r Kr. 175 ♦ ZS.�ahrgang Ausgabe A Nr. SS Bezugspreis« Bititkljährl. 30,— äR., mountL 10,— 3t tm trs Sums, voraus zahidar. Pvst- ixMg: AioiuUUSi Ät. ewichUZv- O-Nunasgrdübr. Ilmer Äreuzdout fOr Dsuilchlaud. Danzik. das Gam> und Weiuelgediel, u>wi>> die ehemals deut- •dien(SeMflt Paicus, Oesterreich. Ilngaru und Luxemduro 20,— W., wr das iitrige Ausland 27.— 31. Post» destelluagen nehmen an Oesterreich. Ungarn. Tichecha-TIowalet. Dane- mari. Holland, Luxemburg. Schwede» und die Schwerz. Der.Borwürts� mit der Sonntags- deilage.Boit und geit�. der Unter» daltuaqsdeilage �eimweli" und der Beilage.Siedlung und SIeiugarteue ec'cheini wocheutäglich Zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adreget �Hazialdawolrat verlla« Morgen-Ausgabe Devlinev VolksblAtt �Z0 Pfennig) AuzeiftrupretS: Die achlgeipallene Ronparetllezeil» tostet dchO M.„Steine 2la, eigen- das lettgedruckle Wort iLo M.—!Sl V7 Donnerstag, den 14. April 1VÄ1 vorwärts-verlag S.m.b.K.. SW 68, einöenstr.Z Fernlprrchcri Amt Morthplatz. Nr. 11733-54 Zum I. Mai. vom Zatervatlonalen Grwerkschafldbuud ergeht ou die gesamte itcbeUerschaft der Welt der Ras, sich am 1. Wai zu machtvollen Sandgebnngea tu neremiaen und ihre Solidarität mit deo Slosseusorderuuaeu des inlernasionolea kämmendea Proletariats iu dekuadeu. Auch die deutsche Urbciti rsch oft wird sich, wie in srüheren Zähren, an dieser Demonstra- tionbeteillaen. Mag auch für sie e i v T e i l der Forderungen erfüllt sein,\ßr deren ErkSmpsang vor 32 Zähren die Alaisüer beschlossen wurde, so bedarf es doch zu ihrer vollen Sicherung der ge- ie�üchen Eiaführung in allen Ländern, wie dies von der wo- fhinztooer Internationalen Arbeilerschutzkonserenz verlangt wurde Die deutsche Arbeiterschaft weiß sich einig mit der Arbeiterschasl der gesamten Lullurwelt im rastlosen Kampfe für die völlige Verwirklichung öes �chtftunöenarbeitstages nnd der übrigen Forderungen des iuleruattoaaleu Arbet- lerschutzes. ütber die Not der ArbeikerNast« erschöpft sich ntcht iu drückender Arbeilsfron. Sie wird verschärft durch die Geihel der Arbeil». l o s I g k e i t.' die täglich größere Opfer fordert. Di« deutsche Ar- dcitBdchast wird besonders schwer geirossen durch die Gewaltpolitik öes-dkatentekopitallsmus, der de« Krieg gegen da? unterlegene Vevtschlaud mit Wirtschaft. Ucheu und mWtortscheu AiachkmUleln welterführt und die Med«. gesuudung unseres Wirlschastsledeas hindert. Die TNiKfundge�nng mvß sich zv eivm wlrNomen Pr otest g-xen. diese«.»crge.oaUigungspoMt der iapitalisttscheu Welt- m ä ch le auzgestallen. Auch die Arbeiter der Ententeländer leiden uni« diesem Widersinn, denn die wirtschaftliche Vernichtung Deutsch- lands legt auch ihr" Industriell still. Sle stimmen mit uns übereio in dem Rns nach einer internationale» Befriedung nnd Sanierung der Wirtschost. Endlich vereinigen wir ans mit ihnen in unserem Kamps« für die Sozialifleruna der Produktionsmittel. In den größeren Zn- dustrieländecn rüstet sich die Arbeiterschaft für die Soziallsierung öes Kohlenbergbaues nnd der Gewinnung der üb-igen Erdschähe. die allenthalben die Grundlage des Wtrtschaftslcbens bilden. Das Gesamtwohl der Mpnici�rit darf nicht länger einer Handvoll von Monopolisten aus- ge'.icscr! bleiben. Der Widersland der Unternehmerklasse gegen seden Fortschritt der Gemeinwirtschaft muß in zähem Kampfe uberwunden werden. -Die unkerz eichnstcu Porstände der gewerkschastsicheu Organlso- klonen Denischtands rufen daher die deutschen Arbeiter und Ange- stellten auf. am?. Mai• in ollen Versammlungen zu demonstrieren: für die Durchfithi.'ung de» internotlonole« Arbeiter- schuhe» in aQin Ländern, für die wirksame DekSmpsnng der Arbeitsloflgkeik durch lnkeruationc-ls Mrischaslsgesundung. für die Sozialisternug der Äadensä.Sßc. >ür die inlernstionais Arbellersolldarität, für eine« wirklichem LZ-ttfriedeu! Berlin, tZ. khlrit tSZt. � Da Vorstitm>''ues"AllZemelllell'')i?olfcheu Gtmeuschs�isdu.ilfcs. Th. Leipart. Da Borfland da Allgemeinen freien Angestelltenbuud«. Allshäuser. Süß. Die baperisihe Gefahr. München. IS. April.(WTB.) 3m Finanzausschuß des b a y e- rtfchen Landtages wurde heute die Einwohnerwehr- Debatte fortgesetzt. Staatssekretär V» Schweyer stellt- fest, die gegenwärtige Stärke der Einwohnerwehr betrage ZZOOW) Mann. An Waffen seien vorhanden* 240 000 Gewehre nnd Karabiner, 2780 Maschinengewehre. «4 leichte Geschütze und 54 Mluenwersa. Diese Bewaffnung der Einwohnerwehr, die übrigens vorschrifts» mäßig angemeldet sei, bedeute sicherlich kein« polllisch« Gefahr.(!!) Di« eingestellten Einwohnerwehrleute leisteten ihren Dienst unent» geltNch und ehrenamtlich. Nur 10 Prozent ehemaliger Offizier« b«. fänden sich unter den Führern. Eine Verwendung außerhalb da Lande« sei ausgeschlossen. Di« Staatsregierung und Einwohnerwehr seien ssch einig, daß die Entwaffnung der Einwohnerwehr ein« Frage der Zeit sei. Die Notwehrmaßnahme der Einwohner» wehr sei hinfällig, sobald die staatlichen Eicherheitseinrichtungen so weit gekräftigt seien, daß sse al» entbehrlich erscheinen könne. Go» lange da» aber nicht der Fall ist, würde die bayerisch« Negierung durch Preteaabe des Selbstschutzes ein« große Verantwor- z.. n a auf stch laden. 3n der darauf solgenden Debatte erklärte Nbg. Timm fGoz.) n. a., daß die Einwohnerwehr eine einseilige Kampforganisakion gegen die Arbeila sei und polemlsterte gegen die Politik der bayerischere 5.egl«mg, deren Ifolgen seine Partei ablehnen müsse, und aus diesem Grunde auch die Positionen für 1920. Abg. Held(bayer. Dolkspartei) erklärte der Ministaprästdeut hälte gröbsich seine P sticht valctzt. wenn er stch auf den Standpunkt der Entbehrlichkeit der C!n'vo!:nerloehr gestellt hätte. Die Ereignisse in Mitteldeutschland hätten die Rcichsregierung vaanlaßt, in der Entwaffnung»- bzw. Einwohnerr.hrsrage neue Verhandlungen mit der Entente anzn- kvüpseu. Solange deren Ergebnis noch nicht feststehe, wäre es selbstmörderisch, die Einwohnerwehr aufzuheben. Abg. Hammerschmidt sagte, die Demokraten stand« auf dem �»andpunkr. daß die Einwohnerwehr zurzeit noch erhalten wer» die» muß. E» dürfe aber wegen der Einwohnerwehr zu kein«» �Trübungen zwischen Bayern und dem Reich komm«. Abg. Dr. Pilfcrt(Mittelpartei) erklärte es für a u s g e s.ch l o s» s e n. die Einwohnerwehr jetzt aufzulösen. «* Durch die statistischen Mitteilungen des Staatssekretärs Echweyer gewinnt man erst ein rechtes Bild von der u n g e- heueren i n n e r p o l i t i j ch e n.G e f a h r, die di« baye» rische Einwohnerwehr bedeutet, und von der Sackgasse, in die die bürgerliche Rcichsregierung durch ihre e i g e n e S ch u l d. infolge ihrer unverantwortliche�, monatelangen Dogelstrauß- politit gegenüber der Lahr-Regierung geraten ist. Es stellt jich also setzt heraus, daß die bayeriichen Einwohnerwehren nicht nur um 220 ovo Mann die Stärke der Reichswehr über- treffen, sondern auch in vunkto Bewaffnung 140 000 Gewehre und Karabiner und 1000 Maschinengewehre mehr besitzen als die.gesamte deutsche Reichswehr! Borausgesetzt, daß letztere politisch überhaupt zuverlässig genug wäre, um auf einen Befehl der Reichsregierung die Ent- waffnung der bayerischen Einwohnerwehren durchzuführen, so würde ein« solche Reichsexekution schon an der militärischen Uebermacht der Bayern scheitern I Jetzt versteht man aller» dings, warum sich dt« Regierung Fehrenbach-Simons-Koch in den letzten Monaten alles von den Kohr, Escherich und Heim hat gefallen lasten müssen.... Nun wird der bayerische Ministerpräsident die Geister selbst nicht mehr lös, die er rief. Die Bayerische Bolkspartei hat ihm, der endlich ein schüchternes Rückzugsmanöver vor Berlin markiert hatte, regelrecht durch den Mund ihres Füh» ras im Landtag. Held, den Krieg erklärt! Wie sich Herr o. Kahr aus da Affäre ziehen wird, ist seine Sache. Die baye- rische Sozialdemokratie, und mit ihr vi« ganze deutsche Partei erblickt tn ihm und in denjenigen, die sein Sviel unterstützt oder geduldet haben, Voltoverderber, deren Sünden sie nicht aufhören wird festzunageln. Au» dem Munde des Abg. Held erfährt man übrigens zum asten Male die äußerst wichtige Tatsache, daß die Reichsregierung neu« Ber- Handlungen mit der Entente zur Lösung der baye- rischen Entwaffnungsfroge eingeleitet hat. Die Reichsregie» rung führt asto hochwichtige diplomattsche Derhandlunäen mit da Entente über eine Frage, die monatelang die Welt in Spannung gehalten hat, und man hört davon zum erstes« Male rein zufällig anläßlich einer Aussthußdebatte im bayerischen Landtag aus dem Munde des Sprechers der— separatistischen — Bayerischen Volkspartei. Fürwahr, erbauliche Zustände! Den Erfolg dieser Verhandlungen kann man sich, nach den Angaben des Staatssekretärs Schweyer, die jedenfalls nicht übertrieben sein dürsten, leicht ausdenken. Und was das chllmmste ist: wieder einmal soll die wirtliche Existenz» rage des gesamten deutschen Volkes, bii Reparations» rage, mit einer reaktionären, partikularistischen Angelegen» heil verquickt werden. Wieder einmal soll die Stellung unserer Unterhändler am schicksalschweren ersten Mai durch eine Neben- frage geschwächt werden, in der wir gegenüber der Entente offenkundig im Unrecht sind. Da versteht man es allerdings. daß in den Kreisen der Deutschen Volksstdrtei sich eine starke Strömung bemerkbor macht, die eine Lösung der preußischen Realerungstrise im Sinne der Linkstoalitlon dam benutzen will, um aus der Reichsregierung vor dem 1. Mai zu ver- schwinden: die Ratten möchten allzu gerne das Schiff verlosten, daß sie durch die eigene Nagearbeit zum Sinken gebracht haben. Generalstreik in England. e o n d o n. 13. April(Reuter.) ver Arbeiter- dreibund hat beschlosten, daß der Ausstand am Freitag abend um 10 Uhr beglnuea soll. Der Weg ins veröerben. Paul Levis Anklage. Die»Rote Fahne" wird wegen ihrer Brcmdartikel staats» anwaltlich beschlagnahmt und außerdem werden aus ihrer Rotationsmaschine wesentliche Teile entfernt, damit ihr Druck verhindert werde. Aber prompt' ist sie am gleichen Morgen im Straßenhandel zu haben. Ein Beweis, daß die alten polizeilichen Nadelstiche, mit denen frkher die ganze sozial- demokratische Presse bedacht wurde, heute so wenig wie damals ihren Zweck erfüllen können. Sie sind im Gegenteil wahrscheinlich nur geeignet, dem kranken Körper der Kom- munistischen Partei zeitweilig neues Leben künstlich einzu- impfen. Biel mehr als diese behördlichen Maßnahmen wird die Kommunistische Partei geirossen durch ihre eigenen Sünden, die sie ntcht nur gegen sich selbst und ihre An- Hänger, sondern gegen das gesamte Proletariat de- gangen hat und dauernd begeht. Der bisherige Vorsitzende der VKPD., Paul Leoi, der kürzlich mit Klara Zetkin und einigen anderen durch die neuen Männer der Zentrale kalt- gestellt wurde, hat soeben eine Broschüre erscheinen lassen, die unter dem Titel»Unser Weg— Wider den Putschismu«" eine vernichtende Anklage gegen die kommunistische Leitung dar- stellt. 