Sämmtliche fängnißstrafe von einem Jahre beantragte. Der Gerichtshof Steuer wird bei manchen Benfiten auf die Richtigkeit der Steuer- Werke find militärisch befeßt. Auch in Charleroi herrscht voll- erkannte auf drei Monate Gefängniß. Deklaration einwirken. Ist die Deklaration erst eingebürgert, ist das ständiger Ausstand; die Rube ist nicht gestört. Gestern Abend Bewußtsein der Pflicht gegen die Allgemeinheit erst einmal einge traf ein Kavallerie- Regiment ein. Im Mittelbecken dehnt sich Wie man zu einem Titel kommt. Die Anklage gegen drungen, dann kann man daran gehen, auch die fundirten Ber- der Ausstand ebenfalls rasch aus. Der allgemeine Streit kann den Hofagenten Helme de wegen Beleidigung des Polizeiraths mögen und namentlich die größeren stärker heranzuziehen. Wenn heute als Thatsache gelten; es werden dadurch die früheren Mewes beschäftigte gestern die Berufungsstraftammer des Landdie Staatsregierung Sie heute bittet, den Beschlüssen des Herren- Meldungen bestätigt, die den Generalausstand für die ersten gerichts I. Selmecke war in der ersten Instanz zu einer Geldhauses beizutreten, so wird diese Frage dadurch nicht berührt. Tage des Mai ankündigten. Heute Nacht wurden in aller Gile trafe von 600 m. verurtheilt worden und zwar auf Grund Die Staatsregierung hat im Herrenhause ausgesprochen, daß Truppen in das Mittelbecken konzentrirt. Es herrscht große Erfolgenden Sachverhalts: Der Angeklagte ist vom verstorbenen diese Frage für sie nicht von grundlegender Bedeutung ist; fie regung. Nur Charleroi besitzt Borrath an Kohlen, die anderen Prinzen Friedrich Karl zum Hofagenten ernannt worden, weil er demselben verschiedene Dienste geschäftlicher Natur wird das Gesetz publiziren mit dem Beschluß des Herrenhauses Reviere nicht. Selmecke hatte erfahren, daß ein hiesiger " oder des Abgeordnetenhauses, wie die Entscheidung fällt. Die Brüffel, 5. Mai. Zwei in Brügge garntsonirende Schwa- geleistet hat. Staatsregierung trägt dabei keine Verantwortung. Bei einem dronen Lanciers sind nach Charleroi und drei Schwadronen Industrieller sich um den Titel eines Kommerzienrath" Zweikammersystem muß man sich verständigen; die Sache darf Canciers von der Garnison zu Löwen nach Lüttich entfendet wor- bewerbe. Er begab sich zu demselben und führte sich mit dem doch nicht so gehen, daß das eine Haus vom anderen immer den; nach letterer Stadt wurde auch von Antwerpen das Bemerken ein, daß er von dem Wunsche desselben Kenntniß habe. Bugeſtändnisse verlangt, während es selbst seinerseits teine solche 14. Linienregiment beordert. Außerdem stehen drei Schwadronen Er, der Angeklagte, wisse auch, daß der Landrath Stubenrauch das Gesuch unterstütze und daß ebenfalls die Aeltesten der Kaufmachen will. Das Herrenhaus ist sehr entgegengekommen Lanciers in Hasselt zum Abmarsch bereit. ( Widerspruch rechts), es hat die Gewerbesteuer trotz mancher. Lüttich, 4. Mai. Die Cockerillwerte zu Seraing sind von mannschaft ein günstiges Gutachten über ihn abgegeben haben, Arbeiterbewegung. Nun fomme es aber noch auf die Auskunft an, welche vom| sein Ehrenwort gegeben, die Sache geheim zu halten und er will Polizeipräsidium eingeholt werden würde und der Angeklagte sei sein Wort auch nicht gebrochen haben. Bei der ersten Unterin der Lage mitzutheilen, daß dieselbe nicht gut ausfallen und redung zwischen ihm und Holmecke hat die Ehefrau des ersteren Bielik- Biala, den 5. Mai. Die anläßlich der Maifeier daher das Vorhaben des Bewerbers in die Brüche aber die Horcherin gespielt und den Inhalt des Gesprächs sowie gehen werde. Helmecke erklärte nun, daß er Verbindungen in den Namen des Angeklagten erfahren. Sie hat dem Zandrath entlassenen Arbeiter erschienen gestern zahlreich vor den Fabriken in der Hoffnung, daß die Drohung der Fabrihohen Kreisen habe, er zeigte ein Schreiben mit der Stubenrauch Mittheilung gemacht und dieser Anzeige erstattet. tanten, die Fabriken zu schließen, nicht ausgeführt werde. Die Unterschrift des Grafen Bismarc- Bohlen und setzte hinzu, daß er In der zweiten Instanz bestritt der Angeklagte, daß die Aeuße- Arbeiter fanden aber nur gesperrte, militärisch bewachte Fabriauch beim Polizeipräsidium Einfluß habe und wiffe, daß der rung vom schmieren" und" blechen" in einem solchen Zu- thore vor. 4000 Arbeiter hielten darauf eine Versammlung ab, damalige Polizeihauptmann Merves als Dezernent den fraglichen fammenhange gefallen sei, daß sie auf den Polizeihauptmann in welcher sie beschlossen, einen Ausschuß zu wählen, welcher mit Bericht zu erstatten habe." Aber," erklärte der Angeklagte Mewes Bezug haben fonnte, er habe nur im Allgemeinen den Fabrikanten wegen Wiederaufnahme der Arbeit unterhandeln „ die Maschine muß geschmiert werden, ohne blechen geht es gesprochen und darauf hingewiesen, daß es verschiedene Wege solle. Die Fabrikanten lehnten die Verhandlungen ab und vers nun einmal nicht und Sie werden bluten müssen." Es wurde gebe, den erstrebten Titel zu erreichen, alle seien aber mit Kosten harrten bei ihrem Beschluß. dies so aufgefaßt, als wolle der Angeklagte Geld haben, um den verknüpft. Ihm sei ein Fall bekannt, wonach ein hiesiger KaufPolizeihauptmann Mewes zu bestechen. Die Bemühungen des mann 50 000 m. für eine wohlthätige Anstalt geopfert habe und Angeklagten waren ohne Erfolg, der Industrielle entließ ihn mit bald darauf Geheimer Kommerzienrath geworden sei. Der Zeuge dem Bescheide, daß er sich die Sache erst überlegen und ihm dann schwächte seine früheren Aussagen vor der zweiten Instanz inevent. schriftliche Nachricht geben wolle. Ohne daß ihm eine solche sofern ab, als auch er nicht den Eindruck gewonnen haben wollte, geworden, stellte der Angeklagte sich nach etwa 3 Monaten wieder daß der Angeklagte eine Summe haben wollte, um direkt auf bei dem Herrn ein, dessen Gesuch thatsächlich auf Grund des Berichts den Polizeihauptmann Mewes einzuwirken, und diese Aussage des Polizeipräsidiums abgelehnt worden war. Helmede hatte des Zeugen wurde für den Gerichtshof ausschlaggebend, denn es hiervon Kenntniß und behauptete, die Abweisung sei geschehen, wurde nicht für erwiesen erachtet, daß die beanstandeten Ausweil seine Vermittlung nicht in Anspruch genommen worden war. brücke sich direkt auf den Polizeihauptmann Mewes beziehen Die Angelegenheit ist auf eigenthümliche Art zur Kenntniß der sollten. Das erste Urtheil wurde aufgehoben und der Angeklagte Behörde gekommen. Der betreffende Herr hatte dem Angeklagten freigesprochen. Theater. Mittwoch, den 6. Mai. Opernhaus. Der Widerspänstigen Zähmung. Schauspielhaus. Der neue Herr. Leffing Theater. Der Traum ein Leben. Berliner Theater. Ein Ruß.- Es hat so sollen sein. Herenfang. Deutsches Theater. Der Sohn der Wildniß. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Saint Cyr. Wallner Theater. Des Teufels Weib. Residenz- Theater. Dr. Jojo. Bellealliance- Theater. Der Gift: mischer. Thomas- Theater. Der Millionenbauer. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Oftend- Theater. In eiserner Zeit. Kanfmann's Variété. Große Spe. zialitäten- Borstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Borstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Borstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Bratweilige Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Grosses Concert ausgeführt von der Kapelle des MusikDirektor H. Sanftleben unter Mitwirkung des Opernfängers u. Konzertmalers Signor Travieki aus Rom. 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Mai: Grosse Vorstellung. Statt besonderer Meldung. Ein strammer Sozialdemokrat ist angekommen am 4. Mai, zwölf Pfund Max Abraham. schwer. Todesanzeige. Den Musikinstrumenten- Arbeitern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Klavierarbeiter Mons. Loisset mit seinen dressirten Klapperstörchen, Gänsen und Affen. Madm. de Clairmont, schneidigste ChanFritz Geitel sonette der Welt. Ardel u. West, gen. die Zulu- Kings", m. einer neuen hochtomischen Pantomime. Gustav Rose, am Sonntag, 3. Mai, an der SchwindGesangs Humorist. Geschw. Bertini, fucht verstorben ist. Die Beerdigung Gesangs- und Tanz- Duettisten. Frl findet am Donnerstag( Himmelfahrtstag), Waldowski, weiblicher Romiter. Uni- Vormittags 10 Uhr, von der Leichenverfal Humorist Edi Rennert, Instru- halle des St. Markus- Kirchhofes in mental- u. Gesangs- Romifer. Kapelle: Wilhelmsberg statt. Um zahlreiche BeMusifdir. Bachhofer m. b. Hausorchester. theiligung bittet Der Vorstand. Entree 30 Bf., Parquet 50 Pf., Sperrfitz 75 Pf., Loge 1 Mart. Wochentag: Kasseneröffnung 4 Uhr. Unf. d. Konzerts 5 Uhr, d. Vorst. 1/27 Uhr. Berliner Hippodrom. 189 Größt. Vergnügungspark d. Residenz Am Kurfürstendamm, Station Zoologischer Garten. Mittwoch, den 6. Mai: Eröffnungs- Vorstellung. Reit- u. Fahr- Produktion, Wettrennen, Steeple- Chase, WettReiten. Lockart's 6 Riesen- Elephanten. Tramplin- und BaloudeSpringen. Ferner: Auftr. d. Künstler- Personals. Jm großartig angelegten Parke Todesanzeige. Allen Bekannten zur Nachricht, daß am 4. d. Mts. mein lieber Mann, der Restaurateur Albert Ruden plößlich entschlafen ist. Die Beerdigung findet am 7. d. Mts., Nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jerufalemer Kirchhof in der Bergmannstraße statt. 720 b Die tranernde Wittwe Anna Ruden. Hierdurch theile allen Bekannten mit, daß meine Frau Anna Rönsch gestorben ist. Die Beerdigung findet am 7. Mai, Nachmittags 4 Uhr vom Urban aus statt. Emil Rönsch. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, die Soziale Mebersicht. Altenburg. Wegen fortgesetter Maßregelungen in der Nähmaschinenfabrik von S.. Diedrich wird wiederholt dringend ersucht, den Zuzug fernzuhalten. Die Firma beabsichtigt hauptsächlich Berliner Arbeitskräfte heranzuziehen. Verlag des Vorwärts" Berliner Boltsblatt, Berlin SW., Benthstr. 2. In unserem Verlage erschien soeben und ist von uns, sowie durch alle Buchhandlungen zc. zu beziehen: Die Soldatenmißhandlungen vor dem Deutschen Reichstag. Stenographischer Bericht über die Sitzung vom Freitag, den 13. März 1891. 2 Bog. 8°. Preis 15 Pf. Partie Preise: 50 Gremplare 6 M., 100 Exemplare 10 M., 500 u. mehr Exemplare pro 100 m. 8. Wir empfehlen den Parteigenossen die Broschüre aufs angelegentlichste; der Inhalt derselben berührt die Interessen aller Volkskreise und dürfte die ausgedehntefte Publizität mit geeignet sein, die zu Tage getretenen Mißstände beseitigen zu helfen. Meinen Freunden und Bekannten Welt- Restaurant. 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Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 104. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 115. Sigung vom 5. Mai. 11 Uhr. Am Bundesrathstische: v. Boetticher, v. Berlepsch, Lohmann. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Berathung des von dem Abg. Grafen Adelmann eingebrachten, von allen Par teien unterstützten Antrages auf Annahme eines Gesetzentwurfes zur Abänderung des§ 157 des Alters- und Invaliditätsversicherungsgesetzes. Das Reichs- Versicherungsamt hat dem§ 157 eine Auslegung gegeben, nach welcher die Altersrentenansprüche Derjenigen, welche beim Inkrafttreten des Gesetzes zwar über 40, aber noch nicht 70 Jahre alt waren, erst in dem der Vollendung des 70. Lebensjahres folgenden Kalenderjahres beginnen. Der vorgelegte Entwurf bezweckt eine Aenderung dahin, daß die Wartezeit für die Altersrente sich um so viel Beitragsjahre und Beitragswochen vermindert, als das Lebensalter des Betreffenden am 1. Januar 1891 das vollendete 40. Lebensjahr überstiegen hat. Das Gesetz foll rückwirkende Kraft haben und von Amtswegen soll über alle bereits definitiv abgelehnten Rentenansprüche eine nochmalige Prüfung seitens der Versicherungsanstalten stattfinden. Abg. Hahn( dt.) motivirt für die Antragsteller den Antrag, der eine inzwischen hervorgetretene große Unbilligkeit beseitigen wolle. Das Reichs- Versicherungsamt habe entschieden, daß für die Wartezeit das Jahr die zeitliche Einheit bilde; durch diese Auslegung seien bereits zahlreiche Berechtigte, welche im laufenden Jahre 70 Jahre alt geworden sind, benachtheiligt worden, und ebenso würde es Denjenigen gehen, welche in dem Rest des laufenden Jahres ihr 70. Lebensjahr erreichen. Im Durchschnitt würde den betreffenden Hunderttausenden von Arbeitern ein halbes Jahr an ihrer Rente verloren gehen; das könne unmöglich in der Absicht der Gesetzgeber gelegen haben. Redner bittet, den Gefeßentwurf sofort in zweiter Lesung im Plenum zu berathen. Abg. Eberty( dfr.) empfiehlt gleichfalls die Annahme dieser Menderung, deren Bedürfniß durch die Praxis der Berliner Verficherungsanstalt, an deren Spitze er stehe, sich als ganz unabweisbar herausgestellt habe. Mittwoch, den 6. Mai 1891. 8. Jahrg. beschäftigt ist, rechtigten Ansprüchen der Arbeiter nicht im Entferntesten genügt, heit, zum heil aufrecht erhalten aus Ronkurrenzrücksichten, um ihnen vielmehr neue Erschwerungen im Kampfe um die Existenz den Konkurrenten zu zeigen, daß man bringt. wird gerade an den kleineren Orten Sonntags mit wahrer VerAbg. Lingens( 3.) verbreitet sich über die Aufgaben, welche zweiflung gearbeitet und die Gehilfenschaft schmählich angestrengt.. der Kirche und ihren Organen auf dem Gebiete des Arbeits- Mißbräuche der durch§ 105b erlaubten Sonntagsarbeit sollten schutes gestellt sind und sucht auszuführen, daß das der durch energische Inanspruchnahme der Deffentlichkeit zur AbKirche verbleidende Gebiet auch durch das Gesetz nicht eingeengt stellung gebracht werden. Abg. Stumm( Rp.): Die Landorte haben nicht petitionirt werde. Damit schließt die Generaldiskussion. um die Freigabe des Sonntags Nachmittags, sondern nur einige Die Spezialdebatte beginnt mit Artikel A, welcher in die Sozialdemokraten an diesem Orte.( Unruhe links.) Es handelt Gewerbe- Ordnung einen neuen§ 41a einschaltet, der den Ge- sich hier um einen Gegensatz der großen Städte gegen das Land werbebetrieb in offenen Verkaufsstellen für die Zeit, in welcher und die kleinen Städte. Wenn die Sozialdemokraten jetzt das an Sonn- und Festtagen Hilfspersonal nicht beschäftigt werden platte Land und die kleinen Städte so auffallend in Schutz nehmen, so werden sie damit ihrer Agitation auf dem Lande darf, überhaupt verbietet. doch nicht Vorschub leisten, denn dort fennt man die Beweggründe für ihr Verhalten in diesem Punkte ganz genau. Abg. Krause( dfr.) widerspricht heute, wie in der zweiten Lesung diesem Beschlusse, der aus dem Rahmen des Gesezes heraustrete und eine schwere Beeinträchtigung für alle selbststän digen Gewerbetreibenden bedeute, die Hilfskräfte überhaupt nicht beschäftigten. Art. A wird unverändert angenommen, ebenso Art. B, welcher den Gewerbebetrieb im Umherziehen an Sonn- und Festtagen überhaupt verbietet. Art. 1 enthält die neue Fassung des Titel VII der Gewerbe Ordnung gewerbliche Arbeiter".