ITr.tSO ♦ ZS.?ahrga»g Ausgabe B Nr. 94 Bezugspreis! StaW}atü.30.- M, monou. 10/-«. frei in» ßmis. ooroua»otilbar, Post. bejng; MonatÜch 10,— M, einschl. gu- Nkllungsqebllhr. umer»reuzdaird mr Deutschland, Sandig, das Saar- und Memeigediet, lowie die ehemals beut» pchen Gebiete Polen», Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 20,— PL, für das Übrige Lbisland 27.— M. Post- bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tlchecho-Ewwalei. Däne- Marl. Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Der-Sorroürts" mit der Sonntags- beilaq«„Polt und gsitch der Unter. baltungsbeilage»HeimwelN und der Beilage»Siedlung und Kleingarten' erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Zelegramm. Adrrst«: »Ioziuldeinotrat verlia» Abend Ansgabe berliner Volksblatt BuzeigenvretS, v>» achtgelpaltene Nonoareilleze», kältet bL0 PL»Kleine linjetgeu' das iettgedriickt» ffloti IAO M.(zu. läi'llg zwei tettgedruttt» W»rte>. sede, weiter» Wort l.- M. Etellettgesiich» und Schlakstellenanzetgen da» erst» Wort l.— M. ledee wettere Wort 6» Pfg Wort, Uder lö Biiphstaden zählen filr zwei Worte. lsannlicn.Ä». zeigen iiir Abonnenten 5eil« 3.— PL Die Preis« oersiehen sich einschließlich Teuertings.-ulchlag Snzetgen Mr die nächste Nummer mästen bis b Uhr nachmittags im vaumgeschäft. Berlin SW SS. Linden. ltratze 3. abgegeben werden. Dedflnel von S Uhr Iräh bis 5 Uhr abend». Tentralorgan äer fo2ialäemokratifcken Partei Daitfcblands Neüaktion and Expedition: SW 68, Ltndenstr. 3 gserusprecher: tlmi Mortvplay. Nr. 15190—13197 Sonnabend, den 2B. April 19�1 Vonvarts-Verlag G.m.d.y.. SW 68, Lindenstr.Z Nernsprecher- Am, Moripplatz. Nr. 11755—54 Deutfthlanös Wieöeraufbauvorsihläge verNn, SZ. April In der Wiederaufbaufrage hat die deutfche Regierung folgende Note an die Reparationskommission gerichtet: Deutschland ist durchdrungen von der Ueberzeugung, daß es für die Wiederherstellung dcs wirtschaftlichen Friedens in der Welt un» umgänglich notwendig ist, die im Kriege zerstörten Gebiete wieder aufzubauen. Solange das nicht geschehen ist. besteht die Gefahr. daß die Gefühle des Hasses unter den beteiligten Völkern nicht ver- schwinden werden. Deutschland erklärt sich deshalb nochmals auf das bestimmteste bereit, am Wiederaufbau mit allen verfügbaren Mitteln und Kräften mitzuwirken und bei der Durchführung im einzelnen jeden Wunsch der beteiligten Mächte soweit irgend möglich zu berücksichtigen. Für die Art der Durchführung des Wiederaufbaus erlaubt sich die deutsche Regierung unter Austechierhallung ihrer feit 1919 gemachten Angebote zusammenfassend auf folgende Möglichkeiten hinzuweisen: l. Deutschland könnte den Wiederaufbau bestimmter Städte, Flecken oder Dörfer oder bestimmter zusammenhängender Teile des Wiederausbaugebiets unter llebernahme sämtlicher Kosten in e i g e- ner Regie oder durch Vermittlung eines internationalen Siedlungsunternehmen« übernehmen. Bei einer der- artigen Regelung würden vor allem die Erfahrungen verwertet werden können, welche Deutschland b»i dem Wiederaufbau der im Kriege zerstörten Gebiete Ostpreußens gemacht hat. Deutschland will im Augenblick davon absehen, diesen Vorschlag näher zu er- läutern, da sein Grundgedanke bisher bei den alliierten Regierungen auf Bedenken gestoßen ist. IL Deutschland ist ferner willens, unabhängig von der zu I vor» geschlagenen Regelung seinen Entschluß zu betätigen, alsbald_ für den Wiederaufbau der zerstörten Teile Nordstantreichs und Belgiens r"' Hilfsmittel bereiLustellen. Die Deutschen Gewerkschasieu haben beschlosien, folgende Leistungen anzubieten: 1. In den zerstörten Gebieten sofort noch Maßgabe der näheren Wünsche der alliierten Regierungen Aufräumungsarbeiten und Aufforstungsarbclten vorzunehmen; 2. Ziegeleien im Aufbaugebiet instand zu setzen oder ne�?«u errichten, ebenso Kalk-, Gips- und Zementwerke daselbst zu«rvauen, die erforderlichen Maschinen und Geräte zu liefern, um mit der Gewinnung und Verwertung der dort vorhandenen Roh- Materialien für Baustoffe beginnen zu können, hierüber hinaus heimische Baustoffe und Baumaterialien aus Deutschland zu liefern; 8. Vorkehrungen zu treffen, daß die im Ausbaugebiet nicht vor- handenen Geräte und Maschinen für Bauzwecke aus Deptsch- land herangeführt werden können, einschließlich der Baustoffe, die für die ersten Einrichtungen erforderlich sind; 4. Sofort mit der Anfertigung von Behelfsbauten aller Art, mindestens ober 23 000 Holzhäusern(Wohnhäusern) zu beginnen und diese vor Beginn der kälteren Jahreszeit aufzustellen, um der ungemein dringenden Wohnungsnot in den zerstörten Gebieten vor- erst zu begegnen: �. 5. dazu die Ausstattung, z. B. die Möbel, vefen, Koch- Herde'und Kochgeschirre zu liefern; g. nach den Plänen und unter Kontroll« der französischen Ve- börden Hoch- und Tiefbauten jeder Art auszuführen. Ob V.«'« Bauten in eigener Regie der stanzösi'chen oder der deut'chen Regierung oder in gemeinwirtschaftlichem Betriebe oder durch private Uu elmehmerbetriebe oder unter Zulassung aller drei Betriebssormen ausgeführt werden sollen, wird nach den Wünschen der alliierten Regierungen zu bestimmen sein. Die deutsch« Regierung ist willens, auf den Boden dieser Bor- stalle zu treten. Im Einvernehmen ml! den deutschen Banarbellerorganlsaklonen einschließ'ich der Organisationen der Angestellten und Beamten ver- fikbert die deutsche Regierung, daß die Mitglieder dieser Organlsa- {innen bereit sind, beim Wiederausbau der zerstörten Gebiete durch Arbeitsleistung mitzuwirken. � Die verständiauno über all« hiernach zu klärenden Fragen er- fordert eine gewiss« Zeit, andererseits haben die Geschädigten ein arobes Interesse an einem I tb n ell e n Aulbau ibrer Wohnstätten und Anlagen. Die deutsche Regierung erklärt sich deshalb bereit, lokort und bis zur Schaffung einer weiteren Regelung d e n, e n l g e n Geschädigten, die ihre zerstörten Häuser und sonstigen Anlagen wieder n'.sgebaut sehen wollen. leistungsfähige und verkrauenswürdige Unternehmer zu benennen. Mit diesen Unternehmern können die Geschädigten rp«|j.rt Interesienvertre'ungen vollständige Bauprojekt« mit gr itmsinWaa aufstellen. Di« Geschädigten können natürlich auch idreickeits deutsche Firmen bezeickmen, mit denen ste in Aerbindung zu tteten wünschen. Die d-uts-be Regierung ist bereit, die gesamten Kosten solcher Reparotionsbauten. soweit sie in Papier- mark gezahlt werden können, gegen Gutschrift auf Reparationskonto zu übernebmen. während sie die Zahluna der in ausländischer Währung entstehenden Kosten wetterer Regelung vorbehält. Falls die aMierten Regierungen wünschen, daß die Mitwirkung der deutschen Regierung am Wiederaufbau in anderen als den vorgeschlagenen Formen erfolgt, so ist die deutsche Regierung bereit. s«d« von alliierter Seit« gegeben« Anregung und jeden gemachten Vorschlag eingehend und gewisienhast zu prüfen und zu erörtern, um auch in jeder anderen den dortigen Wünschen entsprechenden Form am Wiederaufbau teilzunehmen. Di« deutsche Regierung bittet die alliierten Regierungen, die er- forderlichen Besprechungen über Einzelheiten der zu treffenden Re- gelung möglichst sofort einzuleiten. Antwort auf üie Golöforöerung. heute ist die deulsche Anlworlnole aus die Forderung der Entente. den Goldbestand der Rcichsbank in das befehle Gebiet zn überführen, an die Rcparationskommisston abgegangen. Die Rote nimmt Bezug auf den§ 248 Absah 2 des Friedensvertrages, der bestimmt, daß die deutsche Regierung ohne vorherige Zustimmung der Repa- rati.onskommission weder Gold ausführen noch darüber verfügen kann. Diese Bestimmung tritt vertragsgemäß am 1. Mai 1921 außer Kraft. Das Verlangen der Rcparationskommisston beruht aus der Sorge über den Versall dieser Vertragsbestimmung. Die deulsche Regierung bietet stch daher an, alle gesehlichen Maßnahmen zu treffen, um diese Frist bis zum 1. Oktober 1921 zu verlängern. Zm übrigen beruft sich die Rote auf die bekannten Gründe, die einen Eingriff in die Bestände der Reichsbank als Privatunternehmen nicht erlaubt. « Die deutsche Rote mit Vorschläaen in der Reparakionsfrage an Amerika dürste vor heute abend nicht abgehen. Neue Valutakrise. Basel. ZZ. April.(DA.) Die Mark fällt. Zn den Finanz- kreisen der Schweiz sieht man die derzeitige Lage recht pessimistisch an. Mao befürchtet eine allgemeine europäische Krise und einen Znsammenbruch Deutschlands, wenn die Alliierien ihre neuen Siros. maßnahmen in die Tal umsehen. Der Sturz der Mark ist so stark wie seil über einem Zahr nicht mehr. die kritische Weltlage. Der Reichstag kann heute um 3 Uhr noch nicht verhan- dein, weil die Regierung um diese Zeit den Wortlaut ihrer neuen Vorschläge noch nicht mitteilen kann. Das er- fuhren die Fraktionssichrer in der gestrigen S?