ttt. 171» 5S. Jahrgang Ausgabe M Nr. S7 Bezugspreis z M. momut. lO.— A. Ks»>ns Saus, voraus Zahlbar. Post- HSgug. Monatlich lO,— M.. eutichl.gii- ee'JimjjSflcbübt. Unter ftrentbonfi für T>outichlanb, Danjitg. das Saar- und Mewelgebiot, lowie bis ehemais beut- chen Sebtetc Polens Oesterreich. Ungarn unb Luxemburg 20,— M Hit das übrige Ausland 27.— M. Post- de tellnugen nehmen an Oesterreich Ungarn Tlchecho- Slowakei. Diine- mar,. Solland. Luxemburg. Schweben >' unb die Schwei». Der„Borwörts' mit ber Sonnlags- deilage»Pol! unb?e>N. der Unter- baltün.sbeilaqe �SeunwelN unb der Beilage„Sieblnng unb JUemontten' uicheini wochentägiich zweimal. Sonntags unb Montags einmal Teleg'amm- Abrege- �Sozialderuotral Berlin- Morgen Ausgabe kU'rlincr PoIh�UIatt Anzelgenvrels: SHe achlgeipalien,«onoareillexell, kostet dMi M„Kleine Anzeigen� das-etlgebruckte Wort lnO M(ju- iStflfl rettgebruitte Worte! lebe» weiiere Wort l.- M SteUengeiuche unb Sch!akstellenan»elgev bas erst« Wori i.- M. irbee weiter« Won 80 Ptg Wort« über IS Buchstaben »ählen für zwei Won« zamilien-An- zeigen Hie Abonnenten Zeile S,- M Die Preil« versteben stch einschließlich Teuerungszuichlag Anzeigen tili die nächste Stumme« mlisten bis S UH« nachmittags im Hauptgeschäft Berlin EW üb. Linben- stratz« 3. abgegeben werben Geöffnet von S llbr ftül) bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratlfcben Partei Dewtfchlands Redcftlon und Expedition: SV) 68, Lindenstr. 3 Acrulpreester: Sinti Moriuplai,. Nr. 15100-15197 Mittwoch den 13. April 19*41 Vonvarts-Verlag S.m.d.h., SV) 68, eindenstr. 2 iSernsprecher. Ami Mori«vla« Nr. 11755—54 haröings Sotfthast. Washlngkon, 12. April. lReuker.) Prasideuk harding billigte in seiner Bolschafl an den Songreh die Beendigung des tclbuischen Srlegszusl-.-des mit den Zenkralmöchten Europa? durch eine ausdrückliche Resolution des Songresses mit dcr Maßgabe, daß alle Rechte der Vereinigten Staaten durchaus gewahrt würden. Der Präsident erklärte mit Bestimmt- heit. daß die Vereinigten Staaten sich dem besteheliden Völker- bund nicht anschließen würden, sügle aber hinzu: Wir geben. ludem wir der Well diese Aiitlelluug machen, in keiner weise unser Ziel preis, eine Vereinigung sAssociation) zu schassen zur Förderung des Friedens, an der wir van ganzem herzen teilnehmen würden. Wir erwägen diese Angelegenheit und hoffen, einen Plan einer solchen Vereinigung ausarbeikeu zu könueu. Amerika unü Japan. Washington, 12. April. Menter.) Der Kaiier von Japan hat » eaiety schreiben sein groheS Bedauern darüber auspetrücki, daß nuveimeidliche Uml'iände>bn für den Augenblick daran hindern, im Namen seines GohneS die Einladung des Präsidenten zu einem Besuch in den Bereinigten Staaten nach der Beendigung der Mission des Kronprinzen in Europa anzunehmen. Der wahre HinderungSgrund dürfte wohl sein, daß Nordamerika so scharf gegen die Erteilung de« BölkerbundmandatS über Aap an Japan und die Art seiner AuSübuna protestiert hat. England und Frankreich haben diesen amerikanischen Protest beantwortet, aber ihre Antwort liegt bis zur Stunde noch nicht vor. StegetValüs Kabinett. Me dle PPZt hören, sind die Verhandluvgen über die Bildung des kabinells Skegcrwald ziemlich weil fortgeschritten. Steger wald gibt sich die größte Mühe, die Sabinetksbildung spätestens im Laufe morgigen Vormiktag zu beenden. Aller Wahrscheinlichkeit nach j wird die Sozialdemokratie im Kabinett durch vrann, Seoeriog und h a e u l s ch vertreten sein, von denen der elftere allerdings ein a.ldercs Ressort übernehmen dürste. Zm übrigen werden die bisherigen Minister Stegerwald(wohlfahrlsminifterinnt). A m Z e h v- hoff lZufttzmlulflerlnm) und Flschbeck Ihandelsmluisterlum) wohl ihr« Aemler behalten. Vle freiwerdenden Resiocls. also vielleicht das Landw! rlschafts- und das Ainonzminisierinm, dürs- ten mit n-entrtaleu Deamten besetz! werden, an deren tepubsi- tonischer Irene keln Zweifel ist. Wie wir dazu weiter hören, soll Broun mit der Vertretung der preußischen Regierung rm Reichsrat betraut werden. mit der vielleicht auch die Bizspräsidentschaft im Staatsmini- steri'm verbunden werden wird. Ein anderer Plan, der uns den.Porzug zu verdienen scheint, geht dahin, Braun das Fi- n�minisierium zu übertragen. Das Kabinett wür�e sich etwa folgendermaßen.zusammen- setzen: Präsidium und Loltswohlfahrt: Stegerwald(Ztr.), Dizepräsidium und Vertretung im Reichsrat: Broun(Soz.), Inneres: S e v e r i n g(Soz.), Unterricht: H a e n i s ch(Soz.). Justiz: Am Zehnhofs(Ztr.), Handel: F i s ch b e ck(Dem.), Finanzen: eiy Beamter, Landwirtschaft: ein Beamter Als fertig und endgültig darf man diese Kombinaten aber keineswegs betrachten. Die entscheidende Frage wird jetzt sein, ob es gelingt, für das Finanzministerium und das Land- wirtfchaftsministerium Beamte zu finden, die bereit und im- stände sind, die dort von Lüde m a n n und Braun begonnene Arbeit fortzusetzen. Es ist natürlich nicht denkbar, daß diese Ministerien nun nach der entgegengesetzten Richtung gsleitet werden, das würde sofort zu den stärksten Mißhelligkeiten in der neuen Regierung führen müssen. Die Frage, inwelchemGeiste das Finanzministerium und das Landwirtschaftsministerium künftig geleitet werden sollen, ist für unsere Beurteilung des Gesamtplanes— und wahrscheinlich auch für sein Gelingen— entscheidend. H ömöuna oder freie k)anö? Ueber die Verhandlungen, die der Wahl Stegerwalds -um Ministerpräsidenten vorausgingen, gibt die„Soz. Korr." v'ne Darstellung, die den Gang der Ereignisse ebenso schi'dert, wie er uns bekannt geworden ist. Wir geben diese Darstellung wieder, damit sich jeder überzeugen kann, ob der uns von der Rechtspresse gemochte Vorwurf der„I r r e f ü h r u n g". zu- trifft oder ob die Irreführung nicht vielinehr auf der Gegen- feite zu suchen ist. Nachdem die Deutsche Dolkspartei die vier Bedingungen der Sozialdemokratie nicht nur abgelehnt, sondern unter Bruch der ausdrücklich vereinbarten Vertraulichkeit mit hämischen Glos- scn veröffentlicht hatte, erklärten die Sozialdemokraten, daß die An- Gelegenheit nunmehr für sie erledigt wäre. Sie wollten auch nur«nem Ministerpräsidenten Ihre Stimme geben, der sich binde, ""r nicht erst mit der veukschen Volksparlei zu verhandeln. Diele ySiudung zehnten Zentrum und Demokraten ab, und die Lerhand- Zungen wurden abgebrochen. Am Freitag abend erschienen zur interfraktionelle» Besprechung nur noch Sozialdemokraten und Demokraten, die Zentrumsvertreter aber nicht: sie schickten den Abgeordneten Gronowskt und ließen sagen, daß sie die Ber- Handlungen als beendet ansäben und es nun daraus ankommen lassen wollten, wem der Zufall am nächsten Tage bei der Wahl des Ministerpräsidenten die Mehrheit verschasse. Die Aussicht auf eine solche Aufallswahl war sehr unerfreulich, denn sie mußte die Republik und das parlamentarische System in der öffentlichen Meinung herabsetzen. Deshalb griff die Sozialdemokratie auf einen Dorschlag zurück, den ursprünglich der Demokrat Dr. Preuß gemacht hatte: man walle einen Mnffterpräsidenten ohne all« Viadungen wählen, not«Lfs«« sich verpfllchlen. dt« Wahl ab- zulehven oder seinen Auftrag zurückzugeben, wenn am Schlüsse seiner Bemühungen eine der drei Soalttionsparleieu endgültig die llnkerstützung seines Kabinetts ablehnte. Die anwesenden Denw- kraten Dominikus, Preuß und S ch r e i b e r- Halle bekann- ten sich gern zu diesem ursprünglich demokratischen Vorschlag, und auch der Abgeordnete Gronowskt erklärte ihn namens des Zentrums für eine geeignete Grundlage. Die Sozialdemo- � kraten baten darauf, daß auch die beiden anderen Frak- tion-vertreter des Zentrums Dr. P o r s ch und Herold herbei- gerufen und um ihre Meinung befragt würden Der letztere war bereits fortgegangen, aber porfch erschien, wurde über oen neuen Vorschlag durch den Abgeordneten Sierlng In Gegenwart von Lim- bcrtz, heilmann, Domiulcus, Preuß. Schreiber und Gronowski ge- nau unterrichtet und gab ebenfalls feine Zustimmung. Der neue Ministerpräsident falle von jeder Bindung frei sein, aber er sei oecpflichtek, sein Ami zurückzugeben, wenn letzten Endes die Sozialdemokratie sein Kabinett als un an nehmbor ab- lehne. Unter dieser Vedlngung erklärte sich Dr. P o r s ch bereit. beim Zentrum dafür einzutreten, daß es seinerseits den Kandidaten für die Ministerpräsidenffchaft stelle. Dies geschah und das Zentrum schlug am nächsten Morgen Herrn Stegerwald vor. Die sozialdemokratische Fraktion be- schloß, ihn zu wählen, aber sich vorher noch einmal zu vergewissern, daß er auch zurückträte, wenn er zv einer Kabinettsbildung In lleberelvstlmmnng mit ihr nicht gelangt. Es begaben sich daher die drei sozialdemokratischen Unterhändler zum Zentrinn, dessen Frak. tionssitzung bereits geschlossen war. Nur Gronowskt war noch anwesend. Abgeordneter Siering erklärte ihm in Gegenwart des demokratischen Abgeordneten Janssen und seiner beiden sozial- demokratischen Kollegen, daß die sozialdemokraiische Fraktion für Stegerwald stimme unter der ausdrücklichen Bedingung, daß er zu- rücklreie, wenn er stch mll ihr über die kabinelsbildung nicht verständigen könne. Grvnowsfi bestätigle erneut diese Abmachung. Auf die Bemerkung des Abgeordneten S i e r i n g, die Sozialdemo- kratie verlasse sich darauf, daß diese Bedingung nicht etwa später abgeleugnet oder gebrochen werde, erwidert« der bevollmächtigte Zenttumsunterhändler:„Stegerwald ist ein charaktervoller Maan; darüber bedarf es keines weiteren Morles." Abgeordneter S i e r i n g schloß die Unterredung mit der Erllärung: „Wenn wir Herrn Stegerwald nicht für charaktervoll hielten, förai- ten wir ihm ja sowieso nicht unsere Stimmen geben." U n m i t- telbar nach der Wahl Stegerwald« lieh sich Siering vom Abgeordneten Gronowski noch einmal bestäkigen, daß diese Be- ; dlngung anerkannt sei: bei diesem letzten Gespräch war neben an- deren Abgeordneten der Zenlrnmvführer Herold zugegen. Es mag nun gern sein, daß Herr Stegerwald von all dem nichts wußte. Gehört er doch der Zentrumsfrattion des Land- tages nicht an. Aber da» Zentrum ist gegenüber der Sozial- demokratie gebunden. Aus dieser Darstellung ergibt sich die wichtige Tatsache. daß die Zentrumssraktwn sich durch die Gesamtheit ihrer Unterhändler, nicht nur durch Herrn Gronowski, gebunden hat. Wenn der deutschnationale„Lok.-Anz." am i Dienstag nachmittag behauptet, daß Gronowski„aus der i Reihe getanzt" sei, so ist das nur eine erneute Ber- drehung des Tatbestandes. Gronowski hat in voller Uebereinstimmung mit den beiden an» deren Unterhändlern des Zentrums, i n s b e s o n- d e r e mit dem Abgeordneten Dr. Porfch gehan- delt, der in Gegenwart von nicht weniger als sieben Zeugen die mit Herrn Gronowski getroffene Abrede aus- drücklich bekräftigt hat. Der Zentrumsabgeordnete Herold ist seinerzeit dabei gewesen, als Gronowski nochmals die Ab- rede bestätigte. Er hat in keiner Weife widersprochen, wie doch das seine selbstverständliche Pflicht gewesen wäre, wenn er eine andere Auffassung der Sache gehabt hätte. Die Tatsachen sind völlig klar, und es bleibt nur die charakteristische Feststellung, daß gerade jene rechts» stehenden Kreise den Sachverhalt in der spitzfindigsten Weis« zu verdrehen suchen, die sonst dröhnend vom„unantast- baren deutschen Manneswort" bramarbasieren. Gberschlesien und Deutschland. Bon Mario Chiaraviglio, früheren Abgeordneten der italienischen Kainmer. Wir freuen uns, die Darlegungen eines angesehenen ita- . lienischen Politikers wiedergeben zu können, der die früheren und jetzigen Verhältnisse Deutschlands genau kennt, und dessen UrteU darum die Beachtung der ganzen Well verdient. Red. d.„V o r w ä r t s". Die Rote der deutscheu Regierung vom 7. April über die Lolksabstimmung in Oberschlesien faßt ihre Ergebnisse zu- sammen und begründet die Tatsachen, die ohne weiteres die Zuteilung Oberschlesiens an das Deutsche Reich als eines organsschen unteilbaren Ganzen als notwendig erkennen lassen, von dem man kein Glied trennen kann, ohne die anderen zu schädigen und die abgetrennten Glieder selbst nutzlos zu machen. Die Entscheidung der alliierten und assoziierten Mächte müßte demnach ohne wetteres Tüfteln über die Einzelergeb- niste der Mstimmung m jeder der Gemeinden, die abgestimmt haben, erfolgen. Eine rasche Entscheidung ist nötig, die Deutsch- land gestatten würde, aus dem Zustand der Ungewißheit end- lich herauszukommen, zu dem es die unendliche Langsamkeit der Erörterungen, der Aufschub jeder Entscheidung verurteilt, der jedesmal eintritt, um wenigstens formelle Uebereinstim- mung unter den Mächten der Entente zu erreichen und ihr gemeinsames Interesse herauszufinden. Wenn man nämlich vorausgesehen hätte, daß Ober- schlesien in Zonen eingetellt werden könnte, die Deutschland und Polen zuerteilt werden würden, so würde von vorn- berein das Plebiszit nach Zonen vorgenommen worden sein, wie man das in anderen Gegenden gemacht hat, deren Zuteilung dem Ergebnis einer Abstimmung unterworfen wurde, Der Paragraph 5 des Anhangs zu Artikel 88 des Friedens- Vertrages, der auf die geographische und wirtschaftliche Lage der Ortschaften hinweist, bestätigt meiner Meinung nach die Ansicht derer, die den Friedensvertrag abgefaßt haben, d. h., daß einem der beiden Grenzstaaten auch Gebiete zugeteilt werden können, deren Natlonalttät nicht vollkommen ent- schiedenen Charakter zeigt, die aber durch Tradition, durch wirtschaftliche Beziehungen, durch Berbindungs- und Handels- wege dem übrigen Lande untrennbar verbunden stnd. Und dos ist der Fall bei den Gebieten, die eine Mehrheit, noch dazu keine sehr große, des polnischen Elementes ergeben haben. Seit etwa 700 Jahren find diese Gebiete mit Deutschland ver- Kunden, politische, wirtschaftliche und Interessengemeinschaft besteht ausschließlich mit Deutschland: Eisenbahnen verbinden sie mtt dem deutschen Gebiet, und man kann sich nicht vorstellen, wie diese Strömungen auf künstliche Weise abgekettet werden könnten, und ob sich neue schassen ließen mit neuen Berbindungen, die von dem übrigen Handel losgelöst wären. Eine eingehende Prüfung der auffälligen und u n g e- rechten Bedingungen, die die interalliierte Kam» Mission der Abstimmung zugrunde gelegt hat, teils in offenem Widerspruch zum Wortlaut des Vertrages von Versailles, würde den Beweis erbringen, daß alles eingerichtet worden ist, um die Stellung Deutschlands bei der Belastungsprobe durch die oberschlesische Abstimmung zu schwächen. Die Kom- Mission gestattete außerdem eine Propaganda der Einschüchte- rung und alle nur denkbaren Versuche zur Vergewaltigung. wofür eine Anlage der oben erwähnten deutschen Note vom 7. April das Material beibringt. Trotzdem zeigt eine er- hebliche Stimmenmehrheit den Mächten der En- tente den festen Willen der Bevölkerung, bei Deutschland zu bleiben. Warum zögert man also noch, die Grenzlinien zwischen den beiden Staaten festzustellen, und versucht, die Er- gehnisse eines deutlichen Plebiszits zu bekritteln, das noch klarer geworden wäre, wenn die Freihett der Stimmenabgabe tatsächlich gewährleistet und nicht fast ausschließlich den Frau- zosen übertragen worden wäre, von denen Heine, der doch einer ihrer aufrichtigsten Bewunderer war, gesagt hat:„Sie lieben die Freiheit wie eine erwählte Braut und begehen fiir sie tausenderlei Torheiten— so weit, daß sie sie s o g a r v e r- lassen." Trotzdem Deutschland nicht mehr als irgendeine andere europäische Großmacht für den Krieg verantwortlich ist, weil ganz Europa und nicht nur Deutschland allein ihn seit mehr als SO Iahren vorbereitet hat und den kriegerischen Geist nährte, ist das deutsche Volk doch entschlossen, die durch den Krieg zerstörten Gebiete wieder aufzubauen. Deutschland hat nun zu wiederholten Malen seinen guten Willen kund getan. Es hat ein großes moralisches Interesse an diesem Wiederaufbau, um möglichst schnell die Spuren zu vernichten, die die lebendige Erinnerung an eine Zell der Zerstörung und des Schmerzes darstellen, und die immer wieder Gefühle der Rache und des Hasses erwecken: denn die große Mehrheit des deutschen Volkes denkt nicht an einen neuen Krieg, sondern wstnsci t eine aufrichtige Versöhnung: die Deutschen sehnen sich danach. zu arbeiten und zu produzieren im eigenen und im Interesse der ganzen Welt, in freundschaftlicher Zusammenarbeit mit den anderen Völkern, um«ndüch wieder an die Werke der Organisation und des Fortschrittes zu gehen, die fünf Kriegs- icchr- unterbrochen haben.. �. Wenn heute eine nationalistische Partei existiert, so ist das einzig das Verdienst der Politik der Entente. Die Entente hat mit ihren Handlungen und mit ihren ständigen Herausforderungen diese Partei geschaffen und gibt ihr immer neue Nahrung. Der Vertrag von Der- sailles hängt wie ein Bleigewicht an den Füßen Europas. unmöglich, sich davon zu befreienl So fühlt das deutsche Volk seinen eigenen Wert, fühlt die Ungerechtigkeit der Behand- lung, die man ihm hat zuteil werden lassen, und es will sich nicht zum Sklaven hergeben und arbeiten, nur um das französische Budget im Gleichgewicht zu halten. Aber das deutsche Volk will mitarbeiten an dem W i e d e r a u f b a u der Welt, und niemand denkt daran, einen Krieg anzu- fangen, auch nicht für später. Gerade das ist der Grund, warum den Deutschen daran liegt, die sichtbaren Spuren des fürchterlichen Kanipfes zu beseitigen. Auch ein materielles Interesse treibt Deutschland, möglichst schnell die Nachbargebiets wieder aufzubauen, denn Deutschland braucht an seinen Grenzen eine Bevölkerung, die ihre notwendigen Lelicrisbedürfnisse befriedigen und behaglich leben kann, und die imstande ist, mit ihm Handel zu treiben und einen Teil der deutschen Produktion aufzunehmen. Dieser Wiederaufbau würde auch der deutschen Arbeit die Möglich- keit schaffen, einen neuen Beweis ihrer Organisations» und Arbeitskraft zu geben und eine große Zahl von Arbeitern zu beschäftigen, so daß die augenblickliche kritische Epoche der Arbeitslosigkeit überwunden werden könnte. Das übrige Europa hat das gleiche moralisch« und materielle Interesse daran, die sichtbaren Spuren des Krieges zu verwischen, damit endlich einmal eine Atmosphäre des Friedens und der Arbeit herrscht, denn der Wiederaufbau ist die notwendige Voraussetzung, wenn wir neue Irrtümer, neue Zerstörungen, neue'Qualen oermeiden wollen. Wie kann Deutschland diesen Wiederauf- bau der zerstörten Gebiete leisten, wenn ihm die Industriegebiete genommen werden, die es jetzt noch in Oberschlesieu hat? Welches Interesse kann Europa daran haben, dies arbeitsame Volk ins Elend zu stoßen und ihm seine betriebsamen Industriegebiet« zu entziehen, die auf diese Weise der Produktion Europas ver- loren wären?