§§ 105-120e betreffen die allgemeinen Verhältnisse. § 105, welcher den freien Arbeitsvertrag vorbehaltlich der durch Reichsgesetz begründeten Beschränkungen statuirt, wird ohne Debatte angenommen. §§ 105a- 105i betreffen die Sonntagsruhe. §105b enthält das Verbot der Sonntagsarbeit und die für das Handelsgewerbe zulässigen Ausnahmen. Nach dem Beschluß zweiter Lesung sollten HandelsgewerbeGehilfen, Lehrlinge und Arbeiter an den drei hohen Feiertagen überhaupt nicht beschäftigt werden. Ein Antrag Gutfleisch, Hartmann, Möller, v. Stumm will auch auch an diesem Tage die Beschäftigung, jedoch nur mit unaufschiebbaren Arbeiten und nicht über zwei Stunden hinaus gestatten. Abg. Gntfleisch( fr.) zieht diesen Antrag zurück, weil er bei der privaten Vorbesprechung wiederum Beanstandung gefunden habe und weil es sich andererseits werde ermöglichen lassen, das, was der Antrag wolle, durch eine Abänderung des§ 105c zu erreichen. § 105b wird mit einem lediglich redaktionellen Amendement Gutfleisch fast unveärndert angenommen. § 105c firirt die Ausnahme von den Vorschriften des§ 105b; danach finden die Bestimmungen feine Anwendung 1) auf Ar beiten, welche zur Beseitigung eines Nothstandes oder zur Abwendung einer Gefahr oder im öffentlichen Interesse unverzüglich vorgenommen werden müssen. Abg. Gutfleisch empfiehlt einen Kompromißantrag, wonach an Stelle der gesperrten Worte gesagt werden soll:„ in Nothfällen. Abg. Singer: Wenn nicht der Absicht, so doch der Wirkung nach, bedeutet dieser Antrag eine Verschlechterung dieses Gesetzes. Was soll denn unter„ Nothfall" verstanden werden? Man sollte nicht durch juristisch feine Distinktionen einen Ausweg schaffen, um die durch das Gesetz prinzipiell festgestellte Sonntagsruhe zu durchlöchern. Die Arbeiter sind nicht so unverständig, daß fie nicht zu unterscheiden wissen, wo eine augenblickliche Arbeit nothwendig ist. In solchen Fällen wird der Arbeitgeber die Silfe der Arbeiter nicht vergeblich anrufen. Ich kann mir die Ginbringung dieses Antrages nur erklären aus der Furcht der Herren, allzudeutlich ihre Willkürlichkeiten bei der Durchlöcherung der Sonntagsruhe zu zeigen. Deshalb greifen Sie zu dem Ausfunftsmittel eines schönklingenden Wortes, welches aber der Wiatür Thür und Thor öffnet. Wer soll denn bestimmen, was ein Nothfall ist? Die Nachprüfung nüßt dem der Sonntagsruhe beraubten Arbeiter nichts und die Gemeindebehörde hat weder Zeit, noch Urtheil, noch Lust, eine Entsches ng zu treffen, welche Wi fönnen auch nur im Abg. Singer: Ich kann mir denken, wie schwer es dem dem Unternehmer unbequem ist. Abg. Gutfleisch wird, auf seinen Antrag zu verzichten, da es Interesse der Arbeiter sehnlichst wünschen, daß endlich die Subdoch eine Lieblingsidee von ihm ist, auch an den von der kommission Gutfleisch zu der Ruhe gelangt, welche sie durch ihre Regierungsvorlage ganz frei gelassenen ersten Feiertagen Arbeit Verschlechterungsanträge reichlich verdient hat.( Heiterkeit.) Die zuzulassen. Es sind viele Petitionen auch nach der zweiten Sympathien der Arbeiter werden Sie sich kaum erwerben, wenn Sie Lesung an den Reichstag gelangt, worin der dringende Wunsch die Möglichkeit schaffen, daß der Unternehmer sich einen Nothausgesprochen wird. die Sonntagsruhe der Gewerbetreibenden fall konstruiren tann, auf Grund dessen er die Arbeiter nicht dadurch zu beeinträchtigen, daß man die zulässige Arbeits- zwingt, auch am Sonntag zu arbeiten.( Beifall bei den Sozialzeit theils auf den Vormittag, theils auf den Nach demokraten.) mittag verlegt. Hier in Berlin haben bekanntlich VerAbg. Schrader theilt mit, daß der Antrag hervorgegangen sammlungen stattgefunden, worin für die Handlungsgehilfen ist aus den Berathungen einer Spezialkommission aus allen Par- vollständig freier Sonntag Nachmittag und Schließen der Geteien, an welcher auch Kommissarien der Verbündeten Regierun- schäfte um 12, spätestens um 1 Uhr gefordert wird. Eine solche gen theilgenommen haben. Er halte die vorgeschlagene Fassung Bersammlung schickte eine Deputation an den Herrn Handelsallerdings für zweckmäßiger als das vorgeschlagene Gefeß. Daß minister und dieser empfing fie felbstverständlich mit größter pas Gesetz an vielen Mängeln leide, sei doch nicht verwunderlich; Liebenswürdigkeit und eröffnete ihnen, daß es nicht möglich wäre, wunderbar sei nur, daß auch Fürst Bismarc jetzt die Verantwortung für das Gesetz von sich abzuwälzen suche. Ohne seine große Rede in der dritten Lesung wäre das Gef eg nie angeStaatssekretär v. Bötticher: Daß das Gesetz nicht vollkommen ist, liegt in der Natur der Sache und wird in diesem Falle noch dadurch begründet, daß wir auf diesem Gebiete zuerst vorgegangen sind. Es liegt eine gewisse Unbilligkeit darin, daß der, welcher in der ersten Woche des Januar 70 Jahre alt geworden ist, ein ganzes Jahr auf die Rente warten soll, während der am 31. Dezember 1890 ebenso alt Gewordene schon von der nächsten Woche ab seine Rente bezogen hat. Aus diesem Grunde bin ich persönlich bereit, den Gesetzentwurf im Bundesrath zu befürworten. Allerdings wird sich aus der Aenderung eine Mehrbelastung ergeben, welche die Grundlage, auf welcher die gegen wärtigen Prämien berechnet sind, alterirt, doch ist dieses Bedenken feinesfalls ausschlaggebend. nommen worden. Damit schließt die erste Lesung. Der Gesezentwurf wird sofort in zweiter Lesung in seinen beiden Artikeln ohne weitere Debatte unverändert angenommen. Darauf setzt das Haus die dritte Lesung der Gewerbe Ordnungs- Novelle( Arbeiterschutz- Gesetz) und zunächst die gestern begonnene Generaldiskussion fort. Abg. Gutfleisch: Wir gestalten das Gesetz durch diese Aenderung so, daß seine Anwendung im praktischen Leben möglich ist, nicht aber wollen wir eine Reihe von Prinzipien in dem Gesetze aufstellen, die praktisch undurchführbar sind. Reg.- Rath Wilhelmi: Die verbündeten Regierungen machen ihre Bedenken gegen die Gestaltung der§§ 105 b und 105c heute nicht wieder geltend, weil sie hoffen, daß die Frage der Sonntagsruhe der Handlungsgehilfen auf Grund des Amendements Gut fleisch sich befriedigend lösen lassen wird. Auch werde sich im weiteren Verlauf der Verhandlungen noch Gelegenheit bieten, an anderen Punkten die Vorlage so zu gestalten, daß alle Bedenken beseitigt werden. Abg. Bebel hält die neue Fassung für sehr bedenklich, namentlich nach den Erklärungen des Bundes- Kommissars. Die Sonntagsruhe werde dadurch nicht bloß durchlöchert, sondern vollständig beseitigt. Der Mißbrauch des Gesetzes werde hiernach einfach straflos bleiben. Nach einer kurzen Erwiderung des Geh. Raths Wilhelmi wird§ 105c mit dem Antrage Gutfleich angenommen, ebenso ohne erhebliche Debatte§§ 105d- 105i, 106-112. Bei§ 113 fommt Abg. Biehl( 3.) auf persönliche Angriffe zurück, welche der sozialdemokratische Abg. Grillenberger und früher der Abg. v. Vollmar gegen ihn gerichtet haben. Er habe teine Hungerlöhne gezahlt, wie das betreffende gerichtliche Erfenntniß beweise; dagegen stehe nach dem" Fränt. Courier" fest, daß Herr Grillenberger einem bei ihm Beschäftigten für sechs Wochen Arbeit nur 40 M. gezahlt habe. ihre Wünsche überall durchzuführen. Für große Städte würde er aber dafür sorgen, daß am Sonntag Nachmittag die Geschäfte geschlossen blei ben. Es ist sehr erfreulich, daß in dieser Weise für Preußen die Sache günstig erledigt wird, aber ich fürchte, in anderen Städten wird das Gleiche nicht allerwegen erreicht werden. Daß kein Bedürfniß vorliegt, mit Rücksicht auf die Einkäufe der Landbevölkerung die Geschäfte in kleinen und mittleren Städten an den Sonntagnachmittagen offen zu halten, beweist die That: sache, daß unter den erwähnten Petitionen sich auch solche aus Wir haben in zweiter Lesung fleinen Städten befinden. die Bestimmung beantragt, an Sonntagen die Geschäfte um 12 Abg. Joest( Soz.): Was uns von dem sogenannten Arbeiter- oder 1 Uhr schließen zu lassen, und wir verzichten auf die Wiederschutz- Gesez vorliegt, ist nicht mehr eine Erfüllung, sondern eine holung dieses Antrages, weil andere als von der Verschlechte Verkehrung des bekannten Ausspruches in dem faiserlichen Errungskommission( Heiterkeit) gestellte Anträge feine Aussicht auf laffe, daß bei der Prüfung der Forderungen der Arbeiter die Annahme haben und wir bei der Geschäftslage des Hauses die Gleichberechtigung im Auge zu behalten sei. Die Arbeiter ver- Zeit nicht mit aussichtslosen Anträgen vergeuden wollen, wenn langen vor Allem drei Zugeständnisse; erstens volle Koalitions es sich nicht gerade um prinzipielle Punkte handelt. Aber wir freiheit, ferner Schutz gegen die maßlose Ausbeutung durch legen den Mehrheitsparteien nabe, noch jetzt in zwölfter Stunde Schaffung eines Normal- oder Marimal- Arbeitstages, endlich den von uns gewünschten Antrag zu stellen und anzunehmen. Abg. Gehlert( Rp.) kommt auf eine am 18. Februar bei ausreichende, gesetzlich firirte periodische Ruhe; keiner dieser drei Abg. Birk( Soz.): Der Genosse Biehl( Heiterkeit), der Punkte ist in dem Geseze ausreichend geregelt, auch besteht keine der Berathung dieses Paragraphen von dem Abg. Schmidt( Sachfen) Aussicht, daß dies noch in dritter Lesung geschehe. Ginige Ver- gemachte Ausführung über die Löhne der sächsischen Arbeiter zurück, Rollege Biehl hat gegen den Abg. v. Vollmar in der zweiten besserungen sind ja anerkennenswerth, namentlich ist für die wird aber an der eingehenden Darlegung seiner Gegengründe Lesung bemerkt, daß die Bediensteten der Tramwaybahn in München längst ihre Forderungen bewilligt erhalten hätten, beSonntagsruhe Manches beschlossen, was man als Fortschritt be- durch den Vizepräsidenten Baumbach verhindert. Abg. Hirsch( fr.) tritt dem Verlangen des Abg. Singer vor der Streit in Wien ausgebrochen war. Der Streit in Wien zeichnen muß. Diesen vereinzelten Verbesserungen stehen aber ganz erhebliche Verschlechterungen gegenüber, welche flar beweisen, nach einem freien Sonntag Nachmittag für die jungen Kaufleute hat am 21. April 1889 stattgefunden und erst am 1. Juli Daß dieses Gesetz fein Arbeiterschutz- Geseß, sondern ein Ersatz für durchaus bei, wird aber seinen Antrag aus der zweiten Lesung haben die Tramwaybediensteten in München ihre Begünstigung bas untergegangene Sozialistengeset, ein Kampfgesetz sein soll. Wenn nicht wieder einbringen, da er nach Lage der Sache aussichts- erhalten.( Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Es ist also nicht richtig, daß es des Streits nicht bedurft hätte, um die Verman aber auch vorläufig noch nicht gewillt ist, den berechtigten los sei. Abg. Hartmann: Die Freigabe der drei hohen Festtage befferung der Lage der Tramwaybediensteten herbeizuführen. Wünschen der Arbeiter zu genügen, so wird die wirthschaftliche Entwickelung schon in wenigen Jahren manche Wünsche, die heute hat nicht etwa schon die Regierungsvorlage enthalten. Wenn Herr Biehl aber gar so empfindlich ist gegenüber einer unerfüllt bleiben müssen, in die Wirklichkeit überführen. Die Sie ist ein Beschluß der Kommission, den das Plenum in zweiter unwahrheit, so möchte ich ihn darauf hinweisen, daß er wegen Berschlechterung liege namentlich in den§§ 119 a( ohneinbe- Lesung bestätigt hat. Den Wunsch des Herrn Singer kann die der Vorwürfe, die er den Sozialdemokraten betreffs des Zimmerhaltung), 125 b( Buße, bezw. firirte Entschädigung), 134( Ver- Majorität nicht erfüllen; den Grund dafür muß Herr Singer streits in München gemacht hat, schriftlich zur Rechtfertigung wirkung des rückständigen Lohnes). Die Behörden haben ja ganz doch aus dem Verlauf der Berathung entnehmen. seiner Vorwürse in eine Versammlung eingeladen worden ist. offen für die Unternehmer Partei ergriffen, sie haben sich dem Minister v. Berlepsch: Bei Empfang einer Deputation von Herr Biel ist aber nicht gekommen und hat den Beweis nicht erVerband der Metallindustriellen zur Verfügung gestellt, ja die Handlungsgehilfen von Berlin habe ich die Ueberzeugung ausgebracht. Das wäre aber ganz bestimmt seine Pflicht und SchuldigPolizei in Berlin hat ein Geschenk von 3000 M. von diesen sprochen, daß nach Erlaß des Gesetzes in den großen Stadten die feit gewesen. Gerade deswegen hat er kein besonderes Recht, Arbeitgeber- Verbänden annehmen dürfen. Darin soll nichts Nachmittagsarbeit für die Handlungsgehilfen aufhören würde; hier so hoch von oben herunterzufprechen. Gesetzwidriges gelegen haben; aber ich hätte dem Berliner für die mittleren und kleineren Städte habe ich dieses Ergebniß Abg. Biehl bleibt bei seinen Behauptungen stehen. Bolizeipräsidenten nicht rathen wollen, sich 3000 m. für seine dahingestellt gelassen. Jedenfalls habe ich nicht erklärt, ich würde § 113 wird, nur unwesentlich redaktionell verändert, an Untergebenen von den Sozialdemokraten schenken zu lassen.( Sehr durch eine allgemeine Anweisung den Behörden aufgeben, genommen, ebenso ohne Debatte§ 114. gut! und Heiterkeit links.) Schreiben die Arbeiter etwa dem überall die Sonntagsnachmittags- Arbeit zu untersagen, das würde§ 115 enthält das Verbot des Trucksystem 3. Arbeitgeber vor, wann er zu Mittag effen soll, wie lange seine dem Gesetze widersprechen. Aber allerdings werde ich An- Der dritte Absatz lautet nach dem Beschlusse zweiter Lesung: Nachtruhe währen darf; behalten sie sich etwa vor, dem Arbeit- weisungen dahin ergehen lassen, daß auf Grund des Gesetzes Lohn- und Abschlagszahlungen dürfen ohne Genehmigung der geber einen Heirathskonsens zu ertheilen? Die Arbeitgeber aber auf möglichste Sonntagsruhe für die Handlungsgehilfen hingewirkt unteren Verwaltungsbehörde nicht in Gast- und Schankwirthschaften oder Verkaufsstellen erfolgen. dürfen dies und finden dabei die Hilfe des starken Arms der werde. Gesetzgebung. Die Lohneinbehaltungen sollen eine Waffe sein Abg. Bebel: Dem Abg. Hartmann gegenüber bemerke ich, Die Abgg. Gutfleisch und Sie wollen den Absatz 3 gegen die Streiks. Allerdings haben wir auch in der letzten daß die Rücksicht auf das Kaufen der Landbevölkerung nicht zu als neuen§ 115a formuliren und ihm den Zusah geben, daß Zeit nicht wenige Streits gehabt, aber viele von ihnen waren der Bestimmung führen könne, an Sonntag Nachmittagen die Ge- Lohn- und Abschlagszahlungen an Dritte nicht erfolgen dürfen in frivoler Weise heraufbeschworen durch die Arbeitgeber. schäfte offen zu halten. Eine Reihe von Kleinen Städten aus auf Grund von Rechtsgeschäften oder Urkunden über RechtsDer Arbeitgeber ist ebenso oft kontraktbrüchig wie der allen Gegenden haben solche Petitionen eingereicht. Herr Hartgeschäfte, welche nach dem Gesetz, betreffend die Beschlagnahme Arbeiter; den Arbeitgeber aber zu bestrafen, wird, trotzdem mann weist uns auf die ortsstatutarischen Bestimmungen, welche des Arbeitslohnes rechtlich unwirksam sind. das Gesetz hier angeblich die Gleichberechtigung beider Parteien Abhilfe schaffen sollen. Aber das ist ja gerade das Bedenkliche, Die sozialdemokratischen Abgeordneten Auer und Genossen respektirt, nicht gelingen. Der letzte Kohlenarbeiter- Streit im Ruhr- daß die Gemeindebehörden solche Bollmachten erhalten sollen; wollen dem§ 115 folgenden Zusatz geben: Lohneinbehaltungen gebiet ist entstanden durch die maßlose brutale Behandlung der denn diese bestehen oft aus Leuten, die persönlich an der Sache und Lohnabzüge find verboten, soweit solche nicht durch Gesetz Bergarbeiter und durch die einseitige Herabsezung der Löhne, betheiligt sind, und daraus wird mindestens Mißstimmung ent- ausdrücklich zugelassen sind. welche einige Zechenvorstände anzuordnen für gut fanden. Die stehen, häufig auch ungerechte Behandlung. Was in England Nachdem Abg. Molkenbuhr diesen Antrag befürwortet, sozialdemokratische Fraktion ist nicht in der Lage, ja zu dem Ge- und Amerika möglich ist, kann man auch bei uns gefeßlich be- bittet Abg. Gutfleisch, denselben, als aller Billigkeit widerſeze zu sagen; hätte der Reichstag das Gesetz so gestaltet, unsere ſtimmen. Dem Abg. Gehlert erwidere ich, da der Abg. Schmidt sprechend abzulehnen. Erfreulich sei der Antrag Auer infofern, Zustimmung wäre einer der schönsten Triumphe für ihn ge- nicht anwesend ist, daß ich die Verhältnisse der Fabrik, um die als er das Zugeständniß enthalte, daß die Lohneinbehaltungen wesen. Namentlich wäre es sehr leicht gewesen, den Normal- es sich handelt, nicht genauer kenne, aber die Mittheilungen des schon nach dem bestehenden Recht in unbeschränktem Umfange arbeitstag in das Gesetz hineinzubringen, aber leider hat sich eine abg. Gehlert selbst beweisen, daß dort Hungerlöhne gezahlt wer- zulässig find. Die Möglichkeit der Lohneinbehaltung für den Argroße entscheidende Partei plöglich von dieser von ihr vorher den; wenn die Leute trotzdem die Arbeitsstelle nur selten ver- beiter erwachsende Schädigungen, welche nicht ausdrücklich in der vertretenen Forderung zurückgezogen. Die Gründe für die Ab- laffen, so liegt das daran, daß die meisten kleine Häuschen dort Gewerbe- Ordnung erwähnt sind, müsse aufrecht erhalten bleiben. Abg. Möller( natl.) tritt der Begründung des Vorlehnung, soweit sie sich auf die Erhaltung der Konkurrenz unserer besitzen, also auf das Verbleiben am Ort angewiesen find. Industriezweige auf dem Weltmarkte beziehen, sind nicht stich- Abg. Samhammer( dfr.): Die Sonntagsarbeit im Handels- redners hinsichtlich des Antrages Auer bei, bedauert aber haltig. Wir werden gegen das Gesez stimmen, weil es den be- gewerbe ist vielfach blos eine eingebürgerte, üble, alte Gewohnden Antrag Gutfleisch- Hitze betreffe der Sohngeffionen nicht zu ftimmen zu können, da dieser Antrag das Kind mit dem Bade| Bedenken Orterers werden dadurch hinfällig, daß wir nur von rostige 3unfttette, welche auch ihnen bisher ausschüttet. den fakultativen Fortbildungsschulen sprechen. Es handelt sich immer noch am Fuße tlirrte, zerbrochen Reg.