Kr. ISS ♦ ZS.�ahrgaag Msgabe B Nr. 77 BezugSpre!«» BtettliäicLSO,— 93L.monotLKV— St fal in« JJaus, ootmis zahldar. Po� Abend-Ansgabe ug: Monatlich lI),—M.,«nfch>.gu. langsgebllhr. Unter Kreuzdand sür Deutlchland, Danziz. da» Saar- und Mewelaediet, lowie die ehemals beut» ich«» Sediete Polens, Oeslerreich. Ungarn und Luxembura ZV,— SU iiir da» adrige Ausland tf.— M. Dost» beüellungen nehmen an Oesterreichs Ungarn Tlchecho-Slowaiei. Däne- wart. Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der.vorwärts' mit der Sonntag»- deb as«.Volk und Zeit', der Unter» haätr!!'tZb«!i-a« �ermwelt' und der Beilage.Siedlung und Kleingarten» «scheint wochentäglich zweimal, Sann» tag, und Montag» einmal. Telegramm- Adreffe: »Sostat&eraoCtai Bcrlhr" m Verlinev VolksblAtt ( 20 Pfennig) AuzeigenpretS, Dt, achtgespalten« SionpareMezell, tostet SSO M.ftleln« Anzeigen" da, tettgedrnckte Dort ISO M.(jn- Uissig Zwei fettgedruckt« Wort«), s-de, weiter« Dort l.- M. Stellengesuch« und Echwsftellenanzetgen da» erst« vor« L— M. jede» wettere Wort W Dfg. Wort» über 15 Buchstaben iiihlen für zwei Wort«. Aaintlien-An. feigen tür Abonnenten geil» Z.— M. Die Breis» verstehen stch einschlieglich Teuerungszuschlag. Anzeigen tstr dt,»itchfte Rumm« müssen dt,»»hr nachmittag» im vauptgeschüf«. Berlw SW S8. Linden- ltrag« S. adgegeben werden. Seöffne« von 9 Uhr Irllh bis S Uhr abend». Zentralorgan der fozlaldcmokratifchen parte« Deutfchlands Keüaktton und CxpeSttton: SW 68, Linüenstr. 3 Serusprecher: Amt MortttpIaH. Nr.«SlSv—«SlS? Amerika für öen öeutsthen Vorschlag. Loudo». 4. Aprll.(TDX'S.).Daily ZNail" meldet aus New gort: vor da Abseudung da amalkanlschen Zlok« au Deukschlaud. dl« nach Meldungen englischer Blatter in Bettln berells bekannt zu sein schien, habe eines da höchsten Mitglieder des Sabluelts den washinglona Berichterstatter empfangen nnd die Haltung der amerlkaulschen Regierung gegenüba Deukschlaud auseia- andagesehl. Die Persönlichkeit erklärte, dl« Vaeiaigien Staaten seien da Zlnstchl, dah die an venlschland gestellten Forderungen ge- recht seien. Sie habe hinzugefügt, zweifellos in Erwiderung auf den vorichiag des deutschen Aotzenminista», dajj die Vereinigten Staaten deutsche Obligationen als Teil da Bezahlungen der «lliierten Schulden au Slmatta annehmen würden. London, 4. April.(WTB.).Times' meldet aus Washington: Di« Politik des Wochenendes könnte in den alliierten Ländern groß« Befriedigung erzeugen. Ja einer Kabinettsitzung am Freitag sei be. schloffen worden, dah die Zeit für Bekannt gäbe der ameri- konischen Haltung in der Reparationsfrage gegeben fei. Am Sonnabend sei mitgeteilt worden, daß Hughes eine Rot« an den amerikanischen Kommissar in Berlin, Dresel, abgesandt hat. in der der Standpunkt eingenommen wurde, daß Deutschland die Verantwortung für den Krieg übernehmen müsse und l larationen bis zur vollen Grenze setner Leistungs- i Hl gleit leisten müsse. Die Rote werde nicht nur der Berliner Regierung übermittelt, sondern auch den Vertretern der alliierten Länder in Berlin. Genf, 4. April.(TU.) Die.Information' meldet au» New sstork, dah die amerikanische Regierung bis April 1321 in der Frage der Bezahlung der Schulden der AMierten nicht e n t- scheiden werde. Die Bezahlung der Zinsen wurde gleich. falls verschoben. Die Deutsche Denkschrift. pari». 4. April.(ET.).Petit Parisien' erwähnt den deutsch. amerikanischen Notenwechsel, dem auch zu dem InHall die voll« Der- antwortnng überlassen werden muh. Danach sei Deutschland bei der Abfassung seiner Denkschrift geschickt vorgegangen. Deutschland führt aus, es habe den Wunsch, sich seinen Verpflichtungen zu ent» ledigen' und beklagt das Scheitern der Londoner Besprechung. Zwei Kründ» hätte die gegenwärtige Lag« herbeigeführt: Frankreich lehne alle Pläne, die Deutschland zum Wiederaufbau der zerstörten Ge- biete vorschlage, ab. Den wirklichen Grund für diese Ablehnung erblickt die deutsche Note darin, daß Frankreich sich nicht darum kümmere, in dem zerstörten Gebiete irgend etwa» wie» der herzustellen. Um sich davon genügend zu überzeugen. genügt es, die Unordnung, die dort herrscht, festzustellen. Die Frag« der Entschädigung ist der deutschen Note zufolge ein Spiel der Inneren Politik geworden. Das zweite Hindernis ist, der deutschen Note zufolge, die eng» lisch« Generalhypothek, die der Vertrag von Versailles auf Deutschland fallen läht und welche es feine Lktionsfreiheit in finanzieller Hinsicht beraubt. Die deutsche Regierung glaubt, dah es außer der Rekonstruktion in Natura nur«in Mittel gäbe, um die Entschädigung zu zahlen, nämlich eine internationale Anleihe. Da» Memorandum begnügt stch zu zeigen, dah es vergebens sei, darauf zu rechnen, daß Deutschland sich durch den lieberschuh seine» Exportes feiner Zahlungeverpflichtungen entledigen könne. Eine internationale Finanzobmachung ist nur dann möglich, wenn man Deutschland von den Ketten des Bersailler Friedensvertrage» befreit. Um Amerika vollends von seinem guten Willen zu überzeugen, fügt die deutsche Regierung hinzu, dah Deutschland bereit ist, sich einem unparlelifchen Schiedsspruch iniernationaler Experten zu unkerwerfen. Wenn die Pereinigten Staaten dieser Anschauung bei- träten, wäre Deutschland eventuell bereit, die Schulden der AMierteu gegenüber Amerika zu übernehmen. Die amerikanische Regierung beschränkt stch darauf, ihrer Genug- tuung Ausdruck zu geben, dah Deutschland bereit sei, sich seiner Auf- gäbe zu entledigen und das wieder gut zu machen, wozu es mora- lisch oerpflichtet ist. Zu dem den amerikanischen Zeitungen über- geben«» Communique bemerkt die Note ausdrücklich, daß Deutsch- land bis zu den Grenzen seiner Leistungsfähigkeit seinen Zahlung»- Verpflichtungen nachkommen müsse. Die Note gibt ferner zu ver- stehen, dah Amerika mit Interesse neu« Vorschläge abwartet, die Deutschland machen könnte. Deutschlands Wiederaufbaubereitschaft. Paris, 4. April.