Nr. tg? ♦ ZS.�akrgaag Ausgabe A Nr.$0 Morgen Ausgabe ( 30 Pfennig) Bezugspreis: Sietteli5StL30,-5Dt, monafl. 10,-35. frei ins Saus, voraus zatzldar. Post- dezugi Zkanutlich to.— M, einschl. Fu- fteumlgsgibühr. Unter Kreuzband stir Senllchland, Danzig, das Saar- und Memelgebiet, lowte die ehemals beut- ichen Gebiete Polens, Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 20,— 35., für das übrige Ausland 27.— Sit Poll- be Stellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn Tschecho-Slowalei. Däne- mar!. Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der„Dorwärts� mit der Sonntags» deiloae.Boll und Seit*, der Unter- -"'■-----------* und der garten* .___________.. l. Sonntag» und Montags einmal. Telegramm- Adresse: »Sozlaldemotrak Sctfto* berliner Oolksblatt AnzeistenoretS! Die achtgelpallen, Olonpareillezeili kostet dbi) M.Klein» Anzeigen- da«'eltgedruckte Wort ILO M.(zu- lässig zwei tettgebrnckte Wortes lebe, weitere Wort l.- 25- Stellengesuch« und Schlatstellenanzeigen da» erst« Wort l.- M. lebe» wettere Wort 80 Big Dort, übet 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. ssomilien-An- zcigen ihr Abonnenten Seil, 3,- 25 Die Preis, oerslehen sich einschlietzlich Teuerung» Zuschlag Anzeigen wr die nächste Plummer müssen bis S Uhr nachmittag» im Hauvtgeschätt. Berlin EW 88 Linden- stratz» 3. abgegeben werden Geöffnet von 9 Uhr früh bis S Uhr abend». Zentratorgan der fozialdcmokratirchcn parte» Dcutfchlands Keüaktion und Expedition: Sw d8, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Amt Morttzpla». Nr. liilgv—»S!S7 vorwärts.verlag G.m.b.H., Sw 08, Llndenftr.Z Fernsprecher: Amt Morthplay. Nr. lI7SS-S4 Der Schriftwechsel mit Amerika. Deutschlands Memorandum. MTB. meldet: In der Pariser Presse sind entstellte Nachrichten über den Hergang des deutsch-amerikonischen Meinungsaustausches wegen der Frage der Reparation verösfentlicht worden, die Anlaß geben, den vollen Wortlaut der Memoranden bekanntzugeben. Das Memorandum, das der Reichsminister des Aeuhern am 21. März dem hiesigen amerikanischen Kommissar gelegentlich einer Besprechung über die Reparationsfroge übergeben Hot, lautete folgendermaßen: Die deutsche Regierung bedauert es auf das tiefste, daß es auf der Londoner Konferenz nicht zu einer Einigung in der Reparations- frage gekommen ist. Sie hat den aufrichtigen Wunsch gehabt, den alliierten Regierungen so weit entgegenzukommen, wie es nur irgend möglich ist. Die deutsche Delegation ist in diesem Bestreben noch dem Urteil der überwiegenden Mehrheit oller wirtschaftlichen Soch- verständigen sogar weit über die Grenze des Möglichen hinausgegangen., Es ist nicht richtig, wenn Mr Lloyd George die Behauptung aufgestellt hat, daß Deutschland nicht zur Reparation bereit sei. Biel- mehr ist sich nicht nur die deutsche Regierung, sondern auch dos deutsche Volk nollkommen klar darüber, daß Deutschland bis zur Grenze seiner Leistungsfähigkeit Schadensersatz leisten muß und daß keme Veränderung der polltischen Konstellation hieran etwas ändert. ätllO verantwortlichen Stellen in Deutschland und insbesondere auch die deutschen Arbeiter sind durchaus gewillt, zum Wieder- aufdau der zerstörten Gebiete mit allen Kräften beizutragen. Diese Bereitwilligkeit beruht nicht zum wenigsten auf der nüchternen Er- rdägung, daß es in: allerdringendsten Interesse Deutschlands liegt, wenn die Spuren der Zerstörung in Frankreich so rasch wie möglich verschwinden.! ' Alle verantwortliche» �Stellen in Deusschland sind sich auch dar- über einig, daß die deutschen Borschläge für die Reparation der Finanz not bei den Alliierten, insbesondere bei Frankreich, Rechnung tragen müssen.•.• -Zwei gxoße Ziele der Reparation liegen also vor: 1. Wiederaufbau der zerstört«»: Gebiete: L. Beschaffung sofort greifbarer größerer Barmittel in fremden Devssen.. Bpn den 86 französischen Departements sind 10, die jahrelang Kayipfa«biet waren, auf das schwerste getroffen. Zahlreiche Städte und Dörfer sind ganz oder teilweise zerstört, weite Strecken frucht. baren Ackerlandes verödet. Für den Wiederaufbau der Häuser und die Wiederurbarmachung und Wiederbesiedlung des Landes ist in den zwei Iahren seit Be- endigung des Krieges nur sehr wenig geschehen- Deutschland hat zu wiederholten Malen seine Arbeitskraft, seine technische und materielle Hilfe für den sofortigen Wiederaufbau zur Der- fügung gestellt. Keines seiner Angebote ist angenommen worden, keines auch nur zur Erörterung gestellt worden. Warum? Das wirkliche Interesse an dem Wiederaufbau des zerstörten Gebietes ist in Frankreich, so befremdend das klingen mag, nur gering. Die früheren Bewohner haben vorschußweise Ensschädi- gungen erhalten und sich in anderen Teilen des Landes seßhaft gemacht. Einflußreiche llnlernehmergruppen sind mit der Verwertung des zurückgelassenen Materials und den Aufräumungearbeiten befaßt. Sie beschleunigen die Abwicklung ihrer Aufgaben in keiner Weise. Am meisten aber fällt in das Ge- wicht, daß mächtige Kreise in Frankreich in dem zerstörten Gebiet ein außerordentlich starkes polltisches Agitationsmittel er- blicken, daß bei Einheimischen und Fremden begreiflicherweise stets einen tiefen Eindruck hinterläßt. Deutschland wünscht keine Ver- vlaung des Völkerhasses. Es wird daher uochmals der französischen ewü Regierung Vorschläge unterbreiten, deren Einzelheiten gegenwärtig mit der deutschen Arbeiterschaft selbst beraten und aufgehellt werden. Hat die französische Regierung Bedenken gegen die Ver- wendung so zahlreicher deutscher Arbeitskräfte im Wiederaufbau- gebiet, so würde die deussche Regierung auch bereit sein, in jeder anderen möglichen und Frankreich genehmen Form ihre guten Dienste und Kräfte zur Verfügung stellen. Die Beschaffung größerer K-e l d m i t t e l in fremden Devisen ist für Deutschland nur durch starke Steigerung seines Exportes möolich. In der anliegenden Denkschrift der deutschen Sachver- ständigen für die Konferenz ist näher dargelegt, welche enorme Steigerung nötig wäre, um groß« Summen zu erzielen und welche Gefahren dies für die Wirtschaft änderet Länder bedeuten würde. In jedem Falle können auf diesem Gebiete die notwendigen Bar- beträae nicht sofort erzielt werden. Alle anderen Gedanken, die gelegentlich geäußert worden sind, ml« Beteiligung unserer früheren Kriegsgegner an der deusschen Industrie durch Aktienzuteilung oder sonstige Beteiligung, ergeben nur Erträgnisse in Papiermark, mit denen den fremden Gläu- bigern nickt gedient ist. Der Finanznot der Alliierten kann nur im Wege des Kredites Abhilfe geschaffen werden. Die Voraussetzung für deutsche Aus- londskredite ist die Kreditwürdigkeit Deutschlands. Diese aber ist völlig unkergraben durch die Alliierten selbst, die sich im Versailler Vertrag eine Generalhypothek auf den gesamten Besitz und olle Einnahmequellen des Deutschen Reiches mid der deutschen Staaten an erster Stelle vorbehalten haben. In den Parsser Beschlüssen haben die Alliierten überdies da- Recht der Entscheidung für sich in Anspruch genonunca. ob und in welchen Fällen Deusschland ausländische Kredite nachsuchen darf. Da Frank- reich und England selbst überschuldet sind, einer Kreditgewährung durch Neutrale aber die Generalhypothek im Wege steht, bleibt als. einzige Lösung des Krsditproblems nur die Aufnahme einer iuter- nationalen Anleihe möglich, zu deren Gunsten die Alliierten ihre Generalhypothek zurücktreten lassen müßten. Deutschland wäre bc- reit, für den Dienst der Anleihe die erforderlichen Sicherheiten zu gewähren. Es glaubt, bei zweckmäßiger Gestaltung der Anleihe und bei Gewährung einer Amueskie für Steuerflucht geflüchtetes deutsches Kapital in erheblichem Ausmaß für die Anleihe heranzuziehen und> sie für den Reparationsdienst nutzbar machen zu können. Die Alliierten haben vielfach darauf hingewiesen, daß Deutsch- lands Lage günstiger sei als die mancher alliierter Länder, weil es keine auswärtigen Schulden habe. Deusschland würde sich nicht weigern, in den Grenzen seiner Leistungsfähigkeit die Verzinsung 1 und Tilgung der Verbindlichketten einzelner Alliierter zu über- nehmen, menn dies von den Alliierten und deren Gläubigern selbst gewünscht werden sollte. Deusschland erklärt sich ober auch ausdrücklich bereit, jedem anderen Votschlag sich anzuschließen, der geeignet erscheint, die Entwi'turg des europäischen Wirtschasts- und Finanzproblems her- be-zulüh*«". Es wird hierbei die Prüfung seiner eigenc.t zinanziel'cn Leistungsfähigkeit. gern dem Urteil unparteiischer Sachverständiger unterstellen. Deusschland glaubt, daß die ungeheuren Schäden, die der Welt- krieg angerichtet Hot, die ungeheure Schuldenlost, die alle beteiligten Staaten zu tragen haben, nicht auf die Schultern eines einzigen Volkes gelegt werden können. Es glaubt, daß die Wiederaufrich- tung des internationalen Wirtschaftslebens auch nicht durch eine Politik der Gewalt und der Drohungen, sondern nur im Wege friedlicher Auseinandersetzung und Verständigung zu erreichen ist.. Die deussche Regierung legt Wert darauf, mit assem Nachdruck ZU oersichern, daß. sie zu ihrem Teil ehrlich gewillt ist, diesen Weg zu gehen. �...'