Nr. 260. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30mt. pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Snfertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs Anzeigen 20 Pfs. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 7. November 1894. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! An die Parteigenossen! Um den an verschiedenen früheren Parteitagen und jüngst auch wieder in Frankfurt a. M. geäußerten Wünschen der nossen nach einer billigen Protokollausgabe zu entsprechen, wird das Protokoll über die des ,, Leipziger Tageblatts" pp. Leonhardt. Kurz vor dem hand Gesindel auf friedfertige, zu patriotischer Feier vers Zusammentritt des Reichstages( im Frühjahr 1871) hatte sammelte Deutsche verübten feigen und brutalen Angriffe, besagter Leonhardt unter anderem die Frechheit, unsere ge- und wenn dieser Vorwurf unbegründet ist, eine verleumde Gefangenen Parteigenoffen, offenbar um deren damals er rische Beleidigung finden. vorbereitenden Theilnahme an den brutalen Exceffen, diesseitigem Recht in der Regel im Wege der Privatklage Allein Beleidigungen von Privatpersonen sind nach wartete Freilassung zu hintertreiben, der Mitschuld und welche zu jener Zeit durch deutschen Chauvinismus in zu rügen, von welcher Regel nur dann eine Ausnahme Zürich provozirt worden waren, zut bezichtigen. gemacht wird, wenn das öffentliche Interesse die strafrechtEs scheine," bemerkte der pp. Leonhardt ,,, daß endlich ein- liche Verfolgung als geboten erscheinen läßt. Der letztere an anderer Stelle ausdrückt) ein positiver Anhalt über das Interesse kann nicht ohne Rücksicht auf die Persönlichkeit zum Preise von 25 Pf. im Einzelverkauf erscheinen. Bei wilde und vaterlandsverrätherische Treiben der internatio- des Beleidigten und dessen Verhalten, soweit dasselbe mit Partienbezug wird 110 ch weitere Preiser- nalen Arbeiterliga gewonnen werde." Da unsere inhaftirten der Beleidigung in Verbindung steht, entschieden werden. mäßigung gewährt. An Umfang wird das Protokoll den Genossen gegen solche Verleumdungen sich nicht vertheidigen In letzterer Beziehung ist zunächst eine in dem Organe legtjährigen gleichkommen und konnte obige Preisnormirung nur fonnten, so hielt es ihr Anwalt, Herr Rechtsanwalt Ihrer Partei, dem von Ihnen, Herr Bebel, redigirten unter der Voraussetzung des Massenabsatzes erfolgen. Freytag in Leipzig, zugleich mit Rücksicht auf die drohende Volksstaat"( Nr. 22) über die Züricher Vorfälle enthaltene Beeinflussung der fünftigen Geschworenen für geboten, Notiz von besonderem Interesse; dieselbe lautet: Das Protokoll gelangt am 24. November zur Ausgabe. gegen die Magdeburger Zeitung" gerichtlich vorzugehen." In Zürich sind anläßlich der Verhöhnung und pros Wir bitten die Vertrauenspersonen und Genossen, ihre Be- Er erhob deshalb bei dem königlichen Kreisgericht in vozirenden Behandlung der französischen Internirten seitens stellungen ungefäumt aufzugeben, damit die rasche Zustellung, in Magdeburg Privatklage gegen den Redakteur der Magde- der dortigen Bourgeoisie und Aristokratie, wobei das Volk der Reihenfolge der Eingänge bewerkstelligt werden kann. Be- burger Zeitung", erklärte aber gleichzeitig, daß, wenn der Partei für die ersteren ergriff, Unruhen ausgebrochen. Redakteur den Einsender des stellungen bitten wir direkt zu richten an die betreffenden Ar- Natürlich müssen auch hier, wie immer, die Juternatio tikels nennen würde, er den Strafantrag zurück- nalen Schuld sein." ziehen und den Verfasser des Artikels belangen Wie Sie hierunter Entstellung des wahren Sach wolle. Auf diese bei dem föniglichen Kreisgerichte Magde verhaltstein Wort der Theilnahme für Ihre malträtirten burg angebrachte Klage erhielt Herr Freytag folgende Bus Landsleute, kein Wort des Tadels gegen die nichtswürdigen schrift von dem dumals in Magdeburg residirenden Staats- und verächtlichen Angreifer gefunden, vielmehr geradezu anwalt Tessendorff: gegen Ihre Landsleute und für deren Feinde Partei erVerhandlungen des Parteitages zu Frankfurt a. M. mal( durch diese„ schmachvollen Begebenheiten", wie er sich Fall liegt hier nicht vor. Die Frage nach dem öffentlichen Buchhandlung des Vorwärts", Berlin SW., Beuthstraße 2. Mit sozialdemokratischem Gruße Der Parteivorstand. d. Ein preußischer Juftig- nd" Kreisgericht hierselbst unter dem 16. 6. M. an haupt schon längst, namentlich aber während des minister in spe. " Auf die von Ihnen bei dem königlichen Stadt- griffen haben, so haben Sie diese lettere Haltung übergebrachte, von demselben an mich abgegebene Denunziation letzten Krieges beobachtet. Man braucht nur Ihr Parteis gegen den Redakteur der" Mageburger Zeitung" wegen Ver- Organ zu durchblättern, um namentlich seit der Schlacht Motto: Was ein Hätchen leumdung, benachrichtige ich Sie ergebenst, daß ich mich bei Sedan fast auf jeder Seite die ruhmreichen Erfolge werden will, frümmt sich bei Beiten. zur Strafgerichtlichen Verfolgung der Sache, worüber nach dieses für Deutschlands Selbständigkeit und Ehre geführten Die Gerüchte, wonach Herr von Tessendorf zum preu- diesseitigen Gesetzen von mir und nicht von dem Gerichte Krieges in der gehässigsten Weise heruntergezogen, jeden Bischen Justizminister ernannt werden, und mit seinem zu befinden ist, nicht habe veranlaßt sehen können. Wenn scheinbaren kleinen Erfolg der feindlichen Waffen aber mit Kollegen von Köller das Programm des neuesten Kurses es in der Nummer 62 jener Zeitung unter Leipzig mit unverkennbarer Schadenfreude als wichtigen Sieg registrirt zu verkörpern soll, bringen uns einen Vorgang aus dem Jahre bezug auf den blutigen Konflikt zu Zürich wörtlich heißt: sehen. Nicht minder heftig und oft gehässig sind die in Ihrem 1871 in Erinnerung, bei dem Herr von Tessendorff dem obigen Motto alle Ehren angethan hat. Als nach Einleitung des Leipziger Hochverrathsprozesses unsere Parteigenossen Bebel, Liebknecht und Hepner in Untersuchungshaft sich befanden, fühlte die nationalliberale Presse bekanntlich nach Herzenslust ihr Müthchen an den gefangenen, wehrlosen Feinden, indem sie dieselben systematisch schmähte und verleumdete. Am ärgsten trieb es die ,, Magdeburger Zeitung" und am ärgsten in diesem ehren= werthen Blatt dessen gleich ehrenwerther Leipziger Korrespondent: der wegen ans Zuchthaus austreisender Unregelmäßigkeiten aus dem Postdienst entlassene Mitarbeiter Feuilleton. Erinnerungen eines Kommunarden. 31 Aus dem Französischen von Jakob Audorf. Er setzte sich sofort an seinen Schreibtisch und krigelte folgende Beilen aufs Papier: 2. Madame Sylvia Meylan. Boulevard Clichy 260. Paris, den 18. Juni 1871( 6 Uhr Abends). Theure Frau! Es scheint, daß endlich einmal ein positiver An- Organ sich nicht selten findenden Angriffe gegen Personen jeder halt über das wilde und vaterlandsverrätherische Treiben Stellung. Ereignisse, Einrichtungen und Personen, die jedem der internationalen Arbeiterliga gewonnen werden wahren deutschen Patrioten werth und thener sind, werden wird; die in unserer Stadt Stadt start verbreiteten dort herabgesetzt, in den Schmutz zu ziehen gesucht. Hierauf Gerüchte, daß die im hiesigen Bezirks- Gerichtsgefängnisse näher einzugehen, würde mich zu weit führen; nur will ich inhaftirten Sozialdemokraten Bebel, Liebknecht und Hepner Sie an die Worte erinnern, mit denen Sie( in der Nr. 1 ebenfalls durch Vorbereitungen solcher Handlungen, deren jenes Blattes vom 1. Januar*) d. J.) das neue deutsche Schauplatz foeben Zürich gewesen ist, gemeint sein sollen", Kaiserreich inaugurirten. Sie lauten: haben, seitdem diese schmachvollen Begebenheiten bekannt geworden, an Bestimmtheit zugenommen," so läßt sich hierin allerdings gegen Sie der Vorwurf einer indirekten Betheiligung an jenem im Auslande von allermeiner ewigen Dankbarkeit. Ich werde völlig gefaßt und bereit Sie erwarten. Glauben Sie an meine Freundschaft. Sylvia. Bu gleicher Zeit schrieb sie dem Baron Meylan: Paris, den 18. Juni 1871. Mein Herr! *) Bereits am 17. Dezember des vorhergehenden Jahres( 1870) waren Bebel, Liebknecht und Hepner in Untersuchungshaft ge nommen, wie Tessendorf sehr wohl wußte. " Sie ist allein, und eine Frau und vor allem eine Creolin fennt keine Treue über das Grab hinaus!" „ Und ich?" fuhr sie in ihrem Nachdenken fort, indem sie ihr schönes Haupt in die Hand stüßte, habe ich denn nichts von diesem Nichtswürdigen, der zu allem fähig ist, zu befürchten?" Jm Begriff, Frankreich zu verlassen und nach Jamaika, Sie erhob sich und schritt in ihr Schlafzimmer, wo meiner eigentlichen Heimath, zurückzukehren, möchte ich nicht sie ein Kästchen von Ebenholz, welches auf dem Ramine abreisen, ohne mich bei Ihnen und meiner Tante zu ent- stand, öffnete, um ersterem einen kleinen eleganten, ziselirten schuldigen, daß ich bis jetzt auf Ihren gefühlvollen Brief, und damascirten Revolver englischer Arbeit, zierlich wie welchen ich vor einigen Tagen erhielt, nicht antwortete. ein Damenschmuck, zu entnehmen. Sie betrachtete den Wahnsinnig vor Schmerz, glaubte ich den Tod meines ge- selben einen Augenblick, las dann ein zerknittertes oft liebten Mannes nicht überleben zu können. Die Natur hat und immer wieder gelesenes Papier und legte darauf Beides Ich verließ Sie gestern Morgen, nachdem ich konstatirt anders entschieden. Indem ich in diesem Augenblicke noch in das Kästchen, welches sie mit Sorgfalt verschloß. ,, Er wird kommen!" murmelte sie, warf ein Tuch um hatte, daß Ihre Gesundheit vollständig gekräftigt sei; wenn einmal Ihren Brief lese, vergesse ich die unglücklichen MißSie meine Vorschriften befolgen, wird es immer besser verständnisse, welche uns von einander entfernten und würde die Schultern und ging selber, das Billet in den nächsten gehen. Es ist mir seit gestern gelungen, den Wunsch, glücklich sein, Sie noch einmal vor meiner Abreise sehen zu Briefkasten zu werfen. welcher Ihnen so sehr am Herzen liegt, zu erfüllen. Ihr können. Möge mein Schreiben Sie nicht befremden! Während Gemahl wird an der Seite Ihres Vaters ruhen. Ich habe die Einwilligung der Behörden erhalten, daß er auf dem der einsamen Tage, welche ich in der letzten traurigen Zeit Friedhofe Montmartre begraben werde; doch unter der Be- verlebt, habe ich über vieles nachgedacht. Es würde mich dingung, daß die Ueberführung Nachts geschehe. Ich habe wirklich mit Schmerz erfüllen, wenn Sie mir meine Bitte in Ihrem Namen eingewilligt und hoffe ich die Ehre zu abschlagen würden. haben, Sie morgen Abend am Boulevard de Clichy abzu- Ich erwarte Sie, mein Herr, also morgen Abend um zuholen. Halten Sie sich bereit und bewahren Sie sich neun Uhr. Ihren Muth. Ihre schwer geprüfte Cousine Sylvia Meylan. Genehmigen Sie, edle Frau, die Versicherung meiner aufrichtigsten Gefühle der Verehrung. Langsam überlas sie dieses Schreiben noch einmal und Dr. J. Marcas. blieb in Nachdenken versunken. Wäre dieser Mensch nicht Am folgenden Tage, nachdem der Doktor an Sylvia Eine halbe Stunde später brachte ein Dienstmann zu gleicher Zeit ein Bösewicht und ein solch eitler Geck, folgende Antwort: als welchen ich ihn kenne, er würde diese Einladung nicht schrieb und sie selber den Baron Meylan zu dem Rendezvous Danke, theurer und guter Doktor! Ich versichere Sie befolgen. Was habe ich zu befürchten?" wird er sich sagen, leingeladen hatte, stieg Mutter Madeleine mit ihrem Die Sühne. Im vollen Vertrauen auf Doktor Marcas, daß der würdige Mann Alles thun würde, um sein Vorhaben auss zuführen, hatte Sylvia für die kurze Zeit ihres Verbleibens in Paris teine weitere Dienerschaft angenommen. Was Sie noch als letzte Pflicht ansah, war, Louise aus ihrer Stellung zu befreien und mit sich nach Jamaica zu nehmen. Eine gute alte Frau, welche auf dem Boulevard Clichy unter dem Namen Mutter Madeleine bekannt war, nahm sich der häuslichen Arbeiten in der kleinen Wirthschaft an und war voll Bewunderung für ihre Madame". „Die deutsche Kaiser- Nem ist die Tochter der fron- zösischeu; ols gewisseuhoste Erbin beginnt sie mit denselben Luinpeustreichen, an denen jene krepirte." Hierauf können Sie, die in Ihrem Partei- Organ die Preßfreiheit auf das Ausgiebigste ausbeuten, nicht erwarten, daß, wenn nun auch Sie selbst in der Presse angegriffen rcsp. beleidigt werden, die Staatsbehörde ausnahmsweise sich für Sie ins Mittel legen sollte;— vielmehr kann ich Ihnen nur ergcbeust anheimgeben, durch das Organ der Presse oder aber im Wege der— bei dem köuig- lichen Stadt- und Krcisgericht, Kommission für Jujuricnsachcu Hierselbst, anzubringen— Privatklage gegen den Redakteur der„Magdeburgischen Zeitung" resp. den Ihnen von diesem ans Anfrage etwa uanihaft gemachten Verfasser des qu. Artikels Genugthnuug zu suchen. Magdeburg, den 24. März 1871. � Der königliche Staatsanwalt Tessendorff." Auf dieses den Mann kennzeichnende Schreiben ant- wartete Rechtsanwalt Freytag am 26. März 1871: „An die königl. Staatsanwaltschaft zu Magdeburg. Aus Ihre Zuschrift vom 24. März d. I. entgegne ich Ihnen im Auftrage der Herren Bebel, Hepner und Liebknecht, daß dieselben nicht daran gedacht haben, die Hilfe einer preußischen königlichen Staatsanwaltschaft zur Verfolgung ihrer Rechte gegen die Redaktion der „Magdeburger Zeitung" in Anspruch zu nehmen. Sie haben in ihrer Anzeige nicht behauptet, daß die straf- gerichtliche Verfolgung durch das öffentliche Interesse geboten erscheine und haben mit Rücksicht auf Z 194 dcs Strafgesetzbuches nicht vermuthen können, daß die königliche Staatsanwaltschaft mit der Anzeige zu thun haben könne. Wäre Ihre Zuschrift hiemach fach- lich erledigt, so kann ich doch nicht umhin, die Art und Weise, wie Sie in derselben die einzelnen Sätze aus dem „Volksstaat" zitireu, und dann ein Urtheil über diese Zeit- schri st, deren Inhalt Sie natürlich nicht das Geringste an- geht, sich auszusprechen erlauben, als eine unberechtigte An- maßung zurückzuweisen. Sie waren hierzu um so weniger befugt, als Sie als eifriger Leser des„Volksstaat" wissen mußten, daß weder Herr Bebel, der mit der Redaktion des „Volksstaat" überhaupt nie etwas zu thun hatte, noch die anderen Privatkläger die von Ihnen zitirten Sätze aus deni„Volksstaat" in irgend einer Weise zu verantworten hatten, da dieselben bereits seit Mitte Dezember v. I. in Untersuchungshaft sich befinden. Ergebenst:c." Das Resultat der beim kgl. Kreisgericht in Magdeburg erhobenen Privatanklage war, daß der Redakteur der „Magdeburger Zeitung" den pp Leonhardt als Verfasser des angezeigten verleumderischen Artikels nannte, und daß dieser vom Leipziger Bezirksgericht der Beleidigung schuldig be- sunden und zu einer Geldbuße verurtheilt wurde. Für unsere Parteigenossen war der Gegenstand vollständig erledigt. Nicht so für den Herrn Staats- auwalt Tessendorff, welcher wohl die Hoffnung hegte, daß seine Epistel sofort im„Volksstaat" ver- öffentlicht werden würde. Diesen Wunsch hegte Herr Tessendorff aus naheliegenden Gründen. Er wartete einige Wochen und als die ersehnte Veröffentlichung nicht kam, richtete der staatsanwaltliche Staats- und Gesellschafts- retter, der um den Lohn seiner Gesinnungstüchtigkeit geprellt zu werden