♦ ZS.�ahrgaag Ausgabe 3 Nr. S2 BezugSvretS: »'Nteljährl� SU—®L, monatl. 10,- SS. frei ins S> Die Weigerung des Zentrums und der Demolraten, die alte Koalition fortzusetzen, und die Unmöglichkeit, Sozial- demokratie und Deutsche Boltspartei unter einen Hut zu brin- gen, hat eine neue Situation geschaffen, und der Landtag war genötigt,-einen Ministerpräsidenten zu wählen, der sein Kabi- netü erst selber zusammenstellen und ihm die parlamentarische Mehrheit schaffen muß. Die Dinge entwickeln sich also ähnlich, wie wenn der Ministerpräsident von dem Staatsoberhaupt oder von einer verfassungsmäßig besonders hiermit betrauten Persönlichkeit ernannt wird— nur mit dem Unterschied. daß nicht eine neue Ernennung, sondern eine Neu w a h l durch den Landtag notwendig wird, wenn dem zum Minister- Präsidenten bestimmten Mann die Bildung eines Kabinetts mißlingt. In diese Situation mußte eine Persönlichkeit die besten Aussichten haben, in deren politischem Chrarakter die weitest- gehenden Möglichkeiten liegen. Eine solche glaubt man in dem bisherigen Wohlfahrtsminister Stegerwald gefunden zu haben. Stegerwald ist Zentrumsmann, Arbeiter von Hause aus und christlicher Gewerkschaftsführer. In der alten Koali- tion hat er mit den sozialdemokratischen Ministern in gutem Er�ernehmen zusammengearbeitet. Durch seine bekannten Bestrebungen, eine große christlichsoziale Partei über das Zentrum hinaus zu gründen, hat er die Aufmerkfanlkeit weiter politischer Kreise auf sich gelenkt. Es liegt gewiß nicht in Stegerwalds Absicht, ein Regime der sozialpolitischen Scharfmacherei zu begründen und reaktio- nären Bestrebungen Vorschub zu leisten. Auf der anderen Seste ist es fraglich, ob et die nötige Charakterstärke auf- bringen würde, den zielbewußten Bestrebungen von rechts den nötigen Widerstand ncfei�enzuletzen, zumal wenn ihm in seinem Kabinett die so�aidemokratischen Rückenstützen fehlen soWen. Indes, wie gesagt, bedeutet die Wahl Stegerwalds zum preußischen Ministerpräsidenten noch nicht die Bildung eines Kabinetts Stegerwald. Der neugewählte Ministerpräsident wird erst neue Verhandlungen mit den Vertretern der Par- teien einleiten müssen, um eine Regierung auf parlamentari- scher Grundlage zustande zu bringen. Sollten diese Be- mühungen scheitern, so wird der Landtag demnächst zu einer Neuwahl zu schreiten haben. Das Wahlergebnis läßt erkennen, daß sämtliche Par- teien des Hauses mit Ausnahme der Unabhängigen und der Kommunisten für Stegerwald gestimmt haben. Die Sozial- demolraten haben dies in der Absicht getan, die Angelegen- heit der preußischen Regierungsbildung zunächst emmal wenigstens einen Schritt vorwärts zu bringen. Das wäre nicht gelungen, wenn die Sozialdemokraten Stegerwald ihre Stimmen vorenthalten hätten, denn dann hätte er zwar durch die Stimmen der bürgerlichen Parteien allein gewählt werden können, hätte aber die Wahl sofort wieder ableh- n e n müssen, da es nicht in seiner Absicht und auch nicht im Rahmen der politischen Möglichkeit liegt, ein rein bürgerliches Kabinett unter deutschnationaler Patronanz gegen die Sozial- demokratie zu bilden. Man wäre also, wenn die Sozialdemo- kraten für einen Kandidaten aus den eigenen Reihen gestimmt hätten und mit ihm— wie vorauszusehen war— in der Minderheit geblieben wären, um Schritt v">iter gekommen, sondern hätte abxrmals vor dem Nichts gestanden. Die Stimmabgabe der Sozialdemokratie für Stegerwald bedeutet also alleseheralseineBlankovollmacht für den neu g'e wählten Ministerpräsidenten, nun ein Kabinett nach seinem Belieben zu bilden, und alles eher als ein Versprechen, einem wie immer zusammengesetzten Kabinett Stegerwald ihre Unterstützung zu leihen. Viel- mehr haben die Sozialdemokraten für Stegerwald erst gestimmt, nachdem die Unterhändler des Zentrums die Zusicherung gegeben hatten, der Gewählte würde sofort wieder zurücktreten, falls ihm nicht die Äil- dung'eines Kabinetts gelinge, die auch die Zustimmung der sozialdemokratischen Frat- t i o n f i n d e. Die Parteien der Rechten stimmten für Stegerwald. well ihnen die Möglichkeit fehlte, einen eigenen Kandidaten durch- zubringen. Hätten sie aber für einen solchen gestimmt, so wäre Stegerwald dennoch gewählt worden und wäre als siegreicher Kandidat der alten Koalition in Erscheinung getreten. Die Stimmabgabe der Rechten war ein taktisches Manöver, um eine solche Klärung der Lage, die auch Teilen der bürgerlichen Mittelparteien wenig willkommen gewesen wäre, zu verhindern. Herr Stegerwald wird also nicht geringe Schwierigkeiten zu überwinden haben, wenn er den ihm vom Landl teillen Auftrag erfüllen soll. Dies? Schwierigkeiten frellich in erster Linie bei den Demokraten und bei eigenen Partei. In letzter Stunde verlautet, daß Stegerwalds Hoff- nungen, ein parlamentarisches Kabinett zustande zu bringen. äußerst gering seien, und daß er sich bereits mit dem Gedanken trage,„ein G e s ch ä f t s m i n i st e r i u m" zu bilden. '• Wie die»P.P. 91.