3n seinem Borwort schon sagt Levi: Als ich diese Broschüre plante, bestand in Deutschland eine Kommunistische Partei von SOO 000 Mitgliedern. Als ich sie 8 Tage später schrieb, war dies« kommunistische Partei lu ihren Grundsesteu aschütterl, Ihr Bestand in Frage gestellt. Es mag als Wagnis erscheinen, in einer solch schweren & r U, e, in der die Kommuntstische Paitei sich jetzi befindet, mit cinei so schonungslosen Kritik zu kommen. Auch kurze Ueberlegung schon muß sagen, daß diese Kritik nicht nur nützlich, fondern notwendig ist. Das unvaantworttiche Spiel, das mit der Existenz einer Partei. mit dem Leben und dem Schicksal lhrer Mitglieder getrieben wurde, muß zu»Ende gebracht werden. Es muß durch den Willen de» Mit- glieder beendigt werden, wo die Verantwortlichen auch heute noch nicht sehen wollen, was sie getan haben. Die Partei darf nicht ge- schlössen«» Auges in Anarchismus bakunistifcha Färb» hineingezerrt werden. Kann in Deutschland noch einmal eine kommunistische Partei aufgebaut werden, so verlangen die Toiea in Mitteldeutsch. land, in Hamburg, im Rheinland, in Baden, in Sdjleflen, in Berlin. verlangen die vielen Tausende von Gefangenen, die das Opfer dieses bokunlstischeu Wahnsinns geworden sind, so verlangen sie alle an- gcstchts der Porgänge der letzten Woche:„Niemals wieder!" Es versteht sich von selbst, daß dos Wüten des weihen Schreckens nicht da Mantel fein dars, hinta dem die Vaaniwort- Ucheu sich ihra politischen verantwortlii�telt entziehen. Und es versteht stch ntcht wentga von selbst, daß das Wüten und Schimpfen gegen mich, das stch jetzt»heben wird, kein Grund sein darf, die Kritik zu unterlassen. So wende ich mich getrost an die' Mitglleher da Partei mit dieser Schilderung, di« sedem da» Herz zer- reißen muß, der mit aufbaute, wa» hier zerschlagen ryard. Es sind bittere Wahrheiten. Aber:»es ist Arznei, nicht Sitt, was ich dir reiche". In einer mit Marx-Zitaten reich gespickten Darstellung untersucht Levi zunächst das Verhältnis der Kommunisten zu dem übrigen Volkstell. Er behauptet, bei den Kommunisten beständen zwei Denkfehler. Der eine sei, daß sie inner- halb des Prvleturiat» nur die Kommunisten sähen. der andere aber, daß sie innerhalb der kämpfenden Kassen nur das Proletariat erblickten. Di« im Volke vor« handenen Schichten, die ihrem Bewußtsein nach zwar noch nicht proletarisch, wohl aber antibourgeois fein, wurden von den Kommunisten überhaupt nicht beqchtet. Diese hätten bis jetzt noch keinen Weg gefunden, sich diesen Mittelschichten auch mir zu nähern. So könne es kommen, daß als kormnunistisch die Verbrüderung des Proletariat» mit der Bauraeoiste, der Kommunisten mit Lettow-Vorbeck ausgegeben wurde. Levi untersucht in ganz„opportunistischer" Methode die Froge, welche Stellung die deutschen Kommunisten innerhalb des Proletariats haben, und weist an den Wahlzistern dzr letzten Landtagswahl nach, was anderen längst bekannt ist, daß die Kommunisten tatsächlich nur einen Bruchteil innerhalb der großen Arbeiterbewegung dar- stellen. Aber da Wahlzisfern allein die Stärke oder Schwäche einer Bewegung nicht aufzeigen, so untersucht Levi auch dos Verhältnis der koyununistischen Parteimitglieder zur Zakl der in den Gewerkschaften organisierten Arbeiter und kommt dabei zu dem Ergebnis, daß die Kommunisten, die An- fang 1921 angeblich 500 000 Mitglieder zählten, vom g e s a m- t e n gewerkschaftlich organisierten Proletariat rund ein Sech- zehntel, und vom kreigewerkschaftlich organisierton Proletariat rund em Dierzehntel umfaßten. Ja gewisiem Sinne sei trotz der wachsenden kommunistischen Organisation dw Situation der Kommunisten eine schwierigere geworden. .Die Sozialrcformisten jeglicher Art waren bei Beginn da deutschen Revolution völlig In der Defensive. Sie hatten zwar große Massen hinter stch, aber ihre Reihen waren ungeordnet: wir hatten freien Zutritt zu ihnen, wir konnten sie beeinflussen. Heute hat der Sozialreformismu» einen bewußten und zöhen Widerstand gegen den Kommunismus organisiert! ja teilweise schon geht er aus da Defensive in die Offensive über, um die Kommunisten nus ihren Positionen zu verdrängen." J Uni die Staatsgewao dvrch d« Proletariat za erobern, umssen noch Levi bestimmte Dorausfetzungen vorhanden sein, unter denen eine der wichtigsten„das erdrückende Ueber- gewicht im entscheidenden Augenblick an der entscheidenden Stelle" sein musz. Dieses erdrückende Uebergewicht sei aber nirgends vorhanden gewesen, nicht eimnal in Rheinland- Äcstfcle» und Mitteldeutschland. In Mitteldeutschland, sagt Levi.„harten wir einen gewichtigen Anhang und eine starte opferfreudige heroische Organisanon. Wir h a t e n sie." Trotzdem also nach Levi nirgends die Voraussetzungen für die unmittelbare Ergreifung der Staatsgewalt vorhanden ivaren, fei die letzte blutige Aktion von der Zentralleitung an- geordnet worden: Es ist Pflicht der Partei gegenüber, in dieser Situation mit aller Offenheit und 5Bahrhastigt«it$l reden; wer die Verantwortung für diese Aktion übernommen hat, m u h sie tragen, so wie der letzte Parteigenosse... Wie �am es zu der Aktion? Der erste Anstotz zu dieser Aktion kam nicht aus der deutschen Partei. Wir wissen nicht, wer dafür die Verantwortung tragt. Der Fall, war schon häufiger, doh Abgesandte des Exekutivkomitees über ihre vollmacht hinausgingen, d. h. daß sich nach- t r ä g l i ch ergab, die Abgesandten Hütten zu dem oder jenem keine Vollmachten gehabt. Wir sind also nicht in der'Lage, dem Exekutiv- komitee der Kommimistischen Internationale die Verantwortung zu- zuschieben, wenngleich nicht verhehlt werden darf, daß in Kreisen der Exekutive eine gewisse Mißstimmung über die„Inaktivität" der Partei bestand... Es lag also ein gewisser starker Einsaß auf die Zentrale vor, jetzt, sofort und um jeden Preis in die Aktion ein- zutrete». Und nun läßt Leoi aus der Sitzung des Zentralauslchusies voiy 17. März, über die die„Rote Fahne" nur in fünfzehn belanglosen Zeilen berichtet hatte,„verantwortliche Redner" aufmarschieren, von denen er sagt, daß in jeder Partei, die aus sich hält, ein verantwortliches Mitglied der Leitung, das solche Reden hielt, statt in die Leitung der Partei' in den Keller einer Kaltwasser» fjeil- « n st a l t gebracht werden würde. Jedenfalls würde ein solches Mitglied der Leitung schleunigst von seinem Posten entfernt werden. Der Mann, den Levi so öffentlich an- prangert, dessen Namen er aber aus begreiflichen Gründen nicht nennt, rechnete damit, daß„zwei bis drei Millionen Nichttominunisten" auch in Ängrlfssaktionen unter der kommunistischen Fahne kämpfen würden. Diese„Milchmädchen- rechnung", sagt Levi,„war die politische Basis für die Aktion, die kam." Was Levi aus den Sitzungsberichten sonst noch mitteilt, rechtfertigt sein hartes Urteil in mehr als einer Beziehung. Die Erörterungen, die in der Zentralleitung der DKPD ge- pflogen wurden, erinnern geradezu cm Sitzungen ln irgendeinem Verbrecherteller. Einer der vcr- antwortlichen Führer sogt u. a.:* „Wir sind der Meinung, daß bei einer intensiven Propaganda- tSttgkejt die Ruhe, mit der sich die Slp» bisher bewegte, verlorengehen wird und so die Arbeiterschaft gereizt wird, die heute in unserem Kamps nicht erfaßt wird." Der gleiche Redner sagte späterhin— das war am 30. März, als die Aktion schon längst verloren war—: »Wir müsscn versuchen, einen geschickten Rückzug an- zutreten. Konflikte erzengen, die Lipo reizen, alle konlerrevolnkio- nSren Elemente zu reizen. Wenn es uns gelingt, mit diesen Mitteln die Bewegung zu erzeugen, wird es zu Zusammenstößen ivmmen..." Mit Recht brandmarkt Levi das Gebaren dieser.ver- antwortlichen Redner"'und das Verhallen der„Roten Fahne" ' mit ihren blutrünstigen Aufrufen als bakunistisch und schließ- ; lich kommt er wieder zurück auf den Ursprung der Aktimn „Dir Aktion, die ealstauden war In einem Kops, der zudem 'keinem blossen Schimmer hat von deutschen Verhältnissen,.and die politisch vorbereitet und geführt war von poliüschen Kindsköpfen. hatte dir Kommunisten allein gelassen." Hart verspottet Levi die heuchlerische Methode der �„Roten Fahne"— die am 20. März die unabhängigen und sozialdemokratischen Arbeiter zur Mithilfe aufrief—'indem er ' sagt »Man denke sich, für die unabhängigen und sozialdemokratischen Arbeiter lag in dieser Situation keinGrnndzueinerAktion Konzert-Umfthau. Dirigenten>— Spieler— Komponisten. Wie schön ist e», den wenigen, die berufen sind und auserwählt, 1 folgen zu dürfen bis in die verstecktesten und verstricktesten Regionen ihfcr Phaiitasiel Ein durch Ausdeutungskünfte nicht bestechlicher, nur von der Musik und einem Gesamtwerk, nicht van Spielereien und Künsteleien angesteckter, furioser Dirigent ist Furtwängler: je öfter mun ihn hört, desto stärker packt der Musikant. Bei Bruckner, Mahler. Beethoven besiegte er jedes kleinste Bedenken. Bei Haydn kSinfoni« Nr. Bä) pergaloppierte er sich vollständig. Es rast der See. Seine Opfer find: Grazie des Details, Diskretion in der Per- teilung auf Blech und Streicher, Rototto-, Mozart-Sttmmung. Tänzeln und Wiegen in Melodie und Rhythmik. Da» Riesenheer der Streicher unterdrückt jede der wenigen Lläserstimmen, die eine Mehrbesetzung vertrügen; sowohl das eiste tsAt besonders das letzte Allegra entarten tn Presto» und Stretta-Bewegung. Sollte ein Prrpewum mobile herausMngen? Rur im Adagio, einem wunder- vollen Gesang, wurde Haydn gegeben, was Hoydns ist. Dos Z 8. Jahrhunden hat ihn bestimmt und gebildet; man sollte ihn nie- mals auflas 20. Jahrhundert hinausspielen. Im 9. Konzert der Staatsopernkapelle dirigiert« Paul Bükt« *i er, der Dresdener Kritiker und Komponist, feine Sinfonie Ii-Moll. Er mochte das recht geschickt und erzielte auch Erfolg. Der erste Eindruck von diesem großen, viergllederigen Werk,.das an den Hörenden strenge Ausgaden stellk, ist der: ein stark empfindender Musiker, der das Leiden und Unwesen der Menschheit in eigener Brust nachfühlt, oersucht, im Orchcsterklang diese Eindrücke und Aus- einanderfetzlwgen klingend zu machen, versucht, stark geworden im Erleben und sittlich gefestigt, aus der Eigengebundenheit sich loszu- reißen, im Presto des Scherzo, in der Idylle eines von Kriegsgefong mild beschatteten