ätabend-Be- sprechung in der Reichskanzlei. Die Regierung stellte sich dort auf den Standpunkt, daß Mitteilungen, die sie über den Stand der Angelegenheit machen wollte, als streng vertraulich zu behandeln seien und nicht einmal an die Fraktionen weiter- gegeben werden dürften. Da sich Sozialdemokraten, Unab- hängige und Dcutschnationale mit diesem Verhandlungsmodus nicht einverstanden erklären konnten, wurde eine neue Be- sprechung auf heute abend 6 Uhr angesetzt. Die Mitteilungen, die die Regierung dann machen will, sollen an die Fraktionen weitergeleitet werden. � In der sozialdemokratischen Fraktion hat die Aussicht, die Debatte aus Montag vertagen zu müssen, stark verstimmend gewirkt. Man rechnet damit, daß die beut- schen Vorschläge im Ausland schon heute, in Deutschland mor- gen früh bekannt werden, und empfindet starkes Mißbehagen darüber, daß der Reichstag wieder mit seiner Kritik nach- hinken soll. Die sozialdemokratische Fraktion schlägt daher vor, entweder noch heute eine Nachtsitzung oder aber morgen. Sonntag, eine Vormittagssitzung anzuberaumen. Ueber diesen Vorschlag wird der Aeltestenausschuß, der um 1 Uhr nach- mittags zusammentritt, entscheiden. Die neuen deutschen Vorschläge richten sich an den Prä- sidenten Harbin g, während die Entente schon zu ver- stehen gegeben hat, daß sie jede Vermittlung ablehnt und, wenn überhaupt, direkt zu verhandeln wünscht. Der Entente, d. h. der Reparationskommission, ist aber inzwischen ein Teil der deutschen Vorschläge, nämlich jener über den Wiederauf- bau, förmlich übermittelt worden. Es besteht also in diesem Augenblick die eigentümliche diplomatische Lage, daß die deutsche Regierung über einen Teil ihrer Vorschläge mit der Entente direkte Verhandlungen sucht, während sie zu Ver- Handlungen über den Gesamtplan die Vermittlung des Präsidenten Harding anruft. Daß dieser innere Widerspruch auf der anderen Seite An- laß zur Kritik geben wird, ist vorauszusehen. Indes dürfte es bei einigem guten Willen möglich sein, auch den Gesamt- plan in kürzester Zeit auf den Weg direkter Verhandlungen zu bringen, wobei dann Amerika von der Rolle eines Ver» Mittlers in die eines Mitbeteiligten zurücktreten würde. Die Entente wird ihr Verhalten wohl auch kaum lediglich von formalen Gründen bestimmen lassen, sondern in erster Linie von dem Inhalt der deutschen Vorschläge. Die entscheidende Frage der nächsten Tage ist, ob gegebene Verhandlungsmöglichkeiten durch voreilige Gewalt- maßnahmen zerschlagen werden sollen, ein Vorgehen, zu dem Frankreich, nach der Haltung seiner Presse zu urteilen, auch heute noch geneigt zu sein scheint. Tirol unö die Sozialdemokratie. Don Dr. Franz Gruener. Der Landeshauptmannstellvertreter von Tirol, unser Parteigenosse Dr. Franz Gruener, schreibt über die Tiroler Anschlußbewegung und das Ver- hältnis der Sozialdemokratie zu ihr in der „Innsbrucker Dolkszeitung": Die Kundmachung, die in Vollziehung eines mehrfachen Tiroler Landtagsbeschlusses die Volksabstiknmung über die Frage:„Wird der Anschluß an dassDeutsche Reich gefordert?", verfügt, ist von sämtlichen Mitgliedern der Tiroler Landesregierung, also auch von den beiden So- zialdemokraten. unterfertigt. Die Obmänner des Klubs der katholischen Volkspartei und des Verbandes des Großdeutschen Abgeordnetenklubs haben einen Aufruf dieser Kundmachung beigefügt. Die Obmänner der sozialdemokratischen Landtags- fraktion haben diesen Aufruf nicht unterschrieben. Im An- schluß-Arbeitsausschuß sitzen Mitglieder der katholischen Volkspartei und der Großdeutschen. Diese beiden Parteien machen zusammen Versammlungen in den größeren Orten des Landes für die Anschlußabstimmung. Der christlichsoziale Bundeskanzler Dr. Mayr hat den ihm gegen die Anschlußabstimmung vorgebrachten Einspruch des französischen, italienischen und englischen Gesandten der Tiroler Landesregierung telephonisch und über deren Der- langen telegraphisch ohne Zusatz mitgeteilt. Die darauf ein- berufene Obmänner-Konferenz des Tiroler Landtages hat gegen die Meinung der Sozialdemokraten beschlossen, daß der Tiroler Landtag über die Frage, ob die Abstimmung zu verschieben oder aufzuheben sei, nicht ein- berufen werde. Die Landesregierung hat daher bei ihrem an« geordneten Vollzug des letzten Landtagsveschiusses zu bleiben. Die Agitation wird lebhafter weitergeführt. In wenigen Ta- gen werden also die Wahlberechtigten des Landes zur Urne schreiten. Gegen den Anschlußgedanken selbst sind außer den wem- gen unentwegt habsburgisch Gesinnten aus ähnlichen politischen Gründen die P f a r r h e r r e n k r e i s e des Ab- geordneten Prälaten Schoepler, aus valutorischen Gründen zurzeit vielfach Bewohner des Grenzkreises Reutte. Eine offene Gegenagitation ist bisher nicht zu erkennen, da- gegen war bis vor kurzem das Interesse an einer vorzuneh- Menden Abstimmung besonders im Oberinntale und bei der bäuerlichen Bevölkerung ein sehr geringes. Durch den frem- den Einspruch dürfte iedoch bei einiger Agitation sich die Lag« zugunsten einer stärkeren Abstimmungsteilnahme ändern. Dies die heutige Sachlage. Wir werden nun vielfach gefragt, wie sich die So- z i a l d e m o k r a t i e Tirols", die die zweitstärkste Partei des Landes bildet, zur Anschlußfrage und A b st i m- m u n g stellt. Die Sozialdemokratie der Republik Oesterreich hat zu allen Zeiten und wiederholt in feierlicher Form gegen die De» schränkung des Selbstbestimmungsrechtes eines Volkes pro- testiert und aus nationalen, kufturellen. sozialem und wirtschaftlichen Gründen den Anschluß unsererRepublik an das Deutsche Reich gefordert, weil insbesondere nur dadurch der Zusammenbruch unserer Volkswirtschaft am raschesten, einfachsten und zielsichersten verhindert und der wirtschaftliche Aufschwung unseres Volksteiles dauernd ge- währleistet erscheint. Die Sozialdemokratie Oester- reichs verlangt die Volksabstimmung in der ganzen Republik und, gestützt auf dieses Votum, von der Entente bzw. dem Völkerbund die Aufhebung des Anschluß- Verbotes. Wir Tiroler Sozialdemokraten haben daher auch im Landtag stets und konsequent unserer politischen Meinung Ausdruck gegeben, daß wir den Anschluß der Republik an Deuts-Hlond fordern, daß aber nichteineinzelnerTeil obne Rücksicht auf die Volksgenossen der anderen Bundes- länder darüber abzustimmen hätte oder gar selbständig sich anschließen könnte, während die anderen noch mehr geschädigt zurückbleiben, sondern daß dies durch den ganzen Bund er- folgen müsse. Wir verlangten daher auch im Tiroler Laud- tage, daß die Abstimmung, ob das Volk den Anschluß wünsche, vom Bunde fürdenganzenBundzu veranlassen sei. Wir haben daher das Verlangen nach einer s e l b st ä n- d i g e n Abstimmung in Tirol stets bekämpft, und es ist nicht richtig, daß der Beschluß auf Durchführung einer sol- chen einstimmig zustande gekommen wäre. Da aber der Land- tag mit einer Zweidrittelmehrheit, gebildet aus der katholischen Valkspartei und den Großdeutschen, im Eventualfälle, daß die Nationalversammlung die Abstimmung bis zu einem bestimm- ten Zeitpunkte nicht vornehme, beschlossen hat, eine solche Volksbefragung in Tirol allein durchzuführen, müssen wir uns diesem Beschlüsse fügen und dessen Durchführung verlangen, es sei denn, daß ein neuer Landtagsbeschluß den früheren abändere. Für den Fall der gesonderten Abstimmung in Tirol riete« wir, die Abstimmung mit den Landtagswahlen, die in weni- gen Wochen stattfinden, zusammenzulegen. Diese Forderung wurde nicht aus Parteigründen gestellt— ein gemeinsames Forum schädigt die vorstoßende Minderheitspartei— sondern aus praktischen Gründen, im Interesse einer möglichst großen Beteiligung an der Abstimmung. Da nun die beiden anderen Parteien eine frühere besondere Abstimmung wünschen und eine Einigung in dieser Frage nicht gesucht, sondern wir niedergestimmt wurden, haben wir eine Verantwortung für einen Mißerfolg abgelehnt und aus diesem Grunde den Aufruf der Obmännerkonfcrenz für unsere Partei nicht mitunterzeichnet. Unsere Besorgnis, daß die Beteiligung an der Abstim- rnung eine recht unerfreuliche sein könnte, schien nach allen Berichten wohl gerechtfertigt zu sein. Eine Begeisterung für die separatistische Abstimmung in Tirol war zur Zeit zweifelsohne nicht vorhanden. Die erste Kundmachung über das Wahlrecht glich eher einer Sabotage des Landtags- beschlnsses durch die Rcgierungsjuristen. Für die Agitation standen kaum 14 Tage zur Verfügung. Die zweite, infolge unserer Mitarbeit und auf unsere Veranlassung ausgegebene Kundmachung, erweitert das Wahlrecht und gibt richtiger das Wahlrecht allen, jenen, die durch das Verschulden der Behörden oder aus eigenem nicht in der Wählerliste des Jahres 1920 enthalten sind, seither zugewandert oder das richtige Wahlalter erreicht haben, schließt die für die Republik seit Monaten Op- tierenden ein und verhindert, daß Heimatsbereck)tigte, die in Tirol ihren ordentlichen Wohnsitz haben, nach Innsbruck zur Abstimmung fahren müßten. In Innsbruck allein bedeutet dies einen Zuwachs von mindestens 4990 Stimmen. Erst durch diese zweite Kundmachung erscheinen alle nach den gel- tenden Wahlgesetzen Berechtigten auch für diese Abstimmung erlaßt. Durch den Einspruch der Ententevertreter in Wien, also ganz zufällig, ist ein f r i s ch e r e r Z u g in der Agitation und eine größere Teilnahme der Bevölkerung zu be- merken. Gewalt und Verbot verträgt der Tiroler nicht. Er gewinnt Interelse und wird mr Abstimmung schreiten. Wir Sozialdemokraten Tirols lehnen mit Recht eine Verantwortung für die separatistische Abstimmung in Tirol und für ein eventuelles Mißlingen wegen der Kürze der Zeit und der Sorglosigkeit der Vorbereitung ab. Nach den vielfachen Erfahrungen mit den bürgerlichen Par- teien wollen wir auch nicht in gemeinsamen Versammlungen mit ihnen arbeiten. Da wir aber f ü r den Anschluß an Deutschland sind und die Abstimmung durch Landesgesetz durchgeführt wird, werden wir, um der großen nationalen Adee nicht zu schaden, Mann für Mann, Frau für Frau am Abstimmungstage zur Urne gehen. Da wir am besten or- ganisicrt und in den größeren Städten und Orten konzentriert sind, unsere eigenen Berfammlungen, von