* hören, wird man Herrn Stegerwald. der heute mit den Stiminen der Deutschnotionalen, der Deutschen Bolkspartei, des Zentrums, der- Demokraten und dar Sozialdemo- kraten zum preußischen MinisterpräsideiUen gewählt wurde, ge- nügend Zeit.zur Bildung seiner Regierung lasten. Der Landtag dürfte sich heute voraussichtlich bis nächsten Donnerstag vertagen, zumal seine heut« nochmals und endgültig gewählten Prä- sidenten sich an, Dienstag und Mittwoch zur Erössnung der Frank- furter Meste begeben. Am Donnerstag dürfte dann die große Aus- spräche über den A u f st a n d im mitteldeutschen I n d u- st riegebiet beginnen. Die Interpellationen zu dieser Frage werden nach van der alten Regierung beantwortet werden, ob. wohl der jetzt eingetretene Fall staatsrechtlich nicht völlig geklärt ist. Erst am Dienstag der übernächsten Woche dürste Ministerpräsident Stegerwald seine Regierung vorstellen, falls ihm die Bildung einer solchen gelingt. Es ist Stegerwald dabei freie Hand gs- lasten worden: es verlautet aber, daß er seinen Austrag zur Regierungsbildung zurückgeben werde, wenn eine der alten ftoali- tionsparleien eine Teilnahme an seiner Regierung ablehnen sollte. StegerwaldS Laufbahn. Adam Stegerwald ist am 14. Dezember 1874 als Kind einer armen Familie in llnterfrank?» geboren. Er erlernte das Tischlerhandwert, durchwanderte als Handwerksbursch« Süddeutsch- land, wo er auch in der Hauptsache gearbeitet hat und kam in München in die Gesellenvereinsbewegung. Er besucht« Pr'vawor. lesungen bei dem Münchener Bollswirtschaftler Lujo Brentano und er- liegen seiner gründet« mit Schirmer den verein»Arbeiterschutz*, ans dem die christlichen Gewerkschaften hervorgegangen sind. Als sich lokale christliche Holzarbeitervereme zum Verband zusammen- schlössen, wurde Stegerwald sein Vorsitzender. Er gab ein Blati für eine Reihe christlicher Gewerkschaften heraus, die sich e'gene Berufsorgone noch nicht leisten konnten. Schließlich wurde«r Bor- sitzender des Gesamtverbandes christlicher Gewerkichstten. Bei der »Parlamentarlsierung* der Reichsregierung gegen KEnde des Krieges wurde er in das Kriegsernährungsamt berufen. In der preußischen Koalitionslegierung bekleidete er den Posten eines Wohlsahrts- Ministers. Ein parlamentarisches Mandat erhielt er zuerst bei der Wahl der Deutschen Nationalversamml-mz. England in Dpannung. Aus dem Umstand, daß deWlrbeiter-Dreibund eine Frist bis Dienstag Mitternacht für den Streikbeginn gestellt Hai, wird noch einige Hoffnung geschöpft. Bürgerliche Meldungen sprechen von Spaltungserscheinungen unter den Bergarbei- tern und Streikgegnerschilft unter Eisenbahnern und Trans- portern. Die Regierung ruft Ue„loyalen" Bürger zum Selbstschutz auf, Reservisten und Freiwillige zur Fahne. Das letzte Angebot dar Bergarbeiterleitung schlägt vor, durch eine Staatsanleihe dän Bergwerken die Fortzahlung der bis- herigen Löhne zu ermöglichen. Sonnabend vormittag sollte der Dreibund mit-Lloyd George verhandeln. Z)»e Terrorakte in den Bergbezirken Schottlands und Wales', mit ihrer stark keltischen Bevölkerung, dauern an. Frankreich zur Konferenzfrage. Die Washingtoner Konferenz. Paris, g. April.(EE.) Das»Journal* hat in offiziellen fron- zösifchen Kreisen Erkundigungen über die New Porker Meldung ein. gezogen, wonach in Washington in Anwesenheit deutscher Vertreter eine internationale Konferenz stattfinden soll. Es wird erklärt, daß eine derartig» F i n ä n z konferenz die Wiederaufnahme desjenigen Gedankens bedeuten würde, der auch die Brüsseler Konferenz be- seelt«. Auf dieser Konferenz müßte Deutschland darauf v e r- zichten, ditz' Entschädigungsfrage zur Diskussion zu stellen. Auch heute wünsch� Frankreich nicht, daß das Entschädigungsproblem auf irgendeiner Finanzkonferenz gelöst werde. Die Entschädigungs- frage, dies ist der Standpunkt Frankreichs, kann nur durch die An- wendung des Bersailler Friedensvertrages einer Lösung entgegen- geführt werden. Ilm diesen durchzuführen, ist eine neue Konferenz nicht erforderlich. Eine Finanzkonfcrenz könne stattfinden, jedoch erst dann, wenn die Entschädigungsfrage zur Befriedigung der alliierten Staaten gelöst worden ist. Europas Katastrophe. London. 8. April.(MTB.) Der Pariser Berichterstatter der »Westm-nster Gazette* schreibt in einem»Vorzeichen einer Kata- strophe in Europa" überschriebenen Artikel, di« größtmögliche Auf- merksamkeit müsse den zahlreichen Anzeichen der kommend«! Krise in Europa zugewandt werden, tue weit ernstsr sein werde, als irgendeine andere, J>ie man seit dem Kriege durchgemacht habe. Furchtbare Entscheidungen würden. in kurzer Zeit getrosfen werden müsten. Lloyd George habe der Anwendung von Straf- maßnahmen gegen Deutschland zugestimmt und dadurch endgültig die Politik Frankreichs und zweifellos auch die Englands orientiert auf einem Wege, auf dem«s jetzt kein Zurück mehr gebe. Der Be- -jchluß, Düsseldorf zu besetzen, sei der Beginn einer neuen(?) Politik gewesen, die nicht leicht oerlasten werden könne, sondern weiter und weiter gehen müsse. In gewissen Kreisen sei es ein offenes Gs- heimnis gewesen, da�die militärischen und die finanziellen Opera- tionen gegen Deutschland nur die ersten Schritte in einem großen, wenn auch vagen Problem bedeuteten. Je weiter Frankreich und England auf diesem Weg« fortschritten, um so weiter würden sie oer- pflichtet sein, zu gehen. Die nackt« Wahrheit sxi, daß eine neue und furchtbare Epoche begonnen habe, denn Briatids Methode sei die Methode der Gewalt. Frankreich verlasse sich aus die volle Unter- stützung Englands bei feinen Forderungen an Deutschland. England habe sich zu einer bestimmten Politik verpflichtet und könne Frank- reich jetzt nicht verlassen. Die Aussicht auf Verhinderung eines tieferen Sprunges in unbekannte Gefahren aufeinanderfolgender unbeschränkter Strafmaßnahmen erscheine hoffnungslos. Der Be- richterstatter Holl die letzte Rede Briands für äußerst wichtig, da sie so unzweideutig sei und die fast einstimmige Unterstützung des französischen Parlaments gesunden Hab«. Als Briand sein Amt antrat, sei er in einer äußerst schwachen Lage gewesen, jetzt sei seine Stellung äußerst stark. In Frankreich sei man her Ansicht, durch Gewallan» Wendung gegen die deutschen Kapitalisten werde man sie