Trios; das Herz ist voll von Lebenslust, die ein Ausweg geworden ist aus dem Schicksal der Welt. So singt es sich kos in einem wundervoll hochgesrimmten.stychnu« auf das Glück. Ist es das Glück des Lebens, des Schaffen» oder der Ruhe im Be- sitz des Geheimnisses eines letzten Mustkausdrucks? Die Well meldet sich wieder tn stürmischem Drang. Erregung und Trotz be- rrnruhigen den Laus des»flammenden" Schlußsatzes, bis in einer hymnischen Ausdeutung des allerersten, grübelnden Themas Bs- steiung und Beglückung. Bekenntnis zum Leben unii Glauben fti) siegreich behauptet. Eine ethische Sinfonie, innerlich beflügelt in� Kriegsgeschehen, geschaut und erdacht Eon der Phantasie eines Eklektikers, der sein Instrument oersteht. Nicht alles ist gleich ge- kungen, am besten wohl die Mittelsätzc und has Ende des Werks. Das unbewußt Schaffend« tritt recht oft vor der noch so Lugen Bs- zechnung zurück, das große Ausladen stofflch-thcmatijcher Details vor. ver geniale Kopf, der dl« Aktion ersonnen, war khuen onbe» kanqj, ein Beschluß der Kommunistischen Partei war für sie kein Ereignis, das sie, ohne daß sie eine Begründung kannten, in eine Aktion riß, Und wir vermuten: hätten sie d i e Begründung gekannt. so würde ihr Wille zur Aktion Nicht größer geworden sein. Man verstehe: Diesen Arbeitern, die der Aktion völlig verständnislos gegenüberstanden, stellt man als Bedingungen dafür, daß sie mitmachen dürfen, die, daß sie möglichst ihre bisherigen Führer an die Laierne knüpfen." Levi nennt schließlich den Märzputsch von 1921 den „größten Bakunistenputsch der bisheriaen Geschichte" und kommt zu dem Resultat, daß die Zentral- leitung der Partei sie vereinsamt häthA, so daß sie nicht sagen kann:„Weg mit der Regierung, sondern zunächst sich be- scheiden und sagen müsse:„Weg mit den Putschisten!" Der eigentliche Zweck seiner Schrift ist aber augenschein» lich eine Abrechnung mit der russischen Beein» f l u s s u n g der deutschen Kommunisten. Er behauptet, dag das Exekutivkomitee zwar die besten Absichten habe, aber keine Möglichkeit, sie in die Praxis umzusetzen. Die Exekutive schicke nach Westeuropa sogenannLe Vertrauensleute. Dos feien aber nicht immer die besten Kräfte. „So wird Westeuropa und Deutschland zum Versuchsfeld für allerhand Staatsmänner im Duodezformat, von denen man den Eindruck hat, daß sie hier ihre Künste entwickeln wollen. Ich habe nichts gegen die T u r k e st a n r r und wünsche ihnen nichts Böses, aber ich habe oft den Eindrück, diese Kräfte würden bei ihren Kunst- stücken dort«weniger Schaden anrichten." Wer lesen kann, der lese! Paul Levi hat diese enge Der- bindung der deutschen Kommunisten mit den„Turkestanern" selbst herbeigeführt. Jetzt teilt er unter allerhand Vorsichts- maßnahmen der Welt die Wahrheit mit, daß die blutigen Opfer von Monsfeld, Hetfftedt, Hamburg usw. zurückzuführen sind auf den Rat dieser„T u r k e st a n e r" und aus die Leitung von„politischen Kindsköpfen", die in K>er VKPD. eine Rolle spielen. Sollten die kommunistischen Ar- beiter da nicht endlich den eisernen Besen ergreifen, um dem Wege ins Verderben zu entrinnen? Kommuniftifcke Attentäter verurteilt.� stalle, 13. Äprjl. Jesu? im Tempel" zur Aujsührung bringen wird. Poiytechuische Gesessschaf». 21. April, abenbS S Mr. Meistersaal. Kilhener Str. 38, Vortrag Dr. Ferch: Drahtlose Telegraphie. »Der getftige Ardeiter-'. die von Pros. Dr. HeibcrdH i rschberg feit dem 1. Januar derauSgegeden« deutsche Urdcdcrzeitung, wurde zum amllichen Organ_ des Verbandes Deutscher Bühnen lchrist- stellerund Bühnentomponiften und der mit diesem karlellierten Verbände Deutscher Erzähler und Deutscher Filmautoren bestimmt.• Bon der Zeitschrift»Wie weißen Blätter«, die von rniriMN nur noch in Eon der besten unier der Leiiung eines jeweils gewählien heraus- geber» erscheinen, ist soeben da« erste Heft.Soziologische Probleme der h-egenwar:", herausgegeben mm Projejoc£8tU 2k derer, Heidelberz, eriqleueu. Kr. 17Z 4 38. Jahrgang' �roßSerlw Sursaus in Wohnnngen. Gegen die Freimachung mehren sich— Behörden! Di« Benutzung von Wohnräumen zu Bureau- zwecken trägt erheblich dazu bei. den Wohnungsmangel noch zu oerschärfen. Für die Bemühungen der Wohnungsämter» solche Räume srxizumachen, damit sie wieder als Wohnungen vermietet werden können, hoben die auszuquartierenden Behörden und Kriegs- gesellfchaften nicht immer das wünschenswerte Verständnis. Das wird auch heOorgehoben in einer vom 14. September 1920 da- tierten Verfügung des Ministers für Volkswohl. fahrt» der für Ervß-Berlin eine Lifte der von Reichs- und Staats- behörden und von Kriegsgefsllfchaften noch besetzten Wohnräume " verlangte und dem Obcrpräsidenten einen diesbezüglichen Auftrag gab. In der Verfügung las man: »Angesichts der geradezu unerträglich gewordenen Wohnung-- not mutz mit allen Mitteln darauf hingewirkt vterden, datz die Reichs» und Staatsbehörden sowie die Kriegsgefellschaften�von den in Hrotz-Berlin benutzten Wohnräumen' sofort wenigstens einen Teil und allmählich einen weiteren Teil wieder für Wohnzwecke frei- machen. Es erscheint nicht angängig, daß die Behörde», insbeson- der« die Kriegsgesellschasten. auch weiterhin den Bestrebungen der Groß-Berliner Wohnungsämter auf Freimachung von Wohn- räumen einen derartigen Widerstand entgegensetzten» wie sie dies bis jetzt zum weitaus überwiegenden Teil getan haben." Die Wohnungsämter Groß-Berlins, die dann um'Zusammenstellung der Listen für ihre Bezirke ersucht wurden, dürften dem Wohlsahrlsminister manches wertvolle Material geliefert haben. Ein Beispiel besonders zähen Widerstandes ist der Kampf, den in Lichtenberg feit anderthalb Jahren das K a t�a st e r a in t gegen das�ie Ausquartierung dieser Behörde fordernde Wohnungs- aint�fiihrt. Das Äatasteramt hat als Bureau in der Rittergutstratze eine aus mehreren Stuben und einer früheren Küche bestehende Wohnung, die sich in demselben chausc befindet, in dem der Leiter des Katasteranüs wohnt. Der Herr Steuerinspektor kann in j�aus» schuhen aus seiner Wohnung über, den Flur in sein Bureau hinüber- spazieren, aber für das Wohnungsamt war diese Annehmlichkeit selbstverständlich kein Grund, dem Katasteramt die Benutzung der Wohnräume zu Burcauzwecken zu verzeihen. Das Wohnungsamt verlangte die Ausquarticrung des Katafteromts, und für dieses wurden als neues cheim zunächst Räume des Amtsgerichts, darauf Räume in der Möllendorfftrasie, dann Räume in der Wühlisch- straße und dann wieder Räume des Amtegerichts in Aussicht ge- nommen. Aber immer fand der cherr Steuerinspekwr, daß die Mängel der für sein Katasteramt angebotenen Bureauräume schwerer wogen als die Bedräng- .nis der Wohnungssucher. Bei der Regierung erhielt n wirksamste Unterstützung— und so blieben alle Bemühun- gen um Freimachung der Katasteramtsräume erfolglos. In wiederholten Eingaben an die Regierung hat das Woh- nungsamt Lichtenberg keinen Zweifel darüber gclasien. wie es über die in dieser Sache immer bereitet�! Schwierigkeiten denkt. In- zwischen hat das Wohnungsamt auch an den Wohlfahrtsminister über die Angelegenheit berichtet, aber der Erfolg war nur der, datz der O b e r p r ä s i d:'n t an seinem ablehnenden Standpunkt fest- hielt. Auf nochmalige Eingabe des Wohnungsamts antwortete er sogar, datz»ausreichende Gründe für die Vevlegmig dies� Behörde nicht anzuerkennen sind". Man vergleiche hiermit den oben mitgeteilten Wortlaut der Berfügung des Wohlsahrts- minister-, seinen Hinweis auf die»geradezu unerträglich gewordene Wohnungsnot" und auf den von Behörden und Ktiegsgesellschaften den Bestrebungen der Groß-Berliner Wohnungsämter auf Frei- MiNhung von Wohnräumen bereiteten Widerstand. Was hat denn nun der Wohlfahrtsminister zu dem Widerstand des Katasteramts und der unterstützenden Regierungsstellen gesagt? Heilage ües Vorwärts vsnnerstag, 14. April 1�21 Die Elektrizitätseinschränkungen aufgehoben. Wie die Kohlenwlrtschastsstelle in den Marken'mitteilt, hat im Einvernehmen zwischen dem Magistrat Berlin und der Kohlcnwirt- schaftsstelle in den Marken Stadtbaurat o r te n am 1. April d. I. für die innerhalb der Stadtgemeind« Berlin belegenen Elektrizitäis- werke das Amt des Vertrauensmannes des Reichslommissars für die Kohlenoerteilung übernommen. Auf Antrag des Vertrauen?- mannes erfolgt mit Wirkung vom 15- d. M. ab die Aufhebung der Bekanntmachung der Kohlenwirtfchaftsftells vom 15. Februar 1921. Damit find die- zeitlichen Beschränkungen in der Stromentnahme aufgehoben. Die Kahlenwirtschafts- stelle erlätzt mit Wirkung vom 15. April eine B e k a n n!- machung..in der industriellen und gewerblichen Betrieben in den Gebietsteilen der Stadtgemeinde Berlin und der Kreise Teltow und Niederbarnim, die an öffentliche Stromversorgungsunter- nehmen angeschlossen sind oder mittelbar von solchen versorgt perden, euch fernerhin die Verpflichtung auferlegt wird, monatlich nicht mehr elektrischen Strom zu entnehknen, als sie durchschnittlich in der Zeit vom 1. Januar bis 39. September 192l) von der damals zulässigen Meng« monatlich verbraucht haben. Die Aufhebung der zeillichen Beschränkungen und die damit verbundene Erleichterung des Strombezuges ist lediglich auf den fortschrei tenden Rückgang in der Beschäftigung der Industrie zu- rückzvführen, der den Strombedars derart, herabmindert, daß seine Deckung trotz der sinkenden Kohl�nzufuhren ver- minderten Schwierigkeit«» begegnet. > Die laufenden Geschäfte des Vertrauensmannes für die inner- halb der Stadtgemeinde Berlin gelegenen Elektrizitätswerke werden in ständiger Vertrewng von Baurot Soberski(Dienstanschrift: Berlin W. 0, Linkstratze 26) geführt. Die Vslt See Schieber. Sriegsgewinnler. Einbrecher. ZuhSlker» PoNzelfpihel/ ■y-s. Mit seltenem Rafsinement ausgeführte Schwindeleien lagen einem umfangreichen Strafprozeß zugrunde, der in zweitägiger Sitzung unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Weigert die 7. Strafkammer des Landcgericht» I beschäftigte. Angeklagt wegen Betruges, Hehlerei, unbefugter Ausübung eines öffenllichen Amtes waren der Student Karl K o e s l e r. die Vermieterin Maria Kahl aus Eharlottenburg und der Kaufmann Helmuth M a g o l e t h aus Lichtenberg. Di« Verhandlung leuchtete in ein eigenartiges Milieu hinein. Die Hauptrollen spielten' sog.»Gents", wie sie des Nachmittags bei Tonndorf, Josty und anderen grohstädtischen Kafseehäussrn in halben Lackschuhen, seidenen Strümpfen, Gürtelpaletot und vielfach monokelbehaftet sitzen, und bei depen man nicht weiß, ob sie Schie- ber, Kavalicreinbrecher. Kriegsgewinnler, Zuhälter oder Polizei- spitzet sind. Denn auch legiere spielten in der Beweisaufnahm« verschiedentlich eine so traurige Rolle, datz' sich der Vorfitzend« veranlaßt sah, an einen dieser Spitzel, einen gewissen F r e u d r i ch oder Fredrich, die Frage zu richten, ob er nicht empfinde, datz es eigenllich eine grenzenlose Gemeinheit sei, als Beauf- SPD. Mgsmeine FvMonär-VersammlWg am Freikag. den IS. April, abends K Uhr. im»Deuifchen Hof-, Luckauer Straße IS. Tagesordnung: Friedensvertrag nnd Arbeiterklasse. Referent: Geuosie Hugo Sctmauu, M. d. R. Wichtige Mitteilungen. Mitgliedsbuch und AusweiSkart« werden am Saaleingang loutrol�ieit. Der Lezirksvorslaad. tragter der Kriminalpolizei anständige Geschäftsleute in«in« Fa l l e zu l'o ck« n.