>•;"---•"/- Amerikas Antwort. Der amerikanisch«. Kommissar, Herr Dresel, hat am 29. März als Antwort ein Memorandum übergeben, dessen wörtliche lieber- setzung läutet.:, Die amerikanische Regierung ist erfreut, aus Dr. Simons' informellem Memorandum in unzweideutiger Weiss den Wunsch der deutschen Regierung zu ersehen, Reparation bis zur Grenze der Zahlungsfähigkeit zu leisten. Die amerikanische Regierung hält ebenso wie die alliierken Regierungen Deusschland für den Krieg verankwortlich und daher moralisch verpflichtet, Reparation zu leisten, soweit dies möglich sein wog. Die Anerkennung dieser Per- pflichtung, wie sie das Memorandum in sich schließt,' erscheint der Regierung der Vereinigten Staaten als die einzige gesunde Basis, auf der ein gesicherter und gerechter Fried« hergestellt werden kann, unter dem die verschiedenen europäischen Regierungen wieder zu wirtschaftlicher Stabilität gelangen können. Die amerikanische Re- xierung glaubt, in dem Memorandum den aufrichtigen Wunsch der deusschen Regierung zu erkennen, Verhandlungen mit den Alliierten auf einer neuen Basis zu eröfstten und hofft, daß derartige Verhandlungen, einmal wieder aufgenommen, zu einer schleunigen Regelung führen mögen, die gleichzeilig den gerechten Ansprüchen der Alliierten Genüge leisten und Deutschland erlauben, hoffnungsvoll seine produktive Tätigkeit wieder zu beginnen. vivianis Erfolg. Rem Nork, 4. April.(DA.) Die Regierung der Vereinigken Staaten hat beschlossen, jede Entscheidung bezüglich der Bezahlung der alliierten Schulden au Amerika auf ein Zahr, bis zum April 1922, zu vertagen, während dieser Zeit soll auch die Zinsenzahlung. wie bisher schau, suspendiert bleiben. Ultimatum gegen Karl. Roch einem Reuterlelegramm hat die.kleine Entente� flit Ungarn in der Angelegenheit Karls ein Ultimatum gerichtet. Wir erfahren hierzu des näheren folgendes: Aus Anregung der tschechoslowakischen Republik hat die sog. „Kleine Entente"(Tschechoslowakei. Italien, Jugoslawien, Ru- mänien) an Ungarn eine Rote gerichtet, in der die Abreise Karls aus Ungarn bis zum Vonnerstag dieser Woche gefordert wird. Ist sie bis dahin nicht erfolgt, so sollen die diplomatischen Vertreter der genannten Staaten Budapest oerlasseu und die Grenzen des ungarischen Staates blockiert werden. Die Rote fordert weiter von Ungarn die Ausführung des Vertrags von Triauon, besonders in zwei Richtungen, nämlich die llebergabe des Burgen- l a n d e s(wo jetzt Karl jeln Lager aufgeschlagen hat) an Oesterreich und die Verringerung der ungarischen Streitkräfte. Zu der Tschechoslowakei wird zweck» Durchführung der Ungarn angedrohten Maßnahmen die Mobilisierung zweier Jahr- gänge vorbereitet. Abreise heute? Wie«. 4. April.(Eigener vrahkbericht de».Vorwärts".) Karl wird morgen abreisen. Der erste, der die Auswirkung des Weltkrieges und der ihm folgenden revolutionären Bewegung auf den Marxismus wissenschaftlich zu verfolgen sucht, ist Heinrich Cunow. Das Ergebnis seiner Forschungen ist der erste Band seiner„Grund- Züge der Marxschen Soziologie" mit dem Haupttitel:„D i e Marxsche Geschichts-, Gesellschafts- und S t o a t s t h e o r i e"(Buchhandlung Vorwärts, Berlin 192(1. 316 S.). Vielleicht ist es etwas stark zugespitzt, wenn ich von einer direkten Auswirkung des Weltkriegs in diesem Zu- sammenhang spreche. Aber im Untergefühl des Lesers des Eunowschen Buches ist der Eindruck unabweislich, daß die Kriegseretgmsse wesentlich dazu drängten, eine Kontrolle der marxistischen Staatslehre vorzunehmen.- Vollends dos Auf- tauchen des Bolschewismus reizte einen so ernsten Nachdenker. wie es Cunow ist, zur Ueberprüfung sowohl des Marxschen Lehrgebäudes, als der politischen Folgerungen, zu denen Marx mißbraucht wurde. Und so hat er, wohl im Anschluß an seine neue Berliner Hochschullehrertätigkeit, die Energie gefunden. einen vollständigen Aufbauversuch, wohl den ersten nach dem Kriege überhaupt, an der Marxschen Soziologie vorzunehmen. Daß dieser Versuch zugleich eine Reinigung von Zutaten und Schlacken wurde, versteht sich von selbst. Zunächst ist es noch Cunows Ansicht, wie er iin Vorwort ausführt, überhaupt nötig. „den Marxismus von falschen Umdeutungen und fraglichem Beigemengsel zu befreien; erst dann kann die Kritik und die wettere Entwicklung der Marxschen Soziologie einsetzen..,. eine Weiterführung Marxscher Grundauffassungen im Marx- scheu Geiste über Marx hinaus." Da» Buch, dessen Sprache so einfach, klar und durchsichtig ist, wie wir es bei Cunow gewöhnt find, zerfällt in zwei denk- lich geschiedene Teile. Der erste, größere, bis Seite 244 gibt eine Uebersicht über die Geschichts- und Stoatsguffassung dos Altertums über das Mittelalter hinweg bis zur großen französischen Revolution und zu Kant u n d H e g e l. Diese Teile des Werkes möchte ich als eine Art außerordentlich willkommenen Lesebuchs für Nichtakadomiker bezeichnen. Wie hier die schwierigsten Darstellungsfragen bewältigt sind, ist einfach musterhaft. Die Kleinigkeit, dem Arbeiter, der Frau yder der Iugqrch so widerhaarige Dinge wie z. B. Thucydides und l'enophon oder die Staatsphilosophie des Aristoteles nahe- zubringen, ist hier mit wohltuendem Berständnis für echt volks» tiimliche Darstellung bewältigt. Der lernende und strebende einfache Mann hat setzt wirklich in dieser Darstellung ein brauchbares Hllfsmittel zur fast erschöpfenden Uebersicht über die Staatslehre der Hauptgeschichtsabschmtte, wie sie bisher noch nicht vorhanden wir. Und das ist immerhin wichtig nicht bloß zur Korrektur vieler halbgebildeter Vorstellungen. Vor allem gibt es den Ablauf maßgebender politischer Vorstellun- gen in folgerichtiger geschichtlicher Entwicklung, das heißt, es ordnet die Widerspiegelung der gesellschaftlichen Verhältnisse in den Köpfen der Denker jeder Zeit in entwicklungsgeschicht- licher Folge. Damit aber kommt für Fachmann und Nichtfach- mann erst die Vorstellung des organischen Wachsens auch in dieses praktisch so wichtige Wissensgebiet. Und das ist das Notwendige und Ausschlaggebende: daß wir den Köpfen geben die Einsicht von dein Aus einanderfolgen der Erscheinungen auch auf politischem Gebiet, statt der von der Schule bisher allein gepflegten Vorstellung vom A u s einanderfolgen. Daß ein und dasselbe Entwicklungsgesetz des Denkens und Ge- schehens reicht von der kindlich naiven Geschichtsdarstellung des allen Testaments bis zu Marx und Engels, nur in immer verseinerter und umfassenderer Anwendung, das ist das Wert» vollste, was wir den Massen zu ihrer geistigen Orientierung schenken können. Und das finden sie für die Geschichte der politischen Theorien in den ersten zwei Dritteln des Eunow- schen Buches. Die Darstellung und Ergänzung der Marxschen Gesell- schafts» und Staatslehre im letzten Drittel des Werkes wird ober in ihrer politischen Wirkung noch viel weiter reichen. Sie versucht Fragen zu klären, deren Erhellung von entscheidender Bedeutung für die tiefgehenden Spaltungsrichtungen immodernenSozialismus sind. Cunow geht davon aus, vor allem die Begriffe von Gesellschaft und Gesellschafts- ordnung im Gegensatz zu Staat und Staatsordnung genau zu scheiden. Diese sind in der praktischen Anwendung der Marxschen Lehre namentlich von deutschen Sozialisten der letzten Jahrzehnte bunt durcheinander gewürfell worden trotz der Tatsache, daß schon die englische Sozialphilosophie des acht- zehnten Jahrhunderts, geschweige denn Hegel und Marx, sie scharf auseinander hielten. Unter Gesellschaft versteht Marx den Gesamtarbeitsprozeß in allen seinen wirtschaftlichen Ber- zweigungen und in seiner stetigen Wiederholung. Der je- weilige geschichtliche Gesellschaftszustand ist ein Zusammenleben und-wirken unter bestimmten wirtschaftlichen Bedingun- gen zur Befriedigung allgemekn-wirtschastlicher Bedürfnisse. Daneben besteht der Staat als besondere politische Einrichtung, die weder ihrem Umfang nach, noch mit ihren Grenzlinien, noch mit ihrem Lebensinhall mit der„Gesellschaft" zu A sK- s««menfälS. Umfang und Grenzen des Staats und der Ge- fellfchaft durchkreuzen vielmehr einander. So kann ein abso- lutistifcher Staat wie das frühere Rußland Erdteile umfassen, deren Bevölkerung beinahe noch im wirtschaftlichen Urzustand sieckt, neben hochentwickelten kapitalistischen Industriebezirken > mit moderner Klassenscheidung der Bevölkerung. Und welche tliolle der Staat über den Gesellfchaftszuständen als Herr� schaftsorganisation