zwinge», «ine» Teil ihres Reichtum» abzutreten. wieüeraufbau unö Internationale. Erklärungen der Internationale Ä'/2. Die„Freiheit veröffentlicht in ihrer heutigen Morgenaus- gäbe die gemeinsamen Erklärungen der Delegierten der „Internationalen Sozialistischen Arbeitsgemeinschaft", die auf der Amsterdamer Konferenz der sogenannten Internat io- nale 2i/, beschlossen worden sind. Diese Erklärungen stimmen in Sinn und Geist mit den bekannten Beschlüssen der Zweiten Internationale und des Internationalen Gewerkschaftsbundes in so weitgehendem Maße überein, daß man nach ihrer Kennt- nisnahme erst recht nicht einsehen kann, warum die„Zweiein- Sialben" das Zustanderommen eines gemeinsamen Be- chlusses verhindert haben. Borgeschlagen wird die Schaffung eines Internationalen WiederauttrOchungsamtss aus amtlichen Vertretern der Arbeiterorganisationen und der Techniker, neven dem ein nationales Wiederaufbauamt Frankreichs nach den Vorschlägen des EGT. errichtet werden soll. Ucber die Teil- nähme Deutschland am Wiederaufbau heißt es: Deutschland könnte mit seinen Arbeitern und Ma- terialien in den noch näher zu bestimmenden Abschnitten die Wiederherstellung von Straßen, Kanälen, Där- fern übernehmen, auf Grund der Pläne, die In Uebereinstimmung mit den Gemeindeverwaltungen der verwüsteten Gegenden und mit den französtschrn Technikern und Arbeitern entworfen sind. Die Konferenz würde in diesem Fall der französischen und der deutschen Negierung vorschlagen, daß die herangezogenen deutschen Arbeiter in selb st oer walte»den Aufbaugenossenschaften organisiert würdeh unter'Berücksichtigung der Richtlinien, die die Bauarbeiterverbände als maßgebend für die Arbeitsbedingungen festgelegt haben. Für diese Wiederaufbauarbeit würde gemäß den er- mittelten Bedürfnissen das Internationale Wiederaufbanamt auf dem Weltmarkt Anleihen emittieren, die in erster Reihe durch die Garantie der interessierten Staaten, dann auch durch die Garantie der dem Völkerbund angehörigen Staaten gedeckt würden. Die deutsche Regierung würde sich zur Zahlung der Zinsen verpflichten. Diese Anleihen würden auf ein wenig beträchtliches Maß reduziert werden können, wenn Deutschland zum großen Teil mit seinen eigenen Mitteln die Finanzierung des von ihm in natura ausgeführten Wiederaufbaues übernehmen würde. Aber im Interesse seiner Volkswirtschaft und weil seine Ve- mühungen um den Wiederaufbau der verwüsteten Länder seine Ausstlhrmögltchkeit verringern und es der ausländischen Devisen berauben würde, deren es für feine Einfuhr bedarf. könnte es von diesen internationaiest Anleihen einen Teil vorweg Überwiesen erhalten, um damit seine Volks- Wirtschaft zu heben und seine Finanzlage überhaupt zu bessern. Die Anleihe soll vor allem bezahlt und amortisiert werden durch die den Kapitalisten gehörenden mobilen Werte, die sich infolge der K a p i t a l f l u ch t bei neutralen Banken befinden: dann durch die Einkünfte, die sich aus der Liquidation des deutschen Eigentums ergeben, das sich zurzeit beim amerikanischen Schatzamt im Depot befindet: dann durch die Erhebung eines bestimmten Prozentsatzes von den Divi- denden der industriellen sowie der Bergwerks-, Bank-, Han- delsgefellschaften usw.. Beteiligungen, die durch den deutschen Staat effektuiert und der Kasse des Internationalen Wieder- aufbauamtes zugeführt würden. Um die Zahlung der Jahres- zinfen und die Erhebung der Abgaben von den kapitalistischen Unternehmungen sowie die Hebung des Wirtschaftslebens zu erleichtern, soll«« wirtschaftliche Abmachungen getroffen werden zur besseren Ausnutzung der Hilfsquellen der Läitdcr (Eisen, Kohle. Transporte usw.). Ueber die Pensionen wird gesagt, daß eine Lösung zu suchen ist, die gleichzeitig die Deutschland durch den Frie- densoertrag auferlegten Verpflichtungen und feine Zah- lungsfähigkeit in Betracht zieht, unter Berücksichtigung einer InterNationalisierung mit der Bereitstellung internatio- naler Hilfsmittel, wobei die Grundsätze der Gerechtigkeit und der besonderen Pflichten einer jeden Ratio« ebenso in Betracht zu ziehen sind, wie ihre Kriegsschäden und ihre Einkünfte. Erziehuns.* Ich sah rn der Elektrilchen einen streng blickenden Herrn sitzen, einen Herrn mit weißem Vollbart und goldener Brille, der seinem Nachbarn mancherlei über die Erziehung erklärte.„Was vermögen wir Lehrer?" jagt« er.„Unser Einstuß auf die Kinder erstreck, sich auf wenig« Stunden im Tag. Da» Elternhaus ist es, das die Kinder, erzieht. Schlecht, Umaongofurmen zu Haufe, ewiger Zank zwischen den Eheleuten, Haß und Streit und Gemeinheiten, die die Kinder der kleinen Leute zu Haus« sehen, erschweren uns die Er- Ziehung ungemein..." Dies und noch viel andere« Lehrreiches er« klärt« der alle Herr in der Elektrischen. Ich sah in derselben Elektrischen zwei elegante Damen. Nicht prunlhast und parvenuhaft gekleidet. O nein, sie hatten einen er- lesenen Geschmack. Das Pelzwerk und die Kostüme hielten stch fern von jeder Aufdringlichkeit.<£» war jene teure Einfachheit, die sich nur die. ganz Reichen gestatten können. Die Damen unterhielten sich im Flüsterton. Die Mienen bewegten stch kaum. Der Mund lächelt? stereotyp. Es hatte den Anschein, als ob die beiden ein ganz harmloses(tzespräch führten. Aber es war nur Verstellung und ve- herrschtheü. Dt« Damen waren Mutter und Tochter.„Das geht Dich gar nichrs an", sagte die Tochter,"»wo ich heute abend hingehe. Ich sage Dir und ich sage Bater, ich gehe zu Margot. Und da» muß Dir genügen. Wenn Du mir nachspiomerm willst oder gar Vater aushegen willst, denn gibt es ja von Dir auch gewiss« Ding« zu er» zählen..."