— denn Polen ist wenigstens jetzt nicht imstande. sie auszubeuten.— Wie kann Deutschland wenigstens einen Tell der Kriegsschulden bezahlen, wenn es nicht zur freien Verfügung dieses Rohmaterialiengebiet bekommt, das im Augenblick Deutschlands letzter freier Besitz ist? Welche Mittel denkt die Entente anzuwenden, um Deutschland zur Zahlung wenigstens eines Teiles der ungeheuren Summen zu veranlassen, die es schuldet? Ich meine damit, dasj Deutschland ohne Einschränkung, ohne Fesseln, ohne Verpflichtung der Auslieferung von Rohmaterialien und Industrieprodukten darüber oerfügen kann, und ohne die Verpflichtung, besondere Exportpreise zu gewähren. Das ist auch dos Gefühl der Proletariats Europas. Eine Entscheidung der Großmächte, die die freie Ausbeutung der Industriegebiete Oberscklesiens von Deutschland nähme oder begrenzte, wäre eine Kränkung des Gefühls der Masse, ein Attentat auf das Recht der Arbeit. Bei uns in Italien würde man dies nur auffassen als ein« neue Unterwerfung unter kapitalistische Interessen, die um so mehr zu fürchten sind, je weniger klar und scharf umgrenzt sie her- vortreten, und es ist unser Wunsch, daß möglichst schnell, ohne weitere Verzögerung die oberschlesische Frage entschieden wird, nach Recht und Gerechtigkeit, nach der Tradition und nach dem ausdrücklichen Wunsche der Mehrheit des Volkes. « Warschau, 12. April. lDA.s Einem Bericht der halbamtlichen Agenlur„East Expreß' ist zu enlnehmen. daß in einer riesigen Volksversammlung in Warschau ein Ultimatum beschlossen wurde, wonach der polnische Teil OberschlefienZ bis zum i. XtUü au Polen anzusch ließen ist, widrigeajalls man auf eigene Serautwurtung Oberschlesien besetzen wolle. Rom. 12. April.(Teluniou.) Der polnische Botschafter über- gab dem Grafen Sforza eine Note betreffs Oberschlesiens. Die Note behauptete, daß nach dem Versailler Vertrag die für Polen stimmenden Gebiete diesem zugeteilt werden müssen. Polen ver- lange nichts anderes als strikte Anwendung d«S Versailler Vertrages. Schon beginnt natürlich in Oberschlesien die polnische Hetze gegen die Juden, von denen die Korfanty-Leute(wie unsere Deutsch- nationalen auch) wohl Wiste», daß sie Deutschland trotz seiner Knüppel-Kuntzes dem Pogromland vorgezogen haben. Zollkontrolle unö soziale Abgabe. Am 20. April soll die neue Zollgrenze am Rhein in Kraft treten. Dadurch, daß sich die Interalliierte Kommission gleich» zeitig die Zollhoheit und die Dienststellen der deutschen Ein- und Ausfuhrtontrolle aneignet, erhält sie auch die Berfügungs- gemalt über die soziale Ausfuhro b gäbe, die noch heute von vielen Daren erhoben wird. Nirgends ist davon die Rede, daß sie an Deutschland zurückerstattet werden soll. Offenbar scheut die Entente also nicht davor zurück, sich auch am Arbeitergroschen zu vergreifen. Dabei hat sie freilich durch das deutsche Reichsfinanzministerium eine lebhafte Unterstützung erfahren. Bekanntlich ist die Aus- fuhrabgabe auf die Waren gelegt worden, um einen Teil der Differenz zwischen Inland- und Welttnarktpreisen sozialen Zwecken zuzuführen. Anstatt dies ohne Umschweife zu tun. fühlle sich das bureaukratische Relchsfinanzministerium verpflichtet, im letzten Etat den Ertrag der Ausfuhrabgaben als„R e i ch s e i n n a h m e n' auszuweisen. So wurde der Anschein erweckt, als ob es sich hier um Abgaben Handelle. die als fiskalische Zölle zu behandeln waren, während sie in Wirklichkeit damll gar nichts zu tun. hatten. Man braucht sich nun nicht zu wundern, wenn die Entente daraus ihre Konsequenzen zieht und die soziale Abgabe als Reichs- gelder behandelt. Die deutsche Arbeiterschaft aber hat das Recht und die Pflicht, gegen diesen Eingriff in ihre sozialen Recht« auf das schärfste zu protestieren. Wenn man das ruhig hin- gehen läßt, wäre es schließlich nicht erstaunlich, wenn die Entente einmal auf die sozialen Unter st Ltzungskasfen, die von Behörden verwaltet werden, die Hand legen würde. Bei den sozialen Abgaben handelt es sich um Gelder, die zur Erhöhung der Alters- und Invalidenrenten bestimmt waren. Sie als Bürgschaft für die Wiedergutmachung zu verwenden, ist nicht anderes als Mundraub an den Aermsten der Armen. Erleichterungen im englische» Einfuhrzoll. Berlin, 12. April. Aus London meldet MTB., daß das englische Handelsamt zwei Verordnungen erlassen hat, die gewisse Er- leichterungen der Durchführung des Wiedergut- machungsgesetzes gewähren. Der Termin für die Einfuhr der vor dem 8. März dieses Jahres in Deutschland gekauften Waren wird bis zum lö. Mai hinausgeschoben, vorausgesetzt, daß minde. steus 20 Proz. des Kaufpreises vor dem 8. März gezahlt wurden und das Eigentumsrecht an den Waren von diesem Tage auf einen nicht deutschen Staatsangehörigen übergegangen war. Ferner wird darauf aufmerksam gemacht, oaß der deutsche Exporteur lediglich seine Rechnungen in dreifacher Ausfertigung einzusenden hat, für den übrigen Tell der Durchführung des Gesetzes ist nicht er, sondern der englische Importeur verantwortlich. Deutsthlanö zahlt. Skrahburg, IL. April.(DA.) Der französische Gesandte im Haag hat am 8. Apiil in Roiterdam die Urkunde unterzeichnet, durch welche die deulsche Regierung daS Eigentum an dem in Rotrerdpm be- findlichen deutschen fflutzschiffahrrSmaierial auf Frankreich über« trägt. Damit ist Art. 3ö7 deS Friedensvertrages erfüllt. von öer Wasserkante. Aus Bremerhanen-Geeftemünde wird geschrieben: Wo treten wohl die Wirkungen des Zusammenbruchs und des Versailler Friedens mit größerer Deutlichkeit in die Erscheinung als an der Wasserkante? Schweigen wir ganz vom Kriegshafen Wilhelmshaven, in dem der Sturz am furchtbarsten gewirkt Hab Aber auch in den anderen Häfen von der Ems bis zur Elbe— welch anderes Bild als vor acht Iahren! Wer damals die Häfen von Emden, Hamburg und Bremerhaven durchwanderte, von denen unsere Ueberseefchifsahrt und unser Ueberseehandel ausging, der konnte mit Stolz auf die großen. sorgfältig instand gehauenen Fracht» und Passagierdampfer der Hansa, des Lloyd, der Hamburg-Süd, von Rickmers usw. blicken. Aber heute: Wenn jetzt im Hafen ein 1000-Tonner die deutschen Farben zeigt, so ist man schon stolz, denn was an großen Schiffen in den Häfen zu sehen ist, trägt das Stern- und Streifenbanner, den Union-Iack, spanische, japanische, brasilianische und was sonst noch für Flaggen! darunter sind Schiffe, die früher unter der Hapag- flagge, den, Anker und Schlüssel des Norddeutschen Lloyd, dem Zeichen der Hamburg-Südamerika-Linie usw. fuhren. Und nicht genug mit diesem Schmerz: dort liegt ein Schiff mit der Danziger, dort Mit der Memeler Flagge! Die Häfen sind zwar bei weitem nicht voll. Es fehlen die Ge- treidedompfer vom Schwarzen Meer, die Reisfchlff« aus Indien, die Postdampfer aus Australien. Aber für die von dem Hasenver- kehr abhängige Geschästswell und Arbeiterschaft ist die Belebung der Häfen, wenn sie auch auf ausländische Schisse zurückzuführen ist, eine Wohllat gegenüber der Kirchhofsruhe, die während des Krieges hier herrschte. Im übrigen ist der Zustrom der valutakräfligen. fremden Schiffsbesatzungen von manchen Schatten begleitet, denn leider gibt es in den Hafenstädten Wirte und„Frauen", denen der- in Dollar oder Kronen zahlende Fremd« lieber und werter ist als der Papiergelddeutsche. Was diesen Fremden- hier an Achtung vor Deutschland verloren geht, ist für uns ein Schaden, den man nicht unterschätzen darf. Der Hochstand des Guldens und des Dollars hat stellich auch gut« Wirkungen: ausländische Reedereien suchen gern« deutsche Werften auf, um Reparaturen an ihren Schissen ausführen zu lassen, und die gute Beschäftigung unserer Schiffswerften ist zum großen Teil diesem Umstände zu verdanken. Die Wersten haben deshalb auch ihren Arbeiterbestand zum Tell über den des Friedens hinaus erhöhen können und würden vielleicht noch intensiver arbeiten, wenn die Lieferung der Materialien und vor allem die der Kohlen nicht oft so mangelhaft wäre. Unter dem Kohlemnangel leidet auch der Wiederausbau unserer überseeischen Schiffahrt und ein anderes wichtiges Gewerbe der Wasserkante, unsere Hochseefischerei. die nach der Ablieferung unserer Handelsflotte ein« viel größere Bedeutung für unsere Seegellung hat als früher: ganz abgejche» von ihrer Bedeutung für die Bolksernährung, die zum Beispiel Groß- Berlin vor einiger Zeit veranlaßt hat. sich an einem Höchste- fischereiuntern ehmen zu beteiligen. Die Erwartung, daß die durch den Berlust unserer Frachtschiffe stellungslos gewordenen Seeleute in der Fischerei ihr Brot finden würden, ist steilich nicht eingetrossen: Kenner der Berhältnisse haben das vorausgesehen, denn die Fischerei erfordert besondere Fertigkeiten und Erfahrungen, die der gewöhn- kiche Seemann nicht besitzt. Em trauriges Kapitel ist das der stellungs- losen Seeleute! Soweit sie dem Maschinendienst angehören, ist ihnen der Weg in die Industrie nicht ganz verschlossen; Ianmaat findet schließlich als Arbeiter fein Brot, ober dem rem nautisch vorgebilde- ten Seemann der höheren Trade bieten sich wenig Stellungen, die seinen Fähigkeiten entsprechen, ja, er hat dabei noch den Wettbewerb der entlassenen Marineoffizier« auszuhalten, die bei Besetzung von Reichs- und Staatsbeamtenftellungen ihm häusig vorgezogen werden. Die Diebstähle in den Bibliokheken. Bor einiger Zell ging durch die Zeitungen die Nachricht, daß in der Staatsbibliothek eine wert- volle Inkunabel aus dem Deckel herausgeschnitten und gestohlen worden sei. Bei dieser Gelegenheit erfährt der Zeitungsleser auch so nebenbei, daß gerade in der Staatsbibliothek ziemlich viel Bücher gestohlen werden. Leider gehen aber neben diesen sichtbaren Ber- untreuungen noch andere weniger auffällige, aber trotzdem nicht weniger beklagenswerte einher. Aus vielen Büchern reißt oder schneidet nämlich der„eifrige" Besucher ganze, oft die wichtigsten l Seiten aus. Das betreffende Buch ist damll für den Wissenschaft» lichen Gebrauch natürlich erheblich in seinem Werte gemindert. Di« meisten Bibliotheken sind staatliches, städtisches oder Bereins- eigentum. Es liegt also im Interesse der Allgemeinheit, Mittel und Wege ausfindig zu machen, um Diebstähle und Beschädigungen der Bücher unmöglich zu machen oder wenigstens auf ein möglichst ge- ringe. Maß einzuschränken. Man darf aber ruhig behaupten, daß es leider kein Allhellmtttel dafür gibt, man muß zwar eine strenge Kontrolle ausüben und damit wenigsteirs den Diebstahl von ganzen Büchern einigermaßen verhindern; jedes Buch aber daraufhin durch» zusehen, ob Seiten herausgerissen sind, ist bei einem etwas lebhaften Leihverkehr eine Unmöglichkeit. Ein eher zum Ziel führender Weg sst. die Benutzer der Bibliotheken zurAchtungdesBolks-unv Staatseigentums zu erziehen. Für jeden Unwersitätslehrer aber wäre es eine lohnende Aufgabe, bei jeder Gelegenhett seine Hörer in diesem Sinne zu beeinflussen. Denn man glaube durchaus nicht, daß nur die wtrtschaslllche Notlage vieler Studenten an den bedauernswerten Erscheinungen schuld ist. Auch vor dem Kriege gab es„vermißte" Bücher, wurden Seiten ausgerissen. Aber Gelegenheit macht Diebe! Man sollte daher im Rahmen des Möglichen die„Gelegenhellen" vermindern. Beim Eingang zu den Lesesälen der Staatsbibliothek z. B. muß jeder Benutzer sein« Leihkarte vorzeigen, deren Nummer sorgfältig in ein Buch notiert wird. Da der Strom der Eintretenden oft sehr groß ist, kann der Beaun« gar n-ch: dst Mappen und Bücher der Hermisgehand-n genau prüfen. Sind die Eimragungsn für staristische Zwecke be. stimmt, so genügt doch ein einfach« Strich in ein Zühlregift«. Dan» Frankreichs Schrei nach Mlliaröen. Paris. 12. April.(MTB.) Die Kamm« hat heute nachmittag die Diskussion über einen Gesetzentwurs begonnen, durch den für das Jahr 1321 die Ausgaben festgestellt werden sollen, deren Rückerstat- tung nach dem Friedensvertrage von Versailles Deutschland zufällt. Es Handell sich hier um den Wiederaufbau und UM tue Zahlung von Pensionen und Zuwendungen. Der Generalberl�t- erstatter deLasteyrie erklärte, bis zum 1. Mm hätte Frankrecch schon 23 Milliarden erhallen müssen. Deutschland habe noch wenig geliefert. Es behaupte, bis zum 1. Mm dieses Jahres die 2Ü Milliarden Goldmark geliefert zu hoben. Es habe aber kaum ein wenig mehr als 3 Milliarden bezahll, und die B e- fatzungskosten allein übersliegen diese Summe um 77 ME- lllmen Franken. Für das allgemeine Konto der Reparationen habe Deutschland nicht 1 Centimes bezahlt. Es habe nur Material zu- rückerstattet. Frankreich aber habe die Rechnung Deutsch- l a n d 2(!). welche die ungeheure Summe von 59 Milliarden aus- mache, bezahll. um seine Berpflülstungen gegenüber den Kriegs- opfern zu erfüllen. Der Berichterstatter sagte, diese Verpflichtungen könne Frankreich nicht weiter fortsetzen. Für den Wiederaufbau wären unbedingt 80 Milliarden erforderlich. Icht habe man 2 Jahre durch Mild« etwas zu erreichen versucht. Er habe kern Zutrauen mehr zu den Worten Deutschlands. Es müsse zahlen. Für Frankreich sei das eine Frage auf Leben und Tod. In der darousioigenden Debatte behauptete Landry, die Zah- lungsfähigkell Deutschlands sei unterschätzt worden. Man habe ge. glaubt, Deutschland habe viele Jahre nötig, um sich wieder zu erheben. Aber Deutschland prosperiere, und«an sei erstaunt über den Gegensatz zwischen dem wirtschaftlichen AusiliegS- plan Deutschlands und seiner finanziellen Not. Diese Not sei eben markiert worden. Zum Bewess« dessen führt Landry die Berichte der alliierten Sachverständigen von Brüssel an und erklärte, dro öffentliche Meinung in Frankreich habe die energische Erklärung des Ministerpräsidenten Briand mit Befriedi- gung aufgenommen. Der Abgeordnete Desjardins sagte, man sei nicht streng genug vorgegangen bei der Zurückerstattung des von Deutschland weggeführten Materials._ Rheinische Lustverbote. Soblenz. tS. April.(WTB.) Der Fnlerallüerten Rheinlands kommission Verordnung Nr. 79 verbietet die Ausfuhr abgerickteter: Brieftauben aus dem besetzten Gebiet und ihre Einfuhr in dieses, Nr. 80 daS II e b e r s l i e g e n der besetzten Geviele mit deutschen Flugapparaten oder mil Flugzengen, welche mit deutichen Flng�eugiührern besetzt sind, die Einrichtung fester deutscher Luit- verkehlSstanonen in besetzten Gebieten, das Ueberfliegen der be- setzten Gebiete mit Apparaten, welche nicht den Besatzungstruppen gehören._ De? rustlsch-türkische Irieöensvertraa. Paris, 12. April. sDA.) Die Fuulstalion des Eissellunns hat einen Moskauer Funkspruch aufgefangen, der die Einzelheike» de» am 16. März in Moskau unterzeichneten russisch- turtlfchcu Fried eneoerlroge» mitteilt. Das lieber einkomtnen wird allgemein so aufgefaßt, daß die kemalistische Regierung von Augora de» „Vertrag" von Sävres»icht anerkennt. Der russisch- türkisch«: Friedensvertrag enthält folgende Hauptpunkte: L Die Russen er- kennen Sonslontinopel als die Hauptstadt der Türkei an. und zwar ohne Rücksicht auf den zwischen dem Zaren und der En- lenke geschlossene« tSchelmvertrag. wonach Sonstaallnopel Rußland zufallen sollte. 