Nr.�HH» ZS.�ahrgaog Ausgabe A Nr. So Bezugspreis: St?r!«li5fttL30,— M., monotl 10,— M. {rtt ins Liaus, voraus zahlbar. Post- beziig: Monatlich lO,— üi., einschl. Ill- stellungsgcbijhr. Unter Kreuzband ,iir Senstchland, Danzig, das Eaar- und Mcmclgcbiet, ivwie die ehemals dcnl- ichen Sebirie Polens, Oesterreich. Ungarn und Lnremburg 20,— M, tiir da» übrige Ausland 27.— M. Post- besiellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn Tlchecho-Sloniatct, Däne- mori. Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. -Der„Dorwärts" Mi» der Sonntags- beilag«„Pol! und Zeit", der Unter- Haltungsbeilage �Heimwell" und der Beilage»Siedlung und Kleingarten« erscheinl wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: »Sozial domo trat Verliii- Morgen Ausgabe berliner Oolksblstt ( 30 Pfennig) Anzeigenpreis: Die achrgeiii allen« Ronvareillezeil« kostet d.TO M.»SIetne Anzeiget,- das lettgedrucktr Wort I.b0 M. Uj- lässig zwei IcttgedriXki» Wone>. jede« weiter? Wort L— M. Slellengesmi,« und Echlasstetlenanzeigen das erst, Wort 1,— Sl. ledr» wettere Won 60 Psg. Wort« llber lö Puchstabrn zählen für zwei Wort«. ffan>ilien-A»- zeigen für Abonnenten s?ilt z,— äst Die Preise verstehen sich einschließliä! Teuernngszulchlag, Anzeigen sllr die nächste ähimmet müssen bis S Uhr liachmtttog, tm Hauvtgeschäst. Berlin EW 08. Linden. ltraße 3. abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr irüh bis S Uhr abend». Tentralorgan cler fosialäemokratifckien Partei VeirtlcWands Ueüaktion und Expedition: SW 6$, Lindenstr. 3 gserusprechrr: Amt Mortstvla«. Nr. lSl»0— ISIS? Stegerwalös Verpflichtung. Nach einem Telegramm des MTB. berichtet die„Kol« Nische 23 d I f s 3 c i t u n g", das rheinische Zentrumsorgan: In verschiedenen Blättern wurde behauptet, daß Ministerpräsi- dent Steger wald irgendwelche Bindungen eingegangen sei und fick) auf eine bestimmte Koalition verpflichtet habe. Der„D o r- w S r t s" behauptet, die Sozialdeinokraten hätten für Stegerwald erst gestimmt, nachdem dos Zentrum die Zusicherung gegeben hätte, Stegerwald würde sofort zurücktreten, falls er keine Regierung zustande bringe, die die Zustimmung der Sozialdemotroten finde. Demgegenüber läßt sich die ,Löl- msche Bolkszeitung" von zuständiger Stelle bestätigen, daß der Zentrumssührer Dr. Porsch die anderen Parteien nicht im gering st en im Zweifel darüber gelassen hat, daß der neue Chef der preußischen Regierung vollständig freie chand haben müsse. Bon Stegerwald selbst könnten schon um deswillen die behaupteten Bindungen nicht eingegangen worden sein, weil er den übrigen Parteien erst kurz vor der entscheidenden Landtags- sitzung als Kandidor präsentiert worden ist. Die Darstellung der„Kölnischen Volkszeitung" ist in höchstem Maße tendenziös und i r r e f ü h r e n d. Es soll der Anschein ermeckt werden, als ob der„Vorwärts" über die Verpflichtungen falsch berichtet habe, die d a s Z e n t cum vor Ypr Wahl Stegerwalds über dessen evtl. Rücktritt eingegangen ist. Wir betonen demgegenüber, daß wir unsere Darstellung Punkt für Punkt aufrecht erhalten: von den Ver- trctern der preußischen Zentrumssraktion ist nicht e i n ni a sondern bei mehreren Gelegenheiten in der b c st i m m- testen Weise zugesichert worden, daß Stegerwald sofort zurücktreten werde, falls ihm nicht d ie Bildung einer Regierung gelingt, die die Zu- st i in m u n g der S o z i a k d e m o k r a t i e findet. Daran ist nicht zu drehen und nicht zu deuteln. Wir begnügen uns heute mit dieser Feststellung: sollte sie nicht geniigen, um das törichte Gerede endlich zum Ver- stummen zu bringen, so mühten wir einmal ausführlicher auf die Dinge eingehen._ Ich habe schon einmal auf die Stellung Eberls in der jetzigen Reichsregierung hingewiesen— sie erscheint mir vollkommen unhaltbar, wenn er ausschließlich die n i ch t s o z i a l i st i s ch c R e- gierung mit seinem sozialdemokratischen lllamen decken muß. Daß die Partei auf ihren früheren Borsitzenden Rücksicht nehmen muß, ist selbstverständlich. Aber diese Rücksichtnahme muß da ihre Grenze finden, wo die Interessen der Partei und des Volkes— für mich sind das identische Interessen— gefährdet werden. Ich bin überzeugt, daß unsere Partei nicht daran denkt, den links von uns operierenden Parteien und Gruppen dos Wciterocgetieren zu erleichtern durch eine nicht absolut klare Politik. Redner bespricht sodann die außenpolitische Lage und sagt: Ick) weiß, daß Dr. Simons als ehrlicher und aufrichtiger Mann in London gehandelt hat. Er hat aber den Demagogen auf der anderen Seite die Arbeit leicht gemacht, indem er ihnen die Möaiichkeic gab, diese Gegenüberstellung zu machen: Wir fordern 226 Milliarden, Ihr aber bietet 30 Milliarden. So verhöhnen uns die Deutschen. Redner kommt dann auch auf den Kohlen streik in England zu sprechen. Es ist lächerlich, was für Schwierigkeiten man uns wegen der Schutzpolizei macht, wenn man sieht, wie Lloyd George seine bewaffneten 5) e e r h a u f e n mobilisiert ge- gen streikende Arbeiter, und das i» einem siegreichen Lande ohne Koppisten. Die gewerkschaftlich organisierten Li r- beiter Deutschlands, Frankreichs und Englands sind einig über das, was von Deutschland verlangt und was auch geleistet werde» kann, Wiederaufbau der zerstörten Gebiete durch Material und Arbeitsleistung: daß darüber noch Geld- l e i ft u n q e n ausgebracht werden nnissen, hat Dr. Simons in feinem Briefwechsel mit Amerika klar ausgesprochen. Die beste Stütze in unseren: Bestreben, eine Revision des Friedensvertrages zu er- reichen, sind die Arbeiter in den E n t e n t e st a a t e n. Die in- ternationalen Beziehungen zwischen den Arbeitern zu pflegen/ ist des- halb eine wichtige Aufgabe der deutsche» Sozialdemokratie. Rcdnw richtet dann eine Mahnung an die Arbsiterkiosse zur größeren Einigkeit. Um die Gefahren für die Republik von rechts und links auf die Lauer bannen zu können, bedarf es einer zielklaren und entschlossenen Sozialdemokratischen Partei. Scheiüemann zu? politiscben Lage. Mannheim, 11. April, 5)ettte abend um 7 Uhr fand im Nibelun- gensaal eine von der SPD. einberufene Versammlung statt, in der Oberbürgermeister Scheidemann- Cassel über die politische Lage sprach. Zunächst erinnerte der Redner an die jüngsten Kommu- n i st e n- P u t I ch e. Obwohl der Ausruhr glücklich niedergeschlagen ist, komme schon wieder die Parole: Sturmriemen unter das Kinn. Scheidemann kam dann auf die S o n d e r g c r i ch t c zu sprechen, denen mit Mißtrauen von feiten der Arbeiter begegnet werde, dem angesichts der Freisprechung"» oder lächerlich milden Bestrasungcn van Offizieren und Studenten eine gewisse Berechtigung uick't abgesprochen werden köunte. Der Arbeiter sehe in der heutigen Rechtlprechung eine Klassenjustiz. Diese U-berzeuguna tönne erst ausgerottet werden, wenn wirkliche Volksgerichte geschanen worden find. Mit der Wiedereinfiihrung der absoluten Rechts- gleich hcit nahmen wir an, daß unser Volk auch verständig genug sei. auf jede Gemaltanwendung zu verzichten. Aber kaum waren die neuen demokratischen Rechtsverhältnisse eingeführt, da erhoben sich schon Minderheiten, die sich mit Gewalt als Regenten aus- werfen wollten. G e w ck l t- k ä ck n k e tm r mit Gewalt b c- gegnet werden Sd chtstaltd die neue N e i ch s w e H r, deren eiaentliche Däter Oiebknech» und Ledebouc heißen, nicht aber Roste. Angesichts der Zustände im Innern steht jede Reichsregiming vor schwersten Aufgäbe. Diese Atifgaben können aber nur von eicker Regierung gelöst werden, die auch Autorität hat. Auto- rität kann aber nur»nie solche Regierung haben, die das Vertrauen des arbeitenden Volkes genießt. Aertrauen kann aber dos Volk nicht haben zu einer Regierung, in der Männer fitzen, die nicht einmal auf dem Boden der Verfassung stehen, die die Bersasiimg vor aller Wclt abgelehnt haben. Oberste Ausgabe der Regierung ist der Schutz und die Durch- f ü h r u n g der Verfassung. Wie kann eine solche Aufgabe gelöst werden von Angehörigen einer Partei, die die in der Verfassung anerkannte Republik schützen und ausbauen soll, wenn sie� selbst monarchistisch ist. Damit bin ich bei einer der schwierigsten Fragen der Reichspolitik angelangt. In der Reichsrcgier, mg sitzen nämlich neben Demokraten und demokratischen Zentrumsmännern die Ge- nosicn der Herren Stinnes und Stresemann. Könnte etwa, an einer solchen Regierung gebessert werden im Reichsiuteresse durch den M u, zutritt der Sozialdemokraten? Nein. Nicht einmal die Sfeaiecima des zweitgrößten Landes, die Regierung Bayerns hat inrauen zur Reichsregicrung. Sie steht vielmehr in Opposition, tenn ii« nfeitt auf die wichtigsten Beschlüsse in der Entwaffnung?- La« Wenn in die preußische Regierung, was jetzt ver- lonat wird auch die Dolkspartet noch eintreten iollte. dann wird— w-w im Re'ich di- gesamte Politik- so in Preußen auch die Perwallung des Landes verstinnest werden. Das ganze Volt hat das g r S ß t« I n t e r e f f e daran. daß sowohl im Reich wie in ollen Gliedstaaten die Sozial d e m°- k r o t i e a n d e n R e g i e r u n g e n b e t e, l, g t ist. Das ist aber nur dann möglich, wenn die Regierungen wenigstens«n zwei Grundsragv: vollständig einig sind: Pollstsch da, klare Bekenntnis zur Verfassung und dann auch zur demokratiichen Republik. nckrtschafNIch die Zustimmung zur Sozialifleruvg des Bergbaues. Englanüs Krise. Eine Reuter Meldung behauptet, daß in allen Distrik- ten außer Tiveshire die Pumpen wieder bedient werden, daß es in Südwales besonders ruhig und die meisten Schächte zur Wiederaufnahme der Arbeit seien. Dagegen berichtet der so- zialistischc„Daily Herald" aus Dublin, das Exekutivkomitee der Sinnfeiner habe beschlossen, die Freihestsbcwegung der britischen Arbeiterschaft durch einen Feldzug gegen die britische Gewaltherrschaft in Irland sofort und tatkräftig zu unterstützen. Die Maßnahmen der Regierung zur Bildung einer freiwilligen Hilfspolizei, die von den Arbeitern als eine Art weiße Garde angesehen wird, haben nach der Dena ge- fährliche Erbitterung hervorgerufen. Aus Nordwales lägen bereits Nachrichten vor, daß die Arbeiter dort die„Weißgar- disten" durch Stembombardements verjagt haben. Die all- gemeine Zerstörung der Gruben schreite langsam aber sicher vorwärts. 4- London, 11. April.(Reuter.) Die Konferenz zwischen iRegierung, Bergwertsbefihern und Bergarbei- ;» e r n. die heute morgen stattsand, ist nach einer Rede Lloyd � Georges aas nachmittag vertagt worden. In dieser Rede � legte Lloyd George beiden Parteien nahe, ein K o m i l e e zur Prü- ; sung der BerhSIlnisse zu ernennen und das Ergebnis der Konferenz am Rachmittag zu unterbreiten. Die Kohlenpresse. Pari,. 11. April.(WDV.) lln diesem Augenblick finden in Paris Verhandlungen statt zwischen der Reparationskommission und den Vertretern der Sohlenindustrie. In Erwartung«iaes allgemeinen Lieferungsplanes hat die Reparationskommission bestimmt, daß auch für April wie für Jebruar und Rlärz 2 200 000 Tonnen geliefert werden sollen. Die deutschen Delegierten haben eine Denkschrift überreicht, in der verlangt wird, daß das monatliche Liefe- rungsquantum herabgesetzt werden möge. Vo bleiben öie Kriegsprozesse? London. 11. April.(VA.) Die.Times" melden aus Pari», daß eine neue Rote der Alliierten an Deutschland die Durchführung der Srlegsprozeste in kürzefler Frist verlangen wird unter Hinweis auf die am 1. Mai eintrelendcu Rechtsfolgen. Verbreiterung öer ruftischen Regierung? London, 11. April.(MTB.)„Times" zufolge wird aus Reval gemeldet, Lenin habe dem lozioirevolutionären Führer T s ch e r- n v m, der sich augenblicklich in Reval befindet, den Posten des Landwirtfchaftskommissars in der Sowjetregierung an- geboten. vorwarts-verlag G.m.b.H., Sw OS, Lindenstr. Z Fernsprecher, Amt Morihplay, Nr..U7S:t— 5» Der Riesenkampf in England. Bon Otto H u e. Die auch von der deutschen Presse vielfach übernommene Behauptung, es handle sich in Großbritannien um einen Berg- arbeitcr str e i k, ist falsch. Am 1. April liefen die letzten Ar- beitsverträge ab. Die Kricgsnot hatte auch die britische Rc- gicrung genötigt, anzuerkennen, daß man die Gewinnung und Verwertung eines für die Staatserhaltung so notwendigen Rohstoffees wie der Kohle nicht der freien Bewirtschaftung durch private Interessenten überlassen dürfe. Der Bergbau wurde unter Regierungskontrolle gestellt, Preisbcmessung, Lohnhöhe und Unternehmerprofit unter die Direktion des Reichskohlentommissars. Der nach Ablauf des Jahres 1920 eingetretene Umschwung auf den Kohlenmärktcn gab dein Drängen der Privatkapitalisten aiif Wiedereinführung völliger Freiwirtschaft die stärkste Unterstützung. Das Parlament hob gegen die Stimmen der Arbeiterpartei auf Vorschlag der Re- gierung und in Ucbercinstimmung mit den Bergwerksbesitzern die„Zwangswirtschaft" auf.„Um freie Hand zu haben," so las moii im März in der Unternehmerpresse, wurde den Arbeitern zum 1. 