(WTB.) Die Re par a ti o ns k o m mifs i o n teilt mit, die Verhandlungen mit der deutschen Delegation seien von der Reparationskommisston am 1. April fortgesetzt worden. DI« Verhandlungen hätten sich aus die Frage der Schäden an nicht bebautem Grundeigentum bezogen, die Deutschland nach dem Wortlaut des Anhangs I zum Abschnitt VIII des Friedensvertrages zur Last fallen.' Was die zerstörten oder beschädigten Weinb-erg« nnd Obst- gärten anlange, so behaupte dl« deutsche Delegation, dah Deutsch- land nur einen gewissen Teil der durch die Wiederbepflanzung ver- ursachten Kosten zu bezahlen brauche, und zwar einen Teil, der sich bestimmt nach dem Unterschied zwischen dem Alter der Bäum« oder Rebstöcke im Slugenbllck der Zerstörung und der normalen Lebensdauer diese? Bäum« oder Rebstöcke, wobei gleichzeitig der normalen Ertrogsminderung Rechnung zu tragen fei. die bei derartigen Nutzungen eintritt. Bezüglich der Forsten erkenn« die deutsch« Delegation an, daß sie Ersatz für den Wert des zerstörten oder fortgeführten Holzes schuld«. Was die Wiederbepsianzung an- lang«, so wolle sie deren Kosten nur dorm ersetzen, wenn die ge- schlagenen Bäum« noch keinen Handelswert erlangt haben, weil der Eigentümer die Wiederbepflanzungskosten selbst tragen muß, wenn er die Bäum« schlagen läht, die handelswert erlangt hoben. In diesem Fall« hätte Deutschland die Kosten, die durch die Der- schlechterung des Boden» entstanden sind, nur insofern zu ersetzen, als diese Kosten die normalen Kosten der Wiederbepflanzung über- steigen. Was d« Wiederh errichtung de» Boden» und dl« Wiederher st«llung feiner Ertragsfählgteit sowie die Enteignung von Boden anlangt, der zu sehr umgewühtt ist. um wiederhergestellt zu werden, so beHaupt« die deutsch« Delegation, daß die Wiederherstellungskosten, die Deutschland zur Lost geiegt werden können, in keinem Fall« den Verkaufswert de, Bodens im Augenblick der Zerstörung übersteigen dürfen. Sie erkenne nicht an, daß gewisse Ländereien infolge der Mischung de? unfruchtbaren Unterschicht mit der anbousähigen Erde endgüllig einen Teil ihrer Ertragsfähigkeit verloren haben. Tfthechifcher Truppenaufmarsch. Prag. 4. April.(Iii.) Da Exkaiser Sarl bisher Sleinamau- ger nicht verlosten hat. werden an der ungarischen Grenze lschechoslowaklsche Truppen konzentriert, um eine will- lärisch« Demonstration gegen Ungarn durchzuführen. Auf sä ml- lichen Eisenbahnlinien, die von der Ischechoslowakoi nach Ungarn führen. Ist bereit» Sonnabend nacht der verkehr ein- gestellt worden./ Karl„erkrankt". Wien, 4. April.(WTB.) Nach Meldungen Wiener Blätter aus Steinamanger soll Exkönig Karl unter Fiebererscheinungen an Halsentzündungen erkrankt sein und da» Bett hüten. Nach Aeußerungen von Persönlichkeiten aus der Umgebung des Exkönigs soll Karl imm-r nach der Abreise Widerstand ent- gagensetzen, wobei er die Absicht verfolge, die nächste Sitzung mT ungarischen Nationalversammlung abzuwarten. Der Spezial- korrespondent de?„Neuen Freien Presse' HSll jedoch für sicher, dah dieser Widerstand binnen kürzester Zett überwunden werden wird. Die„Neue Frei« Presse' erfährt au« Ententekreisen, dah die Abreise de» Exkönigs noch im Laufe der heutigen Nacht erfolgen soll. Die Rückreise dürfte, ohne Wien zu berühren. Über Neustadt-Bruck-Leoben an die Schweizer Grenze führen. Knox' ZrieÜensresolution. pari». 4. April.(WTB.) Nach der„Chicago Tribun«' bat Senator Knox am Sonnabend eine dreistündige Unterrctung mit Präsident harding gehobt. Es wird behauptet, daß Senator Knox feine Frieden, refolutio» einbringen werde, daß er jedoch R wahrscheinlich eine Klausel anhängen würde, in der die Ab- ficht ausgesprochen würde, darauf zu bestehen, dah Deutschland seine Verantwortlichkeit anerkenne, den Krieg begonnen zu haben, und dah es seinen Verpflichtungen nachkommen müsse. Die �usfuhrabgabe ein Zehlsthlag! Stockholm, 4. April.(WTB.) Laut„Svensk Handels tibniug' hat der Berein der Exporteure und Importeur« in Manchester dem eng- tischen Premierminister und den Ministern für Finanz und Handel erklärt, dah die deutsch« Exportabgabe sehr wahrscheinlich ihren Zweck nicht erreichen wird; entweder würde Deutschland dm Export nach England einstellen, oder dl« deutschen Ge- schäftsleute würden einen doppelten Preis für ihre Waren verlangen und dadurch die Exportabgabe umgehm oder schließlich würden die Deutschen Barzahlung an deutsche Banken verlangm. bevor sie Waren liesern. Jn jedem Falle werde die Exportabgabe ein völliger Fehlschlag sein. Eine Niederlage der Griechen. Wie Reuter aus Smyrna meidet, habm die Türken den g r i«- chischen Vormarsch zum Stehen gebracht, heftige Kämpfe dauern bei Eskischehir an. Di« griechischen Verluste übersteigen 7000 Mann.* Roch havas wurde der Mißerfolg der Griechen vor Eskirfchehii durch«inen Seitenangrisf der Türken von der Bahnlinie südwestlich dieses wichtigen Knotenpunktes hernorgenifm. Die Widerstands- kraft der griechischen Front erscheint im Zentrum ge- fährdet. vorwärts-verlag G.m.b.H., SM 68, einöenstr. 3 Fernsprecher, Sltni Mortpplatz, Nr. 11753—54 die?nternationalealsVegweiser V.K. Amsterdam, 2. April 1921. Die europäische Politik ist nach der Londoner Konferenz in eine Sackgasse geraten. Wahnwitzig überspannte Forde- rungen auf der einen, taktische Ungeschicklichkeiten auf der an- deren Seite haben zu der gegenwärtigen Situation geführt, die, bei einer Fortsetzung der bisherigen Methoden zwar noch eine Verschlimmerung, jedoch keine Lösung erfahren kann. Der Bankerott des regierenden internationalen Kapitals kann durch militärische Gewaltmittel oder durch wirtschaftliche„Sank» tionen" nicht einmal mehr wie bisher verschleiert werden. Schon stellen bürgerliche Blätter, wie das Pariser„Journal', fest, daß die bisherigen Sanktionen ein Schlag ins Wasser waren, um allerdings, mit der Mentalität zorniger Hasard- soieler, daraus zu folgern, daß sie verschärft, daß das ganze Ruhrgebiet beseht werden müsse! Und wie immer, wenn hohe ist es die ..„. zahlen muß: die deutschen Arbeiter sind es, die durch die Pariser Forderungen lichen grassierenden Arbeitslosigke gerung d ilosigkelt, ihrem die Proletarier unheimlich.... WWWWWU......... Nordfrankreichs würden weiter obdachlös bleiben und Belgiens einziger Hafen, Antwerpen, würde bei einer Durchführung der öftprozentigen Exportabgabe nach einigen Monaten, in- folge des unausbleiblichen Boykotts durch den deutschen Handel, gegenüber Rotterdam konkurrenzunfähig werden. Das europäische Proletariat, nicht allein das deutsche, hätte es daher nicht begriffen, wenn feine internationalen Or- ganisationen mitten In dieser durch die Schuld des Kapital!." mus heraufbeschworenen Krise untätig geblieben wäre. Es schien jedoch, als ob die verhängnisvolle Zerrissenheit der Ar- «.