2. Russru und Türken verlangen eine internalionale Konferenz, ans der alle Anvcgerflaalea der Dardanellen und des Schwarzen Meeres vertreten fein sollen. Diese Konferenz habe da» politische Regime des Meereugengebtel» zu bestimmen. Z. Dir Türken überlassen den Hafen Valnm an Sowjet-Georgien. dessen„Ankonomie" garantiert wird. 4. Armenien verschwindet an» der Reihe der Kautasnestaakeu und wird zwischen Georgien. Aserbcidschau und der Türkei anfgeleilk. E» wird auch schon gemeldet, daß Armenien der Moskauer Uebermacht erliegt. Zum Teufel mil der nationalen Dreihell, wenn Moskau seine Trabanten füttern will! kann der Beamte sein Augenmerk mehr auf die Herausgehenden richten. Die Koittrolle, wie sie jetzt gehandhabt wird, ist nach meinen Beobachtungen vollständig ungenügend. Schlimmer sst e» noch, wenn so gut wie gar kein« Kontrolle stattfindet, wie es z. B. in der Bibliothek des Seminars für oriemo» tische Sprachen der Fall ist. Dort sind denn auch neben mancherlei Büchern kleineren Umfang» zwei, drei wertvolle Bücher größten Formats einfach verschwunden. Einheilsstenographie tu Sicht. Im Reichsminssterimn des Innern hatten am Sonnabend unter Leitung des Staatssekretärs Schulz Vertreter aller größeren Äurzschriftsysteme über die Schaf- fungeinerEinhettskurzschrift beraten. Die Dorarbellen reichen well zurück und sind des öfteren durch längere Pausen, bs- sonders während der Kriegszell unterbrochen worden. Schließlich war vor mehreren Iahren ellt Oberausschuß eingesetzt worden, der über die von einem LZer�lusschuß vorgeschlagenen Entwürfe ent- scheiden sollte. Di« Zuständigkell dieses Oberausschusses ist aber in jte!wgraphischen Kreisen vielfach bestritten worden, weil in ihm nur die zwei größten Schulen, und auch diese nicht gleichmäßig, vertreten seien. Das Reichsminssterium des Innern hat es deshalb für zweck- mäßig geHallen, ohne damll den frühereu Oberausfchuß außer Kraft zu setzen, zunächst erst wieder eine Sitzung von Vertreten: aller be- I kannterea Kurzschriftschulen einzuberufen, um damit noch einmal die Mäglichkett zu geben, auf dem Wege der gegenseitigen Verständigung und durch gemeinsame Arbeit eine Einhettskurzsthrist zu fchaffen. Der Verlauf der Beratung ergab ein einmütiges Bekennt- nis aller Teilnehmer zum Gedanken der Cinheitskurzfchrift. Da aber anderseits eine sofortige Einigung auf ein bestehende» System für unmöglich erklärt wurde, einigte man sich dahin, einen aus je einem Vertreter der 11 größeren Äurzschrsstfchulen zusammenzusetzen. den engeren Fachausschuß mll der Aufgabe zu betrauen, die fach- lichen Boraussetzungen und Grundlagen für ein System einer Ein- heuskurzschrift zu schaffen. Die arbellsfreudige und versöhnliche Stimmung der Konferenz läßt die Hoffnung nicht unberechtigt erscheinen. daß nunmehr das wertvoll« Ziel einer Einhellskurzschrift und damll auch die Verallgemeinerung der Stenographie durch Auf- nähme in den Schulunterricht in den Gesichtskreis des Möglichen getreten ist._ Im Kroßen Schanspielhauie gelangt Sbakespeare«.Eomme»� uachtttraum'. neu inUenenlcrt von Mar Rcwbardt mit ber M Mit von MendelSsohn-Tartdoibh, Dienstaa. 13. Av'.is zur Erbauslübrung. Der Izenilche Rahmen ist von Pros. Hans Meid, die Soststme von Max Ree aus Kopenhagen. Vorträge. Im SeMna-Museum spricht Donnerstag'/,8 Uhr Margaret« Weinberg über.Rabel Barnbagen'. Lieber au» ihrer Zell trägt Tore Busch vor.— Ein Borttagsaberib von Werten des deutsch-arabilchcn Dichter» Asis Dornet finbei Freitag 7'/, Uhr im Lessmg-Museum slarp Tie Hirndelsbochschnle Berlin bat ihr BorlesungSverzeichms für das Sommeriemester 1321 I aeben erjchemen lassen. ES ist in ihrem Sekre- täriat. 0 2, Tpandauer Str. 1, sür 1 M. erhältlich. Ei» Stabttheater ohne Schauspieler. Nachdem die Darsteller de« Altona« Stadttbeaters am 9. April in ten Streik getreten waren, hat nunmehr die Gesellschaft sämtliche Allustl« Verträge IP«geu L«ttragStruchs(y getäst. Nr. 171<- ZS. Jahrgang Heilage des Vorwärts Mittwoch, 13. ftytll 1921 i GroßSerUn Neuer Markt. Wenn man Montag und Donnerstag in den Vormittagsstunden durch das westliche Charlottenburg wandert, entdeckt man eine wirt- fHaftliche Sehenswürdigkeit, einen neuen Wochcnmarkt, der sich, immerwährend wechselnd, von morgens 7 Uhr bis mittags um 1 in einer nicht sehr breiten Straße abrollt. In der Nähe des- kleinen Lietzensees sind leichte Buden oufge- stellt, die letzten Ausläuser des Marktes reichen bis an die Neue Kantstraße. Man geht durch die einzelnen Stände und entdeckt hier all die alten Bekannten, die Händler, die sonst an der Trinitatis- kirche, am Witzlebenwochenmarkt stehen, die Fleischer und die Fisch- Händler, den Feldgrauen, besten Laden aus einer großen Hohkiste besteht, in der zwischen Streu die großen und kleinen Landcier sorgsam eingebettet liegen, die kleine dicke Frau mit dem Lackhut, die zum Kauf von Pflaumenmus und Leinöl einladet, die Grieß- und Reishändler, bei denen es Sultaninen und Mandeln gibt. Die rothaarige junge Frau ist da, die mit Strumpfbändern und Resten handelt und mit ihren Nachbarn von der Käsebranche Freundschaft geschloffen hat: vom Wochenmarkt am Jriedrich-Karl-Platz ist die Blumenmadame erschienen, geschäftig stellt sie große und kleine Sträuße zusammen, die Vergißmeinnicht und die Himmelschlüstel- buketts„gehen" am besten, die stolzen, weißen Narzissen mit dem Feuermund sind weniger begehrt, 1 M. der Stiel, das ist sogar sllr diese westliche Gegend zu teuer. Die blühenden Apfelzweige sind bald vergriffen und die starkriechenden Hyazinthensträuße, ganz hell- blau mit weißen Streifen, finden viel Nochfrage, der Blumenstand ist nie leer. Viel Apselsinen, sehr viel Apfelsinen werden angeboten. Das kraste südliche Gelb steht fast feindlich im Grau der Straß». Zwischen den gackernden Hühnern in Holzkäfigen gurren weiße und! bunte Tauben, neben den Gemüsestönden flattern die Zelte des Wursthändlers. Kolonialwaren stehen in langen Reihen aufgebaut, die amerikanische Büchsenmilch konkurriert mit der holländischen Sahne. Vor dem großen Handwagen liegt der arme braungefleckte Ziehhund aus den bloßen Steinen, das nächste Mal wird sein Herr ihm hoffentlich eine Decke hinlegen, denn Charlottenburg liegt nicht in Afrika. Der.gelbe, kurzhaarige Ziehhund nebenan hat es bester, er liegt in Decken gehüllt auf einem trockenen Brett, sein Trinknaps steht neben ihm. In einer großen Bude stnd Küchengeräte ausgebreitet, von einem Pfahl zum anderen ist ein Strick gespannt, über der Warenauslage, eine Etage höher, klappern die Blechlöffel gegen die Kasserollen. In großen Mengen liegt der mattweiße Blumenkohl neben dem frischen Spinat auf breiten Planken, eilig geht man an den kräftig duften- den Heringstonnen vorbei, und ich verabschiede mich noch schnall von • einem guten Bekannten, es ist ein kleiner brauner Maulesel, ein alter Soldat aus dem Kriege, amerikanische Munitionsbespannung.... Gaunerei ohne0 M. zu entwenden. Durch Vermittlung von Bekannten haben sie diese an Tabak- und Z�ettenfabrikanten verkauft. Gütz und Engel haben dabei eme ganz besondere Diebestätigkeit entfaltet und wohl auch den größten Teil des Erlöses erhalten. Wegen gewerbsmäßiger Heh- lerei hatten sich der Monteur Friedrich L,esecke und em Kaufmann Max Citron zu verantworten. Der erstere wurde zu zwei Jahren, der letztere zu ein Jahr sechs Mo n a t e n Gefängnis wegen einfacher Hehlerei verurteilt. Gütz erhielt zwei Jahre, Engel ein Jahr sechs Monate und Kartz acht Monate Gefängnis. Die Fabrikanten Max Schier und Hans Schlesinger wurden wegen Steuerhinterziehung mit 78 000 M. bzw. 178ÜM M. Geldstrafe bedacht, da angenonimen wurde, daß ihnen die Tatsache des Diebstahls unbekannt war. Die übrigen Änge- klagten kamen mit geringeren Gefängnisstrafen davon, drei von ihnen erhielten auch noch eine Bewährungsfrist. Ein großer Teil der gestohlenen Banderolen ist übrigens in das Amt zurückgebracht worden. vie Ahnungslose. Der Irrtum eines Standesbeamten veranlaßt« eine Frau, die mit ihrem Manne in Scheidung lag, eine neue Ehe einzugehen. Sie lebte glücklich und unbesorgt, bis sich eines Tages herausstellte, daß ihre Ehe nicht geschieden war. Nun mußte sie sich vor her 7. Strafkammer des Landgerichts I wegen Bigamie verantworten. Die Angeklagte Frau Rosa Adler war mit einem gewisten Klcmpin verheiratet. Dieser strengte die Ehescheidungsklage gegen sie an. Nachdem mehrere Termine stattgesunden hatten, hörte die Angeklagte nichts mehr von der Sache. Inzwischen hatte sie ihren jetzigen Ehemann kennengelernt und beabsichtigte mit diesem eine neue. Ehe einzugehen, zumal sich auch schon Familienzuwachs eingestellt hatte. Der Standesbeamte in Moldenberg, vor dem auch die erste Ehe geschlossen worden war, verlangte nun den Nachweis, daß diese geschieden sei. Die Angeklagte schrieb an das Land- gericht Ilk und erhielt im November 1316 ein Schriftstück mit der Ueberschrift„Im Namen d e s K ö n i g s". Ohne den Inhalt richtig zu verstehen, schickte sie dieses an den Standesbeamten in Moldenberg, der, ohne die Rechtslage richtig zu erfasten, das Schrift- stück als Scheidungsurteil ansah und die zweite Ehe schloß. Später stellte es sich heraus, daß hier ein grobes Versehen vorlag, denn in dem Urteil hieß es gerade, daß die Klage des Ehe- mannes abgewiesen wer, d. h. daß die erste Ehe zurecht be- stand.— Der Staatsanwalt hielt eine Mitschuld der Angeklagten für festgestellt und beantragte 6 Monate Gefängnis, wäh- rend R.-Ä. Müller-Strrmeyer die Freisprechung für ge- boten hielt, da man bei einer einfachen Frau aus dem Volke nicht so viel juristische Kenntnisse voraussetzen könnte, um ein vertlausu- liertes Gerichtsurteil zu verstehen Das Gericht folgte diesen Aus- führungen und erkannte auf Freisprechung.— Der Vorsitzende wies die Angeklagte darauf hin, daß ihre jetzige Ehe ungültig sei. Casanova. Unter dem bochtönenden Namen eines Grafen Albert v. Casanova bat eS ein internationaler Hochstapler verstanden, lange Zeit hindurib großangelegte Betrügereien und Heirateickwindeleien zu verüben. Mit gesälichten Papieren verschaffte er sich Zutritt zu den angesehensten Berliner GeiellsckiaftSkreisen und seinem gewandten Aurtielen gelang es. mehrere junge Damen in sein Netz zu locken. Wenn der Trick mit der aussichtsvollen Ehe nicht verfangen wollle. so fllorte er sich als steinreicher Frlmindustlieller ein und eroberte to die Herzen und die Geldbörsen seiner Aus- erwählten. In großem Maßstabe arbeitete Graf v. Kasanova auch mit inhaltsschwere», aber gefälschten Kabeltelegrammen, die sür tbn aus vielen außereuropäischen Ländern eintrafen und große Geld« fendiliigen in Aussicht stellten. Auch von einem umfm, gleichen Landbesitz in Jlallen und Ungarn vstrgte der Hochstapler zu erzählen und es gelang ihm, große Darleben aiif diese Weise zu erhalten. Seine Wohnung nahm der Abenteurer stets in erst-. klaisigen HoielS und wohrtte dort auch zeitweilig als italienischer Botschastsattache Alle seine Betrügereien' fanden vollen Glauben und jicherlen ihm bohe Eunr ahmen. Bor einigen Tagen aber er- eilte ihn daS.Schicktal. Eine von ihm betroqeize Schauspielerin er- staiteie Anzeige bei der' Polizei und den Beamten der Inspektion B II im hiesigen Polizeipräsidium gelang es. den falschen Grafen zu verhaften. Die Personenseststellung hat ergeben, daß der Gras Casanova der Sohn eines MaurerpolierS auS Oste- rode in O st p r e u ß e n ist und A l b e r t R o m e i c'a heißt. Der Betrüger ist 23 Jahre alt.__ Raumluxus in Tienstwoßnungen. Daß die Dienstwohnungen mittlerer und höherer Beamten oft unnötig groß bemessen sind, mußte man schon in der Zeit vor dem Kriege als einen Unfug ansehen. Heute, wo weite Kreiie der Be- völkerung unter dem Wohnungsmangel leiden, fällt der mit Dienstwohnungen getriebene RaumluruS noch unangenehmer auf. Manche der Beamten empfinden selber die Größe der ihnen zu- gewiesenen Wohnungen als eine Lost, andere aber fühlen sich wohl in ihrem hochherrschastlichen Heim und wollen auch jetzt trotz Wohnungsnot nichts davon abgeben. Leider sind die Wohnungs» ämter gegenüber Jnbabern zu großer Dienstwohnungen ziemlich machtlos, weil für Dienstwohnungen ein Sonderrecht besteht, das die Abzweignng überflüssiger Räume erichwert. Zu welchen Ungletchheiten und Ungerechtigkeiten das führen kann, lehrt ein Beilpiel, daS uns aus Beamlenkreisen mitgeteilt wird. Der Präsident W a r b u r g von der Physikalisch- Technischen ReichSanstaltin Eharlottenburg Hai eine Dienst- Wohnung von zehn Zimmern, die der im Gmienalier stehende Herr mit seiner Gattin und einer Hausangestellten bewohnt. Dagegen muß ein wissenschaftlicher Assistent der Anstalt, Dr. Lothe, sich immer noch mit der von ihm vor dem Kriege bewohnten„Dienstwohnung" beHelsen, die auS einem einzigen Zimmer besteht. Es fehlt dieser Wohnung jedes Nebengelaß, und die Küche wird durch einen in dem Zimmer aufgestellten Einlochkocher erietzt. Bor dem Kriege war der Assistent ledig, in der Kriegszeit aber beiratete er. und nach dem Kriege mußte er dann seine frühere„Dienstwohnung" wieder übernehmen, in der seine Gattin jetzt ihrer Niederkunft entgegen- sieht. Seit sechs Monaten steht Dr. Bothe beim Wohnungsamt Eharlottenburg aus der Dringlichkeitsliste, ohne daß er Aussicht bat, von dort eine Wohnung zu erhalten. Der Beamtenausschuß, besten Beimittlung er schließlich in Anspruch nahm, wandte sich an den mit Räumen reich gesegneten Präsidenten Warburg, holte sich aber einen völligen Mißerfolg. Präsident Warburg antwortete dem Ausschuß, er könne in dieser Angelegenheit nichts tun. über die Dienstwohnung des Präsidenten verfüge der Rerchsminister des Innern. Hoffentlich ist der Beamtenausschuß den ihm hier gewiesenen Weg gegangen und bat sich an den ReichSm'irister des Innern gewandt. Bon diesem müsien wir erwarten, daß er über die Wohnung des Präsidenten io„verfügt", wie es daS Bedürfnis und die G c- rechtigkeit erfordern._ Das Tiebeslager in der Mirbachstraste. Ein große« Hehlernest wurde in der Mirbachstraße durch d-e Aufklärung eineS großen Goldwarendiebstahls in der Jerusalemer Straße 5 6. der in der Nacht vom 24. zum 25. v. M. in der Uhren- Handlung von Schenk ausgeführt wurde, aufgedeckt. Das eigenartige Verhalten des dort tätigen Wächters Gustav Krämer führte die Kriminalpolizei auf die Spur. Derselbe hatte mit zwei anderen jungen Leuten, dem mehrfach vorbestraften Hans M i ch a l S k i und dem bisher unbescholtenen Arbcitsbnrichrn Wil» beim Kriening, den Diebstahl ausgeführt. Der Wächter batte den beiden Burschen den Schlüsiel für daS genannte HauS ausgehändigt, so daß sie sich einen zweiten anfertigen lasten konnten. Bei der Ausführung des Diebstahls hielt sich der Wächter zunächst an einer anderen Stelle auf, während die beiden Burschen die Tat vollführten. Sie machten dabei jedoch so großen Lärm, daß der Wächter sich veranlaßt sah. sie zur Ruhe zu ermahnen. Bei vieler Gelegenheit erhielt er gleich- zeitig ein Drittel der von den beiden erbeuteten Uhren und Gold- waren, die insgesamt eine» Wert von 100606 M. halten. Alle drei sind nun festgenommen worden. ES wurde festgestellt. daß sie. ihre Beute für ganze 6 000 M. an einen Kino besitz er Taube in der M i r b a ch st r a ß e verkauft ballen. Eine dort angestellte Haussuchung förderte nickt nur den größten Teil der auS dem eben erwähnten Diebstahl herrührenden Uhren an da» Tageslicht, sondern eS lvurde auch ein großes Lager von anderen gestohlenen Sachen entdeckt, u. a. ein Ballen Seide von 600 Meter Länge, der von der- Fran eines Wächters Stein an Taube verkauft war und ursprünglich 1260 Meter lang war. U. a. fand man auch eine Schreibmaschine Urania Nr. 16111 sowie einen Film„Staatsanwalt BriandS Abenteuer", den Taube für ganze 3000 Marl-getauft hatte und der«inen Wert von 150 000 M. repräsentiert. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehre- rinnen. Bezirk Sgruppe Groß-Berlin. halte rn den letzten Monaten einen gewaltigen Zuwachs neuer Mitglieder zu verzeichnen. Doch ist eine große Anzahl parte'genö'si'cher Lehrer noch nicht der A.