fürchtete, an Rechtsanwalt Freytag nachstehenden Erguß einer schönen Seele: „Am 24. dieses Monats ist mir eine anonyme Zuschrift zugegangen, von der ich unter den obwaltenden Verhält- nissen annehmen muß, daß sie durch die von mir an die Herreu Liebknecht und Genossen zu Ihren Händen er- lassene Verfügung vom 24. v. Mts. hervorgerufen und ent- weder von diesen selbst oder doch in deren Auftrage ver- faßt worden ist. Ich nehme hieraus und zugleich aus der Fassung Ihres Schreibeils vom 4. d. M., welches ich sonst mit Stillschweigen übergangen haben würde, Veranlassung, Ihnen und Ihren Herren Klienten zur gefälligen Erwägung ergebenst anheimzugeben, ob es nicht zweckentsprechender sein möchte, wenn Sie und Ihre Herren Klienten Ihrem gemeinsamen Aerger über jene Verfügung, anstatt brieflich, durch Veröffentlichung derselben Ausdruck gäben,— von welcher Maßregel die Herren sich durch eine etwaige Rücksichtnahme auf meine Person nicht abhalten zu schleppenden Schritt die wenigen Stufen des Häuschens empor, um zum letzten Male nach dem Rechten zu sehen. Kaum war sie in der Mitte des Salons angelangt, als die Thür des Schlafzimmers sich öffnete und Sylvia auf der Schwelle deffelben erschien. „O, Madame, Madame! Wie sind Sie doch so schön! rief die gute Frau, indem sie vor Verwunderung die Hände zusammenschlug. Und in der That, sie war schön, schön in ihrer weib- lichen Vollkommenheit, gehoben durch den düsteren und doch glänzenden Ausdruck, der ihr ganzes Wesen belebte in Er- wartung der Vergeltungsstunde, welche ihr bald den Ver- haßtesten aller Menschen zuführen sollte. Ein schwarzes Kleid von Moire- Antique, besetzt mit schwarzen Gagath- perlen, umschloß ihren lieblichen Wuchs und floß in schweren alten nieder, neidisch ihren kleinen Fuß verbergend. inige eigenwillige Locken liebkosten ihren frischen weißen Hals, umschlossen von einem dreifachen echten Perleuhals- band. Das schwere dunkelschivarze Haar, welches ein Kamm vergeblich festzuhalten suchte, schien fast das jugendliche, reizende Haupt zu drücken. Einnehmend und unwiderstehlich strömte ein berauschender Hauch von Jugend und Schön- heit von der jungen Frau aus, als sie so vor der Mutter Madeleine stand, welche vor Erstaunen sprachlos geworden zu sein schien. „Mutter Madeleine, Sie sind eine Schmeichlerin", erwiderte Sylvia mit mattem Lächeln, und nachdem sie vor einem hohen venetianischen Spiegel noch eine rebellische Locke befestigt, ließ sie sich erschöpft in einen Ruhesessel sinken. „Wir bekommen ein Gewitter," sprach d'.e alte Frau, indem sie sich im Salon zu schaffen machte.„Das Essen ist fertig und wenn Sie wünschen, werde ich die Fenster schließen." „Lassen Sie dieselben offen, Mutter Madeleme, ich werde sie später selber schließen. Sie können nach Hause gehen, ich habe nichts mehr nöthig." „Aber das Essen'-- „Ich danke. Ich bin nicht hungrig."-- „Aber, mein Gott! Sie essen ja gar nichts, liebe gnädige Frau. Sie werden gewiß noch krank werden!" lassen brauchen. Wenn in meinem Schreiben vom 24. v. M. irrthümlich Herr Bebel als Redakteur des„Volksstaat" genannt ist, während der Redakleur Herr Liebknecht ist und Herr Bebel nur Bestelluugeu aus das Blatt annimmt, und wenn ferner, was mir bekannt war, die Genannten damals bereits seit längerer Zeit sich in Haft befanden, so ändert dies in der Sache gar nichts, da dieselben als Partei- führer und wegen ihrer Beziehung zu dem qu. Blatte als dem Parteiorgan für dessen Haltung moralisch und solidarisch haftbar bleiben, welche Haltung Sie Ihren Parteigenossen gegenüber auch wohl schwerlich ablehnen würden. Magdeburg, 26. April 1871. Der königl. preußische Staatsanwalt. gez.: Tessendorff." Dem Wunsche, die staatsanwaltliche Verfügung in der Presse zu veröffentlichen, kam Rechtsanwalt Freytag nicht nach, dagegen beendete er seine Korrespondenz mit Herrn Tessendorff durch folgendes Schreiben: „Leipzig, den 23. April 1371. An den kgl. Preuß. Staatsanwalt Herrn Tessendorff in Magdeburg. Es ist weder den Herren Liebknecht und Genossen, noch selbstverständlich mir in den Sinn gekommen, an Sie eine anonyme Zuschrift zu schicken. Sie, der Sie die Herren Bebel und Liebknecht förmlich zu studiren scheinen, sollten doch wissen, daß diese Herreu mit ihren Ansichten nicht hinter dem Busch halten, und daß eine anonyme Zuschrift ihrem ganzen Charakter widersprechen würde. Auch versichere ich Ihnen, daß keiner von den Herren Ihre Ver- fügung vom 24. v. M. bis jetzt gelesen hat, und daß die- selbe vielmehr seit dem 4. d. M. unberührt und schon voll- ständig vergessen in meinen Akten ruht. Wenn Sie in Ihrer Zufertignng weiter von unserem— meinem und meiner Herren Klienten— „gemeinsamen Aerger" über Ihre Zu- f e r t i g u n g vom 24. v. M. sprechen und mir anheimgeben, diesen: Aerger durch Ver- öffentlichung derselben Ausdruck zu geben, so zeigt dies wiederum, daß Sie an einem ganz ungewöhnlichen Grad von Selbstüberhebung leiden und, ebensowenig wie Sie eine Idee von einem über den politischen Parteien stehenden und deshalb auch politische Fragen sine ira behandelnden Richterstande z u haben scheinen, einen Begriff von den Pflichten eines unabhängigen Rechtsanwalts haben. Geärgert habe ich mich über Ihre Zu fertig» ng wahrhaftig nicht. Gewundert habe ich mich über dieselbe, weil ich von den sächsischen Staatsanwaltschaften, mit welchen ich im geschäftlichen Verkehr zu thun habe, gewohnt bin, daß sie auch in politischen Prozessen rein sachlich vom Standpunkte des unparteiischen Richters, nicht des Politikers, aus zu urtheilen sich bestreben.*) Dann aber war es meine Pflicht als Anwalt der inhaftirten Bebel und Genossen, die unberechtigte Anmaßung, mit welcher Sie ohne alle sachliche Veranlassung über das politische Verhalten auszusprechen sich erlaubten, entschieden zurückzuweisen. Zu einer Veröffentlichung Ihrer Zu- fertig ung hatte ich gar keine Ursache. Juristisch ist dieselbe doch ohne a l l e s I n t e r- esse; und gerichtliche Zufertig un gen ledig- lich als Kuriosa zu veröffentlichen, habe ich w e d e r Z e i t n o ch B e r u f. Ich würde auch Herrn Liebknecht abrathen, Ihnen den Gefallen zu thun, Ihr Schriftwerk durch den Druck zu ver- breiten.„Rücksichtnahme auf Ihre Person" würde bei diesem Rathschlage allerdings nicht maßgebend sein; aber die NichtVeröffentlichung wird Ihnen nichts schaden. Ihr ganzes Verhalten in der vorliegenden Sache giebt inir den Beweis, daß Sie hre Karriere als königlich preußischer taatsanwalt und Polizei mann in Preußen machen werden, auch wenn Ihr st ramm es Auftreten gegen die Herren Bebel und ") Ob Herr Rechtsanwalt Freytag von sächsischen Staats- anwälteu und Richtern heule auch noch so schreiben würde? Anm. des Setzers. „Nein, Madeleine, machen �Sie sich keine Sorge. Lassen Sie mich allein und Ihnen Adieu sagen. Ich trete morgen eine große Reise an und vielleicht sehen wir uns nicht wieder." Bei diesen Worten nahm sie aus ihrer Geldbörse einige Goldstücke und reichte sie der alten Frau. „Aber Madame, Sie schulden mir nichts'— „Sie sind arm, Mutter Madeleine, und ich bin reich. Nehmt nur und denkt zuweilen an mich," redete Sylvia der armen Frau zu, indem sie ihr die Hand reichte. Mutter Madeleine bedeckte diese zarte Hand mit Thränen und Küssen, und tausend Glück und Segen der guten Herrschaft wünschend, entfernte sie sich schluchzend. „Endlich bin ich allein," murmelte Sylvia, und näherte sich dem Fenster, mit fieberhafter Ungeduld den unheimlichen Menschen erwartend, der bisher versucht hatte, den Pfad ihres jungen Lebens so böswillig und boshaft zu durchkreuzen, und der jetzt ihre Rache fühlen sollte.- Unterdessen hatte der Doktor Marcas seinem treuen Kutscher Autoine, welchen er in seiner Eigenschaft als böser Mensch gleichfalls einem sichern Tode entrissen hatte, be- fohlen, Wagen und Pferd um SV, Uhr, eine militärische Stunde, bereit zu halten. Antoine Ravaud hatte unter den reitenden Jägern in Afrika gedient und war eine alte Bekanntschaft des Doktors, als dieser selber noch bei den Chassenrs d'Afrique stand, und seinem Herrn aus Dankbarkeit bis in den Tod ergeben. Um acht Uhr gingen wir zu Tisch. Antoine bediente uns und eilte mit fieberhafter Haft von der Küche in den Speisesaal und umgekehrt. Er war natürlich in's Ver- trauen gezogen worden und hatte mir während der Zeit meiner Wicdergenesung seine ganzen afrikanischen Feldzüge erzählt. Für Antoine Ravaud waren die Worte Monarchie, Kaiserreich, Republik oder Kommune leere Worte ohne Sinn. Seine Ansicht war die seines Doktor- Majors, welcher sein Gott und sein Prophet war und diejenige der Freunde des Majors, welche dieser bevorzugte. (Fortsetzung folgt.) Liebkit echt nicht an die Glocke derOeffeut- l i ch k e i t gehängt wird. Vielleicht finden Sie auch einen anderen Weg, Ihre Zufertigung gedruckt zu sehen. Hochachtungsvoll gez. Rechtsanwalt Freytag." Wie herrlich ist die Freytag'sche Prophezeiung an Herrn v. Tessendorff in Erfüllung gegangen. Vom Staatsauwalt in Magdeburg durch die Präsidentschaft der Senate des Oberlandesgerichts Königsberg i. Pr. und des Kammer- gerichts in Berlin, bis zum Ober-Reichsanwalt beim Reichs- gericht und— finis coronat opus— jetzt an der Pforte des preußischen Justizministeriums!! Wir gratuliren l Aus England. London, den 3. November 1894. Vorgestern haben in den Provinzialstädten Englands E r- neuerungs wählen für diejenigen Mitglieder der Munizipal- behörden stattgefunden, die»ach den Vorschriften des Gesetzes in diesem Jahre auszuscheiden haben. Solche partielle Wahlen erregen nicht überall das gleiche Interesse, werden auch nicht überall strikte nach der politischen Schablone ausgefochten. Die Parteien stellen sich in den Gemeindesragen anders als in den Fragen der Reichspolitik. Einen sicheren Rückschluß auf die Aussichten der nächsten Parlamentswahl erlauben diese Wahlen daher nicht. Dennoch zeigen sie, wo sie nach der politischen Parteifarbe aus- gefochten wurden, wie die Strömung in dieser Hinsicht geht. Und da bestätigen sie, daß im allgemeinen die Konsolidirung der konservativen und die Auflösung oder Zersetzung der liberalen Partei unaufhaltsam sich vollzieht. Die konservativen und liberalen Unionisten zusammen hatten ihren Gegnern 77 Sitze, die Liberalen ihren Gegnern nur 28 Sitze abgenommen, die Sozialisten und die Arbeiterpartei haben zusammen 18, und unabhängige Kandidaten — hier nicht im Sinne der Jndependent Labour Party zu ver- stehen— haben 6 Sitze gewonnen. Die Siege der Konservativen wurden eingestandenermaßen zu einem sehr großen Thcil dadurch erzielt, daß die Sozialisten und die Arbeiterpartei in Aktion traten und den Liberalen einen größeren Theil der bisherigen Gefolgschaft abtrünnig machten. Beim System der Entscheidung durch das relative Mehr ist dieses Resultat unvermeidlich, und es würden die Konservativen noch viel größere Erfolge erzielt haben, wenn nicht die Liberalen in gefährdeten Bezirken fast das ganze Munizipalprogramm der Sozialisten akzeptirt oder, wenn man will, annektirt hätten. Diese Fähigkeit eines großen Theils der Liberalen, dem Zuge der Zeit Konzessionen zu machen, kann den Zersetzungsprozeß der Partei nicht aufheben, verlangsamt ihn jedoch vielleicht. Die obigen Zahlen gaben nur die Gewinne der sozia- listischen Arbeiterpartei, nicht ihre Verluste. Wie sich diese stellen, ist aus den Telegrammen nicht genau ersichtlich, sie zeigen nur soviel, daß hier und da die Sozialisten auch Sitze verloren haben. Gar nichts sagen die Telegramme über die Stimmen- zahlen, worauflfür die Abschätzung des Marsches der sozialistischen Bewegung so viel ankommt. Sicher ist nur, daß die„Jndependent Labour Party" und die Sozialdemokratische Föderation diesmal mehr Kandidaten als bei irgend einer früheren Wahl auf» gestellt haben und die Gesammtzahl der erhaltenen Stimmen schon deshalb größer sein muß, als bei irgend einer früheren Wahl. Einen bedeutenden Erfolg scheint der Sozialismus in M a n» ch e st e r erzielt zu haben. Nach einem Bericht des„Daily Chronicle" vermehrten die Sozialisten ihre Sitze in der Stadt- Verwaltung um zwei und beläuft sich die Zahl der sozialistischen Stimmen auf über 19 009— für eine partielle Wahl eine sehr ansehnliche Höhe. In Manchester, wo auch zuletzt die„Work- man's Times" publizirt wurde, erscheint der„Elarion", wohl zur Zeit das geschicktest redigirte der sozialistischen Blätter Englands, unter der Redaktion von Robert Blacksord. Das liberale Ministerium hat, um neuen Wind in die schlaffen Segel zu bekommen, durch den Mund Rosebery's die Agitation gegen die Lords offiziell angekündigt. Den Fortgang der sozialen Reform- Gesetzgebung wird diese Agitation darum nicht aushalten, wenn die Arbeiter ihre Schnldigleit thun. Ich glaube, daß es diesinal den Liberalen mit der Agitation gegen die Lords um mehr zu thun ist, als um einen bloßen Wahlköder. Bei der jetzigen Konstitution der Lordskammer ist die Situation in der That für sie eine unleidliche. Ich glaube ferner, daß der von Rosebery vorgeschlagene Weg. nach Erledigung der dringendsten Gesetze, zu denen die liberale Partei sich bei der vorigen Wahl verpflichtete, in einer Resolution die Suprematie der gewählten Kammer auszusprechen und nach Ablehnung derselben durch die Lords das Parlament aufzulösen und an das Land zu appelliren, nach Lage der Dinge der einzig zweckmäßige für die liberale Partei ist. Aber das ist nur die Einleitung des Kampfes, und in keiner seiner Phasen kann er mit Erfolg von der liberalen Partei geführt werden, wenn sie die vorgeschrittenere Arbeiterschaft gegen sich hat. Es liegt also alles an der Energie der Arbeiter, um gerade die durch diesen Kampf geschaffene Situation für die Interessen ihrer Klasse auszunutzen. Werden doch selbst die Lords und ihre Freunde während dieses Kampfes gefügiger sein müssen als sonst. Der Spott ihrer Organe über die Agitation ist daher keineswegs ein so ungemischter, wie er sich giebt. So oder so werden die Privilegirten doch bluten müssen. (Die Liberalen aber auch. R. d. V.) Zu den Reformen, die noch vor der Auflösung zur Ver- Handlung kommen, gehört auch die W a h l r e f o r m. die sich beim heutigen Wahlrecht im wesentlichen um die Frage der Wählerregistriruug dreht(Deckung der Kosten derselben und des Wahlakts aus öffentlichen Mitteln, Aufhebung der Vorschriften, die die Eintragung in die Listen von einer Zeitdauer des Wohnens in einem bestimmten Bezirk abhängig machen zc.) Nach einer beiläufigen Bemerkung Rosebery's in Bradsord scheint die Regierung vor- zuhaben, auch das„zweite Ballol"(das System der Nachwahlen) in ihre Wahlreform einzuschließen. Die betreffende Stelle seiner Rede lautet:„Ich glaube, wenn Sie die Wahlkosten aus öffent» lichen Mitteln gedeckt und ein zweites Ballot zur Kontrollirnng dieser Ausgabe haben, Sie in hohem Grade die Politik der un- genügenden und unwürdigen Vertretung, die der Arbeitersrage zu Grunde liegt, los sein werden." Obgleich eine solche Maßregel in erster Reihe die liberale Partei ruteressirt, liegt sie, wie die oben besprochenen Munizipal- wählen und verschiedene Parlamentswahlen gezeigt haben, auck im Interesse der Arbeiterpartei. Zndem würde nach ihrer Durchführung das Gespenst des Torygeldes verschwinden. In dieser wie in anderen Fragen können die Sozialisten den Kampf zwischen den beiden Häusern des Parlaments zum Vor- theil der Arbeiterklasse ausnutzen. Alles in allem ist England zur Zeit dasjenige Land, in dem von der politischen Reaktion, die sich zur Zeit überall in Europa zeigt, noch im Verhältniß am wenigsten zu ver- spüren ist. Ansätze sind genug dazu da. aber noch haben wir wirklich ein freies politisches Leben. Und wenn dasselbe nicht lebhafter ist, so liegt das zu einem großen Theil mrt an der Lethargie der Arbeiter selbst. Auch die besten der Liberalen sind nicht im stände, Leben in die indifferente Masse zu bringen. Das kann nur die sozialdemokratische Agitation, die den Arbeitern nicht blos Reformen in Aussicht stellt, die ganz angenehm sind. sondern ihnen auch ein Ziel zeigt, für das es werth ist zu kämpfen. Politische Ueberlicht. Berlin, den 6. November. Programm wäre für die neueste Nera.