2l p r i l„gekündigt"! Mithin handelt es sich nicht nm einen Streik der Ar- beiter. Da es bis zum Ablauf der alten Kontrakte nicht zur Verständigung über neue kam, trat am 1.'April der v e r- t r a g l a s e Zustand ein. Man kann daher nicht von einem Arbeiterstreik, sondern muß von einer Arbeiter aus- s p e r r u n g reden. Darum fordern die Ausgesperrten die staatliche Arbeitslosenunterstützung. Infolgedessen muß auch die Stellungnahme der Arbeiter- organisationen zu den Notstandsarbeiten anders, als wenn ein Streik vorläge, beurteilt werden. Bei den General- streiks der britischen Bergleute im November 1920 und im Fe- bruar-März 1912 wurden die Notstandsarbeiten auf Beschluß der Miners-Fcderation durchgeführt. Wer die jetzt meist- genannten britischen Bergarbeiterführer Herbert Smith und FrankHodges persönlich kennt, der weiß, daß diesen Männern ein„Radikalismus", der sich über die Bedürfnisse ihres Volkes mit klirrenden Phrasen hinwegsetzt, durchaus fern liegt. Aber was sollen sie tun, nachdem die Gesetzgebung die Ordnung der Streitsragen zwischen Arbeit und Kapital im Bergbau zu einer rein wirtschaftlichen Angelegenheit erklärt hat, und die Werksbesitzer daraus die Folgerung zogen, den Belegschaften zu kundigen,„um freie Hand zu haben"? Statt den in jetziger Zeit besonders notwendigen Äemeiizschastsgeist zu stärken, hat man durch die Uebertragung der Verfügung über die Bergbauwirtschast an privatkapita- listische Interessen dem zersetzende» Wirtschaft- liehen Individualismus das Schicksal der Nation in die Hand gegeben. Die Miners-Federation hat nicht unterlassen, vor der itlufhebung der Regierungskontrolle über den Bergbau dringend zu warnen. Nach dieser Richtung gingen die Bemühungen der Arbeiterorganisation seit Monate». Sie will nicht die schrankenlose privatkapitalistische Unternehmer- Wirtschaft, sondern fordert zunächst die Beibchaituilg der Re- gierungskontrolle über die wichtigste Industrie des Landes. Die Nationalisierung(Sozialisierung) des Bergbaues gemäß den Borschlägen des von der Regierung 1919 mit der Untersuchung der Bergbauwirtjchaft betrauten Richters Sankcy ist die grundsätzliche Forderung der Arbeiter. Zumindest also wollen die Bergarbeiter keine plötzliche Auf- Hebung der Regieruiigskomrolle zu einer Zeit, wo eine offi- ziöfe Äusgleichsaktion offensichtlich unentbehrlich ist. Dennoch hat in der gesetzgebenden Körperschaft die individualistische über die gememwirtschaftliche Wirtschaftsauffassung gesiegt. Vergegenwärtigt man sich diese Borgänge, dann versteht man auch, daß die gekündigten Arbeiter es ablehnen, Notstandsarbeiten zu verrichten. Die Gekündigten stehen gegen ihren Willen außerhalb der Werkstore. Wenn nun die Werksbesitzer und die Regierungsorgane an das nationale Gemeinschaftsgefühl appellieren, von der Arbeiterschaft ver- langen, daß die Pumpwerke usw. in Gang gehalten werden, um die Nation vor dem Verderben ihrer lebenswichtigen Kohlenindustrie zu bewahren, so ist das der stärkste Beweis gegen die privatkapitalistische Berg- bauwirtschaft, den ich mir denken kann! Die Nation wird zum Schutz des Bergbaues auf- gerufen, also muß man der Nation das Be- st immungsrechtüberden Bergbau zugestehen! Mai, kann ihn nicht mehr als eine private Sache betrachten! Selbst bürgerliche Zeitungen des Laiches gestehen zu, daß die den Bergleuten angebv tenen Lohn red uk- tionen viel zu stark find. Seit Monaten müssen die Arbeiter in den meisten Distrikten schon Feierschichten und hausenweise Entlassungen über sich ergehen lassen.„Daily Chronicle" berichtete am 14. März aus Südwales von 40 000 arbeitslosen Bergleuten. Im Rhonddatale herrsche eine so große Not, daß viele Familien„ihre Möbel um jeden Preis verkaufen". Bon dem nach dem einstweiligen Abkommen im November 1920 im Verhältnis zu dem Erlös aus dem Kohlen- export um bis 3 Schilling täglich gestiegenen Lohnzu- schlag ist im Februar bereits zirka die Hälfte reduziert worden. In den Monaten Ianuar-Fcbniar 1921 ging nämlich der Vrennstoffcxport um 3,10 Millionen Tonnen gleichen Zeitronm 1920 ans 3,70 Millionen Tonnen zurüd Der Aussuhrwert fiel um 56,57 Proz.! Dadurch verringerten sich automatisch die tarislickien Lohnzuschläge.� Dazu traten zahlreiche Feierschichten. Das frühere Plus für die Staats- lasse aus Ausfuhrerlösen verwandelte sich in ein Minus, das die Staatskasse zu decken hatte. Die Regierung glaubte aus dem Dilemma zu kommen durch die glatte Aufhebung der „Zwangswirtschaft" Eine Doktor-Eisenbart-Kur! Die Bergwcrksbesitzer lehnten nun die Vereinbarung eines Reichslohntarifs mit der Miners-Federation ab, wollten nur noch Diftriktstarife gelten lassen und offerierten bedeutende Lohnkürzungen. Die Miners-Federation schlug die Bildung eines nationalen„Pools" vor, eines unter Rcgicrungskontrolls stehenden Ausgleichsonds, aus welchem die Zubuße- durch oie Ausbeutegruben subventioniert werden sollten. Auch das lehnten Unternehmer und Regierung ab. In welchem Aus- maße die Lohnkürzungen angeboten sind, zeigt folgende Ucber- ficht der dlirchfchnittlichen Wochenverdienste: Im März gezahlte Löhne Lohnangebot für Aprft finden in der Preislage auf den Lcbensmittclmärkten keine Stütze. Daß in einigen Distrikten geringere, in Vorkshire fast gar keine Lohnabzüge angeboten sind, bewerten die Bergleute � als den tattischen Versuch, jetzt ihre Front zu zerreißen, und gegen den s Material. Viele Millionen menschliche Arbeitskräfte sind durch nen zurück, den Krieg vernichtet und trotzdem breiten sich Arbeitslosen- Heere in Europa aus, wie sie in dieser schauerlichen Größe die moderne Wirtschaftsgeschichte noch nicht kannte. In den Ententestaaten wie in Deutschland fehlt es Millionen Men- scheu an menschenwürdiger Behausung. Dabei liegt das Bau- gewerbe still: baugcwerbliche Arbeiter lungern erwerbslos in Scharen umher. Die Baustoffindustrien wissen nicht einmal ihre stark eingesckiränkten Produktenmengen los zu werden. Den proletarischen Milltonenmassen fehlr es an notdürftigen Bekleidungsstücken und Hausgeräten, aber auch die zweit- wichtigste'britische Großindustrie» die Erzeugung von Textil- waren, ist, wie ihre Konkurrenz im Auslande, einer lähmen- den Alisatznot verfallen. Die Industrien der Holzvcrarbeitung usw. verfügen über überfüllte unverkäufliche Läger. Wenn man bedenkt, welche Zerstörungen die Kriegssurie den Ver- kehrsanlagen zufügte, wie der Raubbau die Eisenbahnen überall herabgewirtschaftet hat, dann fällt die große Absatznot der internationalen Eisen- und Stahlindustrie, des Maschinen- baues erst recht aus. Und man beachte, daß 1920 die Kohlen- förderung in Großbritannien, Frankreich, Belgien und Deutsä)- land zusammen immer noch rund 115 Millionen Tonnen niedriger war wie 1913? Im Frühjahr 1921 arbeiten die Bergwerke in den drei genannten Entente- staaten stark eingeschränkt. Trotzdem wissen jetzt Großbritannien, Belgien und Frankreich nicht, wo sie chren Kohlenübcrfluß unterbringen sollen! Er ist nur zwar relativ, deshalb der markanteste Beweis für die ungeheure Depression, die auf der Weltwirtschast löstet. Der walisische Bergarbeiterabgeordnete H a r t h o r n legte den Finger in die Weltwunde, als er am 5. d. M. im Unterhause erklärte: Es sind die Folgen von Ber» sailles und S p a. die„den Markt für unseren Kohlenexport gänzlich zerstört haben!" Laute Zustimmung der Arbeiteriraktion. Schweigen auf der Regie- rungsseitel In der Tat, kapitalistisch« Interessen, die sich des Nationalismus als Behikel bedienen, haben in Versailles die Warenerzeugung und den-austausch sowohl in den Ländern der„Sieger" wie der„Besiegten" in unerhört engstirniger reagieren entsprechend. Die Hoffnung auf die Ausnahme der- Weise gedrosielt. Durch Zerstückelung großer staatlicher Wirt Arbeit in den begünstigten Distrikten war trügerisch, auch in � schaftsgcbiete in blutlere„National"-Klcinstaaten, durch blind- Äorkshire, Midland und Derby sind die Belegschaften am wütige Zerreißung alteingelebter internationaler Wirtschafts- 1. April nicht zu den Gruben gegangen. Von den fast beziehungen, durch neuerliche Ankündigungen weiterer Eisen- 1 200 000 Bergwerksarbeitern aller Kategorien, die in Groß-. bartkuren ist in ganz Europa der Zustand geschaffen, wo britannien im März in den Belegschastslisten geführt wurden,> fiebernde Erregung mit fatalistischem Gleichmut abwechselt. hat nur ein unerheblicher Teil �u. a. die Belegschaft einer z Kein Mensch, keine Industrie weiß, ob es die„höhere Gewalt' Grube in Aorkshire, die der G r o ß e i n k a u f s g e s e 1 l- schaft britischer Konsumgenossenschaften ge- hört, die keine Lohnabzüge anbot!) die Arbeit am 1. April fortgesetzt. Wer die Solidarität der britischen Miners, ihre Entschlossenheit und bittere Stimmung kennt, wird die Mel» düngen von bedeutenden Absplitterungen nur mit Vorsicht ge- nießen. Aber auch die Sensationsnachrichten über„kommu- nistische Umtriebe" und gewalttätige Terrorakte. Daß heut- zutage in einer durch monatclanges, vergebliches Berhandeln erbittert gewordenen, mit enormer Verschlechterung ihres Standards bedrohten Riesenmasse auch rücksichtslos putsch- lustige Elemente austreten, ist auch ein Erfolg des Krieges. Der Miners-Federation fallen sie aber nicht zur Last. Die Folgen des angekündigten Eintritts der großen Eisenbahner- und Transportarbeiter-Umons in den General- streik würden für das wirtschaftliche und politische Leben gestattet, einen Arbeitsplan zu verwirklichen. Deutschland muß zwangsweise Kohlen dorthin liefern, wo kein Mangel daran ist, während es selbst unter Kohlenmangel leidet. Groß- britannien, dieses erstklassige Warenausfuhrland, siebt feine Kohlenausfuhr von Monat zu Monat von über 6 Millionen in der Vorkriegszeit auf jetzt nur noch 1% Millionen Tonnen sinken! Es fördert nur noch gut-t Millionen Tonnen wöchentlich, gleich 208 jährlich, fast 80 Millionen weniger wie 1913, und erstickt doch in Kohlen! Die Exportpreise fallen in Jahres- frist von 100— 135 auf 47—60 Schilling, und doch häufen sich die Lager riesenhoch! Die Abnehmer fehlen, obgleich von einer Versorgung der Konsumenten mit lebensnötigcn Waren wie vor dem Kriege noch bei weitem keine Rede fein kann. Europa versinkt in Armut, feine Blutleere wird chronisch! Wer könnte so kurzsichtig sein, anzunehmen, eine wirt Großbritanniens fo unübersehbar einschneidend sein, daß man � schaftliche Katastrophe in>„Feindesland" könnte den durch die vorbeugenden Vermittlungsbemühungen der Genossen Thomas und Henderfon durchaus verstehen wird. Die entscheidende Beranlasiung des gewaltigen sozialen Ringens im Britenreich ist der Krieg und feine „Fortsetzung mit anderen Mitteln" durch den V c r s a i 1 1 e r Friedensvertrag! Seine weltwirtschaftlichen Auswir- kungen hatten die tragische Situation in der britischen In- duftrie herbeigeführt. Weite, einst blühende Landssteile in Europa liegen noch immer verwüstet da. Auf Jahre hinaus könnten die Industrien der Ententeftaoten und Mitteleuropas beschäftigt werden mit der Herstellung von Wiederaufbau- Bersailler Sanktionen niedergedrückten und mit völliger Ber- sklavung bedrohten Mitteleuropäern von Nutzen sein? Wo immer in der Welt volkswirtschaftlich notwendige Produktions- statten stillgelegt oder gar zerstört werden, da widerfährt der ganzen Kulturmenschheit ein Unglück. Siehe Nordfrankreich! Dem die gründliche Schadenheilung verbürgenden Gedanken der gemeinsamen Wiederaufbau arbeit muß trotz Nationalismus und Kapitalismus zum Siegs verholfen werden. Der Riesenkampf in Großbritannien mußbazu mit- besten. Darin erblicke ich seine weltpolitische Äbdeutung. Denn er ist die natürliche Folge von Versailles. Sozl'alöemokratie unö Sonöergerkchte. Der Parieivorstand hat sich in seiner letzten Sitzung mit der Frage der Sondergerichte beschäftigt und seinen Stand- punkt zu folgender Erklärung formuliert: Der Sozialdemokratische Parteiverstand erachtet es für unmög. lich, einer Justiz, die feit Jahren mit dem R-chtszefühl weüer Volks- kreise Immer wieder in den schärfften Gegensatz geraten ist, so un- erhört weitgehende Vollmachten anzuvertrauen, wie Ks feie Verordnung des Reichspräsidenten vom 29 März 1921 vorsteht. Auch wenn anerkannt wird, daß gegenüber den Masfenverbrechen des Märzaufruhrs gerade zugunsten der Beschuldigten im Jntcresi« der Beschleunigung des Verfahrens das Schwurgericht und das Reichsgericht durch weniger schwerfällige und überlastete Gerichte ersetzt werden müssen, brauchen diese Gerichte nicht so weck, wie die Verordnung es zuläßt, sich von der ordentlichen Gerichtsbar» keit zu entfernen, sie können vielmehr als besondere Dreimänner- strafkammern den Landgerichten angegliedert werden. Wenn die Berordnimz in ihrem Z 2 erklärt, daß alle zum Rich- teramt Fähigen— also nichtnurbeamtete Richter— in das außerordentliche Gericht berufen werden können, fo schafft sie damit die Gefahr einer ungeeigneten Besetzung der Gerichte, etwa mit Richtern, die die Altersgrenze überschritten haben, oder mit be- schäftigungelosen Kriegsgerichtsräten. Wenn die Verordnung ferner in Z Z Absatz 2.§ 6 auch beamteten Richtern die Ablehnung der Be. rnfung in eine Richterstelle versagt, so setzt sie sich dadurch, ohne durch Art. 48 der Reichsverfasfung dazu ermächtigt zu fein, in Wi- derspruch zu Art. 194 der Reichsoersassung. Wenn weiter die Verordnung die Errichtung von außer ordcnt- llchen Gerichten nicht nur in den unter Ausnahmezustand gestellten Bezirken vorsieht, vielmehr in allen Bezirken, in denen Auf- ruhrhandlunzen begangen werden— fei es auch nur eine, sei es viel- leicht gerade nur die jetzt abzuurteilende—, so wird der Willkür Tür und Tor völlig geöffnet. Auch d i e Z u st ä n d i g k e i t des Gerichts ist der Willkür völlig preisgegeben, da jedes Gericht dadurch zu- ständig wird, daß der verhaftete Beschuldigte in seinen Bezirk über- geführt wird. Das Ermittelungsverfahren, das erfahrungsgemäß noch am ehesten geeignet ist, haltlose Beschuldigungen in ruhiger Untersuchung zu entkräften, wird abgekürzt zugunsten möglichst� be- schleunigter Erfassung des erkennenden Gerichts, das für seine Tätig- keit erfahrungsgemäß der Vorbereitung durch ein gründliches Er- mitMungsversahren bedarf. Ohne vorherige Zustellung einer An- klageschrift muß der Angeklagte schon 24 Stunden nach seiner Ladung ganz unvorbereitet vor dem erkennenden Gericht erscheinen, um mm erst zu erfahren, wessen er überhaupt bezichtigt wird. Indem der Umfang der Beweisaufnahme ganz in das Ermessen des Gerichts gestellt wird, wird jede Beschränkung der Verteidigung mö g l i ch, aus der anderen Seite ober die Berufung, mit deren Zu- lässigkeit man im schöffengerichu'ichen Verfahren die gleiche Bestim- mung zu rechtfertigen pflegt, nicht gewährt. Die Wiederaufnahme bietet aber für die versagte Berufung keinen Ersatz, weil Ver- fahrensfehler keine Wiederoufnahmegründe find. Nur die Wieder- aufnahm« zulassen, heißt das Verfahren der Willkür des Gerichts ohne jede Kontrolle anheimgeben. Die Verordnung wiederholt auf diese Weise die aus den Ber- fahren der Wuchergerichte bekannten Vorschriften, ohne aus deren schlechter Bewährung gelernt zu haben. r Vollends unerträglich ist, daß auch Jugendliche dem Aus- nahmeverjahren unterstellt werden, daß auch Todesurteile im Ausnohmeverfahren gefällt werden können. So bedeutet diese Ber- ordnung die Gefahr weiterer Erschütterung des Vertrauens in die Justiz. Man wird nicht umhin können, das Eilvcrfahren gegen kommunistische Missetäter mit den behutsamen und völlig ergebnislosen Verfahren gegen Kapp-Verbrecher und Kricgsver- b r e ch e r zu oergleichen. Dringender als die Einrichtung außerordentlicher Gerichte wäre eine andere Aufgabe gewesen, zu welcher die Reichsregi�ung über- dies durch einen einstimmigen Beschluß des Reichstagesffverpflichtet ist, die Revision der unheilvollen Bestimmungen über den Waffen- z e b r a u ch des Militärs und der Polizei beiFluchtversuchen. Der Elternbeirat. Bericht eines aufrichtigen Direktors. Das Kultusministerium hat jüngst Berichte von den Direktoren eingefordert über ihre Ersahrungen mit den Eltern- beiräten. Wle müßte solch ein Bericht aussehen, wenn ein Direktor die Dinge beim rechten Namen nennen würde?