T\x.T/i ♦ ZS. Jahrgang Ausgabe B Nr. SS Bezugspreis, »(f«rtflt81irL30,- M. monatt frei ws Sau», ooraue zahlbar, Prli- fcrjug; Monallich 10.— A!. rinschl gu- i!illunq»grdübr. Unier Kreuzband fite Deutschland, Tanzig. da, Soor, und Memelgrdiet, sowie die ehemal» beut- ichen Gebiete Polens, Oesterreich, Ungarn und Luremdurg 20,— M„ tllr da, übrige Ausland 27,— M, Polt- bel'.ellungen»edmen an Oeslerreich Ungarn Ttchecho-Stowatel, Düne- mart. Holland, Luxemburg, Schwede» und die Schweiz. Der.Vorwärts' mit der Sonntag»- detlage„Po» und Reif, der Unter. bÄlungsdeiiag« �«eimwelf und der »eilaae„Siedlung und Kleingarten� «rjcheini wochentägllch zweimal, Sana- tag» und Wonlags einmal. Telegramm- Adregei »»oziatdematrot LerlUf Abend-Ausgabe Derlmev Nolksblntt ( 20 Pfennig} Anzeigenpreis, Dt« itchtgripallen» Nanparetvegetl« toüel dch» M„Sletne Anzeige»� da» ierigedruckte Wort>,bd M(zu» lSlüg zwei iengedrnckte Wonei, lebe« »eitere Wort l.- il», Siellengeluch, und Schlaiirellenanzetgen da« er Ii» Wort t,— Ld, ledc, weitere Gor, OU Ctg. Wort» übe» Ii Buchiiabe» zählen für zwei Worte ffannlien-An» zeigen für Abonnenten Reife 3.- PL Die Prelle»erstehen sich einschließlich Teueruugszuschlag, Anzeigen für dte nächste«umtner «iiisen dt« S Uhr nachmittag» na Hanvtgeschäst.«erlin SW üb Linde»- ftrotze 3, abgegeben werden»eoffaet oon g Uhr srüh dl» 6 Uhr abend«. Zentralorgan der rozialdemokratlfchen parte, Deutfcblands Ueöaktion nnd Expedition: SW bS, Eindcnflt. 3 Kernipreeher: Amt Mortnpla«, Str. ISIVV— lSIV? Vonvärts-Verlag G.m.d.y.. SW t$, Linöenstr. 3 itzernkvrrcheri Am« Morthplah. Nr. II7k:t-S4 haröings Programm. Washington, 13. April.(WTB.) In der Botschaft des Prä» den Kongreß enthält folgende Vorschläge: 1. Sofortige Bestätigung einer NoUarifgesctzgebung. Maßnahmen zwecks wirksameren Be- trieb«» der Eisenbahnen bei Herabsetzung der Kosten. Z. Schaffung besserer Straßen. 4. Maßnahmen zur Regelung und Förderung des Heeres- und Zivilflugwesens. 5. Schaffung und Aufrechterhalten einer großen amerikanischen Handelsmarine. S. Maßnahmen, um suchen um Unterhandlungen tiber die Friedensverträge. die notwendig sind, ebenso überflüssig und unnötig ist, wie technisch unwirksam,(Also diktieren?? Red.) Harding erklärt weiter, der Anteil Amerikas bei der Reuordnung und Wiederherst-llung könne nicht außer achi gelassen und müsse genau bestimmt werden. Nachdem die Ucbeftcgicrung des(Völker«) j Bunde» endgültig abgelehnt und der Welt mitgeteilt worden sei, und \ nachdem der Friedenszustand zu Hause erklärt worden sei, könne in praktischer Wels» den ehemaligen Kriegsteilnehmern die Dank-, Amerika dazu übergehen, vertragliche Beziehungen abzuschließen und ..... v—-«- oon nel!em ejnen BOi(en Anteil bei dem Anschluß an die Völker der Welt bei der Verfolgung de» Friedens nehmen. Amerika habe seine Verpflichtungen bei der Schasfung der Ruhe w Europa. Diese Restauration müsse geschaffen werden, bevor der menschliche Fortschritt wieder einsetzen könnte. Hilfsbereitschaft, erklärt Harding, bedeutet sedoch nicht Verwicklung, und Teilnahme an winschaflllchen Anordnungen bedeutet nicht eine Bürgschaft für unratsame Vertrags- Verpflichtungen, die uns nicht betreffen und an denen wir keinen Anteil haben. In dem dringenden Wunsche, dos Größte und das Beste für unsere eigene Republik zu tun, um ihren hohen Platz unter den Rationen aufrechtzuerhalten und zur gleichen Zeit voilsle Ge- rechtlgkeit zu bieten, werde ich aus die praktischste Weise den Rat des Senats einholen nachdem dieser mit allen den Bedingungen, denen Rechnung getragen, den Berpflicktungen, die erfüllt, und unseren Rechten, die geschützt werden müssen, bekannt gemacht worden ist, barkeil des Landes zu zetgen. 7. Reue Regelung de» Steuerwesens. 8. Methodische und allmähliche Liquidierung der Kriegsschuld des Landes, v. Allgemeine Verminderung der Kosten für die Regierung. Die Botschaft enthält auch eine Verurteilung der Lynchjustiz. Zur A b r ü st u ng führ» Hardings Botschaft aus, er stehe dem Wunsche, die schwere Bürde der Rüstung abzulegen, sympathisch gegenüber. Die Vereinigten Staaten seien bereit, mit den anderen Nationen zu diesem Ziele zusammenzuwirken, aber die einfachste � Klugheit verbiete es den Vereinigten Staaten, allein abzurüsten. (England verlangt soeben 2S 000 Marinemannschaften mehr, außer den bereits gemeldeten Plusrekruten.) Washington, 12. April(MTB.). In der Botschaft de» Prä- � fidenten Harding heißt es weiter: Die Dringlichkeit eines sofortigen T. arisnotgesetzes kann nicht genug hervorgehoben werden. Ich Hej>e keine Sympathie mit der Idee, daß eine Flut eingeführter ZSaren die Kosten des Lebensunterhaltes herabsetzen wird. Eher � Wir können der Menschlichkeit keinen wirksamen Dienst erweisen, be- Kauffähigkeit eine zerstört. Eine Revision der wird dadurch unsere Tarifgesetze muß auf SchuhzollpoNÜk gegründet sein Die Ausdehnuna dar. im Besitz Amerika» bestnd- lichen und von lym betriebenen zraöei- uno Srobtosystetne' muß ge- fördert werden, denn es ist wesentlich, daß unsere Kaufleut« die größten Verbindungsmöglichkeiten und die Dorteile haben» die direkte Dienste zu vernünftigen Gebühren bieten. Die Stellen in der Votschaft des Präsidenten, die sich mit Fragen der äußeren PoNltk befassen, lauten wie folgt: An dem augenblicklichen Bund einer Welt vor wir nicht von neuem unser? eigene Fähigkeit zum Zusammen wirken in der Beiordnung der Befugnisse, die die Verfassung ver- leiht, beweisen, und keinerlei Verträge können abgeschlossen werden, die unser« Verbindungen im Kriege oußerachtlassen. Der franz5sii surran, was er seit seinem Regierungsantritt trotz der schwierigen verkettet und dadurch zu einem Zwangsmittel der Sieger im Kriege j Umstände geleistet habe: die Konferenz von Paris, die Konfe- wurde. Die fundamentalen Ziele, die jede solche Vereinigung zuirenz�von London, die Bedrohung mit den Sanktionen erreichen sucht, können nicht gedeihen, solange diese Bereinigung das Ausführung der Sanktionen. Man habe dielen Weg Organ irgendeines besonderen Bertroge» ist oder zur Erreichung der besonderen Ziele irgendeiner Nation oder Gruppe von Nationen be- stimmt ist. Dos bei den Wahlen gegebene Desprechen. nach einem Verband» der Nationen zu streben, wird treu gehalten werden. Mit Bezug auf die Frage eine, Sonderfrieden» mit Deutschland sagt Harding noch:„Die Vereinigten Staaten stehen als einzige unter den alliierten und assoziierten Mächten noch technisch im Kriegs- zustand mit den Mittelmächien. Diese anormale Lage darf nicht io yr fortdauern, und um technisch den Friedenszustand ohne Verzug h», Mellen, würde ich eine diesbezügliche Entschließung des Kon- orefsts mit den C i n l ch r S n k u n g e n, die wesentlich stnd.