Sr.147 ♦ SS.�ahrgiMg Ausgabe A Nr. SS Sonntags Ausgabe R. chid«. Ppft» Bezog svreiS: «-ert-IML. M,. moimtl. frei ms Saas, aoririis Äuüg: Sptoifltüif) 10v—'äR.etnt�su. ftritogsgeifttt. Unter Ätemboali für Smtfchlaäd, Danzig. das Saar» and SRemelgebtet, Wime die ehemals beut- xhen Gebiet« Palette, Oesterreich. Ungarn mW Lurembnrg 20,— M. mr das kibelg« AnÄand Zt.— M. Past» b-feHnngen nehmen an Oesterreich, Ungarn Dchecha-Elawakei. Dcme» *i«sL Holl and. Luxemburg, Echmeben und die Schmelz. ? t»Sannärts* mit der Garottags- beilage.Voll mtd tziif, der Unter» lalimtqsbeilage �einnself and der Veiinge.Giedlang and ftleinaorten» erfcheiat pachentäglich zweimal, Gans» tag» nab Mantoge emtnoJL Telegramm• Sttrefle; BcHincv DoUi�blcitt 40 Pfennig) Anzeig eitvrctSi SHe achlgewallen, JiBnaaretUejeil» testet öchd M.alpine tlnjeigen" da» lettgedruckte Wort stöv LI(zu- läfstg zwei fettgtSnickte-Borte), leb« »eitere Bort L- äst Elellengeluch» und Schiafftellenanzelgen das erst« Morl l.- äst. irdes»euere Bon 80 Pfg Bane übet 15 Luchstaben zählen für zwei Ben» isamiiien-An. zeigen für ätbennemen Seil« 3,- Pb Die Preiie aersteden stch einschließlich Teuerungsiulchlag. ilnzeigen lstt die nächste Nummer muffen bis 6 Ahr nachmittags im Kauntgeichäft. Berlin SB 88 Linden» Kratze 3, abgegeben»erden Geöffnet »an S Uhr früh bis 5 Uhr abend». �entralorgsn der fozialdcmokratirchcn parte» Deutfcblands EUdoftioa ooö Expedition; SW SS, finden(h. Z Uernsvrechert Am» Mortuvlan, Str.»Slvo—»SlS? tonden. 9. April.(lvTB.)«Daily Chroniclc" berichtet, dah das Ainanzkomitee der Grubenbesitzer geneigt sei. den Vergarbeiteru bessere Vedinguagen zu gervährm. Eine scharfe Erklärung Frank Hodgcs'. taudon. 9 April.(Reuter.) Die Verhandlungen zwischen Lloyd George und Vertretern des Arbeiter, Dreibundes wurden den ganzen Tag über sortgesetzt. Die Loge scheint sich gebessert zu haben. Freiwillige der Rotsiandspolizei melden sich m großer Zahl. London. 9. April.(MTV.).Daily Herald" veröffentlicht eine E r k l Z r y n g H o d g e s', de» Sekretärs des Bergarbeiterverbaudes, ay. dos Blatt, worin es heißt: Der Krieg ist erklärt worden gegen Bein von meinem Bein und Fleisch non meinem Fleisch. Hodges erklärt, die Regierung sei von dem Wunsch beseelt, die Arbeiter zu erdrücken. Die Arbeiter morden niemals durch einen Beschluß der Regierung, ihnen Bedingungen durch militärische Gewalt ou/zuzvingen, erschreckt werden. Sie hätten. nur um eine b e» din gungslose Konferenz gebeten, statt dessen hätte man ihnen Bastffiette entgegengestellt. Hodge- schließt: Die Regierung muß gehen. Es ist unsere Pflicht, sicherzustellen, daß sie geht. „Däily Heralh" schreibt unter der Ueberschrift:'.Der große Ruf", die Kapitalisten und ihre Regierung hätten einen tödlichen Angriff aus die gesamt« Lrbeiterschast ausgeführt. Sie hätten dem Land« den größten industriellen Konflikt aufgezwungen. Di« Hauptfach« für die Arbeiter fei, fest zu stehen, stch ruhig zu n«» heften und es abzulehnen, sich zu irgendwelchen ungesetzlichen oder Sewalttätigen Handlungen treiben zu lassen. Still zu ver- grr»n/-.fxi die größft« Krgf� d« r Arbtit-rNasfe. Dch? Bfott schließt seinen'Zfuf au die Arbeiter �mit den Worten: Der Kampf geht uM.Eure �Drgomfationen. Eure Trohitfim«, Euer Heim, Euer Land, Eure. Frauen und Kinder, und Ihr werdet ihn ruhig kämpfen, friedvoll und niit rettten. Händen. >i ii i i iV i ii i' ii il Unter amerikanischem druck. Varl», g. April.(VTL.) Eine auffallende Bemerkung In der Alaudalpfrage machte Im Senat LSon Bourgeois. Ctr sagte, der Völkerbund habe auf Wunsch Amerikas die weitereu Beratougeu über die Mandale eingestellt, je- doch würden dadurch die admiuistrativea Maßnahmen Frankreichs in Togo und in Samern« keinen Aufschub erleiden. Bgrls, S. April.(SSlTS.) Noch einer Washingtoner Meldung der.Cbicago Tribüne' erwartet man in gut unterrichteten Kreisen. dgß die europäischem Verbündeten bald zu erkennen gxben. daß sie' gewillt sind, ihr« Entscheidungen, die sie ohne die Vereinigten Staaten getroffen haben, einer erneuten Er- w ä g u n g zu unterziehen. DaS englisch-jabänische Bündnis und Geheimabkommen zwischen England, Frankreich und Japan würden als Hindernisse für die Verständigung' angesehen. Staatssekretär HugheS aber habe nachdrücklichst an die Loyalität Japans und der anderen verbündeten Mächte appelliert. Frankreichs Autw ort. Bari». 9. April. lWTB.).Chicago Tribüne' glaubt berichten zu können, die französische Regierung habe gestern bereits die amerikanische Rote vom 4. März beantwortet, sie stelle sich auf den Standpunkt Amerikas. Ta« Blatt bemerkt jedoch, dah Frankreich den Vereinigten Staaten diese Eröffnungen mache in der Hoffnung, dah die Regixrung HardjngS sich erkenntlich, zeigen und die fran- zöstfchesi Lptetefsen Lei dem direkte» Frieden zwischen Amerika und Deutschland schützen werde. �< , Karl reist weiter.,; Bern. S. April, lWTB.). Wie die Schweizerisch« Depeschen» Agenlur aus Luzeru meldst, steht K a t I bereits in Unterhandlungen wegen seiner Aufnahme in einen andern Staa�.-- Stegerwalüs Aufgabe. Di« Ansichten darüber, was diese Wahl zu bedeuten habe, gehen vielinehr sehr weit auseinander. So weint z. B. die .Lrenz'Zeitung". daß die Sozialdemokratie ihrer offenen Niederlage ausgewichen und durch die Wahl Steger- walds die v e r st e d t e vorgezogen habe, die darum nicht ge- ringer sei. Mit viel größerem Recht konnte man dies»on den D e u t f ch n a t i o n a l e n sagen, deren Korrespondenz in einer offiziellen Erklärung die Stimmabgabe oer Deutsch- nationalen für Stegerwald folgendermaßen motiviert: Ei«(die DeuMational« Bolkspartei, Red.) mußte das schon deshalb tun, weil bei der Technik des Wahlvorganges andernfalls keine Sicherheit dagegen geboten war, daß«in Sozialdemo- trat, vermutlich Herr Otto Braun, gewählt wurde. Dia.Areuz-Zeiwng' schöpft ihr irriges Urteil allerdings pus einer falschen Voraussetzung. Sie glaubt nämlich, daß für Stegerwald die Verpflichtung nicht bestehe, seinen Aus- trag zurückzugeben, falls die Sozialdemokratie feine Regierungsbildung ablehnt. Sie behauptet sogar:„Danach hat dos Zentrum auch die letzte Ueberhebung der Sozial- demokratsn zurückgewiesen'. Das Zentrum hat aber, wie wir bereits in der gestrigen Abendausgabe mitteilten, genau gegenteilig gehandelt, und nach dieser Richtung hin ist die Situation a b f o l u t k l a r. Ueber dir Pläne Stegerwalds hinsichtlich der neuen Kabinettsbildung äußerte sich die Zeutrumsparlamentskorre- fpondenz— angeblich auf Grund eigener Angaben Stegerwalds— am Sonnabendnachmittag folgendermaßen: Ministerpräsident Stegerwald Hot die Absicht, ein Geschäfts- Ministerium zu bilden,'in welchem aber nicht nur Beamte sitzen werden, sondern auch Polltiker bzw. Parlamentarier, da der neue Ministerpräsident der Ansicht ist, daß er für die Führung der Ge- schöfte die Mitwirkung maßgebender Parlamentarier nicht e nt- beeren.kann. Er wird zunächst Verhandlungen mit einigen bisherigen Mitgliedern des Kabinetts führen, um diese für sein Kabinett zu gewinnen. So Hot er die Absicht, den bisherigen Justiz- minister Am Zehnhofs zu bewegen, das Justizministerium zu behalten und den bisherigen Handslsminister Fisch b eck ebenfalls um sein Derbleiben im Amt zu ersuchen. Dos Finanzministerium beabsichtigt er dem Demokraten Oeser anzubieten, welcher im bis- herigen Kabinett bekanntlich dos Verkehrsministerium inne hotte, ba dies« in der nächsten Zeit wegen Uebergongs der Verkehrs. Hoheit auf da? Reich aufgelöst wird. Ministerpräsident Stegerwald will auch bi« Hozigfdey'ptiatie veranlassen, einen Man«. in dem Geschöftsministeriym zu belassen. Kr hat allerdings noch keine Gewißheit darüber, ob die Sozialdemo- »ati««nt«» den bisherigen Derhältniffen geneigt ist.«in» ihrer Mitglieder in das Kabinett emtreteu zu lassen. Zutreffendenfalls wird er den bisherige» Minister des Jimern Severins bitten. im Amte zu verbleiben. Das jiultusnrinistprwm und das Land- wirtschaftswinksternun wird der Ministerpräsident mit Beamten besetzen, das von ihm selbst bisher bekleidete Wohlfohrtsministerium beibehalten. Diese Darstellung muß bereits als überholt angesehen werden. Denn die Vorschläge, die Stegerwald im Verlaufe des gestrigen Nachmittags den Führern der Koalitwnsparteien gemacht hat, sehen wesentlich anders aus� Aus dem „nicht nur Beamte, sondern auch Politiker"' ist geworden „nicht nur Politiker, sondern auch Beamte'. Stegerwalds Vorschläge bewegen sich auf der Linie, daß auch das neue Kabinett in der Hauptsache aus Politikern der drei bisherigen Koalitionsparteien bestehen wird, aber verstärkt durch Beamte, deren republikanische Ge- smnung gewährleistet sein soll. Da der Sozialdemokratie ein Zusammengehen mit der Deutschen Bolkspartei— bisher das Haupthindernis einer Einigung— nicht mehr zugemutet wird, so siird die Stegermaldlchen Borschläge für sie mchl von vornherein indiskutabel. Aber ebenso sind diese Vorschläge nicht von vornherein annehmbar. Mit der Hin- einnähme von Beamten in das Kabinett,. die auf keine Partei festgelegt sind, kann die Sozialdemokratie sich abfinden. wenn die Person dieser Beamten die Gewähr dafür bietet, daß sie feste und ehrliche Republikaner sind, die mit der Rechten weder sympathisieren noch koket- tieren. Hier wird alles von der Person der Vorzu- schlagenden abhängen. Das Entscheidende ober ist das Maß des Einflusses, der der Partei selber in der neuen Regierung eingeräumt wird. Die Sozialdemokratie lehnt es ab, in eine Regierung hineinzugehen, in der sie bloße Staffage bildet. Ihre Ziffern- mäßige Stärke im Landtag, wo sie die weitaus stärkste Partei ist, und ihre Bedeutung im Lande geben ihr das Recht, ein gewichtiges Wort auch in der neuen Regierung, falls sie in diese hineingeht, mitzusprechen. Deshalb ist es ganz abwegig, wenn die Zentrumsparlamentskorrespondenz glaubt. die Sozialdemokratie würde mit einem Mann im Mini- sterium bleiben. Derartiges ist ganz ausgeschlossen. Tatsäch- lich ist auch der Partei ein solcher Vorschlag, den sie als Be- leidigung betrachten müßte, nicht gemacht worden. Die So- zialdemotratie legt sowohl auf die Zahl als auch auf die sachliche Bedeutung der ihr angebotenen Ministerien ausschlaggebenden Wert. Sie wird erne Zusage zur Regierungsbildung nur erteilen, wenn sich ihr in beiden Punkten eine ausreichende Garantie bietet, daß sie als mitregierende Partei nicht nur die Verantwortung tragen, fondern auch genügenden Einfluß auf oi« Re- gierungsgefchäste behalten wird. I vorwarts-verlag G.m.b.H., SV? öS, Linöenstr. Z kpernfprecher. Aiu, Mortyplay.»it. 11753— 54 Kapital und presse. Der berühmte amerikanische Schriftsteller Upton Sinclair, der auch den Lesern der deutschen Arbetter- presse kein Unbekannter ist, hat vor kurzem ein Buch er- scheinen lassen, das in rascher Folge sieben Auslagen mit 11» Exemplaren erlebt hat und gewiß noch weitere Kreise sehen wird. Es ist soeben auch in deutscher Sprache er- lienen unter dem Titel:„Der Sünden lohn. Eine Studie über den Journalismus", übersetzt von Prof. Dr. Z. Singer(Leipzig. Verlag: Der Neue Geist. Dr. Peter Reinholo.) Man würde vielleicht unrecht tun, wenn man dieses Buch, das eine schwere Anklage gegen die kapttalistische Abhängig- kett der amerikanischen Presse ist, hierzulande einfach als eine Tatsachenschilderung aus einem fremden Lande nehmen würde, und es wäre sicher der Gipfel der Heuchelei, wenn man mtt frommem Augenausschlag hinzusetzen würde:„Gott sei Dank, daß ich nicht bin wie jene.' Das Buch Sinclairs ist von leidenschaftlichem Atem durch- nicht weniger zahlreich find als in irgendeinem anderen Lande. Daß das Unheil der bestehenden Zustände gerade von den Besten unter den Presseleuten Amerikas erkannt wird, dafür gibt auch Sinclair selbst einen erschütternd wirkenden Beweis, wenn er erzählt, wie«in hervorragender amerita- nischer Journalist einen Toast auf die„unabhängige Presse" mit diesem Aerzweiflungsschrci beantwortete: Ja Amerlky gibt«s nichts,«a» den Namen itnabhängig« Presse oerdient außer in den Landstädten..., wir swd die Werkzepgs unjb Basallen reicher Leute, die hinter. den ßpllssen sind. Wir sind die Hanswurste: sie ziehen die- Drähte,. und. Pir jonzen. Unsere ToleMc,- unsere Entwicklungsmöglichkeiten, unser Leben ge, hören andern Leuten. Wir sind geistig Prostituiert«. Sinclairs Buch ist für uns Deutsche oben jetzt von ge- rodezu. aufregender Aktualltät. Denn gerode jetzt müssen wir täglich hören und lesen, daß sich gewalligo Finanzkonzern« ein deutsches Presieunternehmen nach dem andern„an- gliedern". Werden Namen genannt, dann regnet es natürlich Berichtigungen und beleidigte Proteste, denn welches Presse- unternehmen würde in der Oeffentlichkeit zugeben, daß es von einer großkapttalistischen Interessengruppe. gekauft ist? Welcher Journalist— er hätte denn den verzweifelten Be- kennermut seines obenerwähnten amerikanischen Kollegen— würde sich selber und der Well eingestehen, daß ihn die Not ums Brot zu einem„geistig Prostituierten" gemacht hat? In einzelnen Fällen mag die Berichterstattung über kapi- tolistische Ankäufe der„öffcnllichen Meinung' irren, möge» Berichtigungen zutreffend fem, aber das ändert gar nichts"an der Tatsache, daß sich fast dasganzedeutschePresse- wesen m einem Prozeß befindet, in dem es mit unheimlicher Schnelligkeit vom Großkapital aufgesogen wird. Dabei han- delt es sich um die Herstellung eines ganz neuen Typs, wie er früher mir von der schwerindustriellen„Post" und einigen Organen ähnlichen Kalibers repräsentiert wurde. Die deutschen Presseunternehmungen waren, mit der«in- zigen Ausnahme der Arbeiterpresse, seit scher kapitalistische Unternehmungen. Aber sie waren es in solcher Art, daß dos in ihnen investierte Kapital auch rentieren sollte: die Zeitung: das Nachrichteirbureau war ein auf sich gestelltes kapi- talistisches Geschäft. Die Zeitung, das Nachrichtenbureau foy- ten Gewinn abwerfen, das konnten sie aber nur, wenn sie dem Geschmack und den Ansprüchen des Lesepublikums ent- aegenkamen. Das taten sie in einer Weise, die mehr auf das Aeußerliche als auf das Innerliche Rücksicht nahm, denn dem unpolitischen Publikum war die äußere„Aufmachung" eines Blattes immer viel wichtiger, als die von ihm vertretene Mei-. mmg. Das Entstehen einer gesinmingslosen Generalanzeiger- presse war das Ergebnis dieser Entwicklung. Jetzt hören die deutschen Presseunternehmungen aber mehr und mehr auf, selbständige kapitalistische Nnternehmun- gen zu sein. Wie Seifen- oder Zündbolzfabriken werden sie als dienendes Glied in das Ganze riesenhafter Kapitalkonzerne dann macht sich eben auch die Zeitung bezahlt. Diese wird dann in vielen Fällen zum ausgehaltenen Zuschußuntsr- nehmen und sinkt damit auf die tiefste Stufe der Korruption. Der Kapitalismus weiß sehr genau, daß sich der Ankauf von Zeitungen für ihn bezahlt macht: mögen die Zeitungen auch unmittelbar Geld tosten, so helfen sie doch mittelbar mtt- verdienen, indem sie das Gesamt geschäft heben und vor unliebsamen Störungen schützen. Er weiß auch sehr genau, welche Kapttalonlagen in der Presse sich ihm am allerbesten bezahlt machen, nämlich diejenigen, die in Nachrichten- und Korrespondenzbureaus bineingesteckt werden. Die einzelne Zeitung hat nur einen beschrankten Leserkreis. die Nachrichten- und Korrefpondenzbureaus aber dringen Mit ihrem Material in die Spalten der ganzen Presse ein» mit ihrer Hilfe?ann man, ohne daß es diesen zu Bewußtsein kommt, auch solche Zeitungen beeinflussen, die weder gekauft find noch sich kaufen lassen wollen. Ueber die ungeheure Gefahr dieser Entwicklung soll man sich nicht tsiuschcn. Ln der Demokratie wird alles, Regierung, Verwaltung, Gesetzgebung, durch das Volk bestimmt, das Volk aber bildet sich sein polnisches Urteil aus den Zeitungen, die es liest, aus den Nachrichten, die ihm vorgesetzt werden. Ohne die Erhaltung und den kräftigen Aufstieg einer unab- hängigen Presse wird die Demokratie zur Afterdemokratie, und das Volk, das zu herrschen glaubt, wird von denen re- giert, die durch die Macht ihres Geldsacks seine Gedan» ken beherrschen. Die Lösung dieses Problems kann nicht darin gesucht werden, daß die Presse, statt zum Werkzeug des Großkapitals einfach zu einem Glied der Staatsmaschinerie ge« macht wird, wie das im bolschewistischen Rußland geschehen ist. Denn auf diese Weise wird der letzte Rest von Presse- freihelt ausgerottet, und das Zeitungswesen wird.zum Än- itrument derjenigen gemacht, die augenblicklich die Macht m Händen haben. Heute laufen in Rußland alle Rotations- Maschinen für den Bolschewismus, sie würden heute oder morgen ebenso gehorsam für den weißen Terror laufen, wenn es diesem gelänge, die Macht an sich zu reißen. Nur in ganz anderer Weise kann Hilfe werden vom Staat und vom Volk. Ein wahrhaft demokratisches Staatswesen hat die Pflicht, die Unabhängigkeit der Presse zu schützen, es darf nicht untätig zusehen, wie ein selbständiges Presfeuntsr- nehmen nach dem anderen vor Not schwach wird und in den unergründlichen Schnappsack der großkapitalistischen Alles- täufer verschwindet. Die Gesetzgebung muß die Presse» Unternehmungen zur öffentlichen Klarstellung ihrer sinan- ziellen Grundlagen zwingen und dem um seine Meinungs- freiheit kämpfenden Jouryalisten die nötige materielle und moralische Rücken das Volk selb seiner großen Ma tütze leihen. Das Entscheidende wird aber t zu tun haben, das Volk, das leider in se dem Zoitungswesen mit einer merkwürdigen, dem Fachmann kaum verständlichen Kritiklosigkeit gegen- übersteht und oft am liebsten an den Quellen zu trinken scheint, die am meisten vergiftet sind- Es bleibt ein unvergeßliches Verdienst der deutschen Arbeiterklasse, daß sie die gewaltige Bedeutung der Presse für den Kampf um die Macht früzeitig erkannt und sich unter großen selbstlos gebrachten Opfern ihr eigenes Zei- iungswesen geschassen hat, das gegen großkapitalistische Ein» slüsse gefeit ist. Es genügt aber nicht, daß diese Prelle be- steht als eine Insel in der Hochflut der kapimlistischen Presse- korruption, nur wenn sie ständnigan Verbreitung und Einfluß zunimmt, kann sie die große Mission erfüllen, die ihr zu- gefallen ist: das Allgemein interesse gegen kapita- listische Machtbestrebunaen zu verteidigen und durchzusehen. Es ist