Nr. 263. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Biertels jährlich. 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Bfg. Post- Abonnement: 8,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Bettungs: Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle ober beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonna und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Bernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 10. November 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Nochmals der Parteitag. Unser Artikel über den Parteitag hat der gegnerischen Presse durchaus nicht gefallen, was er auch nicht sollte. Sie hat an diesem und an jenem Punkte gemäkelt, jedoch wenn auch der Born die geistigen Fähigkeiten wecken soll, so gilt dies doch nicht vom Aerger, und die Einwendungen sind im Durchschnitt so albern, daß wir mit ihrer Berücksichtigung nur unseren Raum verschwenden und unsere Leser nur um ihre Zeit bringen würden. Blos einen einzigen Artikel haben wir gefunden, der eine Ausnahme macht und den wir daher, um ganz ehrlich ( fair) zu sein, unverkürzt dem Wortlaute nach mittheilen. Er befindet sich in der„ Kölnischen Volks- Zeitung" und lautet: oren " " " " " = zeichnet wir folgen immer dem Bericht des Vorwärts"- die Ergänzung und Erläuterung dieses Programms auf dem , daß die Worte v. Bollmar's und Grillenberger's so lebhaften letzten Kongreß in Nantes die ausdrückliche Billigung von Beifall finden konnten"? Friedrich Engels, bekanntlich Testaments- Bollstrecker von Am schärfsten ist die ,, Mauserung" bei der Agrar Frage Karl Mary, gefunden habe. zu Tage getreten, und gerade hier kann der Mauserungsprozeß von Zunächst wird man die Thätigkeit der neuen Agrar. weittragenden Folgen sein. Wir haben bereits hervorgehoben, daß Kommission abzuwarten haben, die nach Vollmar's Vorschlag die von den Referenten Echoenlant und Vollmar dem Kongreß aus drei Abtheilungen( für den Groß- und Mittelbetrieb und vorgeschlagene und von diesem angenommene Resolution ganz das Parzellen- Bauernthum) bestehen und sogar das Recht haben possibilistisch ist und bereits Anklänge an das Landprogramm der foll, geeignete Personen vorzuladen. Die Geldfrage müsse in den französischen Marxisten enthält. Nicht mehr die Umwandlung Hintergrund treten, denn die Ausgaben würden mit Wucherzinsen des Grund und Bodens in Gemeindebesitz wurde in den Vorder- rentiren. Herr v. Vollmar bezweifelt nicht mit Unrecht, daß die grund gestellt, sondern der Bauernschutz oder der Bauern Arbeiten der Studienkommission bis zum nächsten Parteitag, der fang", um mit Bebel zu reden. Wie ein rother Faden zog sich bekanntlich alljährlich stattfindet, beendet sein würden, und wir glauben Die Furcht vor der Bauern- Verscheuchung" durch die ganzen fogar, daß die Meinungen über den Nutzen der Kommission_innerDer eigentliche Land Proletarier", der halb der Partei getheilt sein werden, zumal in derselben die Oppor Berhandlungen. Landarbeiter, trat in den Hintergrund, so so daß felbft tunisten überwiegen. Immerhin verdient diese Kommission forg der Vorwärts" meint: Dem proletarischen Charakter fältige Aufmerksamkeit. Es ist kaum daran zu zweifeln, daß die Der Vorwärts", ber sozialdemokratische der Bewegung auf dem Lande hätte vielleicht mehr Aufmerk- Vorschläge dieser Kommission auf ein Landprogramm hinauslaufen, Parteitag und die Agrarfrage. famfeit geschenkt werden sollen. Der Landarbeiter ist für uns das dem der französischen Genossen mindestens in der Grundtendenz Die Ereigniffe der letzten Tage haben zwar das Jnteresse an mindestens von gleicher Wichtigkeit wie der Bauer". Der Vor- sehr ähnlich sein wird. Auch von den deutschen Sozialdemokraten den Vorgängen auf dem sozialdemokratischen Parteitag start in wärts" meint freilich, diese Lücke wäre sicher ausgefüllt worden, dürften wir demnächst den Bauern, die ihr Land selbst bebauen, den Hintergrund gedrängt; aber dennoch scheint es uns geboten, wenn der Schluß der Debatte nicht nach wenigen Stunden nach französischem Muster verkünden hören:„ behaltet Euer Eigennoch auf einige Punkte, die künftig eine Rolle spielen dürften, hätte erfolgen müssen, so daß außer den Referenten und den thun, vererbt