Nr. 261. Erscheint täglich außer Moutags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vor mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 8. November 1894. Expedition: SW. 19, 33enth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Quittung. " Die Erklärung des Verbandsbureaus ist rine Perle 15,-, 2. Rate 5,-, Sa. 10,-. Hamburg, rothe Hochz., Breitestr.41,1,20. Hamburg, rothe Bude, Hopfenmarkt 15,-. Hamburg, F. W. unfreiwilliger Komit. Sie besagt:" Der von uns veröffentIm Monat Oktober gingen bei der Parteikaffe folgende 6,70. Hamburg, Ueberschuß einer Kranzspende 2,55. Hamburg, lichte Gesetzentwurf zur Regelung der ländlichen ArbeiterBeiträge ein: von der Werkstelle Ladge ut. Delfe 10,-. Hamburg, Bau am Altenburg 300,-. Apolda, D. St. B. 10,-. Berlin, Bei- Mittelweg Borgfelde, 2. Rate 20,-. Hamburg, Bau an der Stresow verhältnisse hat in neuerer Zeit in der sozialdemokratischen träge der Wahlkreise: 2. Kreis 556,50. 4. Streis( Dit) 500,- ftraße, 1. Rate 16,-. Hamburg, von J. 1. D., Bau an der Presse einige Besprechungen und Angriffe erfahren, die uns 4. Kreis( Südost) 300,-. 6. Kreis( Moabit) 200,-( darunter: H. B., Harten und Stresowstraße, Billhörnerröhrendamm, 19,25. den deutlichsten Beweis dafür liefern, daß wir mit dem Beuffelstr., 5,-, Wette zwischen Tillüger und Jhde 1,-). 6. Kreis Imenau, Ueberschuß vom Zigarrenkonsum d. Weißgerber 10, Gefeßentwurfe den Leutchen sehr unbequem geworden sind, ( Oranienburger Vorstadt, Wedding und Gesundbrunnen) 450,-. Königsberg, K. M. 30,-. Lübeck, Wahlkr. 200,- Langen- denn sie suchen unter allerhand sinmentstellenden Deutungen 6. Kreis( Schönhauser Vorstadt) 200,-. 6. Kreis( Rosenthaler bielau, durch A. Kühn v. d. Genossen aus dem Eulengebirge 50,- eine Agitation dagegen hervorzurufen, die ihren Unmuth Vorstadt) 250,-( darunter von einer rothen Hochzeit Butbufer- Lauenburg a. G., gef. auf einem rothen Geburtstag der darüber sehr deutlich zeigen, uns aber zugleich die Gewißstraße 21 1,30. Berlin div. Beitr: P. S. 50,-.. B. 50,-. Rothe Böttcher 3,05. Landeshut i. Schl., von Genossen 15,-Mülheit geben, daß sie selbst von dem guten Einfluß auf die Buchbinder aus der Grünnstraße 10,-. Behn Kontobuch- Arbeiter hausen i. E., einer, der den Himmel auf Erden sucht 3,- dadurch zu erwartende Sicherung unserer Arbeitsverhältnisse Oranienstr. 119 4,35. C. W. 2,-. Von Frl. M. L. 5, Von Marburg, Spaziergang 2,63. München, X. 9, 3. 3 awei Genoffinnen 5,-. Von Frauen 200,-.. S., ein Trink Neudamm, sielbewußte Genossen 5,70( dav. amerit. Auft. 1,70). überzeugt sind." Dem Genossen Dr. Quarck wird dann vorgeld 3,-. Dr. L.. 40,-. Schriftgießer Sch. W. 5,03. Buch- Nauen, von den Tabakarbeitern 6,-. Neuendorf bei Nowawes geworfen, daß er als Abonnent der Mittheilungen" den binder d.„ Vorm." 10,-.. B. 75,-. J. B. 25,-. Amerit. Auktion P. H. 1,- Neustadt i. Schl., v. Genossen 15,-. Offenburg, Gesetzentwurf schon seit März d. Js. in Händen gehabt gemüthl. Beisammensein Wörtherstr. 19 b. Schmidt 10,50. Pußer v. d.„ Gesellschaft" 10,-. Ottenfen, Schwalbenhochzeit 4,20. habe und daß ihm dieser Artikel sehr schwer geworden folonne Müncheberg 5,-. Für 2 Monate v. Mitgl. d. u.-Dr. 9,30. Ottensen, fidele Geburtstagsfeier durch A. 8,50. Pforzheim 10,- sein muß", weil er ihn im„ Sozialpolitischen Zentralblatt" Amerit. Auftion Berlobungsfeier v. M. H. u. R. P. 3,06. Buch- Reichenbach, ges. auf dem Kinderfeste 19,-. Roßwein, v. d. erst im September veröffentlichte. Er habe den Unterschied drucker- Personal des„ Vorwärts" 100,- Sächsischer Staats- Rothen 10, Schönlante, von sämmtlichen Bigarrenarbeitern zwischen Gesinde und ländlichen Arbeitern" durchaus angehöriger in Moabit 20,-. D.. in N. 2, Tischler durch C. Meyer 13,30. Straßburg i. E., Vorwärts! 50,- nicht begriffen", H. „ Vol den Zuständen der Arbeitstaffe E. durch Billhardt 14,50. F. B. 48 70. Durch A. V. Solingen, durch den Vertrauensmann 65,- Sagan 5, verhältnisse auf dent Laude nicht die geringste Kenutbeschädigter Rauchtisch-75. Für einen Vortrag im ersten Tiefenfurt, durch den Vertrauensmann 12,-.„ Vorwärts" Wahlverein v. G. Wagner 3,-. Rother Geburtstage Kluge 3. Quartal 1894, 18 796,80. Velbert 30,- Wittenberge d. niß", und es ist fonach das ganze Machwerk als ein leeres Phrafengebimmel anzusehen." Dann folgt eine Ab5,55. Tischlerwerkstatt Neumann Reichenbergerstr. 51 8,-. Frischbier 3,25. Junold 1,-. Kellerarbeiter bei Schuster it. Baer 8,35. Gießerei schlachtung des Vorwärts": derselbe legt unserem GesetzPrinzenstraße 25 10,- Wolter, Büschingstr. 7, Ueberschuß der entwurf Motive unter, die eben nur in dem Gehirn eines Bierprozente 10,-. Tugendbund( September und Oftober) 14,-. geradezu verbohrten Agitators entstehen können, um damit Arbeiter von Schuster u. Baer 17,75. Bochum, gesammelt auf eine Heßerei zu treiben, die ihnen( sic!) natürlich ohne mannigS. gemüthliche fcheinen müßte." Unsere Zusäße zu der Berichtigung" Suchslands waren derart giftig", daß er( der Vorwärts") dadurch wieder verräth, mit welcher inneren Verbiffenheit er sich gegen den ihm durch das Preßgesetz auferlegten Zwang fträubt." Soweit die sachliche" Entgegnung der agrarischen Verbandsleitung. Es ist uns ganz lieb, einmal solch' eine gedrängte Probe der Form und des Juhaits wörtlich geben zu können, welche die Auslassungen dieser GrundbesizerOrganisation auszeichnen. Sonst beliebt man von dieser Seite unsere Aeußerungen als möglichst unüberlegt" und oberflächlich" hinzustellen; jetzt heißt es umgekehrt, die Arbeit eines unserer Schriftsteller über die Suchsländerei müsse, dem Herrn recht schwer geworden sein", weil er sich gründlich Zeit nahm, das Attentat, das in Gestalt eines Gesezentwurfs vorlag, kritisch zu zergliedern und seine Arbeit veröffentlichte, als es ihm paßte, ohne Agrarier darüber zu fragen. Der Gesezentwurf soll uns ,, unbequem" geworden sein; in Wirklichkeit haben wir denBerlin, den 7. November 1894. Für den Parteivorstand A. Gerisch, Kazbachstraße 9, 1 Treppe. " ereiner rothen Sochzeit birthschaft 2,40. Bremen, tothe Hochze3mm Attentat auf die deutschen fache Berdrehungen und unlautere Zusätze aussichtslos cz Landarbeiter Einweihung einer Hollestr. 9 durch H. B. 5,45. Boppard 3,-. Belgien, vom rothen Sachsen 1,60. Breslau, rothe Brüder, Klosterstr. 46 1,65. Crefeld, eifriger Leser der, Niederrhein. Voltstribüne" 5,- Cottbus, Stamm ergreifen jetzt endlich in der neuesten Nummer 5 ihrer Mit tisch Hoeges Restaurant 5,-, Rothe Hochzeit 2,-, J. S. 32 3, theilungen des Vorstandes des Verbandes zur Verbesserung der Sa. 10,- Gaffel, gemüthliche Maler beim Spaß 5,-. Droffen ländlichen Arbeitsverhältnisse für die Provinz Sachsen" 2c. 1,-. Dölau bei Greiz, amerikanische Aultion grüner die Urheber des famosen Gesetzentwurfes, den wir bereits Jungens 1,40. Dresden- Pieschen, rothe Hochzeitsnach zwei Mal gekennzeichnet haben, das Wort. Ihre Entrüstung feier in Mickten durch 2. 4,50. Dessau, von Frauen und Mädchen 21,- Eving, für eine gepfändete darüber, daß wir uns zu einer Kritik der Suchsländerei Pfeife vem Bäckermeister P. 2,11, von den rothen Knappen 3,39, erfrecht haben, tennt natürlich keine Grenzen. Die Bolemit amerit. Auft. 1,30, Ga. 6,80. Gisleben, gef. v. Frauen u. Jung- gegen unsere Artikel, zu deren Wiedergabe selbstverständlich frauen 30,55. Eldena, von Arbeitern 10,- Freiburg i. B., S. der Raum fehlt", sowie gegen denjenigen des Genossen 5. 2, Firenzoa, P. 3oppi 20,08. Fürth, rother Rauchfang Dr. Quarck im Sozialpolitischen Zentralblatt" füllt nicht 5,95. Faltenberg( Oberschl.) 2,-. Gera( Reuß) 50,- Gold- weniger als sechs von den zwölf Druckseiten der berg( Schlef.) 50,05. Görlig, a. d. Görlitz- Laubaner Wahlfr. 50,-. Gefau, gef. i. Schöneburger Hof 2,-. Hamburg, v. zwei sozialdemo- Mittheilungen" aus. Von zwei Seiten gleichzeitig wird Gefau, gef. i. Schöneburger Hof 2,-. Hamburg, v. zwei sozialdemo- bas agrarische Geschütz auf uns abgefeuert. Das Vertratischen Staatsbeamten 40,-. Hamburg, von einem sozialdemokratischen Staatsbeamten 20,-. Hamburg, Uebersch. vom bandsbureau" tritt mit einer Erklärung auf, und Suchsland Gr. Burstah 2-6 19,65. Harburg, A. T. 20,05. Hamburg, 3igarren- selbst liefert einen langen Artikel. Sehen wir uns beide fabr. v. Böhling u. Muhle 15,40. Bigarrenfortirer B. u. M. 1. Rate nach der Reihe an. Feuilleton. " " Das ist wiederum ein Irrthum, in welchem Sie sich befinden," erwiderte der Doktor, indem er sich eine starke 32 Schnitte von Hammelsteule nahm. Wenn Antoine ein Mensch wäre, er wäre nichts mehr werth, als dreiviertel Erinnerungen eines Kommunarden. feiner Mitgeschöpfe." Aus dem Französischen von Jakob Audorf. Weil dieses vorläufig Ihr letztes Diner in Paris ist, mein lieber Wiederauferstandener," fing der Doktor an, strahlend vor guter Laune, habe ich der Köchin befohlen, unsere Tafel extra gut zu versorgen und ich selber habe den Wein beforgt. Antoine". " Major?" Außer unserer Katharine weiß teine Seele um die An wesenheit dieses Herrn?" Reine Seele, Major!" Du hast nicht etwa geplaudert, wenn Du getrunken?" " Blandern, Major!" erwiderte Antoine in beleidigtem Tone. Plaudern! Sie haben für die Zunge:" Hahn in Ruh!" befohlen, und das ist genug gejagt." Es ist gut. Gieb unserem Rosat" eine doppelte Portion Hafer. Wir werden diese Nacht eine scharfe Fahrt haben." " Rosat" war ein starkes Pferd, ein Teufel von einem Pferd, welches nicht seines Gleichen hat," meinte Antoine. Um 91 Uhr, Major?" Wie ich befohlen!" Antoine machte aus militärischer Gewohnheit Kehrt", mit der rechten Hand in der Höhe des Auges. Thue des Guten nicht zu viel!" ermahnte der Doktor. Reine Gefahr, Major, ich werde aufpassen," beruhigte er im Fortgehen. " Das ist ein Mensch, ein treuer aufrichtiger Mensch, dieser brave Antoine!" tonnte ich nicht umhin zu äußern, als wir allein waren. Wie?" sprach ich bestürzt, das ist nicht" „ Ein Mann? Gewiß nicht! Antoine ist ein Hund. Sie kennen doch den Ausspruch Charlet's:„ Das Beste am Menschen ist der Hund!" Nun also, Antoine ist ein solches zweibeiniges Geschöpf, von welchem Charlet spricht." Während der Doktor auf diese Weise mir seine philosophischen Anschauungen über die Menschen im Einzelnen und menschlichen Verhältnisse im Allgemeinen mit der Gabel und dem Tranchirmesser in der Hand auseinandersetzte und zwischen durch auf gute und glückliche Reise austieß sehen wir nach, was sich in dem Hause am Boulevard Clichy ereignete. Fünf Minuten vor Neun verließ der Baron Meylan einen Miethwagen, welchen er nicht weit von der Wohnung Sylvia's verabschiedete und lenkte seine Schritte dem Hause zu. Die Pforte, welche die Einfahrt in den Hof verschloß, war gewöhnlich bis elf Uhr geöffnet und erlaubte Fußgängern sofort eine schattige Allee zu betreten, welche bis zur Treppe des kleinen Hauses führte. Aufgeregt durch den doppelsinnigen Inhalt des Briefes, welchen er von Sylvia empfangen, hatte er sich gekleidet wie ein Bräutigam am Tage der Hochzeit und er bewegte sich vorsichtig auf den Fußspizen vorwärts. Als Sylvia ihn kommen sah, eilte sie vom Fenster fort in ihr Schlafzimmer, nahm aus dem Kästchen das Billet, welches sie am Abende vorher zu wiederholten Malen gelesen, verbarg es in ihrem Mieder und ließ den kleinen Revolver in ihre Tasche lgleiten. Dann ging sie dem Baron entgegen ihm zu öffnen. Dieser klingelte schüchtern. die " Lieber Better, seien Sie willkommen," begrüßte ihn Sylvia, als sie ihm die Thür öffnete. Wie versteinert verharrte der geckenhafte Baron mit weit aufgerissenem Auge von der Schönheit des bewunderungswürdigen Wesens geblendet, auf der Schwelle der Wohnung. " Zürnen Sie mir noch, lieber Kousin, daß Sie mir nicht einmal die Hand reichen?" fragte sie ihn mit ihrer melodischen Stimme in einladendster Weise. Onein, nein!" stotterte er mit vor Aufregung ers stickter Stimme und indem er sich auf die ihm dargereichte Sand stürzte, küßte er dieselbe mit so glühenden Lippen, daß es Sylvia vom Scheitel bis zur Sohle mit Abscheu durchzuckte und ihr schönes Gesicht sich mit Todtenbläffe überzog. Als der Baron den Kopf wieder erhob, erschreckte ihn das bleiche Aussehen Sylvia's und besorgt richtete er die Frage an sie: " Sind Sie etwa kraut, Kousine?" Nein, das eben nicht; doch habe ich von Zeit zu Zeit Herzklopfen. So, jetzt ist es schon vorüber," sprach sie lächelnd. Haben Sie die Güte, näher zu treten, Kousin." Der Baron machte eine salonmäßige Verbeugung und bemerkte mit einem Blicke, als er den Salon betrat, durch die halb geöffnete Thür des Schlafzimmers, wie die weichen, schattenhaften Umrisse eines Bettes sich in verlockender Weise abzeichneten. Der Salon sowohl wie das Schlafzimmer waren durch eine Alabasterlampe, welche matt von der Decke herniederstrahlte, erleuchtet und in dieser halben Dämmerung winkte ein breiter Divan, auf welchen Sylvia ihren Besuch durch ein Zeichen sich niederzusehen einlud. " Setzen Sie sich," sprach sie mit Anmuth, und erlauben Sie mir, daß ich das Fenster schließe. Ich glaubte, das Unwetter würde vorüberziehen, aber es scheint im Gegens theil gerade zu beginnen." " " versammlung des Verbandes zur Verbesserung der ländlichen Politische Leberlicht. " in ganz Deutschland auf ein Jahr abgeschloffen geschlossen. Die Volkssouveränität ruht in der Volksverbrechen, die Eingeborenen mißhandeln, die Weiber schänden, elben den Genossen auf dem Lande bekanntlich als Damit ist die Widerlegung" des Suchsland zu Endes und fällt gewöhnlich ins Gegentheil und das ist das gefähr beste Agitationsschrift empfohlen. Und so geht das und wir können ihn mit der Versicherung verabschieden, lichste Stadium, bis er den richtigen Mittelweg gefunden hat. Gegentheil von Wahrhaftigkeit durch die ganze Erklärung" daß er uns wieder ein Viertelstündchen heitersten Genusses Ist dies geschehen, so wird auch der Neger ihn verstehen, ans des Agrarierverbandes. Sie dient als klassisches Beispiel und werthvoller Bereicherung unserer Kenntnisse von einem dem er dann viel, sehr viel machen kann. Er fann die guten für den bekannten Satz:" Wo keine Gründe vorhanden sind, echten Agrariergenie verschafft hat. Seine Auslassungen er kann ihn entflammen zu hohen Leistungen, ja zur SelbstEigenschaften, die in ihm schlummern, zur Entwickelung bringen, Dort wird geschimpft." stehen mitten zwischen den erbaulichen Kundgebungen eines verleugnung. Hört der gute Einfluß des Europäers auf, so fällt Aber nun zum Haupthelden des Stücks, zu dem Rechts- Unternehmerverbandes, der ländliche Arbeiter dorthin ab der Neger schnell wieder in seine alte Trägheit und Sorglosigkeit, anwalt Suchsland und seiner Entgegnung. Er hat in seiner schiebt", wohin es ihm paßt, der bedauert, daß Soldaten- und zurück. Da eine richtige Behandlung des Negers sich gewöhnlich Berichtigung" von Anfang Oktober indirekt bestritten, Gefangenenarbeit in diesem Herbst sehr knapp zur Ver- erst aus einem längeren Studium seines Charakters, aus Direktor des Bundes der Landwirthe" gewesen zu sein. Da mag fügung standen 2c. In diese Gesellschaft gehört der Suchs- längerer Praris ergiebt, so sollte man mit allen möglichen es zunächst zur Kennzeichnung des Herrn dienen, daß er offenbar land und sein Gefeßentwurf. Mit ihr ist dieser dem Fluche Mitteln darauf hinstreben, darin bewährte Kräfte sich zu ers balten. Aus denselben Gründen ergiebt sich für den Führer der seine persönlichen Verhältnisse zu verschleiern gewohnt ist. In grenzenloser Brutalität preisgegeben. Truppe die Nothwendigkeit, die Vorgesetzten nur, wenn durchs dem offiziellen Protokoll der Verhandlungen der Generals aus nöthig, zu wechseln. Man soll die Religion, Sitten und Gebräuche des Afrikaners strengstens respektiren, soweit dies irgend Arbeiterverhältnisse 2c." vom 14. Dezember 1893 heißt es angeht besonders bei den Mohammedanern- damit man nicht wörtlich als Aeußerung des Vorsitzenden, Landrathes von Berlin, den 7. November. das Gefühl der Anhänglichkeit durch das Bewußtsein eines Werther, daß ,, Dr. Euchsland nach Berlin berufen wurde," Die Verworrenheit unserer politischen Lage war Glaubens- und Raffenunterschiedes stört. Man habe ein williges um dort die Stelle des leitenden geschäftsführenden Beamten wohl noch niemals so groß, wie in jebiger Zeit", so be- geduldiges Ohr für Klagen, für Einholen von Rath, für die beim Bunde der Landwirthe zu übernehmen.... Er ist ginnt die" Germania" ihren Leitartikel im dritten Blatt Mittheilung von Sorgen und Wünschen, denn das befestigt das gegangen und Herr Jordan ist eingesprungen. Was ihrer Sonntagsnummer. Und wer wollte der„ Germania" Butrauen, wenn auch dabei die Geduld oft auf eine harte Probe gestellt wird. Der Afrikaner ist sehr leicht mit einer ihn in soll man nach dieser offiziellen Feststellung zu der Berich- unrecht geben? Wenn wir von den ersten zehn Regierungs- Hoffnung erhaltenden Antwort zufrieden gestellt. Das bekannte tigung" Suchsland's sagen? Auch über unsere Andeutung, jahren Friedrich Wilhelm's IV. absehen, haben wir in bukra inschalla"," kescho inschalla" oder„ labda kescho" daß er mit einem vielgenannten Wurzener Gemeindebeamten Preußen und Deutschland wohl noch zu keiner Beit( morgen, so Gott will", oder vielleicht morgen") sind in Afrika identisch sein dürfte, gleitet der sonst so schreibselige Held eine so verworrene Lage gehabt. Welchen Kurs" hat die goldene Worte für Jemand, der mit tausend möglichen und unmit völligem Stillschweigen hinweg. Es wird also Regierung? Hat die Regierung einen Kurs"? Haben möglichen Anliegen angegangen wird. Eine schroffe Ablehnung beides zutreffen, trotz der Berichtigung", nur daß die wir überhaupt eine Regierung? Herr v. Köller und Fürst oder Zurückweisung trägt dem Ungeduldigen ben Namen bwana Herrlichkeit der leitenden Stelle" beim Bund der Land- Hohenlohe das ist keine Regierung. Das ist ein Ver- kali( der böse Herr) ein. Wenn man berücksichtigt, daß der wirthe inzwischen wieder aufgehört hat. Auch Suchslande legenheits- Minister und ein Verlegenheits- Kanzler, aber feine es erklärlich finden, daß er schroffe Ablehnung meist nicht be Afrikaner keinen Begriff hat vom Werthe der Zeit, so wird man haben ihre Schicksale... Die„ fachlichen" Erwiderungen, Regierung. Ein Uebergang, ein Provisorium. Nichts End- greift, und daß er sich mit einem Hinausschieben leichter tröstet die der Haupturheber des Attentates auf die deutschen giltiges und Stabiles. Aber ein Uebergang wozu? Wohin? als ein Europäer.-1 Landarbeiter bringt, gehen nicht so ganz in bloßer Niemand weiß es. Ja, noch einmal: haben wir überhaupt Sehr schön das, und es kann fast Buchstabe für BuchEchimpferei auf, wie die Erklärung" des Verbandes, sie eine Regierung? Der Monarch ist keine Regierung. Preußen stabe von uns unterschrieben werden. Neu ist's freilich bringen sogar einige neue und interessante Mittheilungen; hat seine Verfassung so gut wie das Reich. Und persön nicht. Von Livingstone, der Afrika zum ersten Male aber ändern können sie an dem Urtheil über das versuchte liches Regiment des Monarchen, was Absolutis- durchquerte, ohne daß ihm ein Haar gekrümmt worden wäre, Attentat gar nichts. Bemerkenswerth ist zu Anfang das mus ist, verträgt sich weder mit der preußischen Landes- haben wir dasselbe schon vor dreißig, ja vierzig Jahren Geständniß, der Gesezentwurf wolle die einjährige Lohn noch mit der deutschen Reichsverfassung. Also wer und wo gehört. Die Neger sind eben Menschen, und wer sie fuechtschaft auf auf dem dem Lande auch wirklich rechtlich ist unsere Regierung? In anderen Kulturländern ist Laune als Menschen behandelt, fommt mit ihnen aus. Wenn sichern", da das Arbeitsverhältniß in der Regel und Zufall aus der Regierung nach Möglichkeit aus Europäer als Räuber und Mordbrenner ins Land einwird.' Wir quittiren dankend über diese Offenheit, deren tretung; öffentlich und jedem sichtbar arbeitet die Regierungs- dann können sie natürlich auf freundliche Gefühle nicht Begründung übrigens mit den Thatsachen, namentlich maschine. Personen mögen kommen und gehen die Re- rechnen; und sie müssen es sich gefallen lassen, von den bezüglich der Wanderarbeiter und Tagelöhner, die ja gierungsmaschine bleibt und arbeitet weiter. Bei uns ist Wilden" mit so tödtlicher Verachtung behandelt zu werden, hauptsächlich auch der„ Segnungen" des Gesetzentwurfes die Volksvertretung nicht ausschlaggebender Regierungsfaktor wie jüngst die Vertreter unserer afrikanischen Achttheilhaftig werden sollen, in schreiendem Widerspruch steht. hinter ihr, mehr oder weniger verborgen, machen andere millimeter Kultur von Witboi in dessen klassischem Brief, Doch darauf kommt es einem Suchsland nicht an. Sodann Faktoren sich geltend; die verschiedenen Theile der Regierungs- der eins der interessantesten Kulturdenkmäler ist. wird der Versuch, den ländlichen Kontraktbruch durch maschine arbeiten nicht zusammen, arbeiten sogar häufig gegen So weit, so gut. Dieser nämliche Wißmann schreibt Reichsgeseh strafbar zu machen, damit entschuldigt, daß jene einander, und so ist's ein ruckweises, stoßweises Arbeiten, aber in den nämlichen Aufsätzen folgenden fast unglaubStrafbarkeit für das Gesinde schon im ganzen Deutschen das natürlich kein gedeihliches sein kann. In den lichen Unsinn: Reiche mit Ausnahme von Baden bestehe. Eine bessere Be Kreisen, welche sich für die leitenden ausgeben Reine Thätigkeit ist geeigneter, den Europäer für die richtige stätigung dafür, daß die edle Absicht der ganzen Suchs- und aus denen heraus die Regierung besorgt wird, wohl Behandlung der Neger zu erziehen, als die militärische. länderei darin besteht, den Landarbeiter durch erweiterte gemerkt, wir sagen nicht: in den Regierungskreisen- herrscht Wer jahrelang Rekruten ausgebildet hat, lernt sich in Gesinde Ordnungen zu versklaven, konnten wir uns offenbar die vollständigste Rathlosigkeit; die Meinungen Geduld zu üben, der Individualität feiner nicht wünschen. Bitteres Unrecht haben wir dem Suchsland schwirren kraus durcheinander. Der Eine will den Staats- untergebenen Rechnung zu tragen, um auch dem freilich bezüglich der genauen Meldepflicht des Arbeiters streich, der Andere will mildere Maßregeln". Und wozu? bald erkennen, daß er in den Negern eine noch in den Kinder. intellektuell tiefer stehenden gerecht zu werden. Er wird und Arbeitgebers" gethan. Nicht des Unternehmerintereffes Sur Bekämpfung des Umsturzes", von dem Jeder sich schuhen ste cenbe Rasse vor sich hat. halber soll die mittelalterliche Kontrolle eingeführt werden, andere Vorstellungen macht, und mit dessen Bekämpfung ein Man traut seinen Augen taum! Der Unteroffizier, sondern der Arbeiter halber. Oft muß ein Angeklagter Jeder andere Biele verfolgt, andere Hintergedanten ver mit seiner„ Geduld"- o Ihr Millionen deutscher Monate lang in Haft sigen, nur weil ein nothwendiger bindet. Alles was wir wissen ist, daß man vom„ Umsturz" Rekruten, was sagt Ihr was sagt Ihr dazu?