( Siehe unseren| Regimentskommandeur Oberst Hoffmann und den Leitartikel.) freien Offizieren am Bahnhof empfangen und zur Kasern soll das Geschäftsprogramm für den Anfang der bevor- gespielt haben. Beauftragt, hinsichtlich des vielerwähnten modern militärisch! Erft die Umsturzvorlage und dann der Etat- Raisers, soll in der Caprivi- Krise eine hervorragende Rolle dazu das„ Bayerische Vaterland". Ist auch nicht schlecht Herr v. Lucanus, der Chef des Zivilkabinets des begleitet wurden. Also im Triumph eingeholt! bemert. stehenden Reichstags- Session sein, verkündet in den Ham Artikels der Kölnischen Zeitung", für dessen Urheber der burger Nachrichten" das bekannte Bismarck- Reptil Kaiser den Kanzler hielt, von diesem sich Auskunft zu holen, barbarischen Despotismus des Zarenthums wollen doch nicht An dem schmählichen Wettkriechen" vor dem Böttcher. Wir wissen nicht, ob er recht hat. Gewiß ist, foll Herr Lucanus die Antwort des Grafen Caprivi in alle Vertreter der herrschenden Klassen sich betheiligen. Im daß der Reichstag vor Weihnachten so gut wie feine Ge einer Weise wiedergegeben haben, die den Kaiser erbitterte. ungarisch en sowohl als im österreichischen schäfte erledigen und mit seinen eigentlichen Arbeiten erst Wir wissen nicht, was an dem Gerücht Wahres ist, und Reichstag hat die geplante Bauchrutscherei mannhaften nach den Ferien beginnen kann. Und dann tritt auch das haben auch keine Lust, uns den Kopf über solche Jämmer Protest hervorgerufen. In Ungarn, wo der Rummel für preußische Abgeordnetenhaus zusammen, was den Fortgang lichkeiten zu zerbrechen. Möglich, daß es wahr, der parlamentarischen Arbeiten wesentlich erschwert. denn in morgen beabsichtigt ist, wird er deshalb vielleicht gar nicht Kurios ist der Grund, den Böttcher für jene Reihen ist alles möglich, ausgenommen was gesund, gerade und Einspruch des Polen Lawakowski, der nach der speicheldieser Atmosphäre des Hofklatsches und der Hofintriguen zu stande kommen; und in Desterreich hat der ehrliche folge angiebt: die Regierung wolle nicht, daß schon in der ehrlich ist. Daß Caprivi von Achselträgern und Verräthern leckerischen Rede des Kammerpräsidenten Chlumikki's einfach Budget debatte ihre Umsturzvorlage zerpflückt werde, wie in umringt war, das wissen wir aus eigener Kenntniß. erklärte:„ Ich protestire namens der von dem Verstorbenen voriger Session die Miquel'schen Steuervorlagen. Als ob Haben doch Personen aus der nächsten Umgebung des so schwer bedrückten polnischen Nation!" beim Volt allman den Umsturzfeldzug nicht auch ohne die Umsturzvorlagen Kanzlers auch bei uns nach Gebühr kennzeichnen könnte! natürlich indirekt Versuche gemeinen Beifall, und nur bei dem gedankenlosen servilen gemacht, uns gegen denselben aufzuheßen und uns zu dem Böbel Entrüstung hervorgerufen. Der Bundesrath hielt am 5. d. M. eine Plenarsigung ab, nichtswürdigen Stänkespiel, das seinen Sturz zum Zwecke in welcher der Reichskanzler Fürst von Hohenlohe- Schillingsfürst hatte, mit zu benutzen Die zweisprachigen Straßenschilder sind in den Vorsiz führte. Die Etatsentwürfe für das Reichsamt des verdienten Fußtritt zur Folge hatte, uns aber einen Ein- in Böhmen, jetzt in Istrien. Aus Pirano( strien) wird ein Versuch, der natürlich den Desterreich noch immer eine Quelle des Haders. Erst Innern und über den Invalidenfonds auf das Etatsjahr 1895/96 blick in das ganze verächtliche Treiben eröffnete. Nafe zu!-heute telegraphirt, viele Einwohner hängten schwarze Fahnen Naiv. Reaktionäre Blätter sprechen Verwunderung heraus aus Trauer darüber, daß die Straßen nicht blos darüber aus, daß die sozialdemokratische Presse sich so gar italienische, sondern auch deutsche Namen haben. Die Benicht mit den geplanten„ Verschärfungen des Strafgesetz- völkerung ist dort gemischt, und die Zweisprachigkeit thats buches beschäftige. Nun, wir wollen die Neugierde der sächlich vorhanden. Welche Verhehung, Unterdrückung und Herren befriedigen. Wir haben zwei sehr gute Gründe, Mißregierung muß vorausgegangen sein, um eine so einfühl bis ans Herz hinan zu bleiben. fache und natürliche Maßregel zu einer Streitfrage zu wurden genehmigt. Der Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Reichshaushalts Etats für 1895/96, die Vorlage betreffend eine Er gänzung zum Entwurf des Reichshaushalts Etats für 1895/96, der Entwurf eines Gesetzes wegen Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltungen des Reichsheeres, der Marine und der Reichseisenbahnen, sowie die Uebersicht der Reichs- Ausgaben und -Einnahmen für 1893/94 wurden dem Ausschusse für Rechnungswesen überwiesen. = # Erstens fümmern wir uns nicht gern um ungelegte machen! Eier. Und Crispi an der Arbeit. Um die Bedeutung der Die neue Tabak Fabrikatsteuer Vorlage ist, wie zweitens haben wir in unseren langjährigen Erfahrungen Die bulgarische Sobranje hat mit 135 gegen die" Nationall. Correspondenz" aus zuverlässigster Quelle mit deutschen Justizbehörden die Gewißheit erlangt, daß in 10 Stimmen der Regierung ein Vertrauensvotum gegeben. hört, den Einzelstaaten zugegangen und wird nächstens an jeden politischen Gesetzesparagraph, so wie er jegt In Frankreich hat man gemerkt, daß die Stärke der Reden Bundesrath gelangen. Sie enthält gegenüber dem vor- ist, alles, was man hineinlegen will, hineingelegt werden gierungen im umgekehrten Verhältniffe zu ihren Majoritäten jährigen Entwurf wesentliche Aenderungen. Zunächst ist tann. Jedes politische Geses ist überhaupt steht. Gilt wohl auch für Bulgarien. der Mehrertrag gegen die bisherige Tabakbesteuerung auf seiner Natur nach ein Kautschukgeset, weil 30-35 Millionen Mark berechnet( anstatt 45 Millionen) es von dem Parteigeist und für den Parteigeist gemacht gestern von uns gemeldeten Kundgebung in Palermo und dementsprechend find die Steuerfäße ermäßigt. Diese ist. Was haben wir alles an Interpretationen erlebt. Wie abzuschwächen, läßt Crispi in die Welt hinaus- telegraphiren, betragen in dem neuen Entwurf für Zigarren und Zigarretten vollständig ist das wider besseres Wissen" verdunstet. Bei es sei bei dieser Gelegenheit auch der Muf ausgestoßen 25 pet.( statt 33% pCt.), für Kau- und Schnupftabat einem Sozialdemokraten ist Alles wider besseres Wissen". worden: Es lebe die Anarchie! Als ob es in den be 33( statt 50) pCt., für Rauchtabat 50( statt 662/3) pet. Und das wissentlich"! Für einen Sozialdemokraten ist theiligten Kreisen Anarchisten gäbe, und als ob ein Freund Auch die Nachsteuer ist von 9 auf 6 M. herabgesetzt. Die Alles wissentlich". Und was für einen Unterschied De Felice's ein Anarchist sein könnte! Spiegelberg, wir Juland- Steuer fällt, wie auch im früheren Entwurf, weg, würde es z. B. machen, wenn beim Aufreizen das zu Ge- kennen Dich! der Zoll für ausländischen Rohtabak wird in der Höhe des waltthätigkeiten" gestrichen würde? Kann ein Sozialdemo vorigen Entwurfs, 40 M. für 100 Kilogramm, beibehalten. frat denn zu anderem als zu Gewaltthätigkeiten" auf Bei den Kontrollvorschriften treten wesentliche Erleichterungen reizen? Ist uns nicht hundert Mal von Richtern und für Pflanzer und Händler ein. Bolizeibeamten vordeduzirt worden: die Sozialdemokratie ist eine revolutionäre Partei, wie sie selbst erklärt; im Wesen der Revolution liegt die Gewaltthätigkeit, ergo England. Am vorigen Donnerstag fiehe die enge ist die Sozialdemokratie eine Partei der Gewaltthätigkeit? lische Rorrespondenz in der heutigen Nummer fanden Offen gestanden, wir begreifen nicht, warum unsere in England und Wales die städtischen Gegner sich die überflüssige Mühe machen, Gesetzes- Para- Wahlen statt. Im Ganzen waren dieselben den Konsergraphen zu verbessern", die weiches Wachs sind in der Hand vativen günstig; die Liberalen haben start verloren. Auch Die Herren unterschäzen in der That den Verstand und schrieben: jedes strebsamen Juristen, der nicht gerade ein Jdiot ist. die Sozialisten betheiligten sich und darüber wird ge die Routine unserer Richter und Polizeibeamten. Auch 30 bis 35 Millionen sind noch viel zu viel Alles, was durch die Steuerpresse aus dem deutschen Michel herausgequetscht wird, rinnt ja doch nur in die große Futterkrippe, aus der die Marssöhne und die Aegirsföhne gespeist werden. leidigung des Herrn Casimir Perier ft Ricard Gerault vom In Paris wieder ein Prefprozeß. Wegen Beleidigung des Herrn Casimir Perier ist Ricard Gerault vom " Chambard" zu einem Jahr Gefängniß und 3000 Frants Gelbbuße verurtheilt worden. - Frants Dieses Mal hatten auch die unabhängige Arbeiterpartei Die Arbeiterpartei hat drei Size in Dewsbury, zwei und die Sozialisten in vielen Städten Kandidaten aufgestellt in Bootle und Manchester und je einen in Stocton- on- Tees, Hartlepool, Southport, York, Süd- Shields, Gateshead und Stafford erobert. Die Sozialisten haben drei Stadtraths= Reading, Burnley und Southampton. In letter mitglieder durchgebracht, nämlich je eines in Stadt rührte ihr Sieg von der unter den Liberalen eingetretenen Spaltung her. Für die Sonntagsruhe der Postbeamten hat die gegenwärtig in Berlin tagende Generalsynode der evangelischen Landeskirche sich ausgesprochen. Nur hätten die würdigen Herren gut gethan, eine etwas energischere Pindter der Zweite bringt jeden Tag einen Artikel Sprache zu führen. Sonst fruchten solche Beschlüsse wenig. Wie sehr es mit der Sonntagsruhe der Post- Unterbeamten über und gegen die Sozialdemokratie. Bis jetzt wiffen wir noch im Argen liegt, geht aus den Ausführungen des nicht was er will. Sobald wir dahinter tommen, soll es Superintendenten König- Witten hervor, der auf die Ver- ihm gesagt werden. Aber vielleicht sorgt er nun dafür, daß hältnisse in den westlichen Industriebezirken verwies. Dort dies niemals geschehen kann. hätten, als der Reichstag im Februar über diese Frage Be- Zur Polenheke. Mit welcher Unverfrorenheit die schluß faßte, die Briefträger überhaupt keinen freien Sonntag Heßpatrioten die Polenheze betreiben, zeigt folgende Notiz gehabt. In seinem Heimathsbezirk sei insofern seit vier der Deutschen Tageszeitung": Wochen eine Besserung zu verzeichnen, als jetzt der Ein Polenfrüchtchen. Thorn, 1. November. Der Briefträger jeden siebenten Sonntag freij Sekundaner Szuolz, der, wie unseren Lesern erinnerlich sein sein, daß sie auch mit den vereinigten Liberalen und sogar Nun, die englischen Sozialisten werden bald so stark habe. Wie jämmerlich ist die Lage dieser armen Leute, wird, ein weitgehendes Juteresse für die Thorner Befestigungen mit den vereinigten Liberalen und Konservativen wenn schon die Freigabe eines jeden siebenten Sonntags als an den Tag legte und jetzt seine Gefängnißhaft verbüßt hat, fertig werden können. eine große Errungenschaft angepriesen wird. " wird nun in die russische Armee eintreten. Um ihn bei etwaigen freundschaftlichen Besuchen sofort wiederzuerkennen, hat sich Melville lebt noch. Ueber das letzte Bombenattentat Agrarische Backschischschnorrer. Den neuen Reichs- unsere Polizei seine Photographie verschafft." in England wird telegraphirt: kanzler umlärmen die Agrarier schon mit weitgeöffnetem früchtchen", sondern der Sohn eines russifizirten Deutschen stattgefundene Dynamit- Attentat verlautet weiter, daß die Bombe Besagter Szuolz ist nun aber nicht einmal ein Polen- London, 6. November. Ueber das unweit des Hydeparks Mund und weitgeöffneten Händen, als ob sie ein gutes und einer russischen Generalstochter. Recht auf ein Backschisch hätten dafür, daß sie den Vor dem deutschen Schulz forrumpirt worden. Er gehört der Anarchisten verurtheilt hatte. Es sind die schärfften Maßregeln Sein Name ist aus wirklich dem Richter Hawkins gegolten habe, weil er mehrere gänger von seinem Plage hinwegintriguirt haben. Be scheidenheit ist bekanntlich eine Bier, deren die Junker bei russisch- orthodoxen Konfession an. Als er die Büste des getroffen worden, um das beschädigte Gebäude vor dem drohenihrem sonstigen glänzenden Wappenschmuck glauben ent- Raisers zertrümmerte, rief er dabei: Hoch Kaiser Alexander!" den Einsturz zu bewahren. Das Gerücht kursirt, daß die Polizei rathen zu können. Erfahrung hat ihnen gezeigt, daß sie Somit hat man es nicht mit den Polen, die sicher für den habe. Die Attentäter sollen Italiener sein, welche von ihren die Urheber des Attentats entdeckt und in Whitechapel verhaftet ohne diese Tugend gewöhnlicher Leute am weitesten kommen Baren sich nicht begeistern, sondern mit einem Ruffen zu Genossen bereits Reisegeld zur Fahrt nach Frankreich erhalten in der Welt. So hat denn gleich in einer Eingabe der thun. Aber der Szuolz mag sein was er will charaktes haben. M Und deutsche Landwirthschaftsrath dem Reichskanzler eine ganze ristisch für die Kleinlichkeit unserer Patriotenseelen ist, daß Herr Ungern- Sternberg hatte bekanntlich auch immer Liste von Liebesgaben aufgezählt, die vor allem auf den sie von einem Dummenjungenstreich solches Aufsehen„ Reisegeld" zur Hand. Wer es lieferte, wissen wir. sogenannten„ Schutz der deutschen Zuckerindustrie" abzielen. machen. Allerdings muß man nicht vergessen, daß Dumme- wie die russischen Spizel, im Bund mit den Spizelgenossen So verlangen sie, gegen die amerikanische Regierung nicht jungenstreiche in der Politik gegenwärtig überhaupt eine große der übrigen Nationalitäten die englischen eingeschloſſennur Protest wegen des Bolltarifs zu erheben, Rolle spielen. an dem Umsturz" des englischen Asylrechts arbeiten, das sondern auch entschieden abwehrende Maßnahmen durch ge. Ein Militärboykott ist über die Dresdener wissen wir ebenfalls. eignete Repreffalien auf dem Gebiet der Einfuhr Waldschlößchen Brauerei verhängt Don amerikanischen Getreide und Wieh bezw. weil die Dresdener Arbeiter ihren Boykott der Brauerei verhängt worden, Amerika. Man telegraphirt: oild is d Wiehprodukten zu ergreifen, sowie gleichzeitig eine e- aufgehoben haben. Die Dresdener Garnison- Ber Staaten von Nordamerika die Staatswahlen statt. Am Gestern fanden in 40 von den 44 Staaten der Bereinigten form der Steuergefehgebung in Angriff zu nehmen, waltung hat dem Militär verboten, die Wirth