Nr. ISS � ZS.�ahrgang Ausgabe L» Nr. 92 Bezugspreis: MertelISHrl.M.— M.. monatl. 10,-91. frei ms Saus, voraus zahlbar. Postbezugs Monallich 10.— M. einschl. Zu- ftcllungsgedudr. Unier Kreuzband nir Deutschland. Danzig, das Saar- und Meinelgebiet, ivwic die ehemals beut- ,chen Gebiete Polens, Oesterreich Ungarn und Luxemburg 20,— M.. iiir da» übrige Ausland 27.— M. Post- beitellungen nehmen an Oesterreich Ungarn Tschecho-Slowatei. Däne- mari. Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der„Dorwans* mit der Sonntagsbeilage.Polt und jZett*. der Unter- baltunzsbeilage»Heimwelt" und der Beilage.Siedlung und Kleingarten� erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tag» und Montag» einmal. Telegramm- Adresse: «Sazialdemotral Beeil«" Abend Ausgabe "a umr■!■■■■ i■mm— B Oerlinev Volksblstt ( 20 Pfennig � SInzeigeupreiS: 9lt achigespalien» NonvareillezetI» kostet WO M„ftlelne Unzelgea" da» lettgedruckle Morl I.SO M.(zu- lässig zwel fettgedruckte Worte), sede, weiter»«ort l.- M Stellengesuche und Schlafstellenanzetgen da» erst» Wort U— M. sede» wettere Won SO Pfg. Tort« Uder IS Buchstaben zählen für zwei Wone. ffamilien-A». zeigen für Abonnenten Zelle M Die Preis« verstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen dt» 0 Ahr nachmittag» lm Hauptgeschäft. Berlin EW 6S. Linden. straße st abgegeben werden. GeSffnet von 9 Uhr früh bis d Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratifchen parte? Deutfchlanda RcöoFtiwi und Expedition: SW SS, Linöenstr. 3 Fernsprecher: Amt Mortstplatz, Nr. löl itv- KSIS7 Donnerstag, den Ä1. April 1VÄZ vorwarts-verlag G.m.b. h., SW SS, Ltnöenstr.Z _ Kernsprecher,«m» Martpplatz. Rr.»17S8-S4 Stegerwalö wiedergewählt. Heule um l Ahr krak der preußische Landtag zur abermaligen Wahl des Ministerpräsidenten zusammen. Es wurden 371 Stimmen abgegeben, davon waren unbeschrieben 22, ungültig keine. Don den 343 übrigen Stimmen sielen auf Stegerwald 227, auf O t t o D r a u a 100, auf den Abgeordneten Ludwig(ASP.) 21, auf den Abgeord- ueten Dusch 1 Stimme. Stegerwald ist somit zum Ministerpräsidenten gewählt: für ihn stimmten olle Bürger- l l ch e n. Die Sozialdemokraten stimmten für Draun. die Unabhängigen für Ludwig, die weißen Zettel rühren von den Kommunisten her. Gronowskis Gedächtnisschwache. Die Frage nach Stegerwalds Rücktrittsverpflichtung hat nur. noch historische Bedeutung, nachdem Herr Stegerwald durch' seinen tatsächlich vollzogenen Rücktritt anerkannt hat, daß das Zentrum eine Verpflichtung in dieser Richtung eingegangen war. Um so seltsamer berührt es, worm der Abgeordnete G r o- n o w s k i in der heutigen Morgenausgabe der„Germania" nochmals als Unterhändler des Zentrums darzulegen versucht. daß das Zentrum der Sozialdemokratie gegenüber keine Ver- pflichtung eingegangen sei. Herr Gronowski hätte unseres Erachtens klüger getan, nach dem vollzogenen Rücktritt seines Parteifreundes Stegerwald den Mund zu halten. Da er aber durchaus reden muß. wollen wir ihm sagen, daß gerade e r es ist, der sich dieser Verpflichtung erinnern müßte, voraus- gesetzt, daß er keinen Wert darauf legt, einen in der parla- mentarischen Geschichte unerhörten Fall von Ge- dächt nisschwäche an seiner Person zu demonstrieren. Denn ihm ist die Bedingung sogar dreimal auseinander- gesetzt worden, und er hat dreimal z u g e st i m m t. Warum selbst die demokratischen Mgeordneten D o m i n> i- c u s und P r e u ß, die doch politisch das Spiel des Z e n- trums gegen die Sozialdemokratie gespielt haben, die Darstellung der Sozialdemokratie und nicht des Zentrums bekräftigen, darüber redet Herr Gronowski als vorsichtiger Mann nicht! Schiffer will nicht? Ein Mittagsblatt bezeichnet die Meldung des WTB., wo- nach der Demokrat Schiffer als Innenminister des Ministe- riums Stegerwald in Aussicht genommen ist, für verfrüht. Schiffer habe die Uebernahme des Portefeuilles schon gestern abgelehnt. Das Innenministerium solle zwar an einen Demokraten kommen, dessen Person aber noch nicht feststehe. — Eine Bestätigung dieser Meldung konnten wir bisher nicht erlangen. Selbst wenn Herr Schiffer aber nicht Innenminister werden sollte, so bleibt doch interessant, was die„Kreuz- zeitung" zu der Meldung seiner Berufung geschrieben hat: „Gewiß, Herr Schiffer mag einige Grade erträglicher sein als Herr Dominicus, aber— D e m o k r a t bleibt Demokrat." Armer Schifferl Das ist nun der Dank für treue De- mühung in den Kapp-Tagen. 3n letzter Stunde. 3n einer havas-Dleldung heißt es. Driand werde Lloyd George in Lymvne den Desehnngsplan für das Ruhr- realer vorlegen. Es wird aber ausdrücklich betont, daß dieser Plan nurfürdenFall ausgearbeitet worden sei, daß Deutschland bei seiner„passiven Resistenz" beharrt. Dos heißt also, daß noch nicht alle Türen zugeschlagen worden sind und daß man auch von französischer Seite ein neues deutsches Auge- bot erwartet, wie denn die französischen Pressekommeotare der letzten Tage überhaupt eine gewisse Skepsis, dem Zlktionsplan gegen- über verrieten. Auch die englische Presse scheint einen wink von oben bekommen zu haben, noch nicht alle Drücken abzubrechen. Es heißt in der„Times":„Die Tür ist noch imlner für praktische deutsche Vorschläge offen, aber sie müsien wirk- lich praktisch sein und sie müssen schnell kommen." Auch der Lloyd George nahestehende„Daily Ehronicle" unterschreibt den französischen Einmarschplan nicht ohne weiteres, sondern verösseat- llcht eine Information, nach der England zwar mit Frankreich zu- sammengehen würde, aber erst die französischen Pläne kennenlernen mühte, ehe es Stellung nehmen könne. Eine gewisse Ungeduld, mit den deutschen Dorsch lägen bekannt zu werden, spricht auch aus diesen Zeilen. Angesichts dieser Tatsachen ist es von hohem Znteresie. endlich einmal von offizieller Seite davon unterrichtet zu werden, was es mit den Simonfchen Vorschlägen aus sich hat. Zn der Presse des In- und Auslandes zirkulieren Gerüchte über die Aktion Simons, die geeignet find, das Ansehen des Auswärtigen Amtes herabzusehen. Dald heißt es. man habe den Vatikan um Weitergabe der Vermittlung an Amerika gebeten, bald werden die bereinigten Staaten als ausersehene Träger der vermittlungs- ■attion bezeichnet, bald heißt es. das Auswärtige Amt habe ableh- vende Antwort erhallen. Reuerdings' heißt es sogar, die neuen Sanktlonsvorschlägc sollen direkt der Wiedergutmachungskommission überreicht werden. Es wäre an der Zeit, diesem Rätselraten endlich einmal etwas positives entgegenzusetzen. Frankreichs Verftlavungsplan. Paris. 21- April.(EE.) lieber die Pläne für die Wirtschaft- liche Ausbeutung des Ruhrgebiets meldet das„Petit Journal", daß für jede Tonne Kohle, die außerhalb des Ruhrgebiets oerkauft werden soll, die Alliierten eine Taxe von 5 0 bis 70 Frank erheben werden, die dem Wiedergutmachungskonto zugute kommen soll. Die Ausbeutung des Ruhrgebiets wird dem deutschen Personal überlasten bleiben, aber von französischen Inge- ni:uren kontrolliert werden. Die Verteilung der Kohle wird durch eine i n t e r a l- liierte Kommission durchgeführt werden, die unter der Lei- iung des Kohlendirektors Ader arbeiten wird. Diese Kommission wird souveräne Entscheidungen treffen und feststellen, welche Mengen Kohlen Deutschland für seine Eisenbahnen und In- dustrie erhalten müsse. Ebenso wird sie zu entscheiden haben, welche Kohlenmengen an die neutralen Staaten verkaust werden können und welche Kohlenmengen die Alliierten abgeben werden müsten. Endlich wird die Kommission eine Kontrolle der deutschen Kohlenvorrät« vornehmen. Man nimmt an, daß Deutsch- land seine Kohlenproduktion nicht einschränken werde. Eine Havasmeldung bestätigt die Ausführungen des„Petit Journal". Ergänzend sei mitgeteitt, daß der Plan auch eine Er. leichterung der Lebensmittelversorgung für die Bewoh. ner der besetzten Gebiete vorsieht. Er ist von Le Troquer und verschiedenen' Stellen de» Arbeitsministeriums ausgearbeitet n?orden. Der Vorschlag Loucheurs wurde zurückgestellt, da er zwar ein- schneidender, aber auch viel schwerer in seiner Durchführung ist. Er sah u. a. auch eine Uebernahme der Hüttenindustrie durch die Entente vor. Der Plan soll unter Leitung eines Ober-Zivil- k o m m i s s a r s zur Durchführung gelangen. London, 21. April.