Ne.17S ♦ Z8.?ahegaag Msgabe A Nr.$9 Bezugspreis: ViirtsIjShrl.ZO�-W.. moiultl. l»,— R. frei l»s!?aus. voraus zahidar. Posl. bezug: MooatlUIi 10,— iüt.«mschl.?»- fiellllna-gebüdr. Unter Areuzdand für Demschland, Dan?ig, das Saar- und Memelgedict, Wune die ehemal« deut» �chen Gebiete Polens, Oesterreickf Ungarn und Luxemburg 20,— 332.. für das übrige Ausland 27.— M. Poü- beitellnugen nehmen an Oesterreich. Ungarn. Tfchecho- Slowakei. Däne» wart. Holland, Luxemburg. Schwede» und die Schwee 'S*« �Barwärts" mit der Sonntagsbeilage„Boll und Zeit", der Unter» baltungsbeilage„HelMwelf und der BeUage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonn» tags und Montags einmal. Telegramm- Lidreffet «Sozialdemokrat Berlin" Morgen Ansgabe Verlinev VolksblAtt (30 Pfennig) Anzeigenpreis- Vi» achtgespalten« Ronpareillezet!«» kostet bLV M.„kleine Anzeigen" doo fettgedruckte WoN Ubll M.(zu- lässig zwei fettgedruckt» Worte), jedes weiter« Wort l.— M. Stellengesuche und Schlafstellenanzelgen da» erst« Wort ly— SR, jede» wettere Wort CO Pfg. Worte Ober 15 Buchstaben »Allen für zwei Worte. Familien-An- zeigen wr Abonnenten gelle Z.- M. Die Preis» verstehen sich einschließlich Teuerung»>uschlaa. Anzeigen für die nächste Rümmer mllffen bis s Ahr nachmittag» MI Hauptgeschäft. Berlin EW 68, Linden- straße 8, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends, Zentralorgan der rozialdemokratifchcn parte! Deutfchlands Redaktion und Expedition: SW 6$, Linöenstr. 3 Aernivrecher!?lmt Morttiplau, Nr. lSI SV— lälv? Freitag, den 15, April I9ÄI Vonvärts-Verlag H. m.b.H., EW öS. Linüenstr.S Fernsprecher, Amt Morihplay, Nr. lirk.l-St Hungerpeitjche gegen Selbstbestimmung W I e n. 14. April.(fiorr.-Butöra.) Der französische Ge» sandte Lesevre-Pontalis gab heute bei Bundeskanzler Dr. ZNayr im Auftrage seiner Regierung folgende Erklärung ab: f alls die österreichische Regierung nicht imstande sein sollte. ie gegenwärtig aus den Anschluß an dos Deutsche Reich hinzielenden Umtriebe wirkungslos zu machen, so würde die französische Regierung die Hilfsaktion für Oeslerreich einstellen, und die ReparatlonskommisZion würde in ihrer Befugnis vollständig wiederhergestellt werden. Die Vertreter der englischen und der italienischen Regierung schlössen sich dieser Er- kiärung des französischen Vertreters mit dem Bemerken an. dasi ein Zurücktreten Frankreichs von der Hilfsaktion für Oesterreich das Ende dieser Aktion und das fallenlassen aller hierauf bezüglichen Projekte bedeute.— Aus Tiroler Abgeord- nctenkreiseu wird nach der TU. dazu bemerkt, dajz dies eine Erpressung an Tirol bedeute, weil Tirol das Odium auf sich nehmen soll, dasi es durch seine Abstimmung am 24. d. ITC., deren Ausgang nickt zweifelhaft fein kann, die Hilfsaktion für Oesterreich unmöglich macht. Wie man sieht, hat Amerika zunächst an dieser herrlichen Aktion nicht teilgenommen, die das Volksbegehren, die Re» gierung möge an den Völkerbund appellieren, unter den Stiefel tritt. Selbst ohne Nordamerika könnten die Neu- t r a l e n unschwer die drei Millionen deutschösterreichischer ?ndustrtebevölkemng vor der Strafe des Hungertodes für den Anlauf zur nationalen Selbstbestimmung retten. Die Entente bin Ich! Rom. 14 April(Ep.) Ein Berliner vrief der„lldea Jta lonate** trltag! sich übet die Verdrängunq und Uebergehunq der italienischen Offiziere«n den militärischen konlrollkom- Missionen Deutschlands durch die Franzosen. General Rollet brinzt immer mehr Franzosen in die Sommissionen, so dah die lkallenischea Osfiziere überstimmt werden und fast nichts mehr zu sageo hobeu. Die französische Schwerindustrie be- riuht die Kontrollkommissionen eigenmächtig, um sich die deutsche Wösienindustrie unterzuordnen oder sich mit allen zweck- tiiaiUchen deutschen Dassenmaschinen zu bereichern. Gemäß dem vertrage von Versailles wollten die Italiener nur die rein mtlltäri- scheu Zwecken dienenden vlaschinen zerstören lasiea; dagegen ver- langt»ie sranzösische Kommission, dah ungefähr 1000 gewöhnliche Drehbänke und Schraub st öcke vernichtet werden, während sie die besten und vollkommensten Maschinen aus die Diederglltmachuugsrechnuog für die frcm öft'che Industrie beao- fprucht. Diese Forderung verrät deutlich die Absicht, möglichst viel deutsche Maschinen zu vernichten, um das beste für seine Dassen- Sabrikeu fort-uschasfen. Dagegen werden viele deutsche Privat- abrikeu ausfällig geschont, weil sie eine Beteiligung französischen Kapitals angenommen baben. Die Franzosen suchen so. eine noch mächtigere Kriegsmaschine-u schaffen, als sie DentsiHind halle. Die unerlählichr Achtung gegenüber dem verbündeten Italien werde übergangen._ Vernunft redet— tzaß entscheidet. Pari«. U. April.(MTB.) Dir Kammer hat den Gesetzentwurs über die Sbiiabe der nackt Frantreich eingetühtten deutschen Waren in ziveiier Leknng mit ZSZ gegen 70 Stimmen angenommen. Im Laitie der Debatte venuckile der ehemalige Finanzminister Jiaae. den Z tipunki deb Jnkraftiieiens des G-seye« aus den I.Mai h'ttrtiliztiicbieben. Auf Ersuchen de» Finanzministei» Doumer zog er sedocki seinen Anlrai zutück. Atisgenommen bon der Abgabe sind Waren, die vor drm 8. März bestellt wurden, und aus deren Verkaufs« summe vor dem 17. März AbschlagSzablungen geleistet wurden. Auck, der Antrag Bokanowsli, das Gesetz solle nur bis IV. Mai Gültigkeit hoben, wurde auf Wunich des FmanzministerS zurückgezogen. Ein Antrag Prevet, das Geiey nur anzuwenden, Wenn alle Alliierten, die auf der Londoner Konfeienz vertreten waten. es annehme», wurde nard einer zweiielhasleri Abstimmung zurück- geto ew Pari». 14. April.(WTB.l Marcel S e m b a t bespricht Im „Populaire" die letzt» Rede Briands und führt aus, selbst ein Kritiker wie Dcsjardins, der unter keinen Umständen Anhänger der sanften Art gegenüber Deutschland sei, habe an zwei Beispielen, der landwirtschaftlichen und der industriellen Restitutionen, den Bor- teil bewiesen den es habe, zu einem guten Abkommen mit Deutsch- land*u gelangen. Aber das sei eben die Logik dieser Kammer und vteser Regierung. geheimen davon überzeugt, daß das Abkommen der einzige Weg sei. um zu einem Ziele zu ge- iaftgen fahre man fort, Lärm zu machen und mit den Waisen zu klirren. Wenn Briand die Miene eines Großsprechers annehme, so er Ie er Beifallskundgebungen, zu gleicher Zeit aber habe er die lebhafte Hoffnung. Berlin zu verpflichten, sobald wie möglich a n» nehmbare Vorschläge zu machen. Deshalb Hobe er im Senat vor einigt, Tagen und jetzt in der Kammer große Worte cbraucht und von Gendarmen gesprochen. Man müsie nur die Zeute, die guten Willens und unparteiisch seien,' bitten, diese Drohungen und- zwecklosen Tiraden mit den soliden Dorschlägen zu vergleichen, die die Sozialdemokraten m Amsterdam aus- g»arbeitet haben. Das Wiesbadener Büro, das Abg. Desjardin« kritisiert«, ist nicht das Dorteujchc, sondern das zur Zurückführung entführter Gegenstände. 8' L Gescheiterter vergleichsversuch in London. eondoo. 14. April.(TU.) Der Acbeiterdreibund halte bei Lloyd George um eine Besprech mg nachgesucht. Die Konserenz zwischen dem Premierminister und i>en ArbeUerdelegierten hat heute vormittag 11 Uhr begonnen und dauerte bis 1 Uhr. Beim ver- lassen der Konserenz erklärte Thomas, der Führer der Eisenbahner:„Ich sehe noch keine Möglichkeit für eine Verständigung." Der Versöhuungsversuch scheint daher gescheiteri zu sein. London, 14. April.(DA.) Im Unkerhause teilte der Staats- fekretär sür den v ergbau Vridaemua mit, daß etwa 40 Gruben, die insgesamt 16 0S0 Arbeiter beschäftigen, vollständig unter Wasser ge- seht seien. Es sei unmöglich, zu sagen, wieviele von diesen Gruben bald wieder in velrleb genommen werden könnten, da hierbei ebensosehr wirtschaftliche Erwägungen wie technische Fragen mit- spielten. Im übrigen hätten die Berichte aus dm verschiedenen Kohlengebietea ergeben, daß die Anweisung zur Diederausnahme der Pumparbelten im allgemeinen befolgt worden sei. Eine Aus- nähme machen nur Fifeshire und das Gebiet von Stoneyburn(West- Lothian). London. 14. April.(TU.) ver parlamenkarische Ausschuß der Trade- Union», der voll'ugsansschuß und der parlamen- .»z fenommen hat. Man nimmt an. daß diese gewalkige Kon- e r e n z einen großen Einfluß aus die Lage ausüben dürste. Unterstützung in Holland und Kanada? London. 14. April.(TU.) Der„Times" wird aus Rotterdam gemeldet, daß der Verband h«' ho. U an d i s ch e n 5" r a n« p o rt° orb elter beschlossen hat, die englische Tripelallianz im Streitfälle zu unterstützen und die Ladung und den Versand von Waren nach England zu verweigern. Die kanadischen Bergleute erließen eine Erklärung, wo. nach sie unverzüglich in den Ausstand treten würden, falls kanadisch« Kohlen nach England geschickt würden, solange In England der Ausstand andauert. AuSschreitnngcn. London, 14. April.(WTB.) Blättermeldungen zufolge haben SOVst bis 6000 Bergarbeiter in den Mitternachtstunten einen entschlossenen und anscheinend wohlorgonisierten Angriff auf die Zentraloerteilungsstation der Nordbritischen Eisenbahn in Fifeshire ausgeführt. Die Signalwärter wurden ge- zwungen, ihre Posten zu verlasien, Güterzüge wurden geplündert und beträchtliche Lebensmittelmengen weggeführt. Kein Sanktionsvertrag. London, 14. April. tRcuter.) Lloyd George teilte im Unter- Hause mit. daß kein Abkommen mit Frankreick über.Sanktionen" getroffen worden sei sür den Fall, daß Demschland bis zum 1. Mai seine Verbindlichkeiten nickt erfüllen sollte. London, 14. April.(TU.) Die Erklärung Reuters, daß ein von Deutschland gemachtes vernünftiges Angebot, begleitet von dem auf. richtigen Wunsche, die berechtigten Ansprüche der Alliierten zu be- friedigen, von der britischen Regierung mit gewissenhafter Aufmert- samkeit ausgenommen würde, enthält weiter die bedeutungsvoll« Be- merkung: Es sei klar, daß ein großer Teil der öffentlichen Meinung in Deutschland sich in der Erwartung getäuscht sah, daß unter den Alliierten Meinungsverschiedenheiten auftreten könnten. Aus diesem Grunde werde Deut'ch'and nicht mehr zögern, neue Ange- böte zu machen, besonders da die jetzt In Anwendung befindlichen Strafmaßnahmen, die die llnterschrlsten fast aller Dertragsunier- zeichner aufweisen, einen merklichen Eindruck auf die deutsche In- dustrte hervorrufen. Daraus will man schließen, daß England verhandeln wolle. Duisburg. 14. April.(WTB.) heute nachmittag verhaftete dl« französische Besatzungsbehörde den ersten Beigeordneten stellvertre- tenden Bürgermeister Regierungsrat Dr. Malweg und den Po- lizciinspektor Klein ohne Angabe von Gründen. Die Verhafteten wurden In das Gerichtsgefängnis abgeführt. Was wird mit Gberfchlesien l M» Warnnngsrnf noch in letzter Stunde. Don Eduard Bernstein. Wenn man Meldungen französischer Blätter Glauben schenken soll, so wären die Regierungen Englands und Frank- reichs schon einig darüber, das ganzeIndu st riegebiet Oberschlesiens mit winziger Ausnahme Polen zu überweisen. Welch furchtbarer Schlag Deutschland damit ver- setzt würde, braucht hier nicht noch dargelegt zu werden. Auch den Regierenden in London und Paris braucht man es nicht erst noch auseinanderzusetzen. Zur- Genüge ist es ihnen von eigenen Landesangehorigen, die etwas davon verstehen, nach- gewiesen worden. Es liegt daher der Schluß nahe, daß es ihnen im Gegen- satz zu ihren anderes sagenden Beteuerungen wirklich nur darauf ankommt, Deutschland zugrunde zu rickzten und das deutsche Volk zur Verzweiflung zu treiben. Wie sollte man die Entscheidung sonst sich erklären? Stünde sie nicht im hellen Widerspruch mit den Ergebnissen der Volksabstimmung in Oberschlesien? hat diese nicht eine große, fast eine Zweidrittelmehrheit sür Deutschland er- geben? Ich weiß, was man darauf erwidert. Man verweist darauf, daß nicht alle Kreise Oberschlesiens deutsche Mehrheiten ergeben haben. Man macht mit Hilfe von Einteilung in Zonen Zusammenstellungen, wonach sich für den größten Tell des oberfchlesischen Industriegebiets eine Mehrheit für Polen herausrechnen läßt. Und mit ganz besonderer Be- tonung verweist man auf die starken volnischen Mehrheiten, welche die Abstimmungen in den Kreisen P l e ß und R y b- nik ergeben haben.