- Rath Wilhelmi spricht sich ebenfalls gegen alle An- hier in erster Linie um den Zeichenunterricht, die wichtigste haben. träge aus, der Antrag Gutfleisch beseitige die Bession nur formell, Disziplin in diesem ganzen Unterricht, für diesen ist der Sonntag sie würde in der Form anderer Rechtsgeschäfte doch bewirkt Vormittag die einzig mögliche Beit. werden können. Abg. Molkenbuhr( Soz.): Der§ 119 a enthält feine unbedingte Beschränkung der Lohneinbehaltung, sondern bestimmt nur, daß zur Sicherung des Schadenersatzes aus widerrechtlich er folgter Lösung des Vertrags ein Wochenlohn einbehalten werden fann; zur Sicherung anderweitigen Schadens, für Konventionalftrafen u. f. w. fann der Arbeitgeber über dieses Maß hinausgehen. Das wird in Zukunft noch mehr geschehen, als es bisher Ser Fall war. Dem Mißstande der Lohnabzüge muß aber in weiterem Umfange entgegengetreten werden, und wir glauben mit unserem Antrage, welcher derartige Lohnabzüge überhaupt ausschließen will, auf allgemeine Sympathie rechnen zu können. Die Arbeiter brauchen den Lohn jederzeit, um fich und ihre Familien zu ernähren. Beim Ausfall eines Lohntheils müssen sie Hunger leiden und nehmen Schaden an ihrer Gesundheit, oder sie verfallen dem Wucher. Nach dem Geseze von 1869 wird die Beschlagnahme des Arbeitsverdienstes durch den Arbeitgeber überhaupt ausgeschlossen, jetzt würde dies auch möglich sein für Forderungen, die der Arbeitgeber in Zutunft an den Arbeiter erlangen könnte. Die Einbehaltungen machen den Arbeiter nicht bloß von dem Arbeitgeber, sondern auch von den Leuten abhängig, bei denen sie ihre Lebensmittel einkaufen. Deshalb muß Fürsorge getroffen werden, daß der Arbeiter unter allen Umständen seinen Lohn ganz in Baarem erhält. Parlamentarisches. Die Maifeier des 5. und 6. Berliner Wahlkreises am Sonntag, den 3. Mai, gestaltete sich zu einer Demonstration von Abg. v. Stumm tritt diesen Argumenten entgegen. Für den wohl noch nicht dagewesenem Umfange. Nachdem bereits am Beichenunterricht sei die Zeit von 8-1/ 210 und dann von 11 bis Freitag im„ Moabiter Schützenhaus" in Plögensee der 6. Wahl21 Uhr vollständig genügend. Das Beispiel Münchens zeige freis sein Fest gefeiert hatte, hatten sich auch diesmal wiederum übrigens, wie die Frage gelöst werden könne. Er wolle auch die Genossen der beiden Kreise in einer Zahl von über den Lehrer im Gottesdienste sehen, gerade die Unmöglichkeit zum 20 000 Menschen zusammengefunden, die sich hier in den verBesuche des Gottesdienstes, welche für den Lehrer bei dem fatul- fchiedensten Lokalen der Festesfreude hingaben. Wohl nirgends tativen Unterricht entstehen würde, sei für ihn ein Grund, gegen in der nächsten Nähe Berlins dürfte sich ein geeigneterer Ort zur den Antrag Ruge zu stimmen. Abhaltung derartiger Massendemonstrationen finden als hier; § 120 wird mit dem Antrage v. Stumm angenommen, der sämmtliche am See und in dessen Nähe befindlichen Lokale waren Antrag Ruge gegen die Stimmen der Linken und der National- überfüllt, so daß doch noch Tausende umkehren mußten, wenn sie liberalen abgelehnt.§§ 120 a- 120 c werden ohne Debatte ge- sich nicht in die nahebei gelegene Jungfernhaide begeben wollten. nehmigt. Hier konnte man so recht das Proletariat betrachten, in welch' Um 5 Uhr wird die Fortsehung der Berathung auf Mitt- verschiedenartiger Weise es fein Fest zu begehen verwoch 11 Uhr vertagt. stand. Hier wurde dort gespielt, gefungen, an einer anderen geeigneten Stelle wurde eine Rede auf den Arbeiterfesttag gehalten und dergleichen; viele Gesangvereine waren hier ebenfalls zusammengekommen und ließen unter dem begeistertsten Beifall der tausendköpfigen Menge ihre herr lichen Bolkslieder ertönen, Wahrhaft hinreißend fann man es nennen, als gegen Abend mehrere Vereine zusammentraten und Die fozialdemokratische Fraktion verhandelte ihr„ Sohn des Volkes",„ Am Ort wo meine Wiege stand"," Die gestern Abend über die Beschichtung des internationalen Arbeiter- Marseillaise" u. s. w. fangen; die Menge athemlos lauschend, Kongresses in Brüssel und wurden die Abgeordneten Bebel, wie die herrlichen Weisen vom Echo des Plößensees zurückgegeben iebknecht und Singer mit der Vertretung der Fraktion wurden. Besonders hervorheben möchten wir die Vereine„ Mais und der offiziellen Parteileitung betraut. glöckchen" und" Hoffnung"( Moabit), deren Mitglieder nicht müde Abg. Site( 3.): Für unseren Antrag ist die Rücksicht auf Der Senioren Konvent des Reichstags hat wurden, ihre Lieder zu wiederholen. Und was noch ganz besondie Arbeiter maßgebend. Der Antrag soll auch den Konsumver- sich gestern nach Schluß der Reichstagssigung über die geschäft ders hervorzuheben ist, weil zu selten, nämlich, daß sich die heilige einen entgegentreten, insofern sie ihrem ursprünglichen Zwecke, liche Behandlung der noch zu erledigenden Gegenstände in der Hermandad vollständig zurückgezogen hatte, ja fast unsichtbar die Arbeiter zur Baarzahlung zu bringen, entgegen selbst zum jetzt laufenden Session verständigt. war, was wohl hauptsächlich zum Gelingen des Festes beigeBorgsystem übergehen und die Arbeiter in drückende AbhängigAm Abend ging es dann in unzähligen feit bringen. Von Seiten der Regierung wird Werth darauf gelegt, daß tragen hat. Wenn in zweiter Lesung diesen zum Theil von außer der Arbeiterschutz- Geseznovelle noch der Nachtragsetat, das Trupps theils am Ranal entlang, theils durch die Seestraße den Arbeitgebern ſelbſt errichteten und unterhaltenen foge- Buckersteuergesetz, die Novelle zum Branntweinsteuergesetz und das nach Berlin hinein, wo erst wieder Polizei sichtbar wurde nannten Konsumvereinen ein oblied gesungen worden ist, so Gesetz über das Telegraphenmonopol zur Verabschiedung ge- Die Genossen des 5. und 6. Kreises hatten hier ein Fest kann ich darin nicht einstimmen. Der vielfach durch fie geübte langen. Swang muß auf dem gefeßlichen Wege, den wir vorschlagen, be- Krankenkassen- Novelle unerledigt bleiben, und soll deshalb, burch feinen Mißton getrübt und mit dem Vorsaß, unentwegt Es würde also von den größeren Vorlagen die gefeiert, wie es Allen auf immer in Erinnerung bleiben wird, feitigt werden. um die auf diesen Gegenstand verwandte Arbeit nicht für die Erringung des Achtstundentages" einzutreten. Zum Geh. Rath Wilhelmi bestreitet wiederholt, daß der Antrag vergebens geleistet zu haben, auch dieses Mal wieder Schluß wollen wir noch die außerordentliche Theilnahme an den eine Berbefferung des Gesetzes ſei; übrigens werde er auch eine Bertagung Plaz greisen. Von den Initiativanträgen verschiedenartigsten Sammlungen erwähnen; mancher Vertrauensdurch§ 117 Abs. 2 überflüssig, denn dort werde die Nichtigkeit aus dem Hause wird wohl keiner mehr zur Berhandlung ge- mann hatte schwer an seinen Nickel- und Silberschäßen zu tragen, Nach Ablehnung des Antrags Auer wird§ 115 nach dem langen. Dagegen sollen noch ein paar fleinere Angelegenheiten, die auf den Altar der Sozialdemokratie niedergelegt wurden. darunter auch die Wahlprüfungen, zur Erledigung fommen. Mit Die Tabakarbeiter und Arbeiterinnen hatten sich sehr Antrag Gutfleisch- Site gegen die Stimmen der beiden kon- der Arbeiterschutzgesetz- Novelle hofft man heute noch fertig zu zahlreich am 2. d. M. im Elysium zur Arbeiter- Maifeier verfervativen Parteien und der Nationalliberalen mit Ausnahme des werden; am Freitag soll dann der Zucker und am Sonnabend fammelt. Nach vorangehender Versammlung, zu welcher Stollege Abg. Dann angenommen. Ohne Debatte erledigt das Haus der Branntwein event. der Nachtragsetat dran kommen. Unter M. Otto über den achtstündigen Normalarbeitstag und feine Be119a stellt fest, daß& ohneinbehaltungen, welche diese Vorschläge wurde nur insofern Widerspruch erhoben, als Diskussion nicht stattfand, die allgemeine Resolution einstimmig Umständen will man Abendsigungen zu Hilfe nehmen. Gegen deutung referirte und allseitigen Beifall fand, wurde, da eine zur Sicherung des Ersages eines aus der widerrechtlichen Auflösung von Seite der Vertreter der freisinnigen Partei Bebenfen gegen angenommen. Mit einem dreifachen Hoch auf die Achtſtundendes Arbeitsverhältnisjes erwachsenden Schadens ausbedungen die Durchpeitschung" des Telegraphengefeges geltend gemacht Bewegung wurde die Versammlung geschlossen. Das sich hierauf werden, insgesammt bra, Betrag eines Wochenlohns nicht über- wurden. Die Vertagung wird Mitte der nächsten Woche, wahr- anschließende gesellige Beiſammensein und Tanzkränzchen unter steigen dürfen. Mitwirkung des Gesangvereins Deutsche Eiche" hielt alle An Abg. Hirsch erkennt an, daß diese Fassung gegenüber dem Scheinlich Mittwoch oder Donnerstag, stattfinden. wesenden bis zum hellen Morgen vereint zusammen. bisherigen gefeglichen Bustaude eine Aenderung zu Gunsten der Die Wahlprüfungs- Rommission des Reichstages Die im Vergoldergewerbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiter sei, spricht aber seine entschiedene Mißbilligung gegen die beantragt, die Wahl des Abg. Dr. Giese im elften Wahlkreise Arbeiterinnen feierten den 3. Mai in Treptow, in Jakob's gewohnheitsmäßige Lohneinbehaltung einzelner Arbeitgeber aus, des Königreichs Sachsen für giltig zu erklären; dagegen die Ent- Bock- Restaurant, außerordentlich zahlreich. Eröffnet wurde die welche einen mehr als gehässigen Charakter trage und zur Ver- scheidung über die Giltigkeit der Wahl des Abg. Kurz im Feier mit dem Gesange der Marseillaise, die Festrede hielt föhnung der sozialen Gegenfäße nicht mitwirken könne. Er hoffe, 22. Wahlkreise des Königreichs Sachsen bis zum Eingang weiterer daß diese gewohnheitsmäßige Lohneinbehaltung wie bisher die Ermittelungen auszusetzen. Ausnahme bleiben werden. die§§ 115a- 119. " Kollege Wilsky. Die Abstimmung der Mairesolution ergab einstimmige Annahme derselben, und wurde hierauf ein dreifaches, Abg. Singer: Aus den Ausführungen des Abg. Hirsch weitere Petition an den Reichstag gerichtet, in welcher weitere Der Deutsche Frauenverein Reform" bat eine brausendes Hoch auf die internationale, revolutionäre Sozial demokratie ausgebracht. Bei Gesang und Tanz blieben die würde für den Verstand des gewöhnlichen Sterblichen folgen, daß mittel vorgeschlagen werden, die den Frauen die Ausübung des Theilnehmer noch ziemlich spät zusammen. er gegen§ 119a stimmen wird. Wir sehen im§ 119 nicht eine ärztlichen Berufes ermöglichen sollen. In der Petition wird mit Friedenan. Am 1. Mai fand im Kurhaus zu Friedenau Art von Arbeiterschutz, darum stimmen wir dagegen, und darum Recht betont, daß die Regierungen oder Parlamente der Einzel- aur Feier des Tages eine imposante von ungefähr 400 Personen ziehen wir auch unseren Antrag nicht zurück.§ 119a will ein staaten den Petentinnen den Bescheid gaben, die Einzelstaaten besuchte Voltsversammlung unter Borsiz des Genossen Klof neues Ausnahmerecht für Arbeiter schaffen. Daß Fälle von Lohn- tönnten in dieser Frage nicht gut einzeln vorgehen, während der statt. Herr Lehrer Hennig von der Arbeiter- Bildungsschule einbehaltung eintreten werden, iſt eine Folge der freifinnigen Gr- Regierungskommissar in der Petitionskommission des Reichstages legte in zirka 1stündigem Vortrage die Bedeutung des Tages findung die wir dem Abg. Gutfleisch verdanken. Wir haben keine entgegengesetzt die Erklärung abgab, daß die Frage zur dar, auf welchen die Versammlung mit stürmischen Beifall ant Neigung, einer Bestimmung zuzustimmen, welche die Unternehmer Kompetenz der Einzelstaaten gehöre, denen die Regelung wortete. Nach einstimmiger Annahme der Resolution und einigen geradezu auffordert, einen bestimmten Betrag des Lohnes ein- der Schulverhältnisse überlassen sei. Die Gewerbe- Ordnung lokalen Angelegenheiten schloß die von größtem Freiheitsdrang zubehalten, und darum fiub wir gegen§ 119a; wir glauben, ftelle der Ausübung der ärztlichen Praxis durch Frauen nichts beseelte Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die inter Daß eine Verschlimmerung für die Arbeiter durch Ablehnung des§ 119a nicht eintreten wird, denn die gegenwärtigen Zu- entgegen. Nun schlagen die Petentinnen vor und bitten den nationale Sozialdemokratie. Reichstag, diesen Vorschlag zu berücksichtigen: stände, wo sich Arbeitgeber finden, die zur Bildung von angenommen. Friedrichshagen. Am Abend des 1. Mai sprach Genosse timmiger Annahme der bekannten Resolution und Bekanntgabe Apelt- Berlin unter stürmischem Beifall in einer von etwa fech hundert Personen besuchten Voltsversammlung. Nach eing des zum 3. Mai festgesetzten Programms wurde die Versammlung mit der Mahnung, am 3. Mai sich durch Ruhe und Besonnenheit als zielbewußte Sozialdemokraten zu zeigen, unter Absingung ber Marseillaise geschlossen. Rautionen Lohn einbehalten, werden auf die Dauer nicht mög- durch welche die ärztlichen Prüfungen geregelt sind, durch einige Die Bekanntmachung des Bundesraths vom 2. Juni 1888, lich sein. Abg. Joeft: Ich meine, daß wir unseren Antrag nicht unterbreiten wir die ergebenste Bitte, Ergänzungsbestimmungen zu vervollständigen. Dem entsprechend nur nicht zurückziehen, sondern daß Sie denselben annehmen sollen denn Sie sollten das im Interesse der Arbeitergeber thun, was erwähnte Bekanntmachung dahin zu ergänzen, daß der Reichstag wolle die Reichsregierung ersuchen, die oben wir im Interesse der Arbeiter für nöthig halten. Nachdem Abg. Gutfleisch für die Beschlüsse der zweiten und seitens jener Bundesstaaten, welche Universitäten besitzen, 1. feitens aller Bundesstaaten wenigstens ein Gymnasium Die Drechsler sowie die Goldschmiede und verwandte Lesung eingetreten, wird§ 119a mit großer Mehrheit unverändert auch eine Universität zu bezeichnen sei, wo Personen weiblichen Berufsgenossen hatten sich ungefähr 1000 Personen start am $ § 120 begründet die obligatorische Verpflichtung der Arbeit Geschlechts zur gymnasialen Reifeprüfung bezw. zur ärztlichen 3. Mai im Seeschlößchen in Friedrichshagen eingefunden. Die geber, ihre Arbeiter unter 18 Jahren die Fortbildungsschulen bePrüfung zuzulassen sind; Feier verlief in der schönsten und ruhigsten Weise. Großartiger 2. daß Personen weiblichen Geschlechts vorläufig ohne be. Beifall wurde dem Lustspiel„ Die Bismarchspende" zu Theil suchen zu lassen." Am Sonntage darf der Unterricht nur statt fondere Dispensation das Studium der Medizin auch an solchen welches von einigen Damen und Herren der Drechslerbranche finden, wenn die" Unterrichtsstunden so gelegt werden, daß die schweizerischen Universitäten absolviren können, welche Seitens aufgeführt wurde. Schüler nicht hingehindert werden, den Hauptgottesdienst oder der Reichsregierung für das medizinische Studium als den einen für sie eingerichteten besonderen Gottesdienst ihrer Kon- heimathlichen Universitäten gleichwerthige angesehen werden; feffion zu besuchen." Abg. v. Stumm will hinter den Worten für sie ein an den oben bezeichneten schweizerischen Universitäten studirt 3. daß Personen weiblichen Geschlechts, welche ausschließlich hörden", damit nicht irgend ein nur pro forma eingerichteter ärztlichen Vorprüfung befreit sind. gerichteten" einfügen:„ mit Genehmigung der kirchlichen Be- haben von der( nur an einer deutschen Universität möglichen) Gottesdienst den Besuch der Fortbildungsschulen fattisch verhindere. Die Maifeier. Ueber die Maifeier in Deutschland liegen heute zahlreiche lichere Berichte nur über den Verlauf der Feier in den großen Nachrichten vor. Wir müssen uns darauf beschränken, ausführ Städten und Industriezentren und aus denjenigen Orten au geben, wo sich irgend ein Zwischenfall zugetragen hat. Die Mit theilungen aus den übrigen Orten sind am Schluß kurz zu fammengestellt. Aber Abg. Nuge( dfr.) beantragt, den mitgetheilten Passus über den Sonntagsunterricht zu streichen und an dessen Stelle zu Hamburg, 4. Mai. Unser Korrespondent schreibt uns: Die fegen: Soweit eine Verpflichtung zum Besuch der FortMai- Demonstration der Hamburger Arbeiterschaft zu bildungsschule besteht, darf am Sonntage der Unterricht nur Erringung des 8 stündigen Arbeitstages in Gestalt eines stattfinden, wenn die Unterrichtsstunden so gelegt werden, daß tolossalen Festzuges ist in der denkbar günstigsten Weise Zur