und politische Verwaltungsgemeinschaft spielt, hat Engels im„Ursprung der Familie als guter Deuter von Marx wie folgt sehr zutreffend umrissen:„Der Staat ist ein Produkt der Gesellschaft auf bestimmter Ent- wicfelungsstufe: er ist das Eingeständnis, daß diese Gesellschaft sich in einen unlösbaren Widerspruch mit sich selbst verwickelt. sich in unversöhnliche Gegensätze gespalten hat, die zu bannen sie ohnmächtig ist. Damit... ist eine scheinbar über der Gesellschaft stehende Macht nötig geworden, die den Konflikt dämpfen, innerhalb der Schranken der„Ordnung� halten soll: und diese, aus der Gesellschaft hervovgegangene, aber sich über lte stellende, sich ihr mehr und mehr entftemdende Macht ist der Staat". Das scheint zunächst«ine Feststellung von größter Selbst- Verständlichkeit. Geht man aber einen Schritt weiter, so ge- wahrt man mit Erstaunen, wie wenig sie gerade neuerdings von politisch führenden Sozialisten beachtet worden ist. Wenn nämlich der Staat das Produkt des jeweiligen Gesellschafts- zustandes ist, so kann er nicht mit vorausgesaßten und oaher einstwellen utopischen Ideen und Anordnungen dem jeweiligen Gesellschaftszustand oder auch der Summe von Gesellschafts- stufen, die er umfaßt, vorauseilen wollen. Mit anderen Aorten: Solange die Produktionsverhältnisse einer bestimmten Zeit und eines bestimmten Landes noch nicht allgemein mit Eigentums-, technischen und menschlichen Auffassunasverhält- mssen zum vollkommenen Sozialismus gereist» so lange muß es immer eine Utopie bleiben, durch bloße staatliche Einrichtungen und Gewaltanordnungen den Sozialismus allgemein einführen zu wollen. Im Gegen- telll Ein Gesellschaftszustand, oer noch zu großen Teilen auf lebenskräftigen privatkapitalistischen Betriebsformen beruht i nd von vorwiegend privatkapitalistischen Menschenvorstellun- ven getragen wird, die eben auf dem Vorwiegen jenes Ge- sellschastszustandes gegründet sind, muh es als wirtschaftlichen vnd staatlichen Widersinn empfinden, wenn für ihn Staats- grundsäke ausgerufen werden, die noch nicht allgemein im wirtschaftlichen Unterbau des Staates, eben der Gesellschaft, ausgebildet und gesichert sind. Jene staatlichen Anordnungen schweben dann sozusagen in der Lust, sie entbehren des festen ökonomischen Untergrundes. Jede politische Gegenbewegung. wenn sie sich nur fest auf wirkliche wirtschaftliche und gesell- schaftliche Beziehungen stützt, kann jenen allzu künstlichen Staatsüberbau mit seiner schwankenden Grundlage umstoßen. Man sieht ohne weiteres, von welch hoher grundsätzlicher Be- deuwng die scharfen Marxschen Begriffsbestimmungen von Staat und Gesellschaft für die Beurteilung des Bolschewismus sind. Cunow hat denn auch nicht ver- säumt, sich mit diesem in eigenen Abschnitben, die zu den poli- tisch interesiantesten seines Buches gehören, gründlich ausein- anderzufetzen. Hier muß es genügen, gewissermaßen die poli- tische Neugierde auf diese Abschnitte zu erwecken und zu lenken. Andererseits sst meiner Empfindung nach die eben- falls durchaus utopiftische Wendung, die Marx unter dem s arten Gegensatzeindruck der Pariser Kommune in seiner Schrift:.Der Bürgerkrieg in Frankreich" S. 48/49<3. deutsche Auflage von Friedrich Engels. Berlin 1891) genommen hat, bei Cunow etwas zu gut weggekommen. Es müßte denn sein. daß er im zweiten Bande kritisch noch ausMrlicher zu ihr zurückkehren wollte. Die Vorstellung, daß eine moderne Wirt- schastsgemeinschaft in die polltische Verwaltung durch Einzel- gemeinden(„Kommunalverfassung") aufgelöst werden könne, mutet heute beinahe grotesk an. Weder Marx noch Engels find ja auch später aus sie zurückgekommen. Der richtige Ton. Sin Handbuch für Republikaner. Mr träumte, ich hätte Besuch bekommen. Freiherr von Knigge, läfischer Kurzweilmacher, Mitglied de» Illuminatenorden» usw., usw.. gestatte sich das Vergnügen und gebe sich die Ehr«, mir sein« Auf» martung zu machen. Nach einiger einleitender Unterhaltung kommt er auf den Haupt. �weck seine» Besuches: Er bitte nm eine Empfehlung an den Sozial- demokratischen Parteworstond. ???—— Ja, die Sozialdemokraten sind doch nun mol die zuverlässigsten Republikaner, sie können vielleicht dafür sorgen, daß in den Schulen endlich der richtige Ton in allen republikanischen Lebenslagen gelehrt wird. Selbstverständlich mit Nachhilfe- !ursen für Erwachsene. Knigg« saht bei diesen Worten in« Jabot nnd hat nun ein Bündel Zettel in der Hand. Sehen Sie— wenn Sie mir gestatten, Ihnen Ihr« sicher tastbare Zeit zu rauben—. Ich antworte: Aber bitte, es ist mir ein Vergnügen: Sie sehen, ich schlafe, habe also Zeit. Nun, Numero l, der Hauptabschnitt müht« praktisch« CrlSute- Hingen aus dem Leben der jungen Republik geben. Zum Beispiel: Herr Minister Simons redet über Sowjet- l ußland, er spricht von dem großzügigen wirtschaftlichen Wiederauf- bau durch die Bolschewisten. War das der richtig« Ton? Ein Repu- blikaner sollte überhaupt nicht von„Wiederaufbau" reden, daß ist doch geringwertigste Scheidemünze au» nationalisteschen Falschgeld- Druckereien. Oder Simon» bewundert die„Mächtegrupp«" de»,ungs- not sowie der Erwerbslosigkeit durch Schaffung von Arbeit: 7. Förderung des Siedlungswesens. 8. Durchführung der Trennung von Kirche und Staat. 9. Durchführung der Einheitsschule. Der Antrag der von den Rostocker Genossen geführten Oppv- ssfion, ein Zusammengehen mit der Deusschen Bolkspartei gruich- sätzlich abzulehnen, wurde mit 104 gegen 2S Stimmen abgelehnt._ Dank an Gberfcbleßen. MTB. meldet: Nachdem die Volksabstimmung in rier- schlesien mit einem überwältigenden deutschen Siege geendet hat, sind nunmehr auch die Arbeiten für ihre Durchfuhrung zum Abschluß gelangt. Um den deutschen Erfolg hat sich vor allem das deutsche Plebiszitkommissariat verdient gemacht, das die deutschen Rechte und Interessen tatkräftig verfochten h bis 100 Proz. erwerbsunfähig) ist und 12— 37,5 Proz., in denen wegen schweren L u n g e n l e io e n s die Unterbringung seitens der Lungenfürlorgestelle als dringend notwendig bezeichnet wurde. Die übrigen Mieter waren tells als Wohnungssuchende aus den Listen des Wohnungsamtes schon seit lcrnger Zeit vorgemerkt, anderenteils gaben sie im Stadtgebiet mehr Wohnraum frei. In den Dreizimmer- wohnungen waren Kriegsbeschädigte bzw. Kriegshinterbliebene hier- von mit 37,5 Proz., Lungenkranke mit 25 Proz. beteiligt. Von den Bauten wird auch noch der 2. und 3. Abschnitt fertig- gestellt. Mit der Beziehbärkeit des 2. Wfchnittes wird für Juli b. I. gerechnet. Es können jedoch Anträge auf Zuweisung von Wohnungen im 2. oder 3. Abschnitt nicht mehr entgegengenommen werden, da bereits eine so große Zahl von Gesuchen vorliegt, daß nur ein ge- ringer Bruchteil der Bewerber berücksichtigt werden kann. Brutale Ausflügler. Am zweiten Osterfeiertag, sri schreibt uns«in Leser,. wurde nach- mittags im Jagen 201 des Nedlitzer Forstes, unweit der so- genannten„Römerschonze", ein Waldbrand bemerkt, der dank der tatkräftigen Hilfe von Arbeitern und Bauern aus den nahe- gelegenen Dörfer und dem Eingreifen des Forstschutzpersonols ge- dämpft wurde, gerade ehe er durch Ueberspringen auf eine benach- barte Schonung großes Unglück anrichten tonnte. Bei dem starken Westwind, der an der Brandstelle herrschte,, ist es nur einer Reihe von glücklichen Zufällen zu danken, daß..nur" 2— Ä Morgen Wald dem Brande zum Opfer gefallen sind. Die Untersuchung hat ergeben, daß das Feuer ön der Kochstelle einer Wandererschar ausgekommen ist, die in sreoelhastem Leichtsinn das von ihr angezündete Feuer nicht gründlich wieder abgelöscht hatte. Sind schon diese Wanderer wegen ihres Verhallens ernst- Haft zu tadeln, so beinahe noch mehr jene, die im Laufe des Tages an der Brandstelle vorübergegangen sind, den Brand auch bemerkt, aber weder selbst bekämpft noch gemeldet haben. Als Berliner Ausflügler, die sich dankenswerterweise durch Bewachung der Fahr- räder und abgelegten Kleider der. löschenden Männer an der Be- kämpsung des Feuers betelligt hatten, sich abends aus dem Bahn- Hof zu Potsdam über den. ausregenden Fall ünterhiellen, mischten sich drei junge Burschen von etwa 18— 20 Iahren in dos Gespräch und bemerkten sehr gleichmütig, daß sie das Feuer schon am Bor- mittag gesehen hätten. Zur Rede gestellt, weshalb sie denn nicht für c>iie rechtzeitige Meldung gesorgt hätten, wenn sie schon nicht sich selbst an der Auslöschung versuchen wollten, sagten sie zynisch, daß sie dann„eine halbe Stunde" bätten bis zum Forsthause Zedlitz zurückgehen müssen.„Das könne ihnen doch kein Mensch zumuten, denn sie gehe die Geschichte ja gar nichts anr Eine solche soziale Pflichtvergessenheit und solch roher Zynismus mögen ja selbst in dieser Zeit Ausnahmen sein Es ist aber, doch tieftraurig, daß so etwas überhaupt vorkommen kann. Wohin sind wir gelangt, daß eine sonst so hilfsbereit«.und altruistische Jugend kallschnäuzig und gleichgültig, nur ihrem eigenen Vergnügen folgend, durch die Well trottet und dabei noch Anspruch auf Achtung und Beachtung erhebt!