denen die bürger- liche Presse bisher nicht berichtet hat, stark besucht sind, kann dies für die Abstimmung einen Zustrom von zirka 39 990 Stimmen bedeuten. Wir verhehlen uns nicht, daß die Einzelabstimmung in Tirol nicht viel mehr sein kann, als eine erste und ernste Demonstration, daß darauf weder Tirol allein sich mit dem Reiche verbünden noch durch weitere länderweise Ab- stimmung für die nächste Zeit eine Besserung unser traurigen wirtschaftlichen Lage herbeigeführt werden kann. Aber ebenso r.chtig ist, daß Tirol, dem man durch den Friedensvertrag von St. Germain den schön st en Teil genommen, die Aufmerksamkeit der Welt auf sich gelenkt, daß das verteilte .iirol ein besonderes Recht hat, gehört zu werden, daß das freie Tirol gegen die Knechtung seines Willens Widerstand leisten will und der Stein niederrollt. Die Mbeitsruhe am 7. Mai. Wie die BS..Korrespondenz meldet, werden am 1. Mai das Fahrperscmal der Straßenbahn, der Hochbahn und der All. gemeinen Berliner O m n i b u s- G e s e l l s ch a f t die Arbeit ruhen lassen. Es handelt sich hierbei um einen prinzipiellen Beschluß des Deutschen Transportarbeiterverbandes, der seinen Mitgliedern empfohlen hat, an diesem Tage nicht zu arbeiten. Der Ein öeutsther Dichter an üie Huäker. Wilhelm Schaefer, der Dichter, hat.kürzlich ein paar Briefe an die Quäker veröffentlicht, die mit ihrem eindrucks- vollen Bekenntnis zu einem praktischen Christentum der Gesinnung sowohl in Deutschland wie in England das lebhafteste Interesse er- regt haben. Nun läßt er jene Briefe zugleich mit einem Nachwort, das aus diesen bekenntnishasten Schreiben die Summe zieht, bei Georg Müller erscheinen. Unter allen Gemeinschaften unserer Zeit, so schreibt Schäfer, verdient Ihr, die Ihr Euch Freunde nennt, obschon die Menschen Euch Quäker, d. h. die Zitternden, hießen, diesen Namen am wenig- sten: denn gerade Ihr habt nicht gezittert, und wenn«in an Euch auffällt, und uns, die wir voll Hader und Unruhe sind, an Euch reizt, so ist es Eure Gelassenheit. Nun ich gerade Eurem Geheimnis auf der Spur bin, fällt noch einmal das ganze Lehrgebäude der Dreifaltigkeit über mich her. Was hat die Kirche, was haben ihre Priester aus der einfachen Weisheit des Nazareners gemacht! Wie haben sie mit ihrem Himmel gelockt und mit ihrer Hölle gepeinigt! Und was für eine ungeheure Bemühung des Menschengeistes ist in der Scholastik gewesen, das Dogma mit der Vernunft zu vereinen, bis Meister Eckhardt jenseits vom Dogma und jenseits von der Vernunft in seiner gläubigen Seele die Lehre der Liebe wiederfand. Ihr wißt es wie ich, er hat nichts gegen die Kirche vermocht, er hat nur die Schar jener Flüchtlinge erweckt, die zuerst Euren Namen trugen: Gottesfreunde sind sie genannt. Ihr seid' nur Freund«, aber zwischen ihnen und Euch liegt ein halbes Jahrtaufend, liegt der höchste Aufschwung und der tiefste Niederbruch des evangelischen Glaubens, und im Pietismus der deutschen Kleinbürger ist er be- scheiden geworden. Ihr seid, das wißt Ihr wohl, die Vettern des Pietismus; aber als George Fox, Euer Stifter, fein tapferes„Gott spricht nicht aus Euren Bälgen von Papier!" zur Kanzel hinaufrief, befreite er Euch aus der Sekte, darin sie stecken blieben. Ja, mehr noch: er vollendete damit die Reformation, d. h. die Befreiung des Glaubens aus dem Lehrgebäude der Kirche. Luther, der gewaltige Streiter, hatte die Befreiung ins Gewissen gelegt, aber er hatte es nicht anders vermocht, als mit der Schrift. Euer Stifter hat Euch davon befteit; nun suchet und forschet Ihr auch dar nnen wie wir, aber da sie Euch nicht in Priesterstrenge Gottes Wort, sondern ein Menschcnbuch ist, da Ihr keine Priester bestellt habt, die angebliche Reinheit der Schriftauslegung zu überwachen, kann sie Euch nicht mehr wie uns die Quelle unablässigen Schriftgezanks fein. Der Strick, den Luther damit der evangelischen Christenheit umband, ist durch Fox zer- rissen. Ich weiß nicht, wieviel von seiner Kühnheit, wieviel von der überragenden Größe William Penns noch in Euch lebendig ist; ich sah nur, daß Ihr in diesem Krieg als die einzige Gemeinschaft da- Magistrat wird am nö..,!!-n Mittwoch zu diesem Beschluß Stellung nehmen. Der Betrieb an den Gas-, Wasier- und Elektrizitätswerken wird dagegen am l. Mai im Rahmsn des Sonntagsdienstes auf- recht erhalten. Die Funktionäre der städtischen Werls haben in einer Vorkonferenz bereits einen entsprechenden Beschluß gefaßt und dabei ausdrücklich betont, daß die lebenswichtigen Betriebs auf keinem Fall stillgelegt werden dürfien. Eine Eencralvcrfamm.'ung dar städtischen Arbeiter und Angestellten, die in den nächsten Tagen stattfindet, wird offiziell den oben angefuhnen Beschluß der Funktionäre auf Weiter- führung der Betriebe bestätigen. �Zlles Ehrenmänner! Max Hölz, Otto Rühle, Franz Pfemfert«. Co. Der Verteidiger des Max H ö l z. Rechtsanwalt Hegewisch aus Celle, läßt durch die„Rots Fahne" folgendes Schreiben veröffent- lichen: Max Hölz hat mir am Mittwoch, den 1Z. d. M.. also vor seiner Verhaftung, mitgeteilt, daß Otto Rühle und Franz Pfemfert revolutionäre Gelder(69 999 M.> unterschlagen und dies schließlich nach nichtigen Ausflüchten zugegeben hätten: er habe ihnen nunmehr ein Ultimatum geftellt. Bei meiner heutigen Unterredung mit Max Hölz im Unterfuchungs- gefängnis Moabit hat Max Hölz mir mitgeteilt, Franz Pfemfert habe ihm zu dem Ultimatum erklärt, daß sie ihn, Mar Hölz hoch- gehen lasten würden, wenn er seine Drohung, der Oeffentlichkeit den Sachverhalt mitzuteilen, wahrmachen würde. Okto Rühle habe die Ankündigung in ähnlicher Weise brieflich ihm gegenüber zum Ausdruck gebracht. Max Hölz hat mir ferner heute im Untersuchungsgefängnis erklärt, daß im Auftrage von Otto Rühle und Pfemfert ei» ge- wister Henke, ein Freund von Rühle, Ausgleichsverhandlungen oersucht' habe. Henke habe ihn und den Tischler Röhle, der zu- sammen mit ihm verhaftet sei, in das Cafe gelockt, an dcsten Aus- gang er beim Verlosten verhaftet sei. Auch Henke sei zunächst festgenommen und nach dem Polizeipräsidium geschafft,_ anscheinend aber wieder freigelassen; die Zeitungen hätten nichts über die Verhaftung von Henke berichtet. Max Hölz hat mir schließlich mitgeteilt, Henke habe Ihm, Max Hölz, im Polizeipräsidium erklärt, er bedauere es, daß er die Sache so weit gebracht habe. Die„Rote Fahne" bemerkt dazu, es erscheine fast unglaublich, daß„Rühle und Pfemfert in ihrem konterrevolutionären H a ß der weißen Justiz ein Opfer in die Arme jagen". Wir müssen die Verantwortung für den Inhalt des Schreibens dem Rechtsanwall Hegewisch und seinem Klienten überlasten. Aber eins fei doch gesagt: Dieser Brief bedeutet ein seltenes Pech für den biederen Franz Pfemfert, der sich seit Jahr und Tag in seinem Blättchen als Sittenrichter über andere Leute aufspielt und ständig die Herausgabe eines„Wer ist's?" androht, in dem er alle Konter- revolutionäre— das ist die gesamte Menschheit außer Franz Pfemfert— entlarven will. Immerhin kein angenehmes Gefühl für solch einen Anprangerer, selbst in so fataler Weise angeprangert zu werden, und sogar für den Fall, daß ihm Unrecht geschehen sollte, zugestehen zu müsien, daß die eigene Rute ihn schlägt! Dauer über Gefahren üer Republik. In einer öffentlichen Versammlung des 4. Kreises(Schönhauser Dorstadt) sprach gestern Reichskanzler a. D. Genoste Gustav Bauer über„Gefahren der Republik". E'. sagte u. a.: Wir befinden uns heute in einer schwierigeren Lage als beim Friedensschluß im Jahre 1913. Wenn Deutschland ins Chaos ge- stürzt wird, dann wird die ganze europäische Ziollisation zerstört, auch die der Siegerstaoten. Die Forderungen der Entente näher beleuchtend, sagte der Redner, daß die Zollmaßnahmen uns wirt- schaftlich völlig lahmleg-n werden. Frankreichs Streben nach dem Ruhrgebiet ist nicht von heute und gestern. Briand sor- dert bereits, daß auch das oberfchlesische Industriegebiet an Polen abgetreten werden muß, ein Deweis für den V e r n i ch t u n g s- willen Frankreichs Deutschland gegenüber. Heute ist im Reichs- tag bekannt geworden, daß Die Polen bereits Auftrag haben, ihre Truppen, die heute die stärkste Militärmacht Europas sind, bis nach kottbus vorzuschieben.(Große Bewegung.) Wir stehen somit vor dem Untergang, einer Katastrophe, wie sie gar nicht auszu- denken ist. standet, die sich nicht der Vergewaltigung fügte, daß Ihr mannhaft zueinander und zum Glauben hieltet, als wir einsam blieben, daß Ihr als die ersten aus dem Ring unserer Feinde als wahrhaftige Freunde zu uns kamt. Jetzt bin ich gewiß, daß es nicht Steine waren, die Ihr mit Eurem Brot unseren Kindern brachtet, jetzt bin ich gewiß, daß darin wie in Eurem sonstigen Sein und Tun— und ginge es noch so unscheinbar daher— jene überirdische Macht der Wirklichkeit aufstand, die Jesus in seinem unermeßlichen Wort predigte: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Kleine« Theater.