(EE.) Die heutig«„Daily Mail" teilt mit, daß innerhalb der englischen Regierung die Meinung über die Strafmaßnohmen verschieden seien. Briand wird sich deshalb bei der Zusammenkunft in Hythe bemühen, die französischen Vorschläge durchzusetzen. Man gibt sich einer Täuschung darüber hin, daß die Produktion im besetzten Ruhrgebiet im b e st e n Falle 75 Prozent der normalen Förderung erreichen werde, da selbst Frankreich mit keiner höheren Ziffer rechne. Es liege aber im Intereste der europäischen Allgemeinheit, das Ruhrgebiet in seiner vollen Produktionssähigkeit zu erhalten. Europa müsse sich nunmehr darauf gefaßt machen, daß in den nächsten Monaten ein Fehlbetrag von 25 Prozent der normalen Ar- beit und Produktion eintreten werde. Die Konferenz Äopü George— Srianö. London, 21. April.(MTB.) Der diplomatische Bericht des „Daily Telegraph" meldet, daß sowohl der belgische wie auch der italienische Botschafter gestern im Auswärtigen Amt vor- sprachen. Die belgische und die italienische Regierung seien bestrebt, im engeren und soweit wie möglich dauernden Kontakt mit den englisch-französischen Beratungen zu bleiben, die während des Wochenendes im Lympne stattfinden. Zollwirrwarr am Rhein. s ö l n. 21. April.(WTB.) Die„Kölnische Zeitung" meldet aus Düsseldorf, daß sich gleich am ersten Tage der Rheinzottgrenze die befürchteten Folgen im Güterverkehr ergaben. Aon Lintorf bis Köln- Kalk stauen sich die Güterzüge, rund um Düsseldorf sind olle Güterbahnhöfe überfüllt. Koblenz, 21. April.(TU.) Am ersten Tage des neuen Zoll- regimes ist der Güterverkehr auf vielen Strecken bereits stark ins Stocken geraten. Sämtliche Güterzüge werden von den Entente- behörden angehalten. Ihre Abfertigung oerzögert die Tatsache, daß die neu geschaffenen Zollorgane noch ohne jegliche Dien st- a n w e i s u n g von oben sind, und kein Mensch weiß, in welcher Weise die Zollkaiittolle zu handhaben ist. Die Folge davon ist. daß auf einzelnen Strecken, insbesondere auf denen nach Diez und Lim- bürg, die angehaltenen Güterzüge sich zu stauen beginnen. Es droht die Gefahr einer völligen Verstopfung der Strecke. Für die Versorgung des unbesetzten Gebietes, vor allem mit Kohlen, droht dar- aus eine' schwere Gefahr. Die Frage der Mitwirkung der deutschen Zollbeamten an der Kontrolle scheint noch nicht einheitlich geregelt zu sein. Es herrscht ein völliges Durcheinander. So find, um nur einige Beispiele anzuführen, gestern bereits Schmie- rigkeiten entstanden dm aus» daß noch nicht einmal die Frage geklärt ist, ob der Verzollung der deussche Vertragstarif oder der autonome Tarif zugrunde zu legen ist.� Das schwierige Problem der Zoll- behondlung de» Durchgangs- und des Ver- e d 1 u n g s v c r k e h r s ist in den Beratungen der Interalliierten Rheinlandkommission noch kaum gestreift worden. Im P o st- verkehr hat die Entente verfügt, daß sämtliche aufgegebenen und eingehenden Pakete den deutschen Zollämtern zuzuleiten sind. die Erwerbslosen. Bon A l b i n M o h s. Nach den Bestimmungen der Reichsverordnung über E r w e r b s l o s e n fürs o r ge ist die Gewährung von Er' werbslofenunterstützungen an die verschiedensten Vorbedin- gungen geknüpft. Der Kreis der Unterstützungsempfänger ist stark begrenzt. Allgemein sind die Erwerbslosen„zuständig" in der Gemeinde, in der sie beim Eintritt der Unterstützungsbedürf- tigkeit ihren Wohnort haben. Diejenigen, die nach dem 1. August 1914 verzogen sind, sollen möglichst nach dem Wohn- ort von 1914 zurückkehren. An einem anderen Ort dürfen sie höchstens für vier Wochen Unterstützung erhalten. Diese B e- schränkung findet nicht statt, wenn diese Erwerbslosen vor Eintritt der Bedürftigkeit an ihrem Wohnort mit ihrer Familie einen gemeinschaftlichen Hausstand gegründet haben und noch führen oder wenn die Rückkehr nach dem früheren Wohnort tatsächlich unausführbar ist, oder wenn sie als Reichsdeutsche ihren früheren Wohnort im Auslande oder abgetrennten Reichsgebiete oder noch besetztem Gebiete hatten, sofern die Rückkehr ins letztere für sie mit erheblichen Nach- teilen verknüpft ist. In der Praxis werden solche Erwerbslosen, die am der- zeitigen Wohnort für die Erwerbslosenfürsorge nicht zuständig sind, erst die Beschäftigungserlaubnis vom De- Mobilmachungsausschuß erwirken müssen, sofern diese Vor- schrift nach dem 31. März 1921 überhaupt noch gegeben ist, damit sie die Möglichkeit zur Arbeitsaufnahme haben. Ver- schiedene Gemeinden machen hiervon die ausnahmsweise Weitergewährung von Erwerbslosenunterstützung abhängig. Ausländern wird Erwerbslosenunterstützung nur ge- währt, wenn ihr Heimatstaat deutschen Erwerbslosen nach- weislich eine gleiche Fürsorge zugesteht. An sich soll die Fürsorge nur arbeitsfähigen und arbeits- willigen über 16 Jahre alten Personen, die sich i n so l g e d e s Krieges durch gänzliche oder teilweise Erwerbslosigkeit in bedürftiger Lage befinden, gewährt werden. Hauptsächlichste Voraussetzung ist demnach Arbeitsfähigkeit, Arbeitswille und Bedürftigkeit. Als unterstützungsbedürftig gelten nicht allein Arbeitslose, sondern überhaupt Erwerbslose, alle er- werbstätigen Personen, sofern die Voraussetzungen der Verordnung sonst zu treffen. Die Vorschrift„infolge des Krieges" wird allgemein ziemlich weitherzig gehandhabt. Die gegenwärtige Arbeits- lofigkeit ist ja zumeist eine Folge des Krieges. Die sofortige Schaffung von Erwerb für den arbeitsfähigen, arbeitswilligen und bedürftigen Erwerbslosen wird aber durch den wirt- schaftlichen Niedergang, als Kriegsfolge, zur Unmöglichkeit. Daher dürften nur sehr wenige Fälle von Erwerbslosigkeit als nicht infolge des Krieges verursacht oder erschwert abgewiesen werden können. Der Begriff Arbeitsfähigkeit läßt sich weit und eng ziehen, keinesfalls steht er einwandfrei fest. Im Gegen- satz zu berufsfähig sagen die Bestimmungen arbeitsfähig. Das heißt, der Erwerbslose muß eine wirtschaftlich einigermaßen verwertbare Arbeitskraft besitzen und nicht bloß für bestimmt eingeschränkte Berufstätigkeit verwendbar fein. Kranke gelten für die Zeit der Krankheit nicht als arbeits- fähig. Invaliden-, Alters- und Krankenrenten-Empfänger find neuerdings grundsätzlich ausgeschlossen, während dies bisher nur geschah, wenn durch ärztliche Untersuchung festgestellt war, daß die Erwerbsbeschränkung mehr als 66% Proz. betrug. Ein großer Teil dieser Personen hat aber in der Kriegs- zeit arbeiten müssen und in jüngster Zeit noch gearbeitet. Als Erwerbsbeschänkte erhalten sie jetzt infolge des An- gebots von leistungsfähigen Arbeitskräften schwerer Arbeit. Von ihren Renten können sie nicht leben. Sie müssen noch leichtere oder Gelegenheitsarbeit verrichten oder sich sonstige Einkünfte verschaffen. Ihre Ausschaltung aus der Erwerbs- losenfürsorge bedeutet eine außergewöhnliche Härte und diese soll doch gerade, wenigstens nach den gesetzlichen Bestimmun- gen, vermieden werden: Ebenso steht es um die mehr oder minder schwer Kriegsbeschädigten. Sie sind für verschiedene Be- rufe fast voll arbeitsfähig. Sie von der Erwerbslosenfürsorge ausschließen wäre unbillig. Selbst bei ganz schwer Kriegs- beschädigten muß verschiedentlich die Arbeitsfähigkeit aner- könnt werden. Es wäre schlecht um uns bestellt, wollten wir alle Schwerkriegsbeschädigten wie überhaupt alle Erwerbs- beschränkten zu vollständig arbeitsunfähigen Personen stem- peln. Können doch selbst Blinde fast volle Arbeitsleistung verrichten, wenn sonst für sie entsprechende Einrichtungen getroffen sind. Die Invalidenrentner und Schwerkriegsbeschädigten ge- hören zurzeit in bezug auf Arbeitsfähigkeit unstreitig zu den Zweifelsfällen, bei denen der G r a d d e r A r b e i t s f ä h i g- keit beim Eintritt der Erwerbslosigkeit erneut festzustellen ist, und zwar durch den Arzt in Verbindung mit sonst geeigneten Prüfern aus dem Erwerbsleben, in letzter Linie durch Leschlutz des Fürsorgeausfchusies. Werden sie als krank oder über 75 Proz. erwerbsbeschränkt