— Im November 1919 erschien die Angeklagt« Kahl in Begleitung eines Herrn, der sich als Zahnarzt D r. Fehrenbach ausgab, in Wirklichkeit aber ein Schauspieler May war, bei der Inhaberin der Galoanisteranstalt Baer und erklärte, daß sie gehört halie, daß Frau B. einen Goldbarren zu ver- kaufen habe. Di« Verhandlungen führten dazu, daß der angebliche Dr. Fehrenbach sich bereit erklärte, den Goldbarren im Gewicht von einem Kilo zum Preise von 4 3 00 0 Mark zu kaufen. Er werde am nächsten Morgen seinen Privatsekretär mit dem Geld« schicken und das Gold abholen lasien. Tatsächlich erschien am nächsten Morgen der»Privatsekretär", den Frau B. in der Person des jetzigen Angeklagten Kaesler wiedererkannte, legte eine dickgc- füllte Brieftasche auf den Tisch, steckte dann aber plötzlich die»Brief. tasche und den Goldbarren ein und erklärte da? Gold im Namen der Regierung beschlagnahmen zu müssen. da es au? eingeschmolzenen Zwanzigmorksmcken bestehe. Zugleich rief er zur Tür hinaus:»Wachtmeister, kommen Sie mal rauf!" Es erschien auch ein Mann in der grünen Sipouniform. Inzwischen war der»Privatsekretär" mit dem Goldbarren verschwunden, die Firmeninhober liefen hinterher und als sie zurückkamen, wly; auch der angebliche Sipomann verschwunden. Die Geschädigte wandte sich, da es ihr hauptsächlich aus die Wiedererlangung des Gold- barrcns ankam, an ein Deteltiobureau, das es fertigbrachte, den Schwindlern in einem Tage die wertvolle Beute wieder abzujagen und das Gold in einer Schmelze aufzustöbern.— Auch in den übrigen Anklagefällen, in denen die Angeklagte Kahl häusig als „Baronin von Hertefack" aufgetreten war, handelte es sich »m ähnliche„Beschlagnahmen". So wurden u. o- zwei Banklehr- linge aus Fürstenwald«, die sich mit rotgestempelten Tousendmark- scheinen einen heimlichen Nebenverdienst verschossen' wollten, durch die Gauner um hohe Beträge geprellt. Der Erlös aus den Schwin- deleien wurde von Kaesler und seinen Freunden in der unglaub» lichstcn Weise verprotzt: so wurde u. o. von sechs jungen Leuten in einem Lokal in Fihstevwalde am 29. Dezember eine Sett- zeche von 22290 Mark gemacht. Der Staatsanwalt beantragte gegen Kaesler 1�» Jahre, gegen die Kahl 1 Jahr und gegen Magaleth 4 Monate Gefängnis.— Das Gericht erblickte in den Straftaten eine solche Gefübllosizkcit der Ge- sinnung und hielt für solche Leute, die anstatt sich durch ehrliche Arbeit durchzudringen, sich in Cafes herumtreiben und die Gelegenheit zu raffinierten Betrügereien ausspionieren, eine strenge Strafe für geboten. Kaesler und die Kahl wurden zu je 3 Iahren Gefängnis und Z Iahren Ehrverlust verurteilt, Magaleth wurde freigesprochen. Ter Potsdamer Marstal! als Volkshaus. Der Potsdamer Magistrat beabsichtigt, den vormals königlichen Leibreiistoll im Lusigattcn zu Potsdam zu packten. DaS Grundstück gehört dem Rroiifideilommitz. Die Verwaltung untei stebt zurzeit dem preußischen Finanzmirnsterium. LuS dem Bertragsentwiiri wird entnommen, datz die Siadlgemeinde Potsdam den Vertrag bis zum 3t. Dezember 1950 obichließen will. Der Siadigemeinde wird auferlegt, dos Gebäude tunlichst mir zu g«» mein nützigen Zwecken iiir Ausstellungen oder gewerbliche Aroeilen z» verwenden. Der Mielpieis beträgl 12 300 M. jährlich. Ter Leibrciisiall enthält im eisten Geichotz diel große Räume, da« Licht ist iehr out und wü>de sich für AilSstellungen vorzüglich eigne». Der Marstall soll späterhin den Charaller eines Bolls- Hauses bekomme». Tie nächste Stadiverordnetensitzung wird sich mir der Pachtung deS Marstalles zu beschäftigen haben. Der Romantell muß in der heutigen Morgenausgabe wegen Ueberfülle aktuellen Stoffes in Fortfall kommen. Waldbrände in der Umgebung Berlins. Gestern vormittag gegen IL'/« Uhr entstand in dem Walde bei Frohnau, erwa 200 Meter von der Alemanenstraße entfernt,«in Brand, der schnell eine größere AnSdebnung annahm. Die alarmierte Feuerwehr lkSrnte erst nach aiigestrengler zweistündiger Tärigkrit wieder abrücken.-- NackmirtagS gegen VU Übt brannten im Zagen 14 in der Cöp«» nicker F» r st etwa 300 Onadralnreter Unterholz ab.— Um C Uhr abends wurde die Feuerwehr abermals»och dem Frobnauer Waide gerufen, wo nahe der Münchener Siraße der Wald in Flammen stand.. Hier konnte lo rechtzeitig eingegriffen werden, daß die Ausdehnung deS Brande« auf zirka 25 Quadratmerer be- schränkt blieb. In allen Fällen scheint Brand strsturig vor- zulicgen. »Alarkyrimn eine» Meter»". Zu der unier dieser Neberschrift veröffenilichten Nonz teilt uns die Vox-Schallplanenges-llickaft mit. »daß daS Hau« Potsdamer Sltaße 4 auf Grund der Genehmigung und der Besiimmung der Baupolizei lediglich für Bure.a uz wecke erbaut und daß da« Einbauen von Wohnnngeii nach den bebörd- liehen Bestlmmniigen nickt genatiel fei. Der Rcstauraleur Sckril, bewohnt allerdings vier Zimmer in dieiem Hauie, jedoch gebären die Räume» deren Wände durchschlagen sind, nichr zu serner Wob- ining. wenn er sie auch zeitweiie benutzt baben mag. Eine Küche sei außer der große» in einem' audercir Teile deS Gebäude« ge- legenen Restaurationsküche nie vorhanden gewesen. Die Gefellschaft benötige die Räume dringend für ihre Zwecke, da sonst die Eni- lasiung von Hunderien von Arbeitern rn Aussicht stände Die ? WohnungSinspeliion hätte auch nicht die Aäumrrng der Zimmer, londenr deren Beschlagnabme ausgesprochen."— E« wird Sache der beireffenden Znstanzen sei», hier die rm Jntereffe der Allgemein- hcit liegende�Enlicheidtlng zu treffen. Aufhebung der prügelflrase w de« Crziehuugsaoflalleu. Der Magistrat beschloß in seiner gestrigen Sitzung, in der Hausordnung für die Erziehungsanstalten.Struveshof" und»Linden- ho?" die Bestimmung über die Äcrhängung der Prügelstrafe aufzuheben. Bravo! Milchbelicserrrna. iöeiite und Freitag, den 15. d. M., werden die .VI'-»ud�v Il'-Korlen mit je Liter Frischwüch beliefert. Dir„D II*» Karten er Einfiel keine Milch. Arn Donnerstag, den 14. d. M.. werden die '!,>L!tcr-Krankenkaiten mit Frischmilch dedient mit AnSnabmc der Seztite V. VI, VII und VIII Als Eiiaiz für die auSiaüende Fiifchmilch in diesen Bezirken wird lU Liter CinulsionSimIch verauSgadt. Am Freitag, den 15. d. M. werden die'/.»Slter-Kianlenkarlen mit Friichmilch bedient, mit AuS- nähme der Bezirke t II. III, IV und IX 3114 Erjatz für die auSfallendc Frischmilch in diesen Bezirken wird V« Liier EuniIsionSmilch verausgabt. Abgabe von Saaltarloffcln in Neukölln. Saatkartoffeln werden täglich von S— 1 Uhr im städlifchen Eröwerk, Mittelbuschlveg 6/7, zum Preise von 55 M. je Zentner abgegeben. Lichtenberg. Heute 7'/z Uhr abends veranstaltet der städtische B o l k s- n n i e r h a l t u n g s a ir§ s ch u ß Im Nealghmuaswm an der Parkaue ein großes Sinfoniekonzert. Orchesterleitunz: Gencialdirektor Leo Blech von der Staatsoper. GntrittSIarlen sind noch in den Lichtenberger FUialen des»Vorwärts* und an der Adcndkasse zu haben. Der Bund religiöser«ozialiite», Abt. Ltrnkölln. veranstaliet heule L Ilbr in der Aula der Realschule in der Boddinllr. 34 unter Mit* wirtung de« Bundeschore« eine große össenrliche BolkSversamm- I n n g. in der Gen. Günlher Dehn den Hauplvortrag übernommen dat. Wiarkifche Vorträge. Malentage in der Rupvtner Schweiz und in der Prignitz,-N. a. auch KönigSzrab Zaddin. Kloltcr Heiligengrabc, Havel- btrg, � die allen Grenzburgen ivird Cdlat Bolle am Sonnabend, den Ich April, 8'/» Ubr, im Saale des AnnstqewerbcmuIenmS. Prinz.SIlbrecht- Straße 8, imicr Voriührrmg von ttö'KnniUichtbitderi! in naiüriichen Farben ichlldern. Karten vorher bei A. Dertheim, Konzertkass«, Bote u. Lock usw., jerncr abends am Saalcwzang. Zilmschau. . Die Bergkatzc. sUsa-Palast.) Man hat uns in dieser Bergkatz« von K r ä l q und L u b i s ch'ine Filmgroteske vorAssetzt. die allen Ernstes Beachtung verdient, da sie das» redliche Bemuhen zeigt, einen neuen Weg zu gehen. Mit Erfolg Hot map sich hier von den Der- logenherten der üblichen Filmerei entfernt und das Phantastisch« in einer flott-grotesten Mischung frisch� und munter allein auf sich selbst gebaut. Es spielt keine Rolle dabei, daß im einzelnen nqch nicht olles gelungen erscheint, daß der Kientopst-Pferdefuß zumellen noch durchblickt und daß die Darsteller aus ihrer FilniHrull nicht recht herauskönnen. Das Ganze ist gut. Der Inhalt persifliert (man kann ruhig sagen verhohnepipelt) im besonderen den INili» tarismus und die Tapferkeit die beide in einem phantastischen Bergkastell in Reinkultur gedeihen. Das ganze Bergkastell»kämpft" gegen eine lumpig? Räuberbande und es kommt dabei zu sehr er» gätzlichen Szenen, die sich im Hochgebirge auf Schneefeldern und zwischen Tannenwäldern abspielen. Polo N e g r i, die Titel-Berg- kotze, die in schwülstigster Filmdramatik groß geworden ist, gelingen überraschenderweise sehr gut einige Szenen tollster Ausgelaflenheit, Paul Heidemann karikiert nicht übel den liebenswürdigen Schwerenöter. Viktor Jansen zeichnet in prachtvoller Maske den Führer der hosenherzigen Festringsschar. Ein besonderes Lob ver- > dient der Photograph Theodor Spar kühl, der allerdings nicht» dafür kann, wenn von der Vielheit der Dekorationen bei einigen Innenaufnahmen nicht olles zur Geltung kommt. Hrost-6erliner parkeinacbrichten. Z7.«it. Heute, Donnerstag, den 14. April: tific Tageso 1. W>WI I. � SKEffl.-Romjettt.«PD�Aklionsausschuß und Arbeiter- und Augestellteurit». heut- abeud S Uhr. Sitzung bei OlbBtcr, Usedomstr. 83. Z-ngl-ünlistisch-»omniqunn SPD. Srupve griedrichshagro.'V, Uhr bei Scholz, Friedrich str. 8t,»ortraq vier„Preußen und 60» Reich. Referent Walter Spengler.— Nirnppe Fricdrichshaiu. IVi Uhr im Lonscrenzzimmer der ckemeindeschllle Stlas-mannstraße, Ecke Petersburger Platz, Bortrag über„Preußische V-rfassungsfra-cn*. Ref. Scnoffe Hans Tharß.— Erupric» Süden, Trsotow.N-ulSNn. Semeinfame Aussprache über unsere Seneralversaminlung im Jugendheim SIsenstr. 