„si—c-------- ein« jede positive Arbeit auf internationalem Gebiet, ein jedes aussichtsreiches Eingreifen in den nerderb* lichen Gang oer Ereignisse ausschließen würde. Und doch hat das allgemeine instinktive Gefühl sämtlicher europäischer Ar- beiterorganisationen. soweit sie nicht unter dem ollerhöchsten Befehl und im Solde Sinowsews stehen, daß etwas sofort ge- müsse, daß den Völkern� und den Regierungen ein 'esen jnrattDPBMWDW Weg gewiesen werden müsse, Vertreter des internationalen Proletariats in Amsterdam zusammengebracht. Die Internationale der Gewerkschaften, die den ungeheuren Vorteil einer noch kaum angetasteten Einheitlich- keit besitzt, hat schon seit längerer Zeit eine bemerkenswerte Aktivität entfaltet und als erste den einzigen praktischen Weg zur Lösung des Rcparationsproblems gewiesen, nämlich den Wiedexauibau der zerstörten Gebiete mit Hilfe der deutschen Arbetterschaft. Es braucht hier gar nicht betont zu werden. daß der ADGB. darin in voller Uebereinstimmung mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands ging, deren Wort- führer diese Bestrebungen bereits zu der Zeit in jeder Weise unterstützten, als sie Regierungspartei war. Namen wie L e- gien, Hue. Silberschmidt, Wissell und noch viele, viele an- dere genügen zur Kennzeichnung dieser, bei aller vom Gewert- schaftsbuno offiziell gewahrten parteipolitischen Neutralität. tatsächlich vorhandenen Homogenität in den Ideen und Be- strebungen. Wenn nun die politische internationale Organisation, der die SPD. angehört, wenn die Zweite Internatio- n a l e bisher auf diesem Gebiet der praktischen Arbeit etwas .urückgeblieben war, so ist es die Schuld derer, deren einziges estreben seit Jahren gewesen Ist. diese Internationale aus- ihöhlen und zu sprengen: Zuerst d......... auch die deutschen Unabhängigen und ihre deutschösterreichi- �chen und sprengen: Zuerst die Bolschewiki, sodann aber . en" französischen Mitläufer. Ein weiteres Hindernis eine erfolgreiche Aktivität der Zweiten Internationale war andererseits wiederum die zweifellos schwierige, jedenfalls aber unklare Haltung der belgischen Sozialisten, die sich zwischen ihren Pflichten als Mitglieder der Internationale und ihren Rücksichten als Regierungspartei eines Ententestaates oft nicht zurechtfanden.... Indessen hat die soeben abgehaltene Konferenz der Zwei- ten Internationale zweierlei bewiesen: Erstens, daß dieser Organismus durchaus lebendig ist und zweitens, daß er, trotz seiner vorwiegend politischen Einstellung, nicht minder fähig ist. p r a k t i s ch e A r b e i t für das Weltproletariat z» leisten. als die Gewerkschaftsinternationale. Seit Iahren gehen die Bolschewiki, aber auch die Unoft- hänoigen, die ftanzösischen Sozialisten und alle, die zur „Dritten' oder zur„Zweieinhalb" gestoßen sind, mit der Re- densart hausieren, die Zweite Internationale fei tot. Wie merkwürdig aber! Kaum hatten die Herrschaften von der Wiener„Arbeitsgemeinschaft" davon Wind bekommen, daß die Zweite eine Konferenz nach Amsterdam etwa zur gleichen Zeit wie die Gewerkschaftsinternationale einberufen hatten, da trommelten sie in aller Heimlichkeit und Eile eine eigene Konferenz nach Amsterdam zusammen! Man wäre versucht, den„Zweieinhalbern" den Satz aus Eorneilles Komödie„Der Lügner" zuzrufen: nov« gas von« tnc-r portent 1 asee* blen!"—„Die Leute, die Sie töten, befinden sich recht j wohll' Und. was die praktische Arbeitsfähigkeit betrifft, jo jjcigt die«ls Ergebnis der Berawngen einstimmig angenom- mens Entschließung(die wir in der Sonnabend-Abendaus- gäbe bereits veröffentlichten. Red. d.„SSortv.*), mit welcher Sachkenntnis und in welchem Geiste aufrichtigen Entgegen- kommens die beteiligten Delegationen an die Lösung dieser äußerst schwierigen Reparationssragen herangetreten sind. So mögen jetzt die Völker die Lösungen der kapitalistischen Regierungen mit jener der internationalen Arbeiterschaft ver- gleichen; so mögen sie entscheiden, ob ihr Interesse in einer sortgesetzten Steigerung der Gewalttätigkeiten zur Durchfuhr rung der papiernen Rechnungen und Beschlüsse von Versailles und Paris oder in einer Anwendung der von den Vertretern des Proletariats der hauptsächlich beteiligten Länder einstim- mig beschlossenen Grundsätze liegt. Was den Wert dieser Tagung der Zweiten Internatio- Nale erhöht, das ist die politische Bedeutung der hier vertre- tenen Parteien. Die englische Arbeiterpartei, mit ihren sechs Millionen Trades-Unionisten, hat im Laufe des letzten Jahres mehr als einmal durch ihren Druck auf Lloyd George den Kurs der Regierungspolitik bestimmt. Die belgische Partei ist als Regierungspartei noch unmittelbarer in de? Lage, die Politik ihres Landes und damit auch die Entente zu beeinflussen und es wäre nur zu wünschen, daß sie diesen eigenen Einfluß in Zukunft nicht unterschätze. Die Amster- domer Konferenz dürste jedenfalls dazu beigetragen haben. Es ist durchaus richtig, daß die französische Dissidenten- parte! hier unverhältnismäßig zahlreich vertreten war, weder quantitativ noch qualitativ viel bedeutet. Aber die Totsache. daß sogar ihre Vertreter, die am alleräußersten rechten Flügel der Arbeiterbewegung stehen, jener Resolution zugestimmt haben, in der u. a. die Sanktionen unzweideutig verurteilt werden, hat ihren Wert. Die deutsche Sozialdemokratie, gegen deren Willen, nach dem eigenen Geständnis der jetzigen Regierungsparteien, nicht regiert werden kann, besitzt sicherlich die Macht, die Amsterdamer Richtlinien zu den Richtlinien in der auswär- tigen Politik des Reiches zu machen. Im übrigen dürfte sogar die jetzige bürgerliche Reichsregierung gegen das Am- fterdamer Programm keine andere Einwendung erheben können, als die, daß sie bisher nicht dem guten Willen Hender- fons, Macdonalds und de Brouckdres, sondern dem bösen Willen Briands, Loucheurs und Llyod Georges gegenübergestanden bat. In der Tat, wenn auch die hiesigen Beschlüsse alle hier vertretenen Parteien unbedingt verpflichteten, so darf wohl betont werden, daß die Aufgabe der englischen, französischen und belgischen Sozialisten weit schwieriger und wichtiger ist, als unsere eigene. Der deutsche Kapitalismus ist uns um keinen Grad sympathischer als der Ententekapitalismus, ober dieser allein regiert heute die Welt. Die deutsche Sozialdemokratie hat trotz aller Enttäuschun- gen die Idee der Internationale stets hochgehalten, die Macht der Internationale jedoch niemals überschätzt. Auch nach den durchaus befriedigenden Ergebnissen dieser Amster- damer Tagung