�um oll« unsere Rechte zu schützen, gutheißen. Eine solche Aktion könnte in keiner Weise als eine D e> e r t i o n von denjenigen ausgelegt wer- den, mit denen wir im Krieg« gemeinsam unsere Opfer gebrocht haben. Denn diese Mächte befinden sich bereit» im Friedens- zustand. Eine solche Entschließung soll nichts weiter als den Frie- denszvstond erklären, den ganz Amerika fordert. Es würde unklug fein, eine Darlegung über die zukünftige Politik mit Bezug auf europäische Angelegenheiten In einer solckten Erklärung des Friedens- zustondes zu machen. Wir würden sonst bei der Verbesserung der Fehler der ncllzikhenden Gewalt(lies: Wilson! Red.), die bei dem Abschluß des wichtigsten Vertrages in der Geschichte der Ration die festgesetzten Befugnisse des Senats nicht anerkannte, was eben a verwerflich ist in das andere Extrem übergehen, wenn der Kannreß oder der Senat die Funktionen der vollziehenden GewaU an sich nebmen würde. Unsere höchste Pflicht ist die Wahrung der »eftaesetzten Vollmachten eines jeden und die Förderung diese« Geistes ' MM�usammenwirkens, der zu unserem gemeinsamen Wohle so «'vchtio ist Es würde eitel fem, separate Friedensverträge mit den Mittelmächten zu schließen unter der Annabme, daß dies allein hinreichen würde, da die Loge so oerwickelt ist. daß unsere Friedens» Verbindlichkeiten alte Wel'beziebungen und bereits eriolate Reo«- lungen nicht außer acht lassen dürfen. Es ist auch nicht wünschen». al» der glücklichere Weg die Annahme der Bestätigung unserer Rechte und bei der Festsetzung unse.er zukunftigen Beziehungen wurde als derg lücklichere Weg die Annohme der BestäNgung unserer Rechte und Interessen, wie sie bereits der bestehende Vertrag vorsteht, er- scheinen, natürlich unter der Annahme, daß- die, befriedigend er- reicht werden kann durch deutliche Vorbehalte und Abänderungen, die uniere unbedingte Befreiung oon nicht ratsamen Verpflichtungen sichern und oll» unsere wesentlichen Interessen schützen. Weder der Kongreß, noch da» Voll bedarf meiner Versicherung, daß«in Er- und dl« betreten in der Hoffnung, daß Deutschland und seine Regierenden verstehen würden. Jetzt würden s i e wohl verstehen, daß die bisher ge» troffenen Sanktionen noch nicht zu Ergebnissen geführt hätten. Man erkenne auch an einzelnen Reden, daß in Deutschland noch ein Geisteszustand vorhanden sei, der auf irgendein Entschlüpfen hoffe. Am 1. Mai befinde sich Deutschland all seinen Dertragsverfehlungen gegenüber. Dieser Vertrag enthalte die Anerkennung sejner Derantwort- Nchkeit, sowie die Verpflichtung, daß es die Schäden, die es ver- ursacht habe, in dem ganzen Maße seiner Fähigkcit reparieren müsse. In diesem Vertrage habe es sich auch verpflichtet, zu entwaffnen und die Kriegsschuldigen zu bestrafen. Am Jl. Mai werde sich also Deutschland einem Teil seiner Verpflichtungen und auch einem Teil seiner Verfehlungen gegenüber befinden. Er wiederhole deshalb mit Nachdruck, der Gläubiger habe einen ausführbaren Titel in den Händen. Der Gerichtsvollzieher sei abgeschickt. Wenn sich der Schuldner widerspenstiq zeige, dann müsse ein Gendarm ihn begleiten.(Lebhafter Beifall.) Das fei eben das Borgehen im gewöhnsschen Leben, und so hätten sich auch die Ding« im internationalen Leben der Völker immer vollzogen. Man gehe nunmehr mit einem guten und unterzeichneten Papier in der Hand vor. Nach der Jurisdiktion werde die Reparations» kommisston ihr strenges Urteil fällen und dem Schuldner sagen: Zahlet Wenn er nicht zahlt, würden alle Zwangsmittel angewendet, die uer Gläubiger in Händen habe. Die Regierung fasse die Lage so auf, und sie sei vollkommen davon überzeugt, daß das Einverständ- ni« zwischen Ihr und den Alliierten auirechterhaltcn bleiben werde. Frankreich habe mit seinen Alliierten alle erdenklichen Konzessionen gemacht: man könne ihm nicht vorwerfen, nicht bi» zur äußersten Grenze der Geduld gegangen zu sein. Aber, so sagte �riand weiter, wir wären nicht ein Volk, würdig seiner selbst, würdig der Anstren- gungen, die e» unternommen Hot. und würdig seines Sieges, wenn wir nicht au» diesem Siege die Ergebnisse ziehen würden, die der Friedensvertrog festgelegt hat. Alle Argumente auf der Tribüne, die man für Frankreich» Recht vorbringen könne, seien nunmebr erschöpft. Jetzt habe man nur noch durch die Reparation»- kommisston die Rechnung zu präsentieren. Bei diesem Rendez-oou» werde Frankreich einig mit seinen Alliierten sein. Di« Debatte wird hierauf auf morgen mittag vertagt. Morgen vormittag hält die Kammer ein« SItzimq ob. um den Kefetzentwurf über die Abgabe oon den aus Deutschland eingeführten Waren zu beraten. Die Lage km Saargebiet. Von Wilh. Kimmritz, Saarbrücken. Laut 8 34 Kap. 3 Abschnitt III des Friedensvertrages eroffnen sich von jetzt ab in 14 Jahren der S a a r g e b i e t s- bevölkerung dreierlei Perspektiven: Aufrechterhaltung der durch vorliegenden Vertrag und vorliegendes Protokoll errichteten Verwaltungsordnung oder Vereinigung mit Frankreich oder Bereinigung mit Deutschland. Das politische Ein- nnd Uebersichtsvermögen der vom Völkerbund eingesetzten Regierungskommission darf wohl so hoch eingeschätzt werden, daß man ihr Zweifel und Ungewiß- beit über das Ergebnis eines Volksentscheides, besonders bin- sichtlich der ersten Perspektive, infolge ihrer Regierungspolitik kaum zutrauen darf. Die organisierte Arbeiterschaft, gleich welcher Richtung, trägt jedenfalls nicht nur völkischen und volkswirtschaftlichen Gründen, sondern hauptsächlich dem Um- fang und der Art der politischen Freiheit und der wirtschaftlichen Rechte Rechnung. Zunächst die politischen Verhältnisse. Sie erhalten einen reaktionären Stempel durch das Fehlen jeder immunen Volksvertretung aufgedrückt. Die Kreistage und das Saarbrücker Stadtverordnetenkollegium sollen, nach Ansicht der Regierungskommission, die sich dabei ans den§ 28 n. Teil des Friedensvertrages stützt, den Volks- willen verkörpern. Das mag nun wohl in kommunalpolitischcr Beziehung zutreffen, niemals aber in bezug auf innen- und außenpolitische Fragen. Abgesehen davon, daß diese Körper- schaften einen ganz anderen Fragenkomplex zu bearbeiten haben, bildet eine«gutachtliche Aeußerung� nur ein farcen- Haftes Mitbestimmungsrecht. Das wurde auch von allen bisher angegangenen Vertretungen eingesehen und sie lehnten die ge- wünschten Gutachten stets ab. Die Stadt- und Kreisparla- mente forderten im Gegenteil immer und immer wieder die Schaffung eines..Saarparlament s". Tatsäch lich ist der jetzige Zustand ganz unhaltbar. Laut Friedens- vertrag muß die Regierungskommission bei Einführung neuer Abgaben und Steuern, Gesetzesänderungen usw. die „gewählten Vertreter" hören. Das hat sie bisher noch nicht gekonnt und wird, wenn keine wirkliche Volksvertretung zu- standekommt, es auch in Zukunft nicht können. Durch das Fehlen eines ordnungsmäßigen Etats und eines Mitbestim- mungsrechts bei Festsetzung von Einnahmen und Ausgaben ist der Saargebietsßevölkening das elementarste Recht über» Haupt genommen. Die Folge ist ein bemerkenswerter R ü ck- stand gegenüber Deutschland, besonders in allen politischen, sozialpolitischen und steuerpolitischen Fragen. Der 8 23 Kap. 3 Hl. T. des