Nr. 151 4 ZS.�akrgang Ausgabe Ik Hr. 92 Bezugspreis: St«itrii3prL30,— M.. numaü. 10,— St. frei ins Saas, norous«chibor. Pesi- fcnig: Monatlich 10,— M�einschl�Au- (tcllunssgcbäbc. Unter Arnvixutb für S'eutfchloai), Dan�tg, das Saar- and Wen-elgeblet, imme die ehemals beut- ichen Gebiete Polens, Oesterreich. Ungarn nnb Laxenibura 20,— M.. fiir dao itdrize Äuslanb 27,— M. Post- bcstellunzen nehmen an Oesterreich Ungarn Tfchecho- Slowalei. Däne- mart. Holland, Lnzemburg. Schweden and die Schweiz. Der.Vorwärts� mit der Sonntags- tniag«„Boll und Sfeif, der Unter- hastnnasbeilage �Heimwelf nnd der Teilaae„Siedlung nnd Kleingarten- erscheint wochcntäzlich zweimal. Sonn- lags und Nllomags einmal. Telegramm- Adreffer �Sozialdemokrat vcrlia- Morgen Ans gäbe ....................... Serlinee volksblstt (30 Pfennig") NnzeigenprriS: Dl» achlgelpalienr ZionvareMezelle loste! bjf) 3)1«kleine Anzeige»- das ieUgedruclt« Wort 1,50 M(zu- lässig zwei fettgedruckte Torte), fed-s werter» Wort l,—!!>!. Slell-ngrsuckie «nd Schlafstellen anzeigen das erste Tort ir- M. fede« wettere Tori K0 Pfg. Worte iider lü Pnchstaben zählen fstr zwei Worte, sfannllrn-A»- zeigen fstr Abonnenten geile:- M. Sit Prell«»erstehen stch«msck eßlich Teurrungs;aichlag Anzeigen fstr die aichste illawme: mstffcn bis S Uhr nachmittags im hauptgefchlift. Berlin EW IS. Linde»- flraße3, abgegeben werden, SeSftnel von S Uhr srüh bis i Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratifcben parte» Deutfcblande Neüaktion und«fxpcdffion: SW b8, Linöenstr. Z Fernsprecher: Amt Morttiplal,, Rr.»SISV—»SlS? Dienstag, den 19. April 1921 vorwärts-verlag G.m.b.H., EW HS, tinöenstr. Z _ Fernsprecher,«m, Moritzpla«, Wt. 11753-64 Much Llopö George fiir neuen Zwang. London. 1«. Aprll. tRenter.) Lloyd George sagke im Anker- hutiich Deuischland sei noch im verfug bezüglich der Reparalionea, des Verfahrens gegen die ftricgshcichulbigien und der Entwaffnung. Es habe bisher keine Neigung gezeigt, praktische Vorschläge zur Aus- führung des Jriedonsnerttaaes in diesen Punkten vorzulegen._ Es fei daher gebiete- iiche vsticht der Alliierten, eine Konferenz über weitere Schritte zu veranstaiken. Es könnte sich als notwendig er- wci'en. die Unterwerfung unter die vestimmungeo des Ariedens- Vertrages zu«zwingen. Der Prewierminisier fügt« hinzu, et könne nicht sagen, wann und wo eine solche Konserenz stattfinden werde. Die Regierung würde aus Grund d« Annahme vorgehe«, dach dos britische Volk'wünsche, den Vertrag von Versailles durchgesührt zu sehen. Aalls das Unterhaus von ein« anderen Anschauung aus- geh«, so könne, wenn es dies wünsche, zu jed« Zeit eine Diskussion stattsiudeu. Nach französischen Presicmeldungen soll der Vatikan die neuen deutschen Vorschläge nach Washington übermittelt haben. Paris, lS. April, lhavae.f Dle militärischen und wirfichafi- fichen Sachtictstfindigen find heute zusammengetreten, um weiterhin die Massnahmen zu prüfen, die für den Aull ins Auge zu faste« sind. ! asi Deutichland asgenüb« Zwaagsmafinahme» angewendet werden. Es ist wahrscheinlich, dasi nach weil«« Sitzungen folgen««de«, um >en Cciamiplan der Zwanasmosznalime« endgültig s«tig,usieuen. Dieselben werden sowohl militärischer wie wirlschasiiicher Natur sein. Bevor sie zur Anwendung kommen, sollen sie den übrigen Verbands- Die Tote von Doorn. �mte wird in Potsdam eine Frau zur letzten Ruh« ge- bettet, die einst in Deutschland auf der Höhe des Lobens wandelte, und die durch den Krieg von dieser Höhe herab- geschleudert wurde. Man sollte sie in aller Stille bestatten und diejenigen, die ihr persönlich nahegestanden, sollten ihr ein stilles Gedenken weihen. Das wäre würdig und niemand im öffentlichen Leben würde das Bedürfnis empfinden, gerade diese Frau zum Gegenstand öffentlicher Erörterungen zu machen.„, Die deutschen Monarchisten aber benutzen die Gelegen- heil, um aus der Beisetzung ein öffentliches Spektakelstück *»>chen. Die Toleranz der sozusagen republikanischen De- hSi..�wird von Beamten der Republik dazu mißbraucht, eme antircpublikanische Demonstration zu unterstützen und je weniger Widerhall die Sache in den breiten Bo.ksmof.en findet, um so lauter ist der aufdringliche Lärm der„c-amolots In roi". der„Laufburschen des Königs", wie man m Frank- -eich spottend zu sagen pflegt._.. Aber auch die Heiligenverehrung kann die Monarchie nicht zurückbringen. Und wenn durch das demonstrative Schwarzweißrot-Schwonken deutschnotionaler Helden und durch das aufdringliche Zurschausteven„deutscher Mannen- treue" mich bei dem vereinsamten Besitzer von Haus Doorn 'alsche Hoffnungen erweckt werden, so sind sich die Beran- alter der Kundgebungen doch wohl klar darüber, daß ihre monarchistischen Huldigungen praktisch wertlos, aber ür das Schicksal der deutschen Republik äußerst schadl- e n d sind. Diese außenpolitische Schädigung des deutschen ?Olkes aber sollten doch gerade diejenigen in Rechnung stellen. die sich den Anschein geben, als ob sie allein wüßten, was nationale Würde ist.. �„. Die Frau, die heute in Potsdam bestattet wird, würde st, Deutschland friedlich haben leben oder sterben dürfen als eine unter den vielen Begüterten, die immer noch unange- fochten bei uns sich aufhalten. Ihre Bedeutung verdankt sie lediglich ihrem Schicksal, daß sie aus dynastifch-pol, tischen Gründen die Frau Wilhelms werden mußte. So durste sie 'einen Glanz und mußte sie seinen Abstieg teilen. Daß dieser Ubstieg nach dem militärischen Zusammenbruch kommen mußte, war vorauszusehen. Er ist auch in jenen Kreisen vor- ausgesehen worden, die heute wieder in Kaisertreue hau- ieren Bor uns liegt ein Telegramm, das der damalige ireußifche Gesandte in München, von T r e u t l e r. m 25. Oktober 1919 vor der Revolution an den Reichs- -.nzler Max von Baden richtete und das gerade heute ganz -jonderes Zntarssie habe» dürfte. Es hat solgeiiden "rttaufc V un che». 28. Ottob« IKIK. ych«fffllt eine schwere Pflicht, wenn ich Sur« Großherzsg» frchen Hoheit melde, daß hüar in Poyern von berufener Teite Ht gestern abend bekanntgewordene Antwort Wilsons so gedeutet wird, daß sie sich in ihrem letzten Abschnitt direkt gegen die Person uns««, Kaiser, kehrt. Der(bay«ischel Red. de,.Vorwärts'.) AN- nisterpräfldeal und d« Sriegsmiaist« sind d« Ansicht, der Wort- laut der Note last« eine ander» Deutung nicht zu; durch die v«- hüllte Ausdruckeweise solle lediglich Gelegenheit gegeben werden. den schmerzlichen Schrill freiwillig zu tun. In sedem Falle treten die Genannten dasür ein. daß Seiu« JKajestät offen dargelegt wer- den wüste, daß die Feinde keiaeu auvehmbare» Frieden bewilllgeu würden, wenn da» große Opfer nicht gebracht würde. Wenn dann Majestät Verzicht leistet auf dl««atferwürde, regiervngsn vorgelegt werden. Alan will sie dah« in allen Einzel- Helten znvor genau ausgearbeitet haben. Die auf heute. Dienstag nachmittag S Uhr. einberufen« Sitzung des Reichvtogsausschustes für ausn-örtig.' Anqetegenheiten ist auf Wunsch der Regierung vorläufig veriagl worden. Das �nschlußverbot. In Wien demonstrierten am Sonntag große Menschenmengen gegen die bekannte Hungerdrohung der Entente(eii, schließlich Italiens!> Dar der französischen Gesandtschaft wurden Pfuirufe ausgebracht. Der SBundeSlanzler Dr. Mahr hat darüber sein Be- dauern ausgesprochen. » Nach«in« Wien« Plötdermeldung protestiert eine französische Note an Vay«a dagegen, daß Bayern Umtriebe in Tirol ver- anstaltet. Bayern sei für die Anschluß-Aolksobstinmmng in Tirol verantwortlich. Die französische Regierung, die behauptet, im Be- sitz« eines umfassenden Beweismaterials für die Schuld Bayerns zu fein, erheb« als Mitbüro« für die Integrität und Unabhängigkeit Oesterreichs den schärfiten Protest gegen das Verhalten Bayerns und mache di« bayerisch« Regierung aus die Folgen ihre, Vorgehens aufmerksam. so würde er nur im Gefit« seines Zlijährigen Friedenswertes hon- dein und dieses krönen. Seine Gestalt würde als die des Hochher- zigsten, edelsten und aufopferndsten Wohltäters des deutschen Volkes in der Geschichte weiterleben Graf Lerchenfeld erhält entsprechende Instruktionen. Treutl«. Graf Lerchenfeld war der bayerische Gesandte in Berlin. Er hatte also Anweisung. Wilhelm die Abdankung zu empfehlen. Wilhelm aber ging nicht, solange es Zeit war. Er flüchtete schließlich bei Nacht und Nebel, aber erst, als selbst das Hauptquartier ihm erklären mußte, daß es ihm keinen Schutz mehr gewähren könnte. Es ist nicht die Schuld der Frau, die man jetzt begräbt. wenn das Andenken chres Mannes nicht den damaligen boye- rischen Wünschen entspricht. Aber es liegt deshalb kein Grund vor, um der toten Frau willen dem Manne zu huldigen, der sich so— benommen hat._ Demokratische Absage an Stegerwalü. Die bedenkliche Rechtsentwicklung, die in der Bildung des Kabinetts Stegerwald eingetreten ist, hat am Montagnach- mittag die Demokratische Partei veranlaßt, sich von diesem Unternehmen zurückzuziehen. Herrn F i s ch b e ck wurde von seiner Fraktion nahegelegt, seine ursprüngliche Zu- sage, in einem Uebergangsministerium Stegerwalh zu blei- ben, wieder rückgängig zu machen. Auch der der Demokra- tischen Partei sehr nahestehende Graf R o e d e r n. dem Stegerwald, wie wir mitteilten, das Finanzministerium übertragen wollte, hat a b g e l e h n t. Damit muß die Mission Stegerwalds als gescheitert gelten. Denn die Bildung eines Uebergongsministeriums aus Zen- trumspolitikern„nb Beamten allein, die theoretisch allenfalls übrigbliebe, dürfte praktisch beim Zentrum selber auf die aller- größten Bedenken stoßen. Einer solchen Bildung stände auch In verschärftem Maße die vom Zentrum vor der Wahl Stegerwalds«Ingegangene Verpflichtung entgegen. Stegerwalds Rücktritt zu veranlassen, wenn seine Kabinetts- blldung die Zustimmung einer Koalitionspartei nicht fände. Nunmehr sind es gar zwei Koalitionsparteien, die Steger- walds Projekt ablehnen. Daß die Verpflichtung des Zen- trums trotz einzelner Versuche, sie öffentlich zu bestreiten, tat- sächlich besteht, darüber zerstört die nachstehende Erklärung jeglichen Zweifel.___ Erklärung. Folgende Erklärung geht uns zu: Gegenüber falschen Darstellungen in der Presse stellen wir fest: Am Freitag, den 8- April, wurde in der inter- fraktionellen Besprechung der bisherigen Koalitionsparteien, an welcher teilnahmen die drei Unterzeichnete« für die SPD.. die Herren D o m i n i e u S und P r e u ß für die Demokraten. GronowSki und P o r s ch für daS Zentrum, folgendes vereinbart: Die drei Parteien stimmen am Eamltog für«inen Minist«- Präsidenten, der für die Bilruna seine« Kabinett« freie Hand bat. ab« zurücktritt, wen« e« th« nicht gefingt, ein Kabinett zu bilde». dem eine b« drei Parkeie« ihre Zustimmung verfagt. Daß dies« Vereinbarung getroffen wurde, bestätigten uns die Herren Dominions und P r e u ß nach Aufiauchen der irreführenden Pressemeldungen noch einmal ausdrücklich. Berlin, den 18. April ISA. Ernst Heilmau». H- Limbertz. Wilhelm Siering. Gewerkschaften»o» Wiederaufbau Stellungnahme de« AUg. Teutschen Gcwcrkschaftsbundcs. In wiederholten Kouserenzen beschäftigten sich die Vertreter der dem Internationalen Gewerkschastsbund in Amsterdam angeschlossenen Landeszentralen mit der Frage des Wiederausbaus der zcrftörteu Gebiete in Nordfrankreich und Belgien. In Ausführung der in diesen Konferenzen gefaßten Beschlüsse legte der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Geiverkschafts- bundes der Reichsregierung eine Reihe von Leitsätzen vor, deren technischer Teil weniger ein abge- schlössen«? Programm darstellt(ein solches in allen Einzel- heilen auszuarbeiten, ist vielmehr Ausgabe der amtlichen Stellen), als vielmehr die dringendsten Nöte der Bevölke- rung in den zerstörten Gebieten lindern soll. Diese Leitsätze sind im Nochstehenden aufgeführt: Die öffentliche Meinung der außerdeutschen Nationen steht unter dem Eindruck, daß Deutschland bisher zu wenig getan habe, seinen oft bekundeten guten Willen zum Wieder- aufbau der im Kriege zerstörten Gebiete in Nordfrankreich und Belgien praktisch zu verwirtlichen. Dieser psifchischen Einwirkung ist es hauptsächlich zuzuschreiben, daß Frank- reich bei seinen Verbündeten und darüber hinaus Verständnis für die von ihm empfohlenen und durchgesetzten bzw. noch geplanten Maßnahmen(Sanktionen) ge- funden hat. Nach unserem Dafürhalten muß sofort, also reichlich vor dem 1. Mai. die deutsche Regierung nicht nur die euro- päische Ocffentlichkeit von allem von Deutschland wirtlich Ge- leisteten bzw. Angebotenen unterrichten, sondern auch in llroßzügiger Weise der französischen Regierung neue An- c r b i e t u n g e n für den unverzüglich in Angriff zu nehmen- den Wiederaufbau machen. Deutschland wird bei seinen Vorschlägen zwar nach wie vor besonderen Nachdruck auf Sachleistungen und Ge- stellung von Arbeitskräften legen müssen, immerhin ist die baldigste Bereitstellung sehr großer Mittel jedoch nicht nur für den eigentlichen Wiederaufbau notwendig, sondern auch erforderlich, um die Finanzkalamität Frankreichs und Belgiens zu lindern, und so eine Atmosphäre zu schassen, die endlich bessere Beziehungen mit unseren Nachbarn im Westen anbahnt. Diese Summen aus eigenen Kräften aufzubringen, ist Deutschland außerstande— das kann nur mittels einer großen internationalen Anleihe ge- schehen. Aber auch diese läßt sich nur schaffen, wenn neben anderen Vorbedingungen die Welt die Ueberzeugung ge- wonnen hat. daß Deutschland mit dem baldigsten Wieder- aufbau ernst macht. In ihrer Entschließung vom 31. März hat die Inter- nationale Gewerkschastskonferenz in Amsterdam u. a. es als Pflicht der Ententeregierungen erklärt,„Deutschland ohne Säumen in den Völkerbund aufzunehmen", ferner die Errichtimg eines Internationalen Repora- t i o n s i n st i t u t s gefordert, dem das Studium der tech- Nischen Organisation und die ollgemeine und finanzielle Ler- woltung der Wiederaufbouarbeit zu übertragen ist. Diesem aus Vertretern der Arbeiterorganisationen und solchen des Internationalen Gewerkfchoftsbundes, aus technischen mid offiziellen Vertretern der beteiligten Nationen(Regierungen) bestehenden Reparationsinstitut soll serner die Aufgabe ob- liegen,„unter Garantie des Völkerbundes internationale An- leihen auszugeben", deren„Abtragung einschließlich der Ver- zinsung durch Deutschland in Jahresraten zu bewirken" ist, wobei darauf geachtet werden soll, daß die hierfür nötigen Summen hauptsächlich von den Kapitalisten aufgebracht werden. Die Arbeiterschaft in ollen beteiligten Ländern wird auf- gefordert, ihre Landesregierungen zu veranlassen,„die von der internationalen Arbeiterklasse vorgeschlagenen Lösungen zu akzeptieren". Die internationale Gewerkschastskonferenz legt Wert auf die Erklärung, daß der baldige Wiederaufbau der verwüsteten Provinzen und die Wiederausrichtung der Weltwirtschaft nur durch freundschaftliches Zusammenwirken der Völker und auf der Grundlage der gegenseitigen internatio- n a l e n Hilfe ersaloen kann.— Um so dringlicher ist darum die Pflicht aller Kreise Deutschlands, unzweideutige Beweise seines guten Willens zu geben. Zum eigesttlichsn Wiederaufbau machen wir die nachstehenden Vorschläge: Der französischen Regierung ist anzubieten: 1. Alsbald für den Wiederaufbau der z e r st ö r t e n Teile R o rd fr a n k rei ch- und Belgiens sich mit allen Hilfsmitteln Deutschlands bereitzustellen und auf schleunigste Heranziehung hinzuwirken, jedenfalls aber sofort ?. in den zerstörten Gebieten mit Aufraumungs- arbeiten und A u f f o r st u n g s a r l> e i t e n zu be- ginnen. Ueber die Erledigung der praktischen Durchführung möge die französische Regierung der deutschen Regierung Vor- schlüge unterbreiten, andererseits muß die deutsche Regierung aus Lerlavgeu au die andere Serie mit positives. LocjchlSge» iherantreten: insbesondere über die Form der Auftragsver- gebung, der G e st e l l u n g von deutschen Arbeits- k r ä s t e u. deren Entlohnung, Unterkunft, Beköstigung und der Sicherstellung ihrer sozialen und politischen Rechte usw.; 3. Z i e g e l e i e n im Aufbaugebiet durch Deutschland in Stand zu setzen oder neue zu errichten, ebenso K a l k-, G i p s- und Zementwerke daselbst zu erbauen, die erforderlichen Maschinen und Geräte zu liefern, um mit der Ge- winnung und Verwertung der dort vorhandenen Roh- Materialien für Baustoffe beginnen zu können, hierüber hinaus heimische Baustoffe und Baumaterialien aus Deutsch- land zu liesern! 