kann sie nicht eindringlich genug vor irgend- welchen übereitten Erwartungen warnen. Immerhin ist in diesen Tagen absoluter Hilflosigkeit des herrschenden Regimes und in dieser sackgossenartigen Situation, in der die bürger- lichen Regierungen Europas aus irgendwelchen Mittelalter- lichen Prestigegründen nicht einmal den Mut zu neuen Ber- Handlungen finden, durch die Internationale der Arbeiterklasse der e i n zig e W e g gewiesen worden, der die Völler zu fruchtbarer gemeinsamer Wiederavfbouarbeit führen kann. Die preußische Regierungsfrage. Am gestrigen Sonntag fand beim Reichspräsidenten eine Besprechung über die Regien-ngsfrage statt, an der von den drei Parteien der alten Koalition je ein Vertreter teilnahm. Für das Zentrum war der Abg. Herold, für die Demo- traten der Abg. D o m i n i c u s, für unsere Partei der Abg. Genosse S t e r i n g erschienen. In erweitertem Kreise berieten am gestrigen Nachmittag Vertreter der drei Parteien weiter. Cövarö Münch. Es ist fast ein Menschenolter her, daß der Norweger E d v a r d Münch in Berlin zum erstenmal ausstellte. Oder vielmehr: aus- zustellen versuchte, denn es blieb damals beim Versuch. Schon nach wenigen Tagen mußte er seine Werke zurückziehen, weil die berufen- sten Kunstkenner Berlins der Meinung waren, derartige Attentate wider die ewigen Gesetze der Kunst, der Schönheit usw. dürften nicht geduldet werden. Das war im November 1832. Inzwischen ist Münch eine an- erkannte Größe im europäischen Kunstleben geworden, und die Aus- stellung, die der Salon C a s s i r e r, Viktoriastraße 3S. jetzt von seinen Werken veranstaltet, wird als ein„Ereignis der Saison"' ge- wertet. Ob das Gros der Berliner Kunstfreunde ihn heute besser versteht als damals, erscheint mir allerdings fraglich. Denn im Grunde ist ja der Geist, der aus seinen Werken spricht, derselbe, den man als„expressionistisch" noch immer anzweifelt, verspottet oder verwirft. Es ist die gleiche ,?Naturferne", die gleiche Angst vor den Erscheinungen der äußeren V�rklichkeit, die auch das Schaffen der heutigen Jüngsten charakterisiert. Jene Angst, die die kriegerischen „Futuristen" antreibt, der Natur ein Paroll zu bieten und im Rausch eines schrillen und blendenden Formen, und Farbenorchesters die Ge- stalten der Sinnenwelt zu übertrumpfen"und zu übertönen; die Angst, die die weltflüchtigen.�kubisten" bestimmt, aus dem ver- .wirrenden Chaos unaufhörlich wechselnder Erscheinungen in dos Reich ewig gleicher und ewig gültiger mathematischer Linien und Körper sich zurückzuziehen. Freilich besteht ein wichtiger Unterschied zwischen Münch und den jüngsten Expressionisten. Münch sucht seine Wirklichkeitsangst weder zu überschreien noch durch mathematische Zauberformeln zu bannen, sondern er sucht sie direkt zu gestalten., Und soweit er die verwirrenden Eindrücke der Sinnenwelt im Kunstwert wiedergibt, ist er nicht Expressionist lAusdruckstünstler), sondern Impressionist, d. h. Eindruckskünstler. Die Welt zeigt sich ihm, wie sich etwa einem schüchternen Jüngling eine große Versammlung zeigt, vor der er ge- zwungen ist zu erscheinen. Er sucht seine Scheu zu Überminden, er flüchtet nicht, sondern er zwingt sich, seine Blicke auf die Versamm- lung zu richten. Aber was er'zu sehen glaubt, sind lauter schreckliche Physiognomien, die ihn drohend, höhnend, grimassierend anglotzen. Und während er seine Augen durch die Reihen schweifen läßt, ver- schwimmen die Konturen und verwischen sich die Farben, und vor ihm erscheint eine große, oerzerrt«, bunte Masse, aus der hier und da eine Figur oder auch nur ein Teil derselben, ein Antlitz, ein grelles Schmuckstück, eine Hand, ein Augenpaar sich loslöst. Alles, was Mimch in der Natur wahrnimmt, erscheint seiner überzarten und üb«r»eqt«» Einbildungskraft in seltsam verzerrter Gestalt. Wie Die Beratungen werden wahrscheinlich im Laute des heutigen Tages fortgesetzt werden. Verschiedene Blätter brmgen über den Verlaus der bisherigen Verhandlungen Berichte, die je- doch nur auf Kombinationen beruhen, da sirenge. Ber- traulichkeit beschlossen ist. Da der Landtag schon am Donnerstag zusammentritt, wird ja der Schleier, der in diesem Augenblick noch über dem Werden der preußischen Regierung liegt, bald fallen müssen. Daß die Verhandlungen überaus schwierig sind, ist nach ollem bisher schon bekannt Gewordenem kein Geheimnis. Wir glauben jedoch weiter sagen zu dürfen, daß unsere Genossen im Lande dem schließlichen Ergebnis mit Vertrauen entgegen- blicken dürfen. Die sozialdemokratische Fraktion wird von dem Standpunkt nicht abgehen, daß sie nur mit Politikern zusammenwirken tonn, die sich entschieden zur demokrati- schen Republik bekennen, und sie wird keine Regierungs- Politik mitmachen, die die begonnene Demokratisie- rung der preußischen Verwaltung aufzuhalten oder gar rückgängig zu machen versucht. Daß für die Er- iüllung unserer sachlichen Forderungen durch die Art der Zu- fammensetzung des Kabinetts persönliche Garantien gegeben werden müssen, ist selbstverständlich. Die Sozialdemokratische Partei mutet den Parteien, die mit ihr in der Regierung zusammenwirken wollen, nichts Un- mögliches zu; sie verlangt nur Notwendiges und Selbstver- ständliches. Die Schwierigkeiten der preußischen Regierungs- bildung rühren nicht von ihr her, sondern von Elementen, die sich gegen diese Notwendigkeiten und Selbstverständlichkeiten sperren. Ob sie beseitigt werden können, werden die nächsten Tage zeigen._ Der beendete putsch. Vereinzelte Attentate politischer Desperados und unbe- lehrbarer Verbrecher können nichts mehr daran ändern, daß der kommunistische Putsch sein Ende gefunden hat. Wer es etwa bezweifeln sollte, erfährt es aus der„Roten Fahne", die am Sonntag eine— vom Sonnabend datierte— Nummer erscheinen ließ, beginnend mit den Worten:„D i e Ordnungsbestie triumphiert. Di« Auf st and- bewegung ist niedergeschlagen." Den übrigen Inhalt des Blattes kann erraten, selbst wer ihn nicht gelesen hat: Großes Geschrei über den„Verrat" der Sozialdemokratie, der das Scheitern der Bewegung ver- schuldet haben soll. Zum Unterschied von früheren Gelegen- heiten bekommen jetzt auch die Unabhängigen ihren Anteil. Wenn man diese Wutergüsse liest, so kann man fast auf den Gedanken kommen, die ganze irrsinnige Aktion sei von den Kommunisten überhaupt unternommen worden, um hinterher nach berühmter Methode die anderen sozialistischen