3. RlngbahnKif Treptow. Morgen, Freitag, den 15. April: 3. tlrei». Webding: 7 Uhr bei ftetfiu, Pankstr. tz». Persammlung aller sozial. deriokratischeu Sliernbeiräie sowie otl-r»andidat-n der soziawemolratlscheu Liste. Res. Genosse Dr. ttarsen. Alle sozialisttsche» Lehre: stud hierzu«in» geladen. lt. jtreie. Schinei-rg.Z-iedenau. 7>-z Uhr bei tzriebrlch, Wortdurgitr. 8, Sitzung sämtlicher Funliionärinneu.— DI- Bibliothek ist während de« Sommer. monat» von 8-.(t Uhr abends geijffnet.» Vi. Irret«. Steglitz, Lichteistlde.Lantwitz. 8 Uhc In SIldende, Stephanstr. l. ' Deineiusame Sitzung des Bildungsauoschukscs. Tagesordnung: 1. Maiscier. 2. Arbeitsplan 1921/1D>2. 8. und 4. Abt. Achtung Slterubrlräte! Sitzung bei Rückert, Sieinmetzftr. 88». Tagesordnung: Besprechung der tisfentlichen Clternvcrsamml.tng oom S. er. Alle Slternbeircit« und Ersatzmitglieder müssen bestimmt erscheine». 82. Abt. Cicglit). 8 Uhr bei Element, DvppeliU. 7, Frauenabend. 128., 12». und 130. Abt. Pankow. 7'4 Uhr bei Nowalskh, Wollankstr. 81, Sitzung der drei Abteilungoporstiindl mit den Obmännern der Agitation»», Bil- » dungs. und Zugendkommissionen und den Gemeindevertretern. Ardcitsgemeinschait sozialdemolratischcr Eltrrudclrät« de» 12. Verwaltung»- iezirts. Der viert« Vortragsabend der Genossin Frau Dr. ttrisch« findet abend» S Uhr in der Realschule Steglitz, Am Studenrauch-Platz, statt. « stonsum-Genossenschaf! Lichtenderg. Versammlung der w der«onsumaenossen. schast tätiaen Anarftellten. Thema:„Amsterdam oder Moskau*. Refcreut ?ohannes Hätz. Bericht des Genossen August Pattloch, IM Uhr, im Lokal Schulze, Am Ndnigsgraben 2. flus aller Welt. Wohauagsuot in Aeval. Aut der ersten Seite de«»Rrvaler Boten" sieht cian, groß folgende AitSlobung:« 50 000 Mark demjerligeri. der mir eine Wohnung von 8, 4. 5 oder mebr Zimmern im Zentrum verchaffl oder über gibt. Off.»üb„X K.tt i d. Erp. d. Bl. Schadeofencr I« Lberschlestcu. Am Dienstag ist da« Säge- wert der Forstverwaliiinst Gieickes Erben Suiannagrube«,,, Z.P|md.Doie Q®® Brechspargel«v« rnt.................. z-Pfurd-o«« 13co Stangenspargel.->»............... z»!-«»»«. 147S Frischer Maltrank EÄ otn Apiefweir aus Ifeübea»eir. C"K7"'!S"K12'° MiudU F9% Sintrtastüat mm Räucherwaren Sprotten................ Pw« 6°® Seelachs................«»dg20 Makrelbücklinge..P!«d 2®® Lachsheringe.......». 5«« 1»® Engl.Matjesheringesich. 250 Harzerkäse........Pknd 7W Goudakäsc........ piüBj 10so Tilsiferkäse..........PMd 57® Landkäse........... 7®® Kolonialwaren Weisse Bohnen.. p««d SSpi- Braune Bohnen.PMd 80»! Vikforia-Erbsen..Phmd 1»® Grüne Erbsen...... Phn* 1«® Haferflocken......... pw 2«® Kartoffelmehl...... pm Z»® Tafelreis................ p*«» 2®° Gebrannter Kaffee Pid.19®® Z�hmd-Dow 3®® Apfelmus........._ Stachelbeeren.............................. z-p�d-v«. 4® Sender-Angebot HJERMAN N II ETZ laasa Theater,iichtspäele etc.�l bOEBESaa» u-«»inr»|ryw7i|�i-r�..»-»T�rngrv->rW tarfWl lots... Pfund 6 75 Sl Opernhaas Jusephlegende Till Eulenspiesel/ Amnrenen T'/t Uhr Schaaspielhaas Die echten Sedemunds 7 Uhr Deutsches Theater 7*., Uhr: Russisch, äasispicl Blens Poleu Itzkaja Ou Pantberwelb Fr. 7: pie Joogfrau r. Orleans Rammerspicie 8 Ohr: Kräfte v Uhrb Ptr König der 1' dunklen Kammer ■ fir/Schaaspfelhaas (Karlstratte) 7 Uhr: Kaufma.in v. Venedig (9. Abteilung 4. Ahend) Fr 7: Kaufmann xon Venedig 06. Abteilung 4. Abend) Volksbühne rheater am Btllewplatz. TVjühr Antigene Thenter I. d. KSnlggrätzer Str. 7 30 Uhr Rugby Morgen: Rugby ucmödienhans Abends 7.30 Uhr: Die SachemitLola mit SIoz Pallenbcrg Berliner Theater Heute u morgen geschlossen Sonnabend zum I. Male; Das /Vlüliarden« Souper Operette von Dr Wlllner und H Kottow, Musik: F. Sielfan (Hilde WOrner, Uschi Elleol, Ralph Arthur Roberts, Herb. Klper, Paul Rehkopf) Centrnl-Thenter 7% Uhr: Die Psstmeislerln l>cnt«nho* Opcrnlmu» 7 uhr: Rlgoietto Fried r. WtiholiiiiM.Th t»/, uhr. flohelt öle Tänzerin Kl. Welinnvpiellinn« 7>/,uhr Reigen Knmlf«r.|i<* Oper tv.u. löderchen IdKstHpicilmeiH T*/« Uhr: Arnold RIeck in Dft rprnfsche Fliege 9lotro r»ol-Tliear<*p u� Die hlaae Mazor Aew«. Oper�rtentheat. T't Ufcrr: Prltz Werner Der lachsnce Ehetnann Ken*« VolkMtlieater uhr': JugeEdfreunde tleltlller>Theat.4'linrl. T-Auhr: AltßeidelbeTg Thsllo-Tlienfer r/.uhr Mascottchen Tb. am VotiviKlorfpl.'tta &, Uhr■ Minna v Bambelm Abends geschlossen, Freitag 6",u. D. fetter ans Cinflsda Theater ilee» em»,»« T't.uhr: SEhwatiienhocbzeit Th.Ld. Komma ndanten str. v.', uh.ßspyerJiifit.teAiiolar VPallner-Tbcfiter c/.uhrßieTanzgränn Wnlhüv.MnTlK'Hter 7,5ühr Fiedennaös Lessing- Tiiealer 7 Uhr, rum ersten Male: fcporflensb.Hittemaeiits Stück in zwei Teilen von Georg Kaiser Freitag 1 Uhr Peer Oyet Sonnabend und Sonntag 77.; Von Morgens bis Mitternachts Montau 7'/,; Ein idealer Gatte Deutsches Könsfler-Tbeater Allabendlich 71, Uhr: DieMarqoisev.Arcis _(Konstantin, Veidx) Residenz- Theater Tägltcn 7 Uhr: Oas Privileg Paul W egener, Lude RSflich, llka Orünlng, N Edcar Llcho. Sic. VjS: Lady Wir, der m. Filetier Trlanon-Theater � 7' t Uh!X TR O, S E N von Hc mann Sudermann. Olga Limburg, Karota Toclle, KSte Heack. Herrn. Vallentln, Franz Schüncmann, Heinrich Schreib, Wlih. Berdow Theater am Nollendorf platz Leitung: Hcrman Haller GVa Uht Freitag, den 15. April, rum 1. Male: SVa Uhr Operette in 5 Akten ron Hcrman H aller und Rideamoa nad« einem Losfsptel von Kempner-HorhslIiU Musik von Eduard KQnncke Milliarüen Souper Lori Leux Johannes Müller Gottfried Huppcrtz Ilse Marwcnga Carl Geppert Ä«; Max Roth Ludwig Kainer TSiue: Mizzi Sdiütz Eugen Rex Robert rägrel Kleines Theater TSglich 7'/, Uhr: Eugen Burg, Mady Christian:,, Hans Albers, Rieh. Elrcnack Casino-Theater Litthrlngcr Str. 37. Tlgl.'/�l Wieder ein neuer Schlager.' Bollrlch&Sohn Volksstück In 3 Aufzügen Berlin. Humor: Berlin. Typen Einzig In Grok Berlin SIC. 3• Bruder BaKhaaar uf Fölies Caprlce W a.Oranienb.Tor TeI.Nd.86S0 Neuy Programm: Der kennrhe.Inteef Sein n««lolI Am UadeHtrand mit Ferd. QrCneckcr Vorverkauf 11-2 u. ab 6 Uhr ISrkBs�usch- Sarrasani Tigl. 7 Uhr. Sonntag auch 3Uhr. Neue Attraktioner. Zirkuspantomime PrSHe und PuBta. Nur noch 2 Wochen: Vorverkauf /.irknskrsse und Tietz Königstadt-Theater itahnhai Jannewltibriicke rilRl. 7.30 Qala.Sänccr Im Ballsaal TANZ '%%%>' v0£T ägkj� VarleU�Cmlc Jnoritziitatz OranicnstralSe 53 54 Täglich 8 Uhr: Elite-Programm Otto Reutter sowie d. gr. April-Spiel plan Rauchen gestalten Tkcatei am KottbuaerTsr Tel.: Morltzpi. I«7f. I Tigl V/, u. zu halben 1 tüS— Preiser Sanntag nachm. 3 Uhr Ellte-Sancer Hervorragendes ijubfuums-Prggrarain! zwei lustige Einakitr „Ein Tag In Pasemuekel" und „Eduard der Tageadhattc- CtavepqefSid) »»llMIIINNMIIM»»«'» omd Treff® Tairparadies ZettZ In den Zelten(Tiergarten) üieSieyebienfanzabende Sonnabend, den 30. April; Blütenifest Feennafte Belenchiung Lrlt-.: Alben u Otto Erbe _____ idLdenliui- �endpn.-velchf schon Stit 3«hwnih«Ä Bedarf an Möbeln, Kbufekrion cfc.b& mir decken,!?®! meine oöHangs-Erlefch S?!ehshall.-Theater abends 71/, Chr und Sonntags nachm. 3 Uhr Stett. Säflijer Admlralspalast Flirt In SLMoritz Htt-Sayern FHedrlCstr V4-94a Prsqrammbepinn 1 Rennen zu Karlshorst (Strannbcrger Beofiver.lu) DoaRerstae, den 14. April, nachm. j USr —— 7 Renne«»■ greift ' ftbt Wanze s&üitu si«"»" Hy--.jt/t padikal- vStedP""" jf f(MlnnrmS �ewbz.-t 3t Sra�eriet erXmid Meln.Fab-i'ani: Otto Reiche'. BerlfnSO.SS. ia r>r A-V A-V>r»r»s p a* t-t t* t*»B riSg Berliner Theater Zamtaienlb, kr« 16. April, 7 Uhr:- IN» e r Ret n a«l«: � Das.| Operette ta S Sitten«an£ Dr. N. M. Willner nnbHanS Kottow> -in«»« Ernst Steffan>» 'gfÄf Ralph Arthur Robots Mdgenl: De? KoMpoilist Hugo MoeSgön zs-tz«; Egvn Mangelsdorff Hermann Krehan IsSn vroSseller.. Paul Rehtopf "'{SS: öilttc Wöru» Carip Ccrap.... llfthi Elleot Billy r-ms-R... Herbert Kiper z.' \ I I I i t Se Ralph Arthur RobertS � viitita ATeneieg �pqniiuu ws/ewuev| »obsy....... Wolfgang Zilzer 5 Brown. Sekretär- bei Brockfeller.. TtSNys FeNNer iam« Mehner SrchiSald Colgate. Ewald Weu'ck *!$£!*'.* Paul Pru-q-l Pmkertsn..... Ernst BeHmer Evelyn....... Wally Koch «tisis Lea Ketteley Johanna Ewald sin derr...... fleemn (Tttt» Same..... Bonn Ellen .Tmilt Dornt..... Cllln Senn« »nlln« Setter Seer..... Ter Hnnahetm elfter.. Sln Diener bei Slobpe ')•—-{i Sotje. «tiefe ain« zart ____ oemft Blnicc «in»m,......»»« Ceifee »Hpg �,«"I«ttnrt Tctnj Orefthct (enenb ffnBehn Are», I' Bülheim yutee Demtn und Herren her Oesellfthaft. Lataien, Ott»er Handlnn,: NewParL 1 «rfter NN:«in Fett in Allentlc«tt>. gweller M:> Salon der»ladt,» berrisnn im Palai» Brotteller. A Dritter Alt: Brmkfcllrr» Aibrilazimmer. w geit:(Begniiaart.? Die.Deloratlanen sind in eigenen»erkftSItrn her» J acttfBl; dir pruen Tallrtlrn und Hrrrrran�Ilgr von drr£ Ilrm» �hralritunft Hermann Z. Ätmimonn*' geliefert. J[ Scihnlithe Clnrfthhing: Sllhelm»elf f. Haufe nach bt« I. und 2. Alt. flnfmn 7 Uhr.. Vude 10 Uhr. • Tuchfabrik-Kiededaye oon H. Lamprecht.»erll«- Zrcplaa»,»enchtstr„ vertäut! 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Selbstlos und bescheiden bis zum letzten Augenblick in treuer PilichterfOlluna ausharrend, wird er uns allen als lieber Freund und Kotlege in aer Erinnerung verbleiben. Der Vorstaoil and die Anjesfellfen des Bezirksverbandes der SPD. I bnff nachmittags 3 Uhr, ir weg, KiefhoIzstraSe, statt. Die Einäscherung findet am Freitag, den IS. d. 3L, m Krematorium Baumschulen- Filiale«etlin, SeBoftisaftz. 37 ÄS - Senevv. ZWM-NlikbllivSe! TbnnrrStag, den lt. April 1921, nbenb« 6>/, NHr, in ben„ArminHsllcn", flommnttbattftnfiroge 58 59: Versammlung der Betriebsräte und Vertrauensleute. Frrltag, den 15. April 1921, nbeitbS K'/, Uhr, in brr Schulthriß-Brauerri, Hasrnhribe 22—31; Mitgliederversammlung der Herren- u.Tamen-Mgßschneiderei Tagrsorbnung in veibm Birsawtnlungen: �"- E Berschirdrnes. VtS/S dtdjtunn i 6inftiti nur fttgnt Suitori« be» Mltgürbebuchts #nb bei Betriebsräte» dezw. Sertrauenslewtetarte. Vollzählige» Erscheinelt wlrt erwarfeif Die Branche» kommissionea. Bus Grtmb pffentlicher Bekanntmachung und de» k] Wied beftuntnt, bot__________ bäulet unb filz bie llntrrtudiung.be» Schlachtvieh«» auf bera für die Benugung bei öffentlichen Schlad*» ächlachkhofe der Siadtgemeinbe Berich vom l«prii lS2l ab an Kedühren erhoben . werben: für 1 9Hnb, Fresser ober Pf erb... . l Äo'b bis 4 Monate alt(O,9o m Schi f erhöhe) Ott Schlacht» an Schau» gebührt» gebübrrn 20.- M. 8,- M. � Z 1 fferw'b!