Maifeier in Berlin und Umgegend liegen noch verlaufen. Die Zahl der direkt Theilnehmenden tönnen wohl die Schüler nicht gehindert sind" u. s. w., wie im Beschluß der folgende Berichte vor: zweiten Berathung. Durch diesen Antrag ist jedem einzelnen auf über 75 000 geschäßt werden, wenngleich fich die annähernd Schüler die Möglichkeit gegeben, seinen religiösen Gefühlen Ge- hatten sich ebenfalls zum Zweck der Maifeier am Sonntag Bor- bereits 65 000 Rarten à 10 Bf., welche zur Theilnahme am Fest Die Steinfeger und Berufsgenossen Berlins und Umgebung genaue Biffer taum feststellen läßt. Am Sonnabend waren nüge zu thun. Ein Unterricht blos 11/2 Stunden am Sonntag mittag in der Anzahl von zirka 300 Personen( mit Frauen) in zuge und zur Betretung des Festplates berechtigten, verkauft. hat gar keinen Werth. Würde der Sonntagsunterricht zu sehr der Brauerei Feldschlößchen eingefunden. Um 1/211 Uhr brachen Doch war am Sonntage selber noch eine so große Nachfrage nach beschränkt, laufe man Gefahr, daß ein Lehrermangel eintrete, die Versammelten zu der geplanten Fußpartie nach Tegel auf, Karten, daß ihr nicht genügt werden konnte. Das Aufstellungs während gerade für den Fortbildungsunterricht die Heranbildung nachdem der Steinsetzer- Sängerchor durch den gelungenen Vortrag terrain vor der Hamburger Gewerbeschule zwischen Große tüchtiger Lehrer ohnehin große Schwierigkeiten mache. Im Wei- des Arbeiterliedes" die Zuhörer in die der würde des Tages Allee" und„ Bei dem Besen binderhof" ist ein von verschiedenen teren nimmt Redner das Fortbildungsschulwesen, namentlich das entsprechende Stimmung versezt hatte. In Tegel angekommen, Alleen durchschnittener großer, sonst unbebauter Raum, in deſſen Berliner, gegen die Angriffe der Gegner dieses Unterrichts, ins- fchritt man zunächst zur Erledigung des offiziellen Theils der verschiedenen Wegen der Festzug in 66 verschiedenen Gruppen besondere des Herrn Stöder, in Schuß. Der Antrag wird die Feier: In furzen, martigen Worten wies der Genosse Krefow Aufstellung nahm. Je ein, an einer Stange befestigtes Platat bestehenden Einrichtungen, welche wie in Berlin fakultative sind, auf bie in ihrem bisherigen Bestande erhalten und vor Drangfalirungen dann die Achtstunden- Resolution. Dieselbe wurde einstimmig verschiedenen Gewerkschaften ihren Sammelplay, da das ge Bedeutung der Demonstration hin und verlas mit der betreffenden Nummer bezeichnete den Mitgliedern der schützen. angenommen. Hierauf ergriff der Redner noch einmal schlossene Aufmarschiren mit entsalteten Fahnen durch die Stadt Abg. Eberth äußert sich in demselben Sinne. das Wort, indem er nun Abg. Orterer( 3.): Es fommt nicht blos auf den Unter- machte, daß fie, nachdem sie dieser Resolution zugestimmt auch so vollzog sich, troydem der Platz und seine Un auch Alle darauf aufmerksam von der Polizeibehörde nicht gestattet worden war. richt, sondern auch auf die Erziehung an. An die festen hätten, Um An die festen hätten, auch heilig verpflia, tet seien, immer und immer gebung von Buschauern dicht belagert war, Bunfte der religiösen Borschristen muß sich das hortbildungs- im Sinne derselben zu wirken und zu agitiren, und daß sich der und Ordnung des guges in der präziseiten und ruhigsten Weiſe. die Aufstellung Schulwesen anschließen. Wir werden für die Beschlüsse zweiter jenige, welcher nicht danach hai.dele, eines schnöden Wortbruches, Lesung stimmen. Minister v. Berlepsch: Der Antrag Nuge entspricht den begeistert aufgenommenen Hoch auf die internationale, völter- melplatz bis zum Beitplage Hornerpart" hat ein guter ja gewissermaßen eines Meineides schuldig mache! Mit einem mit Wiusit, Trommlern und Pfeifern in Bewegung. Bom Sams Genau 2 Uhr Nachmittags seyte sich die Spike des Zuges Wünschen der Regierung. Wenn wir gegen die Beschlusse zweiter befreiende Sozialdemokratie saloß der offizielle Theil dieser er- Fußgänger 11/2 Stunden zu marichiren. Man kann sich nun eine Lesung nicht auftreten, so liegt das daran, daß diese Beschlüsse hebenden Feier. Hierauf stimmten die Versammelten die Arbeiter Borstellung von der Größe des Zuges machen, wenn man hört, das Ergebnis eines nach langer Mühe zu Stande gekommenen Marseillaise an; nach dem die schönen begeisternden Klänge der daß die legte Gruppe desselben, also Nr. 66, fich erst um 4 üh Kompromisses find. Das Berliner Fortbildungsschulwesen wird ſelben verflogen waren, trat das gesellige Bergnügen wieder in in Bewegung fehte, zur Zeit, als fast ein Drittel bes nach unserer Auffassung durch diese Form der Regelung nicht feine Rechte. Unter anderem wurden zwei amerikanische Auftionen 3uges schon auf dem Festplage angelommen unmöglich gemacht werden. Die Vorlage giebt ja eine Frist bis veranstaltet: eine photographie Lassalles brachte 26,15 M., ein war. Im Festzuge marschirten 9 Musikkorps, außerdem viele 1894 zur Ueberführung dieses Unterrichts in die neuen Formen; Gruppenbild der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion brachte Arbeiter- Liedertafeln, welche Marschlieder fangen, außerdem noch in dieser Zwischenzeit werden die Wege, welche sich darbieten, 29,85 M. Mag nun die Zahl der Theilnehmer im Verhältniß verschiedene Trommel- und Pfeifertlubs, auch ein Verein auf ihre Gangbarkeit geprüft werden. zu anderen Gewerkschaften oder Vereinigungen nur eine fleine Bandonions und großer Trommel u. f. w. Abg. Meyer( Breslau): Bei diesem§ 120 wird, wenn er gewesen sein, so haben die Berliner Steinmetzen doch durch diese zum Theil rothe, und Embleme mit Inschriften gaben dem Zuge Ueber 90 Fahnen, unverändert angenommen wird, ein so großer Schade gestiftet, daß Feier bewiesen, daß auch sie zur Erkenntniß ihrer Lage gekommen ein festliches Ansehen; die Mehrzahl der Theilnehmer, auch viele wir kaum noch für das ganze Gesetz stimmen werden. Es handelt find und, indem sie sich Schulter an Schulter mit allen auf- Tausende im zuschauenden Publikum trugen rothe Blumen in sich hier um einen Punkt, der mit dem Hauptinhalt des Gesetzes, geklärten Arbeitern der gemeinsamen Sache, der Befreiung der Knopfloche. Hunderttausende von Zuschauern hielten die Straße Dem Arbeiterschutz, in keiner unmittelbaren Verbindung steht. Die Arbeit vom kapitalistischen Joch widmen, endlich die feiten des Weges von Anfang bis zu Ende dicht befeht viele fönnen. " " 11 ein als von " nommen. " Gruppen mit Hurrah begrüßend. Besonders afflamirt wurden Saalfeld a. S., 4. Mat. Entgegen dem Entscheid des| Resolution zur Berlesung und die Anwesenden erhoben sich zum die im Zuge befindlichen 3500 Frauen und Mädchen. Berittene Magistrats, welcher den Umzug u. f. w. verboten, gab das Mi- Beichen der Zustimmung sämmtlich von ihren Plätzen. In derselben Weise haben auch die Genossen unserer NchbarSchuhleute begleiteten den Zug, hier und da die dichte Menschenmenge nisterium auf erhobene Beschwerde alles frei. Das Fest wurde zu beiden Seiten zurückdrängend, um dem Zuge, der in der Breite im Schießhaus gefeiert und verlief großartig. Etwa 600 Ar- orte Kappel, Altendorf, Gablenz, Bernsdorf und Altchemni den von 6 Mann marschirte, Raum zu verschaffen. Der Hornerpart beiter betheiligten sich am Festzuge, dem ein Musikchor voran 1. Mai gefeiert. war nicht im Stande, die Menschenmenge zu fassen und die ging. Der Tischler- Fachverein führte eine Fahne, der Wahl- und Mannheim, 4. Mai Die Maifeier verlief hier ruhig. Zwei Uebrigen vertheilten sich in den nahe gelegenen Wirthschafts- Metallarbeiter- Fachverein Standarten im Zuge. Nach Vorfüh- rothe Fahnen, die am Versammlungslotal ausgesteckt waren, Etablissements. rung geeigneter Festlieder und Musikpiecen hielt Genosse Buch- wurden polizeilich entfernt. Militärische Vorsichtsmej regeln Die Feftrede hielt der Neichtags= Abgeordnete Karl drucker Hofmann die Festrede. An der Abstimmung über die waren getroffen. Frohme von einer besonders errichteten Rednerbühne herab. Resolution betheiligten sich etwa 900 Arbeiter und Arbeiterinnen. Neustadt a. H., 4. Mai, 1.20 N. Die Maifeier in der Pfalz Seine Ausführungen, welche die Forderungen der Arbeiter be- Abends 1/27 Uhr erfolgte der Rückmarsch zur Stadt, abermals ist nach den eingelaufenen Berichten überall in Ruhe und völliger Soweit bis zur Stunde zu übersehen, gründeten, wurden mit Jubel aufgenommen. Weitere Reden unter den Klängen der Musik. Abends 8 Uhr hatte der Tischler- Ordnung verlaufen. wurden nicht gehalten. Fachverein einen Ball arrangirt. Die Feier verlief großartig und wurden in 25 bis 30 Orten Versammlungen abgehalten und die So ist das Maifest der Hamburger Arbeiter, begünstigt vom erhebend. bekannte Resolution genehmigt. In Landau wurde das erste schönsten Wetter, in herrlichster Weise, ohne daß es auch nur Muskau, 4. Mai. Auch in unserem Kreise fangen die Ar- Infanterie- Bataillon in Bereitschaft gehalten; die übrigen Struppen bom leisesten Mißtone getrübt wurde, burchgeführt worden! Der beiter an, sich zu regen. Am 3. d. M. machten die biesigen durften die Garnison nicht verlassen. In Frankenthal wurde ein Gindruck war ein gewaltiger. Den Bewohnern der Millionär- Genoffen einen Ausflug. Leider wurde dieser Beschluß zu spät Arbeiter verhaftet, der auf dem Kriegerdenkmal eine rothe Fahne Billen( Ohlendorfs u. f. w.) in Hamm, ein Hamburger Vorort, gefaßt, wir fonnten feinen Redner bekommen und so haben sich anbrachte. Darmstadt, 3. Mai. Jm Rummel'schen Etablissement fand durch den der Zug marschirte, mögen Angesichts dieser Arbeiter nur 40 Mann betheiligt; wir werden im nächsten Jahre auf dem bataillone seltsame Gedanken aufgestiegen sein. Wohl konnte man Posten sein. Auch in dem nahen Dorfe Lucknitz bewiesen die heute Nachmittag die von den Fachvereinen und des sozialhier und da von Angehörigen der Bourgeoisie hämische und Arbeiter, daß sie die Bedeutung der Maifeier fennen. Mitten demokratischen Partei arrangirte und zahlreich besuchte Maifeier spöttische Bemerkungen hören, doch waren die Arbeiter zu ver- im Dorfe wehte von einer mächtigen Linde herab eine schöne statt. Landtags- Abgeordneter Ph. Müller hielt die Festrede, worauf nünftig, um darauf ernstlich zu achten oder gar über diese in- rothe Fahne, welche Aufsehen erregte. Schon Vormittags tam die Bersammlung die Resolution annahm. grimmige Ohnmacht sich zu erzürnen. der Polizeidiener und verlangte vom Ortsschulzen, daß sie ent- Mainz, 4. Mai. Die gestern hier abgehaltene Maifeier fand Hamburg hat eine solche Arbeiter- Demonstration nie gefehen. fernt werde. Jedoch der Schulze hatte keine Lust, die Fahne eine ungeheure Betheiligung; fämmtliche Räume des Festlokales Eines wollen wir nicht vergessen zu erwähnen: Die Polizei war selbst herunter zu holen, und ein anderer hatte sich auch nicht waren überfüllt, aber nirgends wurde die Festfreude gestört. in ihrem Auftreten in jeder Weise anständig, höflich, sogar freund- bazu gefunden. Sie flatterte luftig weiter. Um 11 Uhr Vor- Reichs- und Landtags- Abgeordneter Jöst hielt die Ferede. Stuttgart, 4. Mai. Daß die Bourgeoisie mit Angst und lich gegen die Theilnehmer des Festzuges. Dieses Entgegen mittags tam der Abgeordnete unseres Kreises, Graf Arnim, Stuttgart, 4. Mai. tommen ist um so mehr anzuerkennen, wenn man bedenkt, daß herangesprengt und frug, wer die Fahne aufgesteckt habe; auch Schrecken, thr Geldbeutel könnte in Gefahr gerathen, dem Tage faft überall in Deutschland die öffentlichen Mai- Demonstrationen jetzt noch fand sich keiner, der die Fahne herunter holte. Abends entgegenfah, muß aus den polizeilichen und militärischen Maßfriedlichen der Arbeiter zu Gunsten des Achtstundentages" von den Polizei- sah man wiederum den Grafen vorveireiten, noch immer war die nahmen geschlossen werden, die wegen einer behörden verboten waren. Fahne oben. Sie wurde erst heute Mittag heruntergeholt. Wir Kundgebung zu Gunsten der Verkürzung der Arbeitszeit getroffen Noch ein Kuriofum ist nachträglich zu berichten. In der Ab- hatten in diesem Dorse am 20. Februar 12 Stimmen und in waren. Adem Anscheine nach war man der Meinung, daß be= sondere Gefahr in der rothen Karlsvorstadt drohe, denn schon theilung der hiesigen Hafenarbeiter" gingen auch eine Anzahl Mustau 89 für unseren Kandidaten. 2astaren, welche auf den Schiffen der oftasiatischen Linie Halle, 4. Mai. Wohl noch niemals hat die Stadt Halle um die Mittagszeit strömten zahlreiche Behelmte jener arbeiten, mit. Sie trugen nach ihrer Landessitte Fächer in den einen derartigen Umzug in ihren Straßen zu schauen gehabt, als gefährlichen Gegend zu. Ebenso überflüssig erwiesen sich die von Händen und schienen ganz Herz und eine Seele mit ihren euro- am letzten Sonntag, den 8. Mai. Der als Demonstration für militärischer Seite getroffenen Anordnungen. Auf 8 Uhr Nachpäischen Arbeiter- Brüdern. Ebenso marschirte inmitten der Heizer den Achtstunden- Arbeitstag" veranstaltete Haidegang der Halle mittags war die Feierlichkeit für die Arbeiter in der Stadt und Trimmer" stolz eine Anzahl, Subventions- Neger", schen Arbeiterschaft wird der Einwohnerschaft ein unvergeßliches anberaumt, wer aber nach 1/23 Uhr die Räumlichkeiten der neuen die sich nicht wenig geehrt fühlten, theilnehmen zu können an dem Bild von der Einmüthigkeit der Arbeiter geben. Eine imposante Arbeiterhalle betrat, hatte alle Mühe, auf der Galerie oder in großen Feste, dem gewaltigen Schauri" ihrer Hamburger und auch wirklich imponirende Kundgebung war der Spaziergang einer Ecke des Saales noch ein Pläßchen zu finden. Viele kehrten Kameraden. So wird auch diesen Asiaten und Afrikanern bald der Tausende durch die Stadt. In und vor dem allgemeinen an der Kasse wieder um, als sie erfuhren, daß das Suchen eines ein Licht aufgehen, damit sie sich nicht mehr dazu hergeben, um Versammlungslokale, dem Hofjäger"-Etablissement, standen dicht- Plates ein vergebliches Unternehmen sei. Gegen 4 Uhr hielt den europäischen Arbeitern eine unwürdige Konkurrenz hinsichtlich gedrängt die Massen der Theilnehmer mit ihren Frauen und Herr Karl Kloß die 1/ 2stündige, von rauschendem Betfall be Kindern. Aber nicht nur hier waren die Theilnehmer versammelt, gleitete Festrede. Hierauf wurde über die Resolution abgestimmt der Arbeitslöhne zu machen. Folgender für den Geist und die Stimmung der Hamburger sondern an der Schifferbrücke, der Elisabethbrüde, am Weinberg, und dieselbe einstimmig angenommen. Bis gegen 8 Uhr Arbeiter bezeichnende Vorfall vom Festplatze sei hier noch den am Waldkater standen Abtheilungen von Hunderten, welche den währte das wohlgelungene Fest, das durch keinen weißton gestört Berichten des Hamb. Echo" entnommen: Bug erwarteten, um sich anzuschließen. Es war also nur die wurde. Nürnberg, 4. Mai. Trotz der schlechten Witterung und Einer Wittwe war ihr Portemonnaie, enthaltend ihre ganze Hälfte der am Haidegang Betheiligten, welche den Umgang durch Baarschaft von 23 M., abhanden gekommen. Die Frau hatte es die Stadt mitmachten. Obschon aus durch nichts zu recht- des Umstandes, daß Sonntag früh die denkbar ungünstigste Veraus Besorgniß, daß ihr das Geld in ihrer Abwesenheit gestohlen fertigenden Gründen ein geordnetes Marschiren unter Boran sammlungszeit für Nürnberg ist, außerdem noch das leidige werden fönnte, mitgenommen und fah sich nun nach dem Verlust tritt von Mujit, was eine viel raschere Fortbewegung veranlaßt Biel" und der Unfug, daß in einigen der größten Fabriken desselben vollständig entblößt. Aber zielbewußte Arbeiter lassen und solchen Zug viel schneller aus dem Stadtbereich durch die gerade an diesem Tage gearbeitet werden mußte, dazu kam, ihre Kollegen und Kolleginnen nicht in Noth, wenn sie helfen vorgeschriebenen Straßen gebracht hätte, verboten worden war, waren die Versammlungen von über 3000 Personen besucht, dennoch, Schleunigst wurde unter den Nächststehenden eine so hatte man Trupp Spazier größtentheils zielbewußten Genossen, die durch nichts sich von Sammlung veranstaltet, die 51,20 m. ergab, wovon der armen gängern, denselben langen Weg nach der Haide zu ihrer Pflicht abhalten lassen. Das Thema, über das gesprochen Frau 24 M. ausgehändigt wurden, während der Rest von eingeschlagen. Die Menschenmenge war so groß, welche vom wurde, war in allen Versammlungen das gleiche: Die Bedena 27,20 M. für die Generalfommission der Gewerkschaften