heftigsten hat in Newyork der Rampf getobt. Man erwartet bei der nicht lediglich die Aufrechterhaltung der jetzigen, auch aften der Brauerei Waldschlößchen zu besuchen; auch umfassende Erfolge der Republikaner. niedrigen Prämie als Ziel ins Auge gefaßt wird, bie Militärkantinen dürfen kein Bier von der Wald- tommenden 4. März zu wählende neue( 54.) Rongres dürfte eine Auch der am sondern welche die Zuckersteuer überhaupt mit den Interessen des deutschen Rübenbaues und der schlößchen- Brauerei beziehen. Um die Bedeutung dieser republikanische Mehrheit erhalten. Derfelbe wird indeffen bis Industrie in Einklang zu bringen bestimmt sein soll- Verrufserklärung recht zu würdigen, muß. man sich er- zum 4. März 1897, d. h. bis zum Ablaufe der Präsidentschaft und schließlich mit der Reform der Zuckersteuer angemessene Bennern, daß die sächsischen Gerichte die Boykottirung von mögen, da Cleveland gegen eine jede solche Aenderung sein Beto Clevelands, nichts an dem bestehenden Zolltarif zu ändern ver Steuerung des Saccharins zur Anwendung zu bringen." Brauereien und Wirthschaften durch die Sozialdemokratie einlegen wird. Dieses könnte aber nur durch eine Zweidrittel Bu niedrige Prämien! Und dabei fließen jetzt schon als groben Unfug geahndet und so schließlich die direkte mehrheit umgestoßen werden, und so groß wird die Ueberlegenjährlich 40 Millionen in die unergründlichen Taschen dieser Aufforderung zum Boykott in den Zeitungen gewaltsam heit der Republikaner schwerlich werden. Zuckerbarone, die den Acker ruiniren, die Bauern aus verhindert haben. Bei dem tiefgehenden Gerechtigkeits- Jedenfalls sind die Republikaner wieder im Bordringen kaufen und die Landarbeiter zu einer fluktuirenden Masse gefühl, das die sächsische Staatsanwaltschaft auszeichnet, und hat, dank der Halbheit des Herrn Präsidenten Cleve machen. wird sie natürlich nun auch sofort eine Anlage land, dessen Politit eine schwere Niederlage erlitten. Fürst Hohenlohe, der gegenwärtige deutsche Reichs- wegen groben Unfugs gegen die Dres. China Japan. Das Gerücht, die Japaner hätten fanzler, hat während seiner kurzen Laufbahn als bayerischer Garnison verwaltung erheben. dener Ministerpräsident sich bei Hofe keine Freunde erworben. Die bitten unsere Dresdener Parteigenossen dringend, uns doch bestätigt es sich, daß die fiegreichen Japauer auf dem Weg Port Arthur genommen, hat sich nicht bestätigt. Dagegen Misstimmung in Münchener Hoflreisen soll daher rühren, sofort telegraphisch davon in Kenntniß zu sehen, zu wann in das Herz von China ernsthaftere Gegner finden als die daß der Fürst seiner Zeit dem Prinzen Ludwig das in diesem interessanten Prozeß Termin angesezt ist. Wort: Was Sie sind, bin ich auch!" zugerufen Chinesen. Und zwar England und Rußland. Die englische Auch die Fuchsmühler boykottiren! Wie sehr der Regierung hat es in Pefing erwirkt, daß China die Verhabe." Es ist immer schon etwas, wenn ein deutscher Boykott ein Vertheidigungsmittel der Unterdrückten gegen mittelung der europäischen Mächte anruft; und die russische Aristokrat heutigen Tages einem königlichen Prinzen so un- ausbeutende Unterdrücker ist, geht aus der Thatsache hervor, Regierung sammelt Truppen an der chinesischen Grenze. umwunden eine übel empfundene Wahrheit zu sagen wagt. daß die Fuchsmühler Bauern jetzt gleichfalls zu diesem Wian rebet von 70 000 Mann. Das ist natürlich gelogen. Aber zieht Fürst Hohenlohe denn auch die logische Konses Hilfsmittel gegriffen haben. Aus Fuchsmühl wird berichtet: Wenn es 7000 Mann sind, so ist es schon viel. Jedenfalls quenz? Ist er bereit, einem jeden Unbetitelten, und sei er Bur Zeit ist die Aufregung in Fuchsmühl gegen die Gutsaber treten die europäischen Mächte nun auf den Plan. ein armer Tagelöhner auf einem seiner Güter, das Recht herrschaft so groß, daß sämmtliche sieben wirthe zuzusprechen, ihm, dem reichsunmittelbaren Fürsten, die den weiteren Bierbezug aus der freiberr. Antwort zu geben: Was Sie sind, bin ich auch?- lichen Brauerei unterlassen, so daß der Ver" -W Wir 0 Parteinachrichten. Als neuer Justizminister wird von der National, walter ein Berderben des Bieres befürchtet. Der prole. Beitung" Dr. Koch, der Präsident der" Reich 3. tarische Justinkt ist in diesen armen gequälten Menschen Von der Agitation. Unsere Genossen im achten und bank, genannt. Das wäre ja auch ein ganz hübsches erwacht. Er wird sie weiter führen auf der rechten Bahn. zehnten Schleswig- Holsteinischen Wahltreise haben am legten Programm. Einstweilen leuchtet aber noch der Kandidaten- Die militärischen Staatsretter von Fuchsmühl faltet. Es find 17 500 Sonntag im Landgebiet dieser Kreise eine rege Agitation ent Neue Boltskalender" mit Parteistern Tessendorf's, der entschieden das passendste sind am 1. Abends nach Amberg zurückgekehrt, wo sie vom programmen zufammen, 8000 Exemplare von Der letzte „ Verworfen" ettungsweg" und zirka 1000 andere Broschüren verbreitet Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Leidenswerthe junge Mutter, befindet sich infolge der erlittenen worden. In den kleineren Orten, woselbst die Genossen Den Genossen von Pöpelwit( Schlesien) gelang es nicht, Entbehrungen, des Blutverlustes und der schrecklichen Hilflosigkeit organisirt sind, haben dieselben die Verbreitung selbst besorgt, ein Lokal zu erhalten, sie halfen sich damit, die Versammlung in bei der in falter Nacht überstandenen Geburt in einem bedenkwährend anderswo die Verbreitung durch Altonaer und Wands: der Wohnung eines Genossen E. abzuhalten. In einer Ver- lichen Zustande, doch ist Aussicht vorhanden, sie dem Leben zu beter Genossen ausgeführt wurde. Irgend welche unliebſamen sammlung sollte der Genosse Kühn als Referent auftreten. erhalten." Soweit der Bericht des Amtsblattes. Zwischenfälle sind nicht gemeldet worden. Auch im Kreise Der Amtsvorsteher stellte die Bescheinigung über die angemeldete ist die Unglückliche doch wohl nur von unserer elenden Gesell Stormarn hat eine Verbreitung von Kalendern und anderen Versammlung aus, ein Amtsdiener aber forderte die Hauswirthin schaftsordnung. Jeder Einsichtige muß zugeben, daß es traurig Schriften stattgefunden. Im Kreise Lohr( Bayern) haben die auf, dem Referenten gegenüber von ihrem Hausrecht Gebrauch zu um die göttliche Weltordnung" bestellt sein muß, wenn so Ent Genossen ebenfalls den Sonntag benutzt, um auf den umliegenden machen und ihm den Zutritt zu verwehren. An dem für die Ver- jegliches in ihr möglich ist. Dörfern sozialistische Lektüre zu verbreiten. sammlung bestimmten Abend faßten der Amtsdiener und Orts: Soldaten als Lohnarbeiter. Wer in diesen Tagen, so gendarm vor der Hausthür Posto, während die Wirthin im Hausflur stand. Als ihr einer der Eintretenden als Kühn bezeichnet schreibt man uns aus dem Herzogthum Anhalt, Gelegenheit hatte, die Bahn zwischen Bernburg und Köthen zu benüßen, der wird wurde, richtete sie an ihn dreimal die Aufforderung, ihr Haus in der Nähe der Station Baalberge das Schauspiel genießen, zu verlassen. Kühn entsprach diesem Verlangen nicht; er berief weite Rübenfelder mit Soldaten besetzt zu sehen, deren Aufgabe sich auf die ihm zugegangene Einladung und wollte in die es aber nicht ist, im Dienste des Vaterlandes Stechschritt zu Wohnung des Eckert eintreten. Während er noch mit der üben oder oder„ Griffe zu glappen" sondern die die mit einer Wirthin im Streite war, erschien Eckert im Hausflur und zog Schürze und Arbeitsjoppe angethan, dabei sind, die ihn in seine Wohnstube. Auf die Anzeige der Engel war gegen Rüben auszugraben und auf Haufen zusammen zu werfen. Als Kühn wegen Hausfriedensbruchs Anklage erhoben worden. Das wir unserer Verwunderung Ausdruck gaben, daß diese Vaterlands. Schöffengericht hatte ihn freigesprochen und die Kosten Zur Stichwahl im 2. anhaltischen Wahlkreise. Bei der am 3. November im Kaiserhof in Cöthen erfolgten amtlichen Feststellung des Wahlresultats ergab sich folgendes: Wahlberechtigte im Wahlkreise Hiervon übten das Wahlrecht aus. Giltige Stimmen gaben ab Es erhielten Stimmen: • Schulze Friedberg Fischer Baumbach 9.297 • . 10 164 . Ungiltig waren 2 661 2129 126 . 33 836 24 389 . 24 268 des Verfahrens der Staatstaffe auferlegt. Gegen dieses Urtheil vertheidiger zu so profaner Thätigkeit Verwendung finden, wurde meldete die Staatsanwaltschaft die Berufung an. In der Ver: uns die Auskunft, daß einzelne Zuckerplantagen- Besizer in diesem handlung, die vor der Breslauer II. Strajkammer stattfand, begrün- Jahre für das Rübenausgraben so erbärmliche Löhne zahlen, daß Die Aussichten für den Kandidaten unserer Partei find dete der Staatsanwalt die Berufung mit der Behauptung, die selbst die sonst so genügsamen polnischen Arbeiter sich weigerten, durchaus gute. Von 126 ungiltigen Stiminen waren 58 schon Besitzerin des Hauses habe zweifellos das Recht gehabt, dem für das gebotene Hungergeld die verlangten Dienste zu leisten. durch die Wahlvorstände selbst als für Schulze beſtimmt be- Angeklagten das Betreten ihres Hauses und der Wohnung des Arbeiten, die aber den Polen zu schlecht bezahlt sind, können von deutschen Arbeitern erst recht nicht geleistet werden und so zeichnet. Auch die Mittelparteien werden zum großen Theil für Eckert zu verbieten. Nach den Bestimmungen des Allgemeinen Schulze stimmen; in der Bernburger Morgenzeitung" schreibt Landrechts sei eine Wohnung nur zum allgemein üblichen Ge. wären die Herren Zuckerbarone in die für sie höchst unbequeme ein Einsender:" Der Wahlsieg ist für diesmal unentschieden ge- brauche des Wiethers bestimmt; die Abhaltung einer Versamm Lage gerathen, einen menschenwürdigen Lohn bezahlen zu müssen, wenn sich nicht der glückliche Ausweg gefunden hätte, blieben. Die Entscheidung liegt nun in den Händen derjenigen lung in einer Wohnung entspreche aber nicht dem Zwecke der aus den Kasernen genügsamen Ersat für die un= Parteien, welche bei der Hauptwahl als Stieffinder behandelt Vermiethung. Der Angeklagte beantragte die Verwerfung der botmäßigen Zivilarbeiter zu beschaffen. Daß die Sol= worden sind. Mitbürger, die Gelegenheit ist da, um uns zu Berufung des Staatsanwalts; er verlangte neben seiner Frei- baten sich freiwillig zur Feldarbeit gemeldet haben, revanchiren für das Abtreiben der Lokale zu unsern Versprechung auch noch die Bewilligung von Verfäumnißkoſten für glauben wir gerne, denn da der Staat für Kost, Kleidung fammlungen und dergleichen Kampfmittel; schließen wir uns die Wahrnehmung des Termins. Der Gerichtshof erklärte den glauben wir gerne, denn da der Staat für Kost, Kleidung einander an, um Front zu machen gegen eine Partei, welche Angeflagten nach längerer Berathung des Hausfriedensbruchs und Unterkunft sorgen muß, so ist für den Soldaten jeder Groschen fich einbildet, die alleinseligmachende zu fein; wählen wir schuldig und verurtheilte ihn zu einem Monat Gefängniß. Die Verdienst eine willkommene Bubuße. Eine andere Frage ist nur, bei der Stichwahl von beiden Uebeln das kleinste: den Entscheidung erfolgte unter Akzeptirung der vom Staatsanwalt ob die Steuerzahler die hunderte von Millionen alljährlich für das stehende Heer zu dem Zwecke aufbringen, damit profitsüchtigen Sozialdemokraten. Von ihm dürfen wir wenigstens nicht er ins Feld geführten Gründe. warten, daß die Wahl- und Redefreiheit beschränkt wird, auch Aus 3 widau wird geschrieben: Kaum, daß Genosse Unternehmern zur Durchführung ihrer Lohndrückereien sich auf eine billige Reserve- Arbeiterschaft füßen können. Es wird sich will er nicht für die Besteuerung der Lebensmittel stimmen. Sachse auf ein Jahr ins Gefängniß gegangen ist, und Genosse in der nächsten Session wohl Gelegenheit finden, diese Vorgänge Seien wir nicht engherzig! ein Sozialdemokrat mehr oder weniger Strunz auf 14 Tage das hiesige Amtsgerichts- Gefängniß bezogen, in der nächsten Session wohl Gelegenheit finden, diese Vorgänge 14 tann die Welt nicht auf den Kopf stellen, aber wir können da hat bereits der Genosse Gladewig, Redakteur vom Glück Auf", im Reichstage zur Sprache zu bringen. durch beweisen, daß die Mittelparteien auch ein Wort mitzureden eine neue Klage wegen eines Artikels, überschrieben: Ruhig, haben. Man wird uns födern wollen mit Versprechungen, tehren Ihr Lumpen!" erhalten. Das Befinden Sachse's, dem die wir uns nicht daran, sondern geben wir mit rnhigem Blute Selbstbeschäftigung gestattet worden, soll zufriedenstellend sein. Mann für Mann dem Sozialdemokraten unsere Stimme.." Drei Versammlungen in Burgstädt, Limbach und Mittweida, Bon einer anderen Seite wird den Mittelparteilern Stimm in denen Genosse Peus aus Dessau sprechen sollte, wurden enthaltung anempfohlen, sodaß das Ringen um die Majorität ämmtlich verboten. noch ein sehr hartnäckiges werden wird. Lokale stehen unseren Auf grund des§ 5 des sächsischen Vereinsgefeßes wurde Parteigenoffen auch jetzt nur wenige zur Verfügung. Das wird in Rrimmitschau neuerdings eine Bauhandwerker- Bersamm den Sieg derselben wohl schwerer, aber desto größer machen. fung verboten; Genosse Häßlich aus Dresden sollte über Rapitalismus und Armuth sprechen. " = Gewerkschaftliches. Achtung, Töpfer! Auf dem Neubau des Töpfermeisters Rollrep, Tresckow straße, haben die Kollegen bis auf 5 wegen Lohnreduzirung die Arbeit niedergelegt. Außerdem hat oben genannter Herr einige Kollegen mit hier nicht wiederzugebenden Schimpfwörtern belegt. Die Namen der dort Weiter arbeitenden sind folgende: Adolph Kaiser, May Beier, Hugo Böhlke, Gustav Schlack und Alwin. Es werden die Kollegen Der Arbeiter Bildungsverein zu Krimmi tersucht, hiervon Notiz zu nehmen. J. A.: Rich. Topf. schau giebt bekannt, daß er infolge wiederholter Aufforderung der Behörden den Beschluß fassen mußte, denjenigen Personen Au die organisirten Arbeiter und Arbeiterinnen Gegen die Tabakstener. Eine große Protestversammlung gegen die Mehrbelastung des Tabaks fand dieser Tage in Dresden statt. Genosse Kaden hatte das Referat über nommen. Die Reichstags- Abgeordneten des 4. und 5. Kreises, die im Alter von 17-21 Jahren, welche bis jetzt an allen Unter- Berlins! Der unterzeichnete Verband veranstaltet einen Herren Klemm und Zimmermann waren eingeladen, er- richtsstunden des Vereins als Schüler theilnehmen dursten, dieses unterrichtskursus in englischer Sprache, den Lehrerin Fräu schienen aber nicht, theilten jedoch mit, daß auch sie Gegner der von nun an nicht mehr zu gestatten. Auch ein Stück Sozialein Liebknecht leiten wird. Die Unterrichtsstunden sind jeden Steuer feien. listenbekämpfung. Sonntag von 10-12 Uhr Vormittags, Lehrhonorar pro Monat Mart. Meldungen werden im Bureau des Verbandes, Neue Grünftr. 