4. Vorkehrungen zu treffen, daß die im Ausbaugebiet nicht vorhandenen Geräte und Maschinen für Bauzwecks aus Deutschland herangeführt werden können, einschließlich der Baustoffe, die für die ersten Einrichtungen erforderlich lind', 5. sofort mit der Anfertigung von Behelfsbauten aller Art, mindestens aber 2 5 000 Holzhäuser(Wohnhäuser) zu beginnen und diese vor Beginn der kälteren Jahreszeit aus- zustellen, um der ungemein dringenden Wohnungsnot in den zerstörten Gebieten vorerst zu begegnen- 6. dazu die Ausstattung, z. B. die M ö b e l. O e f e n, Kochherde und Kochgeschirr zu liefern; 7. Deutschlands Bereitwilligkeit zu erklären, nach den Plänen und unter Kontrolle der französische n Behörden Hoch- und Tiefbauten jeder Art auszuführen. Ob diese Bauten in eigener Regie der französischen oder der deutschen Regierung, oder im gemeinwirtschaftlichen Betriebe, oder durch private Unternehmerbetricbe. oder unter Zulassung oller drei Betriebsformen auszuführen gewünscht werden, dar- über soll die französische Regierung baldmöglichst Vorschläge unterbreiten. 8. Im Einvernehmen mit den deutschen Bau- orbeiterorganisationen einschließlich des Bundes der technischen Angestellten und Beamten versichert die deutsche Regierung, daß die Mitglieder dieser Organisationen bereit sind, beim Wiederaufbau der zerstörten Gebiete durch Arbeits- leisnmg mitzuwirken, lieber die ideellen, materiellen und sozialen Bedingungen sollte zunächst jede Regierung mit den Bauarbeiterorganisationen ihres Landes Verhandlungen pstegen. Die französischen und die deutschen Bauarbeitervcr- bände haben ihrerseits solcbs Verhandlungen bereits cingc- leitet und am 17. Februar d. I. in Genf unter Leitung des Direktors des Internationalen Arbeitsamtes ihre Wünsche formuliert. Ein �nscblag auf die Golöreferve. WTB. verbreitet folgende Meldung- wie wir ersohren, ist von der Keparationskommisfion an den Vorsitzenden der deutschen Kriegslasten-Kommission mündlich die Aufforderung gerichtet worden, die S o I d b e st ä n d e de r Reichsbank und der übrigen dentschen Rotenbanken bis zum t. Mai noch VlShe» im besetzten Gebiet, etwa Köln und Koblenz, überzuführen. Diese Maßnahme solle eine Sicherheit für die dentschen Leistungen auch nach dem l. Mai sei«. Die deutsche Regierung soll flch verpflichten, daß ohne Zu- stimmung der Reparationskommission über dieses Gold zur?e- sriedigung anderer Gläubiger nicht verfügt wird. Eine schriftliche Uebermitllung dieser Aussorderung steht noch aus. Jedenfalls darf schon jetzt kein Zweifel darüber gelassen werden, daß hier eine Forderung vorliegen würde, der von deutscher Seite unter keinen Ilm ständen entsprochen werden kann. Daß die Beschlagnahme der letzten Goldmilliarde der Rcichsbank nicht nur dem Friedensvertrag widersprechen, sondern auch zum Sckzodcn des In- und Auslandes der deutschen Währung den letzten Stoß versetzen würde, ist selbstverständlich. Auf eine Beschlagnahme aber läuft die Forderung hin- aus. Die Entente hat sich bisher olle Mühe gegeben, um zu beweisen, daß sie die von Deutschland geleisteten Bürg- schaften als verfallen betrachtet, sobald es ihr in den Kram paßt. Die Errichtung der Zollgrenze am Rhein ist ja in ihrer Wirkung auch nichts anderes als die willkürliche Ber- fallserklärung eines Pfandes. Es ist wirklich liebenswürdig von der Wiedergutmachungstommission, wenn sie der deut- schen Regierung die unglaubliche Dummheit zu- mutet, ihre letzte Goldreserve nach dem besetzten Gebiet zu bringen, das noch die frischen Spuren eines Bruches des Friedensvertrags trägt. Keinesfalls darf sie die Z u st i m m u n g zu einem solchen Ansinnen geben. Mit der Einfuhrabgabe für deutsche Waren in den Ententestaaten hat der Oberste Rat den deut- schen Export auf das Schwerste geschädigt. Bcrlören wir auch die letzte Goldgrundlage unserer Währung, so wäre die Mark bei dem großen Einfuhrüberschuß bald völlig ver- nichtet. Die Entente könnte sich dann die Mühe einer Blockade, die ja auch auf dem Sanktionsprogramm stehen soll, ersparen. Würde doch der Sturz der Valuta mit Sicher- heit die Einsuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen derart erschwere», daß die im Anfang des vorigen Jahres mühsam und unzulänglich überwundene Valutablockade wieder- kehren müßte. Das heraufzubeschwören, indem man dem Goldraub sonnell zustimmt, kann eine verantworlungs- bewußte Regierung niemals auf sich nehmen. Protest gegen den RMnzoU. In einer deutschen Not» an die Botschasterkanserenz wird aus- geführt: Die deutsche Regierung hat sogleich nach Androhung der Straf- maßnahmen gegen die beabsichtigten Anordnungen seteriich Lerwah- r.ung eingelegt, da sie noch ihrer Meinung gegen den Bertrag oon Versailles und aegen das Lötkerrecht verstoßen. Nunmehr hat die Interalliierte Rheinlandtommistion den Versuch gemocht, dem Aheinzoll den Schern der Vertrazsmäßigkeit zu geben, indem st« sich zu diesem Zwecke der Recht« und Befugnisse bedient, die ihr das Vrheinlandabkommen für ganz ander» Aufgaben gewährt, und indem sie die Anordnung in die Form einer Ordonnanz gemäß Artikel 3 des Abkommens kleidet. Die Ordonnanz stellt nach Form und Inhalt«ine neue stagrante Verletzung des Vertrag» von Versailles und des Abkommens über die militärische Besetzung der rheinischen Gebiete dar. Artikel 3 des Abkommens berechtigt die Rheinland- kommiflion nur, Verordnungen zu erlassen, soweit dies für die G«. währleistung des Unterhalts, der Sicherheit und der Vedürfnisie der Streitkräfte der alliierten und assoziierten Mächte nötig Ist. Das besondere Zollregime steht damit in keinerlei Zusammenhang. Für den Erlaß der Verordnung kann sich die Rheinlandkommisston weder auf den Friedensvertrag noch auf das Rheinlandabkommen noch aus sonstige völkerrechtliche Verträge stützen. Das räumliche Zustöndigkeitsgebiet für die Rheinlandtommisston überhaupt und ihr« Verordnungen ist im Rheinlandabkommen fest umschrieben: Ts umfaßt nur das link« Rheinufer und di« Brückenköpfe Mainz, Koblenz und Köln. Es ist ein Verstoß gegen diese Bestimmung, wenn die Rheinlandkommission ihrer Verordnung Geltung bellegen will für die neu besetzten rechtsrheinischen Städte und den zwischen den Brückenköpfen Mainz und Koblenz liegenden sogenannten Flaschenhals. Artikel 270 von Versailles gestattet die Einführung eines eigenen Zollregimes für die besetzten Gebiete nur unier der Voraussetzung, daß eine solche Maßnahme ersordej-lich erscheint, um die Wirtschaft- lichen Interessen der Bevölkerung dieser Gebiete zu wahren. Die beteiligten Mächte und die Rheinlandkommisston haben aber gar nicht versucht, die Maßnahme mit der Notwendigkeit der Wahrung der �ivirtschastlichen Interessen der besetzten Gebiet» zu rechtfertigen. Sie haben sie vielmehr als RepresiaN« und Strafmaßnahme charaklerisiert. Der französisch« Ministerpräsident Hot am t. 2. d.?. in der Depnticrtentommer ausdrücklich anerkannt, daß es sich hier um ein über die Bestimmungen des Bertrage, von Versailles hin- ausgehendes Vorgehen handle. Wie wenig in der Tat das besondere Zollregime den wirtschaftlichen Interessen der besetzten Gebiet« ge- recht wird, zeigen sowohl die zahllosen Proteste aller Wirtschaft- lichen Vereinigungen dieser Gebiete, wie insbesondere auch»ine oon dem Rheinischen Prooinziallandtag während seiner letzten Tagung in Düsieldorf gefaßte entsprechende Entschließung(die wörtlich an- geführt wird). Gegenüber dem in Anspruch genommenen Recht de? Requlnerung der Dienstleistangen deutscher Zollbeamte« für die Jwecie der Durchführung des Zollregimes mag dahingestellt bleiben, ob die Dienste von Beamten überhaupt der Requisition unterliegen. In jedem Fall gestattet die Häager Landtriegsordnunq iArtikel 52), auf dit im Artikel K des Rheinlandabkommens Hinsicht- lich des Umfange» des Requisitionsrcchtes ausdrücklich verwiesen wird, die Requisitinn von Naturalleistungen und Dienstleistungen für keine anderen Zwecke als für die Vedürfnisie des Vesatzungs- Heeres. Im übrigen widerspricht es, ganz abgesehen von der Rechtslage, allen Grundsätzen der Moral, daß Staatsbeamte ge- zwangen werden sollen, bei der Durchsührnng von Maßnahmen mit- zuwirken, die ausgesprochenermaßen alz Repressalie gegen das- jenige Land eingeführt werden, dem sie angehören und dem sie durch ihren Beamtencid zu besonderer Treue verbunden sind. Die Rheinlandkommission ist durch da» Abkommen über die militärische Besetzung der rheinischen Gebiete als das oberste Organ der an der Besetzung beteiligten Mächte sür die vertragsmäßige Durchführung dieser Besetzung bestellt worden. Die deutsche Rc- gierung muß daher die Regierungen der Vesatzungsmächte ver- o n t w a r t l i ch machen für die oon ihrem Vollzugsorgan voll- führten Vertragsverletzungen und legt gegen die vorstehend gekenn- zeichneten Maßnahmen der Rheinlandkommistio» feierlich Verwahrung«in. Gleichlautende Noten Hot die deutsch« Regierung den Regiernn- gen in London, Paris, Brüssel und Rom zugehen lasten. fiuslieferungsbegh ren im Rheinland. Verlin, l8. April.(TU.) Die Rheinlandtommission der Entente fordert die Auslieferung verschiedener namentlich benannter Per- sonen, die sich angeblich Verfehlungen im besetzten Gebiet haben zu- schulden kommen lassen. Die Rheinlandtommission kündigt an, daß, wenn nicht innerhalb der Montagabend ablausenden F r i st die Auslieferung der betreffenden Personen stattfinden oder für die Auslieferung genügende Garantien gegebe» würden, sich die Rheinlandkammission an ihre Regierungen wenden und ihnen vorschlagen würde, entweder dem deutschen Reichskommissar das Agrement zu entziehen oder seine Dienststell« aufzuheben. Die Gründe, weshalb dem Verlangen der Rheinlandkommission auf Auslieferung der Angeschuldigten nicht entsprochen wird, sind nach deutjch-offiziöfer Angabe teils rechtlicher Natur, teils beruhen sie in der Unkenntnis des Aufenthalts der Beschuldigten. Vieljach sind die Angaben über die zur Last gelegten Vergehen im' höchsten Grade unbestimmt, so daß eine Nachprüfung durch die deutschen omt- lichen Stellen bisher nicht möglich war. Es handelt sich nicht um die Auslieferung von Beamten, die zur Einrichtung des neuen Zoll- regime? von alliierter Seite benötigt werden. Witosch droht* Warschau. 18. April. kEC.) In der Landtagssitzung, die den Rigaer Friedensvertrag ratifizierte, hielt Ministerpräsident Witosch «ine einleitende Rede, in der er aus die Friedsertigkeit und Mäßi- gung Polens, deren Ausdruck der Friedensvertrag sei, hinwies und' dann ausführlich die Frage Oberschlesiens besprach. Das Plebiszit, sagte Witosch, steckt klar die Grenze des deutschen Dranges nach dem Osten sowie die Linie ab, auf der das polnische Element siegreich diesen Drang zum Stillstand gebracht hat. Die Hartnäckigkeit, mit der Deutschland den Kampf um Ober- schlesien führt, hat ihre Wurzel darin, daß die Deutschen am R e- o a n ch e gedanken hängen und der Besitz Oberschlesiens ihnen die Revanche ermöglichen würde. Darum liege der Anschluß Ober- schlesiens an Polen direkt im Interesse des europäischen Friedens. Jede Entscheidung, di« den unter den beschwerlichsten Bedingungen aufgedrückten Willen des Volkes außer acht lasten würde, werde die Grenzen- der Geduld des polnischen Voltes über- schreiten. Verlin, 18. April. Bon unterrichteter Seite wird WTB. ge- schrieben: 0 Seit Beginn dieses Jahres hat Polen noch die Jahrgänge 0«, 97. 98, 99 und 1900 unter den Fahnen. Von diesen 5 Jahrgängen sollten fristlos Anfang» April entlasten werden: Sämtlich« Infan- teristen der Jahrgänge 98 sowie diejenigen Infanteristen der Jahr- gänge 97 und 98, die am 21. März länger als 2 Jahre dienten.— Nach inzwischen ergangener Weisung de» polnischen Krtegsministe- riums soll dieser Beseht aus die Bezirke Posen und Krakau neuer- dinge keine Anwendung finden. Demnach werden die gegenüber Schlesien beceitgestelllen polnischen Truppen nicht geschwächt. Sie sind sogar gegenüber dem Stand oon Mitte März dadurch wesent- lich verstärkt worden, daß der zwei Tage vor der Abstimmung in Oderschlesien zu einer..l-ttägigen liebung"»ingezogene Jahrgang 1901 noch nicht wieder entlassen worden ist. Die bisher an der polnischen O st front verwandte 9. K a v a l- l e r i e- Brigade ist seit Ansang April im Raum« Warschau- W l o c l a w e k untergebracht. Pole« befindet sich seit der Ratifikation de« Berlailler Dettrages mit Deutschland in Friedenszustand. Mit Rußland hat es am 18. März 1921 Frieden geschlossen. Gegen wen unterhält Polen dies« stark« Truppenmacht? Die Antwort aus diese Frage liegt in den Schlußworten der Rede Witosch. Die Entente wird die Drohung hören. Wir haben keinen Einfluß auf ihr Tun. Ersahwahleu in Frankreich. Die Ersatzwahlen für die Kammer in den Departemeitts Ö i s e und Eotes du Nord haben folgende Eraebnist« gehab! Im Departement Coie» du Nord erhielten di« Liste der Gemäßigten 30 000, jene de? Sozialisten etwa 9000 Stimmen: im Departement Oise entfielen aus di« Linke 25 000, auf den sozialibisch-republikanischen Block 25 000, auf die Etnheitssazialisten 10 000 und aus die Kommunistm ebenfalls 10 000 Stimmen. In beiden Wohlkreisev finden Stichwahle« statt. Zcitnngsverbote im besetzten Gebiet. Die Rheinlandkommission hat den.Fränkischen Kurier" auf drei Monate, ebenso dt« Münchener„Jugend" und die in Este« erschienen« Zeitung„Da, frei« Wort"»erböte». Streikabbruch in England? London. 18. April.(VA.) Die Generalkonferenz der eng- lischen Grubenarbeiker, die über Forlsehung oder Abbruch de» Streik» in letzter Instanz zu cnischeidev haben wird, ist aus den 22. April nach London einbernfen worden. Di» zn diesem Dalum darf die Arbeit in den kohlengebictea nicht ausgenommen werden. Amsterdam, 18. April.(EP.) Der Sekretär des Internatio- nalen Transportarbeiterverbandcs F i m m e n hat an die Transport- arbeiter- und Eiscnbahnerverbände Deutschlands, Frankreichs, Bei- giens, Spaniens, Schwedens. Norwegen» und Dänemarks anläßlich des englischen Kohlenorbeiterstreiks telegraphisch das Ersuchen ge- richtet, jeden Export von Kohlen noch England wäh- rend des Streiks zu verhindern. Holland und Deutschland haben bereits mitgeteilt, daß in ollen Häfen die nötigen Vorkehrungen getroffen feien und die Ausführung der Instruktion gesichert sei. c o n b o n. IS. April.