bestimmt Sofjager" aus abgegangen, daß der ganze Steinweg bis in die tung des achtstündigen Arbeitstages". Im Bürgersaal sprach wurde. Unter den gespendeten Gaben befand sich auch eine An- Dannischestraße nur eine auf- und niederwogende schwarze Masse Grillenberger, im Kontumazgarten Roßkopf, ira Beckengarten zahl von 50- Pfennigftücken, die geopfert wurden von den un- seigte, die sich langsam vorwärts wälzte. Eine unübersehbare Wiemer. Sämmtliche Versammlungen verliefen, wie dies in bekannten Gebern ohne jeden andern Dant als das eigene Be- Menschenmenge war auf der Bischofswiese versammelt, unzähl- Nürnberg selbstverständlich ist, ohne jede Störung und in würbar nicht nur, sondern sogar unschäzbar im edleren Sinne des digster Weise, und es wurde die vom Parteivorstand in Berlin wußtsein, einer armen Frau in Nöthen geholfen zu haben." Dannover, 3. Mai. Die Maifeier der Arbeiterschaft in Wortes, denn- ob es 8000 oder 10 000 Stöpfe waren, die dort für ganz Deutschland vorgeschlagene Resolution einstimmig angeHannover nahm einen würdigen Verlauf. Von dem herrlichsten versammelt waren, das bleibt ziemlich gleichgiltig. Zur Nachmittagsfeier, welche die eigentliche DemouWetter begünstigt fand im Bella- Vista" die Arbeiter- Rundgebung Leipzig, den 4. Mai. Das war eine Maifeier! Wirkten doch stration darstellte, machte der Himmel ein freundlicheres Antlitz, für den Achtstundentag am Nachmittage unter Betheiligung von die verschiedensten Momente zusammen, welche die Großartigkeit als am Morgen noch erwartet werden konnte. Und so strömten 20-25000 Personen statt. Reichstags- Abgeordneter H. Meister dieses Boltsfestes von vornherein verbürgten. Zunächst ließ sich denn Tausende und Abertausende schon von Mittags 1 Uhr an bielt die Festrede, in welcher er die Bedeutung des Achtstunden das Maikomitee die Vorbereitungen in höchstem Maße angelegen nach den Festlokalitäten Beckengarten und Löwenbräufeller. Wir tages in ausführlicher Weise beleuchtete. An die Festrede schloß sein und erledigte sich somit des ihm gewordenen Auftrages. glauben eher zu niedrig als zu hoch zu greifen, wenn wir anfich ein Massengesang der Arbeitermarseillaise, in welchem Jung Weiter kann die große Betheiligung am Maijest auch auf Rech- nehmen, daß zum Festbesuch zehntausend Menschen auf den und Alt kräftig einstimmten. Alsdann fand im Garten ein nung des prachtvollen Wetters gefest werden, welches ganz dazu Beinen waren. Alles in allem fann man wohl sagen, daß die großer Aufzug fämmtlicher Gewerkschaften statt, jede durch ge- angethan war, auch den ärgsten Griesgrämler hinaus ins Freie, beiden Feste die schönsten waren, welche jemals von der Arbeitertragene Vereinsfahnen und Embleme fenntlich. Hieran schloß sich hinaus aus der engen Kammer ins Fest der Arbeiter zu treiben. schaft Stürnbergs gefeiert wurden. ein Konzert, fowie Gesangvorträge des Arbeiter- Sängerbundes. So sah man denn überall die heiterste Stimmung, die fröhlichsten München, 4. Mai. Die Maifer in Holzapfelskreuth( einer Abends fand großes Feuerwerk statt, dem ein Tanzvergnügen Gesichter, die selbst die patrouillirenden Polizeimannschaften nicht etwa 3 Kilometer außerhalb des Burgfriedens gelegenen Waldfolgte, welches die Festtheilnehmer in fröhlicher Stimmung bis zu trüben vermochten. In endloser Reihe zogen am Morgen wirthschaft) verlief bei günstiger Witterung programmgemäß und Oft und West, Sud und Nord. unter Betheiligung von dreißig bis vierzigtausend Personen. gegen 2 Uhr Morgens vereinigte. Die Polizei war nur von die Ausflügler nach Oft und West, Sud einem höheren und einem Unterbeamten vertreten. Es ist unmöglich, eine Zahl auch nur annähernd Die Ordnung wurde durch zahlreiche, eigens von der Fest- KomFrankfurt, 4. Mai. Ueber das gestrige Waldfest, das die anzugeben, denn wer hätte die Massen zu zählen vermocht, welche mission aufgestellte Ordner aufrecht erhalten. Im Hintergrunde Partei unter den Hohenwartbäumen veranstaltet hatte, ist noch fortwährend hin- und herwogten. Soweit die Nachrichten über des Gartens war ein mehrere Meter hohes Lattengestell auf= nachzutragen, daß die Straßen, die nach dem betr. Plage führten, die Nachmittags- und Abendjeier vorliegen, verlief dieselbe überall gerichtet. Dieses hatte ursprünglich ein Bild der„ Göttin fortwährend von Schuhleuten zu Pferd und zu Fuß abpatrouillirt in der schönsten und würdigsten Weise. Bemerkt muß werden, der Freiheit" aufnehmen sollen; nachdem diese Demonstration aber wurden. Auf dem Plage selbst waren nur zeitweise zwei Schuh- daß die Behörden bezüglich der Dekorirung der Festlokale sehr Tags vorher von der Polizei untersagt worden war, prangte nun leute in Uniform, da das Komitee erklärt hatte, für die Ordnung intonsequent vorgingen. Während in einigen Bokalen die Beamten an dem Gestell ein großes Plakat mit der Aufschrift:" Göttin der vollständig garantiren zu können, wenn möglichst wenig Polizei in den Dekorationen nichts auffälliges fanden, mußten dieselben Freiheit polizeilich konfiszirt." Abends 714 Uhr rourde dieses Plakat beamte in Uniform, die manche Gemüther aufregen, anwesend in anderen entjernt werden. Jedoch ließ man sich trotzdem in mit einer großen rothen Fahne überdeckt, die die Aufschrift trug: Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!" und davor die Arbeiterseien. Ein Polizeikommissar und verschiedene Schußleute waren der allgemeinen Feier nicht stören. Dresden, 4. Mai. Mit Freude und Stolz darf die Dresdener und Achtstunden- Marseillaise gesungen; zahlreiche Hochrufe auf in Sivil auf dem Playe, in beffen Mitte ein großes rothes Schild aufgerichtet war mit der Inschrift:" Proletarier aller Arbeiterschaft auf die gestrige Maifeier, die öffentliche Demon- die internationale Sozialdemokratie folgten. Bald darauf ver= Länder vereinigt Euch!" Da teine Reden" gehalten werden ftration für die gefeßliche Einführung des Achtstundentages, zurück fündigten mehrere Böllerschüsse den Schluß des Festes und die durften, so wurde von Mund zu Mund die Losung ausgegeben, schauen. Herrlich ist die Feier verlaufen. Es zeigte sich deutlich, etwa 4-5000 Theilnehmer, die noch anwesend waren, nachdem die bereits gemeldete Abstimmung über die Resolution zu Gunsten daß die weltbewegende Idee der internationalen Berkürzung der bereits gegen Abend viele Tausende den Festplatz verlassen des Achtstundentages nach einem Trompetensignal, bas Bunkt Arbeitszeit und mit ihr zugleich die Gedanken der sozialistischen hatten, setzten sich, zumeist mit rothen Lampions bewehrt, in Be4 Uhr erfolgt, durch allgemeines Aufheben der Arme vorzunehmen, Lebensanschauung sich immer mehr ausbreiten und immer tiefer wegung nach der Stadt. Einen imposanten Anblick bot der auf Man verbot den Arbeiter, Bug", und der halbstündigen Wegstrecke bis Sendling überall frei sichtbare was denn auch geschah. Mit Einbruch der Dämmerung zog das Wurzeln treiben. Gros der Theilnehmer, meistens farbige Lampions tragend, mit der Arbeiter=" Spaziergang" übertraf Alles, was man von Zug, der einem glühenden Heerwurm glich. Am Sendlinger Auch Ordner durften wir Thorplas lösten sich die Schaaren auf. Die militärischen wie die der Musik, die Märsche spielte, an der Spize, die Darmstädter einem Buge erwarten konnte. Landstraße hinunter. Vor dem Eisenbahn- Uebergange in Sachfen nicht ſtellen; wären solche, kenntlich an weißen Binden, polizeilichen Behörden hatten überflüssige Maßregeln getroffen. hausen zerstreute sich die tausendköpfige Menge. Die Feier ist wie es beabsichtigt war, erschienen, gewiß würde ihnen flar ge In der Nähe von Holzapfelskreuth wie in Schloß Fürstenried macht worden sein, fie hätten groben Unjug" verübt. Auch waren starte Infanterie- und Kavallerie- Abtheilungen aufgestellt, ohne irgend einen Mißton verlaufen. Elberfeld, den 4. Mai Das Fest verlief in der schönsten ohne Ordner, welche Ordnung in der Dresdner Arbeiterschaft! die Wachen in der Stadt waren bedeutend verstärkt, Kavallerieund erhebendsten Weise. Gegen 4 Uhr begannen sich die Räume Unseres Wissens ist nicht der allergeringste Zwischenfall während patrouillen durchritten zeitweilig die Straßen der Stadt wie der auf dem„ Johannisberg": Garten, Rollschuhbahn und Saal zu der ganzen Feier vorgekommen. Um 1 Uhr Mittags sammelten Umgegend bis zum Abend. Im 17. fächs. Wahlkreis Glauchau- Meerane fanden in Ueber dem Eingang des Etablissements prangte der sich die Vereine und Gewerkschaften in verschiedenen Lokalen der Wahrspruch unseres Karl Mary: Arbeiter aller Länder ver inneren Altstadt. Kurz vor 1/22 Uhr begann der" Spaziergang". fämmtlichen größeren Orten am Sonnabend und Sonntag, den einigt Euch; derselbe war mit von rothen Blumen durchflochtenen Große Arbeiterschaaren bewegten sich vom Postplay an der 2. und 3. Mai, Versammlungen und festliche Zusammenfünfte Guirlanden umrahmt. Gegen halb sechs Uhr gab die Musik das Hauptwache vorbei, um Schloß und katholische Hofkirche, durch statt. Der Abgeordnete des Kreises, Auer, sprach am Sonnabend Zeichen zum Beginn des Massengesangs. Die Theilnehmer die Augustusstraße nach dem Neumarkt, hier strömten aus den in Lichtenstein, in einer Volksversammlung, am Sonntag in stellten sich auf, die Musik spielte erst die Weise vor, worauf anderen Richtungen her neue Schaaren. Gewaltigen Umfang Glauchau und Meerane auf den dort veranstalteten Festen und dann aus mehreren tausend Kehlen die Audorf'sche Arbeiter hatte der Arbeiterzug dann bereits in der Marschallstraße er am Montag wieder in Glauchau in einer Boltsversammlung. marseillaise ertlang. Begeisterung ergriff die Massen und es reicht. Ueberall waren Polizei- Doppelposten aufgestellt, die ge- Sämmtliche Versammlungen und Feste, deren am Sonntag noch war ein erhebender Moment, als darauf die Massen in ein vom sammte Gendarmerie war aufgeboten, auch die Kriminalpolizei mehrere an anderen Orten des Kreises stattfanden, waren überGenoffen Neumann ausgebrachtes Hoch auf inter- war zur Stelle. Sie alle aber fanden keine Arbeit. Gleich füllt und nahmen den besten Verlauf. Die von der Parteileitung nationale Verbrüderung einstimmten. Hierauf hielten die einem brausenden Orkan zog die Menschenmasse vorwärts. Da vorgeschlagene Resolution fand überall begeisterte ZustimmungIn ähnlicher Weise nahm das Fest seinen programmmäßigen Genossen Reichstags- Abgeordneter Harm und Webermeister waren viele mit rothen Blumen am Hute oder im Knopfloch Saale Müller im der Rollschuhbahn auf die Polizei hielt dies dieses Mal nicht für staatsgefährlich Verlauf in Brandenburg a. d. H.( 3-4000 Festtheilnehmer). Baden- Baden( 300 Theilnehmer). Bremerhaven die Bedeutung des Tages passende Ansprachen, welche mit Be Frauen mit Kindern und junge Mädchen marschirten zwischen geisterung aufgenommen wurden. Selbstverständlich wurde die den festlich gekleideten Arbeitern. Daun ging der Bug über( 500 Th.) Cannstadt in Württemb.( 2000 Th.) vorgeschlagene Resolution einstimmig angenommen. Im Augen die Albertbrüde, durch die Glacisstraße nach dem Albertplay; Erfurt.( Am 1. Mai von 2000 Genossen besuchte Abendver blicke der Abstimmung waren nach Schätzung etwa 5000 Menschen hier vereinigte er sich mit dem Zuge oder da dies Wort nicht sammlung). Blingen in Württemb.( 14-1500 h.) der Neustädter Forst i. d. L.( 1000 Th.) Frankfurt a. d. D.- Hageni. W. anwesend. Auch die andern zur Feier gemietheten Lokale waren ganz richtig ist, mit der Spaziergangermasse äußerst überfüllt und schon vor Schluß der offiziellen Feier be Arbeiter. Vereinigt ging es weiter durch die Baußner und( 2000 Th.) Heilbronn( 4000 Th.)- ohenstein- Ernstthal setzt. Alle Theilnehmer in den 6 Lokalen zusammengenommen, Schillerstraße, über das Waldschlößchen nach Loschwig. Der( 5-600 Th.). Lüneburg( 1500 Th.). Lunzenau betrugen gering geschäßt, die Zahl von 10 000 bis 12 000 Bielpunkt war die Schweizerei. Als die Spige des Buges hier( 300 Th.) Oberberg i. d. m.( 600 Th.). Peine in Personen. angelangt war, waren die Letzten noch weit zurück; die ganze Hann.( 450 Th.). Pfungstadt( 500 Th.). Remscheid Riesa i. Sachs.( 200 Th.). Schney bei Dortmund, 4. Mai. Die Maifeier verlief hier großartig. Baußener Chauffee vom Waldschlößchen bis zur Mordgrund-( 8600 Th.). Schwabach( 500 Th.)- Ulm( das Etwa 6000 Berfonen hatten sich auf der Hobertsburg", brüde war erfüllt von einem ununterbrochenen Menschenstrome. Lichtenfels. einem mitten im Walde gelegenen größeren Etablissement, einge- Die Zahl der Festtheilnehmer ist sehr schwierig festzustellen. Die Fest nahm einen glänzenden Verlauf. Dem Gemeindevorstand funden. Nach einer Ansprache des Genossen Lehmann, der die gesammte feiernde Arbeitermenge, die zu Fuß und auf den wurde für die Ueberlassung der Tuchhalle der Dank der Ver Bedeutung des Tages schilderte, sprach noch unser alte Beteran Dampsschiffen nach Löschwitz gekommen war, wird wohl nicht sammlung votirt).-angen i. Württemb.( 500 Th.). Berbst in Anhalt( 300 Th.) G. 28. Tolte und ermahnte die Anwesenden, sich nicht provoziren viel unter 30 000 Menschen betragen haben. Chemnių, 4. Mai. Am Abend des 1. Mai hatten sich die zu lassen. Ludwig Schröder schloß sich dieser Mahnung an; worauf die bekannte Resolution einstimmige begeisterte Annahme hiesigen Genossen mit ihren Familien in den Sälen„ Schüßenfand. Die Versammelten sangen stehend die Audorf'sche Mar- haus" und" Wiesenthal" recht zahlreich eingefunden, um den seillaise. Das nach der Versammlung folgende Fest nahm trop bend festlich zu begehen. Im Schüßenhaus hielt Gen. Hofmann eine ber zahlreich in der Nähe des Totals und in diesem selbst postir: Ansprache an die Bersammelten, worin er auf die Bedeutung der Achtten Gendarmen und Polizisten, die die Schuppenketten herunter- stundenbewegung hinwies, im Wiesenthal hielt Genosse Greng die Fest rede in demselben Sinne. Im Anschluß an die Ansprachen kam die gelaffen hatten, einen ungestörten Verlauf. füllen. Emil und die 4 # Ueber die Maifeier im Auslande liegen heute weniger Nach richten vor. Ueber die Feier in England läßt sich die„ Frants. Beitung" telegraphiren: In Liverpool, Leeds, Newcastle, Dublin und) überall sonst in der Provinz verliefen die Arbeiter- Demonstrationen am 3. Mai ebenso vollkommen ordnungsmäßig wie in London anerkannt. und einstimmig wird das musterhafte Verhalten der Arbeiter| belanglos für diese Frage, bezw. doch uur einfach als durch die Ronjunktur berechtigt anzusehen. Herr Kommerzienrath Arnhold Auch aus Rußland liegt heute eine Nachricht vor, die viel war es denn auch, der im letzten Winter, nachdem er Millionen leicht im Zusammenhange mit der Maifeier steht. Es wird näm- durch die bei der andauernden Kälte fast nerschwinglich gelich dem Heroldbureau" aus Krakau gemeldet: wordenen Kohlenpreise verdient hatte, für 5000 M. Briquettes an die Armen vertheilen ließ, von welchen dann auch die gesammte Presse wiederhallte. " " Wie Reforma" berichtet, fand in 3yrardow bei Warschau ein blutiger Zusammenstoß zwischen Fabrikarbeitern und Militär statt. Einige Arbeiter wurden getödtet, viele verwunbet. Berein Fridolin",% Uhr im Restaur. Wolf/ Leidinger, Boyenftr. 40. Brunnenſtr. 35a. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Gefangverein Frisch Gesangverein auf", Abends 8-10% Uhr bei Haller, Naunynſtr. 70. - Gesangverein Bause beutel", Abends 9 Uhr bei Boppe, Lindenstr. 106. offnung", Moabit, Abends ½ Uhr bei Ilges, Wilsnackerstr. 63. Männergesangverein Sangestreue", Abends 9-11 Uhr bei Luther, Brüderstr. 26. Gefangverein Alpenrose",( Gem. Chor) 8-10 Uhr, Alexanderstr. 37, Ecke Kaiserstr., 1 Tr. Gesangverein Alpenglühen 8% Uhr, bet Schröder, Reichenbergerstr. 24. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Zitherflub Alpenveilchen", Abends 8 Uhr, Kaiser straße 25b, Ede Aleranderstraße. Gäste willkommen. Tambourverein Echo"( Vergnügungs- Verein), Abends 9 Uhr bei Hüttrich, Gollnowftr. 9.Männergesangverein„ Edelweiß", Abends 8½ Uhr, bei Schneider, Belforterstraße 15. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 162. " Ein Ban- Unglück, bei dem zwei Maurer schwer, zwei leicht verletzt sind, ereignete sich gestern Vormittag gegen Mus Bieliz- Biala( Oesterreich) wird telegraphirt: Die anläßlich der Maifeier entlassenen Arbeiter erschienen 11 Uhr auf dem Bauplatz der Elektrizitätswerke in der Markgeftevn zahlreich vor den Fabriken in der Hoffnung, daß die grafenstr. 