Nr.1SZ ♦ ZS. Jahrgang Ausgabe A Nr. 93 Bezugspreis: kirrt eil ähri. 30,— HL. niottatt. 10,— SR. frei ins Saus, voraus»ah! dar. Polt- b«»ug: Monatlich 10.— M,einschl.Au- Oeilungsqebükr. Unter 5treu»band mr Seutichländ. Danzig. das Saar- und Meweigebiet,>owie die ehemals deut- >chen«Sebiete Polen». Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 20�— SIL, für da» übrige Ausland 27.— M. Post. deitellungen nehmen au Oesterreich. Ungarn Tlchecho-Elowalel. Däne- /Hirt. Holland, Luxemburg. Echweden und die Schweiz. -uer.Vorwärts" mit der Sonniags- �'ilage.Po» und Zeit", der Unter» nältuuqsdeilage �eimwell" und der öeilag-.Siedlung und Kleingarleu" erscheint wochentäglichzwemiai.Eom»- tags und Montags einmal. Telegramm»Adresse! «SojlulOemottof Hetlln" Morgen Ansgake i• Vevlinev Volksblstt ( 30 Pfennig) AnzeigcupreiS: SU» achtgespaitene Ronoareilleiietl» kostet dL0 M.Kleine Unzeigen" da» lrtlgedruelte Wo« 1�0 M.(zu- lässig zwei sengedruckt» Worte), iede» weiiere Wort l,— M. EieUengeluch« und Schlasstellenanzeigeu da» ertt» Wart ly— M. sede» wrtterr Wort 90 Psg. Worte über Ii Buchstaben zählen für zwei ffioru. ffaimIien-Alt- zrigen für Abonnenten Zeile 3r~ Hl Di» Preise verstehen fi-d einschließliä, Teuerungszuschla» Anzeigen für die aächü» Numme, müssen bis 5 Uhr nachmittag» im Hauoigeschäst. Berlin SW«. uinden» Itraße 8. abgegeben werden Deoffnei von 9 Uhr früh bis S Uhr abends Zcntralorgan der fozialdcmokrati fcbcn partei Deutfchtands eüaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. Z Aerofprecher: Amt Mortnplan, Nr. IS> ttv— ISIS? Mittwoch, den 20. April 1021 Vonvarts-Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr.S khrrnsprecheri Am» Morinplay. Nr. I17i»a-S4 Im Zeichen öer Sanktionen. Das Golü her! Varl», tS. April. TA.) Das Dokument der Aeparakions» '■ liier*"" lil-ände limtet w'.e folgt: Emission wegen der Auslieferung der deulschea Gold. tv Die Reparallonskommisflon hat iu ihrem Sch seiden 7tt. 13144 24. März 1921 der Sriegslastenkommiislon mitgeteilt, das, sie der cht fei, die deutsche Regierung habe deu allgemeinen Antrag der irakionskommlfsiou, die Bestimmungen des Artikels 2ZS des Der- iller.Friedensvertrages ausiufühern, abgelehnt. Die Repa- «akionskomwlssion ist der Ansicht, dasi infolge dieser glatten Ablehnung Ae v o rr echte wirksamer gestaltet werden müssen, die die Kom» «Won auf die Güter und Mittel des Reiches und der deutschen Staaten besiht. Ohne die Verfügungen abzuwarten, die die alliier en und assoziierten Regierungen in dieser Hinsicht treffen werden, beehrt die Reparattonskommission der Kriegslastenkommiilloa mitzuteilen. sie beschlossen hak. als Garantie und Sicherheit suruie Ausführung verpstichtungen bezüglich der Reparationen dnrch die deutsche Re- lng die llebersührung de, gesamten Metallbe- o n d e s der Reichsbank uech der.?Uale der Reichsbank in Köln S o b l r u z vor dem 1. Mai 1921 zu verlangen. Dieser Metall» nd kann weiter in der Bilanz der Re'.chsbant figurieren. Die !sche Regierung kann sedoch über keinen Teil diese» Melallbestondes ir vorherige Autorisottou der Reparattonskommission verfügen. __ die deutsche Regierung diese, Ansuchen ablehnt, so wird die liparattonskommisflon ans Grund der Rechte, die ihr Artikel 235 de» sailler Friedensvertrages verleiht, sich gezwungen sehen, die so- rflgc llebergabe des Metallbeslandes an die Reparationskom» lssion zu verlangen. Um dir mSalichea Sonsequenzen einer solche» 'gäbe zu vermeideu. hat die Reparaliouskommistiou beschlossen. 'llch dse lleberslld.ruua des Metollbestunde» nach der Miale Sölo ttoblenz der Reichsbank zu verlangen. Die RrparaNonskommiMon erwartet bis zum 22. April die Anl» «ort der Sriegslastenkommlssiou. Auch Amerika droht? Paris. IS. April.(DA.) Wie dem.Temps' aus Washington wird, enthält die neu« Fassung der Knor-Resolution folgende „Die Bereinigten Staaten behosten sich das Recht vor, tlchland zu zwingen, seine Verpflichtungen innezuhalten.- abgeänderte Resolution ist vom Senat an den Ausschuß für aus- Angelegenheiten zurückverwiesen worden. Keine Vermittelung deS Vatikans. Rom. IS. April.(TU.) Der Vatikan dementiert die Meldung, er sei»« Vermittlung für die Ueberbringung neuer deutscher Vor- an die Alliierten zur Verfügung gestellt habe. Zahlungsfähige Deutsche. Paris. IS. April.(EE.) In Besprechung der gestrigen Er- PSrungea Livyd Georges sogt„Daily News*: Man Hab« in jtttierlen Kreisen immer mehr und mehr den Eindruck, daß die deutschen Großindustriellen mit allen Kräften auf ihr« De. 4?« i che ru n g hinarbeiten, während die deutschen Finanzen sich dach n einem wahrhast kläglichen Zustand« befinden. Es gibt sicher viel« deute m DeutWand, die zahlungsunfähig sind, aber Stinnesund Genossen gehören nicht darunter. Wenn Deutschland nicht im- ttnt* ist. von diesen Leuten genügend Steuern zu erheben. werden dies die Alliierten selber tun. � Loucheur jongliert mit Zahlen. Paris. IS. April. Deputiertenkammer. Im Laufe der heuti- Jfc} �.batte über das Budget der Ausgaben für dos Etatsjahr 1321, .» Deutschland nach dem Friedensvertrage zurückzuerstatten hat. «rgnss Minister Louchenr das Wort, um die bis jetzt vorgetrage- Wen Wüitihx der verschiedenen Redner zu beantworten. Loucheur Me, Frankreich habe nichts zu verbergen. Es könnten wohl bei «m Wieder�hg� Irrtümer(aha!) begangen worden sein, aber 'i«i einem von solchem Umfange sei das nicht zu ver- leiden ge.sen. Das Werk, das Frankreich in den befreiten zebieten"ollb,� habe, fei ungeheuer. Er erinnere daran, -oh von 4 700» Anwohnern 4 100000 in ihre Heimat zurück- «kehri feien, d. � jqq ggg Personen gezwungen seien, in Holzacken zu»oh � Der Minister erklärte, daß 15 Milliarden ��twendig J£z>ie Bergwerke instand zu setzen, damit sie a a. 'i-Üf die®oitricg5(otung Fracht würden, die achtzehn Millio- �'nen Tonnen layrit �iragen habe. Für das Jahr 1921 sei man " aus eint Foroerumi vier Millionen Tonnen gelangt. Für gesamten �heraufbau seien achtzig M i l l i a r- O«rn»,' Fran l«tn_noyl idig. wenn Deutschland Arbeit-kräfle für *\ Wiederausbau H)etIt)jjpejen Ariele zur Verfügung stelle, «nn solle es sie>n aei.gvzerken arbeiten lassen, damit Frankreich inn solle es sie»n-gwerken arbeiten lassen, damit Frankreich Bisten erhalt«.-'yM c9 hje erforderlichen Materialien für die freiten. könne. Der Minister sprach alsdann m der Unterstützung,� Frankreich für seinen Wiederaufbau er- Halten hat und fiaß etwa acht Milliarden dreihundert Millionen Franken au folgten Gebiete weggeführte Waren vi» jetzt zurü ck er i wurden. Man versuche noch für eine Milliarde Gegenstände r Alsdann sprach°er � P h zz; p p ote oux von den beut. scheu Diehlieferungen. Minister Loucheur er a■■ QU� deutschen Berechnungen »»nzuzwerl Rutschen sprächen von zweiund» zwanzig Milliarden Lieferungen, während es sich kaum um ach! Milltarden handle: sie berechMen den Wert des gelieferten Viehs mit achtzig Millionen, während es sich kaum um vierzig Millionen handle: Deutschland hätte das Saargebiet auf zwölfhundert Millionen geschätzt, während alle Sachverstän- digen es nur auf vierhundert Millionen geschätzt hätten. Deamtenzwang am Rhein. walnz. lg. April.(WTD.) Nach dem„Echo du Rhin- ist das Bureau für AuS- und Einfuhrbewilligung für da« besetzte Gebiet von Köln nach Em« verlegt worden. Anträge von Firmen de« besetzten Gebiet« würden ab 20. April angenommen. An Gebübren seien zu zahlen: Ein pro Mille de« Werte« für Einfuhr- und fünf pro Mille de« Werte» für AüSfuhrgenehmigungSanträge. mindesten« aber zwei Mark. An anderer Stelle behauptet da« Blatt, daß in letzter Zeit mehriach von Berlin Anweisungen für Versetzungen von Beamten aus dem Rheinlande ergangen ieien. die von den Alliierten mit der Regelung der neuen Zollinie beauftragt worden seien. Die Rbeinlandtommiision habe daher eine außergewöhnliche Vorsicht«» Maßregel ergriffen. In Zuiunh werde kein'Milglied der deutschen Zollverwaltung seinen jetzigen Amtssitz ohne die Genehmi» gung der alliierten Konliollbehörde verlaffen dürfen, ohne sich strengen Straten und Verweisung vor da« Kriegsgericht auSzu- setzen. Die deutsche Regierung hat bereit« in ihrer gestrigen Note in schärfster Form gegen die zwangsweise Heranziehung deuticher Be- amken protestiert. Die neue Ai>ot<.nung enthält einen derartigen Eingriff in die persönliche Freiheit deutscher Beamten, daß man, ohne einen zu starken Ausdruck zu gebrauchen, von Ver» s k l a v u n g sprechen kann._ Das Beispiel Tirols. AuS Wien schreibt unS Genosse Ludo M. Hart mann: Bürgerliche Kreise sind in der Regel kein gutes Material für Straßendemonstrationen. Nichtsdestoweniger war der große Platz vor dem Rathause in Wien am letzten Sonntag vormittag schwarz von Menschen, welche die Organisationen der Bcrussstände unter der sch>varz-rot-goldencn s�ahne zu einer großen Anschlußdcmonstration aufgeboten hatten. Die Sozialdemokraten haben an dieser Kundgebung nicht tcilgcnomnitzn, natürlich nicht ans Gegnerschaft gegen das Ziel, sondern um der reinlichen Sonderling willen. Und es war vielleicht auch auS ciWm anderen Grunde gut so. Denn nian konnte deutlich sehen, daß die kleinbürgerlichen Massen ihren Willen zum Anschlüsse so unverkennbar zum AuSdruck zu bringen verstehen, daß auch die„Führer-, die noch gestern gegen daS Habsburgergcsetz gestimint haben und in der Regierung der Entente möglichst entgegenkommen, ihre schwarz- gelbe Flagge vor der Oeffentlichkeit streichen müssen. Zu gleicher Zeit werden in Tirol dem christlich-sozialen Landeshauptmanne Ovationen dargebracht, weil er und die ganze Landesregierung nicht gesonnen sind, dem Machtgebote der Entente und der Bundesregierung zu weichen, sondern unentwegt auf der Durchführung der Volksbefragung beharren. Daß die Sozialdemokraten zäh und entschlossen an der An- schlußfordcrnng festhalten, braucht nicht mehr bewiesen zu werden. Daß die Kleinbürger in Wien und d,ic Bauern in Tirol hierin gleichen Sinnes sind, wurde in diesen Tagen augenfällig. Man wußte wohl, daß die Tiroler harte Schädel haben, aber man hatte immer noch gezweifelt, daß sie jene innere Wandlung durchgemacht hatten, die sie in einem Jahrhundert oder richtiger im letzten Jahrzehnt von Andreas Hofer z»n sckwarz-rot-goldencn Banner geführt hat, das sie nun mit Begeisterung verteidigen. Und das ist nun das Neue und VerHeißungSolle, daß eS den Anschein hat. daß das kleine Volk bereit ist, der Weltmacht der Entente zu trotzen und auch Opfer auf sich zu nchnten, um seinen Traum zu verwirklichen. Denn die Entente hat in ihrem schlechten Gewissen, damit nicht die wahre Gesinnung deS deutschösterreichischen Volkes zum AuSdruck komme, auch hier ihren Willen durch Sanktionen durchzusetzen getrachtet und die Hungerpeitsche geschwungen. DaS Tiroler Volk hat dies zur Kenntnis genommen und bcharrt doch auf seinem Ent- schluß. Wenn es auf diesem Wege weiter schreitet, so gibt es ein leuchtendes Beispiel für jenen Geist, den Fichte vor mehr als einem Jahrhundert gepriesen hat. alS Deutschland in einer ähnlichen Lage war wie heute.„Eine Entschließung sollt ihr fassen"— so heißt es in der letzten der.Reden an die deutsche Nation"—,„die jedweder nur durch sich selbst und in seiner eigenen Person ausführen kann. ES reicht hierbei nicht hin jenes müßige Vorsatznehmen, jenes Wollen, irgend einmal zu wollen, jenes träge Sichbescheiden, daß man sich darin ergeben wolle, wenn man etwa einmal von selbst besser würde: sondern ti wird von Euch gefordert ein solcher Entschluß, der zugleich unmittelbar Leben sei und inwendige Tat, und der da ohne Wanken oder Erkältung fortdaure und fortwalte, dt» er am Ziel sei.- Die Verantwortung der USp. Don EduardVernstein. Die Regierungskrise in Preußen hat von Anfang an die Sozialdemokratische Partei vor vielleicht die schwierigste Ent- scheidung gestellt, über' die sie sich noch schlüssig zu machen gehabt hat. Sehr gewichtige Gründe sprachen und sprechen für sie dagegen, sich zu Mitwirkende an einer Regierung herzugeben, der die Deutsche Volkspartei als der vierte Teilneh- mer angehören soll. Und es handelt sich dabei keineswegs nur um Fragen der heimischen Klassenpolitik. Wenn eine Partei, die. wie die Volkspartei, die Republik nur aus Kündigung anerkennt, in der Regiening dieser Republik sitzen kann, so ist- das ein Umstand, der draußen bei Entscheidun- gen, die für das Wohl und Wehe des deutschen Volkes von größter Tragweite sind, immer wieder mit Erfolg gegen es wird ins Feld geführt werden können. Die Landtagsfraktion unserer Partei hatte daher auch unter dem Gesichts- punkt der außenpolitischen Interessen des deutschen Volkes durchaus-das' Richtige ge- troffen, als sie das rückhaltlose Bekenntnis zur Republik für eine der Vorbedingungen erklärte, ohne deren Erfüllung sie sich überhaupt nicht auf Erwägung einer Teilhaberschaft mit der Deutschen Volkspartei in der Regiening Preußens würde einlassen können. Nicht minder ernsthafte Ueberlegungen mußten uns aber davor warnen, das Ausscheiden der Sozialdemokratie aus der Regierung Preußens leicht zu nehmen. Es würde ganz unzweifelhaft ein schwerer Schate für unser Land und seine politische Entwicklung sein. Man vergegenwärtige sich nur einmal, was es heißen würde, wenn die größte politische Partei Deutschlands und Preußens, die mehr als jede andere Partei d i e Partei der Republik ist, außer im Reich nun auch in seinem größten Staat außerhalb der Regierung steht und sich, was bei solchem Verhältnis unvermeidlich st. mehr und mehr zur oppositionellen 5)altung" gezwungen teht. Denn es war für jeden, der sehen wollte, klar, worauf die Deutsche Volkspartei mit ihrqi Forderungen über die Andersbesetzung der Regierungsstellen abzielte. Das Werk der Republikanisierung bestimmter Aemter, das von unseren Genassen mit so großer Mäßigung und möglichster' Schonung verdienter Beamter in die Wege geleitet worden ist. sollte ab- gebrochen, wenn nicht ungeschehen gemacht werden. Wer aber im Lande herumkommt, der weiß auch, daß kaum eine zweite polstische Aenderung so große Erbitterung in der breiten soliden Schicht der Arbeiter- fchaft horvorrufen würde wie eine Rückwärts- Politik auf diesem Gebiet. Es handelt sich daher nicht um das spezifische Fraktions- intereffe unserer Partei. Käme nur dieses in Frage, so könnte uns gewiß nichts erwünschter sein als die Befreiung von den Verantwortlichkeiten eines Regierungsteilnehmers. Wie gut sie uns als Partei bekommt, hat die Entwicklung der Dinge im Reich gezeigt. Aber die Sozialdemokratie ist sich dessen bewußt, daß sie in der Republik Aufgaben zu erfüllen hat, gegenüber denen solche Gesichtspunkte nicht maßgebend sein dürfen. Große Interessen der von ihr ver» tretenen Volksklassen und die Notwendigkeit einer ruhigen. mit stetem Fortschritt verbundenen Entwicklung der Republik machen es gleich wünschenswert, daß sie sich nicht aus der Regierung herausdrängen läßt. Dies die augenblickliche Sachloge. Die Sozialdemokratie in der Volksvertretung Preußens steht vor einer Entschei- dung, von der sie sich sagen muß, daß, was sie auch tuw wird, sie immer wird große Uebel in den Kauf zu nehmen haben. Und wanim nun dies alles? Warum dieser Zwang. zwischen liebeln, zu wählen? Gewiß, es wäre nicht da. wenn Demokraten und Zentrum mehr republikanisches Feuet in den Adern hätten. Aber wir können diese Parteien nicht anders machen, als sie Nun einmal sind. Sie.sind eben schließlich Mittel- Parteien und sehen als solche die Volkspartei mit anderen Augen an. als wir. Trotzdem würde der Zwang für die Sozialdemokratie nicht bestehen und die ganze politische Lage unter sozialistischem Gesichtspunkt eine günstigere fein, wenn unsere Nachbarn auf der Linken endlich sich der