-G. beigetreten. Viele sind noch der Ansicht, daß der Beitritt zur A-G. sich mit ihrer Stellungnahme zum Deutschen Lehrerverein nicht vereinbaren ließe. Im Interesse des Sozialismus wie der Partei muß un'er Bestreben darauf gerichtet sein, den neutralen Deutschen Lebrerverein geichlosien zu den freien Gewerk- schaften überzuführen. Uniere Genosien im Deutschen Lehrerverein müsien dort praktisch mitarbeiten, bis die Mehrzahl der Lebrel'chait für den Sozialismus und iür den Gedanken der freien Gewerkschaft gewonnen ist. Somit ist uniere Stellung zum Deutschen Lehrer- verein klar vorgeze�chnet. AuS Gründen der Parteifi'zmlin'ollte jeder parteigenöisiiche Lehrer nach den Beichlüsien der Parteitage in Weimar und Kastel handeln, die besage», daß die Partei- genössische» Lebrer und Lehrerinnen aller Schnlgattvngen veipfsichtet sind, sich in erster Linie der„Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer 8Ys Sline Menschenkind. III. Der Sündeafall. Von Martin Andersen Rexö. Eine Enttäuschung brachte der jzof Stine jedenfalls vor- läufig nicht. Die ihn umgebende Luft von Klatsch und bösen Gerikhten einzuatmen, fiel ihr nicht schwer: und sie bot An- reiz genug, die Spannung in ihrem Kindersinn wachzuhalten. Stme hatte sich viel von dem Neuen versprochen, so viel, daß sie ein Grauen davor empfand, hineinzugeraten. Und bis auf ttieiteres hatte sie keine Veranlassung, Anstoß an etwas zu nehmen. Der dunkeln Rätsel gab es hier genug. Die Finster- nis konnte so lebendig um einen werden, daß sie einem ge- radezu nach den Deinen packte. Aber auch der helle Tag hatte das Seine zu erzählen. Hier gab es Fleischtöpfe wie im Elsternnest", nur viel größere: man brauchte nicht vor jeder Mahlzeit mit den Batzen in der Hand hinzulaufen, um Einkäuse zu machen. Hier rannten Hühner herum und legten ihre Eier abseits an die unmöglichsten Stellen: Schweine standen und himmelten den langen Tag über dem Troge, der immer leer war, soviel auch hineingeschüttet wurde: hier waren kleine Kälber, deren Augen im Halbdunkel des Stalles zu wunderlich blauen Lich- tern wurden, wenn man den Tieren erlaubte, einem an den Fingern zu saugen. Stine erkannte das alles mit seltsamer Lreude wieder: wie wenn warmer Talg von der Kerze über Finger hcrabläuft. so empfand sie das unterm Herzen. 7)as Milchsieb hing zum Trocknen auf dem Pfosten, der Tür �zum Wirtschaftsraum, und in den Dachrand der Nebenflügel waren Geräte hineingesteckt. Rechen und Heidekrauthacke. Die Art saß so fest im Hauklotz, daß sie kaum herauszubekommen war: und die Sensen hingen in dem großen Dornbusch vorm Hof. die scharfen Klingen nach dem Stamm zugekehrt, damit die Kinder sich nicht verletzen tonnten. All das war wie im..Elsternnest", nur viel, viel großer. Sogar ein. zweiter Kater Pers war hier vorhanden, ein rich- tiger Faulenzer, der den ganzen Tag auf einem warmen Stein lag und sich von der Sonne beschelnen ließ. In der Nacht aber bekam chn niemand zu sehen außer den Ratten und Mäusen. Er glich Pers geradezu unheimlich und mar ebenso zärtlich zu ihr. Es war bemahe, als ob sie einander immer gekannt hätten. Aber sie hatte ja selber gesehen, wie! der Krugwirt mit seiner gewaltigen Trollfaust nach Pers, dem l Fischdieb, griff, und chn in einen Sack stopfte. Er schlug den Sack erst ein paarmal gegen den Molenstein und schleuderte ihn dann in den Hafen hinaus— und in dem Sack waren Steine! Es war nicht einmal sicher, daß Pers die seinen Goldbutten des Krugwirts gestohlen hatte..Der Vorn-und- hinten-Jakob schlich in der Nähe umher, und er war aar nicht so einfältig, wie die Leute immer sagten. Jedenfalls hätte der„Menschenfresser" den Korb nicht aus den Augen lasten sollen. Aber sterben mußte Pers, trotz den Tränen der Kinder. Jetzt schien es so, als wäre er wieder aus dem Grabe auf- erstanden. Selbst darin glich dieser Kater Pers aufs Haar, daß er ebenso versessen auf Fische war wie jener. Jeden Morgen lief er an den Strand und hüpfte auf die großen Steine hinaus. Dort saß er auf der Lauer nach den Flundern und anderen kleinen Fischen, die sich auf dem flachen Wasser aufhielten: und wenn sie nahe genug kamen, schlug er mit der. Pfote unter sie hinab und zog sie auf den Stein hinauf. Es war recht belustigend zu sehen, wie Wasterscheu und Appetit in ihm kämpften, so daß er am ganzen Körper er- schauderte. Das waren die einzigen Fische, die er bekam: denn auf dem Bakkehof aß man niemals Fisch, weil man glaubte, einen Bandwurm davon zu bekommen. 2. Heimweh. Jeden Morgen gegen vier Uhr erwachte Stine davon, daß scharrende Tritte über das Steinpflaster hin nach der Tür ihrer Kammer herübertönten. Der bejahrte Tagelöhner war es, der sie zu rufen pflegte, wenn er am Morgen kam. Stine konnte ihn nicht leiden: sein Mund war immer unrein — von Kautabak und groben Worten, und es wurde erzählt. daß er nicht gut zu Frau und Kindern sei. Im Nu war sie aus den Federn.„Ich bin auf!" rief sie und hängte sich mit ihrem ganzen Gewicht an die. Türklinke. Kam sie ihm nicht zuvor, so stieß er die obere Halbtür weit auf und stand dann grinsend da, den schmierigen, blauzähnigen Mund weit geöffnet. Sobald sie ihn wieder nach dem Wohnhause gehen hörte, ließ sie. die Klinke los und schlüpfte in die dünnen Kleider. Ihr Herz hämmerte gegen das graue Hemd, während sie sich das Haar flocht und dabei durch die offene Halbtür in den Tag hinmisstarrte.' Den einen Zopf hielt sie im Munde. während ihre Finger emsig mit dem anderen beschäftigt waren, und sie blinzelte zum Meere hinaus, wo der Tages- schimmer lag, sprühend wie zehntausend Funken. Der starke Morgen trug ihr von allen Seiten sellsame Düfte. Licht und Frische zu, und es durchrieselte sie von den Haarwurzeln bis zu den Zehen. Sie mußte niesen und verlor den Zopf aus dem Munde. ' Dann stand sie draußen auf dem Steinpflaster, glatt ge- kämmt und mit zwei dünnen Zöpfen auf dem Rücken, ein wenig blaugefroren anzusehn und ganz wach. Sie glich einem der Vögel, die plötzlich aus dem Dunkel unterm Gesträuch hervorgeschossen kommen und vom Lichte flachgedrückt werden. Nun warf sie einen verstohlenen Blick nach dem Wohnhause hinüber— und war plötzlich um den Giebel verschwunden. „Da läuft die Dirn' wahrhaftig wieder ans Meer," sagte der Tagelöhner, der in der Küche saß und seinen Morgen- imbiß(oute.„Rein verrückt ist sie nach dem Wasser: man sollt' glauben, daß sie Fischblut in sich hat." „Laß sie doch," erwiderte die Magd.„Was schad's denn? Die Frau und der Sohn find ja noch nicht auf." Stine eilte auf den nackten Füßen durch das nasse, scharfe Sandhaargras, bis an den hohen Küstenhang, wo das Meer ausgebrestet unter ihr lag. in wunderbar rosenfarbenem Blaß oder grau und aufgepeitscht, je nachdem das Wetter war. Das war so weit gleichgültig. Stine machte sich nichts aus dem Meere, nicht die Spur. Etwas Gutes hatte es ihr nicht ge- bracht, dem Großvater hatte es die Gicht verschafft, und im Dasein Großchens und ihrem eigenen war es die ewige Un- ruhe gewesen. Aber es bespülte ja nun einmal auch das Fischerdorf: das gleiche Wasser war dort und hier: man hätte hinübersegeln können, wenn auf dem Bakkebof ein Boot ge- wesen wäre. Stine war es gleich, wie das Meer aussah; es Halle die Aecker vom Hof auf der Landzunge weggefresten und die Leute arm gemacht, im Sturmwetter halle es an Graßchens Hütte gerüttelt und seine Schaumspritzer bis zu deii Fensterscheiben hinaufgesandt. Sie kannte Dinge, die ge- mutlicher waren. Wenn sie aber Glück halle, konnte es chr gelingen, zu sehen, wie die Boote aus dem Dorf vom nächt- lichen Fang nach Hause zurückkehrten. Die Entfern' mg war zu groß, als daß sie sie voneinander hätte unterscheiden können; aber das des Baters war darunter, und sie war überzeugt, daß er hierher starrte. Sie suchte sich ein Boot aus. das das feine fein sollte, und verfolgte es, bis es hinter der Landzunge verschwand, wo das Dorf versteckt lag. (Forts, folgt.) Lehrer»nd Lehrerinnen' als tätige Mitglieder anzuschließen.»Der Freie Lebrer'. unser Organ, das geistige Bindeglied unserer Organi« ratron, sollt« jeder der der Post abonnieren. Beitrittserklärungen sind zu richten an den ersten Porsitzenden Bahlke, Berlin N 88, Tenefelderstr. 7. Die ZungsoziaWen hielten am Ö. April ihre Generalversammlung ad. Au? dem Geschäftsbericht des Genossen Keller ging hervor, daß We Oungsoualistisch« Vereinigung im Ge- schäftsjahre 1920 große Fortschritte zu verzeichnen hatte. Wissenschaftliche und polmsche Borträge sowie Arbeitsgemeinschaften trugen dem Wissensdrange der Mitglieder Rechnung. Keller sprach den Wunsch aus, daß es gelingen möge, für die Bereinigung g r 6- ßere Mittel zu erhalten, um die bisherige Arbeit tm gleichen Sinne fortsetzen au können. Genosse CPurt Wogner sprach über die Ziel» der Vereinigung und beleuchtete die Arbeit der bür- nerlichm Jugendvereine. Aufgabe der kiuaend ist es, daran Mit- guwirken, daß alle Völler zu einer großen Gemeinschaft zusammen- geftihsf werden. Hierzu soll auch die erst« internationale Jugend- konferenz, die demnächst w Amsterdam stattfindet, helfen. Wegner schloß mit einem begeisterten Appell au gemeinsamer Arbeit.»Wir wellen der Partei dienen, zu der wir gehören, unser Kampf muß ---ineinsom geführt werden im Rohmen der Sozialdemp» fratischen Partei Deutschland».' Nach kurzer Di»- lussion wurde das Statut einer Beratung unterzogen. Infolge der l or gerückten Zeit mußte die Generalversammlung jedoch vertagt werden. dm iL. Verwaltungsbezirk(CSpeuIck) hat. wie wir in Nr. lSS >'.. treten, die Bezirleveriommlung den Vorschlag deS Berliner Swnverordnetcnvorsiehcr» Dr. Wehl, lünstig in allen Ber« waltun gSbezirken die Sitzungen der Bezirks« >' c r i a m m l u n g e n am Mittwoch abzuhalien. a b a e l e h n t. "r. Wehl legt Welt auf die Festsielluiig, daß sein Erluchen an die Bezirksoeriammlungsvolsteher um Verlegiing der Sitzungen auf Mittwoch»auf ausdrücklichen Beschluß deS LcliestenratS der Stadl« verorduet-nveriammluna in Allwesenheit der Bertieier aller rvraitionfn. insbesondere auch der drei sozialistischen Fraktionen, nr.b zwar mir überwiegender Mehrheil der Stimmen erfolgt ist'. Der neue Vororltarif. Am l. Juni dieses Jahres werden auch auf den Berliiier Bororlstrecken neue Fahr- preise zur Einführung gelangen. Wie auch im Stadt- und Ring« bahnverebr we:d?n die Mindestiätze in der 2. Klasse l M, in der 8. Klasle 70 Pf. für die Cinzelfobrt, sowie SS bzw. 25 M. für die Monorskarten 3. b,w. 3. Klosse betragen, während die neue Wochenkarte mindesten» 8�0 M., d. b. ein Drittel der billigsten Monats- karte 3. Kiasie kosten wird. Die Mindestsätze für die Einzelsahr- karien gelten für Enikernungen bi» zu l0 Kilometer, dagegen reichen die billigsten Zeitkaricn un Bororiverkehr nur kür Eni- fermingen von 1—-7 Kilomeler. um bis zur Entfernung von 10 K.lomeier auf 83 M.(2. Kl.). S7 M.tS.Ki.) und lS M.(Wochen- karte) zu steigen. Der Uutergruudbahnbau am Nollendorfplah ist jetzt soweit vor- geichriiie», daß IN der Kleiststraß« bis zur Eisenacher Straße die Bauzäune beseitigt werden konnten. Am Nollendorsplatz selbst sind die Jnnenauebauten der Bahnsteige und auch die Zugänge zum Babnhoie noch nicht feriiggestelll. lieber den Weiterbau der Rest« strecke, zwischen der Zwöli-Aposiel»Kirche und dem Gleisdreieck ist noch nichi« festgesetzt worden, weil dieser Weiterbau den Abbruch einer Reihe von Häusern erforderlich machen würde, für den dir Erlaubnis jetzt schwerlich erteilt werden kann. situio-GesellschaftSreifen noch den schönsten Gegenden Deutschlands veranstaltet das Reisebureau des Allgemeinen Deutschen AuIamobiltlnbS, Beilin, Neu« Wilhelmstr. Q/U, ab Pstngsien dleiss JahreS. Die Dauer der einzelnen Reisen wechselt zwischen süns. achi, zehn und vierzehn Tagen. Aehnlich wie bej früheren Beransiallungeii der Havag und des Norddeutschen Llohd(Nordland- uub Miitelmeersadrien) wird ein Paujchollobrpreis erhoben, in dem neben der wSgigen Plaegcbiihr alle unterwegs«niftebenden Unkosten enthalten sind: iSeväckbcsörderung, Derpstegung, Ucbrrnachicn In guten Hotels, besondere Veranstaltungen. wi« Besichtigungen von alten Burgen und Schlössern und isnfligen Sehenswürdigkeiten. Die erst« Reis« führt in den Harz, die»weit« durch Thüringen nach Rothenburg o. d. Tauber und die dritte durch Mecklenburg an die Ostsee. Ausführliche Prospekte sind durch ADAS.-Reistbureau o sienlos zu haben. Der.Akvköllaer-Vrih« Schlsfahrttkaual ist am 1. April auf die Wasser st raßenverwaltung de» Reich» überge« gangen. Da» Reich erstattet der Stadigemeinde Berlin 80 Proz. der Anlagelosten. Da von den Gesamtbaukvsten de« SonalS 16 Millionen auf die durchgehend« Wafierstraße entfallen, hat das Reich rund 8 Millionen zu zahlen. Such die über den Sch'ffohrtS« kanal führenden Brücke»! werden voi» Reich übernommen nnd be- zahlt. Dagegen bleiben die Hafenanlogen, die Lodestraßen und Speicher im Besitz der Stadt verlin. Sowohl der städtiiche Ber» waltungSrat für Häfen und Schiffahrt als ouw dl« verkehrsdepu- tation hoben sich mit dem darauf bezüglichen Abkommen mit dem Reich einverstanden erklär». Die Auszahlung der Milchgeldzuschüsse erfolgt vom 1. April 1931 ob durch die Säuglingsfürsorgestellen für diejenigen hilfsbedürftigett Personen, die dort ihre Kinder vorstellen oder sonst bekannt Und, durch da« Bormundschastsamt der Stadt Berlin an diejenigen Schwangeren, die dort in Fürsorge stehen, in allen übrigen Fälle., durch die Bezirksjugendämter bzw. Bezirkskürsorgestellen. Es wird wie bisher ein Zuschuß von 0,60 251. für das Liter an Kinder bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr und an Schwangere drei Monate vor der Niederkunft gezahlt. Zucker. Auf Abschnitt 81 und Abschnitt 82 der Berliner Zuckerkarte werden in d«r Zeit vom 1. bi» 15. Mai und vom 16. bis 31. llUai 1021 je ein Pfund Berbrauchszucker zum Inlandszucker» preis« abgegeben. Gesuadeo wurde ein« Brieftasche, in welcher sich eine rote Ausweiskart« de«„Borwärts', auk den Namen Tschirch lautend. befindet. Di» Tasche ist von dem Finder Petzvick, Frankfurter Allee 4V, abzuholen. Di« volkebochschnle Grost-Berlin hat soeben ihren neuen Lebr- via» für Vdrtl-Iznii ISSl herausgegeben. An 40 aber ganz Groß-Verlin vetteiliui Arbeusflaiten finde» fast 300 Kaift au» allen Wissensgebieten statt. LehtpiZnc und Karte» im G e w e r l I ch a s t» h a u S. oei den Buchhandlungen.Vorwärts' und„Freiheit' sowie an zahlreichen anderen Stellen und an den bekannten Ärbeiisstättett. Zilmschau. tziilroinonn« ntch Wissenschaft. Solange der Film nur Unterhaltuna lein will, wag Man ihn passt««» lassen: w dem Augenblick, w dem er stch vermißt, die Gefilde der Wiflenschaft zu betteten, muß er sich einen ernsteren Maßstad getallen lasse«.— Dt« B.-Z.-i-lImgc!«llschoit lud im Marmorhaus zu«wer Pressevorftellnna des Film»„Tob Bort" ein, der von de« „Chiromanten'(Handzeichendcuter) Prof. Ket-ty und Martin Berger verfaßt ist. Di« Chiromantie verwechselt Ursache und Wirkung: die verarbeitete Sand, die fchickialbeft»un-nd für das Leben des Menichen sein soll. Ist ratsächlich Folge,»ich! Urlache eines arbeitsreichen Lebens; die Hand- deuieiunst geht von einer Jimplizttät de« menichlichen Charakter» au«, die sich mit dessen tatsächlicher Kompliziertheit nicht vereinen läßt So außerpersönliche Echicksat« aus den Linie» der Hand gedeutet werden sollen, nähert sich die Chiromant!« dem Okkultismus und entzieht sich hier voll- ständig wissenschasttich KontrollmSglichkeiten. Trotz de« warmherzigen Appell» an hi« Preffe bat diese der Oeftentlichkeit gegenüber die Pflicht, der- artigg veftrebungen nicht zu unterstützen. Di« Begriffe über mifienichofüiche Forschung und Methode sind verschieden und wir glauben nicht, einen«e- rmgcreN Hauch ihres Geiste« verspütt zu haben als der mysteriös« Herr Ket-tv. Wir, denen die Wilsenlchait«we bellige Sache ist, verbitte««S uns ernitdast, ihren großen Namen durch derariige Scharlatanerien entweihen zu lasien.---' Der Film selbst ist von Ueberichrislballoit frei: dasür kaum r.-.ständlich. Der Tdiromani siegt. Jnkereflant find die Kostüm« und da« MobjZiech aus der Zeit Napoleon». Sport-Balaft. Ein ganz minderwertiger Kitsch wird urrier der Spitz- warte„Die böse 2 n st' dem Publikum Vorgefühls. Es ist einiger- maßen erstaunlich, ongestchts der ichmfen Konkurrenz zwischen den einzelnen groß«, Fchnunternebmung«», daß m«n sich O»rhaupt mit einem derartigen Machwerk an die Deffentllchkett heranwagt. Eine bis ins Grotesk« dick an- gesttichen« Handlung mit ganz unmöglichen Situationen, die d-rch ihren sozial-ethifchen Beigeschmack erst recht auf die Nerven iällt. Obendrein schlecht gcivielt. Wenn man bedenkt, daß die»Böse Luft' erst den Aniang einer T r i l o g i e bildet:„Die Diktatur der Liebe'— o weh 1— Das Pubiilum horit« dennoch, woht oder übel, zum größte» T-ll aus, well noch ein zweites Stück auf dem Programm stand. Ein Kriminalfilm:„Die golden« Kugel'. Seine Geduld wurde belohnt, denn diese» Glück, oon K a is« r- T i tz und dem Bersasser Otto Treptow recht gut gespielt, war guier Durchschnitt. Groß-Serliner parteinacbrichtea. Heute. Mittwoch, den 13. April: Mitglteöerversammiungeu. «.