(TU.) Der Präsident der Sergleute NM Südwale» erklärte in einem Interview, das von»Daily herald" veröffentlicht wird: Der Schahminisicr Robert hörne und andere Per- sönlichteilen können erklären und glauben, daß die Ereianiste vom Freitag einen Triumph der Vernunft bedeuten. Z ch bin davon überzeugt, daß sie den Triumph der Revolution bedeolen, und die kommenden Tage werden dies beweisen. Aufhebung der Nilchbewirtschastung: Bremen, 18. April.e be- teiligen. Di« Behauptung, daß er. Severing, gar noch dieie Rr- gierung bei der Beerdigung vertreten würde, fei io lächerlich. daß eine Anuvorl daraus überbaupt nicht verlohnt. Tie ganz« Saöbe tit aber dafür warakierisiisch, mtt welchen Mitteln von den Monarchisten in der Provinz Stimmung gemacht wird. Ein Sklorz-Prozeß gegen die Veltbühne ist gestern nach kurzer Dauer oertagt worden. Es kam eine Zeugenaiissoge des früheren Prestechefs Rauscher zur Verlesung, der die Bc- hauptung, er habe ein Gehalt vom„Verlag der Sozialwistenschafi" erhallen, für unwahr erklärt. Ebenso kam ein« längere Aussage Scheidemanns zur Verlesung, in der er seine persönlichen Be- Ziehungen zu Parvus und Sttarz ausführlich darlegt und die zum Ueberdruß bekannten Klatschgeschichten zurückweist. Die Verteidiger bestanden aus persönlicher Vernehmung Scheidemanns, Hoc.'ch? und des Gehcimrals Mcisinger. Daraus erfolgte Vertagung. Theater. Proletarisches Theater. Als Nachmittagsvorstellung des Prole- tarischen Theaters wurde im Voigt-Theater in der Badstraße Franz Jungs Schauspiel„Die K a n a k e r" gegeben. Es geht da nicht um ästhetische Angelegenheiten, es geht um Parteidinge. Man stellt sich von vornherein so ein, daß man nicht enttäuscht wird— weder oon der Trostlosigkeit des Raumes, der wie ein Gleichnis anmutet: noch von den Darstellern, die keine Kunst geben. sondern ihr Herz sprechen lasten wollen und für ihre Parteiideale den Sprung vom Rednerputt auf die Bühne wagen(und dort so- gar teilweise zeigen, daß sie Mund und Kehle in der Gewalt haben): noch oon dem Drama, das sich auf den Brettern abwickelt. E» gibt trotzdem«ine Enttäuschung— aber eine nach der posi- tioen Seit«. Franz Jungs„Kanater" sind mehr als nur Klassen-- kampfmittel. Gewiß propagiert der Dichter sür den Kommunismus, aber er schont das eigene Lager ebenso wenig wie den gehaßten Feind— den Kanater, den Menschenfrefler, der wie der Südzee- insulaner oon Leben und Blut seiner Mitmenschen lebt, weil er Angst hat, selbst gesresien zu werden, und nicht mehr die Reinheit de» Herzen» zu einem Glauben an eine Gemeinschaftsarbeit in stq züchten kann. Die Zerristenbeit und Zerfahrenheit der Arbriterschast, die Kleinlichkeit des menschlichen Denkens und Tuns werden fcho- nunaslo» niitgestattet. Und in diesen Szenen ist Jung viel mehr Künstler, al« tu den nur aus Karikatur gestellten„bürgerlichen" Szenen. Es kehlt ihm nur der Mut zum Dialekt— und wir hätten ein paar Szenen, die zwar nicht mehr Programmdramatit wären, aber die Atm.ospbäre von Arbeitergesprächen und Arbeitcrerregt- heiten so festhielten. wie es der bisherigen, stets tvpisicrenden und stilisierenden Revolutionsdramatit ab Hasen- e(cver niemals gelungen ist. Selbstverständlich kommt auch Jung nicht um nur theoretisch dramatische Diskussionen herum— in einem Zwischenspiel überzeugt Lenin Wells von der Hattlosigkest seiner Theorien—, aber vieles ist auch allzu skizzenhaft geblieben, al» daß man es ernstlich über den Tag und den Zweck hinaus werten könne, aber das Ganz«, mit dem Siege des Kanokerttuns über die zerristen« Arbeiterschaft und der dumpfen, verlorenen Sehnsucht der besieren Elemente dieser Fobrikrevolutton, die am Schlüsse über die Partei hinauswächst, hat doch ein Gesicht— ein wahres Gesicht, das späte-. ren Zeiten einmal wie ein Autogramm der heutigen Zeit erschauen wird. Der dichtgesüllte Saal ging mit dem Parreidichter mit. Dia oenen die Aufführung trog Kindcrgeschrei und sonstiger Unruhe im Saal Erlebnis war, verboten am Schlüsse alle oberflächlichen Beifallskundgebungen. O. E. H. Theater. Tie angekfliidigten«luttritte v o t n« n<>n ber Staat». oper finden wegen Er! ran tanz de« Künltier« nicht flott.— Mari« Avogüri eröffnet am Sonnabend r«« i l d a w.äligoletlo' ibr, leisten «usuittfc— imt Neuen«olt»theater iangen d�e Bornellungen von Beriidt', die auch am Freitag statt der angesetzten Vorstellung von„Petifi«»" gegeben wirb, um 7 Uhr an. »le S-m«erstztel,ett im Theater de»«este»« beginnt am 1.«at Direttor Richard htm mit her Operette:.Morgen wieder lusttt;* im« S8ilid* Iaeedy.»u der Hei», Centn hie Musik �schrieben hat. Nr. 187�35. Jahrgang Heilage öes vorwärts Dienstag, 19. April 1921 GroßGerüu Leuchtenüe Segel. Der Segelsport ist wieder in vollem Gange! Wie Schmeiter- ringe gaukeln die nach dem Winterschlaf.überholten', d. h. in Ord« jb nung gebrachten Boote auf den Wellen der märkischen Seen. Bon der Höhe des Müggelturmes blickt man hinunter aus die umliegenden Gewässer. Auf der Dahme, der ehrwürdigen Schwester der Spree, fahren ganze Geschwader mit leuchtenden Segeln, bald dicht beieinander, bald sich trennend. Tann kommen einige Segel voraus und bald bilden sich Kiellinien, langsam werden die Boote Keiner und endlich verschwinden sie in der Landschaft. Andere kreuzen und besonders die kleinen Boote sind meist von sehr gewandten Seglern gesteuert: oft liegt das Grotzsegel beinahe auf dem Wasser und die Wanderer an den Ufern fürchten ein Unglück, ober immer wieder richtet sich der Mast empor und in brausender Fahrt schneidet der Steven die Flut. Wie ein Ungeheuer schiebt sich ein schwerer, schmutzig-schwarzer Schlepper mit einer langen Reihe von Kähnen durch das bunte Gewimmel, und seine dichte Rauchfahne legt sich wie ein dunkler Schatten über die Helligkeit, wird langsam lichter und verschwindet. Dazwischen stolze.Achter' und.Vierer' von kräftigen Männer- und Mädchen« armen gerudert. Paddelboote, in denen man nicht niesen darf. wenn man nicht umkippen will und KanoeS. sowie Motorboote mit Ausflüglern. Im kleinen Müggelsee ist eine ganz« Flotte gelandet. Eine Jolle kreuzt noch in schneidigen Wendungen, um dann ebenfalls am Strande festzumachen. Lautes übermütiges Treiben am Uier— ausgebreitete Tücher mit Eßwaren, Zelte. Musik und Gesang. Andere suchen mit ihren kleinen Booten stille Plätze aus und verbringen die Zeit oft in seliger Zweieinsamkeit. Segeln ist ein herrlicher Sport. Aber die wirtschaftlichen Ver» hältnisie bringen eS mit sich, daß es mehr noch wie früher zu einem Sondervergnügen für vermögend« Leute wird. Ein gutes Boot, das etwa'20 000 M. kostet, erfordert jährlich an 2000 M. Unterhaltungskosten und das übersteigt die Kräfte vieler, die sich früher mit bescheidenen Mitteln und grober Liebe auf dem Wasier tummelten. Biel« haben heute ihre Boote verkaust und schauen gemeinsam mit Tausenden, die nie ein Boot ihr Eigen nannten, sehnsuchtsvoll hinaus auf die Seen, von denen sie verbannt find. Das Cnüe ües Mieterstreits. Die StreiNeikung gesteht den Mihersolg ein. Eine von der Zentrale des Meterverbandes Grojj.Derlin am 7. Lprll veranstaltete außerordentliche Mieterratkonferenz ahm Stellung zu dem mißlungenen Mieterstreik. Wagner, der ir die Slreillertung berichtote, gab zu. daß dieser Streit .icht mit.einem Erfolg enden tonut«. Die Miete? unmisiend, die unteren Funktionäre unaufgeklärt, die Leitung rot» los, die Kasse leer— unter solchen Verhältnissen sei der Streik begonnen worden. Der gesamte Kassenbestand habe 72,40 M.(zwei- iindsicbcnzig Mark und 40 Pfg.) betragen— und da habe man einen Riesenkampf führen wollen! Von den Druckereien der„Freiheit' und der„Roten Fahne' sei aus Furcht, keine Bezahlung zu«r- halten, abgelehnt worden, die erforderlichen Plakate, Flugschriften im* Handzettel herzustellen. Daß einige Hauptgruppen, wie Neu- kölln und Norden sich von vornherein am Streik nicht beteiligten, habe der Bewegung den Todesstoß gegeben. Der größte Teil der organisierten Mieter habe sich nicht nach den ülnordnunqen der Zentralleitung gerichtet, sondern sich von den Parolen ihrer Parteien leiten lassen. Die Presse, mit Einschluß der linksstehenden, habe völlig versagt. Der Referent ichlos,, er müsse nach dem. was vorgegangen, zu der Auffassung kommen, daß alles Bluff gewesen sei und die Funktionäre sich ielber gelogen hätten. Nach längerer und sehr lebhafter Dis- kussion wurde mit überwältigender Mehrheit(gegen nur einige Stimmen) beschlossen, daß der Mieterstreit für beendet zu erklären sei. Sehr hübsch macht sich die Suche nach dem Schuldigen, dem man eßt die Verantwortung für diesen Mißerfolg aufpacken möchte. Die Presse hat versagt, die Parteien hoben Parolen gegen den Streik ausgegeben— usw. Man vergleiche hiermit, was oben von Wagner selber über die leere Kasse, über die ratlose Leitung usw. gesagt worden ist. Hot für diese von vorn- herein zum Scheitern verurteilte sinnlose Aktion die Streikleitung ernsthast bei einsichtigen Leuten auf llnterstützung gerechnet? Die irregeleiteten Mieter, die jetzt die harten Folgen ihrer Beteiligung am Srreik tragen sollen, können sich bei den kommunistischen Drahtziehern bedanken. Es wird immer klarer, daß auch dieser Mieierstreik nach Moskauer Diktat inszeniert worden ist. Bei der Reorganisation des Mieter- verbände?, deren Notwendigkeit von derselben Mieterratkonferenz erörtert wurde, wird man vor allen Dingen den Kommunisten das Handwerk legen müssen._ der verschwundene Gelöschrank. Einbruch bei der llniecalliierlen Kommission. Einbrecher drangen in der Nacht zum f4. d. M. in die Räume der Interalliierten Kommission, die sich in dem großen Eckhause in der Budapester und Bellevuestraße befinden, ein. Sie stahlen dort einen ganzen Schrank von dreiviertel Meter Höhe, einem halben Meter Breite im Gewicht von anderthalb Zentner, der 3 0000 Mk. deutsches Geld und eine e n g l i f ch« 80-Pfund-Note enthielt, lieber den Verbleib des Schran- kes, der wahrscheinlich mit einem Handwagen fortgeschafft wurde, ist bisher noch nichts ermittelt worden. Die 50-Pfund-Note trägt die Nummer 14/13 078 und ist van der Bank von England am 18. 11. 1S18 ausgegeben worden. Eine hohe Belohnung ist für die Aufklärung dieses Einbruches ausgesetzt worden. Mitteilungen, die streng vertraulich behandelt werden, nimmt Kriminalkommissar v. Heinrich im Zimmer 92 des Polizeipräsidiums entgegen. Silberdiebe. Der 21 Jahre alle Arbeiter Waller Schulz aus der Ebertg- straße 5 wurde mit seinem Spießgesellen, dem wiederholt vor- bestraften Paul Siebelt aus der Jnsterburger Straße 5, ertappt, als sie in einem Silberwarengeschäft in der Leipziger Straße 119,120 eingebrochen waren. Schulz war dort früher beschäftigt und nutzte seine Ortskenntnis nun zu einem nächtlichen Einbruch aus. Die bei- den Kumpane ließen sich am Sonnabend abend auf dem Grund- stück einschließen und drangen dann durch ein Fenster in den Koh» lenkeller ein. Hier erbrachen sie eine Tür zu einem anderen Keller, der gerode unter dem Silberwarengeschäst liegt, und stiegen dann durch den Lichtschacht empor. Wenn sie den Wächter patrouillieren hörten, verhielten sie sich ruhig, so daß sie von diesem nicht entdeckt wurden. Als sie mft einer großen, in ihren mitgebrachten Rucksäcken verpackten Beute an silbernen Tafclgeräten, die einen Wert von 125 000 Mk. hatten, oerschwinden wollten, wurden sie von dem Hausmeister entdeckt, der sie alsdann durch die Polizei festnehmen ließ._ Der Mord auf der Laudstrahe. Zur Aufklärung eines Mordes, der am 21. Dezember v. I. zwischen Speerenberg und Fcrn-Neuendorf auf der Landstraße ver- übt wurde, ist eine Belohnung von 30 0 0 Mk. ausgesetzt worden. Auch die Berliner Kriminalpolizei beschäftigt sich jetzt mit dem Verbrechen. Der Ermordete Fritz Stachewiak, der als Schreiber bei der Schießkommandantur in Kummersdarf beschäftigt war, fuhr am 21. Dezember 1920. nachmittags um 5* Uhr, von Kummersdorf weg. Man fand ihn«ine Stunde später zirka 800 We- ter von der Gabelung der Chaussee Speerenberg— Fern-Neuendorf auf dem Sommerwege ermordet auf. Ein« Kugel von 7�-Millimeter-Kaliber hatte ihn getötet. Uhr und andere Wertsachen wurden noch bei ihm gefunden. Trotzdem muß angenommen werden, daß der Mörder keine Zell mehr fand, die Sachen an sich zu nehmen, weil er durch zwei des Weges kommende Fuhrwerke gestört wurde. Mitteilungen, die zur Aufklärung des Verbrechens dienen können, nehmen dis Staatsanwaltschaft ll und Kriminalkommissar Tegtmeyer im Berliner Polizeipräsidium, außer- dem aber auch jedes Polizeirevier entgegen. Was ist Luxus bei der Ztzrauenkleiduug? In die Geheimnisse der Frauenkleidung dringen Entscheidungen deZ ReichSministeiS der Finanzen zur Auslegung deS Umsatzsteuer gesetze« ein. die jetzt den Umsatzsteuerbchörden zur Beachtung mit geteilt werden. Blusen. Unterröcke und Schlitpsbein» kleide? au« Seidentrikot, sog. Milanais«, find luxuS- st e u e r p f l i ch t i g. Dagegen wird bei der Verwendung von seidenen Futterstoffen für Oberbekleidungsgegenstände von Damen nur dann die Luxussteuer erhoben, wenn die seidenen Futterstoffe zu den sog.„feinen Seiden' gehören. Oberbekleidungsgegenstände für Damen aus oder in Verbindung mit Futterstoffen aus anderer als sog. feiner Seide sind mithin luxussteuerfrei. Luxussteuerfrei sind auch Hüte au» Kunstseidenplüich. Man versteht darunter ein Pläicbgewebe, dessen Flor- oder Polföden aus Kunstseide bestehen. Ebenso sind luxaSsteuerfrei Gebinde oder sonstige Herrichlungen aus natürlichen Blumen, die durch ein besonderes Verfahren halt- bar gemacht worden sind. Sie werden den lünftlichen Blumen gleichgestellt. Der Rcichsfiiianzminisier gesteht somit den Frauen in ihrer Kleidung viele Dinge als notwendig zu, die andere Leute als Luxus halten werden._ keine Einschränkung de» Unterrichts. Der Kultusminister macht darauf ausmerlsam, daß nach dem ergangenen Staats- ministerialbesitiluß am D r e n s t a g ebenso wie der Dienst bei den Behörden so auch der Unterricht in den Schulen in vollem Umfange stattzufinden hat. llcber frauzösilche Sullurpropaganda am Rhein hielt Schrift» steller B e t t e r rn der Verewigung der Rheinländer, die im„Pschorr- haus' tagte, einen Vortrag, der durch eine Serie von Lichtbildern ergänzt wurde. Redner führte aus, daß von den französischen Chauvinisten systematisch«ine umfangreiche Propaganda zu dem Zweck betrieben werde, sich die Rheinländer geneigter zu machen und sie schließlich für den Anschluß an Frankreich zu gewinnen. Ins- besondere werde die Presse dieser Propaganda dienstbar gemarbt. Hier und da tauche in der Preffe ein Artikel auf. nach dem die Bevölkerung die französischen Kulturbestrebungen freudig anerkenne. Dann werde dieser von der Pariser Presse und darauf von der Presse des AuÄandeS verbreitet, sodaß man selbst im Auslande zu der Folgerung komme, die Rheinländer wollten sich vom Deutschen Reiche trennen. So werde für eine Fälschung der öffentlichen Meinung in Frankreich und im Ausland gewirkt. Auch für die Vorzüge franzöfiicher Jndustrieprodukte werde eine intensive Propaganda entfaltet und selbst die von Napoleon bewirkte Einführung neiheit» sicher Gesetze werde gestbickt für die Gewinnung der Rheinländer benutzt. Alle diese Bestrebungen habe man bisher nocb zu wenig erkaunt, obgleich für sie auch der Film in Bewegung gefetzt werde. Es fei dringend notwendig, die Augen offen zu ballen, denn die Propaganda suche alle Lebeiismöglichkeiten zu erfassen. Redner äußerte sicki ferner über die milftärischen Maßregeln. Erst habe man von 70 000 Mann Besatzungstruppen gesprochen und nun sei man schon aus 130000 gekommen. B>S Ende September 1920 habe sich hieraus beieits ein Kostenaufwand von rund 37 Milliarden Papier» geld ergeben. Für diese ungeheuerliche Summe hätte sich Deutsch» land auf Jahre hinaus den ganzen Brotbedarf für seine Bevölkerung beschaffen können Am Schluß sprach der Vortragende unter leb« haftem Beifall die Hoffnung au«, daß der französische Chauvinismus trotz alledem an sich selbst zugrunde gehen werde. Milchbelieferung. Am Dienstag, de« tS.. Mittwoch, de» SV., und Domierslag, den ZI. d. M.. werden die V I», D Ii» und D Ill-Karten mit je 1li Liter Frischmilch beliefert. Am Dienstag, den 19., Mittwoch, den 20., und Donnerstaq, den St. d. M., werden die lll-L!ter-Krank?nkarte» mit Frischmilch beliefert mll Ausnahme der Bezirke V, VI, Vll und VI FI. Als ErjaL für die ausfallende Frischmilch in diesen Bezirke» wird st, Lller EmutsionSmilch verausgabt. Die übrige Beliejeruug bleibt wie bisher. wegen unzuläsflger Beiriebsführung sind die Bäckermeister Erich Siosieck. Greifer Hagener Str. 8. Ricvard Kammel, Prenzlauer Allee 203, und Willi ZisgelSti, Grenzstratze 13, vom Mehlbezuge ausgeschloffen worden. Der 1. Mal im Schlllertheaker. Wie im Vorjahre, so soll auch diesmal am 1. Mai allen freigewerkschaftlich organisierten und den sozialistischen Parteien angehörigen Arbeitern gegen Vorzeigung der Mitgliedsbücher an der Kasse eine LOprozentige Ermäßigung gewährt werden. SPD.-Elterubeiräte Groß-Bersin»! Auskunft wird jetzt erteilt Donnerstags von ö— 6 Uhr im Bezirkssekretariat, In den Zelten 23, Zimmer 10. Die SPD.-Elternbeiräte an Höberen und mittleren Lehranstalten, die ihre Adresse noch nickt mitgeteilt Haben, wollen sie umgehend an das Bezirkssekretariat«insenden. Wir weisen sckon heute daraus Hin, daß am Donnerstag, den 21., abends 7 Uhr, in der Aula Dorotheenstr. 12 eine Vollversammlung stattfindet, zu der alle SPD.-Elternbeiräte Groß-Berlins erscheinen müssen. Der Arbeitsplan der Volkshochschule Grotz. Berlin für April bis Juni ist erichiene» und zum Preise von 1 M. im Gewerkschaftsbaut, Zimmer 15 I, und m der Buchhandlung Vorwärts, Lmdenltr. 2, zu haben. Kleidung, Wüsche aller Art werde» aus Veranlassung de»» D e u t» sche« VewertschastSbundeS' an folgenden Stellen an die organisierte Sirbeiterschast»u billigen Preise» abgegeben: Zimmerstr. 68, Sebastianstr. 87/38 sBetriebswerkstätte des Schneideroer- Landes), Engelufer Ll sTranSvorlarbetter-Verband), Charitsftr. 