— Ungefähr so: Als mir bekannt wurde, daß die Behörde Elternbeiräte schaffen wolle, ließ ich schnell einen Beirat aus mir genehmen Eltern wählen. Leider ließ sich das Ministerium in diesem Falle nicht düpieren und verlangt« die vorgeschriebene Wahl eines ordnungsmäßigen Eltern- beirats. Ich wußte mir aber zu helfen! Ich versammelte die ganz zuverlässigen Mitglieder des alten Beirats in meinem Amtszimmer und schuf mir eine äußerst rührige Elternpartei. Die amtlich vorgeschriebenen Elternversammlungen machte ich vorschriftsgemäß, d. h. ich erledigte Geschäfte, ließ fünf Minuten Pause machen und eröffnete dann eine neue Versammlung, In der ich mit meinen Freunden alle„Rattenfänger" der Jugend bekämpfte. So gelang es uns von 22 Sitzen im Elternbeirat 18 zu erobern. Zunächst ließ ich Mitglieder des Kollegiums gegen die Tatsache protestieren, daß einer der vier gegnerischen Vertreter zugleich Lehrer der Anstalt sei und daher in vertraulichen Sitzungen Dinge erfahre, die ihn in schwierige Stellung zum Kollegium bringen müßten. Leider hatten wir dabei vergessen, daß auch aus unserer Seite eine Lehrkraft war, so daß diese Mine nicht losging. Wir gingen sodann zur Ausarbeitung de? Geschäftsord- n un g über. Mit einem Juristen aus meiner Partei machte ich den Entwurf, de. schließlich Mit geringen Abstrichen angenommen wurde. Mit dieser Geschäftsordnung hatte ich dem Gegner die .Hände gebunden. Für alle wichtigen Beschlüsse wird-Stimmen- inehrheit verlangt. Vergeblich oersuchte der Lehrer aus der Seite iuiserer Feinde das Ministerium gegen diese Geschäftsordnung mobil zu machen. Dos Ministerium bestätigte zwar seine Ausfassung, daß imr einfache Mehrheiten zulässig seien; aber ich wußte an den Stolz der Eltern zu appellieren, und so ging man mü glänzendem Schwung über die„Prioatkorrespondenz" des Minister« zur Tagesordnung über.— Nun brauchte ich bald darauf ein Vertrauensvotum der Eltern, da böse Ding« in der Presse über mich ruchbar wurden und ich nichts Sachliches zu entgegnen wußte. Meine Freunde be- sorgten es mir glänzendl Zur Stärkung ihres Mutes gelangt« im rechten Augenblick durch den Schuldiener das selbstverständliche Ber- trauensootum des Kollegium» in die„streng vertrauliche" Sitzung. Man ging in blinder Liebe zu mir so weit, daß man das Datum fo formulierte, als fei es einstimmig gefaßt, obgleich natürlich einige dagegen stimmten. Dennoch gingen diese frechen Angriffe auf meine Amtsführung weiter. Wir wußten uns aber zu helfen. Der Borsitzend« des Elternbeirat», mein guter Freund, der als Arzt sehr bekannt ist, agitiert überall für mich-, die eine Dame des Vorstandes, die im Schönreden recht gewandt ist. bearbeitet die gute Gesellschaft und klärt über die Gegner auf: der eine unserer Väter sitzt im Magistrat und ist„amtlicher" Referent über meine Sache, ein Landgerichtsdirektor meiner Partei berät mich jurrstifch. Ich sitze wie der große Lama im Verborgenen, und meine Getreuen tun meinen Willen. So haben wir die Elterchchaft hypnotisiert, die Regie klappt— und jetzt verkünden die großen Versammlungen der Eltern meinen Ruhm. Der Elternbeirat, den ich so fürchtete, ist eine glänzende Einrichtung. Ich kann dem Ministerium nur Gutes über meine Er- fahrungen berichten! Nächstens herrscht wieder Burgfrieden in unserer Schule! Das Buch der Zukmift. Unsere Bücher, selbst wenn sie nicht auf „Kriegspopier" gedruckt sind, sind dem verfall und der Zerstörung preisgegeben. Die Teuerung der Bücher und die Raumnot zwingen den einzelnen in seiner Bücherei zu immer größerer Sparsamkeit, und in den öffentlichen Bibliotheken steigt die Bändezahl so. daß die Benutzung eines Luches immer mehr Zeit tostet. Wird man daher nicht vielleicht für das Buch der Zukunft ganz neue Mittel uro Wege finden? Diese Frage wirst der bekannte Vücherkenner G. A. E. Bogeng im neuesten Heft des„Jnselschiffos' auf und prophezeit eine„Buchweltwende", die uns ungeahnte Buchformen bringen könnte. Sehr ernsthaft erörtert worden ist bereits das mikrophotographijch« Buch. Ein Vorbild dafür geben die Taubenpostbriefe, auf dünnen Häiuchen ausgeführte Verkleinerungen gewöhnlicher Schreiboorlagen. So läßt sich auch die Buchscite photographieren, um dann durch den Projektionsapparat wieder les- bar zu werden. Es ließe sich eine Unloersalbibliothek und zuglein, die Auswahl der besten Bücher denken, die in mikrophotographijchcn � Faksimile-Reproduktionen»ach Belieben verbreitet werden können. Raumersparnis und Zeitersparnis wären gleich groß. Das mikro- photographifche Buch läßt sich auch seitenweise verwerten, so daß sich sehr leicht Auszüge vornehmen lassen und kritische Leser nur die- jenigen Blätter dicker Bände aufzuheben brauchen, die ihnen der Erhaltung für wert erscheinen. Die Bücher werden dann auch viel weniger veralten, da statt der Neuauflagen dauernd« Ergänzungen erscheinen, auf die man abonnieren kann. Nun setzt das mikro- photographifche Buch freilich die Umständlichkeit einer Projektion-.. einrichtung voraus. Aber auch da wird die optische Technik Lösungen finden, durch die wohl die Buchrolle, die man in Lesekästen elnletzt, wieder zu Ehren gebracht würde. Läßt sich erst nach Belieben das Filmband der Buchrolle anhalten, vor- und zurückstellen, dann ist die Benutzung eines handlichen Leseapparates gegeben, und dann kann man die Buchrolle aufschlagen, wo man will, wie unser Buch. Damit wäre das bewegliche Bild auch zum Buchbild gewonnen. Wie dynafllfchc Wunder gemocht werden. Aus dem ehemaligen Fürstentum Waldeck wird geschrieben: 2ln der Landstraße von Helsen nach Schmillinghausen stehen drei schlanke Fichten. Sie ent- sprossen einer Wurzel und eine Tafel daran berichtete, daß die drei Fichten die Namen der Schwestern des Fürsten Friedrich von Wal- deck führen. Kurz nach der Entthronung des Wawecker Fürsten Kbwxnissiem --- Akten — Justiz «= Militariraans Nationalismus begannen die drei Fichten abzusterben. Das Zusammentreffen dieses Ereignisses mit dem Ende des Fürstenhauses wurde viel besprochen. Um zu retten, was zu retten war, wurden jetzt die drei Fichten gefällt und dabei stellt? sich heraus: Die Bäume waren dicht über der Wurzel angesägt und die Wunde mit Salzsäure aetrankt worden. Dadurch wurde das Absterben der Fichten mit den Fürstinnenname» herbeigeführt. Sprachwvnder. Die au? der Erobererlprackie, dem Lateiniscken, stammenden Wörter baben die Eiiientümlichkeit. den Staub ins Er« haben« zu ziehen. Hier einige Proben: Gewalttaten an wehrlosen Einwohnern--- 5!anklionsn Ha>lSkrieden?bruck>, Freiheitsberaubung Bopressalien Räubcrbauplmann.............--- Direktor Arbeitssöbeues Gesindel....... Unauffindbare Papiere....... Eimnigigkeit, Schielen nach rechts GrZstenlvahn............. Eitelkeil................ Hinterlist..................---- Spekulation Plünderung................— Valuta Rutlosigkeit....... Parlament Schwatzbafligkcit= Diskussion st Bcri'chwörnng...............--- Konferenz Lamm an Geduld.............---- Bcdakteur Die Farbigenbewegimg in den vereinigten Siaalen. Die denken» den und entschiedenen Elemente der Farbigen in Amerika sind in dem Noiionalen Bund der Farbigen vereint. Nach ihrem Jabces- bericht für 1921 umfaßt er 88 900 Mitglieder. Vertreter der Be- wegung letzren in zwölf von dreizehn Fällen es durch, daß in ein- zelnen Staaten eingebrachte Heiratsoerbote zwischen Weißen und Farbigen nicht zur Annahm« gelangten. Ihrer Initiative gelang es, dem Neger vor den Gerichten eine sichere Position zu schaffen. Nnfoni in de? Staatsoper..Turandot" und.Arlerchino� werden am Ii> Mai w der StaatSover autaesnhri. ZLolodymne ibZyumitlchcnko, ciner der bekonnlcltrn ukrainischen Dichter, dessen Drama„Die Lüge" kürzlich am Kürnberger Stadttbeatrr leine deutsche Nroullübrung erlebte, gclanat am Donnerstag mit feinem zweiten eesolgreichneu Bühneuwerk.Das Vantherwetb* tmi Anloh des russischen Gaftip-el« mit Elena Polewidkaja in der Tittlr-lte im Deutlchen Theater zur Daniellung. J Im Mozart-Konsert der Ztolkebahno. da» am So-ntog. Ä» 17., miitagS UV,, in der Volksbühne stolliindet. wird daS Vkilharmonliröe Orchester unier tteitunq von Dr. Ziiein» die Sinfonien Es-dor und CMur sowie daS vlarineitenioniert zur AuflNhinnq brinrten. Im Deutschen cpernhanse ietzl Maria L a b I a am Mittwoch ihr Gastspiel als?oSca sort; am stieitag geilicii die Liinstierin als Santuzia gen, einsam mit dem Dresdener Heldeiiieno, Ricard Ta'ber alz Turi du. Sonnabend aastiert Züttord Tanbcr als Bannlay im Zlgennerblnon und am«ouutag wiederholt Maria Uabia ihr iSaftjpiet als Marlha in „Tiefland". Ter Berliner Rolks-trt.or veranfiallet am 11.. 12. und I?. April NuiMrungcn von H a y d n s Jahreszeiten. Nur für deu 12. April (in der Neuen Well, sind noch Karten zu baben. Das nächst r Orgelkonzert von Prof. Walter Fischer i« Do« sindet am DonuerStag 8 Uhr statt. Eintritt stet gegen yp-a Programms. -.. Nr. 1HY � 39. Jahrgang Heilage öes vorwärts vienstag, 12. Iprtt??21 GroßGerün Der freie vormittag. Vi« Frag« der Arbeitseinteilung ist mit dem sehr begriißenswerien der sozialistischen Parteien in der Htadtoerordnetenoersamm lung, die Geschiiste bereits um S Uhr zu schlichen, mieder aktuell g«' worden. Sine bisher noch nicht erbrtertc, aber eng damit zusammen. hängende Frage ist, ob es nicht mäglich wäre, an bestimmten Wochen» i tagen freie Dormitiage einzuführen. Mg folgenden Ausführungen, die wir zur Debatte stellen, enthalten einen dahingehenden Borschlag. Seit dem Krieg haben sich Arbeiter und Beamte schon an mancherlei Einschränkungen gewöhnen müssen: die Banken sind seit- dem nur bis 1 Uhr geöffnet-, sämtliche Bureaus schließen bereits um 2 oder Uhr, ja die Steuerbureaus sind sogvr nur von 8'� bis 12Vj Uhr geöffnet. Arbeiter und Beamte können nur während der Arbeitszeit diese Bureaus besuchen, und müssen dabei nicht nur die Fohrkosten tragen, sondern auch häufig einen Teil ihres Derdienstes einbüßen. Wo persönliches Erscheinen nicht unbedingt erforderlich ist, da muß die Frau, falls sie noch frei ist, von Hausarbeit und Kindern sich losreißen und den ihr meist recht ungewohnten Gang machen. Sind dies wirklich unabänderliche Zustände, in die sich der brave Stoatshürger fügen muß, ohne zu murren? Gibt es keine Mag- lichkeit, diese Rücksichtslosigkeit der Amtsstuben zu breche» und dann auch die Geschäftswelt auf einen vernünftigen Ausweg au« dem Di- lemma zu führen? Warum sollte es nicht möglich fein, an zwei Tagen der Woche die Oesfnungszeiten der Bureaus von den Morgen- stunden aus die Abendstunden zu verlegen? Keinem Beamten brauchten darum mehr Dienststunden aufgebürdet zu werden. Die meisten werden es mit Freuden begrüßen, wenn sie zwei Vormittag« der Woche für sich haben. Aber dos Licht! wird mir eingewendet werden. Gewiß, ein Mehroerbrauch von Licht ist nicht zu vermei- den, wenn an zwei Tagen der Woche die lebenswichtigen Bureaus, sagen wir von Z bis 9 Uhr abends geöffnet sind. Allein, was hat dieser Mehraufwand zu bedeuten gegenüber der ungeheuren Er- leichterung, die dadurch dem großen Arbeiter- und Beamienheer zu- teil wird! Und wird nicht manches in persönlicher Verhandlung im Handumdrehen erledigt sein, wozu man jetzt einen ganzen Aktenstoß verbraucht? Also dem Mehraufwand von Licht steht auch eine Er- sparnis an Arbeitskraft gegenüber. Und nun zu den Geschäften: was in den Bureaus möglich ist, sollte das für die Geschäfte unmög- lich sein? Für die Verlegung ihrer Oesfnungszeiten in die Abend- stunden müßten natürlich zwei andere Tage gewählt werden, und zwar solche, an denen die Bureaus geschlossen sind, damit auch die Bureaubeamten von dieser Verlegung Nutzen ziehen können. Der Mehraufwand an Licht würde ausgeglichen durch den sicher sich mehrenden Absatz. Das kaufmännische Personal aber, dem auf dies« Weise die Möglichkeit gegeben würde, an zwei Bormittagen sich in Sonne und Morgenluft zu ergehen oder irgendekne Kunstsammlung, die ihm ja jetzt nur am Sonntag erreichbar ist, aufzusuchen, es wurde beglückt aufatmen und an Leistungsfähigkeit gewinnen. Ich gehe noch weiter: was für die Bureaus und dann auch für die Geschäfte möglich ist, das sollte Pflicht sür dir K p n st.s o m m- l u n g e n und Museen sein. Es ist ja bekannt, daß der Berliner selbst am wenigsten in seine Museen kommt. Es gibt Tausende von erwachsenen eingeborenen Berlinern, die noch niemals das Kaiser- Friedrich-Museum besucht haben, weil in der Woche dazu für den arbeitenden Berliner''ei den jetzigen Oesfnungszeiten kein« Möglich- teit besteht, am Sonntag aber andere Bedürfnisse, vor allem das nach frischer Lust und freier Natur sich geltend machen. Hier wird mir nun eingewendet werden, daß die Museen zum größeren Teil über keine genügenden Lichtanlagen oerfügen, um abends ihr« Sehenswürdigkeiten ausstellen zu können. Aber diesem Uebekstond abzuhelfen könnt« ja gerade das Eintrittsgeld mitoerwendet werden, das mzm jetzt aus weniger triftigen Gründen einführen will. So verviertdet, würde es eine ungeheure soziale Bedeutung erlangen. Die beiden Tage, an denen die Oesfnungszeiten der Museen auf den Abend fallen, müßten natürlich so gelegt werden, daß der ein« mit der Oefsnung der Geschäfte am Abend, der andere mit der Oessnüng der Bureaus zusammenfiel«. So würde allen Schichten der Bevöl- kerung die Möglichkeit eines billigen Kunstgenusses in unfern Tamm» lungen an einem Abend der Woche gewährt. Es lassen sich gewiß noch mancherlei Einwendungen gegen diesen Gesamtplan erheben. Aber wenn sein Grundgedanke als sozial und richtig anerkannt wird, dann kann auch die Ausführung nicht unmöglich sein. Martyrium eines Mieters. Ein Leser uns:res Blattes teilt uns folgenden kaum glaublichen Vorfall mit: Der Restaurateur Gustav Schulz betrieb in der Potsdamer Straße 4 seit dem Iahie 1914 eine Gastwirtschaft, die er vom Thomasbräu gepachtet hatte. Im 4. Stock des Hinterhauses befand sich seine Privatwahnung. Bor etwa 6 Wochen wurde ihm nun mitgeteilt, daß die Besitzerin des Hauses, die Fox-Schallplatten- SPD. AllgemeineFunktionärkonferenz am Freilag. den 43. April, abends 6 Uhr. im.Deutschen Hof-, Ouckauer Straße 45. Tagesordnung: Friedensvertrag und Arbeiterklasse. Wichtige Mitteilungen. Der Bezirksvorstand. gesellschast, vertreten