„Wie kann man bei solchen Mehrheiten für Polen, ruft man aus, noch ein Verbleiben dieser Kreise bei Deutschland rechtfertigen?" Es hieße blind sein, wollte man sich verhehlen, daß dieser letztere Hinweis auch auf Leute Eindruck gemacht hat, Ange land dos Wort reden. Den Einwand, da� fchaftlich ja doch mit dem übrigen Jndu ■- 1e Pleß und Rydnik .. I ustriegebiet Ob Glesiens zu eng verbunden seien, als daß sie sich ohne schw chädigungen von ihm ablösen ließen, erkennen sie nchit . Ein Sotz Knox. Parl». 14. April.(WTB.) Räch einer Meldung aus Washing- ton. die„Oeuvre" verbreitet, besteht die Resolution Knox nur aus einer einfachen Erklärung des Fnedenezustandes, olles übrige sei gestrichen worden. Paris, 14. April.(EP.) Die„Thlcago Tribüne" meldet aus Tokw: In japanischen Regierung-kreisen glaubt man, daß die amerikanische Protestnote gegen die Verteilung der Inseln im Stillen Ozean den Zusammentritt einer aeuen Friedenskonferenz notwendig mache. Republik Südchina. Die Regierung in Kanton hat nach der Wahl de» Sozialisten Dr. S u n y o t s e n zum Präsidenten endgültig die Trennung von Peking ausgesprochen. Die Südrepublik habe ew« verantwortliche Regierung eingesetzt. Präsident Sunyatsen schicke sich an, den ausländischen Regierungen eine Ersiänmg zu übersenden und um ihre Anerkennung zu bitten. der- schwere . chit als durchschlagend an, zumal er von den Anwälten Polens umge- kehrt sür dessen Anspruch auf das ganze Industriegebiet geltend gemacht wird. Deutschland gäbe nach ihrer Ansicht mit ihm seinen starken Rechtsanspruch auf das übrige Industriegebiet Oberschlesiens aus der Hand. Ich halte es nicht für richtig, uns über diese Gegenein- wände ohne sorgfältige Prüfung hinwegzusetzen. Die Sache ist zu ernst und Deutschlands Lage zu schwierig, als daß wir uns auf eine Politik verbeißen dürften, bei der wir Gefahr laufen, daß es uns wie dem Hund in der Fabel ergeht. Es kommt vor allem darauf an, die Frage richtig zu stellen. Deutschland hat in Pleß und Rybnik Rechtsansprüche wahrzunehmen, die nach heute— d. h. in der bürgerlichen Welt, in der wir leben— geltenden Rechtsgrundsätzen so wohlbegründet sind, daß am allerwenigsten die bürgerlichen Regierungen Englands und Frankreichs sie unbeachtet lasten dürfen. Und ein noch größeres Recht haben die in den ge» nannten Kreisen lebenden Deutschen auf sicheren Schutz gegen nationalistische Schikanen und Drangsalierungen irgendwelcher Art. Ist man bereit und imstande, diese Rechte und diesen Schutz über allen Streit hinaus zu verbürgen? Wenn ja, dann ließe sich vielleicht auch ein Ausgleich finden, bei dem da» nationale Interesse beider Nationen auf seine Rech» nung käme. Deutschland hat kein Interesse daran, in seinem Südostgebiet sich eine Rolonia irredenta— ein„unerlöstes Polen"— entwickeln zu sehen, wohl aber ein großes Interesse, mit dem polnischen Nachbarstaat in ein möglichst gutes Ver- hältnis zu kommen. Und das ist nicht mit dem Aufstellen kategorischer einseitiger Behauptungen, sondern nur auf dem Wege der Verständigung über grundsätzliche Regelungen zu erreichen. Ohne die Kreise Pleß und Rybnik aber bleibt e i n o b e r- schlesisches Industriegebiet mit ganz un- zweifelhaft. deutscher Mehrheit übrig. Dieses von Deutschland abtrennen zu wollen, läßt sich durch keine Dialektik rechtfertigen. Es wäre ein ebenso großes Unrecht gegen das deutsche Volk, wie gegen die große Mehrheit der dortigen Bevölkerung selbst. Der wirtschaftliche Zusammenhang, der kulturelle Zusammenhang und der politische Zusammenhang sind hier über allen Streit hinaus erwiesen. Auch der Plan, aus diesem Gebiet kleine Kreise herauszureißen, die eine polnische Mehrheit aufweisen. wäre ein Widersinn, den man überall sonst oermieden hat. Keine wirtschaftliche Rücksicht könnte ihn rechtfertigen, keine Rechtsideologie ihn entschuldigen. Es wäre die nackte, brutale Ungerechtigkeit, hier ein Gebiet zu zerstückeln, das ganz überwiegend deutsch und für das Wirtschaftsleben des ganzen öst- lichen Deutschlands und den größte, l Teil Mitteldeutschland von entscheidender Wich- tigkeit ist. Und schlimmer als das, Bexautzung im gehässigsten Sinne des Wortes wäre es. unter Bezugnahme auf Pleß und Rybnik dieses ganze Gebiet Deutschland abzu- sprechen Als das. als von rücksichtsloser Mißgunst diktierte Beraubung würde es vom ganzen deutschen Bolke aufgefaßt und empfunden werden. Das glaube ich in dieser letzten Stunde den Regierenden a» der Seine und an der Themse zurufen zu sollen. Mögen sie dieses warnende Wort nicht unbeachtet lassen! Sie haben heute die Machtmittel in der Hand, die ihnen erlauben, gleich Despoten mit dem Wohl und Wehe eines Volkes zu spielen, das sich im Vertrauen auf ihre Zusicherungen in seiner über- wiegenden Mehrheit gutwillig selbst entwaffnet hat. Mögen sie sich in diesem Machtbewußtsein nicht gar zu selbstherrlich fühlen. Auch an einem de? Kriegsmittel ledigen Volt vcr- sündigt man sich nicht straflos; auch ihm ertötet man den Glauben an Recht und Gerechtigkeit nicht ohne bittere Nach- Wirkungen. Wer Verzweiflung säet, erntet Verzweifelte, die geneigt sind, sich jedem in die Arme zu werfen, der ihrem be- leidigten Rechtsempfinden Sühne verspricht. Die sittliche Atmo- sphäre der Kulturwelt ist durch den Krieg ganz verpestet, daß es viele, viele Jahre kosten wird, bis sie wieder einigermaßen rein wehet. Mägen diejenigen, die an der Spitze der Nationen stehen und die erste Pflicht haben, für Entpestung Sorge zu tragen, nicht noch durch neue Opferungen an den Götzen der Gewaltpolitik der Verpestung weitere Nahrung geben. Es gibt Wege, Deutschland und Polen Befriedigung zu gewähren. *» Warschau, 14. April.((£<£.) Polnischen Blättern zufolge hak die tschechische Regierung ihre vcrircter im Auslande, insbe- sondere in tsndon und Paris, beauflragk. siir eine Reuiralisierung Oberschlesiens tätig zu sein, da diese eösung der Jragc für den tschechischen Staat am vorteilhaftesten wäre. Zentrum nnü Hinöung. Die Zentrumsfraktion des Preußenparlaments soll nach Meidung volksparteilicher und deutschnationaler Blätter in ihrer gestrigen Fraktionssitzung festgestellt haben, daß weder Stegerwald noch das Zentrum, noch feine Unterhändler gegenüber der Sozialdemokratie eine Bindung bezüglich des Rücktritts Stegerwalds eingegangen seien. Vom englischen Parlament sagt ein bekanntes Wort: es könne alles beschließen, nur nicht, daß ein Mann eine Frau sei. So möchten wir auch der Zentrumsfraktion sagen: sie kann sicher die weittragenosten Beschlüsse fassen, aber f e st- stehende Tatsachen der Vergangenheit kann sie durch keinerlei Beschlüsie aus der Welt schaffen. der Etat für 1920. TaS 4 if«chc des??ricdensetatS! Der R e i ch s r a t genehmigte in seiner gestrigen Sitzung zu- nächst den Nnchtragsetat für i92t>, der, wie der Berichterstatter, Ministerialdirektor Sachs, hervorhob, im wefenllichen nur die Neueinstufung der Beamten entsprechend dem Gesetz vom Dezember 1980 enthält. Im Etat für die Ausführung des Friedensoer- rroges sind 100 Millionen mehr erforderlich zur Befriedigung der Ansprüche der Interalliierten Rheinlandskom- m i i s i o n und des Besatzung? Heeres im besetzten rheini- v sehen.Gebiete. Der Etat für 1980, der bisher im ordentlichen Etat mit Z9,9. Milliarden und im außerordentlichen mit 69,6 Milliarden abschloß, erfährt durch den Nnchtragsetat eine Erhöhung im ordentlichen Etat ' auf 44,ä- Milliarden und, im außerordentlichen Etat auf 89,6 Mil- Insgesamt erreicht der Etat für 1920 die Summe von MMätden tze'tzenüber 3,4 Milliarden im Jahre 1914. Die Er- -r,chGiihung betragt rund das 45 f a ch e. Im ordentlichen Etat ist das Gleichgewicht dadurch hergestellt, daß 2 Milliarden mehr, als Steuereinnahmen eingestellt sind. Zur Deckung der Mehrausgaben im außerordentlichen Etat ist ein neuer An- I e i h e k r e d i i von 19,6 Milliarden erforderlich. Zuzüglich des bis- herigen Kredits ergibt sich für 1920 insgesamt ein Fehlbetrag von 86,8 Milliarden. Der Berichterstatter erklärte dazu nur kurz, daß kein Zweife! darüber bestehen könne, daß es so nicht weiter- gehe. In erster Linie sei es nunmehr Sache der Reichsregie- . rung und des Reichstags, mit Ersparnissen vorzugehen. Der amerikanifihe Sensationsfilm. Wer die in der letzten Zeit in der deutschen Presse veröffentlichten Ausführungen über einen„künstlerischen Film der Zukunft" liest, der empfindet einen gewisirn Trost, wenn er verzweifeln möchte darüber, wie„herrlich weit" die Filmindustrie es im Künstlerischen ] und Kulturellen in den 25 Iahren ihres Bestehens gebracht hat. Die Debatte zeigt den ernsten Willen vorwärts zu kommen. Und es gibt ja wirklich bereits Lichtblicke in all dem Ehaos. Einige der neudeutschen Film« sind gut, nähern sich dem Kunst- lerischen beträchtlich, und es gibt ein paar schwedische Filme, die schlechtweg Kunstwerke sind. Aber wog leistet der Film im all- gemeinen? Er bringt Scharen von arbeitsmüden Menschen Zer- streuung. Das ist viel. Seine üppig wuchernden Auswüchse schädl- gen jedoch die Menschheit so ungeheuer, daß es immer wieder un- begreiflich erscheint, wie sich das so ungehindert vollziehen kann. Ich hatte Gelegenheit, den amerikanischen Film kennen zu lernen, bevor er nach Deutschland gelangte. Er nötigt uns den größten Respekt ab auf technischem Gebiet, aber das ist im wesentlichen alles. Er hat einige, ganz wenige wirklich beachtens- werte Arbeiten hervorgebracht, so die durch die schauspielerische Leistung Lilian Gishs unauslöschlich sich einprägenden„Gebrochenen Blumen"; in stofflicher und künstlerischer Einsicht steht der amerikanische Film lief unter dem deutschen. Auf dem Gebiet der Der- blödung überragt der amerikanische Sensotionsfilm alles. Da seine Invasion nach Deutschlood bevorsteht, sei ihm diese Empfehlung mit auf den Weg gegeben: Der S e r i e n f i l m ist Trumpf. Cr ist die zeitgemäße Fort- bildung des Zehnpfennig-Nick-Carter-Unternchmens. Wir kennen ihn längst in Deutschland, aber Amerika hat Unvergleichliches, Nie- dagewesenes, Gipfelhaftes geschaffen. Die Schurkerei in Rein- kultur— aber nebenbei gesagt: in lauterster Monotonie. Schläge- reien, Ring- und Foustkämpfe sind das höchste der Gefühle. Ein amerikanischer Filmschauspieler muß in erster Linie ein Meister- ~ boxer und Sportsmensch durch und durch sein. Aber was: Ring- kämpf? Machen wir einzigartig, ganz sensationell: gekämpft wird zunächst in einem Zimmer, dann wälzt sich das mühend« Paar hin» aus auf den Flur, weiter, die Treppe hinab, immer in prächtig zappelndem Knäuel, in einen Ballsaal hinein, zwischen staunenden Menschen hindurch— und zurück, zum Saale hinaus, die Stufen wieder hinan und zurück in jene Stubel Und was sind Kämpfe auf festem Boden? Tief auf dem Grunde des Meeres, hoch in den Lüften sind sie auszuführen, meine Herrschaften. Mordarten: die allergememsten sind gerade interessant genug. Freilich muß Vor- sicht dewahrt werden. Porole: alle Kämpfe und Mordtaten sind so zu berechnen, daß in den fünf ersten Serienabteilungen, abgesehen «an dem ersten Fundomentalmord, kein Mensch getötet wird. So erlebt man denn immer wieder das wunderbare Schauspiel, daß Naturen, die in jeder Sekunde zum äußersten bereit sind, die um» Die Denkschrift über Sie Märzunruhen. Anläßlich der kommunistischen Putschbewegung in Mitteldeutsch- land wurde der preußischen Staatsregierung vielfach zum Borwurf gemacht, daß sie es an vorbeugenden Maßnahmen zur Erstickung der Aufruhrbewegung habe mangeln lassen, und daß sie daher einen Teil der Verantwortung für den Ausstand selber trage. Wie u n- begründet diese Dorwürfe sind, geht aus der gestern au-gege� benen amtlichen Denkschrift des preußischen Ministeriums des Innern„Die Märzunruhen 1921 und die preußische Schutz- polizei" nebst dem ihr beigegebenen Anlogeheft„Von der Schutz- Mannschaft zur Schutzpolizei" überzeugend hervor. Der erste Teil der Denkschrift beschäftigt sich mit der Notwendigkeit der Schutz- polizei, im zweiten Teil werden die Maßnahmen der Staatsregie- rung zur Verhinderung drohender Aufstandsbewegungen ausführlich geschildert Man erfährt hieraus, daß die Regierung lange vor Ausbruch der diesjährigen Märzunruhen durch unablässige und sehr energische Zugriffe der Behörden die kommunistischen„illegalen Kampforganisationen" bereits soweit eingedämmt und geschädigt hatte, daß diese zu einer geschlossenen Aktion von einheitlicher Stoß- kraft nicht mehr verwendbar und sähig waren. Zusammen» fassend bemerkt die Denkschrift dann weiter: „Offenbar ist die VKPD. durch die Aktion mehr oder weniger selbst überrascht worden. Dem ist es zuzuschreiben, daß der Aufstand in Mitteldeutschland und was sich im Zusammenhang da- mit im Ruhrgebiet, an der Wasserkante und in Der- l i n ereignet hat, sich nicht zu einer großen Gesamtaktion der kommunistischen Parteien ausgewachsen hat. Die treibend« Kraft war anfangs die KAPD. allein, die im Gegensatz zur VKPD. auch für die T e i l o k t i o n i?t und jeden, sei es auch noch so kleinen örtlichen Aufstand als Mittel zum Weitertreiben der Revolution ausnutzen will. In der Polizeiaktion des Ober- (uäsidenten H ö r s i ng erblickte sie ein willkommenes Mittel, eine olche Teilaktionen anzuzetteln und auszubreiten! In der Befürch- tung, ihre Anhängerschaft an die KAPD., als die a k t i o n s- breitere, zu verliefen, mußte die DKPD. folgen. 