«t. 7 Uhr, Arndt-Realschule. Belra.Ml-me-'Ste.«a. ch Abt. 7H Uhz i«..Reichenberger Haf', Reicheilb«rs«r Str. ts7. Thema: „Der«uglisch-amerttanilÄe Kampf um dt» Weltherrschast.' Äes. chrwi» Barch. Bericht und Dorstandsivahl. Zch Adt. 7y, Uhr bei Frank«, BrUckenchUle« A snahe Bahnhof Bellevue). Zief. Seirosse Dr. Beyeri„Die volttische Lage'. Wahl des Aiteilungsvarstairde». Säst« willkommen. 4». Abt. 7>4 Uhr. Schulaula Thristtaniastr. se/W. Res. Senosse E. Lehmann: Zt. ÜbL ähattoÄabu�g.' 7Ü Uhr bei Schellbach, itSnigin.SIisabeth.Str. ch Wichtige Tagesordnung. Wahl de? Borstandcs. »ch Abt. Halens««. 7>z Uhr bei Schwop, Paulsborner Str. ZZ. Mitglieder- »ersammluna. 7».«br. Schörebcog. 7Zh Uhr bei Hendel, Borbergstr. tt. und bei Erunge, Sustao-Freitag.a-tr. 8. Thema:„Politische Tagesfragen'. Ref. Franz Tzemineli und Dr. Mar Bendiner. 8«. Abt.(Frledenau-r vrtateil»an Schäncberg). 7i4 Uhr im Restaurant„Zum . Burohof". Hauxtstr. 85. ibeneraloerkaimnlung. l. Vortrag de« Genofie» Pfarrer Bleier. 2. Jahre», uud Kassenbericht. 8. Neuwahl de« Vorstandes. 81. Abt. Zrledenan. Zahlabend« 71» Uhr in folgendru Lokalen! 1.— 8. B»- z i r k- bei Ulbricht, Handjerystr. 86. 4. u. 5. V c» i 1 1: Pernutz, Fehler. siraße 12. Thema:„Politische Tagesfragen". Res. Ministerialrat Hitzler. 6. Bezirk:«undlach, Odcnwaldstr. 10. Thema:„Die polltische Lage. Ref. Senosse Aisred Thomas. 82. Abt. Steglitz. 8 Uhr Zahladende in den bekannten Bezirkslokalen 85. Abt. ReiUZlln. 7H Uhr bei Eohlle, Hermannitt. IR. 1. Ist der Sozialismus eine Kuüurbewegungl !r«i» Aussvrache. loch«bi. Adlershof. 7h Uhr Tagesordnung! Ref. Richard Seimann. 2. Aussprache. '~ r k: hei Gampe, Lichtenherger Str. 8. 12».— 180. Abt. Pankow. 7h Uhr Zahlobend in den bekannten Lokalen. 136.«bt. Reinickendorf-vst. 7 Uhr gahlabende in folgenden Lokalen! 1. B«- , t r k:„Bürzergarten', Hauptsir. 51. 2. u. 8. B e z t r k: Llndstedt, Rest. denzstr. öl. 8. u. st. Bezirk: Netz», Provinzstr. 108, GUc Pankower Allee. 10., 11. u. 12. Bezirk: Hetnick«, Proviutttr. 62, Mt Hovpestratze. Den Bezirksfahrern wirb empfohlen, bei der am Mittwoch, den 18. April, nachmittags 5 Uhr, im Realgymnasium, Berner Straße, stattfindenden Be- zirksamtswahl anwesend zu sein._..„,_. Nowawe». Restaurant„Thalia-Klause, Lindenstraße, Kleiner Saal,.�8 uyr, Generalversammlung. Tagesordnung: Jahresbericht, Vorstandswahl. Morgen, Donnerstag, den 14. April: 87. Abt. Die Irrtümlich verMsentlichte Mitgliederversammlung finde! erst Don. nerstag, den 14. April, abend» 7h Uhr, im„«rtliohof». Perleberger Str. 26, statt. Thema:„«-hlf-hrt-psi-g,'. Res-r-ntin Genossin Ärnolb-Heilemann. Erscheinen aller Ritglieder unbedingt erforderlich, da wichtig« Tages- 58.«6u"sii«tlotteiib»rs, 7 Uhr be! Arfand. B-usselstr. 82. Tagesordnung: „Die politisch« Lag«'. Res. Kurt Seinig. Neuwahl des«arstande». 55. 4ldt. Eharlottenbura, S. Gruppe: I h Uhr gahlavend bet Reimer, Wik» mersdorfer Str. 217 »2. rich-Straß' 210. Wichtige Tagesordnung, meuwayi»es woriianve». «.«bt.«-»«lla. 7 Uhr in ,.Wolfss Gesellschafteha�", A'rchhofstr. ty, � Wivverstraße. Tagesordnung: Neuwahl v-r«bterlungsleitUAS. Zahl- ahende fallen aus. kassiert wird in der Verfammlung. 188.«bt. Kermsdarf. 7>ch Uhr bei B-ittch-r, B-lbseeftr°ße, ö-k- Derlin-i! Straße. Genin�lversammlung. Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Äbteilungsvor- stände«. 2. Neuwahl der Abteilungsleitung. 8. Neuwahl d« Straßen. fijheer. 4. Stellungnahme zur Wahl de» Bezirksamts. S. Maifeier. « Kreta 6. Halles«», tn. Obleute der«Uerndeiräte der Abteilungen So-U wallen umgehend schriftlich ewnr Tätlgiettsberlcht an den Genossen Wolff, Forftor Str. 44,»insenden. �___ ?ugenüveranfta!tungen. Heule. Milkwoch. abends 7�s Uhr: ittpeai«. Lokal von Stippekohl, Schön crlinder Str. S. Dorrrag:„Die R-> volutiön van 1846.'— Zriedischshaa«». Echarnweberstr. 105-.. Diskuisiansabend. — Gesaabbriu»,«. 2«. Semelndeschule, G'lenburger Sir. 2 sAugendzimmerl, ..Heinrich-Heine-Abend".- GrOtz-LIchterselb«. Albrechtstr. 14,. B-in» der Sternwarte.— Mahlsdors. Gemeindeschul- Walderscestrahe. Leseabend.— Norden. Schule Putbuser S'r. 8/6. Dsskussionsabend.- Wandern.- P»»,- laaer Voeftabt. Seneselderstr. 6/7. Mitgliederversammlung sAeuwahl des Bor. stand«»).—«asenthal. Gemeind-schul« Kastanien-Allee. Vortrag:„Wo« wir sind und wa« wir wollen.'- Staaken. Eartensiadischulc. MSdchcnabend.— Südost— Aöpenlrker«sertel. Wrangelstr. 128 sSchule). Bortraa:..Barum mutz sich ieder fung« Ard-iier und jede iunae Rtbeilerin dem B-retn Arbeiter. lügend anschließen."— Südwest. Jugendheim L-ndenstw 6, ll. Hat 8 Tr. Außerordentlich» Mitgliederversammlun».- T«m»-A°s. Lyzeum. Germania. ftrako 6/7(Eingang Kinderhort). Bortraa:„Der Lehrling Im Mittelalter. -««dding, Müller», Ecke Trütsiraße. Vortrag!..Ramaittlk aus der Land- siraße.'- Mefte». Baugewcrkschul»«urisirstenstr. 141. Lartrag:./Sport und Arbellerlugend.'— Wilmersdorf. 4. Semeiadeschulc, Koblenzer Straße(Zeichen- saal). Bortrag.___, Vorträge, vereine und Verfammlunoen. »artellnerband für «»ort llusich, und Korpeepsleg« Sroft.Berlia. Die Mitglieder .--~-------—— 1. Sieben- ab. Erscheinen der Boraenannten unbedingt«rsorderllch!. — Aebeiter-Bassersporl B-rtand,»rei, I. Sämtlich« anaeschlossenen Verein« Warden gebsttn, sofort ihr« Rettungswachen zusammenzustellen und die Adrest« de» OdmänNe« sofort bei dem Obmann der Rettungswache«reis I, Willy Keßlar, Eharlottenburg 2. Vlsmarcksir. 14. abrugeben.— Arbatter-Sawaritar. Kalo»»««attw.». V.«bteilun,«aiß-nfee.HohanIchilnhaulev. Am D»nn°rs. tag, den 14., abeuds 7 Uhr. Kursusansana, Schul- Freienwalder Straße in Hohenlchanhauseir. Anmcldunacn werde» dort«ntgM'ng-nomweir. Der Be- such de« ersten Lehrabend« ist frei,«ursusbertraa 10 Wl.- Abteil»»- Rarpa». Lebbtag. Schul» Bernau« Str. 60/00. Am Donnerslas, den 14., abend« 7 Übe, Kursusansang. Anmeldungen n»rd«n»artselbst«ntgegengenommen. D�r Besuch des ersien Lehrabeuds ist frei. Surfnsbeitrag lv Mk. Abtelluvg Lichtenberg. Am Montag, den 16., im Lokal v°N P.cckeuhagen, S»°rvwed-r- siraße 61, abend» 7 Uhr, Vortrag pon Dr. aellcr üb« Sasäilechtsirankhetten. — Abteilung Schöoebeeg'Zri-d«»-». Donnerstag, den 14., fällt der Lehrabeud Berliner Rathauses, Freitago um T Uhr abends, ab. Gaste willkommen. Mus aller Welt. Schlagwettertod. Auf der Zeche„Konstantin der Große' bei Bockum ereignete sick eine Explosion schlagender Wetter, durch die 15 Personen getötet, 5 sckwer verletzt wurden. Die Explosion ereignete sick vormittag« g.sS Uhr. Ein Teil der Belegschaft konnte sich rechtzeitig in Sickerheit bringen und ouS- fahren. Auf der Unglücksstelle sind zahlreiche Rettungsmannschaften von den benackbarten Konstantim'chächten sowie von den Zechen Lothringen und Hiberuia«ingetroffen, die gegen 12 Uhr mit Sauer- stoffapparate» eiugefahren sind. Die Hilfsarbeiten gestolieu sich sehr schwierig, da der größte Teil der Zeche infolge der Gewalt der Explosion zu B r u ck gegangen ist. In der Grube befinden sich jetzt noch einig« Bergleute, so daß die Gesamtzahl der Dpfer 25 nicht übersteigen wird.... Bestraft« Alohnungsfchleber. Wegen VohmingSichiebungen wurde der Leiter de» städtischen Wohnungsamtes in Rühlhausen (Tküringen). Müller» zu drei Monaten Gefängnis verurteilt Ms öer Partei. 200 voll Einwohner— 13 500 parlettnikglleder. Wir entnehmen dem Bericht unsere» Kieler P a r l e i v e�i- e i n s folgen»« Ängaben: Trotz der ungünstigen wirtschaftlichen Lage, in der sich Kiel nach dem verlorenen Kriege befinvei, trotz der steigenden Erwerbs-- l o! i g k e i l und der dauernden Abwanderungen ist es unierer Organtialion gelungen obigen Sland zu erleicken. Die Miigiiederzabl, die am 31. März 1920 12 496 männliche und 2658 weibliche Mitzlleder. ailo insgeiaml 18 124 betrug, ist. trotzdem»n Bericv lSjabr« rund 2000 Mitglieoer Siel vertasten mußien, au? 16 729 männlicke und 2742 weibliche Mitglieder, also inSaesanit um 18 4 7 auf 19201 Milplieder gestiegen. Es swd in der Berichtszeit ollem I3S1 Mitglieder von d«rr linlsradikaten Parteien zur Soziaidemolratischen Portej übergetreten. Dabei handelt e« sich bei dieser Zahl nur um die Mitglieder, die bei ihrem Uederlritt das all« Mitgliedsbuch d-er bisherigen Partei abgeliefert baben. Allerdings wäre der Stand wohl nicht erreicht worden, wenn nicht ein io reges Leben innerhalb der Partei geherrscht hätte. Reden inten ilver Kleinarbeit mittels de» gm ausgebaulen BertrauenSmäilnerlörperS baben wir oil mit unseren Gegnein die Klingen gekreuzt. Bon auswärtigen Rednern waren es die Ap- nassen Johit Ehrente it. Paul Lobe, Heimann Müller� Siegfried N e st r i e p k e. Daniel S l ü ck l e n, Philipp S ch«« d e mann, Adolf Braun, Friedrich Stampfer und Elara Bohm-Schu», die uns in diesem Kampfs unterstützt hoben� Mit weichem Eriolg-Iehrie die ReichSlagSwaht am 20. Februar 192i. Die Sozialdemokratische Partei bracht« 4299/'/ Stimmen auf, die 11 SP. 5800 und die BKPD. ebea>- s a l l s 2 8 9 9. Auch bei dem finnlosen Kommunistenpulich gelang e«, trotz des vorhandenen guten Willens, den Linlsradlkalen nicht, den ilemsteic Streik, die kleiuste Störung zu inszenieren. Dank der Festig» keit und Geschlossen bei: unserer Organisation. Dal gleiche erfreuliche Bild wie die ganze OrganHatton zeigen auch die einzelnen Zweige. Bei der Jugend, den Jungsoziaiiiien, den Eliernbeiräien, der Frauengruppe. dem Wohliavittsausschuß. sowie der Arbeitsgemeinichait für soziaidemotrotische Angestellte und Beamte überall rege« Leben und da« ernste Streben, in der Aufft'egsbewegung der Ärbeilnebmerklasi« ponliv mlizuordeite». Die Kassenverhättnisie vervollständigen da« erftenliche Bild. An den Bezirk wurden im Berichisjabr 221 123 Mark ab- geführt, und trotzdem konnte der Kasienbestand noch von 11 247 Mark im März des Jahres 1929 auf 43 228 Mark e rfhöhr werden, bei einer Beilragsleistung von monatlich 2 M«ck Pro männliche« und 1.29 Mark monailich pro weibliches Mitglied. Tie 11SP. erhebt einen monatlichen Beilrag von 3 Mari, ebenso wie die VfiPD. Können wir so auch mit dem verflossenen Jahre zufrieden sein, so wollen wir nun keineswegs auf den Lorbeeren ausruhen. Wir werden weiter arbeiten und rechnen dabei weiter auf die Mitarbeit der vielen stillen opferbereiten Genoffinnen und Benosien, ohne die wir diese Geschlossenheit und Stärke nicht hätten erreichen können. Und wem die Größe und Geschlossenheit unserer Bewogung noch keine Achlung abnöttgt, der sollte sie empfinden angestchis der selbstlosen, hingebenden Ovftrbereuichafi taufender und aberlau>euder Anhänger, denen der Sozialismus in ihrem freupeormen Datern alles geworden ist— Leitstern— Zuflucht und Lebensinhalt. Der Sozialdemokraflsche verein Haunover-Stadt steigerte trotz der am 1. Januar durchgeführieii Beitragsverdoppelung im 1. Quartal 192l fem« Mitgliederzahl um 7 6 8. jodaß am 1. April 1921 2 2 9 91 voll�ahlende Mitglisder zu verzeichnen find gegen 18189 am 1. April 1929. Soziales. Die Rol der Saardeutscheu. Einige Zeitungen des Saargebiets bringen eine halbantlich« Mitteilung der Regierungskommifston des Saargebiet«, worin d« Reichsregierung der Vorwurf gemacht wird, daß sie sich ihr« Ber-' pflichtung zur Zahlung der P e n f i o n e n an die im Sanrgebiet wohnenden Pensionäre zu entziehen such«. Die Regicrungskomruis- fron kündigt an, daß sie die vorschußweise Zahlung dieser PeifftoKU nur noch bis zum 1. Juli fortsetze» werde und der Reichsregterung die Verantwortung für dos Weiter« überlassen müsse. Hierzu wird dem WTB. von zuständiger Seite mitgeteilt, daß die Annahme, die Pensionslast falle der Reichsregierung zu, nicht ganz richtig ist. Da der R e g I e r u n g S k o m m i f s i o n des Saargebiets restlos alle Einkünfte aus dem Saargeblet zu fließen, ist es selbstverständlich, daß sie auch an den Lasten tell- nehmen muß. Die Penstonsfrage werde im Zufammenhang mit an- deren Fragen finanzieller Natur geklärt werden müssen. Zu diesem Zweck habe die Reichsregierung dl« Regierungskommifsiou des Saargebiets vor einiger Zeit zu Verhandlungen in Berlin ei». geladen, ohne bisher eine Antwort erhallen zu haben. Immerhin ist es wünschenswert, daß den Pensionären im Saar- gebiet jede erdenkliche Unterstützung zuteil wird und daß ste nicht eines Tages auf der Straße fitzen, well sich Reichsregierung uns Saarregierung nicht einigen können. Vom juristischen Standpmlkt aus kann man der Reichsregierung durchaus beipflichten, aber die Saardeutschen dürfen in dieser Kompetenzenfrag« nicht die Leid- wagenden sein und dürfen vor allem nicht dem Gefühl ausgefetzt werden, von Deutschland oerlassen zu sein. Das Reich als Arbeltgeber. Zu unserm Artikel unier dieser Bezeichnung in Nr. 12? vom 2. April 1921 unseres Blattes schreibt im» das Retchsarbeits- Ministerium: ..Die Entlassung der Angestellten vom Versorgungsomt Elberfeld beruht auf einem Mißverständnis, dos auf eine irr- tümliche Auslegung einer Verfügung de» Reichsarbeitsministeriuws zurückzuführen ist. Die Klmdigung ist inzwischen durch eine Anweisung an da» Versorgungsamt rückgängig gemacht worden.* Der Arbettsmartt in Südwest-Afrlta. Vom Arbeiierverband für Güdweft-Afrika wird uns geschrieben: Seit einiger Zeit macht sich hier in Süd-Afrika im allgemeinen und in Südwest im besonderen eine langsam ober sicher vorwärts- schreitende Krifi« bemerkbar, deren Weiterentwicklung und Folge?. noch unablehrbar sind, die ober zu ernsten Besürchtungen be- rechtigen. Nack vielen Bemühungen ist es dem Arbeiterverband mr Eüd- west-Äfrika gelungen, einigermaßen gute Lebensbedingungen zu er- zielen, aber die bereit« begonnene Krifis, da« Einschränken der Diamantentörderung. welches viele Kollegen arbeitslos gemacht bat, und die Tatsache, daß auch die übrige Industrie brach liegt, so daß es kaum möglich ist. für die Stellungslosen hier Arbeit zu finden, veranlassen un«, vor einer unüberlegten» u«- Wanderung nach hier zu warnen. Auch in der Union sind in letzter Zeit verschieden» Diamant- minen geschloffen oder eingeschränkt worden, und die Zahl der Arbeitslosen vermehrt sich von Tag zu Tag. In ber Union ist es besonder« sckwer, einen Erwerb ,u finden, da dort nock immer die sogenannten„HoturaoS Kol deren e« Viel« gibt, begünstigt werde«. Wirt sehest Zur Hebung See Soutätkgkelt. In der letzten Sitzung des WirtschdftSpplUischen Zlilsschufses des vorläufigen Neiä)swirtschaftsrats stand der Antrag Wissel! zur Beratung, der in Anbetracht der schweren Bedrohung des deutschen Wirtschaftslebens durch die Sanktionen eine mit grötzter Beschleuni- «unz betriebene großzügige Belebung des Baumarktes verlangt Als Mittel der Finanzierung steht der Antrag vor: Ein« dem drin' gendsten Baubedarf entsprechende Heraufsetzung der Höchstmieten. deren Kapitalisierung durch eine grundschuld- mäßige Erfassung des hierdurch entstehenden Wertzuwachses und Ausgabe von Pfandbriefen auf dieser Grundlage zur Deckung des verlorenen Bauaufwandes der Neubauten. Der Vertreter des Nrichsorbeitsminlsteriums, Ministerioldlrektor Dr. Krüger, erklärte, daß die Regierung dem Antrage zwar freundlich gegenüberstände, weil er Mittel zur Belebung der Bau- lätickelt und Behebung der Erwerbslosennot schassen wolle, datz aber die Durchführung Suherst schwierig sei und viel Zeit erfordern würde. Die Möglichkeit und der Erfolg der vorgeschlagenen Finanzopera- tionen müsse stark angezweifelt werden(wie alle Finanz- operationen, die gemeinwirtschaftlich sind; so will es die Regierung neuerdings.— Red.) Stadtrat Humar (München) führte aus, dah die Eintragung einer Hypothek weder an erster noch an letzter Stelle möglich sei. Die Ausnahm« der Pfandbriefe durch den Kapitalmarkt werde durch die lange Tilgungs- -,?it behindert; da» Vertrauen zu ihnen werde auch durch eine Haf- tung de« Reich» und der Gemeinden nicht erhöht werden. Dabei sei die Frag« noch offen gelassen, ob die notigen Summen(ll) Milliar' den pro Jahr) überhaupt untergebracht werden könnten. Der Au»- schuh schloß sich, da in Anbetracht der Sanktionen sofort etwas ge- schehen soll, zunächst dem Antrage des Unterausschusse, für Wohn- und Siedlungswcsen einstimmig cm, der die Reichsregierung ersucht, einen Betrag, von weiteren drei Milliardsn Mark aus Relchswitteln zur Verfügung zu stellen. Die Verzinsung und TU- guna dieser Rcichsmittel soll durch die bereits beschlossen« und nöti- gen falls zu erhöhende Wohn- und Gebäude st e werden. Ueber di« Erledigung des Antrages Wissell wurde V „Der Wirtschaftspolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrats ersucht die Reichsregierung, den Antrag Wisiell umgehend nach der wirtschaftlichen und finanziellen Seite hin zu prüfen ist euer erreicht und dem Reichel'"' i-tkcha'tsrat ühnr. Utg Er vfmf? Bericht zu erstatten, f Die in der Znisohei-zeit m: aller Befchleuniguiig zu erledigenden � Maßnahmen zur Behebung der Wohnui'qsnct sind je zu gestalten. daß ihr« Ueberleitung in eine gessglichc Regelung durchgeführt werden kann, die, wie der Antrag Wissell es deabsichtizt, zu einer grundsätzlichen und dauernden Lösung der Bau- und Wohnungsfrage geeignet ist."' Ferner wurde ein Antrag angenommen, der die Regierung er- sucht,„boldmöglichst einen Gesetzentwurf über die Belebung der Bau- tätigtcit vorzulegen, der feine besondere Aufmerksamkeit auch einer Regelung der Baustoffwirtschast zuwendet." Die Bau- stosse werden zurzeit im Reichsarbeitsministerium(Ziegel). Reichs- rrnährungsministerium(Holz) und Reichswirtschaftsministerium (Zement, Kolk u. a. m.) bearbeitet. Sohlenkonkurrenz zwischen England und Amerika. Statistische Zahlen, die zeigen, bis zu welchem Grad.' der britische Kohlenexport von den Bereinigten Staaten aufgesogen wurde, geben auch eine gewiste Er-! klärung für die Arbeitslosigkeit in England, die noch den owfsi%_n; Ziffern 1800 000 voll Arbeitslose und dreiviertel Million Kurzarbeiter umfaßt. 