in den letzten drei Iahren unter Arbeitern viel darüber gestritten worden, wie man am besten zur politischen Macht kommt, und man hat daneben oft die einfache Wahrheit ver- gessen, daß man niemals zur Macht kommt, wenn man nicht durch den täglichen Einfluß der Zeitung Macht über die K S v f e gewinnt. Hier ist der Platz, wo um die größten Entscheidungen der Zukunft gerungen wird! » Folgende Verlchllgnng geht uns zu: Die Morgenausgab« des .Horn) Sri»" vom 7. Aprll 1921 bracht« unter der Ikberschrist: ..S t ln n« s"«inen Urtikel, in dem ein« Zusammenstellung über «ine Reihe der wichtigsten Wlrtschoftsbetriebe inoerhalb Deutsch- l-Hv» gegeben wird, die sich nachweislich unter dar Kontrolle von Stinnes befinden sollen. In dieser Zusammenstellung sind die.Wirtschaftlichen Nachrichten aus dem Ruhrbezirt" genannt. Dies« Behauptung widerspricht txn Tatsachen. Herr Stinne» ist an den.Wirtschaftlichen Rachrichten aus dem Ruhrbezirf, Essen. "»der finanziell noch in anderer Weis« beteiligt. Wirtschaftlich« Nachrichten aus d«m Nohrbeztrk. I. A.: Dr, R«chlin. die Probe aufs Exzeiaps!... Die Telegraphsnunion veröffenUicht folgende Erklärung: In den letzten Tagen ist die Oesfentlichkeit und die deutsche Presse durch«ine Reihe irresllhrender Behauptungen über die Tele- grapijemmlon beunruhigt worden. Man hat der Telegraphenuniost zum Vorwurf machen wollen, daß sie unter dem Einfluß der Großindustrie, insbesondere des Herrn Hugo Stinnes stehe. Diese Behauptungen sind unrichtig. Die Tele- graphenunion Hot die erheblichen zur Erweiterung ihre» Betriebes erforderlichen Kapitalien sich verschafft, ohne irgendwelche Ver- pflichtungen bezüglich ihrer Haltung zu übernehmen. St« steht nach jeder Richtung hin unabhängig da, dient keiner Partei und keiner Wirtschaftsgrupp«, sondern lediglich dem objektiven Dienst der beut- scheu Presse und der freien Meinungsbildung des Volkes. Dies« wird im besonderen dadurch gewährleistet, daß genau wie bei jeder Zei- tung auch bei der Telegraphenunion die Chefredakteur« der einzelne» Dienstzweige unbeeinflußt durch die Verlagsleitung lediglich ent- sprechend ihrem journalistischen Pflichtgefühl ihre Arbeit verrichten und verrichten werden. Für unsere Jnteressennahme an dem Dammert-Verlag S- m. b. H-, die in erster Linie mit Rücksicht aus das Wohl der mehreren hundert Angestellten und auf die ungestörte Weiterversorgung der deutschen Presse erfolgt Ist, gilt dasselbe. Die Korrespondenzen und übrigen Dienstzweige des Dammert-Derlags werden auch nach Aus- scheiden des Herrn D«. Rudolf Dommept von den bisherigen Chef- redatteuren unverändert weltsrgeleitet und sind Eigentum des Dammert-Berlags G. m. b. H., nicht aber des Herrn Rudolf Dam- mert persönlich. Im übrigen lehnen wir es ab, uns in die vielfach gehässige Polemik, die sich an unsere Interessengemeinschaft mit dem Dammert-Verlag G. m. b. H. geknüpft hat, weiterhin einzulassen. Die Fortführung unserer Geschäfte wird die Unabhängigkeit beider Institute auch künftig in jeder Weise klarstellen. Die Telegraphenunion macht sich die Sache sehr leicht- Es gibt natürlich kein vom Großkapstal abhängiges Presse- unternehmen, das diese Abhängigkeit eingestehen würde. Die wirklichen Verhältnisse können in diesem Fall und in allen anderen nur festgestellt werden, wenn ein Organ geschaffen wird, das gesetzlich bevollmächtigt ist, sie zu untersuchen, wie das in Oesterreich bereits gefchieht- Daß die Presseunternehmungen reine Hände haben, ist höchstes Gebot des öffentlichen Interesses, darum sollen sie ihre Hände nicht unter der Schürze oerstecken dürfen� mit der Versicherung, sie wären rein, sondern verpflichtet sein, sie zu zeigen. Sie sollen eine volle Klarstellung ihrer Äerhällnisse der Allgemeinheit schuldig, sein. die Leistungen öer Bergarbeiter. Bergrat Dr. H e r b i g, Direktwnsmitglied des Rheinisch- westfälischen Kohlensyndikats, bespricht in der„Bergwerks- zeitung" die.kritische Kohlenwirtschaftslage. Dabei äußert er sich in sympathischer Weise zu den Ueberschichtenleistungen der Bergleute. Er urteilt darüber wie folgt: „Es ist ein Markstein in der nachrevolutionären Wirtschafts- geschichte und ein Ehrenblatt in der Geschichte der westsälischen Bergarbeiterbewegung, daß im Februar 1920, al» der ganzen Belegschaft noch der Kampfruf noch der Sechsstundenschicht im Ohre lag, auf dringende Vorstellungen der Regierung die Ge- werkschaften sich dazu entschlossen, daß in der Woche 7 Ueber. stunden, nämlich an zwei. Tagen je. 3'ch ljeberstunden verfahren werden sollten. Für diese Ueberstundrn wurden 100 Proz. Lohnzuschlag und gewisse Lebensmittelvergllnstigungen bewilligt. Es wurde also uicht nur an die ideale, sondern auch an die materielle Seite der menschlichen Natur appelliert. Keinen dieser beiden Ge- sichtspunkte soll man unterschätzen, und e» wäre gut, wenn die Leute, welche au« Beruf oder Neigung sich mit dem Suchen nach neuen Wirtschaftsformen beschäftigen, stets im Aug« behielten, daß beide Antriebe zur Wirkung kommen müssen. Do» Ueberfchichten- abkommen hat sich insofern bewährt, al» es zwar mit Schwankungen in der Anzahl der Beteiligten— doch ein volles Jahr lang f durchgehalten worden ist. Wir wollen dos auch setzt nicht ver- ] gesien, wo die Arbeiterschaft diese Ueberfchichten am 13. März d. L. eingestellt hat." Es wäre zu begrüßen, wenn sich all« Unternehmerner� treter bemühten, das Ueberschichtenverfahre» der Bergleute so anzuerkennen, wie es Herr Bergrat Herbig tut. Jeden- falls kann nicht vergessen werden, daß die Grubenarbeiter während der ganzen Dauer ihrer Schicht abgeschlossen sind von Sonne und Tageslicht, stets umringt von den elementaren Gefahren der Tiefe. Man darf schon darum in dem A- lauf des llsberschichtenahkommens keine Böswilligkeit der Bergarbeiter erblicken, sondern muh trachten. mit ihnen zu einer Verständigung zu kommen, die ihren persönlichen Bedürfnissen unst dem Bedürstiis der Volkswirtschaft gerecht wird. Dies muß ohne Zwang geschehen. wenn der gemeinnützige Zweck erreicht werden soll.— Im SozialpolitischenAusschußdesReichs- wtrtschaftsrates stand ein Gesetzentwurf zur Erörte- rung, der die Schichtzeit im deutschen Steinkohlenbergbon gemäß den gegenwärtig geltenden Tarifverträgen festlegen will. Das würde für den Hauptteil des Bergbaues die Sieben st undenfch ich t unter Tage bedeuten. Dte Unternehmervertreter sprachen sich dagegen aus, sie wollen dieses Gesetz allenfalls für den Ruhrbergbau gelten lassen. Der Arbeitnehmeroertreter, Gewerkschastssekrctär Genosse Gärt- n e r« Hildesheim(Angestellter des Bergarbeiterverbandes) erklärt« jedoch, der Gesetzentwurf fei für die Ardeiter upan- nehmbar, wenn er sich nicht auf den gesamten deutschen Bergbau beziehe. Wenn man neue Ungleichheiten schaffe, ent- ständen dadurch neue Streitigkeiten im Bergbau. Ein solchri' Gesetzentwurf hätte überhaupt schon längst als Gesetz in Kraft sein müssen, wenn man die andauernden Differenzen über die Schichtzeit im Bergbau nicht haben wollt«. Sei die Siebenstundenschicht gesetzlich festgelegt, dann könne man auch eher über die Frage notwendiger Ueberstunden zu einer Ver- ständigung kommen. Weil bisher über die regelmäßig? Schichtzeit im Bergbau gesetzlich noch nichts bestimmt fei. glaubten die Arbeiter begreiflicherweise, die Ueberstunden sollten einen Uebergang zur regelmäßigen Schichtverlänge-- rung über die tariflichen Abmachungen hinaus, darstellen. Dies Mißtrauen könne beseitigt werden durch eine klare ge- setzliche Ueberschicht der Höchstschichtzeit für den Gesamtbcrg- bau. Da die geladenen Sachverständigen nicht anwesend sein konnten wegen gleichzeitiger Besprechungen im Arbeits- Ministerium über die Lage im Ruhrgebiet, so wurde die wettere Erörterung auf den 14. d- M. vertagt. sie gilt kein verbot/ Unter dieser Ueberschrist berichteten wir über eine Demonstration der Deutschnationalm am Blsmorck-Denkmal zu einer Zeit, wo Der- sammlungen unter freiem Himmel in Berlin verboten waren. Hierzu schreibt im» der Kommandeur der Berliner Schutzpolizei, Herr Oberst Kaupisch: .Die meinerseits sofort eingeleiteten Ermittlungen haben«r- geben, daß zwar die Niederlegung von Kränzen durch kleine Ab- ardnungen von wenigen Personen erfolgt ist. daß auch Neugierig« und Schaulustige zeitweise stehengeblieben sind, daß aber kebi« Demonstrationen, weder durch Absingen von patriotischen Lieben.' noch durch Halten von Ansprachen stattgefunden haben. Es bedarf wohl keines Hinweises, daß ich bestrebt und perpflichtet bin, den gesetzlichen Bestimmungen ohne Rücksichtnahme auf die politisch« Partei st«llung Geltung zu ver- schaffen." Unser Gewährsmann hat gehört, wie bei gelegentlichen Ansamm- lungen größerer Personenmengen von deutschvälkischen Rednern auch Ansprache» gehalten wurden. Es ist möglich, daß diese Tatsache der Polizei entgangen ist, woraus wir übrigens Herrn Oberst Kaupisch und sein«» Untergebenen keinerlei Borwurf machen- Der Vorgang war uns nur typisch für die D e u t s ch n a t i o n a l e n, die fortge» setzt noch der.Stärkung der Staatsautvrität" schreien, selber ober als erste auf die Gesetz« pfeifen, wo es ihnen in ihren politischen Kram paßt. Erziehung zum Renschen. Eine« der schwierigsten Problew« der Pädagogik ist die gleich- wertig« Ausbildung von Körper und Geist. Di« hellenische Schul« betonte diese Einheit. Im Mittelalter, das ganz vom Geiste monchi- ichen Christentum» beherrscht war, ging st« verloren. Aus Bildung»- schulen wurden Gelehrtrnschulen, der Körper in Acht und Bann ge- ta». So ist j» auch heute noch, wenngleich die Körperausbildung bereit» wieder ein bescheidenes Plätzchen einnimmt. Aber im allge- meinen gilt doch der Grundsatz, daß dl« Schule die geistigen Fähig- leiten zu entwickeln hat und daß körperlich« Erholung und Ertuchti- gung der Freizeit überlassen bleiben. Segen dies« Anschauung anzukämpfen trat 1904 Elizabeth D u n c a n auf den Plan..Die Duncan-Schule tritt sür eine Gleich- stellung der körperlichen und geistigen Erziehung«in. Sie sieht in der Durchbildung des Körpers nicht nur ein Mittel zur physischen Gesundung und Kräftigung, sondern ein solches zur geistigen Er- Hebung und zu seelischer Vertiefung. Sie betrachtet es al» ihr« Pflicht- mitzuarbeiten am notwendigen Werk der Befreiung unserer Jugend von einem einseitigen Intellektualismus und einer mecha, nischen Lebensauffassung", heißt es in ihrem Programm. Sie de- gönn mit der Erziehung einer Gruppe von Mädchen im zartesten Alter. Ihr Wert war bald in Deutschland al» mustergültig bekannt. Dann kam der Krieg und verschlug die Dunegn-Schul« nach Amerika. Wir hörten über den Fortgang des Experimentes— denn al, solche» nußte es damals noch betrachtet werden weiter nichts. Nun ist die Duncan-Schule au» Amerika zurückgekehrt und am Donnerstag tonnte man ihr« Leiser Elizabeth Duncan und Max Merz mit den Zöglingen zum ersten Mal« wisder begrüßen. Aus den Kindern sind erwachsen« junge Mädchen geworden, und es erhebt sich die Frag«: Wa» hat Elizabeth Duncan«rreicht? Der erst« Eindruck ist der vollkommenen Adels, vollkommener Reinheit und Hormon!«. Man bedauert, diese Geschöpfe in einer großen Stadt eingeschlossen zu wissen. Sie atmen Land, sind wesentlich ein» mit dem Land«. Dann kommen die Vorführungen und bestätigen den Eindruck. Hier ist Tiernähe vom Geist beherrscht, hier ist Verwandt- schaft mit Blumen ohne Fidussentimolität. Hier ist Natur, Gesund- heit und Freiheit ohne andere Schranken denn die natürlichen An- stand«». Musik und Rhythmus sind die Grundlagen dieser Kultur. Gehen, Lausen, Springen, d-es« Dreieinigkeit der Bewegung, sind die Grundlagen ihrer Tanzspiele. Der Tanz steht im Mittelpunkt ihrer Körperkultur. Aber dieser Tanz hat mit dem Expressionismus des modernen Tanzkults, diesem ekstatischen Bekenntnis einer unheiligen und verzweifelnden Zeit nichts zu tun. Er ist nicht mehr als das Treiben der Füllen auf den Weiden. Wo das..Zurück zur Natur' ol? Anfang wahrer Kultur! Und man muß gestehen, daß das Zurück hier wirklich eist Vorwärts ist, möchte die Methode Elizabeth Duncans gern In utsserer Erziehungoreform oerontert sehen. Einheitsschule und Arbeitsschule wären ihr würdiger Rahmen Dt« Nutzanwendung? Ei wäre«in Berlust, bliebe die Duncan- Schul« auf sich gestillt. Sie gibt das, was unser moderner Tuen- betrieb vergeblich anstrebt: Erlösung des Körpers, Erlösung der Seele au» dem Rachen des Ungetüms Großstadt, au» den Krallen des Klnderschrecks Gelehrtenschule. Erziehung des Schülers zum Menschen durch Betonung de» beseelten Körpers. Aber wie die Reform? May sollt« Turnlehrer und Turnlehrerinnen zu Elizobeth Duncan in die Lehr« schicken. Und dann: Hinaus aufs Londl Wo immer ein Stückchen Wiese ist. Mit einem«vheriichen Nochklatsch wäre e» allerding« nicht getan. Do» Wesentlich« ist die Seele, der Seist der Duncan-Schule. E« ist der Geist, der un» heute fehlt wie Land und Luft,,■ J—«. Autigane in der Volksbühne. Bon den auf un» gekommenen oltgriechlschen Dramen haben die düsteren Sckiickscilstraaödien des schuldlos in schwerste Freveltat verstrickten König Oeoipus und Sophokles Antigone sich am meisten lebendig zu unserer eigenen Ge- donkenwelt in Beziehung stehend« Wirkung gewahrt. Ist Oedipus ergreifende» Symbol der dunklen Gewalten, die, jede menschliche Voraussicht spottend, ihre Opfer in» Verhängnis treiben. Plan und seine Tat, durch welch« es entrinnen wollte, in» Gegenteil ver- kehren— so verherrlicht dse Antigone-Dichtung Kraft und Größe des Menschen, der im Vertrauen auf ein ihm in die Seele einge- graben«» Rechtsbewußtsein, die Tat, die ihm geboten scheint, voll- bringt. Sophokles Heldin, Oedipus Tochter, einem vom Göttcrzorn verfolgten frevelnden Geschlecht entstammend wie die Iphiqemie des Gaetheschen Dramas, erhebt gleich dieser sich zu der höchsten Rein» beit und dem höchsten Mut. Aber keine fteundllche Fügung wie bei dem deutschen Dichter belohnt das Vertrauen, mit dem sie ans die Götter schaut, führt den tragische» Konslickt zu versöhnender Lösung. Die Götter bleiben unerbittlich. Der Fluch, d«N sie auf da» Geschlecht geworfen, wirkt blind und unaufhaltsam welter fort. Ei« büßt die Tat mit ihrem Leben. Aber auch, den übermütigen Despoten, dem sie Trotz bietet, ihm. den Schuldigen, und sein ganze» Hau» zieht sie, die Schuldlose, mit in be» Untergang. Sie trauert um de» Bruder« Polyneike, Fall, der in dem Kampf« wider Kreon dem neuen Herrscher Theben» unterlag. In wildem Haß bat dieler dos Gebot erlassen, daß keiner de» Besiegten Leichnam bestatten soll. Ein Froh der Vögel soll er dort modern. Todesstrafe steht aus Verletzung des Befehl». Doch Antigone schreckt da, nicht. Sie will dl« Pflicht erfüllen, die uralt frommer Brauch der Schwester vorschreibt So streut sie Staub auf ihres Bruders Leib und spendet ihm. daß seine arme Seele Ruhe findet,«in Toten- npfer. In der Szene, da sie von den Häschern vor Kreon geführt, sich kühn»u ihrer Tat bekennt, und seiner zusälligen irdischen De- walt die Berufung quf dl»„Natur und der Göttcr ungeschriebenes ewiges Gesetz"' entgegenstellt, gipfelt da» Werk. In dem» Pathos ihres ethischen Idealiemus klingt-In verwandter Ton wie in den Schillerworten von jenen„Rechten, die droben hangen ewig unveräußerlich". Auf dos Geh?!» des Herrschers eingemauert in imterirdische» Gkwölb, gibt st? sich ungebrochenen Sinnes selbst de» Tod. Die Mahnungen de» Ehors, die Bitte» von Kreon« vntiaones verlobten Sahne« prallen an der starr«, Rachlucht de» König« ab. Erst die Furchä vor dem strafenden Zorn der Götter. den der blinde Seher Tiresia» ihm androht, treibt ihn zum Wider- ruf. Zu spät. Sein Sohn hat sich, als er die Braut entseelt fand, dem Dater fluchend in sein Schwert gestürzt. Die Mutter, Kreon, Gallin, folgt dem Sohn ins dunkle Schattenreich. Wehklagend bricht, der sich noch eben jeder Schranke seines Herrscherwillcns überhoben wähnte, zusammen. In stimmungsvollem Rahmen, der mit«infochsten Mitteln im Hintergrund« da» Königsschloß markierte, zogen die Szenen, zu- weilen von begleitender Musik unterstützt, vorüber. Beim Aufgehen des Dorhonges tiefes Dunkel. Rur die Gruppe der beiden Schwestern tritt, hell belichtet, hervor. Marl« Dietrich war«Ine edel gc- faßte, in anttkisicrender StUisicrung. immer weiblich-natürlich blei- bend« Antigone, die. alle unnötige Schroffheit im Verhalten zu der Schwester durch den Wohllaut ihrer Stimme mildernd, sich vom ersten Augenblick die Herzen gewann. Dann erscheint, von unten her aufsteigend, der Chor, in festlich- feierlichen Stroohen den Sonnenaufgang grüßend. Cr deklamierte gut! auf die rhythmisch« Durchbildung des Vortrages hatte dl« Kayßiersche Regie offenbar ganz besonderen Fleiß verwandt. Aber die Wirkung hätte sich viel- leicht durch einige Kürzungen noch steigern lassen, da bei längerem Zusammensprechen vom Text« notwendig viel verloren geht. Sehr plastisch, das jäh« Jagende der Leidenschaft vortrefflich wider- spiegelnd zeichnete Herr Stahl-Rachaebaur den Kreon. So wuchs der Eindruck des Dramas bis zur Mitte in starker Steigerung an. In den späteren Szenen, die dos im wesentlichen schon«nt- schiedene Schicksal in lyrisch-rhetorischen Refl-xionen und Berichte» weiter ausmalen, ließ die Spannung nach. Auch hier kamen einig« der langen Reden, so dl« de« Haimon, de» Tiresia» und des Dieners, der die Botschaft von de» Sohne» Selbstword bringt, auf der Bühne nicht zur rechter Geltung. ckt. Gastspiel Maria Labia. Frau Labia hat vor vielen Iahren bn Gregor In der Komischen Opfer dj« temperamentvollst«, rassigste und mahrhaft möglichst« Magda in„Tiefland" gesungen. Jetzt, da sie älter wurde, entdeckt man einen Fehler ihrer Stimmbildung. Labia: dos heißt auf deutsch Lippe. Di« Stellung ihrer Lippen und ihres Mundes beim Gesang bleibt auch heute noch klassisch! noch hält ihr metallenes Organ keinen Affekt aus, ohne schrill, fast schreiend zu werden Einst Oboe, setzt Klarinette. Ihr Spiel unterstreicht das Italienische. Theatermäßig« ihrer Rolle: sie ahnt nicht, wie sehr sie damit die innere Unwahrhaftigkelt dieses gemarterten Weibes vnd die Hohlheit dieser ganz glühendheißen Theaterepisode mitbefapst. Ihr große» Auge blickt unschuldia, ihr Kuß tänzelt In der Graz,« einer Stadtdame, nicht eines Müllermädchens, und wen» sie ab- wtlsend dl« Finger