ihnen ob- liegenden positischen Verantwortlichkeit bewußt werden und nach ihr handeln wollten. Zum driftenmal versagt die Unabhängige Sozialdemokratie in einer für die Entwicklung der Republik bedeutungsvollen politischen Entscheidung. Das erstemal geschah es Ende Dezember 1918, als ihre Mitglieder im Rat der Volksbeäuftragten dem Drängen der äußersten Linken der Partei— größten- teils heute Moskowiter— nachgaben und aus der Regierung austraten. Daß ihre Stellung in dieser keine leichte gewesen war, sei ohne weiteres zugegeben. Sie war es für keinen der Beteiligten. Aber um so mehr war für alle das Pflicht- gebot: Ausharren! Es galt, der Republik über die Krisen hinweghelfen, die sich schon damals ankündigten. Sie ganz zu verhindern, war niemand gegeben, Liebknecht hätte seinen Putsch auch ins Wert gesetzt, ivenn Hasse und Genossen in bet Regierung geblieben wären. Aber der Verlauf wäre wahrscheinlich ein anderer gewesen, der Nachhall weniger ver- hängnisvoll und die Stellung der Sozialdemokratie in der Nationalversammlung eine wesentlich günstigere, als es unter der Einwirkung der Spaltung tatsächlich geschah. Es»ist eine große Verantwortung, welche diejenigen auf sich geladen haben, die damals die Sozialdemokratie nicht schnell genug wieder auseinandertreiben konnten, nachdem das große Ge- schehen des 9. November 1918 sie zusammengeführt hatte. Das zweite Versagen erfolgte im Juni 1920 nach der Reichstagswahl. Mit 80 Abgeordneten rückten damals die Unabhängigen in den Reichstag. Ihrer Agitation war es zugute gekommen, daß die Sozialdemokraten die Ko'm- promlsse hatten eingehen müssen, ohne die das unabweisbar notwendige Werk der Herstellung der Verfassung der Republik nicht unter Dach und Fach gebracht werden, die Republik keine Regierung haben konnte. Nun galt es eine neue Re» gieruna zu bilden. Sie war als Regierung der Linken nur möglich, wenn die unabhängige Sozialdemokratie bereit war, an ihr teilzunehmen. Hermann Müller, damals Reichs- kanzer, lud sie In der entgegenkommendsten Weise ein, ihre Bedingungen für eine Mitwirkung darzulegen. Die Partei aber versagte wieder. Sie geberdete sich als zu erhaben, die gestellte Frage auch nur in Betracht zu ziehen, ließ es nicht einmal auf einen Versuch der Verständigung über eine Re- gierungsbildung ankommen. Ein abweisender Brief voll au«- gesuchten Hohns war die Antwort auf Müller« Einladung. Schlimmer noch. Ton und Inhalt des Schreibens be- wiesen, daß die Sozialdemokraten, wenn sie in der Regierung blieben, die 80 Unabhängigen als feindselige Opposition im Rücken haben würden. Das wäre für sie als Partei, das wäre aber auch für die Republik selbst«in unerträglicher Zustand gewesen. Sie sahen sich genötigt, von der Regierung zurück- zutreten, und es erfolgte der Eintritt der Nationalliberalen in die Regierung der Republik. Mit welcher Wirkung für die innere und äußere Lage Deutschlands haben wir zur Genüge erfahren. Die Wirkung wäre unzweifelhaft noch schlimmer gewesen. wenn nicht Preußen wenigstens seine Regierung der Linken behalten hätte. Di« ist nun jetzt aber ernsthast in Frage ge- stellt. Demokraten und Zentrum erklären, nach dem Ergebnis der Landtagswahl sei die Basis für eine Regierung der Linken »8" schmal. Man kann das mit gutem Fug bestreiten, in Ländern, die schon lvnge parlamentarisch regiert werden, hat man die Erfahrung gemacht, daß Regierungen mit kleiner Mehrheit oft lebenskräftiger sind als solche mit großer. Indes muß zugegeben wKden, daß es kein angenehmer Zustand ist, wenn eine Handvoll Leute durch Unbotmäßigkeit einen in die Minderheit bringen können. Aber die Basis kann nicht nur nach rechts, sie könnte ebensogut nach link» hin ver- b r e i t e r t werden, wenn es fei wiederholt— wenn die Unabhängigen sich der politischen Verantwortung, die sich aus dieser Lage für sie ergibt, bewußt und dazu entschlosien wären. ihr Genüge zu leisten. Sie sind im Abgeordnetenhaus heute 80 MitgNeder stark. und da» würde ausreichen, die ziffernmäßige Basis für eine Regierung der Linken selbst gemäß den Ansprüchen der Lür- gerlichen tragbar zu gesta ten. Und da die Unabhängigen nun des moskowtterischen Ein chlag» ledig sind, fallen manch« Be» denken hinweg, die sonst hren Eintritt in eine Regierung der Republik erschweren würden. C» käme nur darauf an. daß von ihrer Seite Erklärungen abgegeben würden, die ein er- spriehliches Zusammenarbeiten auf dem Boden der demo- rratischen Republik in Aussicht stellen und Anerkennung von deren staatlichen Notwendigkeiten zum Ausdruck bringen. Sie sollten den Unabhängigen nicht sehr schwer fallen. Denn ihr/ ganzes parlamentarisches Tun wäre widersinnig. wenn ihm nicht die faktische Anerkennung dieser Republik zu- S gründe läge, sie sich mit ihm nicht auf ihren Boden stellten. Aber— die Macht der Gewohnheit und der Ueberliefe- rung! Unsere Nachborn«chf der Linken sehen, was In Frage steht, sie wissen, daß hier Opfer gebracht werden müssen, soll der Weg der Republik nicht noch weiter nach rückwärts gehen, und sie gehaben sich doch wie krittelnde Zuschauer, die das- jenige, was sich auf dem Kampfplatz abspielt, selbst nicht be- rührt. Ist keiner unter ihnen, der im Angesicht der großen Verantwortungen den Mut findet, hervorzutreten und seinen Genossen zuzurufen: Wollen wir wirtlich auch diesmal versagen?! Kabinett Stegerwalü fertig!. In parlamentarischen Kreisen verlautet« am Dienstag abend mit großer Bestimmtheit, daß Stsgerwalds Bemühun- gen. ein Uebergangskabinett zu bilden, zum Ziel geführt hätten und daß das Kabinett fertig wäre. Die erwartete Ver- öffentlichung der Ministerliste erfolgte jedoch bis Mitternacht nicht, auch sonst erging keine amtliche Nachricht über die Kabinettsbildung, so daß man doch noch mit Schwierigkeiten in letzter Stunde rechnen muß. Jedenfalls scheint das eins sicher zu sein, daß nämlich die Demokraten im Laufe des gestrigen Tages wieder u m» gefallen sind. Nachdem sie am Montag Herrn Fischbeck aus dem Kabinett Stegerwald hinausdirigiert hatten, besannen sie sich am Dienstag eines anderen und beschlossen, sich an dem Kabinett Stegerwald zu beteiligen. Dies Verhalten er- leichtert Herrn Stegerwald seine Kabinettsbildung, ermöglicht ihm stcilich auch nur ein solches Kabinett zustandezubringen, das von der Unterstützung der D e u t s ch n a t i o n a l e n ab- hängig ist. • Die„Germcmto- bringt eine Erklärung des erkrankten Abgeordneten Gronowfki(Zentrum), die bestreitet, daß in der interstaktionellen Sitzung vom 8. April die. bekannte Vereinbarung über den eventuellen Rücktritt Stegerwalds ge- troffen worden fei. Ebenso wiederholt der Abg. Dr. P o r s ch seine gleichlautende Erklärung.' Von den sieben Teilnehmern der Sitzung wissen also zwei, und zwar die Zentrumsabgeordneten Gronowfki und Dr. P o r s ch, nichts von der Vereinbarung, während fünf Abgeordnete, die Demokraten D o m i n i e u s und Dr. P r« u ß und die Sozialdemokraten Siering, Heil» mann, Limbertz sich ihrer auf das Bestimmtest« entsinnen. Zu dem Erinnerungsvermögen dieser fünf Abgeordneten treten dann noch als Ergänzung die s ch r i f t» lichen Aufzeichnungen des Abg. Dominicus. Angesichts dieses zahlenmäßigen Verhältnisses erscheint die moralische Entrüstung des Herrn Dr. Porfch sehr schlecht fundiert, der erklärt, sich nicht mehr mit Leuten an einen Tisch setzen zu wollen, die ihn der Unwahrheit bezichtigen würden. Wer mit seiner Darstellung sich derartig in der Zeugen- Minderheit befindet, sollte der Gegenseite den Vorantritt In der moralischen Entrüstung lassen. Aber auch die demo kratische Presse sollte etwas Verständnis dafür aufbringen, da die sozialdemokratischen Unterhändler hier einen K a m p � um ihre Ehre und den Ruf ihrer unbedingten Zu- verlässi gleit führen, der ihnen in einer bis jetzt«i n- erhörten Weise aufgezwungen worden ist. Die demo- kratische Presse entrüstet sich über die Preisgabe des Ge- spräche? Dr. Heß-Dominieus in der vom Genossen Hellmann herausgegebenen �Sozialistischen Korrespondenz". Mag sein, daß hier ein formaler Verstoß gegen gewiss« Gepflogenheiten vorliegt. Aber der in der„SR." wiedergegebene Inhalt des Gespräches wird bezeichnenderweise nicht bestritten. Und da scheint es uns ungleich mehr die Entrüstung herauszufordern, wenn Herr Dr. Heß den Versuch gemacht hat, den Zeugen eines wichtigen politischen Vor- ganges in bedenklicher Weise zu beeinflussen. In der Rücktrittsfrage ist die Darstellung gerade der beiden demokratischen Abgeordneten von�iußerster Be- deuhmg. Denn sie sind sachlich eher an einer Darstellung der Verhandlungen im Sinne des Zentrums als im Sinne der Sozialdemokratie interessiert. Wenn sie gleichwohl die Dar- tellung der Sozialdemokratie bestätigen, so wird das ür jeden objektiven- Beurteil«? ausschlaggebend sein. Ind nun versetze man sich bitte in die Seele der sozialdemo- statischen Unterhändler. Erst leugnet man ihnen die ge- 1 troffenen Abmachungen ins Gesicht ab. und zwar geschieht das � seitens des Herrn Dr. Porfch in einer sie schwer bel. ldi» g e n d e n Weise, und als sie sich dann auf unantastbare neu- trale Zeugen berufen, erfolgt der Versuch des Dr. Heß, eine» der wichtigsten Zeugen zu beeinflussen, indem er dem Zeugen die ausdrückliche Frage vorlegt, ob er ö f f e n t l i cb dasselbe wie privatim bekunden werde. Darf man es da den sozia- liftischen Unterhändlern vom menschlichen und moralischen Standpunkt aus verübeln, wenn sie sich gegen die drohende Diskreditierung ihrer Person aufs äußerste zur Wehr setzen? Darf man sich da über einen formellen Verstoß in der Verteidigung entrüsten, wenn man über das sachliche Vorgehen der Gegenseite kein Wort der Empörung findet?! Das Geschrei über Indiskretion cheint doch nur angetan, die Aufmerksamkeit von dem ent- cheidenden Punkte abzulenken, nämlich von der T J. ache, daß hier von Zentrumsseite der Versuch gemacht wi»u. mit den allerbedenklichsten Mitteln sich ein- gegangenen Verpflichtungen zu entziehen. Kinöereien in potsüam. Am Dienstag nachmittag wurden von den zur Teilnahme an der Beisetzungsfeier der früheren Kaiserin herbeigeeilten Gästen größere Kundgebungen vor den Wohnungen der in Potsdam abgestiegenen Heerfflhr-r veranstaltet. Große Züge mit Fahnen bewegten sich zum Palasthotel, wo Feldmarschall Mackensen Wohnung genommen hatte und zur Villa Liegnitz in der Wein-' meisterstraße, wo Hindenburg und Ludendorff wohnten. C» war- den.patriotische" Lieder gesungen und nationalistische Ansprachen geholten.*****■ Diese Kundgebungen sind, zehn Tage vor dem 1. Mai, p o l i- tische Kindereien. Aber sie passen so ganz zu dem Geist von Potsdam, der sich bei der Beerdigung wieder so herrlich offen- harte, daß der Berichterstatter der„Tägl. Rundschau" ganz entzückt von Ihm ist. In dem Oberlehrer-Blatt kann man nämlich folgende Erbaulichkeit lesen: Alle Großstadtneugier und Spalierseligkeit in Abrechnung gebracht, die bloß« Zahl der in Trauerkleidung er- schienenen Frauen, vor allem der besten Gcsellschaslskrclse, war so gewaltig, daß ein Zweifel an der Echtheit und AuirlchtiatiH dieser Trauer gar nicht auskommen kann. Wie viele Kririj»- krüppel waren allein in den Zügen zu sehen! Aber es ware� die, welche heute noch stolz auf ihre Wunden wie Ihre Schlachte» sind, nicht jene Radaukrüppel. die ihr Unglück zu Demonstratton». zwecken späteren fahren, um mit einem Utasseuausgebol Unglücks » licher Gestalten Eindruck zu mache».... Die proletarischen Kriegskrüppel, die in Gefahr stehen, ve» gessen zu werden, sie Männer mil zerfetztem Gesicht, mit zerschun- denem Körper, die nicht wissen, wie sie ihr Leben fristen sollen, da» sie zur Hälfte auf den Schlachtfeldern gelassen, während die Söhn« der eben begebenen Frau wohlgenährt in Deutschland herum} stolzleren,— d'ese proletarischen Kriegsverletzten sind nach de Zeugnis de« deutjchnatlonolen Blattes„Radaukrüppel Aber diese proletarischen Elemente gehörten nicht ln das Bl! wo die Trauertleidung der Frauen,„vor allem der best« Gesellschaftskreise" dominiert«. Denn, so singt der Man« de»„Blattei der Gebildeten": ..Alle« hatte seinen Rang, seinen Abstand, wie«» sich gehört und wie es sein muß, wenn nicht dl« allgemeine Der. � wahrlosung Plag greifen soll.... E» hält miseinandcr, wr» nun einmal nicht zusammengehört. Der von Irgendwoher Zu- gewanderte gehört nun einmal nicht neben den Gardeleu tniuM dessen Grafengeschlecht bi» in,»littelalter reich«... Da» müssen sich nun die Reugierigen sagen lassen, die die Raö� über im Park von Potsdam„Bankarbeit" ge-tesert haben, um nur ja mit dabei fein zu dürfen. Sie gehörten eigentlich gar nicht nebtä den— Gardeleutnant! n Dafür aber waren einige russische Generale avwesend — unter anderen der bekannte„Fürst" Awalow-Bermont, der Bandensührer au» dem Baltikum, die als Konterrevolutionäre sich neben dem deutschen Gardeleutnant sehen lassen durften.? Der Teil de, deutschen Bürgertums, der heute wieder schweift wedelnd hinter dem Zollerntroß herläuft, bestätigt lediglich deck Wort jene» alten' nationalltberalen Führers von ehedem:-Hunde> sind wir ja doch!"., 4* Der Spielfilm. Bon Dr. Erich Ricklinger. München. AehnNch, wie früher schon in der Literatur der Ruf nach dem „Jiaitdlungsroman" ertönte, ist jetzt für den Film der„Spielfilm" al, Forderung de« Tage» aufgestellt worden, der Wert und Wirkung in einer konzentrierten„spannenden" Handlung und einer völlig durch. gebildeten Darstellungstunst der Schauspieler sucht. Daß der Film nur von Handlung lebt, ist der Urgrund aller Kinoweieheit: be« merkenswert Ist dagegen die mehr materiellen al» ideellen Gründen entspringende Erkennwi», daß auch mit verhältnismäßig geringen Mitteln stärkst« Erfolge erzielt werden können. Diese heilsame Rückschlag», und Emanzipation«ersch«inung könnt« dem von pedantischem Aesthetenhochmut freien literarisch-pädago» gischen Standpunkt nicht unwillkommen sein. Durch einen ge- schmackvollgezügelten Spielsilm könnt« die Massenseele von Uebersättigung und Ueberreiztheit befreit werden, ohne daß da« wohlverstandene Recht der Phantasie unterdrückt würde. Ein«ner- gischer, geschickter Ausbau de» Epielsilm» ließ« erwarten, daß die Seifenblas« de« übertriebenen Ausstattungefilm» zerplatzen und die Ramschware de» gang und gäbe zusammengestoppelten Kriminal- und Seusationsfilm» auch im letzten Vorstadttino überwunden würde. Um sich dem Strom der die Stund« regierenden Unkultur ent- gegenzustemmen, bedarf e» nicht einmal eine» Well- und Menschheit»- dichtere ersten Range»: andererseit» genügt aber auch tein neuer Kotzebue und Raupoch de» Film», der da, Flochenhafte seiner Handlung mit literarischen Allüren maskiert, ver neu« Pfadfinder muß mit technischer Meisterschaft»in« an Höhepunkten retHe, leben- atmende Handlung zu gestalten wissen. Der zusammenhaltende Faktor der Szenen wird dabei nicht, wie in vielen Fällen, un« da» rollende Filmband sein, sondern der dramatisch« Nerv. Der klar« Kopf de« Dichters wird ihn. auch wenn er moralischer Leidenschaft und sozialem Pathos mächtiger« Bentile öffnet, vor jeder Menschen und Ding« peinlich überspannenden Effekthascherei bewahren. Sein romantisches Herz läßt ihn die naiv« Luft der Meng« an der spannenden Wiedergabe de» bunten Leben»spiel» mitfühlend ver- stehen. Sein« Gestaltungsgabe muß da« Geheimnis der Kunst de- gründet haben, dt? immer nur zu unterhalten scheint und doch über der bloßen Unterhaltung steht. Dl« mit Konsequenz durchgeführt« Charakterzeichnung bietet kräftig und sinnfällig herausgehoben« lebenswahre Menschen. Die psychologische Durchleuchtung wird da» vetall mehr der augenfälligen mimischen Darstellungskraft der Schau- spiel« überlassen müssen und nur die Grundfarbe stärker