1918 exportiert« Britannien nach einer Gegenüber- stellung der„Federated Preß" 58 730 059 Tonnen Kohle nach Europa,! während der europäisch« Kohlenexport der Vereinigten Staaten nur l 475 713 Tonnen betrug. In den ersten zehn Monaten 19L0 waren die britischen Exportzifsern 19 515 479 Tonnen und die amerikanischen. 8 435 122 Tonnen. Während der letzten Monate herrscht das« r st e- 1 mal(eil einer langen Reih« von Jahren in den Kohlengruben Bri- tannlen« ernste Arbeitelosigkeit, die ständig zunimmt und teilweis« darauf zurückzuführen ist, daß Frankreich durch die deutsch« Kohlenlieferung völlig unabhängig von der englischen Versorgung geworden ist. Di« Tatsache, daß die phantastischen Wiedergutmachung s- forderungen den Interessen de» britischen Handel» und der Industrie gerade entgegengesetzt sind, stachelt die englisch« Geschäftswelt und Arbeiterschaft gleichermaßen gegen sie auf. Ludwig Loew««.•«. Sn der Sitzung de« Aufsichtsrat» der Ludwig Loewe u. Co. Aktiengesellschaft wurde beschlosien, der Gene- raloersammlung eine Dividende von 24 Prozent gegen 18 Prozent im Lorjahr in Vorschlag zu bringen. Holland gegen Schutz».««. In der holländischen ersten Komm« hat der Finanzminisier de Bri es erklörrt, dah die holländisch« Re» gierung auf dem Standpunkt stehe, schutzzöllnerisch« Maßnahmen lägen nicht im holländischen Interesse. Di« Regierw'g hat die Frage durch Zwei lioatliche Kommissionen untersuchen lassen und außerdem den Rat für Arbeitslosigkeit und den Jndustrierat um ihr Urteil ersucht. Sämtliche Kollegien haben, wie der Finanz- minister hervorhob, den Standpunkt vertreten, daß keinerlei schutzzöllnerisch« Maßnahmen getroffen werden sollten. Die Regierung hat sich dieser Meinung angeschlossen und gedenkt die Ar- bcitslosigkeit durch andere Maßnahmen zu bekämpfen. Zur Vergebung russischer Konzessionen an das Ausland. E» ist ein besonderes Komitee gebildet worden, das einen allgemeinen Plan für die an das Ausland zu vergebenden Konzessionen sowie alle darauf bezüglichen Gesetze ausarbeiten und die Verhandlungen führen soll. Da» Komitee soll auch die Durchführung der Verträge überwachen. Zum Lorsitzenden de» Lcmitees ist das Mitglied de? Präsidiums des Obersten Loltswirffchastsrates L o w o w ernannt 'vorden. am 10. April einschlief nach langem schwere» ""'—' Muarbetter, der Leide»»llier langiohriaer FaUor unserer Druckerei,£ treuer 1 Herr Wert Julius Ruopke im Alter von 62 Jahren. Der Verttordene war S7 Jahre in unserem Be- trieb» ununterbrochen laiig. velbsiios und mit UN- enniidlichem® ier hat er milgewir» an der Eni. Wicklung der Druckerei au» kleinen Ansängen her- au». Bertrauen-voll dursten wir ihm die Leitung de» Betriebe» llberiasien. Et-I, hat er sein ebenso r-ichi.» wie seltene« Gissen und Sännen in nie- versagender. unermllbUcher Ausopserung in unser« Dienste gestellt. Allt � hSlini» zu uu» zu elnem mehr den« lichem. Um so tckmerzlicher seinen Verlust. Unser immer ihm aber dos Grab hittau»! wäg, ihm nach einem orbejt«re>chen Leben und leidvollem Ende die Erde leicht werden. Berlin, den IL. April IllZl. Bocüiietel o. FerlapDstaltl. Rßwsr Oeoi s B5w»r, Aufforderung au die Sektionsmitglieder zur Mahl der Sektionsausschüffe. Die Dahl der Se»ion»-u»schüssi,««Ich, für die Dauer«°» sechs Jahren erfolgt, beginnt am 10. April und schließt am 30. April 1921. FIlr di, Wahl soll-n di, vom B-rein--»sgeg-bene« Wahlzettel, welch, dl« einschlLgig-n B-. Nimmungea der Satzung enthalten, benutzt werden. Sie Wohlzettel find durch die Bezirk»- direttianen und Generalogenluren sowie unmttleidar«om Verein zu beziehen. Sie milssen die . Unterschrift de« Wähler» trag», nvd in einem Umschlag mtt der Aulschrist„WahlzcUei" porto- ' iret an den»orsttzenden de» Aulstchloral» de»«llg. D-uksch-n«-rs>cherung»»creins a.(B. in 5m Laufe der Jahr, gestallet» Ilch fel« Der- ........---- Ad«, ,»den seinen Verlust. Unser immerwährender Dank folgt reundschaft- empsinden wir heute .. MeMw. Stuttgart etnaesandt werden. vi.«>°s»n-.u«g der w.hlzrNel wnf, di» zum 30. April«cfolgl sein; später i Wahlzettel bleiben nnberückstchkigt. einläutende! Stuttgart, de» 8. April tllZt. Allgemeiner Deutscher verflcherungsverein a.G. in Stuttgart. Der Generaldirektor: Dr. G e 0 r g i i MTO SsaaziaS-Arztl:______ n »et»,»chmäche, Snphili«. Kuren. Skutuni Ct. 3 alte KU ' ant-, Harn-,- > ftoarat Dr. med. Meyenberg o. Dr. Bitter O.m b lt. Haut*, Harn-, Frauenleiden. Blmuntersuchur«. Salvarsan. Neuartige vollKommene Behandlung nach 14 ert. O. R.-Paicot. Plien Im Utln, Verengung usw. im«Ig. Ve. las ertch.: Da» Ende der Syphilis als Volks- Krankaeit. M. 10— Lebencgtück der Frauen. M. 2— Prosoeki kostenl. Sprechielt II— I u.»— 7. Sonnt II— 1. " FA MMA �Dr. Ccottl SpSsZIfll" MTZt Haut-, Haru», Frauenleiden, harlnäcktg» Ausstllsl», Ausschlag, Syphilis— Salparsanturen, «luinntersuchungeu.— Schnelle gründliche Behandlung, möglichst jchmecjto» und ohne Perufsstöruna. Damen separat Dil'»? AaLösor sen.3nfuim"8ä(t?-,ipff. 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Fortsetzung der«eneraiversammlung Der wichtigen Togesordnung wegen der Versammlung fehlen I— Mitgliedal 137/ 17 darf lein Lolleg» buch legitimiert. vi« 0rtaoetn«-ltung. i' c.T. ,.»�»». 77.� �77! 7� ��77»�77. !: wir empfehlen ZUM Abonnement: die Neue Zeit� Wochenschrift See deutschen Sozlalüemokratle i Pres» für da, tzeft m. t.«0 Zeder Parteigenosse, der sich um die« Dämpferei n. Wäscherei t elel tr ischem u.Dam»ibetr>ed. Gegründet lSÄ. Ueber 200100 Kunden in über sooo Orten Deutschland». >> Verlangen Ei«»» Wüster und Prelslifte g Jede» Bett wird nach An- gäbe besonder« angelerrigt cari». B ettnässen! Bafreiung sofort Alter o.Oaschlecht engeben. Ansk. umsonst SpeziaUArzt Dr. med. GrDtering Haut-, Harn-, QeschlechtsleiJ. b.Männ. u.Frauen.Blutunters. IfiTalldenstraße 38. Ecke Chausseestr. Stett Btaf. Spr. wochemlglich ii-j. HomöopathJnstitut Saut-, Harn- u Geschlecht»!, id. Spcz. vetalt Fäll- bei ichnell«. sicher, u. schmerzlos. 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Der Daumwollverbrauch der Vereinigten Staaten für den Monat februar belies sich laut F. P. S. auf 886 55 3 Ballen Roh- a um wolle und 33899 Ballen gesinterte Baumwolle, gegenüber 515599 bzw. 26 393 Ballen im Februar 1920. Die Lageröcsüins- sind gestiegen. Die Einfuhren und Ausfuhren sind zurück gegangen. Lm Betrieb befanden sich im Bcrichtsmonat 32 458 528 Spindeln gegenüber 34 655 677 im Februar letzten Jahres. Aerzllich geleitete, modern eingerichtete Heilanstalt für ambulator. Behandlung Modernes, erprobt Heilverfahren: Naturhenverfahren, Elektro- und Lichtheilmethode, die wIssenschaHUch anerkannnt« und glSnzand bcwShria „Künstliche H6hensonncn"-Behandiimg RfSntgren-BehandJunar und-Untersuchuntr. Wasserheilverfahren, Pflanzen- und Kräuterkuren und Bäder, Sauerstoffknren, hom So- patische und mechnno-therapeuthische Behandlung.— Nachweisbar gute und dauernde Heilerfolge bei sämtlichen Krankheiten, inneren u. nufzeren. speziell chronischen, z. B. Lunken-, Hals-, Herz-, Magen-, Darm-, Leberlefdenj Nervenschwäche, nervösen Kopfschmerzen, allgemeiner Nervosität, allgemeiner nervöser Abspnnnunpr, Ischias, Gicht. Rheumatismus; sämtlichen Ausschlägen, Flechten, Wunden; Lähmungen, sowie Kinder- lähmunjr, Stoffwechselkrankheiten, Zuckerkrankheit usw. Freiwillige briefliche und mündliche Anerkennungen früher behandelter öhd geheilter Patienten, die angeben; vier der Behandlung in unserer Anstalt anderweitig ohne Erfolg behandelt worden zu sein: t. Frau M. Richter, Berlin-Moabit, Waldstr. 33, Lungenleiden, Blutarmut, Nervenschwäche geheilt.— 2. Herr Georg Heinrich, Baumschulenweg. Baumschulenetralze 2911. Lungenleiden geheilt.— 3, Frau Berta Dachow. Neukölln, Emser Strelze 132. Von Bronchialasthma, nervöser Herzschwäche und Neurasthenie geheilt— 4. Herr K. Ensle. Restsur., Charlottenburg, Huttenstrafze 12, Chronischer Mittclohrkatairh geheilt— 5. Frau Käte Tachoepe, Bln.-Sildende, Lichterfelder Str. 57, Von allgem, Nervenschwäche, Herzneurose und Unterleibsleiden gehellt— 6, Frau M. Zufkc, Berlin. Nollendorfstr. 40. Rheumatismus u. steife Schulter geheilt— 7. Herr E. Ehrhardt Gr.-Lichterfelde, Ringstrake 52a. Chronisches Hüftgelenklpiden wiederholt erfolgreich behandelt— 8. Frau E. Hohdorff. Berlin, Kolberger Str. 22-29. Nerven- u. Knochenhautentzündung— vollständig gelähmt— gehellt.— 9. Herr F. Nayda, Berlin, Prinzcnallee 72-73. Von Kopf- und Kreuzschmerzen, trockener Brustfellentzündung nach Influenza geheilt— 10. Frau E. Herzmann, Schöneberg, Feurigstr. 61. Eiternde Fistel nach Blind- darmoperation geneilt— IL. Herr E. Ritter, Friedenau, Spon- holzstr. 56. Von Kniegelenkleiden geheilt— 12. Frau A. Rohrmoser, Berlin, Breslauer Str. 1. Altes fünfzehniöhriges Herzleiden geheilt— 13. Herr M. Aufzner. Reinickendorf-West An» tonienstr. 3. Kiefervereiterung geheilt— 14. Frau H. Hagel. Sachsenhansen b. Oranienburg L M. Unferl.-BIutungen und Nervenleiden geheilt— 15. Frau Wwe.' Fritschlcr, Berlin, Ma- rienburger Stra&e 48. Darmgeschwulst geheilt. 16. Frau des Herrn Inspektors O. Heinrich, Berlin-Friedrichsfclde, Magervieh- hol. Von Geb.-Knickung geheilt.— 17. Herr Erich Bock. Berlin, Havelberger Strafze 15. Von Nieren- und Blasenleiden, Wassersucht allgemein, gross. Schwäche geheilt— 18. Freu Restaur. Hering, Berlin, Schönhauser Allee 87. Von Basedowscher Krankheit geheilt— 19. Herr A. Brose, Berlin-Tempelhof. Friedrich- Wilhelm-Strafze 14. Schwere« Rückenmarkleiden mit Lähmung der Beine vollständig geheilt— 20. Frau E. Popp, Bln.-Lichten- Gärtnerstr. 10. Von chron. Frauenleiden. Herzschwäche Verstopfung und Jtert, B Emststrafre 25....„ Nervenschwäche geheilt— 23. Herr Milchhändler Eckert, Berlin, Grelfenhegener Str. 26. Von gichtisch-rheumatischen Schmerzen in Bein und Fulzgolenk geheilt.— 24. Herr Gastwirt C. Michaelis, Charlottenburg, WaÜstr. 87. Von chronischem Leberleiden und Gelbsucht gehellt— 25. Frau M. Knorr, Berlin-Lichtenberg, Schamweberstralze 62. Von Herzschwäche. Leber- Anschwellung und Magenkrebs geheilt— 26. Sohn Paul de» Welchen- steuers Herrn Wilhelm Haffner, Berlin-Westend, Beamtenhaus. Von schwerem Beinleiden geheilt Bein sollte abgenommen werden. m Briefliche Original-Anerkennungen von unc geheilter Patienten stehen im Wartezimmer der Anstalt auf Wunsch zur Einsicht Sprech» u. Behandlungszeit: 9—1, 4— 754, Sonn- u. Feiertags 9— 1. Prof. Dr. med. u Dr. der Mechanotherapie P. Mistelsky, Arzt im Auslande approbiert, von der deutschen Regierung anerKanm Berlin SO 16, Brückenstraße 10b am Bahnhof Jannowitzbrficke Keine briefliche Behandlung, nur nach genauer Untersuchung in d.er Heilanstalt MT 30jährige Praxis Theater, lichtspieSe etc. Opernhaas Die Fledermaus 6Vj Uhr_ Schauspielhaus Der Sturm -__ 7 Uhr__ Deutsches Theater 8 Uftr: Woyzeck r>o. 71/:: Russisch. Gastspiel: Elena Polewltzka|a Das Pantherweib Kammerspiele VI, Uhr: Der Künis der dunklen Kammer Donnerstag 8 Uhr: Kräfte Gr. Schauspielhaus (KarlstraSe) 7 Uhr: kaufmaim v. Venedig (8. Abteilung 4. Abend) Do. 7; kauimann von Venedig (9. Abteilung 4. Abend) Theater i. d. Künigprätzer Str. 730 Uhn Rugby Morgen; Rugby Komödienhaus Abends 7.30 Uhr: Die SachemitLola mit Mar Pallenberg Berliner Theater Bis Freitag geschlossen wegen Vorbereitungen zu der am Sonnabend stattfindenden Erstaufführung Das Milliarden' Souper Ii Volksbühne arRmow'n, 2»/. U.: Vorstelle, d. Klass. Th. Das Postamt Die Komödie der Irrungen 7Uhr Kapltan Braßbounds _ Lessing-Theater 7'/a uhr: Flamme (Dorsch, Hartmann, Klein- Rogge, Waith er) Donnerstag 7. zum I. Male; Von Morgens b-Mitternadits Freitag/ Uhr: Peer Gynt Sonnabend und Sonntag T/,: Von Morgens bis Mitternachts MontagTt/.fEin idealer Gatte Deutsches Künstler-Theater Allabendlich 7»-. Uhr: DieMarqoisev.Arcis (Konstantin, Veidt) Centml-Tiieater tv, uhr: Die Posleieisterln Uentuchrs Opernlinn* 7 Uhr; TOSCa mit Maria Labia a. G. Priedr. Willi elmnt.Tli t«/, uhr.- Hoheit die Tänzerin Kl. Meliauaplethnn« ?>/, uhr. Reigen Komlnclic Oper T'/zu. Lnderchen Lustsiilelhans T/a Uhr: Arnold Rleck in Die spanische Fliege Mictropol-Theatcr uL Die biane Maznr Älonew Operett eutheat. 7Va Uhr: Fritz Werner Der lachende Ehemann Nene. Volk.thcater ilif: Jugendfreunde Melilller-TheAt.Chjtirl' 3 Uhr: Don Carlos TV-Uhr: Jeltcheii Gehert Thnlln-Thenter w.uhr: Mascottchen Th.nmNollendorfpint. ZV« Uhr; Minna v. Barnhelm 7 uhr: Wenn Liehe erwacht TUenter de« Weaten« 7v« uhr-, SMhenhochzeit Th.i.d.Kommandantenstr. wc uhrDer verjüngte idolar VVallner-Theater 7v.uhrDieTanzgräfin Wallialla-Thentor v/s uhr Fledermaus Otto Storni� a G.___ Residenz- Theater Täglich 7V- Uhr; Das Privileg Paul Wegeitcr, Lucle HOflich, llka Orünlng, K. Edgar Llcho. Stg.'/ji: La dyWIndernt. Fächer Trianon-Theater 7'/, Uhr: ROSEN von Hetmann Sudermann. Olga Limburg, Karola Toelle, Käle Haack, Herrn. Vallentln. Jul.Falkcnstein.Hclnr.Schroth Willi. Bendow Das Souper Letzter Monat„Tanzqrafin" Da das W a l I n e r- T H e a l e r für die Sommermonate verpachtet ist. finden nur noch wenige Vorstellungen der Operette „Tanzgräfin" in der Premierenbesetzuncr statt mit Müi Günther, Oscar Snbo, Carl Beckersachs, Pcpi Zampa, Alfred Läulner. wird am Sonnabend, den 16. April, zum ersten Male im Berliner Theater öffentlich serviert. New York- Berlin, im April 1921. „TOeuie�rau toa Ober 50 liaho «.ewerhätzlich« Theater des Westens Letzte Vorstellungen! \ Schwalbenhochzeit Operette von Pardes-Milo. Mnsil von L6on ZeffeL ___ flusschneiöen!. IV'vganftigu».»schein für«bonnenfen«289 Bertrauensoolle Auskunst Arzt zur Slelle Srbammz Ooitz, Neue Königftr. 57 (Ai-xand-rpiaz). 1029 StelienangebolB Zahnradfräser. Zahnrad Hobler. 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Wenn diese beiden Brinzipian anerkannt werden, sind die Bergleute bereit, über eine Herabsetzung der gegenwärtigen Löhne zu verhandeln. London, 12. April.(Reutet.) Obwohl der Streik ausge- schoben ist. wlrd amtlich bekanntgegeben, daß die Bergleute die Dorschläge der Regierung abgelehnt haben. Die Führer der Berg- lenke erklärten, man sei von einer Beilegung der Streitigkeiten noch weit entfernt» Looji?u, 12. April.(EP.) Amtlich wurde im Unterhaus« mit- geteilt� daß nach den letzten Berichten 40 Gruben bertftz unker Wastdr stehen. Londoli, 12. April.(WTB) Der Arbeiterdreibund nerössenLicht ein« Kundgebung, in der es heißt: Wen den Bergarbeitern nicht ein Angebot gemacht wird, dessen Annahme ihre Verbündeten un Arbeitcrdreibimd ihnen anempfehlen können, wird die Einstellung der Arbeit der Eisenbahner- und Transportarbeiter beginnen. Die Derontwortimg der Regierung für die augenblickliche Lage sei sogar größer als die der Bergwerks- besitzer. Der Premier nunist-r habe die organisierte Arbeiterschaft angeklagt, daß sie das Leben der Nation bedrohe. Wenn das Leben der Nation bedroht sei, so sei es das nicht durch die Arbeiterschaft, sondern durch Lloyd George und durch die Regierung, deren Haupt er sei. Die Arbeiterschaft werde zu der Auffassung gebracht. daß die augenblickliche Regierung kein miparteiischer Schiedsrichter in industriellen Verhandlungen sei, sondern ein aktiver und geheimer Parteigänger, und daß sie, während sie vom Frieden rede, durch ihr Verhalten zum fineg ermutige. Außer der Einberufung der Reserven habe die Regierung noch eine freiwillige Streittraft gebildet als Wertzeug, das gegen die organisiert« Arbeiterschaft an- gewandt werden soll«. Dadurch habe sie eine ernste Verantwortung auf sich genommen, Blutvergießen und Bürgerkrieg herauszufordern. Di« Kundgebung schließt: Im Hinblick auf die Umstände der augenblicklichen Krise und auf die deutlich berechnete und dauernde Feindlich keit der Regierung gegen die Arbeiterklasse, die durch diese Tatsachen bewiesen werde, hat der Arbeiterdreibund, der noch immer einen gerechten Frieden wünscht, beschlosien, sein ganzes Gewicht auf feiten der Bergarbeiter zu werfen. Loudou, 12. April.