« lbkV«»fiHifcö«B6tt '* SO bÄch'oss»»� der St» dl'cerorbneiritptrfch 8/— 2�— «» befch'osse» i» der Stsdieerorbneienverfamnüuua aui Cntraq de» Magiiirats in. bot Sihung vom 31. März 13!1 B« r s. April 1981;:' Magistrat. Magistrat. I.Nr. 2437 2437. p. S. l 20. Gemeindebeschltth. Bus Gl bis»nt Uch er/ ausschlief! ich zu benubend« Schfachthauser, des he» vom IS. März fSSS i» bei ...... hsttbenul S, be» stommunalabgabengrieh.s vom 14. ZuU'tSN und de« K 14 '-......-usmbnmi"-------- de» 0cl«Ue», betr. die Au? t-efchaugesehes vom 28. hrung de» Schlachtvieh» und Fleisch- . Juni 1902. wird hiermit iesi geseht, daß vom L April 1921 od für die Unterluchung de» von außerhalb eingeiührten frischen Fleische» an Gebühren in Berlin erhoben «erden lallen:» für l Binbervieriel. 2�3 M. m 1 ftalb..»»......» 2,—.. n „ 1 Schaf ober»leg«......... ISO„ , l Schwein einscht TrichinenschaugebShr.. „ l Schwein ohne,'' . sede» Stild zubereiteten Fleisches Slild Speck So beschlösse» aus Antrag be, Magistrat, verordnetenversammlung . l�-. -VSO. von ber Stabt» zu Berlin in der Sitzung am Sl. März 1921. Bon dem Serrn Dberprästbenten für bl» veli vom L März 1921 bi« 3L März 1923 genehmigt om SL März 1921. Berlin, den 9. April 1921. Magistrat von«erlitt. Magistrat. Z..Rr. ISO V. 5. N/iL Prozesse, Kat, Beistand, mä&lge Preise. Teilzahlung, Ehe-, Alimenten-. Straf Sachen. Steuern, Gnadengesuche. Landgerichtsrat Dr. V. Kirchdach. Oesellschall m. h. H., AlexandersirjUe 4S(am Alexanderplatz, gegenüber Tietz)(9—71 Glänz Erfolge i Beohachta Tel.: KOoHst jsbs KaolinüniilselieMen- u. Slerbekasse von M. Montag, de» 18. April t«f» obenb» 7 Ahr, im SdangsaaL ffieinmeifterftr. 16/17: (Senetclojrlflniailüng. Tagesordnung: t. Jahre»- rnib KassenberlchL 2. Bericht bis Aufüchtsrat» unb Entlastung des Dorstanbes. 3. Antrag de» Vorstandes»nd Aussichtsrats detr. Uebertriti in»in« andere Kasse, h 34. 4. a) Dahl de« Borltandeo und der Eriahmänner. d) Wahl de« Aufstchlsrats und der Ersatzmänner. 6. Festsetzung berEntschädlguna 6. Anträge laut Hz 29 und So der Satzungen. 7. Berschlebene». IST August Penn, Max Richter, Vorfltzenbe» Kcssierer. Ankauf Juwelen Mttsiäeo.� . Kaaiaitratr. 9. Krause Pianos cor Miete Ansbacher Strafte I, BckeKarIQrstenstraße Die Nervenschwäche der Männer als Folge sugendllcher VerIrrungen o. Ausschwelfungen. Ursachen, Verhütung u. Heilung von Dr. C. Wendel. 5. Auflage. Preis M. Zu beziehen durch das Institut für Gesundheitspflege Wie». baden 77 II/N» Speziatarzf Dr. med. Kochen für Syphilis, Harn-, fraucnld., Schwäche, Salrarsan-Kures. 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Pfund 3" Eateriiocken........ p�d 240 Nadein............... Pfand 590 Kunsthonig........ � 425 Schnittbohnen 475 Gemäsescholen 495 dptelmus'"..��m-Doee 395 Leberwurst 2-Pfd.-Dose ►30 Belie-Aniaocc-Str�e Grcfic Franklüiler Slrde Brüimesslraljo Kotiiinser Damm Wilmersüorler SM Freundliche Einladung m Vrillenbednrfligen s Hiermit bitten wir höflichst um Ihren werten Desufb. Jede, selbst die gute Ruhnke-Fasiung leidet im Gebrauch. Schrauben und Gläser lodern sich, die Feder lätzt nach, der Steg verschmutzt und anderes. Solche Mängel müsien beseitigt werden, ehe kostspielige Reparaturen daraus entstehen. Lassen Sie Ihre Kneifer und Brillen mit gleicher Sorgfalt pflegen wie Ihre Kleidung, die Sie doch auch regelmäßig reinigen und bessern lasten. Beginnen Sie noch beute damit, besuchen Sie eines unserer Geschäfte. dann werden Sie Ihre Freude haben an dem korrekten Sitz, dem eleganten Aussehen Ihrer Kneifer usw. Der bereit» im Besitz und Genusi der Ruhnke-Garantie ist. hat diese Pflege au verlangen und noch mehr, wie kostenlosen Ersatz der zerbrochenen Metallteil« der Fastimg usw. � Sie sind uns ebenso herzlich willkommen, auch wenn Sie' noch nicht« bei ans gekauft habxn, denn wir halten uns zur Pflege sämtlicher Augen« gläser, zur Förderung de? Wohlbehagens aller Brillenbedürftigen, verpflichtet. Sehen Sie jetzt gleich nach, ob Ihr Augenglas auch wirklich in Ordnung ist. falls nicht, dann kommen Sie bitte sofort zu uns, ehe aus Kleinigkeiten teure Reparaturen entstehen. Folgen Sie dieser Einladung. Wir werden Sie freundlich empfangen und dafür sorgen, daß Sie uns von da ab ebenso freund» lich in Erinnerung behalten. Au? nebenstehenden Adressen werden Sie sicher eins unserer Geschäft« finden, welches auf Ihrem Wege liegt. Sind's die Aagen, ff eh"* xu Ruhnke/ Ehar'ofkenburg: JatKBjjlsn-Sircte 15 Eck« Marburzer Str. Zoochlmsthalcr Straße 2 nahe Dhf. 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Schrissüche Augedot« erbeten�unttr B. 21 an die Expedition diese» Blatie«� 221 O. Ur modernen GeldseMbaii zum baldigen Eintritt gesucht. Nähere Ansahen, Zeuenisabschriften, Gehaltsansprüche u. Bekanntgabe des frühesten Einirittstermines erbeten an F.Wertheim& Comp. A.G. Wien IV.. Mommsengasse Nr. 6. Für eine grosse Kessclmonlage und an« schlicsstud daran Beschäftigung tu einer Lokomotiv-Reparatur-Werkstatt werdcn Ä tüchtige Kesselschmiede i zum sofortigen Eintritt gesucht. Person- liche Meldungen am Sonntag, den 17. April. vorm. S—>2 Uhr, bei Herrn Ott« Ziuunenuaua, Berlin, Rcinidendorfer Str. 63. 10 19 Lehuhhnanche «---«-W-«erkäuserinnen werden sofort eingestellt. Meldungen von 11—1 Uhr vorn 4Ss. „Ter Schnhhoft� ginffir. II Gesucht Prov.-Vertreter welche Landwirt.', Spediteur», Brauere'en und gtegele besuchen,»um Berlaus großer v-rdrauchsaNl'et.»2— Chemische Erzenplsse t': iledersedHt; «SD 6 lüchllB«.(«H>PU»6l8« l feuerichmiede welch» nach Zeichnung arbeiten können, werden kstr'saf. gel ni'ezilWltzzlidliieiilsdi'ltii.Zetilkkveiltllklilgsiij.K. iti.ns' tzarömg— der Tod des Völkerbundes. Paris, 13. April.((EG.) Der Pariser Korrespondent der Na- seler Nachrichten" meldet: Zur Botschaft des Präsidenten ch ardin g schreibt Perti n ox im„Echo de Paris": Für den Völkerbund bedeutet das fraglos den Tod. Da er gezwungen ist, auf den Beistand von Amerika zu verzichten, mährend Deutschland und Rußland ihm ebenfalls fehlen, entspricht der Völkerbund nur noch einer Prioatgruppe von Mächten, was den Pakt, mit dem er ausgestattet ist, jede Bedeutung raubt. Schon habe die Leitung des Bundes in Genf die Losung erhalten, ihre ehrgeizigen Unternehmungen zu beschränken und ohne Lärm und Reklame an der Ausführung des Vertrages mitzuarbeiten, und den Graben nicht zu erweitern, der uns von den Bereinigten Staaten trennt. die Busfubrtaxe Zrankrelcbs Sckaöen. Paris, 13. April.(ET.) Der französischen Kammer leg heute vormittag der Gesetzentwurf über die Einführung der W-Prczent-Ausfuhrabgabe vor. Der Berichterstatter" N e r o n ver- teidigte den Regierungsentwurf: er tat dies aber mit dem Be- merken, daß er die Einführung einer 12prozcntig«n Abgabe lieber gesehen hätte. Die deutsche Regierung, sagt der Bericht- erstatter, scheint entschloflen zu sein, die Wirkung der Sv-Pro- zent-Ausfuhrtoxe aufzuheben. Deshalb müßten neue Maßnahmen in Aussicht gestellt werden, um dem schlechten Willen Deutschlands in dieser chinstcht zu begegnen. Es bleib« zu hoffen, daß Deutschland in seinem eigenen Interesse nachgeben werde. Alle Redner sprachen flch in der entschiedensten Weise gegen den Regierungsentwurf ans, da dieser gegen die Interessen Frankreichs gerichtet und nur denen Englands dienlich sei. Die unausbleibliche Folge werde die Verteuerung der Lebenshaltung in Frankreich fein. Der französische Derbraucher werde es in Zukunft fein, der die Lasten dieser Taxe zu tragen haben werde. Wenn man Bedarf nach deutschen Erzeugnisten haben werde, so werde man den Forderungen der deutschen Verkäufer nachgeben und die 80 Prozent Taxe durch die französischen Importeure zahlen lasten müsten, an- derenfallS sei man gezwungen, die Waren aus Ländern mit höherer Valuta, wie z. B. aus England zu beziehen. Die Sozialdemo. kratische Partei ließ durch ihren Redner Blum erklären, daß sie den Gesetzentwurf ablehnen werde. Die Debatte wird morgen fortgesetzt werden. Die Feststellung der Gefsmtschuldsumme. Eine Erklärung der deutschen Telegatio« in Paris. Paris, 13. April.(WTD.) Die Reparationskommis. sion hat heute vormittag, ohne vorher die Zustimmung der beut- schen Delegation über die Festsetzung dxr Kriegsschäden einzuholen, «ine Erklärung der deutschen Delegation vom 5. April ISZl mit einer Antwort des Lorsitzenden der Reparationskom- Mission in unvollkommener Weise wiedergegeben. Es ist des- halb notwendig, den Text der deutschen Erklärung im Wortlaut zu veröffentlichem Er lautet: Bevor die deutscke Delegation damit beainnt, zu den einzelnen Schädenlisten der alliierten und astoziierten Mächte ihre Bemerkun- aen vorzubringen, legt ste Wert darauf, ein« allgemeine Er- klär un g abzugebem Die Delegation ist von der deutschen Re- gäerung mit der Prüfung der Schädenlisten der alliierten und asio- ziierten Mächte beauftragt worden, die ihr gemäß Artikel 233 Ab- sah 2 des Friedensvertrages von Versailles von der Rcparations- kommisston Lbersmdt morden sind Infolge der verspäteten Einreichung der Schädenanmrldungen seitens der in Betracht kammenden Staaten bei der Reparationskommisfion ist die Heber- reichung der Listen an die deutsch« Regierung so oerzögert war- den, daß bei der Kürze der zur Durchprüfung verbleibenden Zeit die beiderseitigen Anst�mgungen, zu einer objektiven Fe st st el» lung der gesamten Schadensumme, die dem Sinne des Friedensvertrags von Versailles entspricht,'zu führen, nach Auf» sastung der deutschen Delegation einen Erfolg nicht haben können. Die deutsche Regierung hat die Reparationskommission von vornherein auf diese Sachlage hingewiesen und ihre Auffastung ist durch den bisherigen Gang der Arbeiten in vollem U»g f a n g« bestätigt worden. Die Ausgab« der Delegation riiußte nach Lage der Sache darauf beschränkt werden, Klarheit über die von den einzelnen Mächten bei der Feststellung und der Berechnung der Schäden angewandte Methode zu geben, um diese Methode und ihr Ergebnis kritisch zu prüfem Von vorn- herein mußte sie daraus verzichten, einen Gegenvor- schlag für die gesamte von Deutschland zu. leistende Schaden» summe auszuarbeiten oder den Berechnungen der einzelnen Länder «Igen« Berechnungen gegenüberzustellen. Nur in wenigen Ausnahmefällen ist ihr dies möglich gewesen, und auch das Ziel einer umfassenden und befolgten fystematischen Stellungnahm« zu den Berechnungen der Alliierten hat die deutsche Delegation nicht zu erreichen vermocht, obwohl sie für alle Schadengruppen die besten Sachverständigen bestellt und schon vorher bearbeitetes Maicrial mit herangezogen bat. Die Rechnungen enthalten zum größten Teil keine ausreichende» Ublerlogen, die die Nachprüfung ermöglichen. In vielen Fällen werden nur die Endziffern, fei es für gesamte Schädengruppen, sei es für einzelne Unter- abteilungen derselben, mitgeteilt, ohne daß Angaben über die Art d»r Errechnung beigefügt sind. Dag Ersuchen der Delegation, durch Stellung von Fragen und Erbittunq von Unterlagen eine Er- gönzung des hier' vorliegenden Materials zu erreichen, äst mnr teilweise von Erfolg begleitet gewesen. Einzelne Mächte haben es grundsätzlich abgelehnt, ihre Sachoerslündigea zvr Auskunfterleiluag znr Dersügang zu stellen. Vit Anstrengung aller Kräfte ist es gelungen. In den vorgeschriebe- nen kurzen Fristen die Aeußerungen zu den Zchödenanmeldungen fertigzustellen und der Reparationskommission zu überreichen. Au» den angeführten Gründen konnten die Aeußerungen keine snstema- tische Bearbeitung dreien. In dem überwiegenden Teil der Memo- randcn konnten nur einzeln« Einwendungen, sei es gegen Fest- stellungs» und Berechnungsmethade, sei es gegen die in Rechnung gebrachten Schäden und Werte gemacht werden. Auch bei den mündlichen Erörterungen über die einzelnen Listen, in die heute «ingetreten werden soll, wird es ihr infolaedesten nur möglich sein, einzelne Punkte Herauszugreisen und zur Sprache zu bringen. Sie legt aber Wert darauf, von vornherein zu betonen, daß unter den ge- »ebenen Umständen die Richterwähnungeines Schodens- postens unmöglich so ausgelegt werden kann, als feie» deutscherseits dagegen keine Einwendun- gen zu erheben. Parts. 