43. Auf dem Grundstück stand bisher ein altes, zweiOffenbacher Sängertranz", bei Krause, Ritterstr. 105. Lübeck'scher Turnverein: I. Lehrlingsabtheilung, Abends von 8 bis Drohung der Fabrikanten, die Fabriken zu schließen, nicht aus ftöckiges Gebäude, das mit dem Nachbarhaus 41/42 einen gegeführt werde. Die Arbeiter fanden aber nur gesperrte, militärisch meinschaftlichen, verbundenen Giebel hatte. Beim Abriß des 10 Uhr im Zurufaale des„ Königstädt. Gymnaf.", Elisabethstr. 57-58. Berliner Turngenossenschaft, 5. Männerabth. Abds. von 8-10 Uhr; bewachte Fabriksthore vor. 4000 Arbeiter hielten darauf eine alten Hauses hatte man die Giebelwand zunächst stehen lassen Zurnlotal Mariannen- Ufer 10. 8. Männer- Abth., Abends von 9 bis Turnverein ,, Osten", MännerVersammlung ab, in welcher sie beschlossen, ein Komitee zu müssen, weil sonst die Mauer des Nachbarhauses zu sehr ge- 11 Uhr. Turnlokal: Mühlenſtr. 49-50.wählen, welches mit den Fabrikanten wegen Wiederaufnahme der schwächt worden wäre. Mit dem fortschreitenden Neubau wurde Abtheilung, von 8-10 Uhr Abends, Blumenſtr. 63a. Theaterverein Blumenlese" Sigung 9 Uhr Abends im Dresdener Arbeit unterhandeln solle. Die Fabrikanten lehnten die Verhand- der Giebel alsdann in den üblichen Abtheilungen neu unter Garten", Dresdenerstraße 45, Damen und Herren als Gäfte willkommen. Theater u. Bergnügungsverein Vulfania" Abends 9 Uhr, in Meißners mauert. Man war gestern mit dem Bau bereits bis zum lungen ab und verharrten bei ihrem Beschluß. Restaurant, Damen und Herren, welche ge Aus Frankreich haben wir folgende Meldungen zu re- zweiten Stock gelangt und die Maurer Karl Sägebarth, Wilhelm neigt sind, dem Berein beizutreten, tönnen sich daselbst melden gistriren: Riedel, Friedrich Wolk und Maas waren gerade damit be- oder beim Vorsitzenden M. Lieske, Ackerstraße 13, Hof 1 Treppe. Pollack- Klub Lustige Brüder", Abends 8-10% Uhr im Restaurant Bei der Beerdigung der Opfer von Fourmier fand ein schäftigt, den letzten Theil des alten Giebels abzubrechen, als Verein Fidele Brüder", Schönleinstr. außergewöhnlicher Andrang statt. Die Feier war ergreifend. dieſer plöglich umklappte und alle vier unter den Trümmern Siewald, Dresdenerstr. 38. bei G. Rien. Gäste willkommen. Bergnügungs- Verein ,, Euphrofine", Viele Fleden wurden am Grabe gehalten. Alles verlief in vollster verschüttete. Wie sich herausstellte, war dieser letzte Theil des Abends 9 Uhr, im Restaurant Sommer, Stallschreiberstr. 58. Gäste willkommen. Giebels mit dem Nachbarhaus nicht verbunden gewesen. Zum Glück Nach der Sigung: Tanz. Bergnügungs- Berein Proletariat", Ordnung und Ruhe. In Fourmier herrscht, wie der Frankfurter Zeitung" hielt das Gerüst, auf dem die vier Leute standen, wenn auch das Sigung Abends 9 Uhr, bet Steemann, Melchiorstr. 15, of part. Gäste will berichtet wird, noch immer eine hochgradige Erbitterung über das Stakenwerk durchschlagen wurde. Die sofort alarmirte Feuer- felliger Klub offnung" bei Feige, Martusitraße 31. völlig unnöthige Gemezzel. Die Arbeiter verlangen die Demission wehr holte die Leute bald aus den Trümmern heraus und Freiheit" Abends 8% Uhr, bei Genoffe Leininger, Boyenstr. 40. Gäfte, Damen des Genneinderaths und des Bürgermeisters und wollen die Ar- leistete die erste Samariterhilfe. Sägebarth und Riedel, die Schroder, Steglizerſtr. 18. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. beit nicht wieder aufnehmen, bis dies geschehen ist und die Trup- schwere Quetschungen erlitten, mußten nach dem Augustahospital Berein der„ Soldin er", Abends 8% Uhr bei Wutte, Friedrichsbergerstr. 24. pen abgezogen find. Nach den amtlichen Berichten trifft die Ver- gebracht werden, die beiden anderen famen in private ärztliche Bereinkreuzfidet", Sigung mit Damen bet Doberstein, Mariannenftraße 31. Berein ehem. Schüler der 44. Gemeindeschule", antwortung nicht den Unterpräfekten Isaac, welcher weder den Pflege. Ein zahlreiches Publikum umstand die Unfallstätte. Abends 9 Uhr im Albrechtsgarten, Wilhelmstr. 105.- Rauchflub, Nord: Truppen Befehl gegeben hatte, noch bei dem Zusammenstoß zuftern" in Friedrichsberg. Rauchtlub Bultan", Abends 9 Uhr bei mer, Gräfeftr. 82. Orientalischer Rauchflub, Abends 9 Uhr, bei Hart gegen war, sondern nur den Lieutenant Colzenet, welcher Rauchflub Frisch gewagt", feuern ließ, obwohl er genug unverwendete Truppen in Remann, Manteuffelstr. 71. Gäste willkommen. 3wang", Abends 8½ Uhr, bet Spät, Weinftr. 28. Abends von 9-11 Uhr, Poſenerftr. 5 bei Rockendorf. Rauchtlub ,, Ohne jerve hatte, welche ihn unterstützen und die Ordnung herstellen bends 8% Uhr, Frankfurter Allee 90 bet Otto Zabel. Gäste willkommen. Statflub reff", fonnten. Durch den Zusammenbruch eines Hängegerüftes hätte vorgestern Mittag leicht größeres Unglück entstehen können. Auf einem Glied des an dem Hause Mariannenstr. 43 angebrachten Gerüstes waren die Bauarbeiter Thiele und Robert beschäftigt. Als noch der Dachdecker Mirbach das Gerüst betrat, brach dasfelbe zusammen und die auf ihm befindlichen Personen stürzten aus der Höhe des zweiten Stockwerks. Glücklicherweise fielen Th. während Th. nur leichtere Hautabschürfungen erlitt, trug M. Verwährend Th. nur leichtere Hautabschürfungen erlitt, trug M. Verlegungen an Stirn und Nase davon, die ihn nöthigten, sich nach dem Krankenhaus Bethanien zu begeben. R. hatte im Fallen ein herabhängendes Tau ergriffen, an welchem er sich so lange festhielt, bis er aus seiner Lage befreit wurde. Gestern Nachmittag hat der Präfekt des Norddepartements im Stadthause zu Fourmier vier Arbeiterdelegitre empfangen, welche von einem Meister, der nicht dem Arbeitgeber- Verband und M. auf ein etwa 3 Meter tiefer angebrachtes Schutzdach; angehört, eingeführt wurden. Die Delegirten erklärten, daß, wenn die Truppen zurückberufen würden, die Lage sich sofort bessern werde. Wie es heißt, werden die Truppen heute abmarschiren. Eine Reihe von Arbeitern müssen für die ungeschichten Maßnahmen und Provokationen der Regierung büßen. Das Zucht polizeigericht von St. Duentin verurtheilte von den am 1. Mai verhafteten Personen etwa 25 zu Freiheitsstrafen, der Anarchist Brunet aus Paris wurde zu 15 Monaten und der Sozialistenführer Laurand zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt. urtheilt. " tommen. Ge Geselliger Klub Proletariat" bet Lorenz, Roppenstr. 40 e. Geselliger Berein und Herren, willkommen. Vergnügungsverein, Pon um", Abends 8 Uhrbet Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Za and 31! füb libe Eir fieg Un Sti 100 Gi тол hat aut der lib Th Ve der gef Gd lick Die Li Der Un son es El Der des Ri du all Dei eir Si th de mi ha Bern, 5. Mai. Wegen anarchistischer Umtriebe, namentlich während der Maifeier, wurden Johann Kreuzfeld aus Mecklen burg, Ernesto Mari aus Italien und Ferdinand Niquet ans Frankreich aus Genf ausgewiesen. Die Friedensarmee scheint einer weiteren Schlacht" aus. weichen zu wollen. Für vorgestern Abend war eine ChargenParis. 5. Mai. Nach Meldungen, die dem Minister vertheilung geplant, die Brunnenstraße 34 stattfinden sollte. Die Innern aus Fourmies augingen, ist daselbst die Ruhe zurü Neugierigen, die sich vorgestern in Erwartung neuen Ultes dort gekehrt, Die Arbeit wird allmälig wieder aufgenommen. Die einfanden, mußten aber unbefriedigt wieder umkehren, weder der Truppen marschiren zu lleinen Abtheilungen wieder ab. Drei General, noch seine Armee waren erschienen. An jeden seiner Deputirte aus Avesnes werden einen Antrag auf Amnestie für ruf" erlassen. Getreuen hat" General" Gerbing neuerdings einen großen Auf- die in die Affaire von Fourmies verwickelten Arbeiter einbringen. Nantes, den 5. Mai. Im überfüllten Theater stürzte die Gallerie ein, theilweise auch das Mauerwerk. 50 Personen wurden verwundet. Brüssel, 5. Mai. Nachrichten aus den Kohlendistrikten laufen spärlich ein, da die Telephon- und Telegraphendrähte Durchschnitten sind. Die Anzahl der Ausständigen wird auf 100 000 geschätzt. Dynamit Explosionen fanden sowohl im Borinage wie in Charleroi statt. Ebenso tam es zu neuen Zus sammenstößen von Arbeitern mit Soldaten und Gendarmen. Die letzteren machten wiederholt von ihren Waffen Gebrauch. London, 5. Mai. Nach Depeschen aus Callao fand in Santiago ein Militäraufstand statt, welcher unterdrückt wurde. Ginige Soldaten wurden erschossen. Mehrere Schullehrer wurden daselbst entlassen wegen des Verdachts regierungsfeindlicher Ge finnung. Hochgestellte Offiziere werden aus demselben Grunde gefangen gehalten. Ein Beschluß der Kongreßpartei in Iquique erklärte die Kongreßwahlen Balmacedas für rechtswidrig. Die Anhänger Balmacedas rüsten start in Valparaiso. Zum Theil benutzen sie peruanische Kanonen, die früher in Callao erbeutet wurden. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) In Paris wurden gestern 71 an den Kundgebungen vom 1. Mai Betheiligte zu 6 Tagen bis 1 Monat Gefängniß verDie französische Deputirtenkammer beschäftigte sich mit den Ereignissen vom 1. Mai. Wir geben das Wichtigste aus den Debatten nach den offiziösen Depeschen wieder: Seit Anbruch der warmen Jahreszeit sind der Polizei Der Minister Constans rechtfertigte die getroffenen Maß: zahlreiche Klagen über„ Leichenfledderei" zugegangen. Einer der regeln. Die Soldaten hätten erst dann von der Waffe Gebrauch gefährlichsten Verbrecher dieser Art ist in dem Schleifer Dumgemacht, als ihr Leben in Gefahr gerathen sei. Dem Militär browski verhaftet worden, dessen Hand sich gestern Morgen im wie der Polizei gebühre vollſte Anerkennung. Der Deputirte Friedrichshain in die Taschen des Tischlers N. verirrt hatte. Roche bezeichnet den Minister Constans als Mörder und wird Dumbrowski ist schon acht mal wegen Diebstahls bestraft worden deshalb mit zeitweiliger Ausschließung aus der Kammer be- und darunter fünf Mal mit schweren Zuchthausstrafen. ftraft. Millerand beantragt die Einleitung einer parlamentarischen Untersuchung über die Zur Warnung. Am Sonntag wurden auf dem Bahnhofe Borgänge in Fourmies. Ministerpräsident Frey Grunewald einem 10jährigen Knaben, welcher in einem Koupee cinet spricht sich gegen den Antrag aus, Pelletan mit den Händen an der Thür sich zu schaffen gemacht hatte, beim und mehrere Redner befürworten denselben. Der An- Buwerfen derselben zwei Finger der rechten Hand völlig abtrag Millerand wird mit 368 gegen 172 Stimmen abgelehnt. gequetscht. Da tein Arzt oder ein sonstiger Sachverständiger zur Eine von Maujan beantragte, von der Regierung afzeptirte Stelle war, um dem Kinde die nothwendige erste Hilfe zu leisten, Tagesordnung, welche ausspricht, daß die Kammer die Arbeiter so mußte dasselbe mit der nothdürftig eingewickelten verstümmelten Frankreichs und die Armee mit derselben Sympathie umfasse Hand nach Berlin geschafft werden, wo ihm erst ärztlicher Beiund den festen Entschluß habe, die Forderungen der Arbeiter auf stand zu Theil wurde. friedlichem Wege zum Ziele zu führen, wird mit 371 gegen 48 Stimmen angenommen. Polizeibericht. Als der Brauer Luds am 8. d. M. Vor Die Zeitungen gemäßigter Richtung äußern sich über mittags in der Adlerbrauerei, Badstr. 67, ein gefülltes Bierfaß die gestrigen Kammerbeschlüsse befriedigt und sind der fortrollte, fiel er infolge Ausgleitens zur Erde, so daß das Faß Ansicht, daß die in der Tagesordnung als noth- ihm auf das Bein zurückfiel; er erlitt dadurch einen Bruch des Paris, 5. Mai. Meldungen aus Fourmies zufolge haben wendig betonten fozialen Reformen für die Arbeiter ungleich unterschenkels und mußte nach dem St. Hedwigs Krankenhause die Ausständigen daselbst die Arbeit wieder aufgenommen. Die mütlicher seien, als eine Untersuchung, welche das gebracht werden. Vor dem Hause Brunnenstraße 16 fiel am Erregung hat in der Stadt sehr abgenommen. Ein Theil der Heer erniedrigen würde. Die radikalen Blätter dagegen 4. d. M. Vormittags eine 65 Jahre alte Frau zur Erde und er Truppen ist wieder abgezogen. Der Ausstand in den Berg tadeln die Kammer wegen ihrer Beschlüsse auf das Schärffte und litt eine so bedeutende Verletzung am linken Unterschenkel, daß sie werken von Carmaux ist beendet. führen aus, ein Parlament das in Fragen, welche Regierung nach der Charitee gebracht werden mußte. Jm Thiergarten, Namur, 5. Mai. In den Kohlengruben der Provinz Namur und Heer betreffen, nicht offen zu sprechen wage, sei nicht da nahe der Fasanerie- Allee, wurde zu derselben Zeit ein unbekannter, ist ebenfalls der Streit ausgebrochen. feinsberechtigt. etwa 16jähriger Mann mit einer Schußwunde in der rechten Lüttich, 5. Mai. Heute früh 4 Uhr erfolgte in der Re In Belleville bei Paris fand gestern Abend ein von Schläfe aufgefunden und nach der Charitee gebracht, wo er bald Augustin, in dem vornehmsten Viertel der Stadt, vor dem Hauje etwa 1500 Berfonen befuchtes Meeting statt, auf welchem der darauf verstarb.- An der Ecke der Elisabethkirch- und der eines Rentiers eine heftige Dynamiterplosion, durch welche in Deputirte Duman eine Ansprache hielt. Die Versammlung be- Strelizerstraße wurde Mittags ein 10jähriger Knabe von einem jenem Stadttheile eine furchtbare Panit hervorgerufen wurde. Schloß einstimmig eine Tagesordnung, welche sich gegen das Ver- Bierwagen überfahren und erlitt einen Bruch des Unterschenkels, Das Thor des Hauses wurde zertrümmert, sämmtliche Fenster fahren der Regierung in Fourmies ausspricht. so daß seine Ueberführung nach dem Lazarus- Krankenhause er- scheiben des Hauses, sowie die Scheiben von 3 benachbarten forderlich wurde. In der Holzwolle- Fabrik der Gebr. Löwen- Gebäuden zersprangen. Seitens der Behörden ist sofort eine stein, Neue Jakobftr. 6, brach Nachmittags Feuer aus, wodurch Untersuchung eingeleitet. mehrere Fachwerk- und Holzschuppen mit großen Vorräthen von Lüttich, 5. Mai. Der Bürgermeister hat alle Kun Holz, Holzwolle 2c. zerstört wurden und ein großes Fabrikgebäude gebungen oder Umzüge im Weichbilde der Stadt verboten. in 3 Stockwerken und im Dachgeschoß, sowie die Nachbar- GrundLüttich. 5. Mai. stücke Nr. 5 und Nr. 7 Feuer fingen. Das 13. Linien- Infanterie- Regiment zwei kleine Brände statt. Außerdem fanden noch aus Antwerpen hier eingerückt. In der Stadt herrscht völli Ruhe. Die in der Nähe von Seraing stationirten Gendarme wurden in vergangener Nacht von der Menge mit Steinwürfen und Revolverschüssen angegriffen und machten ihrerseits von de Säbelwaffe und dem Karabinergewehr Gebrauch, wobei einer der Streifenden verwundet wurde. In Herstal wurden von streiken den Arbeitern gegen solche, die sich zur Arbeit begeben wollten, wiederholt Gewaltthätigkeiten verübt. Lokales. Bei der geftrigen Stichwahl im 17. Kommunal- Wahlbezirk erhielt unser Kandidat Börner 800 Stimmen. Der freisinnige Kandidat erhielt 894 Stimmen. Der Zuwachs der freisinnigen Stimmen ist wesentlich auf Rechnung der Antisemiten zu setzen, die gemeinschaftlich mit den Freifinnigen gegen den sozialdemotratifchen Randidaten stimmten. Soziale Ueberlicht. Ein Jugendbilduer. Herr Reftor Pazke von der Ge- Der Wahlverein für den 5. Berliner Reichstagsmeindeschule in der Reichenbergerstraße erschien gestern bei der Wahlkreis beabsichtigt in aller Kürze ein Flugblatt über den arbeiter in Belgien beträgt jetzt etwa 62 000. Brüffel ,, 5. Mai. Die Anzahl der ausständigen Berg Stichwahl in dem Wahllokale, Brandenburgstr. 78/79. Der Herr ganzen fünften Kreis zu verbreiten, um die in diesem Kreise schien etwas start gefrühstückt zu haben- er tam von einer hauptsächlich wohnenden Kleinhandwerker und Kleinkaufleute auf welcher heute mit den Delegirten des Arbeiterbundes versammelt Brüffel, 5. Mai. Der Generalrath der Arbeiterpartei, Hochzeit, wie Eingeweihte wissen wollten- und da machte er zurütteln, ihnen zu zeigen, wo sie hin gehören und welcher war, beschloß den Streik der Bergleute, welcher die Steigerung Denn seinem gepreßten Herzen Luft, als ihm einer unserer Bettel- Bartei sie sich anzufchließen haben. Wir appelliren daher an der Löhne, die achtstündige Arbeitszeit und das allgemeine Wahls vertheiler einen Zettel für Börner anbot. Ausdrücke, die wir hier sämmtliche Mitglieder des Wahlvereins, sowie an die Genossen recht zum Ziele hat, zu unterſtüßen. Der Generalrath erklärte nicht wiedergeben wollen, träufelten von seinen Lippen. Dann der anderen Wahlkreise, welche bei der Verbreitung der Flug darauf hinwirken zu wollen, daß der Bergarbeiter- Ausstand sich folgte ein Geschimpfe auf die Sozialdemokratie, welches einen blätter behilflich sein wollen, sich am Freitag, Abends 82 Uhr, auf alle Kohlenbezirke Belgiens ausdehne. Auflauf verursachte. Man kann es Niemand verdenken, daß man im Lokale von Wagner, Neue Königstr. 