(EP.) Trotz der Einigungsbestrebungen beginnt London allmählich auszusehen, als ob ein großer Krieg im Anzüge wäre. Viele Abteilungen Matrosen, Marinesoldaten und Kavallerie find in den öffentlichen Parke untergebracht, ebenso Lebensmittel, Munition und Maschinengewehre. Britische Abrüstung. London. 12. April.(WTB.) Ein Nachtragsetot fordert«ine Vermehrung der Mannschaften um ZOO 000 Mann für da» Heer und 10 000 Mann für die Luftstreitkräfte. Dadurch wird die Heere«« stärke auf S41 000 Mann erhöht. Kohr über öen Selbstschutz. Müucheu, 12. April.(WTB.) In der heutigen Sitzung �ss Staatshaushaltsausschusses des bayerischen Landtages stand die Einwohnerwehrfrage zur Beratung. Im Verlaufe der Sitzung bemerkte Ministerpräsident Dr. v. K a h r zu dem Standpunkt, den die Staatsregidrung heute in der Einwohnerwehrfrage einnimmt, u. a. folgendes: Grundlegend ist: de. bewaffnete Selbstschutz ist und bleibt eine vorübergehende Hilfseinrichtung polizeilichen Charakters. Solche Einrichtungen sind auch anderwärts, z.B. in England. Amerika und Italien, nicht unbekannt. In dem Maß, als der Staat nach und nach erstarkt, wird das Bedürfnis nach be- waffnetem Selbstschutz aufhören und damit die Einwohnerwehr vo« selbst wieder verschwinden. Das ist die natürliche Lösung der Cntsaffnungsfrage, der unsere Gegner, weil sie Wesen und Ziel unserer"Einwohnerwehr verkennen, leider immer noch eine Bedeu- tung beimessen, die ihr wirklich gar nicht zutommt. Die Einwohner- wehr ist lediglich ein Instrument für den Schutz im Innern und kann nach ihrer Zusammensetzung und Einrichtung gar nichts cm- deres sein und werden. Darüber besteht zwischen der Regierung und den Einwohnerwehrleuten und ihren Führern völlige U t b« r- e i n st i m m u n g, was ich mit allem Nachdruck betonen möchte. Ohne die Aufrechterholtung der staatlichen Ordnung in Deutschland ist sede befriedigende Lösung des Reparationspro. blems unmöglich. Der Ministerpräsident erinnerte sodann an die Forderungen des Pariser Diktats vom 29. Januar, an deren Ausführung Hinsicht- lich der Entwaffnung die Reichsregierung trotz des Abbruches der Londoner Verhandlungen glaubt« herangehen zu sollen, und wies dabei auf die bekannte Not« hin, die Vizekanzler Heinz« am 13. März der bayerischen Regierung persönlich überbracht«. Das darin enthaltene Berlongen nach einer positiven Mitwir- kung bei der Durchführung der Entwaffnung ging über die Note der bayerischen Regierung vom S. Februar h i n a u s. in der sie den Standpunkt vertrat, daß es unrichtig sei. die C n t w a s f- nungsfrage von der Reparationssrage zu trennen. Die Forderung, gegenwärtig an der Entwaffnung der Ein- wohnerwehren positiv mitzuwirken, stellt die Staatsregierimg not- wendigeNveis« vor die Dorfrag«: Ist heute bereits die Zeit für die Entwaffnung der Selbstschutzorganisationen und kann sie ohne Gefahr für die öffentlich« Sicherheit und den Bestand des Staates so. wie die Entente es verlangt, heut« durchgeführt werden? Di« k o m m u n i st i f ch» b o l f ch e w i st i f ch e Gefahr ist fast von Tag zu Tag gewachsen und in den letzten Wochen in einer für die ganz« Welt so offensichtlichen Weis« zutage getreten, daß das bisher behauptete„Unmöglich" durch die Tatsachen nun vor der ganzen Welt erwiesen wurde. Die Ereignisse hoben unweigerlich gezeigt, daß es sich bei der Aufstandsbewegung in Mittel- deutschland um ein« von langer Hand und mit fremder Unterstützung groß angelegte Aktion mit dem Ziele des S t a a t s u m- fturzes gehandelt hat. Die unmittelbare Gefahr mag momentan beseitigt sein, latent dauert sie fori, die kommunistische Agitation. Wir wissen, daß das Vorhandensein der bewaffneten Einwohnerwehr in den letzten Wochen ganz zweifellos eine stark abwehrende Wirkung ausgeübt hat. Wir wissen nicht, und niemand kann wissen, wie es gegangen wäre,«enn wir die be- woffnets Einwohnerwehr nicht mehr gehabt hätten, wir wissen aber bestimmt, daß dann die Situation einer kommunistisch-bolfchewisti- schen Aktion wesentlich leichter gewesen wäre, und daß, wenn es zu einer solchen Aktion auch in Bayern gekommen wäre, dies die Lage auch außerhalb Bayerns wesentlich erschwert hätte. « Cs war zu erwarten, daß Herr v. Kahr die unbezahlbaren Dienste, die ihm die Zentrale der VKPD. geleistet hat. sich zu« nutze machen würde. Aber seine Beweisführung bleibt trotz- dem windschief, denn daß die Sommullisten in absehbarer Zelt emea neuen Vorstoß machet muztet, zu dessen Abwehr die Einwohnerwehren notig wären, wird ihm kein Mensch glauben. In der Presse der bayerischen Regierungskoalition hat sich jüngst ein fühlbarer Wind als Kritik erhoben So tadelt« die „Münchener Zeitung" die Haltung Bayerns in der Ange- legenheit der Mission des Lizekanzlers Heinz« und schrieb, man müsse in diesem Falle unumwunden heraussagen. daß in der Behandlung der Angelegenheit Hcinze schwere Fehler begangen wurden. Auch die„Augsburger PoNzei- tung", das führende Organ der bayerischen B olkspar- t e i, tadelte gewisse„unterirdische Strömungen", die die Po- litik des bayerischen Ministerpräsidenten nach der deuischna- tionalen Richtung hin zu beeinflussen suchten. Die bayerischen Demokraten nahmen in den letzten Tagen eine kritische Stellung ein und wandten sich besonders gegen gewisse V e- a m t e in Ministerien, die an einzelne Blätter Sonderosr- öffentlichungen und Sensationsnachrichten ausgäben. Es fehle in der Regierung an der Regie. Solche Stimmen aus Bayern sind immerhin etwas Neues, dieweil Herr v. Kahr sein altes Sprüchlein immer wieder von neuem herunterbetet._____ Hilgenbergs Pressejoch. Wie das(ÄrostkaPital Presscuntcrnehuiuugen expropriiert. Der bisherige Herausgeber der Korrespondenz Dämmert, Dr. R. Dämmert, gibt uns in einem Schreiben eine aus- führlicke Darstellung, wie ihm sein Unternehmen vom K a- pital der Schwerindustrie aus der Hand ge- wunden wurde. Die geschilderten Vorgänge sind so charak- teristisch für die Methoden, mit denen die schwerindustriellen Gewaltmenschen sich der öffentlichen Meinung bemächtigen, daß wir hier das wichtigste wiedergeben möchten. Herr Dr. Dämmert schreibt: Es ist richtig, daß ich meine Geschästsanieile an der Dämmert- Verlag G m. b. H. cm den der TU. gehörigen Patria-Berlag abge- treten habe. Es geschah das aber nicht freiwillig, sondern unter dem stärksleu Druck ganz gegen meinen willen. Mein Mit- gesellschafter, auf dessen Deranloflvmg ich den Verlag erweitert hatte. kündigt« mir plötzlich an, daß«r sein« Anteile au den Abgeord- nelen Hugenberg verkaufen werde. Sollte ich meine Zustimmung versagen, so verweigere er dem Verlag sofort weiteres Betriebs- kapital und zwinge mich, Konkurs anzumelden. Unter dem Drucke dieser nach vorangegangenen ge genteil igen Zusicherungen für mich völlig unerwarteten Stellungnahme sah ich mich g e- z w u n g e n, meinen Besitzanteil(von 40 Proz.) an meinem Verlag ohne Entschädigung abzugeben und meine leitende Stellung de« Der- lrauensleuten des Herrn Hugenberg zu überlassen. Es war darüber eine Vereinbarung zwischen meinem Mitgesellschafter und dem den Verkauf vermittelnden deutschnationalen Abgeordneten Hugenberg ohne mein Wissen erzielt worden. Die plötzliche Weige- rung meines Mitgesellschafters. der Dammeri-Derlag G. m. b. H. weitere Betriebszuschüsse zur Derfügung zu stellen, wurde erst aus- gesprochen, al» die Verkaussverhandlungeu mit Herrn hugeu- berg vor dem Abschluß standen, um auf diese Weise meinen h c f t i» gen Widerstand gegen den U ebergang meines Berlages an diese Finanzgruppe zu brechen. Der Mitgesellschafter, der in so seiner Weise seinen Teil- habet verkauft�, war der schon vielfach genannte Geheimrat Strauß, Mitinhaber der Firma Ot t o W o l f f. Er hafte au» zweiter Hand Geschästsanieile des Dammsrt-Berlages erworben und Dr. Dämmert ging trotz ursprünglicher Bedenken diese Verbindung«in. weil der Mittelsmann behauptet hatte, daß eins große internationale Telegraphenagentur geschaffen werden solle, für die mehrere Millionen Mark bereit stünden. und für die der Verlag Dämmert die Grundlage bilden solle. Es ist nicht unsere Aufgabe, den Schritt des Herrn Dr. Dam- mert zu rechtfertigen, aber eines ergibt er mit klarster Deut- lichkeft: Wer im Zeitungsgewerbe sich einmal mit dem Kapital einläßt, wird von diesem wie jede beliebige Ware weiterverschachert. Wohl hat sich der Wolfs-Konzern im Lammfell Herrn Dr. Dämmert genähert, aber er hat es nur getragen, solange es zur Täuschung des hinter seinem Rücken Verkauften nötig war. Von Interesse ist noch das Schalten der neuen M o ch t h a b e r in der bis dahin bürgerlich-unabhängigen Korrespondenz. Dr. Dämmert schreibt darüber: Den meisten Zeitungen wird es ja selbst nicht entgongen sein, welche Tendenzen bei der TU. herangetreten sind, seitdem ste in die Hände des Rechtsanwalts Dr. Crewer und des Korvettenkapitäns von Folkenried übergegangen ist. Inwieweit der Bel>auptung des Herrn Dr. Cremet, daß die Dammer!- Verlag G. m. b. H. unverändert weitergesührt werden soll. Der- trauen geschenkt werden kann, dürste sich schon aus der Mitteilung ergeben, die unmittelbar nach der Uebernahm« des Verlages non Herrn Dr. E r e m er und Korvettenkapitän v. Falken ried den Leitern des Nachrichtendienstes Herrn B an nasch und Herr, Gesell gemacht worden Ist. Es wurde ihnen eröffnet, daß sie den Anweisungen der Direktion über Illchwerwendung gewisser Nach richten unbedingt Folge zu leisten hallen, und erwähnt, daß bei Nicht- besolgung die verantwortlichen Leiter des Nachrichtendienstes„an die Hammelbeine genommen" würden. Es wurde bezeichnenderweise erklärt. daß derartige Anweisungen der Direktion grundsätzlich nicht schriftlich, sondern nur mündlich gegeben würden. und als Beispiel das verbot gewisser Zkachrichkeu aus der vtonlau- industrie angeführt. Herr Kannasch hat daraufhin fein A u s f ch e i« den mitgeteilt. Herr Dr. Dämmert kündet schließlich an, daß in dem Prozeß wegen unlauteren Wettbewerbs, der sich zwischen ihm und den neuen Inhabern des Verlages entsponnen hat, er einen umfangreichen Beweis antreten werde über die Zusammenhänge zwischen dem literari- schenKonzernderTU. unddenpolitischenund wirtschaftlschen S o n d e r i n t e r e s s e n der Schwerindustrie. Er will sowohl die bekannten Finanzleute des Ruhrbezirks als auch ihre j o u r n a- listischen Manager unter Cid stellen. Das wird vor» aussichtlich interessant werden. Die Beerdigung der ehemaligen Kaiserin ist von Sonnabend aus Dienstag verschoben worden. Tirol und wir. Der Oesterreichisch-Deuffche Volksbund»er- anstaltst Sonntag, den 17. April, 11 Uhr vorm., in den Kammerlicht- spielen Potsdamerplatz eine öffentliche Kundgebung, um den Willen der Deutschösterreicher zu bekunden, daß ihr Heimatland mit dem Deutschen Reich« verewigt werde, vor allem aber, um der am 24. April bevorstehenden Volksabstimmung in Tirol eine Volks- kundgebung aus der deutschen Reichshauptstadt entgegenzubringen. Hervorragende Personlichkeicen, unter ihnen Unioersitätsprofeiior Penck, werden sprechen. Die Berliner Liedertafel hat ihre Mit- Wirkung zugesagt. gilmGufnafitnen au« der herrlichen Gebirgswelt Tirols werden vorgeführt. Eintritt frei. Rücktritt ües fäcbsisches Justizmiirfters. Die die TU. aus Dresden berichtet, ist der jächst'chc Justiz- minister Genosse Dr. H a r u i s ch zurückgetreten. Wenn die TU. hinzufügt, der Rücktritt des Iustizministcrs dürfte nicht ohne Rückwirkung aus das gesamte Kabinett bleiben, so ist hier wohl der Wunsch, die verhaßte sozialistische Regierung Sachsens zu beseitigen, des Gedankens Dater. Regierungsbilüung m Mecklenburg. Schwerin. 12 April.(Eigener Drohtbericht des„Vorwärts".) Nachdem am Sonnabend, wie bereits gemeldet, Genosse Stelling zum Mwisterprästdenten gewählt worden war, erfolgte am D i e n s» tag die Wohl der übrigen Minister, der langwierige Verhanklun» gen vorausgegangen waren. Gewählt wurden mit 47 von 67 Stim- men der Sozialdemokrat Genosse P e t e r e s o n(Finanzen), der Demokrat Brückner lIustiz) und der Volksparteller R e i n ck e- Bloch(Unterricht). 15 Stimmzettel waren weiß, der Rest der Stimmen zersplittert. Die Wahl des Landwirtschafts- minister» wurde vertagt. die„Rote Jahne" erneut beschlagnahmt. Am Dienstag vormittag ist das Zentralorgan der Vereinigten Kommunistischen Partei Deutschlands, d>e Berliner.Rote Fahne" erneut beschlagnahmt worden. Den Anlaß zu dieser Maßregel bot ein Artikel mit der Ueberschiift.Die Henkerjustiz", der sich auf das Wirken der Ausnahmegerichte bezieht. Gleichzeitig mit der Beschlagnahme wurden Teile au» der Rotations» Maschine herausgenommen, um da« Wiedererscheinen der „Roten Fahne" zu verhindern. Wie wir ersahren, geht die Beschlagnahme von der Staat«» auwaltschaft aus, die auch für die Art des Vorgehens, ins» besondere für die Herausnahme der Maschinenteile, die rechtliche Verantworiung trägt. Die Polizei ist in diesem Falle nur ausführendes Organ der Siaatsanwaltschaft, sie selbst ist zu der Beschlagnahme nicht berechtigt und hat sie auch nicht ver» anlaßt Wir unsersrseits haben stark« Zweifel, ob sich eine Unbrauchbar- machimg der Maschinen rechtlich begründen läßt. ES wird hier«in sehr bedenklicher Präzedenzfall geschaffen, der die Auf- merlsamkeit der gesamten Presse veidient. Gegen den verantwortlichen Redakteur der»Roten Fahne" ist nach Meldung der BS.-Korrespondenz ein Verfahren wegen Hochverrats eingeleitet worden. Das Attentat auf üie Siegessäule. Am 13. d. MtS. findet vor dem Sondetgerickt beim Land- gcricht I unter dem Vorsitz de« LondperichidirektorS B r aun. die Verhandlung gegen.Baumgart und Genossen", die Sieges» säulenattentäter. statt. Während ursprünglich nur gegen sechs Personen Anklage erhoben worden war, ist da« Verfahren jetzt auf elf Beteiligte ausgedehnt worden. Der Hatipiangellagte ist der Arbeiter MeweS, der ursprünglich olle Schuld von sich abzuwälzen und dasür seine Mitiäter um so schwerer zu belosten versucht hatte. MeweS war aus der Haft entlassen worden, doch wurde bald festgestellt, daß er einer der geistigen Leiter der Be- wegung gewesen sei. Ferner wurde auch Anklage gegen den Kunst- maier Wolf erhoben, in dessen HauS bekanntlich die Zusammen- künfte der Attentäter stattgesunden baden und der mit ieuier Frau arisänglich in Haft genommen, später aber wieder entlassen worden ist. Die Angelkagten haben sick> sämtlich wegen Hochverrates und wegen Vergehens gegen das S v reNgstoffgesetz zu ver- antworten. Die Anklage wird wahrscheinlich von Staatsanwalt Jäger vertreten, während die Angellagten von den Justizräten F r a e n k l und B r o b verteidigt werden, Zu dieser Notiz in Nr. 163 des„Vorwärts" vom 8. April wlrd uns aus Mörs ergänzend geschrieben: „Der Mißhandelte heißt Peter Zimmer und ist Geschäft»- sührer des Bergarbesterverbandes. Er wurde am 31. März in seiner Wohnung von einer Bond« von S00 bis 600 Kommunisten überfallen. Trotzdem er sich mst verschiedenen Genossen verzweifell ver- teidigte, wurde er endlich durch einen St ein wurf niedergestreckt. Die entmenschte Bande zag ihn dann an den Beinen die Treppe hinunter und mißhandelte dann den Wehrlosen In geradezu bestialischer Weise. Endsich. als man ihn tot glaubte, ließ man von ihm ob. Zimmer liegt setzt im Krankenhaus« mst entsetz- sichen Verletzungen. Ein Bein und«in Arm ist gebrochen, dazu einige Rippen. Der ganz« Kops ist mst blutigen Wunden bedeckt. Ob er wieder aufkommt, weiß man nicht: jedenfalls wird er ober zeitlebens«in Krüppel bleiben. Zimmer war der von den Kommunisten meistgehaßte Mann in Mörs, weil er ihren Treibereien stets scharf und energisch entgegen- trat: jeder, der ihn kennt, bedauert sein tragisches Schicksal." K. K. Königsthrone gesucht. Paris. 12. April.(TU.)„Petit Paristen" meldet aus Genf: Der Schweizer Bosschaster in Paris erhiest ein« Note der ungo- rischen Regierung zur Uebermsttelung nach. Bern. Die Note„er- klärt" dem Schweizer Bundesrat, daß Karl von Habsburg noch immer König von Ungarn fei und daß nur die heutigen Zustände ihn hinderten, seine souveränen Rechte in seinem Lande au?zu- üben. Weiterhin wird die Bist« auegesprochen, dem Exkaiser den Ausenthall in der Schweiz zu gestallen. Warschau. 12. April.