Parteien„entlarven" zu können. Das ist kommunistische Taktik. Man stürzt sich in irgendeinen kompletten Wahnsinn, und wenn dann vernünftige Leute sich nicht hineinziehen lassen, so schreit man mit vollen Backen:„Die Verräter sind entlarvt." Wir versprechen schon jetzt für alle zukünftigen Gelegenheiten: Die Angst vor der kommu- nistischen Demagogie wird uns nie veran- lassen, mit dem Blute sozialdemokratische: Arbeiter Bewegungen zu decken, die in un- seren Augen politischer Wahnsinn und Hirn- verbranntes Verbrechen sind. Während das heisere Geschrei den Führern gilt, sucht sich die„Rote Fabire" an die Massen der Sozialdemokratie mit weinerlichem Pathos heranzuschmeicheln. Klagend wird den Arbeitern vorgehalten, daß sie sich, vor einem Jahre, beim K a p p- P u t s ch so ganz anders gezeigt hätten. Den Unter- schied der politischen Situation damals und heute haben wir zur Genüge dargelegt. Es zeugt nur für die unverbesserliche Eselhastigkeit der kommunistischen Führer, wenn sie nicht be- greifen können, was ein Blinder mit dem Krückstock fühlt. Ja, die Führer! Die sozialdemokratischen Arbeiter sucht die„Rote Fahne" wie gewöhnlich gegen die Führer aufzu- Hetzen:„Statt im Kampfe voranzugehen, fielen euch diese Führer in den Rücken." Wir haben nichts gemerkt von kommunistischen Führern, die im Kampfe„voran- im Fiebertramn erblickt er drohende phantastische Gebilde, wo wir einen einfachen Baum, ein stilles Haus, lustwandelnde Mädchen oder eine langweilige Dorfstraße sehen. Und doch erscheint ihm gerade in der Verzerrung das Charakteristische der Gestalten besonders scharf ausgeprägt. Wir sehen Porträts(vgl. das Herrenbildnic Nr. 15. und vor allem das wunderbare Doppelporträt Nr. 16), die wie vifio- näre Offenbarungen wirken und das tiefinnerste Wesen der Darge- stellten zu enthüllen scheinen. Wir sehen landschaftliche Stimmungs- bilder(Nr. 17, 23, 11 u. a.), Meeresküsten, stille Straßen, blühend« Gärten, wie wir sie niemals in der Wirklichkeit gesehen haben, und deren fremde Reize uns doch mit überzeugender Kraft packen und festhalten. Nicht die äußere Form der Erscheinungen, sondern ihr inneres Leben ist gestaltet. Der Schimmel in dem Oelbild„Mann mit Pferd"(Nr. 21) ist, mit naturalistischen Maßen gemessen, gewiß nicht einwandfrei, aber niemals ist das Gefühl der Müdigkeit, der hindämmernden Ruhesehnsucht so überwältigend suggestiv gegeben worden wie in diesem seltsamen Organismus au» Linien und Far- ben. In allen Werken Münchs, in den Gemälden wie in den Holz- schnitten, Lithos und Radierungen, lebt etwas Rätselvolles, etwas Gespenstisches, etwas Spukhaftes. Namentlich das Weib erscheint dem Künstler als ein ewiges ängstigendes Geheimnis, das er ver- gebens zu ergründen trachtet. Mit starren, furchtlosen Verbrecher- augen sehen uns seine Mädchenköpfe an, die schwiile Gier satter Raubtiere blickt aus den Augen seiner Frauen(vgl. namentlich die Graphiken). Die jüngsten Oelbilder Münchs zeigen, daß fein Cntwicklungs- gang neuerdings(Nr. 19 und 11) der allgemeinen Zeitströmunz folgt, die auf die Wirkung reiner ungemischter Farben ausgeht. Es ist möglich, daß er auf diesem Wege noch zu stärkeren und überzeugenderen Ausdrucksformen gelangt. Vorläufig ziehe ich die Ar- beiten seiner früheren Periode vor, die, wie mir scheint, die kom- plizierten Nuancen seines Innenlebens reicher und ausdrucksvoller wiedergeben. Dr. John Schikowski. Einstein war schuld! In der 60: Ein Herr, ein Vielzuvieler, zu Deutsch superkluger Schafskopf; eine Dame aus Berlin W., läuft zu ollen„Sensationen", weiß alles und versteht nichts. Sie„machen Konfervation": Dos„B. T."-Feuilleton hat von der Voraussage von Zeitereignissen geplaudert und— alles ist„eingetroffen", nur der 20jährige Bürgerkrieg braucht noch 18 Jahre!� Furchtbar, wenn wir das noch erleben solltenl In dieser Zeit stürzt ja alles und was sonst apriorisch war: Raum und Zeit, sogar das wirft dieser Ein- stein durcheinander! Dos macht ja alle Leute verrücktl Die Dame hat diesen Einstein kürzlich in einer Wohltätigkeitsveranstaltung fisl das noch Wohltätigkeit, noch ein Vergnügen?) über seine Re- latiostäistheorie sprechen hören. Trotz aller Anstrengungen(und so was heißt Wohltätigkeit!) konnte sie schließlich doch nicht mit. JRaum und Zeit, alles stellt er auf den Kopf, alles stößt er um!" Nun kam der Damaskusmoment für mich, denn Er sprach:„Kein Wunder, daß dt« Revolution kam. Die soll Einstein gingen". Wo waren denn die großen Wort« Helden der VKPD. in jenen Tagen, als sich in Mittel- deutschland ihre Anhänger— das muß zugestanden werden — teilweise mit verzweifeltem Mute schlugen? Wo sind da Adolf Hosfmann, Walter Stöcke r, VaulLevi, KlaraZetkin, ErnstDäumig,Geyer Hohn und Vater, Brandler usw.„v orange» gangen"? Sie waren teils in Moskau, teils auf dem Wege dorthin, teils von ihrem Hausarzt krank geschrieben, teils ohne besondere Grundangabe unsichtbar. Uebrigens machen w i r ihnen keinen Vorwurf daraus. Für uns gilt fett jeher das hübsch« Wort, das vor Jahr und Tag der heutige Kommunistenfuhrer Richard Leichen- m u l l e r seinem damaligen Parteikollegen Georg Ledebour zuwarf:„Ich bin doch nickt verpflichtet, meine Haut�zu Markte zu tragen, weil ein alter Esel die Zeit für reno- lutionäre Puts che gekommen erachtet." Und wir erinnern uns mtt Vergnügen, wie auch der heutige Kom- munistenführer Ernst Däumig damals seinem Freunde Leichenmüller getreu sekundierte. Nun, der Ledeboursche Ionuarputsch von 1319 war sicher eine Eselei ersten Ranges. Aber gemessen an dem Kom- munistenputsch März 1921 steht er bald wie eine Tat politischer Weisheit aus. Für die Esel, die dieses wahnsinnige Unternehmen provozierten, brauchte_ wirklich kein Vernünftiger, gleich, ob Führer oder Arbeiter, seine Haut zu Markte zu tragen. Sind es doch Leute, die aus den Er- eignisien nicht das geringste lernen. Die einzige Lehre, die die„Rote Fahne" aus dem Putschzusammenbruch zieht, ist die. daß es vachstens wieder losgehen soll: Formiert euch neu zum Kampf. Steht gerüstet, bald heißt es wieder: Sturmriemen unters Kinnl Drauf und dran gegen die Feinde. Dies Gefecht wird abgebrochen, jedoch die Situation schreit nach neuem Kampf. Die Situation schreit nur nach einem: daß sich das Pro letariat vondiesenunfähigenFübrernhefreie. die es von Niederlage zu Niederlage Hetzen und seine Kraft in sinnlosen Putschen verzetteln, da- mit es möglichst