89, zur Vorbesprechung allgemein stehen blieb, denn schließlich will doch Jeder etwas einzufinden. Ferner werden die Vertrauensleute des Wahl des großen Gtablissements Cockerill, in welchen ungefähr 10000 Seraing, 5. Mai. Der Ausstand in sämmtlichen Betrieben vom Kampf mit geistigen Waffen profitiren. Ein Schuhmann vereins ersucht, nicht am Donnerstag, sondern am Freitag Arbeiter beschäftigt sind, wird morgen ein vollständiger ſein entzog schließlich dem wortreichen Schulmann die Möglichkeit, ebendaselbst zu erscheinen. Wir bemerken noch, daß die Ver Der weiter für seine Ansichten zu kämpfen, indem er ihn wegführte. theilung selbst an einem Sonntag Vormittag vor sich gehen soll. industrieller Werke Streif erstreckt sich auch auf eine große Anzahl Die Sozialdemokratie liegt hoffnungslos danieder. Mit fozialdemokratischem Gruß! Der Vorstand des fünften Ber- Arbeiter im Grubenbezirk von Lüttich. liner Reichstags- Wahlkreises. durch die Drohungen der Die Ernennung des Inhabers der Kohlenfirma Cäsar Wollheim, Herrn Eduard Arnhold dahier, zum„ königl. Rommerzienrath" ist jedenfalls ein Beweis dafür, wie die Stüßen der Gesellschaft geschätzt werden. Abgesehen davon, daß Herr Arnhold in Verbindung mit noch einer anderen Rohlenfirma den gesammten Kohlenhandel Ost- und Mitteldeutschlands fast monopolartig beherrscht und zwar mit dem Erfolge, daß im Reichstage direkt gesagt werden konnte, er„ verdiene" durch den Bergarbeiter- Ausstand allein 2-3 Millionen pro Jahr mehr als bisher, spricht auch Herr Arnhold regelmäßig von den Arbeitern, denen er seine ins Unendliche wachsenden Reichthümer verdankt, nur immer als den Herren" Arbeitern. Auch für die faiserliche Sozialpolitik tritt der Herr Kommerzienrath bei jeder Versammlungen. Freie Gemeinde Rivdorf. Mittwoch, den 5. Mai, Abends 8% Uhr Mitglieder- Bersammlung in Kummers Saal, Berlinerfir. 136. Tagesordnung: orlesung. 2. Distussion. 3. Gemeinde- Angelegenheit und Berschiedenes. Gäste gern gesehen. Lese- Klub Karl Marr. Freitag, den 8. Mai, Abends 8 Uhr, bei Grube, Mariendorferstr. 10, öffentliche Bersammlung. Borlesung aus Reuter's Werten vom Genoffen Wilhelm, wozu alle werehrer des Plattdeutschen( Damen Sozialdemokratische Diskutirklubs am " und Herren) eingeladen werden. find Die Streifenden eingefchüchtert, welche ihre nicht ausständigen Kameraden in den abgelegenen Straßen überfallen, wenn fie fich zur Arbeit be geben. Polizei und Militär sind nicht zahlreich genug, um alle Etablissements schützen zu können. Briefkaffen der Expedition. Für den Maifonds gingen folgende Beiträge ein: Kandler'sche Werkstatt 4 Mann M. 4,-. Grimmstraße 9 Mann 9,-. Maistat, Bildhauer E. F. 3,-. Former R. und Gelegenheit nach Kräften ein, indem er thunlichst oft hervor- Naunynftr. 83. Gäfte haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Staligerstraße 7,-. 2. M. Neuenhagen-, 80, Summa 34,80. hebt, daß nach den„ Berechnungen" der nordwestlichen Gruppe Abends 8% Uhr, bet Bilgenfeld, Bergstraße 60. Gäſte haben Zutritt. " Nord", Abends 8% Uhr, bei Raabe, Ruppinerftr. 46. Gleichheit". Bereits quittirt 266,95. Summa 301,75. deutscher Stahl- und Eiſeninduſtriellen" die Induſtrie pro meno beness br bei Wagner, Neue Königftr. 89. Gäfte Gäfte willkommen. Frete Denter", 9 Uhr bei Haugt, Böthstr. 12 Ordnungs- Novelle Gesetz werde. Er müsse aber zur Erwägung Gäste wiltommen. " er= einzelnen Arbeiter mit 120 M. belastet werde, wenn die Gewerbe- willfommen. Gleichheit", 8% Uhr bei Schönemann, Staligerstraße 7. lands( Hamburg) gingen folgende Beiträge ein: Für die Generalfommission der Gewerkschaften Deutsch 1/4 Betrag des Arbeitslohnes vom 1. Mai von den Arbeitern tragen könne, damit sie noch arbeitskräftig bleibe. Die 100 und woh. Bergnügungsverein Fidele Brüder", 9 Uhr Schönleinstraße 5 bei 1. Mai aus der Tischlerei Pingel, Wilhelmstr. 180 21,75. Bau Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Mitt- Der Tischlerei von Geißler, Maniannenstr. 18 M. 7,50. 1/4 vom Melchiorſtraße 15.- Gefelliger Berein Freiheit", 8% Uhr im Restaurant Oranienburgerstr. 12,00. Dannenberger, Möckernstr. 70-, 60. Verantwortlicher Redakteur: Curt Banke in Berlin. Druck und Verlag von Ma- Bading in Berlin SW.. Beuthstraße 2. Kiehn. Bergnügungsverein Proletartat", im Restaurant 3 KI Sc S ge aif D Sc di Sch jet lit EL ét: ein ein B be di eff se tr in fa C 99 S 11 fe 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 104. " Briefe aus England. London, den 27. April. Mittwoch, den 6. Mai 1891. 8. Jahrg. Sein genug, die irische parlamentarische Partei zu zwingen, gleich den anwalt bestritt auch dies und erklärte, daß das Verfahren nicht Parnelliten die Landankaufs- Bill des Herrn Balfour in allen wegen erwiesener Unschuld eingestellt sei, sondern weil nicht gewesentlichen Punkten zu unterstützen. nügende Schuldbeweise beizubringen waren. Der Angeklagte So sind die Aussichten für die Liberalen nichts begründete sodann ausführlich seine Behauptung, daß seine Die steigende Fluth ist mit uns!" wo find die schönen weniger als glänzende. Nur eine Möglichkeit zeiget sich ihnen Feinde nur Alles zusammenzubringen suchen, um ihn zu ver Tage hin, da Herr Gladstone mit diesem stolzen Wort der Welt noch, ihren Gegnern ein Baroli zu bieten, und das wäre durch derben. Er behauptet, daß 8 Lehrer durch den Schulinspektor anzeigen durfte, daß das erste„ unvorhergesehene Ereignis", das eine kühne Haltung in der Arbeiterfrage, durch Aufnahme wirk Dr. Zwick veranlaßt worden seien, ihn wegen angeblicher zu einer Auflösung des Parlaments mit darauffolgender Neuwahl famer Forderungen des Arbeiterschußes in ihr Aktionsprogramm. Protokollfälschung zu denunziren und daß sich schließlich herausführen würde, die jetzige Regierungsmajorität wegfegen und eine Allein selbst da hapert es bei ihnen. Die Partei ist mit zu gestellt, daß diese Beschuldigung durchaus falsch war. liberale Homeruler- Mehrheit an ihre Stelle bringen werde? vielen Elementen durchsekt, die sich von der alten Manchester- Hauptfeind sei der bekannte Geldmann Pariser, welcher die Eine Nachwahl nach der anderen bestätigte die Richtigkeit der doktrin nicht freimachen können. Die Sidney Burton, Beauffoy 2c. ganze Polizei und auch viele Gerichtsbeamten in Händen habe." fiegesgewissen Ankündigung, entweder nahmen die Liberalen den sind bei ihr eben solche Ausnahmen wie die Churchill, Gorst 2c. Dieser Mann im Verein mit dem Kaufmann Goldes habe den Unionisten ihre Eise ohne Weiteres ab, oder sie reduzirten die bei den Konservativen. Indeß, es bleibt ihr faum eine andere Plan gefaßt, ihn zu verderben und die krassesten Mittel gegen ihn Stimmenzahl, um die die Gegner ihnen 1886 voraus gewesen Wahl. Und wie sehr man in ihren Reihen sich dessen bewußt in Anwendung gebracht. Denunziationen auf Denunziationen waren, so beträchtlich, daß selbst die lokale Niederlage auf einen ist, zeigt die Thatsache, daß der in einer früheren Nachwahl ge- feien gegen ihn losgelassen worden, und man habe ihm auch geSieg bei der allgemeinen Wahl deutete. Und jetzt? Drei Nach- wählte Abgeordnete Roby sich dieser Tage plößlich daran er droht, die angebliche Unterschlagung der Gelder zum Nachtheile wahlen haben in den letzten Wochen stattgefunden, und nicht nur innert hat, daß er nicht blos auf sein Homeruleprogramm ge- des Fräulein Thümecke zur Anzeige zu bringen. hat keine einzige den Liberalen einen Sieg gebracht, es sind wählt worden ist, und ankündigen läßt, daß er eine Resolution habe sich den Haß des Judenthums zugezogen, auch überall die Stimmen der Liberalen gegenüber denen zu Gunsten eines Achtstundengesetzes für Bergarbeiter im Bar- fchriftstellerisch gegen die Uebermacht deffelben zu Felde der Regierungskandidaten zurückgegangen. Kein Zweifel, die lament beantragen will. Kurz nach seiner Wahl hatte Herr Roby gezogen war. Er habe schon in ein Wespennest gestochen, liberale Hochfluth hat zu steigen aufgehört. noch erklärt, daß er sich zwar in Wahlversammlungen für ein als aus Anlaß des Unglücks, welches s. 3. den Und das alles wegen der hübschen Frau Kitty O'Shea? Der folches Gesetz ausgesprochen habe, aber thatsächlich nur als Rektor Bombe betroffen, die Schlingen des jüdischen Ehrgeiz oder die Liebestaunen einer verwöhnten Weltdame und die Homeruler gewählt sei. Wie schnell doch die Umstände Ge- Wuchers in einer Reihe von Artikeln flar gelegt habe. Mit Bernarrtheit eines Parteiführers sollten eine solche Veränderung dächtnißschwächen wieder gut machen. der Dinge zu Wege bringen können? Sind es wirklich die fleinen Ursachen", welche die großen Wirkungen in der Weltgefchichte zur Folge haben? Eine besonders große Wirkung ist das Sinken der einen Schale in der Wage der offiziellen Parteien Englands nun eigentlich nicht, denn Twiddeldum und Twiddeldee, wie fegerische Leute die um die Seffel streitenden Herrschaften nennen, sehen sich, bei Lichte betrachtet, viel ähnlicher als man nach der Heftigkeit, mit der sie einander denunziren, meinen sollte. Aber immerhin ist's ein Unterschied, ob die Konservativen oder die Liberalen am Ruder sind, sowohl in der inneren wie in der äußeren Politik, und darum ist es nicht gleichgiltig, aus welchen Gründen die schwankenden Elemente in der Wählerschaft von der einen Partei sich ab- und der andern sich zuwenden. " Korrespondenzen und Parteinachrichten. Dortmund. Die Meister des Bauhandwerks haben ihre Arbeiterfreundlichkeit dadurch bethätigt, daß in einer Versammlung beschlossen wurde, während des Bergarbeiter- Streits feinen Bergmann zu beschäftigen. Sicherlich werden dieselben für ihre Tapferkeit auch noch den ganz besonderen Dank des Unternehmerthums erhalten. * Gerichts- Beitung. er weil Der Staatsanwalt Er er re seiner Broschüre„ Der Verzweiflungskampf der arischen Völker" habe er den Zorn der Juden noch in erhöhtem Maße auf sich gezogen. Er habe in dieser Broschüre u. A. nachgewiesen, daß der Chef des Geh. Zivilkabinets Geh. Hofrath Manché selbst ein getaufter Jude fei und alle Begnadigungen, Titel 2c. gegen Geld verschaffe. Seit 30 Jahren, von der Begnadigung der Hermann und Spiegel an, habe sich in dieser Beziehung ein unerhörtes Treiben herausgebildet, gegen welches anzufämpfen er für seine patriotische Pflicht gehalten. Wegen dieser Angriffe gegen Herrn Manché sei die Broschüre mit Beschlag belegt worden, und man habe das Verfahren gegen ihn eingeleitet. Schließlich aber habe man die Geheimakten des Herrn Manché, oder vielmehr feines Generalagenten Haffer aufgefunden und das Ende vom Liede sei, daß Herr Manché seines Amtes entlassen und das Verfahren gegen ihn eingestellt worden sei. Als Herr Manché gesehen, wie Daß der Parnellskandal und der durch ihn herbeigeführte Haspe. In einem Vortrage über die soziale Aufgabe der die Sache lief, habe er alle die Dinge vorgebracht, welche zur Riß in der irischen Partei einen großen Antheil an dieser Wen- Frau, welchen der evangelische Arbeiter- und Bürgerverein von Anklage gegen ihn geführt und welche derselbe nur durch die Der Staatsanwalt dung der Dinge haben, ist unbestreitbar. Aber sie sind es nicht Haspe und Westerbauer im Lokale des Herrn R. Schröder statt Herren Pariser und Goldes haben konnte. allein, sie sind mehr der äußere Anlaß als die wirkliche Ursache finden ließ, betonte der Vortragende, Herr Pastor Arndt, behauptete, daß an allen diesen Behauptungen, betreffend den des Fallens der Aktien der Gladstonianer. Wenn der Verlust Volmarstein, nachdem er über die Bedeutung der Frau im All- Geh. Rath Manché fein wahres Wort sei. Der Angeklagte sowohl, eines wirksamen Schlagwortes eine Partei so erheblich ins gemeinen gesprochen, daß er in dem Bebel'schen Buche über die wie der Vertheidiger glaubten, daß der Staatsanwalt Hintertreffen bringen fann, so ist das ein Beweis, daß es mit Frau manches schöne Wort gefunden; es zeige sich eine besondere feinerlei Material haben könne, welches ihn zu dieser ihr auch sonst nicht ganz richtig ist. Und das ist denn auch bei Hochachtung der Frau in demselben. Ein derartiges Urtheil Behauptung berechtigen könne. der liberalen Partei der Fall. Abgesehen davon, daß der Bruchsticht gewiß vortheilhaft ab, gegen die so oft sehr schmutzige und plizirte, daß, abgesehen von einigen Ungehörigkeiten, mit Parnell die Wahlparole, Homerule" ihrer Zugkraft beraubt absichtlich entstellten Urtheile anderer Gegner. Zu welchen von den Behauptungen des Angeklagten gegen Manché hat, hat er auch und das ist viel schlimmer die innere niederträchtigen Vorwürfen gegen die Sozialdemokratie hat nicht nichts erwiesen sei. Der Angeklagte suchte zum Schluß die Schwäche der Gladstone'schen Partei blosgelegt, die durch den schon das Buch Bebels herhalten müffen: Freilich nur Leuten Wahrheitsliebe des Fel. Thümecke anzuzweifeln und es so darZauber jenes Schlagworts bis dahin verdeckt worden war. zustellen, als ob dieselbe auch unter dem Einfluß des Herrn Man tennt das Gladstone'sche Wort von den„ Massen und den gegenüber, die den Inhalt selbst nicht gelesen haben. Pariser stehe. Derselbe habe schon eine Broschüre fertig, in Klaffen". In dieser Gegenüberstellung liegt das Geheimniß der Feuerbady, 3. Mai. Hoch oben auf dem Berge, am soge- welcher die heute erst zu erfolgende etwaige Verurtheilung fertig Schwäche seiner Partei. Die liberale Partei bildet sich ein, die nannten Burghaldenhäusle", flatterte heute früh eine große gedruckt sei. In der Nordd. Allgem. 3tg." sei diese Broschüre Maffen gegen die Klassen" die Masse der Nichtprivilegirten rothe Fahne mit der Inschrift:„ Hoch die Sozialdemokratie!" schon vor sechs Monaten angekündigt gewesen.