befunden, dann dürften sie aus der Erwerbslofenfürsorge auszuscheiden, nicht aber der Armenverwaltung, sondern einem Unterstützungsamt für außerhalb der Armenpflege Stehende zu überweisen sein. Werden sie in der Erwerbslosenfürsorge belassen, dann wäre ihre Rente zu einem geringen Teil auf die Erwerbslosemmter stützung in Anrechnung zu bringen. Heber die Arbeitswilligkeit Erwerbsloser gehen die Meinungen selbst von Fachleuten sehr weit auseinander. Ohne Zweifel wird sie stark beeinträchtigt durch die vermin- derte Arbeitsfähigkeit. Als Tatsache muß in Rechnung ge- stellt werden, daß heute die Erwerbstätigen als Rcgelleistung nicht die Friedensleistung vollbringen können.! Die Menschen sind zurzeit alle mehr oder minder stark körPer- lich und geistig zermürbt, wenig widerstandsfähig. Es fehlt die Ausdauer, die Elastizität. Der beste Wille kann nicht die mangelnde Spannkraft ersetzen. In weiten Volkskreisen ist man sich auch bewußt, daß es verschiedentlich am Arbeits- willen fehlt. Solche Menschen Hot es srüher gegeben und jetzt gibt es noch mehr. Die Kriegszeit hat hier weiter demoralisierend gewirkt. Regel- und planmäßige Arbeit ist schnell ab-, schwer aber wieder angewöhnt. Die Ausführungsvorschriften der Crwerbslosenfürsorge kennen verschiedenen Widerwillen gegen die Arbeit. Als direkt arbeitsscheu wird erachtet, wer sich an die Arbeit über- Haupt nicht heranwagt, unter allen möglichen Ausfluchten der angebotenen Arbeitsaufnahme aus dem Wege geht, sowie der- jenige, der jede Gelegenheit benutzt, um von der Arbeit los- zukommen. Es wird unterschieden zwischen selbstverschuldeter und unverschuldeter Arbeitslosigkeit. Arbeitsmangel und höhere Gewalt gilt natürlich als unverschuldete Ar- beitslosigkeit. Trägheit bei der Arbeit, passive Resistenz oder Strecken der Arbeit, Verweigerung von Nebenarbeiten, an- derer als Berufsarbeit, Ablehnung wegen ungenügenden aber doch tarifmäßigen Lohnes oder außerhalb des Wohnortes und dgl. gelten als verschuldete Arbeitslosigkeit bzw. Arbeits- Verweigerung. Wird in der Hauptsache die L e r w e i ge r u n g noch- gewiesener Arbeit als Ardeitsunwillen angesehen, so bildet doch für die Beurteilung der Arbeitswtlligkeit des ein- zelnen noch die bisherige nachgewiesene Arbeit durch Arbeits- bescheinigungen, Invalidenkarte usw. einen ausschlaggebenden Faktor. Als stichhaltige Weigerungsgründe für ange- botene Arbeit kommen nuh in Betracht, unzulängliche körper- liche Beschaffenheit, nicht angemessener Lohn, sittlich bedenk- liche Unterkunft und bei Verheirateten, wenn die Versorgung der Familie unmöglich wird. In diesen Fällen wäre die Er- werbslosenunterstützung zuzubilligen, in den anderen Fällen zu versagen. Versagung wird gewöhnlich nicht für bau- ernd, sondern nur für begrenzte Zeit ausgesprochen. Nichts- destoweniger bleibt sie in allen Fällen und in heutiger Zeit nach besonders eine recht fühlbare Mahregel für die Erwerbslosen und eventuell auch für ihre Familien. Sie trifft sie an der empfindlichsten Stelle, am Einkommen, und ergibt praktisch eine weitere Verminderung der Existenzmittel. Diese Bestimmung der Reichsverordnung ist deshalb für die N e u- gestaltung überreif, wenngleich nicht verkannt werden soll, daß notorische Tagediebe das Recht auf Unterstützung verwirkt haben. die zerbröckelnüe �Vereinigte". In der„Vereinigten" Kommunistischen Partei geht es üru-nter und drüber. Der sinnlose und mißlungene Putsch hat die lange schwelende Opposition gegen den Despotismus der Zentrale zum vollen Ausbruch gebracht. Selbst das drakonische Mittel des Partelausschusses, wie es Paul L e v i gegenüber angewendet wurde, verfängt nicht mehr. Gegenüber dem forrschreitenden Zerfall der Partei stößt die Zentrale«inen verzweifelten Hilfeschret aus; an der Spitze der Ein verurteilter. Der Zeichner G e o r g G r o ß ist von einem— Verzeihung, fast hätte ich gesagt„königlich"— preußischen Gericht wegen Beleidi» gang der Reichswehr oerurteilt, seine famose Mappe„Gott mit uns' der Vernichtung überliefert worden. Das ist ein« Ehre für Georg Groß, dem damit quast amtlich bescheinigt wird, daß er ein Karrikaturist von Gottes Gnaden ist. dessen Hiebe von den Zeitgenossen wirklich als Hiebe, nicht als Kitzeln des satten Bauchs empfunden werden.(Thomas Theodor Hein- widerfährt solche Ehrung längst nicht mehr...) Aber für die Republik ist es eine Schande. Wir sind ja so überreich an kraftvoller Produktion, daß wir un, ein solches richter- liches Vernichtungswert mit Seelenruhe leisten können. Wenn wir Georg Groß nicht sehen dürfen— es bleibt un, ja noch immer Fritz Koch-Gotha in der„Illustrierten' und in der..Woche', es bleibt uns der„neckische' Humor der Henny Porten im Kientopp. E» bleiben uns die ungezählten Lieblinge eines blöden Philistertum», die nie- mand weh tun. Aber wer weh tut, der muß vernichtet werden. Da» ist die natürliche Moral des Philisters. Rur nützt sie nichts. Denn zu einer späteren Zeit, wo alle seine.Lieblinge' vergessen sein werden, da wird kein Sammelwerk über die Kunst der deutschen Revolutions- epoche erscheinen können, das nicht die Zeichnungen des Georg Groß als das Charakteristischste und Wuchtigste enthielte, was diese Epoche hervorgebracht hat. Trotz der patriotischen Zeichenlehrer, die sich in,..Kladderadatsch' und In Knüppel-Ziuntzes antisemitischem Witzblatt austoben. Bor mir liegt eines der neun Blätter.„Die Gesundbeter' übcrloiricben. Eine preußische Revierstube, in der ein zum Skelett versauitcr Leichnam„k.v." geschrieben wird. Das ist die Idee— ober wer eine Idee von dieser Idee haben will, der müßte die Aus- führung sehen. Ach so. ich vergaß, daß ein hohes Gericht die Ein- ziehung, Einstampfung. Einschmelzung dieser famosen Zeichnung und der dazu gehörigen Platten verordnet hat. Es soll keiner mehr sehen, wie es damals gewesen ist. Aber trotzdem, meine Herren, e» war s o. Mit genau diesem servilen Gesichtsau»druck hat sich der rundliche Zioilarzt auf das Untersuchungsobjekt gebeugt, fest ent- jchlosien. was er auch entdeckte, sein k. o. herauszusauseln. Genau so teilnamslos und krähend haben sich während der Untersuchung die beiden Generalärzte im Vordergrund ihre Zoten erzählt. Genau so Hot der Vorsitzende der Kommission mll seinem Monokel darein- geblitzt, genau so untertänig verlegen der mollustenhafte Sanitäter dagestanden, genau so brutal der Feldwebel sein künftige, Au«bU- dungsobjekt angestiert. Genau so trostlo» und öde hat e« in dem Rauni ausgesehen, wo auf die Anforderung noch soundsoviel Mann die befohlene Zahl„k. v.' geschrieben wurde, ob sie gesund waren oder nicht. „Roten Fahne" verössentllcht sie einen Aufruf:„Wahrt die Parteidiszipl in!" Dieser Aufruf deckt die Z e r o r ö ck e- l u n g auf. in der die VKPD. sich befindet. Es heißt in ihm nach einer Einleitung, die auf die Beschlüsse der Bezirkstagung Bezug nimmt: Trotz dieser Beschlüsse der Parteimitgliedschaften, des Zentral- ausschusses und der Exekutive der Kommunistischen Internationale versucht ein« Anzahl Genoss«n. die sich in führend«? Parteistellung befinden, einen Feldzug gegen diese Be- s ch l ü s j e zu organisieren. Diese Genossen tragen damit nicht nur die größte Verwirrung in die Parteimitgliedschaften, son- dcrn hindern auch die Partei an der Weilerführung der begonnenen Akkioa, die mit der Beendigung de» Märzkampfes keiaestvegv abge- ichlosien, sondern mit größler Energie sortgeführl werden muh. Gegen diese Opposition, die den Putschwahnsinn satt Hai, werden die Parteianhänger zum schärfsten Kampf aufgefordert. Namentlich werden die Parteimitgliedschaften ersucht, Paul Levi nicht mehr innerhalb der Partei reden und arbeiten zu lasten, da dieser ausgeschlossen sei. Auch über die Verbünde- ten Levis bricht das Strafgericht herein. Der Aufruf sagt: Di« Genossin Zetkin und die Genosien Braß, Däumig, Kurt Geyer, Adolph Hoffmann, Eckert, Malzahn und Paul Neumann haben am 16. April eine Erklärung abgegeben, in der sie sich nicht nur mit der Haltung Paul Levi, solidarisieren, sondern auch die von Paul Levi herausgegebene Broschüre„Wider den Putschisinus' gutheißen. Diese» Lorgehen