3(A.E.G.» Konsumverein), Schönhauser Allee 173, Eingang Schwedter Slraße, Reichs» »Z Sline Menschenkind. III. ver Süudenfall. Von Martin Andersen Rexö. „z Glaubst du, dich sie das Geld erwischt hat?' fuhr Karen fort/si i war heute in Schwatzlaune. Stüie wußte es nicht. Am liebsten hätte sie ganz ge- schwiegen, wie sie es gewöhnlich tat, wenn jemand sie nach dem Verb rechen ausfragte. Aber der Bäuerin mußte man ja antwor'ten.„Großchen hatte es auf dem Leibe," sagte � � u nd das war dumm! Sie hätte das Geld auf die Sparkasse pringen und nicht darin wühlen sollen. Dann hättest du ei' jetzt gehabt, denn es war ja für dich bestimmt. Und du hättest noch viel mehr gehabt!' Karen fing an zu rechnen.„Au'f fünfhundert Taler wäre es bis jetzt gestiegen, — taufend Kronen! Das ist nicht wenig Geld für ein armes Mädchen, wie du es bist, wenn du mal heiraten sollst. Die Leute vom Sandhof müssen gut bei Kasse gewesen sein, denn von da stammt das Geld ja!' Stine stand und sehnte sich, von Karen loszukommen. Das Thema quälte sie, und die herbe Lust, die die Bäuerin umgab, von Schweiß und anderem, benahm ihr den Atem. Es verwirrte sie und machte sie beklommen, wenn sie bei diesem beleibten Frauenzimmer stand, das so schwer austrat und alles so robust anfaßte. Sie fühlt- sich wie ein kleines Geschöpf. da, f'den Augenblick aus Unachtsamkeit zertreten werden kann iSoll ich das Vieh jetzt hinaustreiben?' fragte sie und zog sich' zur Türe zurück. Die Bäuerin guckte nach der Bornholmer Uhr hin.„Ja, lauf du nur... aber erst ruf Rasmus Rytter.' Das war das Schlimmste, worum man Stine bitten konnte. Sie hatte Angst vor dem Tagelöhner: und er war nicht wach zu bekommen. Es wurde behauptet, er schlafe bloß deshalb so fest, um denjenigen, der ihn wecken wollte, zu sich hinauf zu locken. Sine kam aus ihrer Kammer hinter dem Wirtschoftsraum; md Stine sah sie bittend an: aber die Maad war noch nicht g,nz wach und verstand sie nicht.„Nun ma». daß du svrttonmst. Worauf wartest du denn!' sagt« hl« Bäuerin. Stine schlenderte zögernd über den Hofplatz hin und be- gann durch die offene Scheunentür hinaufzurufen. Karen verfolgte ihr Tun interessiert von der Tür des Wutschafts- raumes aus.„Da feh' mal einer das einfältig« Mädchen!' jagte sie ärgerlich.„Sie glaubt wahrhastig, sie kann den Tage- löhner zum Leben erwecken.' „Sie hat ja Angst vor ihm!' meinte Sine unwillig, der das alles nicht gefiel. „Pah,— Angst! Sie soll sich nicht so anstellen! Du kriechst ganz bis ins Heu hinauf und rüttelst ihn, verstanden! Aber gib acht, daß er dir die Engelsflügel nicht ausrupft!' rief sie spottend. Sstne stand noch an der Scheunentür: sie sah unent- schlössen aus und starrte von der dunklen Scheune auf die Bäuerin hin und wieder zurück.„Soll ich vielleicht kommen und dir Beine machen?' rief Karen. Da schlüpft« Stine end- lich hinein, aber es war zu merken, daß sie drinnen, stehen blieb und sich versteckte./ Karen wirtschaftete mit den Holzschuhen herum; sie war so wütend, daß sie nicht hineinkommen konnte. Nun wollte sie dos Mädchen Mores lehren! Aber Stine war schon über den Hofplatz gelaufen.„Bring du nur das Vieh weg und sieh zu, daß du fortkommst, dann werde ich schon rufen, sagte sie und schob sie den anderen Weg zur Scheune hinaus. Mit der Bäuerin war jetzt nicht gut Kirschen essen. Die fand es na- | türlich albern, bei so etwas nachgiebig zu fem. dadurch be- stärkte man die Geschöpf« nur in ihrer Hysterie. Diesen Wesen. die zu heulen anfingen, sobald sie einen Ohrwurm an sich ent» deckten, tat es gut, wenn man sie beizeiten etwas hart anfaßte. Aber Sine war nun lange genug auf den Hof und gab sich den Anschein, als ob sie nichts hörte; die Bäuerin durfte ihret- wegen so lange fortfahren, wie sie Lust hatte: einmal würde sie wohl schon müde werden. Und diesmal hörte Karen verhältnismäßig bald auf. Plötzsich hörte man einen Wagen mit sausender Schnelligkeit den Hügel hinabrollen: er bog auf den Hofplatz ein und fuhr, ohne seine Geschwindigkeit zu mäßigen, vor der Eingangstür vor, wo er dann mit einem Ruck stillhielt. Der Kutscher, ein Viehhändler, knallte gar lustig mit der Peitsche.„Hat man heut was zu verkaufen?' rief er Karen zu, die in der Wirt- i fchaststür stand und ihre Holzschuh« anzog.! „Ja, wir haben ein Mastkalb,' erwiderte sie und kam zu ihm hin. Stine hatte emen Schimmer von dem Fahrenden gesehen, als sie das Vieh hinaustrieb-, aber auch am Ton würde sie ihn erkannt haben. So fuhr kein anderer: das war der Onkel Johannes. Er war im steifen Hut und vornehmem braunen Staubmantel,— richtig städtisch ausgeputzt. Ihm ging es offenbar gut! «>» • Stine wußte Bescheid damit, was es hieß, im Munde der Leute zu sein. In den meisten Punkten war es nicht ge- lungen, den schlechten Ruf hinter sich zu lassen; der Schatten fuhr fort, der Familie zu folgen.„Aha, das ist die Schinder- dirn— vom Sand," sagten die Leute, und ihre Mienen wur» den lebhaft. Nun war man unterrichtet, und das Gered« war in vollem Gange: von der Hexe Maren, von dem Verbrechen der Sörine Mann, von dem Hundeschlächter. Sttne kannte das Ganze allzu gut: es war keine Kunst, den Leuten anzu- sehen, daß sie über einen redeten. Die meisten bemühten sich nicht einmal, es zu verbergen. Und verkleinert wurde nichts. Die Schinderfamilie be» kam Schuld für wett mehr, als sie rechtmäßig bewältigen konnte. Auf diesem Gebiet wurde nicht gespart. Gerüchte, für die niemand die Verantwortung übernehmen wollte, und an die auch niemand ernstlich glaubte, tauchten, durch ein kurzes Wort hervorgerufen, auf und machten die Runde, um dann wieder in die Erde zu sinken. Und ein jeder war froh. bei ihrer Verbreitung mitzuwirken. Es war. als ob die Menschen die SchiUderfamilie hassen lernten, indem sie Un» recht gegen sie übten. Vielleicht mußten sie eine annehmbare Entschuldigung für ihren Groll gegen die Familie haben— und betäubten ihr schlechtes Gewissen dadurch, daß sie ihr alles mögliche Schlechte andichteten; in seinem unennüdlichen Streben noch dem Licht sucht der Mensch am liebsten die Duelle zum Bösen außer sich. Unter allen Umständen waren Lars Peters und die Seinen Paria. Es kam darauf an. sie um ihrer Erbärmlichkeit willen zu treffen. Es mst der Wahr- heit genau zu nehmen, dazu loa keine Beranlaflung vor; die Wirklichkeit übersteigt ja doch selbst die wildesten Phantasien. Und die Schindersomilie hatte außerdem das Recht, durch ihr Treiben alle bösen Gerüchte zufchanden zu machen. tFvrts. folgt.) iruiferrt, Crattfenfk. 91(uttr für HrBetttr Iti Betrieb«»). Tiemtsche Fn« duftrie aus Aktien I. Schering, Müllcrstr. 170/171(nur siir Arbeiter de« Betriebes), Schneiderci-Genossenschaft.Hoffnung', Berlin dl, Brunnen« ffraße 185, Karlshorst, Waldsiedlung, Hegenieisterweg 54, Tempelbos. Richard Ktinger(nur sür?lrbeilcr des Betriebes� Die Ware kann in der Zeit von 9 Uhr vormittags bis 5 Uhr abends besichtigt und gekaust werden. August Scherl ist gestern vormittag im 72. Lebensjahre der« starben. Er gründete im Jahre 1383 den„Berliner Lokal-Anzeiger". Im Jahre 1917 schied er aus seinen inzwischen recht zahlreich ge< wordenen Unternehmungen auS. zilmfthau. Vanghofer» Roman„Der Klafterjäger" rollte gefilmt über die Leinewand der Reuen Philharmonie-Lichtlpiele. Eine besondere Wirkung wurde dadurch nicht erzielt. Die gut getroffenen Landschajten trösteten ein wenig. Thea Steinbrecher soll neben Viktor Gehring, der einem srischcn Burschen gute Mimik verlieh, nicht unerwähnt bleiben. Ferner wurde noch .Hamlet' gezeigt.(Von uns bereits besprochen.) Gesangsctnlage und die Mcßterwoche über die letzten Vorgänge in Mitteldeutschland beschlossen das Programm. Sroß-Serliner Parteiaachrichten. Heute, Dienstag, den Ist. April: t. Stet* Ritte. 7 Ubr im„Bllrgerheim', Alte Schönhauser Str. SS/U, Steis- vertreterversammlung. M. Abt. 7Vi Uhr bei Behrendt, Liebigstr. 24, Sitzung sämtlicher Funktianiire, Slternbeiräle und Betricbsvertrauensleute. Resercnt Ornofie Sudermanu: „Arbeiterbewegung und Parlamentarismua". Genoffen als Gäste will- kommen. 7s. Abt. Schäneberg. Tli Uhr hei Groß, Cedanstr. 17, erweitert« Vorstand». (itziir.g. Erscheinen aller Funktionär« dringend erforderlich. Ist. Abt. Rirderschänhansen. i Uhr im Schloff..Schänhausrn', Inhaber Schön» Herr, Lindenstr. U, öffentliche Balkoveesammlung. Referent Dr. Ostrowski): „Ran an Berlin'.—>». Bezirk. 7'i Uhr bei»immei, Rachf. Bergemann, Eichenste. 12. Frauenabeab. Bortrag über Tuberkulose und Frauenkron?- heiten. Gäste willkommen. 541.»bt. Rosenthal. 7 Uhr bei Petra», Hauptsw. 1ö, Zranennersammlnng. wiarrenoars. 8 Uhr in der Aula lturfilrstenstraffe, Generalversammlung. Tages- ordnung: Bericht und Neuwahl des Borstande». Birkenwerdci. 8 Uhr im Gelellichatishause. Hauptftr. SS, Frauenabend. Res«. renrin Genossin Dr. 2>egscheiS-i. Iungsozialiste». Provisorische« Arbeitfaufschnff: 8 Uhr im Bezirksverband, In den Zelten 23, Sitzung.— Gruppe Lichtenberg: 7V. Uhr bei Schlenkrich, Simplonstr. 4.'. Vorträgsabcud,— Gruppe Tempelhof. Rariendors: 7Vj Uhr bei Hoch, Ehauffeestr. 44, Unterhaltungsabcnd. Morgen, Mittwoch, den 20. April: 4. Srei» Prenzlauer Tor. 7,i Uhr in der Schulaula Danziger Str. 25, Be» lommlung sämtlicher Glternbeiräie. Reserrnt Dr. Lohmann:„Die Paul- fenschen Schulrefvrmpläne". 13. ureif Tcmpeiho?. 7 Uhr in Mariendorf, Rathau», Sitzung de» Lreisvor- staudes. Wichtige Tagesordnung. 7. Abt. 7>z Uhr bei Hölle, Bergmäimftr. KS, Sitzung der Bezirksfiihrer und Berttebsveetrauensleute,— Eine Stunde vorher Borstand»sttzung bei Bog. lei, Miitenmalder Str. IK. 42. und 4». Abt. 7 tlhr bei Groll, Henningodorfer Straffe. Fraueuabeub. Refr» rent Genosse Regierungsrat Dr. Eohn:„Die Auffenpolitit und ihre Wirkung ffir die Frauen". öl. Abt. Eharlattenburg. T.i Uhr bei Schellbach, Sänigin-Slisabeth-Str.«, FraveuversamuUung. Ret errat Genoffe Blum. Um rege Beteiligung wird gebeten. Gäste willkommen. »3. Abt. Eharlatteuburg. 7 Uhr Iahlabende. 1. Bezirk bei Schweikerl, Era». musstr. 2. und 3. Bezirk her Lux, Ufnaustr. 1. Referent Ernst Tost: „Friedensvertrog und was droht uns am 1. Mai'. SS. Abt. Friedenau(Orlsteil von Schöneberg).« Uhr bei Gllelich, Ruhen«., Ecke Begasstraffe. Beriammlung. l. Bortrag. 2. Elterndeiratswahlen. si. Abt. Reukalln. T',-; Uhr bei Dombrowsky, Mainzee Str. 24, Feaueuuer» lammlung. 95. Abt. Reutölln. 714 Uhr bei Niki ich. Zielbenstr. 40, Sitzung sämtlicher Funk. tionäre und Berriebsvertrouenaleute. Wichtige Tagesordnung. Abrechnung. 118. Abt. Lichtenberg. 7 Uhr bei Wartburg. Franksurler Allee sam Bahnhof Ariedrichssclde), Beriammlung. Neuwahl des Ableilungsvorstandes. Refe- rent Genosse Franz Epliedtr..Die auswärtige Lage". 12». Abt. Friedricheselüe. 7U Uhr bei Haverlanö, Wilhelm str. W. Rekeren) Mar Groueseld:„.Mletecfragen und dre Stützen des Wiererverbande«. 1«. Abt. Reiuickrnbvrs.Ost 7 Uhr in'der Schulaula der 3. Gemeindeschule. Letteallee. Seueralveelammlong. Tagesordnung: 1. Die politische Lage. 2. Bericht- aus dam Kreise und von der Bezirksamtswahl.- 3. Jahresbericht. 4. Reuwahl des Abteilungdvorständes. 3. Rcuwahl der Zertungfrommiffion. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. 138. Abt. Hrrmsbors. 7' j Uhr bei Böttcher, Walds««., Eck« Berlin»« Straffe. Rrierent Dr. Irchlin:„Dir Friedens' ertrag von Berlailles'. 13». Abt. Tegel. Ts,) Uhr bei Schade, Berliner Str. 17, Mitgliederversammlung. Neuwahl des Borstandes. 141. Abt. Rgsenthal. 7 Uhr bei Petra». Hauptstr. IZ, Mitgliederversammlung. « Beamte und Angestellte her Feuerwehr Dienstag, den 1». April und Mit«. woch, den 20. April, nachmittags 5 Uhr, in den Muffker-Sälen(Börsensaal), itaiser-Wilhelm Str. 31. graffe öffentliche Versammlung. Tagesordnung in beiden Bersammlungen:„Beamtenschost und Sozialdemokratie'. Referent Legationsrat Dr. Zechlin. Frei« Aussprach«. Mus aller Welt. Neuschnee Im Riesengebirae. In der Nacht zum Sonntag und am Sonnlag find im Riesengcbirge große Mengen Neuschnee niedergegangen. Auf dem Kainm beträgt die Schneehöhe durchsckmittlich 30 cm, in Schreiberbau und K r u m- h ü b e l lag der Scknee 13 cm hoch. Die Reu« Schlefische Baude «uldet heute früh 3 Grad Kälte. vorträoe. vereine und verfammlunaen. Nriegsbeschäoigte de» Eisenbahn-Direktionf-Bezirke» Beelin. Mittwoch, den 20. April, abend« 8 Uhr, in der Schulrula Greifenhagener Str. 58/50 lnah« Nordring Schönhauser Alle« und Hochbahnstatton Rordring), Bersammlüng. 3. Konserenzbericht.— Freie Lehrergewerkschast. Borstandssttzung und Kante. rcnz der Obleute sür die Verwaltungsbezirke: Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, Hinter der Gornilontirche.— Bereinigung firr stau tswiflenschattl, che F,ei. bitduug. Donnerstag, den 21. Avrrl, nachmittags 4 Uhr, spricht Pros. Dr. Max Echeler-Köln über„Die getstig.religiösen Strömungen der Gegenwart'. Karten zum Preise von 5 M. sind in der Geschäftsstelle und an der Abendkasse zu er- halten.— Steuegeophenverei» Stolzr-Schteg, Rordhezirk. Uehungen für Damen und Herren Dienstag» 7>7— gbz Uhr, 120. Gemeindeschule, Garten- straffe 107». Sport. FeLhjahefschwlmmfefi de» Arbeiterschwlmmueeeiu»„Borwürt» 18»7' am Sonntag, den 17. April. Resultate: chchülerschwimmen, 50 Meter: 1. H. Klein S8>: 2. Sprenger 5J4.— Iugendschwimmen, 50 Meter: 1. E. Aldrecht 58'; l. Ranke 56'.— MSdchenfchwimmen, 60 Meter: 1, Faaff 1,05; 2. Menzel 1/05'. — Damenschwimm en. 50 Meter: 1. R-ppmunn 1,04: 2. Stephan 1M>'.— Nännerstasett«, beliebig, Unrat 30 Meter: I. Freie Schwimmer Reukölln äsihl; 2. Borwärt» 3ZI>.— Knabendcustschwimmrn, 30 Meter: I. A. Aldrecht 57«; 2. Ewald 39«.— Männerrllckenschwtmmen, 100 Meter: l. Segeth Ut3'; 2. Bati- kratz 1�9'.— Damenbruststasettr, 3nial 50 Meter: 1. Borwärt» 4,32'; 2. Freie Schwimmer Reukölln 4,39; 3. Welle 4 LZ.— Iugendschwimmen, 100 Meter: 1. Voigt 139.— Mädchenbrustschwimmen, 30 Meter: 1. Chriftopei IM; 2. Mol. dagne 1/13.— Mäunerlchwüpmen, beliebig, 200 Meter: 1. Preiffer 2,42 2. Weithoner 255>; 3. Jahns 3,03»,— Iugendbrustlchwimmen, 100 Meter: 1. Karsch- Sommer 1,43.— Mäunerspringen: l. Lesch 311t Pkt.; 2. Buschmann 30sz Pkt.— Männcrleaenstakette, 4ma! 33 Meter: I. Freie Schwimmer Reu- kölln 2�3«! 2. Vorwärts 2,38«: 3. Südost 2,43.— Damenjugend schwimmen, 180 Meter: I. Glimm 51>: 2. Dietze 57.— Iugendlegenstatette, beliebig, 4mal 50 Meter: 1. Freie Schwimmer Reukölla 2,45'; 2. Vorwärts l 2,51.— Kombinierte Stafette, Kmal 50 Meter: 1. Freie Schwimmer Reukölln 4,28>; 2. Vor» .wärt» 4,29; 3. Neptun Lichtenberg 4,58!.— AUe.Herren-Schwimmen, 100 Meter: 1. Buschmann 4374: 2. Haß 0,48.— Männerschwimmen, beliebig, l00 Meter: 1. Hache 1,30>; 2. Hahn XMC— Iugenbstafette, beliebig, 4mal 80 Meter: 1. Barwirt« 2,42; 2. Berliner Schwimm-Union 3M.— Männerbruststasette, 3 mal 50 Meter: 1. Borwärt» 3,30!; 2. Freie Schwimme« Neukölln 3,33; 3. Südost 3,34'.— Damen schwimmen, beliebig, 100 Meter: 1. Gerisch 1.43'; 2. Rungen. Hägen 2.— Bereinsmehriamps: 1. Borwärt« I 40"/«« Punkte; 2, Freie Schwimmer Neukälln 40'» Punkte: 3. Borwärt» n 37'/,» Punkte.