es Guern Kindern, Euer Eigenthum ist heilig!" Gilt sowie auf die eigenartige Beurtheilung des Parteitages Antragstellern fast niemand mehr zu Wort gekommen sei. Aber es doch, die Männer mit den nägelbeschlagenen Schuhen" wenn neutralisiren. durch den Vorwärts" zurückzukommen. Der Vorwärts" würde man wohl Bebel und Liebknecht, wenn sie zu dieser auch nicht ganz zu gewinnen, so doch zu liebt bekanntlich große Worte und fühne Behauptungen. wichtigen Frage hätten sprechen wollen, das Wort abgeschnitten Dant Schoenlant, daß Du uns dies Wort gelehrt! Dant anch Er meint 8. B., der bayerische Zwischenfall" haben? dem Schloßherrn vom Walchensee, Herrn von Vollmar, für den sei durch den akt ben Zakt und gefunden Sinn der Kongreß- Nach der vom Rongreß angenommenen Agrar- Resolution Ausspruch: Ohne die Bauern zu Freunden zu haben, oder mehrheit so gründlich aus der Welt geschafft, daß auch nicht ein müsse jetzt die Nothlage der Bauern und Landarbeiter durch eine wenigstens nicht zu Feinden, wäre jeder Erfolg einer proletaris Tröpfchen von Bitterniß hüben und drüben zurückgeblieben" fei.gründliche Reformthätigkeit" gelindert werden. schen Minderheits- Revolution schwer zu erringen und durchaus Auch mit der Mauserung" sei es nichts. Die angeblich neue Die nächste Aufgabe der Partei sei es, ein besonderes agrar illusorisch!" Tattit v. Vollmar's sei von der Partei bereits allgemein adoptirt politisches Programm aufzustellen, das die dem Bauern wie dem Durch Annahme der Schoenlant Bollmar'schen Agrar gewesen, ehe v. Vollmar in die Partei eintrat. Landarbeiter besonders nühlichen nächsten Forderungen des Resolution ist der Thätigkeit der Partei auf diesem Gebiete ,, eine Richtschnur und ein Aber wozu denn die große Redeschlacht zwischen v. Voll- Erfurter Programms in einer dem Verständniß der ländlichen um mit dem Vorwärts" zu reden mar und Bebel in Erjurt? Wie kommt es dann, daß Bebel Bevölkerung angemessenen Darstellung Land- praktisches Ziel vorbereitender Arbeit angewiesen"; mit anderen in Frankfurt seine Rede gegen die Taktik der Bayern mit den leuten müssen wir„ Fraktur" reden, meinte der Abg. Schoenlant Worten: die Mauserung" kann beginnen. In der Partei fehlt Worten schloß: Genossen! Laßt nicht die Opportunität, nicht erläutere und ergänze. Ein besonderer Agrarausschuß habe es freilich nicht an Stimmen, welche bezweifeln, daß der Bauer die Zwedmäßigkeit, laßt das Prinzip siegen. Nehmt unseren dem nächsten Parteitage seine Vorschläge zu unterbreiten. Wes- jemals für die Sozialdemokratie zu gewinnen sei. Der schon Antrag an."? Wer soll da dem Vorwärts" glauben, halb diese Bemühungen? glauben, halb diese Bemühungen? Um zu verhüten," meinte der Abg. genannte Abgeordnete Schulze( Königsberg) meinte 3. B. in der Bauer werde dem Industrie Arbeiter wenn er weiter schreibt:„ Auf dem Parteitage selbst Schoenlant, daß die nägelbeschlagenen Schuhe der Bauern und Frankfurt, man ihm auch herrschte allgemeine Befriedigung über den Verlauf, ihrer Söhne sich gegen uns wenden. Wir müssen fie neu- immer feindlich gegenüber stehen, wenn und aus der Parteipreffe ist zu ersehen, daß diese Befriedigung tralisiren(!), pacifiren." Herr v. Vollmar fügte ergänzend die Aufrechterhaltung seines Eigenthums verspreche. Aehnlich von der Maffe der Parteimitglieder getheilt wird. Desto unzu- hinzu, der Bauer begnüge sich nicht mit negativer Kritit, er denken wohl noch viele norddeutsche Sozialdemokraten, die den friedener sind die Gegner, deren Hoffnungen wieder ein Mal zu wolle Besserung schon in der Gegenwart; er verlange schon vom Hauptwerth auf die Gewinnung der Landarbeiter leger nichte geworden sind." heutigen Staat Schuh. Aber sie werden sich, nachdem Engels gesprochen, wohl Worte, nichts als Worte. Schreibt doch selbst der auf Der bayerische Sozialistenführer hielt auch gleich eine Vor- fügen müssen. Und so werden wir wohl nächstens dic fozialdemokratischem Boden stehende schweizerische Grütlianer: lesung darüber, wie auf dem Lande die Agitationsflöte zu spielen fozialdemokratischen Landagitatoren eine ganz neue Botschaft Die Schärfe und Einhelligkeit, mit welcher v. Vollmar, Grillen- sei. Erst die alten Agitationshefte verbrennen und auf verkünden