- soll der beste Beuge nicht aufzufinden ist." Solch ein gutes Herz hat schreit" und daß die lautesten Schreier selber Männer Erzieher für die Neger sein! Bei Herrn Wißmann besteht der Suchsland! Wer lacht da?... Und ebenso un- des Umsturzes" sind, des Umsturzes von Oben, des offenbar noch eine sog." Verwerfungsspalte", die die logi schuldig ist seine be- rühmte Begriffsbestimmung des Ge- Staatsstreichs. schen Schlußfolgerungen plöglich verschlingt. Man findes, nach welcher der ganze" Körper zu jeder Zeit" zur Der preußische Etat für 1895/96 soll den Berliner spricht von einem Roth toller, von einem Blaus ,, ausschließlichen Verfügung" der Herrschaft steht damit Politischen Nachrichten" zufolge mit einem Fehlbetrage von foller, der beim Anblick der rothen und der ist( nach Suchsland) nichts weiter gesagt, als daß das Ge- 40 Millionen Mart abschließen. Man kann diesen offiziösen blauen Farbe entsteht. Herr Wißmann hat augenfinde nicht zwei Herren dienen tann." Nur die sittliche" Versicherungen nicht trauen, denn es ist eine alte Tattit, scheinlich einen Blauroth Roller der Anblick einer Auffassung des Vorwärts" kann etwas anderes heraus- daß Regierungen, die neue Steuern und sonstige Einnahme- Uniform lähmt feine Dentfähigkeit. Gerade der„ miliLesen, was vielleicht im Zukunftsstaate, aber nicht bei uns quellen verlangen, die Finanzlage/ möglichst ungünstig tärische Geist" ist es, was der Fluch unserer Kolonialder Gegenstand rechtlich bindender Verträge sein kann." schildern. politit war, und sie zu einer so unerschöpflichen Quelle der Den angeblichen Unterschied zwischen den bekannten StrafSchande und Mißerfolge gemacht hat. Und gerade der registern und den fuchsländischen Melderegistern für ländmilitärische Geist" ist es, dem wir verdanken, daß die weisen liche Arbeiter erläutert der gute Mann jetzt dahin, daß Regeln, die Herr Wißmann über die Behandlung der Neger die Strafregister angeben, was eine Person unrecht gethan giebt, nicht befolgt worden sind. hat, die Vorschläge des Gesetzentwurfes dagegen nur, wo fie beschäftigt ist. Daß der Meldenachweis über die Beschäftigung ebenfalls nur dazu dienen soll, die Strafe für angeblichen Kontraktbruch so härter voll strecken zu können, verschweigt der Suchsland natürlich. ihn dann zu dem Zusah führt: es allerdings auf die Artikelschreiber im Vorwärts" nicht zu, denn von ihnen kann man annehmen, daß sie Unrecht thun, wo sie auch immer beschäftigt sind." Muß der Mann einen ohumächtigen Zorn haben! " Reichskommiffar Wikmann veröffentlicht im Militärischen Wochenblatt" einige Aufsäge über Afrika, bie ein wunderbares Gemisch von kluger Welterfahrung und beschränktestem Kastenvorurtheil sind. Er sagt: Die Behandlung der Eingeborenen soll in erster Linie eine gerechte, streng unparteiische sein, denn der Wilde hat wie das Kind ein feines Gefühl für ungerechte Behandlung, Zurückseßung oder Bevorzugung. Gerade weil der Neger die weit höhere Stellung des Europäers anerkennt, besteht das wirksamſte ErM 120 Es ist wirklich ein psychologisches Räthsel, wie in einem Menschenschädel so viel Verständniß und Unverständniß dicht nebeneinander wohnen kann. ditur Das ist so feine„ fittliche Auffassung", die ziehungsmittel darin, ihn bis zu einem gewiffen Grade als seines find die höheren Lehranstalten angewiesen, in den anzuerkennen, als hat zwei Stadien durchzumachen, bevor er den Neger, je nach Be ift. Jeder Europäer, der zum ersten Male nach Afrita tommt, gabung, früher oder später richtig beurtheilen lernt. Zunächst überschätzt er ihn, wie man es häufig allem Fremdartigen gegenüber thut; dann sieht er ein, daß er sich sehr getäuscht hat, Ist es möglich? In den Zeitungen lesen wir: Durch eine Verfügung des Kultusministerium 3 an Aegir", zum Gegenstande einer Besprechung oberen Klassen die Dichtung des Raisers, ben, Sang machen zu lassen. Wir können nicht glauben, daß das Kultusministerium eine solche Verfügung erlassen hat, die in ihrer Wirkung darauf hinauslaufen müßte, den in all unseren Schulbüchern dem Abscheu der Jugend preisgegebenen Byzantinismus Ein blendend heller Blig, unmittelbar gefolgt von einem O ich glaube, ich glaube Jhuen," murmelte der Baron, des verfaulten Oströmerreichs( Bas Empire) auf deutschem heftigen Donnerschlage, schnitt ihre Rede ab. Aber bei dem außer sich vor Freude und preßte feine Lippen auf eine Boden zu züchten. Sollte es aber doch der Fall sein, so bleichen Licht, welches auf einen Augenblick den Raum er Hand, welche sich ihm nicht entzog. Sie wissen, theure fragen wir: wird nicht der Justiz minister eine Verfüllte, sah sie dem Baron, wie seine Satyrblicke begehrlich Sylvia," sprach er mit zitternder Stimme weiter, indem fügung erlassen, durch welche die Schüler, welche das auf sie gerichtet waren. er sich ihr auf dem Divan näherte," Sie wissen, wie sehr kaiserliche Gedicht ungünstig beurtheilen, gegen einen Und Sie bewohnen diesen Pavillon allein, theure ich Sie liebe! Nein, gewiß, es war nicht Ihr Vermögen, Majestätsbeleidigungsprozeß Koufine?" begann er zu fragen, indem er mit einem neu- Sie waren es, nur Sie, welche ich einzig und allein liebte, werden? Mag der Monarch dichten, komponiren, sagen gesichert gierigen Blick die Wohnung musterte. welche ich liebe und anbete!" Bei diesen Worten sank er und thun was er will, aber wenn er in die Konkurrenz knieend nieder und streckte bittend die Hände zu ihr empor. der Geister eintritt, Sylvia hatte sich erhoben und betrachtete ihn bedingungen gleich sein, und darf dem Monarchen dann müssen auch die Kampfschweigend. Sie schritt stumm nach dem Schlafzimmer, nicht ein Monopol des ob's gewährt werden, wie öffnete die Thür, und beleuchtet von dem wollüftigen dies durch die Majestätsbeleidigungs Baragraphen thatScheine, der voll und ganz ihre schöne Gestalt umfloß, sächlich geschieht. Daß hier Wandel geschafft werde, liegt richtete sie nochmals auf ihn einen Blick, der ihn mit einem vor allem im Interesse des Monarchen selbst. Was ist das Sage in die Höhe schnellen ließ. Mutterseelen allein! Ich wollte eigentlich die Frau, welche mir den Hausstand besorgt, heute Abend bei mir behalten, aber die arme alte Frau ist kraut und ich schickte sie nach Hause zu ihren Kindern. O, ich fürchte mich vor Nie mand, selbst nicht vor Ihnen, Lucien!" erwiderte sie mit fast schalthaftem Lächeln. Ter Baron, welcher von Sylvia, die sich zu ihm gesetzt hatte, nicht den Blick wendete, machte alle Anstrengung, um seine Fassung wieder zu gewinnen. Lucien! Sie sagten Lucien zu mir?" hauchte er mit bebender Stimme. Lucien," seufzte sie. Der Baron näherte sich ihr mit einem Satze, umschlaug sie wie wahnsinnig und drückte mit seinen Lippen einen brennenden Kuß auf ihren zarten weißen Hals. Was hätte er nicht alles gethan?! " Lob werth, wenn der Tadel zwei Jahre Gefängniß einbringen kann? Ist es nicht ein zum Himmel schreiender Bustand, daß am Ende des neunzehnten Jahrhunderts im deutschen Reich, im Staat des Volkes der Denker" jeder mann, der seiner Ueberzeugung gemäß sagen würde, die Gedichte, die Kompositionen, die Reden eines Menschen taugen nichts, Gefahr liefe, in das Gefängniß, ja in das Buchthaus geworfen zu werden, wenn der Dichter, Komponist, Redner zufällig ein Fürst ist? Heißen Sie denn nicht Lucien?" Ja gewiß, aber niemals Fahl, die Augen blizesprühend, hatte Sylvia sich " Hören Sie mich an, lieber Better," unterbrach ihn mit dem unterdrückten Schrei eines verwundeten Panthers Sylvia in ernstem Tone, und erlauben Sie mir, daß ich mit einem Ruck losgemacht und ihren schwächlichen Anmich freimüthig ausspreche. Ich erkenne an, daß ich hart, greifer gegen die Wand geschleudert, daß er zusammenbrach. sehr hart verfahren habe. Meine ausschließliche Liebe zu" Da, da, bleibe da!" sprach sie, ihn mit imponirender Die Ansiedelungskommission als Futterkrippe. Jacques war die einzige Ursache meines früheren Verhaltens. Geberde an die Stelle bannend. Da ist Dein Play!" Und Als die Nachricht von der Gründung eines Vereins zur Thr großmüthiges und herzliches Echreiben, welches ich aus ihrem Busen den infamen Verhaftsbefehl gegen mich Pflege des Deutschthums in den Ostmarken" in die Welt wiederholt gelesen, hat mich aufs tiefste gerührt. Ich habe reißend und in der anderen Hand den Revolver in den ging, wiesen wir darauf hin, daß wir dabei derselben nachgedacht über meine Vergangenheit, über meine gegen Falten ihres Kleides verbergend, näherte sie sich langsam üblen Erfahrungen gewärtig sein müßten, die man bereits wärtige Lage und über meine Zukunft. Jetzt bin ich allein diesem Feiglinge, der fast bewußtlos vor Schred sie mit mit den Patrioten gemacht hat, die an der Futterkrippe auf der Welt und-Wittwe. Gewiß werde ich Jacques gläsernen Augen sprachlos anstarrte. der Ansiedelungskommission sich sättigen. Jezt sind abermals interessante Enthüllungen über das Treiben dieser heißhungrigen Patrioten ans Licht gekommen. ein geheiligtes und zärtliches Andenken bewahren; aber Lese!" grollte sie mit dumpfer Stimme und hielt ihm habe ich auch das Recht auf Alles, auf das Leben zu ver- das Papier dicht vor die Augen; es war Dir nicht genug zichten mit allen seinen Reizen? Glauben Sie mir, theurer den Bruder zu opfern. Du wolltest auch noch sein Weib! Lucien, die Reflexionen, welche mich bestürmten, seit ich Lese, Polizeispion, lies! Brudermörder, lies und stirb!" Ihren Brief gelesen, haben mich bewogen, trotz der Sie sette den Lauf des Revolvers gegen seine Schläfe Meinungsverschiedenheit, welche uns bis jetzt trennte, mich und drückte ab. meiner Familie wieder zu nähern." ( Fortseßung fo'gt.) Die Ansiedelungskommission verwendet ihre Fonds nicht nur dazu, polnische Gutsbesitzer auszukaufen, sondern auch um Stipendien an deutsche Gymnasia sten 11 n d Studenten zu verleihen, die aus den Provinzen Posen und Westpreußen stammen und die sich verpflichten, später als Aerzte, Nechtsanwälte, Lehrer, Richter, Beamte, evangelische Geistlich " und dergleichen in den gemischtsprachigen Gegenden des Ditens p Suszt( Ungarn), 6. November. Hier fam es anläßlich der| demokratisch. Die Tammany- Partei( New- Yorker Demokraten) neben ihrem Beruf für die Ausbreitung des Deutschthums Sorge Weigerung der Bevölkerung, die an der Cholera Verstorbenen erlitt eine völlige Niederlage. Der republikanische Kandidat für zu tragen. Indessen hat, wie der Schlesischen Volkszeitung" aus auf dem Cholera- Friedhofe zu beerdigen, zu einem Zusammen- den Gouverneursposten von New- York, Levi Morton, wurde mit Bosen geschrieben wird, die Ansiedelungs- Kommission mit diesen stoße mit der Gendarmerie, welche auf der Durchführung der einer Mehrheit von über 143 000, der Kandidat für den MayorStipendien während der neun Jahre, seitdem sie verliehen werden, Anordnung der Behörde bestand. Die aufgeregte Menge stürzte posten Strong mit einer solchen von 50 000 Stimmen gewählt. schon recht eigenthümliche Erfahrungen gemacht. Eine ganze An- sich auf die Gendarmen und versuchte denselben die Waffen zu In Pennsylvanien, wo der Tarif den Wahlruf bildete, siegten zahl deutscher Gymnasiasten und Studenten aus dem Osten haben entreißen. Die Gendarmerie mußte von der Schußwaffe Ge- die Republikaner mit einer Majorität von 213 000 Stimmen. eine Reihe von Jahren hindurch die sehr fetten Stipendien be- brauch machen. Ein Bauer wurde getödtet, viele ver- Maryland und New- Hampshire gewannen je 2 republikanische zogen. Dann haben aber die jungen Leute, trotzdem sie sich verwundet. 60 Personen wurden verhaftet, Rongreßsize, Louisiana bleibt demokratisch, Jllinois wählte repu pflichtet hatten, mindestens für eine Reihe Jahre in den darunter 20 Weiber. Die Aufregung dauert fort. blikanisch. gemischtsprachigen Gegenden des Ostens Anstellungen zu Mußte" von der Schußwaffe Gebrauch machen! fuchen, solche in Mittel-, Süd- und Westdeutschland gesucht Mußte? Wie im Fuchsmühler- Walde die Soldaten vom und angenommen. Darauf hat die Ansiedelungs- Kommission Bajonnet. an eine Anzahl junger Leute, die als Gymnasial lehrer, Realschullehrer u. dergl. Anstellungen in anderen Bundes Das Wettkriechen ist in dem ungarischen staaten gefunden haben, die Aufforderung gerichtet, die empfangenen Reichstag arg gestört worden. Der Abgeordnete Thaly Stipendien zurückzuzahlen, oder sich um Anstellungen in den Ost- erklärte sich heute Namens der äußersten Linken gegen jede provinzen zu bemühen. Die jungen Leute haben weder das Eine Sympathiekundgebung anläßlich des Thronwechsels in Ruß noch das Andere gethan, und um schließlich unliebsame Erland und er begründete dies mit der freiheitsmörderischen örterungen zu vermeiden, hat die Ansiedelungs- Kommission die Politik der Zaren, hauptsächlich gegen Ungarn und Polen. Sache auf sich beruhen lassen. Bei dieser Gelegenheit mag Die Kundgebung wurde zwar beschlossen, jedoch nur gegen übrigens erwähnt werden, daß manche deutsche Beamte in der eine starke Minorität, wodurch die demonstrative Wirkung noffen Schoenlant antwortet dieser, wie wir aus der Provinz Posen es verstehen, für ihre Söhne, Neffen und sonstige Wetterschaft so viel Stipendien aus der Ansiedelungs. Kommission des Schritts aufgehoben ward. herauszuschlagen, daß solche Familien durch dieselben einen regelmäßigen jährlichen Zuschuß von 1000, 1500. und mehr erhalten. odisht China Japan. Die chinesische Regierung hat fich das steht jetzt amtlich fest an die englische und die französische Regierung gewandt und formell die Hilfe der Mächte gegen Japan angerufen, dem militärisch zu widerstehen China jezt nicht in der Lage sei. Die chinesische Regierung hat sich bereit erklärt, Korea abzutreten und eine Kriegsentschädigung zu bezahlen. Schreiben des Fürsten von Fürstenberg an Ge Auf das vorgestern von uns veröffentlichte „ Leipziger Volkszeitung" vom gestrigen Tage ersehen, Crispi an der Arbeit. Aus Italien wird tele- sofort: graphirt: " Für Zeitungsberichte über mein Referat bin ich nicht verReggio dell' Emilia, 6. November. In dem Prozeß antwortlich. Was ich aber gesagt habe, brauche ich Es stimmt das vortrefflich zu dem Stichwort unserer gegen die Häupter der aufgelöften sozialistischen Liga nicht richtig zu stellen. Ich habe bei der Erörterung der kapitalistischen Gesellschaft: Enrichissez vous Bereichert wurde heute das Urtheil gefällt. Sämmtliche Angeschuldigten, süddeutschen bäuerlichen Verhältnisse, besonders des Kleinpachteuch! Wer auf die Klinke der Gesetzgebung selbst die Hand bis auf einen, wurden zur Ausweisung auf ein bis drei wesens, auf Sie als einen Großgrundbefizer hingewiesen, der legen kann, braucht sich nicht mit Kleinigkeiten abzugeben, Monate verurtheilt. Unter den Berurtheilten befindet sich auch über hunderte von Bächtern verfüge. Die Uebelſtände des Kleinaber auch die minder Begünstigten wissen sich aus dem all- der Deputirte Prampolini. pächterthums wurden eingehend dargelegt, und die bekannte gemeinen Säckel die Taschen zu füllen. Doch Patrioten Also Sozialisten auf grund eines Gesetzes ver- Thatsache habe ich ferner erwähnt, daß auf dem Schwarzwalde find die kleinen wie die Großen. Das patriotische Ge- urtheilt, das, wie Crispi ja„ auf Ehre" versicherte, blos ganze Dörfer verschwanden und ihr Areal zu anderen, forst klapper, die patriotischen Mäßchen gehören dazu, um dem gegen Anarchist en gerichtet sein sollte. Die Ehre" wirthschaftlichen Zwecken verwendet wurde. Auch daß Sie die Pachtbedingungen Ihrer Pächter jüngst geändert haben, habe ich eigensüchtigen Treiben die Weihe zu geben. So kommt Crispi's! festgestellt. Aus dem vom Parteivorstande demnächst herausdenn auch bei diesem angeblich patriotischen Werk der Angegebenen Protokoll werden Sie nach der stenographischen Niedersiedelung Deutscher in Posen und Westpreußen die handschrift den Wortlaut meiner Rede kennen lernen und sehen, daß greifliche Korruption heraus. Und was für ein Beamten ich nichts zu berichtigen habe. und Lehrermaterial ist es, das sich für seine spätere Staatserhaltende Thätigkeit an dieser Korruptionsquelle gestärkt hat! " Griechenland. Auch im Lande der Hellenen verbreitet sich der Sozialismus. Es bestehen dort zwei sozialistische Blätter. Im jezigen Augenblick beginnen unsere Genossen sich zu dem bevorstehenden Wahlkampf mit Macht zu Statt Schoenlant's Antwort und den stenographischen rüsten. Die Zahl der in ganz Griechenland aufzustellenden Bericht abzuwarten, veröffentlichte der Fürst von FürstenKandidaten beläuft sich schon bereits auf 50, eine berg seinen Brief in der Frankfurter Zeitung". Dies verDie darbenden Zuckerbarone find die Ersten ge- Bahl, die aber voraussichtlich noch bedeutend vergrößert anlaßt Schoenlant zu der Erklärung: Der Herr Fürst von Fürstenberg hat es vorgezogen, mit wesen, um von dem neuen Reichskanzler Trinkgelder zu werden wird. Wir führen hier die Auslassungen des einen fordern. Wie dringend nöthig sie in ihrem bedauerns- Parteiblattes an, welches folgendermaßen schreibt: Was seiner" Richtigstellung" herauszurücken, ehe er meine Antwort würdigen Elend einer solchen Staatshilfe find, wird durch den Erfolg unserer Thätigkeit anlangt, so wollen wir erhielt. Er hat sich gegen Anfchuldigungen vertheidigt, die ich die folgende der„ Vossischen Zeitung" zugegangene Buschrift unseren Lesern nichts im voraus sagen, doch brauchen mir gar nicht erhoben. Dies zur Steuer der Wahrheit! Leipzig. 5. November 1894. in das hellste Licht gesetzt: nicht zu verhehlen und sprechen es deshalb unumwunden Dr. Bruno Schoenlant, Mitglied des Reichstags. Parteinachrichten. Gegenüber den vielen Klagen der Agrarier über die Un- aus, daß es für uns außer allem Zweifel steht, ergiebigkeit der Landwirthschaft dürfte es Beachtung verdienen, daß ein Drittel der Kandidaten in das Parlament daß Aktiengesellschaften, die Güter besigen, aus ihnen sehr hohe einziehen und die Zahl der für uns abgegebenen Renten ziehen. Die Prenzlauer Zuckerfabrik, deren Stimmen viele Tausende erreichen wird. In dieser BeAftien nur in landwirthschaftlichen Kreisen sich befinden, zahlte ziehung stellt sich die Zukunft als durchaus günstig und Berichte vom Parteitag. Am Sonntag, den 4. November, 45 pCt. Dividende und hatte gerade beim Betriebe der Land- aussichtsvoll dar; aber freilich giebt es auch noch eine fand in Osnabrück eine gut besuchte Parteiversammlung statt, in wirthschaft, deren Erträge besonders ausgewiesen werden, sehr dunkle Wolke an diesem Horizont, über welche wir jetzt welcher Genosse Schrader Bericht erstattete über die Verland. bohe Erträge, Mir liegt der Geschäftsbericht der Zuckerfabrit uns des weiteren nicht auslassen wollen, da wir späterhin lungen des Parteitages. In einer einstimmig angenommenen Kujawien vor, deren Aktionär ich bin. Diese Gesellschaft besitzt das Gut Orlowo, das mit 310 000 Mart zu Buche ausführlicher darauf zurückfommen werden. Diese dunkle Resolution erklärte sich die Versammlung mit den Beschlüssen steht. Dieses Gut brachte einen Gewinn von 52 387 m., und Wolke sehen wir darin, daß die Sozialistische Beitung" felben einverstanden und versprach, für die Durchführung des Parteitages, und mit der Haltung der Delegirten auf dem wenn man die sehr hohen Abschreibungen von 5 pet. auf Ge- und die Sozialistenpartei der Hauptstadt, welche in der er der dort gefaßten Beschlüsse energisch einzutreten. Als Ber bäude, 10 pet. auf Inventar und Drainage abzieht, die 13 700 wähnten Zeitung ihre Vertretung findet, zu keiner Ginigung trauensmann wurde Genoffe Steen gewählt. Mart betragen, 39 000 M. oder über 12 pt. des Buch in der Auswahl der Personen gelangen können, die in den werthes. Dabei wurde an den verarbeiteten Rüben noch Wahlkampf eintreten sollen." Möge die Wolfe" zerstreut außerordentlich verdient, so daß die Gesellschaft 27 p Gt. Di vidende zahlen konnte. Troßdem schreien die Zuckerfabriken nach Ausfuhrprämien. M werden! " Zur politischen Emanzipation der Frauen. Aus England wird gemeldet: " In Greiz erstattete in einer zahlreich besuchten Versammlung Genosse Feustel Bericht über den Frankfurter Parteitag. Redner ging zunächst auf den Bericht des Parteivorstandes ein, sodanu sprach er über die erregten Debatten, welche sich über die Versetzung des ehemaligen Parteisekretärs Nur armselige 45 pCt. hat die eine, 27 pŒt. die andere Genossen Fischer nach der Partei Buchhandlung entsponnen Buckerfabrik verdient. Damit kann so ein armer Aktionär Für die nächsten Londoner Gemeinderath3- Wahlen hatten. Betreffs der Gehälter der Parteibeamten ist Redner, ja kaum bestehen. Es ist das zwar zehnmal so viel, als haben sich auch Frauen unter den Kandidaten gemeldet. selbst der Ansicht, daß dieselben momentan keineswegs zu hoch fonst ein Rentier für eine annehmbare Verzinsung seines Das diesjährige Distriktsraths Gesetz giebt ihnen das Recht feien; eine gute Kraft müsse immer entsprechend bezahlt werden. Kapitals ansehen muß, wenn er es in Staatspapieren an- dazu. In dem aristokratischen Rensington- Viertel sind gelegt hat. Aber der olle ehrliche Seemann und seine nicht weniger als fünf weibliche Kandidaten von den BewohneSpießgesellen haben doch noch weit höhere Prozente verdient rinnen aufgestellt worden." und deshalb kann ein Zuckerbaron sich noch immer für eine proletarische Bewegung handelt. Immerhin ist Man sieht aus vorstehender Notiz, daß es sich nicht um benachtheiligt ausgeben. Nur tüchtig schreien! Schreien ein Fortschritt zu verzeichnen. hilft zum Ziel. N Die Debatten über diesen Punkt benüßten hauptsächlich die Gegner sammt der Preffe, daraus Kapital gegen unsere Partei zu schlagen. Die Versammlung erklärte sich durch eine Resolution mit den Beschlüssen des Parteitages einverstanden. " Die Görlizer Parteigenossen erklärten sich mit den Be schlüssen des Parteitages im allgemeinen einverstanden. Als Bertrauensmann für den Görlig Laubaner Wahlkreis wurde Genosse Nixdorf, Dresdenerstr. 