durch Dr. Logetang, der Brauerei gegen Zahlung einer Abstyndssumme von 300 900 M. gekündigt habe und daß er sowohl da» Lokal als auch die Privatwohnung, welche durch bauliche Veränderungen in Bureauräume umgestaltet werden soll«, räumen müsie. Di« zur Entscheidung angerufene 2. Wobnungsinspeknon in der Potsdamer Str. 40 entschied am 26. März, daß b;e Wohnung am 1. April geräumt werden müsse. Der schriftliche Entscheid wurde dem Wolmungsinhaber erst am 8. April durch Eilboten zugeftellt. Bei der herrschenden Woh- nungsnot war es für ihn ganz unmöglich, ein anderes Unterkam- men zu finden. Am 7. April um S Uhr nachmittags erschienen pkötzlirf) Arbeiter, die erklärten, daß sie den Auftrog hätten, d i e Wände der Wohnung einzureißen, weil dir Fox-Schall- plattengesellschast die Bureauräume alsbald einrichten wolle. Den Mietern wurde kaum Zeit gewährt, ihre Möbel fortzuräumen, dann wurde eine Wand durchgeschlagen. Das gleiche Schauspiel wieder- holt« sich am 8. April früh. An diesem Tage wurde die Wand zur Küche durchgeschlagen, so daß die Mieter nicht mehr in der Lag« sind, ihr Essen kochen zu können. Die ganze Wohnung macht nun den Eindruck einer Räuberhöhle: ein Teil der Sachen liegt aus dem Flur. Die Mieter stehen ratlos da und sind außer- stände, gegen diesen Vandolismus irgend etwas zu unternehmen. Allgemein wird über den Mangel an Wohnungen geklagt. Wie ist es da möglich, daß Räume die feit 1906 zu Wohnzwecken Verwendung fanden, in der jetzigen Zeit unter Vornahme großer baulicher Veränderungen zu Bureauräumeii wngewandeU werden dürfen? Jede Steigerung der schtm jetzt so hohen Zahl der Woh- nungslosen erscheint geradezu unverantwortlich. Landaufenthalt der„Alt-Berliner Kinderhilfe". Der Ausschuß„Alt-Berliv der deutschen Kinderhilfe" trat Sonnabend tnWeratung der Verwendung der ihm überwiesenen Bar- mittel ein. Dabei wurde ein Antrag des Bezirksausschusses für Arbeiterwohlfahrt angenomnien, der als Verwendungszwecke u n- m i t t e l b a r e T u b e r k u l o s e n t i> r s v rg e und B e r s ch i ck» n g von Kindern aufs Land vorsiht. Es steht insgesamt eine Million Mark zur Verfügung. Davon sollen 300 000 M. für Zwecke der unmittelbaren Tuberkulosebsürsorge verwendet werden. Hieron wird auch die Stadt Berlin, also die öffentliche Tuberkulosen- fürsorge, mit 30 Proz. beteiligt. Bon den verbleibenden 700 000 M. werden dem Berliner Jugendamt 100 000 M. als Ausstatiungsbei- Hilfe bei der stödtifchen Verschickung überwiesen. 600 000 M. wer- den für die Verschickung von Kindern durch di« in der Äinderhilse zusammengeschlossenen Vereine oerwendet, und zwar soll diese Auf- gab« gemeinsam unter dem Namen.Landousenthalt der Alt-Der- liner Kinderhilse" unter Führung des Jugendamts gelöst werden. Damit ist jedoch nicht die Uebernahm« einer Verantwortung des Jugendamts für die Unterbringung der Kinder im einzelnen durch die Vereine selbst verbunden. Dos Jugendamt kann volle Nerant- Wartung nur für die eigene BHchickuna übernehmen. Die für den Betraq von 600 000 M. zu verschickenden Kinder werden auf die antragstellenden Bereine entsprechend ihrer Vedeu- tung verteilt. Die Vereme müssen dem Jugendamt Listen über die zu verschickenden Kinder einr-ichen, damit Doppelbcrücksichtigungen vermieden werden. Die Kostendeckung erfolgt durch den„Land- aufenthalt der Alt-Berliner Kinderhilfe entweder an die einzelnen Landaufenthaltsstellen der Kinder direlt oder an die Vereine. Um falschen Schlußfolgerungen vorzubeugen, weisen wir daraus hin daß besondere Meldungen(einzelne Anträge) an den„Land- aufenthalt der Alt-Berliner Kinderhilfe" nicht gestellt werden können. Die angeschlossenen Bereine melden vielmehr die bereits bei ihnen norgemerkten Kinder in der Reihenfolge der Meldungen unter Berücksichtigung des Bedürftigkeitsgrades an. Der streitbare Logenbruüer. Ein überraschender Freispruch. Ein« noch jeder Richtung hm verabscheuenswerte Ausschreitung eines den„gebildeten" Ständen ongehörigen Angeklagten, der in Alkoholstimmung einen anderen Menschen erschossen hatte, beschäftigte das Schwurgericht des Landgerichts l. Der Inhaber eines großen Holzgeschäfts, Ernst Treptow, hatte am 20. Dezember 1919 feine Log« zur Freundschaft und auch einig« Gastwirtschaften aufgesucht und größere Mengen alkoholischer Getränke zu sich genommen. Als er in Begleitung eines Logen- bruders gegen 12 Uhr nachts in der Dvrotheenstraße am Hotel „Europäischer Hof" vorbeikam, spielte sich dort gerade ein Streit' zwischen einem Fahrgast»? namens Bergin und dem Führer eines Autos ab. Ohne zu wissen, um was es sich handelt«, nahm der An- geklagte sofort Partei für den Kutscher, rief dem Bergin und seinen Begleiter beleidigende Wort« zu und hetzte den Kutscher zum Wider» stände auf. Bergin verbat sich die weiteoe Einmischung. Es kam aber zu weiteren gegenseitigen Beschimpfungen� bei denen der Ange- klagte seinen Gegner bis ins Hotel an der Drehtür verfolgte. Dort soll Bergin dem Angeklagten mit seinem Stock einen wuchtigen Hieb über den Kopf versetzt haben, so daß der Stock zersplitterte. Nunmehr ergriff der Angeklagte ein« Pistole, sür die er den Waffenschein besaß, schoß den Bergin in den Rücken und streckte ihn nieder. Die empörten Passanten ergriffen den Schützen und schlugen ihn zu Boden. Ein vorbeikommender Kriminalwacht- meister befreit« ihn und übergab ihn der Ordnungspolizei in der Georgenstraß«. Er ist seinerzeit in Hast genommen, dann aber gegen eine Kaution von 10000 M. wieder freigelassen worden.— Im Termin vor dem Schwurgericht drückte der Angeklagte wiederholt sein tiefstes Bedauern über ftine Tat aus, die er sich nur aus der Wirkung des Alkohols erklären könne. Der Tod des Bergin habe ihn seelisch niedergedrückt. Rechtsanwalt Pfaffe- roth, der mit dem Angeklagten lang« bekannt ist, konnte dies aus eigener Wahrnehmung bestätigen. Der Verteidiger beantragte die Freisprechung des Angeklagten, indem er sich auf die Gutachten dreier ärztlicher Sachverständigen stützte: diese haben den Angeklagten in bezug auf sein« körperlich« und physische Konstitution teilweise länger« Zeit untersucht und festgestellt, daß er«in leicht in Jähzorn geraten- der Mensch sei, auf den der Alkohol«ine sehr üble Wirkung ausübe. Nach ihrem übereinstimmenden Gutachten liegt die begründete An- nahm« vor, daß die unselige Tat in«msm pathologischen Rauschzustand« verübt ist. In diesem Sinne gaben die Geschworenen ihren Wahrspruch ob. so daß die Freisprechung aus Grund des s 31 ersolgt«._ TaS Auto in der„Klemme". Ein Auto, aus der Richtung Lützowstraße kommend, wollte an der Potsdamer Brücke die Straxenbabn tinls Lbetholen und geriel. da in demselben Augenblick«ine Elektrische von der enlgrgcngesetzten Seite kam, zwiichen�die beiden Wagen und wurde, von ibnen«in- gestemmt. Die Zill asten, eine äktere und eme jüngere Dame, kam«,» mit dem Schrecken davon, nur die jüngere erlitt einige Verletzungen im Gesicht. Beide Slraßenbabnwagen wurden durch den Zukommen- prall aus den Gleiten gehoben, konnten sich aber obne Hilfe der Feuerwehr wieder flott machen. Von dem Auto wurde dos recht« Hinterrad zertrümmert, sowie die eine Seite eingestoßen. Der Iln- fall gibt Anlaß, darauf hinzuweisen, daß die Potsdamer Brücke mit ihrem starken, in sechs Nichiungen kreuzenden Autoverkehr für Fußgänger ei» Gefahrenpunkl ersten Ranges im Berliner Verkehr darstellt._ Ein Parteiveteran. Heute feiert unser alter Parteifreund Ztrimz Lucht seinen siebenzigsten Geburtstag. In guten und schlechten Zeiten hat er der Partei Treue geholten. Nichts hat ihn verdrossen. Bei keiner Flug- blattvertellung, bei keiner größeren Aktion hat er in den 27 Iahren seiner Parteizugehörigkeit gefehlt. Als unser verstorbener Genosse Singer 1884 im damaligen 4. Wahlkreis« zum erstenmal zum Reichs- tag kandidierte, war Franz Lucht einer der ersten, der sich zu der 88? Skine Menschenkind. III. Der Sündenfoll. von Martin Andersen Zkexö. Die Leute vom Battehof mußten merken, daß es auf die Dauer nicht gut war, von seinem Eigensinn abgesperrt zu sein und dafür immer etwas vor der Nase zu haben, das man nicht ausstehen konnte. Die Aussicht wirkte aus sie wie die Zellenwände auf einen Zuchthausgefangenen, brachte sie aus dem Gleichgewicht und machte sie unzugänglich. Es waren viel« Draufgänger unter ihnen, und der Hof gab den Leuten viel Anlaß zum Gerede. Das trug noch mehr dazu bei, daß die Aamilie sich von der Welt abgesperrt vorkam. Ganz ohne Strebsamkeit waren die Bauern vom Bakle» hos nicht. Bei einem jeden von ihnen tonnte es vorkommen, daß er auf den Tisch schlug und schwur, nun solle die Schlucht durch einen neuen Hofflüpel abgeschlossen, oder die ganze Be» scherung solle auf den Hügel verlegt werden. Lieh er dann aber anspannen, um auf der Stelle seinen Vorsatz auszuführen — dann pflegte er mit einem Riesenrausch aus der Stadt heimzukehren. Dos vererbte sich getreulich: die alltäglichen Hemmungen— und die allzu heftigen Ausschweifungen nach der einen oder anderen Richtung. Wenn dif Leute vom Dakke- hos drauflos gingen, spreizten sie die Beine immer weiter auseinander, als die Hosen aushieüen— so sagte man von ihnen. Im übrigen war es mit dem Erbteil nicht weit her. 'Weniger und immer weniger übertrug der ein« auf dsn an1 ihren, und von Karen wußte man. daß sie mehr Untugen- deft als Taler geerbt hatte. Sie mußten eine neue Hnpothet auf den Hof aufnehmen, bloß um den ältesten Sohn aus dem Seminar durchhalten zu können. Nein, das einzig sichere Erbteil war der törichte Smn aller vom Bakkehof Und das Merkwürdigste an dem Erbe war, daß es ansteckend wirkte: Fremde, die in den Hof ein- beirateten, wurden ebenso einfältig wie die Leute vom Hos. Dagegen legten die Kinder, die beizeiten von Hause sortkamen. die Sonderbarkeiten mit der Zell ab: nach und nach fingen sie an, anderen Menschen ähnlich zu werden: und aus den Eiern, die zufällig außerhalb des Hofes gelegt murden. ent- Wickelte sich eine gute Nachkommenschaft. Es handelte sich also um ein Gebrechen, das dem Hofe selbst anhaftete— eine Art Fluch, der die Eigenschaft hatte, die Tatkraft zu lähmen. Die Leute vom Bakkehof hatten keine Lust, etwas Neues zu schaffen oder auch nur das Alte aufrechtzuerhalten, sie ließen vielmehr olles verfallen.„Der Hof soll jt> sowieso verlegt werden, da hat das alles ja keinen Zweck," pflegten sie zu sagen. Nun saß eine Witwe auf dem Hof, ein tüchtiges Frauen- zimmer, das seine Sache verstand— für die Verhältnisse des Bakkehofs wenigstens, aber sonst ein rechtes Gespenst, aus dem niemand klug werden konnte. Es wurde viel von ihr ge- redet, und der bessere Teil der Familie hielt sie sich vom Leibe. Geld war ja nicht vorhanden, Und Ansehen war auch nicht durch den Umgang mit ihr zu erwerben. Sie rächte sich an den Verwandten, indem sie ihren Verkehr nach unten hin sucht«. Estsgebildet war Koren vom Bakkehof nicht, das konnte ihr niemand nachsagen. Sie verkehrte mit Häuslern und Vieh- bändlern und hotte keine Angst davor, sich von den Tage- löhnerweibern im Hiyterland zum Geburtstagskaffee einladen zu lassen. Also möglich war es immerhin, daß sie gar keine Ahnung' davon hatte, daß sie mit der Schinderfamilie ver- wandt war. Viel Familiengefühl hatte sie nicht, das war bei den Manns überhaupt nicht stark entwickelt, dafür hatten fre die Erde zy lange durchwandert, und sie waren z» zahlreich geworden. Man war nur über diejenigen unterrichtet, die mehr Ansehen genossen als man selber, oder bei denen es etwas zu erben gab. Die Verbindung zwischen dem Hof auf der Landspitze und dem Boktehof war im Lays der Zeit nur lose aufrecht- erhalte« worden. Man verkehrte nicht zusammen und traf einaicher nur mst jahrelangen Zwischenräumen be! Hochzeiten und Btgräbnissen: das genügte, um sich über Leben und Tod auf dem laufenden zu halten. Als dos Meer erst einmal so viel von den Ländereien des Hofs aus der Landspitze weg- gefressen hatte, daß eine Häuslerwirtjchaft aus ihm wurde und von dieser Seite her kein Erbteil mehr zu erwarten war, da hörte auch diese Form der Verbindung von selber auf. Häusler mit einzuladen, fiel niemandem ein: höchstens konnte geduldet werden, daß sie Begräbnisse mitmachten. Die Leute vom Bakkehof schenkten der Stätte, die ihr Ursprung war, keine Beachtung mehr.- � Etwas anders lagen di« Dinge ja fjir die Bewohner der Hütte auf der Landzunge. S i e hatten ihre Grunde dafür, die Beziehungen nicht ganz abzubrechen, und sie hielten auf mühsamen Umwegen ein Auge auf den Hof drüben— ohne doch fetter davon zu werden. Sören und Maren wußten wohl, daß die Hosbauern da draußen ihre Verwandten waren! Das war ihre schwache Seite, und sie prahlten damit, wenn dos Dasein ihnen zu arm wurde. Aber sie erwarteten ja nichts: frühzeitig waren beide zu der Erkenntnis gekommen, daß sie nichts mehr vom Glück zu erwarten hatten. Im übrigen gab es Beispiele genug dafür, daß es ge- schehen konnte, daß ein oder mehrere Hundert Taler armen Leuten in den Schoß fielen. Großchen hatte Bescheid gewußt mit diesen Fällen weit über die Kirchspielgrenze hinaus und sie von Zeit zu Zeit mit Stine besprochen. Das war ein gar seltsames Gefühl, im Glücke zii schwelgen— und zu wissen, daß man selber von vornherein ausgeschlossen war.—„Du wirst nie etwas gewinnen!" sagte Großchen.„Denn d u bist ein uneheliches Kind, und die erben nichts."—„Daun erben sie aber auch nicht das Schlechte," erwiderte Stine und nickte entschieden: sie hatte sich früh trösten gelernt. Doch dessen war Großchen nicht ganz so sicher. Nun, Stine bereitete es keinen Kummer, haß sie kein Erbrecht hatte: sie würde sich schon durchschlagen. Vielleicht heiratete sie«inen, der viel Geld hatte— ein armes Wesen wie sie nahm man nur der Liebe wegen. Und wenn sie dann ja gesagt hatte, warf er seinen alten schmutzigen Mantel weg und stand im feinen Kleide da.„Mein Voter ist rdich genug für uns beide!" sagte er.