- Die Hauptgegen die privilegirten Klassen oder, um es noch schärfer zu prä- Doch nicht lange. Feldschütz Krämer hat das Verdienst, dieselbe belastungszeugin Frl. Thümecke wiederholte ihre Aussagen des zisiren, die allgemeinen gegen die Sonderinteressen zu vertreten. den Augen der Welt entzogen zu haben. Morgens 7 Uhr rückte ersten Termins. Sie blieb trotz aller Einwände des Angeklagten Das ist eine sehr schöne Idee, aber in der Praxis stößt sich die er, mit einer Flinte bewaffnet, aus, zur Eroberung der rothen dabei, daß der letztere die Auszahlung der 32 M. von Tag zu Tag Sache an der Frage: wo fangen die Massen" an und wo hören Fahne er hat sie erobert und Feuerbach bleibt vor dem verzögert und ihr schließlich zugestanden habe, daß er das Geld in seiner die Klassen" auf Bestehen nicht auch die Massen" aus verumsturz bewahrt! übergroßen Nothlage für sich verbraucht habe. Diefe Nothlage habe schiedenen Klassen und haben nicht auch diese ihre bestimmten, er ihr am Schulentlassungstage in einer etwa 12 stündigen jebe einzelne ihre speziellen Sonderinteressen? Im Munde der Unterrebung in beweglichen Worten geschildert. Der Angeliberalen Partei schließt das Wort„ die Massen" so ziemlich alle Wagte macht dagegen darauf aufmerksam, daß er an jenem Tage Elemente ein, die ehedem unter den Begriff des tiers noch nicht eine Minute, viel weniger denn eine Stunde, Zeit ge état" fielen. Proletariat, Kleinbürgerthum und mindestens Der Prozeß gegen den Rektor Ahlwardt, welcher habt habe, um folche Unterredung zu pflegen. Auf Befragen ein wesentlicher Theil der Bourgeoisie. Diefe tönnen zeitweise 11. v. m. schon einmal die II. Strastammer hiesigen Land des Vorsitzenden versichert Frl. Thümecke, daß sie ihrerseits weder ein so startes gemeinsames Intereffe gegenüber dem Rest der gerichts I beschäftigt hatte, damals aber nach längerer Verhand von Juden noch von Judengenossen beeinflußt worden sei. Sie Bourgeoisie, den Parteien der hohen Finanz, des großen Grund- lung vertagt worden war, tam heute vor derselben Strastammer habe gar fein Interesse daran gehabt, die Sache irgendbefitzes, der industriellen und Handelsfeudalität haben, daß sie abermals zur Verhandlung. Den Vorsitz führte wiederum Land- wie an die große Glocke zu bringen, nachdem sie ihr diesen als eine Masse gegenübertreten, wenn aber dieses Inter- gerichts- Direktor Brausewetter, die Anklage vertrat Staats Geld erhalten. Sie fenne auch die Feinde des An effe das nicht immer ein ausgesprochen wirthschaftliches zu anwalt Hoppe, die Bertheidigung führte Rechtsanwalt geklagten nicht und wisse nur, daß einmal ein Herr Goldes fein braucht aus irgend welchem Grunde in den Hintergrund Dr. Stein. Der vom Amte suspendirte Angeklagte, welcher bei ihrem Vater angefragt habe, ob er eine Tochter habe, tritt, so wird auch die schöne Allianz aufhören oder nur bekanntlich durch eine Broschüre,„ Der Kampf der arischen Völker die bei Herrn Ahlwardt unterrichtet habe. Ihr Vater habe insoweit fortbestehen, als die Tradition über die Gegen gegen das Judenthum", von sich reden gemacht hat, wird be- demselben nur geantwortet, daß er das Geld längst bezahlt habe. fäge im eigenen Lager der„ Massen" hinweg zu täuschen vermag. schuldigt, im Jahre 1886 als Reitor das Ueberstundengeld, welches Im Uebrigen blieb die Zeugin dabei, daß sie an dem Tage, wo Dies ist gegenwärtig die Position der liberalen Partei in er an die Lehrerin Frl. Thümecke auszuzahlen hatte, derselben sie angeblich die Disziplinlosigkeit begangen haben und zur ErEngland. längere Zeit vorenthalten, d. h. unterschlagen zu haben. hebung des Geldes bei dem Rettor nicht erschienen sein soll, überwar im Als Entlastungszeuge trat ersten Termin abgebrochen haupt nicht in der Schule war. Sie hat noch allerhand nette Sächelchen auf dem Pro- Die Beweisaufnahme gramm, aber es ist ein Mosait von bunten Steinen, worden, weil die Lehrerin Frl. Thümecke fest behauptete, der ein Möbelhändler Heim auf. Derselbe ist seinerzeit mit einer das wohl den Beifall Don Liebhabern finden, jedoch Angeklagte habe ihr zugestanden, daß er das Geld in feinem Forderung von 1100 m. dem Gehaltsabzugsverfahren beigetreten, Niemand zu begeistern vermag. Das wäre an fich Nußen verwendet und ihr dasselbe aus diesem Grunde erst nach erklärte aber, daß er in der hier fraglichen Zeit dem Angeklagten noch nicht das Schlimmste, wenn es nicht die weitere, wiederholtem Mahnen habe zurückgeben können. Von der Ver- ohne Weiteres die ihm etwa fehlenden Gelder gegeben haben sehr üble Folge hätte, daß infolge dessen die Gegenfäße theidigung wurde dagegen behauptet, daß die Zeugin in dem würde. Der Chefredakteur der Staatsbürger- Beitung", Dedo im Schooße der liberalen Partei sich schärfer geltend machen als Disziplinarverfahren gegen Ahlwardt von diesem Zugeständniß Müller, erklärte, daß der Angeklagte damals für literarische Honorar zu fordern und er demselben auch es ihr Ansehen verträgt. Bisher hatte es geheißen: erst muß desselben kein Wort gesagt habe, außerdem war noch allerlei Arbeiten die frische Frage gelöst werden, dann kommen die anderen Fragen adminifulirendes Beiwert beigebracht worden, aus welchem her- Geld angeboten hatte. Die als Entlastungszeugin ver daran, Homerule hat den Vorrang. Das war sehr bequem, da vorgehen sollte, daß von jüdischer Seite einerseits Versuche genommene Ehefrau des Angeklagten trat mit ihren Befonnten die internen Interessentämpfe sich hinter den Kuliffen macht worden seien, ihm die Broschüre abzukaufen, anderseits fundungen der Belastungszeugin direkt entgegen. Der Staatsabspielen, jede einzelne Gruppe oder Klique sich heimlich rüsten, von derselben Seite diese Anklage veranlaßt worden sei, um ihn amwalt führte in seinem Plaidoyer aus, daß nicht der geringste um, sobald der richtige Moment gekommen, mit ihren Wünschen zu verderben. Der erste Termin wurde deshalb vertagt, um Grund vorliege, um dem Zeugnisse des Frl. Thümecke zu mißin den Bordergrund zu treten. Die Drahtzieher der Partei batten Disziplinaratten herbeizuschaffen. Der Angeklagte blieb auch trauen. Die ganze Sache liege außerordentlich einfach. Wenn aber Beit, inzwischen unter sich auszumachen, welche Forderung heute dabei, daß er die 32 M., um welche es sich handelt, man der beschworenen Aussage des Frl. T. Glauben schenke, nach Somerule die pièce de resistance der Partei bilden, die nicht unterschlagen habe. Er habe seiner Zeit das Geld an dem müsse der Angeklagte wegen Amtsunterschlagung verurtheilt erste Geige im Konzert spielen sollte. Jetzt herrscht das schönste Bahltage nur deshalb nicht an das Fräulein Thümecke ausgezahlt, werden. Er bringe 4 Monate Gefängniß und 1 Jahr Ehrverlust Tohuwabohu, Homerule hat seinen Reiz eingebüßt und noch ist weil diefelbe sich vorzeitig entfernt hatte, er sich darüber geärgert in Antrag. Sollte der Gerichtshof von Ehrverlust absehen, so fein Erfaz dafür gefunden. Ja, Homerule ist aus einem Glanz- und deshalb dem Frl. T. anheim gegeben hatte, sich das Geld beantrage er, denselben auf jeden Fall auf 1 Jahr für unfähig stück ein Stück, das nur Verlegenheit bereitet, geworden, nachdem aus seiner Wohnung abzuholen. Richtig sei es, daß der Vater zu erklären, ein öffentliches Amt zu bekleiden. die Frländer die Landankaufs- Bill der konservativen Regierung anges des Frl. T. ihn brieflich zur Zurückgabe des Geldes aufgefordert geklagte habe sich nicht gescheut, es öffentlich auszusprechen, nommen und damit den Beweis geliefert, daß selbst für sie Home habe, er habe es ihr dann sofort zugestellt, als dieselbe an eine daß seine vorgesetzte Behörde versucht habe, acht Lehrer Rule nicht den Weg zu andern Reformen versperrt. So sehr hat andere Schule kam. Er bestritt, daß er dem Frl. T. die Unter- zu einer wissentlich falschen Aussage gegen ihn zu bestimmen. sich die Situation verändert, daß jüngst Lord Salisbury auf dem schlagung zugestanden habe und behauptete, daß sie mit ihrer Jemand, der so wenig Wahrheitsliebe befize, eigne sich nicht zum Jahresmeeting der famosen Primrose- Liga unter dem Jubel feiner Behauptung nur im Auftrage des Kaufmanns Pariser und Lehrer der Jugend und er mache noch darauf aufmerksam, daß Leute erklären konnte, daß sie, die Konservativen und des Kaufmanns Goldes hervortrat, welche schon mehrfach ver-. 3. die Straffammer in einem Prozeß Tietz- Zucker die be Unionisten, die irische Frage zur Test" frage der entscheiden- geblich Denunziationen gegen ihn veranlaßt hätten und ihn nun schworene Aussage des Rektors Ahlwardt für vollständig unglaubDer Vertheidiger führte dagegen aus, daß den Frage bei den Wahlen erheben, d. h. sie ihr die Rolle gründlich verderben wollten. Es sei richtig, daß er aus Anlaß würdig erklärt hat. einräumen werden, welche sie bisher bei den Gladstoneanern gespielt. einer Bürgschaft, welche er für den Lehrer Gohr über er es für unmöglich halte, Jemand auf die bloße Aussage einer Und der Ausgang der letzen Nachwahlen hat gezeigt, daß fie für nommen, seit Jahren in einer sehr bedrängten Lage sich einzigen Beugin hin zu verurtheilen, zumal es sich hier um Vorden Moment wenigstens damit nicht falsch spekulirten. Seitdem befunden. Er sei in Wucherhänden gewesen und seit gänge handele, die 5 Jahre zurück liegen. Die Beschuldigung 1881 vielfach in Jahre ist das Budget des Herrn Goschen erschienen, und die Ankündi- dem große Noth gerathen. des Frl. Thümecke fönne nicht ausreichen, um einen doch von " Der An gung, daß die Regierung den Ueberschuß zur Durchführung der Im Jahre 1886 fei er aber schon in eine weit geregeltere patriotischem Geiste beseelten Mann zum Berbrecher zu machen, unentgeltlichkeit des Boltsschul- Unterrichts verwenden wird, Position gerathen und habe außerdem auch genügend flüssiges Geld Bum Schlusse erklärte der Angeklagte noch einmal, daß es sich hier um nimmt den Liberalen ebenfalls etlichen Wind aus den Segeln. Sie besessen, da er damals mehrere Artikel gegen den jüdischen Wucher einen Tendenzprozeß handele, welchem er zum Opfer fallen solle.können sich zwar darauf berufen, daß es eine ihrer Forderungen ist, die für die Staatsbürger 3tg." geschrieben und dafür Honorar er- Der Gerichtshof erkannte nach einer Berathung von 3 Minuten die Regierung da verwirklicht, während die Konservativen bisher der halten habe. Der Staatsanwalt widersprach entschieden der auf Freisprechung des Angeklagten, nicht, weil er deſſen Forderung der unentgeltlichen Volksschule den heftigsten Wider- Behauptung des Angeklagten, daß derselbe zur Zeit der That sich Unschuld für erwiesen, sondern weil er die Sache nicht für gestand entgegengesetzt, indeß damit kann man wohl zur Noth die in guten Finanzverhältnissen befunden have. Im Gegentheil habe nügend aufgeklärt hielt. Es sei ja nicht von der Hand zu eigenen Leute trösten, aber keine Proselyten machen, wenn man derselbe den Manifestationseid geleistet, das Gehalts- Abzugsweisen, daß sich der Angeklagte damals in sehr bedrängter Lage sonst nichts zu bieten hat. verfahren sei gegen denselben eingeleitet gewesen und es schwebten befunden, auch halte es der Gerichtshof nicht für glaubhaft, daß denselben. Zum Ueberfluß läuft auch nächsten Monat die Frist ab, die viele Prozesse gegen Richtig sei es, daß derselbe die Lehrerin Frl. Thümecke wegen angeblicher Disziplin Fräulein Thümecke bei ihrer ersten Bernehmung losigkeit habe strafen wollen. Andererseits aber sei die Summe, nach dem englischen Gesetz erforderlich ist, um eine Scheidung, das wie sie im Chefcheidungs- Prozeß O'Shea ausgesprochen wurde, vor dem Provinzial- Schulfollegium nichts davon gesagt, um welche es sich hier handele, doch verschwindend flein, wenn rechtsträftig zu machen. Dann kann Herr Parnell sein Schäß- daß das man bedenkt, daß der Angeklagte, der eine Familie von sechs der Angeklagte ihr gegenüber zugestanden, chen heirathen und sich in den Augen der Welt rehabilitiren. Geld im eigenen Nugen verbraucht zu haben. Der Angeklagte Kindern befißt, doch immer Geldmittel zum Leben zur Verfügung Ob er sich alsdann die frühere Stellung in der irischen Partei behauptete ferner, daß von jüdischer Seite alle möglichen gehabt haben muß. Zudem sei er unbescholten und seine Ghezurückerobern wird, mag zweifelhaft erscheinen, aber daß seine Denunziationen gegen ihn angebracht worden seien, das Ver- rau widerspreche direkt der Belastungszeugin. Der Gerichtshof Boſition eine bedeutend stärkere sein wird als sie jetzt ist, bedarf fahren gegen ihn aber jedes Mal eingestellt worden sei, weil sich habe deshalb einen Irrthum auf Seiten des Frl. Thümede nicht feiner Frage. Und felbit icht war file, trotz der Bischöfe, start seine Unschuld jedes Mal herausgestellt habe.- Der Staats- für ausgeschlossen erachtet. Brunnenstr. 1, I. Etage. Ecke Weinbergsweg, I. Etage. am Rosenthaler Thor. eue Amerikanische Verkaufs Hallen WILHJIAUER Nur allein am Rosenthaler Thor. Brunnenstr. I. Etage. Ecke Weinbergsweg, I. Etage. Herren- und Knabengarderoben. Größte und billigste Bezugsquelle der Residenz, Brunnenstr. 1, I. Etage, Ecke Weinbergsweg, am Rosenthaler Thor. 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Verschiedenes und Fragekasten. 235/3 Der Vorstand. Am Sonntag, den 17. Mai 1891( 1. Pfingstfeiertag) Grosse Matinée im Feen- Palast, Burgstraße, Eingang Wolfgangstraße. Zu Gunsten kranker und hilfsbedürftiger Kollegen. Unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins ,, Lorbeerkranz", Mitglied des Arbeiter Sängerbundes, sowie verschiedener Spezialitäten. Das Konzert wird von einer zwanzig Mann starken Kapelle ausgeführt. Anfang 11 Uhr. Entree 30 Pf. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Billets find zu haben bei folgenden Herren und in den mit Plakaten belegten Geschäften: Heinrich Metzke, Oderbergerstr. 10. Julius Wernau, Rosenstr. 30. Wilhelm Schulz, Posenerstr. 18. Heinrich Fischer, Thaerstr. 55. Wilhelm Hartwich, Münchebergersir. 17. Karl Schulz, Rüde rsdorferstr. 32. Heinrich Fetting, Mariendorferstr. 15. Das Komitee. Pinkowski, Bülowstr. 53. Karl Vorpahl, Gartenstr. 51. Wilhelm Karpe, Rosenthalerstr. 5 bet Gottmann. Ferdinand Grotmann, Stettinerstr. 19a, Hermann Legeler, Kreuzbergstr. 77. August Richter, Friedenstr. 74, August Witte, Sandstr. 3, Sowie bei den Ausschuß- Mitgliedern: Franz Schulze, Noftigstr. 16. Hermann Jänsch, Barnimstr. 20. Karl Pfeil, Arndtstr. 11. Große öffentliche Versammlung sämmtlicher in der Hutbranche beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen am Freitag, den 8. Mai 1891, Abends 8 Uhr, im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11-13. Tages- Ordnung: 1. Die Achtstunden- Bewegung und Bedeutung des 1. Mai. Referent: Herr Peus. 2. Diskussion und Abstimmung über die Resolution zu Gunsten des Achtstundentages. 3. Verschiedenes. NB. Das uns bei unserer Maifeier am Sonntag, den 3. Mai, ebens dafelbst, die Feftrede sowie die Abstimmung über die Resolution untersagt wurde, so werden wir in dieser Versammlung das Versäumte nachholen, und ist es Pflicht aller zielbewußten Kollegen und Kolleginnen, in dieser Versamm lung zu erscheinen, damit auch das Hutmachergewerk bei der großen Demonstration nicht hintenanfteht; wir bitten deshalb um recht zahlreichen Besuch. 172/8 Der Einberufer. Große öffentliche Versammlung für Männer und Frauen am Mittwoch, den 6. Mai d. J., Abends 8 Uhr, im Lokale ,, Königshof", Bülow Strasse No. 37. Tages- Ordnung: ift DE 3 10 at tf al D n g D с g 11 I h 1 21 Б d D L 886/6 in f 1. Vortrag des Lehrers Herrn Siewers über: ,, atürliche Er ziehung". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. J. A. des Vertrauensmannes. Maitrank l. 0,75. Central- Kranken- u. Sterbekasse| Bilderverkauf bewährter Volksmänner.- Bestellungen nach 552L] F. Beyer, Oranienftr. 154. 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Gemäß§ 126 Absatz 2 des Invalidi Vierteljahresbericht b. Zuschußlasse vom find die Arbeitgeber verpflichtet, über Nach Schluß der obigen Versammlung täts- und Alters- Versicherungsgesetzes 1. Quartal 1891. Es ist Pflicht eines die Zahl der von ihnen beschäftigten jeden Mitgliedes in der Versammlung zu Personen und über die Dauer der Be erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. schäftigung den Kontrollbeamten auf Verlangen Auskunft zu ertheilen und denselben die Geschäftsbücher oder Liften, aus welchen jene Thatsachen hervor Be ArtistischPhotographisches Atelier von Carl Graefe, Berlin S., Prinzenstraße 11, triebszeit an Ort und Stelle vorzulegen. Ebenso sind die Versicherten zur Er theilung von Auskunft über Drt und empfiehlt sich den Freunden und Partei Dauer ihrer Beschäftigung verpflichtet, genossen zur Aufnahme von Portraits, Die Arbeitgeber und die Ver Gruppen, Landschaft. u. Reproduktionen. dhjerten find ferner verpflichtet Spez.: Vereine u. Gewerkschaftsgruppen. den Kontrollbeamten auf Erfor Auch zu Gruppenaufnahmen bei Land- dern die Quittungskarten behufs partien halte mich bestens empfohlen. Ausübung der Kontrolle und Her beiführung der etwa erforderZu Partien: 645 vorzulegen W. Günther, Franz Beyer, PrinzessinnenCognac, Schoppen à 1,00 Mart betw. gegen Bescheinigung aust strasse 15. in Marmor, Granit, Syenit 2c. empfiehlt bei sauberster Ausführung, zu soliden Preisen 313 L Rixdorf, Hermann- Straße Nr. 150. Stempelfabrik Für Schuhmacher!! Invalidenstr. 126, gegenüb. Stettiner Bahnhof.[ 325 L] [ 325 L] E. Wünsche. Nur 1 Mark. Klagen, Eingaben, Reklamationen, Rath im Zivil- und Strafprozeß. Ein händigen. Zur Erfüllung dieser Verpflichtungen tönnen Arbeitgeber und Versicherte von der unteren Verwaltungsbehörde durch Seit Anfang April befindet sich die 300 Mart angehalten werden. Geldstrafen bis zum Betrage von je Die Kontrollbeamten sind mit einer vom unterzeichneten Vorstande ausges Brennwerkzeuge und Bedarfsartikel ftellten amtlichen Legitimationstarte 5602 C. Japsen& Co., Zimmerstrasse 39 versehen und verpflichtet, dieselbe auf Erfordern vorzuweisen. Berlin, den 4, Mai 1891. [ 696L ziehung von Forderungen. Pollak, zwischen Jerusalemer u. Markgrafenstr. Invaliditäts- und Altersjetzt Raupaditr. 7, I. Auch Sonntags. Möbeltischlerei m. g. Kundſchaft weg. Versicherungsanstalt Berlin. Dr. Hoesch, homöopath. Arzt Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Gonnt. 8-10. 7116 Umiz. n. außerhalb billig zu verkaufen Der Vorstand. F. Rus, Budowerftr. 6. Eberty. Mugdan. Dr. Freund Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.