hören: das Recht auf Land und den Bauernschus. berger, Dertel( Nürnberg) und Joest( Mainz) die Anträge der Partei- die Eigenart der Bauern eingehen, nicht schablonisiren, Die Bauern werden aber voraussichtlich den Gesang dieser Rothleitung bekämpften, darf von dieser selbst nicht unbeachtet bleiben. feinen städtischen Hochmuth zur Schau tragen. Vor allem tehlchen zu würdigen wissen. Sie fennen die Weise, sie kennen ta Sie wird gut thun, den Anschauungen der verschiedenen Gegenden müsse man die Religion aus dem Spiele lassen. Weg mit Text und auch die Beweggründe der Verfasser. Rechnung zu tragen und die Taktit nicht allzu einheitlich zu geftalten. Die historische Entwickelung ist mächtiger als alle Parteilehren zufammen." Und hat nicht der Abg. SchulteKönigsberg in Frankfurt es als ganz besonders traurig" be" " Feuilleton. mit den Man " So die„ Kölnische Volkszeitung". • jeder albernen Pfaffenfresserei und Kulturpauterei". müsse es ähnlich machen, wie die französischen Genossen, Bei der„ Redeschlacht zwischen Vollmar und Bebel" die mit ihrem Landprogramm auf dem Lande die mächtigsten Erfolge erzielt hätten. Dabei theilte Herr v. Vollmar mit, daß wollen wir uns nicht aufhalten. Daß Mitglieder einer Erinnerungen eines Kommunarden. irgendwo eine ſchüßende Ecke finden werden, in einer Biertel. ( Schluß.) Doktor. Einsteigen, einsteigen, meine Kinder," mahnte der bei diesem Unwetter sein Häuschen nicht verläßt. Gehen goß fortwährend in Strömen, doch die Gedanken, welche Sie mit Ihrer Frau hinter dem Wagen her; wenn wir erst uns beschäftigten, ließen uns das Unwetter nicht achten, 34 draußen find, erwarten Sie mich hier in der Nähe, wo Sie traurig und schweigend standen wir da. Der Wagen, welcher plötzlich zurückkehrte und kurz stunde hole vor uns anhielt, riß uns aus unseren Betrachtungen in Aus dem Französischen von Jakob Audorf. In einen dunkeln Regenmantel gehüllt, den Kopf mit die Wirklichkeit zurück. einem kleinen braunen Filzhute bedeckt, dessen dichter Schleier Die Thür des Schlafzimmers öffnete sich und der ihr Gesicht verbarg, einen Regenschirm in der Hand und Dottor trat heraus, das Zimmer vorsichtig wieder hinter eine kleine Reisetasche umgehängt- so vollständig zur sich schließend. Reise gerüstet, gab Sylvia mir ihren Arm, der Doktor stieg Jacques," wendete er fich ruhig an mich, gehen Sie in den Wagen, Antoine auf den Bock und im Schritt lenkte hinunter, halten Sie Rosat", der sonst nichts fürchtet, er Rosak dem Ausgange zu. Der Wagen war bereits auf der Straße und als wir jedoch scheuen tönnte, vor dem Blitz oder Donner. Sagen Sie Antoine, daß er herauskomme." die Pforte überschreiten wollten, erschien die Frau des Portiers am Fenster und begehrte gähnend zu wissen, wer zu dieser Zeit das Haus verlasse. Jch ging hinaus und fand Antoine, welcher den Wagen unter die dichten Rastanienbäume am Fuße der Treppe gefahren hatte. Er übergab mir die Zügel des Pferdes und Ich bin es," erwiderte Sylvia. Ich gehe mit meinem ging schnell ins Haus. Der Gewitterregen rauschte in Cousin, um bei meiner Tante, welche sehr trant ist, diese dichten Strömen herab. Kein Stern am Himmel und die Nacht zu wachen." dichte Finsterniß nur hie und da von einem grellen Blize durchzuckt. D, mein Gott! Nun, da gehen Sie, gute Nacht, Die Fensterscheibe wurde geschlossen und wir waren Madame!" " Nach Verlauf von fünf Minuten zeigte mir das Aufleuchten eines Bliges oben auf der Treppe Antoine, welcher draußen. mit einem dunkeln Körper beladen dieselbe Stufe um Der Doktor hatte den Wagen halten lassen, beugte Stufe herabftieg. Beim Wagen angelangt öffnete er sich zu uns aus demselben und winkte uns, zu ihm zu den Schlag und legte seine Laft auf den Rücksitz nieder. tommen: Ich sah zu gleicher Zeit, wie das Licht im Hause erlosch, Das Pferd geht im Schritt bis zur ersten Allee, wie die Thüren geschlossen wurden. Der Doktor erschien folgen Sie, erwarten Sie mich da, in zehn Minuten bin mit Sylvia, welche, im Reisekleide sich auf seinen Arm stüßte. ich zurück und wir fahren dann im scharfen Trabe nach „ Lieber Freund," sprach er mit gedämpfter Stimme zu Villeneuve- Saint- Georges. mir, als er jo nahe war, daß wir uns in der Dunkelheit Der Wagen fuhr