„Ich wollte dich bloß ans die Probe stellen, um zu sehen. ob du mich um meiner selbst willen liebst." Oder sie fand viel- leicht etwas auf der Landstraße, einen Geldbeutel mit recht. recht viel Geld darin—- den niemand verloren hatte, so daß man ihn nicht bei der Polizdi abzuliefern brauchte. Es gab wahrhaftig Wege genug, ohne daß man just zu erben brauchte! Mochten nun die Leute vom Bakkehof sich über die Ver- waudtschast klar fein oder nicht, jedenfalls ließen sie sich nichts anmerken, sondern verlangten, daß das neue Mädel tüchtig zupacken sollte. Und im Grunde überraschte das Stine nicht. Der mußte schon recht heruntergekommen sein, der zu der Schinderfamilie kam und sagte: wir zwei sind oerwandt, du! Trotzdem bereitete es eine geheime Befriedigung zu wissen, daß man nach obenhin Verwandte hatte, das schuf eine Ver- bindung in der Richtung der eigenen Sehnsucht. Ein aus« getretener Pfad führte zum Glück, andere Familiemnitglieder waren vor einem daraus gewandelt, tForts. folgt.') nicht lachten Ktcinarbeit zur Vsrkügunn sklltr. Skiner Tätigkeit ist es mit zu verdanken, daß die Sozialdemokratie den Sieg davontruz. Seit Ende der achtziger Jahre war er ununterbrochen im 1. Wabb kreise tätig. Lange Jahre vertrat er den Kreis in der Lokal- tommission. In den Jahren 1903 und 1917 war er Delegierter auf den Parteitagen in Dresden und in Würzburg. Seit Gründung der �Vorworts"- Buchdruckerei war unser alter Freund bis 1913 Per- treter des ersten Kreises in der Neunertommission, und als nach der Spaltung 1916 die wenigen Gelreuen sich wieder zusmnmenfanden, nbernohm Franz Lucht den Vorsitz im 1. Wahlkreise, den er big zur Verschmelzung der sechs Berliner Wahlocreine und der Wahlverein« Testow-Deestow und Niederbarnim beibehielt. In den November- tagen 1918 gehörte der Alte mit zu den ersten SPD.-Arbeilerräten und hat als solcher wacker in dieser stürmischen Periode seinen Mann gestanden. Franz Lucht übernahm dann die Leitung der zweiten Abteilung, und auch heute noch ist er Bezrkssührer in der Za-Abteilung im 55. Wahlbezirk. Der Bezirksverband grüsit den alten Kampfgenosien, der nie auf Rosen gebettet war und der heut« noch als.näustischler bei der Lindenhaus-Zl.G. sein Brot verdient, und wünscht nur, dah Ihm die Jungen nacheifern möchten.___ »Siedlung und Sleingarken", unsere neue illustrierte. in jeder zweiten Wache ericheineude Beilage, liegt heute zum ersten Male dem„Vorwärts" bei. In Wort und Bild wird der Siedler, der Laubenloloistst. der Kleintierzüchter über ihn intcrcssierendc Vorgänge und Erscheinungen unterrichtet. AnS dem reichen Inhalt dieser ersten Nummer heben wir hervor: den die zcitgeniäben Siedlungsbestrebungen behandelnden Artikel»Vorwärts" von unserem Genossen Dr. A. Stricmer, Ratschläge für die Kleingartenbestellung im April, Winke für die Aufzucht von jungen Enten, sowie die allgemein interessieren den Mitteilungen»ÄuS der Klcingartenbcwegung" usw. Zm lS. Verwaltungsbezirk(Köpenicks wurden in der zum Sonnabend einberuieiie» D?zlrteveria>nin!ulig die bestäligten Be- zirttomlSniilgliedcr eingeführt. Oberbürgermeister Bäh per- pstirbleie im Äulchluh an(eine Begrühung der» l'ieherigen Berliner Siadlrat Dr. Franz lbürgerl.) als Beziitsbürgcrmeister. Nach einer kurzen Erwiderung»ud einer Ansprach« an die anderen ge- wählten irnd bestätigren Stadträre führte Dr. Franz drese in ihre Aeinter ein. Gegen die Stimmen der Bürgerlichen und der Kammmisten wurde oui Antrag der IlSBD. vre Sitzung vertagt. Et» schriftlich eingegangener Borschlag beb BorsteberS der Stadwerordneten- Versammlung Dr. Wehl, die Bezirksversammlmigen in Zukunft Mirtwoch« abzuhalten, erreg!« bei den sozialistischen Parteien Be- fremden und wurde selbstverständlich abgelehnt. Der Deutsch« Eisenbahnerverband, Ortsoenvoktimg Groß. Berlin, sendet uns nachstehende von Max Kayser, Adolf Knebel und Wilhelm Schulz unterzeichnet« Erklärung: Es wird anlählich des Mieierftreiks von einem gewissen Kuhnkel, wohnhast Berlin O. 112, Finowstraße, das Gerücht verbreitet, daß der Deutsche Eisenbahnerverband mit den Reichsbehörden und der Eisenbahndirekiion ein Gesetz vereinbart habe, nach welchem die Behörden den Austrag erholten, die Mietsbücher einzu- forde rn und die Mieten vom Lohn, auch schon für den Monat Mai, odzuziehcn. Die Verhandlungen sollen von den Kollegen Wilhelm Schulz, Adolf Knebel und Max Kapser geführt worden sein. Wir erklaren diese Angaben als gemeine Lüge und behalten uns weitere Schrille vor. Schonzeit Im Treptower Park. Mit Rücksicht auf die durch den ganzen Winter fortgesetzte starke Inanspruchnahme der Treptower Partwiese zu Spielzwecken ist behuss Erhaltung und Förderung des Graswuchses eine mehrwöchig« Schonzeit für die Rasenflächen— etwa«in bis zwei Grasschnitt— dringend geboten. Da der Gros- wuchs bereits eingesetzt, hat die Schuldeputation die Rektoren ersucht, von der Benutzung der bezeichneten Parkwiese bis zum 15. Mai dieses Jahres Abstand nehmen zu lassen. Der Sprung aas dem dritten Stockwerk. In der Berliner Straße zu Charlottcnhurg sprang in der vergangenen Nacht eine Frau Marie B., die von ihrem betrunkenen Ehemann bedroht wurde, in ihrer Angst und Verzweiflung aus dem dritten Stockwerk auf die Straße und brach beide Beine. Die Bedauernswerte wurde in das ltranlenhaue Westend gebracht. astend im Vlätbner- Saal. Lützowstr. 78, am Sonnabend, den 23. April 1921, abends 8 Uhr, sind un» eine Anzahl SuitrillStarten zu ermüßigten Preisen zur Bertugung gestellt worden und zwar tosten die Eintrillskorten 4.4V M.. 6,40 M. und 5.80 M.. während der ossizielle PrrS 5 37?, 8 37?. und 10 971. beträgt. Karlen im Aurea» der Gewerkslhast?kominission. Engelufer 14/16, Zimmer 19. Der Vorveikaus dieser Karten findet bis zum 18. bzw. 10. d. M. statt. Gewerlschaitskommiision Berlin« und Ilmgegend. eSeihenkeer Sltern! Seit Monaten ist dte Tätigkeit der Rr»ei!S. genicinichast der lozioliftislben Ellernbeirnte am dir Errichtung einer»Veit- iichen Schule" am Orte etngesteltt. Nahezu tOOtz Kinder resp. deren Eltern baden die schriftliche VivcnSerNäiung abgegebe». erilere der.Weit- Iichen Schule" zuzufilbrrn. sobald eine laiche errichtet ist. Ztoeck» TM- klärung und weiterer Förderungen der Propaganda slir die»Teliliche Schn!-' findet deute, abends 7 Ubr, in der Aula de?'stealgtimnasniin? eine kjfenlliche Elternveriamminng sämtlicher Deiheuseer Schulen itatt. Genosie Prof. Oesterreich tpricht über:.Bekenntnis« oder Welt« Sche Schule!" Korrcscrent ist Herr LandgerichtSrat Dr. Marschner. »Durch SSdamerika». Der Tchrlststeller Dr. Eoün Rotz, der eine Swdiriireiie durch die tüdamerikaniscken Republiken machte, ist nach ander»- dalbjäbriger Abtveilndeil, von Rio de Janeiro kommend, zurrlckgelkbrt. lieber leine Eindnnke und Erlebnisse wird Dr. Eolin Rotz am 14. Äpril. abend? 8 Nbr, im Obcrlichtiaal der Philbarmonie, Bernburger Str. 22/28, einen Borbrag balteu. der durch eine Reihe von Lichtbildern nach eigenen Aus- nabnicn illustriert wird: outzerdem bat sich der vortragende zur Frage« beaulwortiing bereit erllort. Karlen zum Dreiie vv» 2 bis 6 Marl aus- lchltetzltch Steuer bei A. Zvertheim, Bote und Bock und a» der Abendkaffe. »Die Kundgebung der Zentrale der HauSfrauenvereiue«irost« Berlin G. A. und der ongeichlollenen 2t Berliner verein«.zur Zlbkeitr der Hausfrauen von auSiändlichen LnxuSwaren. zum Woble heimischer Industrie, zur verbütimg von ArbeitSioligkcil" findet am Mittwoch, den 20. April, nachmitiaz? 41/, Uhr. im Stieistersaal, Köthener Str. 33, statt. Jugeud-UaitSbubne der VoltSbübu«/,-Liler-Kranten?arten mit Frischmilch bedien», mit Ausnahme der Bezirke V. VI, VII und VIII. AI» Ersatz tue die auStallende Friichmilch in diesen Bezirken wird lli Liter Emulfionomilch verausgabt.— Am Millwoch, den lfi. d. M, werden die'/.«Ltter�Kranten« karten mit Frischmilch bedient»nit Ausnahme der Bezirke I. Il. lll, lV und IX. Alt Ersatz kür die ausjallcnde Fnschmiich in diesen Bezilknr wird 's« Liter Emuisionsmilch verausgabt. Zilmfchau. »Di« Amazone" kT a u e n b i e n p a l o ftD ist ein Filmschanspiel, be- arbeitet nack einem Rovian von Ulrich, in dem ein Fräulein mit die! sportlichen Oualitäten(darum Amazon«! von einem Liebhaber obn« ivr Wissen betröge» wird. In einem Duell wird der üble Mann erichoflen. was das Fraulei» nicht hindert, dem Unverdienten„Liebe bi? über da» Grab hinaus" zn bewahren. Nachher kommt der wahre und echte..Held" nnd deckt den Schwindel auf. Dieser Familienblattkitsch ist tm Film in «ine Form gegossen, die ihn, weil er sich lehr hübscher Bilder bedient. balbweg! ertraglich macht. Die Pbotograpbi« ist ganz auf der Höbe. beinahe auch die Darstellung. Eva May, die Amazone, war durch die Rolle Gelcaenbcit genommen, in Sützlichkcil zu sinken. Die männlichen Darsteller Adolf Klein, Rudolf F o r st e r wußten sich»u benehmen. »Die goldene Flut" betitelt sich der vierte Teil des grotzcn Film? »Der Man» ohne Namen' der om Freitag im Ufa- Tbeater am Kurfnrstendamm über die Leinwand rollie. Diesmal g«b! die ve-solgimg de? angeblichen Millionendicbes Betee votz mr Geldknste in Afrika, von wo ans im nächsten Teil ein wirklicher Millionendieb, der mit den für ein Jndustrleunternebmen bereiigestelllen Millionen verschwinde', beginnt. Di« prachtvollen Bilder und da? vorzüglich« K» lammen spiel der Hauptdarsteller fanden wieder den stürmische» Beifall des au-verkausten Hauses. Dte Schandurg bringt diele Woche als neuen SensationSsilm.Die gebeimniSvolle Macht", den 2. Teil de?.Reiter? ohne Kops". In wirbelndem Tempo ziehen die akenlener'.ichstcn Begebenheiten am Zuichouer vorübir, dazwischen zerstreut ganz entzückende Zlrtiisaüsnabmen, bei denen Auge und Kops sich rnttponnen können. Spiel. Regie. Tempo de? Dramas war-ru gut und vorzüglich die photozravdijchcn Ausnahmen. Fbm voraus ging»iu Schautpiel.Sulanne Stranzlv", das aber trotz guter Zchauwieler»nd guten Spiels keinerlei Jntei esse beim Publikum weckeu konnte. Lotte Merl«» in ibren neuen Tänzen und Frizzi Frou mit etwa? lebr derben Couplet? in Berliner Mundart sande» beim Publikum viei BeisallI Vtologisch« Fitmansnabmrn. Die toisienschaslliche Abteilung der Declir.Bioscop wird in den nächsten Tagen der Gclehrlcnwelt und intnes, irrten Kreisen Gelegenheit geben, äusterl» seilcncu und inleiessanten biologischen Ausnahme!! beiziuvoduen Wäbrend e? bisher wir ganz selten geglückt Ist, Elefanten in ihrem LiebeSIeben zu brodachten. da diese selbst ans freier Wildbabn 011(5 erst ich?» find, haben die Elefanten des M.kuS Sarrasani Gelegenheit zu Beobachtungen geboten, die im Fi im sestgehalleu werden sollen. Slannar Tolnae«, einer der beliebtesten und svmpatbiichsten nordischen Filmkünstler. wird om 18. April in dem Zugstück der Scale:»Ter Maharadscha in Berlin" zum erstenmal aus einer deutschen Bühne austreten, und zwar handelt es(ick nickt um einen Film, sondern um ein p e r s ö n- l i ch es Ztuslrete» des Künstler»._ � 54. Abt..,K--nrrch« lkefi/äli, Srofi« Fronkiorlcr Elr. M.„Rcliglon, Kirch«, ReIig>r!N!-unrerrich!. tzicf.: Lehrer tdrangs. Ztz. 5>bt. Schlltaula Paltcnrstr. s. Ref.: fiawb Altmaiee. Z«. Abt� Echulaula.eihristbnrger Str. 14,»Die politisch« Lage". Z!«?.: Erich KUtioee. ZZ. Abt.„BUrgeeheim", Alte.Echbohauser Str. 23 24. Bericht des Vorstandes und Reuioahl. SteUnnzii-pn!« zur iBiaifeier. 5». Abt. Schuloula Wkißenburaer Str. Z-,„Religion und Sozialismus". Ref.: Pfarrer Pischowski. 57. Abt. Schplauia Ruppinee Str. 45, ,. Weltanschauung und Ethik". Res� E-ufiav Weid«. '55. Abt. Schulaula EchLnhauier Alle« Iw>». 55. Abt. Schulaula Panvelallee 4" 51. Ref.: Johannes Satz. Zt. Abt. Schulaula Schdnklleber Str. 7. Ret.: Pfarrer Ancr. Z!. Abt. Schulaula Sonnendnrger Sir.?S,„Rechisoflege. sie sie ist und slc fie sein soll". Ref.: Sieauiund Kallmopn. Zll. Abt. Schnlaula Kraungr. II,„Die letzt, n politischen Ereignisse". Ref.: Frih'Drolet. 74. Abt. Schutaula Bernauer Str. tzdltS,„Me»oliiilchk Lage". Ret.: Hermann Rstller. Ztz. Abt. Rrtlger, Kussitenfir. 5t,„Der sozialhemotro tisch« ltulturiog In Dres- den". Ref.: Lehrer önief. 37. Abt.„Artushos", Pttlcbetgtt Sir. SC,.chondan and die grauen". 51«f.: Dr. Faid. 7 3*. Abt. Pergee, Iagosllrasse. Eck, Leortzosstratze.„Megiernngsbildung m Preutzen". Ref.: Zgatter Spengler. 4». Abt. Schulaula Daldenserstr. 51,„Religion und Sozialisniuo". Referent: Pfarrer Diihn. 41. Abt.„Armlnins gepsäl,", Bremer Sir. 73.„Anslandsvolitit".' Reserent: De. Zechlin. 45. Abt. Schickaal», Tegeler Str. 55...Rieterbund oder nicht?" Reierenl: ch,>u>ss« Dich. C. Abt. Si-brl. Ponkfir. 52,„Der sozialdemokratisch« Ruliuriag". Referent: Albert Sönitz. 44. Abt. �ckiulaul» t>«e„Sraurn Schul«", Eotheubuegerfiraß«. Eingang ll, „Die nschsten Aufgaben der Llrurrgesetzgrbuvg". Ref.: Ken. Matuschet. 41. Abt. Schulaula Edristianiossr. ZkAS. Renwoblen. Ai. Abt. Schulaula PlanlagensU. 15:16.„Dt- politilch« Log«". Ref.: Rektor Dahlk«. 47. Abi. Schnlaula LlUtlchee Str. 47 45.»Sa, wir wollen". Ref.! Theodor äadelitz. 45. Abt. Schnlaula MUllerssr. 45, Refere»!: Richard Rvrnberg. 4». Abt, Schwerhielgengenov«. laubftummrnichnle, Warluostr. 45, Hof link, II, Persammlung. Tagesordnung: l. Zabresberickt. 5. Reuwohlen. 55. Ab«.7. Abt. SchJuebttg. Zahtadrnd■» soloruden Lokalen: bei Milde, Rollenderf. ste. 16. ssolaer. Rntfbänffrftr. 16. MtttowoN, Nartin-Luiher-Str.'S, Cdsl, Riartin.L'.ckber.E«r. 65. Binie. Wartburgftr. 7. «chineberg. Bei Hendel, vorbergftr. 11...Politische Tageofenzen". tdfrm» tf.tsm'.vi***. 75. ■V? Genosie 91,1.: Den. Schulz 5. Bejirl; Gothen, GotVnftr.!. Ref.: G»». flafver. ' T' l Rechner. G-tbenstr. 41. Ref.:(Rtn.«nodloch. 7. B e z i e k: G'chbolz Skdanstr 48. Rof.l Gen. Ratbeu,. 5. Bezirk: Brumm. R-lchardtNraß«. Eck, EenrNstrahe Ref.: Gen. Bauboff. g. Bezirk:.tzin. C«I; 9ir!VncJ,,rl56<- Thema:„Di, p», irische Lage." p'ner�0"'8' äi,'laiItant"Sutglios", Hn:ptstr. 83. Referent: *'• Abt. ffebfeua. Gundla». Ddenwaldsseeaßc 19. Res.: Alfred Thom.os. 82,»ot. Steglitz. L Uhr. Zaysabe�d in scimMchen Bezirken. Wichtige ordnuna. «. Ad«. R'alZe». Bezirk! Richi-r. Mapbach.Us-r 3. 5.-5. Bezirk: Dahlmann, HobrechtNr.»4. 6.. 11. und 15. S c« i r k: Brandt, Pslstgersti. IS. -«..r.e.»v* jg amten auf der Ferfe waren, kroch n in den Schornstein des Kaufes Nr. Zck. wo er in der fiohe des dritten Stockes staken blieb. Alle Versuch«, ihn nach oben oder unten heraiiszuziehen, miißlange», wes- halb di« Feuerwehr herbeigerufen wurde Sie mußte ein Loch in den Schornstein stemmen und den Verbrecher befreien, der dann festgenommen wurde. Erstickungstod von Mutier und Tochter. Eine Tragödie, die sich am Sonntag abgespielt hat, wurde gestern in dein.ttzause Vlücher- straß« 17 entdeckt. Dort wohnte die von ihrem Manne getrennt labend« K8 Jahre alte Frau Hedwig D. mit ihrer L2 Jahre alten -Tochter Eharlotte. Frau B. hatte zwei Zimmer ihrer Wohnung abvermietet und di« Tochter war als Verkäuferin tätig. Trotzdem lebten beide in ständigen Sorgen um den Lebensunterha-t. Als,»,«6«.««»«r-«r-tz».