—„Du vergißt, daß Ich Deine Mutter bin „Lergeß' ich gar nicht. Aber ich will meine Freiheit so gut wie Du die Dein«. Und ich kümmer« mich nicht, wo lhp hingehst und wen Du«mpsängst und erzähl« es auch Bater nicht. Aber bekümmere Du Dich dann auch nicht um mein- Angelegenheiten..." Wahrhaftig. sie lächelten noch immer, als ob sie stch Ltebeusmiirdigteiten zuflüsterten. Ich sah in derselben Elektrischen ein Neines blasses Mädel, zehn. zwAfjährig, auf der Hinteren Plattform am Ausgang stehen; in einem dünnen, kurzen Kleidchen und mit Holzpantwen. Es war die Tochter der Schaffnrrin. Die Schaffnerin gab den Fohrgästen die Karten: st« hotte viel zu tun, denn die Elektrische war überfüllt. Bevor der Wagen hielt, rief dl« Schafsnerln den Namen der Halte- stell«, und an der Haltestelle stieg ste aus und ließ alsdann die Fahr-. gäst« aussteigen. Wenn ste vor dem Aussteigen an dem kleinen blaffen Mädel vorüberging, dann fuhr diese» mit den Fmgern lieh« koiend öfter die harte Hand der Mutter und murmelte kaum hörbar Mutti". Und jedesmal, wenn dies geschah, bekamen die strengen Lugen der Schafsnerln einen goldigen Glanz. Es war eine strenge, hartbllckend« Frau. Aber immer wieder flüstert« da» Kind an de» Ihre politische Bedeutung neben den Beschlüssen der Zweiten Internationale und denen des Internationalen Gc- werkschaftsbundes erhalten diese Erklärungen dadurch, daß sie auch die Unterschrift der französischen Sozialistenpartei tragen, während an der Konstrenz der Zweiten Internatio- nale nur die französischen Dissidenten beteiligt waren. Zu den Unterzeichnern gehören u. a. Longuet, Presse man». und R e n a u d e l. außerdem Vertreter der englischen ILP. und der deutschen Unabhängigen. Die„peewüd"' über üie Märzaktion. Das Zentralorgan der Kommunistischen Partei Rußlands. die„Prawda", schreibt in ihrer Nummer vom 30. März unter dem Titel„Die deutsche Revolution" folgendes: „Die Ereignisse in Deutschland werden mit jeder Stunde ernster und ernster. Die deutsche ArbeiterNaffe eilt wirklich dem müdco und durch den Samps erschöpften russischen Proletariat zu lsilse. Indem Moment, wo die weißen Helden und die von ihnen betrogenen Wirrköpfe bestrebt sind, in Rußland noch größere Schwierigkeiten zu schaffen, stürzt stch das deutsche Proletariat in den Kamps, unter der Losung de» Dündniffe» mit Svwsetrußland unter der Führung der Kommunisten, um der Sowjetmacht zu Helsen. ... Die Fotm der Bewegung ist äußerst interessant und deutet auf den ganzen Ernst de» Kampfes hin. Dos ist eine Kombination von Streits mit bewaffneten Aufständen, d. h. die höchste Form des Kampfes, die das Proletariat kennt.... ... Das Streben nach der Besetzung der Betriebe ist ein sehr wichtiges Symptom. Cs zeigt klar, daß im Innern der Arbeiterklasse der Gedanke von der Notwendigkeit der„Exprvpcia- tion der Expropriateure" vollkommen ausgereift ist. Der Kampf für den Kommunismus ist ein hartnäckiger, schwerer und blutiger Kampf. Auf seinem Weg« hat da» deutsche Proletp- ria: schon eine Reihe der schwersten Niederlagen erlltten. aber jetzt tritt es zum ersten Male aus mit einer Kommunistischen Partei van einer halben Million Mann als Führerin im Kampfe. Die international« Bourgeoisie kicherte schon bei dem Gedanken, daß in Europa sich alles„beruhigt" hat und schaute mit Schaden- freude auf die Not und Zerrüttung in Rußland, das sie so durch ihre Feldzüge aus allen vier Himmelsrichtungen erschöpft hatte. Aber die Bourgeoisie hat sich oerrechnet. Der große Geist der kommunistischen Revolution lebt. Was auch weiter kommen mag, wie auch die begonnene große Schlacht enden mag, ein» ist klar: Die Bourgeoisie kann in dieser Welt nicht mehr leben. Denn so hat ihr Totengräber, das Prole- tariat, ihr Schicksal bestimmt." Diese Ausführungen der„Prawda" sind nach mancher Richtung hin außerordentlich interessant. Zunächst wird in ihnen ganz unverhüllt ausgesprochen woran die große Mehrheit der deutschen Arbeiterschaft übrigens keinen Augenblick gezweifelt hatte—, daß der Putsch in Mitteldeutschland als befohlene Hilfeleistung für Rußland von Moekau aus diktiert wurde. Die„Prawda" gibt sich sogar alle Mühe, den zeitlichen Zusammen- hang des deutschen Putsches mit der Bedrohung Sowjctruß- lands zu unterstreichen(„in dem Moment" usw.). Wie weit sich der russische Sozialismus vom M a r r i s- m u s e n t f e r n t hat. beweist die neuesten? von der„Prawda" vertretene Theorie, daß die höchst sinnlos« Kombination von Streik mit bewaffneten Aufständen als„höchste Form" des proletarischen Befreiungskampfes anzusehen sei, serner, daß die Erproprration der Expropriateure am besten durch die Besetzung der Betriebe gewährleistet sei. Wenn die„Prawda" schließlich von den schwersten Nie- d e r l a g e n spricht, die das deutsche Proletariat bisher er- litten habe, so weiß dieses, bei wem es sich für diele Nieder- lagen zu bedanken hat. � Nachspiel zum Kasseler Kommumstenprozeß. Kassel, 9. April.