vibrieren läßt, wenn sie die Arm« in die Hüften stemmt, katzchengleich herumkriecht und sich kauert, schließlich de- müttg in wirkliche Anbetung verfällt, so bleibt hinter der packenden Sinnlichkeit des Momentes ein großer Schaden de» Bewußten allzu Intellektuellen, da« verstimmt vnd auch an die schauspielerisch? Bollendung ihrer spontanen Ausbrüche nicht mehr recht glauben läßt. Eine Rolle, prachtvoll studiert, au» Einzelallgen klug geflickt. doch«ine Rolle nur, die«wer Italienischen Primadonna in ichillern- der Mowc der Autoren angenähert. Man erwartete einen Menschen in dem fesselnd verisuschen Stück der Gegenwart. Die Männer um die Labia herum wirkten stärker, vor allem Pedro H a p» d o r f. der dt« Entwicklung vom jungen Siegfried vom reinen erlösenden s Hr. 167 4 55. Jahrgang 7. Seilage öes vorwärts Sonntag, 16. �pril 1621 Wirtschaft Gelö für Neubauten. Immer wieder ist versichert worden: es fehlt für die Aufnahme der Neubautätigkeit weder an Geld, noch an Materialien, noch an Arbeitern: es fehlt nur an der Neigung des Kapital-, sich an wwentierliche Neubauten zu binden, denn das Kapital sieht, wo es bleibt. Tntsächlich bieten die Neubauten für die Beleihung in Höhe der Neubautosten bei weitem keine genügende Sicherheit. Die Kosten der Erstellung einer Zweizimmerwohnung reichen nahe an ZOO 000 M., während an Mietzins dafür statt 5 Proz. von dieser Summe � 5000 M.. im Verhältnis zu den Altmieten kaum mehr als 500 M. aufgebracht werden können. Zwar gelten die Höchst- mieten für Neubauten nicht, und auch das Reichsmietengesetz wird sie van seiner Geltung ausnehmen, aber es bedarf keiner näheren Begründung, daß die erhöhten Selbstkosten beim unbezuschußten Neubau von keinem irgendwie erheblichen Teile der Mieterschaft auf- gebracht werden können. Eben deshalb ist bisher mit staatlichen Zuschüssen gewirtschaftet worden und zuletzt, um die neue Bau- Periode nickt zu versäumen, ein Vorschuß von l'/j Milliarden vom Reick« vorgestreckt worden, zu dessen Deckung das Gesetz über die vorläi'ifige Förderung des Wohnungsbaues die Länder verpflichtet, für ISZl und l922 zusammen die Bevölkerung mit wenigstens 30 M. pro Kopf zu belaste». Mit den l'i Milliarden bzw. mit dem entsprechenden geringen Nettobetrag lassen sich- unmittelbar nur etwa 20 000 Kleinwohnungen finanzieren, d. h. nur ein geringer Prozentsatz des Fehlbedarfs an Wohnungen im Reiche. Soll dagegen die Mistobgabe nur der Verzinsung und Tilgung ausreichender Banckapitalien dienen, so würde das de- deuten, daß die vorhandene Papiergeldflut in einer für unsere ge- samt« Volkswirtschaft unheilvollen Weise vermehrt werden müßte. Das Bestreben muß deshalb fein, die vorhandenen K a p i- t a l i c n auf den Neubaumarkt zu ziehen, und das geschieht, indem man ihnen, da die Neubauten selbst kein ausreichendes Pfand sind, in den vorhandenen Bauten eine genügende Sicherheit bietet. Aus den alten Gebäuden ist nicht bloß die Abgabe zu ziehen, sie sind auch als Pfänder für die Kapitalien dienstbar zu machen, zu deren Verzinsung und Tilgung die Abgabe bestimmt sein soll. Am 28. Januar l020 habe ich an dieser Stelle die Reparatur- Hypothek gefordert, d. h. die vorstellige Sicherung des für Repa- roturen an den sonst verfallenden Häusern notwendigen Kapitals. Es zu verzinsen(3 Proz.) und abzutragen<2 Proz.) wäre Sache der Hausbewohnerschaft. Würde ein solcher Kredit bis zu 10 Proz. des gemeinen Werts aufgebracht, so bedeutete das bei einein Großstadt- haus eine Summe von etwa 20 000 M. und die Jahrcsbelastung der etwa 33 Hausbewohner insgesamt 1000 M., d. i. pro Wohnung und Monat 2,10 M. Der Weg des Entwurfs zum Reichsmietengesetz ist ungangbar, indem der dort vorgesehene Verwaltungsapparot die besonderen, zur umschichtigen Reparatur bestimmten Mietziischlöge zu einem großen Teil aufzehren wird. Außer der Reparatur- ist die Neubau Hypothek notwendig, die, als Gesamthypothek gedacht, Mein das Prioatkapital für den Neubau zu mobilisieren und dein öffentlichen Bauherrn die genügenden Mittel an die Hand zu geben vermag. Eine vorstellige Belastung in Höhe von 25 Proz. des gemeinen Häuserwertes ergibt etwa 20 Milliarden und belastet bei einem Jahresmietoufkommen im Reiche von 5 Milliarden die Mieterschasl(bei 3 Proz. Verzinsung und 2 Proz. Tilgung) mit 20 Proz. Das ist ein erträgliches Opfer derer mit Dach für die Obdachlosen und Arbeitslosen und ermöglicht den Zuschuß für etwa 300 000 Wohnungen. Eine Hypothekenkündigungseinschränkung nach Art des gleichen Berbots im Mietrecht wäre die notwendige Folge, und ferner eine Ausdehnung des„geringsten Gebots" in der Zwangsversteigerung auf den gemeinen Friedcnswert. Das bedeutet freilich einen Eingriff in den bislang verschonten Realkredit und eine Befestigung der Zwangswirtschaft. Bei eine Unzahl von Obdach- und Arbeitslosen, d. h. von wirtschaftlich Unfreien, wäre aber die Aufhebung der Wohnungszwangwirtschast und Proklamierung der freien Wirtschast eine Fronie init unansdenklichen vernichtenden Folgen. Eben deshalb war auch der Aistrag Wissel!, im neuen Mict- recht die freie Mietvereinbarung nicht neben der»ach gesetzlichen Normen sich errechnenden Miete zuzulassen und also nicht Mieter zweiten Ranges zu scharfen, eine unbedingte Notwendigkeit. Die Reichslagsfraktian der Partei muß versuchen, den zu er- waltenden reaktionären Widerstand zu überwinden und im Nahmen der G e m e i n w i r t s ch a f t, d. h. mit ihreni Programm und mit ihren Kampfmitteln der Wohnungs- und Arbeitslosigkeit Herr zu werden. Damit wird sie sich den bestimmenden politischen Einfluß auf die wirkungsvolle Durchführung des Wohnungsbauprogramms sichern können. Stadtrat B r u m b y, Neukölln. Reichswirtschosksrak und Bauprogramm. Die schwere Bedrohung des deutsche» Wirtschaftslebens durch die Sanktionen hat zur Einbringung eines Antrages Wissel! im Reichswirtschastsrat geführt, der eine Abwenduna der drohen- den Arbeitslosigkeit durch eine mit größter Beschleunigung betriebene großzügige Belebung des Baumarktes verlangt. Als Mittel der Finanzierung sieht der Antrag vor: eine dem dringend- slen Baubedarf entsprechende H e r a u f s c tz» n g der H ö ch st- miete, deren Kapitalisierung durch eine g r u n d s ch u l d- mäßige Erfassung des dierdurch entstehenden Wc r t z u- wachse? und Ausgabe von Pfandbriefen auf dieser Grundlage zur Deckung des verlorenen Bauaufwandes der Neubauten. Siedlnngs- und Wohnungsausschuß des vorläuiiqen Reichswirt- sckaftsrates beschloß, ohne damit den Antrag Wissel! endgültig er- lcdigen zu wollen, dem wirtschaftlichen Ausschuß in seiner Sitzung am 9. April einen anderen vorläufigen Weg zur Erreichung desselben Zieles vorzuschlagen, indem er mit allen gegen die Stimme eines Arbeitgebervertreters der Landwirtschaft folgenden Antrag Schumacher annahm: „Die Reichsregierung wird ersucht, im Hinblick auf die Notwendigkeit'ur Abwendung der drohenden Arbeitslosigkeit und zur sofortigen Bekämpfung der Wohnungsnot einen Betrag von wci- leren 3 Milliarden Mark aus Reichsmitteln zur Verfügung zu stellen, die nach den Bestimmungen über Reichsdarlehen zu verwenden sind. Die Verzinsung und Tilgung dieser Reichsmittel soll durch die bereits hier beschlossene und nötigenfalls zu erhöhende Wohn- und Gebäude st euer erreicht werden." Der Geldzusluß nach den Sparkassen bat sich nach der Zeitichrüt „Tie Sparkasse" im Februar gegenüber dem Fannar stark ermäßigt. Immerhin betrug der Zillvach? noch 400 Millionen Mail. lvnhreud im Februar v. I. die Rückzahlungen überwogen hatten. sodaß damals ein Abfluß von 3>X> Millionen Mark erfolgt Ivar. Der Zuwachs der Einlagen ieit IahreSbepinii beträgt nunmehr 2 Milliarden Mark gegen einen Abfluß von 410 Millionen Mark in der gleichen Zeil de? Borjahres. Auch der März bat wieder starken Zufluß gebracht. Tie Zunahme f-H oder Abnahme(—) der Spareinlagen bei den gesamten deulschen Sparkassen: 1921 1920 Mill. Mark Mill. Mark Januar... 1600— 110 Februar..._ 400— HoO 1919 Mill. Mark ■4- 1-250 4- sOO zmannnen+ 2000— 410-!- 2050 An der Statistik beieiligten sich diesmal 253 Sparkassen mi einem Einlageiibestande von zusann, ic» 15 511 Millionen Mark. Ein Antrag auf die Nationalisierung der englischen Eisenbahnen und Kanäle wurde dem britischen Parlament von I. H. Thomas, dem Sekretär des britischen Eisenbahnervcrbondes, eingereicht. Es wird vorgeschlagen, daß die Eisenbahnen durch eine Kommission, bestehend au? einem Borsitzenden und zwei Mitgliedern, die vom Transportminister ernannt werden solle», einem Aertretcr des Finanzministeriums und drei Vertretern der Eisen- b a h n e r, verwaltet werden. Nach diesem Porschlag sollen die Inhaber von Eifenbohnaktien nicht enteignet, sondern die in ihrem Besitze befindlichen Anteile gegen neue, von der Regierung ausgegebene Aktien umgetauscht werden. Da das englische Transport- Ministerium in diesen Tagen dem Parlament ein Gesetz über die Regulierung ver Eisenbahnoer Hältnisse vorlegen wird, wird vermutlich auch der Borschlag Thomas zur Sprache ge- langen. Der Niedergang des englischen Handels. Nach der Statistik des Handeisamtes für den Monat März betrug die Einfuhr in, März 1921 93 741654 Pfund Sterling, im Vergleich zum Mär; 1920 eine Verminderung um 82 825 423 Pfund Sterling. Ausfuhr im März: 66 808 961 Pfund Sterling, Aonahme»m 36 890 420 Pfund Sterling. Abnahme der K o h l e n a u s f u h r: im März 1921 4 300 000 Pfund Sterling, verglichen mit März 1920 Verminderung um 5 Millionen Pfund Sterling. Auch der übrige Handel weist eine Verminderung auf. Rußlands Außenhandel über Lettland. Solvscirnßlnnd bat be- reii? begonnen, in Lettland seine wichtigsten Stapelplätze inr den Außenhandel einzurichten. In Libnn sind sämtliche dein Börsen- komiiee gehörige S p c i ck, c r bnin»nsiuchen Konsul nuk drei Jahre gevachlel worden, ebenso zahlreiche Lagerräume in Riga. Man erwarier i» Letstand in allernächster Zeil den TurchlranSpori der von 51 ras sin nl Englniid und Teiaschiand eingekausien Waren. Teiliveue bat er bereu? begonnen. Es sind in dieier Woche in Liban der Tanipser„HanS Maerot"»ut 3000 Tonnen.Kohle aus Rew-Castle nnd in Riga der»Tampker„Jolly Inez" an? Aiillvcrpeir mir 2500 Tonnen LibcnSmitieln für Sowjetrußland eingclroffe». Auch die znni Exporl bestimnilen Waren au? Svivjelrnßland be- ginne» eiilzllircsfen: e? sind ichon gegen'250 Waggon Flach? und Hans in Riga cingeiagert.. Tiefe Solvjciivareii werden der Oua- liiäl nach als rechl befriedigend bezeichne?. Wie die PelerSburgcr „ P r a>v d a" meldet, find cllva 1?/.. Millionen Pub Flach? und Hanf zur AnSfubr bestimmt, ivovon 50 Proz. anifuhrbercir icien. Ferner lollen eine Million Häute und 10 Millionen Pud Petroleniir an?geiührl werden. Schwedischer Handel mit Sowjelrußland. Im Hinblick auf die Wiederan'iiahine de? Handel?»>il Rußland haben sich mehrere der größten ichwediichen Expori firmen mil Unlerstützniig sührender Banken zu eiiici» 51 o n s o r r i u in zusainmeiigeschlosien, das ein Kapital von einer Milliarde schivedischer Kronen repräsentiert. ZSiilluß de» redaktionellen Teils.» Sparen ohne Einschränken ist keine Kunst, wenn Sie Continental» Absätre tragen. Durch ihre grosse Haltbarkeit— I.cdcr übertretend— verringern Sie Ihre Ausgaben. 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Pointner, Bolz) Wontar>: Rugby )ieh.slag; Rugby Mittwoch: Rugby Jonnerstaj; Rughy -rcitar: Rugby 1 Ritz connabena: Bhy ?onniag: Rugby Wonlag: Rugby KomSdienhaos t Uhr; Die Sache mit Lola in u.-. Das weiße Lämmchen nit Max Pallenbarg 4h Dienstag i Die SachemitLola Max Pallenberg als Sebastian OuerDein Bertiner Theater leute.1; Der letzte Walzer j*Die spanische Nachtigall fmmy Sturm, WaUmana, Brandt. Pasch) Sestdenz- Theater Täglich Tff Uhr: Das Privileg 'aul W egener. Lud* Httillch. Ika(irfinlnr. N- Kdgar Llcho. l'Ji'k; Ladjl W indcrm.Mcber Trlanou-Theater 7'/- Uhr: ROSEN von he' mann irudamiann. Ilga Limburg. Karnla tadle. <äte ttaack, llerm. Vatlentln, iBl.Fälkcnslejn.Heinr.Scbrulli Wilh. Bendnw Kleines Theater Tiighch T/.Chr: lugen Burg. Madr Cbrlailan», tans Albrna, Rieh. Hltenacfc 1, Uhr iltithsfisll.-Theater abends 7>„ Uhr und Snantags naebm. i Ubr Stell Sänger Volksbühne Uhr: Waliensteios Tod 7 LThr Das Postamt und Die Komßdie der IrranKea Lessing-Theater 3 Uhr: Frau u'arrens Gewerbe u* Ein idealer Gatte Mont. T1/.: Plntnme(Dorsch) Dienst 7>/e; Ein Idealer Galle Mitlw. 7Ve; flamm«(Dorsch) Donnerstag 7. zum t Male: YonRorpsb.ittenaelits Stück In zwei Teilen von Georg Kaiser Fititag 7 L'hr. Peer Oynt Sonnabend 71. L'hr: Van Morgens bis MHteratcbls Sonntag TV.. Uhr: Von Morgths bis Mitternachts Montag D/.: Ela Idealer Gatt* Oeutseiies Künsller-Theater 3 Uhr: Pygmnllon Heule und morgen 7". L'hr; DieSchefdaggsreise mit Max Adalbert Dienst 7V„ neu einstudiert; DieMarquisev.Arcis (Konsta.tin, Vcidii Mittwoch Ii folg. Tat» T1'.- nar<|iiiwe von Arcln Oosirrnl-Thnnaor Wi L'hr: Deserteure 7'/, Uhr: Die PoslDiBlsteriD Deutarlir« Oporuhnno 6 Uhr Loheugrin i�rleHr. Willi•• im nt.Th 7-/, uhr: Hoheil dlelänzeriB Kl. Setiaanplelhnaa p/a Uhr; Reihen K«mlsnfti<* Oper Uhr- Der Biberpelz f.u Lnderchen I.notopielhoaa Jt/jL'hr: Der Herr Senator 7«,'.Uhr: Arnold Rleck In Die spanische fliege II(etropp uhr Die blaue Mazur Annnn Onrrettnntheal 3>A L'hr: Wolaertraum 7>(, Uhr: frit. Werner M litiiende Efiemsnn Nenrn Volhnthoaror 7Vt L'hr; Jugendfreunde Morgen T/t: Weibsteufel Mohlllnr.Thmi.Cliiirl. 3 L'hr; Der Meineldbaoer "au. Doktor Klaus Tlmlln-Tlinntfir 3 L'hr: Die Kittopuppe iv, uhr Mascottchen Th. am N ollen dorfplatx Z'/« Uhr Etz TUhr: WeniUebeervielil Theater den W«intens 3V, Uhr: Die Frau In Hcroiclln vi, uhr: SebwaMoebzeit TB.I.d.Komma ndantenstr. vi, uhrfler verjOngteidolar Wnllner-Thi-oter 3V« Uhr: Ein# Balloacht iL.uhDieTanzgräfin Walhailis.Thentrr 7v. uhr Fledermaus He«*« 2 Vorslallungsn 2 ä'/J.|7,5I, Kleine Preise(«IJU. Kitt V d Haltte 9.30 Uhr Otto Reutter sowie der große April- Spielplan! Knuchen gestiittet! o�ses Schausp/e//, Neues Monuemeut 1921 22. j 6 Mrf®iei)(ne DorffeBungen/ Nwes AbonneimiitSMiii. He st As /tonsernfnls-Vefsfe/lanfea IbkIm aa/besliamteittffaBjid SNam, Abonnemenlspreis für 6 Vorstellungen M. Qisiearfriis. und!« rtSbmt»»Ideetvenfttg*..»hnltiv-titt a» L-ben eilt Zfraum... tfaidtton rrttfeeu» tu See Unterwelt »eittfeefilea Ofiinhnd) Ältlfl Saut und Sabtb(tln SorttBnrolatlum) Dastnlbal.........«rebbe tträeitcr, ttaueta, Colbatcn.. ftditt hilbitb.............. girfbrl Xuroitbat..............©o-Ht Tie Rauher............ Tchmtr tymisf Müm tarn Am DtenStag, den 12. April, wird im KomöelienKaus der so überaus erfolgreich« Schwank Die Sache mit I�ola wieder in den Spielplan aufgenommen. f�ax paltenberg spielt wie in der Uraufführung die von ibm kreierte Rolle des Sebastian Otterbein. THalia-THeater Allabendlich 7'/,: Mascottchen ®tt(ptäfet* Openftcafchlog-t blafc* Seffea. Ausschneiden 1 Sonbtr.Sfrflün(tt(um9 für die dbonntntrn de, Tlorroärl«, glllttg M« 30. April(oufetr Sonntag«) für 1-6 Ptrsonrn. Sp«r»sttz Saltou. Snrtell .1 SR. o an. 7M gactett'Sauteult. 10,- Oacfatl 9aul*all 1 13.— Hang-Cogea iSrltr) 10,— Ocdteflec-Jontenil 17,— M.(rinfihl.tiuftbatlcileftrutr). 0 1 Iflinal ta r 1 1 n 6 Tage Im«oraue von 10 bis 2 und ad v Uhr ndmO« cn&«r ZbrairtfafTr. Casino-Theater ■ithrlnger Str. 37. Tigl. V.s Wieder ein neuer Schisger i ßollrich&Sohn Volksstück in 3 Aufzügen Berlin. Humor; Berlin. Typen Einzig In Grau Berlin Stg. 3/ Btuder Baltlio s»r irf Polles Caprice V-' a Oranlenb.Tor. Tel, Nd. Soso Neues Programm: Der kennchp Joaet Stein Vfndell Ans Hadenfrand mit Perd. Orünecker Vorverkaul 11—2 u. ab 6 Uhr kusTJusctT' Sarrassnl LeirterTag; I.Mal. Tägl. 7 Uhr, Sonntag auch 3 Uhr. Mcues Zirkusprogramm Zirkuspantomime PrÄHe und Pußla. Vorverkauf Ab iPUhrnminterbrochen iNI.*.-"—-""TV,� Sonntag 3. Uhr! I Kind frei 110 neue! | sowie Castsp. Erleb 1 j Kaiser-Titz ErraBognai ■ i. d Sensationsketsch I Jas rote Signal" Rose-Theater Auwiachnelden: Annnchncldcn! 3 Vergünstigungstage! Dienstag, den 12. April, 7", Uhr: Der Weg zum Herzen Komödie Donnerstag, den 14. April Freilag, den K. April 7'/, Uhr: Das Tal des Lebens Der große Erfolg! " 1 1 1■.. Gültig Ulf 4 Personen i" 5Ie zahlen für ein. Oteh.-Sessel statt 10 M nur S M. oder für ein I. Parkett... stau 8 M. nur 4 M. inkl. Steuer. Sonntag, den 10. April, nachmittags 3 l'hr Rennen zu Karlshorst 7 Rennen Das Milliarden p!teDlSEher Jlrbsltcr-SMgep-BDiiil(Gau BerliD, Bezjrk lf Dienstag, den 12. April 1921, abends 7V, Uhr, In der „Neuen weh", Neukölln, Hasenheide 108-114(groß. Saal): Die Jahreszeiten ÄT&aydS Mitwirkende; Frl. Marg. Schlemflller, Herr Rudolf Laubcnthal, Heir Theo Baden, der Berliner Volkschor, ■.-m-— das BlOlhner-Orchester» 1 1 1■ Eintritt 4 Mark Inklusive Steuer, Abendkasse 5 Mark. Eintrittskarten sind zu haben beim Kassierer Hans jEggcrs, Berlin. Naunynstr.Sta. III, und ar�e�bendkass� •Große folksoperSerlin- Dir: Otto Wilh. Lange im Walhalla-Tbeater Welnbergswcg 19/70 Heute Sonntag.nachm.Z"«; Der Bariiier van Sevilla F roilag. 13. Aprll.ahendsTt CARMEN Sonnl.,I7.AprlI,nachm 2> c TIEFLAND Könlgstadt-Theater Bahnhof Jannoollzbrück« fggl. 7J0 Gato-Sfin-er Im Ballsaal TANZ BIQthner- Orchester Lützowsir. 76, Blüthnersaal. �Konzert Dirigent: S. Meyrowtlz, Sol.: Alice Canslror(Gesang) Xdmiralspalast vi. Die roten Schuhe Turmfttr. 12 Oer Mann ohne Kaisen Iii Teil: Gelbe Bestien Potsdamer Str. 38 II. Teil: Der Kaiser dsrSahsra Alexaoderpl.'Pass. Lnue Neumann n: Die drei Tanten Friedenau, Kheinstr.lt Bruno kastner; Das Brandma- iler VergansenbeK Germania-Praebtsäle Chausseettr. 110 C. Richter HofTinaniis )IIOfild.Sänger Anfang 6 Uhr, des Konzert» S'l, Uhr und QroBer Ball , Varjatö'Caie aritzplatz Oraalenstralte KS 34 täglich 8 Uhr: BIHe-Pro gr a mm PHILHARMONIE. KONZERT des Pbtlharm. Orchesters Dirig Prot. R. Hagel Anfang?V. L'hr Eintrill 4 IW_ rkllndw.-Schar».-Saal, uonnersiag, M.April, abiUH Uhr| Koazert i Fr auenT erzett? s OLGA FLECK(sopdMARY HAHN 1 � ADELINA SANDO W- HERMS tAi.); Mit»,; EUGEN SANDOW femo) 5g Kart. 12— 5 M.u.St.b.BoredBeck. A.Werthelm, AbJk. WW K5nig�rätzer Straße 121 Harry Piel II. Toll: Die geheimnisvolle Macht ferner Susanne Stranski nach dem gleichnamigen Roman der Berliner Illustrierten Zeltung von Norbert Falk BAhntflschau Lotte Mertens in Ihren neuest Tänzen| Frlul Frou, Vorlragskünstierin Kasseaeröffnung 3>, Uhr Ftledrlchjtr 94-94» programmbeginn 7 Uhr Theater am KoltbuserTor Tel.; MoritxpL iwt;. Tigl 7V, u. zu halben Preisen Sonntag nachm. 