«ickZisV'Tag�nun'«! sich am Montog weder die Frau noch die Tochter sehen ließen, össnel«. S»zi«liftisch, Peeeiin«»»« APD.,»r-p»-«ick»*"»"«. 7-. S!»...... I— i.>.--—'"«•-----•-------""" Groß-Serliner parteinacbrickten. Heute, Dieostag, den 12. April: Ref.: Rckto« Bas». Aula der Schute Boddinssrotze. Mliglirbeeversmnmluntz. 50.»ab 67. Bezirk: bei Belllee. Treptower Sir. 25. und 55. Bezire: bei steiler,, steiser-ssriedrich-Str. 55. 55. B e z i r k: br! Amelungsrn, WSibönweider Strasse..96. und W>W>W»»W> Ecke Unstruislrarc. Vi. Bezirk: bei Warnfliidt, Thüringer Sie. 22. 57. Abt. Reolltln. Greif» lsestsäle. Hermannstr. 169167, Ecke Schiertestroh». „Die palitisibe Laae." Ret.: Will» Sierina. M. d. L. 95. Abt. Reukotln. Berlhold, stranoldnr. l. Reuwabl de» Borstanbe«. 1*1. Atzt. Ziept«», tzahlahend in de» tzetannten Lokalen. Wichtige lag«»- ordnnng. 162. Atzt. Aoamsibvlenweg. Hals. Paumschukenste. 75. Seneraloersammlllpg. Zahreoberichl»nd Renwahle». »64. Atzt. Rietzkischo-ewecke. Riilhel. Krbnauer Str. 8. de» Beeflinitä. Genekakperfammlnng. »67. Atzt. Ali.»li»,ie» z»Ik«»»«eg. Milgliederveriammlung bei Meyer, Fol- kenberg. ttl. Atzt. Gelioau. Abend» 8 Ilhr bei Werner, stüpenickee®tr. WSIi.-teneral- »ersammlung. Dageoordnung: fitzaiseier und Wahl des Boestandee. NZ. Atz«,«ckwlckwitz. Darra.i, Berliner Elr. 19.„Die polnische Lage." Beeicht und Reuwahl Ref.: Genosse'Buchholz. W tzt«»tzer». Sch.. „Die Einbeitoschnle." 114. Atzt. Li»te»tzerp! Schwarzer. ck>abrics-Mar-Sir.17 116. Äi. �LtchKn�rg�' sV�rr.�ungfn"'«. Rrf.: Rtzotf«üschtt. Eill�WeiAjel- man die Wohnung und fand in dem mit Gas angefüllten Schlaf zinwie? Mutter und Tochter erstickt aui. Die Tochier lag entkleidet im Bette, b!« Mutter auf dem Fußboden. B«id« Leichen wurden, da eiii Arzt nur noch den Tod der Frauen feststellen konnte, be- schlagnahmt und Nach dem Schauhaus« gebracht. Das Propagandatarnca des Bezirks Neukölln der Freien Turiierfchasl Smönebcrg-Bcrlin am Sonntag bot das Bild eine» kleinen Volksfestes. Für die abweckseliid ailttreteiiden etwa SRI Milwirlenden und ebensoviel Zuschauer erwie» sich di« aioßte Turnhalle Neuköllns allzu klein. Den Reigen der Bor« fühnmgen eröstneien die Kinder mit turnerischen Darbietungen Gröfier? Mädchen zeigten Lchriltarten und Tanzschritte, leilweiie schon recht elalüich und graziös auSgesüdrt. ferner Keulenschwingen Die Kinder«liiteten für ihre bcocktenSlverien Leistungeir lebbasten Beitoll. Tann morichierlen die Männer, Frauen und Jugendlichen in langer Reih« in die Salle nnd boien de» Überraschten Zuschauern alsbald ein Bild bewußter Körperkultur. Freiübungen und Geräte- turnen zeigten gute Leistungen. Eine wirkungsvolle Aniprache wandle sich an die Ärbeiter'chast und insbesondere die Jugend Von 14 bi» 18 Jahren und forderte sie auf, die selchten Vergnügungen zurück- zudrän'«» und sich der veredelnden Körperkultur zu widmen. Turn- spiel« brocklrn rurn Tchluß die Stimmung aui den Höhepunkt. «l� lunit über die Tiirnaelegenheiten wird Fieitag» in der Turn- ss n■''ff- n»'f aeaeben. ch'ss-t?al'heringe. A' S Utfichsbssta-'bcn werden zurzeit on - norwegische Saizheij-ae zu so bllliaen Preisen -e st. dost die Heringe mit Zst bis 60 Pfennig pro. Stück je nach OalUst und Größe an das Publikum abgegeben werden können. Der Kleinhandel erhält die Heringe durch die Salzherings-Einfuhr- Gesellschaft rn. b. H.. Berlin W. 8, Franzöfisä)« Straße 11. Für du» Konzert? drs Brüder-post-Ouartrlt« im Konzertsaal der Hochschule iür Berlin. Eharlottenbnrg, Faianenstr. 1. am Donner«- tag, de» 21. Sprit 1921, abends 6 Uhr. und für den Kammermusik« Sbtit 7.«6»tInfHrinr«. 7 Uhr in der Aul- der S-meindesckus«,, -an» Reue« User. D-slentltche Brrfemtthmg. 31;cma:„tre vektliait tckul-.| CNtioffcn. pefloltet diese P-rlammluna zu mar, wollen Sunbgedung für di« weltliche-Schule. Ref.: Dr. Löwenstein... � llN. Alit. Rietzerschöatzatzsen. n, Uhr bei Bogt. stasser.Msbesm.Str. 64, Se>>». ralversampilunz. Bericht des»orftandez und Reuwahlen. Ohne Mitglied». lluntzliui« liste Gruppe Zempeltzos-Lickteeseld,. 8 Ubr hei Ho». Mäbendorf, Ehausseefir. 44. Belchlublassuna üder»usere Siellungnablne zur«eneral. -ückammliina.— D5» Vrt,sen»»« Lichter seid- nimmt an»er B-rsammIuna der Maeiendorker Keiwssen um 7'Z, Uhr bei Hoch i» Mariendorf, Eh-usse-' r,,»e..-e�» ,.>»-------------- 1 Vj Uhr bei Sckilcnfr;». ghenia:' Innere jtolonifoj'*»-. Ref.:_ Relchsta,» „ Fröhlich. Mainzer Ref.: Li-fiter Reumann. _ JP-----|. 59. Ref.: Adolf»usch»....»>> llratze 14. Ref.:<6, nasse SSnacr. Rocke, steonprinzenstr. 7. Brumm. Äilr- lelssraße 17, Ref.! Senoss« Bube. 116. Atzt,»itzteotzer-i. gwchrnf-al der Schule Hoktelssrasse. Reuwgbletz. 117. Atzt, tztchtentzertz. Oeffenslxhe Bersammluntz IM P«ltaIo»zi.Li>z,um, Prinz. Alberl. Straße.„Moskau und die PKPD." Ref.: Gen. ckrimm. lt«. Abt. Licht,»berz. stuekowski, Pfarrstr. 74.„Die palitische Lo>ie." Ref.: Otto Bach. 126. Atzt. grietzeiSefeltz«. Hanerland, Wilhelm ste. 58.„Rielerverband." Res.: fillvr cheenefeld. 151. Atzt, staekotzoeft. Hukb. Drerkow.All-e 46. Reuwahlen. . r.'s, Atzt. Pank»». Engol, Mllhlrnstr. 45.„Ferdinand Lassalle." Referent: Dr. Schmie. »57. Atzt. Relnickentzars.Wefi. 3. Semrintzeschule. Erneralversommlung. Be, rickt und Reuwabl be« Barftaichen. »56. Atzt. lezel. Die Misgliederverlaanmluna fallt»US und findet erst INI Mittwoch, den 26. Aorik, statt. Di« Mltpiledtrotrsammlunz fällt au« und findet erst ,m ,------------- Nation, aen.: oieimsiaa». «ine.-»ranne?e«?elh,f.«,rie>>da,s. JV. Uh« Äimpionstr. 42. Porte abgeordneter E'enoss«.�W�SWWW�M bei Hoch. Ehausseesir. 44, Bort rag über Entwicklungolehte. Ref.: Mückel. Achtung I Past nutz„leaeapl,.«!»e.tze öfiextlich,«e»I»m«l»a-! i Uhr in der Aula de« Friedrich.Wiltzelm.knmnastum», stachst-, 13. Dh«ma:„Die Entwicklung der deulschen Peamtenbcwegung und ihr Perhältnis zu den politischen Parteien." Ref.: 0!em>sse Ministcriaira! Zalkendera(Zleichomin!. sterium des Innern). � Freie Aussprache. Der SPD..B»lbea»sfchu6. Morgen, MIltrvoch, den 1Z. April: Mitglieöerrerfammlungen adenSs 7 Uhr. I. Atzt. Schulaul»'Auguststraße.„Politisch« ragessragen." Ref.: Genosse Ka»k». Atzteilnag 5». Dopalok!, Wikhelmstr. 155. 1. Portrag:„Die Regierungsbildung in Preußen nach den Eriahrungen in Sachsen, Thüringen und Draunschweig. Ref.: Gen. Rüben. 5. Barstaud-wahl. 5. Verschiedenes. 5.»ad 4. Atzt.„Rationalhoi".»ülowstr. 37,„Kein- Erlebnisse in Rußland". Ref.: Genosse Secoien. 6. Abt. Paoenhofer.Prauerei. ssidirinstr. 5/5. Wichtig« Tagesordnung. 7. Atz».„Blückier-Säle", Bütcherstr. 61. TLtigkeilodericht. Ref.: Genosse Edmund Ziichee. ab es Fests-Ie, Mchtesrr, 59. �vlldwirtkchast." Ref.: Kurt Heinis. derger Hof', JUichenderg« Str. 147.„Außenpolitik". Ref.! Seneralveikam mluug. ZahtlSbe. 141. Atzi.»asenthal. Mittwoch, den 59. Aprü. statt. R»»»we«., Thalin-stloiise". Lindenstraße. richt»nd Boesiandswabi.,„„ c»«.», Derbronsschnß s.zi.'d.gi.liatNchrr P.liz.cheamte»«rast.PeBia.. Abend» 6 Uhr in, Hotel„Stern", Spandau. Potsdamer Vjt�bemnten vrr.'ammlun?. Rrl.: Poli,eioberwach,me>ster �'lbur«lbin us-Berfin Taar-. ardnnna' Di, Belchltlb'e der Zwischenkommisston Rord-Siid und die beeu,- ordnnna:„Die Beschlüsse der tzwischentommisston Iichen Rechte der Polizribeamten." «.«dt.„Ra...» 6. Atzt.„Reicheni Erwin Barth. 16. Atzt. Echulaulo Forster Str., Ech« Reichenberg-r Sir. »-s.:»llly«Mu». Weltanschau- Se».«pliedl. �ugenüveranftaltunyen. veeei»«rtzeltrr.Io««»d»roß-Berlln.««tretoeta»!»«. 4«. z» de» zelte» Tl. heute. Dienstag, abend» Uhr: Pnckitzok«. Ech'ile, Porliuer Strab« 19, M-!dch«nab«nd.— ReieHIIil-Si». Ragatstr. fS, Madchenabend.— Riederschinhause«, Schule, Blantenbiirger Tieuße rsr.'P, Schulentlassungkseler.— Pankow, schule, Wollankstr. 131, Bor» trag:„Die Bedeutung der Gewerkschaften". It. Atzt. Pei-ker. Euvrnstr. 11.„Der stampf um die Eristenz und .. UN?- Ref.! Sn-bienr-1 Dr. Ostrowsk». 15. Atzt. Schular-la Wrangelstt. 158,„Die politisch« Zage«. Res'> Iebrcobericht. 15. Atzt. Glies.na, Wassertb-rstr. 68. Tagesordnung: 1. Bericht der Abtellung«. leiwng. Z. ParteidNgclegenheitrn und Neuwahl. Z. Persdiedene» � Gewerischaftohan». Engelufer I4s13, Saal 3.„Deutschland und Ame- rita". Res.: Eonrad Emnann. 15'«JLL bastmarktllr. 65,.�Die politische Lage". Ref.:«,n. Simon Kaßenstein. � Änla der Handwerkerschul-,«ndreaastr. 1. Reuwahl der Adleilung,. Geschäftsbericht und Reuwahl der Ad- VortrSae. verelne unü verfammkunsen. Re«tz«tu»tz»«e Rriesobefchttiat,». Bez. Eharlottenbueg, Donnarota». dk» 14.«peil, Mpnatovorsammlung im Loaen-Restaurant, stirchhofstr. 2. ed.»!: 7'jj Uhc.— Deutscher Schuß» erbaad der Zchw-rhirig-n, Dienolag. den 12. April, 7 Uhr, Markusstr. 4r, Man-tenersamrnluns. Tagesa rdnung kautet: Bortrag und Berschiedeaes. Sielhörer aufgestellt. Gäste willkomniin. � R'urosl«.. Donnrrotag 14.?,ril. 8 Ilhr, In der Aula«easschnl« Boddinftraße.»ort'«» non Pastor G. De n:„Was will der Bund relig äf!« Eoz:"listen7" tzüeckika» lisch« Darbietungen des'Reulollner Bunde. choreo. Gaste w:llto»»rn. � lritung. 17. Atzt. Schulaula Hohenlohrstr. Ig. teilungsleitung. ZZ- W-«chuloula Zittau«« Straß,. Politische Fragen". Rrf.: stark«lingler. FZ.t. Srnulic, Samaritorstr. 38, Zohrestzerichi und Neuwahlen. uu» wirtschaftlich. Be. �-Uf da. �er on. � �' d-:«»elelli. Jeder wr den»rleb kafken deslimmten Änfrage wge«.an einen Buchstaben»nd eine Numme» det. Stlige Anfragen trag« man»n der Juristischen Äprechstundr. Lindenstr. S. 1. Hos paet. unts. vor. Schrlststücke und Pertritge find mitzudrsngcn. . P-, Erbolungsbeim Belriebsgesellschost, Perlin. Pestst?. ist/zi. -ersuchen Sic e, mit einem an die Friedrich-Wil. h«fm,.Aina-lt kllr Arboitsame zu richtend»» Gesuch sBeelin, Roihonol. Ei, ist I eefolgt"� Raten!"'"ne lSliftlin8'"'» zinslose Darlehen gib«. ZUIckzohlurz i WLrtfchQft �usfuhrftagen im Reichswirtsihastsrat. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschast legte dcu. wlrtschaslspolitijchen Ausschuß des vorläufigen Reichswirtschastsratcs l am S. April den Entwurs einer Bekanntmachung vor. durch die das Ausfuhrverbot für bestimmte Waren des Abschnittes 1 des Zolltarifs(Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft und anderer tierischer und pflanzlicher Raturerzeugniffe, Nohnmgs- und Genußmittel) aufgehoben werden soll. Es handelt sich dabei. wie der �Vertreter der Regierung ausführte, nur um eine gefetz " gung des Zuftandes, w illigunacn schon besteht. den lebenswichtigen Nahrungsmitteln, find zum Test solche, die aus auf Grund von aren gehören nicht zu dem Auslande eingeführt werden und zum Teil Luxuserzeugnisse. Unter diesen sind besonders wichtig die Erzeugnisse, die einen hohen Veredelungswert durch deutsche Arbeit erhalten haben. Aus dem Ausschuß werden Bedenken gegen die Ausfuhr von Sämereien, Äaffee und Wein geäußert: von einem Vertreter der Gärtnerei- betriebe auch die Freigabe der O b ft b a u m ausfuhr verlangt. Aon Negierungsseite wurde dazu ausgeführt, daß in Sämereien größere Bestäyd« vorhanden sind als für den Inlandsbedarf notwendig, der Bedarf an Kaffee für mehr als ein Jahr durch Vorräte gedeckt und die Freigabe des Weines auf Wunsch der Interessenten erfolgt ist. Die Obstbaumausfuhr könne jetzt freigegeben werden. Daraufhin erklärte der Ausschuh sich mit der Verordnung einverstanden. Nachdem der Ausschuh sodann die Beschlüsse des Ur Unteraus- letzten Monate ständig gestiegen sind- Der jetzige Preis von 7,20 M. pro Liter(Friedenspreis l8— 20 Pf.) hat vielerorts dazu geführt, daß ibife Bevölkerung einfach nicht mehr in der Lage ist. Petroleum weder für Leucht- noch für gewerbliche Zwecke zu verwenden. Aus einem soeben erschienenen Geschäftsbericht der Deutschen Petra» leum-Aktiengesclls chaft geht hervor, daß die von dieser Gesellschaft für das Jahr 1919/20 festgesetzte Dividende 30 Proz. betrug. Für das letzte Quartal des Geschäftsjahres 1920, welcher bei genannter Gesellschaft eine Kapitalerhöhung von 100 Millionen Mark rächte, werden noch gesondert SO Millionen gleich einer D i o i- dcnde von 150 Broz. ousgeschüttet. Der Reichswirlschastsminister wird aufgefordert, gegen diese nnerhörte Dividenden Wirtschaft der Deutschen Petroleum- Aktien-Geselljchaft, die zum großen Teil aus Kosten der ärmeren Bevölkerung betrieben wird, durch schnellste Herabsetzung der Petroleumverkaufspreise einzuschreiten. Die Auskunft des Vertreters des Reichswirtschaftsministeriums befriedigte den Ausschuß nur insofern, als die Preisbindung für Petroleum am 1. Mai d. I. s ä l l t, wovon man sich eine Senkung der Preise versprach. Die Preisfestsetzung der vergangenen Monat« und die D i v i d e n d e n p o l i t i k der beteiligten Gesell- schoflen soll indessen eingehend geprüft werden. Ein neuer Verband für sozkaken Voubekrieb. Am 11. März d. I. wurde von 50 Vertretern der baugewerb- ltchen Hand- und Kopfarbeiter aus Hessen, Hessen-Nassau, Waldeck nnd einigen Orten aus Layern tm Frankfurter Rat- haus der Bauhütten-Bctriebsverband Hessen und Hessen-Nassau G. m. b. H. gegründet. Die 50 Vertreter haben etwa 60000 im Baufach beschäftigte organisierte Arbeiter hinter sich, die in ihrer großen Mehrheit bereit sind, für die Einführung der Gcmcinwirtschaft im Baugewerbe ein Opfer zu bringen. Von dem 500 000 Mark betragenden Stammkopital zeichnete der Verband so- zialer Baubetriebe 200 000 Mark, die übrigen 50 Vertreter zu- sammen 300 000 Mark oder etwa 5 Mark pro Mitglied. Der Gesellschaftszweck des Bauhütten-Betriebsverban- des Hessen ist: Die Gründung und Förderung gcmeinwirtschaftlicher und sonstiger, nicht auf privatkapiialisiischer Grundlage tätiger Bau- betriebe, sowie die Uebernahme gemeinsamer wirtschaftlicher Auf- aabcn dieser Betriebe und die Vertretung ihrer Intercfjen vor dritten Personen oder Körperschaften im Benehmen mit dem Verband so- ,zioler Baubetriebe G. m. b. H. Die Baubetriebe müssen von dem Grundsatz geleitet sein, mög- lichst billige und gute Bauten für die Allgemeinheit herzustellen. Die Gesellschafter oder Genoffen der Baubetriebe dürfen keinen höheren Gewinnanteil als 5 vom Hundert beziehen. Die Ver- teilung eines Ucberschusies an die in den einzelnen Betrieben be- schästigten Hand- und Koofarbeiier soll nach den vom Verband so- zialer Baubetriebe G. m. v. H. ausgestellten Richtlinien und Grund- sätzen nicht ausgeschlosten sein. Eine Anzahl solcher Baubetriebe ist bereits gegründet. Den größten Teil der B e�t r i e b s in i t t e l für den