— Wasserball spiele: Vorwärts Süden— Delle 7:3 Tore; Borwärt»- Norden— Borwärts- Lichtcnberg 5: 3 Tvre._ Geschäftliche Mitteilungen. Die Firm- Kleid erwerke Barr S»hn. Ehauffeestr. Z9H0, feierte Kl den Germania-Prachtsälen da» 30jährige Bestehen ihre» Gefchäsle» und da« 25- bzw. Atjahrige Jubiläum mehrerer ihrer Schneider, die bei der Firma ununter- hrochen tätig sind. Der eine der Inhaber, Herr Emil Barr, Ist vor 4 Jahren als Exmeister der Oddfellow-Loge während eine» in der Loge gehotienen Bor- trage» plötzlich vom Tode überrascht worden. Sein ihn überlebender Bruder hielt anläßlich der eingangs erwähnten Feier eine Ansprache, in der er hervor hob, daß die Firma Barr Sohn in der von den Arbeitnehmern zur Abschaffung der Hermarbeit gestellte» Forderung der Errichtung' von Betriebswerkstätte» dahnbrechend gewesen sei. Er überreichte den Iubilaren Diplome der Kandel»- ff»»»»» und da» Polizei pe äsid ent-n lochte veltzges chechle. Die Siegessäulensprenger. Lei der weiteren Vernehmung des Angekl. Merdon ergibt sich, daß ex einige Tage vor dem Attentat von 4 bis 6 Uhr an der Sieges- säule Posten gestanden hat. Er hatte sich an das Rocn-Denkmal hin- gesetzt und Zeitung gelesen, um die Besucher unausfällig zu beob- achten. Er sei in dieses Treiben hineingerissen worden, da ihm „Ferry" gewissermaßen die Pistole auf die Brust gesetzt habe. Vors.: Sie sind aber trotzdem zweimal zur Siegessäule gegangen, um dort Posten zu stehen. Angekl.: Wenn ich das nicht getan hätte, hätte ich vielleicht mit der Waffe Ferrys Bekanntschaft gemocht. Vors.: Sie hoben doch aber selbst einen Revolver bei sich gehabt? A n g e- t l o gt e r: Na das kleine Ding. Vors.: Das genügte aber, um sich zur Wehr zu setzen, wenn Sie bedroht wurden. Der Angeklagte er- zählt dann weiter, daß er aus seinem Posten am Roon-Dentmal von Möbes abgelöst worden lei, der von 6 bis 8 Uhr Posten stand. Von dort sei er dann zu Wolf nach der Friedrichsgracht gegangen. Als er zu Wolf kam, sei noch niemand dagewesen. Er habe im Schaukel- stuhl zunächst geschlafen. Vors.: Kannten Sie Wolf? Angekl.: Nein. Vors.: War er nicht erstaunt, daß nachts ein Unbekannter zu ihm komme? Angekl.: Mir machte«in großer Mann auf. Ich sagte, daß ich hinbestellt wäre. Nachher kamen die anderen Angeklagten und wir erzählten uns unsere Erlebnisse, bis auch Ferry kam. Vors.: Es kam dann auch ein großer schwarzer Mann mit einem Paket, in dem das Dynamit gewesen sein soll? Angekl.: Wir sollten alle zur Siegessäule lasziehen. Was dort geschehen sollte, weiß ich nicht. Es war die Rede, daß sie gesprengt werden solle. Einer, wer weiß ich nicht, sagte, es fei alles in Ordnung. Vors.: Nun hat Ferry vorher doch alles genau berechnet. Um S Uhr 5 Minuten sollte Kaminski dos Tor auf- schließen, zusammen mit eineir Spandauer, den wir leider nicht haben. Um 5 Uhr 15 Minuten sollte die Lunte angesteckt werden. Man rechnete für jeden Meter«ine Minute Brennzeit. Um 5 Uhr 18 Minuten sollt« die Siegessäule in die Luft gehen. Sie sollten sofort zum Bahnhos Friedrichstraße laufen und wegdampfen, stimmt das? A n g e k l.: Ja. Vor f.: Nun sind Sie also zur Siegessäule gelangt? Angekl.: Ja. nach 1U Minuten lies ich zum Bahnhof Friedrichstraße. Ein Beisitzer: Weshalb? Angekl.: Ich glaubte, eine Schießerei würde losgehen und damit wollte ich nichls zu tun haben. Vors.: Oder war es nicht so, daß Sie damit rech- neten, daß die Siegessäule in die Luft gehen würde, und Ihnen Trümmer an den Kopf fliegen könnten? Angekl.: Dazu war es zu spät. Vors.: Ferry ha: Ihnen doch allen die Parole„Japan- gegeben, an der sich die Teilnehmer erkennen sollten, falls si« später noch einmal zusammenkämen. Angekl.: Ja. Vors.: Kaminski bestreitet, dabei gewesen zu sein. Angekl.: Bei Wolf war er, ob er auch an der Siegessäule war, kann ich nicht sogen. Bors.: Früher haben Sie das aber ausgesagt. Uebrigens hat ein Zeuge um 12 Uhr die Lunte brennend gesunden, es muß doch also»och- mals jemand dort gewesen sein und sie angesteckt haben. Wissen Sie etwas davon? Angekl.: Nein, der Schwarze sagte uns noch, Wolf dürfe von der Sache nichts wisien und nicht hineingezogen werden. Bors.: Das klingt doch recht seltsam. Es kommen nachts 10 starke Männer in seine Wohnung und holten eingehend« Be- sprechungen und er sollt« nicht wisse», was vorgeht? Staats- a n w a l t: Ich bitte, daß ver Angeklagte sich auch über die Ziele der Kommunistischen Arbeiterpartei äußert. Dos ist wesentlich, denn aus dem Programm geht hervor, daß man die Räterepublik mit Gewalt und unter Anwendung von Terror durchsetzen will. A n- geklagter: Ich bin kein großer Redner. Wir wollten Gleichheit und Recht für alle. Verteidiger Dr. Fraentel: Ist die Verneh- mung des Angeklagten nicht so zustande gekommen, daß der Kri- minalkommissär den ganzen Tatoestand erzählte, die einzelnen Namen nannte und dem Angeklagten dann das Protokoll zur Unter- schrist reicht«? Angekl.. Ich Hobe gesagt: Sie wissen ja mehr als ich, schreiben Sie es nur so, wie Si« es sagen nieder. Vors.: Bor dem Richter haben Sie aber erklärt: Ich wiederhole meine polizei- liche Vernehmung. Angekl.: Dort habe ich erklärt, daß mir das Protokoll von der Polizei aufoktroyiert fei. Vors.: Glauben Sie, daß ein deutscher Richter dann ein solches Protokoll aufnehmen würde? Wollen Sie behaupten, daß«in deutscher Richter ein sal- sches Protokoll unterschreiben läßt? Angekl.: Nein. Vor f.: Der Richter Hot Sie Kaminski gegenübergestellt und da ist sogar Ihr Pro- tokoll berichtigt worden, indem Sie sagten, daß Sie nicht gesehen hätten, ob Kaminski auch an der Siegessäule war. Das beweist doch, daß Sie eingehend vernommen worden sind. Angekl.: Es war so auch mit den anderen Namen. Staatsanwalt: Ich war auf den Einwand der Angeklagten, daß dos Geständnis ihnen erpreßt fei, vorbereitet und ersuchte daher den Staatsanwalt Pfälzer, die Angeklagten nochmals ausdrücklich zu befragen. Der Vorsitzende stellt aus dem Protokoll noch die Erklärung des Angeklagten fest, daß er die Namen der Teilnehmer meist nichi gewußt. sondern erst bei der Vernehmung erfahren habe. Verteidiger Dr. F r a e n k e l: Dos ist das, was der Angeklagte behauptet. Der nächste Angeklagte M o e b c» behauptet, daß er verneh- mungsunfähig sei. Er habe eine Gehirnerschütterung gehabt und leide an einem schweren therzfehler. Der Angeklagte N e u m a n n, der auch ein Geständnis abgelegt hat, erklärt jetzt: Das Geständnis ist mir auf der Polizei direkt abgepreßt worden. Ich habe gesagt, daß ich nkhts wisse. Das dritte Mal hat der Kommissar da» ganze erzählt und dann bin ich gezwungen worden, es zu unterschreiben. Der Angeklagte erzählt dann aber über den Sachoerhalt folgendes: Ich wurd« von einem Unbekannten zu der Versammlung nach der Berlichingerstraß« geladen. Dort wurde gesagt, daß die Revolution zu langsam gehe, man müsse si« durch Gewaltakte vorwärts treiben. In 8 Tagen sollt« die Sprengung der Siegessäule stattfinden. Bei Wolf seilte»Jerry- un» la Poslea ela. Ich habe am Freitag und Sonnabend nicht Posten gestand«». Am Sonntag war ich beauftragt in der Siegessäule am Fuß» Posten zu stehen. Vor f.: Haben Sie eine Waffe gehabt? Angekl.: Ja, ich war gezwungen dazu, denn ich war ja in der Mausefalle drin. Vors.: Wozu hatten Si« die Waffe? Angekl.: Wenn jemand kam, sollte natürlich geschossen werden, was aus dem Rohre heraus» konnte. Ich hatte S Patronen. Die Pistole hatte ich im Feld« einem Russe» abgenommen. Vor f.: Auch dieser Angeklagte hat früber mehrere andere Angeklagte als Teilnehmer bezeichnet und u. o. erklärt, daß ex Lemke als den Mann mit Bestimmtheit wieder- erkennt, der an der Besprechung teilgenommen hat. Angekl.: Ich habe das bestritten»nd da hat man mir die Feder in die Hand ae- drückt und ich mußt« unterschreiben. Vors.: Wollen Sie also be- haupten. daß der Richter«in falsche» Protokoll aufgenommen hat? Angekl.: Genau so ging es mir mit KammsA. Vors.: Es ist doch unwahrscheinlich, daß Unbekannt« Sie zu einer Sitzung b«- stellen. Angekl.. Da, kommt bei un, öfter, vor. Angeklagter Lemke erklärt, er könne der Verhandlung nicht mehr folgen, da er leidend sei. Der Vorsitzende läßt ein« viertelstündige Pause«in- treten, während der einige Angeklagte an die frisch« Luft geführt werden. Der Angekl Hannemavn, der ebenfall» an der ersten Versammlung in utr Berlichingerstraß» teilgenommen hat, bekundet, er habe auf dem Arbeitinachwels gehört, daß dort eine ver» sammlung stattfinden solle. Er bestreitet, daß er Mitglied der Zentralleitung der KAPD. sel. Er könne sich aus die Vorgänge in der Bersamuilung nichi besinnen, da er jahrelong neroenleidend war und an schlechtem Gedächtnis leide Der al, Hölz Bezeichnete habe einen angesetzt« schwarze« Bart getragen. Dieser Man» Hab« er- klärt, daß die Revolution eine« Stoß bekommen müsse. Er habe sich an der zweiten Versammlung nur beteiligt, weil er von Ferry dazu gezwungen worden sei. Vors.: Es ist doch merkwürdig, daß Sie sich alle zwingen lassen. Sie als ausge» wachsener, kräftiger Mann wollen sich ohne weiteres zu allen mög- lichen Handlungen nötigen lassen. Haben Sie auch eine Waffe bei sich getragen? Angekl. Jawohl. Der Angeklagte schildert dann weiter, wie er mit Kranz Pott-n gestanden habe und später auf Grund des Stichworts„I a p a n" in die Wohnung Wolfs gelangt sei. An der Siegessäule sollte er auf Polizisten aufpassen. Der Vorsitzende läßt nunmehr die bei den Angeklagten beschlag- »ahmten Wasten ausbreiten. Ein ganzes Waffenarsenal vom groß- kalibrigen Armeerevoloer bis zur Parabcllum. und Browning- Pistole. Justizrot B r o h: Ist es richtig, daß Ferry gedroht hat, wer nicht mitmacht, wird erledigt? Angekl.: Jawohl. Wie der Angekl. Neumann, so will auch der Angeklagte Möbes von„Ferry" gezwungen worden sein.— V ors.: Das muh ja eine wunderbare Persönlichkeit sein, die imstande ist, kräftige, ausgewachsene Männer so leicht unter seinen Einfluß zu bringen. Iustizrat Frankel: Wir werden auch noch beweisen, daß dies tat- sächlich der Fall ist. Der Verteidiger weist dann darauf hin, daß die Polizeibehörde schon Kenntnis von dem Sachoerhalt und den Namen der Beteiligten hatte, ehe noch einer der jetzigen Angeklagten vernommen war. Die, lasse daraus schließen, daß in den Kreisen der Angeklagten ei» Spitzel seine Tätigkeit ausgeübt habe.— Der SSjährige Angekl. Kranz betont mit einem gewissen Stolz, daß er der KAPD. seit ihrem Bestehen angehöre. Er will auch heute nichts sagen, bevor die übrigen Angeklagten ihn als den Kranz be- zeichnet hätten, der mit ihnen seinerzeit in Beziehungen gestanden hat. Die übrigen Angeklagten erklären nach der Gegenüberstellung, daß sie das heute nichi mehr genau sagen könnten. Kranz be- hauptet nunmehr, daß er an keiner der Bersammlungen in der Berlichingerstraßc teilgenommen habe, wohl aber an einer Zusam- menkunft bei Wolf. Er habe gehört, daß dort schöne Vorträge über Kunst und Wissenschaft geholten würden und da er sich stets gerne wissenschaftliche Vorträge anhöre, sei er mitgegangen Dabei sei er verhaftet worden und zwar bloß, weil er zufällig eine Browningpistole bei sich hott«. Der erst ISjährige Angekl. Kaminski ist seit 1. März 1921 Mitglied der KAPD. Er bestreitet, dabei gewesen zu sein. Nach seiner letzten Gefängnisstrafe ist er arbeitslos gewesen und habe sich dauernd in der Zentrale der Arbeitslosenrät« aufgehalten, da sein Vater politischer Ärbcit-tosenrat sei. Ein Genosse Paul Krüger aus Neukölln habe ihm dort einen Waffenschein für einen Bruno Schulz gegeben, den er zu Wolf bringen sollte. Der Waffenschein enthielt eine Phetographi« eines Mannes mit Vollbart, in dem er nach einer ihm bei der Polizei vorgelegten Photographie den„Ferry" wiedererkannte. Krüger schickte ihn noch einige Male zu diesem Schulz mit Austräaen. Auch wurde ich von Schulz mit Paketen und Briefen nach Weihensee und zur Kontrolle des politischen Arboitslosenrots In der Weberstraße geschickt. Von dort mußt« ich ein Paket nach Weißensee bringen mit einem Genosser Volkmann zusammen. Arn 21. März gab mir Krüger eine Brov ningpistole, die ich sür Bruno Schulz nach Neu-Kölln a. W. in' Wohnung von W o l s bringen sollte. Als ich dort hinkam, wl■' mir entgegengerufen:„Hände hoch!" und ich wurde verh e? Auf der Polizei wollte man durchaus, daß ich alles gestehen � was man mir vorsagte. Darauf sagte mir der Beamte: Du bist ein Lausejunge, wenn Du nicht die Wahrheit sogst, blamierst Du dein Partei. Ich erwidert«, er solle mich nicht belästigen, ich mache mein Aussage nur vor dem Unte-suchungsrichter. Darauf sagte der B amte, die Sache kennen wir schon, Du bist«i» vorbestrafter Mens und weist Bescheid, und willst dich nur herausschwindeln. Iustizr Frankel: Wo sind die Photographien des„Jerry" geblieben? Bei Wolf sind zwei Photographien beschlagnahmt wo den, merkwürdigerweise sind sie nicht bei den Akten. Man soll s doch herbeischaffen!— Der Angekl. Schurschinski hatte ebe falls ein Geständnis abgelegt, erklärt aber heute, daß ihm alles vi der Polizei vorgesagt worden sei. Er gibt zu, am Freitag vi lZ bis 2 Uhr an der Siegessäule Posten gestanden zu haben, habe ober bald„Ferry" im Verdacht gehobt,«in Spitzel zu sei Am Sonntag morgen habe er sich auf der Straße abseits gestellt?» wollte sehen, was da gespielt wurde. Es seien zwei„(Brür.e" vr beigekommen, da sie den„Ferry" nicht verhafteten, sei ihm ke Zweifel gewesen, daß„Ferry" ein Spitzel sei und er habe sich dovc � gemacht.— Inzwischen ist von der Kriminalpolizei eine Phol i graphie des„Ferry" herbeigeschafft worden. Die Anqeklo � ten erklären, daß dieses Bild nichi eines der beiden Bilder sei, i] ihnen auf der Polizei vorgelegt seien, jedoch sei es der Kost j d ..Ferry"[ Angekl. Schriftsetzer B a u m b a ch erklärt, daß er von d Partei dem„Ferry" a t t a ch i e r t worden sei, weil man Zwei an dessen Ehrlichkeit hatte. Er sei auch ziemlich hinter dess Schliche gekommen, vor der Aufdeckung sei er aber verhaftet word' In den Versammlungen sei nichts von dem Attentat auf die Siegel säule, sondern nur von Atiionen im großen Raum« gesprochen, worden. Mit Wolf sei er befreundet, da er sich auch auf dem' J«, biet« der gegenstandslosen Malerei betätige. Bon fjerm behauptet der Angeklagte, allerhand zu wissen, will jedoch damit noch nicht heraus. Der Angekl. ftriegsinvalide Lemke erklärt weinend: weiß von der ganzen Sache n-chts, ich bin nicht organisiert, geh! Ire keiner Partei an und bin nur Mitglied des Gemeinde- und Stoc cksarbeiter- Verbandes: es ist traurig, daß«s mir passieren mußte, als Unschuld!- ger aus dem Bett heraus verhaftet zu werden und daß ir h hj«r nun in Hast sitzen muß.— Der Vorsitzende hält ihm vor, daß er auf Grund der Angaben von Merdon und Neumann verhcfftet worden sei. Diese erklären jedoch, daß sie Lemke gar nicht ke nnen. Reu- mann behauptet, daß ihm von der Polizei ein Fedn Holter in die Hand gedrückt worden sei und er habe unterschreiben müssen. Zlngekl. R ö h r i n g. Mitglied der KAPD., bestreitet, an den Verfammlunaen in der Berlichingerstroße teilgenom men zu haben. Er habe später bei Wolf den„F« r r y". den„Mann mit dem schwarzen Bort" kennengelernt und dieser Hobe g>:sagt: E, geht heut» noch etwas in die Lust. Aus vesehl des.Jerry" hätten sämtliche Anwesenden ihre Waffen herausnahmen müssen und zeigen, ob diese scharf geladen waren.