3 Uhr Etlte-Sanger Hervorragendes April-Jubiiiums-Froyrannii! u. a.: zwei lustigt Einakier „Ein Tag in Posemuckel" und „Eduard der Tugendhafte". | Scxcaalont Dienstag. Ig. April, 8 Uhr;| Ucbcrkonlcssioneller Vortragsabend iSeh 11 sucht nach Gottl HANNAH ZWEIG| >WKarL M.l0u 5d Bote A Bock Aargapete Walkotte Sängerin zur Laute und Scbauspielerin Berlin Steglitz. Flchttstr. 10. Tel. Steglitz 3684 Von ISO In dieser Saison in ganz Deutscblnnd mit großem Erfolg gegebenen Abenden retour. Nehme einige Schüler an. 3293»- Gesang zur Laote.■■■■••........ Sprechkunst, Konzertanträge für das Winterhalbjahr erbitte schon jetzt !?. Spont-TPolas Das qröfile Kino der Welt" rPÖtsdamer Str.TJ s Hoehbahn BOlowstz. Die böse Lust aus der Filmirilogle Die Diktatur der Liebe mit Esther Carenn Die goldene Kugel Kriminalroman mit Brich Kaiser-Titz Nr.?H7 � ZS. Fahrgaag 2� Sonntag, Id. �lpril 1921 SPS.-Mitglieöerversammlungen am Mittwochs 13. �lpril Die Bekanntgabe der Versammlungslokale erfolgt in der Dienstagnummer des„Vorwärts". beiden wurden durch die Kriminalpolizei festgenvmmen. und so in die Enge getrieben, daß sie jetzt ein Geständnis obgeiegt haben. Hiernach Hot Marzahn große Raubzüge für die ganze Mark' geplanr. Er versah feine Helfer mit allem, was sie zu den Heber» fällen brauchten Er bestritt buch olle Fahrkosten nach den Orten. wo sein« Spießgesellen mit ihm„arbeiten" sollten. Noch drei lieber« fällen hörte» Pohle und Mieglinski nichts mehr von ihrem Häupt» ling, bis Pohle ihn nach dem Auwraub bei Strausberg eines Tages wieder traf, und ihm auf den Kopf zusagte, daß er sicher d a s„große D i v g gedreht" habe. Marzahn gab das auch ohne weiteres zu und erklärte feinem früheren Helfershelfer, er habe hierbei auf ihn und Mieglinfk! verzichtet, weil sie ihm nicht forsch genug feien. Er verfüge jetzt ü b c r f e ch s M a n N, die ganz ändere Kerle feien als sie beide und mit diesen werde er auch auf die Dörfer gehen und die Bauern ausplündern, die alle viel Geld zu. Haufe hätten. Die weiteren Ermittelungen haben dann auch be» ftätigt, daß Marzahn mit feinen Leuten den Ueberfgll auf das G«> höft in Herzsprung am 111. März ausgeführt hät. Marzahn ist der Mann mit der Hornbrille, der in dem Porfonenauwpus� zunächst den harmlosen Fährgast spielte, bis er sich als Führer der Räuberbande entpuppte. Daß es bisher trotz der eifrigsten Nach- forfchnngen nicht gelungen ist, seiner hobhoit zu werden,' erklärt sich wohl daraus, daß er feit längerer Zeit«inen falschen Namen führt, auf den auch seine Papiere lauten, die, er nach Auslage der Der» hafteten bei den Märzunruhen vom vergangenen Jahr« erhielt. während deren er u. a. auch zur Besatzung des„Bore w ö r t s" gehört«. Di« Kommunistische Partei, die stc ihm verschafft«, verstand es auch, wie Pohle und Mieglinski behaupwn, ihn unter dem falschen Namen in die Nothilf« in Neukölln«im zu» schieben. Auf die Ergreifung des Räuberhöuptlings und stwer' Bande ist jetzt eine Gefamtbelohnung von 25000 ZNark ausgesetzt, unbi zwar J5000 M. vom Regierungspräsidenten von Potsdam und je 5ÜM M. von dem Berliner Polizeipräsidium und vom Magistrat der Stadt Strausberg. � Alle Personen, die irgend» welche Angaben machest können, werden ersucht, sich unverzüglich entweder in Berlin bei Kriminalkommissar Werncburg im Zimmer W. des Polizeipräsidiums, Havsanruf 6Nl, oder in Strausberg bei dem Kriminoloberwachtmeistcr Jung zu melden. Zum Mieterstreik. Das Nachrichtenamt des Magistrats teilt folgendes mit? Der Magistrat warnt die Mieter tibaft eindrwgliistst, zur angeblichen Unterstützung politischer Forderungen die Zahlung des Mietzinies einzustellen oder den MietzinS an Personen zu zahlen, die nicht a lS-V er trete r des V« r» treter des Vermieters gelten können. Handeln die Mieter anders, so laufen sie Gefahr der'Kündigung und Exmission' bzw. der Doppelzahlimg und hasten außerdem für allen Schaden, der durch die rechtswidrige Einbehaltung des Miet« zinseS bzw. durch die Zahlung an eine fälsche Adresse erwächst.. Tas nnaufgeklärtä Eiscnbnhuattcutat.,)V VaS Eisenbäbuattentat, das am.2. AMl mm �Hhr UachmittcHZev rtaüft äuf der Fahrt zwischen den Stationen Beusiekstraße und ZstiNgfern» Haide verfrbt würde, ist bishev troß drremusKsetzten iÄlohnnnK loa n och mi ch.-t au f-ge k lS tt-wordem Auch der angeblich v et"»'».'o? Wasser über den Kopf und Äurbeltaften schlägt. Harry Piel steht e-lenruhig auf einem Dampfer und sieht'mit Freuden seinen um hilf« kreischenden Darsteller und seinem rasenden Operateur zu. .Weiter drehen!" ruft der Sensationsdarsteller vom stcheren Port, üb«r sich eitdlich entschließt, die fast ertrinkenden Männer durch ein boot aus der Ostsee holen zu lassen. Zum Dank für diese sehr auf. nerkson« Lebensrettung schlägt ihm der vor Kälte und ausgestandener Lodesangst schreiende Operateur das Stativ über die Ohren, vergißt ■fvr leider, diese gewiß nickst amüsant« Szene„weiterzüdrehen"... fr läßt— wieder nur ein Beispiel von vielen— bei der Aufnahme eines Filnis„Die Koldmine" ein Pferd mit einem Reiter an«inen -itfsteigenden Luftballon binden und mit bewundernswerter Gemüts- ahc kurbeln, wie dem unglücklichen Tier in der Luft das Rückgrat n icht,.«i« fein Darsteller oben auf einem sterbenden Pferde erwartet. .aß er in die Tiefe stürzen muh. Harry Piel läßt bei einer Auf- mhme von der Mittenwalber Eisenbahn ein Pferd, das er aixf den hchiane»' anbindet, totfahxen., Der sodesiwÄige Senjasionsdorftcller, .-r nur halsbrecherische Dinge- von seinen Leute««rtengt.. läßt bei »der, auch noch so einfachen.- �enfationS"-Aitfnahwe einen Artisten n seiner Maske entspringen. Für ihn führen' stets der neunzehn tehr« alte Artist und Schlangenmensch Hermann Stetza oder der ichleifenfohrer Eorev in seiner Maske alle schwierigem Tricks aus. \n dem Filnr„Derächtcr des Todes' wird der von Pubsikmp und gresie mit Recht so viel gerühmte Ssiltonz mit dem schreienden Kind« wüschen zwei richtigen Hausmavern in, Dachhöhe von Stetza in Piels ! ostüm ausgeführt. Nur das klein« Kind, das der Biel-Crsatz auf «m lebensgefährlichen Wege mit sich schleppt, ist das Töchterchen des . SenschionSbärstellers Harry Piel, weil keine anderen Eltern für lese Prelhuktion ihr Kmd hergeben wollten. Der Leser gewinnt zweifellos den Eindruck, als ob diese Dar» 7, Sline Menschenkind. III. Der Sündestfall. von Martin Andersen Rexä 1.- Unter fremden Menschen. „So ganz unter fremde Leute kommst du ja nicht," hatte 'ars Peter tröstend am Abend gesagt, bevor Stine chre erste Stelle antreten sollte.'„Die Frau vom Batkehof ist«ne ge- inrne Mann, ihr Großvater uild der Vater vom asten Sorcn Rann sollen so was wie Halbuettern gewesen sein. Das ist a freilich'ne sehr weitläufige Verwandtschaft— und du tust nellcicht gut dran, dir nichts merken zu lassen; wart lieber .b. ab sie sich nicht selber anbieten. Nach oben hin auf Der- vandtschast zu pochen, ist niemals klug." � Ja, weitläufig war's, und er sprach ja auch nur davon. im sie. ein bißchen zu trösten, weil er nichts Besseres wußte. Las Verwandtschaft wert war, wenn man ganz, ganz unten iand, darüber war Lars Peter gar zu gut unterrichtet. Und ätine wußte in dem Punkte auch Bescheid! Trotzdem halfen ihr des Daters Worte über das letzte, chwerste Stück Weges nach dem B.akkehof hinweg. Leicht war s wirklich nicht, mutterseelenallein nach der ersten Dienststelle u traben. Das Herz schlug ihr bis zum Halse hinauf bei dem öedanken an all das Neue, dem sie entgegenging... Wie nürde sie sich zurechtfinden? Und die Leute auf dem Hof. sie würden die sie aufnehmen? Vielleicht war gar ein großer zund da. der sie. anfuhr, so daß sie überhaupt nicht auf den )of gelangen konnte, sondern an der Landstraße stehen bleiben nd warten mußte, bis zufällig jemand kam. Dann würde ia sicher Schelte kriegen, weil sie zu spät kam. Na, hinein aürde sie schon kbmmen, aber durch welche Tür? Die zu den Lir�astsräumen oder die feine Tür? Und sollte sie dann igen:„Fch bin das neue Mädchen?" Nein, vor allem mußte e sich/er darauf achten, daß sie„Guten Tag!" sagte, denn sonst jürtee man sie unerzogen nennen, und das fiel auf die Eltern urück. Nein, nein, leicht war es nicht, und nun kamen chr die Irostworte des Vaters zugute. War man verwandt, wenn uch nur weitläufta. dann war's etwas ganz anderes; dann cm mau halb au! Besuch. Man fühlle sofort viel festeren �oden unter den Füßen; und es sollte Stine nicht wunder- ehmen, wenn, ihre neue Brotmuster sie mit den erstaunten L-orten empsina:„Schau, d u bist es, Stine? Aber du gleichst , unsere? Familie!" stellung sich aus einen Sonderfall beziehe. Weit gesehlt! Was hier geschildert wird, ist etwas ganz Alltägliches. Bei den meisten Aufnahmen wird, so verfahren, wie es hier als Ausnahm« hingestellt wird. Oft werden für schwierige artistische Darbietungen völlig ungeschulte Kräfte eingestellt, weil sie billiger arbeiten wie die wirtlichen Artisten. Die Folgen davon sind häufige Unglücksfälle. Darsteller, die bei Harry Piel gearbeitet haben, erklären, daß dieser zwar außerordentlich nervös und brutal fej— zu denen, die es sich gefallen lassen, daß «r aber immerhin mehr für Sicherheitsvorrichtungen sorge, als manch änderer Regisseur. Sehr häufig soll der Umgangston ein derartiger sein, wie ihn ein einfacher Arbeiter sich niemals bieten lassen würde. Ueber das Elend der Kinoschauspieler haben wir schon früher berichtet. Die meisten von ihnen werden tageweise für«ine Aufnahme in der Kinobörse engagiert, aber nur dann, wenn sie gut angeschrieben sind. Wer k. v. ist, d. h. keine Verbindung hat, bei dem bleibt die Sorg« ständiger Gast; da gibt es gelernte Schauspieler, die seil Monaten keinen Pfennig verdient haben, die früher Lieblinge des Publikums waren und die, mit banger Sorge in die Zukunft blicken, well.sie alles, aber auch alle» verletzt haben. Das liebe Publikum vergißt ja so rasch. Wie vielen„Filmhelden und.Heldinnen" Hot es-schon zu- gejubelt, die heute restlos vergesien sind. Während mm die Haupt- darstelle? täglich 6000 bis 6000 Mark erhalten, müssen ssch andere, wenn sse das Glück haben, vor den Kurbelkasten kommen zu können, schon mit 36 M. pro Tag begnügen. Wie oben erwähnt, wird es Harry Pirt zum besmtderen Vorwurf gemacht, daß er andere in feiner Maske spielen lasse, wenn es gllt, besondere„Sensationen" zu bringen. Das Publikum weiß nicht, daß das überall so gehandhabt wird. Niemals erfährt es den Namen derjenigen,, die ihr Leben bei gefahrvollen Szenen einsetzen. Stets werden diese Leistungen im Programm den Hauptdarstellern ange- dichtet, die dafür auch um ein Bielsachcs besser bezahlt werden. An sich ist es ja auch ganz selbstverständlich, daß ein Schauspieler nicht auch zugleich Artist sein kann. Dann soll man aber, wenn man schon Namen nennt, auch die der Artisten angeben, die, um ihren Lebens. unterhalt zu verdienen, die wagehalsigsten Kunststücke ausführen und soll sie nicht Leuten andichten, die sie niemals vollbringen können und denen es auch niemand zumuten kann, sie zu vollführen. Pielletchk ist es nicht iminteressant, zu erfahren, daß sich die Artisten verpflichten müssen, bei etwaigen Unglücksfällen keinerlei Ansprüche an die be- treffenden Gesellschaften zu stellen. Sie dürfen ruhig ihr Leben wagen, niemand kümmert sich um sie, wenn sie monatelang im Krankenhaus« liegen müssen oder etn Krüppel bleiben, niemand sorgt für ihr« Fainisien, wenn sie das Genick brechen.> Hinter der glänzenden, flimmernden Leinewänd verbirgt ssch namenloses Elend, unendlich viel Unaerechligkeit und Jammer. der Räuberhauptmann üer Mark. De? Autoübersall bei Strausberg aufgeklärt. '' x.-Die Unterfüchung des Strausberger R n nbüberfall 3" durch; M e Berflner und SstcyiSderg« Zrimwolpostzei hat. ergsbeii». daß dtese Tot von Räubern', mtsgeführt würde, die unter.der.Fustrüog eines gewissen Max Marzahn standen.oder noch fteb-n.. Marzahn hat ohne Zweifel auch bei anderen Räubereien und Plünderungen, die in der letzten Zett ln der Mark zahlreich verübt wurden, fem« Hand im Spiel gehabt, so auch, wie bereits feststeht,� bei der Ausplünderung eine» Bauerngehöstes in Herzsprung bei Angermünd«, wobei die Räuber sich als Beauftragte des Ländratsamtes elnführien und eine. Revstion d« Bestände vorschützten'.' Die U eberfälle auf einen Althändler und auf einen Besitzer ans Spreenhagen führten auf hie Spur der Verbrecher. Hierzu hatte Marzahn einen Schlosser Georg Pohle, den er schon Mi 1912 kannte, und einen Arbeiter Georg M i« g I i.n-s jt t. gedungen. Bief« Mancher Schiffer hatte hier zur Nachtzeit Anker geworfen und den Manns vom Bakkchos einen Teil seiner Getreide- ladung verkauft: und dieser oder jener war gegen seinen Willen bierhergekommen. Damals diente auch die Stubber Mühl« ihrem guten Zweck, mährend sie jetzt bloß als Ruine oberhalb des Gehöftes stand, als eine Art Denkmal für die Torheit der Leute vom Bakkehof. Ganz und gar dämlichmußte der gewesen sein, der die Mühls erbaut hatte; denn wer wollte wohl bis ans Ende des Meeres fahren, um sein Mehl mahlen zu lassen!.............. „Gqh du zur Bakkehofmühle, die kann Sand zu Getreide ummcchlen," sagte die Leute spottend, wenn irgendeiner etwas recht Verrücktes vorhatte. Aber der, der den ersten Anlaß zu dem Sprichwort gegeben hatte, war durchaus nicht so un- möglich. Sem Nacken war früh gekrümmt vom Schleppen der schweren Säcke vom Strande nach der Mühle im Dunkel der Nacht, und sein Gesicht wies unheimliche Spuren von seinem nächllichen Treiben auf. Die Leute hatten Angst vor ihm. Aber er sammelte die Taler, die. die Leute vom Bakke» hos später zuzusetzen hatten. Und er kaufte den Grund ein. der später das Ackerland des Bakkehofs wurde, und begann Landwirtschaft zu treiben— hauptsächlich wohl, damit es nicht allzu wunderlich aussehen sollte mit all dem Getreide, das die Mühle mahlte. Aber die See ist unsicher, und die Leute wurden allmäh- lich rechtschaffener, mochte es sein, wie es wollte. Nach und noch wurde der Ackerbau der Haupterwerb der Leute vom Bakkehof. Nun waren sie Bauern mit Hmit und Haar. Das Erd- reich hing schwer an ihren Holzschuhen. Sie verlangten festen Boden unter der Bettstatt und wurden schwindlig, wenn sie auf das wiegende Meer blickten, und ärgerlich über die weite Aussicht. Ans Meer gingen sie nicht gern; die Zeiten waren "längst vorbei, wo sie dort etwas zu suchen hatten; sie hatten genug daran, daß e? ihnen dauernd vor Augen war. Wie eine vereidende Sinnlosigkeit lag es paradierend da; es wuchs nichts da draußen, und Regenschauer und Kälte kamen vom Meere her. Wenn nur wenigstens nicht der eine Flügel ge- fehlt hätte! Ein ordentlicher Hof war viereckig und abge- schlössen, so wollte es die Ordnung der Natur. Hier aber ging man von der Wiege zum Grabe und starrte in ein gähnendes Loch, immer mit dem Gefühl, im nächsten Augenblick ins Un- gewisse ausgegossen zu werden. Wie ein schräggestelltes Sieb war der Hofplatz: begann etwas zu rollen, so rollte es weiter, bis es ans Meer. kam.-Und dann mußte man au das ver- haßte Wasser hinunter, um den Gegenstand wieder heraus- znschleppen.'(Forts, folgt.) Als Stine dann erst in der Küche des Bakkegehöfts stand. mit ihrem Bündel unterm Arm. da kam es freilich in Wirk- lichtest ein wenig anders. Sie fand keine Gelegenheit, etwas zu sagen; Karen vom Bakkehof sah sie bloß mißvergnügt von oben bis unten an und meinte:„Also das ist das Aelteste von Schinders! Siehst ein bißchen stumpig aus für'ne konfirmierte Dirn'! Wirst nicht viel ausrichten bei der Arbcst!" Von Verwandtschaft war keine Rede, und das überraschte Stine auch nicht; jetzt, wo sie erst einmal hier war, war sie imstanbe, der Wirklichkeit ins Auge zu sehen. Vielleicht wußte man hier auf dem Hos gar nichts von der Verwandtfchafk; der armen Leute gab es fa so viele, daß man nicht leicht alle im Auge behalten konnte. Jedenfalls war Stine unehelich und zähste darum nicht mit... Im übrigen hatte es seine Richtigkeit mst der Verwandt- schast, aber sie war. wie gesagt, ein wenig westläufig. Ein Sohn vom Hof auf der Landzunge hatte die Tretmühle zu Hause satt bekommen und war in nordwestlicher Richtung am Strande entlang gewandert, bis er diese Stelle fand und sich hier niederließ. Vennullich geschah das schon zu einer Zest, als noch das Meer den Manns chre wichtigste Nahrung lieferte. Der Hof lag nicht günstig für die Bewirtschaftung— ganz draußen in den Dünen, wo nichts wachsen konnte. Er war zuinnerst in einer Falle des hohen Küstenobbangs an- gelegt— wie wenn er von der Landseite aus nicht gesehen werden sollte; Aussicht über die Lecker und weiter ins Innere des Landes hinein war nicht vorhanden. Man entdeckte kaum, daß hier ein Hof lag. wenn man vom Lande herkam. Dafür aber war mehr als genug von der See zu sehen; das Gehöft lag mst seinen drei starrenden Flügeln da, als wollte es das Stück Meer umarmen, das durch die Schlucht zu scheu war. Früher hatte das einmal einen Sinn gehabt; jetzt war es die umgekehrte Welt. Von'den Fenstern der Stuben, wo man sich aufzuhalten pflegte, und von wo man naturgemäß hätte in der Lage sein müssen, Leute und Vieh im Auge zu beholten, sah man immer nur das Meer und nichts anderes; und ebenso von dem offenen, kallen Hofplatz aus. Draußen glitten ziellos Boote dahin, sie tauchten hinter dem einen Küstenhang auf und verschwanden wieder hinter dem anderen; Schiffe zogen in weiter Ferne vorüber, ohne daß man wußte, warum und wohin; bei klarem Wetter blaute von weit draußen eine Anhöhe herüber— Land, von dem man nichts wußte, und über das man auch nichts erfragen mochte. Hier gab es ganz in der Nähe Land, das einem viel nützlicher werden tonnte. Früber hotte das alles einmal, wie gesagt, seinen Zweck und sein Gutes gchabt; hier von den Fenstsru aus hatte man auf Boote, Neye und fremde Segler«in Auge gehabt. feststeht, well die Akten erst in diesen Tagen vom Se�rlsflua. schuß nach dem Oberverwaltungsgericht gegangen sind, dessen Refe» renk erst mit ihrem Swdium beginnen muh. i Utas kosten die Wohnungsämter? Ueber die jährlichen Kosten de? Wohnungs- und Mieteinigungsömter sind in letzter Zeit in der Oefientlichkeit mehrfach irresührende Angaben verbreitet worden, so ist z. B. ein Betrag von 2 Milliarden Mark genannt worden.