2lus sich heraus fühlte sich die VKPD. nicht stark genug und hätte hierzu trotz des Gebots von Moskau allein nicht die Kraft ge- sunden. Daß es bei dem letzten Ausstand bei örtlichen Aufruhr- Handlungen einzelner, bewaffneter, seit jeher stark verhetzter, zum großen Teil auch ortsfremder Banden blieb, daß die von den kommunistischen Parteien nach ihren Leitsätzen und nach den Mos- kauer Weisungen ausgegebenen Kampfparolcn nicht befolgt wurden, daß die Erhebung zu einem Generalaufstand mit dem Ziele, die Revolution neu zu entfachen und weiterzutragen, nicht führte, ist der sorgfältigen monatelangen Ermittlungs- und Kleinarbeit und den Zug um Zug geführten Abwebrmaß- nahmen und Gegenschlägen der Behörden zu verdanken, denen es gelungen ist, die Borbedingungen zum Ge- lingen einer allgemeinen Erhebung, nämlich die O r g a n i s a- tiön militärischer Verbände unter einheitlicher Leitung, zu beseitigen. Eine besondere Anerkennung dafür, die Be- Hörden in diesen Maßnahmen unterstützt zu hoben, verdienen die gewerkschaftlichen Arbeiterorganisation en aller Richtungen, die es besonders in den Märztagen weit von sich wiesen, mit den kommunistischen Aufrührern gemeinsame Sache zu machen." Der dritte Teil der Denkschrift, der die Darstellung der Be- kämpfung des mitteldeutschen Aufruhrs durch die Schutzpolizei«nt- hält, hat im wesentlichen nur historisches Interesse; von Wichtigkeit sind die im vierten Teil der Denkschrift niedergelegten Erfahrun- gen, die aus den Märzkämpfen hinsichtlich der weiteren Auegestol- tung der Schutzpolizei, namentlich ihrer Bewaffnung, sich haben ge- Winnen lassen. Weiter werden in diesem Abschnitt interessante Einzelheiten über die militärische Organisation und Führung der Aufständischen mitgeteilt. Als Lehre aus den Kämpfen wird als Mindestmaß der Bewaffnung nach der Denkschrift für nötig gehalten: Jeder Beamte 1 Karabiner oder Maschinenpistole. Auf 100 Beamte 1 Maschinen- gewehr. MIndcstzahl jeder örtlichen Polizei jedoch 2; außerdem einige Geschütz«, auf Kraftwagen montiert. Es folgt dann eine Reihe technischer Einzelheiten. Die Beilage der Denkschrift„Bon der Schutzmannschaft zur Schutzpolizei" gibt ein umfassendes Bild von der geschichtlichen Eni- Wicklung des Polizeikörpers im preußischen Staate und schildert ein- gehend die den Boulogner Beschlüssen der Alliierten vom ständlichsten Prozeduren vornehmen, nur damit das Objekt ihrer ausgedehnten Verfolgung ja nicht durch einen wohlgezielten Rc- volverschuß ums Leben gebracht wird. Der Jammer dieser Erzeugnisse schreit zum Himmel. Ihr» Naivität verweist si.' auf die Jahrmärkte vergangener Jahrhunderte. Ihr« Ideenarmut stellt wahrhaft einen Gipfel dar. Immer wieder der gleiche rote Faden: ein liebend Paar verfügt über irgendein Testament, eine Erfindung, die Anweisung auf einen Schatz(ein einträgliches Bergwerk ist in Amerika sehr beliebt), und«ine Apachenbande macht den beiden guten Menschenkindern ihren rechtmäßigen Besitz streitig. Einen traurigeren Gegensatz als den zwischen der kindlichen Primitivität dieser Produkt« und der ausgezeichneten photogra- phischen Darstellung kann es nicht geben. Aber der Erfolg ist eine Tatsache. Wie solche Errungenschaften unserer Zeit auf die„halb- wüchsige Jugend" wirken, darüber braucht keine nähere Unter- suchung angestellt zu werden. Aber der Erwachsene will sein Zer- streuungssutter haben! Diesen Erwachsenen aber bringt der zu einer Rekordleistung ausgestaltet« amerikanisch« Sensationsfilm weder Zerstreuung noch Erholung. Da» von aller Erdenlast be- freiende Moment fehlt völlig. Ii. K. cesfingkheat».„Bon Morgens bis Mitternacht." Das Lesssngtheoter brachte Georg Kaisers Tragödie„Bon Morgens bis Mitternacht", von Victor Bornowsky inszeniert, neu heraus. Dieses„Stück in sieben Bildern" ist ein echter Kaiser, wobei der Be- griff echt eigentlich unecht bedeuten muß: es liegt bereits jetzt dicker Staub auf ihm. Das Fabrizierte dringt allzudeutllch durch die dünne Decke von Seelischem, die schamhaft oies« Dorgänge umhüllt. Die Jahre haben es nicht wahrscheinlicher gemacht, daß dieser dcfrau- dierende Bankkassierer die Höhepunkte des Dasein» in der Rennbahn und der Bar sucht. Es ist wie fast immer bei Kaiser: er setzt pracht- voll ein und versandet von der Mitte seiner Gestaltung ob. Die Entwicklung seines Helden, de« vom Rausch des Abenteuers ent- fesselten Bürgers, geht im Beiwerk, im theaterhasten Aufputz unter. Vollenberg vermochte seinerzeit trotzdem ein« Linie herauszuforme«. Der neue Mann, den Barnowsky in dieser schwierigen Aufgabe vor- stellt, Alexander Granach, vermag es noch nicht. Es steht außer Zwe>sel, daß Granach begabt ist, daß er etwas kann. Es steht vorläusig, nach dieser Leistung, noch in Zweifel, ob er schon soweit etwas ist, um ungestraft soviel können zu dürfen. Man stimmt von Einzelheit zu Einzelheit seiner Leistung zu, anerkennt auch, daß er in heiseren Tönen über das Technische hinauskommt: aber als Ganzes zerfällt die Gestalt, l'a, was bedenklich macht, zer- reißt sie oft die vom Regisseur herausgearbeitete Stimmung. Granach erscheint als Kopfschauspieler, woran vielleicht die Rolle schuld ist. Ob er Herz hat. muß die Zukunft lehren, die ihm hoffent- lich passendere Aufgaben beschert. Bornowskn hatte einpräg- same Bilder geschaffen, darunter'eine expressionistische Bar und. als eindringlichste Erinnerungen, dos Familienzimmer und den Heils» armeesaal, und trieb das nötige Tempo heraus. MarthaHart- mann gab im Schrei der verlassenen Frau ein Menschenschicksal 22. Juli 1920 vollkommen angepaßte Nevorganisatkon des Polizeiwesens. Sie führt im besonderen den Nachweis, daß die preußische Schutzpolizei im Gegensatz zu den meisten Staaten des Auslandes eine rein verwaltungsmäßige Organc-- sation ist, keine militärische Polizeitruppe. In diesem Zusam. menhang besonders wertvoll ist eine Uebersichi über die Polizeiorganisationen des Auslandes, d-nen gegenüber von der Denk» schrift darauf hingewiesen wird, daß die deutsche� Republik mit Preußen unter Berücksichtigung der Note vom 22.>mni 1920 von der Einführung einer militärischen Organisation abgesehen und statt dessen eine wirklich ePolizei geschaffen habe. » Die Vertreter der deutschnotionalen Fraktion rntd der Fraktion der Deutschen Volkspartei haben Einsetzung eines Untersuchungsaus» schusses beim Landtag beantragt, um über den Aufsland in Mittel- deutschland und die von den Staatsbehörden zu feiner Bekämpfung getroffenen Mahnahmen eine Nachprüfung anstellen zu lassen. Dieser Antrag ist völlig überflüssig, da die Behörden selbst unaus- gefordert sämtliches Material zur Kenntnis gebracht haben(vgl. Denkschrift). Der Antrag hat rein agitatorische Motive und soll offenbar einen neuen Angriff der Rechtsparteien gegen den sozialdemokratischen Minister des Innern S e v e r i n g sowie gegen den Genossen H ö r s i n g einleiten. Kahr und Sie ftrbe'tLrsckast. INünchsn, 14. April.(TU.) Ministerpräsident Dr. von Kahr erklärte heute im Finanzausschuß des Landtages, daß die innerpolitische Gefahr durch die linksradikalen Umsturzbestrebungen e r n st e r sei, als die Sozialdemokraten sie ansehen. Diese Gefahr mache es unmöglich, schon heuse die Ent- waffnung der Einwohnerwehr durchzuführen. Mit dem Vertrauen zu unseren Arbeitern habe das gar nichts zu tun. Die Schuh- wehr richte sich nicht gegen die Arbeiter, sondern gegen Reaktionäre. und es sei ein Unrecht, zu behaupten, daß die Einwohnerwehr eine Kampforganisation gegen die Arbeiterschaft sei. Vorzeitige Entwaffnung der Einwohnerwehren bedeute Bolschewismus und Unmöglichkeit jeglicher Reparation. Es bestehe auch nicht der leiseste Anlaß, zu glauben, daß die Regierung die Einwohnerwehr nicht vollständig In der Hand habe. 0) Die Regierung anerkenne, daß die R e i ch s l e> t u n g o c r p f l> ch t e t, fei, die in S p a gegebenen Versprechen einzulösen, sobald dies bhtte Gefährdung de» eigenen Lestandcs möglich sei. Bisher halte aber die bayerische Regierung diese Voraussetzung noch nicht für erfüllt. Zu dem Münchener Besuch des 2:zekanzlsrs H e i n z e erklärte der Minister- Präsident, haß die bayerische Regierung vollständig korrekt gehandelt habe, und daß die Aogelcgenhcit erledigt sei, ohne daß irgendein« Verstimmung zwischen der Reichslcitung und der bayerischen Regierung übriggeblieben wäre. Nachdem einige Redner nochmals zu der Frage Stellung ge- nommen hatten, wurde in der Abstimmung die Positisn für das Rechnungsjahr 1919 mit allen S'.imm-m gegen die Stimmen der Unabhängigen, die Forderung für das Rechnungsjahr 1920 mit allen Stimmen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Griechischer Rückzug! Athen bereitet die Well auf einen.slrakeglsche» Rückzug" der Armee vor— kein Wunder, weon sogar die«Agcnce d'Alhönes" von einem gewaltigen Angriff dcr kcmallurken bei üaral isiar be- richtet, der einem Durchbruch recht ähnlich sieht„Seeolo" meidet schon Athener Demonflralionen gegen— Konstantin den vielcc- liebten, der Benizelo»' Ariedenslorbceren krirgeriich übertrumpfen »ollte.„Seht, er kommt mit Ruhm gekrönt", wird in Athen seht jedenfalls nicht gesungen, vielleicht in Angara. Es»ird von einem rondoner italicnisch-kürkischcn Geheim- abkommen berichtet, da» Ztalien wesentliche Wirtschastsvorteile und der Türkei die Zurückziehung ilalienischen Militärs von seinem Gc- biet sichert. Ztalie» hat zwar auch in Sdvres mildiktlert, hat aber kein Innere» Bedürsnis, Kleinafiens Ausbeutung den Griechen zu überlassen. ii i_.»"iv*i. und bewährte sich auch als Offizier der Heilsarmee. Maria Fein exakt als Dome, Blandine Ebinger faszinierend als Heils- armeemädchen, rührend Lilly Sues-Eijenlohr, knallig Alice Torning. Daneben viel Gutes. Nur der Beleuchter wollte noch nicht immer. O. E. H. Diebstähle In Bibliotheken. Zu dieser Notiz wird.uns geschrie- den: Daß Bücherfreunde oft dje Neigung baben, die Eigentums- begriffe zu vermischen, weiß ja leider jeder Besitzer einer größeren Bucherei, und die öffentlichen Bibliotheken können von jeher ein Lied davon singen. Besonders berüchtigt als kleptomanischcr Biblis- phil« war der Renaisiancegelehrte Flaeius Illyrikus, dessen Methode des„Büchcrsammelns" fast sprichwörtlich wurde. Sein Nachlaß be- findet sich jetzt In der Wolfenbütteler Bibliothek, deren Geschichts- schreiber allerdings«ine Ehrenrettung für Flaeius versuchte. Ganz unverfroren trieb ein anderer Püchermarder sein Gewerbe, indem er in die gestohlenen Bände ganz offensichtlich den Vermerk an» brachte: durch Entleihen'an mich gebracht. Die netteste Geschichte auf dem Gebiete passierte aber vor einigen Jahren im— schrecklich zu sagen— Theologischen Seminar einer mitteldeutschen Universität, aus deren Bücherei eines Tages ein kostbares drei- bändiges Werk verschwand. Der Senior de« Seminars nahm die Sache zuerst nicht ttagisch und forderte einfach auf. das wohl aus Versehen mitgenommene Werk wieder zurückzubringen. Die'?uf- forderung blieb erfolglos, wie die sich bis zu Drohungen mit'dem Gericht steigernden weiteren Aufforderungen. Es blieb dem Semi- nar weiter nichts übrig, als da» dicke Werk, das gerade in neuer Auflage erschienen war, wieder anzuschaffen. Mit grimmiger Ge- rnigtuung stellte der Senior die eben vom Buchhändler gekommenen Bände in die Bücherei und siehe, drei Tage später war das vermißte alte Exemplar wieder am gewohnten Platze— dafür fehlte aber die eben angeschaffte neue Auflage. Und kam niemals wieder. TDeater. Im Residenz-Theater findet Sonnadendnachmittag 4 Ndr eine Tlbau'plelervorstellung zu ermShizten Preisen von Hesse» Komödie„Da» Priviteq- statt. Die Einnahme flieht der PensionZ- anstatt der Biihnengenoss-nichaft zu.