„Ferry" gab Anweisung: Wenn euch jemand in die Quere kommt, dann schießt sofort. Angekl. Kunstmaler Wolf erklärt, daß er keiner Partei ange- höre, auch nicht der KAPD., obwohl er der kommunistischen Idee huldig«. Er habe seinerzeit den Ferry kennengelernt, der etwas über einen zweiten Kapp. Putsch oerlauten ließ. Er. Wolf, Hab« geglaubt, es bandele sich lediglich um die Organisation eines zweiten Gencrafftrctks. Iustizrat Frankel will wissen, ob bereits die Verfolgung des flüchtigen Wilhelm Hering eingeleitet worden ist. Staatsanwalt Jäger: Jawohl! Iustizrat Frankel stellt hierauf nochmals einen Bertagunasantrag, dock» will da» Gericht sich darüber erst im Laufe der Beweisaufnahme entscheiden. Damit war die Vernehmung»er Angeklagten beendet und e» begann die öeweisaufna�me. Zeug« Franz Lau, Kassier« an irr Siegessäule, sagt«,?. daß am 13. Mörz die Eiegessiul« um£10 Uhr geöffnet wurde 11 Uhr tamvu* yoti Herr» nfete« Damen«ch«tu« der -V. Herren sagte zum anderen: Halte mal den Apparat. Der Kassierer glaubte, es handele sich um eine photographische Kammer. Stach etwa 20 Minuten kam eil anderer Besucher von der Plattform und teilte dem Zeugen mit, daß im dritten Stockwerk ein verdächtiger Karton mit einer langen Schnur stehe. Fünf Minuten später kam wieder ein anderer Besucher und machte dieselbe Mitteilung. Da der Zeuge den Kassenräum nicht verlassen konnte, bat er zwei Reichs- wehrsoldaten, die den Turm besteigen wollten, das Paket in das Erdgeschoß zu bringen. Das taten sie auch. Der eine sagte:„Noch 10 Minuten, dann wäre die ganze Geschichte in die Luft geflogen." Justizrat Broh: Sie glauben also, daß diese fünf Personen den Karton mit Dynamit deponiert hoben? Zeuge: Ich habe jeden- falls den Verdacht. Iustizrat Broh: War das Schloß zur Sieges- söul«, als Sie vormittags Ihren Dienst antraten, irgendwie be- schädigt? Zeuge: Nicht im mindesten. Medizinalrat S t ö r m e r sagt über den Geisteszustand der An- geklagten Kranz, Hannemann und Schurschinski aus, daß sie zwar nervenkrank, aber nicht verantwortungsfrei seien. Chemischer Sachverständiger Dr. Ing. H a s d o r f berichtet: Der Pappkarton enthielt izi Kilogramm Dynamit und 5 Kilogramm Pikrintörper. In einem derselben befand sich die Sprengkapsel. Jlifolge der Geheimzeichen, welche die Sprengkörper besitzen, ließ ich sofort feststellen, daß die Sprengmasse von der Berlin-Westsälischen Sprengstoff-Fabrik. bei W i t t e n b e rg hergestellt worden und im Jahre 1920 an das Mansfelder Revier geliefert worden war. Die Zündschnur war, wie üblich, etwa 8 Meter lang und hatte 13 bis 14 Minuten Brenndauer. Richtig angewendet, wäre die Wirkung kolossal gewesen. Mindestens wäre die eiserne Treppe zer- rissen und die Träger aus den Mauern herausgesprengt worden. Meiner Ansicht nach wäre der nicht allzu elastische Bau der Sieges- fäul« geborsten. Iustizrat Broh: Konnte die Zündschnur durch eirm Zufall erlöschen? Sachverständiger: Jawohl, es kommt häufig vor, daß durch einen Windstoß oder durch Zugluft die Flamme erlischt. Iustizrat Broh: Ist es möglich, daß die Lunte noch um 12 Uhr mittags gebrannt hätte, wenn sie um S Uhr morgens angesteckt worden wäre? Sachverständiger: Das ist vollkommen ausgeschlossen. Iustizrat Broh: Nach diesem Gutachten verstärkt sich für uns der Verdacht immer mehr, dag morgens weder Dynamit deponiert, noch ein« Lunte entzündet worden ist. Mithin kommen die Angeklagten für die Tot überhaupt nicht in Betracht. Schütze F e l d m a n n. der zusammen mit dem Husar Damm am 13. März, mittags, die Sprengkiste aus dem dritten Stockwerk der Siegessäule ins Erdgeschoß brachte, schildert, daß er mit seinem Kameraden gegen 12 Uhr mittags die Siegessäule besteigen wollte und von dem Kassierer gebeten wurde, die Kiste in Sicherheit zu bringen. Der Karton stand mitten auf der Treppe und die Zünd- schnür hing etwa 10 Meter lang über das Geländer. Mein Kamerad schlug mit dem Seitengewehr die Lunte ab und wir brachten das Kistchen zu dem Kassierer. Der Husar Damm bestätigt diese Dar- stellung und fügt noch hinzu, daß er das Ende der Lunte, das ihm glimmend vorkam, mit dem Fuß ausgetreten habe. Die Zeugen Wachtmeister F a ß m a n n und Oberwochtmeister Feuerstein von der Schutzpolizei schildern, wie sie zur Dorsicht den Rest der Lunte noch von dem Pappkarton abgeschnitten haben, weil aus dem Zündfaden weißer Rauch aufstieg. Dem Zeugen Kriminalkommissar Scherler vom Polizeipräsi- dium hält der Vorsitzende vor: Die Angeklagten erheben Einwände gegen die Art, wie Sie die Protokolle aufgenommen haben. Sie sollen schon bei der Vernehmung der Angeklagten über alle Einzel- Helten informiert gewesen sein. Zeuge: Mir war allerdings vieles schon vorher bekannt. Vieles habe ich aber auch erst durch die Der- nehmung der Angeklagten erfahren. Iustizrat Broh: Wußten Sie diese Einzelheiten etwa von dem jetzt flüchtigen Ferry? Zeuge: Darüber verweigere ich meine Aussage. Iustizrat Fränkek: Sind nach Ferry Ermittelungen angestellt worden? Zeuge: Nein, denn zweifellos hatte er einen falschen Namen und außerdem ist er ja flüchtig geworden Justizrat Broh: Es ist sehr merkwürdig, daß man deshalb keine Ermittelungen anstellt, weil ein Verbrecher flüchtig ist. Haben Sie vielleicht auch Einzelheiten von dem Freunde Jerrys, einem gewissen Wilhelm Pieper er- fahren? Zeuge: Auch darüber darf ich ohne Genehmigung meiner Behörde nichts sagen. Justizrat Broh: Sie sind vielleicht selbst der Meinung, daß Ferry mit dem Theaterattentat nur Sensation erregen wollte? Zeuge: Ich glaube, daß es ihm Ernst gewesen ist. Iustizrat Broh: Haben Sie vielleicht dem Ferry die ausge- lobte Belohnung für die Ausdeckung des Verbrechens ausge- zahlt? Z e u g e- Darüber verweigere ich auch meine Aussage. Justizrat Fränkel: Sie könnten doch aber von Ihrer Behörde die Genehmigung zur Aussage erhalten? Staatsanwalt: Es erscheint durchaus nicht notwendig. Die Angeklagten sagen selbst, daß sie von ihren Parteigenosien erschossen werden, wenn sie etwas verraten. Da kann man es der Polizei wahrhaftig nicht zumuten, daß sie ihre Beamten oder Gewährsleute bloßstellt. Iustizrat Broh: Als Haupttäter kommt doch auch ein gewisser Max H i n g f a n g in Frage, von dem jedoch bekannt ist, daß er in Berlin sich frei bewegt. Zeuge: Ich weiß nur, daß wir ihn noch nicht haben. Justizrat Broh: Sind denn Ermittelungen nach ihm angestellt worden? Moebcs behauptet, ihn noch kürzlich gesehen zu haben. Zeuge: Wir haben uns bemüht ihn zu bekommen, jedoch ist uns das noch nicht gelungen. Iustizrat Broh: Wollen Sic auch die Antwort verweigern auf die Frage, ob sie an einen Mittäter, von dem Sie Ihre Kenntnisse erhalten haben, eine Belohnung ge- zahlt haben. Zeuge: In präziser Form möchte ich vorläufig keine Antwort darauf geben. Iustizrat Broh: Würden Sie die Er- laubnis zur Aussage von Ihrer Behörde bekommen? Zeuge: Ich stelle anheim, eine solche einzuholen. Staatsanwalt: Wir hoben hier gehört, daß die Angeklagten mit dem Tode bedroht wor- den sind, wenn sie nicht mitmachten. Und jetzt soll die Polizei solche Aussagen machen? Es liegt nicht di« geringste Veranlasiung vor, hier Leute bloßzustellen. Zeuge: Den Leuten ist V e r s ch w i e- genheit zugesichert worden, darauf muh ich vorläufig Rücksicht nehmen. Nachdem der Zeuge noch mitgeteilt bat, einem hinter Ferry erlassenen Steckbrief nichts bekannt sei, daß ihm von erklärt er, ein viel größeres Interesse als die Angeklagten daran zu haben, Ferry in die Hand zu bekommen, denn nach seiner Meinung seien die Angeklagten von diesen in die Sache hineingedrängt worden. Nach weiteren Fragen der Verteidiger erklärt der Staatsanwalt, daß man richtig gejagt, Ferry für einen Polizeispitzel hinstellen wollte. Zeuge: Noch allem, was ich festgestellt habe, ist dies vollkommen ausgeschlossen. Darüber, daß Willy Pieper ein guter Freund des Ferry wor. ist mir nichts bekannt. Die Frau des Angeklagten Wolf gibt an, daß Ferry ein sehr gebildeter und bedeutender Mensch gewesen sei, den sie liebgewonnen bätten. Die Zeugin hat geglaubt, daß in der Versammlung Partei- sochen besprochen würden und nichts Auffälliges bemerkt. Die Tat ha: sie weder Ferry noch Baumboch zugetraut. Nach ihrer weiteren Angabe hat der Kriminalkommissar Scherler ihr zuerst den Namen Wilhelm Erich genannt, der bei ihnen angemeldet war. Auch der Name Wilhelm Pieper ist von ihr dem Kriminalkommissar an- gegeben worden, doch habe dieser kein Interesse dafür gezeigt. Auf Befragen erklärt sie zum Schluß noch, daß Ferry ein Mensch von außergewöhnlicher Energie und Kräften gewesen sei. Er habe etwas sächsischen Dialekt gesprochen. Noch der Bekundung eines Buchhändlerlehrlings. der ebenfalls Wolf bekannt war, und die Per- fammlung als harmlos auffaßte, wurde die Verhandlung auf Diens- tag. früh 9X Uhr, vertagt..- Wietsthast Verleilung der Uebcrschüsse der Ztustenh�idÄsstellen. Der Außenhandelskontrollousschuß des vorläufigen Reichs- wirtfchaftsrats beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung mit der Verteilung der Gebührenüberschüsse der Außenhandels stellen. Den besonderen Anlaß dazu gab eine Eingabe über d Ausschüttung eines Ueberfchusses von l'A Millionen bei der Außen handelsnebenstelle für das Buchgewerbe in Leipzig, über die , wir seinerzeit berichteten. Auch die Vertreter der Schriftsteller ] Tonkünstler und bildenden Künstler im Reichswirtschaftsrat halten Beschwerde erhoben. Der Reichskommissar stellte sich grundsätzlich auf den Stand- pvnkt, daß Ausschüttungen von Ucberschüssen erst nach Aus lösung der Außenhandels stellen, ober auch dann n > nach Betzimmung des Reichswirtschaftsministers„allgemeine wirtschaftlichen Zwecken" zugeführt werden dürfen. Dc Ausschuß faßte eine» Beschluß, in den er sich diese Ansicht zu eig« machte. Wo Außenhandelsstellen in Widerspruch mit diesen in den Ausführunasbcstimmungen vom 8. April 1920 ausdrücklich fest | gelegten Bestimmungen Mittel aus den Gebühren verwandt haben , wird der Reichswirtfchaftsminister zu prüfen haben, ob und wiewei 1 diesem unzulässigerweise erfolgten Auszahlungen wieder zurückzu erstatten sind._ Die Durchführung der Sanktionen. In der letzten Sitzung des Sanktionsausschusses des Reichswirtfchastsrats war eine Uebersicht der Staaten gegeben worden, die sich bisher der SOproz. Abgabe vom Werte deutscher Waren angeschlossen haben. Gegenüber den damaligen Angaben wird mitgeteilt, daß Polen, die Tscheche Slowakei und China in dieser Frage noch keine Ent s ch e i d u n g getroffen haben. Ausfuhrfreiheit für Voll- und Spielwaren. Nach Erklärungen von Regierungsyertretern im vorläufigen Reichswirtschaftsrat stehen auf der A u s f u h r f r e! l i st e, die jetzt bedeutend erweitert wird, auch Woll- und Spielwaren. Dos Streben der Händler, die Sanktionen zur Abfchüttelung der Ausfuhrkontrolle auszunutzen und aus den Valutaschwankungen besondere Profite zu ernten, hat also Erfolg! wirtschaftliche Folgen der Hölzerei. Der Bezug von Stickstoff- düngemitteln hat in diesem Frühjahr mit seiner so außerordentlich frühen Bestellzeit der Sommersaaten zu lebhaften Klagen seitens der Landwirte Anlaß gegeben. Trotz Anstrengung aller Kräfte und trotz günstigster Wagengestellung war es dem Stick st offfyn- dikat nicht möglich, den erfreulicherweise starken Bedarf an Stick st ofsdünger innerhalb der von den Landwirten ge- wünschten Zeit zu decken. Die Unruhen in Mitteldeutschlchand [ haben«ine erhebliche Verzögerung zahlneicher noch rückständiger Lieferungen bewirkt. Gerade in der Zeit des allerdringendsten Be- darfs siel das groß« Leuna-Werk sowohl für die Produktion wie auch für die Verladung der vorhandenen Lorräte gänzlich aus. Rußland öffnet feine Seehäfen. Laut Dekret des Rates der Volkskommissare werden folgende Seehäfen für aiisländische Schiff geöffnet: Im Weißen Meere: Murmansk und Archan- gelsk: im Schwarzen Meere: Odessa, Nikolajew, Sebastopol, Feo- dosia und Nowo-Rossijsk. Nach Beseitigung aller Minen wird auch im Baltischen Meer Kronstadt, im Asowschen Meere Genitschewsk, Mariupol und Rostow für den ausländischen Schiffsverkehr frei- gegeben werden. b''•. a ............ :'- -» KON LINON t>/£ NEUE MASSARV* UGAkETTE Am 15. April verschied I, Ich,! ich mein lieber Rann. u.i-«r guter Stüter, Schwie» ger> und Srchjtrnter, der «-„christsezer-Znvalidi Jullns Schöning im 71. Li densiahre. Fra Anna Schintng llnd Linder. Beerdigung: MitNvcch, A April, nachm. 4 Uhr, Seilig-Lreuz.Kirchhof. Ma- nendorf. 33605 Metallbetten -tahldrahtmatragen. Linder- tlien. Polster an jedermann. latalog fr. EisCDinobelfabrik, ultl in Thür. 63/15 Am Freitag. Ii April, starb plithlich der Echri t- sclier-Invalide l232D Jnlius Schöning Im 71. Lebensjahre. Die Beerdigung ist am Mittwoch, 20 April, nachm 4 Uhr. fitilig-Rtenj-ftitch- Hof, Mariendorf Di« Kollegen der Ztordd. B □ßiitera55M,aii AU Slienicke an regulieiter Ziudower Straße Retwdauland. Verkäufer am Bahnhof Adlers- hof.ZIestaur.EckeBismarlistraKe. Rieger, Berlin. Kontardstr. ö, Halbe Preise soweit der Borrat reicht Vei-handvatte, lüo Gr. 2 M. Hattlcrnne, gr. Zill e. 30 Pf.. I M. Tahnpast», gl. Tude. 73 Pf. 1 M. hanolin, 20 u. 50 Pf. Fieberthermometer, 4 iL 5 M. Ferner sehr billig: Kerzen. Pfund 9 M., Butterbrotpapier, 50 Blatt, 1,80 M. Klosettpapier, gr. Roste 1,50 M. Wasserdichte Bett-Unterlagen 1. Linder 3 M. i Erwachsene 12 M. Damenbinden.DK. 2,30 u. 3 M,, waschdarc, Stck. 3�0 M fowi« alle ' fpottbiMg. A Maas ch Co., Berlin, Marc Artikel der Bra« grafenstr. 34, a. d, l mdenstr. 3—6 Uhr, Vers auch nach auswärts, Jede hundertste Dose Bas Glück in der dose enthalt eine Anweisung auf ein wertvolles Geschenk Man varlanga Schuhputz Servus Terpentinware Cben. werke Lobsrynskl ch Co. 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Bchauspielhaua 7'/, uhr: Reigen Komlnehe Oper 7«/3u.:Lnderchen IiuatHpirllutua 7% Uhr; Arnold Rieck Die spanische Fliege Hetropol-Thonter ui. Die blaue Mazur Nene« Operett entheat.| Vit Uhr: Fritz Werner Der Ineließde Ehemann Ncunai Volksdiontcr; uhr*: Jugendfreunde Betalllrr-Thrat.Chnrl. Tis uhr: M ehem. Eelltfiaill Th»Iln-Thratrr "/.uhr Mascottchea Th. am Noll en«In rfplntft � DerYetterausDiipla Theater des Westens v/4 uhr: Äwnüienhochzeil Tb.l.d.Kommsndantenstr. T/,uhrDErveijilngteÄdolnr Wall» er Thestee "/.uhrDieTanzgräfin Tkaihul la-Theater 7% uhr. Fledermaus Vit Uhr: Admir als- Palast Heute aus Anlaß des 1 Ojährigen Bestehens des Hauses Neu inszeniert: Abrakadabra Phantastisch. Ballett von Leo Bartusch ek Musik von Julius Einödthofer In den Ksqptrolien i u.M......... ! Oora, Gertrud Unk. Gerda Plaumanm Else I S Rackow. Gertrud Lehmann. Paul Kreckow» ! Hans Witte. Alex Nord' eimer Hans Gungowski.» k..... M......».».M...M.....M.......M. Voll sündig neu ausgestattet Elnlaftd VUhr. 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Der Regierungsbezirk Merseburg wird heute noch von folgenden cherren verwaltet: In den Landratsämtern von drei Mitgliedern der Unabhängigen, von drei Mitgliedern der Sozialdemokratischen Partei und von zehn Bürger- l i ch e n, darunter einigen Deutschnationalen, und der Regierungs- Präsident des Bezirks Merseburg ist der D e u t s ch n a t i o n a l e cherr v. G e r st o r f f.(Lebhaftes chört, hört! links.) Wenn Sie also glauben, daß die Verwaltung des Bezirks schlecht gewesen ist, so 'Ziagen Sie sich nur an die eigene Brust. Wenn Sie glauben, daß man heute noch Unabhängige und Sozialdemokraten aus dem Ver- waltungskörper fernhalten kann, dann irren Sie ganz gewaltig. Soll- ten Sie den Versuch machen, die preußische Verwaltung von den An- gehörigen dieser Parteien wieder zu„reinigen", dann leisten Sie Preußen und dem Reiche den denkbar schlechtesten Dienst, denn das arbeilende Volk läßt es sich nicht mehr gefallen, Staatsbürger zweiter Klasse zu sein.(Sehr wahr! links.— Stürmische Zurufe rechts und bei den Kommunisten: Kommunisten sind vogelfrei!) Sie haben so lange kein Recht(zu den Kommunisten) in Staatsstellungen zu gelangen, als Sie mit Maschinengewehren und Sprengbomben die Verfassung ändern wollen. Aber die Herren von rechts sind viel gefährlicher, weil sie klüger sind, und nicht so täppisch wie die Kommunisten die Dersasiung ändern wollen. Wollen Sie(nach rechts) einmal versuchen, nach dem alten übernommenen Rezept der konservativen Politik Preußen oder das Reich zu verwalten, dann löni*©ie gleich den Konkurs Preußens und des Reiches anmelden. Der Abg. v. D r y a n d e r hat behauptet, der preußische Minister des Innern habe es zugelassen, daß in Mitteldeutschland schweres Kriegsmaterial in den Händen von Verbrechern verblieb, während er gegen O r g e s ch überaus scharf vorgegangen sei. Wel- chen Minister des Innern haben Sie gemeint, Herr Abgeordneter? (Zuruf des Abg. v. Dryander: Sie, Herr Minister!) Sie waren einmal Geheimer Oberregierungsrat, wenn ich mich recht erinnere. Da sollten Sie sich doch über die Kompetenzen zwischen Reich und Preußen klar sein. Sie sollten als ehemaliger Verwaltung?- beamter auch wissen, daß in dem Entwasfnungsgesetz alle Kompetenzen dem R e i ch s m i n i st e r des Innern zugewiesen sind. (Zuruf des Abg. v. Dryander: Der mit den Einzelministern im engsten Konnex zu handeln hat.) Zu dieser engen Verbindung be- durfte es nichi erst Ihrer Mahnung. Es ist eine glatte ll n- Wahrheit, daß der Rcichsminister Koch die Maßnahmen Preußens als unzulänglich bezeichnet hat.(Hört, hört! b. d. Soz.) Der Reichsminister des Innern hat vielmehr, wie mir heute Exz. L e w a l d auf meine Anfrage ausdrücklich bestätigt hat. in einem Interview in Darmftadt erklärt, daß er sich mit den Maßnahmen des preußischen Ministers des Innern zur Bekämpfung des Putsche? in allen Einzelheiten einverstanden erklärt habe. (Hört, hört! b. d. Soz.) Das ist der geistige Gehalt Ihrer Reden, Herr Abg. Dr. v. Dryander.(Heiterkeit links.) Sie haben auch be- hauptet, daß ich den Staatsapparat und-Organismus zerstört hätte. (Sehr richtig! rechts.) Gewiß hat der Staatsorganismus seit der Revolution arge Belastungsproben erduldet. Die schlimmste war nach dein Kapp-Putsch zu überstehen, der Sie ja(nach rechts)„überrascht" hat. Wenn Sie nichts gewußt haben, dann haben Sie eben geschlafen und damit das Verbrechen begangen, das Sie der Regierung zum Vorwurf machen. Mich hat der Kapp-Putsch nicht überrascht, denn ich habe zwei Tage zuvor in Berlin einige Reichsstellen auf Grund von Informationen aus der Reichs- wehr gewarnt, und ich stand doch gar nicht in so engen Beziehun- gen zu der Reichswehr wie der Abg. v. Dryander.