— Räch Ermittlungen, die von den Berbanden der Städte, Gemeinden und Landkreise angestellt sind, haben die Kosten für die Woh« nungs- und MIeteinigungsSmter Deutichlonds zusammen sur da, Jahr lk>2t) schätzungswei'e höchstens 25V Millionen Mark betragen, also etwa den achten Teil der genannten Summ«. Einbruch In eine Blind enansloll. Gestern vormittag wurde der Schlosser Emil Pahvke aus Stegiih festgenommen, der iy die Blindenanstalt Steglitz eingedrungen war, um die Aermsten der Armen bestsAen. Lehrgänge für Ertaubte«ud stark Schwerhörige im Abseben des Gesprochenen und zur Erhaltung der Stimme und Sprach» beginnen in der Universitäts Ohrenklinit der Charitö unter fachärztlicher Lei- tung. Meldungen, auch von Kriegsteilnehmern, Montag, Diens» tag, Donnerstag, Freitag in der Charite-Ohrentlinii, Luisenstr. 11, bei Herrn Pros. Dr. Flatau um 12 Uhr mittags. Garleudireklor Ludwig Leffer wird als Dozent der Humboldt- Hochschul««In« Bortragsreih« vom 11. April ob über„Gemüse- bau und Blumenzucht im Housgorten" mit praktischen Anleltrmacn. Frogcnbeantwortung und einer Sonntagtführung in Berlin, Riederwallstr. 12, abends 7— 8Vj Uhr, abhalten. Schwedischer Uoterrichk. In unserer gestrigen Rotiz über die schwedischen U n t« rr i ch ts ku rs e iollte es heißen: Zehn Doppelstunden Erwachsene 30 M., Kinder 20 M. Brotkort«„Friedrichthalo". In der Woche vom II. bis 17. April 1P21 darf Brot nur aus die Brotkarte abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitte das Stichwort„Friedrichs kmin" tragen. Versammlung der Tumallbelchädiftieu«roh-BerliaS siudet am 18. 4. In den Lndreassesisälen statt. Um zahlreiches Erscheinen bittet der Borstarid. Vollversammlung der Elternbeiräte Zielnickendors« von sämtlichen Bolksschulen am Montag, den 11. April. 51� Uhr. in der Aula der 1. Ee- t�emdeschul«, Linbower Straße. Tagesordnung: Welche Stellung nehmen bw Elternbeiräte zur Errichtung der weltlichen Schule«in? Kein so». Elternbeirat darf sehten. Lichtenberg. Am Dienstag, den 12. April, abends 7H Uhr. spricht RcichStagSabgeordneter Fr. Beine in der Versammlung der Jung- l?ftalisttsch«n Bereinigung(bei Schlenkrich, Simplonstr. 42) über„Innere Kolonisation�. Diesen zweifellos bochinteresianten Bortrag lollie sich niemand emgehen lasten. Käste willkommen. Bezirksbildungsansschuß. Sozlollstisch« vildnngSschule. Dienstag, den 12. April, abend« 7 Uhr. t« Saal der Juristischen Sprechstund«, Linbenstr. 8, 1. Hos l. pt., 1. Bor- tragSroend der Genossin Dr. Tora Nioz-enocuser„Sozialistische öebenS« fulmmg. vorgcbühr 6 M. Karten sind zu baden im Bureau des Bezirks- bildungsauSichusseS und am Eingang der Schullokals.— Dheater.«euie nachm. 3 Uhr und Montag, de« It., abvnds TVj Uhr, im Rofe-Ihealer, TTtPT i+nbei»t.»»(C. i I'«,"t> ©rofe Franlsurtor Straße.'"/caicr Lmnp«'.' KomZdie dd»"Emu''Rl>?enow.' gT ietzlich"_ Em tritt 3�0 M. einschließlich Kleiderablage und Theaterzettel. Dir Bcr losvng der Pläne beginnt I Stunde vor Beginn der Vorstellung.—«m Sonntag, den 17. d. M.. nachm. 4 Uhr. Konserenz»er«reis-BUdnngS-nio. schüst« lm Zentral-Jugeiidheim. Lindenstr. 2. 2. Hos 2 Trp. TapeSord- rumst- l- Bericht vom Dresdener Kulturmg. Serichterstatter: Genossin Stög. K-nosi« Schmolinslh. 2. Tätigkeitsbericht über das obgelausen« Ge- fchaftotoht, Benckt über die zukünftigen Arbeiten. Berichrerftattei: Senois« »orlttz. L. AiiSiPracktc und Anregungen. 2iach Beendigung d«. Konserenz nndet ein« Vorstellung des Künstler-Marimietten-TheaieiS des Bezirks- BtldüogSaszschusteS statt, 1.„Der Prinz von Oranien". heitere» Trauer- fchel in S Aufzügen. 2.„Dr. Faust-,«ine lustige Tragödie in S Akten. Die Einladungen und Mandate an all« Mitglieder der KreiS-Bildungsausschüste sind-versandt. Wer durch die Post keine erhält, ist durch die Zeitung cin- getaden. Wir bitten, die Fragebogen ausgefüllt ntitzndringen. Sroß-Serliner parteinachrichten. Margen. Monlag. bm iL April.- Kvebt TStuthttraiBxß. 7 ITHt f*»im««raKurie-SSIeit. Spmest-. 18(cm Uotmgaindbohohos»Iffietefcolag), uügiautat«onseron,«mr Funktuu-ch». Vhs, Ausweis Ultttn Kutrvu. »»U 14 Kmdias. 7% Vht im Siachwus, Zimmer t, sich im Aeffaurant«undlach. Oden- walhstr. l». beslndet, bleibt zwecks Prüfung des Bücherbestandes vom 18. bt, 28. April g, schlaffen. Bi» zum P». Aor« n-Usten sämtlich,-ntllebeneu Bücher zurückgegeben sein. Wiedererbssnnng der Bittiothrk am Freitag, ben 2». Apri._ Uebungsskunden der SPD.-LHSre. Anfragen stnd zu richten au». Schulz. Ehärlottenburg.«irchffr. 88. Alsntsg. 7\ bei Cngel, Mühlenstr. 45.- Freier Mdnnerchar R« i n i ck« n. d 0 r s<7itz— lä Uhr) bei Lindstcdt. Reschenzstr. ISO, Ecke Grüner Weg.— 3oi. Männerchor Marlendorf(8— tzBi bei Riendarf, Chouffeestr. 19.— Fe»!- tag. TV» Uhr: Soz. Männerchar«re»,l»u«r r»r.«edow.Brautrti, Prenzlauer Allee.-- Männerchar„Haemmüe-- C h a rlattenburg, Auw der Siemens Sderrealschuie, Schloßfir. 37,— Männerchar Tempelhos (8— U) im Siiagerhrim,»aisre-soilhelm», ckcke Wrrdorstrah». '?ugeaüveranllaltungea. Berein A-deiter.Zngou» Sraß-Berlt». Sekretariat:«Atz. 4», Z» bs« Zelt»» ZT Sonntag, den 10. Apell: Zentrast»geadhewi. Lindenstr. S. Bunter Abend.— Hermsdarf: Wandarung Blrtenwerd«— Srabowse«. Trefsounkt 7 Ubr Lugendheim.— gtsrden« Wand». rung Potsdam— Werder. Tresfounkt 1-7 Uhr Pabnhai Bärse.— Stralau« Pierteli Wanderung Birkenwerder— Bnesetat— Zühlsdorf. Trestpunki k> Uhr Kahnhof Warschauer Straße..' Montag, den 11. April: «roß-Lichtertelde: A Turnha Telta»! Vorträge, vereine unä verfammlunaen. «BD�De logi-ert« ha,«otallarbaitr». Dienstag 8 LH» km Stestaueaist d« Brauerei koulgsiadt Vorbesprechung zur Seuermversammlnng.— Der Frech. ttansoarstand. SPD.-Metallarbeite, de««aestg-Weekes. Dienstag, nachmittag, t Uhr. Z-rsammlung dei Ztard, Tegel. Beilllceß». Pflicht jede» Kollegen, dt» auf de» Baden der SPD. steht, ist e», zu erscheinen. Betrirboiat« der Metallivdustrie. Dienstag abend 8 vhr In der Back- brauerei, Fidicinstr. 21t. Gruppenaersammluna der Ketrtcbsräie und Dble-::e der Metallindustrie. Tagesordnung: Di» wir:sibas!I!che Lag« in d« Berliner Metallindustrie und wie deseiligen wir da, Arbeitslosenelend. Referenten: Emil Barth und Otto Zisto. Ohne«etriekaratskartl und Verbandsbuch lein Zutritt. «chtvng. Bnch» rocke»! Dienst>rg, den 12. April, nachmittag« 5 Uhr. im ltheiß.Auai'chan:. Reue Zakobstraß«. Konferenz. Seleaiert», Betriebsräte Lertrauenslcu:«. die auf dem Boden prattUcher Gewerischaf.surbeit stehen werden höflichst»ingeladen. Legitlmaltan Kar!« und Buch.— Der Fraktrans- auekchu�. SPD.-Aolzsrbeite». Fraktionsnorstand, Betriehsrätefraktian, Ortaoermal- gsmitglicder nnd Kommisstonsmitglieder: Donnerstag, 14. April, Ossi Uhr tungsmitglWW ah»nd,. Sitzuvl...„„____ Deutsche« Hotzordeiteroerbaed. Bersammluxaen. Mtzbetposterer: Montag. Ottz Uhr, Alerenderste. 37c. Tischler, Ob-rschaneweld«: Dienstag, 7 Uhr, «lminenboistr. 18. Modell- und F-briktifchler: Si«n»tag. 4 Uhr. Rung-. KW. Rvrd«AWWMW>W�MtRMA>W>M»>MRMi�>�>�� straße 30. Dez. trußmann- arbosteni Mittwoch, m Uhr, in der Schulaula,..„ st rag»«. Rlaschinenarbeiter: Donnerstag, b'tz Uhr, Andreasftr.?I.— Ber- trournsnänner der Stellmacher! Dannerstag, 7 Uhr. bei Hummel. Berlin. Saphienstr. S.— Klavi-rarbeiter. Berriedirät«, Derttauensleuie. Senrcalvev- 'amnllungsdeleaier:«: Montag, 5 Uhr, Versammlung im Rrichenberger Hos, R,tchend-rg»r> Str. 147. W � Tranepsriarheiieroerbend. Chemisch« Bron ,..______. W>_____> Montag, abend» 7 Uhr, im _ kener Kasino, Dreadeuer Str. 9b. allgemeine Branchcnnersammluvg.— Cisen. Sisenkurzwaren. Stahl. RBHren, Bertzeug. Berizeugmaschinenhandel, Sla» stud Keramik, Kurz-, Galanterie-, Spielwaren, Altmetalls Alabaster, Siek. tratcchuischer Großhandel, vhrcn. Gold, Juwelen. Beleuchtungsgroßhandel: Mondia,.»Zends S Uhr. 1» große» Sackk d« S«rrSsÄ-ft»ha-.-s-.» Engel. user l«UZ, allgemeine BoSvers»mnrliu-g.„.... Deutscher wcrlchrsbund. Funktionäre, Beirzebsrä:«. Beirret SV ertr-ruens- leut» sänttlicher Dienststellen im OPD., Bezirks Berlin: Z>t»ntagi abeüd» 8 Uhr, Raienthaler Hol, Rasenthaler Str. U/12(graßer Saal), Eitzimg. _■--—... vu de» D zrvtralverband drr Schubmaicher. Montag 8 Ubr mechanische Wende abteilung. Webesßr. 24: Zusck.neidr«, Käpenickrr Str. lt,.e; Zunaer und ,dm:ae- rivnen bei Bbter. S-b-rstr. 17.,.„ gevtralverban» de« Angestellt«». Aontaa. Samenbandel: OefientlicheIieo- sammlung. 710 Udc,� Oetebureau, Belle�Allsance�tr. 7il(ll� ��Metall: Wilhelm-Str.»l.- Hatel- und Gastwirtsbranche: OctfentliMe Beriamm.img, 7 Uhr, Mustter-Bereinshaus, kailer-Wiihelm.Str. 81.— Berband.Zell'wste: Mitgliederversammlung Dienstag, Iis Uhr, Haoerlands Festsäle, Reue Frred- richstraß« SS......____. �... an--. C-stna Wildau,'t, Uhr. Dienstag 7'tz Uhr Mrtgl----—.— selde.Zehlendorf, Rest. Hahenzallern, H:nd-nbur.gdamm?Z»i Pankow. Be»- Linder, Pankow. Breite Str.»4, 71, Uhr..... ,,,. Deutsche, Wertmeisteeveebond. Fachgruppe 29. Deenitag abend 7 Ahr rm Lokal von Brandenburg. Berlrn. Siralouer Str. I. i» IKbeites-Ssmariiee-Koloa»».«dt. Hallesche« Tor. Rontag. d-n ll. Avril. 7 Ubr. Kursus in der Schule Annenstr. 1k. Vortrag des Herrn Dr. Derß Uber „Geichlechtetrautheilen-.— Iptrrnotiovolee Ben» de,»i!eg«pf«-. Ortsgruppe «•tun 4. Am Dienstag, den 12. April, abend- 7 Uhr. Bezirl-n-n-mmlung in der Echulaula Ederswalder Str. 19. Mus aller Welt. Koldfchravkkvacker. Freitag nackt wurde in der Nkgevreiuer- Orttzkrantenfaffe in Rosivit eurgebrocken und 23 0 00 M. au» dem Geldschrank geraubt. Allem Anickein nach waren drei Einbrecher tätig, bis den Geidickrank demolierten, das Scdlosi freilegten und io den Geldschrank öffneten. Bon den hieben febir vorläufig jede Spur._ Sport. Spiele der«ärtische» Tpieldeleiniaunz. Heulte nachm.«1» Uhr. ,.:tha 12— Wilmerbdors in Reinickendorf, Schiller-Bromenade 4S. Mer- ur-— Huckenwalte in Grünau. Rachenow— Wacker 20 in Rathenow. Pankow in Spanda». Exerzierplatz. Arminia— Freiheit-Wittenberge ii- Reinickendorf, Miranstr. Fichte-Moabit— Turnverein Wittenberg in Moabit am Vahnhoi Beuffciftraß«. Bcussclstrvnd. Hansa— Marwitz in Hobeu-Rcuendari.-Reli-Ziltau— Frciheil-2!icderlchmc in Neu-Ziltau. Stern— Lankwitz in Marien, clde. Doristr. 41. Luck-nwaldc- Fickte-Sud in Luckenwalde, Berken brückerstr. M.S.E— Lich'.enrad« rn Martendorf, Kaiserstr. Ecke Rathaussiraße. Froh-Frei— Witleiiberge ,n Lubterfelde. Telwwer Straße avi P-iIsriedhrs. Teltow-Zehlendors— Tabendorf in Zehlcndorf.Machnower Chaussee. Vorher Spiele der 2. Mannschafttn. sSchlutz de» revaltianelles Teil».) Ulli« dstrsi« i«K mich von Rheumatismus? Rheumatlmos und flicht sind SiotfwechsetVrankhoiten. Da« B'ut!»t bei diesen schmerrhaften Leiden rieht imstande, alle Schlacken, die aus dem Vefbrennunosoroiess de» Körper» als Rückstand bleiben, hinwegtuspüleo. Deshalb laaern»ich diese Rückstände, besonders die schädliche Harnsäur«. in den Muskeln und Gelenken ab Dort eneüjt»le die so»chmerjha.'ten, tirtd die Belegung hindernden Gichtknoten oder rheumatischen Vcrdic-Jingen. Sie»Ind nur dauerna ru beseitigen durch die Abtragung der Harnsäure- Ablagerungen. ZweckmäBig geschieht da» durch die aof die alten unschädlichen uhd bewährten Vorschi Iben des verstorbenen Dr. med. Olaf Toft zurückgreifenden Levalbol-Tabtctten.• Diese Levatbol Tabletten haben(olgende Zusam mensetzurrgr' 1 rack. »arsapanKae 8, amm. spirfc. S, potus« jodid. 5. f. leg, an. tabL 100. . ßirselbcn siad ieicbt und bequem zu nehmen. Fordern Sie atudracklich LarratbulpVfepai... ahmnngen zurück. Levaihol ist in den Apotheken zu haben. Alleinige fiarata, weUen 81« kanten C F. Asche& Co- Hamburg 19. «HA. raon- W! t* die dcidsdicVcüibnmdmarke "BS* fbBRlH CHEMNITZ'/Sa. LUTH ERST/156 Eigene Verkaufsstellen: BERLIM: Leipziger Str. 107/ Leipziger Str. 65 Rosenthaler Str.+4/ Landsberger Str. 88 CHARIOTTENBURG: Tauentzienstr. 10/ Wilmersdorf. Str.i5-5ö SCHDNEBERG: Kleiststrasse 24/ Martin-Luther-Str. 95 KEUKÖLLN: berliner Slxasse 1 tXPO»* At5J tlCoSSf - CHEMNITZ /Sa. SCHLOS5TR. 7" dmensltömle Baumwolle OM guU QaaUiäi, doppeUi Sdhlt.,,,.. H. Wss Mousseline 1ß� galt QwjUtit, doppeUt Soh'e...... fl. S Mousseline t<£. iÄM OtW'.bt, dopptltt Sohle M. 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Man kann sich's fast nicht vorstellen, daß auch in diesen stillen Waldtälern menschliche Leidenschaften entfestelt toben. Aber unser Lufthunger ist zu heiß, um uns unsere beabsichtigte Wanderung durch ein paar gesprengte Bahngleisc stören zu lassen. �• Deppelt andächtig genießen wir die feierliche Schönheit des Naumburger Demes. Mir scheint, ich sah nie ein entzücken- deres, lebendigeres Gebilde aus sprödem Stein als den lieblichen Chorknaben— oder die herrlichen Kapitäler der Säulen: zierliches Laubwerk, wie es luftiger, leichter, graziöser die Natur selbst nicht beroorzaubern kann. Zeugnis einer Zeit, die von der unseren Jahr- bimderle weit entfernt und doch so nah ist durch ihr« ewig junge Kunst. Der Sonnenschein lockt uns hinaus. Im schönen Saaletal geht's weiter. Jenas liebliche Berge winken. Alte Burschenherrlichkeit wird wach. Rudolstadt ist heute unser Ziel Wir träumen von Burgen auf den Bergen, und alte Lieder klingen ,md singen uns in Schlaf. Und obwohl unsere Beine am Abend soft streikten, der unge- wohnte Rucksack drückte nach stundenlangem Wandern— am andern Morgen geht's doch mit frischer Kraft weiter. Blankenburg. Man glaubt's wohl, daß müde Großstadt- nerven sich hier erholen und ausruhen können. Noch wohler aber wird's uns im lieblichen Schwarzburg. Das fterz geweitet von der wundervollen Wanderung durch das Schwarzatal, sahen wir es im Abendsonnenschein vor uns— wie verzaubert im Tal. Geheim- nisvoll rauscht, plätschert und gluckst die dunkle Schwarza und plaudert und raunt von vergangenen Zeiten, da sie noch Gold mit sich führte, aus dem die Schwarzburger Fürsten sich ihre Trauringe machen ließen, fjeute borgt die Abendsonne dem Flusse ihr Gold und läßt das Felsgestein glutrot aufleuchten. Huschen nicht Zwerge und Kobolde dort über die Felsen ins Waldesdunkel? Fast tut es mir am anderen Morgen leid, daß ich weiter wander«. Ilmenau! „Anmutig Tal! Du immergrüner Hain: Mein Herz begrüßt euch wieder auf das beste: Tntfaltet mir die schwerbehangenen Aeste, Nehmt freundlich mich in eure Schatten ein. Trquickt von euren Höh'n, am Tag der Lieb und Lust Mit frischer Lust und Balsam mein« Brust!" Wir sind auf Goethes Spuren. Sein Gastzimmer im„Löwen" ist schon besetzt lmit S M. Aufschlag), aber auch in den anderen Zimmern schlafen wir fest und traumlos noch fast siebenstündigem Marsch. Durch dunkelernsten Tannenwald Aufstieg zum Kickelhahn. Schnee fällt oben. Lautlos still. Doppelt sthütternd dring: uns ins Herz, was der Meister dort an die Bretterwand des Hauses schrieb. Spricht er doch gerode dos aus, was in unserer Zeit wohl jeder einzelne stark empiindet. Wir lesen noch ergriffen die Verse in der Felsenhöhle des A�tOannsteip, die Charlotte von Stein gewidmet sind. Und weiter geht's ins Tol hinab. Dort liegt das trauliche Ranebach im Sonnenschein. Blau änz-n seine Schieserdäch r und die lieb>-n schiefen Dachfensterchen der Häuser schielen drollig zu den Bergen hinauf. Seitwärts ein schmales silbernes Band: die Ilm. Rechts nehmen wir noch Bad Elgersburg mit. mit schöner Burg und lautem Konzertkaffee, das an Berlin erinnert. Schnell weiter. Höher hinauf. Geh-lberg mit romantischen Schluchten und Felsen an der wilden(Aero. Reizend gelegen. Weiter: Schmücke, Schnee- topf. Letzterer macht seinem Namen Ehre. Viel Schnee soll auf dem Rennsteig liegen. Aber ich kann nicht mehr mit. Mein« Zeit ist um. Ich muß zurück. In Erfurt kann ich nicht andere: ich m u ß noch nach Weimar. Herrlicher Abschluß meiner Wanderung: In Goethes Garten- haus zu weilen, durch seinen Garten zu wandern, wo Anemonen und Leberblümchen blühen, das liebliche Beloedere zu schauen. Wie lagt Goethe von den„Lustigen in Weimar": ..Donnerstag noch Beloedere. Freitag geht's noch Jena fort: Denn dos ilt bei meiner Ehre Doch ein allerliebster Ort!" Zu knapp ist leider die Zeit, um oll die Stätten zu sehen, die ?rohe Menschen geweiht für alle Zeiten. Mit Rührung stehe ich noch in Schillers und Goethes Arbeitszimmer. Wie unendlich ein- fach und schlicht! Wenn ich dagegen so manches Luxuszimmer der Jetztzeit stelle! Ich grüße noch Shakespeare und Liszt draußen im Park- Und dann aus der Stille des Friedhof», aus dem Frieden der Fürsleagruft, wo Goethe und Schiller ruhen, von Wildenbruchs Grab mieder in die„Welt"— die unruhvolle— auf den Bahn- Hof zu Weimar. „Strecke Halle— Berlin gesperrt." Aber wir fahren doch. Aller- dings über Zeitz— Leipzig. Bor Bitterfcld hallen wir viele Mal in tiefer Nacht. Befreit atmen wir auf, als wir endlily— wenn auch mit L«r- fpätung— in Berlin ankommen. Mitten im Alltag und Getümmel. Haben wir all das Schöne, Stille. Herrliche nur geträumt? Aber unsere gebräunten Gesichter, unsere wiedererwachte Lebensfreude trotz unruhvoller Nachtfahrt oerroten, daß wir uns wirklich«in Stückchen schöne Welt, Sonne, Lust, Licht und Gesund- heit„erwandert" haben. Ein romantischer Kritiker öesSozialismus Was bisher an kritischen Schriften über den Verlaus der No- vemberrevolution und den„Mißerfolg des Sozialismus" erschienen ist, atmet entweder den Geist leichtester Oberflächlichkeit oder offen- borer Feindseligkeit gegen jeden modernen Fortschritt. Um so mehr muß man, wenn man zu einer Klarheit über die verwickelten Pro- bleme des Sozialismus kommen will, solche Schriften beachten, die wirklich etwas Neuss und Bedeutendes zu sagen haben. Zu diesen gehört in erster Linie ein Buch mit dem merkwürdigen Titel„R o- mantischer Sozialismus" von Siegmund Rubin- stein(Verlag Drei Masken, München). Es nennt sich einen„Ver- such über die Idee der deutschen Revolution", Der Verfasser sucht den verwirrten Dingen der Gegenwart durch eine eingehende historisch-psychologische Unterstichung auf den Gnmd zu kommen und gelangt da zu Feststellungen, die zu weiterem Nachdenken durchaus Veranlassung geben, obwohl Rubinstein geradezu ein Gegner von Karl Marx ist. Rubinstein ist überzeugter Anhänger der Idee der„deiitschen Romantik". Darunter