(Eigener Drahibericht des„Vorwärts".) Am Freitag fanden vor dem Gondergericht beim Reichswehrgrpvpen- tommando II in Kassel zwei Verhandlungen, Anschlußprozesse zu Haltestellen„Mutti" und fuhr mit den Fingerchen über die rauhe Hand, und die Mutter vergoß trotz aller Arbett nie, die Hand direkt »eben der Kleinen auf die Eisenstange zu leg n. Daun stieg sie wieder«in. ließ den Wagen abfahren, ging an dem alten Lehrer vorüber, der so viel Lehrreiches zu erzählen wußte über den Einfluß de» Elternhauses und. die Streitigkeiten in den Häusern der feinen Leute, vorbei an den vornehmen Damen, die sich noch immer in vollendeter Beherrschung herumstritten, und teilte weiter Karten aus. Max Wanger. Ein»evoluttonsgefährte Richard Wagner». Zu den markanten Persönlichkeiten unter den Männern de» Jahre« 1818 gehört Fried- rich Hermann S« in m i g. der in der Verbannung als Lehrer an einer höheren französischen Schule wirkte und nach seiner Rückkehr in die Heimat als Darsteller lranzasischer Kultur und Literatur sowie als Freund der Frauenbewegung bedeutende, leistete. Um die Per- lönlichkeit dieses aufrechte« Manne» zeichnet seine Tochter Ieanne Berta Gemmig ein„Zeit- und Lebensbild", das soeben unter dem Titel„Die Weg« eines Deutschen" oei der E. H Beck'schen Verlags- buchhandlung in München«Ichienen ist. In dichterisch belebter Er- Zählung werden wir hier von Ahnen und Elternhaus über die Schul- und Unioersitötsbildung bis zu dem Reoolutionsjahr von 1818 ge- führt, da» über dos Schicksal de» jungen Mannes entscheiden sollte, verfolgen dann sein Leben in der Verbannung, sein« Heimkehr im Jahre 1870 undv-den Ausklang im geeuiigtea Deutschland. Semmig war bei den Mr«kämpfen in Dresden 1819 eifrig baciligt und wirkte hier mit B a t>. n i n zusammen. Als alles gescheitert war, floh er .mit diesem zusammen, und bei dieser Gelegenheit hatte' er eine Be- gegnung mitzdem berühmtesten unter den Mattämpsern, mit Richard Wagner. Bei der Unklarheit, die über Wagners Schicksal in den entscheidenden Tagen noch immer herrscht, ist diese Stelle in der Lebensschildening Semmig» besonder» interessant.„Hermann Sem- mig war von Bakunin fvrtgezogen worden, den er schon von Leipzig kannte," heißt es da.»In Tharandt nahm ihn dieser in den Wogen, in dem Heudner saß, und zu ihnen siesellte sich plötzlich Richard Wagner, dessen Kü.istlcrfeel« in ekstatischer Aufregung die Kamps- tage durchlebt hatte, so daß der innere Aufruhr sich zu einem Lava- ausbruch glühender Worte steiqerte. Während die beiden anderen Insassen den eigenen schweren Gedanken nachhingen, nahm Hermann Semmig als Unvergeßliches diese elementare Offenbarung eines Menschen in stch auf, den das Gefühl einer notwendigen Wellumqe. staltung au» freundlicher Bahn— uno für immer— gerissen hotte. In Freiberg trennten sich die Wege. Heubner ging nämlich schwerer Gefangenschaft entgegen: auch auf Bakunin wartete Kerkerhast, aber nach ihr neue Irrfahrt po'itischer Berschwörung; für Richard Wagner begann da» Ringen um ewe Umgestaltung d« Kunst, die manchem von der Zunft auch als Reo-lution galt und in der«r Sieger blieb." Der neue Direktor der Staatsbtbliochek. In der Preußischen StaatsbibUothek haben üch kürzlich der bisherig« Generaldirektor Adolf von Harnack und der erst« Direktor Paul Schwenk«, die dem bekannten Altersgesetz zufolg« in Pension gehen, verabschiedet. Der neue Generaldirektor F. Milk au ist dann eingefilhrt worden und dem großen Kommunistenprozeß im Februar statt. Den Dorsttz In beiden Verhandlungen führte Landrichter Dr. Bähr, der im Februar als Beisitzer fungiert hatte. Die Abwesenheit des schwarzweißroten Staatsanwalts Dr. Meier fiel angenehm auf. Seinen Platz nimmt cer Staatronwaltschaftsrat Dr. R a m m i n ein, der als Anklaaever- trcter im Pfcffer-Prozeß, wie erinnerlich sein durfte, den Angeklagten so gut verteidigte, daß sein« Freisprechung erfolgte. Die erste Anklage richtete sich gegen den Kupferschmied Fritz H u t t z e r e i t au» Bielefeld, dessen Oerteidigung Rechtsanwalt Dr. Seckel(Frankfurt) übernommen hatte. Der Angeklagte wird des Vergehens gegen die Derc-rdnung ocm ei). Mai 1929 beschuldigt. In den Akten des im ersten Prozeß Angetlagten S ch r o e r wurde der Name des Angeklagten in Verbindung mit Notizen über die „Finanzierung de» Nachrichtenwesens" gefunden. Die Vernehmung des Angeklagten ergibt, daß er feit 1919 Mitglied der KPD. ist und vor kurzem Lezirksvorsstzender der KPD. in Bielefeld war. Er erklärt, Gegner jeglicher angreifenden Gewaltakte zu sein. Er gibt zu, den Versuch zur Organisation eines Nachrichtenwesens unter- nommen zu haben, weil dies seiner Ansicht nach durch die � Ersah» rungen des K a p p. P u t s ch e s notwendig geworden sei. Für seine Reisen habe er zweimal Geld dekammen. einmal 1999 M./ein anders» mal 209 Mk. Der Ancixklagte will immer des Glaubens ge- wesen sein, daß der Nachrichtendienst nicht eine Parteiinstitittion, sondern das Werk einzelner Personen gewesen sei. Auch habe er von einer Knmpssrganisallon innerhalb der KPD. niemals etwas gehört. Der ak? Zeuge vernommene Schroer, der zurzeit feine viermonatige Gesängnisttrafe abbüßt, die er in dem großen Kommunistenprozeß erhielt, bestätigt im allgemeinen die An- gaben des Angeklagten, mit der er nur lose Verbindung ge- habt haben will. Die dem Angeklagten gezahlten 1299 M. stammen aus Geldern, die ihm— dem Schroer— von der Militär- propagandozentrale der KPD. zur Verfügung gestellt wor- den seien. Der Staatsanwalt beantragte vier Manate G e- f ä n g n i s. der Verteidiger machte geltend, daß dem Angeklagten nichts nachacwieten sei. was auf eine Betätigung in der angeblich „illegalen Organisation" schließen lasse. Der Nachrichtendienst, der als«ine legale Einrichtung der Partei gelten müsse, sei keineswegs strafbar. Er beantragte Freisprechung. Das Gericht sprach den Angeklagten aui Kasten der Staatskasse frei. Der Haft- befehl wurde aufgehoben. Die zweite Anklage richtet sich gegen den 1892 geborenen Fabrik- arbeiter Johann' v. d. Heidt, dessen Name in einer List« des be- reit« abgeurteilten K l i n»m ü l l e r gefunden wurde. Außerdem hat man bei einer Haussuchung In seiner Wohnung einige Waffen mit Munition gefunden. Der Angeklagte, der niemals politisch organisiert wor, will nicht wissen, wie sein Name In die betreffend« Liste gekommen ist Die bei ihm gefundenen Waffen habe er au» dem Felde gebracht, weil er«in großer„Waffenliebhaber" sei, was auch durch die Zeugenaussagen bestätigt wird. Auch hier hielt der Staatsanwalt den Angeklagten für überführt und beantragte vier Monate Gefängnis Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. O b u ch aus Essen plädierte auf F r� I s v r e ch u n g: diesem Antrage gab das Gericht statt, indem cs den Angeklagten aus Kosten der Staatskasse freisprach.'