Bauhütten- Betrisbsverband stellen die Bauarbeiter. Laut Beschluß im Bezirk hat jedes Mitglied außer dem regelmäßigen Verbandsbeitrog die Summe von 30, teils 40 Mark als Sozialisierungsbeitrag zu leisten, wodurch über eine Million Mark eingehen wird. Die Jim- merer im Gau Hessen opfern pro Mitglied 23 Mark außer dem Vcrbandsbeitrag, so daß 100 000 Mark zusammeukommen. Die Dachdecker erheben außer dem Aerbandsbeitrag 30 Mark für die Sozialisierung pro Mitglied. Die baugewerblichen Hand- und.Kops- arbeiter im ganzen Bezirk, ob Stadt, ob Land, finanzieren den Bau- hütten-Betriebsverbond, dieser errichtet dann die sozialen Baude- triebe und sorgt auch für die Finanzen. Bei Errichtung solcher Be- triebe werden soziale Laugesellschaften gegründet, hier können sich alle Arbeitnehmerverbänd« und sonstige Arbeiterlnstiwte beteiligen, denn die Lösung der Wohnungsfrage ist eine Frag« der Allgemeinheit. Um rasch zu Treuhänder-Betriebcn im ganzen Be- zirk zu kommen, müssen die Arbeiter selbst den Vorstoß wagen. Der Banhütten-Beiriebsverband für Hessen und Nassau hat Schuld- scheine ausgegeben zu 100, 200, 500 nnd 1000 Mark, die verzinst werden. Für ihre Zeichnung und zur Verbreitung des Gedankens der sozialen Baubetriebe wie überhaupt der Sozialisierung des Bau- wesens wird eine starke Propaganda entfaltet. Die Vertreter der politischen Arbeiterparteien in genannten Landesteilen sollten in ollen Körperschaften dafür eintreten, daß die nicht auf Gewinn eingestellten sozialen Betriebe mit Betriebskapital der öffentlichen Organe unterstützt werden. Der Bauhütten-Betricbs- verband Hessen und Hessen-Nassau G. m. b. 5). hat sein Bureau in �._--- M| U. A-E. aus ausländsschen velsaaten hergestellten Oetkuchen Vzw. -schrote in beschränktem Umfange' zuzulasien, die in der be- ginnenden Wcidezeit ohnehin schwer absetzbar oder überhaupt von der deutschen Laiidwinjchoft ihrer Qualität wegen weniger begehrt sind. Aus inländischen Oelsaoten und Oelfrüchten hergestellte Kuchen und Schrote dürfen nicht ausgeführt werden. Die Liquidation der Keichssicischstelle. Der Aussichtsrat der Neichsflsischstelle, Geschästsadteilung. G. in. b. H., hat beschlossen, daß die Reichsfleischstclle,........" Liquidation tritt. Geschästsabtcilung, am L April 1921 in Preisausalcichsstelle für phosphorsäarehaltige Düngemittel. Durch eine Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft sind die Preisavsgleichsstellen für Thoinasphosphat- mehl, für Superphosphat- und für Knochenmehl, die bisher gesondert bestanden, zu einer„P r e i s a u s g I c i ch s ft e l l e für p h o s- pH or säur ehalt ige Düngemittel" zusammengelegt worden. Gegenwärtig bestehen daher nur noch zwei Preisauogleichs- stellen für künstliche Düngemittel, eine für Stickstoffdüngemittel, die andere für phosphatsäurehaltige Düngemittel. Beide sind zu w i r t- schaftlichen Selbstoerwaltungskörpern ausgebaut. Demo werks- « im Geschäftsbericht. Im Gel G. Konsolidation zu der B erg°i ielsenkirchen lesen wir: Frankfurt a. M., Allerheiligenstraße 51, Z. Stock. Zimmer Zulassung der Ausfuhr von Oelkuchen. Dos Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschast hat sich entschlossen, einstweilen für die Zeit bis zum 30. September 1921 die Ausfuhr solcher „Arbeiter- und Anqestelltentarise sind im Berichtsjahre wiederholt durch wesentliche Erhöhung der Löhne und Gehäirer abgeändert worden. Die komplizierte Lohnermittlung und die den Arbeitgebern auferlegte Steuerorbeit bedingten eine beträchtliche Vermehrung der Angestellten. Demgegenüber find die vom Bergbau beantragten, vom Reichskohlenrat, Reichskohlenverband und dem Reichswirischosts- Ministerium als notwendig anerkannten Kohlenpreiserhöhungen bis- lang am Widerspruch des Kabinetts gescheitert, so daß der Bergbau für die beliächtlichen ihm zwangsweise auferlegten Lohnerhöhungen keinerlei Ausgleich gesunden hat. Dieser Zustand muß uirs mit ernster Sorge für die Zukunft erfüllen, da Materialpreis- ermäßigungen bislang nicht in nennenswertem Maße zur Verbilli- gung der Selbstkosten beigetragen haben." Normalerweise mühte man annehmen, daß die„ernste Sorge" der Verwaltung auch in der Tioidendenscftsetzung zum Ausdruck kommt. Das Gegenteil ist der Fall. Das Bergwerk fchüttet volle 25 Proz. Dividend« aus, einen Satz, der von ihm se-t 1903 nicht mehr erreicht wurde. Zu- gegeben muh werden, daß der hohe Dioidendensay bei diesem schon früher sehr einträglichen linternehmen verständlicher erscheint als bei vielen Werken, die erst durch Krieg und Revolution zu den hohen Erträgnissen gelangt sind. Er erklärt sich auch daraus, daß dieses Bergwerk einmal seine Friedensfordcrung wieder erreicht hat, zum anderen aber, daß es mittels seiner Kokereien ein? starke Erzeugung von Nebenprodukten(Teer, Ammoniak, Benzol usw.) betreibt, die einen höheren Preis brachten. Nichtsdestoweniger sind die Seitcnhiebe aus die hohen Lohntarise, auf die Steuerpolitik und Preis- Politik der Regierung unter dem Gesichtspunkte der Dividenden- erhohung weiter nichts als eine plumpe Demagogie, die in diesem Geschäftsbericht jedenfalls nicht am Platze ist nnd daher niedriger gehängt zu werden verdient. Sind doch das die Mittel und Mittelchen, für«in weUereq Anziehen der Preise und für den berühmten Lohnabbau Stimmung zu mache», was um so unberech- tiztcr ist. solange man durch sehr hohe Dioideudenzahle» den Wohlstand der Unternehmung in jo unzweideutiger Weis« zum Aus- druck bringt. /, Uhr, im Lokal 101m Slot Etrriier. B«rlin-Ma- tifntiorf, Cha»ssnftrohr 27; OrftrnKIchc Ausschnstfitznnst »er»ertrrtrr d«r«rbritgeder und«rrgMirt»». Tagtoordnune: 1. Bericht de» Borftandto. 2. Bericht de« ZtcchnnngeanS- Ichusst». 3. A nahmt dtt Zahreortch. mmq(üt M20 4. Btrich! und Sitllungnahmt jur Btrtinigung dtr Allge- gemtinen Orlsktonltnlasstn tih Btrlin-Mantnborf und Berlin-Temptlhob 5. Dtrschitdent». «twaljjc Anfragen oder Be- schwtedtn, d-i btntn Sinfichl» «ohine in die ÄaiTcnottcn tr» forderlich«ft, sind«Pätesien»«• «um IS. Avrii d. Sä. dem Bor- Ponde fchrlftlich ttmurrichtn. Atrlin-Woriendorf, den U. April 1921.[18/4 9>tx ftafftno orfian». Aug. Stift, BorsiSrndtr Untallaiikaiilsstellt rnkilt Tagespreise für Kapfer, Messing, Blei, Zink etc. • Tuchfabrik-Jfiederlage• von n. Lumprecht, veriw- Treptow. vonchtNr>7, verlouft Damm-, chrrreuiloste ,u fiabritprtiirn an Bttoatr liutt donrihaltt Horrmllofto oon 4!) M. an aufmärtä r Hierher sehen1 wenn Sie diese 4 Rein- Aluminium- Kochtopfe mit Deckel «ISD« Inhalt 4 3 3 Vit Ute- an 100 Hark fraako Bloebnahme iu erhalten wünsclun Hetaliv.-HaßQfaktor I. Holttiaosen b. Plettenberg i. V. (Bedingung Insorat einsenden.)_ Halbe Preise 100 Or 2 M. Hautcreme, at Tube. soweit dar Borrot reicht Verheil dvette, «r Z M. Hautcreme,(ch Sude, ü» Pf., l N, Zahnpasta, or. Tube. 7- Pf. IM. Lanolin. 20 u. 50 Bf. Fleberthcrmumcttr, 4 n. 5 M Ferner sehr billig; Kerzen, Pfund 9 SR., Butter. brolftapler, 50 Blau, 1,60 M. Klosctlpapler, pc, Rolle 1,50 zf!. Wasserdichte BtlMInttrlocttn t. fttnbft 6 31., f. Grmochimr 12 M. Damenbinden, T)*. S. 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Gewinn u.Veilust-Rechnung Reingewinn...... 144 WO WO- 127 719 107)50 354 52/ 4U9;I3 487 215- I 060 ooo 36 960 923 Soll flewln«. und Verluat.Rechnontr vom 31. Peaember 7920 665 254 655 45 Haben Verwaltungskosten einschl. Pensionskassenbeitrag«. Steuern......... Reingewinn....... Vortrag aus 1919..... WechreK und Zinsenkonto. Provisionen....... Sondergewinn...... ! 3 5 140256)31 27 923 994)88 216598.516« 1 1 124 779136 77 848 905|93|| 77 5» 905)93 Berliner Han4leis-Ge>ellschafi. Fflmteaberi;, simenis. jeldel». Bieber. 41. l ürtlentert- Ipezial-Ärzt Dr. Scott, Illt cht rhitdite- rtaurnlrtbtn, Dir.; A. Löser sen. Rur" Nor RosentlfäleretT. 69-70 Mte'.fltBff. .... 3, etn.»-I, Roseatbalcr Platz. XorbmÖbel Unübertroffen g oßes und billiges Lager BraRiiennte. 88 Seusnwlntr. 87 Leipnlaor Str. 84-59 KaukSlin, Bargst. 133 w Spandau i Andreasstr. 23, am Platz ohariottaastr. 24a. 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Kämptende Herzen. I 7'/z M �""'->77= HOneue! I sowie üastsp. Erich j Kaiser-Titz ErraBognai 1 f. d Sensationsketsch| j Jas rote Sipal"[ Seiner-Preise III Die Nacht III Ein Spiel von Ludw. Renner mit CIBre Fröhlich vom Trianon- 1 heater a. Q. und G. Birkbolz vom Residenz-Treater a. G. DdVra unlibertreffliche Variete-Spielplan Jeden Freitag: Llite-tiastspiel- Ahend Trabrennen in Mariendorf Mittwoch, den 13. April, nachmittags S Uhr: ■na 8 Rennen bhbi Gesamtpreise: M. 106 OOO.- Neue Direktion AdiöF Neue Direktion Achtung 1 Frankfurter Allco OO Achtung! Demnächst wird der neu renovierte Garten eröffnet. Für Vereine und Festlichkeiten ist der Garten noch einige Tage frei. Zur Malfeier ist der Garten noch zu vergeben. Um gQtigc Unterstützung bittet der neue Inhaber Nene DireUInn Uff» Ranarh. 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Der„Populairc", das Organ jener französischen Sozia- listen, die sich geweigert haben, unter das kaudinische Joch der 21 Moskauer Bedingungen zu kriechen, erscheint seit dem 8. April als vierseitiges Morgenblatt, damit die Pariser Ar- bciter nicht weiter ausschliehlich auf die kornmunistischen Weis- heiten der.Lumanite" angewiesen seien. Trotz der taktischen Unterschiede, die uns von der Partei Longuet trennen, und ob- wohl der„Populaire" bisher bei der Besprechung und der Beurteilung der deutschen BerhLltnisse meist eine recht häßliche Parteilichkeit gegen die SPD. teils durch Berdrehung, teils durch Verschweigung der Wahrheit geübt hat, wollen wir nicht Böses mit Bösem vergelten: Wir wünschen dem neuen Morgen- blatt besten Erfolg, zumal es in seinem einleitenden Artikel als feinf Aufgabe bezeichnet, das in der alten„Humanitö" von Iäitrös begonnene Werk fortzusetzen, und hinzufügt:„Unser Ziel ist dasselbe, unser Glauben ist derselbe, unsere Methode wird dieselbe sein." Aber schon der erste politische Aufsatz L o n g u e t s zeigt cme recht unliebsame Anlehnung an die Methoden des alten „Populaire", bzw. der neuen„Humanitö". Daß Longuet in einer Besprechung der Amsterdamer Konferenzen die Eni- schlicßungen der Internationale 21/, über alle Himmel lobt, ist durchaus verständlich, denn sie ist in" erster Linie sein und seiner Freunde Werk. Warum mußte er aber hinzufügen: „Die Zweit« Internationale, gefesselt durch den Chauoinis- mus ihrer sozialpatriotischcn belgischen Anhänger und den Nationalismus ihrer deutschen mehrheitssozia- l i st i s 6� e n Anhänger, vermochte nur, sich in den Rahmen des Verseilter Friedensvertrages zu fügen, indem sie die sinnlosen, auf dreißig Jahre ausgedehnten Annuitäten annahm und damit d:n Regierungen auf den Boden der Gesamtschuldsumme folgte." Das soll boshaft sein und ist nur lächerlich. .Hätten die SPD.-Vertreter in Amsterdam sich geweigert, die Läsung des Reparationsproblems im Wegs der Annuitäten zu suchen, dann hätten Longuet, und vor allenr seine Freunde Renaudel, Blum und Genossen geschrien:„Seht Euch diese Nationalisten an! Sie bestehen auf unfruchtbaren, billigen Phrasen über die Undurchführbarkeit des Bersailler Vertrages. über die Sinnlosigkeit des Annuitätensystems, über die oer- brscherische Gewaltpolitik der Ententeregierungen." In dem Bestreben, praktische Arbeit zu leisten und den Völkern f o- fort greifbare Lösungen zu bieten, damit die Katastrophe abgewendet werde, die sich auf die internationale Arbeiter- Hasse zu stürzen droht, haben jedoch die Vertreter der deutschen Sozialdemokratie einem Programm zugestimmt, das über das Angebot der Wiederherstellung der zerstörten Gebiete hinaus auch den dringenden Geldbedürfnissen Frankreichs und Del- gicns im Rohmen des Möglichen Rechnung trägt. Und nun dreht Longuet den Spieß um:„Seht Euch diese Nationalisten an! Sie erkennen den Versailler Schandvertrag an, sie folgen blindlings den Ententeregierungen!" Als w i r gegen das Verlailler Diktat protestierten, hat man uns, um sich vor Taten, zu denen man weder die Kraft, noch den Willen hotte, drücken zu können, geantwortet: „Ihr seid ja bloß Nationalisten!" und darauf hingewiesen, daß dsf» Unabhängigen für die Unterzeichnung agitierten. Jetzt, R.o wir uns ehrlich bemühen, die gegebene Unterschrist zu er- füllen und die praktische Lösung der gegenwärtigen Krise mit dem Vertrag zu vereinbaren hieben, da schallt uns wieder cnt- gegen:„Ihr seid ja bloß Nationalisten! Wir und unsere Isteunde von der Unabhängigen Sozialdemokratie lehnen grundsätzlich den Vertrag ab!" Wie sagte Moliörc:„ die Mitwirkung der Gewerkschaftsinternationale durchaus will- dämmen fem würde. Mit der 2. Internationale zu verhandeln, dazu seien wir weder von der Internationalen Arbeitsgemeinschaft sozio- listischer Parteien beauftragt, noch würde unserer Auffassung nach die Sache dadurch gefördert, sondern nur neue Verwirrung gestiftet werden In gleichem Sinne sprachen sich andere Genossen aus. Da wir also auf die gemeinschaftliche Beratung mit der 2. Internationale uns nicht einlassen tonnten, die Gewerk- schaftler aber nicht mit uns allein oerhandeln wollten, mußte die Besprechung schließlich abgebrochen werden. Es gibt keine Dummheit, deren Vaterschaft Ledebour nicht stlbst'n Anspruch nimmt. Auch ans diesen'Zeilen scheint her- vorzugchen, daß nicht olle Vertreter der Wiener Internativ- nnle sich gegen eine gemeinsame Besprechung erklärten, denn Ledebour erzählt nur von„anderen" Genossen, die im gleichen Sinne wie er sprachen, nicht aber von allen anderen. Die von Ledebour angeführten Gründe sind äußerst dürstig: inwiefern eine solche gemeinsame Erklärung„nur neue Verwirrung gestiftet" hätte, darüber bleibt er natürlich die Erklärung schuldig. Ueberhaupt: Ledebour als Bekämpfer der Verwirrung.,.,_ Sanktionen unü Tfchechoslowakai. Von Eingang in die Tagesordnung der Vorständetonserenz des Deutschen Gewerschastsbundes in der Tschechoslowakei, die Mittwoch, den 6. April in Teplitz stattfand, beantragte Genosse Schäfer die nachstehende Resolution, welche zum Beschluß erhoben wurde: Die Ausführung der Bedingungen des Pariser Gewaltsriedens gegen die unterlegenen Länder, insbesondere gegen Deutschland und Dcutschösterreich, geschieht völlig im Geiste der kapitalistischen Macht- Politik, beimruhigt die sich nach einem wirtlichen Frieden sehnenden Völker und hindert die wirtschaftliche Gesundung der Welt. Mit der im Internationalen Gcwerkschoftsbund vereinigten Arbeiter- klasse der westlichen Staaten übereinstimmend, verurteilen die deutschen Gewerkschaften in der Tschechoslowakei diese Politik und geben der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Fragen des Wieder- aufbaues nur in freundschafUichem Zusammenwirken oller Völker nach den Grundsätzen des Sozialismus und unter Mitwirkung der organisierten Arbeiterklasse gelöst werden können. Die Bor- iiändekonferenz warnt die tschechoslowakische Regierung, sich als Werkzeug gegen Deutschland bei der Durchführung der sogenannten wirtschaftlichen Sanktionen mißbrauchen zu lassen und sich in den Dienst dieser, nur dem Ententekapitalismus dienenden Maßnahmen zu stellen. Im Namen der gewerkschaftlich organisier. ten deutschen Arbeiter der Tschechoslowakei verwahrt sich die Vorständekonserenz gegen den möglichen Versuch der Regierung, die Entscheidung über die Mitwirkung an den wirtschaftlichen Sanktionen in den standigen Ausschuh zu verlegen, sondern verlangt, daß in öffentlicher Parlamentssitzung darüber verbandelt und ent- schieden wird. Die Beteiligung der Tschechoslowakei an den wirt- schaftlichen Strafmahnahmen gegen Deutschland muß a b g e l ech n t werden, insbesondere die Arbeiterklasse aller Nationen dieses Staates hat das schlimmste für ihre Zukunft zu befürchten, wenn sich die Tschechoslowakei dem Defehl der Alliierten fügt und den mahn- witzigen Schritt unternimmt. Mit allen zur Berfügung stehen- den Mitteln wird sich die deutsche Arbeiterklasse zusammen mit der übrigen Arbeiterschaft des Staates gegen eine derartige ver- hängnisvolle Politik wenden, die unsere Industrie lahmlegen, die Zufuhr von Lebensmitteln gefährden würde, Hunger und Arbeits- losigkeit für die Arbeiterschaft zur Folge hätte. Damit haben die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter der Regierung ihren Willen kundgegeben, und die deutsche sozialdemo- tratische Presse drüben warnt die Regierung davor» an dieser Willenskundgebung ochllos vorüberzugehen. Gompers tritt aus. washingion, 11. April.