schnell davon und ließ uns in einer berührten, es ist noch nicht elf Uhr, das Gitter ist noch einsamen Allee zurück. Ich fühlte, wie der Arm Sylvia's, geöffnet und es ist mehr als wahrscheinlich, daß der Concierge welchen ich zärtlich an mich drückte, zitterte. Der Regen Wir stiegen, ohne ein Wort weiter zu verlieren, ein, der Wagen wurde geschlossen und Kosat schloß wie der Blizz durch den Regen mit uns davon. " " Sigen Sie bequem?" frug der Doktor in seinem gutmüthigen Tone. Sind Sie sehr naß geworden? Machen Sie es sich so bequem wie möglich, theure Frau Sylvia" Wir befinden uns wohl, recht wohl, lieber, guter Doktor!" sprach Sylvia und drückte ihm bewegt die Hand. Gut, gut! Im Leben, meine Kinder, muß man nur vor sich blicken, nie zurück. Ueberdies bin ich für die Theorie der vollzogenen Thatsachen, vor Allem, wenn diese nicht wieder rückgängig gemacht werden können. Das, was ist das ist! Daran ist nichts zu ändern. Damit wir jedoch ein für allemal die Sache unter uns erledigen und nicht nöthig haben später darauf zurückzukommen, will ich Ihnen mittheilen, was soeben geschehen. Nachdem ich mich überzeugte, daß der Mann wirklich todt fei, untersuchte ich seine Brieftasche. Unter anderen nichts bedeutenden Papieren fand ich das von mir geschriebene und unterzeichnete Schriftstück, welches bescheinigte, daß ein gewisser Jacques Meylan in der Kaserne Lobau füfilirt wurde. Auch von Ihnen, Madame, fand ich ein Billet. Mein Schreiben habe ich in der Brieftasche gelassen; Ihres jedoch habe ich vernichtet." und derselben Partei einander so rückhaltlos kritisiren mit dieser Frage beschäftigten, und die sie in einzelnen Interimskanzler einsam in seinem Reichskanzleramt throne. tönnen, das ist für Parteien, welche die Kritik nach Junen Theilen viel gründlicher behandelt haben, als es auf dem müssen. nicht fermen und nicht dulden, einfach unverständlich. Frankfurter Kongreß anging. Die Vossische Zeitung" philosophirt über„ Die Unt Falsch ist es, daß es sich in der Bayernschlacht" um ein Und endlich die zwei Aussprüche Schoenlant's und sicherheit der Regierung" und wehklagt: Prinzip gehandelt habe, und wenn auch das Wort Vollmar's, die der Kölnischen Volkszeitung" so imponirt Unter dem neuen Kurs brauchen sich die Minister rasch ab. zehnmal gefallen ist. Das sozialdemokratische haben, finden sich schon in einem Briefe Liebknecht's vom Und wenn sie von der Bürde des Amtes befreit sind, so Brinzip, welches die Anerkennung oder gar Unter- 17. Nov. 1869, in welchem es heißt: athmen sie erleichtert auf. Männer von unabhängiger Ge Stügung Ser heutigen Staats= und Gesellschaftss Wir brauchen die Bauern nicht, um eine Revolution finnung, oder die kein Verlangen tragen zu sprechen: Ich ordnung ausschließt, wird von Vollmar ebenso zu machen, aber feine Revolution fann sich hab' bier nur ein Amt und feine Meinung", die haben heute Bedenken, ein Ministerportefeuille anzunehmen, weil ihnen die wenig bestritten, wie von irgend einem andern Mit- halten, wenn die Bauern dagegen sind." Bukunft zu unsicher erscheint, als daß sie hoffen dürften, für die glied unserer Partei. Die Streitfrage war: lag in der Dieser Brief, der in dem Leipziger Hochverraths- Prozeß Durchführung ihrer Absichten in der Regierung die erforderliche Bewilligung des bayerischen Gesammtbudgets eine solche vor zweiundzwanzig Jahren eine große Rolle Beit zu gewinnen. Das Ministerium ist ein heißer Boden, den Anerkennung und Unterstützung? Indem der Kongreß mit gespielt hat, und in den Prozeßverhandlungen) die Jeder man gern verläßt und ungern betritt. Das aber ist tein Beichen Zweidrittel- Mehrheit Zweidrittel Mehrheit den Antrag auf Billigung jenes nachlesen fann auf das Eingehendste erläutert und be- von der Gesundheit unserer Zustände. Botums der bayerischen Abgeordneten verwarf, hat er gründet worden ist, sagt, und zwar in nicht mißzuver find, nur schwer überwinden können, einem Rufe in ein Es ist begreiflich, daß sich Staatsmänner, bie feine Streber gegen die bayerische Auffassung entschieden- ein Entscheid, stehender Form, genau, was die zwei von der Kölnischen Ministeramt zu folgen. Denn ihrer harri feine angenehme Aufder dadurch nicht aufgehoben ward, daß der Kongreß