_ Einberufung des Reichstag»? Der Abg. Ledebour richtete gestern an den Präsidenten des Reichstags, Genossen Löbe, im Namen des Fraktionvvorstandcs der USP. dos Ersuchen, den Reichstag so- bald wie möglich, jedenfalls aber vor dem 29. April, einzuberufen. Begründet wird diese Forderung mit der Bildung der außerordent- llck?en Gerichte, mit dem Scheitern der Londoner Konferenz sowie mit der Notwendigkeit, zu dem Wiederaufbauprogramm der Ar- beiternationalen Stellung zu nehmen. Wie wir hören, dürfte tir* Beantwortung de- Sckir-ibenv in den nächsten Tagen nicht zu erwarten sein, da Genosse Löb« verreist ist und ihm der Brief nach- gesandt wurde. Vafsenfuude in einem Berliner Konsumverein. Heute früh wurden die Räumlichkeiten der Filiale des Konsumvereins im Hause Beussclstr. durch eine größere Zahl von Beamten der Schutz- polizei nach Waffen durchsucht. Dabei fand man im Kellerraum in einer Milchkühlkiste 157 Handgranaten ohne Zünder, zwei Mauserpistolen und zwar eine lange und ein« kurze, beide Modell 1998. mit sieben Patronen, einen Trommelrevoloer mit fünf Pa- tronen und eine Leuchtpistole. Der Geschäftsführer Grvßmann wurde, um die Aufklärung de« Fundos herbeizuführen, festgenom- men. Die beschlagnahmten Waffen übergab man dem nächsten Polizeiamt. Zeilungsoerbol. Hembuvtz, 9. April. lEigener Drahtbericht des „Vorwärts.) Wegen aufreizender Angrisfe auf den Stamrkom. rnissar Genossen H e n s e ist das alldeutsche Hetzblatt„Hamburger Warte" verboten worden. hat in einer sein abgewogenen Ansprache sein Programm entwickelt und jeden einzelnen des großen Beamtenkörpers begrüßt. M. geht der Ruf eines äußerst umsichtigen und energischen Bibliothekars voraus, und was er über Bibliotheken in der„Kultur der Gegen- wart" beigesteuert hat, ist das Beste, was es über dieses Thema gibt. Er will— so kündigt« er an— mit allen Kräften die Be- Nutzung der Bibliothek erweitert und vertiefen und sie zu einer öfsentlichen Angelegenheit ersten Range» machen. Das ist«in hohes Ziel, und der Weg dahin nicht einfach. Denn der Klagen über das Institut sind nicht wenige, und an dem Erbe aus der wilhelminischen Zeit, vor allem an dem verunglückten Bau und seinen vielgepriesenen, aber wenig brauchbaren technischen Ein- richtungen, wird die neu« Direktion schwer zu tragen haben. Aber solche Widerstände sind'da. um überwunden zu werden, und wir begrüßen es, wenn die neue Zeit auch hier einen neuen Geist als Bundesgenossen finden sollte. Sowohl den scheidenden wie dem neuen Leiter werden von ihren Fachgenossen inhaltreiche Schriften über das Bibltothekwesen ge- widmet. Fortschritt« in der Mordtechnik. Es berührt eigenartig, tznß ausgerechnet in einer Zeit, die so häufig die Schlagworte Entwaff- nung, Abrüstung, Pazifismus usw. iin Munde führt, in. den Vereinigten Staaten eine neue Mordwaffe konstruiert worden ist, die unter Umständen im Umgang der Nationen miteinander von unabsehbarer Bedeutung werden könnte. Es handett sich bei der neuen Erfindung um eine Art Maschinengewehr, dos an Größe da» Format einer mittleren Flinte nicht übertrifft. Die Herstellerin. eine bekannte Waffenfabrit in New Port, nennt da»„Submachine Gun" die wirksamste aller bestehenden trogbaren Feuerwaffen und bezeichnet es— neben seinem militärischen Wert— als die ideale Waffe für den Schutz von Banken, Postansialten, industriellen An- lagen, Eisenbahnen. Gutsgehöften usw. Das Gewehr stellt die Kombination eines Maschinengewehrs und einer halb automatischen Schulterflinte in der Form einer länglichen Pistole dar. Da« Miniatunnaschtnengewehr feuert vollständig automatisch etwa 1599 Schüsse in der Minute oder, wenn man e» wünscht,«inen Schuß bei jedem Zug am Drücker. Da» Gewehr, da« stet» gebrauchsferttg ist und bequem unter dem Rock getragen werden kann, ist in feinet Konstruktion und Anwendung so einfach, daß jedermann es au<,„n- blicklich mit der Wirkung eines geübten Maschinengewehrfchutze« feuern kann. Erftaufsührnnge« der Woche. TienSt. K-mmerspi-le:„Srätte.-— Künftlerth-ater:.Di« Marquife von«reis.-— Don«, üttiing. tbeater:.Bon Morsen« bi» Mitternacht."— Sounnb. Reue» VoUSthealer:„Rose Bernd."— Ztoietheater:.I« llaf« Noblesle." Urantv-Borträge Sonntag, Donnerstag Emma Kottmann: m Schwarzwald". Sonnabend:»Frflbüng am Neckar». Rontag, Kret. tag Ingenieur Netten:.Schutz gegen Einbruch nnd Dieb» kahl". DienStag O. Grosse:»Hinter den Kulisse» de» Fern- sprecherS». Mittwoch spricht Ewald:.Fliegerbild und deutsch« Siedlung"., .. R?i�etch Mae« Ii«» heut«, abend« 7',. Uhr. im Saale der»eich«. schen Hochschule, Fasane»�. 88, Novelle« von Balzac. die Aburteilung üer putsthverbrechee. Hagen. 9. April.(WTB.) Die„Hagener Zeitung'" meldet: Bor dem hiesigen außerordentlichen Gericht zur Aburteilung der beim Kommunistenputsch im hiesigen Gerichtsbezirk verübten Verbrechen und Vergehen wurde gestern in 3 ii! stundiger Verhandlung das Urteil über 3 Angeklagte gefällt. Das Gericht erkannte bei 2 An. geklagten auf 4 Jahre Zuchthaus, bei 1 Angeklagten auf 2 Jahre S Monate Zuchthaus, gegen-weitere auf 2 Jahre 3 Monate Zuchthaus, gegen die übrigen Angeklagten auf 2 Jahre Gefängnis. Bei einem Angeklagten auf 2 Jahre 3 Monate Zuchthaus, gegen einen weiteren auf 2 Lahre 6 Monate Zuchthaus, gegen die übrigen An- geklagten auf 2 Jahre Gefängnis. i Um öte weltliche Schule. flu'n. 9. April.. Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) In j Köln stehen die Anhänger der weltlichen Schule in hartem Kampfe um Heren Einführung. Natürlich will das Zentrum mit seinen klerikalen Vereinigungen die Einrichtung dieser Schulen v e r- hindern. Der Kölner städtische Schuldezernent ist hierbei ein großer Helfer, da er die Vorbereitungen für die Errichtung einer weltlichen Schule systematisch vernachlässigt und den Eltern bei der Anmeldung ihrer Kinder allerlei bureaukratische Schwierigkeiten be- reitet. Die Erregung über die schilanöse DeHandlung dieser Frage ist in den Anhängerkreisen der freien Schule so stark geworden, daß in vielen Bezirken der Stadt für den Schulbeginn nach den Öfter- ferien der S ch u l st r e i k beschlossen wurde. Das veranlaßte die sozialdemokratische Fraktion des Kölner Stadtverord- netenkoitegiums, in der Donnerstagsitzung den Oberbürger- meister wegen der Angelegenheit zu interpellieren und den An- trag zu stellen, der Oberbürgermeister möge an die Regierung herantreten, damit die Einrichtung einer weltlichen Schule an» 1. Mai durchgeführt werde. Nach einer zweistündigen, oft stürmischen De- batte wurde der Antrag der Sozialdemokraten mit 4S Stimmen der gesamten sozialistischen Linken und einiger Demokraten gegen 41 Stimmen des Zentrums und des kirchlichen Teils der Rechts. Parteien angenommen. Ein Zusatzantrog der Kommunisten. in der Zeit vom 13. April bis 1. Mai die schulfreie Zeit der Kinder der weltlichen Schule durch Wanderungen mit anschließendem Unter- richt im Freien auszufüllen, wurde von den bürgerlichen Parteien gegen die Stimmen der gesamten Linken abgelehnt. �en�efimgen Nonös. Paris, 9. April.(EE.) General Le Rond ist in pari» ein- gctrosfen, wo er eine längere Unterredung mil dem INinisterprSsi- denken hakte. Einem Pressevertreter teilte er mit, er glaube nicht daran, daß von deutscher Seite nach der Veröffentlichung der Rote der Votschaflcrkonferenz Unruhen zu besürchkcn wären. Die französischen Truppen haben all« Vorsichtsmaßnahmen getrossrn, um das zu verhüten, ma« aber nicht ausschließe, daß Neinere Zwischenfälle möglich sind. Die Entscheidung der Alliierten werde nicht sobald gekrosscn werden können, da man das Absttm- mungserg-bnis von 490 Gemeinden genau prüfen müßte, vor dem ZI. April wird clo offizielles und endgültiges Ergebnis nicht ver- öffentlicht werden und erst dann wird die Interalliierte fiemtnission ihre Entscheidung treffen, lleber die Absicht dieser Kommission teilte er mit, daß sie fich nur au den versaillcr Vertrag hatten werde, ver „Petit parisieu" schließt aus dem Ergebnis bisher, daß das genze Industriegebiet an Polen fallen müsse, das auch bereit fei. sichere Garantien für die deulschen Sprachinseln zu geben. Es wird auch darauf hingewiesen, daß Transsyioanieu an Rumänien übertragen wurde, obgleich dort große mädjarische Gebiele seien., Polnische Mil'ionen. Varschan. S. April.(TU.)„Rzeczpospoliia" meldet, daß der Mi. nisterrat folgend» Missionen in der oberschlesischen Frage zu entsenden beschlossen hat: Nach Paris Korfanty und den ehemaligen Handzls- minister Olschewski, nach London Sigmund Zarzamowski und die Abgeordneten Brun und Rymer, nach Rom Dr. Buczeg, Dr. Lie- der mann und Biniszbiewicz von der PPS.! London, 8. April.(WTB.) Das Kriegsomt erklärt die Nachricht, wonach bei Oppeln ein englischer Oberst bei einen: Auto- mobrnmsall den Tod gefunden habe, für unrichtig. Es handele sich um drei französisch« Privatleute, von denen«in« getötet und zwei schwer verletzt wurden. Der apostolisthe KarU Wien, 9. April.(Eigener vrahiberlchl de»„vorwärts".) Räch dem päpstlichen.Osservalore Romano" hak der Fürstbischof von Wien, kardinal pisfi. bereit, am Tag« der Ankunft Karls in Ungarn dem päpstlichen Runkius in Wien Mitteilung davon ge- macht— der Regierung aber feine Msienschast verschwiegen! Die„Arbeiterzeitung" erfährt zuverlässig, daß Karl aus der hin- reise nach Ungarn von mehreren französischen Offizieren begleitet war. Schwtzzer Tütsch. Nach einer Bemer Meldung der„Prager Presse" hat der Schweizer Bundesrot einen Einspruch der südslawischen Re- gierung gegen weitere Aufcnthaltsbewilligung für Karl Habsburg in der Schweiz mit der Begründung abgewiesen, daß auch der jetzig« S erb enkön ig Peter nach seiner Vertreibung out Serbien sehr lange das Schweizer Asyl genossen'habe. Sern. v. April.(MTB.) Der Bundesrat hat Exkaiser Karl wissen lassen, es sei wünschenswert, wenn er seinen Wohnsitz außerhalb der Schweiz nehme. Der Aufenthalt in der Schweiz ist daher nur vorübergehend. Wivtfdyafi Lebensmltietteuenma in England. Angesichts der Auf- Hebung der ii" a n z ie l le n Kontrolle der«ergwerke und de? Kohlenhandels durch die Regierung ist es interessant, die Preise für LebenSminel vor und' nach Aufhebung der sür diese gülligen, wäbrend des Krieges eingeführten Preiskontroller zu vergleichen. Es betrugen nach der F. P. GroßSerlw die Wieöergefunöung öer Straßenbahn. Reue Beschlüsse der Verkchrsdepukaiiou. Die städtssche Verkchrsdeputation Hai in der gestrigen Sitzung.__.. die Entwürfe' zu sämtlichen Haushaltsplänen des Verkehrs, der. Sünder veranstelten werden? Wir hoffen, daß sie Absolution fiu unh unh h<»« ßfnhfhtfirnrtr?