13, gewählt. Das Zentrum und die Umfturzvorlagen. Wie es Frankreich. Zwischen dem Kriegsminister und der den von Caprivi entworfenen und von Hohenlohe über- Budgetkommission herrschte längere Zeit ein Streit bezüglich In München berichteten die Genossen v. Vollmar und nommenen Vorlagen zur Bekämpfung des Umsturzes" er gewisser Etatsäße. Gestern hat nun die Rammer mit Schmidt über den Parteitag. Ersterer betonte, daß die gehen wird, hängt wesentlich vom Verhalten des Zentrums großer Majorität dem Kriegsminister ein Vertrauensvotum bayerische Streitfrage bezüglich der Budgetbewilligung nach dem ab. Man hätte denken sollen, daß die Erfahrungen des ertheilt, nachdem derselbe zur Zufriedenheit des Hauses Spruch des Parteitages als erledigt zu betrachten sei, daß unter Parteigenossen nicht die Rede sein tönne von Siegern Kulturkampfes genügt hätten, um die Zentrumsleute ein nachgewiesen hatte, daß der Effektivbestand der Armee und Besiegten, daß die von den Gegnern herbeigesehnte für allemal von der Neigung zu Zwangsmaßregeln gegen dieses Jahr um 15 000 Mann höher ist, als im vorigen Spaltung" eben wieder einmal nicht eingetreten sei. Die Presse und Vereine zu befehren. Aber während schon die Jahr.Versammlung nahm folgende Resolution an: Germania" die lendenlahme Versicherung ertheilt hatte, daß Zwischen Frankreich und Madagaskar hat der versammlung erklärt sich mit der Saltung und der Thätigkeit Die heute im Orpheum tagende, sehr stark besuchte Partei. " der Reichstag dem Grafen Caprivi aus persönlichem Vertrauen Krieg thatsächlich begonnen. Während einige Pariser ihrer Delegirten zum Parteitag in jeder Hinsicht vollständig eingewiffe Maßnahmen gegen den sogenannten Unsturz bewilligt Blätter noch tiefsinnige Betrachtungen über die Kostspieligkeit verstanden. Sie begrüßt die gefaßten Beschlüsse und ist überhaben würde, die man seinem Nachfolger nicht bewilligen von Rolonialfriegen anstellen, haben die Madagassen das zeugt, daß bei Erfüllung derfelben die Entwickelung unserer werde", kommt jetzt sogar das westfälische Zentrumsblatt Prävenire gespielt und die Feindseligkeiten eröffnet, indem Partei rüftig vorwärts schreitet und uns der Verwirklichung bes Tremonia" in Dortmund den polizeilichen Ordnungs- fie alle Franzosen im Innern des Landes ausgewiesen haben. Sozialdemokratischen Programms immer näher bringt. I'm Sinne lichtern weiter entgegen, indem sie schreibt: Da giebt es jetzt keine Wahl mehr der Bien muß, und der Frankfurter Beschlüsse handeln und wirken zu wollen, ist Wenn wir mitthun sollen bei der Verstärkung der äußeren nächstens wird die französische Expedition und das Gemeßel Aufgabe der versammelten Genoffen." Machtmittel des Staates unter dem Titel der Umsturzbekämpfung. losgehen. ED so müssen wir darüber beruhigt sein, daß Parteifonferenzen. Sonntag, den 11. November, findet in 1. ein vernünftiges Maß der Rechtsverschärfungen haben die Demokraten und Halb- Freihändler bei den dies- Regelung der Agitation für die bevorstehende Landtagswahl statt. In den Vereinigten Staaten von Nordamerita Gßlingen( Württemberg) eine Wahlkreisfonferenz behufs und Freiheitsbeschränkungen gewahrt wird, 2. der Mißbrauch dieser Mittel zur Bekämpfung der jährigen Herbstwahlen eine schwere Niederlage erlitten- Sonntag, den 18. November, Nachmittags 1/22 Uhr, findet staatstreuen Opposition nicht beabsichtigt wird, was bei der Unzufriedenheit, welche die schwankende, zag- im Felsen" in Villingen eine Wahlkreistonferenz des zweiten 3. die Ausbeutung der Umsturzgefahr zu Konflikt, Angftwahlen, hafte Politik Cleveland's und der Demokraten hervorrufen badischen Wahlkreises statt, wozu die Genossen der benachbarten Wahlrechtsänderung oder gar Staatsstreich ausgeschlossen mußte, niemanden überraschen kann. Das letzte Telegramm Frig Burger, Vertrauensmann, Billingen. Wahlkreise eingeladen werden. Anmeldungen nimmt entgegen über das Wahlergebniß lautet: 4. die Heilung des Uebels non innen heraus durch Pflege von New York, 7. November. Religion und Sitte, sowie durch Sozialreform nicht hint geben einen durchschlagenden Erfolg der Republikaner. An Beit am 23. Oftober wieder einmal eine öffentliche Arbeite Weitere Wahlresultate er- Von der Agitation. In Cottbus fand nach langer angesetzt wird." Golden Majorität wird das tinnen- Bersammlung statt, in welcher Frl. Baadernatt der gegenwärtigen demokratischen Ein vernünftiges Maß von Freiheitsbeschränkungen Repräsentantenhaus eine republikanische Mehrheit von 25 bis Berlin über die wirthschaftlichen Umwälzungen und die Hoffdas ist ein Widerspruch an sich. Wir sind jetzt schon in 35 Stimmen haben. Die Republikaner gewannen sechs Size nungen der Arbeiter" referirte. unserer Freiheit in einer Weise beschränkt, die für die Vertretung des Staates New York im Kongreß. imposanten Verlauf und dürfte nicht ohne Wirkung bleiben auf Die Versammlung nahm einen uns nicht mehr vernunftgemäß erscheint. Wer Georgia und Florida bleiben demokratisch. In Connecticut ge- die Frauenbewegung in Gottbus.- Ueber das Thema Urgarantirt denn ferner den Zentrumspolitikern, daß winnen die Republikaner drei Kongreßßiße, in Michigan fünf, in fache Stand und Wirkung des Berliner Bierboykotts fen Mißbrauch stattfindet, selbst wenn er nicht von den Massachusetts drei, Kalifornien wählte sieben, Weſtvirginien vier referirte in einer Volksversammlung in Cottbus der Genosse Regierungsmännern beabsichtigt wird. Hat denn die„ Tre- Republikaner. Der Urheber des gegenwärtigen Tarifgefeßes Wilson Millarg- Berlin. Derselbe erledigte sich feiner Aufmonia" ganz vergessen, was den untergeordneten Polizei- taner fiegten auch in der Staatslegislatur für Westvirginien. Die zirka 1000 Personen starke Versammlung nahm nach unterlag einer Mehrheit von etwa 500 Stimmen., Die Republi- gabe in glänzender Weise in 14 stündiger Rede. organen während des Kulturkampfes für Mißbräuche passirt New- Jersey wählte sieben Republikaner und einen Demokraten furzer Diskussion die Berliner Resolution einstimmig an. Troß find, unbeabsichtigte natürlich? gegen bisher zwei beziv. sechs. mehrmaliger Aufforderung nahm keiner der anwesenden Gegner Aus der weiteren Durchbrechung der Mac Kinley Bill das Wort. Zum Schluß wurde der Boykott über das Roltwig'sche und des Hochschutzolles wird also vorläufig nichts. Die Lokal verhängt. deutschen Fabrikanten hatten zu früh gejubelt. Die neueste Depesche lautet: ist, und endlich, daß Wenn das Zentrum so tief sinken sollte, irgend ein Ausnahmegesetz anzunehmen, dann ist es allerdings reif das für, mit den Nationalliberalen zu einem Ordnungsbrei Ausammengerührt zu werden. = # # In zwei Boltsversammlungen in Sudenburg und Neustadt bei Magdeburg behandelte Frau Emma Ihrer Berlin das Die Wahlen zum elfa lothringischen Landes- New York, Mittwoch, 7. November. In Wisconsin ging Thema:" Die Frau und ihre Rechte im Klaffenstaat". Die ausschuß, für den am 6. November ein Drittel der Ver- die ganze republikanische Kandidatenliste für die Staatsämter mit Referentin, welche sich ihrer Aufgabe in bester Weise entledigte, treter neu gewählt werden mußte, haben die Zusammen- einer Majorität von über 50 000 Stimmen durch. In Colorado erntete großen Beifall. setzung dieses doppelt destillirten Rentnerparlaments" unterlag der populistische*) Gouverneur dem republikanischen Gegenkandidaten. Den legten Berichten aus dem Staate Newyork Die Solinger Parteigenossen wählten ein Komitee, das wesentlich unverändert gelaffen. Es sind nur noch ein paar zufolge gewannen die Republikaner 16 Size im Kongresse. Indiana sich mit den Vorarbeiten zur Stadtrathswahl beschäftigen soll. abhängige Verwaltungsbeamte mehr hineingekommen. Das gewann 4 Republikaner; Jowa bleibt unverändert, Rhode Island Volk steht der ganzen Einrichtung fühl gegenüber. erfekt 2 Demokraten durch 2 Republikaner; Tennessee bleibt Banerukrieg überall. Aus Ungarn, dem Heimath-*) Populisten nennt sich in Amerika eine demokratische Spielland eines der ersten Bauernkriege des Mittelalters, wird art, die hauptsächlich auf den kleinen Mann", die Farmer zc. telegraphirt: Spekulirt. 7.1 " Der Kongreß des Zentralverbandes der Arbeiter in Dänemart" fand dieser Tage in Roskilde statt. Aus dem Kassenbericht geht hervor, daß der Verband diesmal mit einem Ueberschuß abschließt. Es wird dann nach längerer Debatte der Beschluß gefaßt, den Beitrag der Fachvereine an die Hauptkasse Der Vorstand euf monatlich 16 Dere pro Person herabzusehen. Es gelangten I wird von zentraler Seite auch heute noch anstandslos bei offenen| Kronmüller mit den Angeklagten vorgenommen, in dem dann eine Reihe rein interner auf die Verbandsleitung bezüg- Fenstern gearbeitet. Wohin das führen muß, ist für jeden Schaber seine dem Untersuchungsrichter Bucher gemachten licher Anträge zur Verhandlung. Ein Antrag auf Feststellung denkenden Menschen ersichtlich. eines festen Streitbeitrages wurde vom Antragsteller wieder zurückgezogen. Ebenso wurde beschlossen, den Kongreß auch in Zukunft alljährlich abzuhalten. Der nächste Kongreß findet in Röge statt. Parteipreffe. Die in Newyork erscheinende jüdische Arbeiter Zeitung", deren tägliches Erscheinen von dem 1. Oktober ab projektirt war, fonnte technischer Hindernisse wegen erst vom 15. ab in der genannten Weise erscheinen. Wie uns durch eine Korrespondenz von Newyork mitgetheilt wird, hat die Neuerung mit großem Erfolg Platz gegriffen. Der den alten Genossen in Deutschland Genosse August 3 wiebler befindet sich seit Monaten im Philadelphiaer Irrenhaus. bekannte mehreren Außerordentlich wirksam scheint der Boykott zu sein, welchen die Coswiger Genossen über das Lokal zum Gold. Schiff" wegen Saalverweigerung verhängt haben. Wie dem Boltsboten" nämlich mitgetheilt wird, hat der Wirth, welcher der Sozialdemokratie in übereifriger Liebedienerei gegen die herrschende Klaffe den Stuhl vor die Thür setzte, sich genöthigt gesehen, infolge mangelnder Frequenz seines Lokals die Bewirthschaftung desselben aufzugeben. Dem neuen Besizer dürfte es ebenso gehen, wenn er es nicht vorziehen sollte, den Sozialdemokraten seinen Saal zu Versammlungen zur Verfügung zu stellen, falls denselben die Genossen überhaupt benußen wollen. * Polizeiliches, Gerichtliches 2c. veranstaltet waren. Soziale Ueberlicht. J. A.: W. Daudert. Der Steinfegerftreik in Stettin dauert noch immer fort und dürfte wohl auch in diesem Winter faum noch entschieden werden. Bisher ist es aber den Meistern nicht gelungen, ausreichenden Ersatz für die Ausständischen zu finden, so daß zu hoffen steht, daß im Frühjahr die Meister auf jeden Fall nach geben müssen. Gerichts- Beitung. = Geständnisse widerrief. G3 wurde jedoch darauf, wie aus den Aften weiter hervorgeht, kein Gewicht gelegt, auch der Antrag, ihm( Sch.) einen anderen Vertheidiger zu stellen, wurde abgelehnt und beide Angeklagte wurden als Thäter bestraft. 1 gegen Bucher Durch die Zeugen, meist alte Leute, die schon im Jahre 1859 als Betheiligte verhört waren, wurde eine Beeinflussung durch den„ Aktuar" zum Theil zugegeben. Der Rechtsanwalt Schickler frägt einen Zeugen, ob Bucher ihm nicht Unverschämtheit, scham. lose Lügen, Heuchelei und dergleichen vorgeworfen habe. Zeuge: Dreihundert sächsische Bergarbeiter sollen nach einer Das möge wohl sein, Bucher hat eben die Sache herausbringen Meldung des Reuter'schen Telegraphenbureaus aus Chemnik, wollen, ich habe ihm das nicht übel genommen. Eine etwas vorgestern, 6. November, die Arbeit eingestellt haben. Nähere zu eigenthümliche Rolle spielt ein früherer Holzhauer, jebiger verlässige Angaben fehlen. Methodistenprediger Klemm aus Nagold, dessen Zeugniß bei der Ein Gewerkschaftskartell hat sich in Neu- Ruppin Verurtheilung von Sch. wesentlich ins Gewicht fiel. Als ihm gebildet. Dasselbe hat sich zur Aufgabe gestellt, die Errichtung bekannt wurde, daß Sch. das Wiederaufnahme- Verfahren betreibt, eines Gewerbegerichts und einer Zentralherberge herbeizuführen. bat er in einem dem Gerichtshofe vorliegenden Briefe den OberDie Errichtung eines Gewerbegerichts fonnte noch nicht durch- Landesgerichtsrath a. D. Bucher, doch seinen ganzen Einfluß geführt werden, da der dortige Magistrat es abgelehnt, wir uns aufzubieten, um das zu verhindern; Klemm weiß sich also an eine höhere Instanz wenden müssen. Die Errichtung jetzt nur an weniges zu erinnern. Von dem Zeugen Weber einer Zentralherberge ist erledigt und befindet sich dieselbe bei wurde bekundet, daß er, um den Arrest los zu werden", die Ganschow, Gartenstr. 3( Gasthof zu den drei Linden). Die Adresse Angaben gemacht habe, welche Bucher zu hören wünschte. Auf des Obmannes des Gewerkschaftskartells ist S. Karbe, Garten- Antrag des Vertheidigers Haußmann wurde festgestellt, daß in straße 3. dem Verhör wegen Meineids nicht weniger als 325 Fragen an Weber gestellt sind! Der Hauptzeuge Johann Schaber, dessen Zum Bergarbeiterstreik in Mährisch Ostrau wird Aussage verlesen wird, nachdem eine ganze Reihe weiterer Zeugen gemeldet, daß die Unternehmer beschlossen haben, die Arbeit nicht zum Wort gekommen sind, läßt sich dahin aus, daß alles, was früher aufnehmen zu lassen, als bis die zehnstündige Arbeitszeit in der Schäb. Tagwacht" auf grund seiner Broschüre über von den Arbeitern bedingungslos afzeptirt worden ist. Bucher gesagt sei, wörtlich wahr ist, ausgenommen eine fleine Ein Verein für Lehrlinge und jugendliche Arbeiter unrichtigkeit in der Beschreibung der Fesselung; die Broschüre Dem Gerichtshof wurden wird demnächst in Wien ins Leben treten. Vor einiger Zeit ward darauf ebenfalls verlesen. Todtenlifte der Partei. In Newport ist am schon brachten wir hierüber eine Notiz; auch die bürgerlichen die sehr umfangreichen Beschwerde- Aften 20. Oktober Genosse Peter Petersen, der Mitbegründer Blätter Wiens hatten darüber in ihrer Weise berichtet. G& 3 vorgelegt und der leztgenannte dann selbst vernommen. B. machte der Internationalen Arbeiter- Assoziation, gestorben; er war feit wurde da gesagt, daß die Wiener Lehrjungen eine Versammlung den Eindruck eines förperlich gebrochenen Mannes, nur sein elf Jahren durch einen Hüftenbruch an's Haus gefesselt und abgehalten haben, in der ein„ 16 jähriger Knirps" das große Gedächtniß zeigte sich auffallend frisch. Der Zeuge bemerkt, daß konnte daher nicht aktiv an der Bewegung theilnehmen, verfolgte Wort geführt habe, daß viel Bier und Zigarren konsumirt es sich seiner Zeit für ihn darum gehandelt habe, mittels„ gedieselbe aber stets mit dem größten Interesse. Noch wenige worden seien und dergleichen mehr. Ein uns vorliegendes Flug- schickter" Fragen einen vollen Einblick in den Thatbestand zu beTage vor seinem Tode hatte er zu seiner Tochter gesagt, er blatt, an die„ Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Wiens" ge- tommen. Die Beugenaussagen feien zum Theil unrichtig gewünschte, noch nicht zu sterben, sondern erst den Triumph der richtet, zeigt uns nun die Sache in einem ganz anderen Lichte. wesen; die Aufzeichnungen Schaber's in der Bibel hält er für Sozialdemokratie in Newyork zu erleben. Es geht daraus hervor, daß den Einberufern ein ganz lobens- Heuchelei. Die gegen ihn( B.) gerichteten Angriffe seien von werther Zweck vor Augen schwebt, indem sie die Gründung des Anfang bis zu Ende derart unwürdig, daß es einem anständigen Vereins anstreben. Sie wollen vor allen Dingen ihr Wissen be- Mann Ueberwindung koste, darauf zu antworten. Jeder andere Die Hamburger Parteigenoffen hatten am 18. März d. J. reichern, indem sie Unterrichtsturse einrichten wollen, da ihnen Untersuchungsrichter würde in gleicher Lage mit gleichen Mitteln Damit war die Beweisaufnahme ges ein Flugblatt in 200 000 Exemplaren verbreitet. Darin waren die„ Fortbildungsschule nicht genug bietet". Weiter wollen sie gehandelt haben. die Revolutionen von 1848 und der Aufstand der Kommune von auch in der Weise, wie die Gewerkschaften, für ihre Mitglieder schlossen, 1871 einer furzen Besprechung unterzogen und im Anschluß eintreten, sie schüßen vor Maßregelungen und Mißhandlungen. Die Angeklagten wohl in gutem Glauben, aber leichtfertig geIn dem Plaidoyer des Staatsanwalts wurde ausgeführt, daß daran die Ergebnisse Don statistischen Erhebungen be- Unbemittelten soll bei Rechtsstreitigkeiten mit ihren Meistern sprochen worden, die im Februar d. I. von der sozialdemo. durch materielle Unterstützung unter die Arme gegriffen werden. handelt hätten. Angesichts der in der Schaber'schen Broschüre kratischen Partei Hamburgs hinsichtlich der Arbeitslosigkeit Daß die jungen Leute genöthigt sind, aus eigenen Mitteln und enthaltenen Beschimpfungen Bucher's wie Bestie, Hallunke, In diesen Ausführungen sah die unter den schwierigsten Verhältnissen für ihre Weiterbildung zu Scheufal, feiges Subjekt, Henkersknecht u. dergl. mußten Staatsanwaltschaft ein Bergehen der Aufreizung zum Klassenbaß forgen, daß sie sich zusammenfinden müssen, um ihre Rechte gegen fie Borsicht üben. Zu beachten sei, daß die damalige und erhob gegen den Verleger des Flugblattes, den Bureau- die Meister zu wahren, ist gewiß kein gutes Beugniß für die Untersuchungsmethode eine andere gewesen sei, als jetzt. arbeiter Paul Weinheber, Anklage wegen Bergebens gegen§ 130 herrschenden Zustände in den Werkstätten, noch für die der Erst nachdem Schaber erfahren, daß sein Hauptgegner Bucher im des Reichs- Strafgesetzbuches. Das hiesige Landgericht sprach in Schule; desto besseres Zeugniß hiergegen legt diese Thatsache ab Irrenhause sei, habe er den Zeitpunkt zur Veröffentlichung seiner dessen den Angeklagten frei, weil es annahm, daß, wenn auch in für das erwachende Klassenbewußtsein auch der Jugend.- Glück Broschüre für günstig gehalten, sein Zeugniß babe feinen großen dem fraglichen Blatte zu Gewaltthätigkeiten aufgereizt worden Werth. Mit Rücksicht darauf, daß den Angeklagten ihr guter zu, denn! sei, doch eine Gefährdung des öffentlichen Friedens nicht vor. Glaube nicht bestritten werden könne, set 500 M. Geldstrafe für Jeden angemessen. gelegen habe. Der Vertheidiger Haußmann betonte, daß der Gedanke an ein gegen einen Unschuldigen erlassenes Todes urtheil bei tieferem Eindringen in die Sache zur festen Gewißheit werde. Rein Richter würde heute die Todesstrafe gegen Der Schaber Prozek. Der letzte Prozeß gegen die Schaber beantragen. Es sei nicht zu zweifeln, daß in einem Der Verein für Ethische Kultur" hatte fürzlich in Schwäb. Tagwacht", unter dem Namen Schaber- Prozeß Wiederaufnahmeverfahren, welches er( Haußmann) später beanSpandau eine Versammlung des dortigen Zweigvereins ein- bekannt, hat über die Grenzen Württembergs hinaus berechtigtes tragen werde die Freisprechung Sch. erfolge. Die beiden Berberufen, in der Herr Dr. Benzig über:" Sittliche Läuterung Aufsehen erregt. Die eigenartige Behandlung dieses Falles durch theidiger schlossen mit der Erklärung, daß Bucher als Unterals Bedingung wirthschaftlichen Gedeihens" fprechen sollte. Dies das Landgericht zu Stuttgart giebt uns umſomehr Veranlassung suchungsrichter feiner Pflicht aus verschiedenen Gründen nicht war in den Tageszeitungen bekannt gegeben mit dem Bemerken, auf die Sache etwas ausführlich zurückzukommen, als voraus nachgekommen sei. Auch die Angeklagten Agfter und Eichhoff daß Gäste willkommen seien. Der Polizeibehörde war die Versichtlich eine höhere Justanz den vorgestern mitgetheilten Richter- nahmen zu Entgegnungen auf die Bemerkungen des Staatsanwalts sammlung nicht angemeldet worden, da nicht beabsichtigt war, fpruch-2 Monate Gefängniß für die betheiligten Genossen noch das Wort. öffentliche Angelegenheiten zu behandeln. Der Behörde mochte Agfter und Eichhofftafsiren wird. Die ziemlich weit zurück- Das Gericht verkündete sein Urtheil dahin: Eichhoff und aber das Thema staatsgefährlich erscheinen; als Herr Penzig liegende Borgeschichte des Prozesses ist in Kürze die folgende. Agster werden wegen Beleidigung durch die Preffe,§§ 185 und einige Minuten gesprochen hatte, trat ein Beamter ein und löste Im Sommer 1859 wurde gelegentlich einer Hauferei der Schneider 186 des Straf- Gesetzbuches, zu je zwei Monaten, Tragung aller Die Bersammlung auf. Die eingelegte Beschwerde wird jedenfalls föll erschlagen. Nach einem langwierigen hochnothpeinlichen Kosten u. f. w. verurtheilt. In den Entscheidungsgründen wird wenig nügen. Prozeßverfahren wurden als die vermeintlichen Thäter vom angeführt, daß der Wahrheitsbeweis für die gegen Bucher er Schwurgericht in Ludwigsburg ein Bauernbursche Johann Schaber hobenen Vorwürfe, daß Ehrgeiz und Eitelkeit sein leitendes Motio und ein Väcker Georg Eckstein, aus Unterseinrieth gebürtig, zum bilden, Jähzorn und Willtür zu seinen Eigenschaften gehören, Es wurde diese Strafe in lebenslängliche daß er unrechtmäßigen Zwang angewendet habe u. s. w.