zwingt die Zentrale, diese Genossen, soweit sie Parlamentsmitglieder sind, auszufordern, die Ausübung ihres Mandats bis zur nächsten Sitzung des Jenkralaus- jchusses einzustellen. Der Zentralausschuß wird darüber zu bestimmen haben, ob die genannten Genossen auf Grund ihres Verhaltens be» fugt sind, in ihrer führenden Stellung weiter zn verbleiben. Man wagt also nicht, diese Sünder wegen ihrer großen Zahl gleich Levi auezuschließen, aber man will ihnen wenig- stens Mandate und Aemter aberkennen. Ob das gelingen wird, ist fragliche Das Mittel der hinterlegten Vlantoaustritte hat bisher nicht verfangen, da die Gemeuchelten diese Erklä- rungen mit Erfolg widerrufen konnten. Mittlerweile erfahren wir, daß auch der Reichstags- abgeordnete Teuber aus Bochum seinen Austritt aus der kommunistischen Fraktion erklärt hat. Er legt sein Mandat nicht nieder, sondern gehört vorläufig keiner Fraktion an. Immer weiter greift die Spaltung um sich, daher der Name„Vereinigte". Am Schluß seines Aufrufs lehnt der Zentraiausschuß die Einberufung eines außerordentlichen Partei- t a g e s, den die Opposition fordert, nochmals ab mit der Begründung, daß den Parteigenosten, die an den Märzkämpfen aktiv teilgenommen hätten, eine öffentliche Tagung des Partei- tage» Berfolgunaen einbringen könnten. Man verkriecht sich also hinter der Justiz, um nicht Rechenschaft ablegen zu müssen. Stolz erklärt der Zentralausschuß, die„Zahl der Opfer nicht vermehren" zu wollen. Das sagt derselbe Partei- ausschuß, der in der oben zitierten Stelle verkündet hat. der Kampf dürfe nicht abgebrochen», sondern müsse weitergeführt werden. Für seine sinnlosen Pläne scheut der Zentralausschuß keine Opfer, das einzige Opfer, das er wirklich scheut, istdasOpsersetnerMachtstellung Zurück zur alten Partei! vtdesloe, 21. April.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Am IS. April tagte hier die Mitgliederversammlung des Orts- veretns Oldesloe der DKPD. Beschlosten wurde, den Ort«»- verein auszulösen und geschlosten zur alle» Sozialdemokratische» Partei überzutreteu. Arbeit gegeu die Shaltung. Der beste Helfer in ihren Nöten ist der VKPD. noch die I u st i z. Wie sie der Zentrale den Vorwand liefert, die Einberufung de, Parteitages abzulehnen, so sorgen einige Ausnahmegerichte für das sonst gänzlich fehlende Agitationsmatcrial. Das Essener Ausnahme- gericht verurteilte den Redakteur Werner vom„Ruhr-Echo" wegen der Ausrufe zum Ausstand zu zwei Jahren Zuchlhau«. Der Staatsanwalt hatte sogar 7 Lahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust be- antragt. Das darf nicht mehr gezeigt werden. Namentlich nicht in dem lapidaren Stil eines Georg Groß, der wie ein unbeholfenes Kind an den Zaun zu kritzeln scheint und in dieser Kritzelei das höchste an Ausdruck und Sattre gibt, das sich denken läßt. Wir haben einen Kerl von grimmem Humor, einen Kerl, besten Hiebe schmerzen. Gottlob, man hat ihn verboten. Aber tröstet euch, im Kientopp rollt bereits der neuest« Film von der Beerdigung der Kaiserin. Erich Kuttner. Garlenzaun und vlumenfreud«. In einer Rundschau des jetzt mit der„Umschau" vereinigten„Prometheus" wird ein Thema an- geschlagen, das wohl des Nachdenkens wert ist. Es heißt dort: Weshalb muß ein jeder, der ein Gärtchen sein«igen nennt, sich mit großen Kosten«inen Zaun um dasselbe bauen? Doch nur des- halb, weil er dem menschlichen Empfinden seiner Mitmenschen nicht traut und nicht trauen darf. Ich sage absichtlick nicht: der Ehrlich» keit. Denn Blumenftehlen hält niemand für eine Unehrlichkeit. Man kann vielleicht sagen, daß diesenigen, welche anderen Leuten ihre Blumen stehlen, auch, aber auf ihre Welse dem Früh- ling huldigen. Sie sind Egoisten, welche nur an sich denken. Ob aber wohl eine Zeit kommen wird, in der die Verfeinerung unseres Empfindens so weit fortgeschritten sein wird, daß jeder es versteht, sich in das Mysterium des erwachenden Frühling» zu versenken und dabei doch auch dem anderen sein« Freude zu lasten? Ein« Zeit, in der mein Garten denen, die an ihm vorübergehen, Freud« machen wird, ohne daß sie meine blühenden Büsche knicken und mein« Blumen abrupfen? Eine Zelt, in welcher Gartenzäun« als altmodischer Unfug gelten werden, weil man weiß, daß sie überflüssio sind? Erleben werde ich dies« Zeit wohl nicht, aber ich hoffe, daß sie kommen wird. Ich hoffe es, well ich ein Optimist bin, und weil ich weiß, daß es Länder gibt, in denen sie bereits gekommen ist. Ein solches Land ist z. B. Nordamerika. Ob die Pankees ein tieferes Empfinden als viele Menschen bei un» für den rechtlichen Begrifs der Garten blume ol» fremde, Eigentum hoben, ob ihnen die Be- geisterung für die Lieblichkeit der Blumen fehlt, weiche bei unseren Zaunmardern schließlich doch ol» edle Triebfeder eine? schändlichen Tat angenommen werden muß— ich weiß es nicht. Ich weiß nur, daß in Amerika das Stehlen von Blumen und daher auch die Gartenzäune zu den überwundenen Dingen gehören. Di« Gärten welche die schmucken Häuser der Amerikaner umgeben, liegen frei an der Straße, jeder, der daran vorbeigeht, freut sich über sie, und die Besitzer freuen sich nicht minder, denn es wird ihnen nicht, zer- treten, nichts verdorben, nichts abgerupft. Der älteste Baum Deutschlands. Unweit Görlitz bei dem Dorf Katholisch-fiennersdorf steht ein« Eibe von über S Meter Umfang und 11 Meter Höhe, deren Atter nach vorstchtiger Berechnung mehr als 1400 Jahre beträgt. Dr. O Herr bezeichnet in„Ueder Land und Meer' dieses ebrwürdig« Naturdenkmal als den ältesten Baum Deutschlands, vielleicht sogar ganz Mittelenropos. Der Um- fang, der im Verhältnis zum Atter gering ist, erklärt sich daraus, daß bei der Eibe das Wachstum in der Dick« außerordentlich lang. sam vor sich geht: die Jahresringe sind sehr vi«l schmäler al» bei Der pflichttreue �anörat. Ende Januar hatte der„Vorwärts" aus der„Bürener Zeitung", dem amtlichen Krcisblatt für den Kreis Büren im Regierungsbezirk Minden, das folgende Inserat zitiert: Bauer, paßaufl Es ist Pflicht eines jeden Landwirt«, gegen dl« ihm zugegangenen Veranlagungen zur RMansfl«' winnsteuer und zum Reichsnotopfer, soweit darin nicht die von den landwirtschaftlichen Organisationen aufgestellten Grund- sötze gewahrt sind(Abzüge wegen Werwerminderung an fflebäu- den und Grundstücken, Zugrundelegung de» bei der Bcsigsteuer festgelegten Besitzwertes), sofort Einspruch ein zulegen. zu dem folgender Wortlaut genügt:„Gegen die Veranlagung zur Kriegsgewinnsteuer— zum Reichsnotopfer— lege ich hiermit Einspruch ein.(Unterschrift.)" Aufklärende Vorträge und Sprechstunden über die nähere Be- gründung werden in nächster Zeit im Kreise abgehalten. Namens des Vorstandes des Landw. Kreisveretns der Dereinsdirektor gez. Wintelmann. Dieser Winkelmann war niemand anders als der— L and r a i des Kreises Büren, der tapfer Vorträge und Sprechstunden zur Der- Minderung dir agrarischen Steuern abhäll. Aus einer deutschnationalen Anfrage im Landtage erfährt man nun, daß dieser eifrige Landrat als Regierungsrat nach Münster in Westfalen versetzt worden ist. Die Deutschnationalen sind selbstver- ständlich aufs tiefste empört darüber, daß ein Landrat. der Steuer- sabotage treiben hilft,„im Interesse de» Dienst»«' versetzt wird. Nach ihrer Meinung muß ein solcher Landrat als Blümchen Rühr- michnichtan betrachtet werden, der seiner für die Agrarier so er- sprießlichen Tätigkeit auf jedem Fall erhalten werden muß. Da Severing, an den die Anfrage gerichtet ist, st« kaum noch beant- warten dürfte, so kann sein heute noch unbestimmter Nachfolger, der sa auf die Stimmen der Deutschnattonalen angewiesen ist, ihnen den Gefallen tun und den„pflichteifrigen" Landrat den Bauern von Büren erhalten._ Die Titelseuche. Aus Postbeamtenkreisen wird uns geschrieben: Wöhrend nach Verordnung des Reichspräsidenten vom 11. Juli 1020 den Beamten, unbeschadet ihres Rechts, ihrerseits die früher verliehenen Titel weiter zu führen, kein Rechts- a n s p r u ch darauf zusteht, daß sie auch im dienstlichen Verkehr mit ihnen benannt werden, hat es der R« i ch s p o st m i n i st« r für richtig