versteht er jene Anschauung, die das Jndioi- dium in das genossenschaftliche Empfinden einer gegliederten Ge- samtheit einreiht und das Gemeinwesen als Aufbau von Körperschaften sieht. Romantik Ist ihm also nicbts anderes als eine gesell- schaftliche Lebenssorni, wie sie in praktischer Richtung den roman- tischen Dichtern und Denkern zu Ansang des vorigen Jahrhunderts vorgeschwebt hat. Wenn es Rubinstein auch verschmäht, den Gang zur mittelalterlichen und altindischen Romantik zu gehen, so erscheint es doch mehr als eigentümlich, daß er den Versuch macht, den mo- dernen Sozialismus mit der Romantik in einen innerlichen Zu- sammenhang zu bringen. Die Erklärung liegt darin, daß ihm der Marxismus gefühlsarm und geisteskalt erscheint. Was Rubinstein im Marxismus nicht gesunden hat, weil er bis zu seinen innersten Wurzeln nicht durchgedrungen ist, das sucht er bei der Romantik. Er geht hierbei den historischen Weg und kann da tatsächlich mit einer Reihe von Dingen aufwarten, die in den alten Romantikern gelebt haben und außerordentlich nahe verwandt mit den geistigen Grundlagen des modernen Sozialismus sind. Besonders sind es zwei Romantiker, in die sich Rubinstein mit voller Seele vertieft hat: Adam Müller und Rudolf Meyer, zu denen sich noch Karl Marko gesetzt. Diesen Dreien ist eigentümlich, daß sie grundsätzliche Gegner jenes nur auf Vernunft gegründeten Ratio- n a l i s m u s sind, aus dem die französische Revolution 1783 er- wachsen ist, und der gleichzeitig die geistige Basis der liberalen Wirtschaftslehre wurde. Rubinstein scheint es völlig«nt- gangen zu sein, daß es gerade das große Verdienst von Karl Marx gewesen ist, sich gegen den gerügten einseitigen Rationalismus der Aufklärungszeit und den wirtschaftlichen Liberalismus mit der ganzen Macht seiner großen Persönlichkeit aufgelebvt zu haben. Was Rubin- stein beim Sozialismus vermißt, liegt in Wahrheit bereits tief in ihm eingebettet, allerdings so tief, daß es vielen nur schwer erkennbar ist. Aber«in so fundamentaler Irrtum hätte einem so tiefen Denker, feine» Psychologen und sorgfältigen Historiker, als welcher uns Rubinstein im großen und ganzen erscheint, nicht passieren dürfen. Wenn also Rubinstein in dieser und anderer Richtung geirrt hat, so hat sei» Buch doch sein Verdienst, denn es erinnert uns von neuem daran, daß wirklich die Zeit qekommen ist, eine Wendung im Sozialismus herbeizuführen. Wir müssen endlich einmal an- fangen, uns von der einseitigen Auffassung des Marxismus, als er- schöpfe er üch nur in Politik und Nationalökonomie, loszumachen. Wir müssen energischer, als es bisher geschehen ist, die wunderbaren geistigen Grundlagen des modernen Sozialisinus heraus- zuarbeiten suchen, um der Welt zu zeigen, daß hier nicht mehr und nicht weniger gegeben ist. als die Bausteine zu einer neuen groß- artigen Weltanschauung, deren Ziel ganz im Sinn« Rubin- steins das ist, den Einzelnienschen vom Sachobjekt zur erheben zur vollen Würde des freien Menschentums. Daß dieses nur zu erreichen ist im Sinne des Gemeinschastsgedankens, praktisch auf dem Wege der genosienschaltlichcn Zusammenarbeit, ist ja das tragende Leit- motiv de» modernen Sozialismus. In der ganzen Grundlage also, wie auch im Endziel, ist Rubinstein wirklich ganz nahe oerwandt mit Karl Marx, und man kann es nur bedauern, daß man zu dieser Erkenntnis erst auf dem Umweoe seines Buches kommen muß, welches natürlich von den alten Widersachern des Sozialismus als «ine paßrechte Zeitschrist gegen den Marxismus ausgebeutet wer- den dürste. Trotzdem ist es gut. daß Bücher dieser Art geschrieben werden. Sie beleuchten ein dunkles Gebiet. Sie geben Anlaß zu Diskussionen, die ein« Notwendigkeit für unsere Zeit sind. Man wird solche Bücher um so lieber lesen, wenn sie so temperomentvoll, geistreich und herzenswarm geschrieben sind, wie das Rubinsteinfche. Alfred Woeglich. Der Schutzgeist der Konzertagenten. Bon Dr. Rudolf Eahn- Speyer. Wöhrend die Arbeiter und Angestellten es dahin gebracht haben, durch ihre festgefügten Organisarionen kräftig für ganze Berufs- gruppen wie auch für deren einzelne Angehörige eintreten zu können, sind die sogenannten„sreiei Berufe" von diesem glücklichen Zu- stand« noch weit entfernt. Zu den am meisten Ausgebeuteten auf diesem Gebiete gehören die lonzertierenden Künstler. Bis auf die Wenigeit, die ihren künstlerischen Aufstieg vollendet haben und immer und überall auf volle Säle rechnen können, stehen sie in einer wahrhaft sklavischen Abhängigkeit von den Konzcrtoqenten, die infolge ihrer kapitalistischen Organisationen jedem, der sich nicht still- schweigend fügt, die Möglick keit der Berufsbetcuigung abzuschneiden vermögen. Nach vielen Mühen ist es dahin gebrocht worden, daß den Konzertagenten die Gebühren, die sie von den Künstlern erheben, behördlich vorgeschrieben werden. Die großen Einnahmen der Agen- ten stammen aus anderen Ouellen, deren Schilderung hier zu weit führen würde. Für Berlin obliegt die Festsetzung der Gebühren dem Polizeipräsidenten: das Dezernat hierfür Hot der Oberregie- rungsrat o. Glafenapp Der Herr Oberregicrungsrat ist aber noch nicht so weit, zu wissen, daß der Sinn einer Behörde darin besteht, den Schwächeren vor Uebcrgrisfen des Stärkeren zu schützen. Zwar wird der Form wegen der Verband der konzertierenden Künstler von Zeit zu Zeit zur Meinungsäußerung aufgefort»rt: er kann sich auch daraus verlassen, daß seine Aeußerung zu den Akten genom- men wird. Da aber fchläst sie'i.ibeachlet bis zum jüngsten Tage. Nun ist es den Konzcrtagcnturen eingefallen, ihre Einnahmen wieder einmal zu erhöhen. Wie langweilig, erst die Behörde um Erlaubnis zu fragen! Besier, man schafft einsach eine vollendet« Tatsache� Man beschlotz, vom 1. Januar 1921 an sich selbst eine Gebührcncrhöhung— ganz bescheiden!— von 100 Proz. zu bewilligen. Wer bei den vorgcichriebenen alten Sätzen bleibt, hat wegen unerlaubter Anständigkeit eine Konventionalstrafe von 3000 Mark zu bezahlen. Ein Vertreter des Verbandes der konzertierenden Künstler sticht Herrn v. Glafenapp auf. Aber er hat schon die Genehmigung der neuen Sätze beim Handelsminister beantragt und meint, wenn der diese Sätze bewilligt, dann wäre ia alles in Ordnung: heutzutage kümmere sich ja doch niemand um Gesetze und Vorschriften! Daß inzwischen Hunderte von Künstlern, eingeschüchtert durch da» soll- dorische Auftreten der Agenten, stumm und leidend sich der neuen Gebühr unterworfen haben, daß sie Anspruch auf Rückzahlung haben, das interessiert den Herrn Oberregirrungsrat gar nicht. Int Gegenteil! Die Agenten haben ihrem freundlichen Schutzgeist vor- her mitgeteilt, was sie vorhaben, und Herr v. Glafenapp hat ver- ständnisinnig dazu geschwiegen. Oer Effekt? Der Handelsminister genehmigt schleunigst den Zuschlag von 100 Proz.. ohne die Künstler zu hören und eine van ihrer Organiiation gemachte Eingabe auch nur zu beantworten. Herr v. Glafenapp, vertreten durch den Polizeipräsidenten, mackit die Bewilligung in einer Verfügung bekannt, und damit ja niemand einen Rückzahlungsonspruch gegen die armen Agenten geltend machen könne, macht er die Verfügung rückwirkend bis zum 1. Januar. Die lieben Agenten sind pereti:t! Wir haben es weit gebracht! Bis zum behördlichen Schutz des kapitalistischen Ausbeuters! Soziales. Die Schlichkungsordnung. D«r Entwurf einer Schlichtungsordnung ist nunmehr nach Zu» stimmung des Reichskobinetts dem Norläniigen Reichswirtschaftsrat zur Begutachtung zugegangen. Der neu« Entwurf weist gegenüber dem früher veröfsent.ich:en Reserentenenlwurf erhebliche Aen-- d e ru ii g«» auf, die im wesentlichen aus seiner Durchberatung mit einer aus Arbeilgebern und Arbeitnehmern bestehenden Kommission beruhen. Er ist in der soeben erschienenen Nummer des„Reichs- ardeilsblotts" abgedruckt. Der Entwurf sucht die Schlichtungsbehördon für ihre«igenlliche Aufgabe, die Schlichtung von Gesamt st reitigkeiten, freizumachen: die ihnen bisher in einzelnen Fällen übertragene Zuständigkeit in E i n z e l st r« i t i g k e i t e ii soll nur noch solang« de- stehen bleiben, bis geeignetere Stellen zur Entscheidung dieser Strei- tigkeitcn(Arbeitsgerichte) geschossen sind. Das tariflich« Schlichtungswesen ist noch mehr als früher in d«« Vorder» grund gerückt und soll durch unentgeltlich« Ueberlassung von Ver» Handlungsräumen, Vorsitzenden und Vureauapparat der Schlichtungs- behördci: nach Möglichkeit gefordert werden. Die Schlichtungs- be Hörden solle» nur dann in Tätigkeit treten dürfen, wenn«ine vereinbarte Schlichtungsstelle fehlt oder das Verfahren von ihr zu keinem Ergebnis geführt hat. Bei dem Ausbau der Schlichtungsbc» Hörden ist den besonderen Berhättnissen der verschiedenen Gewerbe- und Berufszweig? in weitgehendem Maße Rechnung getragen. Der Entwurf sieht E i n i g u n g s ö m t« r, L a n de s« i n i g u n g s» ä m t e r und.— an Stelle der bisherigen Schlichlungstätigkeit de» Reichsorbeitsministeriums— ein selbständiges Reichs» einigungsamt vor. die je nach dem Umfang der Streitigieit für die Schlichtung zuständig find. Wie der frühere Entwurf ent- hält auch der neue die ausdrückliche Verpflichtung, vor Beginn von Kam pf maßnahmen, namentlich von Streiks und Aus» fperrungen, das Schlichtungsverfahren einzuleiten und durchzuführen. Den gemeinnötigen Betrieben ist in dein Entwurf mit Rücksicht auf ihre besondere Bedeutung für die Allgemeinheit eine gewisse Sonderstellung eingeräumt. Von der Aufnahme von Straf- und Zwangsbestimmungen zur Sicherung der Anrufung und der ungestörten Durchführung des Schiichiungsverfahrens sieht der Entwurf im Gegensatz zu dem srül>e- ren Rcserentcnentwurf ab, da sich derartige Maßnahmen bei Mahendeliklen überall als undurchführbar erwiesen haben. An Rechtsmitteln ist nur die Revision gegen Schiedssprüche. vorge» sehen, die auf Mängel des Versahrens oder auf Rechtsverletzungen gestützt werden kann. Die in der Demodi Imachungszeit«ingesührte Einrichtung der Verbindlichkeitserklärung von Schieds- sprächen ist beibehalten: die Voraussetzungen, unter denen sie er» folgen kann, sind jedoch w e I e n t l i 6?« i n g e s ch r ä n k t. Die Ent. scheidimg über die Verbindlichkeitserklärung soll auch nicht mehr wi« bisher durch die Verwoltunasbehörden, sondern durch die Schlich- rungsbehörden selbst unter Beteiligung von Vertretern der Wirt» schafisräie erfolgen._ ver Tuberkulofekongreh des De«ts cfien Zentrak» ko m i t e e« zur B e k ä m p k n n g der T u b e r k u l o>' e findet vom 19. bis 31. Mai in Bad Elster siatt. Anickließetid ist eine gemeinsame Fahrt nacb Dresden üiir Besichtigung der neuen Tnber» tnloieauSstellung des Deuiichrn HygienemufeumS geplant. Teil» nehiner am Kongreß kann jeder werden, der sich ttir die Tuberkulose» bekämpsuvg inleressiert und 25 M. Einichreibegebühr bezahlt. Ärn ersten Kongr etztag(Donnerstag, den 10. Mai) wird die Ent- stehung und Verbreitung der Tuberkulose bcbandt'b. Der zweite Tag Ut bauvlsächlich der Kiiideriubcrkulole gewidmet; am drillen Tage stebt die soziale Bekämpfung der Tuberkulose zur Verbnndluna. c(Schluß de« redattl«»»!«» Teil») l ahne 4 n. 7 JßU. mit TriedensUauisehuh 5 Jahre schriftl. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. aba-Praxis Xatvani, Sanziger Strajle 1. Tuch-Mantel Moderne Jugendliche Form wie Abbildung. Seiienfeile mit neuer Faltenstellung und Steppstichen verziert. D.L«VIN AM UNT ERöRUNDSAHNHCF" HAU SVDöT EFLATZ ISA Seiten Zu bs»leh*o rloreb di« Preis 4 TU. VeN«S«d>uwiA»tMmg Carl Hoym Nadif. Louis Cahnbley fl nmbarg 11. Seeben«rsehien Nr. SA/47 der Kleinen BIMIothek der Basel seh. Korreeyendens JT. STEFANO W Deber ausländische Ronzessionen PREIS 1.- MARK Zd bezieben darch Franbes Verlan ö.m.b.B� Leipzig Tfr.??;*. Soeben erschien! Soeben erschien! Q. 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Pinnnelenpibnl nnd Pinanzolijrarohic 4. Bor Kapiraloxpon/ ä. Teilune dor Welt unter don KapitkliBtenverbänden/ 6. Teilun/r dar Welt nnter den uroßmücljten? 7. Bor Imporialismue«Jk besonileres f5taditim des Kapitalis- utUB I B. Paraeitinmue nnd Stagneiion des KftpitoHsmus f B. Kritik des ImperialistouK 10. Kistorieche SteÜnn� des Imparislismus/ Anmerkdögan SLZId* preise. Keine irre- j lütirenilen Preis-ln- Ankauf von Srilianten Juwelen bis zu den geübt. Odfelten\ QOld-Sntch Barren Ring«, netten, j Zahngold. McaaMen Platin-»«� Brennfpizen, Zahnftlfte Draht, Blech- Tiegel Schalen. Kontakt» ufw, 5iTder-»-uch heiiek!« Schalen, Becher, Zervice. McdaMen, Blech, droht.3lnoden-nornfllt>er Xskngevl»,« nmttfchur, choid, Platin, zerbeochene Sebiffc. ein- »ine Hahne Qusckslflber Fdelmctali-OroShandlx. Hslnrlcli Trapp BeuWr. 10. Laito om Spittetniorkt|* rillanten U u w e I a rt kauft [ au h poB« Potten hftchtten Kur« Amsltniamer Blsnuntsehleiferel 1 160 Prledrichstr. Qcgr. 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Leitsätze und Statuten der Kommunistischen Internationale. 1» Sellen. Preis.11 2.SO Band 4. L. Trotzki: Terrorismus und Kommunismus. Aoti- Kautsky.(Ii. Auflage.) isoseiien prei»m,4.so Bands. Karl Radek: Theorie und Praxis der?'/, Internationale. 56 Seiten. Preis M. I.SO Band 6. W. Newski und S. Rawitsch: Arbeiter- und Bauernuniversitäten in Sowjetrußland.«a Seiten. Preis M I.Band 7. Der I. Kongreß der Kommunistischen Internationale. (Protokoll der Verhandlungen). 202 Seiten, preis«. 6.- Bandi E. Varga; Die wirtschaftspolitischen Probleme der proletarischen Diktatur. ,» s«i»en preis«. 3.50 Band 9. N. Lenin: Der Imperialismus als jüngste Etappe des Kapitalismus. IM Seiten. Preis M. 4.- Dnmrtiir-hcrt prcrhDinPn• N- vaebarln und E. Preobrasehenskl L/emnacnst erscneinen, DMABCdesKommanismu« s.Lenif. Der„Radikallemus', die Kinderkiankhelt des Kommun smue(II. durch-e «ebene Auflage)./ I. Larin und N Krltstnann WirlschSflsleben und wln cbaftlicher Aufbau So»|ctruBlands tOl7-l92i./ A. Losowski; Der imernatlo nalo Rat der Fach- una Industfiavarba�de'Moskau geaen Amsterdam)./ N. Lenin und O. Slrtowiew Gegen den btrom i G. Slnowje»-: Der Krieg unu tie Krise Im Sozialismus I Karl Radek; Die auswärtige Politik Sow|ctruB:ands Protokoll des Ersten Kongresses der Völker des Ostens/ Protokoll des Zweiten Kongresse« der KommunUtischen Internationa«. Zu beziehen durch die Verlagsbuchhandlung Carl Hoym Nacht. Louis Cahnbley, Hamburg 1 1 J320b £ UMU Qualitätsware V. M. Sfraßenkleid ou, ,uasg»fahlies!-n Donk. »Vit«, ElUabetti Hlrth« geb. Mlchelbacb nebst Töchtern. 21 /Skia r mmmm Mmeiiie gns-fitaoMsüe LetlliMtWii. Rheinstraszc 9. Einladung zur ISS ordentlichen A«»schuh- sitzung «»> Donnerstag, den 21. 8we!k, »bend, T't Uhr, im Stall fif lokal, Rdetnstr. 9, P orderhau» 1 Treppe. Tagesordnung: l. Abnahm« der Zohre». rrchnung Illr ba» Jahr!020. 2. /oagungsiinberung. *. B'rschikdene». Berlin• Friaenau. de» I. Aprtl 1821. ii.*o Vr».-Zioendendcr. UArtch. CcketNiiiliter. . Kmp»» Deaieinnlitzige slediungsgenos- feo.stdast m.deschrlinkt Ha'toflicht «achtrag zu der Tagesordnung b«r tbrarrolverlammlung oom Dienstag, den 18 Aprtt, abend» 7 Uhr, tn der Auta der Trieb» ri««erbrrsche» Ober.«»»!. schul«. Riederwallstr 12. 4. Wahl voN liAuis'.tilsraisnnr gliedern und 8 Ersapleuien. Der Atlfsichtsrat! V. Purnln. Spezialarzt l»r. med. Feldmonn uthondcli schnoll,«rflndltch, nrtgllchsi schmeralos u-ohne Berufsstflrung Ztzrpblll». Horn.. Fr-uunlelden, Schlich». -A'prottetitc Methoden. Herp« Md Bloluntersuch. Köi!igstf.lMI.A.?Äo;i. Sorrclutundon 10—1 u. 4—6, Sonntags 10— 1-*• HomSopath.instltnt Haut», Harn» u. Deschiechtaleid. �vez. likralt. Fälle de! schneller. super, u. schmerzlos,«ehandlg. möglichst ohne Berusesiöruitg. L Schoo!, ieue Könlgstf.L am Al.xambarplo«.• Sprech» 10-1, 4 8. Filiale Berlin, Trbasttansbr. 37/86 «chtuMg! DiknStag, de« Vi. April 1921, mchknooi abcnbl 7 Uhr, bei Schulz, Am KSnigZgrabr« 2: Mitglieder- Versammlung für sämtliche Schneider, Schneiderinnen, Bügler, Zuschneider nnd Zuschneiderinnen der Knaben, und BurschentunfeNion und der Aantaslewestendranche. Tagesordnung: I. Bericht vber nnsere Lohnverhandluagrn mit den Arbeitgebern. 2.«erschirdenc». 165/4 Zeder Kollege und sed, Killegin agltlrr» sllr guten Besuch dieser Brrsammiung. Mitgliedsbuch oder-korke legltitniert; ohne dies odrr mtr Mehr als 6 rritierrnden Wochendeiträgen kein Zutri». DI« Dranthenlelwng. Ortskranktnkasse der ölempver in Serlm. Bekanntmachung. Ans Srund des 6 66 der Satzung Und bl« Mitglieder des Ausschullks und deren Vertreter sllr die Sahlpertod« dt» zum 61. Dezember 1025 ne» zu wähl«». Gewählt werden 20 Lee! reter und 40 Ersatzmänner-nie. dem Kreise der oollsiitzrigen Ardeitgeber, 48 Vertreter und 88 Srsatzmänner an« dem Kreise der vollsährigrn Versicherten. DI» Wahlen finden getrennt statt und zwar in geheimer Abstimmung nach dem crhstem der Verhältniswahl und den näheren Vestimmungen der Wahlordnung, welche der Satzung Di« ArdeUgeder wählen am Freitag, den 27. Mai l»Zl, t« Kolsenlokai Wallltr.«r-, in der /i»it von 12 di» 3 Uhr. Die Versicherten wählen am Freitag, drn 27. Mal 1821, im Kalleniokal Kallktr. 68, In her»e't oon 4 dl, 8 Ilde Die W-HIderechtlglen weeden hiermit aufgesordert. Wadi- vorschlage gesondert sur di« beteiligten Aedettgeder und die Versicherten ktz 7 der WahIordoung) aulzusielle» und dein unter» zeichneten Vorhand spätrilrns bis z»m 25. April I82i an dt« Adresie der Drtskrankenkaslr der Klempner zu Berlin, Wall» ftratz» 68. unter dem Sii'hwort.Wahivorschiaq- einzureichen. Dl« Stimmabgabe ist an die Bahivorschiäge gebunden. Dl« zugeiallr-ien Wadlvorschläg» kSnnen ad«7.«peil 18?1 In der Zeit»on 6 dio I Uhr im Kasseniotal eingesehen wrrdeu. Besondere Wählcrlillen werden nicht aulgeltellt. AI» solch» dienen d!« Arbeitgeber»»nb Mitaliedernerzeichniss». Diele liegen zur teinstchtuahm» in der Zeit von 8 bis I Uhr im Kalleniow! Mio. tetwaigr Einspeitch«. die sich au« den Arbeit- gebe«, und Mitgtiederverzetchnislr» ergeben, sind bei Ber» Meldung de» Avoschlusse« s» ätesleu» vi» zum 28. April 1821 »nier Beiliigung von Beweisuiittel» bei dem Vorstand kinzu> reichen.