- nicht Tode verurtheilt. welche die beiden bis zum erbracht sei. Den Aussagen Klemm's schenke das Gericht vollen Buchthausstrafe umgewandelt, Jahre 1870 resp. 1871 verbüßten, wo sie mit der Verpflichtung, Glauben(!). Die Testamentseinträge( von Schaber) hätten auf Von beiden das Gericht tiefen Eindruck gemacht, aber sie seien doch nicht nach Amerika auszuwandern, entlassen wurden. Berurtheilten wurden wiederholt Versuche gemacht, eine Wieder beweiskräftig. Bucher möge manchmal(!) über die Grenze des aufnahme des Verfahrens zu erzielen die Bestrebungen waren Nothwendigen hinausgegangen sein, aber das damals geltende jedoch erfolglos. Gegen zwei Zeugen, die belastend für die An- Inquisitionsverfahren habe eine strenge Untersuchung nothwendig leber die Wirkung der gesetzlichen Sonntagsruhe geklagten eintraten, Weber und Klemm, wurde später Anklage gemacht. Da die Beleidigungen Bucher's in bezug auf sein wegen Meineides erhoben und der erstere daraufhin zu ein- Amt außerordentlich empfindliche waren, und in einem urtheilt der Verein für innere Mission im weimarischen Kreise jähriger Arbeitshausstrafe verurtheilt, Klemm dagegen außer Ver viel gelesenen Blatte erschienen, so war eine Gefängnißstrafe an in seinem Rechenschafts- Berichte also:„ Die vom Reichsgesetze erwartete, für die Kirche günstigere Wendung ist nicht ein es dem Schaber glückte, sich zum wohlhabenden Manne empor: ein riesiger Andrang des Publikums zu der Verhandlung zu vers erwartete, für die Kirche günstigere Wendung ist nicht ein- folgung gesetzt. Eckstein starb inzwischen in Amerika, während gemessen. Zu bemerken ist noch, daß während der ganzen Zeit getreten. Sonntagsruhe haben wir bekommen, aber keine beffere zuarbeiten; er ist jetzt Besitzer einer Fabrik. Im Jahre 1891 zeichnen war. Sonntagsheiligung. Das Wirthshaus hat an Frequenz viel ge- veröffentlichte unter dem Titel:„ Ein Justizmord", Allgemein frappirt ist man darüber, daß die Straflammer wonnen, das Gotteshaus nichts." eine Broschüre, die fich Speziell mit feiner Ver ohne ersichtlichen Grund soweit über den Antrag des Staatsurtheilung und dem Verhalten des damaligen Unterfuchungsanwalts hinausging. Es ist nicht zu bezweifeln, daß der Fall richters Bucher beschäftigte. Es wurde darin dem Leyteren in Schaber seinen Abschluß damit noch nicht finden wird; die erster Linie die Schuld für seine( Schaber's) zu Unrecht erfolgte Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Schaber soll angestrebt Berurtheilung beigemessen, ebenso soll der inzwischen verstorbene werden und unsere beiden Genossen melden die Revision gegen Rechtsanwalt Becher, sein einitiger Vertheidiger, daran mit dieses unbegreifliche Urtheil ebenfalls an. Die Auffassung betheiligt sein. Dem jezigen Oberlandesgerichtsrath a. D. Bucher bürgerlicher Kreise über den Fall Schaber spiegelt sich sehr gut Gewerkschaftliches. wird in der bezeichneten Schrift vorgeworfen, daß er unrecht wieder in einem Artikel des Stuttgarter Beobachter", der nach mäßige Mittel angewandt habe, um ein Geständniß zu erpressen, Beleuchtung der einzelnen Momente, welche einen Jrr Achtung, Töpfer! Den Kollegen und Berufsgenossen wird daß er Zeugen resp. Sachverständige zu falschen Aussagen verthum des Gerichts darstellen, schließt: Wie hierdurch bekannt gegeben, daß nach dem vorhandenen Material leitet habe u. f. w. Die" Tagwacht" griff diesen Fall auf und die Beurtheilung der Kernfrage, fo war auch die der Vorstand dahin überein gekommen ist, von der weiteren Ab- brachte in einer Reihe von Artikeln die einzelnen Momente des Abwägung des Strafmaßes einseitig. Das Urtheil sprach nur führung der Prozente Abstand zu nehmen. Gleichzeitig sind alle Verfahrens gegen Schaber zur Kenntniß der Deffentlichkeit, um von Straferschwerungsgründen und hatte keine Milderungsgründe neu hinzukommenden Arbeitslosen von einer Unterſtüßung aus ein Wiederaufnahme- Verfahren zu ermöglichen. Das Resultat war in einem Fall der Vertheidigung eines Mannes, der nach Ansicht geschlossen, indem diefelben als Streifende nicht betrachtet werden die Auflage wegen Beleidigung durch die Presse gegen den verant der Angeklagten unschuldig zum Tode verurtheilt Der Vorstand. J. A.: W. Daudert. wortlichen Redakteur und gegen den Verfasser der inkriminirten Artikel. worden, und erkannte auf Gefängniß gegen einen Angeklagten, Geschäftsdiener, Packer, Kutscher, Speditions- und zu der Verhandlung, welche vom 24. Oktober mit Unterbrechun- der nach Kenntniß des Gerichts schwer leidend ist. Das Urtheil, Möbeltransport- Arbeiter Charlottenburgs. Seit geraumer gen bis zum 2. November bauerte, war ein großer Zeugenapparat deffen Gründe für andere teine überzeugende Kraft haben, Zeit kämpft die organisirte Kollegenschaft bereits um Erringung aufgeboten: als Vertheidiger standen den Angeklagten die wird in all den Kreisen, die sich mit dem merkwürdigen Falle befferer Lohn- und Arbeitsbedingungen, und Ihr, Kollegen Char- Rechtsanwälte Konrad Haußmann und Schickler aus Stuttgart beschäftigt haben, Befremden und vielleicht mehr als das hervorgerufen; es wird den Fall nicht begraben, sondern erst recht er, lottenburgs standet bis jetzt diesem Kampfe theilnahmlos gegenDie Verlesung der Aften durch den Vorsitzenden Land: wecken in den Augen des höchsten Richters, der nach dem Ausüber. Wenn Ihr nun gewillt seid, endlich Eure Gleichgiltigkeit abzuschütteln, wenn Ihr gewillt seid, mit uns gegen das Unter- gerichtsrath Fetzer währte viele Stunden( es sind zirka 40 Atten: spruch des Justizministers in unserem Lande die öffentliche Meinung ist!" nehmerthum Front zu machen: so erscheint am Sonntag, den feiten) und nahmen fast einen ganzen Tag in Anspruch. Das 11. November, Abends 6 Uhr, Mann für Mann in der in Interesse der Zuhörerschaft wurde rege, als die Aufzeichnungen Bismarckshöhe", Wilmersdorferstraße 39, stattfindenden Ver- Schaber's verlesen wurden, die derselbe im Untersuchungsgefängniß fammlung. Und Jhr, Arbeiter, Parteigenossen Charlottenburgs, feinerzeit in die dort ausliegende Bibel eingefragt hatte. Auf agitirt energisch für diese Versammlung, damit auch die Arbeiter dem Titelblatt heißt es: Liebe Eltern! Eckstein hat ihm( Föll) der vorgenannten Berufe endlich einmal zur Erkenntniß ihrer das Hirn eingeschlagen, das hat niemand gesehen.... Er ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) wie nun angegeben, er draußen gezeigt, Klaffenlage tommen. hat ihm mir alles geglaubt, Stuttgart, 7. November. Dem Neuen Tagblatt" zufolge lich habe ich gedacht, jetzt schon so lange hier und finden die Neuwahlen zum Landtag Ende Januar statt. Das fich immer noch peinigen lassen, ich bin lebenssatt. Fest ent- Mandat der gegenwärtigen Kammer läuft mit dem 9. Januar schlossen tniete ich nieder und habe mein legtes Gebet verrichtet, 1895 ab. New- York, 7. November. Die Tammany- Partei verlor die dann habe ich mir in Gottes Namen den Strick um den Hals gemacht. Wie ich so beschäftigt bin, tappert's an der Thür und Kontrolle jämmtlicher hiesiger städtischer Aemter, alle ihre ich werde in's Verhör abgeführt. Da ist aber wieder die alte Kandidaten für die Staatslegislatur und den Kongreß unterForderung. Ich bestand immer noch auf der Wahrheit. Der lagen. Besonders bemerkenswerth ist der Erfolg der RepubliAmtsdiener meldete es, ich habe mich hängen wollen. Ich wurde kaner in den Südstaaten. Die Führer derselben schreiben dies verhört und sagte: Ja, es ist wahr. Dann hat der Aktuar Resultat der Unzufriedenheit darüber zu, daß die demokratische ( Bucher) gesagt, er lasse mich an die Wandschließen, Majorität des Senats die Wünsche der Bevölkerung hinsichtlich ich foll gestehen, da triege ich es besser. Dann der Tarifreform nicht erfüllte. ( Depeschen- Bureau Herold.) Ferner sind von anderen Gewerkschaften folgende Unter- habe ich gesagt, wenn ich gestehen soll, tann ich Gießen, 7. November. In der Betrugsfache gegen den ftübungen eingelaufen: Bimmerer 300 M., Tapezirer 50 M., nicht anders sagen, als daß das wahr ist, was Maurer 400. An Unterstützungen find an 110 Streifende der Eckstein sagt. Jezt habe ich das Nämliche Bankier Schulhof beantragte der Staatsanwalt in 25 Betruge Dem damaligen württembergischen Gesetz gemäß, fällen eine Gesammtstrafe von 7 Jahren 16 Wochen und mit 78 Kindern 1783,20 M. ausgezahlt. Wie die Bauten- Kon- gesagt. trolle, welche im umfangreichen Maße getrieben worden ist, ergab, wurde auch ein Vorverhör durch den Schwurgerichtspräsidenten 7 Tagen Gefängniß, sowie eine Geldstrafe von 3000 m. Die Sozialdemokraten zerstören das Familienleben", hier ein neuer Beweis. In Plauen i. 2. giebt es nicht weniger als 2000 Familien, die Schlafstellen vermiethen; die Stadt hat 50 000 Einwohner. Da es in Planen tausende von Sozial demokraten giebt, die Stadt sogar durch einen Sozialdemokraten im Reichstage vertreten ist, müssen diese an den elenden Zuständen natürlich auch Schuld sein und nicht etwa der ausbeutende Kapitalismus, der die Arbeiterfamilien zwingt, ihr elendes Loch mit Schlafstellenmiethern zu theilen. Einen weiblichen Lehrer der Mathematik hat zum zweiten Male die Universität Stockholm erhalten. Die Kandidatin der Mathemathit Anna Vedel, die Tochter eines höheren Staats: beamten, ist zum Amanuensis für Mathematik an der Universität berufen worden. tönnen.. Der Einberufer: Hugo klid. Der Stand des Fensterstreits hat seit dem Beginn des selben wenig Veränderung erfahren. Es sind augenblicklich noch 81 Töpfer in der Kontrolliste zu verzeichnen. Davon sind 36 Kollegen als Arbeitslose zu betrachten; bleiben eigentlich Streifende 45 Kollegen. Un Prozenten gingen ein: In der 1. Woche 491,60 m. 2. 877,85 " " " 3. 815,25 " " " " Busammen 2184,70 m. zur Seite. hat garnichts. man End Depelchen. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Map Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. " Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 261. Donnerstag, den 8. November 1894. Arbeiter! Parteigenoffen! 11. Jahrg. Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts find abgebrochen worden, weil die Ringbrauereien eine Bedingung stellten, deren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Ringbrauer beschäftigt werden. Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenglosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug- seine Rache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Anfinnen ein empörtes kurzes Rein entgegenseiten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins konnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klassenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird. ehrlofer Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit erneuter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand ans Wert legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstützen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Maffen. maßregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Euren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf ter Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstügung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Interesse nicht blos, Eure Klassen Ehre ist im Spiel. Da giebt es keinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Charlottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Ring u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Rathenower Exportbrauerei Niederlage. Jub. Mar Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III, 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank. furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernad, Mühlenstraße 49a. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Königs Wusterhausen, Niederlage Reichenbergerstraße 33. : Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Ludenwalde. Niederlage Gust. Spietermann, Weberstr. 66. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. Niederlage Marthen, Bellermannstr. 6. Brauhaus Hohen- Schönhausen bei Berlin. Tokales. " Die Boykott- Kommission. „ Aber Kreuzbombenelement! Weiß der Vorwärts" denn| Ein liebliches Bild von dem vereinten staatlichen und fabrikantnicht, daß ich keinem meiner Arbeiter meine Wohlthaten auflichen Wirken zum Wohl der Ausgebeuteten. Ob unter dent jebigen Regime noch einmal eine Wendung zum Bessern eintreten dränge!?" Sehr wohl, Herr Wohlthäter! Wir kennen sogar den Wort- wird? Wer das hofft! laut des letzten Paragraphen auf dem geduldigen Druckpapier Ihrer ausgezeichneten Kantinen- Ordnung; derselbe lautet:„ Kein Arbeitnehmer ist verpflichtet, seinen Bedarf an Nahrungs- und Genußmittel aus der Kantine zu entnehmen." Leider kennen wir aber auch die praktische Bedeutung, die solch eine" Nichtverpflichtung" in der Regel hat. " Der Nachtwächterdienst in der fünften Polizeihauptmannschaft im Südwesten Berlins wird ebenfalls, wie jest endgiltig bestimmt worden ist, vom Dezember d. J. ab durch Schußmänner versehen werden. wenn man Amphitheater ist bekanntlich der klassische Name für den Durch die verhältnißmäßig bedeutende tägliche Preiserhöhung legten Platz im föniglichen Opernhause, der, wenn man sich um 40 Pf. pro Mann schlägt eben Herr Röjice zwei Fliegen feßen will, 1,50 und, wenn man das Vergnügen stehenden Fußes und gänzlichen Eingehen der Kantine vor, sondern er erzielt da- Bemittelte ziemlich hohen Preis immerhin noch gefallen lassen, mit einer Klappe; er beugt nicht blos einem drohenden Defizit genießen will, 1 M. foftet. Man würde sich diesen für wenig durch auch einen sicher zu erwartenden erheblichen, in die Unter- wenn man nun dort oben auch wirklich überall etwas für sein stüßungs" fassen fließenden Ueberschuß. schweres Geld sehen könnte. Das ist aber bei einem großen Im Verhältniß zu den 15 161,21 M. betragenden Kosten der Theile der Amphitheater- Pläße nicht der Fall. Wer einen SigKantinen, Küchen 2c. bestehend in dem Gehalt play in der ersten oder zweiten Reihe, mehr nach der Mitte des Personals, in Beschaffung des Inventars, der Feuerung, hin, erlangt hat, kann, wenn er sich sonst scharfer Seh- und Beleuchtung und in baaren Zuschüssen( abzüglich 586,68 M. Gehör- Werkzeuge erfreut, allenfalls noch leiblich sehen und Bruttogewinn der kalten Küche) waren die Kantinen- Ueberschüsse hören. Von den übrigen Sitzpläßen aus tann man nur bisher gering; sie vertheilten sich für 1898 auf die Unterstützungs- dann den Vorgängen auf der Bühne einigermaßen folgen, wodurch die aufsteht, natürlich wieder tassen der Inhaber von Stehplähen am Sehen gehindert werden. Auf den an der Seite gelegenen Sitzplägen Nr. 101-112 z. B. tann man ohne Aufstehen absolut nichts sehen. Ganz trostlos sind die Unglücksmenschen daran, die sich, ohne die Verhältnisse zu kennen, ihren Stehplatz in der Mitte gesucht haben. Der große Kron leuchter verdeckt die Aussicht dermaßen, daß man von den auf der Bühne befindlichen Sängern und Sängerinnen nur ab und Das infolge Arbeiterfreundlichkeit und freiwilliger Wohl zu einen Arm oder einen Kopf wahrnehmen tann, meistens fieht thätigkeit schon von diversen Heiligenscheinen umstrahlte Haupt man nur die Beine und die noch nicht einmal ganz. Wir des Herrn Rösicke erscheint durch die plötzliche Preissteigerung möchten den Generalintendanten der Königlichen Schauspiele, dieser zum Selbstkostenpreis zu verabfolgenden nothwendigsten Herrn Grafen Hochberg, rathen, sich einmal von dieser Stelle Lebensmittel mit einem Male wieder in so intensiv greller Be- aus eine Vorstellung mit anzusehen, für ein zweites Mal würde leuchtung, daß wir unsere Augen schleunigst abwenden müssen, er gewiß bestens danken. um nicht völlig geblendet zu werden. Brauergesellen. Böttchergesellen. Handwerker, Maschinisten, Heizer Bierfahrer, Reservekutscher, Mitfahrer. Flaschenspüler, Arbeiter • 09 mit 113,37. 27,89 76,85 " " P . " " " 183,40 185,67 Summa 586,68 M. Zwei Riefenteppiche sind im Auftrage einer Berliner Achtung, Flugblattvertheilung! Die Parteigenossen und Dekorationsfirma für das neue Reichstagsgebäude bei einer Genossinnen von Friedrichsberg werden darauf aufmerksam ge- Schmiedeberger Teppichweberei bestellt und vor kurzem fertig. Die Liste der boykottfreien Gastwirthe und Restau- macht, daß am Sonntag, den 11. November, ein Flugblatt ver- gestellt worden. Der größere der beiden Teppiche, welcher für rateure wird der am Sonnabend erscheinenden Nummer des theilt werden soll. Wer ein zielbewußter Genosse ist, melde sich den Lesesaal des Gebäudes bestimmt ist, hat eine Ausdehnung Borwärts" wieder beigelegt werden. Veränderungen in der Liste zwecks Mitarbeit am Sonntag früh präzise 71/2 Uhr in einem von 9,93 zu 23,27 Metern. Neun Arbeiterinnen arbeiteten an der folgenden Lokale: Bernhard Lange, Wartenbergstraße 67; diesem Monftrum von einem Teppich ca. 60 Tage. Nicht weniger müssen von den hierzu beauftragten Kontrolleuren bis spätestens Datar Schulze, Friedrich Karlstr. 34; Emil Heinede, Friedrich als 4 575 825 Knoten oder Maschen sind in dieser Zeit von den Arbeiterinnen an dem Teppich gemacht worden. Der zweite Freitag Bormittag 10 Uhr in der Druckerei von May Bading', Rarlstr. 11. fleinere Riefenteppich in Form eines Achtects hat eine AusBeuthstraße 2, Hof 3 Treppen, abgeliefert werden. Die städtische Schuldeputation war von verschiedenen dehnung resp. einen Durchmesser von 11,27 Metern. Derselbe ist Wie Doppeldezimirung und Boykott selbst auf die Seiten ersucht worden, zu bestimmen, daß der Unterricht auf der ebenfalls von der genannten Teppichweberei verfertigt worden be- rühmten Wohlfahrts Einrichtungen" der Unterstufe der Gemeindeschulen im Sommer nicht vor 8 Uhr zu und kommen auf seinen gesammten Flächeninhalt 2 947 500 Knoten Schultheiß- Brauerei wirken und durch welche Mittel beginnen habe. Die Behörde hat sich jedoch, wie die" Boff. 3tg." oder Maschen, welche in einem Zeitraum von etwa 40 Tagen Herr Hösicke diese Wirkungen abzuschwächen versucht, das hört, im Hinblick auf die sehr verschiedenen ökonomischen Ber von 12 Arbeiterinnen geknüpft worden sind. Wie hoch oder vielbeweist der soeben von ihm erlassene General- Kantinen- Befehl, mehr wie niedrig mag der Lohn sein, den die Arbeiterinnen für diese Riesenarbeit erhalten? der eine tägliche Erhöhung um 40 Pf. der nothwendigsten Lebens mehr wie niedrig mag der Lohn sein, den die Arbeiterinnen für mittel für die Schultheiß- Brauerei- Arbeiter zur Folge hat und über den mehrere( scheinbar!) artige Kinder" in ihres Herzens Groll und Aerger sich nicht etwa beschwerdeführend an die recht instanzliche Kantinenkommission, sondern an uns, an die weite Deffentlichkeit wenden. = = hältnisse der Familien in den verschiedenen Stadtgegenden und die dadurch bedingten Wünsche, fowie mit Rücksicht auf die allgemeinen Gründe, die für den früheren Anfang sprechen, nicht entschließen können, eine grundsägliche, alle Schulen bindende Anordnung zu treffen. Es tit vielmehr den Rektoren, die jene Verhältnisse ihrer Stadtgegend genau fennen müssen, überlassen worden, je nach vorwiegendem Bedürfniß den Unterricht um 7 oder um 8 Uhr beginnen zu lassen. Krähwinkel in der Reichshauptstadt. Arge Mißstände herrschen auf einem Friedhofe, der abseits der Müllerstraße liegt und für die Gemeinden Golgatha, Evangelist und die der Gnadenkirche angelegt ist. Mit Eintritt der Dunkelheit wird die Stätte durch einen Thorweg geschlossen und der Schlüssel in dem Während nach§ 6 der Kantinenordnung des Herrn Rösicke die von der Kantine verabfolgten Speisen und Getränke zum Die Arbeiterbeförderung anf der Ningbahn. Zum so Hause Müllerstraße 185 bei dem Todtengräber aufbewahrt. Selbstt often preife abzugeben sind, sollen nach§ 12 derselben und so vielten Male tönt wieder die allbekannte Klage über die Treffen nun Leichen zur Unterbringung in der Halle am Abend Ordnung" die Kantinen- Ueberschüsse( Ueberschüsse in Beförderung der Arbeiter auf dem Nord- und Südring an unser ein, so finden sie keinen Einlaß, bis der Schlüssel von dem über Höhe von 600 M. beim Selbstkostenpreise!) in die berühmten Ohr. Man weiß, wie wenig die erhobenen Beschwerden ge- eine Viertelstunde entfernt wohnenden Todtengräber herbeigeholt Rösicke'schen Unterstüßungstassen fließen, und zwar im Verhältniß fruchtet haben und wie die Eisenbahn- Behörde, statt den Wün worden ist. Schwerverlett hat sich beim Zerkleinern von Holz der zur Zahl der im Laufe des verflossenen Jahres in den einzelnen schen des Arbeiterpublikums entgegenzukommen, unentwegt Gruppen durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer. Da geradeaus den Stelzengang der Bureaukratie schreitet. Sollte 32 Jahre alte Arbeiter Ferdinand Linke aus der Bergmannstr. 3. nun aber erstens die Zahl der Arbeitnehmer bei Schult man es für möglich halten, daß die Bahnverwaltung, statt zu Er arbeitete auf dem Grundstück Friedrich Wilhelmstr. 12 und 1. November ab die Hälfte der Morgens und brachte sich einen Beilhieb in die Maus der linken Hand bei. heiß in diesem Jahre durch die brutale Doppeldezi- helfen, vom auf dem Nordring furfirenden Sonderzüge Sein Zuſtand machte die Aufnahme in einem Krankenhause mirung fleiner, die Kantinen Ueberschüsse dementsprechend Abends geringere geworden, und da zweitens die infolge des Bontotts hat ausfallen lassen? Der Verkehr ist der gleiche wie früher, die nothwendig. heruntergegangene Schultheiß- Dividende ihre Rückwirkung auf noch fahrenden Züge find infolge dessen so überfüllt, daß oft Vor Hunger umgefallen ist in der Teltowerstraße ein bas in Schultheiß- Spar Attien angelegte Unterſtügungs- ieder Wagen die doppelte Anzahl der zulässigen Passagiere auf Arbeiter, der am 15. September aus dem Krankenhaus entlassen tassen- Rapital ebenfalls auszuüben beginnt, so ist der erfinderische nehmen muß- oft find über 15 Personen in einem Koupee wurde und seit dieser Zeit ohne Beschäftigung war. Mit heißer und doch hört das Publikum weder von einer Herr Rösicke auf seiner Suche um Abhilfe dieses doppelten Uebel- eingepfercht standes auf den, für einen Arbeiterfreund seines Schlages sehr Abhilfe, noch von einem Einschreiten der Sicherheitspolizei. Der Bier verschlang der Unglückliche ein Stück Brot, das ihm von einem des Weges kommenden Schlosser gereicht wurde. nabe liegenden Gedanken gekommen, den drohenden Berlust, oder Pferdebahnschaffner ist polizeilich gezwungen, ein altes Mütterchen, Straßenpaffanten, die sich um das Opfer unserer herrlichen Schultern das in den gerade gefüllten Wagen einsteigen will, draußen Weltordnung ansammelten, veranstalteten ferner eine kleine Theil desselben, auf die einen der Aktionäre pardon! Arbeiter zu wälzen, im Regen stehen zu lassen; die Bahnverwaltung befördert ihre Kollekte, die den Armen wenigstens für einige Tage vor dem und zwar müssen dieselben, Taut Utas, fortan für Passagiere Tag für Tag in überfüllten Wagen, ohne daß etwas ein Rantinen Dejeuner und Souper à 10 Pfennige Auf- von Remedur verlautet. Aber auch weiter tommt in Betracht, Hungertode schützen wird. Kein Tag vergeht, ohne daß nicht Hunger und Elend schlag, und für ein Rantinen- Diner sogar 20 Pf. mehr als bisher daß die überfüllten Züge oft ihre Fahrzeit nicht inne halten zahlen, so daß ein Röficke'sches Arbeiter- Frühstück und-Abendbrot tönnen und daß dadurch die Arbeiter zu spät an ihre Arbeits- einen Menschen zum Selbstmord treiben. Der 21jährige Barbier bezw. Mittagbrot jetzt einen Selbstkosten Preis von stätte fommen, wo ihrer falt lächelnd der Beamte mit dem zum Franz Karow, der im Keller des Hauses Naunynstr. 