— ftstr die Neueinstudierung des .DommernachtStraumS' im Grossen EchaUspielhauS unter der Regie Max Reinhardts wird da» Ballett von Eugenia Eduardewa mitwirken.. . Zlukstellungeu. Bei Paul Easskrer, Biktoriastr. Nfi. find vom U bis 20. April die Hauvtstücke der Kupferiiich-, Manuskript» und Buchmtniaturen. iammlunq Rudolf Bulch-Mainz ausgestellt, die vom 3. Mai ah in Frank» smt a. R. versteigert werden. Das Hauplintercsse koiizentriert sich r l die reickbaltige Sammlung von illustrierten Manuskripten aus dem 12. W 18. Jahrhundert. Coffcnilirfie Borsuhriing deS PockenfilmS. Das Jugendpflegeami der Stadt Berlin veranstaltet am Sonnlag. voimliiagS li Uhr. im Nia» Palast am Zoo eine BoiMbiung des PöikSbelebrungSfilm».Tie Poaen, ibre Gesahren»nd deren Bekömviung-. Der Film soll allen Schiillindern, die getmplt werden, und möglichst auch deren Eltern zugänalich gemacht werden.' Gi« wieder entdeckter Komet. DaS»rernwichqlZb'ervatorium teilt mit. dass am 10. Stpril der Komet Pon« Dinnecke wieder entdeckt«ordc» ist. Der Komet wird die Erdbahn etwa am 11. Mai ubn Tage»or der Erde kreuzen. Dle G-sabr eines ZusammenstosseS beiieh? nicht. Der Komet ist- izzg»an PonS zum erstenmal beobach'et und dann von Dinnecke 1858 wieder autgeinnden worden. Er bat eine kurze Umlaufs- zeit von»—8 Jahren und bietet dem Zlstronomen mancherlei JuierefiantcS. Ohne Fernrohr ist er nicht»u beobachte». Nr. 175 ♦ ZS.�ahrgang Seilage öes vorwärts Zrettag, 15. �tpril IHZI Um Staötfthulrat Paulsens Ziel. Eine Schulreformdebatte im Rathans. Die Stadtverordnetenversammlung erörterte gestern die Frage der Notwendigkeit von drei unter dem Ober- stcdtschulrat zu schaffenden S ch u l d e z e r n a t e n für die Ge- meindeschulen, für die höheren Schulen und für die Fort- bildungsschulen. Dabei kam es zu einer großen Schulreform- debatte, inderOberstadtschulratPaulfen das Wort ergriff, um feine pädagogischen Grundsätze und schulvolitischen Pläne darzulegen. Der alten Unterrichts- und Lernfchule stellte er die neue Arbeits- und Gemeinschafts- schule gegenüber, die„das Kind vom Passiv- zum Aktiv- posten erhebt". Es soll nicht nur Leben in die Schule hinein- geiragen werden— nein, die Schule selber soll Leben fein. Die rechte Seite erging sich während der Rede Paulsens in Störungen, und in der Debatte zeigten dann die Redner der bürgerlichen Parteien, daß ihnen für den Kern der Paulsenschen Ideen jedes Verständnis fehlt. Der Redner & der sozialdemokratischen Fraktion, Genosse L o h m a n n, stellte fest, daß die neue Schule nicht gewaltsam eingeführt werden soll. Selbstverständlich könne eine Schule der Gemeinschaft in unserem Sinne und im Sinne Paulsens erst dann zu einer Schule der Volksgesamtheit werden, wenn die Ge- samtheit dazu gelangt ist, sich auf sie einzustellen. Die Vorlage über die Schaffung der drei Schuldezernate wurde a n g e- n o m m e n. Die Debatte, die sich auch auf einen Zentrums- antrag über die Berücksichtigung„christlicher" Personen bei der Ausmahl der Mitarbeiter Paulsens erstreckte, soll in der nach- sten Sitzung fortgesetzt werden. auch der Weg der Umkehr gezeigt worden. In Hamburg habe man vor zwei Jahrzehnten diesen Weg betreten, der zur Arbeitsschule sühre. Mensch und Arbeit müssen verbunden werden;„was wir sind, sind wir in der persönlichen und gesellschastlich notwendigen Arbeit". Das Kind müsse aus einem Passiv- zu einem Aktivposten werden. Kultur könne nicht gelehrt, nicht mitgeteilt werden. Kulrur sei etwas Persönliches, sei innerste Wertung. Die Schule sei auf Gedeih und Berderb mit dem Schicksal unserer Kultur verbunden, sie müsse daher ein Stück des großen Lebencprozesses selbst sein, und oos könne sie nur in der Form der Eemeinschoftsschule, die einen selbständigen geistigen und wirtschaftlichen Organismus darstelle.-» Selbstverständlich könne eine solche Schule nicht von heute auf morgen geschaffen werden; es dürfe aber über dem finanziellen Wiederaufbau der innere nicht versäumt werden, unverstandene Sparsamkeit im geistigen Haushosi bringe unersetz'ichen Verlust auch im Wirtschaft- lichen mit sich. Die innere Umstellung könne ohne erhebliche Mehr- aufwendungen erfolgen und müsse erfolgen.— Der Redner erwähnt dann der zahlreichen Zustimmungen, die sein„Ausruf" gesunden hat. (Auf der Rechten wird die Rede wiederholt mit Zurufen und Wider- spruch begleitet, was auf der Linken wiederholt Gegenäußerungen hervorruft.) Den Freunden des Antrags Schmidt versichert er, daß das neue Leben der Schule zwar von bureaukraffschen Ein'chränkun- gen unberührt bleiben müsse, daß es aber um so sicherer auf Erfolg rechnen könne, von je größerem Vertrauen der Oeffentlichkest das Unternehmen getragen werde. Die Schule sei von ihrem ureigenen Leben aus unpolitisch und unkirchlich, Sitzungsbericht. Vor der Tagesordnung wird ein dringlicher Antrag der U. Soz. ohne Erörterung einstimmig zum Beschluß erhoben, wodurch der Magistrat ousgesordert wird, die immer noch ausstehende Vorlag« wegen der Wahl von Bürgerdeputi-ertcn endlich der Versammlung zugehen zu lasten. Nach Erledigung der dringlichen Anfrage der Deutschnationalen betreffend den Beschluß des Sparkastenkuratoriums, der Äleideroer- wertungs-G. m. b. H. ein Darlehen von 10 Millionen zu geben, er- stallet Troll(Dnat. Lp.) den Ausschußbericht über den Antrag Hei« mann(Soz.) betreffend die Aushilfslehrkräfke. Der Ausschuß hat einstimmig vorgeschlagen: 1. Sämtliche Aushilsslehrer(innen) nach den Grundsätzen des Volksschul-Diensteinkommengesetzes zu besolden mit Rückwirkung vom 1. April ISA), 2. bis zur Regelung ihrer Bezüge den Aushilfslehrkrästen einen Mellen Vorschuß von 1000 M. auf ihre Gehaltsnachzahlung zu ge- wLhren. Nach einem Antrag« von Frau Fromm(D. Vp.) soll diese Re- geluug auch auf die an Mittelschulen tätigen Aushllsskräfte sinnge- mäße Anwendung finden. Der Errichtung der Berliner Girozentrale wird zugestimmt. Es folgt die Beratung der Vorlage, welche die Schaffung von drei Dezernaten für das Volks-, das höhere und das F a ch- und F o r t b i l d u n g s s ch u l w e s e n in der städtischen Schulvcrwaltung oorsieizt. Der Ausschuß hat die Zustimmung ein- stimmig empfohlen. Dem Ausschuß war auch der Zentrumsanlrog überwiesen worden, wonach bei der Auswahl der Mitarbeiter des Oberstadtschulrats auch Personen zu berücksichtigen seien, welche die Anschauungen der Mehrzahl der christlichen Eltern Berlins ver» treten, wonach ferner der Oberstadtschulrat anzuweisen ist, Schlüte zur grundsätzlichen Umgestallung des Schulwesens nur mit Genehmi- gung der Schuldeputation vorzunehmen. Der Ausschuß hat diesen Antrag mit Stimmengleichheit abgelehnt. Obersladkschulral Paulsen nimmt diese Beratung zum Anlaß, nochmals seine pädagogischen Grundsätze und Auffassungen und feine schulpolitischen Pläne darzu- legen. Er letzt auseinander, daß das bisherig« Erziehungslristem trotz semer Stärke und trotz ihrer methodischen Kunst das Wesen des Kind:? innerlich nicht erfaßt habe. Die darin liegende Gefahr fei zunächst von Künsllern wie Avenarius erkannt und von ihnen erst die Parteien hätten Politik und kirchliche Interessen hinein- getragen. Jeder Mißbrauch der unmündigen Jugend für politische Zwecke erniedrige die Schule. Redner schließt mit dem Satze: Ohne Glauben an die Zukunft wird es weder gelingen, die neue Gesell- schalt zu bauen, noch die neue Schule.(Lebhafter Beifall und Hände- klatschen links.) In der anschließenden Erörterung tritt Dr. Saltzgeberal!ste».»r»»»e Norde». TZZ Uhr In der Semelndeschule Putbuser Straße 6—9, Vortrag über ble Sinbeitsschule. Ref. Rektor Hengdorf.— Sr»»pe Lichterselde. m Uhr im Jugendheim, Albrechtsir. 14», Unterhaltungsabend. T- Stuppt Hermodorf. Zm Jugendheim Roonstroße, 7>4 Uhr. Vortragsabend. Morgen. Sonnabend, den IS. April: 23. Abt. 7 Uhr MSechenodend im Realgqmnastum Elifabethstr. 87/58. Kinder 50 Pf., Erwachsene 1 M. Sorten sind noch beim Genoffen Düring, Landsberger Allee 157, Im äigarrengeschöst, erhältlich. «er»»». 8 Uhr Mitgliederoersammlung im SInstum, So«l neben Lehensmittel. amt. Wichtige Tagesordnung. « 17. Srel«. Lichtenberg. Unsere Jugend veranstaltet am Sonntag, den 17. April, nachmittags 5 Uhr, im Logen-Sastno. Snorr-Promenade, eine Frühlings- feiet, wozu die Schulentiaflenen und Jugendlichen besonder, eingeladen stnd.— Das Sekretariat der SPD. befindet stch jetzt in der Riederbarnim- straße 5. ?ugenüveranftaltunyen. «mi» Arbeiter-Zngend Sroß-Berli». Sekretariat: RW. 4», In de» Zelte»«. Freilg. den 15. April 1921: 9aa Zugendfekret-riat bleibt heute insalge Iranerseier für de»«e»offen Tinz««»« geschlsfse». «dlee-bss. Hackenbergbaracke. Vortrag: ,.AIk-hoI!-mu» und Tuberkulose*. —»harlottenbueg. Roffnenstr. 4, Vortrag:„Was ist Sozialismus?*— Sünlg». «nsterhanse». Schule Sarlstr. 4. Vortrag:„Der Friedensvertrag von Ver- folBe«*.-»■»ordolt. Realschule Pasieurstrafie. Diskussionsabend(letzte Rummer der„Arbeiter-Zugend*).- vsten. Schule Straßmannstr.«, Diskuffiansahend: „Ist die Arbeiterjugend parteipolitisch?*— Rosenthaler Vorstandt. Schule suelitzer Str. 4-3—42, Mitgliederversammlung.— Südost. Schule Wränget. straße 128, Mädchenabend. • «Ine»Sdchenkon«eeei>, findet am Sonnabend NM 7 Uhr r« Zentraljngenh. Hehn Livbenstraße statt. Do» geutralsuzenth-im bleibt an Sonntag geschloffen. teilt, Lehrmiiiel und SchochNieratur stehen kostenlos zur Verfllguna. o.Nfragen richte man an Rich. Scholz, s. 42, Waffertorstr. 18.— Internationaler Bund bei Sriegsopser< Deutschland). Heute, 7 Uhr, Schulaula des Sophien-Snmna- stums, Weinmeisterftraste, Versammlung sämtlicher Kriegsgefangenen.— Span- Hauer Schwerkriegsbeschädigte. Versammlung aller Schwerlriegsbeschädiaien. die Anspeuch auf Rachzahiung der Teuerungszulagen eeboben haben, am Sonntag. den 17. April, vormittags 10 Uhr, in der Schuiaula Berlin R., Triftstraßr, Ecke Müllerstraße.— Bund eeligiäser Sozialisten. Bezirksgruppe West. Tagung am 16. April, abends 8 Uhr, bei Geunert, Schlüterste. 47. Tagesordnung: 1. Vortrag drs Eenaffen Dr. Aner Über die Frage:„Gibt es einen Satt?* 2. Aussprache.. �_____ Mus aller Welt. Riesige Waldbrände in Lberschlesie». Seit-Donnerstag mittag wütet in den Fürstlich Donnersmarck- schen und den fiskalischen Forsten zwischen Hindenburg und M a k o s ch a u ein großer Waldbrand, der bei dem herrschende., Südwestwind einen solchen Umfang annahm, daß un übers eh- bare Waldbeständc dem Brande zum Opfer gefallen sind. Samt- liche Orts-, Werks- und Grubenfeuerwehren des Kreises Hindin- bürg sowie die französische Bciatzung aus Hindenburg befinden sich an der Brandstelle, um ein weiteres Umsichgreifen des Brandes zu oerhüten. In der Hautpsach« ist die Tätigkeit der Feuerwehren auf die Erhaltung der in unmittelbarer Nähe der Brandstelle be- sindlichen Gruben, des Delbrückschachtes und der Guidogrube, be- schränkt, da bei dem furchtbaren Qualm dem Feuer nicht beizu- kommen ist. Wie verlautet, sollen infolge des Qualms mehrere Feuerwehrleute und zwei Kinder erstickt fein. Der Schaden be- ziffert sich schon jetzt auf mehrere Millionen deutsche Mark.� Die Schlagwekkerexplosion aus der Steinkohlenzeche kouflanst der Große ist nach den vorläufigen Ermittlungen bei Bochum im Flöz Sonenschein entstanden. Das Flöz ist an der Unfallstelle feucht und entwickelt Kohlen staub daher nur in geringem Maße. Da mehrere Strebbaue, in dem Flöz ein« Verwerfung erreicht haben, muß angenommen weiden, daß die Schlagwetter an dieser G e- birgsstörung unerwartet austraten" Soweit dieses bisher festgestellt werden konnte, ist ein Eprengschuß nicht die Ursache der Entzündung gewesen. Ein grausamer Mh. In Pöthen bei Apolda erschoß der Lanks- mirt Wohlgezogen sein achtjähriges Enkelkind, verletzte feine Schwiegertochter am Kopfe schwer und erschoß sich in der Scheune, nachdem er diese in Brand gesteckt hatte. Englisches„Kuriergepäck." Auf dem Westbahnha?e in Wien wurde dieier Tage der englische Soldat Jobn Roberiio» und die Engländerin Miß Alice Berin. sowie der angebiilbe Korrespondent des Londoner„Manchester Guardian", Williaui Germain und der Dolmetscher Baumann derhaitet. als sie in vier Säcken angebliches Kuriergepäck auigeben wollien. Die Säcke waren durchweg mit Amtssiegeln versehen. In ihnen de- landen sich nicht weniger als 2 0 000 000 österreichischer Kronen, welch» nach Deuischland gesSmuggelt werden sollten. Weiter wurde der angebliche GntSvächler Charles Rappard. d«i sich für einen-Kurier der Gcland'tfchait in Bern in der Schweiz ausgab, kurz vor der Abfahrt de? nach der Schweiz abgebenden stugeS verhaftet. Bei Roppard wurden achtzehn Kilogramm G o l d. meist in Barren und in Bruchgold, � sowie in Münzen ge- funden. Sport. Vorträge, vereine tinü Versammknn�en. «celi»» Arbeiter. Sch-chklnb. Abt.