« im he* 1 �$1»©tTCllfj nrfjtctc flCi) IQ'Q(l gleich hohe odelvinne sefgUen, nnv»tamr je eine* auf 61»»'.ose gleich» Otumraer in 6«n beiden Abteilungen I und II Ld»» Haeitn arrbottm In der yamiUtfuintimg vnräen Cewüue übet 300 Uuk-esojtni » Gewi»«» tu eocoo» 1 4075» 4 öe Winne-» BC06 U I<«4ft7»legTl 4 Gewinne et.-00« kl«155 1 8049 »9 Gewinne tu ,00« H JS606 6187« 80483 88814 84468 181128 143780 181400'64-14 ,08203 23 88 S> öowieae« S O U 7840 39862 84688 77890 84768 88408 88888 86888 100641 127874 148(80 1(8948 178607 204037 267708 932384 Ja 4er KuhmlHtgtriehng wvdw Gewinn ft Ober£00 Mxtk gazegm 6 Gewinne ta acoo- 17774! 178680 106611 1« Gewwae w looo M 63880 8.SC4 08038 173.01 176783 100828 819833 »«SlSÄti'wwÄ8 � m™ 13W8 190774 Theater Ser Woche. Vom lO. älprtl bis 17. April.» BiS*H(n; 10., 12., U.«nligone. u., 13. n. 17.«-Pili» vraßd-imdi SWW)tiuig. 15. Roch Damaskus. 1. Teil. 16. Da» Postamt. Die«omodi» der Irrungen.— vperohoo,: 10. Meistersinger. U. Zar und Zimmermann. 12. Lohengrtn. 13. Fledermaus. 14. Joseuiislegende, Till Eulenspiegel, Am». retten. 13. tlliller Blaubart. 16. Boheme. 11. Othello. 18. Rheingold.- Schon- iplelhau«: 16., 16. n. 11. Räuber. 11. Richard III. IL. u. 18. Lierne. 13. Sturm. «ostttilel. Da, Pantherweib.—«ammerlpiele: 16., 13. u. 13. Der«önig dunklen Kammer. 11. Die Büchse der Pandora. 12., lt. u. 11. Kräfte. 16.~ der HHH._______________.____.__________ Stella. —«esting-Theater! 16. u. 12. Ein idealer Satte. 11. u. 13. Flamme. 14., 18. B. 17. Bon Morgen» bis Mitternachts. 15. Peer Ghnt.— Theater i. h. König. gritz«. Strotze! Rugby.— Deutsche» vperahau,: 10. Lohengrin. 11. Di« Jüdin. 12. gar und Zimmermann. 13. Tosca. 14. Rigoletto. 13. Die Schwätze- rin von Saragora. Cavallcria rusticana. 16. Der gigcunerbaron. 17. Tiefland. — S->Uler. Theater: 16., 12., 13. Doktor Klaus. 11., 13., 16. u. 17. Iettchen Gebert. Ii. Alt Heidelberg.— Grotz« Bolks-Vver: Int Walhalla. Theater: 16. Lli Uhr: Der Barbier von Sevilla. 13. 7 Ilhe: Carmen. 17. NhUhr: Tiefland. In der Reuen Welt: 18. Tth Uhr: Die Fledermou». I glich: Die Tribstae: Ser Rann des Schicklals. Planco Posnels Er- g.— Deutsche» Slioftler-Theoter: 16. u. II. De» Scheibungsreise. Ab 12 »I pecknng.____|--|_____________ Di« Marauis« von Arei».— Komidieaha-»: 16. u. 11. Das wcitz« Lämmchen. Ab 12. Die Sacbe mit Lola.— Berliner Theater: 16—lt. Die spanische Rachti- gall. 13. Seschlossen. Ab 18. Da» Milliardrn-Souper.— Kleine» Schauspiel- hau«: Reigen.— Teianao-Theater: Rosen.—«efidenz-Zheater: Da» Privlleg. — zentral.Theaier! Di« Poftmeisterin.— Zheaiee im de» Kommaudanteastratze: Der verjüngte Adolar.— Zriedrich-Wilhelmstädtilche» Theater: Ihre Hoheit die Tänzerin.— Komiich« Oper: Luderchcn.— Lustipielhan»! Die spanische Fliege. — Metropal-Theatcr! Die blaue Mazur.— Rene, Lperetten.Theater: Der lachende Ehemann.— Thalia-Theeter: Mascatichen.— Theatee am Rollendorf. platz! Wenn Lied« erwacht.— Theater de» Westen«: Echwalbenhochzeit.— Kleine, Theater: Casanovas Sohn.— Wallner-Theater- Die Tanzgräfin.— Walhalla-Theater: 11.-14., 1«. u. 17. Di« Fledermaus. 13. Carmen.— Rase- Theater: 16.». 12. Der Weg zum Herzen. 11. Kater Lamve. 13.— 13. Da» Tal de» Lebens. 16. u. 17. Im Cafs Noblesse.— Kasimo-Zheater: Bollrich fc Srbn. — Lnisea.Zheater: Uedem grossen Teich.— Reue» Bolk»-Theat«r: 16., 13. u. 14. Jugendfreund«. 11. De« Wcidstensel. 12. Sota. 15. Dar Parasit. 16. u. 17. Rose Bernd.— Volksbühne Saiden: 12., 13. u. 14. Die drei Zwilling». 3., 6. und 7. Reibe.— Folie, Capriee: Der keusch« Joseph. Sein Modell. Anr Bade- nd.— tzUsmieolspalost! Die roten Schuhe. 13. Flirt in St. Moritz. Rachmittog, Vorstellungen. Bolk»b»hne: 16. u. 17. Wallen- stein, Tod. 13. Da» Postamt. Die Äomöbil der Irrungen.— Schausptelha-s: Friihlti ling» Thraker ': 16. ste Fledermou». \ u. 17. Der Weincidbauer. htaict; 10. u. 17. Pngmalion.— Komödieahau»: 16. Gewerb«.— Oper»- 24h Uhr: -Theaterr 13. u. 16. Don Carlos.— Denttchc» Künstler- . Pnamalionl— Komödieahau«: 16. u. 17. Die Sache mit Lola.— Berliner Theater: 10. u. 17. Der letzte Walzer.— Resibruz-Theater: 16. n. 17. Labq Windermere» Fächer.— Zenttal-Theater: 16. u. 17. Deserteure. — Kamische Oper: 16. u. 17. Der Biberpelz.— Lnstspielhan,: 16. Der Herr Senator. 17. Renal---- �--- �—------——— traun:.— Thalia-T dorsplotzi 10. Eoa. 13., lt. u. 16. Theatee de, Westen»: 16. u. 17. S IWW>MW�>WM��>Kap>t»�Wa��W>WWWW>WWIWWIW> der Fraschkönig. 17. Rotkäppchen.'— Rene» Ball»- enaissance.— Rene, Operetteu-Thratcr: 16. u. 17. Sin Walzer. catee: 16. u. 17. Die Kinopuppe.— Theater am Rollea- , lt.». 16. Minna». Barnhelm. 17. Der Zuxbaron.— 16. n. 17. Die Frau im HermeNn.— Wolluer-Theatert 16. u. 17. Ein« Ballnacht.— Kasino-Theater: 16. Bruder Baltharsor.— Luisen- 4--» 14h!:.»»- 142-- p."— l...»er ev».' 9"--- r--—_____• a»—*»_ Th� Theater: 10. Genoveva. 16. Der eater: 10. u. 17. Sora. Lerantia. für den redokt. Teil: Dr. Werner Vrisrr, Cbarlottenbnrg: sür«nzetget»: Tb. Gloikr. Berlin. Berlag: Dotträrtö-Verlag G.m.b.H., Berlin. Dru.k: Bor» wärld-Buchdruekerei u. BerlaaSanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin, CmiH-rftr. 8. t Meter beiiBvoIlenor Oekorotionsstoff In«llen A50 Farben V io Stack• weisse Tassen Seb&lenform, A50 «jht Porzellan o? T Utr Eoekstoff, Ib tIaIm Farbe«.... KonforeÄ, feinfädig. In guter Qualittt... lxiulsianatved kür öettirtoebO....... Schürzen leinen.............. Bestickte Batist«............. Hemden barebend............. BJusenflaneil in«ch5n« Deseine..... Weis«, ßeidenbatistm. bantgeat Streobiümch. Crepon. 100 cm breit, In allen mod. Farben Mtr. Mtr Mtr. Mir. Mtr. Mtr Mtr. Mtr. Mtr. 4 Meier Mtiespanßstof![ in Bchönon ASO Farben.. 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