5 ein fozialreformatorischen Requisit gehörenden Strafregister harrt. offenes Geschäft betrieb, konnte seinen Verpflichtungen bei den à 45 Pf. bezro. 65 Pf. hat. wenigstens S " Die Erschossen hat sich in seiner Heimathstadt Stettin der BauUnternehmer Schröder, der seit einiger Zeit hier etablirt war. Schröder ist ein Opfer der Geldwucherer geworden. Er hinterläßt seine Frau mit zwei Töchtern in bitterster Nothlage. Zwei Paletotmarder sind in den Handlungsdienern Albert Paulick und Paul Tinney festgenommen worden. Ihnen werden 21 Paletotdiebstähle zur Last gelegt. Tönnen. " " Dor aus acringen Einnahmen nicht mehr nachkommen, blieb mit der arbeitslos und hatte den Plan gefaßt, mit Dräger zusammen Ladung zu dem Reichsgerichtstermin war Stadthagen Miethe im Rückstande und entschloß sich schließlich, dem Leben nach Wien zu gehen, um dort in der Siemens'schen Fabrit Arbeit erst sechs Tage vor dem Termin, unmittelbar nach ein Ende zu machen. Auf der Kochmaschine bereitete er Kohlen zu nehmen. Er hatte( nach der Anklageschrift) am 13. Auguft Ginberufung des Reichstags zum 15. d. Mts. zugegangen. Sein feuer, und als die ausströmenden Gafe den Naum füllten, er- auch schon von mehreren Freunden Abschied genommen und ge- Antrag, den Termin zu vertagen, um wenigstens so viel Zeit hängte er sich außerdem noch. Hausbewohner fanden die Leiche sagt, daß er nach Wien gehe. Doch die Polizei glaubte dies zur Vorbereitung seiner Vertheidigung zu haben, als in Haftam Dienstag Vormittag auf. Und eine Gesellschaftsordnung, zu nicht, denn sie wußte von dem Angeklagten, daß er am 13. August fachen zugestanden zu werden pflegt, wurde vom Reichsgericht ab deren nothwendigem Bestandtheil solche schauerliche Fälle ge- nur noch so geringe Baarmittel beseffen hat, daß er damit un- gelehnt. In etwa dreistündiger Rede begründete Stadthagen seine hören, soll mit dem Ausnahmeknüppel oder mit verschärften möglich bis nach Wien kommen konnte. Beide Angeklagte will Revision, wies darauf hin, daß er durch Ablehnung einer Anzahl Strafgesetzen gegen den Umisturz aufrecht erhalten werden. die Polizei als Anarchisten kennen. Wieso? E stand, immer Beweisanträge in seiner Bertheidigung beschränkt sei, daß er, wie Köstlich! nach der Anklage, fest, daß sie viel in Anarchistentneipen ver- der Vorderrichter selbst ausdrücklich zugiebt, nirgend eine be= Gegen das Schwindel- Schuhzeng wendet sich der„ Verein fehrten! Sie wurden deshalb(!), polizeilicherseits scharf observirt. leidigende Form angewendet habe. Wenn Der Vorder selbständiger Schuhmacher des Südostens" in einem Flugblatt. Dräger scheint hiervon nicht viel gewußt zu haben, anders richter ihn dennoch verurtheilt habe, verurtheilt habe, so beruhe diese Die Schuhmacher erklären, daß die billige und schlechte Waare Schäwe, dem diese fortgesetzte Beobachtung natürlich außer Berurtheilung auf der durch nichts zu rechtfertigenden ein besonders auf die Leichtgläubigkeit des Publikums berechnetes ordentlich lästig sein mußte. Am 13. August waren die Schuß- Annahme, daß ein Anwalt, dessen Klienten zweifellos Fabrikat bilde, das aus minderwerthem Material und bei um leute Busse und Finke damit beauftragt, ein Schanklokal in der die gröbften Gesetzesverlegungen haben erdulden müssen, ja deren Die Hälfte herabgedrücktem Lohn hergestellt werde. Sehr oft Blumenstraße, in welchem Anarchisten zu verkehren pflegen, zu Frauen infolge Maßnahmen der Behörden dem Tode entgegenBeide Polizeibeamte befanden sich in Zivil, fie geführt seien bestehe das Schuhzeug aus dreifach gespaltenem, die Nässe beobachten. den Beweis hierüber habe allerdings der erste schwammartig aufsaugendem, mit Glanzmaterial ansehnlich postirten sich vor dem Lokal und sahen mit Kennerblick, wie in Richter abgelehnt 31var berechtigt sei, Strafanzeige wider die gemachtem und durch Schnellgerbung hergestelltem Sohlenleder. der neunten Abendstunde Schäwe aus demselben herausfam. Beamten zu erftatten, in der Strafanzeige aber nicht erwähnen Zu Kappe und Innensohle werde Kunstpappe verwendet. Dieser Diefer fannte namentlich den Schuhmann Busse und als er beim dürfe, daß die Gesetzesverletzungen wiffentlich, absichtlich und vor erdrückenden Konkurrenz gegenüber haben sich die wirklichen Schuh- Verlassen des Lokals an den Beamten vorüberging, firirte er diese fäßlich begangen seien. Diese Ansicht billigen, heiße, den Anmacher im Hinblick auf die gegenwärtig schlechten Erwerbs nach der Anklage mit höhnischem Blick. Dann drehte er sich geflagten schutzlos der absoluten Willkür der Behörden preisverhältnisse entschlossen, mit einem geringeren Nugen, als bisher, um und ging in das Kleinau'sche Lokal zurück und rief hinein: geben. Die Revision der Staatsanwaltschaft müsse schon deshürlieb zu nehmen und ebenso billig zu verkaufen. Da sie keine Seht mal, da gehen Spiel!" Als er dann wieder das Lokal halb verworfen werden, weil Magdeburger Behörden nicht nur Mittel für Reklamezettel, Ladenmiethe 2c. aufwenden, hoffen sie, verließ, schloß sich Dräger ihm an, beide firirten abermals ungefeßlich und rechtswidrig, wie ja auch der erste Richter der Schundkonkurrenz durch ihre gute Arbeit erfolgreich zu be- höhnisch" die Beamten und letztere sahen das Entseßliche, daß annehme, einen von ihm an seinen Klienten Matthies gegegnen. Bezüglich der Ausbesserungen weist der Verein darauf die Angeklagten, als sie in der Richtung nach der Markusstraße richteten Brief eröffnet und gelesen hätten auf seinen bin, daß für 1,90 bezw. 2 M. ein Paar Sohlen und Abfäße auf weiter gingen, wiederholt mit den Fingern nach ihnen hinwiesen! Strafantrag wegen unbefugter Brieföffnung, Männerstiefel aus Kernleder nicht herzustellen seien, da die Zu- Dräger verließ dann Schäwe noch einmal, ging ins Lokal zurück, der länger als Jahresfrist gestellt, noch eine Entscheidung nicht thaten und der Lohn für 2-3 Stunden Arbeitszeit dem Meister folgte dann aber sofort wieder seinem Freunde, hinter welchen sei bislang selbst mehr kosten. die Beamten her gingen. Schäwe hatte einen scharfen Schritt angetroffen sondern auch deshalb, weil die Angenommen und fah sich gar nicht um. In der Kaiserstraße tam es eignung des Briefes, wie sie vom Landgericht festgestellt zwischen ihm und dem ihm auf den Fersen folgenden Schuhmann ist, eine Unterschlagung darstelle: er erinnere an die angebliche Buffe zu einem Zusammenstoß. Schäwe, wohl der unausgefeßten Unterschlagung tunert's. Dieser unterschlagene Brief Verfolgung müde, drang auf den Beamten ein und gab ihm bilde das Fundament der Anklage. Der Reichs: einen Fauftschlag ins Gesicht, sodaß der Geschlagene zu taumeln anwalt anerkannte, daß nach verschiedenen Richtungen begann. Busse packte nun den Angeklagten Schäwe mit kräftiger hin die Vertheidigung des Angeklagten beschränkt worden Hand und warf ihn zu Boden. Es entwickelte sich ein Kampf, fei. So hätte z. B. der Antrag, den Landgerichtsbei welchem auf der einen Seite der Schußmann Finke seinem Direktor Isenbart zu befragen welchen Gründen blutenden und bedrängten Amtsgenoffen zu Hilfe eilte, auf der Peus vom Gericht zu der zweifellos ungefeßlichen, vom ReichsWegen Blutschande find gestern Vormittag der in der anderen Seite Dräger auf die Beamten einhieb, indem er aus gericht aufgehobenen Strafe des Ehrverlusts verurtheilt sei, nicht Reinickendorferstraße wohnende 54 jährige Arbeiter Adolf M. rief: Haut die Hunde, es sind Spigel!" Die abgelehnt werden dürfen. Auch gebe z. B. die Feststellung, daß und dessen 22 jährige unverehelichte Tochter Hermine M. zum Schlägerei wogte längere Zeit zwischen den kämpfenden eine Beleidigung für vorliegend erachtet fei, weil Ange. Untersuchungsarrest gebracht worden. uParteien hin und her, und die Beamten trugen flagter Sozialdemokrat und als Sozialdemokrat davon. Verlegungen Endlich Nekognoszirt. Als der Zimmermann Albert Schönice aus verschiedene erschien der Sozialdemokraten vertheidigt habe, zu Bedenken der Englischenstraße zu Charlottenburg ist der Mann festgestellt uniformirte Schuhmann Rühlemann auf der Bildfläche, bei dessen Anlaß. Jedoch berühren die vorhandenen Gesegesverlegungen worden, der sich am Sonntag Nachmittag um 6 Uhr an der Annäherung Dräger entfloh. Es gelang schließlich, den das angegriffene Urtel nicht. Die Revision der Staatsanwalt Corneliusbrücke in das Wasser stürzte, aber noch gerettet werden Schäwe festzunehmen. Auf dem Transport nach der Wache schaft sei gerechtfertigt, wenngleich nach Feststellung des Landkonnte. Ueber die Ursache dazu hat die Ehefrau nichts angeben warf sich Schäwe blitzschnell auf den Schuhmann Rühlemann gerichts zweifellos die Magdeburger Behörden mit dem Brief des und entfloh. Als er verfolgt wurde, blieb er plöglich stehen, Bertheidigers an seinen Klienten gesezwidrig vorgegangen seien. Eine harte Strafe ist in der vorletzten Nacht einem gebildeten griff in die hintere Rocktasche und zog einen geladenen sechs Das Reichsgericht beschloß, Termin zur Verkündigung des Urtheils Rowdy widerfahren, der in freventlicher Weise eine anständige läufigen Revolver hervor. Unmittelbar darauf schoß er auf auf den 13. November festzusetzen. Werden die Omnibuskutscher als Menschen behandelt? Dame auf der Straße belästigt hatte. In der Nacht zum Mitt Rühlemann los, so daß diesem nach der Anklage der PulverDie Kugel faufte ihm dicht an Nein und abermals Nein! Der bei der Großen Ber woch paffivte die Kaufmannsfamilie Kr., in deren Begleitung sich dampf ins Gesicht kam. Schäme floh weiter, drehte sich liner Omnibusgesellschaft" feit dem 15. November 1892 be auch die Kindergärtnerin Fräulein B. befand, von einer Festlich der Schläfe vorbei. und schoß noch einmal, ohne zu schäftigt gewesene Kutscher Voß ist Ende September dieses Jahres feit kommend die Chauffeestraße. Der 20 jährige Techniker dann nochmals um Er floh dann in die Kurzestraße hinein, verfolgt ohne vorherige Kündigung entlassen worden und hat deshalb Richard Gaulle begegnete dieser Gruppe und hatte die Frechheit treffen. im Borbeigehen das Fräulein B. um die Taille zu fassen von dem Ruſe:" Saltet ihn! Haltet ihn!" Um dieselbe Beit beim Gewerbegericht gegen die Gesellschaft eine Klage auf und troß ihres Sträubens festzuhalten. 213 Herr Kr. fam der Schlächtergeselle Siebert mit seiner Frau am Arm die Zahlung einer vierzehntägigen Lohnentschädigung angestrengt. erhielt Kurzestraße entlang und wollte den Flüchtling am Rock fest: In der Verhandlung, die am Montag stattfand, legte, wie die der bedrängten Dame Dame zu Hilfe eilen wollte, er sofort von dem Angeklagten einen Schlag ins Gesicht. halten. Da zielte Schäwe auch auf ihn und drückte den Re: Bolts- Zeitung" berichtet, der Direktor Friedmann zunächst einen volver abermals los, ohne zu treffen. Schließlich stellte sich der von Voß unterzeichneten Kontraft vor. Nach demselben ist die Hiernach 1vollte der feige, rüde Patron entfliehen, strauchelte aber auf den Straßendamm, kam zu Falle und erliti Schuhmann Zachan dem Fliehenden in den Weg und versuchte Gesellschaft berechtigt, den Kläger täglich ohne Angabe eines dabei einen Bruch des rechten Unterschenfels. Der Berunglückte ihn niederzuschlagen; da knallte ein vierter Schuß und als Schäwe Grundes zu entlassen, der Kutscher aber verpflichtet, eine dabei einen Bruch des rechten Unterschenfels. Der Verunglückte endlich zu Boden geworfen war, gab er nach der Anklage noch Woche vor seinem Austritt zu kündigen. Im fand Aufnahme im Lazarus- Krankenhause, wird sich aber nach feiner Wiederherstellung noch vor dem Strafrichter zu verzwei Schüsse auf Bachan ab. Dieser hat einen Streiffchuß am übrigen wurde noch vom Direktor Friedmann geltend ge= Kopf und au den Rippen erhalten, außerdem ist antworten haben. macht, daß sich der Kläger wiederholt gegen die polizeiihm eine Revolverfugel in den Unterarm gedrungen und hat sich lichen Bestimmungen und gegen die Anordnungen seiner dort während des längeren Krankenlagers des Verwundeten ver- Vorgesehten vergangen habe. Der Kläger sei im Dienst fapfelt. Auch die beiden anderen Beamten sind infolge der Ver:„ bummelig" und unpünktlich gewesen, einmal sei er sogar legungen einige Zeit dienstunfähig gewesen. Bei der am fol- auf dem Bock schlafend vorgefunden worden. Außer genden Tage bei den beiden Angeklagten vorgenommenen Haus dem habe der Kläger auch schriftlich bestätigt, daß er an die suchung fand, wie damals berichtet wurde, die Polizei bei Schäme Gesellschaft keine Lohnforderung mehr habe. Der Kläger ereine Reihe von Gegenständen, welche nach der Anklage ihr die widerte, daß sich diese Quittung nur auf den rückständigen Lohn Vermuthung nahe gelegt haben, daß er mit Versuchen beschäftigt beziehe. Wenn er nach 18stündiger Dienstzeit von war, um die anarchistische Propaganda der That durch gewaltsame Morgens 51, Uhr bis Nachts 111/2 Uhr sich am andern Tage verwirklichen. Donnerwetter! Es sollen nicht nur sozialum 2-3 Minuten verspätet habe, sei ihm hierfür jedesmal auch ein Bogen Chiffrirschrift, die darauf hindeuten soll, daß womit er die im Monat ein bis zweimal vorgekommenen fleinen revolutionäre Druckschriften gefunden worden sein, sondern eine Mark von seinem Gehalt abgezogen worden, Schäwe der sogenannten Expropriateurgruppe der Anarchisten Unpünktlichkeiten genügend gefühnt habe. Das Gewerbegericht volver, Chemikalien und Utensilien, wie sie zur Anfertigung von Gesellschaft nach dem Klageantrage zur Zahlung einer Ent angehörte, eine Blendlaterne, mehrere Dietriche, mehrere Re- unter Vorsitz des Assessors Blankenstein verurtheilte die Sprenggeschoffen verwendet werden, eine nicht geladene schädigung von 39,25 Mark. Was zunächst den Kontrakt Granate, und ein Shrapnel( es wird der bekannte anbelange, fo sei derselbe nichtig, da die KündigungsBigarrenabschneider" gemeint sein, als welcher schließlich der frist entgegen entgegen der Bestimmung des§ 122 der Geschauerliche Fund enthüllt wurde. D. R.). Bei Dräger ist eine werbe Ordnung für den Arbeitgeber und große Anzahl sozialrevolutionärer Schriften aufgefunden worden. ungleich sei. Bezüglich der Quittung habe das Gewerbegericht ( Weffen Inhalts founten wir nicht erfahren. D. R.) dem Kläger geglaubt, daß er diese nur in der Voraussetzung Der Angeklagte Schäwe hat die bei ihm aufgefundenen unterschrieben habe, daß sich die Quittung nur auf den bereits verdächtigen Gegenstände harmlos zu erklären versucht, indem verdienten Lohn beziehe. Im übrigen habe das Gericht feine er darlegte, daß es sich um Hilfsmittel zu elektrischen Spielereien Veranlassung gehabt, die von der Beklagten über die Führung handele und daß er die Granate als Aschbecher benutzt habe. des Klägers vorgebrachten Behauptungen auf ihre Richtigkeit zu 3n der Berhan ng find 24 3eugen und Sachver: prüfen, da, selbst wenn dieselben bewiesen würden, damit noch ständige geladen. Bu lezteren gehören Premierlieutenant fein ge jeglicher Entlassungsgrund vorhanden sei. Erwähnt Seiffert von der Feuerwerkerschule, Kriminalkommissarius sei noch, daß die gesetzwidrigen Kontrattsformulare von der Bösel, der bekannte Herr, der aus der Ahlefeldt- Tragödie, die Packetfahrt Gesellschaft herrühren, welche bekanntlich vor zirka fich im Gummischlauch- Prozeß abspielte, noch erinnerlich sein wird, Medizinalrath v. Foller, Begirlsphyfifus& öller und wei Jahren ihre sämmtlichen Omnibuffe an die Große Berliner Omnibusgesellschaft" abgegeben hat. Ein eigenartiger Zufall noch vier andere hiesige Aerzte. Nach Berlesung des Antlage: wollte es nun, daß der Direttor Starte von der Packetfahrtbeschlusses beantragt Staatsanwalt Dr. Benedix für die den Gesellschaft in der Berhandlung als Beisiger thätig war. ganzen Tag ausfüllende Verhandlung die Deffentlich feit Wie man Jrre behandelt. Beschuldigungen ungeheuerauszuschließen. Nach furzer Berathung gab der Gerichtshof richtig diesem Antrage statt, weil aus der öffentlichen Ver- licher Art wurden dem Krankenwärter Johann Friedr. Woll= handlung Gefahren für die öffentliche Ordnung, brandt zur Last gelegt, welcher gestern unter der Anklage der insonderheit für die Staatssicherheit zu beschweren Körperverlegung vor der neunten Strafkammer des fürchten feien!!!! " Gesperrt für Fahrwerk und Reiter ist die Straße Am Festungsgraben", zwischen dem Plaz„ Am Opernhause" und der Straße Hinter der katholischen Kirche" und die Straße 44 der Abtheilung XIII2 des Bebauungsplanes von der Petersburgerbis zur Thaerstraße. Polizeibericht. Am 5. d. M. Morgens versuchte ein Dienstmädchen in der Wohnung seiner Herrschaft, in der Brandenburg straße, sich mittels Salzsäure zu vergiften. Es wurde noch lebend nach dem Krankenhause gebracht. Am 6, d. M. Morgens stürzte in der Seifenfabrit Koppenstr. 27 ein Arbeiter in den Fahrstuhlschacht und blieb auf der Stelle todt.- In der Brunnenstraße gerieth Nachmittags ein Mädchen nnter die Räder einer Droschte und erlitt einen Bruch des Oberschenkels. Auf dem Hofe des Grundstücks Grenadierstr. 14 wurde ein Knabe beim Spielen durch eine umfallende Billardplatte am Kopfe schwer verletzt. Abends wurde ein Mann in seiner Wohnung. in der Naunynstraße, erhängt vorgefunden.- Im Laufe des Tages fanden drei Brände statt. Witterungsübersicht vom 7. November 1894. Stationen. Barometer stand in mm, reduzirt auf Swinemünde Hamburg 766 d. Meeressp. Windrichtung 28 Berlin 766 767 WSM Wiesbaden. 768 NW München. 768 Wien 769 Haparanda 769 MO Betersburg 757 MO Cort. 751 SW Aberdeen 751 766 Windstärke 2421( Stala 1-12) Wetter Dunst Nebel heiter Dunst Temperatur 844545oo( nach Celsius 150 G. 4° R.) S wolkenlos heiter bedeckt 18 bedeckt -3 Regen 11 5 1 woltig Nebel 10 5 2235I Paris Wetter Prognose für Donnerstag, den S. November 1894. Etwas wärmeres Wetter mit mäßigen südwestlichen Winden und zunehmender Bewölkung; nachher leichter Regen. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. Mittel zu Die Deffentlichkeit wurde erft 9 Uhr Abends wieder her gestellt. Die Geschworenen gaben ihren Wahrspruch im Sinne der Anklage ab. Der Staatsanwalt beantragte gegen Schäwe 15 Jahre Zuchthaus(!), gegen Dräger 5 Jahre Gefängniß(!). Der Gerichtshof erkannte gegen Schäwe 12 Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverluft und Zulässigkeit der Stellung unter Polizei- Aufficht, gegen Dräger auf 5 Jahre Gefängniß Dräger erklärte Revision einzulegen. " V Arbeiter Landgerichts I stand. Der Angeklagte wurde im vorigen Jahre von dem Apothekenbesitzer L. angenommen, um dessen in Siechthum verfallenen und geiftestranten Bruder zu pflegen. Wie die Anflage behauptet, hat Wollbrandt den Kranken einmal mit einem Filzpantoffel gegen den Kopf geschlagen, weil derselbe sich verunreinigt hatte und ein zweites Mal foll er seinem Pflegling, um ihn für die Verunreinigung zu strafen, dessen eigenen Urin eingeflöst haben. Der Singeklagte bestritt dies entschieden. Er habe mit den beiden Dienstmädchen, welche als Belastungszeugen gegen ihn Reichstags- Abgeordneter Genoffe Stadthagen hatte sich auftreten wollten, stets auf fehr schlechtem Fuße gestanden und solle nun ein Opfer ihrer Rachsucht werden. Der Angeklagte Die Anarchisten im Polizeistaat Preußen. Der Zu- am Dienstag vor dem Reichsgericht in zwei Revisionssachen zu brachte dann Umstände zur Sprache, welche den Gerichtshof sammenstoß zweier Anarchisten mit Polizeibeamten beschäftigte vertheidigen. In der etwas energischen Wahrnehmung seiner nöthigten, die Deffentlichkeit im Interesse der guten Sitte aus Gelegenheit der 1890 er Wahl hatte das gestern das Schwurgericht des Landgerichts I in umfangreicher Rechte bei die Staatsanwalt zuschließen. Aus dem Urtheile ging hervor, daß der Angeklagte Verhandlung. Auf der Anklagebant figen der Schloffer Adolf Landgericht II zwei Beleidigungen durch die Beweisaufnahme für überführt erachtet war. Das einen Hausfriedensbruch gefunden: Schäme, ein 31jähriger, unbestrafter Mann, und der Mecha- schaft überdies noch nifer Albert Dräger, welcher 25 Jahre alt und gleichfalls Stadthagen wurde unter Freisprechung von der Hausfriedensbruchs- Urtheil lautete auf drei Monate Gefängniß. Ein merkwürdiger Fundgegenstand, der eines Tages unbestraft ift. Beide Angeklagte werden beschuldigt, am antlage wegen zwei angeblicher Beleidigungen zu 300 Mark Das Reichsgericht mußte mußte Stadt- aus dem Bett der Spree herausgefischt wurde, spielte in 13. Auguft d. J. Polizeibeamte angegriffen und gemeinschaftlich Geldstrafe verurtheilt. mißhandelt haben, Schäwe außerdem, versucht zu hagen's Revision stattgeben, weil das Gesetz vom Gericht einer vor dem Schöffengericht verhandelten Antlage wegen Dieb hin den Schuhmann verletzt worden war. Stahls das hauptsächlichste Beweismittel. Angeklagt waren zwei Rühlemann, Schußmann nach verschiedenen Richtungen haben, den dem Landgericht Berlin I wurde der Angeklagte Musiker von der Kapelle der Sommer- Oper im BelleallianceBachan und den Schlächtergesellen Siebert durch Revolverschüsse Bor zu tödten, um sich der Ergreifung auf frischer That zu entziehen. dann von einer Beleidigung und vom Hausfriedensbruch frei- Theater. Ein Mitglied dieser Kapelle verwahrte im Theater in Den Vorsitz des Gerichtshofes führt Landgerichts direktor Funte, gesprochen, wegen einer ferneren mit 100 M. bestraft. Die von einer Kabuse eine große Anzahl von Notenstücken, die eines Tages die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. Benedig, derselbe Stadthagen hiergegen eingelegte Revision wurde vom Reichs- spurlos verschwunden waren. Der Verdacht, die Noten gestohlen Mann, der durch den Gummischlauchprozeß und kürzlich durch gericht am Dienstag verworfen, wiewohl der Reichsanwalt zu zu haben, wurde gegen den einen der beiden Angeklagten rege und Betonung seines christlichen Standpunktes weiteren Kreisen be geben mußte, daß das Urtheil erster Instanz von Unklarheit nicht dieser wurde verantwortlich vernommen. Am Tage nach der Vernehmung dieses Angeklagten, welcher in seinem Hauptberuf Kanzleifannt geworden ist; die Vertheidigung führen die Rechtsanwälte frei sei. Der Die zweite Revisionssache betraf die Verurtheilung Stadt biener it, wurde aus der Spree ein großes Packet herausgefifcht, Packscher für Schäwe und Priester für Dräger. Vorfall, um welchen es sich handelt, ist s. 3. von uns eingehend ha gen's wegen als Beleidigung charakterisirter Ausübung seiner bei dessen Deffnung sich ergab, daß es einen Theil der verbesprochen worden. Die beiden Angeklagten, welche sich f. 3. in Pflicht als Vertheidiger in den Sachen Peus und Fritsche schwundenen Noten enthielt. Fast gleichzeitig traf bei dem Be der Fabrik von Pinsch kennen gelernt haben, haben sich schließlich und Genoffen zu 4 Monaten Gefängniß und wegen Freisprechung ftohlenen ein anderes Packet mit einigen Noten und einem Begleit. auch in ihren politischen Gesinnungen zusammengefunden und nennen im Falle wider Matthies. Angeklagter und Staatsanwalt schreiben des zweiten Angeklagten ein, in welchem derselbe mitDieth theilte, daß er diese Noten jedenfalls aus Versehen mitgenommen fich Anarchiften. Schäwe war nach der Anklage seit dem Mai 1894 haft hatten gegen dies Urtheil Revision eingelegt. tv.be uub sie seinem Besitzer wieder zustelle. Die in der Spree vorgefundenen Piecen befanden sich in einer Hülle von Akiendeckel- Papier wie es nachgewiesener Maßen' oer Kanzleidiener im Besitz gehabt hatte. Dieser wurde de?