anschlagen. Dem Reiz der Lokalfarbe wie der Bedeutung der Zeitsarb« wird ihr Recht, ohne daß dadurch, wie so häufig, das unveränderlich Mensch. Nch« verdeckt wird. In« bisherigen Anfänge de» Spielfilms lassen l«td«r erkennen, daß die Autoren sich gegen den reinen Kitsch zwar mit größerer Bor- ficht»«halten, aber dt» Lockmittel der Sensation und gotische» Räuberromanttk nicht entbehren zu können glauben, von der kapi- talistischen Filmindustrie ist dabei wenig zu hoffen: denn„Literatur verdirbt de» Geschäft". Auch ist zu befürchten, daß die Film. dramaturgen, mit deren mehr oder minder klangvollen Ramen setzt die einzelnen Firmen stch verbrämen, ähnlich wie ihre Kollegen von der Schaubühne,«Inen entscheidenden vinsluß nur dann haben, wenn sie zugleich Krediturgen sind. Alles Bedauern über die bisher nur schwächliche Entwicklung de« Spielfilm» darf nicht davon abhalten, unablässig an seinem Inn«. ren Ausbau-gp arbeiten. Mit seiner Eroberung wäre ein Graben gewonnen, von dem aus der Kampf für den Einsluß des gesunden literarischen Geschmack» au? den Film mit Erfolg weitergehen könnte. Trtböne: Franz Ztlolnär„Der Teufel", v« Theaterstück- schreib« Molnär macht es sich ln seinem„Teufel" bequem. Er verlegt, statt die inneren Vorgänge seiner Figuren zu gestalten, diese Inneren Vorgänge nach außen in«ine mephistophelische Ge. statt, den Teufel, der hier al» tipkopp« Sesellschaftsmensch auf- tritt, und läßt von diesem die, Chebrucheangelegenheit, um die e» sich natürlich handelt, arrangieren. Da» hätte ganz witzig werden können, aber Molnar war recht lahmen Geistes, al» er dieses „Spiel" komponierte. Eine greuliche Langeweile gähnt heraus, und man stellt fest, daß dieser Molnär gar nicht der große Theater beherrsch« ist, zu dem man Ihn immer wieder zu stempeln sucht. vi« Regie Eugen Robert» unterstrich die Ungeschicklichkeiten de» Aufbau», da er sie auf„Ttese" spielen ließ, ein Versuch, der ebenso am Libretto mit seinem unsäglichen Jargon wie an den Dar stell«» scheiterte. Vielleicht wäre au» dem„Spiel" etwa. Amüsantes zu machen, wenn es ganz auf da» Spielerische gestellt wird, ganz leicht, ganz bewußt ohne Tief« genommen wird. So kam«ine Halbheit Hera»», in der die amoralischen„Weisheiten" des Teufel» eine üble Dekoration abgaben. Arnold Kor ff, d« für Harry Molden den Teufel spielte, würde in einem Wiener Ensemble gewiß nicht ohne Reiz sein. Hier aber, zusammen mit Mitspielern, unter denen auch nicht ein Darsteller oder«ine Darstellerin Ist, d« od« die etwas mit Schauspielkunst zu tun hätte, wird auch er lahm aeltgt und muß mit schlechter„teuflischer" Mimik die endlosen Pausen der Hilflosigkeit sein« Mitspieler ausfüllen. Hanno Ralph tonnt« für die Islantha nur ihr Aussehen und ihre Toiletten einsetzen: alles andere stand unter den bescheidensten An. sprachen, wo auch Johanna Riemann und Dora Schlüter blieben — von den übrigen ganz zu schweigen. Ein kultiviertes Publikum. das man in diesem Kammerspielhause eigentlich voraussetzen sollte, hätte die Aufführung kühl registriert. Das Premierenpuvutum ab« war begeistert und ries seine Lieblinge oft. 0. ff. H. Ehrung deutsch« Msseaschast. Die Kopenhagen« Gesellschaft, d« Wlssenschaften wählte als ausländische Mitglteber u. a.: Hsstorisch. phllosophische Klasse: Prof. Fr. M e i n e ck«» B«l!n und Prof. F. W. K. Müll er. Berlin; Mathematssch-naturwissenschaftliche Klasse: Prof. ff. v a n d a u, Götttnqen. Prof. I. Morgenroth. Berlin. Prof. August von Wassermann-Berlin und Prof. H. W in tler-Hamburg. Die Genossenschaft deutsch« Bühnenangehörig« beging in Frankfurt am Main die Feier Ihre» SOjährigen Bestehen». Dem eigentlichen Festakt im Bürgersaale de« Röm«» ging«in« schlicht«, ergreifende Fei« zur Enthüllung der Ludwig. Barnay- Tafel am Oederweg voraus, von welcher Stätte aus Ludwig Barnay vor S0 Iahrbn einen Aufruf zu einem engeren Zusammenschluß aller Bühnenkünstler erlassen hatte. Im Römer selbst hotte sich eine statt- liche Festversonzeilung eingefunden, darunter der greise Barnay selbst, dem lebhaste Huldigungen dargebracht wurden. Den Festakt eröffnete der Hymnus„Die Himmel rühmen de. Ewigen Ehrä", worauf Präsident R i ck e l t einen Rückblick aus die Entwicklung der Genossenschaft warf, der mit dem Gelöbnis, das deutsche Theata stet» al« Tempel der Kunst zu betrachten, endigte. Weiter« A«. sprachen hielten Stadtrot Bernecker, al» Vertreter der Stadt Frank- iurt, d« hessische Kultusminister Dr. Strecker, Dr. Albrecht-Franl» furt im Auftrage des Reichsverbandes der deutschen Presse, Prässdevt Stern vom deutschösterreichischen Bühnenverein. Ludwig Fulda namens der deutschen Bühnenschriftsteller und-komponisten, Generai» intendant Weichert-Frankfurt, der Präsident des Bühnenverein». Baron von Putlitz und Ludwig Barnay selbst, dem nicht enden-> wollend« Beifall dankte. Dom Reichspräsidenten, dem Retch-kans' ler und vielen Ministern waren Glückwünsche eingegangen. Tag beschloß eine Feier im Schumann-Theater. ym Pentfche« Opernhanfe erSsfnet Kurt Taucher am Nmmetfc Donnerstag(»in«atilpiel al« Tannhäuser. Am SonnaStn' tttz, Dresdner Kammeriänger da» Gastspiel gl» Eavaradosji in*»«ca s ToSca: Frau Salvallnl, Searpia: Herr Reisinger. Gruft Deutsch wurde mit ganzjähriger vertragSp�icht an! StaalStheater engagiert. Sr wird zum erstenmal al»?>e«!o austret Vorträge. Uebrr.BroletarticheKunft- sp�/ bcr Arbech Maler O>to Aaqel am TonncrSlag 7 Nhr In der LoeUer.Kunfl.jkn stellung, Petersburger Sir. SS.— Dr. Edwin R e b« 1 0 1■"JJ RccchSiunZ wart, Iprichk'om Donnerstoa, Lt. d. M., im Hörsaals Kuniigewerb» Museum« über.« u n it, Reklame und®' C a' J.1• b» V — Im Graphischen Kabinett, KuiiürstcndammK32, 1-� Donnerttag L Olga W 0 j a n aus Werten von K l a b u n d. . Ter Mrinckesche Männerchor Berlin 1S00 � K.-S.-B.) anstaltet am eronntog 7'/, vhr in der Hochichul» v*1 unter mirfnng der' Opern« und Konrerliängeri., Maeg"'4 Alumi(Sozji, sowie de« Bwlin-Lirtuoseu Kurt Bogel ein Konzer» Tie elastische»«nhettöfchnte, Leben«. Vroduktt.nW � Heidt da« neueil« Buch von Pro,. Paul O e st r e P- �«»'-�nden b« Bunde««ntichicdener Schulresormer.«» ersch'� 0«»- ll. schwetschi, & Sohn. Berlm. g „Tristan und Isolde- in Pari». Im''s«'«.Tbampi«Ihiiett baden MstgU-der der n c e d er l ä n d t s ch e n"qlop.r.Tnstan uoh Isolde-(Tristan«t T-eult) mit auhergewöhn E�olg ausgeführt. � Ein PreiSausschretbeu für Bühnen' �"'RußlanT. Die vom rufst schen Dichter Valerius Vi juffow. �*.?'i cr iot# 500?!. ÖO COO un b 800 000' R a&ef im Volkstommifsariat für BittmnzSwcien ein�PreMaullchrt für Bühuenwerle. die.den Geist der Lest, d und die Ideen g«i Sozialismus- darstell I heilen Werte beirggen 1 Million Auch für den besten Roman ist et» Prei'/i worden. r■Jyilt«»WWWP».� ��ische Rolle de« �iroletauat» � Breüe für die. 3, einer Million Rubel ausgesetzt !tt. 783�35. Jahrgang OeilagZ öes VorWärts Mittwoch, 20. �prH7927 RJMJWU>4Wta GroMerüu Um üas Majorat. Der angebliche gräsliche Äiordanschlag. Die ebenso romantische wie phantosievolle Geschichte von dem Mordonschlag, der auf den Grafen Georg v. Schlieffen aus Schlieffen- berp verübt werden sollt«, ist ihrer AusNärung noch nicht näher gc- rürft. Der angeblich von dem verhafteten Hans Heinrich von Schlieffen und dessen gräflicher Mutter gedungene.Mörder in spe", der Gemiisehändter Rossel aus Görlitz blieb bei seinen Aussagen. Er gibt weiter an, daß er selbst, obwohl er dem jungen Grafen Hans Heinrich versprochen habe, ihm das Majorat durch den drei- iachen Mord zu verschaffen, die Tat nie ausgeführt hätte. Nachdem er aber von diesen� und seiner Mutter dt« großen Geld- betröge erholten habe, sei er von ihnen abhängig gewesen und auch wiederhost zur Ausführung des Derbrechens gedrängt worden.! Der in Görlitz oerhaftete angebliche Student Herbert S t« n s ch t«! Wt eine Doppelrolle gespielt. Er Hot den Grafen Georg! Wilhelm von dem von seinen Verwandten geplanten Anschlag in � Kenntnis gesetzt, sich dann ober hinterher auch an den Grafen Hansf Heinrich gewandt. Wie Rossel angibt, habe er dort gesagt, daß er in seinem-Wtrage komme und von dem geplanten Anschlag unter. richtet sei. Daraufhin habe ihn der junge Graf und seine Mutter in der zu der Besitzung gehörenden Waldmüble länger« Zeit beherbergt. Ausfallend ist es jedenfalls, daß der bedrohte Graf Georg Wilhelm von Schlieffen, der Majoratserbe, und sein« Ellern dieses von ihren Verwandten geplant« schwere Verbrechen für möglich hielten. Fest steht auch, daß Rosiel, bevor er verhaftet wurde, mit einem anderen Manne über den vom Grafen Hans Heinrich von Schliessen und seiner Mutter erhaltenen Austrog gesprochen hatte. Der auf Veranlassung des Görlitzer Untersuchungsrichter» in einem Berliner Hotel verhaftete Hans Heinrich von Schlieffen ist nach seiner Vernehmung w.Haft behalten worden und wird heute nach Görlitz übergeführt werden. Er war hier in Berlin mit einem Agenten in Verbindung getreten, um die Aus- beutung eines Bleistift-Feuerzeuges in die Wege zu leiten und auch um Kapitalien zu verschaffen und«in Exportgeschäft noch Spanien zu gründen. Die gegen Ihn und sein« Familienangehörigen von Rossel erhobenen Beschuldigungen b e st r« i t e t er entschieden. ,um stellvertretenden Bürgermeister und des Mechanikers Luscher zum besoldeten Stadtrat mußte die Entscheidung vorläufig aus» gesetzt werden. "Der„unMchÜge� Rofthhoff. Ei« vergehen wider die Polizeisiltllchkeft. Der Prozeß gegen den Schauspieler Friedrich Schütze aus Potsdam, der tn der Vorstellung von Sudermanns.R a s ch h 0 f f s" im Residenztheater in einer Szene durch eine unzüchtige Handbe- wegung bei einigen Personen Äergernis hervorgerufen haben soll, beschäftigte in der Berufungsinstanz die 8. Strafkammer des Land- gerichts l. Es handelt sich betantlich um folgendes:» Den alten Roschhoff in dem Sutvrmannlchen Stück gab über 100 mal Paul Wegen er. Als Nachfolger des Herrn Wegener In vle Vororttarife noch nicht festgesetzt. Der auch vom.Vorwärts' geführte Kampf gegen die geplant« übermäßige Verteuerung der Borortsahrpreife hat offenbar bereits einen Erfolg zu verzeichnen. Durch Wolff-Bureou wird jetzt mitge. teilt, daß die bisherigen Zeitungsmeldungen über die Gestaltung der künftigen Dororttarife verfrüht sind. Die endgültige Entscheidung über die Höhe der Tarif« wird erst in den nächsten Tagen er- folgen. Di« Preise werden vielfach niedriger sein, als bisher verlautete._ vle ttevgewählten öezlrksstaöträte bestätigt. Der Oberprästdent hat eine Reihe von Neuwablen für die Amtetz bon besoldeten Bezirksstadlräten, die infolge der Nichlbestätigung der uriprünglich Gewähllen notwendig geworden waren, bestätigt, in mehreren Fällen aber auch wegen eingelegten Einsprüchen vor« läufig die Entscheidung ausgesetzt. Im Verwaltungsbezirk b me, daß di« Darstellung des Angeklagten doch so gewesen, daß Personen Anstoß daran genommen haben und erkannt« auf 200 Mark Geld- straft_ Wucherpreise für Wurstwaren. Die PreiSprüsungSsjelle bat nach einer Mitteilung deS Berliner Magistrats vor einiger Zeit Probeschlachtungen vorge- nommen. Hierbei hat sich ergeben, daß die Verkaufspreise für Wurstwaren, namentlich für Thüringer, Fleisch- und Land- leberwurst, bei den dertzeiligen Fleischpreisen durchschnittlich um mehrere Mark pro Pfund zu hoch gewesen sind. Die PreispiüsungSstelle wird an der Hand der jeweiligen Preise die Augemesienbeit der Preise für Fleisch- und Wnrslworen weiterhin prüfen und Fälle, in denen eine übermäßige Preissteige- rung vorlixgt, zur Anzeige bringen. Nach dieser Feststellung der BeWucherung de« arbeitenden Volkes ist zu wünschen, daß jetzt mit aller Entschiedenheit gegen die schuldigen Fleischer vorgegangen wird. Verpflichtimg zur Abgabe der Steuererkläruvg. Ein Berliner Finanzamt soll kürzlich, wie wir mitteilten, den Bescheid erteilt haben, daß die Abgabe einer Smiererktcirptig für. die in Lohn- oder Gehaltsabzug stehenden Arbeiter. Angestellten und Beamten, deren Einkommnn weniger als 21000 M. beträgt, nicht mehr in Frage komme. Wie von zuständiger Seile erklärc wird, mutz es sich dabei um einen Irrtum handeln. Nach dem Gesetz find alle Stenerpflichiigeir, deren steuerbarcS Einkommen im abgelnu'enen Kalenderjahr oder in dem bei landwirischaftlichcn und gewerblichen Betrieben mit Buchfübrung an Stelle dieses Kalender- sabreS tretenden Wirtjchaflsjabr den Betrag von 10 000 M. überstiegen hat, zur Abgabe einer Steuererklärung v e r- pflichtet. �_ Krieg tstt Frieden. An der Wannseebahn kurz vor dem Bahnhof Botanischer Garten liegt rechts der Bahn anscheinend auf Lichterselder Gebiet ein bis- her unbenutztes eingedrahietes Gelände, auf dem sich bis vor kurzem nur die verfallenden Schützengräben auS der letzten Zeit de« Kriege« befanden. Seit kurzem konnie man mit Befiemden wahrnehmen. daß diese alten Gräben nicht etwa zugeschüttet und eingeebnet, sondern im Gegenteil vertieft«nd feldgemätz hergerichtet wurden. so daß sich jetzt aui dem Gelände regelrechte Schützengräben bin- ziehen. Nunmehr sind diese Gräben auch ihrer Bestimmung über- geben worden, denn die Reichswehr hält dort anscheinend regel- mäßig ihre Uebunocn ab. Man sieht die altbekannten Bilder: Feldgraue mit den Nachttöpfen aus dem Kopf und den Sturmriemen unter dem Kinn, ducken sich, spähen, zielen, springen auf und stürmen über den Grabenrand: sie weifen sich bin, reißen den Kolben an die Schulter und zielen— auf den Feind. Der ist auch da, lebendig sogar, auf der anderen Seite und macht denselben mörderlichen HoknspokuS. Man sieht' wie die Köpfe sich vorstrecken,. -wie alle Muskeln sich spannen: Schießen, schießen— töten'. � Wenn alldeutsche Korpsstlidenten den Ebrgeiz haben. ibreu Willen zum«sittlichen Wiederaufbau' dadurch zu betätigen. daß sie sich gegenseitig zu Hackepeter verarbeiten, so hat diese stiidentisch-wissenschaftliche Betätigung das Gute, daß sie sich unter AuSschfuß der Oeffentlichkeit abspielt. Die Reichswehr sollte die Vorbereitungen für ihr blutiges, sowieso zum Aussterben verurteiltes Gewerbe deshalb auch an entlegener Stell« betreiben uird den Mein chen, besonders aber der Jugend, nicht das widerwärtige und obiigßende Bild deS Zielens von Menschen auf Menschen bieten. Erhöhte»Kohlenpreise. Das Kohlen-mit Berlin teilt mit, daß infolge der am 1. April eingetretenen Bahnfrachterhöhung und der für einzelne Kokssorten bewilligten Erzeugerpreis- erhöhungen der Magistrat Berlin gezwungen ist, die Preise für Koks wie folgt festzusetzen: Preise für Küchen- und Ofen- b r o n d: Koks, Gaskoks gebrochen bei Selbstabholung ab Lager auf 21,85 M. je Ztr. Koks, Gaskoks gebrochen bei Lieferung frei Erdgeschoß oder Keller aus 23,85 M. je Ztr. Für Kokslieferungen an das Kleingewerbe, sowie für Zenttälheizungs- und Warliuvasicr- bereitungsanlagen in Fuhren nicht unter 30 Ztr.: Gaskoks, grob, 21,30 M. je Ztr.: Gaskoks, gebrochen, 21,80 M. je Ztr.: Westfälischer oder Lichtenberger Schmelzkoks 27 M. je Ztr.: Oberfchlesifcher Schrnelzkoks 26.75 M je Ztr.: Niederschlesifcher Schmelzkoks 31,90 M. je Ztr.: Sächstscher Hüttenkoks 31.35 M. je Ztr. Die Preise gelten für alle seit dem 3. April d. I. ausgeführten Kokslieferungen. Die Ersetzung der Pauschgebühr beim Fernsprecher durch G'- sprächsgebühren wird die gesetzgebenden Körperschaften i* nächster Zeit beschäftigen. Nach Ansicht der Vostverwalwno kann nur aus diese Weile die Möglichkeit zu einer gründlichen Vsrbesk des Fernsprcchwesens geschaffen werden. Ein Berliner, der Arbeit auf dem Lande suchte, teilt un« seine Erfahrungen mit. Er streifte mit dem Fahrrade von Freieniaoldo über Wriezen durch das Oderbruch bis in die Neumark hinein un'» fragte in Dörfern und aui Gütern nach Arbeit, doch überall