„Nur ein Traum" von Lothar Schmidt. Der wachsende Umfang, in dem die Berliner Bühnen, die sonst Premieren brachten, zur Neueinstudierung früher gespielter Stücke greifen, ist zweifellos zugleich ein Zeichen für die noch immer zunehmend« Dürftigkeit der laufenden dramatischen Produktion. Das Experimentieren mit einem neuen Stil, der über das naturalis ifche Charakter- und Gefellsckaftsstück hinaus will, hat bisher wenig Fruchtbares gezeitigt. Und auch im Genre des bloßen Unterhal- tungsstücks fehlt es an brauchbarem Nachwuchs. Die Wiederaufnahme des Schmidtfchen, etwa vor einem Jahr- zehnt erschienenen Lustspielchens war unter diesen Umständen ein glücklicher Griff. Die muntere Laune des Autors, der dem alten, im Leben ja freilich ganz und gar nicht komödiantifch-lusiigen Ko- mödienthema der Eheirrungcn ein paar neue, ironisch spielerische Lichter abgewinnt, kam, von ungewöhnlich flotter Aufführung gc- tragen, zu amüsanter Wirkung. Eugen Burg als ehelich entgleister, dabei in feine eigene Frau verliebter Schwerennöter, der nach Entdeckung feine? Untat die Erklärung der erzürnten Gattin, daß sie mit einem feiner Freunde drauf und dran gewesen sei Gleiches mit Gleichem zu entgelten, für einen bloßen Phantasietrick hält und voll überlegenen Selbstbewußtseins, heimlich lachend, darauf eingeht, war glänzend im Durcheinanderfchillcrn von weltmännifch-elegantem Charme, von Armcrfünderongst und drollig naiver Dummheit. Olga Limburg als Gottin war eine temperamentvoll fesche Partnerin. Eine besondere Ueberraschung bot Herr Julius F a l k e n st e i n in der Episodenfigur des wisienschaftlich-logisch räftrnnierenden Pro- fessors, der dem Verführer seiner Frau, beglückt und dankbar, daß er nun endlich einen Grund zur Ehescheidung hat, Visite macht. Es war ein Kabinett'ück feiner Komik, das über das Niveau des bühnenmäßigen Lustspielscherzes sich erhebend aufs Leben selbst binauslief. Der Eindruck war so stark, daß bei offener Bühne der Applaus losbrach. ck t. Cm Asien-Roman.„Ivbn Dan!«'", der dre'sierte Gorilla, der bisher öffent ich vorgeführt wurde, ist die'er Tag« in New York im Darnum-Bailey-Zirkus an..aebrolbenem Herzen" gestorben. Ein merkwürdiges Tierfchicklal fand" damit s-men Abschluß. John, der nur vier Jahre all geworden ist, wurde-m Konoo gefangen und kam in den Besitz einer jungen Londonerin Miß Cunninoham, die dos Tier in ihre Wohnung brachte. Zwifch«» dem Gorilla und seiner Herrin entwickelte sich nun allmählich ein inniges Freun�fchcftsvec- hältnis. und im Ber'-'r mit der ftinoen Dame fcr-1?«M, gewöhnlich tl"ge u'"u, 2l"e die Welche Schuld trägt hieran unsere Reichsregierung? Dr. Sjinwns ging nach London ohne genügende Voroeceitung. Aufgab« der Re» gierung wäre gewesen, bereits in Spa mit Vorschlägen an die Entente heranzutreten. Di? bürgerliche Regierung wartet, bis der Gegner an uns herantritt. Darin liegt die ungeheure Schuld, die die Regierung auf sich geladen hat. Die Freude des bürger- lichen Blätterwaldes über das endliche mannhafte Auftreten unserer Untcrhändlcr in London beweist den politischen Unverstand dieser Kreise, denn einen übermächtigen Gegner zu reizen, fordert schärfere Strafmaßnahmen heraus. Wie schnell nun die bürgerliche Regierung ihren Stolz ver» l o r c n hgt, zeigt das Telegramm an Harding. Die Deutsche Volks- Partei, die uns wegen ues Friedensschlustes beschimpfte, winselt jetzt bei Amerika um gut Wette-. Man kann dasselbe sagen, aber mit mehr Würde und Achtung vor sich selber im Interesse des Voltes. Harding hat abgelehnt. Das ist der völlige Dankrott der bürgerlichen Regierung. Nunmehr wird man vielleicht die Pariser � Beschlüsse akzeptieren, wenn man sie auch nicht erfüllen kann. Das ist der Er, folg der„Kcttensprengerpartei". Auf die Linksradikalen übergehend sagte Redner, diese sollten. mal darüber nachdenken, warum die Reaktion so eifrig beflissen ist, die Sozialdemokratie aus der Politik auszuschalten. Die Vorher?- schaft des Bürgertums, vor allem in der Verwaltung, beruht nicht nur auf ihrem Reichtum, sondern auch Bildung und Wisien ist ein Hauptfattor, den die Arbeiterschaft sich aneignen muß. Ohne sie werden wir nie zur Macht kommen, denn Wisien ist Macht. Den äußeren Gefahren für di: Republik stehen die inneren gegen. über, die durch die unselige Zersvlltterung, den Kämpf der Arbeiter gegen die Arbeiter bervorgerufen ist. Dies ist vielen Arbeitern heute noch eine größere Hauptsache, als gegen die Reaktion zu kämpfen. In dieser Zeit der Ret ist es nicht schwierig, sich gegenseitig herunter- zureißen, unsere politische Machtposition werden wir sicher nicht damit stärken. Wer cm die siegreiche Kraft seiner Ideen Kaubl, kann nicht zulasien, daß ein Häuflein Sekten und Gruppen sich die Macht anmaßen wollen, über andere zu regieren. Gewaltregiment wird nie oll. Wenn eine einige Arbeiterschaft bei der Wahl zur Nationaloersammlung bestanden hätte, kein Bruderkampf und keine Putsche, dann wäre die sozialistische Mehrheit vorhanden gewesen. Durch die Ab st inen Politik der Unabhängigen nach der Reichsiagswahl haben wir die heutigen Zustände. Den März- putsch und den Zerfall der„Ver-inigten" berührend, sagte Redner, wenn die alte Sozialdemokratische Partei nicht wäre, würde die Reaktion völlig triumphieren. Die ernsten Ausführungen des Redners fanden bei der über- füllten Versammlung stürmischen Beifall. Trotz der Schilderung von der unserem Lande drohenden Gefahr ließ es sich ein Kommunist nicht nehmen, in der Diskuision die alten Phrasen abzuleiern. Der berechtigte Unwille der Versammlung zeigte jedoch, daß man endlich von diesen Arbeiterschädlingen genug hat. Englands Arbeiter gegen Ruhrbesetzung. London, 23. April(WTB.) In dem von dem parlamentarischen Ausschuh des Gewerkschaftskongresses und dem Vollzugsausschuß der Arbeiterpartei veröffenilichten, unter anderem auch von Henderson unterzeichneten Manifest betreffend die Besetzung des Ruhrgebiets. heißt es: Eine neue Invasion Deutschlands und die Besetzung des Ruhrgebiet sei moralisch und poNtisch zu verwerfen und würde auch einen Verrat an. der eigenen industriellen Wohlfahrt Großbritanniens bedeuten. Selbst wenn bewiesen würde, daß Deutschland wohl fähig, aber unwillig sei, seinen Teil der Reparation zu leisten, würden die vorgeschlagenen Zwangsmittel das Elend den Arbeiterklasse oermehren, die wirtschaftliche Wiederherstellung vif'' zögern und die eigene industrielle Krisis im Inland« oerschärfen. Es heißt im Manifest weiter: Die organisierte Arbeiterschaft nicht nur in England und den alliierten Ländern, sondern sogar in Deutschland bestehe darauf, daß die verwüsteten Gebiete Frank. reichs vollständig und sofort wiederhergestellt werden. Eingehende Angebote, diese Schäden mit deutscher Arbeit und deutscheu Mitteln wieder gutzumachen. seien verschiedentlich erfolgt. Bevor nicht bewiesen sei, daß die Ber- cntwortung für den Mißerfolg dieser Angebote Deutschland zufalle, könne man nicht der Ansicht sein, daß Deutschland diesen Teil seiner Verpflichtungen nicht erfüllt habe. Der Vorschlag, das Ruhrgebiet zu verwalten und auszubeuten, eine Bevölkerung von vier Millionen unter fremde Militärherrschaft zu bringen und die Bergarbeiter diese- Gebiets sozusagen Zwangsarbeit leisten zu l-sten. fei ebenso unzweckmäßig als gefährlich. Früher oder später wkiwe an. Er lernt« mit Gabel und Mesier esien, ging stolz einher in Beinkleid und Jacke, fuhr mit seiner Herrin im Automobil, wobei es ihm besonderen Spaß machte, die Maschine anzukurbeln und dann seinen Platz im Wagen einzunehmen: er öffnet« sich selbst die Balkon- tür, trat auf den Balkon heraus und sah auf die unten wandelnde Menge herab. Natürlich blieb dies so ungewöhnlich« Austreten eines so interessanten Tieres nicht lang« unbekannt, und der Ruhm des Affen drang auch über den Ozean. Wie nicht feiten im Leben, so war auck hier der Ruhm der Anfang des Unglücks. Der Ruf von dem dressierten Gorilla kam auch der berühmten amerikanifchen Zirkusfirma zu Ohren, und nun bestürmten die verführerischsten An- geböte die junge Miß, damit sie den Gorilla verkaufe. Schließlich konnte ihre Liebe zu dem Tier dem statlichen Kaufpreis von S999 Dollar nicht standhalten, und sie üderantwortete John Daniel einem Abgesandten des Zirkus, der mit ihm über das große Wasier fuhr. Aber John war kaum in feiner neuen Umgebung angelangt, als er zr kränkeln begann und> all seine Lustigkeit und Fixigkeit verlor. Man war gezwungen, ihn nich' mehr auftreten zu lassen, und die Aerzte, die sich mit dem interessanten Fall beschäftigten, erklärten. der Gorilla leide an Sehnsucht nach seiner Herrin, und nur ihre An- Wesenheit würde ihn heilen können. Ein Telegramm ruft Miß Eunninobam herbei: an Bord der„Celtia" reist sie sofort aus E>?� land ab. Aber sie kam zu spät. Der Gorilla war bereits gestarb�t. Grstanfführnngen der Woche. Ätienst. Cchiller-Th.:.190 0 00 Talers Mit'w. �ilnsiler-TH:.Die I e l i g e Exzellenz". 2onilt. Zcntral-T!i.:.Ilonka". Komische Oper:»AIl-Heidel- b e r g* Ncse-Ttr:»Nur nicht drängeln". Theater des Westens: „Morgen wieder lustil". OTustk. Die Niedersächsische Musssverelnlgnng der- anhaltet am Dicnslag, l'l, Ubr, im Schukert-Zaal sBülowstmße) einen ccammermufilabend des Stcinec-Nolbslein-Ouartetts(BrahmS, Paul Ertel, Dvorat». llrania«?torträge. Sonntag:„In den Bergen Tirols V Montag:»Hinter den Kuliisen de» Fernsprechers". Dienstag:„Von San R ern o nach Florenz". M.ttwoch: Spie«: .Fl iisf i g e L u l t". Donnerstag:.Di-lchöne deutsche Stadt". Freltaa: Dr. Köhler:„Forschungen an Menschenaffen". Sonnabend:.?!egyvten und der Nil". Namen'olc Kunst. Heinrich Campendonk, der Münche.ner Maler, ea.t von der Pariser.Societg Änoname" die Einladung«M»«. dort i92i eine Sammlung seiner Bilder auszustellen. Einen interessä�a Bei stich machte diele Gc�ellichast dlrzlich mit einer Ausstellung voitalur nomenloie» Bildern, zum Protest gegen die«Zeioohnheit von Pndlikum und Kritik, nur dann sich über em Kuusuverl auszusprechen, wenn sie die SignaMr. gesehen haben. Ter L.