Friedensvertrages bestimmt zwar: „Die G e f e tz e und Verordnungen, die im Saarbeckengebiet am 11. November 1918 in Kraft waren(mit Ausnahme der für den Kriegszustand getroffenen Vestimmungen) bleiben in Kraft." Aber im letzten Absatz desselben Paragraphen wird der Re- gimingskommission auch die Verpflichtung auferlegt, bei der Festsetzung der Arbeitsbedingungen und der Arbeitsstunden die von den örtlichen Arbeitsorganisationen geäußerten Wünsche in Betracht zu ziehen. An der Aeußerung von Wünschen haben es nun besonders die freien Gewerkschaften wahrhaftig nicht fehlen lassen. Ln vielen Bolks-, Gewerk- fchafts- und Parteiversammlungen, Zeitungsartikeln und Ein» gaben wurde beispielsweise die Einführung der von der deutschen Regierung unter dem 23. Dezember 1918 erlassenen Verordnung über Tarifausschüsse und Schlichtungswesen gefordert. Ebenso oft die Ein- sührung des gesetzlichen Achtstundentages und des„Betriebsrötegesetzes". Jedoch ohne jeglichen Erfolgs Infolgedessen gelten Tarife im Saargebiet nur als reine private Abmachungen, die niemals über den Or- ganisationskreis der Arbeitgeber hinaus und auch nicht einmal von diesen, wenn nicht der Bertrag selbst gewisse Sicherungen enthält, beachtet werden brauchen. Für das Mitbestim- mungsrecht der Arbeiter im Arbeitsprozeß bestehen, da das Hilfsdienstgesetz ein für den Kriegszustand geschaffenes Gesetz ist. nur die vorsintflutlich anmutenden Bestimmungen der deutschen Gewerbeordnung. Bezüglich des Betriebsräte- g e s e tz e s stebt die von der Entente eingesetzte Regierung»- kommission auf einem strikt ablehnenden Standpunkt. Reben den vorkriegszeitlichen Gesetzen und Berordnungen gilt im Eaargebiet auch das alte preußische Ein» kommen st energesetz. Ein Arbeiter mit einem. Ein- kommen von 19 999 M. muß danach im Saargebiet dreimal, und einer, der 15 999 M. Einkommen hat, doppelt soviel , Steuern bezahlen wie ein Arbeiter mit dem gleichen Einkom- men in Deutschland. Erst bei den ganz hohen Einkommen ! verlieren die Steuern im Saargebiet an Schärfe im Gegensatz zu denen in Deutschland, die an Schärfe zunehmen. Besitz- steuern sind im Saaraebiet so gut wie überhaupt nicht vorhanden. Präsident Rault soll sich In letzter Zeit erst wieder dagegen ausgesprochen haben, weil er eine Kapitalsflucht verhindern will. Für die A u s l ä n d e r, die 1 meistens recht gewinnbringenden Geschäften nachgehen, be- schafMch«n Sage der Arbeiter machen. Die herrschende Teue» rrmg wird besonders noch durch die zweifache Entwhnungsart. in Franken und Mark/ durch den Valutaunterschied und durch die Valutaschwankungen künstlich geschürt. Die Beamten und Arbeiter der össentlichen Verkehrsbetriebe waren nun schon vor Wochen bei der Regierungskommission wegen Aufbesse- rung ihrer Bezüge vorstellig geworden. Ihnen wurde der Bescheid, daß eine weitere Aufbesserung nur in Franken, bei gleichzeitiger Festsetzung der Tarife und Preise in Franken. erfolgen könne. In einer von der Regierungskommission ver- anstalteten Urabstimmung entschied sich das Eisen- b a h n p e r s o n a l für die Beibehaltung der M a r k e n t- lohnung. Aber die Frage war damit nur momentan ge- löst. Am 23. Februar schon sahen sich die drei Hauptorgani- sationen der Eisenbahner erneut veranlaßt, zu der Franken- entlohnung Stellung zu nehmen. Eine von 3500 Eisenbahnern besuchte Versammlung sprach sich gegen kaum ein Dutzend Stimmen setzt für die Frankenentlohnung aus. In der Reso- lution wurde aber auch unzweideutig zum Ausdruck gebracht, daß man nur der Rot und nicht dem eigenen Triebe gehorche. Vor einigen Tagen gab nun die Regierungstommission einen Erlaß heraus, in welchem sie die F r a n k e n t l o h- nung und Frankenwährung für Eisenbahn und Post ab 1. Mai d. I. in Aussicht stellt. Somit werden von diesem Zeitpunkt ab mindestens ISVOOO Arbeiter und Beamte in Frank entlohnt werden. Es liegt wohl klar auf der Hand, daß unter diesen Umständen die allgemeine Frankenwährung im Saargebiet direkt spruchreif geworden ist. Zwar werden die zukünftigen volkswirtschaftlichen Möglichkeiten und Un- Möglichkeiten noch heiß debattiert, an der Sache selbst ist jedoch nicht mehr das germaste zu ändern. Trübe und grau liegt die wirtschaftliche und politische Zu- kunft vor der Saararbeiterschast. Ein einziger Lichtblick zeigt sich nur. Das ist das Zusammengehörigkeitsgefühl mit den Brüdern in Ost und West gegen den gemeinsamen Feind, die kapitalistische Ausbeutung. Regkerungsbttöung unö Deutschevolkspartel Zu den Verhandlungen über die Regierungsbildung in Preußen, über die wir in der heutigen Morgenausgabe bs- richteten, veröffentlichen rechtsstehende Blätter eine Zuschrift aus der Deutschen V o l k s p a r t e i, m der es Heißt: Es ist doch selbswerständlich, daß ein derartiger Ausgang der Verhandlungen niemals die Zustimmung der Deutschen Volkspartei finden könnte. Keine Partei wird jemals auf den Anspruch verzichten, gleichberechtigt und gleichwertig mit den anderen beteiligten Parteien die Verantwortung für die Führung der Geschäfte des Landes zu tragen. Daß gerade die Sozialdemokratie, die jahrzehntelang ihre Gleichberechtigung mit den übrigen Parteien m der polltischen Wertung verlangt hat, jetzt selbst beansprucht, mehr Rechte als andere Parteien zu erhalten, ist mindestens eigenartig und beweist für un», daß der Ernst der ganzen, und zwar nicht nur der innerpali- tischen, Lage bei den Sozialdemokraten bisher nicht zu voller Erkenntnis gekommen ist. Der schreckhafte Hinweis auf den Ernst de? außen- p o l i t i f ch e n Situation macht sich sehr gut im Munde der Leute, die erst jetzt wieder als Erste einen privaten Trauerfall ausnutzen, um vor der ganzen Welt monarchistische Demonstrationen zu veranstalten. Zu dem Gerede über die„Gleichberechtigung" aber möchten wir betonen, daß es ebenso sinn- wie gegenstandslos ist. Wir er- kennen der Deutschen Volkspartei das v o l l e R e ch t zu. eine Regierung zu bilden, wenn sie dazu eins M e h r h e i t für sich findet. Rur werden wir nicht von dieser Regierung sein. Durch unsere Weigerung, mit der Deutschen Volkspartei eine Koalition einzugehen, bringen wir nicht verschiedene Rechts- stufen, sondern die innere Verschiedenartigkeit der beiden Parteien zum Ausdruck. Der Verfasser der selt- samen Beschwerde beweist nur das Eine, daß er„bisher nicht zu voller Erkenntnis" des parlamentarischen Systems ge- kommen ist. Eine Mahnung an Hermes. Die Spitzenverbönde der fteien Gewerkschaften, nämlich der Allgemeine Deutsche Gewertschaftsbund und der Allgemeine Freie Angestelltenbund, sowie der Deutsche Beamtenbund haben gemeinsam beim Reichsernährungs- minister folgenden Protest eingereicht: „Die Vorstände des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- bundes, des Afa-Vundes und des Deutschen Beamtenbundcs protestieren entschieden dagegen, daß bei der Neurege- lung der Getreidewirtschaft für das nächste Wirtschaftsjahr die Zwangsbewirtschaftung aufgehoben