- bald des Diebstahls angeklagt, mit ihm hatte aber auch sein Kollege vor dem Schöffengericht zu erschienen, da die Staats« anwaltschaft an das„Versehen" desselben nicht glaubte. Die Berhandlung erregte unter den Orchestermitgliedern des Belle- alliance-Theaters lebhaftes Interesse; ein Theil von ihnen wurde als Zeugen vernommen, andere wohnten der Verhandlung im Zuhörerraume bei. Die Beweisaufnahme ergab, daß der erste Angeklagte alte Aktendeckel auch im Theaterraum verwahrte und es konnte nicht festgestellt werden, auf welche Weise die Noten- schätze in die Spree gekommen sind. Die beiden Angeklagten wurden, weil die Sache nicht aufgeklärt erschien, freigesprochen. Wer begnadigt wird. Der Fabrikant de la Croix aus Schöueberg, der zu zwei Jahren Festung verurtheilt war, weck er den Dr. med. Rover im Duell getödtet hatte, rst jetzt, nach- dem er einige Monate auf der Festung Glatz zugebracht hat, einer Gerichtskorrespondenz zufolge vom Kaiser begnadigt worden. Vom Reichs-Versicherungsamt. Beim Buttern erlitt die im Interesse ihres Schwiegersohnes thälige Altsitzerin Becker eine» Unfall in der Weise, daß sie sich mit dem Stiel, den sie dazu benutzte, ins Auge stieß and infolge dessen die Sehkraft verlor. Di e Ostpreußische landwirthschaftliche Berufsgcnossen- schast wies sie mit ihrem Rentenanspruch ab. Ebenso vas Schiedsgericht in Meinel, welches die Ansicht der elfteren theilte, daß die Butter nur für den Hausbedarf bestimmt gewesen sei und daß der Schwiegersohn der Frau Becker vorwiegend Fischer und nur nebenbei Landwirth sei. Diese selbst legte Rekurs beim Reichs-Bersicherungsamt ein. Sie betonte, ihr Schwiegersohn sei hauptsächlich Landwirth und die gefertigte Butter ein Produkt der Milch seiner Kühe. Das Reichs-Versicherungsaint war anderer Meinung wie die Vorinstanz. Es verurtheilte die Be- russgcnviienschast zur Zahlung einer Rente, weil Frau B. im landwirthschaftlichen Betriebe des Schtviegersohns den Unfall erlitte» Hab«. VerrammUmgen� Für die Genosseu des 1. Wahlkreises tagte am K. November eine gulbesuchte Parteiversammlung bei Röllig, um die Berichterstattung der zum Frankfurter Parteitag entsendeten Telegirten entgegenzunehmen. Vorweg fand die spezialisirte Jahresabrechnung durch Genossen Felgen treff statt. Die Bilanz ergab eine Gesammteinnahme von: U2I,7ö M., eine Ge- famnitausgabe von I286,SS M. und somit einen Bestand von 184,80 M. Nach Spezialisirung der kleineren Ausgaben erklärte Genosse T ä t e r o w, daß deshalb in diesem Jahre eine verhältnißmäßig geringe Summe an die Zentralkasfe abgeführt werden konnte, weil einmal die Genossen durch dw verschiedenen Sammlungen sehr in Anspruch genommen waren, dann aber auch die agitatorische Bearbeitung einer bis Dato noch wenig berücksichtigten Gegend des ungemein ungünstig liegenden ersten Kreises viele Mittel beanspruchte. Den Ver- traueusleuten wurde einstimmig Decharge ertheilt. Hieraus wurde der Genosse T ä t e r o w als erster Ver- trauensmann wiedergewählt; als zweiten Vertrauensmann wählte man den Genossen Felgen treff, in die Preßkommission den Genossen Timm wieder, als dessen Stellvertreter den Genossen S o y k a. Vor der Wahl der Lokalkommission gab Genosse H a l f t e r einen kurzen Ueberblick über die Lokalkassenverhältnisse; darnach betrug die Einnahme, einschließlich eines Bestands von 8,90 M.= 257,48 M., der eine Ausgabe von 204,05 M. gegenüberstand, somit ein Bestand von 52,83 M. zu verzeichnen bleibt. In die Lokalkommission wählte man die Genossen Platsch und Halfter mit der Bestimmung, daß die alte Lokal- kommission während der Dauer des Boykotts ebenfalls in Funktion bleibt. Die Wahl eines Mitgliedes sür die Brandenburger Kommission fiel auf den Genossen G e r i s ch und Genossen O f z a r e ck als dessen Stellvertreter. Aus der Wahl der Sievisoren gingen die Genossen Sommer, K e n k e l und R« hm a» n hervor. Nach Erledigung dieser Punkte erfolgte die Berichterstattung vom Parteitage durch Genossen Timm. Ter zweite Delegirte, Genosse M e tz n e r, war abwesend, aus einer Agitalionstour im zweiten Anhaltischen Kreise. Der Redner g,«bt nun ein übersichtliches Bild von den Verhandlungen auf dem Parteitag. Zuerst wendet er sich den Anträgen bezüglich der ParteiHehälier zu. Die Gegner hätten hieraus wie natürlich stets eine bestimmte Spaltung herausgelesen. Daß man jedoch nach keiner Richtung hin ei» Mißtrauen hege, beweise die fast einstimmige Wahl der Parteileitung. Ebenso, wie jeder Gewerkschaftekongreß die Ge- hälter feiner Beamten regel. könne sehr wohl der Parteitag die Gehälter der Parteibeamten bestimmen und eine gewisse Grenze darin festsetzen. Die Kritik sei nothwendig gewesen. Redner be- spricht hierauf den Antrag betreffend die bayerische Angelegen- beit. Hierzu habe Grillenberger's Billigung(der Vollmar'schen Taktik allgemein unangenehm berührt. Nach allen Auseinander- setzungen konnte der Parteitag nicht zu der Ueberzeugung gelangen, daß eine derartige Taktik zur Gewinnung der Bauern nothwendig sei. Zur badischen Angelegenheit ist nach Klar- siellung der ganzen Sachlage anzunehmen, daß man sich in dortiger Gegend über die Aufgaben der Sozialdemokratie nicht recht klar ist. Stegmüller ist nicht fähig, das ihm von den Ge- Nossen übertragene Landtagsmandat auszuüben. Die Besprechung der beiden Referate über Agrar- und Trustsrage sei nothwendig ausführlicher zu gestallen, er schlage deshalb vor, beide Referate zu Gegenständen der nächsten Wahlvereins-Versammlungen zu machen. Ferner präzisirt der Referent seine Stellung, die er zu den übrigen An- trägen eingenommen hat, in einem kurzen Resümee, um der Dis- kussion weitesten Spielraum zu laffen. Genosse Körsten hat gegen die Haltung der Telegirten nichts einzuwenden, wendet sich aber energisch dagegen, daß das Gelehrtenprolclariat die Vertretung auf dem Parteitag zum größten Theil in Händen hat, dadurch gehe ein gut Theil proletarische Bewegung verloren. gehe das so weiter, werde sich hier wie in jeder anderen Partei «ine privilegirte Klaffe herausbilden. Ferner bewundert er, daß die Verlegung des Parteitages zwischen Weihnachten und Neujahr unter so nichtigen Gründen abgelehnt worden ist. T ä t« r o w erklärt, daß bei der„Fabrikation" der Anträge betreffend die Parteigehälter absolut keine persönlichen Motive zu Grunde lagen, sie wurden lediglich im Partei-Jnteresse gestellt. Tie Anregung dieser Frage hat ein gutes Resultat erzielt. welches trotz der Ablehnung der diesbezüglichen Anträge dennoch seinen Zweck nicht verfehlt hat. Betreffend der bayerischen An- gelegenheit will er Gr,llenberger bei seiner Anwesenheit in Berlin ersuchen, hier einen bayerischen Vortrag zu halten. Die bei uns thäligen Akademiker betrachtet er wohl als vollberechtigte Genossen; doch giebt es Leute, die es verstehen, stets ein Mandat zum Parteitag zu erhalten, auch solche, die aus eigene Kosten auf den Parteilagen anwesend sind. Geht das so weiter, werden derartige Mandate sür ungiltig erklärt werden müssen.— G e r i s ch, der an der Berichterstattung Tioim's wenig auszusetzen hat, stellt in der Lörracher Kirchenbau- Angelegenheit fest, daß Stegmüller nur die bereits bewilligten 40 000 M. sür die Gemeinde Lörrach reklamirt hat. Was die gegen die Akademiker erhobenen Vorwürfe anbelange, so müsse zeder, der ordnungsgemäß zum Parteitag gewählt sei, als vollberechtigt anerkannt werden, ganz gleichgiltig, ob er dem Arbeiter- oder Gelehrtenstande angehöre. Ganz falsch sei es, wenn man annehme, daß ein zwischen Weihnachten und Neujahr abzuhaltender Parteitag wesentlich anders zusammengesetzt sein werde, als die nach dem bisherigen Gebrauch im Herbst ab« gehaltenen Parteitage. Mit dem Vorschlage Timm's, die Agrar- frage zu Gegenständen der Berhandlung der Wahlvereine zu machen, könne man sich einverstanden erklären, weil dann eine gründliche Besprechung dieser hochwichtigen Materie ermöglicht sei. T ä t e r o w behauptet, daß, wenn die Berliner Genossen dar- auf kommen, derartige Anträge, wie jene zur Gehallsfrage zu stellen, sie auch gute Gründe dazu haben; er will den Akademikern leine niederen Motive unterschieden, nur erblickt er eine Gefahr in der Art. wie sie Mandate erwerben. Gegenüber einer Aeußerung Täterow's erklärt G e r i s ch, daß es der Parteivorstand an Rathschlägen bei Gründungen von Geschäften und dergleichen nicht fehlen lasse; meistens kommen die Genoffen aber erst dann, wenn sie finanziell nicht mehr weiter können. Felgentrekf behauptet, daß Akademiker meistens nur zu uns kommen, wenn sie keine andere Existenz haben. Aus der gesummten Diskussion sprach vollkommenes Einverständniß der Genossen mit der Haltung der Telegirten aus dem Parteilag heraus. Nach kurzem Schlußwort Timm's gab Pölitz bekannt, daß am Mittwoch, denII4. d. M., eine öffentliche Ver- samuckung bei Deichmüller in der Alten Jakobstraße stattfindet. Die Parteiversammlung für den 2. Wahlkreis fand bei Zubeil statt. Genosse Werner berichtete über die Thätig- keit der Vertrauenspersonen und gab sodann die Abrechnungen. Danach betrug der Ueberschuß vom Maifest 433,20 M. und wurde durch die Sammlung gelegentlich der Kommunalwahlen ein solcher von 189,10 M. erzielt. Die Jahresabrechnung(No- vember 1893 bis einschließlich Oktober 1894) weist ein« Ein- nähme von 3770,31 M. und eine gleich Hove Ausgabe auf. In der Ausgabe sind 2050,55 M. enthalten, welche Summe der Kreis dem Parteifonds überwies. Ein Antrag der Genossin Greiffen- berg, den 2. Wahlkreis in zwei Bezirke zu theilen und für jeden Theil eine Vertrauensperson, sowie einen Stellvertreter derselben zu wählen, wnrde abgelehnt. Tagegen wurde beschlossen, zwei Vcrtrauenspersonen zu wählen, von denen eine im Süden, die andere im Westen wohnt. Gewählt wurden Werner(Westen) und S ch l i ch t i n g(Süden). Ueber die Wirksamkeit der Preßkommission berichteten kurz die Genossen Knüpfer und G r n s ch k e. In die Preßkommission delegirte die Versammlung die Genossen Silberschmidt und A e u st e r g e r l i n g. In die Lokalkommission wurden, nachdem Genosse K i tz i n g über die Thätigkeit derselben Bericht erstattet hatte, die Genossen Rau- mann und Koblenzer gewählt. In der Agitations- kommission vertritt Genosse A n t r i ck aufs neue die Ge- nassen des 2. Wahlkreises.— Genosse Werner berichtete über die Verhandlungen des Parteitages und über seine Stellung- nähme zu den wichtigsten Anträgen. Für den Antrag aus dem 1. Berliner Kreise, das Maximum der Parteibeamten- Gehälter auf 3000 M. festzusetzen, hätte er aus verschiedenen Gründen nicht stimmen können, schon deshalb nicht, weil seine Annahme sür die Höhe des Verdienstes der fraglichen Genossen doch keine Garantie bieten würde. Ihre Nebeneinnahmen ließen sich nicht kontrolliren. Bei Abstimmung des Antrags, den„Vorwärts" zu ver- billigen, habe er sich der Stimmabgabe enthalte», da er sich keinen Nutzen davon versprochen habe. Redner bedauert das Amendement Stadthagen zu dem Bebel'schen Antrage, die bayerische Ange- gelegenbeit betreffend. Ohne das Amendement wäre nach seiner Auffassung der Antrag Bebel und Genossen von der Majorität sicher akzeptirt worden. Stadlhagen habe mit seinem Amendement den Ausgang der wichtigen Angelegenheit verpfuscht. Nach einigen allgemeinen Betrachtungen schloß Werner mit dem Wunsche, die Genossen möchten nicht, iwie es z. B..in Schöueberg geschehen sei, in einer die Partei schädigenden Weise gegen die Beschlüsse des Parteitags agitiren. Als erster Diskussionsredner sprach Genosse Bosse, welcher dem Genossen Quark die Qualisikation absprach, das wichtige Vertrauensamt eines Mitgliedes der sozialdemokratischen Agrarkomniission zu bc> kleiden. Grund: Quark hat in einer Versammlung eine andere Ansicht ausgesprochen, wie sie Redner über eine Frage der Agitation besitzt.(Mehr war wenigstens aus den Aus- sührungen nicht zu entnehmen. Der Berichterstatter.)— Genosse S ch ö p s l i n hält die Beschlüsse des Partei- tages, die Gehälter angehend, für gut. Daß die Lörracher Stegmüller in den Landtag gesandt haben, sei ein sehr großer Fehler, lliüdt hätte sich durch sein Verhallen selbst ge- zeichnet. Bebel'?, gegen Vollmar gerichtete Worte vom Bauern- fang bezeichnet Redner als sehr richtig. Man brauche sich blos im badischen Schwarzivald umzusehen, um heraus zu stnden, daß man den seßhaften Bauern nicht beikommen könne. Mit der Abstimmung in Sachen der Bayern sei er ganz zufrieden. Er hoffe, daß Vollmar, der ehrlich und gescheidt sei, sich zu anderen Ansichten als seinen momentanen bekehre. Antrick kritisirl den partckularislischen Ton, welchen die Bayern anschlugen. Die Resolution Schoenlank- Vollmar auch in ihrer revidirten Form enthalte den reinen Staatssozialismus.— Nicht an die Bauern möge man sich wenden, sondern an die Landarbeiter.— Auf Antrag Bebel's, der eine gründliche Aussprache seinerseits in Aussicht stellte, wurde um 12»/« Uhr die Versammlung bis zu einem noch zu bestimmenden Tage der nächsten Wochen vertagt. Die Partei-Versammlung für den dritten Wahlkreis, welche im„Louisenstädtischcn Konzerthaus" stattfand, war äußerst zahlreich besucht. Zunächst ehrten die Anwesenden das Andenken des verstorbenen Genossen Wilhelm Schulze in der üblichen Weise. Der vom Vertrauensmann Fritz verlesene Jahresbericht ergiebt Folgendes: Mit dem Bestand des Vorjahres im Betrage von 421,59 M. beliesen sich die Einnahmen auf 3900,74 M. Abzüglich der Ausgaben sür Drucksachen, Agitation, der Ueber- Melsungen an den Parteifonds rc. in der Gesammtsumme von 3671,86 M. verblieb ein Bestand von 335,39 M. Die Wahl der Vertrauensperson fiel wiederum auf den Genosse» Fritz; zu seinem Stellvertreter wurde Georgi bestimmt. Aus der Wahl zu Mitgliedern der Preßkommission gingen Hoch und Pohl hervor.— Bei Punkt:„Bericht der Lokalkommission" verwies König auf die durch den Bierboykott und die Saal- sperre hervorgenffene erhöhte Arbeitsleistung derselben; da der „Vorwärts" ausführlich über den Gang der Dinge berichte, er- übrige sich, darauf einzugehen. Die Abrechnung der Lokal- kommission weist auf, eine Einnahme von 257,48 M., eine Aus- gäbe von 204,05 M.. mithin verbleibt ein Bestand von 52,83 M. Das Ersuchen, die Neuwahl der Lokalkommissions-Mitglieder bis zur Beendigung des Boykotts hulauszuschieben, fand ohne jede Diskussion die Zustimmung der Versammlung. Der Bericht der Agitationskommission sür die Provinz Brandenburg wurde durch den auf der Parteikonferenz für die Provinz Brandenburg erstatteten als erledigt betrachtet. An Stelle des Genossen Eh lert, der schon vor einigen Monaten sein Mandat niedergelegt hatte, wurde D r m m i ck gewählt.— Nach Wahl der Genossen Kahlen, Kräcker und A l b o l d�t zu Revisoren des Vertrauensmannes wurde in die Berichterstattung über den Parteitag zu Frankfurt a. M. eingetreten. Jahn berichtete über den 1., 2. und 5. Punkt der Tages- ordnung des Parteitages. Bei der„Gehaltsfrage" habe er offen und frei, wie es Männern gezieme, seine Meinung aus- gesprochen. Die Mißstimmung der Genossen über das Bezahlen zu hoher Gehälter zeige sich am besten am Rückgang der Parteibeiträge. Die Berliner Telegirten haben ihrem Auftrage gemäß gestimmt, daß sie in der Minorität blieben, lag zum größten Theil an der schon oft gerügten Zu- sammensetzung des Parteitages aus Schriftstellern und Partei- beamten. Er habe betont, die Opposition in diesen Fragen werde nicht eher verschwinden, bis man den Wünschen der Genossen Rechnung trägt.— In der Agrarfrage habe Schoenlank, der darüber sehr gut unterrichtet sei, dieselbe aber mehr theo- retisch behandelte, den Beifall fast aller Telegirten gesunden. Vollmar habe sich auf das Praktische beschränkt und ebenfalls bewiesen, daß er reichliche Erfahrungen darin besitze. Zuletzt ging Jahn noch auf den von Quarck und ihm gestellten Antrag ein, das Wahlrecht zum Gewerbegericht auch für die Frauen»u gewähren, und schloß feinen Bericht mit dem Aus- druck der Ueberzeugung, seine Schuldigkeit in deuckelben Maße wie die übrigen Telegirten gethan zu haben.(Beifall.) Georgi übernahm es, der Versammlung die Verhandlung über die Thätigkeit der Fraktion im Reichstage, sowie die badische und bayerische Angeleaenheit vor Angen zu führen. Ueber die Punkte: „Maiieier",„Trust's, Ringe und Kartelle".„Anträge zum Pr ogramm. znr Organisation, zur Presse-c" berichtete Genosse Buttner. Letztere Anträge Härten bis auf einige wenige auf dem Parteitag keine Gegenliebe gefunden.(Zuruf: Bedauerlich.)- Die Dr� kussion zog sich bis nach Mitternacht hin. Kräker erklärte sich mit den Telegirten. nicht aber mit allen Beschlüssen des Parter- tages einverstanden, besonders bemängelte er du Ablehnung der Verlegung des Parteitages und die Erledigung der Gehallsfrage. W i n r e r befand sich in der Gehallsfrage nicht auf dem Stand- punkt K r ä k e r' s, wenngleich auch er der Meinung war, Auer solle ein Amt abgeben. Großes Gelächter erzeugte seine Aeuße- rung: Büttner habe in der Frage der Maifeier nur die Interessen der Buchdrucker vertreten, die, wie der Antrag Sonnenburg's ebenfalls beweise, seit dem letzten verunglückten Streik eifrig be« strebt sind, in Parteidruckereien ihren Vortheil zu finden. Zur „Gehaltsfrage" äußerten sich des weiteren Tschernig, Kahler: und Franc. Letzterer warf die Frage auf, ob es nicht ange« bracht erscheine, die Gelder des Kreises nicht mehr demParteivorsland zu überweisen, sondern im Kreise selbst zu verwalten. Die Bayern haben das Programm durchbrochen, in Frankfurt siegte die Prin« zipienlosigkeit über das Programm. Vollmar war es, der in oer badischen Angelegenheit goldene Brücken baute. In ebenfalls ab- fälliger Weise äußerten sich M a u s o l f und Fritz zur„Gehalts« frage". Wenn nicht der nächste Parteitag in der Sache ein ernstes Wort rede, gehen die Gehälter der Redakteure u. s. w schließlich ins Unendliche. Ebenso hält Fritz die Diäten der Reichstags- Abgeordneten, welche bezahlte Parteibeamte sind, für zu hoch. Den Frauen der Ausgewiesenen gab man 0-8 M. wöchentlich, dem Redakteur, weit vom Schuß befindlich 3000 M., das sei un« erhört. Erfreulich sei es für ihn gewesen, daß Stadt ha gen die Anträge betreffs der Gesetzesmacherei in der Fraktion be- kämpft habe, um so bedauerlicher sei es aber, daß er in der bayerischen Angelegenheit die Resolution Bebel, Auer und Ge- nossen durch sein Amendement so verhunzte. In der badischen Angelegenheit nannte Fritz, der als Badenser die dortigen Ver- Hältnisse zu kennen glaubt, nicht Steg müller, sondern Geck als den Schllrer der Uneinigkeiten. Schließlich drückte der Redner seine Befriedigung darüber aus, daß die Frauen selbst es waren, welche wieder verlangten und durchsetzten, eigene Tele- girte zu den Parteitagen in ihren Versammlungen wählen zu dürfen. Genosse Pötzsch ergriff hierauf das Wort, um das Ver« hallen des Parteivorstandes in der Gehaltsfrage der Partei- beamten, Schriftsteller und Redakteure zu erläutern resp. zu begründen. Die vielen Zwischenrufe aus der sehr unruhig werdenden Versammlung bewiesen jedoch, daß es ihm nicht gelang, die darin vorgefaßte Meinung umzustimmen. Ein Schlußantrag fand Annahme. Nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen wurde folgende Resolution von der bereits stark gelichteten Versammlung einstimmig gutgeheißen:„Die Versamm- lung erklärt sich mit den Ausführungen und der Haltung der Telegirten des dritten Kreises auf dem Parteitage, nicht aber mit allen Beschlüssen des Parteitages einverstanden. Sie fügt sich zwar denselben, verspricht aber ein wachsames Auge über alle Vorkommnisse innerhalb der Partei zu halten und einzelne abgelehnte Anträge auf dem nächsten Parteitage wieder einzu» bringen." Im vierte» Wahlkreise tagte die Parteiversammlung in Fiebig's grobem Saale.?lus den Berichten der Vertrauens- männer Wengcls. Bolze, Mattutat und Schulz ging hervor, daß dieselben im Osten des Kreises 10 504,84 M., im Südosten 10 334,24 M, vereinnahmt haben, wovon zur Zeit in den Händen der Verlrauensleute noch die Bestände von 280,09 M. im Osten und 320.32 M. im Südosten sind. Aus Antrag der Revisoren e?