wurde er nach Nennung seines Wohnortes kurz abgewiesen, ohne daß einer auch nur seine Papiere zu sehen verlangte. Dabei konnte er mehrfach feststellen, daß tatsächlich Arbeiter gebraucht wurden und auch Wohngelegenheit für Ledige vorhanden war. Aus einig-» Gütern stellte man ihm anHeim, bei den polnischen Arbeitern vi wohnen und sich mit ihnen zusammen verpflegen zu lassen. Er nimmt an, daß dies nur gesagt wurde, um ihn los zu werden. Der Arbeitsuchende wundert sich, daß er abgewiesen wurde, obwohl überall die Gutsbesitzer nach Arbeitern suchen. Wir vermuten, daß er ein Opfer de» Mißtrauens geworden ist, dos man ihm ein- gegenbringen zu sollen glaubte. Im allgemeinen ist es nicht mehr üblich, daß Landarbeiter, von Dorf zu Dorf wandernd, nach Arbeit fragen. Auch für Loudorbeiter bestehen Arbeitsnachweise. die dem Arbeitnehmer wie dem Arbeitgeber die Mühe des Suchens erleichtern. <4? Skine Menschenkind. III. Der Sündeafall.. Ddn Martin Andersen Nexö. Ei« bediente sich dieses Rechtes nach bestem Vermögen, durch Fleiß, Ordnung und rechtschaffenen Lebenswandel. Es war oft schwer genug gewesen, sich durchs Dasein hindurchzu- winden, damit das Volksurteil nichts fand, woran es einen misböngen konnte: Stine begriff nicht, daß es andern Menschen gleichgültig war, was über sie geredet wurde. Auch über die Bäuerin wurde viel geklatscht, aber Karen gab sich ia auch keine Mühe, das Gerede zu vermeiden. Demütig wurde sie nicht davon, sondern sie sah auf die Leute herab: sie machte sich nicht das geringste aus dem, was man erzählte, und tat genau, was sie wollte. Stme begriff diese Verachtung für alles, was schicklich und anständig war, ganz und gar nicht. Das mußte das sein, wovon es in der Helligen Schrift hclßt: eine Ehre in feine Schande fetzen. Obwohl Karen feit zehn Jahren Witwe war, wurde noch immer über ihre Ehre geredet. Sie war seinerzeit ein sym- pathisches, gutes Mädchen, und an dem Manne, mit dem sie sich oerheiratete, war auch nichts auszusetzen gewesen. Obendrein war es ein gottesfürchtiger Mann. Aber woran es nun liegen mochte— ob sie nicht zueinander paßten oder ob ' sre Kräfte dabei mitwirkten—, sie verließ die Ehe als eine andere als sie vorher gewesen war. CEtnige meinten, in .r Ehe feien zwei an und für sich gute Pferde zusammen- 'spannt gewesen, die überhaupt nicht nebeneinander hergehen »nnen, und die beiden hallen einander zerstört. Andere be- aupteten, daß das böse Blut in der Familie bei ihr zum Aus- �ruch kam, als sie das richtige Alter erreicht hatte. Man hatte es ja schon häufig erlebt, daß di« prächtigsten jungen Mädchen »u halboerrückten Xantippcn wurden, wenn sie über Haus und Heim zu verfiigen hatten. Jedenfalls haßten sie einander. wie nur Mann und Frau hoffen können, und vergifteten sich ihr Dasein, wo sie nur konnten. Und in diesem Punkt war sie die Tüchtiger«. Sie hatte ja den Hof. darum hatte sie leichtes Spiel ihm gegenüber, der nichts mit in die Ehe ge- bracht hatte. Und sie scheute nicht davor zurück, ihn in Gegen- wart der anderen wissen zu lassen, wie arm er war. Drei Söhne hatten sie dennoch zusammen. Es mußte also Zeiten zwischen ihnen gegeben haben, wo sie nicht gara wie Hund und Katze worein" Aber zahlreich waren diese Stunden ge- wiß nicht. Als sie einige Jahre verheiratet waren, bekam er die Aus- zehrung— wie die einen meinten, vor Aerger darüber, daß er es nicht mit ihr aufnehmen konnte, wie andere sagten, weil sie ihn mit Ueberlegung auf feuchten Laken schlafen ließ. Mochte sie es nun bereuen oder nicht, sie kaufte Kognak�und süßen Punsch für ihn, damit er Herr über die Tiere würde, und trank selber mit ihm, damit er noch mehr hinunterbe- kommen sollte. Und es gelang wohl auch, die Auszehrung niederzuschlagen, aber ein Wrack war er. Er, der anfangs überhaupt keine starken Getränke vertragen konnte, mußte jetzt am liebsten immer„im Tran" fein.„Meine Frau hat mich so lieb, daß sie mich in Spiritus gesetzt hat," pflegte er zu sagen: und dann lachte Karen so'herzlich, daß man sich ihres Lachens noch lange erinnerte. Angenehm waren die Verhältnisse nicht, unter denen die Knaben aufwuchsen: und es war beinahe eine Erleichterung für sie, als st« den Vater an einem Wintermorgen auf der Tenne erhängt fanden. Nun waren sie vaterlos und der Hof ohne Bauer. Witwenbett ist gewiß auch kälter als Ehe- bett... selbst wenn man mit den Rücken gegeneinander liegt: Koren hatte den Mut, sich wieder zu verheiraten, besonders, wenn sie dadurch dem Hofe etwas Geld«zuführen tonnte. Aber niemand wagte es so recht, den Platz des Selbst- Mörders einzunehmen: und so mußte sie sich denn allein mit den Dingen' und ihren drei Knaben durchschlagen. Dos machte sie nicht milder, und je älter und selbständiger die Söhne wur- den, desto schlechter kam sie mit ihnen aus. Dann verließen sie nicht milder, und je älter und selbständiger di« Söhne wur- zubereiten, und dann bekam er eine Anstellung in der Nähe der Hauptstadt. Der Zweitälteste ging in Dienst. Wenn er doch anderen gehorchen müsse, meinte er, so ziehe er es vor, bei fremden Leuten zu dienen. Die Leute fanden feine Rede wundersich. Gab es etwas Natürlicheres für einen Sohn, als sich der Mutter unterzu- ordnen und ihr zu gehorchen— wenn er sie lieb hatte. Aber mochte es nun fein wie es wollte: die Söhne vom Bakkehof hatten nichts für ihre Mutter übrig. Nur der jüngste Sohn Karl blieb zu Hause, nicht weil er sich dort wohler fühlte als die andern, sondern weil er sich nicht von der Herrschaft der Mutter freimachen konnte. Er war ein scheuer Bursche, der zu weinen anfing, wenn einer ihn bloß aus die Augen tupfte. Er lachte nie und sah dauernd müde und schuldbewußt aus. Die Leute raunten einander zu, die Mutter übe eine unnatür- liche Macht über ihn aus, und die Reue hierüber bedrücke ihn und treibe ihn zu den Frommen. Stine hatte gute, Ohren: sie härte alle?, was erzählt wurde. Einen Teil davon verstand sie nicht, aber sie legte es sich auf ihre Art aus, und so kam es. daß eine eigentümlich drückende Stimmung beständig über einem hing. Auf dem Bakkehof war von Gemütlichkeit keine Rede: ein jeder hing seinen eigenen Gedanken nach, zu einer alle vereinenden Freude war kein Raum. Die Bäuerin gab dem Meere die Schuld, dem verfluchten Meere. Wenn sie etwas zu viel ge- trunken hatte, kam sie auf den Hofplatz und ließ ihrer Wut freien Lauf. Der Sohn aber meinte, Gott habe fein Antlitz von dem Hof abgewandt. Nur Sine ging rotwangig und un- angefochton ihrem Tagewerk nach, und Stine hielt sich meistens zu ihr. Es wurde ihr schwer, mit der Bäuerin auszukommen, der sie eine natürliche, vorbehaltlose Ehrfurcht entgegenbracht«. Die Bäuerin war ja die Vorsehung, vor der alles, Gutes wie Böses, herrührte: ihre Hand strafte und gab gnädig das tag- liche�Brot. Und eine gute Drotmutter war Karen: sie ging dauernd mit einem Anrichtmesser in der Hand umher, und auf ihrem hervorstehenden Bauch waren große Fettflecke zu sehen. Sie war selbst ein großer Ester und gönnte den andern auch gute Mahlzeiten. Das versöhnte einen mit ihr: der Bakkebof war bekannt dafür, daß man dort gut zu esten be- kam. Aber von ihrer beleibten Gestalt strömte so viel anderes aus, das Stine schwindlig machte und erschaudern ließ. Stine hatte gelernt, daß man nicht allein seine Pflicht gegen diejenigen tun solle, in deren Dienst man stand, sondern daß man sie auch liebhaben müste. Ihre Pflicht tat sie voll- auf, aber es war ihr nicht möglich, die Bäuerin lieb zu ge- Winnen. Selbst wenn stö draußen auf dem Felde bei ihrem Vesperbrot saß, wollte es ihr nicht gelingen. Sie empfand es al? f.r.i Art Untreue und war unzufrieden mit sich. (Forts, folgt.) Itach JSwflii 3t" bestimmte Postsendungen werden vielfach mm Berliner Absendern nur mit der Ortsbezeichnung„Norden"' verleben und infolgedessen nach Norden(Ort in Ostfriesland) fehlgeleitet. Zur Vermeidung von Verzögerungen ist daher die An- gäbe„Serltn 5t" erforderlich. Unterschlagung von Spedittonsgilkera. Zu der unter dieser Spitzmorle erschienenen Notiz m Nr. 146 de«.Borwäri«" schreibt un« der Epediieur Wenzel, day er keine Speditionsgüter unter- schlagen habe und auch deswegen nicht geflücktet sei. Er sei vielmehr auf Grund ordnungsmäßiger Papier« zu einer Verhandlung mit dem Königlich Holländischen Lloyd nach Amsterdam gefahren. Bei der angeblichen Unterschlagung handelt eS sich um erne ordnungS- mäßige öffentliche Versteigerung von Lagergut, für das kein Ber- sender und kein Empfänger zu ermitieln war. Fräulein Bruhn sei nicht seine Buchhalterin, sondern seine verlobte und habe mit dem Geschält nichts zu tun. Weil er an Herzkrämpfen leide, habe sie ihn auf Anordnung des behandelnden Arzte« begleitet. Da sich an die Amsterdamer Verhandlungen eine Geschäftsreise in daS rechtsrheinische Gebiet nötig machte, habe sich seine Rückreise infolge der Besetzung dieses Gebietes kurz« Zeit verzögert. Seine Flagge auf dem AniverflkSlsaulagebäude. Wir be- richteten kürzlich, daß auf dem Aulagebäude der Universität die S logge halbmast gehißt sei. Wie uns von einem Betriebsrat der niversität mitgeteilt wird, handelt es sich hier nicht um das Aula- gebäude. sondern um da» daneben liegende Saiser-Wilhelm-Palais. Sic Sportableilung da humboldt-yochschule veranstaltete am Sonntag ,n der„Teala" eine Matinee. Herr Neukirch, der Ab- teilungSleiter da Sportabteilung, sprach über den Sport und leine individuelle wie gesellschaftliche Bedeutung. Der Dozent Jrutschat führt« mit feina Schule gymnastische Uebungen vor. bei denen, den Ausführenden vielleicht unbewußt, Gleichmaß und Rbythmu« starke ästhetisch« Wirkungen hervorbrachten. ES folgte unter Führung de« Herrn Rolouk ein Boxkampf, der— man sage, wa« man wolle— «ur so lange nicht unerträglich rob wirkt, wie er Spiel bleibt. Zum Schluß wurde der hier schon besprochene Film.Das Wunder de« Schneeschuh«" gezeigt. Kein Mord, kein Totschlag, kein Ehe- bruch und kein Unglückssall ereignet sich. Kein Filmstar wirkt mit. Darstellerin und Meisterin zugleich ist Alllchöpferin Natur. Ein Appell an den guten Geschmack de« Publikum», da« oller Borau«- ficht noch richtig reagiere» wird. SS ist kein Film»»ehr, e« ist ein vollendete« Kunstwerk. »Da« neue«Seorgieu.« lieber diese« Thema spricht ans Einladung der Jungloziatlftlschen Bereinigung SPD..«Sruvoe FriedrichShain. morgen sDonnerSt-gi, abend« 7'/, Uhr. im Konferenzzimmer der»emeindtlchule. etrofwiannsirasi«, nahe Petersburger Platz, Genoff« Kuuda ts« von der Georgischen Sesandtschast. Gäste willkomme». Schwere Strafen für Jerrys Opfer. Zilmsthau. „Der zeugende Tod", ein Filmdrama in sechs Asten, wird st» der Schauburg gezeigt. Da« ganze ist reichlich langatmig und be- handelt da, Schicksal eine» Arzte», der«in Mittel zur Bekämpfung eller Krankheiten gefunden zu haben glaubt und schlieblich ein Opfer seiner Entdeckung wird. Diese« nicht gerade neue Thema wird mit üblichen Mitteln und nicht gerade sehr überzeugend dargestellt. Das best« daran ist der Titel.— Di« Filmoperette„Banditen", zeichnet stch durch flotte Handlung und gute Darstellung au«. Srsß-Serlkne? Partesnackrichten. Heute. Mittwoch, de« 20. April: U.«teto MH«. 7 Mir t» berjtunchall» der*1. ltemeinbtf*aU, Mfflsttaft«, Setfommlunj der ans dem Baden der SPD. stehenden«lternbeirit» der n.»od n.«emelndefchule. Stellungnahme«ur Wahl der Slterndelrllt». W.«M. 7 Uhr in der Schotaula Danzizer Str. 2», Persammlung sämtlicher TPD.-Stterndeirllte. Beferent Dr. SNchard Lahmann. W. Abt. 7 Ml Uhr bei Stümper, Ftenaburger Str. 8, Sitzung bat Abteilung». leitnng, der sfunktianSr» und Bezirleftihrer. Wichtig« Tage-ardntmg. 80. Abt. Frirdena,(Ortateil von Gchönrdergi. 8 Uhr dri Gütlich, Äuben«-, Begaastra�r. Franrntlbrnd� Stesereniin Krau Dr. Birbrr. versamm�ng,_________ M.»dt. Scutäll*. 714 Uhr bei TaubrI.«eifestr. Ä, Sitzung sSmtNcher Funt> M. Abt. Str�litz. ��Uhr in der RealsAule, Äm�Stubrnrauchplatz, DtitgNeder- Barstandewahlrn. Wichtige Tagesordnung. tianärr. W8. Abt.«elnickrnderf.vst. 7 Uhr i« der». Semeindeschul« Eeneralversamm- lung. Siehe gestrige BatU. «eibmannslnft. 7V4 Uhr bei Weurich, am Bahnhas, Dersammlung. Reiereni Gcnafsl Maiuschek:..Ttruerfrage». Blantenburg. 7 Uhr dri«lug. Danstraße, Keauenaven». ilieserent Dr. Lembke: „Seturtenverminderung oder«vebllrzmang�. 7t.«rei» Schtzneberg.Kriedenan. 714 Uhr hei Obst, Martin-Luther�tratz fammentonft der»8— ZSiShrigen Genossen und Senosstnne» zweck» düng«wer„Znudsazialtstlsche» veeeinignng».«artrag de, Genosse»! stellet über„Wesen und Ziele ber I'ingsaziallsten�. M. Abt. 7 Uhr bei Burg. Prenzlauer«Uee 18». Morgen. Donnerskag. deu 21. April: Luther�tratz«, N». ine« zweck« Grün- ....«s»enosse» Robert stellet über„Wesen nnd Ziele ber Iiingsazialisten�. Abt. 7 Uhr bei Burg, Prenzlauer Aüee 188, wichtig« Sitzung ber Knut- tianSre. *. Abt. Banns«. 7% Uhr Im..Reichsadler», Mnigstr. 88. Öffentlich»«ersann». lung. Referent Gustav Heller. SR. d. 8.:„La« von Berlin*. 7b.«bi. SchSnebeieg. 714 Uhr de!«ratz,«edanftr. 17, Knmenaben». Referent Genosse Albin Mah»:„Wahlsahrtspflege*. Erscheinen bringend uotwendig. VSste willlammen. Wl. Abt.«»t.»lie»ick-.KaNr»b»m. DI»»arstandssttzuna Nndet nicht am»in. »ach. sondern erst am Dannerstag, de»«l. April, abend« 8 Übe, bei stllnaenderg. Grünauer Str. 29, statt. R8»tg>aihsl Zepernick. 714 Uhr bei Biartz Generalversammlung. ?ugenöveranstalttmgen. «Mbstt«ae7wt.z»gr»»»ratz Berlin,«etretariat!»78.«b, z» be»&aai n. Mittwoch, den 20. April: »— Isbarf»»»««ich,«ararte. Ein Lichldildernarirag: �Z« Land« de« BNNernachtssanne* findet heut« abend 7 Uhr im Jugendheim Nanlsderf, Adalfstr. 28, statt,»arttagendee Herr Bürgermelster Dr. Röder. Eintritt stet.»in Stistnagssest findet am Donnerstag, den 21. April, in der Lindl- Brauerei. Kermannstratze, van der Abteilung Aentbll« statt. Eintritt 2 Di.— Gesundbr»«»«», Schul« Gothenburaer Str. 2,«iskusstansabend:„Wie stellen zu den Weimarer Beschlüssen?*— Lichtenberg! Parkaue 10, Bartrag: i Lichtenbergs*.— gtarbm: Schul« Putlmfer Str. sie,«ottrag:„Sozia. ...»us*.— oft»» lPetersburger Blertel)! Stratzmannstr.«, Miidchenabend.— Brenzlaner Barstebi, Schule Seneielderstr. 8/7, Diskusfiansabend:„Wesen und «IWfslHVt. ISUsUtU WCMCIDiUCLlll., u/e, � z»i U)] IU• lOUUC UU../WCsCIl UIIV Ziele der politischen Parteien*.— Südwest- Zenttaliuqendheim Lindenftr. 8, Battrag:„Da« Wandern*.— Wedbingi Schule Trifistratz«,»artrag:„ff ritz Reuter*.— WUmersdsrs, Schul« Rablenzer Straße, Bursche», und Mädchen. abend. Mus aller Welt. Schlagwetter im vramikohlenschacht. Ans dem Brauntohlenscba»» Eäsar der Alkaliwerke W e st e r» «aeln wurde« durch eine Exvlosion schlafender Wetter 30 Berg' leute betäubt. Sie tonnten wieder in» Leben zurückgerusen werden. Dagepen dürften 4 Bergleutt, die vermißt werden, der Explosion zum Opfer gefallen fem. vorträae. verekne unü Versammkvnaen. Du ad acUgiita«azialifte».»«jitfsgnippe Waadit....._____._ n. April, abends 148 Uhr. im Nein«» Saal der Patzenhafer Brauerei, Turm stratze 2«, Eck« Steamsteatz«. öffentlich« Versammlung. Thema: Der«und reli» giöser Sozialisten und die S»g»nwatt Referenten! Psarrer Piechowsii nnd Dr. stSschri.—«irttraerei» Berliner Westen. Miltwoch, den 20. Apttl,-hends 714 Uhr, Lichtbilderaortrag in der Aula des Kall-Realgymnasium«, Lllhawstr. 