oder auch nur ein Teil des Brotgetreides nach dem Verlangen der land» wirtschaftlichen Unternehmer zum Verkauf fteigegeben wird. Mit einer solchen Aenderung in der Bewirtschaftung muß eine sehr erhebliche Verteuerung des Brotgetreides und dementsprechend eine Erhöhung des Brotpreises eintreten. Die weitere Folge müßte naturgemäß wiederum eine allgemeine Erhöhung der Löhne und Gehälter sein, die eine nochmalige allgemeine Preissteigerung bewirken würde. Eine Drotpreiserhöhung muß die erwerbstäfige Bevölke- rung um so härter treffen, als schon durch die allgemeine Preissteigerung im Jahre 1920 sehr erheblich die Lebens- Haltung verteuert wurde und gegenwärtig durch die Erhöhung der Preise für Milch, Zucker und Kohle, ferner durch die Tariferhöhungen aller Verkehrsanstalten und die in Aussicht stehende Mietsteigerung neue harte Anforderungen ge- stellt werden. Um eine wettere Preissteigerung mit ihren schweren wirtschaftlichen und politischen Folgen zu verhüten, fordern die unterzeichneten Vorstände im Namen der Arbeitnehmer Deutschlands unbedingtes FesthaltenanderZwangs- Wirtschaft für Brotgetreide und eine Verschärfung der Kontrolle. Die deutsche Landwiktschast kann nicht Preise bean- spruchen, die einer Ausnützung der Notlage des Volkes gleich- kommen, sie kann auch unter Preisen, die billigen Ansprüchen genügen, die Hebung der Produktion herbeiführen. Sollte diese Forderung und Mahnung unberücksichfigt bleiben, so lehnen die Unterzeichneten für die dann u n a u s- 6(ei blichen Lohn- und Gehaltsiorderungen und die dar- aus resultierenden Kämpfe jede Verantwortung im voraus ab." Kohrs Rechtfertigunflsverfuch. Aus der Rede des bayerischen Ministerpräsidenten v. Kohr (vergl. Morgenausgabe des„Vorwärts") ist noch folgender Schluß nachzutragen: Die Entwaffnung der Einwohnerwehr ist auch gegenwärtig nach und gegenwärtig erst recht aus Gründen der staatlichen Selbsterb nl- tung unmöglich, und zu dieser objektiven Unmögllchkeit kommt noch die subjektive, denn die Selbstschuhorganisationen würden es nicht begreifen, daß der Staat sie. die ihn zu schützen be- rett find, dazu außerstande sehen sollte, wo stch eben gezeigt Hot, daß er immer noch in höchster Gesohr schwebt. Don diesen Er- wägungen aus ergibt fich mit zwingender Notwendigkeit das, was die bayerische Staatsregierung auf die Note der Reichsregierung vom 23. März zu tun hatte. Sie mußt« der Reichsregierung nahelegen, in«ingehend begründeten Dar- legungen den Alliierten auseinanderzusetzen, daß die Durch- führung der Entwaffnung gegenwärtig und in dem Zeitmaß, in dem sie im Pariser Diktat in Aussicht genommen wurde, nicht mög- l i ch sei, und sie zu ersuchen, in eine neuerliche Würdigung der Frage einzutreten. Der Ministerpräsident schloß: Sie werden hossentllch aus meinen Darlegungen die Ueberzeugung gewonnen haben, daß die Vorwürfe unbegründet sind, die die Haltung der bayerischen Staatsregierung als bloße Halsstarrigkeit abtun zu können glauben, daß sie vielmehr ihren Standpunkt aus wohlerwoge- neu, zwingenden Gründen der StaatsnotweP&ig- keit heraus gewählt hat. Wir müssen nun abwarten, welche Er» steht Eteverfkeiheit. Zo diese« GlvckNchen gehören auch die recht zahlreichen und meistens mit recht üppigen Ge- hältern dotierten ausländischen Beamten. So erhalten bei- spielsweise die 9 ausländischen Mitglieder des obersten Ge- richtshofes in Saarlouis zusammen 1 723 ölst) M. Ja selbst der größte Arbeitgeber, die französische Grubenver» waltung, bezahlt keinen Pfennig Steuer! In 19 großen Versammlungen demonstrierte die Arbeiterschaft des Saargebiets Anfang März gegen dieses Steuersystem. Vielleicht ist es darauf zurückzuführen, daß die Regierungs- kommisswn Mitte März einen Erlaß herausgab, laut welchem für das Steuerjahr 21/22 die abzugsfähiaen Werbungskosten erhöht; das steuerfteie Einkommen von 990 auf 5999 M. und die Möglichkeit eines weiteren steuerfreien Abzuges in Aussicht gestellt wird. � In k u l t u.r e l l e r Beziehung gilt der Wille der größten politischen Arbeiterpartei, der Sozialdemokratie, ebenfo wenig. Die Leitung des gesamten Schulwesens liegt in den Händen von Vertrauensleuten des Zentrums und sogar als Wohnungsbaudezernenten fand man keinen geeigneteren Mann als einen Kaplan aus dem Dorf Lautzkirchen. Das Sozialversicherungswesen wird nach dem Friedens- vertrag weiterhin durch die Bestimmungen der Reichsversiche- rungsordnung geregelt. Doch sind sich die Gelehrten durch- aus nicht über den Instanzenweg klar. Das Reichsversiche» rungsamt vertritt zwar den Standpunkt, daß es in allen Re- kursangelegenheiten zuständig fei. Daß die Regierungskom- Mission aber da» Gegentell aus dem Friedensvertrag heraus- liest, geht schon daraus hervor, daß sie ein Knappichaftsober» versicherungsamt und für die pivate und öffentliche Rechtspflege einen obersten Gerichtshof schuf. Der Leidtragende dieser Unklarheiten ist die gesamte von der Sozialversicherung erfaßte Hand- und Kopfarbeiterschaft. Wie liegen nun die Dinge auf wirtschaftlichem Gebiete? Während der Friedensvertrag die Saargruben dem französischen Staat glatt auslieferte, begann das französische Kapital seinen stillen aber scheinbar unwiderstehlichen in- dustriellen Siegeszua. Nur wenige bedeutender« Betrieb« blieben bis jetzt von der Kapitalsinvasion verschont. Die deut- schen Kapitalisten werden sich totsicher über die Bedeutung einer derartigen Alliierung mit französischem Kapital klar ge- wesen sein. Sie schlugen zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie heimsten Profite ein und brauchen sich vorläufig wegen der nur in Deutschland geplanten Sozialisierung keine Kopf- schmerzen mehr zu machen. Es sind dieselben Motive, die ein Steigen der Kurse der im neubesetzten Gebiet liegenden in- dustriellen Werte verursachten. Daß der französische Kapitalist um kein Iota besser ist wie der deutsche, hatten die Arbeiter schon genügend Gelegenheit zu erfahren. Ein größerer Widetz- stand, wie ihn die französischen und deutschen Kapitalisten Schulter an Schulter den berechtigten Forderungen der Ar- bester entgegensetzen, ist kaum denkbar. Für die B e r g a r b e i t e r s ch a f t hat sich die Wirtschaft- fiche Lage in den letzten Wochen erheblich verschlechtert. Die Löhne wurden um 4 Franken pro Schicht herabgesetzt und Feierschichten wurden eingelegt. Da eine Belegschaft von über 71 000 Arbeiter und Beamten in Frage kommt, kann diese Maßnahme nicht ohne Einfluß auf das Wirtschaftsleben bleiben. Die Gründe sind in einer plötzlichen Absatz- stockung der Kohle in Frankreich zu suchen. Bor zwei Monaten wurden die Haldenbestände bereits auf 194 999 Tonnen angegeben und heut« weiß man faktisch nicht mehr wohin mit all dem Segen. Trotzdem für das Saargebiet end- fich die Kohlenrationierung aufgehoben wurde, droht den Bergarbeitern eine weitere Vermehrung der Feierschichten, wenn der Slbfotz nicht gesteigert werden kann. Auch die Hütten, die weiterverarbeitende und