_ Tie Besoldung der Aushilfslehrkräfte. Am Montag tagte im Rathaus der Stadtverordneten-Aussöbuß zur Vorberalung des Antrages der Stadtv. Heimann u. Gen. über die Besoldung der Aushilfslehrliäfte an ben Berliner Sckmlen. Der Magistrat war durch Sckiulral Dr. Dickboff und Maqistratsrat Dr. Graeffner vertieten. Es wurde beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, sämtlich« Aushilfslehrkräsle nach den Grundsätzen des BolksschuIIchrer-DiensteinkommengesetzeS zu besolden und bis zur Regelung ihrer Bezüge den AuShilsslehrkräften einen Vorschuß van 1000 M. auf ihr« GehaltSnächzahlung mit rückwirkender Kraft vom 1. April 1920 ab zu gewähren. Ein dreister Raub. der am 31. Dezember 1920 am hellen Tage sich in Neukölln abspielle, beschäftigte gestern das dortige Schöffengericht, dem die Sache von der Strafkammer überwiesen worden war. In dem Hause� Reuterstraße 34 befindet sich eine Zahlstelle der Erwerbs- losenfürsorgc. Als der Kassierer Karl Mitkowski an jenem Tage die Zahlstelle aufsuchen wollte, um das dort zur Auszählung ge- langende Geld für die Erwerbslosen abzuliefern, sprang plötzlich der jetzige Angeklagte, der 20 Jahre alte Straßenhändler Max Regen» b e r g, auf ihn los, entriß ihm die von ihm unter dem Arm ge- tragen« Aktentasche mit dem Gelde und ergriff die Flucht. Er wurde sofort von dem Bestohlenen und mehreren Zivilisten verfolgt und es gelang nach längerer Jagd ihn zu fassen und ihm seine Beut« wieder abzunehmen. In der Aktenmappe befanden sich 13 700 M. Neben dem Angeklagten Regenberg hatte sich auch der Kraftdroschkenbesitzer Max Tiecke wegen Beihilfe zu verantworten. Dieser war von dem Regenberg zur. Fahrt nach der Reuterstraße angenommen worden und hatte den Auftrag erhalten, an einer dortigen Ecke zu warten, bis sein Fahrgast wieder erscheinen würde: dann sollte er aufttags- gemäß sofort diesen wieder ausnehmen und in schnellem Tempo mit ihm davonfahren. T. setzte auch seinen Wagen beim Erscheinen des Regenberg in Bewegung, es gelang letzterem aber nicht, auf der Flucht den Kraftwogen als Rettung benutzen zu können. Der An- geklagte Tiecke erklärte, daß er schon bei seinem Engagement durch Regenberg einen sehr schlechten Eindruck von diesem erhalten habe, zumal dieser ihm gesagt habe, er könne bei dieser Fahrt ein gut Stück Geld verdienen, da es sich um eine Diebstahlsaffäre handle. Cr Hobe sich nun vorgenommen gehabt, das Bürschchen im Auge zu behalten und ihn nach vollbrachter Tat mit seinem Auto zur nach- sten Polizeistation zu fahren. Mit der Tat selbst habe er nicht das geringste zu tun. Tiecke wurde denn auch freigesprochen, während Regenberg zu VA Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Schüsse aus die Ehestau. Das Vorverfahren in der Vestechungs, affäre des Palizeihauptmanns L aw deck nimmt einen großen Um- fang an. L. ist bekanntlich beschuldigt, in zahlreichen Fällen von den Interessenten an der Freigabe von Kraftwagen Schmiergelder in Empfang genommen zu haben. Seitens des Polizeipräsidiums ist ein umfangreiches Materiol zusammengetragen und dem Unter- suchungsrichter, Landgerichtsrat Meyerhoff, übergeben worden, Jetzt hat der Beschuldigte durch den R.-A. B a h n den Einwand der ] Geisteskrankheit erheben lasten, indem er behauptet, daß er feit ! langen Iahren geistig nicht gesund sei. Außer anderen diese Be- � Häuptling stützenden Momenten wird darauf hingewiesen, daß L. einmal im Grunewald bei einer Parti« nach Sch'ldhorn in einem 'Wutanfall sieben scharfe Schüste auf seine Ehefrau unh seine Be- gleller abgegeben habe. Die Vorkommnisse,, auf die Bezug genom- > men wird, werden jetzt nachgeprüft. 3Zj Skine Menschenkind. II. Mütterchen. von Martin Andersen Nexö. „So, also man soll bestrast werden?"' Es kochte in Lars Peter. „Hier ist von keiner Strafe die Rede. Aber man muß wissen, was für'n Mann du bist, bevor man Vertrauen zu dir haben kann."' „Iawohll Rein, man hat recht gut gemerkt, was für ein Halunke du bist!"' rief Lars Peter und stürmte hinaus. Der Krugwirt begleftete ihn zum Wagen.„Du wirst schon eines Tages besser von mir denken."' sagte er, immer gleich unerschütterlich in seiner Sanftmut.—„Dann können wir uns ja wieder sprechen. Aber um von etwas Wichtigerem zu reden— woher willst du Futter für dein Pferd bekommen?"' „Ach. das wird sich schon finden/ erwiderte Lars Peter abweisend. „Ja, und den Stallplatz nicht zu vergessen! Es ist ja jetzt kalt.". „Das werden wir schon selber in Ordnung brmgen. Das überlaß mir." Damit fuhr Lars Peter fort, im Grunde aus Trotz. Cr wußte ausgezeichnet, daß er sich für den Gaul nur durch den Krugwirt Futter und Obdach verschaffen konnte. Ein paar Tage später ließ er das Fuhrwerk durch Christian wieder auf den Hof bringen. Das war damals! Jetzt war er so viel klüger— oder wenigstens vorsichtiger. Wenn ihn, was selten geschah, �das Verlangen nach der Landstraße befiel und er Lust verspürte. einen halben Tag in der Gesellschaft des großen Klaus zuzu- bringen, bat er höflich, ob man ihm den Gaul lechen wolle. Und es kam vor, daß man es ihm erlaubte. Dann waren er und das Pferd wie zwei Liebesleute, die einander selten zu sehen bekommen, beide trunken vor Freude über das Zu- sammensein. Die Leute behaupteten, sie führen beide dahin, als hätten sie einen stillen Rausch. Klüger war er nicht geworden. Der Krugwirt blieb ihm nach wie vor ein großes Rätsel— in seiner allgegenwärtigen Fürsorge und seinem Drang, das Ganze zu tyrannisieren. Für seine Bootskameraden und die anderen hatte er ebenso geringes Verständnis. Er hatte sein Leben auf dem Lande zugebracht, wo ein jeder für das Seine sorgte und sich selber genügte— und er hatte sich auch oft nach Nachbarschaft gesehnt. Es nahm sich so gemütlich aus— von dem einsamen Elsternnest draußen gesehen— wenn die Menschen Tür an Tür wohnten: sie konnten einander eine Handreichung tun und ein behagliches Plauderstündchen zusammen halten. Aber was kam hier dabei heraus? Man rackerte sich unwillig ab und schob Verantwortung und Sorgen für sich selbst und andere von sich, verzehrte sein kärgliches Brot von Tag zu Tag und überließ dem anderen den Ueberschuß. Seltsam war es zu beobachten, wie der bucklige Teufel mit seinen langen Armen alles an sich raffte, ohne daß die Leute auch nur muckten. Er mußte über übernatürliche Kräfte verfügen. An Aufruhr dachte Lars Peter nicht mehr, er wollte sich schon zusammennehmen. Wenn es in ihm aufwallte, brauchte er bloß an den Vorn-und-hinten-Jakob zu denken, den er tag- lich vor Augen hatte. Ein jeder wußte davon zu erzählen, wie der solch armer Tropf geworden war. Er hatte einst ein großes Boot besessen und selber Bootsmannschaft angeheuert: darum meinte er, er brauche sich nicht vor dem Krugwirt zu verneigen. Aber dieser brachte ihm die Flötentöne gründlich bei. Er weigerte sich, den Fang zu kaufen, so daß Jakobs Mannschaft damit an andere Orte fahren mußte; und auch diesen Ausweg wußte der Krugwirt ihm zu versperren. Waren konnten sie auch nicht im Dorf bekommen, ebensowenig Gerät- schaften— die Bootsmannschaft war wie aussätzig; niemand wagte, ihr zu helfen. Da fielen die Gefährterl über Jakob her und sahen ihr Unglück in ihm.„Zum Henker, du könntest dick auch so aufführen, daß wir hier gelitten sind; es ist deine Schuld/ sagten sie und wandten ihm den Rücken. Da ver- suchte er zu verkaufen und anderswohin zu ziehen, aber der Krugwirt wollte feine Habseligketten nicht erwerben, und die anderen getrauten sich nicht, sie zu kaufen; er sollte bleiben— und sich ducken lernen. Und obwohl er Boot und Geräte be- saß, mußte er sie vom Krugwirt pachten. Es nahm ihn so hart mit, daß er den Verstand dabei einbüßte: nun wankte er um- her und suchte nach einem Zauberwort, um den Krugwirt zu fällen: eine Zeitlang ging er auch mit der Flinte umher und wollte ihn erschießen. Aber der Krugwirt lachte bloß über das alles; er mußte im Besitz übernatürlicher Kräfte sein! Stine bestärkte ihn in diesem Gedankengang. Sie sprach viel mit den Frauen, und sie alle waren sich darüber einig, daß der Krugwirt böse Augen habe. Er spukte dauernd in ihrem Sinn; und sie lebte in ewiger Angst vor ihm. Wenn sie ihn draußen in den Dünen davon ziehen sah. kam es vor, daß sie aufschrie. Dann mußte Lars Peter sie ausscherten. Eines Tages saß er beim Essen, unf» sie ging zwischen Stube und Küche hin und her; plötzlich sagte sie:„Mir ist so. als ob meine Brüste so groß würden; ich glaube, ich werd' ein Kleines kriegen." „Was sagst du, Mädchen!" rief Lars Peter erschrocken und warf den Löffel hin. Dann begann er zu lachen.