Volkszeitung" als ganz neue Offenbarung hingestellten gabe, und wie lange wird die Ministerschaft dauern? Man weiß ein positives Tadelsvotum ablehnte. Das Handeln des Aussprüche Echoeulant's und Vollmar's. nicht, welcher Kurs fernerhin genommen werden soll. Kongresses in dieser Frage ist also von uns durchaus Die neue Taktik ist demnach alt Und so weiter. Was Tante Voß da sagt, ist nur ein dem Eachverhalt gemäß beurtheilt worden. Und wie die Partei. schwacher Abklatsch der Wahrheit. wenn die gegnerische Presse von einem„ Sieg der Bayern über die Berliner" spricht, so bekundet sie das ziemlich so alt durch blos bösen Willen( mala fides) oder Unfähigkeit zu Politische Meberlicht. Und das nennt sich eine feste Regierung". Der Humor ist doch noch nicht ausgestorben wenigstens nicht der unfreiwillige. Die Bismard- und richtiger Auffassung der Dinge, die unsere Partei betreffen. Berlin, den 9. November. Und nun zur Landfrage. Zwei Punkte sind es, Der allerneueste Kurs. Freiherr v. HammersteinLiterarische Schnellarbeit. in denen die Kölnische Bolts Zeitung" irrt, und die wir Lorten soll zum Landwirthschaftsminister außersehen sein. Caprivi Literatur gehört heute schon zu den Ladenhütern hier hervorzuheben haben, das unerhebliche bei Seite laffend. Er ist einer der blutigsten Agrarier, als großer Grund- des deutschen Buchhandels. Eifrig sind nun die Verleger Die Sozialdemokratie soll für die besitzer begeistert für Liebesgaben, Getreidezoll- Erhöhungen bei der Hand, die Begeisterung für den neuesten Reichs Landagitation auf ihr Programm verbis ins unendbare, und dabei einer der schärfsten Gegner fanzler von ihren Echriftstellern zu fördern. Allen hat zichtet und sich auf den possibilistischen des jüngst ernannten preußischen Ministers Marschall hierbei ein Verleger in Schwäbisch Hall den Rang abe Boden gestellt haben. von Bieberstein. Der allerneueste Kurs scheint fein gelaufen. Derselbe kündigt das Erscheinen einer Schrift: Demgegenüber verweisen wir auf die vom Rongreß an gerader, sondern ein nach rechts und links schwankender zu Hie Stetten, hie Hohenlohe. Wahrheit und Dichtung. Er genommene Resolution. Sie ist allerdings nicht so knapp werden. zählung aus dem 15. Jahrhundert" an. Die wenig ges schmack volle Buchhändler Reklame knüpft natürlich an die Ernennung des neuen Reichskanzlers an. Bes und scharf, wie es der Fall gewesen wäre, wenn die Tie Spuren erschrecken! sagte der Fuchs, der in die Referenten Beit gehabt hätten, sie vor dem Kongreß vor- Höhle des Löwen gehen sollte und bemerkt hatte, daß die zubereiten; aber es steht nicht ein Wort darin, das als Boffi Fußspuren vieler Thiere wohl hineinführten, doch keine Die Gile des Verlegers scheint uns begreiflich, denn bilismus, d. h. als ein Preisgeben des Prinzips aus wieder heraus. Und er ging nicht in die Löwenhöhle. sehr balde kann auch dieses Werk" zu den Ladenhütern augenblicklichen Nüglichkeitsgründen gedeutet werden könnte. Wit dem deutschen Reich stanzleramt und den dazu gehören. Wäre dem nicht so, so würde der Kongreß mit übergehörigen Aemtern ist es etwas Aehnliches, wie mit Der Bundesrath hat in der am 8. d. M. unter dem Vorsitz wältigender Mehrheit die Resolution abgelehnt haben, statt der Löwenhöhle. Die Spuren führen zwar wieder heraus, des Staatssekretärs des Innern Dr. v. Bötticher abgehaltenen fie einstimmig anzunehmen. Wahr ist und es ward von aber sie deuten auch an, daß der Ausgang kein angenehmer Plenarsizung dem Gefeßentwurf betreffend die Kontrolle des uns auch zugegeben daß die Referate über die Landfrage war. Und vestigia terrent- die Spuren erschrecken. Nie- Reichshaushalts, des Landeshaushalts von Elsaß Lothringen nicht nach allen Seiten hin erschöpfend waren und das mand hat Lust, caprivizirt zu werden. Der ehrwürdige und des Haushalts der Schuhgebiete für das Statsjahr 1894/95, fowie dem Entwurf von Ausführungs Bestimmungen au proletarische Moment nicht genügend zur Geltung brachten, Greis, welcher sich bestimmen ließ, als Nothnagel in der bem Gesetze über den Echutz der Brieftauben und den allein das mag die„ Köln. Bolts- Zeitung" mit den Refe Reichskanzlei zu dienen, wird allgemein ob seines Muthes Brieftaubenverkehr im Kriege die Zustimmung