ungevüstet dastehe, wenn die Gegenrevolution zum Streich ausholt. � In Mitteldeutschland führt die Polizei noch Streifen durch, bei denen einzelne Führer der zersprengten Banden sowie kleine Reste der Banden verhastet werden. Uebcr das Leunawerk verbreiten die Kommunisten Schauernachrichten. Es sollen dort unter den Gefangenen Epidemica ausgebrochen und Stand- g e r i ch t e eingesetzt worden sein. Das eine wie da» andere ist unwahr. Ebenso verbreiten die Kommunisten Darstellungen� der Ein- nähme, wonach die„friedlich arbeitende Arbeiterschaft" plötzlich von Polizei„überfallen" worden sei. Trostlos muß e« in den Köpfen derer aussehen, die auf solchen Schwindel hereinfallen. Das Leuna- werk war als Festung gegen die Polizei verschanzt. In M ö r s ist es bei der Vertreibung der Kommunisten au» den von ihnen besetzten Schachtanlagen zu Zusammenstößen zwischen belgischem Militär und Kommunisten gekommen, bei denen die belgischen Truppen keine Verluste hatten, während 3 Kommunisten getötet und 27 verwundet wurden. Max falz' ist Sa!" Haudgranateu- und Eisenbahuattentate in Berli«. WTB. meldet: In der vergangenen Nacht, gegen 121- Uhr, er- folgte in der Kolonie Grunewald an der Ecke Erbacher und Exdener Straße auf dem Villengrundstück des Fabrikbesitzers Schmidt «ine heftig« Explosion. Die aus dem Schlaf geschreckten Le- «ohner des Hauses«illen herbei, und.sahen, daß die Glas- o« ran da stark beschäftigt worden war. Man benachrichtigte sofort die Rathauswache der Kolonie Grunewald, die feststellte, daß zwei handgranakeu.diese Zerstörung verursacht hatten. In der Nähe des Totortes fand man grüne Zettel mit der Auffchriftt„Mar H ö l z i st d al" Die Villa gehört dem Fabrikbesitzer Nudoff Schmidt. Die beiden Handgranaten, die gegen 12 X Uhr nachts von der Erbacher Sttane aus geworfen wurden, fielen in die große Glasveranda bzw. auf das Dach derselben. Die Neste der Handgranaten— es handelt sich um Stielhandgranaten— wurden im Garten aufgefunden. mit seiner Relativitätstheorie verschuldet haben! Er hat damtt alle Autorität erschüttert." Sie seufzt: „Ja, er sieht so aus, als lebe er ganz in den Wolken! Aber er geht wirllich zu weit! Solche Leute müßten doch so viel Verantwortungsgefühl besitzen, daß sie so etwas für sich behielten. Wie kann man die Menschhett so an Gott und der Ordnung irre machen! Das heißt dann Segen der Wissen. schastl" Sie stiegen aus. Aber zwischen Nollendorfplatz mid Haupt- ftraße oerdankte ich ihnen den tiefsten historisch-metaphystschen Aus- schluß. Wer bezweifelt noch, daß Okkultismus(oder ein anderer „ismus", vielleicht idio-?) Trumpf und Schulreform ein leerer Wahn ist? Wilhelm, kehre zurück! Der Oberstock ist reif! P.Oe. Deutsche Meeresforschung. Die deutsche wissenschafMch« Kom- Mission fiir Meeresforschung bot ihre Arbeiten jetzt wieder auf- genommen, allerdings ohne Zusammenhang mit der internationalen Kommission zur Erforschung der Meere, die vor dem Kriege bestand. Da die Fortführung der im Frieden ausgeführten Arbetten, besonder» für die Hochseefischerei, von höchster Bedeutung ist, führt die deutsche Kommission ihre früher im Rahmen der internationalen Zusammen- arbeit unternommenen Arbeiten weiter fort. Der Reichssorichüngs- Kämpfer„Poseidon" konnte auf der Nordsee mehreremal fischeret- biologische und hydrographische Untersuchungen ausführen und er- zielte wertvolle Ergebnisse. Denn infolge der langjährigen Schon- zeit haben sich Zusammensetzung und Reichtum des Fischbestandes gegen die Vorkriegszeit wesentlich geändert. ver älteste ägyptische Schuldschein. Ein Schuldschein, der etwa 350 e. Ebr. geschrieben wurde, also weit früher als all« bisher be» kannten ähnlichen Urkunden Aegyptens, wurde von Prof. Möller auf der Rückseite eines Papynis des Berliner Museum» entdeckt. Ein Priester des Aman, der zugleich einem Schatzhaus des Königs vor- steht, verleiht darin 5 Dcben~ 455 Gramm Silber auf ein Jahr und nimmt dafür nicht weniger als 199 Prozent Zinsen. Das Silber wird als solches vom Schatzhaus des Gottes Harsaphes be- zeichnet, womit wohl ein bestimmter Feingehall de» Metall» an- gegeben werden soll._ Deutsche» Opernhau». In der Carmeu-AufiStirimg am Dienstag fingt Edwin Schubert ols Galt den Josä. Km Mittwoch gastiert Frl. Hess« au? Darmstadt als Brünhilde in der.Walküre», Beginn Mete Vorstellung o1/, Uhr. Dieli»aketh-D«»ea».Z!chule, nach sechsjährigem Aufentball in Amerika mit ihren deutschen Schülerinnen zurückgekehrt, veranstaltet vom 7. April ab im Oberlich tlaal der Philharmonie eine Serie von vier Vor- führungen. Da« bewegte Schicksal dieses Institut« ist bekannt Vor 16 Fabren in Berlin-Krunewalb ins Leben gerufen, übersiedelte die Schul«' unter Leitung von Elizabeth Duncan mid deren Mitdirektor Mar! Merz nach Darmftadt. Der Weltkrieg brachte die Schule nach Lmrrlka. dort lebte ste in Zurückgezogenheit und widmete fich ausschließlich der Er»» zicbung ihrer deutschen Schülerinnen, die mit ihr übergefiedelt waren. Tie> Schale genoß das Vertrauen und die Förderung der deutschgesinnten ► Kreise von New Neri und kehrte mit deren Hilfe nach Deutschland zurück.[ Derzeit bewohnt sie in Hagen, Westfalen, den Besitz deS bekannte», vor; einigen Jahren»erstorbenen Kunstsammler« und Gelehrten Dr.«Ivmng findet nicht Dienstag, s endern Mittwoch abends 7 Uhr im Setretariat, Iöacrstr.«5. statt. tsa. Abteilung. Buch holz. Die heute abend angefestie Elternversamnilung findet erst Sin Dtcnstoa. den 5. April, abend» 7'/, Uhr. bei tziihne, Berliner Str. 39,(ta.'t Thema!.Der Elternbeirat als Bindeglied zwischen Schule und Hau»-". Referent: Dr. Ostrowsty._ Sport. Rennen zn Sarlshorst. Im Preis von Fredersdorf wurden wegen Ueberfchreitens der vorgeschriebenen Zeit sämtliche Pferde disqualifiziert und die Reiter zur Bestrafung an- gezeigt. 1. Renne«: 1. Strymon(Lilneherger), 2. Notbremse fKukuIIeS), 3. Marscheider(Dreißig). Tot: lst. PL: 12,11. F.:(Sondier.— 2. Rennen: 1. Barbar(Thalecke), 2. Liese(Falte), 3. Miltov(Stolpe). Tot.: 48. PL; 18,25. F.: Wetterscheide.— 8. Rennen: 1. Minoren(Miban), 2. MardoniuS(Buch- bolz), 3. Gerhild(Cavella). Tot.: 27. PI.: 12. 12. 18. F.: Luchs. Eichel- könig, Imperator. HadrianuS, Fahrloohl.— 4 Rennen: 1. Siqnoreltt(Such* bolz), 2. Pinsk(Kululies), 3. Listig(Adolph). Tot.: 45. PL: 16, 14, 21. F.; Wehrmann IT, tzarangod, Sappe, Macchiavelli, Schützling.