die Fertig- Industrie haben ebenfalls ihre Lohntarife den Arbeitnehmer- organifationen gekündigt mit der Absicht, die Löhne abzubauen. Wenn man berücksichtigt, daß die Lebenshaltung im Saar- gebiet um zirka 50 Proz. teurer ist wie im übrigen Deutschland, die Löhne sich aber nur auf demselben Niveau bewegen, dann erst kann man sich«ine Vorstellung von der erbärmlichen wirt- /lugust Sttamms„Kräfte. Kämmerjplele. Arn 1. September 1915 fiel in Rußland der Postlnspektor August Stramm als Hauptmann. Der Krieg zerbrach«ine Hoff- uung: einer, der aus fich selbst zu wachsen verstanden hatte, der über dt« üblichen literarischen Anfänge des Kopieren» irgendwelcher „Etile" feine eigene Ausdrucksform zu finden begonnen hotte, hörte, einundvierzig Jahre alt, zu existieren auf. Heute nach sechs Jahren versuchen die K a m m e r s p i e l» ein Drama au» Etramms bester Zeit, da er schon im Kreise de»„Sturm" Verständnis und in Her- worth Walden einen unermüdlichen Propheten gefunden hatte, zum Bühnenleben zu erwecken, und kein Geringerer als Max Reinhardt mit vier der Besten der jungen Garde war der Interpret. Auch August Stramm hat Lektüre betrieben. E» ist nicht schwer, mtt Namen wie Maeterlinck, Strindberg und etwa Johanne» Schlafs unbekannten Dramen Erinnerungen heraufzuführen, die Stramms Eigenwillen beschatten. Aber solche negativ« Kritisiere«, ist unfrucht- b«r. Es heißt, aufzuspüren, welch« Mischung der Elemente(auch der bekannten) vorliegt und ob diese Mischung eine neue Einheit darstellt. Will man vom Inhalt sprechen, so gerät man in die Kolportag«: eine Frau treibt ihren Mann, der sie soundso oft„be- trog" und wieder„betrügen" will, vor die Waffe des Verlobten der gefährlichen Freundin, ersticht die Freundin und vergiftet sich selbst. Das Wa» ist also belanglos, wichtig allein das Wie. Dieses Wie der Gestaltung könnte ein neues Ethos sein. Aber auch das ist— und hier wird man bedenklich— bürgerliche Moral, die keinen fteien Zug hat: dieser vier Menschen Fühlen und Wollen läuft durchaus in den üblichen Bahnen, führt durchaus zu den üblichen Resultaten und beourgeoisen Irrtümern, wie ein Duell es ist. Es bleibt also die Gestaltungsart. Und nur darin kann man Stramm Eigenheit zugestehen. Eine Eigenheit, deren Problemattk die Aufführung allerdings unterstrich. Ein Dramatiker, der fünf gerade Akte baut, die Einheit von Ort und Zeit wahrt und dadurch den Willen zur strengen Architektonik dokumentiert, darf als ein bewußt schaffender Künstter angesprochen werden. Sein Sprechstil ist künstlerisches Wollen. Stramm scheltet das Intellektuelle aus. Er gibt nur Gefühl, will Lebenskrast in lebendigem Gegeneiander zeigen, will zu den Urerlebniffen des Menschen, zu den Ausstrahlun- gen der Geschlechttichkeit hinab. Er will also im Grunde dasselbe, was die Expressionisten wollen. Aber sein Weg führt in die ent- gegengesetzte Richtung. Häufen jene Sätze auf Sätze, Reden auf Reden, wird er immer wortkarger. Schütten jene ihre Ekstasen in gewaltigen Perloden und Lyrismen hin, greift er zu der banalen Konventton-phrase, meidet er fast ängstlich jede« eigene Wort, ope- riert mit einer � Untcrhaltungssproche, die absichtsvoll flach ist. (Manchmal fallen Sätze, die au» einer schlechten Operette stammen könnten:„Ja— die Männer...") Da» kann bei Stramm nur Absicht sein. Sein Dialog— wenn man überhaupt noch von einem Dialog sprechen kann—- ist nur belanglose» Gerüst. Da», wo» Stramm zu sagen hat, sagt er nicht. Das läßt er schweigen, schwei» gend spielen. So schafft er dem Schauspieler unheuren Spielraum. aber— er verleugnet sein Dichtertum, verkennt, baß de» Drama- ttkers Material die schöpferische Sprache ist. daß die Wortkargheit eine Grenze hat, hinter der der Ruin de» Drama» ebenso unweiger» lich beginnt wie hinter der Grenze der Wortfülle, die dem Schau- spieler nichts Produkttoes mehr überläßt. Hätte Stramm Reinhardt» Inszenierimg erlebt, er hätte, zumindest als der lyrische Sprachformer, der er war. die lleber» spitzung seiner Form erkannt, hätte den ungeheuerlichen, wenn auch ungemein interessanten Widerspruch zwischen dem Alltagsjargon! seiner Menschen und ihrer gewaltigen Gefühlsüberhitzung eingesehen. Reinhardt hat diesen Gegensatz, der dazu führt, daß diese Menschen als Hysteriker erscheinen(da ihnen nur alltäglich« Dort« von den Lippen kommen), nicht gedämpft, sondern noch unterstrichen. Seine Leistung bleibt bestehen: meisterliche, großmeisterlich« Kunst der Abstimmung, ein ebenso mathematisch scharfes wie musikalisch feines Gegeneinander der Träger dieser„Kräfte". Im Mittelpunkt Agnes Straub mit ganz großen Augenblicken, immer in kolossa- lischer Ueberspannung, maßlos im Lieben und im Hassen, in der Ueberschreibung aber doch ermüdend. Ihr nahe Helene Thimig, deren Alt allerding» nicht zu dieser anmutigen Gestalt klingen will. Eugen K l ö p f e r wehrte stch gegen die Stilisierung, war stark in seinen ganz stillen Momenten, wirkte dabei aber manchmal wie aus einem Schnltzlerschen Konversattonsstück. Hermann Thimig blieb farblos: er gehört kaum in solch eine Aufgabe hinein. Das Ganze: ein quälender Albdruck, dem eine ethische Auslösung versagt blieb, und aus dem sich die Zuhörer schweigend lösten. Man nahm trotz- dem die Gewißheit mit, daß dem deutschen Drama eine groß« Be- gabung zu ftüh entrissen wurde. Otto Ernst Hess«. Eine stumme Hauptrolle. Daß die Darstellerin der Hauptrolle eines Stückes zwei Stunden lanq kein Wort spricht, ist ein« Merk- Würdigkeit, die aber bei dem neuesten Werk Maeterlincks ein» tritt. Das neue Werk ist eine Fortsetzung seine» MärchenspielZ „Der blaue Vogel", du« auch bei uns vielfach gegeben worden ist; es heißt„Die Verlobung' und wird im Londoner Gaiety-Dheoter aufgeführt. Di« Haupidarstellerin in diesem Drama fft zwei Stunden lang auf der Bühne, ohne ein Wort zu sprechen. Was sie in den stummen Szenen auszudrücken hat. geschieht durch Gesten. Diese zum größten Teil stumme Rolle gilt der Verkörperung d«r Freud«. Die Freude ist bei ibrem Auftreten dicht verhüllt, aber je mehr das Stück vorschreitet, desto mehr tritt von ihrem Gesicht hervor, bis st« endlick' in der Schlaßszere mit treicm Antlitz er- Ä-eint::qh ihun©•••fi'.f'jr durch Worte 5l::-K-.-2 rc.ftHi...' vke Sintflut kommt wieSerl Unter diesem Titel Ig Im stuwria-Berla»»tn Buch »rsien«n, de».�auf Senndsch.yroloaischer stesl. stellungen dt» Wiedeclehr der»rofsta WelUatsttroph� antltndigt. * Lohnt«» sich denn wirklich noch zu streiten. Nun Europas Schicksal bald erfüllt, Wie es uns auf zirka siebzig Seiten Brandler-Pracht gewissenhaft enthüllt? Nicht der Mensch allein, dem die Beschwerde Seine» Daseins auf die Seele drückt, Sondern auch der Schwerpunkt dieser Erde Wird, so schreibt er, nach und nach oerrückt. DI« ein alter ausgedienter Kessel Dreht stch eines Tags der Riesenball. lleber unfern Erdteil ohne Fessel Flutet dann der Wasser wilder Schwall. An den Küsten staun sie sich und laufe« Selbstverständlich einmal über'n Rand. M Schmählich muß Europa dann ersauftn, I- ß Deutschland, Frankreich— und auch Engellmitz. Und ein Ende haben alle Freuden, Aber auch der Völker Haß und Zank. In den öden Parlamentsgebäuden Schleimt d!