befunden, das alte Titelwesen wieder aufleben zu lassen. Im Amtsblatt des Reichspostministerium» Rr. 1? vom 13. April wird unter Nr. 30 gesagt: „Ich erachte es für angemessen, daß auch im Amtsvcr- kehr den Beamten gegenüber neben den neuen Amtsbezeich- nunqen von den wohlerworbenen Ehrentiteln, wie z. B. Rechnungsrat. Geheimer Rechnungsrat, Kanzleirat. Ge- heimer Kanzieirat, Geheimer Postrat, Geheimer Obervostrat. Ge- heimer Baurat usw. Gebrauch gemacht wird. Hiernach ist künftig zu verfahren." Nach dem Borstehenden dürfte es ja nicht wundernehmen, wenn die Herren demnächst auch noch den Zusatz„Kaiserlicher" ver- langen werden, der ihnen ja mit dem gleichen Recht zusteht.. Der Reichspostminister wird auch wahrscheinlich dagegen nichts einzu- wenden haben. Leußerste Rechte und äußerste Linke pfeifen auf das Gesetz und der Rcichspostminister ans die Verfassung, deren Artikel 109 sagt:„Titel dürfen nur verliehen werden, wenn sie ein Amt oder einen Beruf bezeichnen." Sozialdemokraten hingegen pfeifen auf Verordnungen, wie die des Reichspostministers. Titel aus dem„Wilhelminischen Nachlaß" existieren für uns nicht, insbesondere nicht solche Titel, für deren Verleihung nicht Fähigkeiten und Tüchtigkeit, sondern nur die aller- höchste Huld und Gnade maßgebend waren. Nach dem, was bisher von republikanischem Geist in der Reichspostverwaltung in die Oeffentlichkeii gedrungen ist, braucht man sich über die neue Der- ordnung des Ministers allerdings nicht allzusehr zu wundern. Je mehr die überzeugten Republikaner, die Sozialdemokraten, au» den führenden Stellen hinausgedrängt werden, um so mehr gewinnt die Reaktion an Boden. Langsam aber sicher wird da» Rad der Zeit- geschichte zurückgedreht, wenn nicht da» Volt selbst und vor allem unsere Partei endlich dl» Gefahr erkennt. den meisten anderen Bäumen. Die Eibe ist in Norddeutschland seit langer Zeit im Schwinden begriffen, und nur hier und da trifft man noch auf einzelne größere Exemplare, die eigentlich alle geschützt werden sollten. Früher aber war dieser Baum in ganz Europa weit oerbreitet und an vorgeschichtlichen Funden treffen wir ihn immer wieder. Besonders wurde das Holz der Eibe wegen seiner Festig- keit für Bogen verwendet und im altgermanischen Runenalphabet bedeutet dasselbe Zeichen„Eibe" und„Bogen". Es gibt männliche und weibliche Eibenbäume, von denen natürlich nur die letzteren die bekannten roten Beeren tragen. Unser ältester Baum ist ein männ- liches Exemplar, doch entwickelt er in einzelnen Iahren auch einzelne weibliche Zweige, die dann Früchte ansetzen. Könnte das Rauschen dieser alten Eibe sich zu Worten verdichten und un» von ihren Er- lebnissen erzählen, so würden wir ein gut Teil germanischer Geschichte erfahren. Unter der Herrschaft des großen Karl war er bereits über die erste Jugend hinaus; er sah die Verwüstung der Lausitz durch die Hussiten und zwei Jahrhundert« später die Greuel des Dreißig- jährigen Krieges. Friedrich II. zog an ihm vorbei als Sieger und als geschlagener Feldherr. Kosaken lagerten unter ihm in den Frei- heitskriegen von 1813, schnitten sich Pfeifen und Talismane aus seinem Holz und legten dadurch das Innere des hohlen Baumes frei. Ein Engländer über die Tuberkulose in Deukschlond. Ein trübe, Bild von der Verbreitung der Tuberkulose in Deutschland entwirft Dr. Glover in der englischen Fachzeitschrist.Fancet". Er stellt die enorme Zunahme der Krankheit seit 1v14 fest, die viel großer ist, als die in England während des Krieges. An eine wesentlich« Ein- schränkung der Krankheit, etwa bi» zum Stande vor dem Kriege, sei nicht zu denken, da„die Ernährunzsoerhällnisse in Deutschland jetzt noch viel schlimmer sind als jemals in England in der schlimmsten Zeit des Krieges". Die Maßregeln zur Bekämpfung der Tubcr. tulose findet Glover ungenügend: es fehle an Geld, die Vorschriften würden nicht genügend beachtet, und auch die Organisation habe Mängel. Der britische Slrzt meint, daß diese traurigen Zustande nach der allgemeinen Ansicht aus die Hungerblockade und die Aus- lieferung der Milchkühe zurückzuführen sind.„Wir müssen uns da- mit zufrieden geben, bemerkt dazu die„Münchener Medizinische Wochenschrift",„wenn englische Sachverständige in ihren Fachzeitun- gen den Stand der Dinge wahrheitsgemäß darstellen; die maß« gebende politische Presse wird— mit wenigen Ausnahmen— kein« Notiz davon nehmen: sie findet Ihre Rechnung dabei, Haß und Er- bitterung immer weiter zu steigern." Film und Marionettentheater In der eckule behandeln die ent, lckiiedenen Schulrrtormer aui ihrer Kunlitagung am 4. und S. Mai in der Geuieindesesibnlle in Berlin. Lankwitz. Karlen zur Taarnig in«runwald» Reform bauS.\V 9, Linlstr. 39, bei Frau Prof. Behren», Berlln-Lantwitz, Viktoria ftr. 87, im Landkgemeindehous. Berlin, Tophienür. 28/24. Volksbühnem Beichstaa. Durch die Nachwahlen in Schles- wig-Holstein war die Zahl derdeutschnationalen Reichstage- abgeordneten so gestiegen, daß st« fast das Zentrum von der zweiten Slxll« verdrängt hätten. Aber das Zentrum weiß sich in allen Lagen Rost«« hat zwei Welsen gestattet, ihm als Hospitanten beizutreten. So ist e» wieder um zwei Nasenlängen den Deutschnationalen voraus und marschiert der Fraktionsstärke nach unmittelbar hinter der So- zialdemokratie. Kämpfende Krlegsberlchkerstatter. In dem Kriegsberichterstatter- Prozeß, der heute fortgeführt wurde, aaben die Angeklagten die Er- klärung ab. daß dem NebenklSger Scheuermann Eigentumsdelikt« in keiner Weif» vorgeworfen werden sollten. Hierzu bemerkte der Vorsitzende, datz die Beweisaufnahm« auch keinen Funken eine« Leweise» für diese Behauptung erbracht habe. Die übrige Verhandlung bestätigt, nur wieder, daß unter den Kriegs- berichterftattern außerordentlich viel Reiberei und Rivalitat geherrscht hast GroßGerlw Zigaretten. Alles ist teuer, manches sogar sehr teuer, und dazu gehören auch die Zigaretten. Doch hat es den Anschein, als ob niemals soviel geraucht worden wäre wie setzt. Die Straßenbahn kann be-! � ängstigend voll sein, die geliebte Zigarette oder auch die Zigarre � I wird selbst auf die Gefahr hin geraucht, daß Lächer In die Kleider ) der Nebenmenschen gebrannt oder diese mit abfallender Asche be- schmutzt werden. Die Nichtraucherabteile der Eisenbahn duften häufig nach Zigarettendampf, und selten rollt ein moderner Film ! über die Leinewand, in dem die Helden nicht ihre Zigarette mit mehr oder weniger Grazie rauchen. Das Reden in größeren oder kleineren Versammlungen wird infolge der rauchgeschwängerten Atmosphäre oft zur Strapaze und soll außerordentlich lungenstärkend sein. An einer Ecke steht ein etwa zehnsähnger Knirps mit sehr weit- erfahrenen Monieren und raucht ein« Zigaretle. Ein Herr, der selbst ein« brennende Zigarre zwischen den Fingern hält, entrüstet sich darüber:„Was, du Lümmel rauchst schon?"—„Na, wat denn, du roochst ja oochl" wird ihm zur Antwort und verachtungsvoll dreht ihm der Knirps den Rücken. Von den Anschlagsäulen herab preisen mehr oder minder ge- schmeckvoll, aber meist recht auffällig ausgeführte Plakat« die Vor» züge der einzelnen Marken: in der Straßenbahn, in den Zeitungen, in den Kinos und wo immer sich Gelegenheit bietet, wird für die Zigarette geworben, Preisausschreiben werden zu ihrem Ruhm« veröffentlicht und namhafte Künstler stellen sich in ihren Dienst: und die Steuerverwaltung nicht zu vergessen, die sich ihrer liebevoll an- genommen hat. Wieviel« Gefälligkeiten werden um einer Zigarette willen er- wiesen, wieviel Dankesworte dem gütigen Geber gespendet. Di« Zigarette hat Weltgeltung erlangt und ist zu einer Quelle ständiger Qual für den Nichtraucher geworden. Ein« Riesenindustri« Ist ent- standen, Ingenieure, Kaufleut« und Tausend« von fleißigen Händen sind um ihr« Herstellung bemüht, Tausend« hungern nach ihrem Genuß, hungern noch einem Stückchen Papier mit einigen Pflanzenfasern. das Selüveefteck am Teltow-Kanal. Endgültige Aufklärung des Bochumer Mllionenraubes. Der Bochumer Millionenraub, der feit langem die Polizeibehör- den in Mitteldeutschland und Berlin beschäftigte, Ist setzt durch die Verhaftung