— 5. Rennen: 1. Lallo(Buchholz), 2. Wolpoto(Bismarck), 3. Biedermann II(Tbalkcke). Tot: 19. PL: 13, 15. F.: Nardt.— 6. Rennen: 1. Sylda(P. Sennefi), 2. Radiola(Bismarck). 8. Elga(Scholz). Tot.: 19 PL: 13. 15. F. Pflaster- treter, Gebieter.— 7. Rennen: I. Rinaldo(A. Neumann), 2. Danaide(Sehr), 8. Kolberg(Borowsti). ToL: 20. PL: 14. 13. 21. F.: lOuälgeist, Onyr, Brandenburg, Sarastro, Smaragd, Ordensritter, Jimmy, Rose, Rarie. Rodrennen in Treptow. Dos Zusammentreffen von Lewanow und Saldow im Großen Fruhttngspreis hat der Direktion den er- warteten Massenbesuch gebracht. Der Verlauf des Rennens ent- sprach aber nicht den gehegten Erwartungen. Saldow mußt« sich eines Ersatzmotors bedienen, der dann spater noch streikte, so daß Saldow führerlos wurde und auf den letzten Platz zurückfiel. Jetzt konterte Lewanow förmlich dem Siege zu, zumal Bauer seine einst- malige große Form nicht wiederfinden kann und Stellbrint sich lediglich eine Spazierfahrt leistete. Für die Enttäuschungen in den Dcmerrennen wurden die Rodsportliebhaber durch ganz hervor- ragende Fliegerrennen reichlich entschädigt. Insbesondere ein 100- Runden-Punktefahren bot«m überaus buntes und bewegtes Bild. Hier wurde der.Wühler" Pawke der Gewinner des reichen Preises. Mit Unterstützung von Oskar Tietz, Müller und Makowiok über- rundete er näck) der vierten Wertung(32. Runde) das Feld. Mo- kowiak fiel später wieder zurück, die drei anderen Fahrer bildeten aber bis zum Schluß des Nennens dtt Spitzengruppe. Ergebnisse: Großer FrühlivgSprciS, 1 stunde: 1. Lewanow 65,510 Kilometer, 2. Bauer 63,440 SHometcr, 3. Skellbrink 50,810 Kilometer, 4. Saldow weil zurück.— Punktefahren, 10O Runden: 1. Pawke 46, 2. OSkar Tietz 45, Müller 33, Packebusch 16, S. Hoffmann 11 Punkte.— 20- Kilometer. Dauer rennen: 1. Lewanow 17 Min. 41«/, Sek, 2. Saldow 200, 3. Bauer 810. 4. Stellbrlnk 3120 Meter zurück.— Australif che« Hand i La p, 5 Runden: 1. Lmfener(140), 2. Zimmermann(150), 3 Kochan(120), 4. Münzner(401, 5. Hiepel (85 Meter Borgabe).— Troitjahre», 4 Runden: 1. Schröder, 1 2. Münzner, 3. Hahn, 4 Zeel. OewerMostsbewegung Ein treffliches Wort. I» einem Artikel.Der Stuttgarter Verbandstag und der vor» stand des Deutschen Metallarbeiterverbandes" schreibt Robert Diß» mann in Nr. 14 der.Metallarbeiterzeitung" u. a.: Sind doch unsere gegnerischen Organisationen mit schmatzen» dem Behage» dabei, in ieder Nummer ihres Organs ihren An- hängern zu servieren, was von unseren„Freunden" täglich gegen un» geschleudert wird. Man braucht nur die gegnerische Presse zur Hand zu nehmen:„Seht, so sind siel" rufen freudestrahlend der chrisistwe Metallarbeiter u. c. avr,„so geht's im Deutschen Metall- arbeiter-Verband zu, drum kommt zu uns usw." Wir können die Freude im Hause unserer Gegner wohl verstehen. Handelte es sich um«ine sachliche Kritik, die an der Hand konkreter Nach- weise von Vorstandshandlungen geführt würde, rder aber um die sachliche Aufrollung der einzelnen Probleme innerhalb der modernen Arbeiterbewegung, dann wäre dagegen nichts einzw wenden. Das könnte uns nur freuen. Doch der unsachliche, ge> haisige Kampf, die in die Masse hineingeuhleuderte i sch ueri en Angriffe, die in keiner Weise sachlich moriviert werden, treffen nicht etwa den Vorstand, sondern sie schädigen das Ansehen und die Znteresiea der Organisation und müssen das 25j:-V.iu.n zum Tier- bände unkergraden. Wir haben viele hunderttausende von Mit- gliedern, die erst nach der Revolution den Weg zur Organisation gefunden haben oder finden konnten Wir haben in den letzten Iahren eine Menge Neuland erobert, Gebiete, in denen unsere Kollegen vordem jahrzehntelang und vereinzelt auf Lorposten kämpfen muhten.(Nebenbei: von all diesen Dingen, den unend- lichen Schwierigkeiten, den unzähligen Opfern und der unendlichen Arbeit, die so mancher treue Kolleg« inlangjähriger Arbei leistete, hatsa«in groher Teil der heute den Mund recht voll Nehmenden k«i n« blasse Ahnung!) Sehr richtig! Nur wünschten wir, Robert Dihmann hätte diese Auffaflung auch zu der Zeit vertreten, als er mit seinen Freunden dl» geheimen Anweisungen an seine Freunde schrieb, um die früher« Berbandsleitung abzusägen. Damals war leider in seinem Handeln von seinen jetzigen Grundsätzen keine Spur zu finden. Schliehlich sind doch die jetzigen kommunistischen Opponenten nur die gelehrigen Schüler Robert Dihmanns, der durch„in die Masse hineingeschleu- derte schwerste Angriffe" den Boden für seine Vorstandstätigieit vorbereitete. ver Sergarbeiterflrekk in England. Die Streiklage in England hat keine Veränderung erfahren. In allen Kohlenzentren sind die Exekutioausschüsse der Gewerkschaften zur Beratung zusammengetreten, um ihre Stellungnahme zur natio» nalen Konferenz, die am kommenden Dienstag stattfindet, zu be. sprechen In Newcastle, Romforo, Bradford» Derby, Leeds und Liverpool haben sich die Eisenbahner bereiterklärt, in den Unterstützungsstreiks zu treten. Da» MUglied des Unterhause» Bottomley hat die Absicht, morgen im Unterhause einen Antrag elnzubringen, wonach dasselbe als Schiedsgericht entscheiden solle. Vertreter der Grubenbesitzer und der Arbeiterschaft werden eingeladen, sofort zu erscheinen, um Ihr« Angelegenheiten darzulegen. Der Schiedsspruch des Unter» Hause» soll für beide Teile entscheidend sein und die Regierung dafür Sorg« tragen, daß derselbe erfüllt wird. Ein Aufruf der Bergarbeiter an die Eisenbahnerge» werkschast fordert diese auf, daß die Union zu Hilfe kommen müsse. Der Sekretär der Eisenbahner Hot sich für diese Aktion ausgesprochen mit der Bedingung, doh auch die Trans- portarbeiter mitwirken müßten, da die Eisenbahner und Bergarbeiter allein der Lage nicht Herr werden könnten. Die Eisenbahner haben eine Entschließung angenommen, in der der Distriktsleitung von Birmingham vorgeschrieben wird, die Berg- arbeiter zu unter st ützen und für die Entscheidung, die am kommenden Mittwoch fallen soll, alles zu tun. Wirkungen des Streiks. London, Z. April. Sämtliche Verschiffungen von Kohle sind ohne Erlaubnis de« Sekretärs für Bergwerke oder des Zolleinnehmers in jedem Hafen verboten. Di« vorbereiteten Anordnungen über die Einschränkung des Kohlenoer- brauch? sind heute nacht ergangen. Der Hausverbrauch ist auf 1 50 Kilogramm wöchentlich festgesetzt, der industrielle im allgemeinen auf die Hälfte des regelmäßigen Bedarfs. In Versammlungen der Transportorbester und der Eisenbahner, die in London und anderen