„Närr- chen, du weißt ja nicht, wovon du sprichst." „Doch, denn er hat mich angeschaut," sagte Stine ernst. Lars Peter gefiel ihr Gerede nicht, aber wie sollte er die Sache anfassen! Jetzt wäre es gut gewesen, wenn sie Sörine zu Hause gehabt hätten, damit sie ihr Kind den rechten Weg führen könnte Sonst wurde Sörine nicht oft vermißt, man hatte sich ohne sie zurechtgefunden. * Eines Vormittags kam der kleine Paul krank vom Strande nach Haufe. Er hatte Erbrechen und Kopfschmerzen, Fieber und Schüttelfrost. Stine kleidete ihn aus und steckte ihn ins Bett; dann rief sie den Vater, der oben auf dem Speicher lag und schlief. Lars Peter kam eilends herunter. Er war die ganze Nacht auf der See gewesen und taumelte etwas.„Na, Paule- mann, gehts uns nicht gut?" fragte er und legte die Faust auf die Stirn des Knaben. Es pochte heftig darin, und sie war brennendheitz. Der Junge wandte den Kops weg. „Es geht recht schlecht mtt ihm/ sagte er traurig und setzte sich auf den Bettrand.„Er will einen noch nicht einmal erkennen. Wie schnell das gekommen ist, heut morgen hat ihm doch noch nichts gefehlt." „Nein, als er vorbin nach Hause kam, war er ganz grau — und es fror ihn. Und nun ist er glühendheiß. Hör ein- mal, wie er röchelt!" Sie setzten sich neben dos Bett und betrachteten ihn schweigend; Lars Peter hielt seine kleine Hand in der seinen. Es war eine richtige Grabepfote, schwarz und mit abge- stumpften Fingerspitzen, die Nägel waren bis ins Fleisch hinein ganz abgeschlissen. Er schonte sich nicht, der kleine Kerl, immer war er aufgelegt und frisch und munter, sobald er die Augen aufschlug. Und jetzt lag er hier und ächzte, daß es traurig anzusehen war! War es ernst? Sollte Lars Peter nun wieder heimgesucht werden an seinen Kindern? Das Unglück mit den ersten Sprößlingen hatte er überwunden— aber jetzt hatte er nichts, was er entbehren konnte! Wider- fuhr ihm etwas mit seinen Kindern, ja, dann konnte er nicht mehr, dann war er ein geschlagener Mann. Jetzt begriff er.. daß sie ihn auftechterhalten hatten— bei all dem Unglück mit Sörine und dem, was daraus entstand. Die Kinder hier hatten ihm mit jedem neuen Tag Genugtuung gegeben. All seine zerschellten Hoffnungen, alles, was für ihn zerbrach, lebte ja in so schöner Weise wieder aizf in ihnen, in ihrem frohen, sorglosen Dasein. Vielleicht hing er darum so an seinen Kleinen, wefl für ihn selbst so viel zerbrochen war. (Forts, folgt.) hat sich öer Ekamarktarkf bewährt! Dir fühlbarste Neuerung im Strahenbahnbetriebe war die Er« bSbung de» Fahrpreise« auf eine Marl. Niemand zahlt sie gern, aber elwu» Gute» bat sie lofort erzeugt: Die Kleingeldnot, mit der fowohl die Schaffner al» da» Publikum oft verzweifelt zu kämpfen hatten, ist derichwunden. Aber auch die Befürchtung, dah die Per« teueruug der Karlen einen erheblichen NLilgang der Zahl der Fahrgäste im Gefolge haben würde, ist nickt eingetroffen. E» liegt«ine Reibe von TageSabichlüffen vor, die eine Be- »rteilung der Lage der Stragendahnen Brotz-BerlinS znlasien. Au» ihnen ergibt sich, dotz der Rückgaug nur sehr gering ist. Zwar ist die Spannung zwischen dem Tarif der Strohenbahn und dem ihrer groffen Nebenbuhlerin, der Stadt« und Ringbahn, durch die letzte Erhöhung der Stratzenbahnfabrpreise noch weiter gestiegen, da die Straßenbahn nun nahezu um die Hälft« teurer befördert als die Stadtbahn, dock wird da» durch die kommend« Tariferhöhung der Stadt- bahn ausgeglichen werden, die wahrscheinlich 30 Proz. betragen dürfte. Damit würde der Fahrpreis der dritten.«laste etwa 70 Pf. und in der zweiten Klaffe etwa eine Mark betragen, während die Preise für die MonaiSkarien noch wesenllick hinter den Abonnements- preisen der Straßenbahn zurückbleiben würden. Dw bisherigen Ergebniffe der Tariferhöhung scheine» fedoS das Defuit bei der Straßenbahn zu decken, ohne aber die Mittel für die AuSbefferung der Anlagen zu bringen. Ob diese aber durch eine Anleihe aufgeblacht werden können, muß die nächst« Zeil lehren. FahrpreiSermähiguug und VolkSernährung. Die Tarrftom Mission der deutschen Eisen« bahnen hat die Fahrpreisermäßigung für Zwecke der Arbeits- Vermittlung und im besonderen auch di- Fahrpreisermäßigung zur Beschaffung von ArbeiiSkrästcn für die Frühjahrsbestellung und die Erntearbeiten ausgehoben. Dagegen macht der preußische Landwirt!chaftSminister die schwersten Bedenlen geltend. Er legt dar. daß die Ermäßigung mindestens noch für d a S Jahr 1031 gewährt werden muß. Es ist noch nickt gelungen, großstädtische Arbeiter in aus- reichender Zahl auf dem Lande seßhasl zu machen, und man muß veriuchen, sie in den Haliptarbei'.Szeiien. also im Frübiahr und während der Ernte, der Landw rtichaft zuzuführen. Die Gewährung einer Fahrpreisermäßigung wird die Ueberführung großstädtischer Arbeiter auf daS Land erleichtern. Kommt die Fahrpreisermäßigung in Wegkall, so ist namentlich auch die Bergung der H a ck f r u ch t e r n t e. für di« in kurzer Zeit viele Arbeiter auf daS Land geholt werden muffen, in Frage ge- stellt. Den finanziellen Gründen der Eisendabnverwaltung gegen die �tarifliche Ausnahmebestimmung muß die Sicherung der Bolls« ernährung unter allen Umständen vorangestellt werden. vie Vortragsreihe der Genossin Vr. Sora Mchkenhanser über .Sozialistische Lebensführung� beginnt n,»t heute abend, sondern erst am DienStag, den 12. d. M t s. Ein neue« Studentenheim. ES ist beabsichtigt, in den Häuser» Vülowstr. 40 und Kulmstr. 36, die der Frau Helene Lina Kantorowicz gehölen, Studentenheim« z» errichten. KriegSdeschädigien Studenirn und Studeniinnen ohne Unterschied des religiösen BekenntniffeS tollen zu billigen Preisen gute Unterkuufl und Ernährungsmöglich- keitga geschaffen werden. Ilebernahme von Pflegekindern. An die Einwobnerschost in ??e>ikölln, Britz. Buckow und Rudow«igebt die Biiie, sich recht zahl» reich für die Pflege der in den städtischen stindeipflegeheimen unier- gebrachten Äiuder di« sich dort nur vorübergehend befinde» können. zur Verfügung stellen zu wollen. Der Ausentball der Kinder in den Heimen, die nberau» stark in Anspruch genommen sind, lanu und darf deshalb n»r ein vorübergehender sein, weil dem einzelnen Kinde bei sorgfäliigster körperlicher und geistiger Pflege.nicht in zu- reichender Weis« das gewähr! werden kann, wa« al« wichtigster Er« KiehungSfotlor bezeichne» werden muß: Di« treusorgend« Üieb« in der Familie, im Elternhaus«. Die meisten vflegebediirstigen Kinder stad unehelich geboren. Gi« bedürfen somit ganz besonderer Für« sorg«. Anmeldungen von Pflegemüttern werden wie bisher— trn Neiilöllner Rathaus«. Berliner Str. 6i, Zimmer 325, 2 Treppen. wertiäzlich von S— l Uhr entgegengenommen. Außer dem Pflege- geld wird Wäsche und Kleidung gewährt. Besonder» erwünscht find Pflegestellen für Säuglinge und Knaben jeden Alter«. E« wird jedoch daraus hingewieien. daß die Kinder zunächst nur im 14. Per- waltungsbezirk sReulölln, Britz. Rudow. Buckow» in Pflege gegebeir werden können. Wegen der zegenwäriigen starken Belegung der Kinderpflege- n»d SäuglingSbeime fino zurzeit mich Pflegestellen für nur vorübergehende Unterbringung mir Kindern bi« zum Alter von 14 Jahren erwünscht. per Valkeseuerbeskalkungsverein Groß-Verlin hielt am SO. März km Roienthaler Hof fein« Jahresversammlung ab. Der Verein hat im setzten Jahre einen großen Aufschwung genommen. Die Mit- gliederzahl stieg von IS 000 auf SO 000. Di« Verwallung schenkte dam Bestattungewesen die größte Beachtung. Bei verstorbenen Mit- gliedern, welche dem Berein mindestens ein Jahr angehöre», werden die vollen Bestattungskosten getragen.