des Haupttäters und die Aussindung des restlichen Geldes ganz aufgeklärt worden. Von den fünf Räubern, die auf der Erken- schwieker Chaussee bei Bochum einen Geldtransport der Zeche Em- scher-Lippe überfielen, mehrere Begleiter erschossen und ü b e r z w e i Millionen Mark erbeuteten, waren schon vor längerer Zeit zwei Mitglieder in der Gegend des Tatortes und dann weitere zwei in Berlin ergriffen worden. Noch immer aber hatte es der Urheber und Leiter de» Anschlags, der ehemalige Geschäftsreisende Wilhelm Müller, verstanden, sich allen Nachforschungen zu entziehen. Auch in Berlin entschlüpfte er wieder, als ihm die Kriminalpolizei bereits dicht auf den Fersen war. Jetzt endlich ist e» gelungen, auch ihn in L i« g n i tz dingfest zu machen. Die Kriminalbeamten fanden, al» Müller nach der Festnahm« seiner Helfershelser Kley und Heising plötzlich verschwunden war. seine Spur zunächst in Neukölln wieder. Aber auch dort hielt er sich nicht mehr auf. Er hatte bei einer Frau Reichert in der Schillerpromenade gewohnt, war jedoch im Januar plötzlich verzogen. Eine neue Spur, die die Beamten entdeckten, führt« nach Liegnitz. Di« festgesetzten Ermittelungen ergaben endlich, oaß der Verfolgte dort unter einem falschen Namen wohnte und sich für einen Ge- schäftsreisenden ausgab. Zuweilen fuhr er auf ein paar Tage nach Breslau und Sagan, wo er bei der Post unter einem falschen Namen «in« Lag«radresse angegeben hatte. Hier holt««r auf diesen kurzen „Geschäftsreisen" die von seinem Anhang für ihn eingegangenen Briefe ab. Nach diesen Ermittlungen fuhren die Beamten nach L i e g n i tz. Sie beobachteten dort da» Hau», in dem der Gesuchte wohnte, und nahmen ihn fest, als er es morgens um 9 Uhr verließ. von dem geraubten Geld« wurdin unterdessen größere Summen gefunden und b« f ch l a g- nahmt. Wie früher schon mitgeteilt wurde, hatten Klee und Heising auf dem Bahnhof Alexanderplatz eine Kiste in Verwahrung gegeben, die u. a.«in B a n d o n i o n enthielt, in das ste 17S 000 M. hineingesteckt hatten. Ein frühere? Siposoldat Hagemoser und der Bruder einer Freundin de» Müller holten dies» Kiste vom Bahnhof ab und nahmen den Schatz au« dem Bandonion an sich. Man glaubte erst, daß der Begleiter Hagemosers Müller selbst gewesen sei. Di« Ermittelungen ergaben jedoch, daß es der Bruder seiner Freundin war. Das Bandonion wurde nach langen Nachforschungen von der Kriminalpolizei bei einem Musikhändler in der Manteuffel- straß« gefunden, war jedoch leer. Es ergab sich jetzt, daß Hagemoser und sein Begleiter den Inhalt anderswo„deponiert" hatten. Der Bruder der Freundin Müllers hatte dann mit der Beute in M a h l s- dvrf eine Villa getauft und darauf eine größere Anzahlung geleistet. Ein anderes„Depot" wurde am Teltowtanal ent- beckt. Dort hatte Müller 1 2 0 0 0 M. v« r g r a b« n. Die Kriminal- beamten gruben noch und fanden an einer Telegraphenstang», in der Näh« einer Wegkreuzung in � Meter Tics« zwei Blechkisten, die in Wacksleinwand eingeschlagen waren und die Summe in Fünfzig- markscheinen enthielten. Weiter« 178 000 M. fand man'M Chausseegraben zwischen Grünau und Schmöckwitz verbuddelt. Eine flebenzigjährlge Ehe! Am 23. April kann«in Berliner Ehepaar, der im Haufe Allen- steiner Str. 7 wohnende frühere Schnetdermeistei Fried« rich Mann« und seine Gattin Eleonore Manns, geb. Brach, ein fehl seltenes Fest feiern. An diesem Tage vollendet sich da« 70. Jahr ihrer ehelichen Gemeinschaft, in der sie Freud und Leid mttcinondcr geteilt haben. Da» in hyhem Grcisenalter stehend« Paar ist nicht in Berlin geboren, sondern in Westpreußen, Herr Mann» am 14. Ottober 1828 in Ripsenkirch bei Riesenburg. Frau Manns am 10. Juli 1831 in Freystadt. Im Jahre 1898 setzte der damals 72jährige Greis sich zur Ruhe und siedelte mit seiner Gattin aus Freystadt noch Berlin über, um hier bei verheirateten Kindern den Lebensabend zuzubringen. Heut« steht Herr Manns bereits im 96. Lebensjahr. Frau Manns im 9 0. Lebensjahr. Alle acht Kinder, mit den.m sie gesegnet wurden, leben noch: die ältesten - von ihnen sind nun auch schon hoch in den Sechzigern. Das Jubel- paar wird an dem Ehrentage auch elf Enkel und Entelinnen, von , denen eine an demselben Tage ihre Hochzeit hat, und drei Urenkel ! und Urenkelinnen um sich versammelt sehen. Die beiden alten Leute sind noch so rüstig, daß ste noch mit ziemlicher Regelmäßigkeit bei 1 guten, Wetter ihre Spaziergänge machen. Bei der Volksabstimmung j in Wcstpreußen hat Frau Mann» es sich nicht nehmen lassen, mit , ihren acht Kindern in die Heimat zu fahren und hat auch die be- , schwerliche Reis« über See nicht gescheut. Unseren berzlichen Glück- wünsch dem hochdetagten ehrwürdigen Paar! Ausnahmebestimmungen über die Sonntagsruhe. Abweichend von den Bestimmungen über die Sonntagsruhe sind fvr den Bezirk der neuen Etadtgemeinde Groß-Berlin widerruflich folgende Ausnahmen van de« allgemeinen Befchäftigungsver- bot zugelasien worden: Die Beschäftigung von Gehilfen. Lehrlingen und Arbeitern ist an Sonn- und Festtagen gestattet: im Spedi- tionsgewerbe, soweit«» sich um Abfertigung und Expedition von Gütern handelt, sowie in offenen Verkaufsstellen des Handels mit Lebens, und Genußmitteln. Blumen und Zeitungen von 7!-� bis 9)4 Uhr vormittags, in den Z e i t u n g s f p e d! t i o n e n von 4 Uhr morgens bis 8)4 Uhr vormittags. Sofern die Beschäftigung länger als drei Stunden dauert, sind die betreffenden Personen entweder an jedem dritten Sonntage volle sechsunddreißig Stunden oder an jedem zweiten Sonntage von sechs Uhr morgens ab von der Arbeit frei zu lassen. Den Gast- und Schankwirten im Bezirk der neuen Stadtge- meinde Berlin wird an Sonn- und Festtagen außerhalb der für den Hauptgottesdienst bestimmten Zeit der Ausschank von Wein und Bier vom Faß unbeschränkt, d. h. nicht nur an Ort und Stelle, son- dern auch über die Straße bis zum Eintritt der Polizeistund« gestaltet. Zur Steuererklärung. „Durch die im Evnntagsblatt de«„Vorwärts"(Nr. 179) ver- öffentlichle nochmalige Ausforderung der Finanzämter des Landes- finanzbezlrks Groß-Berlin wird wohl jedem Leser derselben klar geworden sein, daß«ine Steuererklärung auszufüllen hat, wer im abgelaufenen Kalenderjahr mehr als 10000 M. steuerbares Einkommen hatte. Teilweise sind auch die dazu benötigten Fragebogen von den Finanzämtern versandt worden. Wer sie nicht erhielt,. muß sie von seinem zuständigen Finanzamt anfordern, fall« er sich nicht strafbar machen will. Abgesehen von dieser Strafandrohung würden sich viele Steuerpflichtige aver selbst schaden, wenn ste die Steuererklärung nicht ausfertigen oder auf dem zuständigen Finanz- amt zu Protokoll geben. Genosse Kell hat in seinem Artikel In Nr. 184 nachgewiesen, daß in vielen Fällen Steuerpflichtig« durch den Lohnabzug mehr gezahlt haben, als die tatsächliche Steuer aus- macht. Steuerabzug vom Lohn und die Einkrmmensteuer selbst sind zwei verschiedene Dinge. Da» übersehen viele. Di« meisten Haushaltungsvorstand« mit minderjährigen Kindern werden in der Regel zu den ihnen von.ihrem Lohn gemachten Abzügen für die Steuer nicht hinzuzahlen müssen, sondern herausbekommen. Bei höheren Einkommen werden es oft mehrere hundert Mark sein, die möglicherweise eingebüßt werden, falls die Steuererklärung unter- bleibt. Die Ausfüllung der Steuererklärung wird allerdings für die meisten eine schwere Arbeit sein, ist doch die Kenntnis des Ein« tommensteuergesetzes eine Wissenschaft geworden, in der nur wenige sich auskennen. Die schwere Aroeit der Ausfüllung muß ober ge- macht werden. Aber nicht nur Steuerpflichtige mit einem Einkommen von über 10 000 M. haben«in eigenes Interesse an der Abgabe einer Steuererklärung, sondern auch die mit geringerem Ein- kommen. Für sie kommen ebenfall» ganz erhebliche Beträge al» Rückzahlungen in Frag«. Die Finanzämter können von Steuer- Pflichtigen mit einem steuerbaren Einkommen von über 3000 M. die Abgabe einer Steuererklärung verlangen. Diese Steuer- Pflichtigen haben aber auch ein Recht zur Abgabe einer Steuererklärung, und ste sollten davon auch Gebrauch machen, sofern ihnen wahrscheinlich