(Hoves.) Nach einer Haoas-Meldung aus Washington hat der Vorsitzende der amerikanischen Gewerkschof- ten Samuel G o m p e r s dem Sekretär der gewerkfchasllichen Int»- nationale, Oudegeest. mitgeteilt, e» sei nunmehr unmöglich ge- worden, daß die amerikanischen Gewerkschaften noch an der Inter- nationale teilnehmen. Dos Ziel der amerikanischen Gewerkschaften sei immer gewesen und könne nur sein, ein« Besserung der Lage der Arbeiter zu erstreben, während der politische Charakter der gewert- schaftlichen Internalionale auf die Svzialisterung der Industrie und auf den Sturz der amerikanischen Regierung abziele. Das wider- spreche den Interessen der amerikanischen Gewerkschaften. Kommunkftistbe E?fenbahnattentäter. Erfurt, 11. April.(WTB.) Wie die„Thüringer Allgemeine Zeitung" meldet, verhandelte das Sondergericht in Erfurt gegen die Urheber des Dynamitanschlages auf die Eisenbahn- st recke Erfurt-Gotha in der Nähe von Erfurt. Sämtliche Angeklagte bekannten sich als Angehörigeder kommunisti- schen Partei.(Also war es doch nicht..Ogesch und ihre Spießgesellen", wie die„Rote Fahne" behauptet.) Das Urteil lautete gegen den Zuschläger August Röllert auf sechs Jahre, den Schlosser Walter Iacobi fünf Jahre, den Arbeiter Karl Orphol sechs Jahre und den Schneider Wilhelm Boehlou sieben Jahre Zuchthaus sowie auf je zehn Jahre Ehrverlust. Das Sondergericht in Naumburg a. d. S. oerurteille nach Meldung des„L.-A." die Arbeiter Richard Walter und W i l- Helm Rinne, die beide zur Hölz-Bande gehörten, zu lebenslänglichem Zuchthaus Beide sollen in der rücksichtslosesten Welse geraubt und geplündert haben. Das außerardcnlliche Gericht in Hagen i. W. verurteilte eine Anzahl Kommunisten, die den Putsch auf Gevelsberg gemocht hatten, zu Strafen von zwei Iahren Gesängnis bis vier Iahren Zuchthaus.— Das außerordentlich« Gericht für den Landgerichtsbereich Essen a. d. R. oerurteille den Parteisekretär der DKPD. Mathias Rübhgujen aus Gelsenkirchen wegen Ausrufs zum bewaffneten Aufstand zu vier Iahren Zucht- Haus. Nach Meldung des„L.-A." wurde in Gröbers ein 20jähriger Arbeiter oerhastet, der gestand, einer der Haupttäter bei dem n ö r e, das auf Einberufung eine Konstituante ausgehe, obwohl An- tonow vorläufig nur von der Einsetzung lokaler Verwaltungsorgane spreche. Der an der Spitze der Bewegung stehende„Bund der werk- tätigen Bauernschaft" hat tatsächlich die Parole der K o n st i t u» ante auf sein Programm gesetzt. Gegen die Ausständischen sollen etwa 100 000 Rotarmisten zusammengezogen worden sein. In zahl- reichen Landgemeinden des Tambowschen Gouvernements herrscht völlige Anarchie. Die Moskauer„P r a w d a" bemerkt hierzu, daß die Anarchisten nunmehr ihr Haupt erhoben haben, unter Ausnutzung der nach Niederwerfung des Kronstädter Ausstandes unter den Ar- beitern und Bauern andauernden Gärung. Die Aufstän- bischen lehnen die zentralistische Polllik der Kommunisten ab. �sioziierte, gebt Rechenschast! London, 11. April.(D.A.) Die britiscke Regierung bat durch ihre Botschafter in Poris und Rom eine Demarche unternehmen lassen, um sich über Inhalt und Bedeutung der von Frankreich und Italien in London geicblosienen Abkommen mit der national- türkischen Regierung von Angara zu vergewissern. Interparlamentarischer Rat. Der Interparlamentarische Rat, der Gesomtvontand der Inter- parlamentarischen Union, dem se zwei Mitglieder der nationalen Gruppen angehören, tritt am 12. April unter dem Borsitz seines Präsidenten Lord W e o r d a l e in Gens zu einer Sitzung zusammen, an der auch die deutschen Mitglieder Prof. Dr. Walther Schücking, M. d. R„ der jetzige Vorsitzend« der deutschen Gruppe, und Prof. Richard Eickhoff, früher M. d. R., teilnehmen werden. Der Rat ist hauptsächlich berufen worden, um die im Auqust d. I. in Stockholm stattfindende Interparlamentariiche Konserenz vorzu- bereiten, aus deren Tagesordnung vornehmlich folgende Gegenstände stehen: 1. Die Interparlamentarische Union und der Dölkerbund: 2. die Interparlamentarische Union und das International» Arbeits- amt: Z. die Abrüstung: 4. da? internationale wirtschaftliche und fi- nanzielle Problem und der Bölkerbund: 5. Organisation des Unter- suchungs- und Bermittlungsoersahrens vor dem Völkerbund. Außer- dem wird der Rat sich mit einer Anzahl geschäftlicher Fragen und einem Bcrschlag beschäftigen, wm ach die einzelnen Gruppen auf- gesordert werden sollen, bei ihren Parlamenten und Regierungen geeignete Schritte zu tun, um diese zur Annahme bestimmter Ent- würse und Wünsch« zu bestimmen, die von der ersten Versammlung des Bölkerbundes im November»nd Dezember o. I. gebilligt worden sind. Voraussichtlich werden hervorragende Politiker aus allen Kul- turstaaten, frühere Minister und führende Parlamentarier an der Genfer Tagimg teilnehmen. Unser dänischer Genosse Abg. B o r b- jerg ist gleichfalls hingereist. Simons' Rciseabeokeuer. Wie jetzt mitgeteilt wird, hat der Mi- nister bei der Uebcrschreitung der italienischen Grenze auf seinem Ausflug keinerlei Paßschwierigkeiten gehabt, da er außer dem italienischen Paßvssum besondere Grenzempfehlungen des hiesigen italienischen Botschaflers befaß. Die beteiliglen italienischen Be- ainten hoben sich dem Minister gegenüber bei dem Grenzübertritt ebenso pflichttreu wie höflich gezeigt. Die Beerdigung der ehemaligen Kaiserin. Anläßlich des Todes der trüberen Kaiserin erfahren die PPN., daß bereits vor Monaten Verhandlungen gepflogen worden sind zwischen dem Hofmarschallamt und der preußischen Regierung über die Beerdigung in Potsdam. Den Abmachungen, die die Beerdigung bis in alle Einzelheiten regeln, hat auch dos Haus Doorn damals zugestimmt. Die Leiche der früheren Kaiserin wird noch einer Trauerfeicr, welche in Doorn am Donnerstag abend abgehalten wird, nach Wildparkt übergeführt werden, wo die Beisetzung om Sonntag vormittag im Mausoleum bei dem Neuen Palais erfolgt. GewerMafisbewegung Sächsische Lanüarbeiterkonferenz. Ueber die Neuregelung deS LohntarisS für die sao daß die Gefahr besteht, daß die gesamte Zigarettenindustrie Deutschlands ihre Betriebe schließt. Eriphische VUfMtii»««"lim». Sumuratoa, abtnbe G Ut»r, bei Henninz. Älexanbrinenftr. tt, Sikurm oD« iZfUHttinnär» der«ntfter. damer Richtung. Da es sich um wichtige Mitteilungen, die Ur-vasil betrefseiid, handelt, darf tein Funktionär fehlen. Der Aktions-Ausschuh(Richwng Amsterdam). «alzmeerk..«apieeeohr. mm»»aiellmdmfteie. Dersammlnnq aller«n Deutschen Retallarbeiteenerband und Fabrikarbeiteroerdand organisierten Sollegen und«oUeginnen, die aus dein Bode» der Amsterdamer Internationale stehen. Donncratag 7 Uhr, Schiele Beinmeisterstr. WV,(Räheres bort Datei.) Tage-- Ordnung-„Was geht in unserer Industrie vor?" Äcioertschasts- und Partei- buch legitimiert. «emtsche« rramaptttarS�ten-AarSaie». Cßfbn» 1, L-derbranch«.«ttttod«, 5 Uhr, bei Biederstedt. Luisen-User 32, chruppenvertammlnng. Slarnreinigunas, brauche: Mittwoch, 4 Uhr, im„Englischen Hos", Alcxanderstr. 27b, Gericht der Lohnkommission. Metall arbeit er-Delegierte der SPD. Heute, eine Stunde vor Beginn de« Seneialversammlung, für alle SPD.»Delegierte in der Böhoiv-Braucrei(Nestau- rant) wichtige Borbesprechung, an der jeder Delegierte teilnehmen muü. _ Der Frattionsvorstand. fim öer Partei. Mederaufnahmeverfahren im Falle Debs. sFPS.i Auf Veranlassung des Präsidenten H a r d i n g ist das Versobren, gegen Eugene V. Debs, der fünfmal sozialistischer Kandidat für die Präsidentschaft war und zurzeit ein« Zuchthaus- straf« von 19 Jahren wegen Uebertrelung von KriegSsondergesetzen verbüßt, vom Genetalstaatsanwalt wieder aufgenommen worden. Ein Begnad'gungSvorichlag des früheren GeneralstoatS- anwaltS war von Wilson noch in den letzten Tagen stttner Präsident! chast abschlägig besckieden worden, Infolge dieser Anregung Harding» haben die Sozialisten ihren Plan, das Weiße HauS zu boykottieren, aufgegeben, womit sie im April am ztveiten Jahrestag des Haftantritts von Deb« beginnen wollten und womit eine Kampagne zur Amnestierung aller der politischen Gefangenen eingeleitet werden sollte, die während des Krieges unter dem Spionagegeiey verurteilt worden waren. Dia Sozialistische Partei hat folgende Erklärung veröffentlicht:„Wir sind naturgemäß erfreut, zn erfahren, daß Präsident Harding den GeneralstaalSanwalt Mr. Daugberly aufgefordert hat, das Ver- fahren gegen Eugene v. Debs wieder aufzunehmen. Wir setzen voraus, daß die« der erste Schritt zur Befreiung von Debs tst, und hoffen, daß er in aller Kürze enllaffen wird.' Soziales. Die Kriegsgefangeuenfordenmgen. Die vielfach umkämpften Kriegsgefangenenforderungen sind nunmehr nach Herausgabe der Richtlinien vom 19. März 1921 der Reichszentralftell« für Kriegs- und Zivilgefangen« in ihrer ersten Etape zum Abschluß gelangt. Aber die Forderungen der Kriegs- gefangenen sind damit nicht restlos erfüllt. Diese Knegsopserkate- gorie ist durch die längere unverschuldete Dauer des Krieges durch die Gefangenschaft besonders geschädigt und es bedarf einer ge- wiffen Kenntnis, über diese vielfachen Röte erschöpfend Bescheid zu wissen, jedoch gibt die jüngst eingereichte Denkschrift der Kriegs- geschadigtenoraanifationen über einen Steuererlaß auf Ein- kommen unter 20 000 M. einen gewissen Hinweis, wo es fehlt. Schwierig ist es, die schwer ruinierten Existenzen wieder auszu- richten. Leider herrscht teilweise nur zu schr berechtigt eine gewisse Erbitterung gegen einzelne behördliche Stellen. E« wäre im Per- kehr mit den Heimkehrern nur ala begrüßenswert zu betrachten, wenn man sich nicht immer an die starren bureautrotischen Forme» holten würde, sondern versuchen würde, die Nöte und Klagen rein individuell zu behandeln. Außenstehende erweisen dieser Kriegsopferkategorie viel zu wenig Interesse. Gerade bei den Kriegsgefangenen gilt es zu einem großen Teil an dem Wiederaufbau der Heimat beizu- tragen, das um so mehr, wenn sich um diese Gemeinschaft auch noch ein größer Teil anderer schart. Schon 1919 haben die Kriegsge- fangenen niannigsache Wiederaufbouarbeit im zerstörten Gebiet geleistet und somit einen Teil der Wiedergutmachungsschuld abgtrogen. lieber eine Entschädigung hat im übrigen noch keine Regierungsstelle etwas verlauten lassen. Doch wird es A»ff- gäbe der betreffenden Organisationen sein, über diese» Punkt Klar- heil zu schassen, wozu notwendig ist, daß, wie im gewerkschastlicheij� Leben, die Helinkehrce geschloffen hinter ihrer' Organiiation stehen.. In dein Wiedorausbaiiplün des Reiches sollte man also keinesfalls die Heimkehrer mit ihrer Eigenart vergessen. Sie werden sicherkichrs bei den zu lösenden Problemen ein ernstes Wort mitsprechen können I« breiter aber die Arbeitsbasis geschaffen wird, je mehr Kräfte vorhanden sind, desto größer ist der Erfolg. Es muß aber bei der Verwirklichung aller dieser Pläne voraus- gesetzt werden, was bei den Kriegsgefangenen zu einem gewissen Teil schon vorhanden ist: der Gemeinschaftsgeist. Wenn sich Staat, Gewerkschaften, Kriegsopserorganisationen und sonstige mit wirtschaftlichen Fragen arbeitende Verbände zu einer Arbeits- gemeinschost zusammenschließen, wird sicherlich Posittocs erreicht werden. Wir haben eine gemeinsame Not, diese gemeinsame Not muß uns auch die Handhöbe zu einer gemeinsamen Tat-finden lasten. Da sind lang gehegte Wünsche und Fordernngö?» der Kriegsgefangenen, die allen Ernste- oestrebt sind, in friedlicher Weise f an dem Wiederausbau der Heimat mitzuwirken. De» außen- stehenden Heim-ehrern muß t.rmer wieder gesagt werden, sich innerhalb der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener zu organisieren, um somit an der Erfüllung der gestellten Aufgaben mitzuwirken. Die Richtkriegsgesangcnen sollten mit größerer Aus- merksamkeit als vorher derjenigen Kategorie von Kriegsopfern zu- schauen, denen Fortschritt Leben und� Stillstand T o d ist._ Kurt Großmann. ?!sinn;re. ibr den rednlt. Zeil: Dr. a-erner Peil», ttdarlonenautg: für»nie igen; TU. tXlotfe.«etritt. Vertag: PvrwSrls.Per!og G. vi. b. H.. Berlin. Tniif: Vor» miärlö-Pulbdraiker« lt. Verlagsanstalt Pnnl Singer u. So„ l-etll.i. Cinbcnüt. 3. Hierrm I Beilage. MmanoL™* bei rheumatischen Erkrankungen Z'i Haben In den AootHeken SJlvefe und �fpcrtRfeitlurifg Erstklassige Erzeugnisse unserer eigenen Werkstätten, die nach den neuesten Modellen verfertigt sind Paleiois«»r-ux» m»« fmrWg, meiern Tmrmrbeitmt..... 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