10, 1, von 8-6 Uhr bis Freitag Abends angenommen. Um recht rege Theilnahme ersucht Der Vorstand aller im Handelsgewerbe beschäftigten Hilfsarbeite An die Arbeiter Charlottenburgs! In einer öffentlichen Gewerkschafts- Versammlung wurde nach längerer Debatte der Aufgabe dieser Organisation soll in der gemeinsamen Vertretung Beschluß gefaßt, am hiesigen Ort ein Kartell zu bilden. Die " * Verhaftet wurde der Redakteur der Deutschen Bergund Hüttenarbeiter- Zeitung" Genosse Hünninghaus aus Gelsen tirchen, der sich in den letzten Wochen in Schlesien aufhielt, um für den Bergarbeiter- Verband zu agitiren. Soziale Ueberlicht. V Gemeindewahlen ist vom Ministerium des Innern schleunigst Das Dreiklaffen Wahlsystem für die Leipziger genehmigt worden. Unternehmergewinne. Die Affumulatorenfabrik Aftien gesellschaft Hagen, erzielte einen Reingewinn von 629 113 M. und vertheilt 10 pet. Dividende gegen 6 pet. im Vorjahre. Strafe muß sein. In Altendorf bei Ghemnitz ist gleich wie in vielen anderen Städten Sachsens beschlossen und von der Aufsichtsbehörde genehmigt worden, daß Steuerrestanten von dem Besuch von Schantstätten ausgeschlossen sind. in jede Gewerkschaft aufgefordert, in nächster Zeit eine öffentliche Versammlung einzuberufen, um die Wahl eines Delegirten zu vollziehen. Wir ersuchen, besonders darauf zu achten, daß die Wahl in öffentlichen Versammlungen erfolgt. Auskunft in der Angelegenheit ertheilt der Genosse H. Wernide, Krummeftr. 19; daselbst nimmt auch die Kommission die Anmeldung der Delegirten entgegen. Da der Der Sieg der Dresdener Parteigenoffen über die Waldschlößchen Brauerei zeigt die Retter des Mittelstandes" in ihrem wahren Lichte. Anstatt die Beilegung des Streites, den fie vorher als den, Ruin der kleinen Gewerbtreibenden" hinstellten, au begrüßen, schreit die ganze Ordnungsmeute Betermordio. Die Dresdener Nachrichten" find wenigftens insoweit ehrlich genug, zuzugeben, daß die Aufhebung des Boykotts einen Sieg der sozialdemokratischen Partei bedeutet, wovon Eugen Richter übrigens Notiz nehmen möge. Dem Er fuchen der Brauerei, auf den Vorfall nicht mehr zurückzukommen, der Interessen aller Gewerkschaften bestehen, sowie die agitatoscheinen die Dresdener Blätter feine Folge leiften zu wollen. Eine ,, Nationale Alterspensions- Liga" ist dieser Tage rische Unterstüßung bewirken. Wir halten uns deshalb zu der Das oben genannte Blatt schreibt:" Das Ersuchen, auf den Vors in Birmingham( England) begründet worden. Der Hoffnung berechtigt, daß das Kartell sich als eine kräftige fall im Uebrigen" weiter nicht zurückzukommen, ist fast naiv. Präsident des neuen Vereins, ein Ingenieur Kitson meint, Waffe dem wirthschaftlichen Kampfe der organisirten Um dies zu ermöglichen, ist Nur mit großem Bedauern nimmt man von dem Vorstehenden daß, um alle Alten und Gebrechlichen von Großbritannien Arbeiter entwickeln wird. Kenntniß; die Sozialdemokratie hat mit dieser Verständigung" zu unterstützen, 17 Millionen Pfund Sterling nöthig feien. Wie es nothwendig, daß eine jede Gewerkschaft vertreten ist. einen Sieg erfochten, deffen Ableugnung einfach lächerlich wäre." er diese toloffale Summe( 3 Milliarden Mart) aufzubringen Bur praktischen Ansführung unseres Borhabens wird deshalb Das Blatt tonftatirt weiter, daß die Attien der Waldschlößchen gedenkt, hat er vorläufig noch nicht verrathen. brauerei sofort um 6 pet. gestiegen seien. Mit Bedauern wird aber auch mitgetheilt, daß durch den Umfall der Waldschlößchenbrauerei" die Bildung eines Kartells der Dresdener Brauereien wahrscheinlich hinfällig geworden sei. Jm hochoffiziellen Dresdener Journal" macht der„ hilisausschuß für pa triotische Rundgebungen" bekannt, daß noch viel Geld zur Verfügung gestanden habe; auch von diesen Ordnungsstüßen wird die Bei In der Posamentenfabrik von Schubert in Elber. legung des Kampfes bedauert. Das Leipziger Tageblatt" feld ist ein Streit ausgebrochen. Sieben Arbeiter erhielten aber fordert direkt zum Boykott des Waldschlößchens auf, indem es schreibt:" Die Herren Sozialdemokraten mögen fich jetzt ihr Die Kriegervereine des bergischen Landes haben, be- am Sonnabend Kündigung, weil sie sich weigerten, an stelle der lange entbehrtes Waldschlößchen- Bier schmecken lassen. Wunder scheiden wie es für Mordspatrioten sich geziemt, an den Re- bisher üblichen Lohnarbeit die Affordarbeit einzuführen. Die nehmen sollte es uns aber nicht, wenn jetzt anderen der Geschmack gierungspräsidenten das Gesuch gerichtet, daß die Luftbarkeits- selben legten hierauf die Arbeit nieder und haben sich ihnen an dem edlen Tranke vergehen würde." steuer", die in vielen bergischen Städten eingeführt ist, bei heute, Montag, noch 3 andere Arbeiter angeschlossen. patriotischen Festen nicht erhoben werden möge. Der Regierungs, Fabrikant schon jetzt in den bürgerlichen Blättern Arbeiter sucht, Bur gegenwärtigen Wahlkampagne in Nordamerika präsident hat den Kommunalverwaltungen anheimgestellt, dies werden die auswärtigen Kollegen dringend ersucht, den Zuzug wird uns aus New- Yort unterm 26. Oftober geschrieben: Besuch in Erwägung zu ziehen". Also der patriotische fernzuhalten. Die Parteipresse wird um Nachdruck diefer Notiz Im vorigen Briefe theilte ich mit, daß der Präsident der„ Am. Klimbim soll auf Kosten der übrigen Steuerzahler ausgeführt ersucht. Agitationstouren zwecks Kräftigung der GewerkschaftsRailway Union" Debs, der seit einigen Tagen hier ist, um für werden. Zu wundern braucht man sich über diese Dreistigkeit diese Organisation zu wirken( die bekanntlich im Often noch übrigens nicht, wenn man bedenkt, daß die Städtväter gar mancher bewegung finden in nächster Zeit wieder mehrere statt. Genosse wenig Boden gefunden) erklärt habe, dem Sozialismus zu hul- Stadt, die den Arbeitslosen gegenüber so überaus zugeknöpft sich Grenz- Chemnitz unternimmt eine solche im Auftrag der Generaldigen, obwohl er Mitglied der Peoples Party" sei, und dieselbe verhalten, den Kriegervereinler zu ihren Festen, Fahneniveiben zc. tommission durch Niederschlesien. Die Vorstände von 182 Gewerkschaften, welche in den niederschlesischen Bezirken eine in der jetzigen Wahlkampagne unterstütze. In einer von dieser große Geldspenden machen. Versammlung abzuhalten wünschen, werden ersucht, dies der Partei einberufenen Massenversammlung die aber zum Eine andere Tour Generalfommission mittheilen zu wollen. weitaus größten Theil aus Sozialisten bestand, hat Treuen( Sachsen) berichtet unter'm 30. Oktober über das Auf unternimmt Genosse Timm- Berlin für den Verband der Schneider fich Debs ausgesprochen und genauer ijt die Mit- finden einer weiblichen Person, die bewußtlos und im Zustande durch alle größeren Städte Bayerns, Badens und Württembergs. theilung einiger Punkte seiner fich lediglich mit der schrecklicher Verwahrlosung sich befunden habe.„ Die Person, Arbeiterfrage befaffenden Rede zur Beurtheilung des Mannes welche Morgens in der fünften Stunde einem Kinde weiblichen Die Adresse Timm's ist Berlin SW., Alte Jakobstr. 18/19, v. IV. von Interesse. Er erklärte darin, er habe nichts dagegen, daß Geschlechts das Leben gegeben hatte, war auf das Nothdürftigste Vom Bergarbeiterstreif. Eine Nachricht aus dem ein Mann auf ehrliche Weise Reichthum erwerbe, es sei dies so mit einem zerrissenen Hemde, Rock, Schürze und Tuch bekleidet Streitgebiete vom 6. November besagt, daß in sämmtlichen gar die Pflicht eines jeden Mannes; aber niemand solle Reich- und befand sich in einem ekelerregenden Zustande körperlicher Ver: Schächten von Orbau, Dombrau, Lazy, Poremba und im thümer erwerben, wie dies die kapitalistischen Korporationen unreinigung, war auch über und über mit Ungeziefer bedeckt. Eugenienschacht in Peterswald die Tag- Belegschaft heute nicht thun. Wenn die Kapitalisten ihre Arbeiter stets ehrlich und Sie mußte wochenlang unter den größten Entbehrungen und angefahren ist. Im Albrechtsschachte in Peterswald dagegen gerecht behandelt hätten, würde es heute feine Arbeiter- Organi obdachlos umhergeirrt sein und war dadurch und infolge der unter war die Anfahrt normal, da heute Vormittag die Achtfationen geben. Dann später:" Die Arbeiterbewegung hat den härtesten und schußlosesten Verhältnissen überstandenen Ent- stunden- Schicht festgesetzt wurde. den Zweck, die Arbeiter vom Lobusystem au emanzipiren. Wir bindung derartig geschwächt, daß ihre Bernehmung einstweilen unwerden mit der Zeit das Heilmittel schon finden; unser Ziel aber möglich war. Das von der Person geborene Kind ist infolge ist die vollständige Abschaffung des Lohnsystems, welches durch das Näffe und Kälte mangels jeglicher Pflege bald nach der Geburt Rooperativsystem ersetzt werden wird."- Auch in einer vorgestern von gestorben. Als sie schließlich vernommen werden konnte, gab sie der soz. Arb. Partei Brooklyn 6 einberufenen Versammlung drückte über sich die Auskunft, daß sie die ledige neunzehnjährige Dienster sich in letterem Sinne aus und indossirte vollständig die Aus- magd Emma Emilie Zierold aus Rodewisch, Tochter eines führungen unseres Genossen de Leon, welcher in einer einleitenden dortigen Eisengießers, fei. Da sie mit viel Männern verkehrt Wien, 6. Nov. Bei den gestrigen Tumulten in Valle bei Ansprache über die Bestrebungen der soz. A. P. gesprochen hatte. habe, vermöge sie den Vater ihres Kindes nicht anzugeben. Sie Rovigno bombardirte die erregte Voltsmenge die Gensdarmie Man sieht, Klarheit herrscht bei diesem, sonst böchst sympathi- irre seit einigen Monaten obdach- und subsistenzlos umber, tajerne mit Steinen. Drei Personen wurden durch Steinwürfe Aus Pola wurde Gendarmerie- Verstärkung schen Arbeiterführer noch nicht; ihm schwebt augenscheinlich die überall sei sie verstoßen, nirgends aufgenommen worden und feit schwer verlegt. Jdee vor, daß Zustände geschaffen werden sollten, welche es dem 8 Tagen sei sie ohne Nahrung gewefen. In der Nacht vom requirirt. In Pirano wurden die Trauerdekorationen an den Arbeiter ermöglichen, sich in den Mittelstand"( oder auch noch Sonnabend zum Sonntag habe sie sich in einen Stall in Alt- Säusern behördlich entfernt; die Geschäfte bleiben aber geschlossen ein bischen höher, da er ja pflichtgemäß Reichthum" erwerben mannsgrün eingeschlichen, da sie ihre Entbindung herannahen und die Einwohner gehen in Trauerkleidern. In Rovigno herrschen foll) empor zu schwingen. Dies deckt sich mit der Anschauung der fühlte. Dort sei sie verscheucht worden und habe Zuflucht im ähnliche Verhältnisse. Populisten, daß die großen Vermögen" an allem schuld seien und Nachbargehöft des Gutsbesitzers Th. gesucht. Auf der Stein- Mährisch- Ostrau, 6. November. Der Streit der Bergdaher niemand mehr als höchstens eine Million sein eigen nennen treppe fei fie von der Geburt überrascht worden und habe arbeiter hat wiederum größere Ausdehnung gewonnen. Die Zahl folle. Jedenfalls ist aber der gute Wille bei Debs vorhanden, dort wohl mehrere Stunden gelegen, bis man sie gefunden. der Ausständigen beträgt jetzt über 5000. zu lernen und das Gelernte ehrlich zu vertreten was von Ihr Kind sei etwa 2 Stunden nach der Geburt infolge der Brüffel, 6. November. Heute wurden in allen Provinzen vielen anderen amerikanischen Arbeiterführern nicht zu sagen ist. Kälte verstorben. Man habe sie nach ihrer Auffindung in einen die Provinzial- Räthe eröffnet. Hier leisteten 20 Mitglieder den -Noch einen weiteren Zuwachs haben wir zu verzeichnen; Stall gebracht, dann sei sie bewußtlos geworden und wisse nichts Eid in vlämischer Sprache. Die sozialistischen Mitglieder Ramus Charles Browne nämlich, der gewesene Adjutant Corey's, welcher von den weiteren Vorgängen. Die ärztliche Untersuchung hat und Leroy machten bei der Eidesleistung hinsichtlich der Königss fich mit dem letzten Refte der Commonweal- Army", aus zwei ergeben, daß die Angaben der unglücklichen Person durchaus treue und des Gehorsams gegenüber der Verfassung und den Dutzend Köpfen bestehend, seit einer Woche in New- Yort aufhält, glaubhaft sind, denn es finden sich an der Kindesleiche nicht die Gefeßen Reserven und behaupteten, das belgische Bolt sei bisher hat einem Interviewer" erklärt, daß er auch" Sozialist sei. Es geringsten Anzeichen eines gewaltsamen Todes, vielmehr spricht nicht zur Ausarbeitung der Gesetze zugelassen worden. Die Rechte ist das freilich eine sehr zweifelhafte Aquifition! Alles dafür, daß das kleine Wesen infolge der angegebenen rief auf diese Erklärung: G8 lebe der König!", worauf die Umstände verstorben ist. Die verworfene, aber dennoch bemit- Sozialisten erwiderten: Es lebe das Volk!" Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. " Aus unserer besten der Welten. Das Amtsblatt von Depeschen. ( Depeschen- Bureau Herold.) " " 1 Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 260. Mittwoch, den 7. November 1894. Arbeiter! Parteigenossen! 11. Jahrg. Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts sind abgebrochen worden, weil die Ringbrauereien eine Bedingung stellten, deren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Ringbrauer beschäftigt werden.my Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenzlosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug- seine Nache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Anfinnen ein empörtes kurzes Nein entgegenseßten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins konnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klassenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird. ehrloser Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit erneuter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand aus Wert legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstützen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Massens maßregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Euren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer tapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstügung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Interesse nicht blos, Eure Klassen Ehre ist im Spiel. Da giebt es keinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! 0 Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Charlottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Kinz u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Rathenower Exportbrauerei Niederlage. Inh. May Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Die Boykott- Kommission. Die Aufhebung des Boykotts war geboten durch das öffentliche Interesse, welches die Beseitigung eines unverkennbar vor liegenden Nothstandes dringend forderte! Dresden, den 4. November 1894. Demgegenüber wenden wir uns an alle besonnenen, ruhig| wir sollten eines starren Prinzips wegen jede Verständigung ab. denkenden und unbefangenen Mitbürger mit folgender Erklärung: weiſen? Der seit länger als sechs Monaten schwebende Boykott hatte für Hunderte von kleineren Restaurateuren und Gewerbtreibenden und für eine Menge Familien von Arbeitern, welche infolge des zurückgehenden Geschäftes von der Brauerei entlassen werden mußten, einen wirklich schweren Nothstand herbeigeführt. Ohne Aufsichtsrath und Direttion die wohlwollende Absicht des Hilfsausschusses zu verkennen, durften der Sozietätsbrauerei Waldschlößchen." wir mit Recht sagen, daß dessen Hilfe nicht ausreichend war, Wir bemerken, daß der erwähnte Hilfsausschuß" in Dresden um den Nothstand zu beseitigen, denn was will es der Menge eine ähnliche Rolle spielte, wie in Berlin die Leute, welche sich von Nothleidenden gegenüber sagen, wenn 77 Gesuche mit Ge- an die schwere und unlösbare Aufgabe herangetraut haben, die währung von zusammen 9510 M., demnach durchschnittlich 123 M. thörichten Saalverweigerer aus der Patsche zu reißen. Es für den einzelnen Fall, als zinslose Darlehne berücksichtigt worden waren reiche Fabrikanten und sonstige Großbourgeois, die ganz sind? Die Schäden der Einzelnen belaufen sich in einem Monat wie in Berlin, mit einigen Goldfüchsen, die sie den Beoft bis zu 100 M. und darüber, und nicht Jeder entschließt sich, drängten hinwarfen, die Hydra des Sozialismus zu bittend um ein Darlehn einzukommen, zumal wenn er bet der tödten wähnten. Es erklärlich, daß diese Leute Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), FrankFortdauer der Störung des Geschäftsbetriebs nicht weiß, worauf höchst ärgerlich waren, als sie zu ihrem Schmerz gewahr wurden, furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. er die Hoffnung der Wiederbezahlung stüßen soll. In Wahrheit daß troß ihrer hingeworfenen Goldstücke die Sozialdemokratie Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. sind wir fortgehend von dringenden Bitten aus diesen Kreisen ruhig weiter gedieh. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage bestürmt worden, den Boykott zu beseitigen, und die letzte VorEdm. Renter, Swinemünderstr. 45. stellung, welche diese Bitte erneute, war von 122 Unterschristen Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernack, bedeckt. Mühlenstraße 49a. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Königs Wusterhausen, Niederlage Reichenbergerstraße 33. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Guft. Spiekermann, Weberstr. 66. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. Niederlage Marthen, Bellermannstr. 6. Brauhaus Hohen- Schönhausen bei Berlin. Tokales. Das ganze Gebahren der bürgerlichen Presse und ihrer Nachtreter lehrt aber, daß es nicht zum Geringsten die infame Heßerei der staatserhaltenden Elemente ist, die einen ehrlichen Frieden zwischen den kämpfenden Parteien hintertreibt. Bemerken wollen wir hierbei, daß ungefähr der vierte Theil des gesammten Unterstüßungsfonds des Hilfsausschusses durch den von der Brauerei und den Mitgliedern des Aufsichtsraths Die Parteigenoffen von Mariendorf werden darauf hine persönlich gezeichneten Beitrag aufgebracht worden ist. Der gewiesen, daß die zum Sonntag, den 11. November, angefagte Hilfsausschuß hätte sich daher die Bemerkung wohl ersparen Agitationspartie Umstände halber nicht stattfinden fönnen, daß er nicht beabsichtigt habe, die Brauerei und deren kann. Der Vorstand des Arbeiter- Bildungsvereins für MarienAftionäre zu unterstützen. dorf und Umgegend. Daß aber auch die Societätsbrauerei Waldschlößchen selbst durch den Boykott auf das Schwerste geschädigt worden ist, legte uns der inzwischen zur Vollendung gelangende Jahresabschluß im vollen Umfange flar. Wir haben in den sechs Monaten des Boykotts eine Minder verschrotung von fast 20000 Hettolitern zu verzeichnen und weitere Verluste durch bereits angedrohten Abgang vieler bisher noch treu gebliebener Kunden erschienen unvermeidlich. Wer will den Boykottkrieg? Unauslöschlich wird sich dem Gedächtniß unserer Parteigenossen das eigenthümliche Verhalten eingeprägt haben, das zur Zeit der Einigungsverhandlungen von einem Theil der Berliner Presse bekundet worden ist. Mit einem Eifer, der bei manchen Vorfällen im eigenen Partei lager wahrlich besser am Plaze gewesen wäre, wurde hin und her falbadert, ob denn auch die Brauereien es mit ihrer Ehre und Autorität" vereinbaren tönnten, wenn sie in dem„ frivol Dom Baune gebrochenen Boykottstreit" sich überhaupt einen annehmbaren Ausgleich nicht abzuweisen. Und in diesem Kampfe standen wir ganz allein! Das viel angerufene Beispiel der Standhaftigkeit der Berliner Brauereien paßt gar nicht auf hiesige Verhältnisse. Denn dort wurde die zuerst boykottirte Rixdorfer Brauerei von fast allen anderen Brauereien, welche sich ohne weiteres mit ihr solidarisch erklärten, einmüthig unterstüßt, hier aber zogen die übrigen Brauereien ruhig ihren Nugen aus der bei uns entstandenen Minderverschrotung. " wollen Wir nicht untersuchen, ob Der„ Außenreporter" mit dem Paragraphen 11. Gine seltsame Geschichte wird uns aus der Meierei des Herrn Bolle berichtet. Man weiß, daß der Vorwärts" im Laufe des legten Sommers in der Lage war, die Mißstände im Betriebe des Herrn Bolle nach Gebühr aufzudecken. Unsere Besprechungen waren var scharf, aber objektiv gehalten, und konnten, da sie sich in jeder Beziehung auf Thatsachen stüßten, dem sonst sehr be richtigungslüfternen Herrn Bolle feine Handhabe zur Anwendung des berühmten§ 11 des Preßgefeßzes bieten. Aber dieser holde Paragraph wurde in Bolle'schen Angelegen heiten doch in Gebrauch genommen, wenn auch in anderer, als der sonst üblichen Weise. der Bolle'schen Meierei beschäftigt" hatte, wurde ein armer Eines Tages, juft nachdem der Vorwärts" fich wieder mit Klingeljunge von einem Herrn überrascht, der sich ihm in der Klingeljunge von einem Herrn überrascht, der sich ihm in der merkwürdigen Eigenschaft eines, Außenreporters vom Vorwärts" vorstellte. Dieser Herr Außenreporter bat den Alles das mußte uns die dringende Verpflichtung auferlegen, Klingeljungen mit überquellender Freundlichkeit, doch einmal nach der Chefredakteur wolle mit den Vertretern der Redaktion zu kommen: der Arbeiterpartei in Verhand Denn wir mußten uns bewußt sein, daß wir fremdes Geld ihn sprechen. lungen einließen. Die Cache liege nämlich so, daß Herr und in wie weit diese infame Heze dazu beigetragen verwalten und daß wir nicht das Recht haben, persönlichen Bolle der Redaktion des Vorwärts" eine Berichtigung des Preßgesetzes zugesandt habe, zu der haben mag, daß die Brauereidirektoren Forderungen stellten, Neigungen und politischer Parteistellung die uns anvertrauten auf grund man doch einen Kommentar schreiben müsse. Nun deren Anerkennung, die Arbeitervertreter mit ihren öffentlichen Interessen aufzuopfern! Es ist nicht richtig, daß durch den Ausgleich alle möge er, der Klingeljunge, doch recht bald als Sachkenner mit Pflichten nicht vereinbaren fonnten. Genug, die Verhandlungen mußten abgebrochen werden, weil die Kommission der Brauerei- Forderungen der Gegenpartei von uns bewilligt worden seien! dem„ Alten" reden, denn auf sein fachmännisches Urtheil komme direktoren das Seil zu straff gespannt hatten, und eine Er- Die ursprünglich aufgestellte Forderung der Wiedereinstellung es bei der Berichtigung gerade an. Um den Schwindel glaubhafter zu machen, zog der Herr örterung über ihre schroffe Stellung wäre jetzt, wo der Kampf der entlassenen Arbeiter wurde zurückgezogen. Und so ließ sich ,, Außenreporter" ein Schriftstück aus der Tasche, von dem er sagte, mit unverminderter Kraft weiter geführt wird, mehr denn über die Arbeiterfrage, die wir als die prinzipiell wichtigste bemüssig, wenn sich nicht anläßlich des Sieges, den die Dresdener trachten, eine Einigung treffen, die dahin ging, daß wir er- daß es im Komptoir des Herrn Bolle angefertigt und von Arbeiterschaft über die Waldschlößchenbrauerei tlärten, was wir von jeher als unseren Grundsatz festgehalten diesem unterschrieben sei. Deutlich stand auch darauf zu lesen: u. s. w. errungen, in der bürgerlichen Presse ein Verhalten geltend hatten, daß wir wegen der Gesinnung und der Zugehörigkeit zu Nach§ 11 des Preßgesetzes ersuche ich Sie" machte, das dem vorhin gekennzeichneten Gebahren aufs Haar einer Organisation allein keinen Arbeiter entlassen werden, wo Dem armen Klingeljungen wurde grün und blau vor den Augen. gegen wir uns die volle Freiheit gewahrt haben, unsere Arbeiter Mechanisch nahm er eine Bigarre, die ihm der Außenreporter" Die Beendigung des Dresdener Boykottkampfes ist in einer ohne Rücksicht auf die Parteistellung anzunehmen und zu ent- herablaffend darbot und horchte andächtig weiter auf den Vortrag des braven Herrn, der darauf hinauslief, daß die Durchficht der Weise erfolgt, die weder die Ehre des Siegers, also der Arbeiter- lassen. Hätte man in Berlin einen solchen Frieden erzielen können, Bolle'schen Berichtigung ja auch von der Redaktion entsprechend schaft, noch die Ehre der besiegten Brauerei verletzt. Es war, objektiv betrachtet, ein ehrenvoller Friede, der hier zwischen zwei benn dort sind die Verhandlungen bisher gerade an der Arbeiter allerwenigstens von einem armen Klingeljungen eine zeitraubende objektiv betrachtet, ein ehrenvoller Friede, der hier zwischen zwei würde man wahrscheinlich mit beiden Händen zugegriffen haben, honorirt werde: umsonst verlange die Sozialdemokratie am mächtigen Gegnern geschlossen wurde. Mühewaltung. Wie von der Tarantel gestochen, sprang aber das staats- frage gescheitert. Was haben wir noch weiter zugestanden? Wir haben zuNachdem der Junge fich von seinem Schreck erholt hatte, erhaltende Preßgelichter auf, als ihm die vollendete Thatsache des Friedensschlusses bekannt wurde, und in Dutzenden gesichert, den Park des Waldschlößchens am 1. Mai und wußte er weiter nichts zu thun, als nach Herrn Bolle zu laufen, Het artikeln ergehen sich jetzt die ordnungsparteilichen Blätter, noch an zwei oder drei Sonntagen des Sommers 1895 der Ar- um dem in aller Haft mitzutheilen, zu welcher häßlichen um die Dresdener Waldschlößchen- Brauerei, die einen ehrenvollen beiterschaft zur Verfügung zu stellen. Dasselbe haben andere Berrichtung ihn doch die bösen Sozialdemokraten benußen Frieden einem unheilvollen Krieg vorgezogen, wegen ihres Ver- hiesige Brauereien bereits seit Jahren gethan, ohne deshalb An- wollten. griffen in der Presse ausgesetzt gewesen zu sein! haltens herabzusehen und zu verdächtigen. ähnelte. Diesem brutalen Gebahren gegenüber bringt die genannte Brauerei eine Erklärung", die wir ihres bezeichnenden und interessanten Inhalts wegen hier wiedergeben. Die Ausführung der Brauerei lauten: " Der hiesige Silfsausschuß und hiesige und auswärtige Tageblätter haben in wiederholten Artikeln das Verhalten der Waldschlößchen- Brauerei bei Aufhebung des über sie verhängten Boykotts als unentschuldbare Schwäche und Nachgiebigkeit gegen die Sozialdemokratie hingestellt. Und worin soll nun unsere Schuld bestehen? Etwa darin, daß wir überhaupt mit der sozialdemokratischen Partei uns in Auf diesen Standpunkt Verhandlungen eingelassen haben? dürfen wir wenigstens als Vertreter fremder Interessen uns nicht stellen. Herr Bolle mochte sofort einsehen, daß der Junge an den Vorwärts"-Artikeln unschuldig fei wie ein neugeborenes Kind; und wenn er den aus harter Prüfung rein Hervorgegangenen trotzdem bald darauf entließ, so waren es gewiß nicht die bösen Artikel in unserem Blatte, die zu dieser Maßregel die Ursache abgegeben hatten.. Wir nehmen von Herrn Bolle nicht an, daß er Haben nicht Privatpersonen, Junungen, Gewerkschaften, Bemit dem schmutzigen Vorhaben des Lumpazius hörden mit den Führern der sozialdemokratischen Partei ver- etwas handelt, um Streits aufzuheben? Haben sie nicht deren Forderungen gemein hatte, der durch die Mittel des Trugs und des Berraths genehmigt, soweit es thunlich war, und Frieden geschlossen? Und seinen Zweck erreichen wollte. Aber Herr Bolle sieht an dem Herrn Außenreporter" und seiner Spigelei, was für ekelhaftes Gewürm zuweilen in einer Atmosphäre gedeiht, in der die Denkungsart der Menschen absolut zu einer frommen im Bolle'schen Sinne gemacht werden soll. = Derlammlungen. Wir wollen außer Spiel lassen, daß Herr Bolle, der Kirchen| 38 Jahre alte Arbeiter Karl Kantin aus der Liebigstr. 38 damit und Kirchenglocken stiftet, als frommer Mann nach dem Luther- beschäftigt, Waaren mittels eines Fahrstuhls zu befördern. schen Wort handeln muß: Aufrichtig, redlich, offen, frei, hält Während er im ersten Stock stand, riß ein Tau des Fahrstuhls, ftets ein Chrift zur Wahrheit treu." Ganz abgesehen von und dieser raste bis in das Kellergeschoß hinab. Kantin hat Eine öffentliche Versammlung der Stockarbeiter feinem gewiß ernst gemeinten Christenthum halten wir Herrn wahrscheinlich nach einem Gegenstand greifen wollen, dabei aber tagte Sonntag Abend bei Buske, Grenadierstr. 33. In einem Bolle auch für zu flug, als daß er die Tölpelei eines ebenso das Gleichgewicht verloren und ist hinter dem Fahrstuhl her in sehr lehrreichen Vortrage gab der Referent Dr. med. Bernstein dummen wie infamen Spigels gutgeheißen oder gar veranlaßt die Tiefe gestürzt. Als man ihn herausholte, war er todt. Die in furzen Ausführungen den Versammelten Aufklärung über das haben könnte. Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Heilserumverfahren. Obwohl er diesem Heilverfahren eine bes deutungsvolle Zukunft verheißt, stellt er sich bei Besprechung Gehanssucht wurde am vergangenen Sonnabend bei der bisher gemachter, prattischer Erfahrungen noch auf refervirten Verlagsbuchhandlung F. Harnisch u. Co. in Schöneberg. Die Standpunkt, ja betrachtet es sogar als ein Unglück, daß viele zwölf Kriminalbeamten, die zu der staatserhaltenden Handlung Beitungen sich in einer so enthusiastischen Weise darüber ausaufgeboten waren, konfiszirten diverse Manuskripte und Privat- sprechen. Redner hält es für ein Glück, daß dieses Mittel anKorrespondenzen. Der reichsgeschlichen Krankenversicherungspflicht gegesichts feiner theueren Herstellungskosten noch nicht allgemein nügten in Berlin im Jahre 1893 im ganzen 97 Kassen, welche der Beaufsichtigung der städtischen Gewerbedeputation unter schwert war die Leiche eines etwa sechs Monate alten Knaben, Objekt bilden, um genau ein gewissenhaftes Verhältniß zwischen Ein Kindesmord? Mit einem großen Bleigewicht be- zur Einführung gelangt. Unter diesen Umständen werden es jetzt einmal die Wohlhabenden sein müssen, die das Experimentir standen, und außerdem war für Personen, welche nach den die am Montag Nachmittag gegen vier Uhr im Engelbecken aufSagungen der bestehenden Kassen in keiner derfelben aufnahme- gefischt wurde. Muthmaßlich liegt ein Kindesmord vor; doch Objekt und Mittel ſeſtſtellen zu können. Bis dahin rathet er fähig waren, die Gemeinde- Krankenversicherung eingerichtet. In kann die ärztliche Leichenöffnung erst einen genaueren Anhalt allen, feinen Arzt zur Anordnung dieses Mittels zu drängen. Diesen sämmtlichen Raffen, und zwar in 61 Orts- Krantenfassen, zur Beurtheilung des Falles bieten. Der Knabe war in eine in spätere Aussicht gestellten Impfereien, und ist der Meinung, Ebeling erklärt seine Antipathie gegenüber den vom Referenten 24 Betriebs-( Fabrik-), 12 Junungs- Krankenkassen und der Ge- grau und weiß gestreifte Frauenschürze eingewickelt, fouft aber baß ein gut gepflegter Körper beren nicht bedarf. Aus der Wahl meinde Krankenversicherung waren im verflossenen Jahre durch nicht mit Kleidung versehen. Auch die Zeit, wann die That daß ein gut gepflegter Körper beren nicht bedarf. Aus der Wahl schnittlich 385 973 Personen versichert; außerdem waren noch bei ausgeführt ist, läßt sich nicht bestimmen. der Agitationskommission gingen die Kollegen Ebeling, ftaatlichen Eisenbahnkassen und bei der Postkasse 8583 in Berlin Born und Pfeiffer hervor. Zum Schluß wurde beantragt, wohnhafte Personen