«Yraii-nknrsus der HeimvolkSbochschule in Schloß Tin» finde: vom!ö. August pch zum 1ö. Dezember statt. Änsnadme finden Mädchen und Frauen im Aller von 13 bis 30 Jahren. Voiausichunz ist ein« gute Bolkssihullild mg Ter Leb: Plan um'atzl u. a: Entwicklung in Natur und Cte ellickgit, Polksmn lschakt. Pölterlunde, VcrsaisungSweien, L te» ratur- und Kunstgeschichte. Pbilo'ophie. Sozialismus, Geiun heitspstege. Erziebun Slebre. Die Schülerinnen erhalten Kost und Wohnung Ter Beitrag zum Kostgeld beträgt mo-nllich iW M. Bewerbungsschreiben mit ,.M-en.- n kurzen Lelevtans sind bis zum t. Juni z. g. an Ol. sogar->ine entwaffnete Nation gegen eine solche Behandlung r e v o l. tieren. Die Folge davon werde unfehlbar auf die eigenen Arbeitertlasien Englands zurückfallen, die bereits mit Arbeits- losig teit für die Ruinen bezahlen, die der Krieg, die Blockade und der Ankerdrückungsfriede aus dem Kontingent gemacht haben.' Wenn die Schäden durch die Besetzung des Hauptkohlengcbiets Deutschlands v er viel- f ä l t i g t würden, so könne die augenblickliche Arbeitslosigkeit in England dauernd und unheilbar werden. Die Erhebung des Spa-Tributs_oon 2 Millionen Tonnen Kohlen monatlich aus dem Ruhrgcbiet für Frankreich und Belgien habe die englische Kohlen- ausfuhr nach Frankreich st i l l g e l e g t. Sie sei also die tatsächliche Ursache der Krisen und Konflikte im englischen Kohlenhandel. Wenn Frankreich die gesamte weitere Kohlenförderung des Ruhrkotyen- gclnets kontrolliert, so sei es klar, daß jede Hoffnung auf Wieder- Herstellung des englischen Ausfuhrhandels verschwinden werde. von Elberfelü bis Varls. 23. April.(HJ JB.)„Journal" gibt eine Kart« über den Umfang der Besetzung. 3m Norden, von Düsseldorf ausgehend, verlause sie längs des linken Ufers der Lippe bis vor oder" hinler Hamm. Von dort ans werde ein spitzer Winkel gebildet, der über Unna bis zum Rhein gehe und Elberfeld und seine wichtige Textil- Industrie in sich fasse und von da ab am sinken Wupperufer entlang laufe, hierdurch würden folgende bedeutende Punkte für den Trans- port zu Wasser und zu Lande mit iti die Besehung einaezogen: Dorsten, Lünen, Unna oud Hagen. lllopö George will noch prüfen. London, 23. April.(„Frkf. Ztg.').Daily News' bestätigt die Abfassung, nach der Lloyd George verlangen wird, daß man die neuen deutschen Vorschläge prüft, ehe weitere Sanktionen an- gewandt würden, weil er die Besetzung des Ruhrgebietes ver- meiden möchte. Belgien und Italien sei ähnlicher Ansicht. Ver verteilunasplan öer Ruhrkoblen. Paris, 23. April.(TU.) Ueber den Plan der Ausbeute des Ruhrgebicts,, der vorgestern aufgestellt worden ist, erfährt die „Agence Fournier' folgendes: Die Berichte der Sachverständigen zeigen, das; die Monatsproduktion des Ruhrgebietes durchschnittlich neun Millionen Tonnen beträgt, die folgendermaßen verteilt würden: zwei Millionen für die Entente, eine Million für die Reu- tralen, eine Million für den Betrieb der Ruhrbergwerke, zwei- elnhalb Millionen für das übrige Deutschland. Die ersten Sriegsverbrecherprozesie in Leipzig. Bor dem Reichs- gericht gelangen binnen kurzem die ersten Kriegsverbrecher zur Ab- urteilung. Es stehen folgende Termine an:'23. Mai gegen den früheren Unterofizier h e y n e n, 2(5. Mai gegen den Hauptmann Müller, 30. Mai gegen den Soldaten Neumann, die der Ge- fangencnmißhandlung beschuldigt sind, und am 8. Juni gegen den Geheimpolizisten R a m d o h r wegen Ueberschreitung amtlicher Be- fugnisie.__ Das abgelehnte Programm. Zu Beginn der heutigen Landtagssitzung, die um II Uhr vor- mittags eröffnet wird, erfolgt zunächst Annahme des Diäten- g e f e tz e s für die Mitglieder des Landtags und seinen Präsidenten �ch zweiter und dritter Lesung im wesenllichen in der Aus- fchusiiasiung. Dem Antrage Dr. v. Krause(DDp.) auf Einstellung des Strafverfahrens gegen den Abgeordneten Dr. Schuster(DDp.) wird zugestimmt. Darauf wird die Besprechung der Erklärung des Siaaksministeriums fortgesetzt. Dazu siegt vor ein Antrag P o r s ch(Z.)-O e s e r(Dem.): Der Landtag wolle beschließen, die Erklärung der Regierung vom 22. April zur Kenntnis zu nehmen. Er erwartet von der Regieruna. daß sie dieser Erklärung entsprechend die Polltit des Landes führen wird und spricht ihr das Vertrauen aus, besten sie nach der Verfassung zu ihrer Amtsführung bedarf.'(Ursprüng- lich fehlte bekanntlich das Vertrauensvotum.) Abg. Oeser(Dem.): Man hätte vor der Kabinettsbildung erst ein Regicrungsproaramm formulieren und dann erst versuchen sollen, auf dieser Plattform eine Mehrheit zu sinden. Dann wären die Verhandlungen zwischen den Parteien wesentlich einfacher ge- tpcMjt. Besonders schwierig ist die Sanierung der Staats- fi/nanzen, die im verflosienen Kabinett nicht gelungen ist.(Zu- ruf b. d. Soz.: Durch die Schuld der Demokraten. Denken Sie an die Grund st euer!) Die sozialdemokratische Fraktion konnte latsächsich annehmen, daß eine Bindung für den Minister- Präsidenten bestand.(Zwischenrufe der Soz.: Na also!) Herr Steacrwald hat ja auch die Konseguenzen daraus gezogen, indem er sich neu wählen ließ, hätte man versucht, die alte Koali- tion aufrechtzuerhalten, so hätte eine Regierungskrise die andere abgelöst.(Widerspruch b. d. So,.) Die gewaltigen zu lösenden Aufgaben erfordern eine tragfayige Regierung: daher mußte eine Verbreiterung der Koalition angestrebt werden. Angesichts der ernsten politischen Lage mußten wir in die gegenwörtine Koalition eintreten, halten aber an dem Gedanken einer Koalition von der Mehrheitssozialdemokratie bis zurDeutschen Dolkspartei fest. Den sozialdemokra- t i s ch e n M i n i st e r n der alten Koalition kann ich nur das Zeug- nis ausstellen, daß sie nach bestem Wisien und Gewisien den Staats- interesien gedient haben. Der Pasius der Regierungs- erkläruna über die Schulfrage war nicht glücklich ge- faßt. Gegen die gegenwärtige Rechtspflege hat man auch in weiten bürgerlichen Kreisen sehr viel einzuwenden. hm übriaen stimmen wir der Regierungserklärung zu, insbesondere daß man die Produktivität der Landwirtschaft steigern will. der Demokratisierung der Verwaltung, die von ..... gen Freunden durchaus gewünscht wird, hätte wohl ein Wort in der Regier, mgserklärling stehen können. Von einem großen Reine- machen in bezug auf sozialdemokratische Landröte kann gar keine Rede sein.(Zuruf der Deutschnationalen: i m m e r s e st e, s e st e!) In der gegenwärtigen ernsten Lage sollte von allen Seiten nicht das Trennende, sondern das Einigende betont werden.(Beifall bei den Demokraten.) Abg. Limbertz(Soz.): Was wir in Deutschland brauchen, ist keine Einheits- front von rechts bis links, sondern eine Einheits- front der ehrlichen Republikaner und Friedens- freunde, um Deutschland in der Welt wieder einen ehrlichen Namen zu geben. Bei gutem Willen wäre die alte Koalition. niei t'-aasähiger gewesen als die bürgerliche Regierungskoalition im Reick Äb-r die Presse der Rechten und auch des Zentrums forderte trab des für uns günstigen Ausfalls der Wahlen unser Ausscheiden at»»-ber Regierung, und dem hat man nachgegeben. Die Sozial- » r a t i e hat wohl durch ihr Verhalten, daß sie nämlich das Vaterland über die Partei gestellt hat. annähernd zwei Millionen Stimmen eingebüßt. Aber trotzdem bestand noch kem ©rund'die alte Koalition aufzulösen. Auf das Landwirtschafts- Ministerium hatten wir Verzicht geleistet, aber man wollte eben nach reckts gehen, vor allem der reaktionäre Flügel des Zentrums. Wie die' Arbeiter des Zentrum-die gegenwärtige Regierung?. toalition ertragen wollen, we.ß ich nich Wir zedenfa� tonnen bei aller Verleugnung eigener Parteiinteressen nicht mit der Deutschen Volkspartei. der Vertreterin des Großkapitals und der Schwerindustrie, zusammen- gehen. Don dieser Partei, deren Industriekönige Stinnes und Genossen die belgische Industrie zerstört haben um sich zu bereichern, wollen die deutschen Arbeiter nichts wisien. Der Redner spricht fort. GroßGerQn Das firbeits- unü Jeierkleiö. Die„Gemeinnützige Hausrat-Gesellfchaft' hat ihre Bestrebungen in beachtenswerter Weise erweitert. Sie will der erwerbenden Frau die Möglichkeit geben, ihr« Arbeits- und Feierkleidung zweckmäßig und billig anzuschaffen, sie will aber auch den Versuch machen, der arbeitenden Frau, dem arbeitenden Mädchen bei der Selbstherstellung ihrer Kleidung behilflich zu sein. In ihren Räumen in der M a t t h ä i k i r ch st r. 17 Hot die Gesell- schaft eine Beratungsstelle in Kleidungsfragen einge- richtet, sie ist von 9— 4 Uhr täglich geöffnet, sollten sich Abendsprech- stunden als notwendig erweisen, so werden sie eingerichtet werden. Man kann dort Photographien, Zeichnungen, Schnitte usw. einsehen und danach Kleidungsstücke bestellen. Die Leiterin der Sprechstunde wird Maß nehmen und die Arbeit an die Werkstätten der Hausrat-Ge- sellschaft weitergeben. Um auch außerhalb Wohnende mit der ver- einfachten, geschmackvollen Frauentracht bekannt zu machen, gibt die Vereinigung, die sich zur Wahrung dieser Bestrebungen gebildet hat, eine Zeitschrift„Die Frau und ihr Haus' heraus; die sorgfältig und deutlich erkennbar gezeichneten Schnitte und Bilder werden für 2 M. auch nach auswärts gesandt. Vom 24.— 30. April wird in den Aus- stellungsräumen der �Hausrat-Gesellschaft' in der Matthäikirchstr. 