13. April.(WTB.) Wie der„Temps" mitteilt, finden augenblicklich in der Reparationskommisfion Erörterun- gen statt, um festzustellen, wann gewiste Mächte, wie Polen, Tschechoslowakei und ander«, in den Krieg eingetreten seien. Diese Feststellung sei notwendig, da erst von diesem Tage ab das Recht auf Reparationen seitens Deutschland gerechnet wer- den könne. » Parts. 13. April.(EE.) Die deutsche Kohlenabordnung in Pari» wurde heute von der mit der Regelung der Kohlenfrage beauftragten AbtÄlung der Reparotionsk am Mission unter Führung Maclerss angehört. Die Abordnung bracht« Ein- Wendungen gegen die Forderung der Geparationsesmmifsioa h ersichtlich der und Quantität der zu liefernde» Kohle» vor. „Kein neuer Krieg/ London, 13. April.(25239.) Unter der Ueberschrift„Kein neuer Krieg Frankreichs gegen Deutschland. Die Alliierten gehen, wenn überhaupt, gemeinsam vor", schreibt der diplomatische Mit- arbeite? des„E o e n i n g Standard, heute unternommene Nach- forschimgen halten keinerlei Unterstützung der mit Bezug auf eine extreme Aktion Frankreichs nach dem 1. Mai verbreiteten Ansicht ergeben. Der Berichterstatter weist auf die Schwierigkeiten Bnands gegenüber der Ungeduld der französischen Kammer hin, die ihm seine Politik vorschreibe. Man erwarte jedoch zuversichtlich, daß Dr. Simons vor Ablauf der Zeitgrenze mit neuen Vorschlägen der deutschen Regierung hervortreten werde, die vielleicht den Forde- rimaen der Alliierten einigermaßen entgegenkommen würden. iiHenn Deutschland irgendeinen Beweis eines aufrichtigen Wunsches zur Aufstellung eines durchführbaren Planes zur Bezahlung feiner Schulden ablege, wobei es sich um etwas weil Größere« als sein ketztes�lngebot in London handeln mülle. so würde dieser sicher nicht unbeachtet gelösten werden. Es herrsche der beut- liche und zuversubtüche Eindruck, daß Deutschland die'Alliierten nicht bis zum Aeußcrsten treiben, sondern versuchen werde, bessere Vorschläge entweder durch Barzahlung oder Bezahlung in Waren zur Regelung der gesamten Reparationsfrag« zu machen. Sozialiftentag in Spanien. Madrid, 13. April,(chavos.) Die gestrige Abendsitzung des S o- zialistifchen Parteitages dauerte bis Tagesanbruch. Die Berlefung eines Briefes des Parteivorsitzenden Pablo Iglesias, welcher die Verwerfung der zwei Bsdin- gungen Lenins empfahl, verursachte eDien heftigen Tumult. Die Polizei mußte einschreiten, um mehrere Abgeordnete, die ein- ander in die chaare geraten waren, auseinanderzureißen. Gleich- zeitig stimmte der äußerste linke Flügel Lieder auf den Ehndikalis- mus und auf die Anarchie an. Schließlich mußte der Vorsitzende die Satzung aufheben angesichts der immer wiederkehrenden Zwischenfälle und der Unmöglichkeit, zu einer Verständigung unter den verschiedenen Richtungen zn gelangen. Die Zeitungen melden, daß trotz der Haltung der gemäßigten Gruppe, die bei einer Ad- stimmung über eine Frage der innereü Politik mit den Extremisten ging, der Vorschlag von Pablo Iglesias eine Mehrheit von über 2 vvg Stimmen erzielte. Die Genossenschastsreform In Rußland. Riga. 13. April(OE.) Die mit der Ausarbeitung des Natural- steuerdekrets betraute Kommission des Rates der Volkskommissare hat u. a. folgende Richtlinien für die R« g e l u n g d e s G e n o st e n- schaftswefens aufgestellt:' Die hausindustriellen und landwirt- schaftlichen Genosienschaften sollen von den Konsumgenostenschaften getrennt werden: der Beitritt zu den hausindustriellen und landwirt- schaftlichen Genosienschaften soll freiwillig sein, während seder Bürger verpflichtet sein soll. Mitglied der örtlichen Konsumgenossenschaft zu werden. Ueber die Konsumge- nossenschaften soll oermittelst des Derpflegungskommissariats eine Staatskontrolle ausgeübt werden. Die Moskauer„Prawda" betont die unpolitische Rolle der russischen Genossenschaften, hebt jedoch gleichzeitig die Notwendigkeit ihrer Zusammenarbeit mit der Kommunistischen Partei hervor. O helfiogfors, 13. April.(OE.) Di« Moskauer Zeitungen veröfient- lichen«inen Aufruf der Sowjetregierung, der die im Auslands weilen- den Vertreter der russischen Intelligenz zur Rückkehr in die Heimat ausfordert, da Sowjetrußland zum wirtschofllicheir Aufbau die Intellektuellen hinzuziehen wolle._'• Z» Nordwest- und westböhmeu sind sämtliche kommunistischen Jugendorganisationen aufgelöst worden. Der Kapp-Putsch vor Gericht. An die Tage des Kapp-Putsch es knüpft ein Strafver- fahren an, dos gegen den Leutnant der früheren Sicherheitspolizei Thormann wegen Beleidigung des Oberst der Sicherheitspolizei Berg eingeleitet worden Ist. Thormann, der durch Rechtsanwalt Bahn verteidigt wird, hat am 17. März 1920 an den Kommandeur der Berliner Sicherheits- polizei, jetzigen Oberst K a u p i s ch, einen langen Bericht ein- gereicht, in dem er die Vorgänge bei dem Kapp-Putsch genau schll- derte, sich über Mißstände bei der'Sicherheitspolizei beschwert« und eine Reorganisation nach demokratischen Grund- sätzen verlangte. Der Oberst Berg fühlte sich nun dadurch beleidigt, daß Thor- mann behauptete, Berg habe auf seine Entlastung hingearbeitet, well Berg keine Reserveoffiziere, sondern nur„zuverlässige" Offiziere für die Reaktion haben wollte und nicht nach der Tüchtigkeit urtelle, sondern reine Parteipolitik treibe. In dem Bericht ist ferner noch folgendes ausgeführt: Aon verschiedenen Offizieren der Sicher- heitspolizei, insbesondere von Oberst Berg, sei auf den Kopp- Putsch seit längerer Zeit hingearbeitet worden. Am 12. März nachts hätte ein Oberleutnant vom Stabe jedem Hun- dertsührer durch das Telephon gesagt, die Truppe stelle folgendes Ultimatum: Ersetzung des Rcichswchrminilters durch einen General, vollständige Strafbefreiung sämtlicher Bcteiliaten, Freilassung des verhafteten Hauptmanns von Kessel. Am 13. März wäre angekündigt worden, botz die Märiiiebrigade ErHardt mit schwarz-weiß-roten Fahnen in Berlin eingerückt wäre und der Re- gierung ein Ultimatum zur Abdankung gestellt hätte: vom Kam- mando der Sicherheitspolizei sei Befehl gegeben, den Straßendienst weiterzumachen, aber bei den weiteren Ereignissen nicht«inzu- greisen. Am 18. März hätte Hauptmann von Kessel wieder > i e Fübrung einer Hundertschaft übernommen. Dir 'p'-amtenlchakt. sollte sicb«tttsckeiden, mit diesem zu gehen, oder lieber entlassen zu werden. Jeder sollte seine Stellungnahme in einer Liste nieverlegen. Die gesamte Sicherheitspolizei hätte sich auf den Baden der Tatsachen(Kapp-Regicnmg) gestellt und sich b«. reit erklärt, den Sicherheitsdienst nach den Anordnungen der provi- sorischen Regierung in vollem Umfange durchzuführen, selbst unter Anwendung von Waffengewalt. Es wird dann in dem Bericht noch im einzelnen dargelegt, in welcher Weife die Sicherheitspolizei politischen Zwecken d i e n st b o r gemacht werden sollte. Zum Schluß verlangt Thor« mann in seinem Bericht an den Oberst Aaupisch, daß pclitiiche Zweck« in Zukunft bei der Sicherhellspolizei ausgeschlossen werden sollen und dvtz es erforderlich wäre, dieieniqen Beamten zu de- fettigen, die sich hinter die Kapp-Regierung gestellt hätten. Dieser politische Vorgang sollte in einer Beleidigungsklage am Mtttwoch vor dem-Schöffengericht verhandelt werden. Rechtsanwall Bahn stellte den Antrag, doch den ganzen Bericht zu verlesen, nicht aber nur einen kleineren Teil. Dabei stellte es sich heraus, daß dem Gericht und auch der Staatsanwalt- schoft nur ein ganz kleiner Teil der langen Beschwerde des Thormann zugänglich gemocht worden war. Es wurde nun- mehr dem Gericht der vollständige Bericht übergeben und Dertagung beantragt. Da die Schöffenabtellung schon bis Mite Juni mit Terminen belegt ist, kann die neue Verhandlung erst um diese Zett stattfinden. Durch Rechtsanwalt Bahn ist ein ganz umfangreicher Wa hrheitsbeweis in der Mchtung be» antragt worden» daß die in dem Bericht des Angeklagten geschil- d«te» SorgänGe sich ereizn« habe». Mirtschast Sanktionen. Die Zwangsmaßnahmen wirtschaftlicher Art, die die Entente zur Durchführung der Wiedergutmachung Deutschland auferlegt hat, treten nach und nach in Wirksamkeit. Die Interalliierte Rheinland- kommisston hat die Bestimmungen über die Zollgrenze am Rhein veröffentlicht, die nichts anderes bedeuten, als die Wirtschaft- liche Abschnürung eines Volksteiles, um ihn nach dem Muster der olldeutschen imperialistischen Faustpfandpolitiker zur Bürgschafts- leistung heranzuziehen. Nach dem Wortlaut der Verordnungen ist die Ausfuhr von Waren aus dem Rheinland nach dem übrigen Deutschland stärker Belastet als der Export rheinländisch» Waren nach dem Westen. Werden doch bei der Warenausfuhr nach Deutschland Ausfuhrzölle in Höhe der deutschen Einfuhrzölle, allerdings in Popiermart gerechnet, erhoben, während nach dem Westen hin die deutsche Ausfuhrordnung bestehen bleibt, die keine Exportzölle kennt. Die soziale Ausfuhrabgabe. die vermutlich jetzt zugunsten der Entente erhoben wird, kann dabei außer Bettacht bleiben, da ste für eine große Zahl von Waren auf Null gesetzt worden ist, im übrigen aber keinen fiskalischen Zoll darstellt und in demselben Maße hinfällig wird, wie sich die Inlandpreise