versichert, während die Zahl der in 50 Bluttergiftung durch einen Bleistift. Im Augusta- die Delegirlen der Gewerkschaftskommission zu wählen. Mit weiteren eingeschriebenen Hilfskaffen versicherten, in Berlin Hospital ist gestern Vormittag der 18 Jahre alte Stunftschlosser diesen Amt wurde der Kollege Steigenfind betraut und wohnhaften Personen nicht zu ermitteln gewesen fein Robert A. verstorben. A. hatte vor 3 Wochen einen Bleistift als dessen Stellvertreter der Kollege Höhnsch ernannt. soll. Die durchschnittliche Monatsziffer der Versicherten angespitzt, sich dabei in den Finger geschnitten und es war von war am höchsten im November( mit 350 000), am dem abgeschabten Graphit etwas in den Finger gekommen. A. niedrigsten im Januar( mit 300 000), während im Vorjahr die beachtete dies nicht weiter, jedoch bereits am nächsten Tage stellte Monate Oktober und Februar in diesem Sinne in Betracht sich eine schmerzliche Entzündung des verlegten Fingers ein, die tamen. Innerhalb zweier Jahre hat sich die Zahl der bei den sich bald auf den ganzen Arm erstreckte. Erst als die Vergiftung 97 Berliner Kassen Versicherten um 24 653 Personen gesteigert. bereits auf die linke Brustseite und Schulter übergegangen war, Entschädigungen wurden für 131 677 Krankenfälle gewährt, die wurde ärztliche Hilfe angerufen, leider kam diese aber zu spät. gesammten Kassen- Ausgaben betrugen 7 542 955 M., die laufenden Einnahmen stellten sich 146 000 m. höher. Einschließlich der aufgefammelten Reservefonds verfügen die Kassen über ein Gesammtvermögen von 4066 000 m. Auf den Kopf der Mitglieder berechnet betrug die durchschnittliche Beitragsleistung 22,91 M., die Ausgabe der Kassen 22,45 M. Das Gesammt vermögen hatte im Jahre 1891 den Betrag von 4034 000 m. erreicht, war dann im Jahre 1892 auf 3912 000 m. gefunken, um im letzten Jahre die erſterwähnte Höhe um 32 000 m. zu übersteigen. Auch in diesen Ziffern spiegelt sich deutlich das Elend der letzten Jahre wieder. Bum zweiten Mal polizeilich verboten wurde der Ethischen Gesellschaft die Aufführung des Schauspiels Der erste Mai". Das erste Mal wurde die Aufführung des Stückes anläßlich des Stiftungsfestes aus ordnungspolizeilichen Gründen untersagt. Hierauf beschloß der Verein, dasselbe Stück bei einer am 4. November abzuhaltenden Matinée zu Gunsten der ausgesperrten Brauerei- Arbeiter zur Aufführung zu bringen. Doch der Mensch denkt, und die Polizei lenkt. Ohne Angabe näherer Gründe wurde die Aufführung furzerhand zum zweiten Mal untersagt. Das Verbot ist um so bemerkenswerther, als daß Stück von der Ethischen Gesellschaft schon einmal, ohne angefochten zu sein, aufgeführt wurde. befanden, waren von den Unholden entseglich zugerichtet worden. Dem Wienecke war die Nase fast abgeschnitten, außerdem hatte er acht Stichwunden im Kopfe erhalten; Klaute hat u. a. einen Stich über dem rechten Auge erhalten und läuft Gefahr, fein Auge zu verlieren; Adler hat 11 Messerstiche aufzuweisen. Alle Drei find bettlägerig. Dem Gendarmen Schüttau ist es jetzt gelungen, die Messerhelden in den drei Gebrüder Regner, von welchen einer in Britz, zwei in Riydorf wohnen, zu ermitteln. Dieselben sind zur Anzeige gebracht worden. Die räthselhafte Dame, die am Sonnabend Morgen aus dem Thiergarten unter Zeichen von Vergiftung nach der Charitee gebracht wurde, ist hier am Montag Abend um 81/2 Uhr gestorben. Ueber die Persönlichkeit ist bisher weiter nichts bekannt geworden, als was die Wärterinnen aus einer früheren Zeit her muthmaßen, Die Kämpfer für Ordunug, Religion und Sitte scheinen Frühjahr in der Kommandantenstr. 20 gewohnt haben soll. Nienämlich, daß die Verstorbene Hedwig Schröder heißen und im sich immer mehr auf die Manieren des Zuhälterthums versteifen mand hat bis jetzt im Krankenhause Nachfrage nach ihr gehalten, zu wollen. Erst kürzlich konnten wir nach bürgerlichen Blättern so daß das über der Angelegenheit schwebende Dunkel bisher nicht von Radauszenen berichten, die staatserhaltende Schlächtermeister hat gelüftet werden können. Wie uns nachträglich mitgetheilt in einer von Arbeitern einberufenen Schlächterversammlung ver- wird, ist die Dame nicht von einem Schußmann, sondern von anstaltet hatten, und in ihrer Nummer vom Dienstag bringt die Privatpersonen im Thiergarten aufgefunden worden. " Post" wiederum folgenden Versammlungsbericht: Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8%-10% Uhr: Nord. Schule, Müllerstr. 179 a und Südo ft: Schule, Waldemarstr. 14: Gefegestunde( spez. Arbeiterrecht). Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. 1 L 1 111 1 Männerchor SüdBorwärts" 7, Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Johann Jacoby, bei Friz iegte, Echwedterstraße 33. Gesundbrunnen, Abends 8 Uhr, bei Saferland, Bellermannstr. 87. Gleichheit, Abends 8X Uhr bei Stramm, Ritterstraße 123. Seine, Rirdorf Abends s½ Uhr, Prinz- Handjerystr. 60, parterre. Ginigkeit, Abends 8 Uhr bet Beige, Triftstraße 1. Arbeiter- Sängerbund Serlins und Umgegend. Vorsigender Adolf Ueber eine Messeraffäre, die sich in einem Brißer Lokal Neumann, Basewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Bereinstalender sind zu abspielte, wird uns folgendes berichtet: Kürzlich famen brei richten an Fried. Kortum, Manteuffelſtr. 49, v. 2 Tr. Mittwody. Uebungs fiunde Abends 9 Uhr, Ausnahme von Mitgliedern. Liedesfreiheit 1, junge Leute in das Lokal von Noster in der Chausseestraße und Andreasstr. 26, bei Wilte. Norddeutsche Schleife, Schönleinstr. 6 Unverzagt 1, Manteuffelsiraße 9 bei Nowact. Freya I, ehe man wußte, was geschah, hatten die drei ihre Taschenmesser bei Kary. ( Gemischter Chor), Rosenthalerstr. 57 bei Wernau.. hervorgezogen und flachen ohne jede Veranlassung auf die übrigen gichtenbergerſtraße Nr. 21 bei peiſe. – Männer- Gesangverein Steberlust. Gäfte los, worauf die Messerhelden Kehrt machten und wieder Adalbertstraße 21 bei Moll. Silaritas, Hochstraße 82. Deutsche geheimnißvoll verschwanden, wie sie gekommen waren. Drei Eiche 1, Große Frankfurterstraße 188 bet Gold. Echo 1, Pantow, WollantArbeiter, Wienecke, Adler und Klauke, welche sich in dem Lokalit, topnicerftraße 193 bet Foge. straße 113 bei Lehmann. Gefangverein Arion III, Nirdorf, Herrmannund Herrfurthstraßen- Ecke, bet Weiß. Freundestreue( gemisch. Chor), Gr. Frankfurterftr. 133 bei Gold. Ginigteit 1( Hutmacher), Neue Allegro, Wrangelstr. 141 bei W. Schmidt. Friedrichfir, 44 bei Röllig. Freiheit 1, Bülowstraße 65 bei Richter. Steinmelte, Pasewalterstraße 3 bei 2. Neumann. Süd- Ost, Faldensteinstr. 7 bei Trittelwig.ie destust, Fürstenwalde an der Spree, Schloßtelleret. Freter Siemensfiraßen- Gde 14. Kupferschmiede, Weinstraße 11 bei Feind. Männerchor Nord: West( früher Klempner) Moabit, Emdener: und Rothe Mette 1, Schöneberg, Golaftr. 48 bet laute. Appolonia, Bothringerfir. 41 bet J. Brüß. Freiheitsgruß, Gremmenerstr. 1 bei Mathies. Schneeglöckchen 1, Rigdorf, Hermann- und Karlsgartenstraßen- Ecke bei Hilpert. Schneeglöckchen 2, Potsdam, Brandenburger Rommunitation 16 bei Glaser.- Matengruß 3, Friedrichshagen, Rundtheil, bet Lerche. Unverdrossen, Lindowerfir. 26 bei Sachs.- Feldblume, Lübbenerfir. 30 bei Meyer.- Maiglöckchen 2, Reichenbergerfraße 16 bet Hoffmann. Felsenburg, Krautstr. 6 bei Rudolph.- Rütli, Friedenau im Kurhaus, Ring- und Rheinstraßen- Ecte.. ummelsburg, Göthe- und Kantstraße Gde bei Greinert$ of f= nung 3, Brandenburg a. S., Konkordia", Wilhelmsdorferstraße. bet Dorn. Freiheitsflänge 1, Stallschreiberfir. 29," Bum etchenen Stabe" bet Schöning. Arbeitergesangverein von Brig in Briz, Bürgerstr. 4 Seeger'scher Männerchor, Landsberger Allee 166 bet Göbel. Rottbufer harmonie, Forsterstr. 22 bet Tilgner. Iübicht( gem. Chor) Perlebergerfiraße 28 bei Germerschmidt.- Maiengruß 2, fraße 17 bei Soffutann. Charlottenburg, Wallstr. 64 bet Reichelt. Dämmerlicht, BorndorferEdelweiß 2, Potsdam, Brandenburger Rommunitation 16 bei Glafer. Heimathtlänge, Köpenick, Rosenstr. 101 bet Avoppens, Männer Gefangverein as eb urbe stubbunnen, Butt, manmaße 17 bei Wohes. Gefangverein Freiheitsflånge II, Ghorinerstr. 55 bei Hobect. Männer- Gefangverein Palme, Belten in der wart, bei Bemlin. Männer- Gefangverein Georginia, Steichenbergeretße Rose, Reinickendorf, Refibenzfir. 101 bet Watch in. Bund der geselligen Arbeitervereine Berline und Umgegend.( 8uschriften find zu richten an P. Gent, Adalbertstraße 95. Mittwoch: Geselliger Berein Fridolin, Brunnenstraße Nr. 35 bei Wolff. Sumoristischer auch flub, Görligerfiraße 42 bet Bicht. felliger Berein Brüderlichkeit Georgentirchstraße Nr. 65 bet Spät. Mujitverein Bautenschwengel Annenftr. 16 bei Ehrenberg. Verein betorit, Naunynftr. 86 bei Bubeit Abends 8% Uhr. Geselliger Berein offnung, Rebuferfiraße Nr. 5 bei Nemiz( alle vierzehn Tage). Theaterverein Proletariat, Naunynfir. 88 bet köhn. verein Amor II, Prinzen- Allee 10 bet Bergemann. Freiheit und Wohlergeben, Neuenburgerstr. 37 bet tegeberg. Arbeiter- Bither- Berein Einigteit, Manteuffelfte. 9 bet Nowack, Abends 8% Uhr, Uebungsstunde. Schafstopftlub Spar- Agnes, Krautftr. 36 bet Infinger. Geselliger Verein Alpenrose, Brizerstraße 22 bei Graf. Privattheater- Gesellschaft Rome Ita, Bucklerftr. 2 bet Müller.( Außerdem Theaterverein Nora, Admiralstr. 18 c bet alle 14 Tage Sonntags.) Möhring. Verein für voltsthümliche Kunst, Andreasstraße 26 bei Wilfe. Geselliger Mufit Dilettantenverein Münstermann, Hochstraße saa bet Wilfe. Theaterverein Freundschaft, Flottwellstenße 5 bei Bartel. Privat Theatergesellschaft Liberté, Manteuffelstr. 98 bet Müller. Rauchklub utgesinnter Freunde, Georgentirchstr. 65 bet Müller. Musikverein Osiris, Mariannenstr. 31-32 bei Dobberstein.-Bergnügungs verein Nordwacht, Berlebergerfir. 28 bei Hermerschmidt.. Privat Theatergesellschaft Biel bewußt, Große Frankfurterftr. 1 bet Hermann. Lotterteklub Fortuna, Görligerstr. 50 bet Stewert. Mufit- Bergnügungs verein Andante, Mittwoch Abends 9 Uhr Uebungsstunde in Krüger's Restaurant, Fennstr. 5. Ge Bergnügungs Touristentlub -Rauchklub Rothe Fahne, Abends 9 Uhr, Oppelnerstr. 29 bei Salomon. „ Mit einer Schlägerei endete eine von sozialdemokratischer Das Treppengeländer! In einem Hause der Reinicken Seite zum Sonntag Nachmittag nach den Arminhallen, Rom- dorferstraße ist vorgestern Nachmittag ein achtjährigerKnabe Hell- traße 24 bet Taufchte. Myrthe, Alte Jatobftr. 68 bei Diefenbach. mandantenstraße 20, einberufene allgemeine Schlächterversamm- muth B., der das Treppengeländer als Rutschbahn benutte, Tung, in welcher die Geschäftsmanipulationen eines hiesigen mehrere Meter hoch abgestürzt und tödtlich schwer verletzt nach Schlächtermeisters und das Ausbeutungssystem der Stellenver dem Krankenhause gebracht worden. mittler einer fritischen Besprechung unterzogen werden sollten. Die Versammlung war aber von Schlächtermeistern und Ge- Zur Sittengeschichte. Ein gefährlicher Zuhälter wurde in fellen, welche mit der sozialdemokratischen Tendenz nichts zu Rixdorf in der Person des 25jährigen Otto Hoyer verhaftet. thun haben wollen, außergewöhnlich stark besucht, so daß Der zahllos vorbestrafte H. hat es verstanden, eine Anzahl junger, der Einberufer und fein Anhang es vorzogen, fich still faum der Schule entwachsenen Mädchen an sich zu locken und die zu verhalten und wenn womöglich die Versammlung gar nicht bedauernswerthen Gefchöpfe alsdann durch rohe Mißhandlungen zu eröffnen. Bevor aber die gesetzliche Wartestunde abgelaufen und schwere Drohungen der Prostitution in die Arme zu treiben. war, forderten die Meister stürmisch die Eröffnung der Versamm Von dem Erlöse der Mädchen nahm er sich alsdann den Löwenlung, die nunmehr auch erfolgte. Die Bureauwahl fiel aber zu antheil, der ihn in den Stand seyte, ohne jede Arbeit herrlich gunsten der Meister aus, Schlächtermeister Jakob wurde zum und in Freuden zu leben. Schließlich wurde die Sache ruchbar Vorsitzenden gewählt. Als dieser jedoch sein Amt übernehmen und H. machte sich unsichtbar, fiel aber doch durch Zufall in die wollte, erhielt er von einem Schlächtermeister einen Hände der Kriminalpolizei, die ihn trotz heftigen Widerstandes in heftigen Schlag mit einem Stod über den Kopf. das Rigdorfer Amtsgefängniß einlieferte. Das war das Signal zu einer turbulenten Szene und allgemeinen Schlägerei. Der Angreifer wurde sofort auf Anordnung des überwachenden Polizei- Offiziers zur Wache fiftirt und die Verfammlung geschlossen. Auf der Wache leistete der schlagfertige Schlächtermeister seinem Kollegen Abbitte, den er verkannt Witterungsübersicht vom 6. November 1894. und für einen der verhaßten sozialdemokratischen Stationen. Gegner gehalten habe." Es versteht sich, daß die" Post", deren Tendenz dahin geht, daß die Sozialdemokratie mit jedem Mittel, und sei es das fchofelfte, bekämpft werden müsse, diesem Bericht nicht ein einziges Swinemünde. Wort des Tadels hinzufügt. Hamburg. Das Laster'sche Rezept, wonach man sich die Sozialdemo- Berlin fratie mit Knüppeln vom Leibe halten muß, wird von den Wiesbaden. ftaatserhaltenden Thoren immer noch für das probatefte gehalten, München. und wenn in diesem Heldenkampf für Ordnung, Religion und Wien Sitte aus Berfehen auch einmal auf einen frommen Kreuzfahrer Haparanda ein ordnungsparteilicher Jagdhieb fällt nun so ist der Ge- Petersburg schundene eben ein Märtyrer seiner guten Sache, der besondere Cork. Ehrung verdient. - Aberdeen Und mit solchem Gesindel müssen lassenbewußte Arbeiter Paris fich herumschlagen! Barometers stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke MSW ( 4214121521 Wetter bedeckt Temperatur SBMUSICLO( uach Celfins 50 G.= 4° R.) 759 4 762 762 MSM SM 768 wolfig wolkenlos Regen halb bedeckt 9 8 9 7 91769 9 768 Still 759 N 754 A 764 SA 3 758 SM 768 Nebel wolfenlos-20 Schnee wolkig bedeckt bedeckt 6 12 10 O . 13 Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Arbeiter Gefang Berein Hoffnung, Friedrichsberg. Uebungsstunde Abends 9 Uhr, Restaurant D. Schulze, Friedrich Karlstraße 34. PrivatTheatergesellschaft Heimathi ust, 9 Uhr Sigung im Vereinslokal des Herrn Lange. Theaterverein erres, Abends 9 Uhr, im Restaurant Krüger, Bülowstr. 70, Sigung und Aufnahme neuer Mitglieder. Gäfte willkommen. Privat- Theater- Gesellschaft Philharmonie, Sigung mit Damen, Abends 9 Uhr, Beughofftr. 8 bet Behlendorf. Aufnahme neuer Mitglieder. NordKlub Lustig, jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Stzung und Fidelitas im Restaurant Malfowsti, Weddingstraße 9. Gäste willkommen.- Berliner Turngenossenschaft. Die 3. Männer- Abtheilung turnt jeden Mittwoch und Sonnabend Abend von 9-11 Uhr, Chorinerstr. 74. Touristenverein Freiheit Mittwoch, Abends sy Uhr, Versammlung bei Wuttte, Blumenftr. 64. Geselliger Berein Unter uns, Sigung 8 Uhr bei Fischer, Beuffelsir. 66. Musifdilettanten- Berein Preciosa Abends 8 Uhr bei Geisler, Jenn- und Zegelerstraßen- Ecke, Uebungsstunde, Aufnahmen. Schwimmverein Nord. Jeden Mittwoch Abend 7 Uhr Admiralgartenbad, Friedrichstraße, Uebungsstunde.ut bei Redanz.- Rauchklub Artona, Abends 8% Uhr bet Herrn Brand, Reichens 1 Rauchflub Grüne Quaste, Mittwoch Abends 9 Uhr, bei Gorn, Kleine Markusstr. 