« Luster nur auf ihrer Bank. Vor den Waffen in den Arsenalen Tummelt sich der Schwertfisch staunend stumm, Und in den Kanonenrohren aalen Sich d!« Aale quietschvergnügt herum. Denn die Menschen, die sich feindlich haßte«. Deckt die groß« kühle Wooe zu— Keiner redet mehr von Kriegesiaste«: Gott sei Donk! Dann hat Europa Ruhl __ aau;.,.:. Mustk. KapcSmelller Scher ihn, wird an Stelle de» verbindnln, Dr. Sttrdr« die Leitung de» IV. Mozart gewidmeten KonzerieS Ha voitsvühn« am Sonntag übernehmen. � ZsteeterAronir. Als nächst« Neueinstudierung geht im StaattirKen Schaulplelbaus« Schiller«.F!eS!o- am Freil-g, den ft. Mai, In Szene.' Rn8 der akedemischeu Welt. Prof. Binz in Franlsurt a. M. wurde als Na-bfolaer von Pros,»an Broun zum oldeutlichen Professor sür Chemie an der LandwIrtschasNichen Hochichute zu Serltn ernannt. Soziale Satire. FrSnze R o l o f f und Manfred Fürst vom Nene« voltttheater trogen am 14. April. 7'/, Uhr, im Leseadend der BoilSbühn« S. V. im«rauen Kloster, Klosterslras,« 74..Soziale Satire' vor. «tn dentscher ruberknlosekongrest findet anlähstch de» 2Sjährig«n Bestehens de» Deutschen fientraltomiteeS zur Betämplung der Tubertulose vom ld. bis Lt. Mai in Bad Elfter statt. Während die ersten beiden Tage der viffenschaftlichen Srso, schling und Bebandlung der Tubertuloie gewidmet find, wird am dritten dt« soziale Belämpsung der Tubttlulose aus der Tagesordnung stehe» s e b n l 1 s e Me«m der Reichzregierimg eingeleiteten Schritte haben werden. Die bayerische Cntwaffnungsfrage ist also aus dem toten Punkt angelangt. Selbst wenn die Reichsregierung den völlig aussichtslosen Versuch machen wollte, über die Ent- rvaffnung mit der Entente in erneute Verhandlungen zu treten, so wäre das Ergebnis von vornherein klar, und man stände in ein paar Wochen einer weit komplizierteren Lage gegen- über als heute. Wie schwach sich Herr v. Kahr in seiner Position fühlt, beweisen seine Ausführungen über die„subjek- tiven Unmöglichkeiten" einer Auflösung der Selbstschutzorgani- sationen; offenbar hat der bayerische Ministerpräsident nicht die Macht, diese Organisationen zur Auflösung zu zwingen, und es zeigt sich mehr und mehr, daß Herr v. Kahr durch seine allein auf die O r g e s ch gestützte Politik zum willenlosen Werkzeug in der Hand der bayerischen Militaristen geworden ist. Das abgesagte Vergnügen. Der Tod der ehemaligen Kaiserin, der von der deutschen Oeffentlichkeit mit unverkennbarer Gleichgültigkeit ausgenommen wurde, wird von der„Deutschen Zeitung" zum Anlaß genommen, um für eine„freiwillige Landestrauer" Stimmung zu machen. Fast wie eine Ironie wirkt es, daß gerade Max Maurenbrecher in die Fanfare stößt, an vergangene Zeiten mahnt, da» Volk auffordert, sich zu seiner„Volkheit" zurückzufinden und die Sitten seiner Vergangenheit zu ehren. Für sich selbst dürste jeden- falls Maurenbrecher diese schöne Mahnung nicht in Anwendung bringen?, müßte er dann doch an jedem Todestage eines Hohen- zollernfürsten einen Pasius aus seiner vortrefflichen �hohenzollern- legende" zum Abdruck bringen. Wirken derartige Reminiszenzen erheiternd, so mutet es höchst widerwärtig und unsympathisch an, wenn Maurenbrecher seinen Gefühlen der Trauer in einer Weise Ausdruck verleiht, die man mit einem harten, aber treffenden Wort kaum anders als Gefühls- Prostitution bezeichnen kann. Mit frommem Lugenauffchlag und mit dem stillen Zusatz: Mas für ein edler Mensch bin ich doch!" schreibt er: Wir hatten für kommenden Sonntag ein einfache» aber herzliche» Vergnügen geplant, das alle vereinigen sollte, die irgendwie an der Herstellung unserer Zeitung beteiligt sind, zur Nachfeier de» Löjährigen Bestehen« unseres Blattes. Gleich am Montag kam aus dem Kreise der Angestellten und Arbetter unserer Zeltung heraus der Gedanke, daß es jetzt nicht angängig fei, wenigstens nicht für die Gemeinde der„Deutschen Zeitung", ein Vergnügen zu feiern. Wir haben das Vergnügen abgesagt, und denken es später in ander«n For- men nachzuholen. Wie weit die Vergnügungen der„Deutschen Zeitung' die Oeffentlichkeit interessieren, mag Maurenbrecher bester misten als wir; es wirkt jedenfalls beruhigend zu hören, daß da» Fest später nochgeholl wird. Bis dahin schlägt der Derfaster�vor, sich so zu verhalten,„als ob Landestrauer auf vier Wochen an- gesagt wäre", da die böse Regierung der Republik, wie er zürnend hervorhebt, es nicht für nötig gehalten habe, Landesttauer anzusagen. Diese„Als-Ob-Philosophie" ist«in erhebendes Zeichen in schwerer Zeit. 12S öeutsAie venkschristen. Paris. 13. April. Csiovas.) Die Reparationskommission erklärt, daß sie die Anhörung der deutschen Delegation über die Festsetzung der deutschen Schuld beendet hat. Die Schadenersatzlisten, welche von den verschiedenen Mächten eingereicht worden waren, wurden sämtlich der deulschen Delegation zwischen dem S. und 20. Februar weitergegeben. Der Kommission sind über 120 deutsche Denkschriften zu den Schadenersatzlisten zugegangen. Sie hat außerdem etliche hundert Rachfragen der deutschen Delegation nach näheren Einzel- heilen beantwortet: andererseits hat sie den deutschen Sachverstän» digen die Möglichkeit gegeben, mit den Sachverständigen der Der- bandsmächte zusammenzukommen, um gemeinsam die Schadenersatz- anlprüche durchzuprüfen. Schließlich und endlich hat sie in fei er- lichsy Sitzungen, insgesamt 20. vom 22. März bi» 12. April, die deutsth« Delegation selbst angehört. In den nächsten Sitzungen wird die Kommission e n d g ü l t i g den Betrag der Schadenersatzleistungen festsetzen, welche Deutschland in Gemäßheit des Friedensvertraps zahlen muß. Unflewißkeit über Enchdt auch im neuen Gewände nicht verleugnen. Sie sind zu ihrer alten Liebe, dem organisierten Streikbruch, zu- rückgekehrt und sollen kämpfenden Arbeitern in den Rücken. Diese Tatsache wurde festgestellt in einer überfüllten Versammlung der »tretkcndeo Tiefbauarbeiter am Dienstagabend, in der Tornow vom Bauarbeiterverband und Schmidt von dm Mo- schinisten und Heizern eine Uebersicht über den Stand der Bewegung gaben. Wie mitgetcilt wurde, haben sich etwa 5 00 Streik- breche? gefunden. Helle Empörung loderte in der Verfammlung auf. als die Versammelten erfuhren, daß dies« 500 Streik- brecher Mitglieder der revolutionären Betrieb«- organisatlon sind. Bei den Verhandlungen am Montag, bei denen jedoch keine Einigung erzielt wurde, teilten die Unternehmer mit. daß die Macher der revolutionären Betriebsorganisation mit dem Ersuchen an sie herangetreten seien, ihren Mitgliedern zu er- möglichen, auch in den geschlossenen Betrieben zu arbeiten. Diese kommunistischen Gelben sind sogar so arbeit»- willig, daß sie damit drohten, die Betriebe gewaltsam zu öffnen, falls ihrem Wunsche nicht Rechnung