(OE.) Der Lemberger sozialistische „Wpered" meldet die Erstarkung der Propaganda, die in Ostgolizien von den Anhängern des gewesenen Erzherzogs Wilhelm („Wassyl Wyjchywannyj") betrieben wird. Es werden z.B. aus Rumänien große Mengen von Streichholzschachteln nach Ostgalizien eingeführt, die dos Bildnis des Wilhelm Habsburg mit der Vezeich- nung als„König der Ukraine" trogen. Eine tschechische Konzession. Prag. 12. April.(TU.) Di« Mstgsieder der Landes-Derwal- tungskommission für Böhmen, der bisher kein« Deutschen an- gehörten, legten korperativ ihre Mandate nieder. Es erfolgt« die Neuernennung sämtlicher 11 Mstgsieder der Kommission, und Zwar werden fortan drei Mitglieder Deutsche sein, die den drei größten Parteien, den Sozialdemokraten, den Agrariern und Deutschnationalen angehören. Es handett sich um die Landesverwaltung von Böhmen, die ge- setzmäßig durch Landtag und Landesausschuß zu erfolgen hat. Schon der i. k. Absolistismus hat statt dessen eine ernannt« Kommission eingesetzt und die ffchechoskawakische Republik hat daran festgehalten, sie ober rein tschechisch gestollet. Di« Ueberlossung von drei unter 11 Sitzen an die Deutschböhmen entspricht nicht entfernt dem Der- bältms beider Böller im Land«. Immerhin ist sie al»«in klein« Anfang zu begrüße». Oerosrkschoftsbewegung Plenarsitzung der Gewerksihastskommisilon. Die Aufgaben der Deputation für Arbeit und Gewerbe in der neuen Stadtgemeinde Berlin. Dieses Thema behandelte am Montag in einer Plenarverfammlung der Berliner Gewerkschaftskcmmission Stadtrat Brühl, der Bor- sitzende der genannten städtischen Berwaltungsdeputation. Brühl entwickelte seine Auffassung von der Gestaltung des Wirkens der, Deputation, indem er namentlich die Gebiete herausgriff, die am meisten Anlaß zu Differenzen geben könnten. Da sei zu-| nächst die allgemeine Abteilung oder das Landesarbeitsamt., Es habe sozusagen eine Zwitterstellung. Einmal sei es eine tom- � munale Vertretung und andererseits die staatliche Aufsichtsbehörde I über die einzelnen Arbeitsnachweise. Er sei der Meinung, dag es! von größter Bedeutung sei, jetzt im Rahmen des neuen. Stadtgebildes Berlin mit seinen 4 Millionen Einwohnern die Ein-! richtung des Landesarbeitsamts auszubauen, wie sie zweckdienlich erscheine im Interesse der Arbeiterschaft. Unter anderem käme ihm die hochwichtige Befugnis zu. Anträge und Gutachten für gesetzgeberische Maßnahmen auf bestimmten Gebieten weiterzugeben, und zwar gerade für solche, die die Gewerkschaften besonders inter- efsieren. Er bitte deshalb die Vertretung der Berliner Gewerkschaften, dem Landesarbeitsamt der Stadt Berlin zuzustimmen. Bei der Behandlung der Frage der Bildung von Be- zirksarbeitsämtern in den einzelnen Verwaltungsbezirken bezeichnete es Redner als dringend erjorderlich, daß die Vertreter der Arbeiterschaft dahin wirken, daß auch für die Verwaltungsbe- zirke des neuen Berlin die von der G e s a m t d e p u t a t i o n für Arbeit und Gewerbe aufgestellten Richllinien maßgebend würden, natürlich unter Zusammenarbeit mit den Bezirken. Der Grund- zug müßte sein: Zusammenfassen, Zentralisieren, ein e i n h e i t- liches Berlin mit einheitlichem Wirken! Was die Arbeitsvermittlung betreffe, so müßte nach Brühls Meinung die Vermittlung der ungelernten Arbeiter y t• trennt werden von der der sogenannten gelernten oder Faq- arbeiter. Die Facharbeitsnachweise seien die gegebenen Zentral- i n st a n z e n. Die Arbeitsvermittlung der ungelernten Arbeiter da- gegen könne den Bezirken vorbehalten bleiben, wobei selbstverständ- lich sei, daß die Vermittlung durch Ausgleich ersolae. Nach Ausführungen über die Ausgestaltung der Berufsberatung?- ämter wandte sich Redner der Erwerbslosenfürsorge zu. Diese werde eine noch weit größere Bedeutung dadurch gewinnen, daß Deutschland neben dem von der Entente gezogenen Sperrgürtel noch einen eigenen Gürtel ziehe. Die Arbeitslosigkeit in Berlin werde zunehmen. Schon habe sie zugenommen. Größte Ansmerk- samteit sei der produktiven Erwerbslosensürsorge zu widmen. 1 cheute sei sie mit der unterstützenden zusammengefaßt. Er habe die Absicht, sie von dieser zu trennen und dem Arbeitsbeschaffungsamt anzugliedern. Mehr als bisher werde es nötig sein, die B e- schasfung von Arbeitsgelegenheit auf dem Lande� zu beachten. Die Verantwortung dafür, größere Arbeitermasien aufs Land zu bringen, könne man aber nur übernehmen, wenn mit bis- her üblichen Gepflogenheiten hinsichllich der Unterbringung». Verhältnisse gebrochen werde. Der Vertreter des Reichsamts für Arbeitsvermittlung habe zugegeben, daß die Arbeit, die zur Ber- befferung der Wohnverhältnisse geleistet werde, ohne weiteres cu» i produktive Erwerbslosensürsorge zu gelten habe, für die aus Reichs- � und Staatsmitteln Zuschüsse gegeben werden könnten. Die ver- sammelten Gewerkschaftsvertreter müßten auch zu diesen Ideen Stellung nehmen. Redner trat dann noch für dle zentrale Zusammen, f ass u n g der Gewerbegerichte und Kausmannsge» richte Berlins ein. Die Zentralisation müßte auch hier ent- scheidend bleiben, wodurch indessen nicht ausgeschlosien werde, daß in bestimmten Gegenden des großen Berlin, wo mit großen Zablen eine bestimmte Industriearbeiterfchaft vorherrsche, etwa Metaltindustrie, eine Zweigt amme r eingerichtet werde. Es folgte eine sehr eingehende Diskussion, an der sich u. a. Meumann, S a b a t h, Fl em in i n g. Kl o tz. Orth mann, Hoppe, Barth, Alwin Körsten beteiligten. Es wurden ver- schiedene Anregungen gegeben, im Prinzip aber stinunten olle Redner mit den Richtlinien überein, die Brühl vertreten hotte. S a b a t h als Vorsitzender erklärte dann: Wir als Gewerk- schaftsvertreter können dem Genosien Brühl das bestimmte Ber- sprechen geben, daß wir ihn, soweit es an uns liegt, bei seinen Auf- gaben unterstützen werden. Auf besondere Befragung der Ber- sammlung stimmte diese einhellig folgendem zu: Die Deputation für Arbeit und Gewerbe ist für alle Aufgaben, die ihr gestellt werden, ............. ujk gerade der Fall wäre, daß aber s e d e r Zimmerer die Arbeiten' machen könne.— Alwin Hörsten, der das Arbeitsbeschoffungs- amt leitet, bemerkte dazu: Räch den neuesten Verordnungen hätten die Landesorbeitsämte? die Berechtigung, darüber zu entscheiden, ob ausländische Arbeiter Hereingelasien werden sollen oder nicht. Wenn zu befürchten wäre, daß Fremde die Notloge der deutschen Arbeiter verschärfen würden, so müßte man von dem Recht Ge» brauch machen, beim Landesarbeitsamt den Antrag zu stellen, die Einreiseerlaubnis nicht zu genehmigen. Das Landesarbeitsamt der Provinz Brandenburg habe von den beantragten 33000 Einreiseerlaubnissen für fremde Arbeiter 30 000 genehmigt.(Allgemeine Entrüstung.) Allerdings wür- den Landarbeiter gebraucht. Dringend geboten sei es, daß sich die Gewerkschaften in allernächster Zeit mit der Frage beschäftigten: Wie ist es möglich, städtische Arbeiter aufs Land zu bringen? Zu dem Punkt:„Stellungnahme zum neuen Ge- Werbegerichts st atut" wurden einstimmig folgende Bcschlüsie gefaßt:„Die Kaufmanns- und Gewerbegerichte der Stadt Berlin sind zentralistisch aufzubauen. Die Amtsdauer der Gewerbe- gerichtsbeisitzer soll nicht 6 Jahre dauern, wie der Entwurf zum neuen Statut vorsieht, sondern nur 3 Jahre. Die Entschädigung für die Beisitzer ist so zu bemesien, daß dem Arbeiter der volle VerliandSbuch und BetriebSratS-AuSweiSkarte der Freigetverb- scbafllickien Belriebsrätezenuale find bei SuskunftSe'nboluvg vor- zuzeigen. Wir bitten die BetncbSiäle, von diesen Einrichtungen legen GebrauS zu macben. Freigewerkicbaftliche BetriebSrätezentrale iür den WirisSostSbezirk Groß-Berlin, SO 18, Engelufer 15, 2. Hof, 1. Stock. Zum Streik in der Schallplatteniudustrie. Bei folgenden Firmen befindet sieb die ShbeitetsSalt im Streik� ! Anker-Reeoid, Aniphon-Reeord, Beka-Reeord, Siar-Rerord, Homo- ' N eord, Odeon und Lindsiiöm Schinkestroße. Wir bitten diingend ! darum. Ai beiten für obige Firmen unter allen llmliärfden als Streikarbeit zurückzuweisen. Alle arbeitersreundlicben Blätter werden um Abdruck gebeten. Verband der Fabrikarbeiter DemicblandS. Ortsverwaltung Groß-Berlirz., Lohn, den er einbüßt, zu vergüten ist." zum Zentralinstitut auszubauen. Die produktive Erwerbs- losenlürsorge ist mit dem Arbeitsbeschofsunqsamt zusgmmenzusasien. Aus der darauf noch fortgesetzten Debatte über Einzel- fragen der Erwerbslosensürsorge ist folgendes hervor- zuHeben. Ein Vertreter der Zimmerer erklärte, daß die deutschen Arbeitgeber schon wieder dafauf ausgingen, Italiener einzuführen. Im Zusammenhang damit sei durch das Landesarbeitsamt angefragt woroen, ob die Zimmerer Spezialisten auf dem Gebiete des Eisenbahnbaues hätten. Man hätte geantwortet, daß das nicht Gehen die Nngestellten nach Moskau? Die Kommunisten lasien fich die Gewinining der Auge- stellten etwas kosten. Zur Berbandsiag/wabl im Zeiitcalverbano Per Angestellten veibte'ten sie jetzt noch zwei weitere Flugblätter. lMoskau beiadlt's ja!) Das eine Flupblatt ist eine wüste persönliche Beichinivfung des Kollegen Franz Krüger. Es beißt dort, daß Klüger im Fiübjahr lölü den Angestellten das Mnbestimmiiiigerecht„vei'prochen". dieses veripiecbrn aber nicht g e b a l t en habe. Tie tommunistischen Lügner wisien, daß Krüger selbst nichts versprechen lonnte. sondern lediglich eine Erllärung der damaligen Regierung an die Angestellten übermittelte. Wider besseres Wissen behauptet das kommunisti'che Su>elblatt, Klüger sei an der Gründung der Technischen Not- Hilfe stark beteiligt, obwohl Krüger mit dieser nicht das geringste zu tun batie und hat. WeSvalb fübien die Kommiinisten den Kampf für ihre Liste auSichl'eßlich mit p e r i ö n l t ch e n Be'chimp ungen? Werl sie mit ihren wahren Zielen bei den Angestellten nicht her.iuSlonimen wollen. Sie verschweigen, daß sie den Verband zu einem Werkzeug der KPD. machen und ihn unter daS Diktat v o n M o S i a u stellen wollen. Sie verichweigen. daß sie jeden geweilschaftlichcn Kampf in ihr politisches Fahtwasier zu lenken suchen, ohne Rücksicht oui den Schaden, der den Ange- stellten daraus entsteht. Die Kommunisten verschweigen auch, daß sie bei ihrem letzten Putsch das ganze Verbrechertum mobil gemacht baben, und daß sich ihre Gewalt- und Motd- taten in erstet Linie gerade gegen die geweik>chastltchen BertiaucnS- lettte richteten die sich ihnen mchi unierwarien. Was die Koininuuisien verichweigen, muß um lo deutlicher ge- i'agt werden. Kollegen und Kolleginnen! Klär: eure Kol- legen auf! Zeigt ihnen. daß die Wahl der kominiininischen Liste die Zertrümmerung des Verbandes und damit die Allmacht des Uniernehmet tum» bedeutet. Nicht Phrase und Gewalt, nicht Moskau und Dynamit, sondern le- diglich fester Zufammenichluß. E t n i g k e i t und Disziplin in der Gewerkichaft, Ausschaltung jeder Partei- politiichen Hertschatt kann unS nii>wäris führen. Kollegen, iorgt iür starke Wahlbeteiligung, viel steht auf dem Spiel! Jede Stimme der Liste 3 Aranz Krüger, Max Maynz. Georg voß. Die Not der Postboten!' - Die Piesiestelle der Reichsgewerkschaft der Pofi- und Tele« graphenbeaMteu teilt unS mit: Zu dem in der Morgenausgabe des„Vorwärts" vom S. April erschienenen Ar tikel„Die Not der Postboten' teilen wir den beleiiigien Beamten nnt, daß bereits vor mebreren Wochen die Beomtenorganiiationen sowohl für die bereits voihandenen Wie auch für die neu zu übernehmenden Post- boten Verhandlungen über die Gewährung einer Aus» gleichSzulage eingeleitet haben. Die Verhandlungen haben sich durch die Hinzuziehung des BerkehrSministeriumS. die bedingt war durch die dortigen gleichen Veihältnisie, verzögert, steh e n jedoch kurz vor dem Abschluß. Achtung, Betriebsräte! In allen Rechtsfragen könne» sich die Betriebsräte R a t » u d A u s k» n f l in de» jeden Montag und Freitag von 4 bis 7 Uhr im Sekretariat der untenbezeichneten Zentrale stattfindenden Sprechstunden einholen. Schriftlichen Anfragen ist stets Rückporto beizufügen. Ferner wird jeden Dienstag in der Zeit von 4 bis 6 ll h t im Sekretariat Auskunft über Bilanzau gelegen- h e i t e n und damit zusammenhängenden Fragen erteilt. Die Brekkerkräger und Plahacbeiler nahmen in einer stark be- suchten Versammlung Stellung zu ihrer Lohnbewegung. Bekanntlich hatte diese Arbeiteraruppe nach Ablauf des Tarifvertrages am 1. April einen Stundenlohn von 7 M. unter Wegfall des Akkords efordert. Die Unternehmer lehnten die Forderung ab und glaubten ogar die Zeit günstig, um die bestehenden Lohnsätze abbauen zu können. Der angerufene Schlichtungsausschuß hatte einen Ver- gleich auf Widerruf vorgeschlagen, nach dem der bisherige Tarifvertrag bis zum 1. Oktober 1021 bestehen bleiben soll, und der den Arbeitern, die mindestens ein Jahr ununterbrochen bei ein und demselben Arbeitgeber tätig waren, einen Arlaub von fünf Tagen zuspricht, von denen drei Tage bezahlt werden. Beträgt� die un- unterbrochene Tätigkeit zwei Jahre, so sollten die aanzen fünf Tage bezahlt werden. Außerdem sollten alle am 1. April beschäftigten Arbester eine sofort zahlbare einmalige Aufwandsent» fchädigung von 250 M. erhalten. Etwa gezahlte Vorschüsse bis zur Höhe der Hälfte der Aufwandsentschädigung sollten anrech- nungsfähig fein. Die Versammlung lehnte dieses Bergleichsangebot wegen des ungenügenden Entgegenkommens der Unternehmer ein- stimmig ab. Die Branchenleiwng wurde beauftragt, erneute Verhandlungen bei den Unternehmern nachzusuchen, um ein günsti- geres Resultat zu erzielen. In der Versammlung wurde noch eine Resolution angenrmmen, die gegen die. Sooderge richte pro- testiert und den Haupworstand des Transportarbeiterverbandes ersucht, unverzüglich beim Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund geeignete Schrstte zu unternehmen. Das Zeilungsavskragepersonal hat durch den Deutschen Trans- portarbeiteroervand mit den Firn en Masse, Scherl und Ull» stein Verhandlungen wegen Lohnerhöhungen gepflogen und einem Abkommen zugestimmt, das den Tragelohn für 100 Exem- plare bei einmaligem Austragen von 66,50 auf 73,50 M. und bei zweimaligem Austragen von'33 auf 147 M. erhöht. Hierzu kam» men Teuerungszuschläge in Höhe von 20 M. bei Masse, 22 M. bei Ullstein und 23 M. bei Scherl. Die E x t r a e n t s ch ä d i» g u n g für tos Austragen an Sonntagen ist um 2 M. auf 6 M. erhöht worden. Dte Wactegelder erfahren eine Erhöhung um 100 Proz. Diese Vereinbarungen gelten bis 30. September 1321. TexMgrohhaudel. In einer äußerst zahlreich besuchten Der- sammlung der Angestellten des Tertilgtoßhandels, welche im Zentraloerband der Angestellten organisiert sind, referierte Karl Bauer über„Rechtsirrtümer des täglichen Lebens. An Hand zahlreicher Beispiele wies ex nach, welche Irrtümer über viele Rechtsbegriffe immer noch bestehen. Seine sehr interessanten und lehrreichen Ausführungen wurden mi' stürmischem Beifall belohnt. Sodann behandelte M e tz n e r die bevorstehenden Wahlen zu» Berbandstag. Er sprach sich msbcsondere scharf gegen dfe Liste II aus. Sämtliche Diskusstonsredner forderten auf, bsi der am 14. April stastkindenden Wahl ihre Stimme der Liste III Krüger. Tllaynz. Boß zu geben. Zum Schluß berichtete Metzner noch über die zurzeit stattfindenden Tarifverhandlungen. Der Kongreß de» Znkernatlonalen Iraa-portarbeikerbunde« wird in Gent vom l?« bis 25. April stattfinden. Folgende �Staaten werden vertreten lein: Deutfcbland, die Sebwe z. Dänemark, Holland. Lestetreich. Belgien, Schweden, Frankreich. Noiwcgen und England.; Deutsch«» rr»u»i>»rt«rbest»r-Berba»d. N" Zahlung genommen I 2bijiigefage!| 10 Sonderangebote!! 1 WeügM-WIiMZll'e! m c J imprägniert IjJ.JÜ 3 lM Mmim... 335- 5 Weii-MA«____ 512.- 2[owltoatniäDlil, nrmi«™ 30i- 4 MckIM i. Mim 43/.- 6 PI&Mtel...... 615.- 1 Peizmanlel..... 24/5.- 1 8 LiiWliMKI. SS 317.- 9 Miw....... SS.-, 10 üridtjaäES...£1 2*7.- OrlglnaMlodelle in Hfinteln a. Kleidern auffallend billig 1 Westmann l. Geschäft: Berlin W, Wlohrcnstrasse 37a 2. Geschäft: Berlin NO. Gr. Frankfurter Str. 115 bestes Seifenpulver Preis Mk. 2.25 das Paket Ällelnigt FabriVanten; Begkel* Cle., Dflsscldort. Korpulenz? rkondigen Sie sich Ober die Erfolge von Dr. Hoffbauers ,&> EnlfeUungs-Tabieüen Keine Schilddrüse Kein Abführmittel AusfOhrl. 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" TteUi J der auldauandän ilött�tiUU der sowietVealerung.-"/' s}l Bogdanow» Die" Bauernwirisctialten In Sowjet- Kußland Ende I92Ö. usw Aufgaben der Kommuiil; tischen Partei Rußlands./ Die ErteUuns ron Konzessloaen an das ensHodlsdie Kapital(mit dre Karten i./ N. Lmln: Das Ver ännis der Arbeiterklasse zum Bauernfum Red. au< dem X. Kongreß der KomimmP Ruß ands)/ L. Kamenew> t)l Sowjeirepubilk in der kap talistlschen Um ingiung/ Kart Radefc I-ro.»ladt I A. Kjk Ulostratlonen i Fönt Piaka e(MehrlarbendruCke). PREIS 6 MARK. 3539b Bestellungen sind zu richten an Frankes Verlag G. nt. b. ffe, Leipzig, 'K