„Süden*. Die Abteilung eritffnet heute Rennen zn Sorlsßorst. Trotz schlechten Weiter? hatte die Babn gestern einen recht guten Benich autzuweiien. Die Rennen Verliesen ohne nennenswerte Zwüchcniälle und eigaben folgende ReiuIiakK 1. Ermunter ungSbürdenrennen: 1. Glatteis(Tt.ihl). 2. Mur(Johnson). S. Revelrh(Fibr). Tot 19:19. Pl. 17, 29: ,9.— 2. Annatal-Jagdren nen: 1. Gallipoli II(Fibr). 2. MajoralSherr (Kardel). 3. DonuducuZ.(Zidolvb). Ferner licsen: Erich Cichclfönig. Schwältcht. Mitzinutz' Tob t»: ift; Pk" 13) 25. 23(10. Ferner liefen: Erich G., Eichellönig. Schlaglicht gc), MüüNltt(5».— 3. Preis von Str a ttSf« e: 1. Fusianella(KorSler). 2, lotila(Bismarck). 3. Soul» Martin(Mihan): Tot.-lk-: IG Pl. 11.18319.— Ferner lieien: Balalaika. Minor. 4. Preis v. Eggersdorf: t. Lallo(Buchbolz). 2. HarlcNn(Johnlon�. 3. Alerich(Nash). Tot. 29: 19, Pl. 14, 15:19— Ferner liefen: Ocoana, Eoiiar. 5. Huberl uSftock. Ausgleich:!. Fanal(Hr. Dierig). 2. Demelrin» (K. v. Weilhg). Tol. 19: 19.— 9. Preis von Rotkäppchen: l. Wehr- mann II lSenlpeil). 2. Mare Anlon s.Knoipe). 3. Rolbremse lMinan) Tol. 199:19, PI. 22, 18, 17: 19. Ferner liefen: Pension, Pava, Raspoiiliii gel. — 7. Preis von Schwansee: 1. Wolkcnichieber(Resieiibcig). 2. Mai- tollen(Kalper). 3. Lconie luna- Eisenipallclei in Berlin, Strallunder Str. Spandau— Falte 13 in Spandau. Erer-ier- platz. All-Glien-cke— Freiheit-Alrderlehme in Alt-GIienicke, KrieSberg' Neu- Zitlau— Fichte 14 in Neu-Zitlau. Spreeboidftr. MahISdors-Lichtenberg 21 in Mahlsdois. Grünauer S,r. Lankwitz-Luckenwalde 3 in Lankwitz. Stern— Ticbbin in Maliemcide, Dorjslr. 4t. PolSdam-M.S.C. in Potsdain-Born- steht. lleiiieS Bornstedler Feld. Tellow-Zehlen dorj-groh-Frei ln Zehlendor'. L chlenrade— Sieglitz in Lichtenrade, binler ver Leovoldstr. Brandenburg a d.H. — Dabciidorj in Brandenbtna a. d. H., Muster wie!».— R a ch m 2'U U:> r- Spiele der 2. Mannschajlen.'>- Aebeiter.»»hsahrer.VeeeI» ,.»eoß.?«eNn*. Sonntag früh 7 Uhr Sand- Hansen bei Oranienburg. Rachmitlago 1 Uhr»irtenwerder sZapan). Arbeiter. R«bf»hr«r.Vn»d..»»«»«rität*. Agitalionskaminiffion. Sonnlag. den 17. April, zur Serder-Agilatian. Pflicht iß. daß sämtlich« Mitalieder er- scheinen. Start der 1., 2., 3., 4., 5. und 9. Abteilung: SchSnebeeg, Hrnprste. ße sDenkmal), her S.,7.<. 8.-Abteilung: Tiergarten, Brandenburger Tor, morgens 4 Uhr. Heute,- Uhr, Sitzung des Spartausschuffe«, Ruugestraße(Heinrich).— Touren für Sanniag. den Ii. April: 1. Abt. nach Buch. Start 1 Uhr Vülaw- straße 58.— 2. Abt. nach R-uensche Berne. Start 6 Uhr. Mittags nach Schmück. witz(Waldidnüi. Start 1- Uhr Fontane., Scke Blücherstraße.— 3. Abt. nach Trebbin. Start 8 Uhr. Mitiaas nach Kraßbeeren(Heinz«). Start 12Vi Uhr Laustßer Platz sgtrche).— 4. Abt. nach Lanke. Start 1 Uhr. Mrttaas nach Bernau sScUnrann). Start J2 Uhr D-berwies«, Ecke Frankfurter Allee.— 5. Ab!. Streiszüge durch Blumenlhal. Start 7 Ubr. Mittaas nach Nadebrstck (Feldschlößchen Rablersruh). Start 1 Uhr Komtureiplatz.— 8. Abt. Streifrüie durch de» Norden. Endziel Birkenwerder. Eiart 7 Uhr. Mittags 12r. Übe nach Birkeniverder(Japan). Start Sopenhaaener Str. 2S.— 7. Abt. Äokach. tour nach Densi.ckendors. Start 7 Uhr. Äirtaas nach MSnchzurüble. Start t llhr. Schul.. Ecke Vrinz-Siigen.Strnße.—».«bt. Streiszüge durch Blumen. thal Über Prbtzei. Start 7 Uhr. Mittags nach Werneuchen. Starr 12 Uhr.— ». Abt. Saulsdorf-Süd(Sansfouei).- Start 1 Uhr Brandenburgstr. 22.— 12. Abt. nach Rüd-r-dors-r SaUberg«(Lindenhof). Start 9 Uhr Kreuzung Äarlsharst— Oberschäneweid«(ghauffeei.— Vrtogrnvpe Iohanniothal �i-in Mariendorf. Start m Uhr Luftverkehr.— Vrtsgr. Mariendars. Saaliparickest mri Wertungsfahren. Anfang nachm. 5 Uhr in Eraßelo Kesellschaitobai-s. Ehauffeestr. 305.— vetsgr.«haelotteubura nach Werder. Start 5 Uhr. Mittags Wannsee iFürstenhos). Start 1 llhr.— Ortsgr. Lichtenberg nach Schöneiche (Mann). Start 12 Uhr Jüngste. 19.— vetagr. Reulälln nach Bernau Wand- litzsee. Stert 8 llhr. Mittags nach Schöuerlinde, Einkehrstelle. Stert 1 Ubr Sehenzollernplatz.— vrtoge. Relnickendo-f nach Friedrichofrlde. Start 1 Uhr bei Muster.— Ortsgr. Rothenoe». 16. April, 8 Uhr. Versammlung im..Boss-. garten*. 17. April nach Schollehne. Abs. 1 llhr nachmittags. Geschäftliche Mitteilungen. VO»8e»Vei'tils«»s? Giner der«idenv>vt!gshen Gchmaros»er am Menf�T» im Lokal von Äaufler, Heaelbergerftr. 20a, ihren dritten Gpielabend. De? ist unzweifelhaft die Wanze. Da sich dieses Ungeziefer außerordentlich schnei Hauptspieladend befindet sich Donnerstag» im Lokal von Gelsler. Waldemar- und stark vermehrt,(o muß in einer aefäsirdeten Wohnung dem Insekt und straße R2. Zwerter Epieladend ist Dtenstaqs im Lokal von Schulze, Wassertor- seiner Brut mit einem durchgreifenden Mitte? entgeaengetrettn werden. Mr 1 straye 10. Anfa,s« Uhr. In allen Abteilungen wird kostenlo» Unterricht er« t verweise»»uf das heutige Inserat betr. Berg« Ztivodaal. Wirtschaft Merkwürdiges aus dem Reichswirtschaftsrak. In der letzken Sitzung des Wirtichaftspolitischen Aus'chufles des vorläufigen Reichswirrichoftsrats knüpfte sich nach dem offiziösen Lericht eine längere Erörterung cm folgende Anfrage 50 i e s e l e r und Genossen: �Verschiedene Preisprüfungsftellen und Landesbehörden haben über die Verordnung vom 25. September 1915 hinaus die Anordnung getroffen, daß der Einzelhandel gezwungen ist. jeden im Schaufenster ausgestellö-n Gegenstand mit dem Verkaufs- preis zu versehen. Eine derartige Verordnung läßt sich in vielen Gejchäflszweigen und Geschäften nur durch' viel unnützen und kostspieligen Zeitaufwand(!) durch- führen, in mittlren und größeren Geschäften und in vielseitigen Worenzweigen überhaupt nicht erfüllen. Andererseits führt der Preisauchang im Schauienster weder zu einer Beruhigung der Bevölkerung, und er schließt auch jedes richtige Urteil über die Angemessenheit oder Uebertriebenheit des Preises aus, weil ja die Preis« im Einzelhandel lediglich in die Erscheinung treten, nicht aber ihr Entstehen nachweisen. Wir sind der Ansicht, daß die vorgenannt« Anordnung gegen die Bestimmungen der Reichs- gewcrbeordnung verstößt, das Verlange» der P'reisprüsungssKlle also als ungesetzlich zu betrachten ist. Welche Ausfassung vertritt die Reichsregierung?" Der Vertreter der Regierung beschränkte sich daraus, zu er- klären, daß ein Rechtsoerstoh nicht vorliege. Der Ausschuß kam zu der Ansicht, daß der Preisaushong im Schaufenster u n z w e ck- mäßig für den Verbraucher, dem eine Rachprüfung der Angenresienheit der Preis« nach dein Lugenschein doch unmöglich bleibe, äußerst kostspielig und daher auch preiserhöhend für den Derkäuier und praktisch lückenlos gar nicht durchführbar sei. Die Kontrolle erfordert ein unverhältnismäßig großes Polizei- a u f g e b o t(!) und fei auch dann noch kaum wirksam zu gestasten. Einstimmig wurde der Beschluß gefaßt, die Regierung um«ine Nach- Prüfung zu ersuchen, ob angesichts der angeführten und anderen Mißstände die Verordnung vom 25. September 1915 obänderungs- bedürftig oder ganz zurückzuziehen ist: ergibt die Prüfung, daß die Verordnung weiterbestehen solle, dann sei eine Aende- r u n g über den Preisaushang im Schausenster zu bewirken. Doch sollen bei Aushebung dieser Vorschriften Preisbezeichnungen in Chiffren für Gegenstände des täglichen Bedarfs verboten werden und nur Preisbezeichnungen in Zahlen zulässig sein. Auf eine An- frage über eine Revision des Preisprütuiigsstellenwesens gab der Bertreter der Regierung die Auskunft, daß darüber Erwägungen im Gange seien. « So der halbamtliche Bericht. Aus dem Antrag der Händler sprich! das Bestreben, die Ucberveste der Preiskontrolle zu beseitigen. Der Reichswirtschaftsrat stimmt dem unter Vorbehalt zu. Obwohl der wirtschafts- und sozialpolitische Ausschuß auch wort- und schrist- gewandte bürgerliche Vertreter des Gemeinwirtfchastsgedankens birgt, scheint niemand auf den Gedanken gekommen zu sein, wie sehr das Vergehen gegen den Preisaushong den gemeinwirt- schastlichen Inieresfen widerspricht. Bisher war es eine im Namen der Gsmeinwirtschaft verire'ene Forderung, daß die Händler allmählich dazu gebracht werden sollten, alle Waren unter Qualitätsbezeichnung mit einer Preisangabe auszustellen, um so den Käufer vor Uebervorteilung und Schund zu schützen. Jetzt kommt der Kleinhandel, und der Reichswirtschafts- rot bestätigt ihm, daß ein Preisaurhang die Ware verteuere! Mit dieser Begründung müßte man die Abschasfung der Schaufenster verlangen, die in einer Großstadl allein Millionen, wo nicht Milliarden jährlich aus Kosten des Käufers verschlingen! Dieser Grund ist also ebensowenig stichhaltig wie die ängstliche Sorge, daß die Polizei zu sehr belastet wird. Der vorläufige Reichswirischaftsrat leistet sich in letzicr Zeit überhaupt merkwürdige Dinge. Obwohl er dazu eingesetzt ist, i» dringenden Fragen selbst die Initiative zu ergreifen, verwies er— wie wir berichteten— den Amrag Wisfell zur Förderung der Bau- tätigkett— an die Regierung zur Prüfung! Dabei handelt es sich um eine Frage, die von grundlegender Bedeutung für die nächste Zukunft ist. Sollte der vorläufige Reichswirlschaftsrat, der nach außen hin sich nicht gern als„vorläufiger" bezeichnet und erst in, letzten Jahr mit Pomp und Glanz feine Gebun als„erstes Wirt- fchaftsparlanient der Welt" feierte, etwa heute schon an Greisen« schwäche leiden? Der Stand der Reichsbank. Wie der Ausweis der Reichsbank vom 7. April erkennen läßt, ist in der Berichtswoche eine anjehn- liche Entlastung der Anlag ekonren eingetreten. Die bankmäßige Deckung— das sind die Bestände an Wechsein, Schecks und diskontierten Schatzanweisungen— hat sich um 9643,5 Millionen Mark aus 57 159,1 Millionen Mark verringeri: die gesamt« Kapitalanlage ist um 9628,1 Millionen Mark auf 57 394,3 Millionen Mark zurückgegangen. Gegenüber der starten Vermehrung von umlaufenden Zahlungsmitteln in der Vorwoche ist diesmal ein geringer Rückgang des Umlaufs zu verzeichnen. Der Banknoten- umlauf sank um 182 Millionen Mark aus 69 235,2 Millionen Mark, der Umlauf an Darlehnskassenscheinen um 166,5 Millionen Mark auf 19 991,4 Millionen Mark. Der Freihandel in Rußland. Nach näheren Instruktionen, die das Allrussische Zcntralexekutivkomitee zur Handhabung des Frei- handels-Dekrets erläßt, ist für den Freihandel, der nur auf bestimm- ten Plätzen gestattet ist in jedem Fall eine bejondere Erlaubnis nach- zusuchen. Der Handel auf Plätzen und in geschlossenen Räumen darf von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends stattfinden. In Moskau sind dreizehn Märkte zum Handel bestimmt, auch in den Bahnhofs wirtschaften und in den Theater-Restaurants ist der Lebcnsmittelhandel freigegeben.(OE.) � Kur sehr kurze Zeit* �Turtnstr.lü* Im Ausvcrkaot des Rlescnlasers einer der größten Hamburg-Berliner Export esellschaften in TextiU, Hausstand« und Ledev waren usw., laut Anmeldung beim zuständigen Polizeirevier, wird alles mit Verlust ———————— von 30% bis 80% abcestoßen. Auszüge aus der Preisliste: as/n Herren-Sacco-AncBjc«, la Verarbeitung, deine sogenannt. Entiassungsanzlige. gute Wollatolfe........ Mk. SZB,— Reinseidene Damentacken. hübsche Farben....., 170,— Damen-SlrOmpfe, reine Schappsclde, auch Ver- Stärkung Seide................ Damen-Strlcfchandachnlic......... per Paar Damen-Trlkethandschabe............. Herren-Trikolhandschuhe Elektrische Olskusbligeleleen, Friedensqualität, la Ware, I Jahr t abnkgarantie, einschließt. Z m Zuleitung... Kompott-Teller(Olas)..... H cm Mk. 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Die Bilanz sowie die Gewinn» und Berlustdreechnung slir das Jahr 1920 sind in der Ge» IchSitsitelle, Sickingenfir. 