ge. tragen wird. Einer dieser revolutionären Helden versuchte in der Versammlung den Streikbruch damit zu entschuldigen, daß die Gewerkschaften ja auch nicht die letzte kommunistische„Aktion" in Mitteldeutschland unterstützt hätten. Für die Geistesverfosiung dieser „Revolutionäre"»ist es kennzeichnend, daß sie die verbrecherischen Attentate und Blünderungen in Mitteldeutschland in eine Linie zu setzen wagen mit dem berechtigien Lohnkampf gewertschafttich organi- sierter Arbetter. Die Streikenden erklärten sich damit einverstanden, daß die Streikleitung weitere Verhandlungen mit den Unternehmern führt, um die ausgestellten minimalen Forderungen durchzusetzen. eine Deutschland günstige Entscheidung in bezug auf Oberschlesien erzielt werdeu kann." Ferner heißt e» in der Resolutton:.Diese berechtigten Forde Betriebsräte der Metallindustrie zur Nrbeitslosenfrage. Die Betriebsräte der Berliner Metallindustrie hatten sich am Dienstag im großen Saal der Bockbrouerei in der Fidieinstraße ver» sammelt. Z i s k a und Barth behandelten in eingehenden Refe- raten die wirtschaftliche Lage der Metallindustrie und die Frage, wie da» Lrbcitslosenproblem zu lösen sei. Ein Arbcitslosenvertreter schilderte in der Diskussion die Rot der Arbeitslosen und die Dergeblichteit vieler Schritte, die zur Be- schräntung der Arbeitslosigkeit getan wurden.. Er forderte von den Betriebsräten, sich mehr als bisher der Arbeitslosen anzunehmen. Nach lebhafter Aussprache wurde folgende Resolution einstimmig an- genommen: „Nach eingehender Prüfung d-"- resamten wirtschaftspolitischen Lage Deutschlands, die sich aus den. ner- und außenpolitischen Zu- ständen ergibt, fordern die versammelten Betriebsräte und Ob- leute der Metallindustrie des Berliner Wirttchaftsbezirts: 1. Nicht eine Lockerung der Außenhandelskontrolle, wie sie der wirtschaftspolitische Ausschuß des Reichswirtschoftsrat» in seiner letzten Sitzung beantragt«, sondern eine Derschärfung derselben bi» zur planvollen Außenhandelsregelung durch das Reich. 2. Die Einschränkung für die Ausfuhr von Roh. Materialien und Halbfabrikaten, da nur durch den Austausch hochqualifizierter Industrieprodukte die Arbeitsmöglich- ketten für die deutsche Arbeiterschaft geschaffen und die notwendigen Lebensmittel und Rohprodukte vom Ausland« eingetauscht werden können. . tz. Sofortige Inangriffnahme öffentlicher Arbeiten für Reich, Staat und Kommunen, insbesondere für Bahn und Post. ä. Die Regelung dieser Aufträge unter Mitwirkung der Gewertschaften und deren Ausführung unter Kontrolle der Betriebsräte. 5. Eine allgemeine Normalisierung und Typisie- rung dieser Erzeugnisse, um deren Verteilung in allen Territorien des Reichs, in allen Orten und Betrieben zu ermäglichen. 8. Durch gesetzliche Maßnahmen eine ollgemeine Be- lchränkung der Arbeitezeit soweit, daß möglichst alle Ar- bettslofen untergebracht werden können. 7. Allen Kurzarbeitern müsien Zweldrtttel ihre« Lohnausfall» ''urch Unternehmer und Staat ersetzt werden. 8. Die schnellste Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Reichsregierung und Entente, da nur hier- durch die Folgen der Sanktionen, die letzten Endes die Arbeiterschaft allein zu tragen hat, abgewendet werden können, und da auch nur so j rungen sind restlos durchführbar, sie können aber nur erreicht werden. wenn die gesamte Arbeiterschaft Deutschland» überall energisch ihren Willen zur SoUdarUSt mit ihren arbeitslosen Brüdern und � Schwestern bekundet und hierdurch den Herrschenden ihren unbeug- samen Kampswillen kundgibt. Darum fordern die Versammelten i von der Arbeiterschaft Berlin» und de, ganzen Reichs, in allen Be- i trieben hierzu Stellung zu nehmen und ob dieser großen FrageiiwllltndenParteistreitzubegraben.umdi« einheuliche Kampfsronr herzustellen." � Lohubewegtmg in der Knabenkonfcktion. In einer Versammlung aller in der Knaben- und Burschenkon- fektion sowie der Phantasiewestenbranche beschäftigten Schneider und Schneiderinnen, die am Dienstag in Schulz' Prachtsälen statt- fand, berichtete Kutzevach über die mit den Arbeitgebern und vor dem Schlichtungsausschuß gepflogenen Derhandlungen. Nach vergeblicher Verhandlung mit den Arbeitgebern wurde der Schlich- tungsausschuß angerufen. Der Schiedsspruch lautet dahin, daß d Lohn für Zuschneider und Zuschneiderinnen ab 1. April um fünf Prozent erhöht und oaß auch der E n d l o h n von diesem Zeitpunkt an einen Zuschlag von 5 Proz. erfahren soll. Der Forde- rung, dir Erhöhung schon ob 7. bzw. g. Mörz zu gewähren, hat der Schlichtungsausschuß nicht Rechnung getragen. Obgleich der Spruch fü- die Arbeiter und Arbeiterinnen der in Frag» stehenden Branchen al« em befriedigender nicht anerkannt werden könne, sei die Berhondlungskommission doch zu dem Eni- schluß gekommen, angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Lage die Annohme zu empfeh!en. Ausqabe aller beteiligten Arbeiter und Arbeiterinnen müsie«» sein, für einen besseren Ausbau der Organisation Sorge zu trag»n, damit den berechtigten Forderungen Geltung verschafft werden könne. Die hierauf folgende Aussprache hatte zum Ergebnis, daß der Schiedsspnxch einstimmig angenommen wurde._ Gin neuer Lohntarif im Anschlagwesen. Die im Berliner und Eharlottenburger Anschlagwesen befchästig- ten Zellelanlleber haben zu dem Zusammenschluß, der durch das Eingehen der Firmen Nauck u. Hartmann. Berlin, und Strauß u. Co., Eharlottenburg, notwendig geworden war, Stellung genommen. Leider Hot sich herausgestellt, daß eine vollständig» Uebernahme de? Anschlagwesens durch die Stadt Berlin nicht erfolgen könne. Es wurde daher beschlossen, eine Berliner Anschlag- und Reklamewesen G. m. b. H. zu gründen. Zwilchen der neuen Gesellschaft und dem Deutschen Transportarbeiterverband wurde ein neuer Vertrag abge- schlössen, der wesenttiche Vorteile für die Zettelankleber gegenüber den bisherigen Verträgen oorsseht. Es wurde ein Wochenlohn für sechs Arbeitstage einschließlich planmäßigen Nachtzuschlagcs und Bekleben des Schriftringes oon 316,80 M. erzielt. Die männlichen Verteiler erhalten einen Wochenlehn oon 243 M., die weiblichen Verteiler einen solchen von 201 M. Für Mehrarbeit, die nur in dringenden Fällen geleistet werden darf, werden 25 Proz. Aufschlag gezahlt. Urlaub wird gewährt nach einer Beschäftigungsdouer oon 6 Monaten bis zu 1 Jahr 8 Arbeitstage, von 1 Jahr bis 5 Jahr 12 Arbeitstage, über 5 Jahre 18 Arbeitstag« Der vertrag gilt vom I. April bis 30. Sep- tember, da, Lohnabkommen vom 1. April bis 30. Juni d. I. die freien Gewerkschaften Sturm Jn laufen, zumal sie»an den Per- Handlungen ausgeschaltet sind. Die Ausführungen ihrer Vertreter ernteten jedoch nur slürmijche Heiterkeit: da sie In dieser Branche nur ein Brüppchen vertreten, Ist es ihnen ein leichte», den starken Mann zu markieren: ste versprachen den Angestellten das Blaue vom wo HDWDWW�W 236 Stimmen— 2 Sitze Im Betriesrat(1 Eitz Ergänzungs> Mitglied Im Arbelterrat). Liste 2(freigewerkschafttich): 