- hielten die Genossen Decharge. Gewählt wurden die Genossen") Bolze und Baumgarten für den Osten, Matlutat und Franz Schulz für den Südosten; Thielke und Baier als Mitglieder der/ Preßkommission; Schneider und Streit als Mitglieder der Agitation?- kommission für die Provinz Brandenburg. Die Lokalkommisston wurde, um in der Turchführung des Boykotts nicht Schwierig- leiten hervorzurufen, in ihrer bisherigen Zusammensetzung be- lassen, sodaß die Telegirten des vierten Wahlkreises darin die Genossen Johann Otto, Louis Zake, Scholz, Gesche und(für Treptow) Jechel sind, wozu noch für die Dauer des Boykotts die früher gewählten Verstärkungen der Lokalkommission hinzu- treten. In seinem kurzen Bericht über die Thätigkeit der Lokal- kommission hatte Genosse Scholz betont, daß dieselbe nur geringe Ausgaben gemacht hat. Ueber die Verhandlungen des Partei- tags berichleten die Genossen Mattutat und Wilke, die beide ausführten, daß die Hoffnungen der Gegner aus Spaltung unserer Partei zu Schanden geworden sind. Die Diskussion über die streitigen Punkte habe Klärung geschaffen und damit die Partei gefördert. Bezüglich der Landagitation bemerkte Wilke, daß, wenn auch die Berliner aus dem Parteitag ver» schrieen wurden, so seien doch zwei Drittel bis vier Fünftel der Berliner Landagitatoren auf dem Lande ausgewachsen und kennten die Verhältnisse des Landarbeiters in Brandenburg ebenso gut, wie die Bayern die ihrer Hopfenbauern. Die Hauptsache sei, daß die Angelegenheit in Frankfurt besvrochen worden und daß einer Kommission dw weiteren Arbeiten überwiesen sind. Der dritte Delegirte, Genosse Schulze, dessen Referat bereits von den beiden Vorrednern übernommen war, beschränkte sich darauf, die auf dem Parteitage beobachteten„Verschleierungsgelüste", namentlich das Verhalten des Genoffen Siadthageu zu verdammen. Genosse G a d e g a st tadelte. daß Grillenberger sich auf dem Parteitage so bockbeinig gestellt. Er bezeichnete es ferner sür nothwendig, daß diejenigen Parteigenossen, welche Stadtverordnete, Landlags-Abgeordnete, Reichstags-Abgeordneie sind, sich mehr in den Versammlungen bewegen, damit sie die Fühlung mit den Massen nicht verlieren. Rüdt's Austritt anS der Partei bedauerte Redner, die Versammlung gab ihm aber durch ein„Oho!" sofort zu erkennen, daß sie anderer Meinung war. W e n g e l s war auch der Ansicht, daß, wenn Stadthagen sich der Erörterung der bayerischen Frage ferngehalten hätte, das für die ganze deutsche Sozialdemokratte besser gewesen wäre. S a i l e r hält es gar angesichts der Frankfurter Verhandlungen für nöthig, die Genossen aufzufordern, auf der Wacht zu sein, daß«nicht noch weiter nach rechts gegangen werde". Gegenüber dem Bestreben, unter allen Umständen die Stimmen der Bauern zu fangen, müsse betont werden, daß wir den Klassengegensatz mit aller Schärfe hervorzuheben haben. Bedauerlich sei daher, daß Stadlhagen sich dazu hergegeben, eine Nothbrücke'zu bauen. und nicht weniger, daß Vollmar ähnliches beim Fall Stegmüller that. Das Zugeständnißunwesen scheine Fortschritte in der Partei gemacht zu haben und man könnte fast wünschen, daß die Reaktion mit aller Macht über uns herein» brechen möchte, um diesen Fortgang aufzuhalten. Der Antrag gegen die Neugründung von Paxteigeschästen hätte von dem höheren Gesichtspunkte aus betrachtet werden sollen, daß man mit solchen Neugründungen Leute schaffe, die«in Interesse haben, die gegenwärtige Gesellschaftsordnung zu erhallen; von diesem Gesichtspunkte aus hätte man auch die Gehaltsfrage erörtern sollen. Redner hält„den Riß wegen der bayerischen Abstimmung" nur für verkleistert. Er schließt feine Ausführungen mit der Mahnung, Alles zu verabscheuen, was uns zu Kompromissen mit der gegenwärtigen Gesellschaft bringen kann. GemSi n ge r hält dem entgegen: DieThatsache, daß der Parteitag die Resolution Vollmar, welche die Abstimmung der bayerischen Landlags-Abgeordnelen als gerechtfertigt bezeichnen sollte, mit Zweidrittel-MajoruSt abgelehnt hat, zeige deutlich genug, daß das Prinzip streng gewahrt worden ist. Der alte revolutionäre Standpunkt der Partei ist auch in Frankfurt nicht verlassen wor- den, das zeigten die Beschlüsse. Daher sei zu einer Mahnung. w,e sie der Vorredner ausgesprochen, kein Anlaß vorhanden. T»e Gehallsfrage sei freilich keine vrinzipielle, bei ihr soll« man neben Sprechlaal. " den anderen in Frankfurt angeführten Momenten auch nicht ver-| sagen, daß, auch wenn der Beschluß anders ausgefallen wäre, geffen, daß die Genossen, die heute ein etwas auskömmliches Ge- Grillenberger sich gefügt hätte. Im Uebrigen stimmt Redner halt bekommen, früher für einen wahren Hungerlohn die Singer's Ausführungen bei und bemerkt noch, daß nach Lage der selbe Arbeit Die Redaktion fiellt die Benuzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafü wie heute geleistet haben; Auer habe Sache man feinen Anlaß habe, sich für Rüdt zu erwärmen. abzugeben ist, dem Publitum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen zum Beispiel in Hamburg die Sekretärthätigkeit für Die Versammlung erklärte sich dann, durch Annahme einer Interesses zur Verfügung: sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem dreißig Thaler Inhalt desselben identifizirt zu werden. ausgeübt. Redner bemerkt, daß es Resolution gegen zwei Stimmen, mit dem Verhalten ihrer DeleDer in Mr. 248 des Vorwärts" von seiten der Filials sowohl falsch ist, von einer bayerischen Angelegenheit" als auch girten auf dem Frankfurter Parteitage vollständig einverstanden mitglieder des Allgemeinen Vereins der Töpfer eingesandte von einer Reſolution Bebel" zu sprechen. Im ersteren Falle und verpflichtete sich, nach wie vor für die Prinzipien der Sozial Sprechfaal- Artikel ist wohl in feiner Hauptfaffung gegen die handle es sich vielmehr um gleiche Abstimmungen in Bayern, demokratie einzutreten. Baden und Hessen und im anderen um eine Resolution, die von Gewerkschaftskommission gerichtet. Diese hielt es nicht der Mühe einer großen Anzahl Parteigenossen, darunter namentlich auch Von Genoffen Stadthagen werden wir um Aufnahme werth, darauf zu antworten, und beinahe geht es uns ebenso. vom ganzen Parteivorstande, beschlossen war. Redner erfolgender Berichtigung erfucht: In der Dienstags= Nummer be- Aber das Interesse der Organisation macht es nothwendig, eine tlärt nochmals die Ablehnung der Resolution Vollmar für die findet sich in der zweiten Beilage ein Bericht über eine Ver- Erwiderung zu bringen. Auf einen Sah will ich nur eingehen: Hauptsache und spricht die Ueberzeugung aus, daß die Genossen sammlung in Friedrichshagen, die mehrere wesentliche Unrichtig: unserer Mitglieder, daß wir die Beschlüsse des Fachvereins der Es heißt da: wir geben die bestimmte Erklärung ab im Namen im bayerischen Landtage nicht mehr für das Budget stimmen feiten und tendenziöse Entstellungen enthält. Ich beschränke Töpfer ignoriren" werden. Er fügt hinzu: Wir werden fertig mit allen Feinden, mich auf Folgendes: Es ist unwahr, ich hätte erklärt, ich vorwärtsstrebenden Kollegen des Fachvereins auf die Finger Der Wunsch, sich nicht mehr von den wir sind mit dem Ausscheiden von Hasselmann und von Ritting- habe mein Amendement gestellt, weil die Resolution sehen zu lassen, weil ihnen das hausen fertig geworden; so lange wir aber feinen Grund haben, Bebel und Genossen von reaktionärem, doktrinärem Eigenradikale Vorgehen Dorn im Auge war, war an Genossen zu zweifeln, so soll man nicht in der Weise, wie finn diktirt war". Auch etwas Aehnliches habe ich nicht derselben schon lange ein es der Vorredner gethan, über sie sprechen. Grillenberger hat erklärt, sondern in etwa einstündiger Rede die Gründe dargelegt, auch bei Gründung der Filiale der Vater des Gedankens. unter dem Sozialistengefeße so viel, so eifrig für uns gewirkt, die mich zur Stellung des Amendements bewogen haben und noch Hatte man sonst auch in jeder Weise seine Unlust zur Theildaß Redner wünscht, Genosse Sailer möchte jemals gleich tüchtig heute bewegen würden. Die, übrigens von kaum 40 Theilnahme am wirthschaftlichen Kampf an den Tag gelegt, so suchte werden. Was Stegmüller anbelangt, so ist derselbe für die Partei nehmern besuchte Versammlung lehnte den zuerst von Kunert ge- man doch immer noch den Schein zu erwecken, als wolle man zu erhitzen brauchen. Bezüglich der Landagitation verspricht Standpunkt der Resolution Antric, Bebel und Gen. und ver- Beschlüsse, als organisirte Körperschaft, einen solchen Berrath an in Baden so unwichtig, daß wir uns hier in Berlin darum nicht stellten Antrag, zu beschließen:„ Die Versammlung steht auf dem sich nicht direkt dagegen stellen. Aber für jeden denkenden Arbeiter wird es ein Räthsel bleiben, wie man durch derartige Redner sich von den Bauern nicht viel, betont dagegen die Noth- wirft das Amendement Stadthagen" gegen etwa 7 Stimmen ab. Beschlüsse, als organisirte Körperschaft, einen solchen Berrath an wendigkeit, den Landarbeiter zu gewinnen und ihm Arbeiterschuh der Arbeiterfache begehen konnte. Man vergleiche die in beiden Versammlungen gefaßten Beschlüsse. zu erzielen. Er schließt dann: Je mehr sich das eine große Arbeiter- Radfahrer- Verein Berlin. Seute, Abends 9 Uhr, VersammKartell gegen uns zusammenschließt, desto mehr erwächst für uns lung bei Wilke, Andreasstr. 26. Stiftungsfeft- Abrechnung. die Verpflichtung, Verband deutscher Barbiere, alles Trennende bei Seite zu lassen. Friseure und Verrückenmacher Die Einigkeit und Geschloffenheit, welche die Partei bisher aus-( 3weigverein Berlin). Neue Friedrichfir. 44 bei Röllig, Abends 10 Uhr. Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag, Abends 3%-10% Uhr: Nord= gezeichnet hat, wird auch weiter dauern.( Beifall.) Frau Schule, Müllerstr. 179a; Geschichte( neue). Süd Schule, Waldemar Gubela bemängelt hierauf die Haltung der Genossin Bettin ftraße 14: Geschichte( alte). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theil. zur Frage der Religion. Mattutat erwidert darauf in seinem nehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Bei allen Unterrichtsfächern tönnen Schüler und Schülerinnen auch jezt Schlußworte, es tomme nicht so sehr auf das Gesagte an, als im Laufe des Semesters, eintreten. auf den Eindruck, den es gemacht, und da könne man wohl Für den Inhalt der Juierate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber feinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, 8. November. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Schauspielhaus. Rabale und Liebe. Leffing Theater. Die Schmetterlingsnacht. Deutsches Theater. Die Weber. Adolph Ernst- Theater Zum 5. Male: Der kleine Herr. Schwant in 3 Atten v. Arthur Law. Vorher: Zum 5. Male: Die ewige Braut. Liederspiel mit Tanz in 1 Akt von W. Mannstädt und J. Kren. In Scene gesetzt von Ad. Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater Berliner Theater. Stüßen der Ge- Alte Jakobstraße Nr. 30. sellschaft. Schiller Theater. Die Karlsschüler. Neues Theater. Figaro's Hochzeit. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Jabuka.( Das Apfelfest.) Residenz- Theater. Der Unterpräfekt. Villa Vielliebchen. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Bellealliance- Theater. KönigKrause. Central- Theater. O! diese Berliner! Alexanderplat Theater. Ein Modell. Verbotene Liebe. Adolph Ernst- Theater. Der kleine Herr. Vorher: Die ewige Braut. National- Theater. Die Weber. Reichshallentheater. Spezialitäten Vorstellung. American- Theater. SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater. Borstellung. SpezialitätenKaufmann's Variété. Spezialitäten Borstellung. Vorstellung. Direktion: Richard Schulz. Emil Thomas a. G. Anna Bäders. Josefine Dora. Zum 68. Male: O! diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern nach Salingre's Reise durch Berlin von Julius Freund. Musik von Jul. Einödshofer. Raffeneröffnung 61/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen und folgende Tage: O, diese Berliner! Alcazar Variété- und Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage). Neu! Sensationell! Neu! Parodie- Theater. Spezialitäten The 3 BrothersNighton Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Donnerstag, den 8. November, Abends 8 Uhr. Zum ersten Male: Die Karlsschüler. Schauspiel in 5 Aften von Heinrich Laube. Freitag, den 9. November, Abends 8 Uhr: Die Karlsschüler. Sonnabend 10. November, Nachm. 8 Uhr: Schüler Vorstellung. Die Räuber. Abends 8 Uhr: Die Karlsschüler, National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Gastspiel des fliegenden Serpentin Ballets, arrangirt vom Balletmeister Géza Zinner. HF Sensationeller Erfolg! Vorher: Die Weber. Schauspiel in 4 Akten von Regie: May Sam ft. *** Raffenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Vorbereitung: unübertreffliche Leistungen am Huf Eisen- Apparat. Jolà Kowats, die Perle des Ungarlandes. William und Bobb. Urkom. Eycentrits am Doppelreck. Zum Schluß: Pusebach auf Korea. Entree: Wochent, 20 Pf., Sonntags 40 Pf. Anfang: Wochent. 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. R. Winkler. Castan's Panopticum. Hassan Ali der grösste Mensch der Welt. Prinzess Topase Arthur Stadthagen. Urania Die Fensterfrage, welche im Interesse der Gesundheit für uns von so großer Wichtigkeit ist, wurde von uns unter Aufbietung aller Kräfte und Opfer mit erneutem Muthe alle Jahre von neuem aufgenommen; aber wenn einem die Bruderorganisation wie in diesem Jahre in den Rücken fällt, dann muß der Erfolg ausbleiben und wäre die Organisation noch so widerstandsfähig. Mögen wir eine Lehre daraus ziehen, suchen wir mit größter Energie dem Feinde in den eigenen Reihen ein schnelles Ende zu bereiten. Der Vorstand. J. A.: W. Daudert. Anstalt für volksthümliche Berliner Gewerkschafts- Kommission. Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. 966L Näheres die Anschlagzettel. Schiller Theater. ( Wallner- Theater.) Eröffnung der neuen Abonnements. Nachdem die Erneuerung der bis herigen Abonnements für alle früheren Abonnenten durchgeführt ist, eröffnen Oeffentliche Versammlung der Delegirten am Freitag, 9. Nov., Ab. 8 Uhr, im Rest. Annenstr. 16. = Zages Ordnung: 1. Das Bauschwindelunwesen. 2. Der Bierboykott. 3. Gewerkschaftliches. Die Delegirten werden ersucht recht pünktlich zu erscheinen. Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommission. Achtung! Brauerei- Hilfsarbeiter. 138/10 Achtung! Sonntag, 11. d. M., Vorm. 12 Uhr, in Gründel's Salou, Brunnenstr. 188( am Rosenthaler Thor): wir die Ausgabe neuer Abonnements. Die Abonnementshefte, die wir für der das II. Quartal ausgeben, enthalten 7 Eintrittskarten, giltig für einen bestimmten Wochentag in 14tägigem Turnus. Jeder Abonnent hat Anspruch auf 7 verschiedene Vorstellungen. Das II. Quartal umfaßt 7 Borstellungen: 1. Die Karlsschüler. 2. Des Meeres und der Liebe Wellen. 3. Talmi. 4. Die Stützen der Gesellschaft. 5. Krieg im Frieden. 6. Prinz von Homburg. 7. Clavigo. Karten zur Bestellung der Abonnements find außer bei dem Pförtner des Schiller- Theaters bei den folgen den Ausgabestellen zu haben: B. Behrs, Buchhandlung, Unter den Linden 47. 3. Große Vereins- Versammlung Brauerei- Hilfsarbeiter Berlins u. Umg. Tages Ordnung: 1. Bericht über den gegenwärtigen Stand des Vereins. 2. Diskussion. Raffenbericht und Bericht der Revisoren. 4. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung find außer den ausgesperrten Hilfsarbeitern die in den ringfreien Brauereien beschäftigten Arbeiter eingeladen. Sämmtliche in den Weißbier- Brauereien arbeitenden Hilfsarbeiter haben die Pflicht an91/10 wesend zu sein. Die Zahlstellen befinden sich an folgenden Orten: Obböter, Blumenstr. 57; Faller, Pallasstr. 16; Dummert, Wilhelmshavenerstraße 13( Moabit); Haff, Köpenickerstr. 31; Grube, Mariendorferstr. 5; Wieste, Landsberger Alee 148; Hilpert, Hermannstr. 25( Nixdorf); Wernicke, Krummestr. 16( Charlottenburg). Der Vorstand. Achtung! Moabit. Große Achtung! Versammlung für Männer u. Frauen Haase u. Mues, Buchhandlung, am Freitag, 9. d. M., im Viktoria- Saal, Perlebergerstr. 13. Potsdamerstr. 116a. Herm. Lazarus, Buchhandlung, Friedrichstr. 66. Nicolai'sche Buchhandlung, Filiale, Potsdamerstr. 123b. J. M. Spaeth, Buchhandlung, Rönigstr. 52. T. Trautwein'sche Buchhandlung. Leipzigerstr. 8. Waarenhans für deutsche Beamte, Dorotheenftr. 33-34. Waarenhaus für Armee und Marine, Dorotheenstr. 72. Ueber die Abholung der Abonnementshefte werden unsere Besteller durch eine Postkarte verständigt. Die Direktion. = Tages Ordnung: 119/17 1. Vortrag des Herrn Dr. Joël über: Die Frau im Spiegel der Ge schichte und Wissenschaft. Hierzu werden die Frauen besonders eingeladen. Zellersammlung findet ftatt. Die Bevollmächtigte des Frauen- und Mädchen- Bildungsvereins. in Achtung! Glasarbeiter. Achtung! Sonntag, den 11. November, Nachmittags 3/2 Uhr, Wöllstein's Lustgarten in Adlershof: Große öffentliche Glasarbeiter- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Vortrag des Augenarztes Herrn Dr. Wurm über: Die Pflege der Augen mit Demonstration an tünstlichen Modellen. 2. Diskussion. 8. Ber schiedenes. Meinen Freund und Kollegen, dem Die Frauen sind hierzu ganz besonders eingeladen. Die Versammlung Buzzer W. Puhlmann, zu seinem wird Punkt 8/2 Uhr eröffnet. Die Kollegen von Charlottenburg, Berlin, Wiegenfeste ein brei Mal donnerndes Stralau und Köpenick haben alle zu erscheinen und es ist Pflicht und EhrenHoch, daß die ganze Schufterarbeit sache eines jeden dort zu fein.. adelt. Wer hat den rothen Kater 182/5 weiß gemacht? Puh! 8776 W. J. Der Einberufer. Danksagung. 8746 Orts- Krankenkasse für das Gewerbe der Sage hiermit allen Freunden und Tischler und Pianoforte- Arbeiter zu Berlin. General- Versammlung spendung bei der Beerdigung unseres bas fleinste Menschenkind. Bekannten für die zahlreiche Blumenlieben Sohnes Emil den herzlichen Mexikanische Riesen- Gacteen in noch nie gesehener Größe. Dant. Ernst Mees nebst Frau. der Vertreter der Kassenmitglieder und der Arbeitgeber Warne Jeden, m. Sohn A. Gärtner am Donnerstag, den 15. November 1894, Abends 8 Uhr, in den Armin Hallen, Kommandantenstr. 20. Tages Ordnung: Circus Renzuf Der Tod als Pathe. Circus Renz Ausstattungs- Komödie in 5 Akten von Ernst Bluhme mit theilweiser Benutzung einer Jdee von August Blanche. Ausschant von echt Culmbacher Bier. Passage- Panopticum. 51 wilde Weiber aus Dahomey. Carlstrasse. Donnerstag, den 8. November cr., Abends 7/2 Uhr: Tjo Ni En. Sensationelle Tänze, u. a. les grelots vivants( Drigin.) jeu des barbichons ( Original) 2c. meinen Ramen etwas zu borgen, da ich für nichts aufkomme. W. Gärtner, Waldstr. 48. F. Kummrių, Bierverleger, LouisenUser Nr. 44, vertauft nur boykottfreies 876b Vereinszimmer zu verg. Luisenstr. 60. Bier. Der billigste und zuverlässigste UhrenAußerdem: 4 arab. Schimmelhengfte, Einkauf sowie Reparatur ist unzweifelFahnenpferde, vorgef. vom Dir. haft bei Fr. Renz. 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Vertheidigung der Freiheit. tlären. bis hinab in den Garten. Mailand, den 3. November. Dell' Avalle, Chiesi und die Republikaner Betrami, Zu Eefretären wurden ernannt die Mailänder Sozialisten Be c chia und dondani. " Es schloß Lebensluft, in der wir Sozialisten athmen. Diese Lebensluft mit Nach längerer Debatte wird auf Antrag Millarg der Schrifts allen Mitteln uns zu bewahren, ist die erste Forderung unseres setzer Schmidt und Redakteur Beißfänger mit diesem Programms, die erste Voraussetzung unserer Thätigkeit als So- Amte betraut. Die Versammlung erklärte sich schließlich mit Die letzte ungeheuerliche Gewaltthat Crispi's, die Anflösung zialisten. Und deshalb ist dieser Bund, der sich darauf be- der Thätigkeit der bisherigen Preßkommissions- Mitglieder einaller sozialistischen und zugleich der meisten bürgerlich- radikalen schränkt, diese Bedingung festzuhalten, ein natürlicher Bund, eine verstanden. Angenommen wurde der Antrag Grothmanr, veritabätigkeit ben butir. und republikanischen Organisationen hat in buchstäblicher Wahr- nothwendige und vernünftige Vereinigung; er ist ja entstanden sowie der Antrag Millarg, daß es in Zukunft unterbleiben heit ganz Italien aufgerüttelt. Der vergiftende Sumpfhauch aus dem Herzen und Gefühl des Volkes heraus mit der folle, daß im redaktionellen Theile die Ankündigung einer Sverre Der Gleichgiltigkeit, des stumpfsinnigen Sichgefallenlassens ist Unmittelbarkeit und Nothwendigkeit eines Naturphänomens. Wie erfolgt, während im Inseratentheile das gesperrte Geschäft wie durch einen Wirbelwindstoß von dem Lande genommen, und lange der Bund dauern wird? So lange, bis alle die elemen- Arbeiter verlangt. Millarg beantragte fernerhin, daß was in Italien noch eine Spur von Denkfähigkeit und Freiheits- taren Freiheiten, die heute aufs äußerste bedroht oder schon ver- alle Gewerkschaften in Fällen von Streits Sperren 2c. als ein unberührbares Erbtheil dies liebe besigt, beginnt sich zu fragen: Wie war es nur möglich, loren, wieder erobert und sofort der Expedition des Vorwärts" anzuzeigen daß wir uns dieses Wüthen eines Wahnsinnigen bisher haben des italienischen Volkes anerkannt sind. Wenn heute eine glück haben, um alle unangenehmen Vorkommnisse zu vermeiden. gefallen lassen? liche Wendung unserer parlamentarischen Entwickelung Zanardelli, Diesem Antrage stimmte die Versammlung einhellig zu. Namens Mailand hat den Ruhm, wie es zuerst und allein von allen oder den Abgeordneten Wussi, oder aber Herrn Cavalotti zur der Lokalkommission erstatteten Tauschel und Gnadt Bericht. Städten Italiens Crispi's Komödiantenatur durch öffentliche Aus- Regierung beriefe und dies wünsche ich von Herzen Die Vertrauenspersonen, Preß- und Lokalfommission wurden einpfeifung gewürdigt hat, so zu diesem Empörungsschritt des nationalen( Cavalotti schüttelt den Kopf. Heiterkeit, Beifall) so müßte stimmig entlastet. Mitglieder der Lokalkommission waren bisher Gewissens gegen den Verräther aller Grundsäge von Menschen- und würde er selbst froh sein, daß eine so starke Freiheits- Tauschel, Liegte und Paper( außer den Hilfskräften). würde und Freiheit den ersten Antrieb und Anstoß gegeben zu strömung besteht, wie sie von diesem Bunde ausgehen wird, die Beschlossen wurde eine Verstärkung der Lokalkommission auf vier haben. Es hat sich, wie bereits im Vorwärts" mitgetheilt ihn stüßen muß gegen alle bösen Eingebungen, welche, wie es Mitglieder und wurde für die Rosenthaler wurde, ein Bund zur Vertheidigung der Freiheit gebildet, zu scheint, sich immer und überall an die Herrschaft knüpfen."