— Auf Verlangen der Auf« sichtsbehörd« wurden die Beiträge auf Grund eines mathematischen Gutachtens neu festgelegt, so daß den Mitgliedern die größtmöglichst« Sicherheit in bezug auf ihre Ansprüche dem Berein gegenüber gegeben ist. Leider ist. trotzdem sich säintfiche Parteien dek Vreichi- fchen Lande-nersammlung mit Ausnahm« de; Zentrums für die Be- strebungen des Vereins erklärt haben, der feit September ILlS Im Wohlfahrtsminifterium ruhende Gesetzentwurf über die Feuer- bestotiung in der Landesversammlung nicht zur Beratung gekommen. Es muß daher auf den sieugewählten Landtag mit größtem Roch- druck eingewirkt werden, damit dieser im Interesse der Voltswoht- fahrt liegend« Gesetzentwurs endlich beraten wird. Der Geschäfts- bericht wurde eiun-ütig gutgeheißen und der bisherige Vorstand und hie Revisoren wiedergewählt. Der Borsitzend« wird voll entschädigt, um fich ganz den Vereinsgeschäfren widmen zu können. Ein Antrag, welcher besogt, daß Mitgliedern, welche von anderen Feuer- bestattungsvereinen zum Aolksfeuerbestattungsverein Groß-Berli» übertreten wallen, der Wert der gezahlten Beiträg« bei einer kurzen Karenzzeü angerechnet warben folst wurde angenommen. Vie Reife durch den»olnifchen Korridor. Da, Reichevertehrs- ministerium weist nochmals ausdrücklich daraus hin, daß bei der Reis« durch den polnischen Korridor bei Benutzung der beiden durch- gehenden Schnellzüge Berlin— Schneidemühl— Könitz— Dirschau— Marienburg«in einfacher deutscher Änsmeis mit Lichtbild(Inlands« paß) ohne Sichtvermerk genügt. Bei Benutzung anderer Strecken oder bei Personenzügen auf der vorerwähnten Strecke ist ein polni- scher Sichtvermerk nötig. Eine überaus zoblreich besuchte Tänger«or«enwr«che. ekntze« rufen vom Sängelchor NiebertöSneweide OtobannlSthat. sank am Sonntag im arogen Saal deS Snff65afcr in Niederfiräneweibi statt. Der zirl« SOÖO Person«» fgffend« Saal war überiiM. Die«»«sangoerelne brachten ein gioßc» Wollen mit. Oeber Verein suchte>aS Veiie zu teiften. Oester« Zusantmeulüniie biejer Art dürsten die Lefftunz�'äkigkcst«itch der schn-ächeren ig ereine wesentlich steigern. Besonder« erwähnt sei der VoilSchor Ober« ichöneweide. der in dem fotn. TollSdorf«inen onSaezeichneten Solisten b«> sttt; ba« von dem Ebor geiungene Homael sprach denn auch besonder« an. Außerdem verfügt der YollSchor noch über einen gemischten Chor, welchem «in« stalttiche Anzahl Damen angehört. Da, Rose-lheater entriß KotzebueS Komödie.Di« Stricknadeln" der Bergeffenheit und brackre sie erfolgreich zur Aul« führung. Dies« Stricknadeln, die eine junge. l«ben«hungrige Frau au» den Pfad der Tugend zurückführen. Al« Darstellerin der fnngen Frau war Leonore Ehn a. G. im allgemeinen gut. doch hätte sie manchmal mehr au« fich Herausgehen können. Bernhgrd Rpfe als nachficktiger Ehemann stand diesmal wobl nickt reckt an feinem Platze. Bon den anderen Darstellern ist nur das Ben«»u lagen. Wenn auch dieke bald sentimentale und balb galante Komödie au» längst vergangener Zeit heute eigenartig anmutet, so war da« ganze hoch«st,« BotlstMtng, zu der man dem Rose-Theat« nur Glück wÜnkchen kann. MewerksckaftSkartetl Nowawes. Di« fiunknonäre und AgstationS- Mitglieder, die die Uliterschrfften für die Mmeldiltrq vom ReligionSirnterrscht und für die weltliche Schule desorgt haben, werden«rsacht. die Genossen zu der-m Mittwoch, den 6. Adrll, abend» Uhr, in Kiemen?' Lokal stattfindenden Versammlung einzuladen. .Die Znknnkt der Mietersckaft-'. Uebe? diese» Tbema spricht hente. abends VI, Ubr. Genosse Dr. Holz km Nationalbot. Bülswktr. 37. ES wird um zablreichen Besuch dieser jedermann ausnahmslos interessierenden Versammlung gedeten. Die«uSgabe vo« Tonderkohlenkarten für.Krank« and Wöchne- rinnen eriolgt innerbolb de»«Gebiet«« der alten Stadtgemernde Berlin in Zukunst nicht mehr durch die städtisch« ZeMraliiev« für Krankenernahrunq. sondern durch die BezirtSkohlenstell« de» zuständigen PeNvaltungSSezirkS. Wictfe&aß f."- \ Zilmschau. .Dobia« Vantkchnb-'— im Film I Er bedeutet, wenn auch dt« Un- Vollkommenheiten und Unznlänalichkeiten de» Roman-VerfilmenS wohl nie gänzlich zu beseitigen sein«erden, doch Immerhin«wen Fortschritt. Di« Dichtung Karl Hauptmann« wurde durch di« anerkennenswert« Leiftung Holger MadanS wirkungsvoll vor Augen geführt. Nur hätte man sich zu- weilen eine etwa» ruhigere Szenenfola« gewünscht. Er lelbit al» Dobia» Betont« ha» Groteske seiner Gestalt mitunter etwa« allzu kraii. Alice Hechh al« ZirkuStänzerin Radiana erfreute durch ausdrucksvolle» Minenfpi«! und Frida Richard gab der rührenden Gestalt der Mutter w bekannter Weif« FndaU und Leben. Die geschmackvoll« Ausstattung lag i« den bewährte» Händen von Professor Lhotka. »Exzellenz Unterrock". Bei der zurzeit m den Svort-Palast-Ächt« spielen lausenden Grotesk« von Dommvnn und Deqe erregt lediglich da» Schlußbild mit den gut entwickelten Drlllwaen da« Interesse de« Zu« schauer». Höber« Ansprüche stellt der Rokokofilm ,Er.zellenz Unterrock" nach dem gleichnamiaen Roman von Adolf Paul. Da« llnlrigenspiel an den europäischen Höfen wird in kräftig konzentrierter Form dem staunenden Publikum beigebracht. So ging tt als»— dem Film zuiokg«— damals in den höchsten Kreiien zu. Zchaudervoll, böchlt schaudervoll— Geipielt wurde von der majestätischen Adel« Sandrock kal» Kaiserin Elisabeth) und dem wütend intriganten Albert Tteinrück sal» Beaumarchais) recht bübnen- gewandt und wirkungsvoll. Dagegen erschien der oder die Ebevalier d'Eon ziemlich hölzern. E« gelang Marion Regler nicht, die geheimnisvolle mann- weibliche Rolle glanbbatt zu gestatten. Sic blieb im Marioneltenbatten stecken. Di« Kairerichen Dekorationen mögen gut sei«: man konnte sie nur der durchweg schlechten Beleuchtung wegen nicht genügend würdigen. Da« Derra-Dbeater in der Hardenberastraß« bringt in dieser Woche außer dem von uns bereits anläßlich einer Pressevorfübrung gewürdigten Film.Christian Nabnichaii«' Vorträge Margarete Kupfers. Der auf dem Programm stehende Sketich konnte wegen Indisposition von Anita Dickstem nicht zur Darstellung gekangen. Hierfür sprang Eliiabeth Graupe ei» und erntete mit zwei gut ausgeführten Tänzen wohlverdienten Beifall.__ Hroß-Serliner parteknachrichten. Heute. Dienstag, ben 5. Aprll: lt.«Mt» echi>»-b«>fl. Jftiedfii««. TH Uhr_ im Reftaueaot Engelhardt. Der echte deutsche Seeschiffvhrkskag. Der vom Deutschen Nautischen Verein und vom N�a»d deutscher Seeschisservereme«inberufen« achte deutsche schiffahrtstag wurde gestern in der Aula der Handels schule von dem Vorsitzenden. Senator D i m p k c r- Lübeck eraffiiK.'- Als Vertreter des Reichspräsidenten war Staatssekretär Dr. Albert erschienen, ferner Ministerialdirektor v. Ionquieres, der Eher der Marineleitung Admiral Behncke. sowie Vertreter de, Reichs- tags, des Reichswirtschaftsrats, des Reichswirtschastsministermms und anderer leitender Stellen. Der Generaldirektor der Hapag. Geheimer Oberregierungsrat Dr. C u n o, sprach über den Wieder- aufbau unserer Handelsslott«, der mit der Wiederherstellung der deutschen Wirtschaft überhaupt in engstem Zusammenhang stehe. Ein Blick in unsere Häfen zeig« dos Ueberwiegen der ausländirchei* Flaggen, nur zögernd zeig« sich diedeutfcheFlagge auf kleinerv Schiffen und es gelte alle Kräfte zusammenzunehmen, um allmählich dem Wettbewerb des Auslands entgegentreten zu können._ Wir müßten uns darauf beschränken, in erster Linie Frachtschiffe zu bauen, während der Wicherherstellung des Posiogierverkehrs nur in'der Bereinigung von Fracht- und Perfonenschüsen Rechnung ge- tragen werden könne. Redner berührt« kurz die Bestimmungen des Nersailler Friedens, bei denen menschlicher Will« glaubte der natürlichen Entwicklung der Ding« vorareiien zu können. Was habe die Wegnahme unserer Schiff« den Feinden genützt?� Gegen alle Mutmaßungen der Sachverständigen Hab« der Weltschiffsraum jetzt schon wicher den Stand vor dem Kriege weit überschritten. so daß in englischen, französischen, japanischen usw. Häfen unsere früheren Schiff« auflägen und nur Konfervierungsarbeit benötigten. So würden uns unsere Schiff« allmählich auf dem Umweg über ausländisch« Firmen zurückver kauft. Ferner gelangt««ine Entschließung zu? einstimmigen Annahme, in der die durch die Tagung verkörperte Schiffahrtswelt sich nach- drücklichst zur schwarz-weiß-roten Flagge bekennt. Für diese Stellungnahme seien allein praktisch« Gründe maßgebend: nautische und kaufmännische Erwägungen, sowie überlegte Rücksicht auf die unwandelbare Anhänglichkeit der Auslandsdeutschen un di« altert Farben. Die Resolution empfiebli höchst überflüssigerweise, auf dem Wege einer allgemeinen Abstimmung die Auffassung des ge- samten deutschen Volkes zur Flaggenfrage feststellen zu lassen. Rartin-üuther-Gir. inni, 6ikuna der strelsvo? stände«. 20.«tele R»i»I<«»ß»rs.(»U Uhr itn Rajkiau» R-tnIckendors-Ost ), Hauptstraß»,-rweitect« steei�vo-ftand�sizrng. Iste ktadt- und Ctzirls* kaal)._____, W M_______, »ecardneteu sowie von jeder At stetovoestandasizang. tpie tztadt- und B»z! .............._____ tieilung zwei HarstandoiuItgNedir werben ge- beten, vollzählia zu ertck, einen. il. Abi. atarlvtteiidurg. 7 tlbr bei Baad». Kafleeln-Anintfia-Alle« Vi, Frauenaben». Reserentin Frau Dr. Wezscheider:..Eoziale Hygiene und Kinder» erziebuno". A. Abt. üharlottevbvrg. 7 Ahr hei»arkllo.«l-ckjstr. Eck, Srünstraße. Sißunq sämtli-ver Funktionär«. IIS. Abi. ChftUiiBua. 7 Uhr bei Eonelt, Eckarnweber-, Eck« Jüngste. 32, Sitzung sämtlicher Funktionäre und Beteieberertrauenslevt«. stungsoeislistlsch« Vereinigung SPD. Stepp« I««prlh«s» UnttaaWtf: 714 Uhr bei Hoch, Ehausieeste. j«, Literarischer Abend. Vortrag de» Genossen stramm.— Lichtenberg! 7 Uhr bei Schlenkrich, Eimplanstr.i Uhr hei Bauer, Sratz« strankfmter Str. 1, Sitzung stimklicher stunklianäre. Bitrlebsuertrauenoleute und Elternbelrät». Sie Stzirkvkührer muffen unbedingt mü Witgtieberverzeichni« erschein«» Ober Veriteur damit «tUfiuden, »l. Abt. Eherlnttentnrg. m Uhr Zohlatemb. L Trupp« h«i Schallbach. ««ni-in�-lisabech-Str. ff. K. tau. Sie>»ee»ft»di. 7zj Uhr bei S»«sankt. Sitzung sämtlicher Am» "ix. Abt. Lichterselde. 