mehr an Steuern vom Lohn abgezogen worden ist, al» sie tatsächlich zu zahlen haben. H 4 der Verordnuna des Reichssinanzministers vom 1. Februar 1921 betont auch ausdrücklich das Bestehen diese» Rechts. Ohne di, Abgab« einer Steuererklärung können die Finanzämter nicht scsistellen, ob der Steuerpflichtige nachzuzahlen oder ob er zu viel gezahlt hat. Leute mit niedrigem Einkommen haben aber gar keine Ursache, mehr Steuern zu zahlen, als sie oerpflichtet sind. Es empfiehlt sich daher vielfach auch für st«,«ine Steuererklärung abzugeben und sich vom Finanzamt die dazu notwendigen Formular« zu holen." Als Ergänzung dieser von fachkundiger Seit« gemachten Au»- führungen mag die Mitteilung der„Frankfurter Zeitung" dienen, nach der die Ausführungsbestimmungen zum Einkommensteuergesetz au» Anlaß der Abänderungen, di« da» Gesetz durch die letzte Novell« erfahren hgt, vom Reichsfinanzministcrium schon vor einigen Tagen an die Landessinanzäm�er«rganoen sind mit dem Auftrag, sie sofort in Umlauf zu setzen. Zu der Frag«, ob die Frist für die Abgabe der Eintommensteuererklärung über den 30. Avril hinaus verlängert werden soll, hört da» Blatt weiter, daß zwar Beratungen in diesem Sinn« schweben, ein Beschluß bisher aber noch nicht vorliegt. Kümmert Euch um die Schöffen« und Geschworenenkiste«! Ueber die für da» Amt eines Gerlchtsfchöffen oder eine» Ge« schworenen nach den gesetzlichen Vorschriften in Betracht kommen- den Personen werden in den einzelnen Bezirken ständige Listen ge- führt. Diese müssen alljährlich zur Einsichtnahme öffentlich ausge- legt werden, aber leider kümmern sich nur sehr wenige Leute darum, ob sie in die Listen aufgenommen sind. Wer nicht aufgenommen ist. kann bei der auf Grund der Liften zu treffenden Auswahl der Schössen und Geschworenen nicht berücksichtigt werden. Mancher wird es allerdings als kein Vergnügen ansehen, Schöffe oder Ge- schworen« spielen zu müssen. Doch ist zu wünschen, daß a u» o l l e n Bevöikerungsschichten d i e geeigneten Persv- nen zu diesen Aemtern herangezogen werden. Wozu die Gleichgültigkeit hier führen kann, lehrt»In- Erfahrung. die kürzlich in Lichterfeld« von dem mit d« Schöffenwabl be- trauten Ausschuß gemacht wurde. Es stellte sich heraus, daß die Lifte ungewöhnlich lückenhaft war. Ein« ganze Anzahl bekannt« Lichterfeld«. üb« d«en gesetzliche Qualifikation zum Schössen kein Zweifel bestehen könnt«, fehlten in der Liste. Am aussallendsten war, daß sehr bekante sozialdemokratische Persönlichkeiten nicht darin verzeichnet waren. Die Wahl von geeigneten Schöffen und Ge- schworenen ist ober so wichtig, daß für di« Zukunft unsere Vrgani- sationen diel« Sache vielleicht etwa» mehr Aufmerksamkeit werden widmen müssen. Von den Gemeindeverwaltungen haben wir zu ver- langen, daß solche Listen mit mehr Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit aufgestellt werden._ Neue Gebuhrenordnung für Hebammen. Für di« neue Stadlgem«inde v«iin ist jetzt eine Gebühren. ordnuug für Hebammen testgeietzt. der wir folgende« entnedmen Die niedrigsten Säye snr Hebammen pelcnpen äut«n�vcndnng wenn nakbweielicb Unbemittelie oder«rmenve, bände- die Ncr- pflichteten sind. Im übrigen ist die Höbe der Gebühr inurrbalb der testgesetzien Grenzen nach den besonderen Umstände de« ernrel- nen Falle«, insbesondere nach der Echwierrgkrt und Zeitdauer der Lerslung und nach der Vermögenslage de« Zabluna»pfl chiigen. au bemessen. Die Gebubren betragen tür den Beistand einer«gel. mäßigen und auch bei einer srübzeitigen Geburt iür die Dauer bis zu 12 Stunden 78 bi« 180 Mark, tür sede folgende Stunde 8 bis 10 Mark. Für den Beistand bei einer Zwillingegeburt, bei«in« Entbindung, zu der ein Arzt zugezogen wurde, bei einer Fehl- oder nnzeitige» Geburt, kür Wo»enbe l.«. n., 20. und 27. SW al. Germaniaiäle: 2., lt., 18.. 25 M a t. Blütbnerlaal! 17., 23., 81. TO u l. Karlen ä ,.50 M. ssnd zu babcn in der VorwärtS-Buchhandlung. Lindenstrai-e 2, und an der Abendlasse. Kommunaler BolksbiltzungS<«uSschuß Neintckendors. Für dl« ,ur Feier de» l. Mai. abends S Ubr. staitfinbenden iünstlerischen Abend. veranstolwngen in der Slula de« Realgdmnastuw.S. Bern« Straße, und Harlmannd Brauerei. Lcharnweberstrase. sind Kälten zu 2 M. bei den Parteisunktionüren und für West auch in den amtlichen Bertanssiiellen ,u habe». OeVerMastsbewegung Streikpostenstehen verboten l Das Streilreckt auizuheben hat die Reaition noch nicht den nötigen Mut gefunden. Dafür ist sie aber um so eifriger bestrebt, das Unternehmertum vor den Folgen eines Streits zu schützen- Besonders groß darin ist unsere.republikanische' Justiz. Selbst tn Sachsen mit seiner rein sozialistischen Regierung scheut sie nicht davor zurück, den streikenden Organisationen zu verbieten, Streik- Posten vor den Geschäftsräumen der bestreikten Firmen aufzustellen. Nach der.Leipziger BolkSzeilnng' hat die 13. Zivilkammer des Landgerichts Leipzig auf Antrag der Färberei und chemischen Wasch- anstalt.Adler' zu Leipzig folgende einstweilige Verfügung gegen den Deutschen Textilarbeiterverband (Filiale Leipzig) angeordnet: .Dem Autraggegner wird unter Androhung einer Geldstrafe bis zu lbvo M. oder einer Hafrsumme bis zu sechs Monaten für jeden Fall der Zuwiderhandlung verboten, Streikposten an den Eingängen zu den Geschäftsräumen der Antrag st elleri n in Leipz ig- Stötteritz, Arnold- st r a st e 1 0, a u f z u st e I l e n, um die arbeitswilligen Arbeiter der Slitragstellerin an der Ausübung ihrer Arbeit zu verhindern.' Nach dieser Entscheidung des Gerichts bat also die Arbeiter- schafl nach wie vor das Recht, zu streiken, aber eS wird ihr die Möglichkeit genommen, diesen Streik wirksam zu machen, da nunmehr jeder Streikbrecher ungehindert die Geschäftsräume der bestreikten Firma beirrten und die von den Streikenden nieder- gelegte Arbeit aufnehmen kann. Von hier bis zur völligen Aushebung des Slreikrechts ist nur noch ein Schritt. Wird die im Dienste der Monarchisten und Kapita- listen stehende Justiz nicht sehr bald reformiert, dann wird sie auch diesen Schritt noch unternehmen.. Zu den Ilrwahlen im Vuchbinderoerband sei berichtigend miige- teilt, daß nicht Herz, sondern Paul Hey vorgeschlagen worden ist. Der SlreU der Münchcuer Transportarbeiter dauert kort. Die Technische Nothilfe ist mir dem Füttern der Pferde und der Be- sörderung von Lebensmittel» beschäftigt. Reichskonferenz der Konditoren Deutschlands. Am Sonntag fand im Gewertschaftshaus zu Kassel eine Reichskonfcrenz der Konditoren im Zentralverbande der Bäcker und Konditoren und verwandten Berufsgenossen statt. Der zweite Verbandsoorsitzende Fitz- Hamburg referierte über die Wirtschaft- liche Lage der Konditoreibctriebe und die Tarifverhältnisi« der Ge- Hilfenschast. Vor dem Kriege lag das Gewerbe sehr danieder, um in den ersten Kriegsjahren fast völlig einzugehen. Heute sei trotz der einschränkenden Bestimmungen über den Verbrauch von Zucker, Mehl usw. die Lage des Konditoreigewerbes glänzend. So glänzend aber auch die Lage des Gewerbes ist, so traurig sind die Arbeitsverhältnisse für die Gehilfen. Kein Gewerbe hat relativ so hohe Arbeitslosenziffern wie das Konditoreigewerbe. Die letzte Zäh- lung ergab, daß in Deutschland SOOO Betriebe mit 6000 Gehilfen, 3500 Lehrlingen, 4000 Hilfskrästen und rund 4000 Verkäuferinnen bestehen. Für diese im Gewerbe Beschäftigten sind 4 0 Tarife abgeschlossen worden. Der Verbandsbeirat hat vor einiger Zeit be- schlössen, mit der Gruppe X der Arbeitgeber zu neuen Tarifverhand- lungen zusammenzutreten. Die Bestrebungen des Verbandes laufen auf die Schaffung eines Rcichstarifes hinaus, für den der Vorstand berests alle Vorbereiwngen getroffen hatte. Di« anschließend« lebhafte Aussprache bewegte sich durchaus im Sinne des Referats. Den größten Zeitraum der Tagung nahm die Stellung- nähme zur Sonntagsruhe ein, über die ebenfalls F i tz referierte. Seine Ausführungen bewegten sich im Sinne folgender von ihm vorgelegten Entschließung: „Das Konditoreigewerbe ist zu seiner Erhaltung und weiteren Entwicklung auf die Sonntagsarbeit zur Herstellung von Waren irgendwelcher Art