ertheilt. renten ausmachen. Und die Debatte fortzuführen, bis alle bewundert, er findet aber keine Nachfolger, die sich zu seiner nehmigt wurden die Entwürfe der Etats auf das Etatsjahr eingeschriebenen Redner an die 40- ihren Standpunkt Unterstützung in die Löwenhöhle hineinwagen. Unerhört: 1895/96 für die Verwaltung des Reichsheeres, für das Reichs. klargelegt und die Lücken der Referate ausgefüllt hätten, für die Aemter, die durch die Maßregelung des schazamt und für den allgemeinen Pensionsfonds, sowie bie hierzu fehlte dem Parteitag die Beit. Einigen Führern" vorigen Reichskanzlers frei geworden sind, finden Etatsentwürfe für die Einnahme an Zöllen, Berbrauchs ein Vorrecht vor den übrigen Rednern zu geben, wie die sich keine Liebhaber. Ministerportefeuilles werden aus Steuern 2c. und für die Einnahme an Stempelabgaben. Außer Kölnische Bolts Beitung" es naiver Weise meint, das sind geboten, wie bei einem Ausverkauf, und niemand will zu schlag wegen Befeßung einer Rathsstelle beim Reichsgericht BePraktiken, die in unserer Partei nicht praktikabel sind. greifen. Ferner soll Vollmar's attit in der LandDas ist noch nie dagewesen im deutschen Lande, im frage auf dem Parteitag den Sieg davon Land der Unterthänigkeit und des Streberthums. Und Herr Leist ist guter Dinge und führt das große Wort. getragen und den Bruch mit der bisherigen wenn nicht durch irgend einen Machtspruch von oben Frei- Einem Interviewer hat er seine Ansichten über afrikanische Schablonisirerei und Prinzipienreitereiwillige vorkommandirt werden, so wird der internationale Bustände kundgethan und die Leipziger Neuesten Nachrichten" machen sie bekannt. Die Mittheilungen sind fraglos Ein Blick in die früheren Rongreßberichte und in die*) Apropos, da wir gerade dabei sind: in diesen Prozeß echt. Aus Ton und Inhalt springt uns der ganze Assessor Parteipresse und Parteiliteratur zeigt die Falschheit dieser verhandlungen, die in der neuen, von der Vorwärts"-Buch- und Reservelieutenant Leift entgegen wie er leibt und lebt. Behauptung. Aus dem Schablonisiren ist unsere Partei seit handlung veranstalteten Ausgabe überall zu haben find ist Schneidig und unverfroren erklärt er das Weiberprügeln und Jahrzehnten heraus; und insbesondere mit bezug auf die Land- auch das bis Ende der sechziger Jahre zurückreichende An- das Hängen der Aufständischen für gerechtfertigt und behauptet agitation haben unsere Genoffen in Nord und Süd längst fangsstadium der Frage Rüdt zu studiren, die angeblich zu obendrein, daß im deutschen Schutzgebiet eine Verordnung begriffen, daß die Landfrage sich in den verschiedenen Gegenden einer Spaltung der badischen Partei geführt haben soll. Wer sich besteht, welche die Prügelstrafe empfiehlt und sogar be Deutschlands verschieden darstellt, und daß sie demgemäß in unterrichten will, findet da volle Aufklärung. Wenn unsere Gegner doch nur einmal uns wirklich andeutend mehr Schläge für zulässig erklärt. den verschiedenen Gegenden je nach den verschiedenen Verhält- fehen wollten, statt mit zugefniffenen Augen zu fannegießern, Wer ist denn nun dafür verantwortlich? Auch darüber nissen verschieden zu behandeln ist. Man lese nur die Be- sie würden nicht so viel dummes Zeug über uns schreiben und muß Aufklärung gegeben werden. richte der zahlreichen Brovinzial. Parteitage, die sich speziell reden. bewirkt haben. Sodann erzählte uns der Doktor, wohin er den Leichnam gebracht und war derselbe nach dem Bericht des " Ordnungsblattes", wie wir bereits gehört, dort auch auf gefunden worden. Um Mitternacht gelangten wir nach des Doktors Landfiz und nahmen, nachdem wir uns einige Stunden ausgeruht, von unserem Freund und Retter Abschied. " Ich laffe Ihnen Antoine hier", sprach er; Sie tönnen sich auf ihn unbedingt verlassen. Ich nehme den Zug, welcher um halb drei Uhr nach Paris abgeht, um dahin zurück zu kehren und mich für alle Vorkommnisse bereit zu halten. Sie reisen heute Abend mit dem Kourierzug nach Genf. Sind Sie damit einverstanden?" Einverstanden, würdiger Freund, und hoffentlich: Auf Wiedersehen!" erwiderte ich, dem vortrefflichen Menschen herzlich die Hände drückend. Alles ging nach Wunsch und so wie der Doktor es voraussah. Ausgenommen unser