7tz Uhr srn««sangvkoal dar Oberrealschul«. Ring- stratz« l,(Sri; t.rclot r' ontinluK g. Lageeordnung: l. Bericht de« Vorstande». st. Reuwahl de« Borsmnde». ff. Partelgnaelegenheiten. im. Abt. Beeaischnt-Ubweg. TV) Iftt bei Haitz, vaumschnlanstr. TO, Sitzung sämtlicher stunkttonae«. ttff. Abt.»riinen. 8 Ubr i-n stokal Boed«. armenick, r Str. tVt, abend. Referent Otnpffl BIuhm«:„Entwicklung der Familie�. Fr« Mädchen al« tbäste wiMonuneo. 12*. nnd IM. Ab». Penke». 7 Uhr gahlaben» in dl» bekannten Sruppew lokalen. IM. Abt. Penie». 7 Uhr bei Schmidt. Wollankstr. US,«eneraloersawin. lung. Tagesordnung! 1. Bericht de« Borstande».!. Reuwahl de» Abteilung vorstände», ff. Verschiedene«. Frauen- Frauen und gm Tagesordnung! l. Bericht de« Borstande».!. Reuwahl de, __.....de», ff. Verschiedene». Achtena. B»p und Tele«r«phle! 8 Übt Berkawmlung sstnitlich«, Ber> »,ouen«Ieute bei Schultz, Slisabethstr. ZO. Reierent(Senosse Adels Aulchlck: „Die Stellung der Beamten jU den letzten politischen Borgängen". Freie Auosprache.____ Senchtszeitung. prima od« preiswecl. Bor dem Paksdamer Wuchetgerichi tanb durch Freüpruch dos Lrrsohrei, seinen Abschluß, in das der Ob- mann der Potsdamer Schlächterinnung, der Fleffchermsister Paul LippoU» verwickelt war. L. Hot seinerzeit gegen die von zwei Bot?» damer Schlächtersirmen veröffentlichten Inserat«, in denen Fleisch» waren zu niedrigeren Preisen, als sie in den Ladengeschäften üblich waren, angeboten worden sind. Einspruch erhoben. Diese Tatsach« wurde so gedeutet, al« ob der Dbermeistrr mit seinem Einspruch er- reichen wallte, daß das Potsdamer Preisniveau nicht gedrückt würde. Di« Zeugenvernehmungen ergab«», daß dies» Absicht nicht bestanden hat. Es kam im wesentlichen darauf an. daß die beiden Inserenten im Wortlaut ihres Angebot« die Abkürzung pr. verwendet und als greismert gedeutet hatten, während sie der Obermeister als prima eutete. Der Angeklagt« hatte durch seinen Einspruch nur verhüten wollen, daß geaen die übrioen Schlächtermeifier der Verdacht ent- stünde, sie vertaufien aus Eigennutz zum Rachtekl de» Publikums das Fleisch teurer als die beiden Jnsepenten. Da, Potsdamer Wuchetgtuicht billigte di« Gründe des Angeklagten und sprach ihn nach dem Anttoge de» Staatsanwalts frei. /tos aller Welt. Eisenbahn- und häuserban durch Arbetlergruppen in paläskina. Das Arbeitsamt der jüdischen Arbeiterparteien in Polästlno üb«. nahm den Bau der Eisenbahnstreck« Petcch Tikwah— Ras El Ein, wo- durch ISO Arbeiter einig« Wocken lang beschäftigt werden. Edens» wird der Bau der Streck- Ludd— Surafend von einer gleich großen Arbeitergruppe durchgeführt. Die Zionistisch« Kommission in Jerusa- kem übergab den Bau von 14 Häusern in der Näh« der Kokoni» P-tach Titmob einer genossenschaftlichen Gruppe jüdischer Arbeiter, die ihrersesi« einige sochnerständige Baukriter anstellte. Die Gruppe hat einige Wagen»md Zugtier««ingestellt und will nach Möglichkeit dazu übergehen, die Zurichtimg der Kalksteine selbst vor- zunehmen. Di« Lebensmittel beschafft sie genossenfchanüch Man hofft, durch die genossenschaftliche L rbeusübernahm« gleichzeitig dem FolkenderArbeitslöhn« entgegenzuarbeiten, da, fich nauer- ding» bemerkbar macht. Ameritauisch« Daumwollsvende für die Prem« Kinder. Die omerikanlkche Firma Tom B. Oman« u. Eo. tn R«w Park hat zum Besten der Bremer Sinderhilf« fünfzig Lallet»«exitonisch« Baum- wolle gestiftet. Soziales. Sport. WiMh*' BpnOtaM ntimHUwtorf.«. SS ufct, iw Büraetaattöi, A«inick«lldorf'Oft, SitzMTg.»üflev erscheinen. Frei»««tzwiwwer,«h«l»ti»»»i,rg. Diui-t-g. de» i. April, abend» 7 Uhr. bei Aohue» Echlotzstr. 42, Ritgriederversutürhms. Das Reich als Arbeitgeber. Aus Elberfeld wird uns gefchmben: Beim hiesigen V er so r- gungsamt lirüher Bezirkskommando) wurden mit dem 31. März 1921 sämtliche Angestellte(76) entlassen. Dies« Auge- stellten wurden auf Grund des Reichstarifs vom 4. Juni 1920 besoldet. Die getätigten EinzelvcrtrSg« erschienen dem Reichsardeitsministe- rium in ihrer sinauziellen Auswirkung al» zu hoch, obwohl die Ge- hälter weit unter dem ortsüblichen Satz zurückblieben. Das Reichsarbeitsministerium ordnete die Kündigung der Lerträge an. Obgleich ein Einspruch gegen diese Kündigung nach dem Z 84 des Be» triebsrätegesetzes gerechtfertigt war, hat das Reichsarbeitsmmisteriuin die endgültig« Entlassung aller derjenigen Angestellten o«rsügs. die sich nicht mit der von ihm anzuordnenden Besoldung einverstanden. erklärten. Man mutet« hierbei den Angestellten zu. Verträge ohne Angab« der Höhe des Gehalts zu vollzichen. Das Reichs- arbeitsministerium könnte also nach Vollziehung des Vertrages will- lürlich Gehälter hineinsetzen, die der wirtfchasllichen Laxn absolut nicht entsprechen, und die Angestellten wären dadurch gesetzlich an dies« gebunden. Da die Angestellten diese« Lnsimten ablehnten, wurden sie entlassen. Ein vom staatlichen Schlichtungsaus- schuß Elberfeld am 9. Dezember 1920 zugunsten der Angestellten gefällter Schigdssvruch fft kettens de, RAM, bi, heut« nicht anerkannt oorben, vielmehr mußten die Angeftelltcu emn Klage gegen den Fiskus anstrengen. Ganz abgesehen von ollen unangenehmen Weiterungen, die den Artaesrellten durch die Entlassung erwachsen, schadet man den Kriegs» beschädigten durch die Entlohnung. Das alt« Personal, welch«« am den fchwierlgen Umgang mit Kriegsbeschädigten eingestellt ist und bei der bevorstehenden Umanerkeunung oll« Kräfte emseyen müßte, um ein« möglichst rasch« Abwicklung der BeriorgungSgeschatte zu gewährleisten, wird entlassen, um ungeschulten billigeren Kräften Platz zu machen. Hier muß dringend Abhilfe geschasten werden._ Erhöhung der Gesaugeuenarbeilvlöhue. Mit Wirkung vom 1. April 1921 ab werden laut justizministe- rieller Verfügung vom 30. März 1921 die von der Justizverwaltung und von Strafanstaltsbeamten zu entrichtenden Gefangenen» arbeitslöhn« wie folgt geändert: Bei Arbeiten für die I u st i z- Verwaltung sind zu erheben für Arbeiten, die«im handwerksmäßige oder technische Vorbildung voraussetzen oder besondere körperliche Anstrengung erfordern, ö bi» 8 M. für den Tag; für Arbeiten, welche von jedem oollarbeitsfähigen männlichen oder von den weiblichen Gefangenen geleistet werden können, 4 M. für den Tag. für untergeordnet« Arbeiten entspreckzend geringere Sätze. «ei Arbeiten für Strafonstaltsdeamte find zu etstrichten: für dt« Anfertigung von Schneider- und Schuhmacherarbeiten, für klein« Ausbesserungen der Haus- und Dienstwohnungen�ein Tage- lohnsotz von 3 M. Für Arbeiten in Beamtendienstgärten oder Anstaltspachtländereien. für Holzspalten imd Abtragen von Feuc- rungsstoffen ein Tagelohnsatz von 2 M. Such dies« Sätze sind unseres Erachten« noch reichlich gering bemessen._ Wohnungsbau al» Enverbsloseufürsorge. Ein« Förderung des Wohnungsbaues mit Mitteln der modu!- tioen Erwerbslosen sürsorgs im Sinne der Bestimmungen de» Reichs- arbeitsministers ist, nach emem Erlaß vom S. Mörz, grundsätzlich lirsowett ausgeschloffen. als für denselben Wohnungsbau ein Reichs- darlehen oder ander« Mittel des Reichs als Unterstützungen gewährt werden. Das gleich« gilt auch lür die seitens des Staate« gegebenen Varlehen. Im übrigen rechtfertigt die große Arbeiklosigkett im Baugewerbe auch»ach Ansicht der Reichsregierung die Fördern na des Wohnungsbaues aus Mitteln der produktiven Erwcrbslosensür- sorge. Der entscheidende Gesichtspunkt für die Aus- wohl aus den zahlreithen Bauvorhaben ist. daß nur solch« mit Mittel» der produktiven Erwerbslosenfürsorg« gesärdert werden können, durch deren Ausführung für die Dauer«ine vorteil- haftere Verteilung der Arbeitskräfte herbeigeführt oder neue Arbeitsgelegenheit geschaffen wird. Da« trifft insbesondere zu, wenn Wobnungsbauten dem Uebergang von Arbeitskräften aus einer Sfttdt ftt ein iändlich?« Arbeitsverhälwis dienen, darüber hinaus für all« Wohnbauien. von denen«in« Steigerung der lavd. wirtsiwitlichen Crzeuamtg ober der Erzeugung einheimsscher Roh- sioffe oder Betriebsstoffe erwartet werden darf, viiszunehme« sind hierbei Wohnungen, deren Errichtung nach den besonderen u,r schriften für die Errichtung von Bergmannswohnungen mtterfllltzt werden kann.___ Sriefkasten»er Redaktion. ««LLLSMSdW?''* «. tz. T.»f.dtn«te sich«i tzi» dortig» G»>>i»indeoertr»ttiNg.— Ni, ,»», «alt»». Sl» Rnwartsckakt ist wieders»a Aus�enomme,» oder dutck frrtwilliae B-tttoaol-isniro da» B». s>ch«rung»ne-dal!ns»«rveuert und kanar NickZIMilM«»SN» AUfkUKfT: MCSCAMT FRANKFURT A.M.U&ERLIN Theat�r,lichtspie/.: Frühlings Erwidtea fir. Schaaspielhaas Be) « Venedig 4. Abend) (KarlstraBe) 7 Uhr: Kaufmann r (l. Abteilung Mi. 7: <2. Abteilung Kaufmann' r. Venedig mg. 4. Abend) TheRgcr t. d. KOniqtfratzer Str. 7 jo uhoKagby fSteinr/ck, Qlißner, BTTdt Richard Pointner, Bot») Mitiyfoch: Salome(Orska) Do/nerstag: Rugby Freitag: Rugby KomSdlenhans tm u.