8«. Dr. med. Bornstei» spricht über �ansbefitz nnd Tuberl»las«*. MatrUtslarten am Saaletngang. Geschäftliche Mitteilungen« m 1. März der Rur. und Bade- Rur« uud Badehaus sowie siiint- Mai kanzertiett da, Kranlsurter Sinfs nie. Orchester. Goiiplatz und TenniZplötzr find bereit« spielbar. Prospttr« persendet die ltadttsch» Rur- und Bad«Verwaltung. t(Schluß aus der Abendausgabe.) Zeuge Kriminalkommiffar Sch erler gibt noch an: Hölz hat bestritten, mit den Taten in Berlin etwa« zu tun zu haben: er hat aber gesogt, daß er etwa vor 6 Wochen in einer Dersammlung in der Berlichingenstraße gewesen sei, deren Zweck e» war,»inen Senoffen zu gewinnen für die Befreiung inhaftierter Genossen. Das war olle»»m» er sagte." Vors.: Heute wurde hier behauptet, daß ein Wilhelm Hering bekunden würde, daß sein Sohn unter dem Namen„Ferry" in Mitteldeutschland herumreise, daß er unter diesem Namen in Halle gefangen worden sei, und der Polizei sehr gut bekannt ist. Zeuge: Ich habe schon gestern erklärt, daß die Polizei ftoh wäre, wenn sie den Ferry hätte. Auch wir sind der Ansicht, daß Ferry der spiritu, rector de» Unternehmen» ist, und hatten schon vor der Derhastung der jetzigen Angeklagten bestimmte Ermittelungen behufs Festnahme de» Ferry eingeleitet. I.-R. B r o h: Wir kennen ja diese Komödie. Bogel ist auch verurteilt worden und nachher hat da» Auto bereit gestanden, um ihn nach Holland zu bringen. R.-A. Dr. F r a e n k e l fragt den Zeugen dann, ob er die Ueberzeu- gung habe, daß die Polizei den Ferry nicht bereit» hat, daß er also nicht identisch mit Hölz sei. Zeuge: Meines Erachtens ist das a u s g e s ch l o f s e n. I.-N. B r o h: Ist der Polizei bekannt, daß Ferry sich als Wilhelm Hering bei der Polizei schriftlich ange- meldet hat und danach auch persönlich auf dem Polizeibureou ge- wesen ist? Ich folgere daraus, daß Ferry nicht Hölz sein kann, denn Hölz war selbstverständlich nicht angemeldet und konnte stch deshalb auch nicht zur Polizei begeben. Zeuge: Das ist garnicht unmöglich, wenn er stch unter falschem Namen angemeldet hat. kann er schon dort gewesen sein. HSlz steht heute ganz ander» au», als auf den Bildern. Kein Mensch würde ihn erkennen. Der Zeuge bekundet noch, daß HSlz bei seiner Lernehmung in jeder Beziehung zurückhaltend war. I..R. Droh: Hölz hat den Wunsch ausgesprochen, vor dem Schwurgericht in Plauen abgeurteilt zu werden. Zeuge: Er hat gesagt, daß er natürlich auch andere Attentate ausgeführt habe, aber nähere« hat er nicht ongegebeiG I.-R. B r o h: Hat der Zeuge nicht den Eindruck gehabt, daß Hölz nicht ein solcher Phantast und Narr wäre, ein so nutzlose» Unternehmen, wie da« bei der Siegessäule zu veranstalten, sondern, daß er genau weiß, wa» er will, und wie jeder Feldherr Im Kriege handelt, wenn es notwendig ist. Brücken sprengt(!). um Truppen fernzuhalten und ähnliche»? Zeuge: Ich halt« den Hölz für einen sehr ener- gischen Mann, aber diese Schlüffe zu ziehen, ist mir unmöglich. R.-A. Dr. F r o e n k e l: Haben Sie nicht nach der Verhaftung de�. Frau Wolf ihr vorgehalten, die Polizei wisie, daß die Eheleute an dem Sonntag, an dem sie nachts oerhaftet worden sind, in Korlshorst gewesen seien. Zeuge: Das habe ich gewußt. Verteidiger: Daraus folgere ich, daß die Wohnung bewacht war. Die Polizei muß dann also auch gesehen haben, daß an diesem Tag« Ferry in die Wohnung hineingelangt ist. Zeuge: Wir hoben den ganzen Vormittag stundenlang gewartet, und«» ist un» tlicht gelungen, Ferry zu bekommen, so daß wir die Ve- obachtung als zwecklos ausgaben. R.-A. F r a e n k e l: Sie haben also vielleicht die Beobachtung unmittelbar, bevor Ferry ins Haus kam, aufgegeben, so daß dieser nachher das Haus auch ungehindert ver- lasten und seine Reise nach Mitteldeutschland ontteten konnte. Zeuge: Dieser Folgerung kann ich nicht zustimmen. Vors.: Hatte die Beobachtung lediglich den Zweck, Ferry zu verhaften? Zeug«: Ja. natürlich hätten wir auch den anderen Mann, den sogenannten Spandau«», festgenommen, wenn er dabei gewesen wäre. Staat»« nw.: Halten Sie es für ausgeschlosten, daß ein« höher« Instanz über Ihre» Kopf hinweg Anweisungen hätte geben können, den Jerry enkschlüpsen zm lasten? Zeuge: Das hafte ich nach dem ganzen Geist meiner Behörde für ausgeschlossen. Damit ist die Beweisaufnahme zu Ende. Vors.: Wir müssen uns nunmehr über die von der verteidi- gung gestellten Anträge über Vertagung usw. schlüssig werden. Staatsanw. Dr. Jäger: Ich bitte, diese Anträge abzulehnen, ins- besondere auch den Antrag auf Dorführung des Max Hölz. der die Angeklagten einschüchtern könnte. Nach längerer Beratung verkündet der Vorsitzende folgenden Gerichksbeschluh: Der Antrag der Verteidigung auf Vertagung. Ermittelung und Ladung de» Ferry(Wilhelm Hering oder Franz Kramer) und de, Wilhelm Pieper in Neukölln zum Beweis« darüber, daß Ferry ein Polizeispitzel sei und die Angeklagten zu dem Siegessäulen- attentat veranlaßt habe, wird abgelehnt, da durch die Aussage de» Kriminalkommissars Scherler einwandfrei feststeht, daß Ferry kein Polizeispitzel ist, und daß die Polizei alle nötigen Maßregeln ergriffen hat. um Ferry zu fassen. Die Tatsachen, daß Pieper der Polizei Mitteilungen über das Attentat gemacht habe, sind für die Beurteilung der Schuldfrage unerheblich. Die Vernehmung des Wilhelm Hering in Magdeburg Ist durch die Aussage des Krimi- nalkommissar» Scherler unerheblich geworden. Dasselbe gilt von der Vernehmung de» Zeugen N o s c m. Ver Antrag, den Max Hölz al» Zeugen zu vernehmen, wird abgelehnt, well als wahr unterstellt wird, daß Jerry nicht identtsch mU Hölz ist und well auch, wenn Hölz die übrigen Beweisfragen bestätigen würde, seine Aussage mit Rücksicht aus den Verdacht seiner Tell- nehmerschost unerheblich sein würde. Die Verteidigung will hiernach überlegen, ob sie ihr Amt weller. führen könne. Nach der Mittagspause ist die Verteidigerbank leer. Der Borsitzende stellt da» fest und erklärt hierauf die Beweisauf- nahm« für geschlossen. Staatsanw. Dr. Jäger: Die Siegessäule ist in unseren Togen der haßerfüllten Feind« da» einzige Symbol der deutschen Einig- keit. Zu anderen Zeiten würde man die Tat für da» Produkt eine» Geisteskranken gehalten haben. Die Tat wäre ohne die kommu- nistischen Besttebungen der Angeklagten unmöglich. Ueber dep Kommunismus al» Weltanschauung wird die Geschichte entscheiden und nicht der Gerichtshof. Wie jede Partei, hat auch die kommu- nistische das Recht, ein« Aenderung ver Reichsverfassung zu erstre» den. Kommunist zu sein, ist Privatsache de. Einzelnen. Ander» Protest gegen die Ablehnung iyrer Beweisanttäg«(Scheinattentak), weiter zu amtieren. Staatsanw. Dr. Jäger fährt fori und weist u. a. darauf hin« daß die Frage, ob die Idee zu der Tat dem Hiru de» Jerry oder Höh entsprungen sei, in dieser Verhandlung nicht aufgeklärt werden könne. Der Aufstand in Mitteldeutschland sei aber nicht von den Hölzschen Kommunisten inszeniert, sondern von den von Moskau geschobenen Leuten. Der Staatsanwalt kommt zu dem Schluß, daß stch die Angeklagten schuldig gemacht haben. Zu ihren Gunsten sei anzunehmen, daß sie vielleicht unter dem faszinierenden Einfluß eines geistig höherstehenden Mannes gestanden haben. Dies we?d« auch durch das Gutachten des M'dizinalrats Störmer bestätigt, der sagte, daß die zum größten Teil nervenschwachen Angeklagten sehr leicht zu beeinflussen seien. Andererseits handele es sich um eine von der Zerstörungswut brutal fanatischer Menschen geplante Tat, durch welche lediglich die Derießung des Gefühls, welches noch in einem großen Teil unseres Volkes vorhanden ist, beabsichtigt war. Gerade die Angeklagten, die verlangen, daß mo» ihre poli- tische Ansicht respektieren soll, haben"sich dazu verstanden, eine brutale Verletzung der Gefühle und politischen Anschauungen weiter Kreise de» deutschen Do«?«» zu begehen und es kann kein« Rede davon sein, daß die Tat ein Spitzelunternehmen ist. Juristisch sei. selbst wenn Ferry kein Attentat geplant hätte, ein? Strafbarkeit der Angeklagten vorhanden. Es genüg« nach§ 6 de» Sprengstoffqesetze» allein schon die Verabredung mehrerer Personen. eine derartige Handlung begehen zu wollen. Schließlich wurde» beantragt gegen Maebe». Merdon, Tkenmann. hanoemonn. Kranz, Saminski nnd Schnrschinski je 9 Zahre Zuchthaus. 10 Jahre Ehrverlust und Polizeiaufsicht sowie Einziehung de? beschlagnahmten Waffen; gegen P a o m b a ch. Lemke und Röhrlng ze 5 Jahre Zuchthau», zehn Jahre Ehrverlust und Polizeiaufsicht wegen versuchten Hochverrat» und verbrechen gegen da» Sprengstoffgesetz: bezüglich de, Kunst- maler» Wolf Freisprechung, weil die Beweisauftuchmc nicht genügend Belastungsmaterial ergeben habe. Verteidiger V r o h hält eine mehrstündige politische Rede, tn der er u. a. sich gegen sämtliche politischen Parteien wendet. Alle Unruhen seit der Novemberrevolution seien hervorgerufen durch die Spnzelaktionen der Rechtsstehenden. Leider sei das Prole- tariat daraus immer wieder hineingefallen und auch jetzt wieder. Die Ebert, Severing und Hörsing hätten den klaren Plan gehabt, der von dem Kopf der sozialistischen Regierung, Parvus-Helphand, aus- gearbeitet wurde, den Rechtsstehenden zu zeigen, daß sie genau so wie diese imstande seien, die gegen die Satten anstürmenden Hungrigen niederzuschiagen. Hörsing sei daher beaufttaat worden, in Mitteldeutschland zu p r o v o z i e r e n. Die Kommunistische Partei sei nicht von Moskau, sondern von Severing geschoben worden. Das Proletariat müsse endlich lernen, ssch nicht mehr von der Parteipolitik von link» und rechts provozieren zu lassen, feine Rettung werde ihm allein die Organisierubg in den Betrieben bringen. Auch Hölz halte den Ferry für einen Provokateur und Spitzel. Die Tat sei gar nicht ernstlich ausgeführt worden, sondern nur ein Theater- raup, und die Angeklagten müßten freigesprochen werden.-- Verteidiger Frä n k el betonte, daß der Wächter der Siegessäule und nach ihm die'0 bis 80 Personen das Dynamit nicht gesehen haben. Die Siegessäulenaffäre sei von der Polizei zu einem Bürger- schreck benutzt worden. Das Gericht dürfe seinen Spruch nicht noch den Wünschen der rechtsstehenden Presse fällen, sondern nur da? wirklich« Recht zu finden suchen. Der Verteidigung sei leider � der Beweis abgeschnitten worden, daß Ferry nicht die Absicht der Sprengung hatte. Dieser Deweis müßte unbedingt zur Freisprechung der Angeklagten führen. Die Angeklagten erklärten ssch für vollkommen unschuldig, namentlich der 19 jährige Kaminski hielt noch eine längere Red«, in der er schilderte, daß er durch Hunger gezwungen worden sei, zu st e h l e n, und eine trübe Jugend gehabt habe..Sie können gar nicht nachempfinden, welchen Zorn wir gegen die reich« Brut der Geldsäcke haben, die schwelgen und prassen, während wir tägftch gequält werden. Ich habe kein Vertrauen zu diesem Gericht, weil es ein Gericht von Geldsock» Gnaden ist.(Mit der Hand auf den Staatsanwalt zeigend): Wenn es auf den ankäme, würden wir gleich an die Wand gestellt werden. Als einziger Jugendlicher würde Ich gern die Strafe der anderen auf mich nehmen, obwohl Ich das kaum überleben würde. Wenn Ich aber lebend Herauskomme, weiß ich, wa» ich zu tun habe! Vas Urteil. Nach einstsindiger Beratung verkündet der Vorsitzende Land» oerichtsdirektvr Braun folgende» Urteil: Bezüglich der Angeklagten Baumbach, Lemke und Wolf ist da? Gericht mangels Be- weisen zur Freisprechung gekommen. Die Angettagten Kranz und Sa Minsk i werden nur wegen Vergehens gegen die Verordnung betr. den Waffenbesitz und die Entwaffnung der Bevölkerung ver- urteilt. Dagegen mußten die anderen Angettagten wegen de« Der- brechen? gegen da» Sprengstoffgesetz in Tateinheit mit Hochverrat und zum Teil wegen Vergehens gegen die genannte Verordnung verurteilt werden. Da» Gericht hat kein Bedenken gehabt, an zu- nehmen, daß - kein SpihekaNenkak vorliege. Es hcmdeft stch im Gegenteil um«in ganz ernsthaftes Attentat gegen die Siegessäule. Das Attentat steht in Derbindung mit dem Aufruhr in Mitteldeutschland. Da, geht schon hervor aus dem Ausspruchs F e r r n» In der Bersammlung in der Berttchingen- straße, daß dl« revolutionäre Bewegung«inen Anstnß bekommen müsse, serner darou», daß der Sprengstoff aus dem Mansfeldilchen herftamm«. dem Zentrum der aufrührerischen Bewegung. Di«. An» gettagten wollten einen Auftakt geben zu dem Aufruhr in Berlin und wollten, daß die Verfassung de, Deutschen Reiches gewottiom geändert werde. Sie haben dnmit gegen§ 31 StGB, verstoßen. Die Sirofe mußte nach tz 6 des Snrengstoffgesetzes bemessen werden, weil dieses die höhere Strafe vorsieht...... Kranz und K a m I n f kl wurden zu 6 Akonoken Gefängnis verurteilt: bei den anderen Angettagten war kein Anlaß, auf die mildeste Strafe zu erkennen. Andererseits kam ober mildernd in � �.... � B»tracht. daß da» verwerfliche«tt-ntat gegen die Siegessäule, dieses ist es aber, wenn der Kommun.smus seine Ziele durch Gewaltakte Wndrz-'che- von Deutschlands Größe und Vergangenheit, nicht zur erreichen will. Dann hat die Staatsgewalt die Pflicht der Zurück Weisung. Die Angeklagten geben die Absicht der.Sprengung zu. Daß der Plan nicht in ihrem Hirn entsprungen ist, kommt ihnen zugute, aber die Tat wurde mit ihrem Willen verwirtticht. Sicherlich muß dersenige, der diesen Plan ausgeheckt hat, ein überlegener Kopf sein und großen suggestiven Einfluß ausgeübt haben. Die Sprengung sollt« bar Auftakt zu weiteren revolutionären Hand- Durchsührung gelangt ist. E» ist deshalb nur auf 5 Jahre Zuchlhcms erkannt worden. Eine Gtrofoerschärfung tritt für diefenioen ein, die sich auch gegen die Entwaffunnsverordnung vergangen hoben. Es wurden daher verurteilt die Angettagten Merdon. Hanne- mann, Schurschlnski und Röhring zu je 6 Jahren 4 Mo» lungen sein. Es besieht kein Zwe.fec. daß ein Zusammenhang mit raitn Zuchthau». M oeb e» und N e u m a nn zu je« Dohren der revolutionären Bewegung in Mitteldeutschlaich besteht. Die Zuchtbau». sowie s a m tli ch««ngetto�e zu 10 Jahren«hrv�. Sprengung sollt,«in S'gnal für die Errichtung der Räterepublik und Zulässigkeit d« Stellung unter Polizeiaufsicht. Di« beyw. in Deutschland und der» Delbindu ig mit Sowjetrußland sein. Die»ahmten Waffen sind dem Reich« verfallen, die Munitton. Spr.. Angettagten waren«nmefe ZiÄ« eingeweiht und■ damit einver» stoff usw. werden eingezogen. �. �"In diesem Augenblick erscheinen die beiden Verteidiger! Sm Gegensatz zu den Richten, hoben wir au» der Der- und protestieren dagegen, daß in ihrer Abwesenheit verhandelt Handlung den Eindruck gewonnen, daß der vielgenannte wurde. Di« Verteidigung s»i notwendig, da es sich um Verbrechen Ferry ein Lockspitzel übelster Art und keineswegs handelt, die vor da, Schwurgericht gehören; andere Sondergerichte mit Hölz identisch Ist. Es scheint fast, daß diese Behauptung hätten In solchem Falle Pfl-chivert.idiger gestellt. Der Vor» mir verbreitet wurde, um den wahren Ferry zu maskieren. Ä»°i d--. notwendig« Verteidigung handle. Wenn das Gericht aber gewußt stand � � � � � a r e n, soweit dies mens.henmögl.ch ist. hätte, daß die Verteidiger nicht absichtlich ferngeblieben seien, so in keiner Weise erfüllt. Es hat sich geweigert, so» würde man gewartet haben. Die Verteidigung erklärt unter I wohl Holz al» Zeugen zu vernehmen« al» auch den go» - Jf» j inisvollen Ferry zu ermitteln und herbeizuschaffen. Vier zeigt sich, wie unhaltbar der Zustand ist. daß die Aus» nahmegerichte den Umfang der Beweisaufnahme völlig nach freiem Ermessen bestimmen, ein Mangel, gegen den sich namentlich der sozialdemokratische Antrag im Preußischen Landtag richtet. Der Umstand, daß das Gericht die Beweisaufnahme hier in unerträglicher Weise einge- schränkt hat, kann den Verdacht nur bestärken, daß das Siegessäulenattentat auf dem Untergrund vott Spitzelmache entstanden ist. Nimmt man dies aber an, so erscheinen die verhängten Strafen unendlich hoch. Verleitung durch Lockspitzel sichert dem Angeklagten zwar keine Straffreiheit, aber er- scheint doch als mildernder Umstand ersten Ranges. Zudem hat man auch hier wieder den Eindruck, daß deutschnationale Gefühlsmomente bei der Strafzumesiung erheblich mitspielten. Staatsan- walt und Richter haben sich um die Wette entrüstet, daß gerade die Siegessäule, das„Symbol stolzer Ver» gangenheit" Objekt des Attentats war. Man gerät auf den Gedanken, daß die Täter wohl glimpflicher davongekommen wären, wenn sie es vielleicht mit dem Reichstags- g e b ä u d e versucht hätten.... preußischer Lanötag. 