(Sehr gut! b. d. Soz.) Ich traf bei meinem Amtsantritt eine Zwangslage an, die durch die bekannten„Vereinbarungen" der Mehrheitsparteien init den Berliner Arbeitern geschaffen war. Darin heißt es u. a.: „Gründliche Reinigung aller öffentlichen Verwaltungen und Betriebsverwaltungen von allen gegenrevolutionären Persönlichkeiten, besonders in leitenden Stellen." Ich habe mich bemüht, das Der- sprechen der Koalitionsparteien eiyzulösen. Daß das ch t rest- l o s gelungen ist, gebe ich ohne weiteres zu. Die Mhnenflucht einer Anzahl Beamter in das Lager der Kappisten konnte sich eine demokratische Regierung nicht gefallen lasten. Solche unzuverlässige Beamte mußten unnachsichtlich von ihren Posten entfernt werden. Herr v. Dryander behauptete ferner, in Delitzsch fei ein unabhängiger . ü»,ti renarbeiter Landrat, der, als die Reichswehr dort einrücken woß.?, öffentlich gegen die Reichswehr aufgehetzt und eine Schlägerei herbeigeführt habe. Diese Behauptung des Herrn v. Dryander ist eine glatte Lumperei. (Ohol-Rufe rechts.— Der Minister schlägt auf den Tisch und wieder- holt mit erhobener Stimme:) Natürlich ist dies« Behauptung eine glatt« Lumperei.(Großer Lärm rechts. Zuruf«: Gehen Sie doch!) Ich weiß nicht, wie ich es den Herren rechl machen soll, bin ich nicht hier, dann verlangen si« nach meiner Anwesenheit, und bin ich hier, dann soll ich gehen. Sie müssen es schon mir überlassen, wie ich die Schiefheiten und Unrichtigkeiten Ihrer Red« berichtige. Wenn«ie sich über meinen Ton entrüsten, so wollen Sie gefälligst bedenken: Ach beliebe immer den Ton, den man mir gegenüber anschlägt. Ich kann auch im M o l l- 1 o n verhandeln, aber bitte, gehen Si« mir mit gutem Beispiel voran.(Zuruf des Abg. Graes: Das würde bei Ihnen«ms unsruchibaren Boden fallen!) Sic sind gerade der richtige K n i g g e, Herr Graes!(Schallende Heiterkeit links.) Ich nehme die kommunistische Gefahr nicht leicht und versolge die Hetzereien- in Versammlungen und in der Presse mit aller Aufmerksamkeit, und werde den Wirkungen dieser Hetzen mit der größten Entschiedenheit entgegen. Die Sozial- de'mokratie hat auch in der Aera Puttkamer niemals zur' Erreichung ihrer Ziele zu Dynamitattenlaten, zu Sprengstoisen nnd zu Maschinengewehren gegriffen. Sie hat niemals zu illegalen Kampiesorgani'ationen gegnssen und hat sich auch niemale a u s- l ä n d i s ch e n Diktatoren gebeugt. Nach Hrn. o. Dryander sollen be! diesem Aufstande auch keine Vorbereitungen getroffen worden sein. In dem Augenblicke, als es fest stand, daß der mitteldeutsch« In- dustriebeztrt nicht allein in seinen Fabrikbetrieben beunruhigt war, sondern daß auch die Spuren oon Dynamitattentaten bis nach He t ist e dt und Mansseld führten, sind Entsch'üsse gesam worden, die Polizeiaktion einzuleiten. Der angeblich„schlappe" preußische In::-nm!nister hat schon am it. März den Reichswehr- minister und dm Reichsinnenministcr aus die Gefahr aufmerksam gemocht und gebeten, diesen Gegenstand In einer kombinierten Sitzung der Reichs- und Staatsbehördeu ps besprechen.(HörtI hört!) Schon damals erschien mir eine Ver« schärfung des Dynamitgesetzes notwendig zu sein; schon da- mals trat ich für aemeinlam« Maßnahmen von Reichs- und Staats- regierung zur Bekämpfung des verbrecherischen Wahnsinns ein. Wir hafcin' also in der Bekämvsuna dieser gcmeinse'ahrlichen Verbrechen du Initiative ergriffen. Allerdings so leicht, wie Dr. von Dryander sich d!« Sache als alter preußischer Verwaltungsbeamter denkt, ist es nicht mehr. Wir haben heute nicht mehr«in Reichsheer von 800 000 Mann.(Zuruf rechts: Durch Ihr« Schuld!— Zuruf bei den Kommu- nisten: Und das bedauern Siel) Ich habe nichts bedauert, ich Hab« nur die Tatfache festgestellt. Es ist nicht mehr so leicht. einen Aufstund zu bekämpfen, wie das früher der Fall sein machte. Bei den srüheven lokalen Unruhen war es möglich, daß im preußischen Mliristerium des Innern«in fertiger Operatlansplan vorlag. Die jetzige Aufftandsbewegung sollte aber eine Bewegung sein, die nicht allein Preuße», sondern da» Reich«»faßte.(Zuruf de» Abg. c putjchöebatte im Scholem: Wie die am 0. November!— Lachen bei den Soz.) Setzen Sie sich(zu den Kommunisten) erst einmol auf den Hosen- boden und lesen Sie einen gewissen Karl Marx! Sonst müßte Ihnen klar sein, daß Revolutionen nicht gemacht werden, sondern das Endergebnis einer ganz bestimmten wirtschaftlichen und politischen Entwicklungsperiodc sind. Revolution macht man in Deutschland nicht aus das Machlgebot von Moskau aus; Revo- lution beschließt man auch nicht im Zentralausschuß der VÄPD. oder in Irgend einem Artikel der KAPD.; Revolutionen wollen sich aus- wirken in der Wirtschaft und in der Politik des Landes. Ich halte Sie nicht für so mächtig, daß Sie mit Ihrer Partei selbst in der Allianz mit der KAPD.«ine Revolution in Deutschland machen könnten. Was Sie können, ist, in einzelnen Landectci'en Preußens Zerstörungen anzurichten, zu deren Ausmerzung die fleißige Arbeit einiger Jahrzehnt« gehört. Vor diesem Schaden haben wir das preußische und das deutsche Volk zu bewahren. Die außenpolitische Situation zwingt uns zu größter Vorsicht. Jedes unvorsichtige Wort, das hier, besonders von einem Minister gesprochen wird, wird im Auslande mit Behagen für die Interessen unserer Feinde ausgenutzt. Aber soviel darf ich doch sagen: Di« Kommunisten rechneten damit, daß, wenn die Abstimmung in Oberschlesien für die Polen nicht günstig aussiel«, irreguläre polnische Banden in Schlesien einfallen und dadurch«ine Abwehr seitens der Rsichsregierung notwendig machen würden. Wären damals Reichswehr und womöglich stärker« Kräfte der Schutzpolizei in Schlesien gefesselt worden, glauben Si«, daß wir dann m Mitteldeutschland!o verhältnismäßig leichtes Spiel gehabt hätten? So wie ich mich um die Aufstellimg der Polizei und um ihren Geist bemüht Hobe, so wird es keiner meiner Amtsnachfolger tun können. Der Abgeordnete von Dryander hat sodann von der„Un- produktioität" meines Amtes gesprochen. Mir scheint, er Hot. seit- dem er nicht mehr aktiv ist, jede Fühlungnahme mit dem Mim- sterium verloren und ist deshalb gänzlich ununterrichtet über die Arbeit meines Ministeripms. Die Schaffung des Polizei- k ö r p e r s hat eine Reihe van Monaten in Anspruch genommen. Wir hoben in nächster Zeit in Preußen 85 000 Mann Polizei und 9000 Landjäger. Das ist ungefähr dasselbe, was im Reichs- wehrministerium in einem. eigenen Resiort bearbeitet wird. Daneben mußten noch die Verwaltungsgesetze vorbereitet werden. Einiges ist herausgekommen, anderes soweit in Vorbereitung, daß das kommende Stoatsministerium sie nur dem House vorzulegen braucht. Fertig sind das Gesetz über Groß-Berlin, das Ge- setz über den Staatsrat, das Gesetz über die Kreis- und Provinz iallandtagswahlen, die Aenderung der G e- meindeverfosfung, der Gesetzentwurs über die Autonomie der Provinzen. Fertig im Entwurf liegt vor die neue Kreis- Ordnung, die Städteordnung, die Landgemeinde- o r d n u n g und die Praoinzialardnung. Welches Amt ist denn da produktiver gewesen im letzten Jahre?(Zurus rechts: Aber die Qualität!) Daß die Qualität nicht ganz so schlecht sei» kann, bewies Ihr Lob on die Schutzpolizei. Drehen Sie(nach rechts) doch nicht fortgesetzt das Bäumchen. Geben Sie ruhig z», daß unter der Verwaltung de» sozialdemokratischen Ministers etwas geleistet worden ist, wos sich in Zukunft sehen lassen kann.(Bravo! bei den Soz.) Es sollen angeblich keine Jnstrut- tionen an die Polizei gegeben worden sein. Das war bei ihrer guten Organisation gar nicht nötig. Der Abgeordnet« R a b o l d hat in seiner Rede und in der„Freiheit" zugegeben, daß der erste Schuß in Eisleben von den A u f r ü h r e r n abgegeben worden ist.(Zuruf des Abgeordneten R o b o l d(U. Soz.): Jawohl!— Lärmender Widerspruch bei den Komm.) Die Schutzpolizei konnte sich nicht stundenlang erschießen lassen ohne Gegenwehr. Sie konnte auch Nicht mit P a p i e r'k» g e l n auf Maschinengewehrseuer er-' widern. Schuld an dem Blutvergießen sind die, die zum bewasf- neten Widerstand gegen die Abordnungen der Schutzpolizei aufge- rufen haben. Der Abgeordnete von Dryander Hot in meiner Rede keinen einzigen„ausbauenden Gedanken" gefunden. Was aufbauend fein könnte, ist von der Regierung ous tatsächlich geschehen. Die Stärke einer Regierung äußert sich nicht darin, daß ihre Vertreter lange und oft reden, sondern, daß in entscheidenden Situationen ent- schieden gehandelt wird. Ich wünschte, daß die zukünftige Regierung sich nach dieser Maxime ebenfalls richtet. Auf die Anklagen der Kommunisten kann ich erst antworten, wenn sie sie besser begründen als bisher. Wer der Regierung in jedem Satz drei- oder viermol den Vorwurf macht, daß sie van ihr unterhaltene Mörder auf Ar- beitervertreter losläßt, der hat das Recht auf eine Antwort von dieser Regierung oerwirkt.(Zuruf der Komm.: Liefern Sie den Gegenbeweis!)' Ueber die angeblichen Mißhandlungen, die dem S L l t zugefügt sein sollen, habe ich heute eine letzte Crklä- rung vom Polizeipräsidium Berlin erhalten, worin gesagt wird, daß jener Dr. Bramer, aus den sich das„Tagebuch" be- ruft und der Sült als erster behandelte, ausdrücklich erklärt, von einer Mißhandlung Sülts könne keine Rede sein. Dieser Erklärung habe ich nichts mehr hinzuzufügen. Ich be- daure nur, daß sich auch der Abgeordnete Rabold zum Mund- stück derjenigen gemacht hat, die von einem bewußten Morde ge- sprochen haben. Ich frage den Abgeordneten, ob er es mir oder dem Polizeipräsidenten Richter zutrout, daß wir Anweisung geben, selbst politische Gefangene von dem Kaliber des Sült zu ermor- den.(Zurufe bei den Komm.: Kaliber?) Die Ausführungen, die Sült kurz vor seiner Verhaftung gemacht hat und die ihm sicherlich «ine Anklage wegen Hochoerrots eingetragen hätten, dufteten auch nicht nach Lavendel und Thymian.(Zuruf bei den Komm.: Das gibt Ihnen kein Recht,«inen Taten zu beschimpfen!) Ich wünschte nur, daß Sie so zartfühlend wären, wenn es sich um die Toten der Schutzpolizei handelt.(Sehr richtig! bei den Soz.— Zuruf bei den Komm.: Ein seines Kaliber, dieser Minister!)(Präsident Dr. Porsch ruft den Abg. Katz zur Ordnung.) Die Regierung kann mit dem Verlaus dieser Märzaktion völlig zufrieden sein. Der Ersolg hat ihr Recht gegeben, daß sie aus dem Posten mar, und daß sie es in schwerster Zeit verstanden hat, sich ein Instrument zu schaffen, das brauchbar eingesetzt werden kann gegen rechts und links, wenn es rechts oder links Ruhestörer geben sollte, die ihre Hand an die Verfassung oder an die versossungsmähigen Zustande legen wollen.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Bizepräsident Dr. Porsch teilt mit, daß laut Telegramm des Reichswehrgruppenkommando» Kastel der Abg. Klath(BKPD.) aus der Haft entlassen worden ist. Abg. Raschle(Dem.): Di« Behauptung der Kommunisten, daß es sich bei den Aufftänden in Mitteldeutschland nicht um«ine beab- sichtigle kommunistische Aktion gehandelt hat, zeugt oon wenig Mut bei diesen Herren angesichts des Zeugnistes ihres früheren Führers Levi. Der Minister des Innern ist gegenüber dem ungeheuerlichen Verbrechen dieses Putsches mit Ueberlegung, Ruhe und Entschiedenheit vorgegangen. Die Angriffe der Rechten gegen den Minister entspringen nur der Klais e n anmaß ung gegenüber einem Vertreter der Arbeiter.(Sehr richtig! links.) Auch die alten Landräte hatten den Aufruhr nicht verhindern können. Die Be- grenzung des Aufftandes ist dem Pflichtgefühl der Arbeiter zu danken. (Sehr richtig! links.) Abg. Dr. Deerbera(vnai. Dp.): Der Minister greift auch heute noch nicht trotz der Gefährlichkeit der Lage durchs weil er den Kon» takt mit den rodikolen Kreisen nicht verlieren möchte.(Gelächter bei den Sozialdemokraten.— Zurus: Kapp und Genosten!) Reden Sie über Kapp wie Sie wollen, aber an den Händen dieses Mannes klebt kein Blut.(Allgemeines Gelächter, stürmischer Widerspruch links.) Landtage. Minister des Innern Severing: Die heftigsten Angriffe gegen mich von rechts und links wurden am ersten Tage erhoben, als ich noch gar nicht gesprochen halle. Sie(noch rechts) dürfen von mir im Hinblick aus den von Ihnen angeschlagenen Tan keinen höflicheren erwarten.(Zuruf links: Sau- Herdenton!) Die Behauptung, daß bei den Unruhen im Ruhrrevier im März des Vorjahres die Reichswehr zum Einsatz bereit- gestanden habe, ist f a l s ch. Als es so w«lt war, ist ihr Einsatz sofort erfolgt. Die Wirkung des K a p p- P u t s ch e s ous die Bergarbeiter ist psychologisch verständlich. Die von W a t t e r eingesetzten Ab- teilungen— Korps Lichtschlog u. a.— sind sämtlich ausgerieben worden. Alle Oberbürgermeister und Bürgermeister des Ruhr- reviers waren, um ein furchtbares Blutbad zu verhiudern, mit allen van der Regierung gewähllen Mitteln einverstanden, wie überhaupt damals auch alle anderen Parteien. Der damals angestrebte Sechs stundentag im Bergbau wäre, wenn er durch- gedrungen wäre, unser wirtschaftliches Ende geworden. Ich Hab« die Bergarbeiter überzeugt, daß die Regierung mit allen Mitteln dagegen ankämpfen müsie und werde. Bei dem lieber- fchichtenabkammen waren wir Ihnen(nach rechts) gut ge- nug, die Kastanien aus dem Feuer zu holen.(Zuruf b. d. Komm.: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan!) Es ist ein Unterschied, ob w i r uns als Mohren fühlen oder ob uns diese Rolle von rechts z u g e d o ch t wird. Man kann nicht behaupten, daß die sozial, stilche Weltanschauung der Grund zu den Roheitsdelikten im Aufstandsgebiet wäre. Dies« Erscheinungen sind herbeigeführt durch die K r i« g s p 0 l i t i t. Di« Herren von der Rechten, die sich Über die Revolution und ihre Folgen beschweren, mögen an ihre Brust schlagen und bekennen: mes culpz, tnea raaxima culpa!(Lebhafter Beifall.) Abg. van Eynern(DBp.): Die Sozialisten haben immer ge- predigt, unter ihrer Herrschast würde man ohne Polizei und Ge» waltmaßregeln auskommen können: daher vermochten sie es nicht, ihrem Dogma entgegenzuhandeln und kräftig durchzugreifen. Abg. Krüger(Soz.): Man hat dem Minister Severing von der Rechten P a r t e i p o l i t i k vorgeworfen. Früher waren die konfer- vatioen Minister nur Vollstrecker der konseroativen Partei- Politik, die mit dem nationalen Interesse identifiziert wurde. Sie(nach rechts) haben durchaus keine Ursache zur Entrüstung über die verwilderte Jugend: alle, die jetzt an dem mitteldeutschen Putsch beteiligt waren, sind zur Schule gegangen, als Ihre Parteifreunde noch die Schule beherrschten.(Bravo! und Sehr richtig! bei den Soz.) Herr v. Dryander hat behauptet, daß die Beamten nicht nach politischen Rücksichten, sondern nach fachlichen Fähigkeiten zu beurteilen seien. Diese Grundsätze, die hellte die Deutschnationalen vertreten, stehen nicht in Einklang mit der früheren Theorie dieser Kreise, nach der ein guter preußischer üavallerieofsizier zu jedem politischen Amt« befähigt sei. Wenn Sie sich heut« als Freunde der Beamten aufspielen und im Parlament für deren Forderungen eintreten, so dürfen Sie sich trotzdem nicht darüber täuschen, daß nicht alle Beamte an Ihrer politischen Herrschaft interessiert sind, und sich von Ihnen beeinflussen lasten. Die Beamten erinnern sich noch genall, daß Sie, als Sie noch in der Regierung saßen, für die Beamten nichts übrig hallen und ihnen sogar das Koalitionsrecht, das Recht auf die poli» tische Betätigung einschränkten. Durch Ihr Geschrei werden Sie trotz alledem in den breiten Bolksmassen nicht die Ueberzeugung erwecken können, daß die Wiederausrichtung Ihrer glorreichen Herrschaft. not»"> wendig ist. So wie Sie heute gege ndie Kommunisten scharf machen, so haben Sie es. früher auch gegen die Sozialdemokratie gtr,* ton. Die Kommunisten können ihre Aktion unmöglich damit be- gründen, daß sie durch sie den Kapitalismus beseitigen wallten. Im September 1919 erklärte die„Rate Fahne" in einem Artikel, sie habe eine neue Waffe zur Vernichtung des Kapitalismus gefunden, nämlich den Zusammenbruch der Produktion herbeiznsühren, um dem Kapitalismus ein Ende zu bereiten. Auch durch die neu« Aktion haben sie den Arbeitslosen wahrhaftig kein billigeres Brot verschafft, im Gegenteil, sie haben die Krise nur ver- schärft. Die Kommunisten sagen uns Sozialdemokraten, wir hätten nichts für die S o.z! a l i s i e r u n g getan. Gerade Ihr Führer Ernst Däumig war es, der erklärte, daß die Unab- h ä n g i g e n und die Sozialdemokraten eine starke A g i. tation für die Sozialisier ung betrieben. Die Kommu- nisten verleugnen Hälz. Als er im Ausland seinerzeit verhaftet wurde und ausgeliefert werden sollt«, wallten die Kommunisten in den Streit treten, wie sie sich überhaupt bei jeder Gelegenheit mit seinem Bestreben und Tun einverstanden erklärten und ihn als großen Idealisten hinstellten. Im Landtag lehnen sie die Berantwortung für den mitteldeutschen Putsch ab, nach außen hin haben sie das bisher nicht zum Ausrduck gebracht.. Sie haben auch die gemeinen Derbrechen gegen die Republik nicht verurteilt. Wie lehnen es ab, die Leute, die sich in diesem Kampfe um Sie geschart haben, als die Besten und Edelsten zu be- trachten. Wir haben niemals unsere Selbständigkeit und das Schicksal der deutschen Arbeiterschaft verkaust, wir haben niemals ein gutes Leben geführt auf Kosten des Proletariats eines anderen Landes.