< Das weiße Lämmchen mit Max Palianberg Berliner Theater Fritzi Massary anr noch diese Woche in „Die spanische Nachtigall" tu; Frlkzi Massary waAmana, Eromy Sturm, Roberts, Kiper Lessing-Theater "V Uhr. zum 50. Male: Ein idealer Gatte Mitnr.7Vt: Flamme(Dorsch) Dona 7V.: Ein idealer Oette Freit B/z! Flamme(Dorsch) Oeutsöies SQnstler-Tlieater Allabendlich 7". ühr: DieScheldangsrelse mit Mar Adalbert frianon-fheater 7Vi Uhr: ROSEN VON Heimann Sgdertnunn. I Olga Limburg, Karcia Tülle.' Kite Haack. Herrn. Vallemin. 1 Jul.Falkenstetn.Heinr.Scbroth Wim. Bender Central-Theater vi/, uhr: Die PostmelsteilQ Deutnehea Opernbau* vy, uhr: Carmen Prledr.TVlIhelnint.Tli 7": Uhr: Solieit dlelänzeriD Kl. Sehaoapleltaans r�uur: Reigen. Komlnche Oper 7�: Laderchen l.actaplelhans TU Uhr; Arnold Rleck in Die«panische Fliege netropol-Ttacatetr uhr: Die blaue Haznr Steuen Opereeteiitheat. 7>/, Uhr: Fritz Werner Der laeMe Etiemann ette» VolUkthroter ?>/, uhr: Nora l»ckUIer-Theat.Cli«rl F/jUhr: Jeltclen Gebert Thalia-Theater 7v. uhr Mascottcben Th juu\ oUcn.lorfplatr 7 uhr: Venn Liebe erwseb Theater des Weatens F/.uhr: Sebwalbenboebzell Th.l.d.Kommandaotenstr. T'/.uhrBenerjöngieAilo Wallner-Theater T.uhrDIeTanzgrälin W alhal la.Tbeater T-AUhn Vogeihandler Residenz-Theater Täglich 7V» Uhr; Das Privileg Paul Wegkner. Lucia HaiHch. Ilke Orflnlng. N. Edgar Licbo. itg. 4 Lady Wlndtrm. Fächer Kleines Theater Täglich 7V« Uhr: H. Schrot h, Mady Chrlrilun«, F.. MamelecL. Hai! Aibers, Casino-Theater Lothringer Str. 57. TägL V«S Nur noch bis Inkl. 7 April: Der Großfürst Freitag, 5. April, zum I. Malet Das neue Berliner VolkKitOcfc Bollrlcb dt Soha Stg. 51/»: Bfttder Balthasar Rennen in Mariendorf Mittlre cli, den 6. 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Vollziihtges und piintt- liches Erscheinen nndeding« notwendig: Ansragen, itu deren Beantwortung dieEinsicklnahme derKassenblicherusw. notwendig ist, sind spijteltcns drei Taae ner der Sitzung im Kassenlo.'ät schriftlich abzugeben. >»17 Der vorstand. schöne, dlchte' langschaitcnde Wim- per», schnelles Wachs- tum durch vlanler- Auxenbraucnsaftill! KM. Dunlel glänzende Auaen- brauen durch„Oriola-, echt u. unverwaschbar iärb. i» blond, braun u. schw. M-Ili.Wl. Cito Reichel, Brrli« 43 Metall aiaiifsstelle Osten. Grüner Weg SC zahlt Tagespreise für Kupfer, Messing, Biei, Zink etc. MWe"J,u\bÄt,n Bebe, vlalfmonn, gchde- nicker Straße Zt.' | Schokolade, Pralinen, Bonbons ♦ ♦ : wie immer sehr preiswert und gut Große Auswahl in Milch-, Creme- u. Schmelz- Schokoladen, bekannteste Marken. Angesammelte Restbestkndc-von Schokoladen-Spltz- kuchen weit unter Fabrikpreis Verkaut nur an Wicderverkaofer G. 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Sre müssen die Unterschrist des Wähler« tragen und tn einem Umschlag mit cher Anffchnst„Wahlzettel- portofrei an den Vorsitzenden des Aufsschtsrats des Allg, Deutsche.� Verficherungsvcreins a. G. in Stuttgart eingesandt werden. vi« tkivsonbung der wahlzeNel motz elnlauseude Wahlzettel bleiben nnberüc Stuttgart, den 3. April 1921. bis jnm 30.«rfol«« sein; spülep fichligk., Allgemeiner Deutscher Versicherungsverein a.erhemden, nur ganz ge» te, verlangen sofort Eebrü- der Borchardt, Pappel- alle« 78179.__ 53/18 Schlafanzüge. Geübte Nähe- rinnen, ich und außer dem Hause, verlangen sofort W. Magner t»lrum»inl« Eiaaar, großes Lager neuer und gebrauchter Instrumente. Sckerer. Ehaulleestrali« 105. EsArrsGer albrenner 850,—, Touren- rad, alles billig. ner, Gttfchtnerstr. 7».» Ksufgesuche Prismengläser kauft Haller, Neue«ö- nigftraße 19o._____ 8303b» Linien- 149»» Photo npparate, lläfet Fahrradankons, straße 19. Silbers; KöpenW .. Waat, (gegenüber Mänteuffelsttoße) kauft' Zahn- gebtsse. 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Freitag 5 Uhr in den Vereins» und Äonzertsälen, Kammandantenstr. Sä/M Versamm» lung. Bericht von den Lohnverhandlungen. Deutscher Transpartarbelterveibaud. Mittwoch 3 Uhr hei Witte, Postslr, 23, für alle in der Damenhittc- und Puhhranche beschäftigten Nolleginnen und ftollegen Eruppcuversamoiwng.— Gruppe Oes«, Fette und Petroleum: Mitt- woch 7 Uhr bei Prasser, Michaellirchstr. 2Z, Versammlung. Tagesordnung: 1. Soll unser Tarifvertrag gekündigt werden? 2. Aufstellung der neuen Forderungen. 3. Wahl einer Berhandlungskommisston. Arbeitnehmcrvcrband für das Friseur, und Kaargewerb«. Donnerstag TH Uhr Engelufer 13:„Die Bedeutung des Genossenschaftswesens". Referent Genosse Stithmer. Die Fachschul« befindet sich Neue ALnigstr. 28. Verantw. lür den rcdakt. Teil: Dr. Werner Peiier, Charlottenburg: für Anzeigen: Tb. Glocke. Berlin. Verlag: VorwSrlZ-Verlag G.m.b.H.. Berlin. Druck: B„r- wärts-Vuchdruckerei u. BerlagSanstalt Vaul Singer u. Co.. Berlin. L-ndo istr: 3. Hierzu 1 Beilage. Eine genommeue Festung. Einen schönen Erfolg haben unsere Bremer Genossen zu ver- zeichnen. In der Woche vor Ostern wurde auf der Bremer Werft ?lktienaelelltlbaff Zfteker der Zl r b e> t e r r a t neu gewählt. Die für die uneinnehmbare Festunc! der Kom- gezeigt, daß der Einft'.'ß der Liste der Ünab Aktiengesellschaft Weser der Arbeit errat Weser-Werst galt bisher � munisten. Tic letzte Wahl hat aber„„„. VKP. sehr bedenklich zu schwinden beginnt. Die hängigen erhiell 1700 Stimmen(im vorigen Jahre löiS), die sozialdemokratische Liste 1477(393) Stimmen. Die Kommuntsten zähllen 3829(3184) Zlnhänger. Die Stimmenzahl ist infolge der Verstärkung .......„..... der Belegschaft um 1741 gegen das Vorjahr gestiegen. Z)ie Wahl- sich mit dem K ö hl en t r a n s p o r t beschäftigen darf, solange der l betelligung war aber um über 12 Proz. geringer, weil die Syn- Äoh'enslleik anhält. Wird dieser Beschluß angenommen, so wäre er! dikatisten nicht mitmachten. Danach hat die Liste der Unabhängigen gleichbedeutend mit der vollständigen Einstellung des ge-l Partei 12 H Prozent, die unserer Genossen 2 75 Prozent und die nfinenfa) ßesenmänfel */' Trag ConänentachRegenrnanfel mit Conti» nental-Regenhut Neueste Formen— für" Damen, Herren, Kinder— tadellos sitzend — in allen einschlägigen Geschäften, So gut wie Continental» Reifen. von � füglich bei rheumatischen Erkrankungen Zu Haben In den Aootheken Billige Wirtschaftsartikel Emaille Sdimorfopfe r-rt« 7-» em 1 6 zirka 26 cm 20M Kasserollen zirka 20 cm 97ä zirka 22 em IT* Maschinenföpfe.................... 580 7" Schüsseln Ä 5a 6°° � 675 Schaumlöffel......................... 2 15 2" Suppenlöffel......................... 3" 3" Brühsiebe............................... 590 Eimer zirka 28 cm...................... 1650'19CO Glesskannen................ l�bull" Blumensprüher................ �bulS7* Blumensprifzen............... 6abi.2700 Blumenkellen........................... 6� Pflanzhölzer...........................3" Unkraulhacken........................... 1" Gurkenhacken.................... 9" 12� Hacken.............................. 3�1»- 8" Garten-Gerüte Wasserschlaucft v.; Mir 2080•i."M(r.3259 Schlauchwagen.............. 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Ä" Kasserollen i«bis2ocm.sotujs«jtk 55M Alpaka- Esslöffel................. 9" Alpaka- Kaffeelöffel................. 5" Brotmesser................. 7" Küchenmesser......... 95pi. 17S Bestecke................... 9" 16" Tischmesser................—..... 8" Dessertmesser........................... 7" Eierschneider........................... 11" Blech-Kaffeemühlen........ 29" 31" Brolschneidemaschinen m�Swdi 64" 7009 Brotbüchsen................... 32" 35" Brotkörbe.............. 975 11" 16" Krümelschaufeln m» v«,«»... 29" 32" Konsol: Sand, Soda, Seife........ 18" Gaskocher...................... IS71 22" Gaskocher gejchiossen, 2 Koclulellen...... 97" Wirtsdiaftswagen............ 27" 31" Tafelwagen es kg geeichn...... 145" Fleischmaschinen............ 57" 77" Tablette Hoiz................... 18" 24" Besteckkasten...... 8" 12" 13" Rolltischdecken rund.. 6m 8" 10" Waschbretter.................... 6" Wäscheleinenzirkadom.......... 9" Rosshaarbesen........ 17" 19" Rosshaarhandfeger........ 11" 12" Schrubber........................ 3" Teppichbürsten........ II23 Möbelbürsten Kok«.. 5" Möbelpinsel........ 4" Stiefel-Qlanzbürslen........ 95 p«. Handwasch bürslen................ 75p(. 4" 14" 12" zlM 55 Eierkisten . Eier 16 75 60 Eier 22 so Zinkwannen mjtoizbodenSS00�?50! Zinkzober m»«0,.� 950013500 Eierkarton»p««..... 4�«Eier 775| Hermann Tietz 'Zum SchuSanfang' Heffe„w«..aQ| Federkasten 1 7s 750 Papier. I* Blatt stark........... V#�FPi. 1 von■ bn/ f?