8, cm- zusehen. 188/15 Der Vorstand, L. Schmidt. Ernst Roscher. Mungs-ÄtlkellWe bec Meliere, Gold' nno MMmlett (tzwengsinnung) zu Berlin. Einladung zur MRBflM am Sennebcnb, 23. April 1921, abends 7 Uhr, im Dresdener !»arten, Dresdener Str. 45. | Tagesordnung! ' I. Verlesung des Protokolls der 1 1 porigen Eigung. 2 Jahres. berichl 3. Bet icht der Revisoren. I. Bcrschiedenes. 18/9 Rnz Rost. H. Herh. Vor|tt>endrr. Schrtftsührer. i/jzder» Verkauf billiger Sachen II Nur | elM VMkiifsstellg BoenSohn Keine Filialen mehr Nur Chausseestraße 29-30 Nur ätUM1 Aus Ifteichsbesiänden si n d im Kleinhandel SM Femrobrbeispiellosbilig.Ledenrareti.nneehl. Seh muck, arammophon« | Yergieictian Sie Qualitäten und Preise mit ganz Berlin. Timnstraße 19.» Der weiteste Weg lohnt! Ahesslnicr- Brunn. gclbüoulft ziehen ohne g-grad. Brunn. klar Ouellm. a. ieder Tiefe bire« a.bErde. 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Kongreß der Komm> istischen Partei Ruß ands./ Materialien rür Frage de« Partei ausbaue»./ Materialien*ur Gcwcrkschaftsfrogc./ Karl ftadekt Die Inneie und äußere Uage bow] et-R iß ia nds unddi- Aufgaben der Kommunisiischen Partei Rußlands./ Die Enellung von Konzessionen an da» ausländische Kapital(mit dre; Karten»./ N. Lenin: Da.s Ver ältnis der Arbeiterklasse zum Bauerntum iR'-de aut dem X Kongreß der Kommunistischen Partei RuÄ aiid5)/L. Kamcnew: Di.' SowjetrepubifK in der kap talistlschcn Umu.»g/ Karl Radekt Hro �at./ A. Rykow: Resul ate der aufbauenden Tiu�kcU der cowjetre�ierang./ N, Bogdanow« Die Bauernw.rtschaltcn in Sowjet-Rußland Ende 1920. usw Illustrationen» Fünf P'ska e(Mehr arbcndrucke). PREIS 6 RAR K# Bestellungen sind zu richten an Frankes Verlag O. m. b. 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Male: Volksbühne Theater am BUIowpIati. Naeb Damaskus<. Ten 7 Uhr: Lessiog-Theater �hr: Peer Gynt Sonnabend und Sonntag 7'/.: Von Morgens bis Mitternachts Montag 7'/,: Ein idealer Qatte Deutsches KDnstler-Theater Allabendlich 7>, Uhr: DieMargnisev.Arcis (Konstantin, Veidt) Operette von ür, W iiiner und H. K o 1 1 o w. Musik von E. Steffen Hilde Würner. Ralph Artur Roberte, Uschi Hlleot. Herbert Klper, _ Paul Rehkopl. Centrnl-Thratcr tv, Uhr: Die Postmeisterln Ueutsche» OpernlianM 7 Uhr; Schwätz, v. Sarogossa Caralkria rustlcana Frleitr. Wllheli]iMt.Tli t«/, i�r: Hoheit die Tänzerin KI. Schaanpielliaa« 7v.uhr: Reigen Komlnche Oper u' Inderchen Idnstnplelhnai« 7«/4 Uhr: Arnold Rlcck In Die spanische Fliege Sief ropol-Thoatcr Uhr Die blane Maznr ftleaeN Oporettonttieat. 7»/, Uhr: Fritz Werner Der lachende Ehemann IVeues Voikstheater ' /» ü. Der Parasit HclilIler-Thent.Oliarl. TV-Uhr-Doktor Klans Tltalla-Theater T/t uhr Mascottchen ThdanXoUendorfplata Zum 1. Male 6v,u.:D. Vetter ansDingsfla Theater dea Weatena tu uhr; SchwaHienhoctizeit Tta.l.d.Kommandantcnstr. tu uhrDer verjüngte Adolar Wallner-Theater Tv.uhrDieTanzgrafln Walhalla-Theater 7v.uhrFledermans Besidenz> Theater Täglich 7-/, Uhr: Das Privileg Paul Vegetier, Lude ROfllch, llka Urünlng, N. Edgar Llcho. Stg.V»4; Lady Wlnderm. Fächer Oranlenstrabe 53 54 Täglich 8 Uhr: Elite-Programm Residenz-Kasino Blnmenflc. 10 Täglich: BALI Kupfer Messing Blei Ankauf von Händlern, Fabrikanten u. Privaten Noliendorfstr.BD Aufbewahnma einschlieGlich Pfleqe.undVersicherunq. Volle Gewähr qeqen kbsfenJose Abholung OraniensrrlöS ral-Tr. n. Sanitdtähajar b. TüdosteuS, Str. IN, am Oranienplatz; Beraer, BrUckenstr. 14. S. Lehrke, Rottdufer Damm N1/N4, am Hohenstaufenvl. SW.(?. Sä. Weirich.BIllcherslr. I, Hallesch.Tor. JfSnieloff 4{?o., Friedrichstraße 31, gegenüber Pnilkamerstr. W. L. Horn, Linkste. 40, Ecke Potsdamer: Bulow-Dr., Büiowstr. 83, Ecke Potsdamer. (shnrlottenbnrg: Siephan-Dr», Wilmersdorfer Sir. 185. 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Einmal demaskiert er sich selber, als er den Deutschnationalen versichert, daß sie ihm viel lieber seien als die Sozialdemokraten. Und dann bricht Eberlein in laute Klagen aus, wieviel bester es früher gewesen sei als seht unter den so�ialistii�en Miniltern, so daß man nur noch die Worte vermißt:„Wilhelm kehre zurück!" Ueberhaupt, wer die Zusammenhänge zwischen der äußer st en Rechten und der ä u ß e r st e n Linken studieren wollte, hatte gestern reichlich Gelegenheit dazu. Ehe Eberlein seinen kommunisiischen Zorn über die Regierung Braun-Severing ausgeschüttet hat�e, war die Rechte mit einem Vorstoß des deutf�'nationalen Sprechers Graes- Anklam vorangegangen. Er polemisiert ausschließlich gegen die sozialdemokratische Regierung: nur ihre„schlappe" Be- kämpfung des Putsches interessiert ihn, die Putschisten selber erfreuen sich seiner woblwollenden Schonung. Warum soll Herr Graes die Komunisten angreifen? Hat er doch längst bemerkt, daß jene seine besten Helfer sind. Für den Sprecher der Sozialdemokratie, Genosten Franz Krüger, war es eine dankbare Ausgabe, nach diesen beiden Vorgängern nachzuweisen, wie sich Rechts- und Linksputschi- sten. Deutschnationale und Kommunisten, gegenseitig in die Hände arbeiten. Krüger ging als erster aus das ein, was seine beiden Vorredner versäumt botten, nämlich auf die Geschichte und den Ursprung des Putsches. Und da erbrachte unser Redner den dokumentarischen und lückenlosen Beweis, daß alles Geschrei der Kommunisten, sie seien angegriffen oder provoziert worden, blanker Schwindel ist. Aus der Broschüre Paul Levis, aus der.Roten Fabne" usw. wies Genoste Krüger klar nach, daß dieser Putsch snstematisch von den Kom» munisten vorbereitet und bewußt ohne äußeren Anlaß zum Ausbruch gebracht worden ist. Und besonders rechnete Ge- nosse Franz Krüger ab mit jener abgründigen kommunisti- schen Heuchelei, die setzt an das Mitleid der Arbeiterklasse appelliert, während die Kommunisten selber in Roheit und Grausamkeit schwelgen. Hat doch das Düstel- dorser Organ der VKPD., die kommunistische„Freiheit", an- läßlich des viehischen Lynchaktes gegen unseren Genosten Zimmer in Mörs Gemeinheiten zuwege gebracht, die hier sestgenagelt seien. Das kommunistische Organ schreibt unter der Ueberlchrift„Peter Zimmer, der erschlagene Schuft": Daß dieser Schuft in zorniger Aufwallung erschlagen wurde, W menschlich wohl zu begreifen, trotzdem verurteilen wir die Tat, nicht jedoch wie wir den Mord an Tült verurteilen, sondern eher wie da? einfache Lynchen eines Pferdediebes, wobei wir zuge- stehen, daß ein Pferdedieb sich beleidigt suhlen könnte, wenn man ihn mit einem Sozialisten vom Schlag« eines Zimmer auf eine Stufe stellen wollte. Die Abrechnung des Genosten Krüger mit den Kommuni- sten fiel in jeder Weise wuchtig und vernichtend aus. Aber er vergaß darüber nicht, den Deutschnationalen zu sagen, daß sie die Sozialdemokratie geaen irgendwelche Gewaltver- suche ihrerseits ebenso auf den Schanzen finden werden. So holten sich die parlamentarischen Leichenfledderer des Putsches, Deutschnationale und Kommunisten, am ersten Tage blutige Köpfe. Heute dürfte Minister S e v e r i n g namens der Regierung mit beiden Teilen abrechnen. »» » Zu Beginn der gestrigen Sitzung des Preußischen Land- tage- teilte Präsident Lelnert mit. daß Abg. Adolf H o f f m a n n (Komm.) seinen WaHtauftrag zurückgegeben habe. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die große Anfrage Graef-Anklam(Dnat.) über den k o m m u n i st i s ch«n A u f st a n d inderProvinzSachsen.— Minister des Innern S e v« r i n g erklärt sich zur Beantwortung bereit. Abg. Graef-Anllam(Dnat.): Im Januar, als alle Well von der kommunistischen Gefahr sprach, versicherte Herr Hörsing einem Berichterstatter, daß an der kommunistischen Geschichte nichts wahr sei.(Redner richtet eine Reihe schwerer Borwürse gegen den Oberprästdenten Hörsing.) Es ist eine ausgleichende Gerechtiq- teit des Schicksals, daß gerade H ö r s i n g den Belagerungszustand verhängen mußt«, mlt dem bekanntlich jeder Esel regieren kann. (Sehr r I ch t i gl b. d. Komm.) Unter den Augen der Regierung wird in Berlin in der Luisenstraße«in Paßbureau für bolschewistische Agenten unterholten, an das auch der bekannte P a r v u s feine Freund« zu verweisen pflegt.(?!) Der schwerste Borwurf ist Herrn Severing deshalb zu machen, weil er das Eiagreisen der Reichswehr verhindert hat. Offenbar gönnte er ihr die Lorbeeren in diesem Feldzuge nicht.(Beifall rechts, Lärm links.) Das Ministerium des Iginern muß endlich in solch« Hände gelegt werden, die tatkräftig zugreifen, um Ruhe und Ordnung im Lande zu schützen.(Anhalten- der Beifall rechts. Zischen und Lärm links.) Di« Kommunisten beantragen, dem Staotsministerium das Bertrauen zu entziehen und fordern in einem weiteren Antrage Aufhebungdes Ausnahmezustandes und B«- seitigung der Ausnahmegerichte. Abg. Eberlein(Komm.): Wir lehnen die Attentate ab, weilsienichtimJnt«r«ls«desProl«tariatsge� l e g e n f i n d. Zu diesem Deutschland haben die Arbeiter Englands. Frankreichs und Italiens kein Vertrauen. Rur eine Verbindung mit Sowjetrußland kann uns aus den Klauen des Ententekapitals retten. Es ist an der Zeit, daß das Proletariat aus der Defensive in die offensive Sampfaktion tritt. Die Schuld an der Niederloge trogen die schamlosen Per- räter.(Sehr wahr! b. d. Komm.— Lärm b. d. Soz.) Di« Ausgleichung der Besitzverhältniste. die Vorbedingung der wahren Ö«mokraiie, ist nur auf dem Wege desoffenenKampfe« mög- 1*5 Wir sogen den Arbeitern: Seht Euch Eure eigenen Führer an. (Zurufe: Ähr wahr! Levil) Der Kampf war deshalb notwendig und wichtig, weil durch ihn die Freunde und Feinde des Proleia- riats offenbar wurden. Die Arbeiter müssen sich überlegen.... (Zurus: Müsten Sie überlegen! Große Heiterkeit!) Es war das erste Gefecht. Das Proletariat wird von Riederlog« zu Niederlage schreiten, bis die revolutionären Arbeiter(Zuruf: Tot sind! Große Heiterkeit.) die Bourgeoisie niedergerungen haben. Die Kcmmunisten werden in den künftigen Kämpfen die mutig st«n. tapfer st en Führer (Hetterkeit) zu stellen haben. Einer von beiden muß sterben— die reattionäre Bourgeoisie und ihre Helfer oder das revolutionäre Pro- letariat.(Heiterkeit.— Beifall b. d. Komm.) Die putfthiften auf öer /Anklagebank. Abg. Srüger-Potsdam(Soz.) begründet einen Antrag, der die Beschränkung der S o n d e r g e r i ch t e aus die Bezirke verlangt, in denen der Ausnahmezustand verhängt ist und für Jugend- siche ordentliche Gerichte sowie im übrigen Sicherheiten für ein geordnetes Verfahren fordert. In der Unterhöhlung der Staats- autorität, die Herr Graes so scharf verurteilte, leisten seine Freunde dasselbe wie die Kommunisten. Zwischen beiden herrscht eine merkwürdige Uebereinsiimmung der Sampfesweise und der Kampfesziele. Jugendliche Verbrecher gibt es nicht nur bei den Kommunisten— der jugendliche Mörder Eisners und der Urheber des Atten- tats auf Erzberger wurden gerade in der Herrn Graes nahe- stehenden Presie als„nationale Helden" gefeiert. Herr Graes hat sich darüber beschwert, daß die Regierung die Pressemeldungen über Kommunistenaufstände nicht ernster nahm. Das ist begreiflich, wenn man beobachtete, wie die Rechte und Linke sich in Schauernach- richten über Putsche gegenseitig überboten. Es- schien geradezu, als wenn die Mobilmachungspläne gegenseitig aus- getauscht wären. Gras P o s o d o w s t i hat festgestellt, daß der K a p p- P u t s ch erst die spartakistische Bewegung a u s g e l S st hatte. Rechts und Links arbeiten sich immer gegenseitig in die Hände. Die deukschnalionalen Landräte und Gemeindevorsteher haben ihre > Pflicht beim Sapp-Puksch viel schändlicher verletzt, als jetzt angeblich I sozlallsftsche Beamte. Die Bluttaten in B r e s l a u seitens der Rechts- bolschewisten, die der Aulockprozeß enthüllt hat, stehen nicht hinter den kommunistischen zurück. Auch die Feindschaft der Freunde des Herrn Graes gegen russische Ausländer ist sehr einseitig. Der j deutsche L a n d b u n d hat sich der Rückführung der bosichewistischen Gefangenen heftig widersetzt, weil er die Russen als Ar- beiiskräfte braucht. Eine Presie, die, wie dt« veusichnationale, i an Beschimpfungen der Regierung das Menschenmögliche leistet, hat kein Recht, von einer Untergrabung der Staatsautorität durch die Inaktivität der sozialistischen Minister zu sprechen. Daß der Mi- nister die R e i ch s w e h r in den Ausstand nicht eingesetzt hat, hallen wir für einen Akt außerordentlicher politischer Klugheit. Der Reichswehrmini st er hat erklärt, daß die Reichswehr viel weniger geeignet sei für Unterdrückung innerer Unruhen als die Schutzpolizei. Das Einsetzen der Reichswehr hätte große Masien von Arbeitern aus die Seite der Kommunisten getrieben. Der Rechten kam es ja nur darauf an, aus der Niederlage der Kommunisten eine Niederlage der gesamten Arbeiterschaft zu machen(Sehr wahr! b. d. Soz.) Wir danken der Polizei, daß ste nicht blindwütig vorging und auf beiden Seiten das Blutoer- gießen möglichst zu vermeiden suchte. In einem Punkt« waren sich Deutschnationale und Kommunisten einig: Die S o z i a l d e m o t r o- ten und ihre Minister haben an allem schuld.