Zentren abgehalten wurden, traten die Redner sehr nach- drücklich für ein« Aktion zur Unterstützung der Bergarbeiter ein. Streik üer Tiefbauarbeiter. Die in den Tiefbaubetrieben beschäftigten Arbeiter tagten am Sonntag in Boekers Festfälen. um einen Bericht über den Stand der Lohnbewegung entgegenzunehmen und über den Streik Beschluß zu fasten. Der Bericht wurde von Tornow erstattet. Er führte au», daß es' trotz allen Verhandlungen nicht gelungen fei, eine Eini- gung mit den Unternehmern im Ticfbaugewerbe zu erreichen. Es handele sich der Hauptsache nach um eine Gleichstellung mit den Hochbauorbeiter n. Bei diesen betrage der Stunden- lohn 6,85 M. Den Tiefbauarbeitern werde aber nur ein Stunden- lohn von 6 M. bezahlt. Rur einzelnen Gruppen wie Maurern, Zimmerern, Zementfacharbestern und Einschalern sei eine Zulage von 25 Pf. pro Stunde bewilligt werden. Di« folgende Aussprache dreht» sich vornehmlich um die Frage, ob auch olle Notstandsarbeiten! unterbleiben sollen. Hierüber soll von Fall zu Fall durch die Streik- leitung entschieden werden. Die Abstimmung hatte zum Ergebnis, daß der Streik mit allen gegen etwa 4 bis 5 Stimmen beschlossen wurde. Die Eiseltbahnsekretiire zur Eingruppierung. Aus allen Gegenden des Deutschen Reiches waren zahlreiche Vertreter der Eisenbahnsekretäre(bisher Assistenten), deren Spitzen- organisation die Reichsaewerkfchaft deutscher Eisenbohnbeamten und -anwärter ist, zu einer Tagung zusammengekommen, die am Sonn- tag im großen Saal der Brauerei Königstadt stattfand. Einziger Punkt der Tageordnung war: Stellungnahme zu der im Namen der Reichsregierung am 14. März abgegebenen Erklärung des Reichs- finanzministers über die Beförderung der früheren Eisenbahn- assistenten nach Gruppe VI!(des Besoldungsgesetzes). Große Er- regung hat es in der beteiligten Beamtenschaft hervorgerufen, daß nach der Erklärung de» Minister» für das Aufrücken in Gruppe VII ein« besonder« Ergänzungsprüfung vorgesehen ist und daß ferner bei der Ueberführung der ehemaligen Eisenbahnassistenten in die Gruppe VII nur ein Drittel der bisherigen Assistenten in Frage kommen soll, während für die P o st v« r w a l t u n g 45 Proz. vor- ?«sehen sind und dabei sogar noch ein weiterer Auealeich stattfinden ann, fall» bei 45 Proz. aller« Jahrgänge unberücksichtigt blieben. — Der Referent, der Spart envorfitz ende Fröhlich, gab jener Er» regung lebhaften Ausdruck, indem er sich energisch gegen den versuch einer neuen Differenzierung gegenüber der gleichwemgen Beamten- schaft der Post und gegen die Ergönzungsprüfung wandte. Einen gleichen scharf ablehnenden Standpunkt gegenüber der Regierungserklärung nahmen die Diskussionsredner ein. Unter stürmischem Beifall erklarte Bindig als Vertreter der Reichs- swerkfchaft der Eisenbahnbeamten, daß die Reichsgewerk, a f t geschlosfenmitallenihrenMitgliedern hinter den Forderungen der..... stürmischer Z' herioen Assistenten(Sekretären) nicht nur in' geschlossener Kampf- front fechten, sondern mit ihrer Masse den Stoßtrupp für ihre For- derungen bilden werde.— Schul dt, der erste Vorsitzende der Reichsgewerkschast, sprach als Reichstagzabgeordneter und im Luj- trage der demokratischen Fraktion, und Reichstagzabgeordneter K o tz k e(Mitglied des Beomtenausschustes) versprach, daß die Fraktion der Unabhängigen Sozialdemokratie für die Forderungen der ehemaligen Assistenten eintreten werde. Morat(Postbeamter) sprach als Vertreter der Reichstogssraktion der Deutschen Volkspartei. Einstimmig angenommen wurde«ine sehr ausführliche Resolution, in deren positivem Teil u. a. gesagt wird: Unsere einmütige Forderung ist folgende: Restlose Ueberführung aller zum> Eisenbahnassistenten förmlich geprüfte» Beamten nach Gruppe VII ohne Ablegung einer besonderen Prüfung lediglich nach dem Dienst« alter und in Jahresprozentzahlen, die für alle Verwaltungen gleich sind, bis der letzt« Anwärter in Gruppe VII eingerückt ist. 10. Mitgli-d»» Schulthnz, Neue Deutscher Werkmetsterverband, versammlun« am 6. April, abend» tzafobftr. 24 ZS ®ciDcrltchoft»farf«n StmoaZve«. Mittwoch, den«. April, abend« Tu Ilde, in Klemm» Festsälen. WUHelmltraß«! Gewertichaftsoersammlunz. E« soll nochmal» Stellung genommen werden zur Srllndunq der weltlichen Schule in Ziowawe» Da» Referat hierzu hält der Stadtschulrot Rh ball au» Reutölln. flus aller Welt. Gepiesackte Pakrioten. Verzögert und erschwert durch behördliche Schikanen fand am 13. März der Deutsch« Volkstag für das früher ungarische, jetzt rumänisch« Banat in Temesoar statt. 15000 Deutsche aus allen Gemeinden marschierten mit 30 Musikkapellen aus. Die Versammlung selbst, deren Abhallung im Freien„unmöglich" war, wurde in einem Fabriksaale abgehalten. An ihr konnten nur die Vertreter der Gemeinden teilnehmen, so daß der Rest der Teil- nehmer wieder abmarschieren mußte. In allen Straßen Temesoar» entwickelle stch ober ein prächtiges deutsches Volksleben. Das vor- gelegte Programm zur Organisation der Deutschen wurde ange- nommen. E» steht eine Zusammensastung in sogenannte Nachbar- schaften, in Orts-, Bezirks» und Gaupemeinschaiten vor und Hot als oberste Spitze den Volksrat, dem ein Bureau mst bezahlten und fest angestellten Beamten zur Seite steht. Ein Huldigung»- t e l e g r a m m an den König von Rumänien wurde abgesandt. Ein Festesten schloß sich an diese Versammlung von Millionenbauern an. Geschäftliche Mitteilungen. soeben nusgegtben. sie wird auf DI« Firma Heinrich Jordan. Berlin SD.««, Markgrafenstr. 84-88 hat di» dieojiihrige FrUIijahr»-Somw«r»Pr«i»lis!»'■« Bpnsw kleidung, iommencr uiiderechnel»«rschickt. Sie umsah! Leid-, Tisch- und Bettwäsche, Be- , Welgwaoen, Gardinen, RSbclliofs» usw. Der Saialog soll ein will- er Berater bei Anschaffungen sein. Berantw. für den redalt. Teil: Dr. Werner vriser, Tharlottenburg: Illr Anzeigen: TS. Glocke. Berlin. Verlag: BorwärtS-Verlag<8. Mb. H Berlin Track: Bor- würiS-Buchdruckerei u. LerlazSanltalt von! Einger u. Ed. Berlin. Lindonstr. 3. Damenwäsche Reasorc« mit Langelten und tzlarUitchen................ Rensorc« mU Stickerei- Gar- 24.80 36.90 19.50 isa».................... 26.50 Hcmdentnch mit Walchwen-£1 5E Stickerei.................. 0/.£3 22.50 Hieran- MU_____________ Äniefotm mit Woschinea» StUfetet.................... Äntcfatm mit togetlen« »es Bacütnmnd ■•»hthamil vlobapoloin Kimono-SchUps. 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