10. Sitzung. Dienstag, den 19. April. 2 Uhr nachm. Als erster Punkt der Tagesordnung wird die Notverord. n u n g über den Zusammentritt des Provinziallandiage» der Provinz Ni«der-Sch!esi«n und die nachträglich« Erbebung von Provlnziai- steuern für die Provinzen Ober» und Nieder-Schlesien ohne Aus- spräche genehmigt. Als zweiter Punkt wurde ohne Aussprache angenommen der An- trag Hirthsiefer(Z.) auf Einsetzung«ine» ständigen Ausschusses von 2S Mitgliedern zur Wahrnehmung der preu&ischen Verkehrs- i n t e r« f s e n.— Damit ist die Tagesordnung erledigt. Vizepräsident Dr. Dorsch teilt mit, daß die Regierung in der Arbeitslosensrag« morgen noch nicht antworten kann, daß daher die Arbeitslosensrag« frühestens Donnerstag zur Beratung restellt werden wird.— Dos Haus oertagt sich auf Mittwoch 1 Uhr. Tagesordnung: Anträge auf Aushebung der Zwangswirt. schast. Antrag der Deutschen Bolkspartei über die Grenzmark. Schluß gegen%3 Uhr. • Der Ausschuß für da» Siedlung», und Wohnungswesen beschäs- tigi« sich in seiner ersten Sitzung mit der Beratung des Antrags Dr. v. Krause sDBp.), der die Einsetzung je eines besonderen ständigen Lusschusies sür da» ländlich« Sledlungswesen sowie für das ftädiisch« Wohnung»- und Heimstättenwefen verlangt. Der? Antrag wurde abgelehnt. Dem 12. Ausschuß sür Deamkenangelegenheilen im Preußischen Landtag gehkiren folgende Mitglieder der sozialdemotrati» schen Fraktion an: Müller(Hannover) Vorsitzender, Frie», iHeller, Kleiumeyer, Michel, Neumann(Magdeburg), Simon. /tos öer Partei. Ausschluß au« der parket. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei im Bezirl Hpinover beschloß, da« Mitglied Arbeiter Walter O l t m a n n» (Buchnuinmer 1031. geboren am 0. Juni 1891 zu Böttingen. wegen ehrloser Handlungen au« der Partei«»«„»'chlietzen. Oltmann« hat dem Ortdverein Nienburg SS08,S7 M. unterschlagen und ist dann geflüchtet. Später lehrte er zurllch erklärte sich schriftlich bereit, die unterschlagene Summ« in Raten abzutragen. Er hat sein Betsprechen nicht gehalten, sondern nur einmal 100 M. abgerahlt. Nunmehr ist O. wieder flüchtia und hat seine Frau mit 2 Kindern in Nienburg mittellos sitzen lasien. Wie wir erfahren, wirb O. jetzt auch noch von Altona und Bochum aus wegen Betrug«» versolgt.< Wir warnen untere Organisationen vor diesem Menschen. Am Sannlag, 17. April, starb plötzlich der Schrtit- srKer-Zavalibe � imsvll Werner im 7«. L»den»Iahre. Die Einäscherung findet statt am 21. April, vorm 10 Uhr, grematorlum Se- nchtstrnfte 234® Die Kollege»' der Rordd. Buchdruckeret. Für die vielen Beweise inni- an Anteilnahme bei dem Hin- scheiden unsere» teuren, unoer- geglichen Enlschiasenen sagen wir hiermit allen v�wandten, Freunden. Den ffen und De- nosfinnen. dem Bejurtsoerdand Dro �Berlin sowie Sorrn Rektor Bose»nd Herrn Riedel sllr die aufrichtigen, trostspendenden Wort», gieichfalls der Arbeiterjugend Grog-Berlin und Reu- tölln im Namen der trauernden Kinterdliedenc» unseren herzlichsten Dank. 83015 Frau B. Tinzmann u. Sohn. Neukölln, H.rmannstr. 15. Huf ruf! Herr Karl wleland, Kern- wacher,»der seine Frau Anna, aed. Dum«»nII. lerner Herr Ferdinand Shraudi. Möbel» polier, lpöter Restaurateur, «erden gebeten, Ihre Adressen umgehend an da» Setretariat unserer Redaktion einzusenden. Achtung! Achtung! MMWll Oll MMetrleOe Berllos! Donnerstag, den 21. April IS2l, abends KV, Uhr im.�ehrervereiushanS", Alexauderplatz, Großer Saal: Funktionär- Versammlung aller im Lohnkartell und der Faka organisierte« Gemeiudearbeiter und Augestellte» Berlins M SM m mler WWimmme« md«e» Msonlnis Freie Ausspräche! gutritt haben nur Funktionäre gegen Borzeigung de» Mitglledsbuche»»ad de» Funkt ionSrantweise« Sklskwell des W-Lvvdes: Las cshvkarkell: �enttZlverdsoä itt llogeltelltei» Oertand der Gemeinde- n. Staatsarbetter Band der tedmlfd»* und InduUrten«°-utt«er Knattuwan nn/i«„inte»• Denn®rr mfUiiarDcurr-VfrMnd Verband der Malchinilten und heiser Oerband der Gärtner u. Gilrlnerelarbelter »ngelleiiten und Beamten OerkmeUter-Oerband «peslal-Arzt Dr. med. GrOterlng �>ul', Harn-, OescnlechUteiJ. DuMinn, u.Prauen.BIutuntef,. tnvalldenstraGc 35, Ecke Chaiisscestc. Stctt Bht. Spr. wochentäglich 11-1."/J-1/,?. pnHBHDBT 1 SPEZIALARZT Dr. med. coiemao| i triedrlcbstr. y|/9A Uhi Haut-, aeschlechls-, j Frauen;, sex. Neutaslh. j S individ. 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WS> tSovdvn Dr»el»iei»k Sook»«» k Kiinnelle jisuKliindein > u tum fr 3/4.«550» Inhalt: N. Lanla t Die gegenwärtige Lage Sowjet-Rugland«. IRede auf dem X. Kongreä der Kommunistischen Panel RuRlands) I Karl Radeki Der X KongreB der Kommunlttlsche.i Partei Rußlands./ Materlallen zur Praje de» Aufbau*» der Partei./ Materiallea zur Frage der Rolle und der Anigaben der aewcrkachaltaa.' Karl Radeki Die inneie und äußere Lage bOWjet-Rußlands und die Aufgaben der Kommunistischen Partei Rutlands, i 14. Leaint Das Ver- ' ältnis der Arbeiterklasse zum Bauerntum Rede aul dem X. Kongreß der Kommunistischen Partei Ruß ands)/ L. Kamenewi Die Sowjetrepublik In der kap talisllscnen Umzingiung(Rede auf dem X. KongreB der Kommunistischen Partei Rußlands.)/ Karl Radeki Kroi.siadt 7 N. Lealei Die äußere und innere Politik der Sowje macht(Rede in der Sitzung des Moskauer Sowiei« der Arbeiter und Rotarmisten.i/ Die Brtellnns tob Konzessionen an da» ausländische Kapital (mit drei Karten)./ A. Rykow: Resultate der aufbauenden Tätigkeit der:owjetreglerung./ N. Bojdanowr Die Bauernwirtschaften in Sowjet-Rußland Ende:92C./ A. Swlderskit D e nächsten Aussichten der Lobesmittelversorgang./ Illnstratlonon und Beilagen i pünt Plakate 160»clten (Mehrfarbendrucke). I Drei Landkarte». Proin O JHk Zur beziehen durch Frankes Verlag Go m. b. H., Leipzig © gleiile Dieli billig, elegant! SS-S Kostüme,-Mfintel, enorm Im Leihhaus Moritzplatz 58 a«isÄSSas mmm zs�aa.«pn» tm ■ ff Knog*|*lea|eeoa. luelMslierit W' Letawlgaw. Mark IOOOOOO (250000 t IOOOOO isn bi if. s-ifr: ■ 23.■. 24. Mal W> Fürsorge° Lotterie Oesentgew. Meikw. IOOOOO ) 50 000 1 10000 UwaWiflS'Ä: ZllZlSV ZiSSZV Kerfes, LerimM« Neue Königstr. SO u. Neanderstr. 88 Posteebeckk. BerHa 27650. TeUrAdr GlfichtHeti Berl o D/%*€i UTE s+hj WWW ÜBERALL ZU HALBEM. J.L.KA h N, N.O. IS Bnl Nervosität k körperlicher und geistiger Abspannung Pr. HoWbauer's gas. gesch. 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Hartmann, Kleina Kogge, Walther) Donnerstag?>/, Uhr: Von Morgens bis Miitcrnachts Freitag TV,; Ein idealer Gatte Sonnabend und Sonntag: Von Morgens bis Mitternachts DeiMes Kiinstler-Tiisater Allabendlich 71, Uhr: DieNarqnisev.Arcis (Konstantin, Veidt) Hilde WCmer, Artur Roberia, Elleot, Herbert Kiper, Panl Rehkepf «Hpo trftl-TUcatcr u�DiePostraeisterin IbeutBchca Uperahau» 6'«»« Margarete B'rlear.VruhelmKt.Tk vkv.: Boheit die Tänzerin Kl. Selianapielhane Tt/.uhr; Reigen Komi. ehr Oper */.u. luderchen Tinatnplrlhano 7*/. Uhr: Arnold Ricck in{ Die spanische Fliege Wutropol-Thrntor: uürDie blaue Mazur KoneH Oporettoutheat, VI, Uhr: Frltx Werner Der iaeiiende Ehemann Keues Volkathcatvr 7 uhr: Rose Bernd �chlller-Theat.tJimrl. 7'/, Uhr: MjW GebBft Thalia-Theater "/.Uhr: Mascottchen Th.amXollendorrpIatc ■Vi, Uhr: Drei Junggesellen oJr.Dcr Vetter aas Dingsda Theater dea TTrsteas vi, uhn SEliwslli8i!lioci]zeit Th.I.d. Kommandanten str. v/.uhrDeryepjiinileAdclar Wallner-Theater w.uhrDieTanzgräfin Waltialla-Th r'htor 7 uhr lohenorin Pulgstadt-Theater Bahnhof Jannewltzbrücke rggl.7.30 Oala-Süngcr Im Bnllsaal TANZ Residenz- Tbeater Täglich 7V, Uhr, Das Privileg Paul W egener. Lade Htflieh, llka Grüning, K Edgar l ieh». Stg.'M: LadyWinderm.Fäcber H Zlrkünusch�� Sarrasani Wicdertuftr Diiektor H. £i«sch SarrtsanI m. sein. Cieianten. Prurle und PuOta« Wasserpantom. Vorverkauf: Zirkuskasse und Warenbaiis Tien;. Otto Reutter sowie d gr.April-SpicIplao Rauchen gestattet! Theater am KottbnscrTo'r Tel.: Moriupi. 16071. TSgl 7V, u. zu halben Preisen Sonntag nachm. 3 Uhr Elite-Sanger Hervorragendes Ajirü-Juhiiiums- Programm! u N.I zwei lustige Einakier- „Ein Tag In Posemnckel" und „Eduard. der Tugendhalte". Triunon-Theatcr t1/, u.: ROSEN von Hei mann Sudermann. Olga Limbure, Kardia Toelte, Kate Haack, Harm. Vallenlia, Franz Schäncmann, Heinrich Schroth, Wllh. 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Lieb und Wein', Duett Giadys-BUlt. Gesungen ton Hilde Wdrner und Herbert Kiper. .Carmen, Carmen, ach Du machst mich toll', Duett Twinkie-Carry. Gesungen ton Uschi Elleot und Ralph Arthur Roberts. .Das Ist ein Mddel wie nach Maß gemacht'. Parodistiseltes Duett Gladys-Twinkle. Gesungen ran Hilde Wdrner and Ralph Arthar Roberts. -V' Union-Klub, Berlin Annahme für Vorwehen fOr Rannen in Berlin und Im Reiche In der ZeUrak Scbadmlr.l LStiettlchn Filialen SrnB-BirllD AnnahmeschluS; Für Berliner Rennen 2 Stunden vor Beginn dea ersten » Rennens. Für auswärtige Rennplätze abends vor dem Renntag. Postsendungen n Anträge auf Errichtung von Konten werden nur SchadOVfStraSe 8 angenommen Wettbedlngungen sind i» den Wettannahmestellen erhältlich. Qeschlcchtsleidan HarnrUhrenleiden, frisch und Speziell veraltet, Syphilis behandelt ohne Berulsstöruug Dr. med. Oammanni Hciianstall Berlin M£, Potsdamer Straße 123 B. Sprechstunden: 9 bis II, 3 bis 6, toomags 10 bis II. Belehr. 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Barbnsse: Die Pflicht des Sozialisten/ N. Leaia: Falsche Reden über die Freiheit/ M. Pawlowitsch: Im l.ande der Gelben Internationale/ M. Zcbakaja: Georgien und Armenien, die Entente und Sowjet- rußland/ G. Ssafarow; Der Orient und die Revolution/ Anfrnfe des Kongresses der Völker des Ostens: Aufruf an die Völker des Ostens/ Aufruf an die Arbeiter Europas, Amerikas und Japans /E-Varga: Die politische und soziale Lage des englischen Weltreichs/ Jacqnes Sadonl: Die Verbannung der Fürsten/ W. Koiarow: Die Oktoberrevolution/ Bulla: Die Spaltung in der tschechoslowakischen Sozialdemokratie/ Ein finnischer Kommunist: Die Lage in Finnland I J. Herzog; Die revolutionäre Bewegung in der Schweiz/ W. Newski: Die Arbeit der Kommunistischen Partei auf dem Lande/ N. Krupskaja: Die Hauptstelle für politische Aufklärung/ N. Podwolskt: Die allgemeine militärische Ausbildung/ Der Internationale Rat der Roten Gewerkscbattea: A. Losowgki: Amsterdam, Moskau, London— 0. Dmitroff: Die gewerkschaftliche Bewegung in Bulgarien— W. Jarotzki; Der Internationale Gewerkschaftsrat/ Dokumente der Internationalen Kommunlstiscben Bewegung/ Von der Tätigkeit des EzekativkotaiteH der Kommunistischen Bewegung/ Die Sektionen der Kommn- nistisetaen Internationale/ Helden nnd Märtyrer der proletarischen Revolution/ Internationale Kommunistische Frauenbewegung/ Illustrationen: Raymond Leflvre/ Ines Armand 555 Seiten Zu beziehen durch die Preis 7 Mark Verlaffsbnchbandlang Carl Roym Nacbf. Louis Catmbiey, Hamborg 11 i « w A V m « j m a » s » n % a a KLEINE ANZEIGEN Izsrf ese Wr»»-1r 1 M Das IcUxenruckte Wort l,SO M.(zulfissls zwei sICUCS rV wn l rk- rettzeurucltte Worte).- Stellengesuche nnd SchlatstelleBanzelgeB das erste Wort«fettgedruckt) I IUI., Jedes weitere Wort 60 Pfennig.— Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen für zwei Worte A rfwenSeweswt die lür die nächstK Nummer bestimmt sind, müssen bis , Uhr nachmittags In der Haupt'Ezpedltlon des Vorwärts, Berlin SW. 68, Lladenstrasse Nr. 3, ebzegeben werden. Dieselbe Ist wochentags von vormittags 9 Uhr bis nachmittags S Uhr ununterbrochen gefitfaet i'znyhfflc Dssders Wenblltz,»Icker und Bald. Vuadratrut« IS und SO, Anzahlung 100 Marl. Hllllrn, Sicitlis, Bianvillestrabe 12, Fernsprecher 28M. 147 ft elegante Ulster und Anzvae. einzelne Modelle au» Reise. kallelUonen verlaufe Ich an Private. Bolls! er Ersatz fllr feinste Maharbcit, streng mo- Herne Berarbcitung, erst- Nnsstge Stosfe. Preialege 530—908 Mari. 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Die eigent- Vche Schuld aber schiebt sie den Unabhängigen und den Rechts- k o m m u n i st e n zu: sie meint, man habe die Verhaftung jetzt opportun gefunden,.well die Hilferding« genug gehetzt haben' und .weil der Staatsanwalt das köstliche Material trqr Schmähschrift Paul Levi» in Händen hat'. Das kommunistische Blatt ergeht sich dann in Drohreden, die höchstens peinlich wirken, weil man zu deutlich die Ohnmacht merkt, die dahinter steckt. Hätte die.Rote Fahne' nur»ine Spur von Ge- wissen, so würde sie bedenken, daß sie mit ihrer Art, die Justiz. folgen de» Putsche, parteipolitisch auszuschlachten, die Lag« der An» geklagten nur noch weiter verschlechtert. .Revolutionsphrasen bleiben Phrasen' sagt die»Rot« Fahne' in derselben Nummer gegen die �kommunistische Arbeiterzeitung', da» Organ der KAPD. Findet sich nicht ein Gönner, der diese» trefflich« Wort in Gold gestickt der Redaktion zum Schmuck ihrer Stube schenken möchte? Der neue Reichsetat. Da» Reichsfinanzministerium gibt den Boranschlag für den Reichshaush'olt 1021 bekannt. Er zeigt im ordentlichen Etat Einnahmen und Ausgaben von 40 045 202 051 M., etwa 2H Milliarden Mark mehr al» im Dorjahr«. Nicht darin enthalten sind die Betriebsverwaltungen. Von ihnen wird nur bei der Reichs- druckerei ein Ueberfchuh von 3,2 Milliarden Mark erwartet. während man mU Zuschüssen von 3,34 Milliarden Mark bei der Post und von 3, 7 7 Milliarden bei der Eisenbahn rechnet. Auherdem beansprucht aber die Reichseisenbahnverwaltling auch aus dem außerordentlichen Haushalt einen Zuschuß von 5,64 Milliarden, so daß dieser insgesamt einen Fehlbetrag von 0. 22 Milliarden Mark ausweist. Da diese Rechnung noch nicht konpliziert genug Ist, behält man sich noch Anforderungen von Mehrausgaben vor, die au» dem Besoldungsgesetz vom 17. Dezember 1020, au« der neuen Ortsklasseneinteilung, au» dem Pension«. «rgänzungsgesetz, au» der Erhöhung der Teuerungszuschläge und der Arbeitslöhne erwachsen. Es handelt sich hier um 2fi Milliarden Mark, die noch nicht eingesetzt sind. Di« Lu»goben de» außerordentlichen Hau»- halt» sind noch dem Boranschlag fast nur noch halb so groß wie im Borjahre. Hierfür werden.nur' noch 43,6 Milliarden aü- gefordert. Aber auch diese Ausgaben sind nur zu einem k n a p. pen Viertel mit 10,05 Milliarden Mark durch Einnahmen ge- deckt, darunter 7,8 Milliarden Mark aus dem Reichsnolopfer. Die noch ungedeckten Ausgaben wären durch Anleihen aufzubringen. Da» Hau»haltgesetz verlangt zum Abbau der Ausgaben die Verringerung de» Beamte nkörper» um ein Viertel: di, Verminderung erfolgt in der Weife, daß von den freiwerdenden �.eamtensttllen vorläufig nur di« Hälfte neu besetzt wird,«ine Maß» nähme, Aie leicht zur Verewigung de, Juristenprivileg» ausgenutzt werden kann und die Reform der Verwaltung zum mindesten nicht erleichtert. 25,7 Milliarden Mark sollen allein au» fortdauernden Verkehr». und Besitzsteuern aufgebracht werden. Die indirettenSteuern. wie Umsatzsteuer, Reichsstempekabgabe, Derkehrestener und di« ver- brauchssteuern werden erheblich höher veranschlagt als im Bor- fahr. Das Reichsnotopfer soll in diesem Jahr« 1V Milliarden Mark bringen. Der Rückgang der Ausgaben beim außerordentlichen Etat erklärt sich aus dem Wegfall von S Milliarden Mark für Lebensmittel» Zuschüsse, von 0 Milliarden an verringerten Zuschüssen für die Post und Eisenbahn und 4 Milliarden Mark Ausgaben zur Ab» wicke?ung der alten Wehrmacht. Eine besonder« Ermäßigung ersahen di« Ausgaben dadurch, daß da» Reichsfinanzministerium vierzehn Tage, eh« die Entente zur zwang, mäßigen Beitreibung von 226 noch nirgend verbuchten Goldmartmilliarden schreitet, au« den Ausgaben zur Erfüllung de» Friedensvertrag» 10 Milliarden streicht!