Zusammentreffen in Genf, ereignete fich auf der ganzen Reise nichts Bemerkenswerthes. Ich wendete alle Zeit und Mühe nur darauf, die düsteren Gedanken Sylvia's zu verscheuchen und ihr alles fern zu halten, was sie an das finftere Drama, welches sich wie ein dunkler Schatten auf ihr junges Leben gelegt, erinnern fonnte. Bu gleicher Zeit konnte es mir nicht entgehen, daß meine Frau von Tag zu Tag trauriger wurde und ich ahnte wohl, daß das alte gefürchtete Uebel wieder im Anzuge sei. Doch war ich weit entfernt die traurige Bedeutung desselben in Wirklichkeit zu erkennen. Diese Erkenntniß brach plötzlich in ihrer ganzen Schrecklichkeit über mich herein. Sylvia starb, starb in meinen Arnien lächelnd unter einem Kusse! Ich war während eines ganzen Jahres wahnsinnig, wahnsinnig bis zur Tobsucht, bis ich endlich eines Tages wie aus langer tiefer Bewußtlosigkeit erwachte. Kein Borgang der letzten Zeit war in meiner Erinnerung haften geblieben, als nur das Eine: Der unersetzliche Berluft, welcher mich betroffen, daß ich die verloren hatte, welche ich so unendlich geliebt, welche ich liebe und immer lieben werde! Was soll ich Ihnen noch weiter erzählen? Allein meine Kinder, welche Louise wie eine Mutter pflegt, sind es, welche mich an das Leben fesseln. Ohne sie möchte ich mich lieber mit Sylvia an der Seite unseres Vaters auf dem Friedhofe Montmartre, wo so viele Opfer der Freiheit begraben sind, einscharren lassen. Judem ich dieses lange Schreiben schließe, will ich Ihnen doch noch Nachricht über einige Personen geben, welche in das Drama meines Lebens mehr oder weniger Louise, welche ihrem Versprechen gemäß in Antwerpen verwickelt wurden. sich mit uns vereinigte, um die Reise über den Ozean mit Der brave Antoine Ravaud, welchen der Doktor auf uns anzutreten, wußte nichts von dem Ereignisse des seinen alten Theil" als Eigenthümer in eine Weinkneipe Boulevard Clichy. Sie war fröhlich wie ein Buch finte, der in Gurcine eingesetzt hatte, blieb leider der beste Kunde seinem engen Räfige entflatterte und glücklich anstatt des seines Weinvorrathes, woran er denn auch starb. herrischen Benehmens der Baronin von uns vollkommen Ebenso und fast zu gleicher Zeit beschloß auch der als eine liebe Schwester behandelt zu werden. gute" Dottor Jean Marcas seine Laufbahn. Mein Haus: Unsere Ankunft in Morne- Rouge war für die dortigen arzt Davidson brachte mir ein ärztliches Famorgan, in Arbeiter der Kolonie ein wahrer Festtag. Die Instruktionen, welchem angezeigt war, daß Doktor Jean Marcas von welche unser schmerzlich vermißter Vater hinterlassen, waren einem Schlagflusse plötzlich hinweggerafft wurde, streng befolgt worden und hatten gute Früchte getragen. Die Baronin Meylan, meine Mutter", hat sich von Die Kolonie, anstatt wie ich wohl etwas befürchtet hatte, der Welt in das Kloster zum heiligen Herzen Jesu" als in Berfall zu sein, war die blühendste Anpflanzung von Kostgängerin zurückgezogen und diesem frommen" Hause ihr Vermögen vermacht. ganz Jamaito. Jah erzähle nicht von dem wolkenlosen Leben voller Glüd, welches ich brai Jahre lang führte. Es giebt Sachen, die sich nicht erzählen lassen. Ich hatte wirklich das, wonach so viele Menschen jugen, realisirt: Ich war glücklich! Sylvia hatte mir zwei Kinder geschenkt; einen Knaben und ein Mädchen. Aurora sah mir ähnlich und Georg war das Ebenbild seiner Wutter. Diese Kinder waren die Freude von Morne- Rouge. Wie rosig lachte uns die Gegenwart und welche Gebilde von Glück hatten wir für die Zukunft dieser lieblichen Geschöpfe aufgebaut! Doch alles ist vergänglich und ein großes Glück genießt man felten ungestraft. Ich hatte seit einiger Zeit bemerkt, daß der Doktor Davidson, unser Hausarzt und Freund, Sylvia mit ängstlichen und beunruhigten Blicken beobachtete. Für uns, theurer Freund, die wir nicht an die Republiken der Mac Mahons, Thiers oder Gambetta's glauben, die wir nichts von dieser Majorität der französischen De putirtenkammer hoffen für uns giebt es nur Eins Erwarten wir unsere Zeit!" Was unsere Feinde anbetrifft, diese Männer vom Mai 1871, so wird die Geschichte in der Zukunft dasselbe von ihnen sagen, was Lammenais von ihren Vorgängern des Monats Juni im Jahre 1848 sagte: ,, Gejagt von