>4/8 Der WobUrosfchnS ist berechtigt, die Wai l- und Stimm. brtechligung jedes Wähler» bei der Wahlhandlung zu prli'en. und hat jeder Wädier die Vilicht, sich mit einem Wahiaudwei» zu versehen. Die Versicherten baden ei»»» Nachweis Ihrer M'tgliedschast nvczuiegen. Derselbe wird ihnen eventuell am Tabitaae w> Kaffenloka! ausgcnellt. greiwilliae MUgiieder weisen nch durch ihr» Deitragesarte on«. Arbeitgeber weisen sich durch die letz!» Quittung Uber gezahlt» Beiträge au». Im lidrigen weisen wir an e d r ii A>> cd aus di»»in. schiäaigen Bkslimmungrn der Wahlordnung, sowie de»£ 68 der Satzung hin Satzungen mit Wahlordnung find Im Kasseniotal erhältlich. Der ZI» r st o n d der Oriotrankenkalie der«Irmpner zn Merlin. }. Ilartmonn, Vorsitzender. Heinrich Kuniti, Schriftsllhrer. iipier Tonnersta«, den 14. April, nachm. 51'. Nlsr im Gewerkschaftshause, Engcluser.Jaal iV: EieneJ'al--Ve�kammlung Tagesordnung: I. Getosresihoflllche«od»Irlschasklich« Togeofrogr«. Referent: Vekbandsoorsitzendcr Jose? Seitz. 2. Kanmitteitungen. S. Wahl von zwei Revisoren. Fu dieser Denerai-Versammlung find ausser den Delegierte» die Vertrauenaleute und Druckereikasfieeer»ingelaoen.— Ohne Legitimation kein guiritt. D»r Wanoorslanb. Ayl Ui lTERGRUt ,"05A»r.-HCF' HAUSVOOTcflXATg «&i Spezial- Behandlung Ton Gesclilfich«»., Haut, nad Haralekdrn irder Art j bei Männenl u. Frauen. Sp«t.verRit.Harnl. nerv. ScHtzSch« usw. i o. Oper, u. BerulsstfirunC. Besonders für Kranke, welche; anderwärtsnichtNiiZgeheiltwonl sind.Anwend d wissanschstl.; anerkannt U. dänz. bewährt. ttlln4tl.Höhen.«onftr>(ßlulunMrs.): Dlr.KermannsffiM�BaÄl ff*_ � OT JJ-9 S_® rnrnä, Dt. Srolli skr all» ipeschlechle- b � 4«-. 1 S»T C'aut». Harn-, Fnntrnlesben, hartnäckige Aiisfillffe. Auosediag. Egphsiis- Soivar'anruren. � ■li'uiun.-crlartjnnflen.— Schnell» ariindliche Vebandinna, möglichst schmerzlos und ohne BerufdftWlMg. Damen separat. vir.: Sk. Löser sen. ä'Ä-.Ä Nor Rosenthalerstr. 69-70 UtÄriwtl1' 5p0ZiQla,ArZt®C' 3at'< tfl*_®rW)lechle-. icco. Sdimödie, Syphilis !pej.ihron.QaraUiB.tt.2ta*fiane. Clrttl-».Zinsen der<50».--- �" m an»«, Oorn-, Zrouenletdeo. -------" chungrn. De!,»ig. WW»»WM. nerv. SchivSS,«. Lyz/hiUs-i'cnren.£lutunttclu< ~pej.ihron.QaraUiB.tt.2ta«fiane. Clrttl- u.Jinsen- Mr.S.LSser, Mönzstr. uoh««leronbeevlo«». 8-1 4 0. te nuitaa, b i. 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Uchandlung. i '>>8-1, s-8, Sonnt 18-'2, k. , tkMz'l» h.rtilft.UesBSti.Betu Da Sdht*. PiHIc in IS Taz;. bc«:)'. igt. hier un unantastb.Kel;«r»olKebe«t. u. Keterena.inrallde»- Ispnho sirolle 106, von 10-2- Speaiol.Ani Dr. med. Ortiieriag Hu ut-, i lai h», üesen leChtsiel J. gsMinri» u.Prai3fen»felutunt!fri. InvundenKtrafi« jlS, Ecke ChauBsecstr� Steit. Bhf. Spr. Nmchtutünltch n-i. Vpfie-W. Ausschfi�en! Von weit uad breit komnen die Paare 2u Richard Bostnedk, um sich iu verloben. t»ne9liil m ML t. aimtl« Qe»chlecht»l. &XalMh/�l— S abend«. Sanntaa i/.lt— 1. Auslläeende Vroschäre'mit Beichretdung lauuU Selioeetadreit in, verschlosscnem Kuvert gegen telnlendung van'M 1.58 poewsrei. 1 1 nzuge Covertcoalo, Culawoytt, Hosen, Verkauf._ enorm billigen Preisen. Kein« Lombardwären. Leihhaus Friedrich-StraSe Nr. 2 Bettnässen! Uefreiung sofort. ■ Alter u.üeschlcCbl in- gebcti Au*k. umsonst. Vers. San.Artik.üg. Engl brecht. Müncden B 68. 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Etwaige Ncbciictltimhmen sind an die Kömmerei- lasse uhzuilibreii. TaS Ruhegehalt ist durch OrtSiatzuttg vom Dienstailtlitt bis zum Ablauf de» 6. Dienstjabre» auf 1lt des Gehalts, steigend mit jedem begonnenen weiteren Dienstjahrc um",u, vom 13. Dienstjahre ab um und vriii 25. Dicnstjahre ab um des iSebaltS seftgefctzt, io das; es mit dem Zlblatts de? 30. DienstjahreS "lu des Dicnstcinfommclis beträgt. Slnrechniing früherer Dienstjabie sowohl aus das Äesoldiings- alS auch aus das RuhegebaitsdienstaUer kann vcremdart werden, des. gleichen bezüglich der KricgSjabre. Bewerber, die ein« längere kommunalsiolitische Er- f-hrung ausweisen können, werden ersucht, ihre Meldungen nebst den erforderlichen Unterlagen biS fvätefleos zum 1. Mai 1921 dein Unterzeichneten einzu eichen. Perfönliche Vorstellung sowie ein besonderer Brief- Wechsel mit dem Unlerzeichnelen werden vorläufig nicht gewünscht. 192/20 Dortmund, den 7. April 1921. Ter Stadtverordneten Vorsteher. Mehlicb. MT Einem leil unserer hrntigrn Auflage von .Volk und Zeit« liegt ein Profpctt der Zeitsehrtf« „l-tedts, nrt'- bei. t / A W|ETTBEWERB /\* i/* l/"*T+ E* L* L* UJ; M+ ö 2:u Qunsfen der Deutschen Kinderhilfe* Leipsrigerftrape� SCIttiderstoffe Schäften m» shnw 295 Römische Streifen �q« s»rf* Stellungen........................ Meter J-? Reinwollener Kleiderstoff yinso w vielen Fartxn.«........................ Meltr _ Kleideralpaka ca. imc» breit.. Memr 5950 Matte alcgmter modern er KostOm- 7QOO stOff. ca. 110 cm breit..................... M*l«' � Kammgarncheviol nanewoii«. oqoo fUr Kostüme und Kleider ca. 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Die an den asten Gren.zen erhobenen Zölle sind die» leihen wie die, die vor dem Inkrafttreten der von der Londoner Konferenz beschlosienen Sanktionen erhoben wurden. 2. Die bei der E i n f u h r in das besetzte Gebiet an den neuen Grenzen erhobenen Zölle werden nach dem deutschen Tarif. der auf ein Viertel herabgesetzt wird, etfyoben. 8- Die am Ausgang des besetzten Gebiet» narl) dem nicht» besetzten Deutschland erhobenen Zölle werden nach dem deutschen Tarsf festgesetzt, ober in Papier mark, d. h. sie betragen un» SsfaSr den zehnten Teil der Zollerhebung in Goldmart. Die Regeln betreffend den Durchgangsverkehr der im» sortierten Waren sind erlassen worden, um die chandelebeziehun- gen zwischen den Nationen zu erleichtern. Der In Koblenz von der Oberkommission eingesetzte leitende Ausschuß der Zölle ist mit der Leitung des Personals und mit der Ausführung der von ihm fest- gesetzten Zölle beauftragt. Die Anwendung der Sanktionen gegen.Zollhinterziehungen wird durch die juristischen Instanzen der Befatzungsarmce festgesetzt. Di« Interalliiert« Ober» kommissian der besetzten Rheinland« behäst sich vor, an diesen an der allen und der neuen Grenze aufgestellten Zolltarifen jedes- mal, wenn sie es für nützlich hält, Abänderungen zu treffen. Was das Regime der Aus» und Einfuhr betrifft, so hat die rheinische Oberkommijsion entschieden, daß die Einschrönkun- gen der deutschen Gesetzgebung provisorisch an der asten Grenze aufrechterhalten bleiben, daß sie aber auch gleichzeitig an der neuen Grenze angewandt werden. Die Gericht« de» Besatzungsheere» sind mtt der Anwendung der erlassenen Strafmaßnahmen für Verstöße betraut. Die Strofcrlofie können sich bis zu S Jahren Gefängnis und»00000 Mark Geldstrafe erstrecken. Tluch Serble» bestraft... I Agram. 9. April.(ETI Do» Agramer Tagblatt' meldet aus Belgrod, daß die jugoslawisch« Regierung beschlofl-n hat, sich in der Frag« der wirtschaftlichen Maßnahmen ge gen Deutschland sich den Verbündeten anzuschließen und einen gewissen Prozentsatz von der deutschen Ausfuhr der Staatskasse zuzuführen. Eine in den nächsten Tagen zu erwartende Verordnung wird den Prozentlatz für die einzelnen Handelsartikel festsetzen. Die Mücksicht auf die besetzte« Gebiete. Köln, 9. April.(WTB.) Der»Kölnischen Zeitung' wird ge» schrieben: Wie den Angestellten beim Kölner Delegierten des Reichsiommissar» für Ein» und Ausfuhr heute eröffnet wurde, beabsichtigt die Interalliierte Rheinlandkommission. die Dlentz stelle des Delegierten sofort von Köln nach Bad Ems zu verlegen. Das Blatt bemerkt dazu: Diese Anordnung mutz um so mehr befremden, al» bei der Neuordnung der Tin» und Aussuhr» fragen den Wünschen und Berhästntsien de» besetzten Gebiete» be» sonder» Rechnung getragen werden sollte. . London. 0. April. lWTB) Der Handettminister teilt mit. daß unter gewissen Bedingungen deutsche nach England gehende Exportware von dem V0proze>Uigen Zollaufschlag befreit bleibt, besonders wenn der Aaufkonlrakt vor dem 8. März t92t unterschriebe« wurde und L0 Proz. deS Kaufpreise« schon bezahlt sind. Parl», 9. April.(fBZß.) Läou Blum. Leiter der neuen Morgenzeimng de«»Populair«'. schreibt beute, dre stark« Hand Briand» leg« sich in Gestalt eine« neuen Zollregime« auf Deutsch- land. Die rheinisch« Industrie leb« von deutschen Rodstoffen und in Deutschland setze sie rhre fabrizirrten Produkte ab. Venn man die Rohstoffe mit- erhöhten Zöllen belege und auch die Produkte, dt« aui- dem Rheinland ausgeführt würden, dann werde die Ein- und erlösten Toren prachtvoll durchführte, und Hofbauer als brutaler, in Derbheit und Gemeinheit grotzer, gieriger Sebostiano. der nie dem Geist und dem Gewissen, zuletzt aber dennoch der törver» lichen Gewalt weicht.— Eine ausgezeichnete Aufführung der Ehar- lostenburger Oper unter Krasselts Leitung. K. T. Da» Schohfchwei«.»Das Schwein wird allmählich«Ine wichtig» Persönlichkeit im gesellschofllichev Leben', so schreibt der Bericht- erstatter über gesellschaftliche Ereignisse der News'.„Es wird jetzt immer mehr Mode, Schweine zu basten, sie mit besonders hochtönenden Namen zu benennen und an ihrem Ergehen den leb- haftesten Anteil zu nehmen. Zumeist haben die Herrschaften diese ..Schohschweine' auf ihren Landsitzen, und ich kenne zwei Damen der besten Londoner Gesellschaft, die jeden Sonnabend nach Ihren Landgütern eilen, um ihren geliebten Schweinen einen Besuch ab- zustatte» und zu sehen, wie sie sich beflnden. Es war mir etwas be> fremdlich, einem Gespräch bei einer eleganten Teegesellschaft zu lauschen, in dem eine Dam« von ihrer„Diana' schwärmt«, von der Gesundheit Ihrer lZ Mitglieder umfassenden Familie und von dem entzückenden Aussehen dieser Lieblinge, die kohlschwarz seien und die süßesten kleinen geringelten Schwänzchen hätten. Schließlich bekam ich es heraus, daß Diana der Name der asten Sau wart' Pichnenchronik. Opernhaus. Sonntag, 5 Uhr nachm. Di« Metsl!ngcr von Nürnberg. Hans Lach«— Michael Lohnen.»—Schau- sp ielb aus. Sonntag, Uhr nachm..„.Eonolan". Abend» 6H Uhr „Tie ASubet'.— Klassisch es Theater siir die Lehranstalten Groß-BerlinS. 13.«pril, nachm. 2\4 Uhr. In der Bolksbühne am Bülow- Plad Sonderausführung Taaor«„Postamt': Shakespeare„.Komödie der Irrungen'.— Deutsches Theater. Am Donnerstag, de« 14. April, Elena Polewihkaia in Winiitscheniko»„P a n t h« r>v« i b'. Die Direktion nat den mit Ernst Deutsch Hübend, m mehrjährigen verlrag mit sofortiger Wirkung gelost.— Ralph Arthur Rodert«, bizheriacr Ober- regisseur»es Hamburger Thaliotbeaters bzw. de» Deutschen Schauspiel- Hauses, ist von den Direktoren Meinhard und Bernaucr siir ein« Reihe von Jahren für.das Berliner Theater und das Thealer i. d. Söniggrötzer Straße gewonnen worden. Borträge: Arbeiterkunstausstellung. Patersburaerstr. 39 k., ohds. 7V> Uhr, liter. BortragSabend. Dichtungen von Berta Lalk, gesprochen von Ernst Jriedrim und der Dichterin selbst.— Humboldt- Hochschule: Dr. Victor dngelbard»„Der Untergang de» Abend- lande?'. S Abende. Vegwn Dienstag, 1?. April, abend? ij Uhr, Ehar* lotrenbury, Sybelstrohe 2—4.— Berliner Sezession: Dienstag, iii»pril', abends 8 Uhr. Hanna Zweig überkonsesstoneller Vortrags- abev'd„Sehnsucht nach Gott'.— Martusstratzc 49, Montag, II. und 18. April, 7 Uhr: Dr. med. Wilhelm P t l,: Dt« Steinachsch« Per- Der«rbelter.SZugerbuud Gm, Berlin. I. Bezirk, Dienstag, 12. April. in der Neuen Welt, Hascnheid«, Wiederholung der„Jahreszeiten" von Hahdn. Karten zu i M. in den Zohlstelleii. zu 5 M. an der Nbcndkoss«. Deutsche Hochschul« für'Lotirik. Dud neu« Semester beginnt am 25. April»nd dauert ms Ende Juli.' S Bildhauer«Vilbelm Gerstel. Lebrer an der Karlsruher Kunst. akabeini«. bat einen Ruf»l» Lederer« Nachsolger an di« Berliner akademi'ch« Hochschule lür die hstdendcn Künste erkalten. Gerstel, der in der Mitie der Drethiaer stedt, ist in Berlin wohlbekannt. Hier wirst« er var dem Ktteae. und 1914 erregt« eines seiner Werke in der Zrcien Tezeipun zuerst die allaenuin« Auimerkiamtet». Erfurter Vulheruotgeld. Anläßlich ihrer iluISerleiern givt dl« Stadt tZtstiri.«rwrier LutSernotgekd" au« in»o-Vt.-Gcheinen mit S Serien. Dte 5 Scheine zeigen Episoh«, aus Luther» vuweieuheit M Erfurt vor 400 Lahre«. nahm« vergrößert, aber dle Rheinland« würden ruiniert. Sogar die sranzöiischen Handelsleute wiesen aus dies« Gefahr hin. Wenn ober die Zölle u n b c- deutend seien, dann sei die Sanktion wirkungslos und die Einnahmen würden nicht einmal die ErhebungSkvsteu decken. Wie Zrankreich aufbaut. „P o p u l a i r e' beschäftigt sich mit einer Aeußmmg des Abgeordneten Crespel, der jüngst bei der Kammer- debatte die Beteiligung deutscher Slrbeiter ablehnte, dabei von der Majestät der Wüste sprach und erklärte: Lieber die Ruinen als den Wiederausbau dsrch die Deutschen! Das Organ gibt bei dieser Gelegenheit seinem Sonderberichterstatter F i a e a c das Wort, der Gelegenheit hatte, den Wahlbezir! des Abge» ordneten. La B a s s 6 e. selbst In Augenschein zu nehmen. Da die französische Regierung die Behauptung des deutschen Memorandums an Amerika, in den zerstörten Gebieten werde der Wiederaufbau nicht in dem Maße gefördert, wie es not- wendig und möglich sei. mit Entrüstung zurückgewiesen hat. sind Figeacs Beobachtungen auch für uns nicht ohne Znt.reffe. Figeac spricht zunächst� von der Geringschätzung und der Der- gesienhest, der die Gesuche' der Bewohner von La Baflee anHeim- fallen, und schildert dann, wie dteWa hl desAbgeordneten Crespel in La Bosse« zustande gekommen sei. Am Ist. Ottober seien in Wagen, in Autos und auf Fahrrädern verschwundene_______ �______________ und unbekannte Wähler von Böthw», DIolaines usw., ja � von je 2 Zahreu ö Monalen Zuchthaus' und" S Jahren Ehrverlust. Kommunistenprozssse. vor dem Sonder gerlch« kein, Landgericht kl halft sich gestern der 18 Jahre alte Buchdrucker Ernst A n o p, eist Führer der kommunistischen gugendorganisalion, zu vei an un orten. Er zriZte vor Gericht erstaunliche politische Schulung und.entwickelte trotz seiner Jugend seine Ansichten so überzeugt und logisch, da� er selbst auf den Staatsanwalt, wie dieser bemerkt«, einen sehr'/am- pathischen Eindruck machte. Die Anklage bezog sich aus dos An» kleben von Flugblättern, tie sich on die Schutzpolizisten richteten. Diese werden darin oltfgesrrdert. sich den kommu'ffti- schen Kämpfern anzuschließen. Der Staotsanwolt beantragte drei Dechen Gefängnis. Des Gericht crkaunte auf ö Oacheu Geslingnis. bewilligte dem Angeklagten Äcr Strafaufschub und eine B e- währungsfrtst. Auch bei dem Sondergencht am Landgericht lll hatten sich di« gestern abgeurteilten Angeklagten wenen V'rbrcttung aufreizender Flugblätter zu verantworten. Eine Frau Agnes Gre wurde zu «'.nein Monat G'.föngniv verurteilt. In ihrer Verteidigung hatte sie behauptet, die Verteilung der Flugblätter nur zum Gelderwerb übernommen zu haben Em Maurer Fritz Fromm und der Schloffer Wilhelm Köhler erhielten wegen des gleichen Vergehens Fromm einen Monat und zwei Wochen. Köhler zwei Monate Ge- fängaiz. « Halle, st. April.(MTB.) Das hiesige Sondergertcht verurteilte heute die Arbeiter Richard Koch und Kork Kaiser aus Teutschen- tal, die beschuldigt waren, sich biwaffneten Haufen ange- schlössen und sich gegen da» S p r e n g st o f s g« s e tz vergangen zu haben, wegen Landsriedersbruchz zu einer Gesamtstrafe sogar von noch weiter entfernt liegenden Orten herbeigeströmt. Die Unterbringung, die Unkosten, alles sei ans Rechnung des Lloa nation»! gegangen. Bier, Wein, Likör und Geld seien in Strömen geflossen. Dann sei alle» still geworden. Crespel habe, als er glücklich Abgeordneter war. sich immer seltener blicken laffen, aber man hätte wenigsten» annehmen können, daß er seinen Pflichten al» Bürgermeister und Generalrat nachgekommen wäre. Aber auch die habe er gänzlich vernachlässigt. Wo» da» Gesundheitswesen anlange, so sei der einzige Apotheker gestorben und durch niemand ersetzt worden. Auf- räumungsarbeiten in den Ruinen seien nicht zu Ende geführt worden. DU Niederlegung der Trümmer, bei der etwa SO Arbeiter beschäftigt gewesen seien, sei seit zwei Monaten unter- brachen. Der Wiederaufbau sei aus Mangel an Kredtt zum Stillstand gekommen. Di« alten Pensionär« au» den Bergwerken hätten seit Monaten nichts von ihren Pensionen zu sehen bekommen und kürzlich«ine Proftstversammlung abgehalten. Selbst dt« Re. parationen würden vollständig vernachlässigt. Von ungefähr ISOS Gebäuden, die der Hauptort de» Kantons 1014 zählte, seien kaum ZV wiederaufgerichtet. Di« 21X10 Bewohner, die zurückgekehrt seien, wohnten in Barocken, wo sie zufällig Platz fänden. Einige Arbeiterhäuser seien weit vom Zentrum auf einem Gelände gebaut worden, wo die Deutschen ihre Toten begraben hätten. Schlecht entworfen, zu eng und uiibequem, seien diese Wohnungen. Die Bewohner klagten, und schon Hab« man anfangs dieses Jahre» Flebercpldewten zu verzeichnen gehabt, die zahlreiche Opfer gefordert hätten. Der Berichterstatter erklärt ferner, daß nicht einmal dle von englischen und amerikanischen Wohltätigkeit, vereinen mit Unter- stützung der französischen Regierung aufgestapelten Läger von Möbeln. Bettzeug und Haushaltungsgegenständen den Bedürftigen zugekommen seien. Man verkaufe sie je Ist nach tosen, so daß der Unglückliche von dem verkauf keinen Rußen ziehen hänae, sondern die Schieb«. An sie werde alle» verschleudert Aehnliche Klagen sind auch aus anderen Distrikten an di« Oeffentlichkeit gedrungen. Sie lassen das, was das deutsche Memorandum behauptet, als Nicht übertrieben er- scheinen. Die Arbeiter Mittel- und Westeuropas haben soeben ihren Willen kundgegeben, die Gebiete gemeinsam wieder- herzustellen. Soll der Aufbau weiter ins unendlich« ner- schleppt werden, well die Unternehmer sich nicht darüber einigen können, wer die Gewinne«insteckt? Angesichts dieser Tatsachen erinnert es an den„Hattet-den-Dieb'-Ruf, wenn Frankreich Deutschland einen üblen Willen in der Wieder- gutmachung vorwirft._ Simons bei Motta. Sern. S. Aprll. WTB.) Reichsminister Dr. Simon» stattete am Sonnabend anläßlich seiner Anwesenheit in Bern dem Chef de» politischen Departement» Mstta, dem Vizepräsidenten Haad und bShriqe Selbstmörder umr der Schwager dos Ammendorser E'ienbahnattentätrrs Jakob, war schan mehrfach vorbestraft und geständig, da» Eisenbahnattentat bei Gröbers am 22. Mörz, durch dos der Leipziger O-Zug zum Engleifen gebracht wurde, in Gemeinschaft mit Iokoo begangen zu hoben. Verhaftungen in München. München. 0. April.