(Sehr richtig! rechts und b. d. Komm.) Nach der Liebeserklärung Eber» l e i n s an die Deutschnationalen ist ja die Bahn frei für die Tüch- tigen auf beiden Seiten: vielleicht bilden sie dann nie neue Regie- rung zusammen.(Heiterkeit.) Wir würden durch eine bequeme Opposition unser« Parteiinteresien viel mehr fördern können. aber wir arbeiten in der Regierung mit Bürgerlichen zusammen, weil wir mehr B e r st ä n d n i g für die Not des Volke» haben als Sie (nach rechts). Ohne O r g e s ch, ohne K a p p. P u t s ch wären die Kommunisten bedeutungslos, ohne K o m mu n i st e n säßen Sie(zur Rechten) nur halb so zahlreich in diesem Hause. Wenn beide Teil« den Kampf gegen die Entente betreiben, so lehnen wir die natio- nalistische Revanchehetze ebenso scharf ab, wie die angeblich revolutio. nare. Herr Paul Leoi, den Eberlein allerdings schon in ziemlich durchsichtiger Weise als Renegaten und Verräter bezeichnet, fuhrt in seiner Broschüre selbst aus, daß dieser Putsch nicht von anderen pro- voziert worden ist. Allerdings weiß er selbst nicht, von wem die Hetze eigentlich ausging. Jedenfalls hat er recht, wenn er die An- stifter der Aktion als Klndsköpfe bezeichnet, die man in jeder anderen Partei in die Kaltwasierheilanstalt schicken würde. Sie(zu den Komm.) sind sich des großen Unglücks, daß Sie über Ihre An- Hänger bringen, vollbewußt. Die„Rote Fahne" hat vom 17. Mär; an systematisch aufgehetzt, in der Verhandlung der kommunistischen Zentrale wurde erklärt, eine Demonstration genüge nicht, es fei der unmittelbare Kampf erforderlich. Es wurde zum General st reik aufgefordert, zur Verbrüderung, um einen Sern der Rolen Armee zu bilden. Bald darauf erscholl dos kommunistische Geschrei, daß die Polizei den Kampf provoziert habe. Die Unruhe und Empörung im Industriegebiet bestand nur zum Teil, sie wurde erst p r o v o- ziert. Die Kommunisten haben die Differenzen, die sich aus den Arbeitsverhältnissen ergaben, bewußt auf die Spitze getrieben. Die Politik der kommunistischen Zentrale hat nicht nur bei dem bisher!» gen Führer Leoi Derurteilung gefunden, sondern auch bei den Syndikalisten. Endlich konnte die„Rote Fahne" verkünden: „Wir haben die Sipomörder gezwungen, aus ihrer wohlbedachten Reserve herauszutreten, es ist Blut geflossen!" Mr Sozialdemokraken protestieren auf das schärfste, wenn sich heule die Sommunisten nachträglich im Namen des gesamten Proletariats gegen den Putsch aussprechen. Dieser wurde nicht von Arbeitern, sondern nor von einem kleinen Teile irregeleiteter Arbeiter, zum größten Teil aber von Elementen aus dem Verbrechertum durchgejührt.(Redner geht dann auf den sozialdemokratischen Antrag ein.) Wir haben schärisles Mißtrauen gegen die Ausnahmegerichte mit ihrem abgekürzten ver» fahren. Zur Abneigung der Arbeiter gegen sie trägt besonders das Geschrei der Rechtsparteien bei, die gegen die Urteile gegen Kapp» Verbrecher und ihre Nichtverfolgung keinen Tadel übrig hatten. Das Vertrauen zur Justiz wird nicht gefördert, wenn man an die Prozesse der H i l l e r, Kessel, Marloh und dergleichen denkt, bei denen mau immer das Gefühl hatte, als hätten nicht Staats- anwälte, sondern deutschnational« Parteisekretäre ge- richtet. Zum Falle Gült habe ich schon an anderer Stelle gesprochen. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß hier eine scharfe Untersuchung eingeleitet werde und daß, wenn eine Schuld bei der Behörde vor- liegt, unnachsichtlich vorgegangen wird. Aber Sie(zu den Komm.), die Sie wochenlang zu Morden aufgerufen, haben keine Ursache, sich weder über die Gericht« noch über den besonderen Fall Sült besonders zu entrüsten. Sie hoben in menschlicher, moralischer und sittlicher Beziehung dos Recht dazu ver» wirkt. Die Mitteilung über den unlängst von den Kommu» nisten bis zu einer breiigen Masse zerschlagenen lozialdemo- t i st i s ch e m Muster, weil man dort ohne Sonder- und Schwur- kommunistisch«„Freiheit" in Düsseldorf zu den greulichsten Be» schimpfungen und Verhöhnungen, in denen ste ihre Genugtuu.ng über Viesen unmenschlichen Akt ausdrückt«. Die kommunistischen Putschisten würden bei einem Schwurgericht nicht besser wegkommen, als bei einem Sondergericht- Sie wollen allerdings ein Gericht nach kommunistischem Muster. Wahrscheinlich aber nicht nach sowje- t i st i s ch e m Muster, well ma»dort ohne Sonder- und Schwur- gericht« die Widerspenstigen einfach an die Wand stellt. Für die Sondergerichte müssen besondere Rechtsgarantien ge» schaffen werden. Wie die kommunistischen Führer Ihren verhetzten Massen im Kampfe vorangehen, wie ste auf dem Platze geblieben sind, da» baben wir diesmal gesehen.(Heiterkeit.) Selbst Herr Schalem, der seine aufreizenden Arttkel mit seinem Ramey deckt, fühlt sich viel wohler in unserem Kreise hier im Hause und überläßt es anderen. für seine Ideen zu fallen. Auch der„Aktionsausschuß" hat das tLeuna-Werk vor der Besetzung verlassen. Andere sind rechtzeitig snach Rußland ausgewandert.(Lärm i. d. Komm.) Ich kenne sogar einen Herrn, der sich in den Kapp-Tagen seinen schönen Kopfschmuck und Bart abnehmen ließ.— Es war Herr Adolf H o f f m a n n.(Große Hellerkeit.) Das wüste kommunistische Ge- schimpfe über Mordpolitik, weißen Terror usw. kann niemanden über die Tatsache hinwegtäuschen, daß ihr Anhang keine Lust hat, sich noch weiter in Abenteuer hineintreiben zu lassen: sie tun deshalb so. als ob sie wenigstens innerlich von der Richtigkell ihrer Aktion über- zeugt wären. Sie misten genau, daß es ihnen nicht gelingen wird. eine Mehrhell im Parlament durch das Volk aus demokratischem Wege zu erlangen. Sie sind keine Massenpartei, die groß« Masse der Arbeiter denkt nicht daran, Ihnen zu folgen. Wir So- zialdcmokraten führen den Kampf um die sozial« Befreiung und Besserstellung der Arbeiterschaft aus dem Boden der Republik. Wenn die Kommunisten für ihre Aktionen«inen gewissen Boden finden, dann hoben sie sich bei den R e ch t s p a r t e t e n zu bedanken. Wir find überzeugt, daß trotz allem die Massen der Arbeiterschaft einig sein werden in dem Augenblicke, in dem«ine Regierung nach dem.allen System aufgerichtet werden sollt«. Der einzige Machtfaktor der Arbeiterschaft ist die Sozialdemokratie: denn die Kom- munisten kämpfen nicht gegen rechts, sondern gegen die Ar- beiterschast selb st. Unsere Aufgabe bleibt, die breiten Massen der Arbeiterschaft von dem Vabanquespiel sowohl der Rechten als auch der Kommunisten abzuhalten und sie in geschlossener Masse zu ihrem Ziele zu führen.(Langanholtender Beifall b. d. Soz.) Abg. Slclnspehn(U Soz.): Wir wenden uns schärfstens gegen solche russischen Kompfformen. Man wollte den Gegner, der noch gar keine scharfe Gestalt Halle, auf alle Fälle zer- mürben durch militärische Borstöße der Avantgarde der Kommu- nisten. Die Kommunisten setzten an die Stelle des Klassen» kampfes den Bürgerkrieg. Wir sehen die Förderung der sozialen Revolution nicht in der Steigerung der Arbeitslosig» teit, sondern in der Steig-runq der P r o d u t t i o n. Die Kam» munisten haben in Mitteldeutschland die W e h r p s l i ch t in den brutalsten Formen eingeführt. Sie forderten zum Barrikaden, kämpf auf wie die Bürg-r von 1848 und find in Wahrheit revolutionäre Spießbürger; mit ihrer Aufreizung zum Blutvergießen haben sie an der Arbeiter» rdas größte Verbrechen begangen. Wir treten ein den sozialistischen Aufbau unter Ablehnung aller Putsch- t a k t i k und Attentate, vt« nur zur Verelendung der Ar- beiterklasse dienen.(Lebhafter Beifall bei den U. Eoz.) Präsident Leinrrt teilt mit, daß der Antrag Eberlein (Komm.), der als zweiter Punkt auf der Tagesordnung steht und der Regierung das Mißtrauen aussprechen will, nicht die ver» sassungsmäßig notwendigen SV Unrerschriften trägt und deshalb von der Beratung ausscheidet. Abg. Dr. Meyer(VKPD.) pro- testiert.— Das Haus vertagt sich auf Freitag, 12 Uhr: Kleine An» fragen, Uebergang der Wasserstraßen an das Reich, Rest von heute. Schluß gegen 8 Uhr.__ der Hochverrats vom H. November. Ein Franttuner Rechtsanwalt hat sich den Spaß gemacht, gegen den Prinzen Max von Baden und die noch lebenden fünf von den sechs Volksbeoufttagten Strafanzeige wegen Hochverrats ein« zureichen. Der Hochverrat soll begangen sein durch die Uebergab«. des Reichskanzleramts an Ebert, die Uebernabme der Regieiung, die Ausrufung der Republik ulw. Der Oberrei»Sanwalt hat die Anzeige zurückgewiesen mit der Begründung, daß für politische Ver« brechen, und nur um solche könne eS sich handeln, am 12. November 1918 durch Beschluß der VolkSbeauflragten Amnestie gewährt worden sei, und das Reichsgericht hat diese Ent'cheidung de« Ober- reichSanwaltS bestätigt. Die Entscheidung, die auf den ersten Blick erheiternd wirkt, ift dennoch juristisch richtig. Taten, die sonst als Hochverrat ange- sprachen werden müßten, hören auf. strafbar zu sein, wenn die- jenigen, die sie begangen haben, die Macht besitzen, den von ihnen erlassenen Amnestieakien Rechtskraft zu verleihen. Das war aber zweifellos der Fall. Die Entscheidung des Oberreichsanwalt» ist nur eine in besondere Form gefaßte Bestätigung der Tatsache, daß durch die Rovembererrignisse neues Recht geschassen worden ist. Adolf Hoffmann hat sein Mandat zum preußischen Landtag niedergele gt. Ueber die Gründe dieses Schrilles werden ver- schieden« Vermutungen geäußert. Nach der«inen Quelle hat die kommunistische Partei daran Anstoß genommen, daß Hoffmann als Reichstags, und Landtagsabgeordneter ein Doppelmandat inn« hat, weshalb er auf eines seiner Mandate verzichten mußte. Nach einer anderen Version hat Hoffmann seinen Platz aufgegeben, um das Mitglied der kommunistischen Zentralleitung Pieck nachrücken zu lassen, gegen den ein politisches Strafverfahren schwebt und dem aus diele Weise der Schutz der Immunität gesichert werden soll.— Daß Aoolf nach Hamburger Muster meuchlings durch die Zentral« „tnteigr.ee worden ist, scheint unwahrscheinlich. Die Beschla>n«hme der„Roten Fahne" durch die Staatsanwalt- schaft ist nacl-«ine» Korrespondenzmeldung von dem zuständigen Ge- richt bestätigt worden. Dos Gericht Hot auch die vom Staats- anwalt rorgenommene Deschlagnohnie der Rotationsmaschin« für rechtmä ßig erklärt.— Auch die gerichtliche Entscheidung kann unsere schweren Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit dieser letzteren Maßnahme nicht beseitigen. Der Fall Dämmert. Der Letter der Nachrichtenabteilung im verkauften Dammert-Derlag, Herr Heinrich Gesell, erklärt uns, daß er völlig unabhängig sei, und legt als Beweisstück einen am 11. April d. I. geschlossenen vertrag vor, der ihm das bestätigt. Wir sind leider, nach KermMis der Vorgeschichte, nicht in der Lage, solche Unabhängigkeitsalleste für absolut beweiskräftig zu halten. 0rdnuag»block in Ztalta»? Eine TU.-Meldung au« Rom spricht von antttozialistischem LSahlblockstreben unter den bürger« lichen Parteien. ES ist schon möglich, daß Moskau» Agenten auch dem italieniichen Sozialismus die Wahlausstchten vr, patzt haben. Spanien» Sozialisten und Moskau. Der Sozialtstische Partei« tag in Madrid lehnte mit 8008 gegen V02Z Stimmen den Anschluß an die Dritte Jnternationvle ab.— Folgt die obligate Spaltung l Ander« Horchy-Minlster. An die Stelle des Kabinetts Teleti ist ein Kabinett Graf Stefan Bethlen getrete«. Es wird ein« „christlich-nationale und agrarfreundliche" Richtung»erfolgen.