den Weltmarktpreisen nähern. Für die Einfuhr von Waren nach dem Rheinland bleibt das deutsche Mutterland vorerst günstiger gestellt als das Ausland, da für di- deutschen Waren der Einfuhrzoll nur 28 Proz. der in Gold erhobenen deutschen Einfuhrzölle bettägt, wie sie an der Westgrenze in Wirksamkett bleiben. Es ist jedoch die Frage, ob diese Zollfestsetzung auf die Dauer bestehen bleibt. Jedenfalls har sich die Entente ausdrücklich vorbehalten, die Zollbestimmungen zu ändern. Eine Abänderung der Zölle zugunsten der Entente ist um so wahrscheinlicher, als die ganze neue Z o l l r e g e- lung im Rheinland offenbor sehr flüchtig ent- warfen ist. Auf dem deutschen Zolltarif bauen sich die Ausfuhr- Zölle des Rheinlondes für Waren, di« nach Deutschland gehen sollen, auf. Der deutsche Zolltarif aber enthält nur Einfuhrzölle. Er ist ein Produkt der deutschen Schutzzollgesetzgcbung, die ihrem ganzen Wesen noch darauf eingestellt war, Waren vom deutschen Markt fernzuhalten, die den deutschen Produzenteninteresien irgend- wie schaden oder die Profite der Agrarier schmälern tonnten. Wendet man ihn schemattsch auf die Ausfuhr an. so werden viele Waren stärker belastet als es die Weltmärktlage zuläßt, während andere vielleicht zu wenig belastet sind. Es besteht kein Zweifel darüber, daß man die Zollsanküone» nicht nur deshalb in Kraft gesetzt hat, um die Erträgnisse der Abgaben auf das Wiedergutmachungstonto zu oerbuchen. Hätte man ernsthaft die Absicht, deutsches Geld zu be« schlagnahmen, so hätte man sich schon längst darüber verständigen können, wie das deutsche steuerslüchtige Kapital im Aus- land zu diesem Zwecke zu erfassen wäre. Um dieses steuerslüchtige Kapital sind/ja nicht nur die deutschen Reichsfinanzcn geprellt wor- den, auch die Zahlungsfähigkeit Deutschlands für die Wtedergut- machung wurde durch die Kapttalverschiebungen schwer beeintröchttgt. 5)ier interessieren nur die wtttschafllichen Folgen. Di« Zoll- grenze am Rhein wird, wenn nicht Gegenmaßnahmen gettoffen werden, dort ähnlich« Erscheinungen zeitigen, wie ste im Saar» g« b i« t zu beobachten waren:«in« starke Anpassung an das Wirt» schastsleben der westlichen Mächte, eine Teuerung infolge des Dattttaunterfchiedes, die schließlich zu einer Einführung der Franken- Währung führen kann. Es bedarf keines Wortes, um zu beweisen, daß dem mit allen Mitteln entgegengewirkt werden muß. Der Oberste Mat hat es weiter auch verstanden, die Forderungen der von der deutschen Konkurrenz bedrohten auslän- dischen Industtie mit dem Wiedergutmachungsproblem z» ver- knüpfen, indem man auf den Import deutscher Waren eine Abgabe von 30 Proz. legte. Don den Lölkerbundmächten haben nur Bra- filien, Haiti und Kuba diese Einfuhrabgab« formell abgelehnt. In einer Reihe von Staaten sind di« Erwägungen darüber noch im Gang«. Ihre Zustimmung'zur Einführung eines Einfuhrzolles haben nach Angaben des Reichswirtschaftsministerlums Polen, Iugo- flawien, China, Siam und die Tschechoflowakei erklärt. Die eng- lischen Kolonien haben sich der Einfuhrabgaben abgesehen von Neu- fundland nicht angeschlossen. Nachdem die Länder, die für Deutschland die wichtigsten Absatz- gebiete sind, ihren Markt gegen die deutschen Waren abgesperrt haben, ist sein« Zahlungsfähiglett doppelt bedroht. Die einzige mögliche Lösckng. die Wiedergutmachungsfrage zu lösen, ist in dem Wiederaufbauprogramm der'Gewer kschafts- internationale dargelegt worden. Bon einer provisorischen Regelung mit dem unerhörten wirtschofllichen und politischen Druck, der damtt in der Hauptsache auf die arbeitenden Schichten ausgeübt wird, hat weder Deutschland noch die Entente irgend- welchen Nutzen. Würde man dies in Paris einsehen, so wäre der Weg zu'neuen Verhandlungen ohne weiteres gegeben. Ms öer Partei. Tin Zlchizigjähriger. Genosse Theodor S ch w a r tz- Lübeck begeht heut« seinen achtzigsten Geburtstag. Seit 54 Iahren ist er orgamssener Sozialdemokrat. 28 Jahre lang hat er seine Baterstadt Lübeck im Reichs- tag vertreten, und noch heut« ist er Alterspräsident der Lübecker Bürgerschaft. Theodor Schwartz, �hedje", wurde am 14. April 1841 als Sohn eines Arbeiters in Lübeck geboren. Sechsjährig verlor er den Boter, achtjährig mußte er schon sein Brot mikerdieneu und besuchte nebenbei di« Armenschul«. Als Schisssjunge ging er zur See. wurde dann wieder Former und hörte auf der Wanderschaft eines Tages Lassalle reden. 1808 gründete er in Lübeck ein« Orts- gruppe des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins. Drei Jahre später hielt er seine erste äffemliche Rede. Infolge seiner Agitation arbeitslos geworden, ging er abermals aus See. Die Erfahrungen, die er hier sammelle— er erlebte einen Schiff- bruch, wobei die Mannschaft alles verlor, ohne dafür entschädigt zu werden— machten ihn zu dem Dorkämpfer für eine Reform der Seemannsordnung, als den man ihn später im Reichstag kennen lenKr. End« der achtziger Jahr» gab Schwartz den Sosmannsberuf auf und ließ flch als Speisewirt in Lübeck nieder. Sett 1877 kandidierte ihn die Partei zum Reichstag. 1890 erobert« er das Mandat. Im Jahre 1917 schloß sich Schwartz der Fraktion der„Arbeitsgemeinschaft" an, ohne jedoch seine Zuge- Hörigkeit zuk Partei aufzugeben. Der Partei der Unabhängigen hat er niemals angehört; di« organisatorische Spaltung hat er stet« bekämpft und verurteilt. Auch schriftstellerisch hat sich Genosse Schwartz lebhast und bedeutsam betätigt, besonders auf dem Gebiet der Lübecker Gc- schichte. Jetzt arbeitet der Achtzigjährige an seinen Lebens er- innerungen. Gebrechen des Alters, Schwerhörigkeit und Nach- lassen des Augenlichts haben ihn einsamer gemacht, als er es zu sein liebte: aber wichtige Sitzungen der Bürgerschoit versi�nnt er darum nie. Die Lübecker Arbeiterschaft veranstalicr für ihren Bortämp-ec ein» mM**t Feier. Per Samt stiftete ihm ein Ehrengeschenk. GewerMastsbeivegung �«gestellte! Geht heute wähle«! �«iite von 12 Uhr mittag» bis v Uhr abends wählen die Berliner Mitglieder des Zentrawerbcmdes der Ange- stellten ihre Delegierten zum Verbondstag. Die 32 Wahllotale sind in Nr. S de?„Berliner Angestellten* und an den Anschlagsäulen bekanntgegeben. Jedes Mitglied kann unter Vorlegung seines Der, bandsmitgliedsbuches in jedem beliebigen Wahllokal wählen. Stimmzettel sür die Liste Anliegen in allen Wahl- lokalen au«. Di« Kommunisten versuchen die Wahl zu einer Macht- probe für ihre Partei zu gestalten. Mit den üblichen phrosen- hosten Angriffen gegen die„menschewistischen* Gewerkschaftler, unter Verschweigung ihrer eigentlichen'Ziele, suchen sie Stimmen zu fangen. Nachdem in den letzten Monaten in ollen Berliner Gewerkschaften die Kommunisten bei Urab- stlmmungen schwere Niederlagen erlitten haben, kommt der Abstimmung der Angestellten eme ganz besondere Bedeutung zu. Eine große kommunistische Stimmen�ahl wird die Unternehmer aufatmen lassen, denn sie wissen, daß die kommunistische Politik ihnen wunderbar in die chände arbeitet. Es gilt daher, bei der heutigen Abstimmung einzutreten für Stärkung der Sampfkrosl des Verbandes. Ablehnung jeder parteipolikisch-kommunlstlscheu Beherrschung des Verbandes. für die Amsterdamer Gewerkschafisinlervational« gegen Moskau! Deshalb, Kolleginnen und Kollegen, auf jede Stimm« kommt es an! Wählt die Liste 3 5rauz Krüger. Max Alaynz. Georg Dotz. „Cöel sei öer Mensch../ Es geht uns vom Deutschen Transportarbeiter-Derband fol- gend« Notiz mit der Bitte um Verösfentlichung zu: Die Lebensmittel-Engros-Firma F. P. A. Kaufsmann, Berlin<£., Wallstr 55'56, beschäftigt mehrere Kutscher mit einem „fürlllichen" Wochenloh.i von durchschnittlich 190 M. bei mehr als achtstündiger Arbeitszeit, auch zahlt die Firma keinerlei Ueber- stunden. Für das Pferdefüttern am Sonntag wird ebenfalls keine Entschädigung gezahlt. Alle Dorstellungen der Ar- beiter um Lohnaufbesserungen werden mit Entlassungen be- antwortet. Diese„noble* Firma hat den Mut, ihren Arbeitern einen Revers zur Unterschrift vorzulegen, dr«ktion«b»ä!r5 Berlin! Freitag, 8 Uhr. Germania-Pracht- ftile, Thausseestr. 110, Oeffentliche Versammlung:„Wie lang« soll das Hunaer» da, ein der Postboten, Postillione usw.»och fortdaurrnk" Rcs-rent Postschafsn-e Scherfs-Sssea. & gentrolocrdand der Aagcstcll derverfammluno, 7 Uhr, SophiensSle,__ tionärversammlung, TVi Uhr, Havcrlturds Freitag! Ma-istr-tohilfskrSste. Mitqlie. , Eopbienstr. 17sl8.— Pelzwaren. Fun� anbs FestM«, Reu« Fried richsti. 3t» ?ugenüveranftaltungen. Berel» Arbeite r.Z»g«ud»roh.Perli«. Sekretariat: BW. 40. Z, de» gelte»«h Donnerstag, den 14. April: Sankwig. SendNtzstr.«, Mitalledernersammlu»«.— Ioba«»!�h»l. gohan. nes-Werner-LUaste, Portrag:„Das Hakenkreuz".— Zliederschäaeweib«. Per» liner Straße Sl. Vortrag:„Mari und Lassallc".— Stral»»er Viertel. Nagle». straß« i. Bortrag:„Richard Deymel".— Schmaegendors. Breitesti. SS. Bor» trog:„Erste Hilf« bei UnglückssäLco".— Sit ondauser Vorstadt. Schule Sonne»- burger Str. L0, Mitgliederversammlung.— Schönhauser Vorstadt IL Röper. Staraarder Str. IL, Mitgliederversammlung.— Stealiß. Schul« Ofsrndacher Strohe da, Vortrag:„Die volitischen Parteien Deutschlands".— Reich« nderger viertel.«lo gauer Str. 12.16, Vortrag:„Ferdinand Lassall«". » Achtung! Da, Zugendsekretariat bleibt-« Freitag i»s»ls» UwreeWe rosse«~ de» Denosse» Tin, mann geschlossen. vortraae. Vereine unü Verfammlunsten. Tonristen.Dereia Di« Ratnrsreunde. ____________________ M«btelwna Norden. 15. April, Lichtbildervortrag„Die Mark und ihre Natur" Berlln N., Sleimstr. zg~•-— Naturdtude. Arndt:„Der die«lasse de» .n sÄonu; M.- Cl.«.!. imer 4/5. I. Herr geeigneten«tnoapr d. M., adend» 71, eine, fltr Wontag, am Freitag, dt» Ui. April, abends 7 Uhr, Im?Zern-r.Siemens.Reoloymncstum, Hohcnstaufenstr. 47/48, einen Sffentlichen Bortrag von Dr. Iwan Bloch„Pro. dleme der Proftitution".— Mieteroerband Scköncberg. Qefseutlich« Mietervee. sammlung heute, abends s Uhr, im..Schwarze» Adler", Hauptstr. 144. Tage». ordnung: L Reparaturzusthlöge. i. Sind der Mieterschaft die chesahre» der gu» Kruft bekannt? Berantw. für den redakt. DrU' Dr. Wer»« Veiser. Td-rlottendurg! für ltnz< Tb.«iocke. Berlin. Verlag: BorwäriS-Berlag 0. m. i. H.. Berlm Em/: »>ürtS-Bpchdri,chere> n-t-rioaZnnOal: Vo»I �mner» To Berlin stindeg Hierzu et»« Vellage»ab Unteehaltnugedeilag, �eimwelt". rtlLoylÄr-iÄtas, ♦™ mm»» SO Rr-inrua"CafelrOS(VbUreLs)............. Pid. Sü.so Rcv-isier- liafelrasis...................- Ä.S'O fiöicrilncKön(rkas Beste)...........-- S,vo ...........................• SA+O \XÄii5e Bohnen......................- 6,95 Renlbohrtcn(!wOr2ii�j