10. Rauchflub Granate, Forsterftr. 40 bet Zuguntfe. Wetter- Prognose für Mittwoch, den 7. November 1894. Rauchtlub Brüderlichkeit, abends von 9-11 Uhr, Wrangelstr. 84 Elendstatistik. Der Berliner Asylverein für Obdachlose Theils heiteres, theils woltiges Wetter mit schwachen füdtheilt mit, daß im Monat Ottober 9588 Personen im Männer- westlichen Winden, fühlerer Nacht und wenig veränderter Tages- bergerstraße 24 bet Tauschte. bergerstr. 122. Orientalischer Rauchtlub, Abends 9 Uhr, Neichen Rauchtlub Frisch gewagt, Abends 9 Uhr Asyl und 1221 Personen im Frauen- Asyl genächtigt haben. Die temperatur; teine oder unerhebliche Niederschläge. bei F. Nockendorf, Posenerstr. 5.- Rauchflub Eiserne Pfeife, Mittwoch Bade- Einrichtung ist von 3445 resp. 72 Personen benutzt worden. Berliner Wetterbureau. und Sonnabend 9 Uhr bei Ernst Weinert, Adolfstr. 20.- Mauchtlub Roo ch= loch, Admiralstr. 33 im Restaurant Abends% 9 Uhr.. Rauchtlub Messa= Arbeitsnachweis erbittet der Verein für Männer Büschingstr. 4, Lina, jeden Mittwoch bei H. Wuttte, Graudenzerstr. 2.- Stat- klub Treff. für Frauen Füfilierstr. 5. Polizeibericht. Am 5. d. M. Vormittags wurde ein Lauf- Frantfurter- Allee 90 bei D. Babel. Rauchtlub Ohne 8wang, Wein Rauchflub Die Dampfenben, Langestr. 24 bet Heiraths Aunoncen als Fundgrube zur Be- bursche in der Leipzigerstraße durch einen Omnibus überfahren traße 28 bei Späth. Rauchflub Sumatra S. D., Restauration Dhlendorf, LicgAuf der Treppe des Jeratsch. nigerstraße 40. jeden Mittwoch Abends sy 11hr. Sumoristischer urtheilung der sittlichen Anschauungen, wie sie und an den Beinen schwer verletzt. Hauses Französischestr. 49 wurde eine Frau mit einer be- auch flub, Mittwoch Abends 9 Uhr bet Bicht, Görligerstr. 42.- Rauch auf dem Mistbeet der heutigen Gesellschaft erwachsen, sind von deutenden, anscheinend von einem Falle herrührenden Verlegung tiub Birginia. Jeden Mittwoch Abend 9 Uhr bei Schnieber, Admiraluns schon wiederholt insfrichtige Licht gesetzt worden. Namentlich am Kopfe aufgefunden und nach der Charitee gebracht. Nach- ftraße 21. leistet die brave, biedere, alte Tante Boß" auf diesem Gebiet mittags gerieth in der Kottbuserstraße eine Frau unter die das Menschenmöglichste. Von der Fülle des einschlägigen Räder eines Geschäftswagens und erlitt einen Bruch des Unter den 7. November, Abends 8 Uhr: Versammlung mit Frauen im Restaurant Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, Materials heben wir aus der letzten Sonntagsnummer nur folschenkels. Bei der Heiland- Kirche fiel ein Kutscher von seinem des Landsmanns S. Saß, Martgrafenftr. 102. gende Juferate hervor: Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes 1. Graf, schneidiger Ravalier, Garde- Offizier, fucht Millio- Arbeitswagen und erlift durch Ueberfahren einen Bruch des für Berlin und Umgegend. Mittwoch, den 7. November, in Schutteber's Armes und mehrerer Rippen. Im Engelbecken wurde Festfalen, Alte Jatobftr. 32: Vereins- Bersammlung. Bortrag des Genoffen närin. Bermittelung durch den Vater des Suchenden. die Leiche eines neugeborenen Kindes angefchwemmt. Wilhelm Liebknecht über: Die Wissenschaft und die Frau. 2. Für meinen Papa suche eine nette Frau, da derselbe seit An der Ecke der Wilhelm- und Zimmerstraße wurde 2 Jahren Wittwer, teine Gelegenheit hat, Damenbekanntschaften ein Arbeiter durch einen Schlächterwagen überzu machen. Mein Papa ist ein herzensguter Mann, und möchte fahren und schwer verletzt. Auf dem Blücherplate fiel eine Briefkaffen der Redaktion. mir gern eine ebenso gute Mama geben. Mein Papa ist Kgl. Frau in der Trunkenheit hin und zog sich eine schwere Ver- Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Swet Buchstaben oder eine Bahl) Baumeister und muß natürlich auf Geld sehen. 3. Hauptmann im Dienst sucht Bekanntschaft vermögender verlegter Mann betroffen, der seiner Angabe nach vom Arbeit letzung am Kopfe zu. In der Brunnenstraße wurde ein schwerDame auch Jüdin behufs Heirath. Können die erste resp. dritte Annonce gewissermaßen noch geber mißhandelt worden ist. entstand in einem Lokale An der Spandauerbrücke eine ja auch innerhalb der einzelnen Vaterländchen, so verschieden anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. M. G., Sontheim. Die Bestimmungen über Polizeistunden In der Nacht zum 6. d. M. und dergleichen sind in den verschiedenen deutschen Baterländern, durch die brutale Offenheit, mit der sie abgefaßt wird, uns mit Schlägerei, bei der ein Tischlergeselle am Kopfe schwer verletzt artige, daß wir Ihnen eine hinreichende Auskunft über den dem schnöden Zweck, dem sie dienen sollen, einigermaßen versöhnen, wurde. In der Lindenstraße wurde ein Mann mit einer dortigen Fall nicht zu geben vermögen. Das von Ihnen so wirkt die zweite durch die erlogene Sentimentalität, hinter der schweren Verletzung an der Nase aufgefunden und nach der mitgetheilte Material würde eine Freisprechung be fich die gemeinste Bereicherungssucht verbirgt, im höchsten Grade Unfallstation in der Wilhelmstraße gebracht. Er war begründen, indessen läßt fich ohne genaue Renntniß abstoßend. Hinter der phrasenhaften Gemüthsheuchelei grinjt die trunken und hat sich die Verletzung anscheinend durch einen Fall der dortigen Lokalpolizei- und Gemeindeverordnungen, sowie der Scheußliche Frage des Gottes Mammon. zugezogen. Im Laufe des Tages fanden drei Brände statt. Praxis des Württemberger Ober Landesgerichts ein ficheres Arbeiterrisiko. In der Seifenfabrik von Braun u. Schmidt, Urtheil nicht bilden. Die Bestellung eines Anwalts dürfte erft Roppenstr. 27, war am Dienstag Morgen gegen 8 Uhr der l für die eventuelle zweite Instanz angebracht sein. Für den Inhalt der Juierate über nimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, 7. November. Opernhaus. Margarethe. Schauspielhaus. Wie die Alten fungen. Leffing Theater. Madame SansGêne. Deutsches Theater. Die Kameraden. Berliner Theater. Ein Erfolg. Schiller Theater. Der Meineidbauer. Neues Theater. Komödianten! Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Jabuka.( Das Apfelfest.) Circus Renz Carlstrasse. Mittwoch, den 7. November cr., Abends 72 Uhr: Tjo Ni En. Unserm Freund und Genossen Arthur Folig usikalien u. Instrumente Meyer's Lexikon, zum heutigen Geburtstage die besten Musikalien u.Instrumente Glückwünsche. 8546 Berlin I 16- 20. Den Genossen und Genoffinnen des 2. Wahlkreises Sensationelle Tänze, u. a. les grelots vivants( Origin.) jen des barbichons zur Nachricht, daß unsere brave Genossin ( Original) 2c. Außerdem: 6 Rappen, vorgef. von Herrn R. Renz. Konkurrenzschule, ger. von Frau Renz- Stark und Frl. Wally Renz. Der phänomenale Reiter Mr. Clarck. Die Klowns Gebr. Villand. Genfationell, ohne jede Ronkurrenz: Mr. Jules Keller, gen. Amerika's human enigma 2C. Donnerstag: Tjo Ni En. Fr. Renz, Rommissionsrath. Rehdenz- Theater. Der Unterpräfett. Passage- Panopticum. Villa Vielliebchen. den Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Hulda Rauer, genannt Piepel, am Montag, den 5. November, nach furzen Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet Donnerstag, Nachmittags 23/4 Uhr, vom ElisabethKrankenhause( Lüßowstraße) aus nach dem neuen Zwölfapostel- Kirchhof statt. 261/17 Die Vertrauensperson. aller Art gut und sehr preiswerth. Reparatur- Werkstatt. Verleih- Institut für sämmtliche Instrumente. G. Tschentscher, 19 Alte Schönhauserstr.19 Karton- Arbeiterinnen! neueste Auflage, liefert gegen monat liche fleine Ratenzahlungen ohne Ans zahlung Robert Bachmann, Gipsstr. 14 I. Achtung! Kein Laden. Kontroll- Schuhmarke. Nur eigene Fabritation, 25 Bigarren 1 Mart. Garantie rein amerikanische Tabate. Rippentabat 2 Pfd. 70 Pfg. 71L* 5. F. Dinslage, Rottbuserstr. 4, Hof part. Stallschreiberstr. 43 I. Rechtsbureau Alles billigst. 8126* gut öfen, maschinen, alle Größen billig. Die Fabrik von Cohn u. Fried- Eisenösen, gen, bransportable Roch länder, Stralauerstr. 58, ist wegen der vorgekommenen Angriffe auf die Sittlichkeit gesperrt. MöbelBraun, Lothringerstr. 108. 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Vorstellung. SpezialitätenNational- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Gastspiel des fliegenden SerpentinBallets, arrangirt vom Balletmeister Géza Zinner. Vorher: Die Weber. Schauspiel in 4 Akten von Regie: May Sam ft. Raffenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. In Vorbereitung: Der Tod als Pathe. Ausstattungs- Komödie in 5 Aften von Ernst Bluhme mit theilweiser Benugung einer Jdee von August Blanche. Ausschant E von echt Culmbacher Bier. Schiller- Theater. ( Waliner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Mittwoch, den 7. November, Abends 8 Uhr: Der Meineidbaner. Donnerstag, den 8. November, Abends 8 Uhr. Zum ersten Male: Die Karlsschüler. Schauspiel in 5 Aften von Heinrich Laube. Freitag, den 9. November, Abends 8 Uhr: Die Karlsschüler. Central- Theater Alte Jakobtraße Nr. 30. Direktion: Richard Schulz. Emil Thomas a. G. Anna Bäckers. Josefine Dora. Bum 67. Male: O! diese Berliner! Große Posse mit Gefang und Tanz in Die Serenschaukel, neueste Illusion. Alcazar Variété- und Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage). Neu! Sensationell! Neu! Paul Haertel im 25. Lebensjahre am 4. 5. M. seinem fchweren Leiden( Kehlkopfschwindsucht) erlegen ist. Die Beerdigung findet heute, Mittwoch, den 7., Nachm. 1 Uhr, von der Leichenhalle der St. Pius Gemeinde( Wilhelmsberg) aus statt. Um zahlreiche Betheiligung bei der selben bittet Der Vorstand.[ 71/15 Danksagung. Allen lieben Verwandten, Freunden und Mannes, sowie den Sängern sage ich Theilnahme bei der Beerdigung. 850b Wittwe Sachse. ben Herren Kollegen meines O. Adloff, Restaurateur, Grüner Weg 61. 8476 von 200-1000 m. Theilzahlung ge- 860b stattet. Elegante Nußbaum- u. Mahagoni- Kleiderspinden u. Vertikows 30 M., Baustell. W., genehm. Beich. 22 M. einfache 20 M.; Sophas, Bettstellen mit Baug. an sol. Untern. m. 1000 Mt. Matraße 20 M.; Waschtoiletten, Küchen- Anzahl. zu verk. G. Brav, Span= spinden, Kommoden 12 M.; Stühle 3 M.; bauerstraße 10, 8 Tr. Sprechstunde v. 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Abtheilung( ational- Theater): Der Biberpelz. III. Serie. II. Abtheilung( Leffing- Theater): Die Stützen der Gesellschaft. Die für 18. November angekündigte Vorstellung der VII. Abtheilung findet erst am 25. November statt. Demnach finden am 25. November folgende Borstellungen statt: II. Serie. VII. Abtheilung( Nationaltheater): Der Biberpelz. III. Serie. III. Abtheilung( Leffingtheater): Die Stühen der Gesellschaft. Mitglieder zur VII. Abtheilung werden in allen Bahistellen aufgenommen. Sämmtliche andern Abtheilungen find geschlossen. Auf Wunsch vieler Mitglieder ist bei L. Tolksdorf, Gorauerfir. 17, eine Bahlstelle errichtet worden. Dafür ist die Zahlstelle F. Schröder, Kreuzbergstraße 15, aufgehoben, da die Zahl der Bahlstellen 30 nicht über schreiten kann und S. die kleinste inne hatte. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. 294/1 zu Berlin. Generalversammlung der Mitglieder ( Arbeitgeber und Arbeitnehmer) am Donnerstag, den 8. Novbr., Abends 71/2 Uhr, im Lokale des Herrn Buske( früher Seefeld), Grenadierstraße 33. Tagesordnung: 1. Wahl der Delegirten: 30 Arbeitgeber und 60 Arbeitnehmer. 2. Verschiedene Rassenangelegenheiten. Eintritt zum Wahllokal haben nur wahlberechtigte Mitglieder der diesfeitigen Rasse; diese haben sich durch das Wahllokal zu legitimiren. Bu das Quittungsbuch beim Eintritt in diesem Zweck werden die Arbeitgeber Raffenmitgliedern die Quittungsbücher aufgefordert, den bei ihnen beschäftigten auszuhändigen. 740b Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsschule Ber. d. Arbeiterinnen an BugNord- Schule, Müllerstraße 179a. und Steindruck- Schnellpressen. Mittwoch, den 7. November 1894, Abends 8 Uhr: Donnerstag, den 8. November cr., 55/1 Maturgeschichte( Darwinismus). Referent: Herr Schriftsteller Schulz. Alle Schüler und Mitglieder werden ersucht zu erscheinen. #es Gäste haben freien Zutritt. Der Vorstand; Oeffentliche Volks- Versammlung Abends 81/2 Uhr: Vereinsversammlung bei Ehrenberg, Annenstr. Nr. 16. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Kapitalismus und Sozialismus. Referent: Herr Pause. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung sind be sonders die Kolleginnen der Steindruckereien eingeladen. Gäste haben Zutritt. Nach Schluß der Versammlung: Goam Donnerstag, den 8. November 1894, Abends 8 Uhr, müthliches Beisammensein. in Schneider's Salon, Belforterstraße 15. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Liebknecht über: Die Presse und ihr Beruf. 2. Vertrieb- Uebernahme des Vorwärts". 3. Verschiedenes. Achtung! " Töpfer. 297/6 Achtung! Charlottenburg. Oeffentliche Versammlung 856b Der Vorstand. Ordentliche Generalversammlung der Vertreter der Arbeitgeber u. Arbeitnehmer der Ortskrankenkaffe der Maschinenbau- Arbeiter und verwandter Gewerbe zu Berlin am Sonntag, den 18. November cr., aller Töpfer und Berufsgenossen Charlottenburgs u. Umgegend im Reſtaurant Brüning, Roſenam Donnerstag, den 8 November, Abends 5% Uhr, im Lokale ,, Bismarckshöhe", Wilmersdorferstr. 39. 0 Zages Ordnung: 1. Wie stellen sich die Töpfer Charlottenburgs zu dem neugebildeten Bauarbeiterkartell? 2. Gewerkschaftliches. 244/1 Da der Saal um 91 Uhr geräumt werden muß, ersuchen wir Der Einberufer. um pünktliches Erscheinen. Charlottenburg. Große öffentliche Versammlung thalerstraße 11/12( oberer Saal). Tagesordnung: 1. Wahl von 3 Revisoren zur Prü fung der Jahresrechnung pro 1894. 2. Beschlußfassung über den Beitritt der Kasse zu einem Verbande mehrerer Branfenfafien(§ 46 Kr.- Vers.- Ge Nordstern- Brauerei. Den Herren Gastwirthen in Berlin und Umgegend empfehlen wir unser gut abgelagertes Lagerbier, hell und dunkel, sowie unser anerkannt 1013L* vorzügliches Pilsener Bier. Wir sind nunmehr in der Lage, dauernd regelmäßig auch größere Quantitäten prompt liefern zu tönnen und bitten um Probe- Aufträge. Die Direktion. 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Bortrag des Herrn Sassenbach: Der chriftlich- soziale Staat der Jesuiten in Paraguay. 2. Verbandsangelegenheiten. 8. Verschiedenes. EF Gäste willkommen. 177/15 Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Die Ortsverwaltung. Bougliedern. Künſtl. Zähne schmerzlos eingeſetzt, feſtſizend. Reparaturen ſofort. Weniger Berlin, 6. November 1894. Der Vorstand. Carl Thieme. $. Steinfeldt. Ortskrankenkasse der Korbmacher Die Generalversammlung findet nicht bei Roll, sondern in Renz' Salon, Naunynstraße 27, am 12. November, Abends 8 Uhr, statt. 158/6 Der Vorstand. F. Podszuks, Vors. 66. Resterhandlung. 66. Billig Reste zu Knaben- Anzügen von 1 M. Große Anzüge von 7 M. an bis zum feinsten Rammgarn, auch pass. zu Einſegnungs- Anzügen. Große Auswahl in Paletotstoffen, sowie zu Frühjahrs- und Sommermänteln, Jaquets, Auf Wunsch Alles Künstl. Zähne, og. Garantie, ſchmerzt., Zahnschmerz beseitigt, ſchmerzloses Zahnziehen. Theilzahlung. 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