—. Der Pariser„Excelstor" meldet aus Luzern, im Juli werde in Ungarn nach griechischem Muster ein K a r l> Parlament gewählt «erden. Wenn das Strafgesetz gegen Bannbruch Landeeverwiesener (lies Habsourger) im deutschösterreichischen Nattonalrat angenom» men tyird, wollen die christlichsozialen„Republikaner" die Regierimg verlassen. Rückkehrzwang noch Sowjet rußland. Die Moskauer„Iswostija" sollen nach der Dena ein Dekret der Dolkskommissare veröffentlichen. demzufolge das gesamte Eigentum aller Russen, die im Auslande weilen, der Beschlagnahm« anheimfällt.— Diplomatische Putschrussen und turtestanisch« Deutschlandverweser natürlich ausge, nommen! vel de« Londoner Zeugenaussagen rür deutsche Kriegsprozesse können sich die Angeschuldigten vertreten lassen. Gewerkschaftsbewegung Kommunistische Gewerkschastspraxis. Der Vlirstarrd des Deutschen Metallarbeiterverbandes hat die Ortsverwaltung'in Halle von ihrem Amte suspendiert und mit den Derbandsgcschäften aufs beste vertrauten Mitgliedern die provisorische Leitung der Cbeschüste in Halle übertragen. Dieser aus den örtlichen Verhältnissen notwendig gewordene Beschluß gibt der„Roten Fahne' Veranlassung, die Maßnahmen des Vorstandes in einem Artikel zu behandeln, der in jedem Satze erlogen ist. Was hat sich in Halle zugetragen? Nachdem auf Befehl Moskaus im Oktober v. I. die Zerschlagung der USP. gelungen war, wurde sofort die Zermürbung der großen Gewerkschaften in Angriff genommen. Auch in Holle gingen die Kommunisten aktiv vor und bauten ihre Zellen zur Zersprengung der Gewerkschaften aus. Nachdem ein erster Versuch, sich der Lei» tung der Geschäfte zu bemächtigen, mißlungen war, setzten die Kom- munisten es in einer Mitgliederversammlung im Dezember durch, daß der den Hallcschen Mitgliedern völlig unbekannte P. Weyer aus Berlin mit knapper Mehrheit gewählt wurde. Am 19. De- zember fand die Wahl statt, keine Verbandsstelle hatte Weyer ein- geladen, am nächsten Tage aber bereits wies er den Kassierer der Verwaltungsstelle an, ihm für die Reise Berlin— Halle 300 Mark zu zahlen. Die alte Verwaltung hatte bis zum 31. Dezember noch die Geschäfte zu führen, aber bereits am 20. De» zember verweigerte Weyer der rechtmäßigen Ortsverwaltung die Fortsetzung der Geschäfte. In der folgenden Zeil wurde mit den Kassenbe ständen ganz eigenartig operiert. Weyer verlangte vom Kassierer die Abhebung von 75 000 Mark Berbandsgeldern vom Bankguthaben des Verbandes, die er ohne einen Beschluß' der verantwortlichen Organe der kommu- nistischen Produttivgenossenschaft„Klassen» kämpf' übergeben wollte. Der Vorstand lehnte die Zah- lung des Darlehens ab. da von mündelsicherer Anlage bei diesem Darlehen keine Rede sein könne. Das hinderte Weyer nicht, unter dem Vorwand, dem Holzarbeiterverband zu Streik- zwecken ein Darlehen zu geben, 25 000 Mark aus Mitteln der Hauptkasis dem„Klassenkamps' zu übergeben. We- nigstens ist für die Verwendung der der Kasie entnommene Summe diese Erklärung abgegeben worden. Der Bevollmächtigte des Holz- arbeiterverbandes, sein kommunistischer Gesinnungsgenosse R. Müller, half Weyer dabei, indem er eine Quittung über die erhaltene Summe ausstellte. Am 0. April versicherte Müller jedoch dem Vorstandsvertreter, daß das Geld an Weyer zurückge- geben worden fei. Trotzdem war Müllers Quittung bei den Be- legen des Kassierers, eine Quittung des„Klassenkampf* jedoch nicht vorhanden. Ein anderes Finanzkunststück wurde mit Sammlungen der Hal- leschen Verbondsmitglieder für die st reitenden Leipziger Metallarbeiter gemacht. Von 8500 Mark gesammelten Geldern wurde kein Pfennig nach Le.ipzig gesandt. .Der Kassierer hat nur aus Lokalmitteln den Leipziger Streikenden 3000 Mark überwiesen. Die 8500 Mark aber waren weder in der Kasse noch im Bureau: sie konnten auch nicht herangeschafft werden. Diese und eine Reihe anderer Vorgänge konnte eine gewissenhafte Leitung einer Arbeiterorgani- fation natürlich nicht tatenlos geschehen lassen. Am 6. April teilte deshalb der Vorsitzende B r a n d es im Auftrage des Hauptvorstan- des persönlich den Mitgliedern der Verwaltung Hall« eingehend die Erfsüde für die vom Vorstand getroffene Entscheidung mit. Da die bisherige Verwaltung erklärte, nur der Gewalt zu weichen, wyrde beim Gericht die Räumung des Verbandsbureaus beantragt, die auch inzwischen erfolgt ist. Das frevelhafte Spiel, das seit Monaten mit der Arbeiterschaft Deutschlands von gewissen Elementen getrieben worden ist, wird' immer breiteren Schichten der Arbeiterschaft erkannt. Auch die Hal- leschen Metallarbeiter haben aus den Vorgängen der letzten Monate gelernt, und werden sich von den Elementen, die sie mit Phrasen und Maulaufreißen in wahnwitzige Aktionen hineinhetzen wollen« abwenden und wieder die Bahnen beschreiten, die im Interesse einer gedeihlichen Entwicklung der Organisation geboten sind. Einigung im Möbeltransportgewerbe. Nach vierwöcbiger Dauer ist der Streik der MöbeltranS- Portarbeiter durch Verbandlungen beigelegt worden. Die am V. April siattgeftmdenen Verhandkungen hatten folgende« Resultat t Für alle angestellten Packer. Kutscher und Arbeiter, ohne Unter- schied, ob gemischter oder reiner Betrieb, 350 M. pro Wocke: für nichtangeftellte Leute 65 M. pro Tag: für Ueberstunden 8 M. pro Stunde: für Stall- und Wachtdienst, sowie für Fütterung der Pferde an Sonn-- und Feiertagen abends 8 M. pro Stunde; für Stalleute 275 M. pro Woche. Eine am 10. April tagende Versammlung nahm diese Zugeständnisse an und beschloß, die Arbeit am nächsten Tage wieder aufzunehmen. Wenn auch die Zugeständnisse in Bezug auf die Lohnsätze nicht vollauf befriedigten, so ist jedoch endlich einmal in das Trinkgeld- system Bresche geschlagen. Die Berliner Möbeltransportarbeiter empfanden eS schon seit längerem als entwürdigend, Trinkgeld- SPD. Allgemeine Zvnkti'onÄ-Serfammlvng Henke Freitag, den IS. April, abends S Ahr. im„Deutschen Hof". Luckauer Straße 15. Tagesordnung: Friedensvertrag und Arbeiterklasse. Referent: Genosse Hugo Heimaun, M. b. R. Wichtige Mitteilungen. Mitgliedsbuch und Ausweiskarte werden am Saaleingang kontrolliert. Der Lezirksvorstand. empfänger z» fein. Sie wollten, wie jeder andere Arbeiter, für ihre Arbeitsleistung einen festen Wochenlohn haben und sind der festen Ueberzeugung. daß die MöbeltranSportaibeiter in den anderen Städten ebenso denken. Die Dekriebsraiswahl bei der Allgemeinen Orkskrankenlasse der Stadl Bertiu zeigt so recht die politische Zerfahrenheit, die durch die verhetzende, ekelerregende Agitationsmethode der„rrrevolutionäreu' Maulhelden von der KAPD., BKPD. und zum Teil auch noch von einigen Leuten der USPD. in die Arbeiter- und Angestellten- schast hineingetragen wurde. Ganz abgesehen von den im Betrieb vorhandenen zirka 60 Betriebsorganisationsmitgliedern, für die strikte Wablenthaltung befohlen war, hatten es sich die DKPD. und die USP. ein schönes Stück Geld kosten lassen, um ihre Lügen und Verleumdungen in Papier und Druckerschwärze umzusetzen. Die USP hatte nicht weniger als drei Flugblätter her- stellen und verbreiten lassen, und trotzdem— der Erfolg wiegt nicht die gemachten Anstrengungen auf! Von 880 eingeschriebenen Wablberechtiqten(die Beamten dursten diesmal nicht mitwählen) hatten 679 ihre Stimme ab- gegeben. 201 zeigten durch Wablenthaltung, daß ihnen der Begriff „Wahrnehmung eigener Interessen' noch vollends fehlt. Auf die SPD.-Lifte vereinigten sich diesmal 297 Stimmen, wir er- hielten 4 Sitze im Betriebsrat und 1 Ergärnungsmitalied für den Angestelltenrat. Die USP.-Lifte, die im verflossenen Be- triebe rat durch 6 Sitze vertreten war, erhielt 2S3 Stimmen und 4 Sitze, die Kommunisten 109 Stimmen und 1 Sitz. 30 Stimmen waren ungültig Bertmld der Suchdi-der uai P-sieroerarbeiter. s-ute abend Iii Ubr im ffrohe» Saale de» Semerkschoftsbauses Äufierordentliwe Generalversammlung. Tage-ordintng: Bericht der«nstellungmirüfungskommission. Verschiedenes. Zentraloerband der Glaser. Wontag. abend» 7 Uhr, im Sewerkschaftshaus Mitgliederversammlung. Deutscher Verkcdrobnnd. Post- und Delearaobenbeainte, Beamtinnen und Diätare vom gesamten Sbervoswirektionsbeeirk Berlin. Sonntag, den 17.«vril, vormittags 10 Uhr, in den Germania-Prachtsälen, Thaulleestr. 110 sgroher Eaald, Grohe öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Die organisatorischen Strij. mungen in der Post- und Telegrophenbeamtenschast. Ref. Postschaffner Schersf- Essen. 2. Frei« Aussprache. Freie Lehrergewerkschaft. Sonnabend, den lO. April, abends 7 Uhr. im Rothau», Zimmer BS, Arbcitssthun«. Thcina:..Die Regeluna der Weltanschau- ungsfraqen im kommenden Reichsschulgesetz*. Ref. Genosse Npdahl. Eltcrnbei» räte sind herzlich eingeladen. Dentscher Hatarbeiter-Berband. Wir bitten, die Lehensmittelpakete unter Boilegung der Quittung vom Bureau abzuholen. schlössen sich die Vereine mit dem Erfolg zusammen, daß am Schluß des Jahres 1919/20 ein Mitglieder z u w a ch s von 1235 zu ver- zeichnen war. Im Jahre 1920/21 ist diese Zahl noch übertroffen worden. Die Zunahme betrug nämlich 1722, so daß eine Mit- gliederzahl von 1 4334 zu verzeichnen war, bei 140000 Einwohnern und 36 100 sozialdemokratischen Summen im Jahre 1921. Auch die finanzielle Lage ist erfreulich. Neben 1l7 000 M. Pflichtbeiträgen wurden 55 000 M. für den Wahlfonds an den Be- zirksvorstand abgeführt, wobei der Orlsverein alle Wabllosten selbst trug. Tieie Zahlen lassen erkennen, daß die Wasserkante nach wie vor eine feste Stütze der Patlei ist. 1237 Zlcuaufuahmeu konnten unsere Genossen in Breslau- Land, nach dem Bericht an die Generalversammlung im letzten Jahre machen. Sriefkaften öer Neöaktion. Briefliche Auskunft wird nich' erleilt.— Jeder fstr den Brief- kosten bestimmten Anfrage füg« man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Eilige Anfragen trag« man in der Zurlstischen Eprechsninde, bindenftr. J, 1. Hof pari. link», ocr. SchrislstllUc und Terträge sind mirzubringen. Beil 26. An den Rektor der Schul«.— P. F.<7. Minderjährig ist, wer das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.— S. R. 10«. l. Ja. 2. Erkennen Sic die Boterjchoft in einer Bssentlichen Urkunde an. z. Rein.— B. L. �ankow. 1. und 2. Die Kinder%, der Ehemann 14- 2. Ja.— Bciricberat. Die Sistungen des Betriebsrat» tollen in der Regel und nach MöglichlcU auAerhald der Arbeits- zeit stattfinden. Müssen pc aber während der Aroeilszdt staitsindcn, so ist dem Arbeitgeber rechtzeitia Mitteilung Jtt machen. Streiligtetlen Über die Zulässig- keii von Sitzungen während der Arbeitszeit sind nach SZ 93, 94.'lOS BZiG. zu entscheiden.—®. 100. I. Za. 2. Rein.— A. 10. Schreiben Sir nach Würzburg. Den dreifachen Zahrezbetrag der Rente.- O. R. 12. Die Bestimmungen find uns nicht betannt. Flir Ihr Mündel dürft« Ihnen jedenfalls keine Kinderzulagc zustehen. Die Heiden Kinder, die sich auftrrhald befinden, sind selbständig zu»er- anlagen. Der abzugsfreie Beirag erhöht sich für jedes zum Haushalt zählend« Kind wöchentlich UM 36 M. Hierzu gehören auch Pflegclinder.— ffi., R. 29. Sein.— Graupe, Reukölln. Auch für die Ehefrau. Miuua 14. In absehbarer Zeit ist auf eine wesentliche Berbilligunz noch nicht zu rechnen. Berantw. für den redatt. Seil' Dr. Werner Beiser. Sharlotienburg! für Anzeigen: Tb. Glocke. Berlin. Verlag: Vorwäris-Verlag G.m.b.H.. Berlin. Druck: Vor- wärlZ-Buchdruckerei u. Lerlagsanltali Bau! Singer u. Co.. Berlin. Linde tstr. Z. Sierzn t BeUage. Vfantoand DUJARD/Ni. C? ö.mb.n URDINGEN'ßtl LAPOCtIELLE iccmAc-OiAPCnn MAomMT t General-Vertreter für Groß-Berlin und Brandenburg: Ernst Soritz, Charlotten bürg, Kalserdainm 114 Telephon: Amt Wilhelm Nr 4946 und 4941. y\m der Partei. Erfreuliche Fortschritte. Ein erfreuliöbeS Bild ergibt der JahreSberick« de« Oitsverein« Altono-Ottenien. Bis zur Wahl der Naiionalvertammlung zerfiel Altona in z w e i Reichstagswahlkreise. wodurch auch zwei Wablvereine nötig waren. Nachdem die!« Swranke gefallen war. 465 Konserven Frühstückszungen Dopa ca. 170 ar Inhalt...... Entr6 Dose 335 Ox T ripe tkilnckankladc) Dose 400 Würstchen �rvbnMo.em: 700 Leberwurst 2 Pfunddose 3�° Leberwurst 4 Pfunddose?25 Rotwurst... 2 Pfunddose 425 Rotwurst... 4 Ptunddose 800 Fleisch...... 2 Pfunddose 925 Apfelmus...2 Pfunddose 335 Kunsthonig........ Pfd. 425 JSsdB II50 Johannisbeerwein rot...v.fi 1300 Wacholder Branntwein'/'P> 3150 •inschileßl. Flasche und Steuer Marmelade Dreifr.-MarmeladePfd 440 Zweifr.-Marmelade 520 Amerikanisches Schweineschmalz Pfund 9� Tauben Ä