( Großer brunnen Lohse gewählt. Tauschel, Ließte und Paper dessen Mitgliedern alle bürgerlich radikalen Demokraten, alle Beifall.) wurden weiterhin bestätigt. Als Mitglied zur Agitatione Republikaner und alle bisher organisirten Sozialisten ge- Nachdem hierauf noch Prampolini turze, feurige Worte ge- tommission ist Sie bereits früher gewählt worden. Auf seinen hören. Jeder dem Bunde Beitretende übernimmt un- sprochen, wurden die Sahungen des neuen Bundes überall Antrag hin wurde der Stadttheil Gesundbrunnen, welcher bister beschadet seiner bisherigen Parteistellung die Pflicht, die fast einstimmig von der Versammlung angenommen. Die Haupt- zum Wedding gehörte, dem Vertrauensmann der Rosenthaler Grundelemente des freiheitlichen Wirkens und Lebens, bestimmungen lauten: Borstadt zur Bearbeitung überwiesen, um die Agitation wirksamer die persönliche Sicherheit, die Versammlungsfreiheit, die Freiheit 1. Ein italienischer Buud zur Vertheidigung der Freiheit ist zu gestalten. des Wortes und der Schrift gegen die heute herrschende Unter- begründet. Er hat seinen Hauptsit in Mailand und seine Es folgte nunmehr die Berichterstattung ber Delegirten zum drückungs- und Vernichtungswuth mit allen Mitteln und mit Seftionen in ganz Italien. Parteitage. Delegirt waren Stiefel und Pfarr. Kiesel bes dem ganzen Einsatz seiner Kraft zu vertheidigen. Seit vor acht 2. Mitglied ist jeder, der den Hauptzweck des Bundes an sprach zunächst die Gehaltsfrage und hob hervor, daß Bebel sich Tagen diese Grundzüge des neuen Bundes unter den nimmt und einen jährlichen Beitrag von 1,20 Frts.( 1 Mark) dahin geäußert habe, daß man von den Berlinern gewöhnt sei, unmittelbaren Eindruck des boshaften Gewaltstreichs Crispi's bezahlt. daß sie Radau machen( Ruf: Ist nicht wahr!) Riesel meinte, zuerst verkündet wurden, floß ein unaufhaltsamer Strom 3. Hauptzweck des Bundes ist eine allgemeine Agitation zu daß die Anträge diesen Sinn durchaus nicht hatten, von Zustimmungserklärungen zugleich mit Verwünschungen entwickeln zur Vertheidigung der Freiheit des Gedankens und der und es durchaus nicht gerechtfertigt war, den Antragstellern in des Crispinischen Schandregiments von Nord und Süd, Meinung in Wort und Schrift, der persönlichen Sicherheit, der der Weise zu begegnen, wie es geschehen. Redner besprach aus allen Theilen Italiens, nach Mailand. Bu Dreißig Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit gegen die Willkür, die sodann die Debatten über die parlamentarische Thätigkeit, die tausend wurden bisher die öffentlichen Beitrittserklärungen Nachstellungen und Gewaltthaten der Machthaber. gefaßten Beschlüsse mittheilend, und ging hierauf zur Angelegen zu diesem Bunde zur Vertheidigung der Freiheit ge= Der Bund trägt auch Sorge für die persönliche Bertheidigung heit der badischen und bayerischen Parteigenoffen über. Er verzählt. Und die besten Namen waren darunter, wie der alte aller der Bürger, die durch Verletzung der genannten Freiheiten urtheilte die Handlungsweise des Dr. Rüdt und er Demokrat und Märtyrer von 1848 Gabriele Rosa, alle zu leiden haben. flärte sich gleichfalls gegen die befolgte Taktik der belaunten Abgeordneten der äußersten Linken, wie Bovio, Die übrigen Bestimmungen beziehen sich auf Organisation bayerischen Genossen und sprach die Hoffnung aus, daß Cavallotti, Colajanni und alle bekannten Sozia- und Verwaltung des Bundes. derartige Fehler in Zukunft nicht wieder vorkommen werden. listen, wie Ferri, Agnini, Costa, De Amicis, Vor Schluß der Versammlung wird auf Antrag Cavalotti's Jm Weiteren berichtete Riesel über die Verhandlungen über die Zurati ja viele, die erst durch den letzten Streich dem Arbeiterpräsidenten 3avattari, der mit bewunderns Agrarfrage, die Maifeier, die Trusts und Ringe und sprach zum Crispi's zu Sozialisten geworden sind und dies öffentlich er werthem Geschick die bewegten Verhandlungen geleitet hatte, Schlusse seine Verwunderung aus über die Behandlung der Gemit Beifall und Händeklatschen der Dank der Anwesenden aus haltsfrage in der jüngsten Nummer des Süddeutschen Postillon", Gestern fand die öffentliche Ronstituirung des neuen Bundes gesprochen. dieselbe mit Entrüftung zurückweisend. Pfarr ergänzte den Vorstatt, und der Gedanke, der so unmittelbar den aufgeregten GeIn das Zentralfomitee des Bundes wurden unter anderen redner in der Berichterstattung und verbreitete sich besonders über müthern und dem verlegten Freiheitsgefühl entsprang, erhielt gewählt die bekannten Mailänder Sozialisten: Advokat den Fall Stegmüller. Er war der Meinung, daß Stegmüller sein durch das glänzende Gelingen der unternommenen That seine anzi, Ingenieur Taroni, Cesena, die Arbeiter 3 a beo Mandat hätte niederlegen müssen. Ferner berichtete er über einzelne Weihe und Bekräftigung. civico, das in den prächtigen giardini publici( den öffent- avalotti, Bovio( Neapel), Caldesi, Colajanni girten gefunden haben. Er brachte u. a. auch seine Meinung lichen Gärten) Mailands gelegen ist, hatten sich feit( Catania), Corso( Florenz), Andrea Costa( Imola), dahin zum Ausdruck, daß in Zukunft dafür Sorge getragen wer Mittag viele Tausende der Beitretenden, Arbeiter wie Bürger, Edmondo De Amicis( Turin), Garavetti( Abgeordneter den müsse, daß die Parteitage mehr von Arbeitern und eingefunden. Der riesenhafte Saal war bald vollständig gefüllt von Sardinien), 2uzzetto( Abgeordneter), Marcora( Ab- weniger von Akademikern beschickt werden.( Sehr[ richtig!) und um 2 Uhr standen Tausende, die feinen Platz mehr finden geordneter), Mussi( Abgeordneter). Eingelaufen war ein Antrag, die Diskussion bis nach konnten, dicht gedrängt in den Korridoren und auf den Treppen Dieser Antrag wurde abgelehnt und trat die Versammlung in die Erscheinen der Protokolle des Parteitages zu vertagen. Diskussion ein. Erster Redner war Beier, der sich in sehr energischer Weise gegen die Behandlung der Berliner Anträge auf dem Parteitage und gegen den Süddeutschen Postillon" wandte. Hierin müsse seiner Meinung nach Remedur geschaffen werden. Die Arbeiter hätten die Augen zu öffnen und Bei Gründel in der Brunnenstraße hatten sich die Genossen nicht den Akademikern, die größtentheils ihren Beruf verfehlt Der bisherige Vertrauens hätten, das Heft in Händen zu lassen, damit sie die Arbeiter Gesammteinnahme in sich schließt in Höhe von 1867,02 M., Beitartikel des Vorwärts" über den Parteitag und der Schreibmann Cl. Maager gab den Kassenbericht, der eine terrorisiren. Feder erkannte eine Seelenverwandschaft zwischen dem darunter vom Gesangverein Freie Liedertafel" 180,15 M., durch weise des„ Süddeutschen Poftillon". Die bayerische Angelegen. den Verkauf der Maifestzeichen 298,10 9. Ausgaben beit betrachtete er nicht als einen taktischen Fehler, sondern als Ichten Jahre 1881,75 Mart, der Baar- einen prinzipiellen Verstoß gegen die Theorien des Sozialismus allen denen, die mich an diese Stelle berufen, weil es die bestand beträgt 85,27 Mark. Nach längerer Diskussion und hätte gewünscht, daß dieser Standpunkt auf dem Parteitage Arbeiter Italiens find, die durch die jüngsten Gewaltthaten der wurden als Vertrauensleute für das laufende Jahr Hübner mehr bervorgefehrt wäre. Volimar und Genossen hätten Reaktion am meisten getroffen werden."( Stürmischer Beifall.) und Krüger gewählt; als Revisoren bestimmte man 2itsich seiner Meinung nach auf den Boden der franNachdem hierauf unter erneutem Beifall die Liste von siebzig daun in die Breßlommission belegirt. Den Genossen Busse hagen's verdiente feiner Ansicht nach eine ernstliche Rüge. mann, Bußiger und Roth. Niederauer wurde als zösischen Possibilisten gestellt. Der Brückenbau" Stadtitalienischen Städten verlesen war, in denen sich Zweigvereine und Spät wurde die Vertretung in der Lokalfommission über Bezüglich der Maijrage war er der Meinung, daß der Versuch des Bundes zum Schuße der Freiheit bereits gebildet haben oder zu bilden im Begriff find, eröffnete der Abgeordnete Cavallotti tragen. Faber wurde in die Agitationskommission für die gemacht werden solle, wenigstens für eine Gewerkschaft die die Verhandlungen feurig und eindrucksvoll:„ Wer hätte vor Proving Brandenburg entfendet. Damit waren die Wahlen er- Arbeitsruhe am 1. Mai durchzudrücken. Bezüglich der Agrareinem Monat geglaubt, dieses Schauspiel zu erleben, das uns ledigt. Zu seinen Bericht vom Frankfurter Parteitag nahm der frage theilt er die Auffassung Kiesel's, daß die Bauern noch die heutige Versammlung darbietet, die Bereinigung so vieler elegirte ibner das Wort. Der Redner billigt die Beschlüsse lange nicht für den Sozialismus zu gewinnen seien, wohl aber tausender, bis dahin getrennter Gemüther in dem einen Gedanken, des Parteitages im Wesentlichen und ist in der Hauptfache auch die Landarbeiter. Daß Kiesel nicht für die Resolution gestimmt tausender, bis dahin getrennter Gemüther in dem einen Gedanken, mit der Taktik der bayrischen Genossen in der Landagitation ein hat, hatte seinen Beifall. Millarg bält die Zuschüsse für den die Freiheit gegen Gewaltthaten zu vertheidigen. Fast kommt mir die Luſt an, Euch zuzurufen: verzeiht dem Urheber dieser verstanden; leider sei eine klärende Antwort auf diese offene Frage Sozialdemokrat" für zu hoch. Gegenüber den hohen Unterſtühungen, Gewaltthaten; er hat ja diese herrliche Wirkung hervorgebracht." nicht erfolgt. Von Adler wurde das Verhalten Dr. Quart's bie auch andere Parteiblätter erfordern, seien die Redakteurgehälter ze. zu der Gewerkschaftsbewegung der Kaufleute scharf tritifirt, einzuschränken. Die Verwendung von Parteigeldern zu Saalbauten In Wahrheit hat Crispi, da er in dem Wahnsinn seiner die Gehälterfrage anschnitt. Die Be- fand nicht seine Zustimmung. Auch war er nicht ganz der Anter Redner, daß die Akademiker, Willfür so weit ging, Feuer an die Häuser zu legen, alle die hauptung, meinte fichten Schoenlant's in der Agrarfrage, wie sie in der Resolution jenigen aus dem Schlafe aufgerüttelt, die ihr Leben zu retten, fei nicht so tragisch zu nehmen; von einem etwaigen großen der Solinger Angelegenheit hielt Stedner es für angezeigt, daß wenn sie zur Partei kommen, die Brücken hinter sich abbrechen, niedergelegt find, die zum Staatssozialismus führen. In Sachen b. h. in Freiheit zu athmen, entschloffen sind. Bewegt komme ich Verlust könne, da die Lebensbedingungen des stetig wachsenden mit Schuhmacher tabula rasa gemacht werde. Schließlich empfabl heute in meine Vaterstadt zurück und bin von Freude erfüllt zu Gelehrten- Proletariats doch an sich nicht glänzende seien, er allen Genoffen und Genossinnen gewerkschaftliche Organisation. sehen, daß sie zuerst das Banner der Freiheit wieder erhob, das wohl kaum die Rede sein. Die Berliner Genossen würden auf äther erblickte in der Schaffung eines sogenannten Bauern ich von Kindheit an unverändert geliebt habe. Denn es ist der Wacht fein, um ein Ueberwuchern des Einflusses der programms" nichts anderes, als was die Parteikonferenz für schimpflich und traurig für den, der der Freiheit gedient hat, sich Akademikergruppe zu verhindern. felbst zu überleben und in den Orgien der Gewaltthat seine eigene Vorwurf nicht zu ersparen, daß sie nicht eine nochmalige daß der Parteitag nach dieser Richtung hin einen energischen Den Delegirten sei der bie Provinz Brandenburg beschlossen habe. Er begrüßte es, Vergangenheit zu verleugnen und seinen Namen zu beflecken. Abstimmung in der kayerischen Frage herbeigeführt haben, als Schritt gethan habe. Im weiteren hob er hervor, daß der An( Großer Beifall. Rufe: Crispi!) Für dieses Banner, das uns fie das eigenthümliche Abstimmungsresultat vor Augen hatten. trag des 6. Wahlkreises nur gelautet habe, daß der Parteitag eint, fämpfen wir heute; ist die Schlacht vorüber, so nehme jeder wieder Stellung in der Einzelpartei, der er( angehört und aber vertheidigt die bayerische Taktik, die vollständig korrekt die Gehälter der Parteibeamten festsetzen solle. Ueber bie Höhe fei. Nur auf diesem Wege hätten sich in dem agrarischen derselben sei in dem Antrage nichts enthalten. Man folle nicht von deren Grundsägen er auch nicht einen einzigen durch seine Bayern Erfolge erzielen laffen; eine ähnliche Taktik empfehle sich fragen, ob Jemand Akademiker sei, sondern vielmehr, ob derselbe Stellungnahme in diesem Bund aufzugeben braucht.( Lebhafter überall zu befolgen, wo nicht rein industrielle Bevölkerung vorhanden feine Schuldigkeit in der Partei thue. Den Süddeutschen Beifall.) Rufen wir uns die Worte ins Gedächtniß zurück, die fei. Gegen diese Ansicht wendet sich Rob. Schmidt in energischer Postillon" nahm er nicht so tragisch, wie die Borrebner und der edle Cairoli vor zwanzig Jahren in der Kammer ausrief: gegen Weise. Wolle man nur nach„ praktischen" Erfolgen mit Aufgabe unseres wünschte, demselben das Recht der Kritik gewahrt zu wissen. Gewaltthaten sich zu empören, ist nicht nur ein Recht, sondern Prinzips geizen, so sei der 5. Wahlkreis mit seiner kleinbürger- Auch bezüglich der Gehälterfrage stand er nicht auf dem Standeine heilige Pflicht; denn es ist eine Huldigung, die man der lichen Bevölkerung ein ganz geeigneter Boden für Staatssozialis punkte, Jemandem vorschreiben zu wollen, fo viel darfst Du nur Gerechtigkeit darbringt."( Lebhaftester Beifall.) Den bayerischen Bestrebungen gegenüber sei es Pflicht, verdienen und nicht mehr, weil Viele noch weniger verdienen. Nachdem der Sozialist Jugenieur Taroni und der Mailänder Abgeordnete der linken Mussi in demselben heute mehr wie je darauf zu achten, daß unsere Grundsätze Der geistigen Arbeit gegenüber der physischen ließ er volle Mailänder Abgeordnete der Linken Mussi in demselben ehrlich und rückhaltlos vertreten werden. Die Bewegung muß Würdigung zu theil werden. Die Zuschüsse für den„ SozialGedankengang( Vereinigung in dem Bunde mit Vorbehalt der proletarisch bleiben, und vor jedem Versuch geschützt werden, sie demokrat" erregten ihm keine Bedenken. Es benöthige nur einer vollen Aufrechterhaltung der Grundsäge der Einzelparteien) ge- ins Kleinbürgerthum hinüberzuleiten. Redner bedauert, daß kein größeren Agitation, um demselben mehr Abonnenten zu gewinnen. sprochen, ergriff das Wort Filippo Turati:" Noch schallen in bindender Beschluß in dieser Angelegenheit auf dem Parteitage Bezüglich der bayerischen Angelegenheit war er mit Feder einmeinen Ohren die Stimmen der bezahlten Organe des Crispinnchen gefaßt ist. Gegen Faber, der seinen Standpunkt nochmals verstanden. Die Diskussion wurde hierauf gefchloffen. Regiments, die in schlechtverhehlter Angst spöttisch heute erklären, präzisirt, wendete sich ogge, indessen Hübner in feinem daß dieser Bund der verschiedenen Parteien der Linken ein undaß dieser Bund der verschiedenen Parteien der Linken ein un natürlicher sei. Wer der heutigen Wersammlung beiwohnt, wird Schlußwort sich zu gunsten der Volimar'schen Auffassung aus sprach. Ein Vertagungsantrag Oertel ging nicht durch und die Ueberzeugung gewinnen, daß dieser Bund auf natürlicher, so wurde die Versammlung nach Annahme einer Resolution, fester Grundlage ruht. Denn wir treten in den Bnb ein mit welche die Beschlüsse in Frankfurt gutheißt und deren Durch voller Aufrechterhaltung unserer Grundsätze als überzeugte Sozialisten. Die Kämpfe, die wir bisher als Sozialisten führung befürwortet, nach Mitternacht geschlossen. Versammlungen. Gnocchi Viani, der bekannte Sozialist und Stadtverord. neter von Mailand, eröffnete um 2 Uhr die Versammlung mit dem Vorschlage, einen Präsidenten zu wählen. Es war ein großer Augenblick, als darauf einstimmig aus der Versammlung, die zu einem so großen Theil aus Bürgern bestand, nur ein Name erscholl, der Name eines einfachen Arbeiters, Giuseppe des V. Qahltreise3 versammelt. 3 avattari, der, von warmem Beifall begrüßt, den Präsidentenstuhl einnimmt. Er sprach mit weithin tönender Stimme zur Begrüßung folgendes: Ich hätte gewünscht, daß Ihr zu diesem Posten eine fähigere Person erhoben hättet. Aber wenn Ihr mich gewählt habt, eben weil ich ein Arbeiter bin, so tanfe ich ( Heiterkeit und Beifall.) waren im während We 13 mus. " " Es folgten Richtigstellungen und persönliche Bemerkungen. Gegen 18 Summen fand folgende Resolution Annahme: schläffen des Parteitages einverstanden. Dieselbe bewahrt sich Die heutige Parteiversammlung erklärt sich mit den Bevollständig freie Kritik und verspricht, nach besten Kräften dafür zu sorgen, daß die Beschlüsse des Parteitages zur vollen Durch führung fommen." 89 2922015 Briefkaffen der Redaktion. gegen alle anderen Parteien geführt haben, haben uns. Die Parteiverfammlung für den 6. Wahlkreis fand erit fäbig gemacht, heute als Gleiche mit Gleichen, unter zahlreicher Betheiligung in Reichert's Salon, Müllerstr. 7, mit den verwandten Parteien diesen Bund zu schließen. Dieses statt. Es erfolgte zunächst Berichterstattung und Abrechnung der arme Land Italien war immer ein erobertes Land: einmal von Vertrauenspersonen für die letzten vier Monate und das ganze den Vandalen, dann von den Hunnen, dann von den Deutschen, Jahr. Ueber die Thätigkeit der Vertrauenspersonen berichtete F. R. 12. Jn Golden liegen das 1. und das 3. Bataillon dann von den Franzosen und Spanien und heute von einer namens dieser Augustin. Von den Revisoren hatte einer aus des 39. Infanterie- Regiments und die 1. Eskadron des Handvoll Parasiten und Großgrundbesitzern, von den Sklaven zuscheiden und wurde an deffen Stelle Lachmann( Moabit) 12. lithauischen Ulanen- Regimente. baltern und Wucherern, die sich zur Regierung drängen und uns gewählt. Die beiden Nevisoren Löwenstein und Fischer, G. C., Wäschefabrik. Wir bitten die Dame, die in der burch Gewalt erdrücken wollen und die, ob man sie auch unseres Blutes fowie die bisherigen Vertrauenspersonen wurden in ihren Fabrit arbeitet, sich persönlich zu uns zu bemühen. Karton- Arbeiterinnen! Die Fabrik von Cohu u. Friedländer, Stralauerstr. 58, ist wegen der vorgekommenen Angriffe auf die Sitt lichkeit gesperrt. Bekanntmachung. Die Generalversammlung der Orts- Krankenkasse der Nadler und Siebmacher findet statt am 8736 Sonntag, den 18. November, Vormittags 10 Uhr, in Wilke's Restaurant, Andreasstr. 26. Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolls. 2. Neuwahl von drei Vorstandsmitgliedern ( ein Arbeitgeber, zwei Arbeitnehmer). Charlottenburg. Deffentliche Kommunal- Wählerversammlung 1000 Damen!!! Seiden- Plüschjaquets mit fleinen unscheinbaren Webefehlern 12-30, Abendmäntel auf Seide wattirt u. Pelzbesatz 8-15. Seiden- Matelassé- Mäntel, Capes am Freitag, 9. Nov., Abends 8 Uhr, in ,, Bismarckshöhe", p. 12-30. Regenmäntel, um 3. räumen, Wilmersdorferstr. 39. Tages Ordnung: 1. Die bevorstehenden Stadtverordneten- Wahlen. 2. Berichterstattung durch unsere Vertreter im Stadtverordnetenhause. 3. Aufstellung der Kandidaten im 2., 5. und 6. Kommunal- Wahlbezirk. 255/5 Der Einberufer. Achtung! Charlottenburg. Achtung! Gr. öffentl. Gastwirths- Versammlung am Freitag, den 9. November, Nacht. 3 1hr, 3. Wahl des Rechnungsausschusses für im Lokale ,, Bismarckshöhe", Wilmersdorferstr. 39. die Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres. 4. Antrag des Vorstandes auf Gehaltserhöhung des Kassenführers. Zages Ordnung: 255/6 1. Wie stellen sich die Gast- und Schankwirthe zur Verlängerung des 5. Ermächtigung des Vorstandes: a) zur Bierboykotts? 2. Wie haben sich die Gast- und Schankwirthe in Zukunft zu Abschließung eines Vertrages mit dem organisiren? Verein der freigewählten Kassenärzte; b) zum Beitritt zu einem Verbande gemäß§ 46 des K.- K.- Geſ. 6. Ber: Gesang- Verein ,, Freiheitsklänge II" Der Vorstand. 8736 W. Kusche, 2. Hüpenbecker, Vorsitzender. Schriftführer. Bekanntmachung. Orts- Krankenkasse ( Mitglied des Arbeiter Sängerbundes). Sonnabend, den 10. November 1894: 7. Stiftungs- Fest in Schneider's Gesellschafthaus, der Messerschmiede 2c. Kein Ringhier! Am Sonnabend, den 17. No: Belforterstr. 15. Herren 50 Pf., Damen 30 f. Genossen willkommen. 870b 5-12. Neueste Winterjaquets 5-25 M. Landsbergerür. 48 I. Unstreitig beste u. billigste Bezugsquelle Acht Silbero Herrenremontoiruhr. 2 Jahre Garantie, kein Risiko, da Umtausch gern gestatt. Geg. Nachn. M. 10.50. Verl.gfl. Preisliste. N kelrem v. 5, Regulateur v. 6, Louis Lehrfeld, Pforzheim. 18B MöbelGelegenheitskauf zu außergewöhnlich billigen Preisen. Für Brautleute ganze Einrichtungen von 200-1000 m. Theilzahlung gestattet. Elegante Nußbaum- u. Maha goni- Kleiderspindeu u. 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