17 eine Ausstellung für vorbildliche Berufs und Feiertagskleidung im Sinn« der Vereinigung stattfinden; es sollen auch Schuhe, Stiefel, Schmuck, hüte usw. gezeigt werden, eine reichhaltige Schau, die den erwerbenden Frauen und Mädchen Anregung und Freude am Schönen und Nützlichen bringen soll. Die zwanglos« Vereinigung, die sich zur Förderung solcher gemeinnützigen Bestrebungen gebildet hat, besteht aus Persönlichkeiten, die den Kreisen erwerbstätiger Frauen nahestehen, die Leiterinnen der Werkstätten sind technische Lehrerinnen von umfasiendem Können auf dem Gebiet der Schneiderei. . Um den Frauen und Mädchen aus dem Arbeiterstand Gelegen- heit zu geben, ihr« Kleidung billig selbst herzustellen, wird die Ver- einigung Nähkurse in Berlin und Umgegend errichten. Zunächst finden bestimmt Schneiderkurse statt: im Verband der weiblichen Bureauangestellten, Freitags, abends von �7— MIO Uhr, in der Schönhauser Allee, Ecke Danziger Straß«, nachmittags von 3— 6 Uhr, in der Fruchtstr. 63(soziale Arbeitsgemeinschaft), vormittags von 9— 12 Uhr. Die verschiedenen Tag« können im Bureau der Hausrat- Gesellschaft noch genau befragt werden(auch telephonisch). Je mehr Räume und Nähmaschinen der Vereinigung zur Verfügung gestellt werden können, desto mehr Kurs« können eingerichtet werden. An sedem Kursus sollen nur 10 Personen teilnehmen, damit die Lehrerin dieser nähtechnischen Veranstaltungen sich den einzelnen ungehindert widmen kann. Das Honorar wird 70—100 M. betragen, jeder Kursus dauert 10 Wochen. Sechzehnjährige Lebeöamen. Ein Ausflug von Düsseldorf uach Berlin. Zwei Ibjährige Lebedamen. die von ihrer Heimatstadt Düssel- dors als verschleppt gesucht wurden, wurden gestern von Beamten der hiesigen Kriminalpolizei festgenommen. Die jungen Mädchen, eine Luise Sinsel und eine Sophie Wormann waren aus Düsiel- darf ihren Eltern heimlich durchgebrannt und nach der Reichshaupt- stadt gekommen. Auf ihren Spaziergängen durch die Friedrichstraße lernten sie einen Herrn kennen, dem sie in ein Hotel folgten. Am anderen Morgen waren die jungen Mädchen aus dem Hotel ver- schwunden und mit ihnen die Brieftasche des Mannes, die 20 000 M. bares Geld enthielt. Während dieser seinem Gelde nachtrauerte, suchten die Mädchen ein Geschäft nach dem anderen auf, kleideten sich fein ein und stiegen jetzt als reiche Rheinländerinnen in einem Hotel in der Hardenbergstraße ab. Sie gaben sich für die Töchter eines reichen Schuhfabrikanten aus dem Rheinland aus und lebten auf großem Fuße. Ihre Ansprüche wurden so groß, daß nicht nur bald die 20 000 M. aufgebraucht waren, sondern auch noch eine Hotel- schuld von 1100 M. entstanden war, die sie nicht bezahlen konnten. Sie oerschwanden deshalb heimlich aus dem teueren Hotel im Westen und stiegen jetzt in einem kleinen Hotel in der Königstraße ab. Von diesem aus suchten sie neue herrenbekantschaften, um die Kavaliere um ihre Geldtaschen zu erleichtern. Es gelang ihnen auch bald, einem Manne die Börse zu ziehen, doch fanden sie darin nur wenig bares Geld. Dieser Diebstahl aber wurde ihnen zum Verhängnis. Der Vestohlene traf die Diebinnen gestern auf dem Dönhoffplatz wieder und ließ sie von der Polizei festnehmen, hier gaben sich die jungen Lebedamen als die Geschwister Margot und Carola Goldbach aus, doch wurden sie nach einer inzwischen aus Düsieldorf einge- troffenen Vermißtanzeige als die von dort als„verschleppt' gemel- beten Mädchen erkannt und in Haft behalten. Die potsöamer Millionenbutter. In der gestrigen Potsdamer Stadtverordnetenversammlung wurde der Bericht des Untersuchungsausschusses in der Angelegenheit der im November 1920 gekauften holländischen Margarine er- stattet. Aus dem Bericht ergab sich, daß durch die Fahrlässigkeit des Magistratsassessors Komorowski. der sich übrigens inzwischen aus Potsdam entfernt hat, die Stadt Potsdam sich von der Dis- kontogesellschaft verleiten ließ, die Butter ohne Prüfung zu beziehen. hierdurch sind der Stadt rund 3 Millionen Mark verloren gegangen. Acht Waggons Butter stellten sich bei genauer Prüfung ohne den geringsten Dutterzusatz heraus. Außer dem Assessor Komorowski wurden auch der städtische Lebensmitteldezernent Stadtrat Pauli und der Oberbürgermeister Voßberg schwer belastet. Die SPD. hatte gegen Voßberg ein Disziplinarverfahren beantragt. Die Stadt- verordnetenoersammlung beschloß in Gemeinschaft der Sozialisten und Deutschnationalen ein Mißtrauensvotum gegen Voßberg, Pauli und Komorowski._ Das Paradies von Spreenhagen. Durch eine Reihe von Zeitungen war ein Bericht gegangen, nach dem sich auf kem städtilchcn Gelände in Spreenhagen ein/ Anzahl Naturmenschen untec der Führung eines Dr. Goldberg in Laub- Hütten und Erdhöhlen oemütlich eingerichtet hatte. Angeblich hatten sie durch ihre den menschlichen Urellern Adam und Eva abgelauschten paradiesischen Sitten die Bewohner der Umgegend derart in Unruhe und Schrecken versetzt, daß sie in den Verdacht geraten waren, Kommunisten zu sein, die sich dort niedergelassen hatten, um, wie eine Korrespondenz emsetzt meldet,„Schützengräben aufzu- werfen', vermutlich um einen lommunistisch-paradiesischen Angriff auf Snreenhaaen zu machen. Jnzwiscksn ist von leiten des M�gistra�s die Mitteilung ergangen, daß die Anhänger Dr. Goldbergs, die widerrechllich von dem städtischen Gelände in Spreehagen Besitz er- griffen hatten, sofort nach dem Bekanntwerden von diesem Gelände verwiesen worden sind._ Tie Bezlrksvcrsammlung des 16. Bezirks(Cöpenick) erledigte sämtliche 19 Punkte der Tagesordnung. Die meisten der angenommenen Anträge wurden dem Bezirksamt zur weiteren Er- ledigung überwiesen, so z. B. sollew in den einzelnen Gemeinden zur Förderung der Ziegenzucht Iungböcke angeschafft, auf dem städtischen Gelände au der Müllerecke eine Badegelegenheit einge- richtet, für die Gemeinde Rahnsdorf der Zugang zum Müggelsee sreigehalten, die Wälder nicht weiter abgeholzt, die weitere Be- bouung der Ufer an den Wasserstraßen verhindert und an den Ufern keine Fahrstraßen angelegt, die Grundstücke der Friedrichshagener Siedlungsgesellschaft auf die Gemeinde übernommen und zur För- derung des Kleingartenwesens genügende Mittel in den Haushalts- plan eingesetzt werden. Ferner beschloh man, Speiseanstallen für Minderbemittelte einzurichten, den Schulkindern freie Lernmittel zur Verfügung zu stellen, den im März vorigen Jahres Gefallenen Gedenksteine zu errichten und die hierzu notwendigen Mittel durch Einstellung in den Etat von Berlin anzufordern. Einstimmig fand ein Beschluß Annahme, gegen den neuen Eisenbahntarif Beschwerde zu erheben. Namentlich auf einen Unsinn sei auch an dieser Stelle hingewiesen: Vom Görlitzer Bahnhof bis Grünau kostet die ein» fache Fahrt 3. Klasse 90 Pf., hin und zunick 1,80 M.. für sechs Tage wöchentlich also 10,80 M. Die Wochenkarte jedoch kostet für die Zukunft auf derselben Strecke 15 M. Ter erste Berliner Versuch einer GeMeinschaftsschule. In der letzlen Sitzung der Berliner Deputation für die Lutzeren Angelegenheiten der höheren<&■ ilen wurde über einen Antrag auf Gewährung einer Beihilfe o die Untersekunda des Humboldt- Gymnasiums, die in den � conaten Mai und Juni aus der im Tegeler See gelegenen Insel Scharfenberg wohnen und unlenichtel werden wird, verhandelt. Dort sind von einer anderen Magistratsdeputalion die dazu notwendigen Räume zur Verfügung gestellt worden. Der Unterricht aus der Insel wird von drei Lehrern des Humboldt-Gymnasiums erteilt werden, und zwar soll er, auher bet schlechtem Weller, auf der Insel im Freien erfolgen. Man erhofft von dieser Gemeinschaftsschule eine Fülle von Anregungen für die Schüler, besonders für den Unterricht in Erdkunde und in Naturwissenschaften. Die Zöglinge sollen ferner auch gemeinschaft« lich ihre Mahlzeiten einnehmen, ferner in den Nachmittagsstunden spielen und lim Garten arbeiten. Der Antrag des Humboldt- Gymnasiums wurde in der Deputation von den Vertretern oller Fraktionen, von der Deutschnationalen Volkspartei bis zur VAPD. mit Freuden begrützt und angenommen. Wenn dieser erste Versuch glücken sollte, wollen auch andere Berliner Schulen den Anregungen des Humboldt-GymnasiumS folgen. Ein ungewöhnlich dreister Ranbüberfall wurde gestern am hellen Tage auf dem Grundstück Gartenstr. 