— Das Reichsfinanzministerlum. treibt da eine Vogelstraußpolitik, die auch durch den Hinwei» rncht beschönigt wird, daß es sich nur um eine provisorische, rechnungsartige Regelung handelt. Irgendwann einmal wird man doch ernsthast damit rechnen müssen, daß gezahlt oder geleistet werden soll. Rufhebung des ffohenzollernvergleichs Z Wie die„PPN.' hören, hat da» Preußisch« Finanz- Ministerium dem Kabinett den Antrag unterbreitet, den bekannten Vergleich mit den Hohenzolli.rn über die vermögensau»» einanderfetzung vom Januar 1020 aufzuheben. Der Antrag de» Finanzministeriums stützt sich daraus, daß Pranz Friedrich Leopold von Preußen gegen den preußischen Staat klagbar geworden ist: er Nagt aus Feststellung, daß die Herrschaften Flotow und Krojank« sein Privateigentum seien. Da diese Besitzungen «inen intergrierenden Bestandteil des Vergleichs au»- «nachten, erschien e, dem Finanzministerium nicht mehr möglich, den alten Vergleich in seiner Gesamtheit ausrecht zu halten. Ueber den Antrag de» Finanzministeriums wird natürlich erst da« neu« preußische Kabinett zu entscheiden haben. Ein Verleumder verurteilt. vor der Strafkammer in Königsberg begann gestern ein« Reihe von Beleidigungsprozessen gegen den früheren Ehef- redakteur der deutschnattonalen„Ostpreußischen Zeitung', Eduard K« n k e l. Zunächst stand ein Strasantrag zur Verhandlung, den Reichspräsident E b e r t und der ehemalige Ministerpräsident Echeidemann gestellt hatten. Es handelte sich um einen am 6. Januar v. I. veröffentlichten Artikel, worin behauptet wurde, di« Genannten hätten Lebensmittel au» Reichsbestän- den in größerem Umfang« für sich verwandt; sie hätten ferner ein Aufgeld auf Rosa Luxemburg und Liebknecht gesetzt. Kenkel gab an, den Artikel au» der„Unabhängigen nationalen Korrespondenz' genommen zu haben; er hätte ihn nicht nachprüfen können, und bedaure die Veröffentlichung. Da» Urtell lautet« auf 1000 M. Geldstraf«. Drei weiter« Prozesse sind von dem- Regierungspräsidenten Bolck angestrengt worden, und zwar wegen mehrerer Arttkel, in denen Kenkel den Königsberger sozialdemokratischen Polizeipräsi. denten LS b bring scharf angegriffen hatte. Nur der erste dieser drei Prozesse fand gestern sein« Erledigung und endete mit der Verurteilung Kenkel» zu 100 M. Geldstraf«. Di» anderen beiden Prozesse wurden ausgesetzt, bi» die gegen den Polizeipräsi- denten schwebenden Verfahren, die in ursächlichem Zusammenhang mit ihnen stehen, erledigt worden sind. Kämpfende Kriegsberichterstatter. Der Prozeß der Kriegsberichterstatter Scheuermann usw., zu denen sich auch noch Dr. Bongard nachträglich als Neben- klag« gesellt Hot, gegen die Journalisten Paul S ch w e d e r und Siegfried Jacobsohn wegen Beleidigung wurde am DIens- tag fortgesetzt. Momente dafür, daß deutsche Kriegsberichterstatter geplündert hätten, wurden aus den Zeugenvernehmungen n i cht beigebracht. U. a. sagte auch Oberstleutnant Nicolai über die Zu- stände im Pressequartier aus. Er teilte mtt, daß Reibereien zwischen den Kriegsberichterstattern an der Tagesordnung waren. Schließlich gab es sehr heftige Zusammen st öh« zws- schen dem Angeklagten Echweder und dem Borsitzenden, die sich steigerten, al» verschiedene Beweisanträge des Angeklagten obge- lehnt wurden. Der Angeklagte erklärte schließlich, daß er diesem Vorsitzenden eine Erklärung nicht mehr abgeben wolle. Der Prozeß zog sich bi» in die späten Abendstunden hin, die Verhandlungen boten jedoch nur geringes öfsentllches Interesse. Stimmen aus dem Saarlande. Unsere saarländischen Genossen hielten am Sonntag in Saarbrücken eine Bezirkskonferenz ab. zu der 65 Orte 125 Dele- gierte entsandt hatten. Die Beratungen fanden ihren Niederschlag in zwei Kundgebungen. In der ersten wird an di« Arbeiterschaft der ganzen Welt appelliert,„die allein die Gewähr dafür bietet, daß der Kampf der Sozialdemokratischen Partei des Saargebiets gegen Unterdrückung und Ausbeutung, gegen Auto- trati« und Geistesknechtschaft erfolgreich zur Durch- führung kommt.' Sie spricht weiter die Erwartung au», daß die Saarregierung„dem Wortlaut und Geist« des Friedensoertrages entsprechend ihre Funktionen ausübt und gemäß den bei Antritt er- lassen en Proklamationen an die Saargebietsbewohner getreu für das Wohl derselben Sorge trägt und nicht durch autokratische Verordnungen undBerfügungen verletzt, wie solche in»- besonder« in letzter Zeit betr. derEinführungderFranken- l S h n u n g,. der Ausweisungen eingesessener Saargebiets» bewohn«, d«en Heimatsrecht nicht angetastet werden darf, zu oerzeichnen sind.' Die zwette Entschließung nimmt zum oberschlesifchen Ab- stimmungsergebni» Stellung und hat folgenden Wortlaut: „Die Sozialdemokratie des Saaraeblets nimmt mit hoher Be- stiedigimg von dem Ergebnis der Abstimmung in Oberschlesten Kenntnis und spricht ihren oberschlestschen Volksgenossen ihre wärm st en Gruße und den tief st en Dank für ihr Be- kenntni« zum Baterlande aus. Sie erbebt im Namen der auch von den Siegerstaaten dem deutschen Volte noch geschuldeten G e- r e ch t i g k e i t dl« Forderungen, Oberschlesien ungeteilt der deutschen Republik zuzusprechen. Wenn sich trotz der maßlosen Verfolgungen und Gefahren, denen di« Deutschen vor und während der Abstimmung seitens d« Polen ausgesetzt waren, dennoch an- nShernd zwei Drittel für Deutschland entschieden haben, so beweist da« unzweideutig, daß die oberschlesische Bevölkerung in ihrer Mehrbeit deutsch ist und bei Deutschlanv b l e i b e n w i l l. Ist da» ungeteilte Verbleiben Oberschlesiens bei Deutschland Im Interesse der Höberen Kultur de» Lande« an sich schon«Ine zwingende Notwendigkeit, so kann das durch die so?:- gesetzt sich steigernden Forderung»» der Alliierten schon weit über sein« wirtschostllche und finanzielle Leistungsfähigkett belastete Deutschland nicht auf einzelne Teile deifelben verzichten, ohne ln seiner für die ganze Wiederherstellung Europa« so eminent wich- tigen Voltswirtschaft und damit in seiner Existenz auf» schlimmste gefährdet zu fein.' Di« Saarländer stehen unter demselben Druck wie die Ober- schlesier. Wenn sie ihre Freude über da» Ergebnis der dortigen Abstimmung aussprechen, so tllngt daneben der Unterton der Klage, daß sie selbst ohne Lbstimmungimöglichkeit auf 15 Jahre-den Französierungsversuchen ausgesetzt sind. Aber se größer der Druck, desto stärker wird die Sehnsucht nach der Heimat, der deutschen Republik! Das Schicksal Vilnas. Brüssel, den lS. April.(Eigener Drahkbertckk de».vorwärts'.) Dl« für gestern angekündigte Konferenz de» Völkerbundes, in der die Frage der Zugeböriqkeit Mino» zu Polen oder Liiaueo entschieden werden sollte, ist auf den 21. April verschoben worden. Lenins neuer Kurs. Helsingfor», 10. April.(OE.) Di« Petersburger.Prawda' veröffentlicht den Anfang einer Rede, die Lenin auf der Mos- tauer Konferenz der„Kommunistischen Parteizellen' geholten hat. In dieser Red« erläuterte Lenin, au« welchem Grunde die Zu« lossung de» Freihandels und die Heranziehung de» ausländischen Kapital» in besttmmten Grenzen zu dulden sei. Die Ursache der neuen Maßnahmen der Sowsetregierung fei nicht«ine Aenderung in ihrer Pollttt, sondern die äußerste Rot und die Sackgasse, in dl« man geraten sei. Di« Krisis der Bauernwirtsthasten habe sich als ernster erwiesen, als angenommen worden war. Die Natural- steuer enthalt» einen Teil desfelben Prinzip«, da« bisher durch Zwangsablieferung verwirklicht wurde: die Naturalsteuer würde ebenfalls unentgeltlich Vorräte für die Rote Arme« und für dle Hebung der industriellen Produktion erfassen. Es fei freilich noch ungewiß, ob es gelingen werde, die Noturalsteuer sofort richtig zu organisieren. Uebrigene sind auch eine ganze Anzahl sozialpolitischer Vor- schriften ergangen, die alles eher als„sozialistisch' sind; so z. B. ist die Akkordarbeit wieder gestartet und Privatleute können kleiner« gabrikbetriede aufmachen. Da» metrische Maß wird»in- geführt und für den freien Handel mit den Bauern soll dl« Peter»- burger Münze Silbermünzen— im„geldlofen" Rußland— schlagen! Herr v s» r s ch i n f k i, der das Massenmördertum seiner Außer- ordentlichen Kommission(„Tscheka') schon vor einiger Zeit satt- bekommen hatte, ließ sich zum Volkskommissar für Verkehrs- wesen mit ungeheurer Machtfülle ernennen. Zuflliwlnisier Dr. Harnisch bleibt. Der sächsische Justizminister Dr. Harnisch hat fem Rücktrittsgesuch wieder zurückgenommen und wird im Amte bleiben. Dr. Harnisch hatte bekanntlich eine rein- liche Scheidung von den Kommunisten gefordert und betont, daß er au» politischen Reinlichkeitsgründp» nicht mehr im Amte bleiben könnte, weil er von Demotetztie und Parlamentarismus eine andere Auffassung habe. Dr. Karl Melchior, der bekanntlich an den versailler Berhand- lu»gen,hervorragend«n Anteil hatte, wird heute, Mittwoch, abend» 8 Uhr, in dem Wirtschaftspolitischen Abendkursus der Deutschen Hochschule für Politik über„Die finanziellen Verpflichtungen Deutsch- land» aus dem Friedensvertrag' reden. Der Vortroq findet in der Univer�tüt. Hörsaal 121, statt, woselbst auch Eintrittskarten erhält- ver Zech in München Wie der„Reichsanzeiger' setzt amtlich bekannt g,bt, ist der Legationsrat Graf Julius von Zech zum Ver- »reter der Reichsregierung in München mit der Amtsbezeichnung Gesandter ernannt worden.—(Da» hat er redlich oerdieitt, nachdem er al» Vertreter der republikanischen Retchsregierung demon- strativ an einer Kundgebung für die verstorbene Kaiserin teil- genommen hatte.)> Wirtschoft Umfang und Auebau des deukfcheu Fernfprechwefens. Die Abteilung für Fernfprech. und Telegraphen» wefen im Reichspostministerium zählt- insgesamt 11? Millionen Fernsprechstellen, die 2K Milliarden Ortsgespräche und 207 Mil- lionen Ferngespräche vermitteln bei einer teil» unter-, teils ober- irdischen Leitungslängc von 818000 Kilometer und einer Traglänge von 0 Millionen Kilometer, d. h. dem Zwanzigfachen des Aequators. An diesem Verkehr sind ungefähr 5600 Fernsprechämter und 33 000 Telegrophenämter beteiligt mit einem Personal von 123 000 Köpfen. Diese Betriebsabteilung der Postverwoltung ist einem technisch vor» gebildeten Spezialchef unter dem Postminister unterstellt worden. Für den Wiederaufbau des Fernfprech- und Telegravhenwefens ist ein longsristlge» Bauprogrowm festgestellt, da» die maßgeben- den Kreise demnächst beschäftigen wird. Durch Anwendung neu» zeitiger Technik und Betriebsmethoden hofft man den Betrieb wieder auf die frühere Höhe zu bringen. Da bei der hohen Belastung der Fernsprechbetriebe der Pauschaltarif sich als unzweckmäßig erwiesen hat, soll der G e sv r L ch« t a rt f, bei dem jede» einzelne Gespräch bezahlt wird, eingeführt werden.-Der Fernsprechverkehr verursacht nach dem augenblicklichen Stande einen Fehlbetrag von 800 Millionen Mark jährlich. Da» ist ohne westere» verstand- lich,� da die Fernsprechgebühren nur aus das Vierfache erhöht wurden» während die Betriebskosten entsprechend der Geld- entwertung und die Beschaffungskosten für Leitungen. Apparate und Maschinen noch In viel stärkerem Maße, nämlich um da» 10—80 fache gestiegen sind. Daraus erklärt sich auch, daß die seit 1910 einschließ. lich des einmaligen Fernsprechbeitroge» für Wiederherstellung». und Erweiterungsarbeiten verausgabten etwa 1,86 Milliarden Mark, also etwa 453 Millionen Mark für jede» der ersten drei Nachkriegsjahre, für diese Aufgabe nicht ausreichten. Kosteten doch schon 1013 di« fraglichen Arbeiten 110 Millionen Mark jährlich. Für die gegenwärtigen Zustände im Fernsprechverkehr Ist folgende Totsache bezeichnend: Seit 4— 5 Togen sind infolge des damals tobenden Sturmes die TcZlnehmerleitunqen in Kassel gestört und selbst Z e i t u n g« n, wie unser.volksblatt', können durch Fernanruf nicht erreicht werden! Segen die Aufhebung der Papierbewirtschastung erhebt der Beirat der Wirtschafts st elle für da? deutsche Zeitung?- gewerbe„in Uebcreinstimmung mit allen beteiligten Wirtschaft»' kreisen' schärfsten Einspruch, weil er entgegen den Bestimmungen der Reichsregierung vor dem entscheidenden Kabinettsbeschluß nicht gehört worden ist. Cr wendet sich gegen die Plön- und Ziel- l o s i g k e i t, mit der hier eine für da» deutsche Zeitungswesen lebenswichtige und damit unser ganzes Wirtschafts- und öffentliche; Leben berührende Frage behandelt worden ist und fordert von der Regierung sofortige Aufklärung. Erhöhung der Körperschasissieuer? Da» Reichsfinanzministerlum scheint mit der steuerlichen Erfassung der hohen Gewinne der Unter- Nehmergesellschaften nun doch Ernst machen zu wollen. In der letzten Finanzministerkonserenz wurde erwogen, den Ländern und Gemeinden, denen durch die Abänderung des Einkommen- steuergesetzes die Möglichkeit genommen worden Ist, aus der Be- steuerun� de» steuerfreien Existenzminimum, Einnahmen zu ziehen, anderweitige Steuerquellen zu eröffnen. Die Immer stärker wer. dende Bewegung, Privatunternehmungen in die Gesellschaftsform umzuwandeln, um Steuerersparnisse zu machen, hat nach der„In- dustrie- und Handelszeitung zu Erwägungen geführt, eine Cr- höhung der Körperschafts st euer vorzunehmen. E» han- delt sich allerdings vorläufig nur um eine prinzipielle Be- Handlung dieser Frage.— Hoffentlich wartet man mit ihrer praktt- schen Läsung nicht, bis durch Kapitalverwässerungen und andere Praktiken die ganze Maßnahme unwirksam geworden ist. Ein« vernünflige Entschließung. Während weite Industrie» und Handelskreis« den Ententedruck der Sanktionen dazu ausnutzen, um gegen die planmäßige Regelung der Ausfuhr Sturm zu laufen, hat der Gesamtausschutz der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik üch einmütig auf den Standpunkt gestellt, daß eine Lockerung der jetzt bestehenden Außenhandelskontrolle einschließlich der Preisprüfung keinesfalls gutzuheißen ist, daß vielmehr durch verbesserte Kontrollmahnahmen die jetzt bestehenden Um- ekungsversucheverhindert werden müssen:„Die Außen- andelsstelle Feinkeramik bittet daher, zum mindesten für ihr Zu- ständigkettsgebiet einschließlich der wirtschaftlich benachbarten Außen- Handelsstellen, die Reichsregierting, von � der Anordnung irgend- welcher Maßnahmen Abstand zu nehmen� die auf eine Lockerung und Berwässerung der bestehenden Regelung hinzielen.' t Ver schwerindusirielle Konzern Otto Wolfs, dessen Interessen- gebiet ursprünglich der Eisenhandel war und dessen Beteiligung an Nachrlchtenbureouz in letzter Zeit lebhaft kommentiert wurde, dehn? üch weiter aus. Die Bergwerksvereinigungen Eoncordia, Dahlbusch, die Gewerkschaft Johann Delmelsberg, der Köln-Neuessener Derg- werksverein, die Gewerkschaft Friedrich der Große(Bochumer Ver- ein), Königin Elisabeth und Unser Fritz(Manne, mPin-Röhrenwerke) sind als Kommanditisten in die Kohlenhandelsflrma Wölfl u. To. in Düsseldorf und Kassel eingetreten. Die Mannesmann- Röhrenwerke werden sich laut„Börsen-Eourier' gleichzeitig an der Kohlenhandelsfirma Hansen, Neuerburg u. Co„ dl« der Wölfl- Gruppe nahePeht, beteiligen.. Auch die werften ertrinken in Gewinnen, die sich nicht mehr verstecken lassen. Die Schiffswerst und Maschinenfabrik vormal» C. Tecklenborg A.