nicht angewiesen und ersucht deshalb die Reichsregierung dringend, die jetzt bestehende Verordnung über die Arbeitszeit in Bäckereien und Konditoreien, die die gewerbliche Herstellung von Konditoreiwaren verbietet, dauernd weiter b e st e h e n zu lasien.' In der Aussprache wurde von allen Delegierten, mit Ausnahme eines der Vertreter des Magdeburger Bundes, die als Gäste zugegen waren, betont, daß die Konditoreigehilsen unentwegt an der Sonn- tagsruhe festhalten und allen Angriffen auf sie mit Entschiedenheit entgegentreten werdem Die vorgelegte Entschließung wurde ein- stimmig angenommen. Den Hauptgegenstand der Beratung bildete der Antrag auf Gründung einer e i g en e n K o n d i t o r e n-R e i ch ss e k- tion im Zentralverband. Das Referat des Kollegen Fitz war eine Erläuterung der vom Hauptoorftand vorgelegten Richt- linien. Die' Aussprache gestaltete sich zu einer scharfen Abrechnung mit den Vertretern der Magdeburger Organisation, deren Geschäftsführer Meier in ganz klägilcher Weife die Existenzberechtigung der von ihm gegründeten Organisation beweisen wollte. Die Reichskonferenz verurteilte einstimmig diese Gründung und nahm die Richt- linien über die Gründung einer Reichssektion e i n st i m m i g an. Damit waren die Arbeiten der Reichskonferenz beendet. Der Friede in der fchleswig-holflelnlscheu Landwirtschaft scheint gesichert zu sein. Nach zweitägigen Verhandlungen unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten Gen. Kürbis ist der Tarif abgeschlossen worden. Die Zahl der englischen Arbeitslosen und Surzorbeiter beträgt nach einer dem Unterhaus gemachten Mittellung insgesamt 1 641 000. »und der technische-«»gestellten imd Beamte». Freitag. Facharuppenver- samminng. Elektrotechnik Stark- und Schwachstrom im Nordischen Sof, Invaliden- straße 12«. 7 Uhr.— Dersammlung der Berutsgruppe siir Bermessungowesen im Berliner NIndhaus. Ohmstraße 2. 7>,, Uhr.— Mitgliederversammlung Reinickendors, Rest Schulz Wittenau am Bahnhof.?>/, Uhr. geutralaerband der«ngcstelltea. Metall. s«EG— Siemen»— Bergmann— Osram-itonzern— mittlere und kleinere Elettrobetriebs— Maschinen». Werkzeug- und Melallwarensaliriken— Gießereien— Eisenkonstruktionsbelriebe— vrivate telektrizitätswertel Funktionär-Versammlung, Freitag. 7 Uhr in Haverland» Fest- sälen. Reue Friedrichftr. 85. Ztabelmerk Oberspree. Freitag. ZV, Uhr, bei Räthel, Riedcrschönewcide, Driinauer Str. 8, SPD-Funltwnärtvnferenz. Wivtfdyaft Ludwig Löwe u. Eo. Berlin. In dem Geschäfts- bericht, der bei erhöhten Abschreibungen aus dem mehr als ver- doppelten Reingewinn eine Dividende von 24 Proz. gegenüber 18 Proz. im Vorjahr vorschlägt, wird hervorgehoben, daß die Leistung der Arbeiter und Ange st eilten sich ge- steigert habe. Hirsch Kupfer- uud ZNesfiogwerk AG. Der Aufsichtsrat be- schloß, aus den von 4,7 auf 11,56 Millionen Mark gestiegenen Reingewinn eine Dividende von 15 Proz. gegen 12 Proz. im Vorjahr zu verteilen. Dos Aktienkapital wurde im letzten Ge- ichäftsjabr um 20 auf 50 Millionen Mark erhöbt. Dersin-AnhaMsch« Maschinenbau-AMen-Gesellfchafl. Die Gesellschaft erzielte im Jahre 1920 einen Reingewinn von 3 202 489 TO. gegen 2 202 793 TO. im Vorjahre, woraus auf das erhöhte Aktien- kapital 12 Proz Dividende, der gleiche Satz wie im Lorjahr, zur Ausschüttung gelangen sollen. Kaorrbremse AG. Von der Generalversammlung, die ein« Dividende von 18 Proz. beschloß, wurde ein Antrag angenommen, das Grundkapital auf 100 Millionen Mark zu erhöhen. Die deutsche chemische Industrie im englischen Lichte. Die britische Regierung hat die Einleitung zu den Berichten der britischen Misston, die die deutschen chemischen-Fabriken im besetzten Rheingebiet im Februar 1919 besuchte, veröffentlicht. Darin wird darauf hingewiesen, daß alle neuen, von Deutschland während des Kriege» errichteten Betriebe im Gegensatz zu zahlreichen derartigen während des Krieges in England geschaffenen Enirichtungen von dauerndem Werte sind. Als der WafienstiUstand geschlossen wurde, habe Deutsch- land über eine wichtige Industrie verfügt, die größere produktiv« Fähigkeit gehabt habe, als vor dem Kriege. Das schnelle Empor- kommen der britischen chemischen Industrie während des Kriege« beweise jedoch, daß sie mit Deutschland erfolgreich in W e t t b e» wert» treten könne, vorausgesetzt, daß die Umgestallung auf einer genügend breiten Grundlage unternommen werde. Die Schiffahrlstrise. Räch der Londoner Zeitung. E v e n i n g N e w S' liegen infolge des Niedergangs im Handel 800 bis 900 englische Schiffe mit einer Wasierverdrängung von zwei Millionen Tonnen untätig in ihren Häfen. Ein 4600- Tonnen-Schiff, für das im vorigen Jahre 90 000 Pfund geboten wurden sein Preis, der damals abgeschlagen wurde), wurde vor kurzem sür 10 000 Pfund verkauit. In der englischen Schiffbau- industrie find etwa 56 000, in der Maschinenindustrie etwa 170 000 Arbeiter erwerbslos. Die Lage ist schlimmer als je zuvor. Derstaaklichung der elsässischen Kasigruben. Im französischen Amtsblatt erschien kürzlich ein Dekret, durch welches der General- kommifsar der französischen Regierung in Straßburg ermächtigt wird, die Güter, Rechte und Interessen an den Kon- Zessionen und der Ausbeutung der oberrheinischen Kaligruben zu erwerben. Diese sind laut Artikel 74 des Friedensoertrages zu liquidieren. Die Bedingungen, unter denen die Regierung die Rechte der Kaliunternehmer sich aneignen wird, sollen in einem späteren Gesetz geregelt werden. Die Krise in Belgien. Ueber die wirtschaftliche Lage im belgischen Zentrum berichtet„Öibre B e l g i q u«', daß in der Metall- industrie die Aufträge fehlen, und daß deshalb ein« Reche von Fabriken an zwei Tagen in der Woche pausieren müssen. In ande- ren Fabriken, so namentlich in den Walzwerken,� seien die Arbeiter vier Tage in der Woche unbeschäftigt. In den Kupfergießereien beträgt die Arbeitstätigkeit schon seit eini- gen Monaten nur die Hälfte der normalen Arbeitszeit. In der Glasindustrie verschärft sich die Lage. In einer Reche von Glasbläsereien wird überhaupt nicht gearbeitet, und weiteren 600 Glasarbeitern ist mit Entlassung gedroht worden. /tas aller Welt. Jteae Sohlenfelder in England? TU. verbreitet folgende ziemlich abenteuerlich klingende Meldung: Eine bemerkenswerte Folge des Bergarbeiterstreiks in England ist die Aufdeckung neuer Kohlenlager in Rorthumberland. Taufende von Bergleuten, bewaffnet mit Hacken und Schaufeln, nehmen mit ihren Familien von den alten Gruben bei Morbeth Besitz. Die Ufer des Coquet find bis zu 20 Fuß tief mit ungewöhnlichem Erfolg erschlossen. Die Bergarbeiter verdienen bis zu s e ch S P f u n d täglich. B-raniw. füi den redakt. Teil! Dr.»emer Vetler, Tharlottenbura: für Braeigoi: IS.«totfe. Berlin. Verlag: PorwirlZ-Berlag». m. b. H., Berlin. tnS: Vau wärt», llulbdruckcre, u.«erlaasanllalt Bau! Singer«. So. Berlin Lmdr ilir. 3. SerlklttvekbZNck Berlin SPD., 48. Abt. Unser Genosse Franz Sclielienberg Hennigsdorfer Str. 5 ist verstorben. 175/t Ehre feinem Andenken I Die Beerdigung findet am Freitag, 22. April, nachm. 2", Uhr. in Reinickendorf- West, Berliner Str., statt Rege Beteiligung erwartet Der vorstand. Slühlawpe» Halbwattlampen und samtl. aleNro-Zusta».. Material kaust Schröder, sÄSi. * Fabrikgeb. III. WslWlMhl ausgeschlossen, wenn Wilsche- irockner„BIIH- benutzt wird. Trocken d.istilberfillss.Prvsp. grat. Ähren» äiEckard, Luckeuwnldet. Damen. Herren al» Bertäus. ges. belli d« Saab?- bat die stut elo Zlohinaol?- ist dl« 2i«a» gifiseA?- lrädi da Hahn?- ttnii da« Pferd?- snßi M> Sa» ihre Zerkrl? osw? Diese Kragen I iiod alle andere- aber die tebenagnoah» s bellen iwd aiginiHraStn, somit über die iweckmlliigfie Haliong imstrce Hau» »tn dtanlmartrt dee Sauslier-Srehm da« neue. lllustneNe Such m Id. Zell..Unsen äoortitn* da« Ml Xitn oeellede» M» hebe» lehn>md dem ZieeMda Rohen heioot | PreM de. 3L 30,-,„»» 31t,- Vuchhandlung vorwärts Strtln 63. 65, ilndtsSr. 1 Ihre Damen- und herrenhüte werden in bekannter tadelloser Ausführung nach den vor-. nehmften Modellen umgenäht und nmgepretzt. 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