3 verübt. Dort liegt im Erd- geschah am zweiten hos das Bureau des Beerdigungsfuhrwesens von Moritz, das der Inhaber mit der Buchhalterin Erna Göhl leitet. Auf dem Hofe, auf dem der Inspektor mit den Kutschern schaltet und an dem sich auch noch eine Schmiede und andere Betriebe befinden, geht es immer sehr lebhaft zu. Nur in den Mittagsstunden ist es etwas ruhiger. Diesen Umstand benutzten gestern vier Räuber zu einem frechen Ueberfall, nachdem einer von ihnen seit mehreren Tagen die Oertlichkeit und die Gelegenheit ausgekundschaftet hatte. Als Frau- lein Erna Gahl kurz vor zwei Uhr allein im Bureau war, erschienen plötzlich drei junge Männer in Arbeiterkleidung und fragten zum Schein nach dem Chef und dann nach dem Inspektor. Während die arglose Buchhalterin erwiderte, beide seien zu Tisch gegangen, fielen die drei unversehens über sie her und drückten sie in eine Ecke des Bureaus. Unter schweren Drohungen mit Erschießen hielten zwei Mann sie hier fest und schüchterten sie so ein, daß sie nicht wagte. einen Laut von sich zu geben. Unterdessen erbrach der dritte mit einem Stemmeisen, das er mitgebracht hatte, die Pulte und raubte aus dem des Chefs 4000 M., die für Lohnzahlungen bestimmt waren. Mit dieser Beute entfernten sich die Räuber und mit ihnen der vierte Mann, der auf dem Hofe aufgepaßt hatte. Als jetzt die Ueberfallene Lärm schlug, suchte man das Grundstück ab. Di« Räuber waren jedoch schon spurlos verschwunden. Die Rollstühle der Sriegsverlehleu wurden bisher auf den Eisenbahnen gebührenfrei befördert, wenn sie zum Gebrauch durch die Beschädigten selbst bestimmt waren. Die frachtfreie Beförderung der Rollstühle und Fahrstühle von Kriegsbeschädigten darf jedoch nur dann gewährt werden, wenn die Kriegsbeschädigten selbst zu ermäßigten Fahrpreisen befördert werden oder wenn die Kriegs- beschädigten einen Begleiter mit sich führen, der freie Fahrt erhält. Zehlendorf nolürllch gegen paulseu. Die gesammelte Zehlen- dorfer Reaktion mimt alldeutsch- evangelische Entrüstung gegen Pausten und das Fischerblättchen berichtet spaltenlang über die 216- lehnung des Paulsenschen Aufrufs vom 25. Februar. Einen beson- deren Lobstrich erteilt das Blättchen dem Zehlendorfer Bezirksschul- rat Dr. L a n d t, well auch er sich gegen Poulsen aussprach. ElkernbeirSle und Volkshochschule. Die pädagogischen Arbeits. gemeinschaften der Volkshochschule Groß-Berli« wollen ihre Mit- glieder befähigen, an der Lösung der großen erzieherischen Fragen der Gegenwart produktiv mitzuarbeiten und allmählich eine Gemeinschaft von Menschen bilden, die in Zukunft zu Trägern der Erziehungs- polirik der Gemeinde werden können. Wir glauben insbesondere die Elternbeiräte aus die Bedeutung dieser Arbeitsgemeinschaften hinweisen zu müssen: In der Arbeitsstätte des Südens Friedrich- Realgymnasium, Mittenwalder Str. 34/37) werden die sozialpädago- gischen und sozialphilosophischen Ideen Rousseaus im Vergleich zu den Problemen der Gegenwart unter der Leitung von Dr. Elfe Hilde- brandt behandelt. 2 Führungen nach einer Gemeindeschule und noch einem Kindergarten sind geplant.(Donnerstags von 7— 8M Uhr, Beginn 28. April). In Schöneberg bespricht R. M. Grunwold„Pro- bleme der Erziehung und des Unterrichts"(hohenzollernschule, Bel- ziger Str. 43/52. Mittwochs von 7—8� Uhr. Beginn 27. April). Im Luisenstädtischen Gymnasium. Gleimstr. 49. behandelt Lic. Dr. K. Kesseler„Natorps Sozialpädaqogik'(Mittwochs von 7— 8M' Uhr. Beginn 27. April) und im Schiller-Realgymnasium, Schillerstr. 28, Rektor M. Staar„Erziehungsfehler in der frühen Kindheit, ibre Ursachen und ihre Bekämvfung'(Donnerstags von 8�—10 Uhr, Beginn 23. April). Teilnehmerkarten und Lehrpläne der Volkshochschule Troß-Verlin sind zu haben in der Buchhandlung„Vorwärts", Lin- denstraße 3. Die.Osterlämmer' im Zoologischen Garten kommen in diesem Jahre etwas verspätet, weil Ostern so früh war. Jetzt erscheinen sie aber überall in den Ziegen- und Schasgehegen zur größten Freude der Besucher, namentlich der Kinderweli. heute sei auf die großen ostfriesischen Milchschafe aufmerksam gemacht, die gemolken werden wie die Ziegen. Sie sind im Zoo reichlich vorhanden, meist mit Zwillingslämmern und zum Teil auch verkäuflich. Die volkshochschnle Luckenwalde veranstaltete am Freitag unter Leitung des Herrn Dr. Wünsch eine Ausführung von Hermann Vahrs' Lusispiel„Das Konzert'. Zunächst sprach Herr Professor �Krasowsky mit eindringendem Verständnis über das Wesen der ! Spielbühne, deren restlose Erfüllung von der Lösung wirtschaftlicher Voraussetzungen abhängt, wie denn der Kampf mit den ökonomischen Mängeln das Schmerzenskind der meisten— nicht nur kleinen— Bühnen ist. Vahrs entzückendes Lustspiel ist bekannt. Benno Wünsch, der Schwärm aller Frauen, spielte den Gustav heink mit � flatternder Mähne, dämonischem Mienenspiel. Ellen Hellbrandt, leine kluge Frau, zeichnete sich durch schönes Organ aus. Ein starkes ! Talent ist huao Schräder, mit scharfem Blick für Komik und Gro- teske. Rosy Liepmann, eine Sprecherin mit Charme und Anmltt. ! Mehr Bewegtheit im stummen Spiel wird sie fördern. Ein freund- ' liches Gedenken den anderen Mitspielenden. Es fehlten: kräftige � Striche, Beherrschung der Rollen, gutes Zusammenspiel. l Scala. Aalter Steiner komm! ab 1. Mai wieder in die Tcala. � Desgleichen nach langer Zeit die bekannte Verwandlunzsichamvelcrin ! F r e g o l i a. Sebensminel in SchSneberg. Bis-mm 26. April findet W SchZn-. Sera-Frie�ena« Boranmelduna statt für 25- Gr. Nährmittel und. Packchen Ponille-Saveei pnloer aus Abschniit 2 der neuen Kron-i'-ilrner'Lebens- mittelkarte; Bezirk XI. Die Abgabe der Marken durch aie Händler iindci .im Mittwoch, den-27. Atnil, und zwar für Schönekicra-m-.immer l24 des Schäneberger Neuen Ralhaulcs und lür Friedenau im-timmer 23 des Ziicdenauer Rathauses statt. Ausgegeben werden in der nachiien Aoiiie: fcOO G-amin amerlkaniichcs Weizenmebi aus Abichnitt 1 und als Sonder- uerkimtjg 600 ttttamm fflroübtot oder Kleingebäck au, Abschnitt 4 der Klog Berliner LcbenSmiltellarte, Bezirk XL Oewerkßhastsbewegung wer zerstört öle Gewerkschaften! Unter dieser Ueberschrift polemisierte die„Rote Fahne" am tt Bprll gegen unseren Artikel„Herr Malzahn revolutioniert" vom 2V. April. Die recht zahm« Erwiderung schließt abermals mit«r Versicherung, daß die Kommunisten„solange es irgend m igt ich ist" alles tun werden,„um die Spaltung zu verhindern". »Der Bergarbeiter", das Organ des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands für das Saarrevier, die Pfalz und die angrenzenden Bergbaubezirte wird in seiner Nummer vom 39. April beweisen, daß i« Saargebiet bereits die Spaltung der Gewerkschaften durch die Kommunisten vollzogen ist. Das Blatt druckt «ine Mitgliedskarte ab. die am Kopf die Bezeichnung„Kommunistische Zadustrle- und Gewerkschaftszeatrale Saargebiet" und das bekannt« Sawjetabzeichen führt. Die Rückseite dieser Mitgliedskarte enthält »V« rhaltungsmaßregeln für kommunistische Ge- «ertschaftler". Sie besagen, daß seder kommunistische Gewerk- schaftler Fraktionsmitglied sein muß, daß die Wirtschaftsfragen heut« keit Platz gegriffen hat. Es schreit zu« Himmel, wie diese un- l noch die Trennung kommen? Nein, Parteigenossen, und abermals nein! Dazu kSnnen und dürfen wir unter keinen Umständen die Hand bieten." Das sagen nicht die„Verräter" Dißmann, Brunncr und Paeplow, das sagen Kommunisten! Und was wird die„Rote Fahne" sogen?_ „Und führe und nicht in Bersuchnng.... Ein Freund unseres Blattes, Fabrikant in einer Kleinstadt, lieh uns dieser Tage ein Schreiben zugehen, daß uns wert erscheint, in seinem vollen Wortlaut abgedruckt zu werden. Es hat folgenden Wortlaut: In Ihrer„Vorwärts"-Abendausgabe omn 19. d. M. bringen Sie unter der Ueberschrift„Ein menschenfreundlicher Gutsbesitzer" einen Artikel über die Notlage der landwirt- schaftlichen Beamten. Wieviel größer aber ist die Notlage der kaufmännischen Angestellten in den Kleinstädten. Hier bei uns zahlen die.�Herren" Chefs Ihren männlichen Angestell- ten— im Alter bis 20 Jahren— 80 bis höchstens 125 M. monatlich. Sie können stch nicht vorstellen, wie unter diesem Stehkragen- Proletariat die Verelendung und damit die Unehrlich- zu rein po l i t i s ch e n geworden sind und daß wegen der ver- schieben«» politischen Meinungen„die Bildung von Fraktionen inner- halb der Betriebsausschüsse, Organisationen usw." notwendig ist. Di« Bestimmungen 3 und 4 haben folgenden Wortlaut: glücklichen jungen Leute zum Diebstahl verleitet werden. Ein jun- Kurs der Aktien nach erfolgter Emission auf rund 330, wovon M« Ationöre rund 110(bei einigen Werken 107, bei anderen 112) eing«. zahlt haben. Es bleibt also mindestens ein Kurs von 220 al« Ueberwert über die Einzahlung. Mit anderen Worten: An den neu ausgegebenen Anilinaktionen oerdienen die Aktionäre eine volle Milliarde Papiermark. Da, wie berichtet, die Ka- pitalaufnahme auch produktiven Zwecken dient, ist aber ein erhöhter Ertrag zu erwarten, so daß das unversteuerte Geschenk des Anilin- konzerns an seine Aktionäre noch viel größer ist. So wird vorgesorgt, daß die Dividenden der chemischen Groß- > industris, die für das letzte Geschäftsjahr bei vier Aktien- gefellschaften und bei der Cassella von 18 auf 20 Prozent, bei 6en Griesheim-Elektro-Werken von 12 auf 10 Prozent. bei den Chemischen Fabriken Weiler ter Meer von 12 auf IS Proz. erhöht werden, nicht ins Uferlose steigen, ohne daß dabei die Aktionäre Schoden leiden. Die Zinsen für die unnützen Kapitalous- nahmen zahlen die Verbraucher in erhöhten Preisen. Das Beispiel des Niesenkonzerns zeigt die Begleiterscheinungen der Kapitalver» Wässerung, die heute allgemein üblich ist, mit besonderer Eindring» lichkeit. Es beweist auch, daß die Redensart der Gotheine von der 1 angeblichen Vernichtung des Kapitals durch die bisherigen Besitz- wen_____ �________,_______ ger Eisenhändler. 