619 Stimmen= 6 Sitz« Im Betriebsrat(2 Sitze Ergänzungsmitqlieder im Arbeiterrat). Angestellte. L i st e 8(freigewerkschafttich): 881 Stimmen 4 Sitze im Betriebsrat(2 Sitze Ergänzung»- Mitglieder im Angestelltenrat). Liste 4(Harmonie): 183 Stimmen — 1 Sitz im Betriebsrat(2 Eitze Ergänzungsmitglieder Im Ange- stelltenrat). Bei dieser Neuwahl kamen jomtt die.Kommunisten" nicht auf ihr« Rechnung. vle kaufmännischen and technischen Angesielllea, Gefchäflsführer und holelbeamlen der Hotel- und Gastwirtschaftsbranche nahmen am Montag, den 11., in einer Versammlung der Kartellgruppe 2 den Berich: über die Lohnverhandlungen mit den Arbeitgebern entgegen. Der Schiedespruch, der am 7. März den Angestellten Erhöhungen von 50 bi» 250 M. brachte, war von den Arbeltgebern nicht angenommen worden: darauf hatten erneut Verhandlungen stattgefunden, die Zu- lagen von 25 bis 200 M., in einer Gruppe 300 M. brachten. Do je- doch über die Bezahlung der weiblichen Angestellten, über die kost- und Logisfrag« und über den Zeitpunkt der Zahlung eine Einigung nicht zustande gekommen war, sind neue Verhandlungen notwendig. Die Versammlung erklärt« sich mit den Abmachungen nicht einoer- standen und oerlangte eine Erhöhung der Sätze. Die deutsch- nationalen Handlungsgehilsen versuchten in der üblichen W.ise gegen erneut mit den Arbeitgebern über die Erhöhung der Zulagen zu verhandeln.___ zaUr«l-erde»d der«wgestetlte». Donnerstag I Export,»>/, Udr, Neu, Phil. harnivnie, Nilpenicker Sir. U/97.~ Zieicho- und Staatsbehörde». 7 Uhr. Hanerland« FeltjiUe. Reu« Friedrphltr. 85._ Wirtfdyaft Abänderung des Vrannttvelnmovopol».- Das bestehende Branntwelnmonopolgefttz soll nach einer Korrespondenzmeldung einer Umarbeitung unterzogen werden. Hierbei ist m erster Linie die Absicht maßgebend, ungleich höhere Beträge für den Reichssäckel durch die Steigerung der Abgabensätze zu erzielen. Die gegenwärtige Belastung mit 800 Mark für 100 Liter Weingeist steht in einem auffälligen Miß- Verhältnis zu dem mindestens zehnmal höheren Marktpreis für Branntwein. Würde die Monopolverwaltung inländischen Branntwein zu Trtnkzwecken absetzen, was demnächst wohl geschehen könnte, so müßte ste auf Grund der ihr gesetzmäßig auserlegten Be» dingungen die Preise wett niedriger bemessen, als es der Markt» lag« entsprechen würde. Ein solcher Verzicht auf Gewtnnniöglich- kett geht aber gegen die fiskalischen Interessen de» Reich,. Daher ist in Aussicht genommen, von dem zu regelmäßigen Derkaufspreisen abgesetzten und von dem zur Herstellung von Mo- nopolerzeugnissen verwerteten Branntwein eine Reineinnahme von mindestens 4000 Mark für 100 Liter Weingeist an die Reichs» kasse abzuführen. Die Hettolitereinnahme für den nicht zu Mono» Polerzeugnissen bestimmten Branntwein soll um mindestens 30 Pro» zent höher bemessen werden, als für den Monopolbranntwein. Der Mindestsatz von 4000 Mark würde nicht höher sein als dl« In Frankreich vom Branntwein erhobene Abgabe und wett hinter der englischen Besteuerung zurückbleiben. Man nimmt an, daß diese Mindestbelastung«Inen Rückgang im Brannt- weinverbrauch nicht zur Folge haben wird. Der zukünftig« Derbrauch wird auf 400 000 Hektoliter veranschlagt, so daß ssch eine Einnahm« oon 1.6 Milliarden ergeben würde. Vor dem Kriege war der Verbrauch an Branntwein zu Trinkzwecken mehr al» doppelt so hoch, brachte aber als Einnahmequell« dem Reich viel geringeren Nutzen al» es künftig der Fall sein wird. Abbruch der finnisch-russischen Handelsbeziehungen. Wie dl« PPN. hören, bestätigt sich die Nachricht, daß die bolschewistische Handelsdelegation au» Helsingfors abberufen worden ist und die Handelsbeziebungen zwischen Finnland und Ruß» land abgebrochen find. s Bus aller Welt. Znchlhau» für eineu Sapilalschleber. Vom Landgerlöbt Leipzig wurde der LS Jabre alle Koch ÄuerSwald au» Bad Blankenburg in Thüringen wegen Vergehens wider das Gesetz gegen die Kapual» fluckit vom 8. September ISIS zu seSS Jahren Znchlhau» verurteilt. Auerewold halte unier dem Borgeben, Kapitalien nach der Schweiz bringen zu wollen, mehrere Personen um Wert» vnpiere und Geldbetrage im Betrage von mehreren Hunderttausend Marl betrogen. Ein blutiger Zwischenfall in Essen. Zu einem Zusammenstoß kam e« gestern auf dem Lieboserplatz. al» ein Beamter derSchu tz» Polizei die Personalien eine» Mannes feststellen wollte, der nach den Angaben von Augenzeugen ein Pferd und einen Wagen ge« ftoblen hoben soll. Der Dieb tötet« den Beamten durch einen Sie- volverschuß und ergriff die Flucht. Eine barmherzige Schwester zu 10 Zohren Zwangsarbett»er- urteilt. In Irland wurde eine Schwester zu zehn Jahren Zwang». arbeit verurteilt wegen Fahrens eines Automobiles, worin verichjedene Gewehre und eine große Menge Munition versteckt waren. Drei Männer, die auch in dem Automobil saßen, erhielten jeder 14 Jahre Zwangsarbeit. Veranlw. für den redalt. I«U' Dr. Werner«eiser, llbarlottenbura: tür«n�eigeni Glocke. Serltn. Serloa: vorwäriH-Berla»®. m. b. H.. Uetlin. Druck«or> «itrfS-'Niilbbruckeret n Lerlnaeontliilt Beul E inaer u.?o 7>erlin Cinhc'iftr. 3. irayll@utel Ol» Pr»lt< von i'raarlr.oen vluJ— iroti«ibenbartixer Uu»- llUt- dtrvi Mreebled»», du« oft PraUecliwwiba»0cB von OO dt» 100 Mark»aftretu Wollun St««Ick dicMs n iobt untorworfon,«endero sieb dor günstigitsn nnd leisiunn- 'bblgslon Quelle bodlensn, so gibt os oar eins— so wie. Als äslbstherMeller lisfsro lob In QosHUt a. Preis»lostg d«ato>««d »-TRAURINGE 1 Tldurins(Duksteug)........ 133m. II Ring 8» gestempelt..... TOT 78 bis ISOiA IVr Duka en-Traurlna....... 240 u 1 1 Bing R» gesiewpsii..... st u« 100 m GarseUssebslD für gessuHcfasn Ooldlnbelt. Oer gut» Rat nalass sitae Goecbaft* bargt für QosUUiswsrs, die ABMchaltmaa de» torischen Hendels f flr alsdrlgsts PreUksUcaletibB. Juwelier H. Wiese, Artilleriestraße 30 ioUjhoo b'ordsa ton— Tel« raiam-Adrsirse PlaUenlSM Ankauf von Gold-. Silber-, PlaUn-Bracb infolge Selbstrervartug so deakber gtostigei Preisen! Oer Weg zum Erfolg Flimmern vor den Augen leidet— In den meinen Fällen hebt ein sorcISItig nngepas; deshalb scheue niemand, der an diesen Erscheinungen leidet■~1 Optlkermelsstr Mai Truscli, staatlich geprüft ist leicht zu finden, wenn man ohne Störungen arbeiten kann und nicht an Kopfschmerzen oder Drücken _ über aen Augen, Nervosltäi oder sorgfältig angepasstes Augenglas alle diese Beschwerden, die Kleine Mühe, die Augen untersuchen zu lassen bei (Kotfbnsbr Berlin SO, Dresdener StraSe 131 Ihre Sehkraft wird gewissenhaft und vollständig kostenlos geprüft Garantie für gut passende Augengläser. Flacht gewölbte(Menisken- JQläser M. 18.— pro Paar. Double-Kneller M. 10.—, IXSi Gläser M. pro Paar, atarfc Nickel-Kneifer M. 8.—. UM. 18.13, Diese Kragen ' im» oh anttru Uber»Ii febtn�osst» I''film on»(Ji�ttifdwfie fesit Iba M( 1 imdiadfigni ftglhms onftrr bao* bat bfnnlocntt H> SauM-Srehm »M Htm, Mrürt« ihn» MS Ik ZUti. 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