-G., Bremerhaven-Geestemünde, bringt auf die Stammaktien eine Dividende von 25 prozenk zur Verteilung. Außer- dem sollen 3000 am 1. Januar 1021 divtdendenberechtlgte Genuß- scheine im Werte von nominal 3 Millionen Mark gratis an die Stammaktionäre ausgegeben sein. Dadurch erhöht sich die Dividende auf über 60 Prozent, wobei ein« Feststellung interessant wäre, wieviel davon au» dem Säckel der Steuerzahler durch die Entschädigungen für da» an die Entente gelieferte Material stammt. — Die vultonwerft Bremen verteilt eine Dividende von 30 Prozent.— Für beide Gesellschaften stellen die Ausschüttungen Rekordgewinne dar, wie sie vor dem Kriege auch nidit annähernd erreicht worden sind. Die Sohlenförderunq im Nuhrgebirt. Im März 1021 wur- den im Ruhrbecksn 7 235 600 Tonnen Kohlen(bei 25 Arbeitstagen) gegenüber 8174 606 Tonnen(bei 24 Arbeltstagen) im Februar t02i und rund 9181430 Tonnen(bei 24 Arbeitstagen) im März 1013 gefördert. Die gegenwärtige Belegschaftsziffer betrug Ende März 538 188 gegen 530 004 Enhe Februar. Tie arbcitstägliche Förde- rung ist von 840 6V0 Tonnen im Februar auf 301424 Tonnen im März zurückgegangen. Dieser Rückgang von 30 185 Tonnen Arbeit täglich ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß seit dem 14. März durch die Kündigung des Ueberschichienabkommen» keine Ueberschichsen mcb? verfahren worden sind, teils aber hat auch der Kommunistenausstand in den Ostertagen daran schuld. Durch verstärkten Abtronsport ver Lagerbe stände hat' man versucht, den Förderaussall auszugleichen. Sie sind von 078 000 Tonnen End« Februar auf 877 026 Tonnen End« März zurück- gegangen. Peuc Verhandlungen wischen Finnland und Rußland. Nach« dem kürzlich die finnisch-russtschen Handelsbeziehungen, abgebrochen wurden, hat sich das neue finnländische Kabinett für-hre Wieder» antnüpfunq ausgesprochen. Die Berhandlungea mit der Sowiet- Haildelsdelegation, deren Wiedereintreffen in Helsingfor» in der nächsten Woche erwartet wird, sollen fortgesetzt werden. Soziofisierung i« Spanien. Im Senat kündigte Handels- minister La Cierva an, in Madrid«erde«in Versuch mit der Sozia- Nüerung(wohl Vergemelnschoftlichuna) der Bäckereien gemacht wer- den. Die Bäckereien würden expropiicrt werden. OewerMastsbewegulig Herr Molzahn, revolutioniert�. Herr Heinrich M o l z a h n. hervorragender Vertreter der 55er« einigten Kommunistischen Partei Deutschtands im hohen Hause am Königsplatz, erläßt in der„Roten Fahne" einen Aufruf:„An alle Transportarbeiterl" zur Wahl von Delegierten für eine Reichs- konserenz im Deutschen T r a n s p o rt a r b e i t e rver- band. Diese Reichskonferenz soll, wie Heinrich Malzahn behauptet, den Transportarbeiterverband wieder zu einem Instrument des Klassenkampfes" machen, das eingestellt ist„aus die ZZerwirklichung des Kommunismus". Den Anstoß zu dieser Sonderkonferenz der Kommunisten im Transportarbeiteroerband ist der bekannte Beschluß, den die Kauoorstäiidckonfercnz dieses Verbandes Ende März faßte und der sich mit aller Entschiedenheit gegen die kommunisti- scheu Gewerkschaftszerstörer«endet. Heinrich Malzahn stellt«trotz dieser Beschimpfung, trotz aller Verdrehungen und Der- leumdungen" fest: «daß wir Kommunisten nicht nur mit Worten, sondern durch die Tat beweisen, daß wir den Verband, den wir selbst mit aufge- baut haben, auch vor den bewußten Spaltungsab- sichten der G e wer k s cha f t s b u r e a u k r a ti e zu schützen wissen. Wir wollen, daß die Gewerkschaften zu dem werden, was sie noch Karl Marx sein sollenr«Mächtige Or» gaa« des Klassenkampfes", nicht Arbeitsgemeinschaft, sondern'schärfster Kampf geg-m den Kapitalismus und alles, was sich schützend vor ihn stellt, ist unsere Parole." Also wieder derselbe Schwindel: Wenn die Gewerkschaftsführer das ihnen anvertraute Gut vor Zerstörung bewahren wollen, dann schreien jene, die bereits die Sprengmine gelegt haben und im Bs- griff sind, die Zündschnur in Brand zu stecken, daß die das stolze Gebäude der Gewerkschaften zerstören wollen, die ihnen die Streich« Hölzer aus der Hand schlagen. Gegenüber diesem immer wieder auf» tauchenden kommunistischen Schwind� teilen wir nochmals folgenden Abschnitt aus den Leitsätzen und Statuten der kommu- nistischen Internationale(Seite S3) mitt «Da die Kommunisten Ziel und Wesen der Gewerkichaften höher stellen ols ihre Form, dürfen ste in der Gewerkfchastsbe- weguna nicht vor einer Svalkunq der Sewerkschaftsorganifation zurückschrecken, wenn der Verzicht auf die Spaltung gleichbedeutend sein würde, mit dem Verzicht auf die revolutionäre Arbeit in den Gewerkschaften und mit dem Versuch, aus diesen ein Werkzeug des reoolutionZren Kamvfes zu machen." Da die Kommunisten bisher nicht in der Lag« gewesen sind, die Gewerkschaften zu«revolutionärer Arbeit" in ihrem Sinne zu be- wegen, und da sie weiter nicht in der Lage waren,«aus diesen ein Werkzeug des revolutionären Kampfes zu machen"(will heißen: e i n willenloses Werkzeug im Dienste der Moskauer H« i l s b r i n g e r), so sind sie jetzt nach den Leitsätzen imd Statuten der kommunisttschen Internationale verpflichtet,«nicht vor einer Snalhung der Gewerkschaftsorganisatton zurückzuschrecken". Alle Lügen, all« Beschimpfungen und Verdrehungen der Kommunisten sind nicht in der Lage, ihre wahren Absichten zu vertuschen, die auf die Zerstörung der Gewerkschaften hinauslaufen. Der Auf. ruf Malzahns zeigt wieder sehr deutlich, wohin der Weg geht. Jeder Gewerkschaftsführer, der nicht bereit ist, auf diesem Weg »in unüberwindbare» Hindernis aufzubauen, an dem die kommunistischen Absichten zerschellen, wäre wert, zum Teufel gesagt zu werden._ Ist der Pommersche Landbund tariffahig? In der letzten Sitzung des Sozialpostti'chen Absschufle» de» Reichswirtschastsrates hört« man, wie die PPN. berichten, anläßlich der Beratung eines Antrages Faaß und Gmossen über Maßnahmen gegen Verhinderung des Abschlusses von Lahntorifen in der Landwirtschaft, Herrn Dr. M e i- f l n g« r von der Zentralarbeitsgemeinschaft der. Landwirtschaft als Sachverständigen über die Frag« der Tariffähigkeit von Berufs- organisaiionen, um sich über die besondere Frage der T a r i f f ä h i g- teit d«s>Pommersch«n Landbundes schlüssig zu werden. Der Sachverständig« sprach sich dahin aus, daß einem Oerband, der nach dem Abkommen vom'15. November 1918 der Arbeitsgemem- fchast der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeit- nebmer Deutschlands nicht t a r i ff ä h i a sei, noch nicht g r u n d- sätzlich und nach dem Gesetz der Tarifsähigkeit abzusprechen wäre Tatsächlich seien auch vielfach Tarifverträge mit aelben Or. gcmisationen abqeschlosien worden, allerdings dürfe die Verbindung einer Arbeitnehmergrupp« mit den Arbeitgebern innerhalb eines Verbandes nicht so weit gehen, daß die Koalltionsfreihekt dadurch aufgehoben sei. Genosse Cohen ging auf den konkreten Fall des Pommerschen Landbundes ein und betont«, daß er in der Abhängigkeit der Arbeitnehmer von den Arbeitgebern«inen Verstoß gegen Punkt Z des Abkommens vom 15. November ISIS, durch den sich die Arbeitgeber verpflichten, die Werkvere ine fort. an weder mittelbar noch unmittelbar zu unter. stützen, sehe. Die Beschlußfassung des Ausschusses, welche Grundsätze bei AS. schluß von Tarifverträgen anzuerkennen seien, wurde infolge der vor- gerückten Zeit auf«ine später« Sitzung verschoben. Kommissar für Wirtschaftskrieg? vom Deutschen Transportarbeiterverband wer- den wir um Oerössentlichung folgender Zuschrift gebeten: In einer Lohnbewegung der Gruppe Rohprodukt« wurde, da eine Verständigung mit dem Arbeitgeberverband nicht möglich war. vom Schlichhingsausschuß Groß-Berlin ein Schiedsspruch ge fällt, der für Arbeiter und Arbeiterinnen einen Stundenlohn von 2,45 M. bis 5,35 M., für Kutscher einen Wochenlohn von 265 M. und die Erhöhung ihrer Pauschalsumme für die Pferde- /Achtung! Genossinnen! Heule. Mittwoch, den 20. April 1921. nachmittags 5'/, Uhr. in der Schulaula. Skeinstraße 33/34: Konferenz der Wohlfahrts-Ansschüffe. Tagesordnung: 1. Vortrag der Genossin Wachenheim: Unsere Aufgaben in der Wohlfahrkspslege. 2. Tätigkeitsbericht. Referentin: Genossin Todenhagen. 3. Freie Aussprache. Die Biirgerdeputierten der Wohlfahrtsdeputationen, die Stadt- und Bezirksverordncten sind hierzu besonders eingeladen. Mitgliedsbuch legitimiert. pflege am Sonntag auf 5,50 M. vorsah. Der Arbeitgeberoerbands Syndikus, Herr Rechtsanwalt Dr. Gers an. Friedrichstr. 59/60, lehnt« diesen Schiedsspruch mit der Begründung ab, daß die Kosten der Lebenshaltung für Februar 1921 denen im Oktober 1920 gleich. stönden, die Arbeitnehmer also, wenn sie im Oktober 1920 mit ihren Löhnen ausgekommen sind, auch jetzt damit auskommen müßten. Diese sonderbare Auffassung mochte ssch der D e m o b i l- machungskommissar zu eigen und lehnte die von den Arbeit» nehmern beantragte Verbindstcherttärung des Schiedsspruch» ab. In der Begründung heißt es u. a. auch, daßdieungünstigewirt- schaftliche Lage der Arbeitgeber berücksichtigt werden müsse. Wir erlauben uns die bescheidene Anfrage an den Herrn Demobilmachungskommissar. ob er sich genau darüber informiert hat, daß die Arbeitgeber sich in einer ungünstigen Wirtschaftslage befinden und ob er sich auch darüber informiert hat, welche außer- ordentlich guten Verdienste die Arbeitgeber der Roh- Produktenbranche erziest haben. Haben Sie sich auch darüber infor- miert, Herr Demobilmachungskommissar, ob es einem Arbeitnehmer möglich ist, mit einem Wochenlohn von 250 M. und darunter auszukommen? Interessant ist es, daß sich die Arbeitgeber nun mit einmal an die Indexziffern hasten und ein Herabgehen derselben benutzen, Lohnforderungen abzulehnen. Die Inderziffer für Oktober 1920 war, nach Dr. K u c z y n s k i, 317 M.. für Februar 1921 314 M. Der Lahn betrug Oktober 1920 für die Arbeitnehmer der Rohprodukten branche 110,40 bis 250 M. Hat der Herr Demobilmachungs- tommissar oder sein Dezernent bei der ablehnenden Bearündung auch an das Mißverhältnis zwischen dem Lohn und dem Existenzminimum gedacht? Wir glauben nicht, denn sonst hätte der Demobilmachungs- tommissar einer derartigen Auffassung nicht Raum geben können. Wir gestatten uns noch ein« Frage: Sind Ihnen, Herr Demobil- machungskommissar, nicht schon selbst Bedenken über die Faden- schneidigkeit dieser Begründung gekommen? In der Praxis des Demobilmachungskommissars scheint ssch etwas Bahn zu brechen, das wir für sehr bedenklich halten. Wenn so weiter verfahren wird. dann Ist es kein Wunder, wenn auch noch der letzte Rest von Vertrauen in die Objektivität des Demobil- machungskommissar» in A r b e i t n e h m e r k r e i s« n schwindet und die Arbeitnehmer es vorziehen, den Demobil- machungskommissar nicht anzurufen, sondern andere Wege be- schreiten. Nach der dummen Auffassung der Arbeitnehmer sollte der Demobilmachungskommissar die Instanz fein, die den Wirt- schaftsfrieden wahren soll. Nur noch mehr derartige Urteile. Herr Demobilmachungskommissar. und Sie fördern den Wirtfchofts- krieg!_ Internationaler Transportarbeiterkongrest. Bei Eröffnung der zweiten Sitzung wurde auf Borschlag des Generalrats beschlossen, am Mittwoch drei Sondersitzungen abzu- halten und zwar eine Konferenz der Eisenbahner unter dem Borsttze eines Franzosen, eines Deutschen und eines Holländers, eine Konferenz der Transportarbeiter unter dem Vorsitz eines Franzosen, eine? Deutschösterreichers und eines Engländer». und eine Konferenz der Seeleute unter dem Vorfitze eines Hol- lönder», eine» Deutschen und eines Schweden. Di« vom Exekutiv- komitee vorgelegte Resolution, betreffend den Jahresbeitrag der Länder mit ungünstigem Valutastand, wurde einer Sondertomr/.issson zur Prüfung überwiesen. Darauf gelangte«ine Resolutton über „Reaktion und Militarismus" zur Verhandlung, die von F i m m e n- Holland begründet und einstimmig angenommen wurde. Der Dorschlag Fimmens, 10 000 Gulden der Propaganda gegen Reaktion und Militarismus zu widmen, wurde gleichfalls ange- nommen. Darauf wurde die Sitzung geschlossen. Deutsche Werke Aktiengesellschaft. Die Entstehung und Organisation dieses Riescnbeiriebes. der aus den ehemaligen militärischen Instituten gebildet worden ist, beansprucht doS besondere Interesse jedes sozialistischen Arbeiters. Wir finden in der Aprilnummer der.Betriebsrat e»Z e i t u n g des Allgemeinen DeutfchenGewerkfchaftSbundeS" einen Aufsatz über die Werke, der weitesten Kreisen bekannt werden sollte. Wiederum zeichnet sich die neueste Nummer dieser Zeitung durch einen sehr inieresianlen und wertvollen Inhalt aus. Der Leitartikel behandelt die Genossenschaft in einer eingehenden Unter- suchung dreier für die Sozialifierung wichtigsten Wirtschaftsform. Ein weiterer Beitrag behandelt das Thema: Gleichberechti« gung von Arbeit und Kapital. Die wirtichofiliche Rund- schau und Deutichlands Außenhandel führen uns wirlschaftSgrogra« phisch in die Weltwirtschaft. DaS Siedlungsproblem wird einer objektiven Betrachtung unterzogen. Wege und Ziele der Arbeits- Physiologie behandelt ein Aufiatz von Professor Dr. Müller, der unS nachweist, daß der Briefträger Schwerarbeiter und Zucker für die Muskelarbeit wichtiger als Fleisch ist. Profesior Hütlig(Dresden) zeigt die Bedeutung des Wärmeingenieurs. Zahlreiche weitet« Bei- träge bereichern den Inhalt des Heftes. Nicht nur Betriebsräte/ sondern olle ernsthaft vorwärts streben- den Arbeiter sollten diese Monatsschrift hallen, die bei jedem Post- amt zum Preise von 3 Mark vierteljährlich bezogen werden kann. Keine endlose Generalversammlung. Zu unserem Bericht über die Metollarbeiter-Generalversammlung in der Dienstag-Abendausgabe stellen wir berichtigend fest, daß es sich um die ordentlich«, und nicht um die Fortsetzung der außerordent- lichen Generalversammlung handelt«. Damit entfällt auch die Be- rechtigung zu der Ueberschrlst: Ein««nlllose Generalversammlung. verband der vuchblnler vnd Papierve-arbeiker. Kolleginnen und Kollegen, welche Bestellungen auf die holländischen Palete ge- macht haben, werden ersucht, sich ihr«ingezahltes Geld an unlerer Kasse in den Dureaustunden wieder abzuholen, da Palet« nicht mehr geliefert werden können.— Die Ortsverwaltung. Svv.-Eisenformer vnd Gießereiarbeiter. Donnerstag, 7 Uhr. im Luisenzelt. In den Zelten 9. Versammlung. Tagesordnung: Was geht in unserer Branche vor?— Der Fratiionsvorstand. Deutsch«, Zr»»«p»etarbeiter»er»«»d. Sektion l, Lederbranche: Donnerstag 7 Uhr bei Witte, Poststr. 29, Dodenledecgrnppe.Versammlung.— Sinkaglerer, «assenboten. Bureaudiener usw.: Donuerstog 7 Uhr in den Blumen�ZSlcu, Blumenftr. lg, Branchenversamwlung.— Kutscher, Mitfahrer usw. aus de» Färbereien und Themischen WaschanstaUcn: Donnerstag 7 Uhr bei Femara. Mrlchivrstr. 15, Versammlung.— Kutscher, Arbeiter. Stalleul« und Wächter aus den Fuhrbetrieben Drofi-Berlin». Nur Mitglieder der Innunaslrankenkaffe. Donnerstag 7 Uhr bei Böker, Weberstr. 17. Bortrag Uber Krankenlallenwefen und Wahl von» Borstandsmitgliedern, 12 Ersatzmännern, 11 Busschutzmit» gliedern und 2S Ersatzmännern. Verband der Buchbinder und Vaplernerarbeitee. Donnerstag 5 Uhr Im lultheiß. Reue Iotobstr. 24/25, Bertrauensmännersttzuna der Buchbinderei. arbeiterfchaft in Buchdruckereien, Buchbindereien und Scschäftsbuchfabriken. zentralverband der Fleischer, Sektion 1, Wurst, und Flcischkonservrnfabrs. ken, Fleischereien: Bertrauensmannersttzung Freitag 7 Uhr in Bö'ers Festsälen, Weberstr. 17. strntralnrrbanb de,«ngestelten. im Derbandslotal, Belle-Alliance-Str. anwaltsbureaus: Donnerstag 71h Uhr Mitgliederversammlung. Berantw. liir den redalt. Beil' Dr. Werner Vetler, Cbarlottenbura: tstr So, rd. Stocke. Verlin. Verlag' SorwSriS.2>ertaa G. m b. H.. Berlin Druck: «ärts-Buchdruckerei o. Verlagsonkia» V-nI Singer». Co.. Berlin. LinSenItr. 5. vir«» 1 Vetlage. Etecl'-Nmihidrn Sommer- u.Winterkarbetneb— Am Taunus bei Frankfurt a.M. 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