23 Jahre alt, der 12S M. monatlich bezieh:, sagte l steuern in das Reich der Phantasie gehört. mit tränenden Auges, daß er jedem unbemittelten Lehrling abraten würde, Kaufmann zu lernen, da er unmöglich ehrlich blei- den kann. Ich könnte Ihnen Fälle schildern, worüber Sie ein 3. Die einzelnen Berufsgruppen wählen ihren örtlichen(5ra,jen überkäme. Wie soll die alt? Ehrlichkeit wieder Platz greifen. «ruppenobmann. D-- verichmdenen � Gruppenobmanner � unerfahrenen jungen Leute, die täglich mit Geld und * fwift£'otTnmen v n t n. un� ma� n, Waren zu tun haben, buchstäblich hungern und sich kaum « Di� �n-�nen O�-�ent�olen lind ,u Unter.'etn£rt neuen � kaufen können, und wieviel größer ist dos Elend . j. Pa. ,I,L tf JLv ft„„V?.» n i r n?. w dieser Proleten gegenüber dem der landwirtschaftlichen Beamteu. Diese imö AU ClTt€r j)QliptA>»„, die Herren Kaufleute kein« Zeit zu haben nachzudenken. Es ist en.. „ MM«l gibt,»w M &X ÄÄÄX � nS ViÄ„nS in i n».Wto jÄ ,ta.T b?» Devisen für Import und Reparation. Der finanzpolitische Aus- schuß des vorläufigen Reichswirtschaftsrates beschäftigte sich in seiner Sitzung am 22. April mit der Beschaffung von Devisen für den Import und für die Reparationszahlungen. Die Verhandlungen wurden jedoch für vertraulich erklärt. Theater See Woche. Vom 24. Zlvril bis 1. Mai. i werfen ihn einfach auf die Straße, und aus diesem Grunde kennt ! die große Masse, die noch auf Anständigkeit, d. h. anständige Bezah- nisten gegründet, auf die sich die Unterbezirkszcntralen und die Hauptzentral« aufbaut. Wir find begierig darauf, wie die„Rote Fahne diese offen zutage tretende Zersplitterung der Gewerkschaften nennen wird. Wir trauen ihr schon zu, daß sie bedenkenlos jede Zerfplitterungsabsicht abstreiten wird. Für diesen Fall empfehlen «ir ihr da» genaueste Studium der nachstehenden Erklärung, die einige kommunistische Gewerkschaftsange st ellte ab- gegeben haben und die folgenden Wortlaut hat: Erklärung: Unterzeichnet« Mitglieder der DKP. verurtellen mit Cnt- schiedenheit dieZersplitterungsaktion.dievonKom- munisten im Saargebiet in die Wege geleitet Wir haben dieser Schilderung nur die Bemerkung anzuhängen. daß es tatsächlich e i n Mittel gibt, diese grauenhaften Verhältnisse zu ändern: Eintritt aller Arbeitenden in die freien Gewerkschaften! wird. Die Bildung einer kommunistischen Industrie- und Ge- werkschastszentrale im Saargebiet bedeutet die Vlldung einer be- sonderen Organisation im Rahmen der bestehenden. Die Folge viese» Vorgehens ist Zersplitterung und Schwächung der freien Ge> ge«tr«l»er»a»d tet Echohm»»«. Moni-« 6 Mir««rsammwng der■ ßmitferinnnt der Hau», und ffNzschudindustrie Köpeniaer Sir. 127». i iung: Dte Neuregelung de» Atlordtarife». und � Ordnung:: Zwicker Tage»- Wivtfdyaft Das Milliardengeschenk des Anilinkonzerns. Die Vorschläge der einzelnen Werk« des Anilinkonzerns zur Er- höhimg ihres Aktienkapitals liegen nunmehr vor. Die fünf Aktien- __________________ � gefellschaften, die der Interessengemeinschaft angehören, werden werkschaften. Wer diesen Schritt mitmacht, ist nicht Kommunist, � Kapitalerhöhungen von insgesamt 531,02 auf sondern Helfer der Kapitalisten. jl5L7.32Millionen M ar k'ihren Generalversammlungen vor- Wir warnen unsere Parteigenossen, sich zu dieser Zersplitterung schlagen. Dazu kommt noch die Gesellschaft m. b. H. Cassella u. Co.. mißbrauchen zu lassen und ersuchen diese, mit uns gemeinsam diesen � die ihre Stammanteile um 63 aus 153 Millionen erhöhen will. Versuchen, die zur Z e r st ö r u n g d e r f r e i e n G e w e r k s ch a f-! Das sind die H ö ch st b e t r ä g e. um die die Kapitaloermehrung ten führen wurde, mit allen Mitteln und überall entgegenzn-.....-- wirken. Peter M i ch e l y. Johann Hölzer. Jakob Frank. In der Begründung sagen die drei Genannten u. a.:,...,___ „Will man vielleicht sagen, dies fei keine Zersplitterung? die.em Vetrag« geben. Wr glauben nicht, daß ein ehrlicher Kommunist dies behaupten Wir haben kürzlich darauf hingewiesen(Nummer 160 des will-' Betrachtet euch die„Mitgliedskarten", welche von der„In-„Vorwärts"), daß die Kapital erhöhung eigentlich eine Ka- dustrie- und Gewerkschaftszentrals" an die Mitglieder der Fraktio- pitalverwöfserung ist, die den Aktionären große Ge- winne bringt. Heute, wo die Angaben über die Kurse, zu denen die Ausgab« der neuen Werte erfolgen soll, und über den Umfang der Kapitalverwässerung vorliegen, läßt sich ein . erfolgen soll. Es ist also möglich, daß«in Teil des Kapitals erst später, wenn e» gebraucht wird, aufgenommen wird. Die Ver Vi>lk»bLhiu: 24.. 27., 29. u 1. 5. Da» Postamt. NamSdie der Irrung«»» Wallenstein» Tod. 29. Da» Säthchen von Heilbronn. 28. u. SO. Antigone. — OpcruSam: 24. Götterdämmerung. 25. Maskenball. 26. Versiegelt. Legende. 27. Die Gezeichneten. 28. Carmen. 29. Ariadne auf Zia�as. SO. Legende. Tyll Eulenspiegel. Silhouetten. 1. 5. Mignon.— Schaus 24. Richard III. 25. Slcrnt. 28. Richard III. 27. Peer Gynt. 28. Torquato Tassa. 29. Die Journalisten. 30. Kronprinz. X. 5. Torquato Tasso.— Grobes Schauspielhaus: 24.— 26., 29. u. 30. Ein Sammernachtstraum. 27. u. 28. Der Kaufmann von Venedig. 1. 5. Danton.— Deutsche« Theater: 24., 26., 27. u. 29. Cäsar und Kleapatra. 25. lt. 30. Faust I. 28. und L 5. Woyzcck.— Kammer spiele: 24. n. 28. Frühling» Erwachen. 25., 27. u. 29. Der König der dunklen Kammer. 26. Die deutschen Kleinstädter. 30. Er ist an allem schuld. 1. 5. Die Büchse der? munisten zu verhindern haben. Ist es nicht schon traurig genug, daß man unter Arbeitern in öffentlichen Versammlungen über theo- «tische und taktische Fragen sich die Köpfe zerschlägt zum Gaudium de» Unternehmertums und all unserer Gegner? Soll jetzt auch waltungen lassen sich ab« die Ermächtigung einer Kapi.alerhöhung � � �6.1™. l'Ä* Ä haus: 24. Der Waffenschmied. 1. 3. Hoffmanns Erzählungen.— stiller. Thcoter: 24. u. l. 5. Der Meineidbauer. 30. Der Raub der Sabinerinnen. — DestsGe« KLnstler-Theater: Pngmalian.— Komödieubau»: 24. u. 1. 5. Di« Sack« mit Lola.— Berliner Tbeatcr: 24. u. 1. 5. Der letzte Walzer.— Triausn-Theater: 24. Kammermusik.— Residenz-Theater: 24. Lady Winber- were» Fäcker.— Zeutral-Tbeater: 24. Deserteure.— Friedrich-Wilhelmstädti- s8>e, Theater: 24. Hans Huckcbcin.- Tbolia-Theater: 24. Die«inapuppe.— Th:«ter am SOollcnborf rlc ji: 24. Wenn Liehe erwacht. 26. Der Vetter au» Dingsda. 27., 2«. u. 30. Hannelc, Himmelfahrt.— Theater des Westen»: 24. Die Frau im Hermelin.— Klein-» Tdeater: 24. Casanova» Sohn.— flafroo. Theater: 24. Höllenqualen.— Luisen. Theater: l. 5. Zwerg Nase.— Neue» Volt». Theater: 24. Jugend. 1. 5, Jugendfreunde.__ der Kapitalverwässerung genaueres Bild von der Größe desGeschenkes geben, das die Aktiv- nä« mit den neuen Aktien erhalten. Der Durchschnittskurs der___________ Anttinaktien on der Böi-s« betrögt«� 410 Proz Unt� der Vor- j ss�rio�'ä�Scdoi''®. nr'b'.'6.'.'nsetün. aussetzung, daß sich der Ertrag der Werk« Nicht erhöht, stellt stch der sSria-puGdruckerei» Verlaa4anlia!, Soul Tinaer u So ücrii.) giudi neues SeWl von vollkommenster Rewheit des Teint» durch meine feit 30 Iahren berühmte „StQältat", we'che infolge unau'ciUIigen Haulwechsel« dieGestchteeberhaut erneuerl und von allen Sautunreinig. teilen des eU. Aerzilich empfohlen. M 30.—. Otto Reichet, Berlin 43 »»-« Eisenbahnstratz« 4 Hottmöbel fcutf&i& amvrraeilfafrestsn dlceti öeirn Jtecsteäes /t.Xesfdcus. WGStetäztizn füx feine Korbrnöbel Thsispccc/AP Meuköiin 1739 Au&stelCung und Verkauf nut //euAöUn. Aixengcribecsitaase 20. Blei Zinn kauft TS« Metall- Abfälle Rflckstlnde Ruhebetlea 200 Mk. gut« Berarbeit., lein Papierde, virnlit, ßleulcötln. A»z,ngrnb«rstrab« 2 Tel.: Neukölln 13M. Alte Kfite werden am neu umgepreht. DamenhUte umpressen 15,- M Spar, licrren&ate„ 18,—, l. Krüger»SAAÄ. am Vahnhoi Kermannstratze. orbmö bei �?ri modern und dauerhaft, zu den billigsten Preisen ad Sabril-«et» Lad»»- H. Kaese, Neukölln Glühlampen Halbwattlampe« und fOiall.«lekiro ZnstaN.. Malaria! kauft 8cdrSi!ör. '_ FabrUged, III. DezlWaiwaae». Tafelwagen. «ewichle liefert ad Vorrat. Saaner CÖvenickerstratze 74. �l.omdsn!-llRll8>» z n.0ra«l,l.e>pr. Sir. 7511 L — BSCbait Beleibanr£ s e» DUkreu Reellste m S T aelegenhelu.~ D />l\ kiufe, Utaren, k- 8 Brillanten, 5 � SehmucksaeheB. i 10—58°/, unter Ladenpr JJ Jeder Bezieher des Konuneraars zum Betriebs- rätegesetz von Dr. Oeorg Fiatow braucht| auch den soeben erschienenen Kommentar ga dmr Virordauag befrei fead Maßaabmen gezeoüber Betrlebsabbrüchen und Stillegungen nebst der Vnenlbebrlicb fOr Betriebsräte, Gewerksch aktier. Behörden Arbeitgeber u. Arbeitnehmer. Preis ILO Mark und 20% Teuerungszuschlag BUCHHANDLUNG VORWÄRTS Berlin SW 68, Lindenstraße 2 A. Iden& Lange Charloltenburg, Wallstr. 30 Tel Wilhelm 6049 •Jui.- Au lellzahlung.oj.Uaiam. Kronen IHM. Plomb. /3nnP ii,n' 5.—• Zah ziehen m.Emspr. höchst schmerz- LUIMIUi Tan und Umarb. schlechtsitz. Gebisse. Rep sof. Zahnarr Wolf. Potsdamer Str. 55. Hochb Snrechr. 0-7. ICorsette aus ia Stoffen und in allen Preislagen empfiehlt Korsett-Fabrik Richard NeckK t. Geschäft: Berlin-KajlBhoret. Treskow-AUeo 83 2. Geschäft; B.-Lichtenborg, Nene Bahnhofstr. 36 3. Geseiiält; Berlin, Kommanöanteiistr. 23 Bcke Alte JakobstraBe NmhöfSnerMGM VepSvteb ludrvig ßeoasntr TÜecUfcbsUr.öO na/üPA SpeCeScbfofzUnmer Küdffen fleonWan Sie meine CnaMSIrm u ftataa 124 Bz En eta l- Bettstellen Kindcrwa(co< Ruhe- und Polstcrbetten, sämtliche Reparaturen an Sport- und Kinderwagen werden schnellstens ausgeführt Schäfer, Neuhöllo, HermaiinslFaSE 33 '�5�*" Hil.e liausnurnmer beachten' ich liefere in Qualität and Preis einzig dastehend| fugenlose Trauringg BcrUacr Straft« 89, Qv«rscb- parterre. garantiert für guten Sitz und Verarbeitung! Großes Stofflager Max Motel, HJTÄÄ"Ä Hamen- Tuche, Foule, Velours de latne, „Neuheiten" für Kleider und Kostüme Mir»o.-. loa 450.-. 200.- m. Rur langiähriae Berbindunge» mit aftdewährien Fadritanten bürgen Istr preiswerte gute Quaiftiiteii. Gegr.>893. T'nvll-l-nzxvr Gegr. 1893. Koch Ä Seeland bin Spezialgeschäft für Tfauringe Solzkowskystr.ia empfiehlt sich allen Brautleuten Preisliste kostenlos 19*. i 95 m o" an. CftM DuK.Tfauriiig A Trauring gest. Traariag�.. Garantie sehein (Or gesetzt Goldgehalt Man vergleiche Oewichi und Piejs mit den Preisen der Konkurrenz Gold-, Silber-, Platmbrncb Viele Slnttfennungm und Danstchreiben. Oerlfnii