(Lärm bei den Kommunisten.) Wir Sozialdemokraten werden angesichts der Gefahr, die der deutschen Bevölkerung und der deutschen Arbeiterschaft von Ihnen droht, nicht müde werden, den deutschen Arbeitern immer und immer wieder zu sagen, welchen furchtbar trouriqen Zuständen sie entgegengehen würden, wenn sie den kommunistischen Führern folgen würden. Auch Ihre(nach rechts) Anschauungen und Ihre Absicht, das Volk zu überzeugen, daß die Wiederaufrichtung Ihrer Herrschast notwendig ist. um es glück- lich zu machen, werden wir ebenso wie die kommunistischen Methoden im Volke unschädlich machen.(Lebhaster Beifall bei den Soz.) Abg. Rabold(U. Soz.): Wir haben keinen Augenblick daran gedacht, daß Herr Severing oder der Polizeipräsident Richter die Anweisuna zur Ermordung Sülts gegeben hätlln. Es handelt hier überhaupt nicht um eine Frage der Sipo, Schupo, p o, sondern um eine Frage der P o p a, der politischen Polizei. (Große Heiterkeit.) Nach allen Indizien sind wir gezwungen, von einer Ermordung Sülts zu sprechen. Wir fordern die Aushebung der Ausnahmegerichte, die nerfasstmgswidrig sind. Die Kampf- ansage der Rechten nehmen wir aus und lehnen die Einheit?- front ob. Gerade in diesen Tagen wollen wir do? Volk ausrütteln und ihm klar machen, daß nur eine sozialistisch« Politik eine Milderung des'Friedensvertrages erreichen kann. Abg. Schal;(Komm.): Die Untergebenen Richters haben sich als Schufte erwiesen.(Ordnungsruf des Präsidenten.) Es ist kein Geheimnis mehr, daß Herr Severing und feine Partei auf dem Boden des kopitolistischen Systems stehen. Wir sogen uns nicht von Moskau los, fondern halten an der engsten Verbrüderung mit Moskau fest. Es lebe die Weltrevolution. Damit schließt die. Aussproche. Sämtliche vorliegenden Anträge über die Unruhen in Mitteldeutschland und den Fall Sült gehen an den Rechtsausschuß.— Das Haus vertagt sich. Ein Antrag Meyer (Konun.), die Sitzung früher als 2 Uhr nachmittag» zu beginnen, wird abgelehnt. Rächst« Sitzung Dienstag 2 Uhr: Beamten» fragen, Kleine Gegenstände. Schluß 6 Uhr. Der Mecklenburgische flnanzniinlfler Genosse Vetersson nahm einer Drahtmeldung aus Schwerin zufolge die Wahl zum Bür- yermeisters von Lehe(Hannover) an. wodurch die Neuwahl «ine» Finanzminister» für Mecklenburg erforderlich wird. GewerMajwbewegung Oas neue Abkommen im Ruhrbergbau. Die Mehrzahl der Bergleute hat bekanntlich den S ch i e d s« s p r u ch vom 11. März abgelehnt. Inzwischen haben neue Verhandlungen stattgesunden, die am 13. April in Essen zu Ende geführt wurden. Diese Essener Abmachungen sehen Lohnerhöhungen vor, die bei Hauern 8.80 M. und bei Schichrlöhnern über 20 Jahre 8 M. pro Schicht ausmachen. Die Ueberichichtenregelung ist auf langsamen Abbau einge- stellt und verteilt die Ueberstunden solgendermasten: Bis zum lg. Juli d. I. einschließlich weiden von der Unter- tagebelegichast wöchentlich zweimal zwei Ueberstunden verfahren. Vom 17. Juli bis einschließlich 13. August werden VcrtragSüberschlchtcn nicht verfahren. Vom 14. August bis 30. November wird wöchentlich dreimal eine lieber» stunde, vom 1. Dezember bis 31. Januar 1922 wird w ö ch e n t- lich zweimal eine und einmal eine halbe Ueber- st u n d e, 1. Februar bis 3t. März 1922 wird wöchentlich zweimal eine Ueber st unde verfahren. Diese Ueberstunden werden sämtlich an regelmäßige Förderschichten angehängt. Für diese Ueberstunden erhalten die unter Tage Beschäftigten einen Zuschlag von 100 Prozent. Die Zuweisung der- billigter Lebensmittel soll besonders geregelt werden. Wenn die zu dem Abkommen geführten wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht mehr vorliegen, sollen die Ueberschichlen schon vor Ablauf dieses Ab- kommen« eingestellt werben. Zu diesem Abkommen haben am Sonntag die in Frage kom- menden Gewerkschaften beraten. In Essen waren mehr als 950 Delegierte der s r e i e n Gewerkschaften versammelt. Schmidt und Hue berichteten über die Verhandlungen. Die Diskussionsredner forderten durchweg einen besseren Lohnausgleich und ver- warten die Abmachungen fast einmütig. Es wurde beschlossen, eine U r a b st i m m u n g über den Schiedsspruch an, kommenden Sonntag vorzunehmen.' Die Konferenz nahm weiter zu den Ver- dächligungen der Vertreter der F re i e n G e w e r k- sch asten Stellung und sprach der Verhandlungskommission ihr vollstes Vertrauen ouS. Dw christlichen Gewerkvereine nahmen ebenfalls zu den Essener Vorschlägen Stellung. Rottbäuser referierte und schob dem alten Verband und dem Gewerkverein Hirsch-Duncker die Ver- antwortung für die Ablehnung des Schiedsspruches zu. Obwohl er feststellen muhte, daß eine erhebliche Verschlechterung der Ein- kommenSverbältnisse der Bergarbeiter eingetreten ist, betonte er, daß die christlichen Gewerlvereine am Schiedsspruch fest- halten. In einer Resolution wird gefordert, daß. wenn die Durchsührung des Schiedsspruches nicht mehr möglich ist. der Gewertverein versuchen soll, in neuen Verhandlungen bis zum 1. Mai ein besseres Ergebnis zu erzielen. Im ganzen Ruhrgebiet fanden Sonntag Versammlungen der Berga, beiter und Betriebsräte statt. Nach den bisher eingegangenen Berichten haben sich die Bergarbeiter größtenteils gegen dies« Vorschläge ausgesprochen, so daß mit ihrer A b- Weisung zu rechnen ist. Intern ation aler Transportarbeiterkongreß. Montag wurde in G« n f der internationale Kongreß der Trans- partarbeiter eröffnet. Vertreten sind: Deutschland. Belgien, Dänemark. Frankreich, Großbritannien, Holland, Luxemburg, Nor- wegen. Oesterreich, Schweden, die Schweiz und die Tschechoslowakei. 61 Delegiert« vertreten 27 verschiedene Organisationen. Wegen der gegenwärtigen Krise in England sind die englischen Eisen» bahner noch nicht eingetroffen. Genosse Döring vom Deutschen Transportarbeiteroerband hielt die Ekoffnungsrede, in welcher er darauf hinwies, daß dieser Kongreß der Propagierung der Idee der Solidarität dienen solle. Der schweizerische Delegierte M o r h a r d hieß die Delegierten willkommen und erklärte, daß das Proletariat von dem gegenwärtigen Kongreß energische Schritte erwarte. Hierauf ernannte der Kongreß drei Präsidenten, nämlich Döring- Deutschland, Bidegarray- Frankreich und B e v i n» England. Staatliche Heizerkurse. Der Zentralverband der Maschinisten und Heizer schreibt uns: Die Kesselbestßer sind gesetzlich verpflichtet, nur solche Personen mit der Wartung der Dampfkessel zu betrauen, die mit der Benutzung der Sicherheitsvorrichtungen völlig vertraut sind. Für mangelhast unterrichtete Heizer bietet sich Gelegenheit zur Ausbildung in den staatlichen Heizerkursen. Die Kurse dauern se 14 Tag« und werden von einem dem Handelsminister unmittelbar unterstellten Lehrer und einem Lchrheizer geleitet Der Unterricht erfolgt als Tagesunterricht von 8- bis 9 stündiger Dauer und zerfällt in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Zur Aufnahme wird in der Regel nur eine beschränkte Teilnehmerzahl von etwa 20 Schülern in jedem Kursus zugelassen. Diese sollen in der Regel bereits mindestens ein Jahr als Heizer im prak- tische» Betriebe tötig gewesen sein. Doch können zur Teilnahme an den Lehrkursen in Ausnahmefällen auch Werk- meister und ähnliche Aussichtsbeamte sowie solche Personen zugc- lassen werden, die noch kein volles Jahr als praktische Heizer tätig gewesen sind, wenn ihr Arbeitgeber oder der Dampskessel-Ueber- wachimgsverein Berlin, NW 23. Lessingstr. 34, dies befürwortet, und wenn dadurch die zulässige Zahl der Teilnehmer nicht überschritten wird. Das Schulgeld beträgt 6 M. und ist von den Teil« nehmern vor Beginn oder spätestens am ersten Tage des Unter- richte an die Polizeihauptkasie, hier E2S, Alexanderstr. 3,6, zu zahlen. Zu den praktischen und mündlichen Prüfungen können auch solche Heizer zugelassen werden, die den staatlichen Kursus nicht durchgemacht haben. Antrage werden jedoch nur dann berück- sichtigt, wenn der Dampfkesiel-Ueberwachungsverein die Zulassung befürwortet. Der nächste Kurses findet in Berlin vom 23. Mai bis 4. Juni d. I. statt. Die Anmeldung ist bis zum 25. d. M. schrift- lich oder mündlich in dem Bureau der Abteilung II des Polizei- Präsidiums, Magazinstr. 3/5, 2. Stock, Zimmer 97, anzubringen. Die Anmeldung muß folgende Angaben enthalten: Bor- irnd Zuname, Geburtstag und Jahr, Geburtsort und Kreis, erlerntes Handwerk, Dauer der Tätigkeit im Dampfkeflelbetrieb in Monaten, Wohnung(Ort, Straße und Hausnummer), Auszählung der Zeug- nisie über die bisherige Tätigkeit im Dompfkesielbetrieb. Die Nach- richt über den Beginn des Kursus und das Unterrichtslolal erhält jeder Angemeldete schriftlich zur rechten Zeit. Zur Lohnbewegung im Hoch- und Ticfbougewerbe. Der Bund der technischen Angestellten und Beamten hatte seine Dertrauensleute der Hoch- und Tlefbaufachg.uppe zu einer Versammlung geladen, um Stellung zu nehmen zu den schwebenden Tarifsragen der technischen und kaufmännischen Angestellten im Hoch- und Tief- baugewerbe und zum Streik der Tiesbauarbeiter in Groß-Berlin. gung eine Entschließung angenommen wurde, in der die Versammel- ten ihre Entrüstung über das Verhalten der Baugeschäfte ii Frage der Gehaltserhöhung ausdrücken. Der Einwand der Unter- dende Rolle spielen. teil an der Not des Vaterlandes tragen. In eine anderen Entschließung erhebt die Versammlung entschieden Ein spruch gegen den lautgewordenen Plan der Unternehmer, zweck! Niederwerfung der Arbeiter sämtlich« Bau arbeitnehmer Groß-Berlins auszusperren. Die Bersammelten versichern die streitenden Tiefbauarbeiter ihrer vollen Sympathie und verpflichten sich keinerlei Streikarbeiten auszuführen, nicht mit Streikbrechern oder der Technischen Nothilf» zusammenzuarbeiten, da sie es ablehnen müssen, in solchen Fällen die Verantwortung für die Sicherheit des Betriebes zu übernehmen. Dle Lohnbewegung der Maschluistev und Heizer im Einzel- Handel ist beendet. Der Schfichtungsausschuß hat in seiner Sitzung am 5. März beschlossen:„Die Löhne sind als zeitgemäß zu erachten. Der Tarif wird verlängert bis 31. Mai 1921." Dieser Beschluß wurde angefochten und erhielt bei der Verhandlung vor dem De- mobilmachungskommisiar folgende Besserung:„Der Tarif wird ver- längert bis 30. April; die neuen Verhandlungen müssen spätestens am 15. April beginnen, und jede später eintretende Lohnerhöhung hat rückwirkende Kraft ab 5. März." Daraufhin fand am 13. April eine Verhandlung mit dem Arbeitgeberverband im Einzelhandel Groß-Berlin und dem Zentraloerband der Maschinisten und Heizer statt, bei der folgendes Lohnabkommen getroffen wurde: Der Lohn be- trägt ab 1. März 1921: Für Verheiratete 320 M� 295 M. und 275 M., für Ledige 300 M., 275 M. und 255 M. Dieses Lohn- abkommen kann mit monatlicher Frist zum Schluß eines jeden Monats, erstmalig zum 30. Juni 1921, gekündigt werden. Die be- teiligten Verbände bewilligen und beantragen gemeinsam die Ein- tragung in das Tarifregister beim Reichsarbeitsministerium für das Gebiet der Einheitsgemeind« Groß-Berlin. FSr verbludllch erklärt wurde am S. April der am LI. Januar zwischen dem Verband der Berliner Kohlengroßhändler und dem Zentralverband der Angestellten zu dem Tarifvertrag vom 31. Ja- nuar 1920 abgeschlossene Nachtrag für das Gebt« der Einheitsgemeinde Berlin. Die Allgemeinverbindlichkeit beginnt mit dem !. Januar 1921. Auskünfte erteilt der Zentralverband der Ange- stellten, Fachgruppe Baugewerbe-Bergbau, Berlin SW 61, Belle» Alliance-Str. 7— 10. Deutscher Trau- portarb eilerv erb and. Gruppe: Markthelfer. Die neuen Abmachungen der WirlichaslSbeiWs««n Buchhandel find im Druck erschienen und im Bureau, Zimmer 33 II, iowie beim Kollegen Schade, W. 57, Blumenthalstr. 13, zu habe». Preis 20 Pst In der okerbadifchen Textilindustrie ist nach einer WTB.-Meldung au? Freiburg i. B., ein Kamp? ausgebrockien. In Freiburg selbst haben die Unternehmer 1000 Arbeiter entlasten. Ae»tr>ll»«rba»S t>»e«uscpelte*.»ranlenlossen: ffurfKooSnwrfamotlttn« Mittwoch 4 Uhr Schitltheih, Seife Jotobstrahe 24/2a. eitern tioanh. L kiemische Branche. Erupve Michoellirchftr. 29, Deutscher Sransncrlctii Fette. Petroleum: Mittwoch 7 Uhr bei Preußer, sommluno. Deutscher Aohorbeiteroerbood. Bertrauensmönnerversammluuit ber gistra» und Äoffetmoche: Donnerstag 7 Uht bei Weber, Berlin, Lange e-tr. 9. y\m der Partei'. Vom Krankenlager der ASP. Der kranke Körper der USP. ist immer noch in einem unauf- hörlichen Zerietzungsprozeß begriffen. In Württemberg wurde die Ortsgruppe T r o s s i n g e n der USP. am 31. März aus- gelöst und der Uebertrilt zur SPD. bekanntgegeben. Jetzt meldet der Kreisvorstand unserer Partei in Holzminden, daß auch dort, und ferner in Golmbach der ganze unabhängige OrlS- verein zur alten Partei zurückgekommen ist. ?ugenüveranstaltungen. Betefo Arbeiter. tzugend Sroß-Beelw. Sekretariat: SD.«, Z» de, Zelte, S. Dienstag, den IS. April: _ Per»»»! Schule Kronprinzenstraße. Mädchenabend.— � Barflgwalbe: Schule CODtine�fc) ßesenm&ntei; / Trag ConfinentaT-Regennunfel mit Conti« nental-Regenliut Neueste Formen— für Damen, Herren, Kinder— tadellos sitzend — in allen einschlägigen Geschäften. So gut wie Continenial'Reifen. WERTHEIM MMligejr Verhmuf Wassergläser gep««.. 75pt Wassergläser 135 Wassergläser g,.«....... 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I85 Saucieren............... 225 Kaffeekannen»<>. 425 w» 750 Zuckerdosen........... 29S Kompottschüss.von110hio57S Kaffeegeschirr„Rote Rose" Kaffeekannen 1750w.2950 Teekannen...... 1950 3500 Milchtöpfe 925 M 1300 Zuckerdosen... 975bto1500 Tassen............. T75 S73 Teller............... 3� 490 Butterdosen...... 1600 1950 Kuchenteller........... 145° Kaffeegeschirr, blaues Band Kaffeekannen... 1225 1900 Milchtöpfe............... 775 Teller............... 375 490 Tassen.................. 490 Porzellan- Obertassen 95 PJ„ grofil™ Nippes Vasen* Schalen Tiere in Kopenhagener Ari Besonders preiswert: Amim'sche Kunstglasvasen in Rubin, blau (nur Leipziger Straße) bunt Kaffeegeschirr 6 pSlo,, 6900 Tafelgeschirr 11 p'LuJlSS00 Speiseteller w*» S85 Speiseteller o-»«»»- 875 Frühstücksteller 625 T aSSen«l, Ooldf»Bd... 425 475 Tassen b«t............... 540 Kaffeegeschirr Meißn. SfreubL Kaffeekannen.onS50«. 1950 Milchtöpfe.... von S25 bu 650 Zuckerdosen»0° 875 u, 1050 Tassen................... 495 Teller........... 390 475 540 Kuchent. 1450 Körbe 2100 Butterglocken......... 1450 Beilageschale......... 690 Blumenvasen RosenmustoSilS�iilSS00 Apfelblütenm. 975w.12200 Rote ,Rose; von 975 H.122� Iris-Blume«»..975bta12200 Durchbrochene Teller, Körbe, Blumenschalen besonders preiswert Milchtöpfe............... 390 Zuckerdosen.......... 3« Zuckerschalen I35«» in» 39S Teller..................... 233 Butterdosen............ 950 Geleedosen............ ö23 KUchenschüssT�M-03�95 Suppenschüss.von'S40 1700 Satz Schüss.»°!- 7 wiig 2330 Satz Schüss, 7b�26003400 Spülnäpfe....... l20 h. 245 Tassen................"I55 l75 Teekannen...T75 850 1050 Waschbecken Hat.. Waschbeck.?räd2700b.399o Wasserkann. 3150 3900 Wasserkannen d«.«....12� Balkonkasten 830 973 1150 Vorratstonnen......... 270 Gewürztonnen.......... 125 Flaschen............... 95pf. 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