(WTB.) Durch eingehende Ermittelungen der Münchxner Polizeidirektion ist festgestellt worden, daß«ine An- zahl hiesiger Kommunisten bei verschiedenen internen Zusammen- künften Ende Mörz Pläne verabredeten, dl« die Sprengung von Eisenbahnbrücken und Lahmlegung de» Eisenbahn- Verkehrs zur Verhinderung von Truppentransporten zum Ziel« hatten. Es wurden deshalb 12 Personen in München, fünf in Gräfelfing festgenommen._ Der Unentbehrliche. Das Reichswehrininifterium gibt stolz durch WTB. in großer Aufmachung betannt: Die in einem Teil der Preffe verbreitete Nachricht über den Verkauf des Truppenübungsplatzes Döderitz au einen Industrietonzern entspricht nicht ven Tallachen. E» wird auch nicht beabsichtigt, den Platz zu verkaufen, da er für die Reichswehr unentbehrlich ist. Uns schewt der vor den Taren Berlin» belegen« Truppen- übimgsplotz Döberitzebensoentbehrlichwie der im Welch- bilde Berlins belegene Riesenexerzierplatz des Tempelhofer Felde». Für Hebungen der Reichswehr genügten wirklich Gegen- den, die geringere wirtschaftliche Bedeutung haben. Die Notwendig- lest«Mes TruppenübungsMotze» vor den Tora, Berlins hat sich fcls dringend bisher nur gezeigt— für den Putsch des Herrn Ehrhardt, der allerdings»ztcht in einer Nacht nach Berlin höt« einmarschieren können, wenn öp im Seimelager oder bei Itzehoe ein- quartiert gewesen wäre. Sie stbämt sich. Die„Deutsch« Tageszeitung' hatte in gewohnter Art den Land« wirtschaftsminister Genossen Braun wegen einer angeblich pan Ihm erlassenen Beiordnung angegriffen, wonach die Staats» forste» an di« benachbarten Gemeinden Brennholz zu ermäßigten Preisen abgeben sollten. Nach der Behauptung de« agrarischen Blattes wurden dadurch di« benachbarten Gemeinden zugunsten der entfernter gelegenen in empärender Weise benachteiligt. Genoffe Braun sandte darauf der„Deutschen Tageszektung' eine Berichtigung, die darauf hinwies, daß dieser Erlaß von dem früheren preußischen Landwirtschaftsminister Frei- Herrn v. S ch o r l e rn e r herrühr«, während Minister Braun nur ganz allgemein die Brennholzabgabe zu ermäßigten Preisen ohne Bevorzugung einzelner Gemeinden angeordnet hat. Di«„Deutsche Tageszeitung' muhte, zähneknirschend diese Be- rlchttgung abdrucken. Aber schamhaft ließ sie bei der Erwähnung des früheren Landwirtschaftsministers den in der Berichtung aus- drücklich genannten Namen des Herrn v. Schorlemcr� au»! Eine erste— freilich in diesem Falle begreiflich«— Regung von Scham. Technik unö Gewerksckast. Aus Kreisen der organisierten Techniker wird uns geschrieben: Im allgemeinen ist man geneigt, anzunehmen, daß mit den B«- strebunqen, die wirffchaftllchc Lage der Mitglieder zu verbessern, der Aufgabenkrej» der Gewerkschaften erschöpft sei. Daß dies ein ge- waltiger Irrtum ist, zeigen die von dem„Bunde der tech. »ischen Angestellten und Beamten' geleisteten Arbeiten. die weit über den Rahmen der Intereffen der eigenen Mitglieder hinausgehen. Kaum«ine ander« Organisation ist ober auch in der glücklichen Loge, ein so großes und vielseitige« geistige« Reservoir. wie es der Zusammenschluß von 100 000 deutschen Technikern dar- stellt, der Allgemcinhest zur Verfügung stellen zu können. Die von dieser Organisation herausgegebenen Schriften dürfen deshalb be- sondere Beachtung in Anspruch nehmen. So sind für den Aufbau derneuen Stadtgemeind« Berlin nicht nur Programms- tisch« Forderungen, sondern auch eingehend detatvierte Vorschläge in der Schrift„Die Technik im neuen Berlin" gemacht worden mit dem Ziel, die Wirtschaftlichkeit der kommunalen Einrichtungen zu üchern und technische und Selbstverwaltung nach modernen kaufmännischen Gesichtspunkten umzullellen. Dem gleichen Ziel dient ein« Versammlung der Groß» Berliner Technikerschoft. die zu dem T.hema„Vernunftgemäße Wirts chaftssührung' am heutig.«« Sonn tag, vormiltoo» 0)4 Uhr, im großen Saal de» Srisgerverelnshauses, Ehauffeeltr. 9-!. stattfindet. Hierz» werden di« bekanntesten Volkswirtschaft» ler und Fachleute sowie dl« führenden Politiker aller maßgebende« Parteien sprechen und die In Frag« kommenden Reich?-, Staats« und Kemmunalbehörden sowie die gesamt« Preffe des In» und Auslandes Vertreter entsenden. Volkszählung in der Tschechajlswakei. Nach dem vorkSuftg-n Ergebnis wurden bei der volk-zöhlung vom IS. Februar d. I. in Böhmen 66(13131 Einwohncr gezählt. Seit der letzten Bolls- Zählung am tzt. Dezember 19lZ ist die Zahl der Einwohner um 119 002, da» Isttuw 1,7 7 Proz, gesunken. In Böhmen. kirchen der neuen Provinzen Preußens werden in zweiter Be- Möhre» und Schlesien mit den angeschlossenen Teilen von Wfttra. ratung unverändert angenommen.— Der Entwurf zur' Aenderung � Felsberg und Hultschin wurden noch dem vorläufigen ErgedniZ des Staa,sschuldenverwaltungsgesetzes geht an den bei der letzten Zähluttq 9994 369 Einwohner gezählt. Seil dem Rechtsgusschuß.— Nächste Sitzung Donnerstag, den 14. April, Jahre 1910 Ist die Zahl der Bevölkerung um 77126 Einwohner 2 Uhr: Aufhebung de» Ausnahmezustand««, Smidergtricht«, Anträge. 1(0,76 Proz.) gesunken. GewerMastsbewegung Gescheiterte verhauüluugeo im Steinöruckgewerbe. Am letzten Tage de» bi» zum 31� Mär, geltenden Lohn- abkommen» für da» Lithographen- und Steindruckgewerbe traten die Vertragsparteien zu neuen Verhandlungen zusammen, um eine Entscheidung über die von der Gehilfenschast gefordert« Lohn- erhöbung ,u fällen. Gefordert wurde«ine den Zeitverhältnisfen entsprechend« Erhöhung der Löhne. Obwohl die Unter« nehmer die Kulturansprüche der Arbeiter anerkannten, lehnten sie jede Lohnverbesserung mit Rücksicht auf die Sanktionen und die daran» durch die Entente geschaffene Lage de» Beruf« ab. Sie verwiesen be- sonder» darauf, dafj die bis zu öv Proz. gehende Jmportabgabe jeden Export nach den Ententeländern unmöglich mache. Es sei schon jetzt ein« erhebliche Annullierung von Auslands- aufträgen eingetreten. Das Ergebnis davon müßt« ArbeiS. longkeit und Kurzarbeit in noch größerem Umfang fein. Am aller- meisten drücke auf die Betriebe die durch die Konferenz geschaffene Unsicherheit de« wirtschaftlichen LebenZ. Ehe diese Unsicherheit nicht beseitigt sei. könne nicht daran gedacht werden, die schon hohen Löhne noch weiter zu erhöhen. Da auch die weitere Aussprache und auch persönliche Fühlung- nähme lein anderes Ergebnis zeitigten, formulierten die Gehilfen- Vertreter ig einer Eonderberotung«inen Antrag, der ein Prodi- forium bi« zum Ablauf des TarifeS vorsah, um ein« klare Situation zu schaffen. Gefordert wurde iu diesem Antrag ein« Wirt- fchaftSbeihilfe von monatlich 60 M. für Ledige, 80 M. für Berheirgtete. Auch dieser Antrag verfiel der glatten Ablehnung durch die Unternehmer und die Verhandlungen mußten ergebnislos abgebrochen werden._ Seiratstagvng der Fabrikarbeiter. Am 4. und S. April tagte iu Hannover der Beirot des F a b r i k o r b« i t« r v e r b o n d« s. um zu den verschiedenen Fra- gen. wie sie einmal durch die Bewegung iu Mitteldeutsch- l a n d sowie den Streik in Leverkusen geschaffen find. Stel. lung zu nehmen. Dem Bericht des Vorstandes war zu entnehmen, daß im Derbandsgebiet die köimnuniftifchen Umtriebe bishex große- ren Umfang nicht angenooimen hoben. In vier größeren Zahl- stellen ist e« zu ernsten Ditierenzen mit dem Dorstand gekommen. Der vorstand stebt nach wie vor auf d«m Standpunkt, daß wegen feiner politischen Gesinnung kein Angestellter oder Funk- tiimär der Organisation gekündigt oder gemaßregelt werden darf. Erweist fich, daß die Angestellten moralisch oder geistig den an sie gestellten Ansprüchen nicht genügen, so werde die bisherig« Toleranz nicht weiter geübt werden, um die Organifotion vor Bor- kommnisten, wie sie beim Streik in Leverkusen zu verzeichnen waren, zu schützen. Im Fall Leverkusen hat der Vorstand nicht anders handeln können, um nicht einer chandvoll unverant- wörtlicher Schreier die Organisation auszuliefern, fjal doch der Sommimift TO alz ahn, der nach Ausbruch des Streiks sich in Wiesdorf etablierte, seinen ngenen kommunistischen Freunden er- klärt, daß die dortigen Funktionär« bei der Inszenierung de« Streiks falsch gehandelt hätten. Es kann nicht geduldet werden, daß durch die Moskauer Zellentheorie in den Zahlstellen neben den legalen Ortsverwallungen noch solche der Kommunistischen Partei bestehen. Von de? Einsicht und der Entschlossenheit der aus dem Boden p r a k° tischer Gewerkschaftsarbeit stehenden Mitglieder, den kommu-1 nistilchen Treibereien zu begegnen, wird es abhängen, ob unser Der. band in Zukunft nar schweren Erlchnllerunge» bewahrt bleibt. In d-r Diskussion billigten alle Redner das bisherige Ber- hallen des Vorstandes. Der Vertreter Berlin» wandt« sich gegen die Ausnähmegericht«. Amn Streik in Leverkusen kam ini allge- meinen zum Ausdruck, daß der Barstand gegenüber der dortigen Zohlstellsnleitung nicht früh genug die nötige Tatkraft ent- gegengesetzt habe. Weil man zurzeit mit einem immer entschie- d eiteren Auftreten dar Arbeitgeberorganisatianen zu rechne» Hot und dies« sogar schon auf Lohnabbau in einzelnen Bezirken hin- arbeiten, gllt es. die Schlagkraft der Orgouisottgn zu erhalten und nicht durch visziplinbruch und inner« Streitigkeiten zu schwächen. Zitch Punkt 2 der Tagesordnung. Erhöhung der Bei- träge, der Streik, und TOoßre�elungsuntersiütz- u n g, teilt« der Dorstand mit. daß zwar dt« finanzielle Entwicklung der Organisation fich wesentlich gebessert Hot. daß«» aber gilt, gegenüber den sich unzweiselhast entwickelnden Kämpfen gerüstet vozustehen. Es wird, da namentlich für die größeren Wirtschaft?- gebiete die heutige Streikunterstützung als nicht mehr ausreichend betrachtet werden muß, eine wesentliche Erhöhung der- selben durch Sch Äsung einer Sonderklasse, in der die Bei- träge um 80 Pf.-rhöht werden, empfohlen. Nach eingehen- der Debatte entschied sich der Beirat unter Ablehnung aller anderen Anträge für den Vorschlag des Borstandes, der es den Zahlstellen überläßt, die Zahlung der Beiträge der Sonderklasse festzulegen. Den Mitgliedern, Branchen und Zahlstellen, die sich bis zum l. Juli— von wo ab der erhöhte Beitrag in Kraft treten soll— für denselben erklärt häben, wird die erhöht« Unterstützung vom gleichen Tage ab gewährt. Die anderen Punkt der Tagesordnung waren weniger wichtig und behandellen den inneren Ausbau der Organisation sowie die Stellung zu den einzelnen Tagesftagen. Forderungen der Bankbeamten. In einer sehr stark bejuchten Bersammlung de» Allgemeinen Verbände» der deutschen Bankbeamten sOrisgruppe Berlin) referiert« Marx über die Rotwendigteit einer Revision des Reichs- t a r i f s, welch« noch dessen Bestimmungen zum 1. April zulässig sei. Es hätten bereits Verhandlungen mtt den Berttetern des Reichsperbandes der Barkleüungen stattgefunden, in deren Verlauf diesen Vertretern eine Reih« von Abänderungsvorschlä- gen unterbreitet worden seien, die eine durchaus notwendige Besse- runa der Lage der Bankongestollten fordern. Redner brachte dies« Forderungen zur Kenntnis der Versammelten und machte an- schließend die Mitteilung, daß van den Berttetern der Banklettungen ein« ablehnend« Lalrunq bekundet worden sei. Sie glaubten, daß ein« Veranlassung, den Zarif zu erhöhen, zurzeit nicht vorliege. Und doch sind— so führte Redner dazu weiter aus— im letzten Jahre wieder große Erweiterungen der Bonken für Hunderte von Millionen geschaffen worden, die nicht etwa von den Vankdirektoren, sondern durch die Angestellten verdient würden. So« lang« noch so unheimliche Gewinne gescheffell werden können, hoben auch wir von diesen einen Teil zu beanspruchen.(Stürmischer Beifall.). Zweiter Referent war Emont», der sich ganz im Sinn« seines Borredners aussprach. Eine Resolution erklärt, daß die Bantleitungen für die an- gesichts der ungeheuren Gewinne sehr maßvollen Forderungen ihrer Angestellten kein Verständnis besitzen, diese aber d ji« v o r g e- brachten Forderungen in vollem Umfang« auf- rechterhalten und mtt aller Energie im Zkeichsarbeitsmiinste- rium vertteten werden. Dom Reichsarbeitsminister er- wärt« die Versammlung ein größere» Verständnis für die Notlage der Bankangestellten, als von den nur auf ihr« Gewinne bedachten Banklettungen. Die Resolution wurde einstimmig angenommen und dann nach einem Schlußwort von Marx vi« Versammlung geschlossen. Graphische Hilfsarbeiter rmd Arbeiterimten Berlins. Am Sonntag, den 11. April, findet in 10 Wahllokalen von vor- mittags S bis nachmittag« 8 Uhr die Urwahl des OrtSvorstandeS und der Angestellten statt. Kolleginnen und Kollegen Bei dieser Wahl steht nicht mehr al« alle« auf dem Spiel, e« handelt sich um Sein oder Nichtsein der Organisation. Di«»kommunisti s ch« Fra kti on' der- breitet da« Märchen, e» handle sich um die Be- seitigung der TariigemeinschastSgegner. Die« i st glatter Schwindel und wird nur deshalb verbreitet, um ihre Moskauer Bestrebungen, die Zerstörung der Or- ganiiation. zu verschleiern. Laßt Euch nicht beirren! Wollt Ihr «ine Organisation, die Eure Interessen vertritt, wollt Ihr, daß praktisch« Gewerkschaftsarbeit geleistet und nicht vorwiegend der Paxteihader geschürt wird, wollt Ihr Euer Mitbestimmungsrecht wahren, dann müßt Iht geschlossen zur Wahl erscheinen. Keiner dgrs fehlen! Jede« wahlberechtigte Mitglied ist für den Ausfall der Wahl verantwortlich. Der Aktionsausschuß(Richtung Amsterdam). Die Bäcker für de« neuen Darif. den Bäckereien Groß- toren, Berkäuiee rinnen und Brotfahrer nah« i« den Germania-Festsälen nir Tariffrag« Stellung. Schumann gab den Bericht. Für die Lohnregelung der Gesellen ist ein« Staffelung vor- gesehen. AIS Grundlohn gilt für die großen Bäckerei«» der Wochenbetrag von 328 Mark und für die kleinen Bäckereien Eine Mitgliederversammlung der in Berlin« beschäftigten Bäcker, Sondii der Betrag von 315 Mark. Di« hieraus hergeleitet« Staffelung beträgt für die großen Bäckereien 8LV Mark, 325 M a r k un d 330 Mar! und für die kleinen Böcke- reien 310 Mark. 818Markund 320Mork. Den Brot- fahrern(Brotkutschern) wurde aus die jetzt gemhlten Löhne � ein W o ch e n z u s ch l a g von 60 Mark zugestanden, jedoch darf ibr Lohn auf keinen Fall unter 280 Mark betrogen. Nack � Lage der Dinge werden die im Bäckerverband organisierten Brotkutscher auf den Grundlohn von 825 Marl kommen. Die Verkäuferinnen werden ein Monatsgehalt von 700 Mark, und wenn ihnen Beköstigung und Reinhaltung der Wäsche gewährt wird, eine Barentschädigung von 310 Mark erHaften. Sache der Verkäuferinnen wird«S nun sein, auch darauf zu dringen, daß ihnen dies« Entschädigungen wiiklich werden. Ihre oft gezeigt« Gleichgültigkeit und Energielosigkeit müssen sie uberwinden. Die Bäcker, Brotkulscher und Berkäuserinne« erhalten nach einjähriger Beschäftigung 6 Tage, nach zweijähkfger Beschäftigung 9 Tage und nach dreijähriger Beschäftigung 12 Tage Ferien.— Di« KündigungSfrtft wurde auf 7 Tag« fest- gesetzt.— Der Gesamltarif ioll aus ein Jahr gelten, jedoch mit der Maßgabe, daß der Lohnfrage unabhängig davon nach zweimonatlicher Kündigung nähergetreten werden kann. NämenS der VerbandlungSkommission enipfahl Redner die An- nahm« der vereinbarten Borlage. Dann legte er noch Ber- Wahrung ein gegen das schon jetzt hervortretende Bestreben bürgerlicher Blätter. eine eventuelle BrotpreiSerhöhung auf die höheren Löhne zurückzuführen. SS ließe iich der Beweis erbringen, daß die Arbeitgeber schon vor Monaten die Forderung nach Erhöhung deS BrotpieiseS erbobcn bähen. Die Versammlung nahm die vereinbarte Tarijvorlage gegen wenige Stimmen an.__ Qrtsvorftände der Gewerkschaften, Delegierte uud UntcrkommissionSvertreter! Am Montag, den IL April 1921, abends 6 Uhr, Parterreiagl der Arminballen, Kommandantenstr. 58 59, Plenarveriamm- lung der GewerkschastSkommiifion Berlins und Umgegend. TageS- ordnung: Di« Aufgaben der Deputation für. Arbeit und Gewerbe in der neuen Stadtgemeinde Berlin. Referent Genosse.Brühl. Stellungnahme zum neuen Gewerbegerichts-Statut. GeichäftlichcZ. Wir bitten bestimmt und pünktlich zu«riMeinen. Eintritt nur gegen Abgabe der schriftlichen Einladung. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Den Besirksschllchftingsaussckntß für die siaatllchen Derwaltuoge« bettaf die von uns in der Morgenausgabe vom 6. gebrachte Be- fchwerde des ZdA. und nicht, wie apoenommen werden könnte, den Groß-Berkiner Schlichtungsausfchuß. Aerbindllchkeikserklärung. Der am l. November 1920 zwischen der Verewigung der Grpß-Berlmer Wurst- und Fleischkonserven. fahrikanttn und dem Zentralverbond der Fleischer ob- geschlossen« Tarifvertrag für die Gesellen w Wurst- und Fleisch- kcmservenfabriken ist vom Reichsarbettsmwister ab l. Februar für allgemew verbwdlich erklärt worden. vermin». Mr den redott. Teil: Tr. Seocrr Vetter, irhmlottcnburg: kür»meig-n- TÄ. EMe. 9«rm. Verla«: tornfrte-vcrLaa<8.01.6.$., Salin. Iniif: Car« «SrlS-Suckd ruiter« n. Salag?anftalt vrml Cinaet a. Co.. Beclt.x Lmdenttr. 3. Hierzu 8 Bclloge». Für Rheumatiker und Nervenleidende. Wunderbare Genesung einer 85iShrigen. Herr I. B. Becker« i. F. schreibt u. a.:.Eine alte Dam« von 85 Jahren, welch« in meinem Hause wohnt, hatte vor länge�w, sehr starke Ischias und litt febr an den Nerven. Sie klagte Tag und Nachts Das eine Bein schwoll an und sie wurde bettlägerig. Wir schickten zum Arzt und dieser verschrieb Salizhlmittel un» Schlaipulver und meint« zu mir:.Da« Alter ist da, wo wohl nicht« mehr hilft und man sich aus alles gefaßt wachen muß'. Die alt« Dame m ihren Schmerzen so leiden zu sehen, tat mir sehr weh. und so suchte ich mir tu den Zeitungen Mittel auf, rcip. Inserate. welche da« Leide» zum mindesten zu lindern vermöchten. Unter diesen fünd ich nun auch Togal/ und«K war resp. wirkte wie«in Wunder. Di« erste Probeflasche linderte schon die Schmerzen, nach der zweiten konnte die aste Dame, die nicht mehr zu gehen ver» mochte, schon da« Zimmer Verlassen, und nach der dritten ttnd vierten Probe ist sie gehfilt und gebt beute allein! wie vor Jahren, sogar durch die verkehrsreichsten Straßen Hamburg« und Altona«.' Ebenso wie bei JSchiaS wirkt Togal erfabrungSgemä? pro»vt bei Gicht. Hexenschuß. Rheuma. Schmerze» in de» Gelenke» und Glidern. sowie bei Nerven- und Kopfschmerzen. Hervorragend« ArftjU' der- ordnen Togal-Ta Kletten. 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