der Berachtung, gebeugt durch die Schande, verflucht in der Gegenwart, verflucht in der Zukunft, werden sie den Verräthern aller Jahrhunderte sich anreihen, welche aule Theile des menschlichen Geschlechts bilden und als Ihr seichenseelen dahinmodern!" Es lebe die Kommune! Jacques Meylan. dem wurde über den Allerhöchsten Orts zu unterbreitenden Vor schluß gefaßt. Sonst erfahren wir aus der neuesten Leisterei wieder allerhand Neues über die Zustände in unseren Rolonien, wo der Tropenkoller augenscheinlich unter der gesammten Beamtenschaft verheerende Wirkungen anrichtet. Sagt da der Leist, nachdem er achselzuckend das Entfernen der Hüfttücher bei den zu prügelnden Negerinnen für statthaft ertlärt hat: ,, Ueberhaupt streift man unter dem Einfluß des Tropen flimas die Zimperlichkeit ab. Ich weiß, daß ein preußischer Offizier, der fiebertrant war, sich in der Hängematte herumtragen ließ und aus einem Revolver mit scharren Patronen auf Eingeborene schoß. Rein Hahn trähte der Herr wurde abberufen, nicht einmal das banach, Disziplinarverfahren wurde gegen ihn eingeleitet, weil er thatsächlich frant war; so war sein Geist durch das Klima Die Einwirkung des Tropentlimas ist nicht Berrüttet. eine Phrase, ich habe Don Europäern die brutal sten Handlungen veriten fehen, die ich damals wie auch heute noch verabscheue und nicht verstand. Wenn man sich entrüstet darüber, daß so viele Ausständische gehängt wurden, so beweist das eine Untenntniß der dortigen Berhältnisse. Wie wäre es erst uns gegangen, wenn wir den Aufstand nicht niedergeschlagen! Ich habe gesehen, wie die Schwarzen mit den Knochen des gefallenen Gravenreuth Würfel spielten!" Herr Leist scheint noch zu glauben, daß er in maßgebentden Kreisen Stimmung für sich machen kann, wenn er seine Gegnerschaft gegen die Sozialdemokratie herauskehrt. Für den Aufstand, der bekanntlich der falschen Behandlung der Dahome- Solbaten und in letter Linie der Durchpeitschung ihrer Frauen zu danken ist, sucht Herr Leift ganz unverfroren die Aufhebungen" des Negers Alfred Bell verantwortlich zu machen. Der war bekanntlich mal in Deutschland und hat da böse Dinge gelernt. Doch wir müssen den Leist selber hören: Der Kerlift, seitdem er in Deutschland gewesen, that sächlich Sozialdemokrat, er hat in Hamburg in sozialdemokratischen Versammlungen eine Rolle gespielt und weiß seit seiner Rüdfehr in Ramerun nichts Besseres zu thun, als auf die Beamten zu schimpfen. Er log den Schwarzen vor, er habe mit dem Kaifer von Deutschland gesprochen. Se. Majestät habe den Sold für die Polizeitruppe wohl bewilligt, und ich enthielte den Leuten den Sold vor. Ich wunderte mich immer, wo die gut ftilisirten Beschwerdeschriften herkamen, die mir die Schwarzen brachten, bis ich endlich erfuhr, daß Bell so eine Art Fertelstecher" abgab nnd sich damit nebenher Geld verdiente. & r war es auch, welcher mich wegen meines umganges mit Pfandweibern denunzirte, nachdem ich ihn eines Vergehens halber zwei Tage eingesperrt hatte. Das ist hübsch; nicht wahr? Die bösen Sozialdemo traten sind doch an allem schuld. Die Dahomes hätten sich ruhig alles gefallen lassen und Herr Leist könnte in aller Gemüthsruhe weiter prügeln und den anregenden Umgang mit den Pfandweibern" fortfegen, wenn da nicht ein so verfluchter Rerl" von einem Negerburschen dazwischen gekommen wäre, dessen Milch der frommen Denkungsart durch die Hamburger Sozialdemokraten in gährend Drachengift verwandelt war. Die Leute, die den Kampf für Sitte, Ordnung und Religion" gegen den Umfturz führen wollen, werden sich diese empörende, durch Leist ans Licht gezerrte Echandthat der Sozialdemokratie hoffentlich nicht entgehen Die Errichtung eines Bauernfekretariates nach| Alterthums, Athens, Spartas, Roms. Alle diese Kämpfe waren laffen, wenn es gilt, die Gründe für neue Ausnahmegesetze Art des schweizerischen Gewerbe und Arbeitersekretariates Klaffentämpfe. Seit der Auflösung der Urgesellschaft war der zusammenzuflauben. Und welches Feld fruchtbarer Thätig mit Subvention seitens des Bundes wird von dem schweize. Rampf unter den verschiedenen Klassen, woraus sich jede Gesell teit eröffnet sich in ihren Reihen nicht für den Assessor und rischen Bauernbund gefordert. Aller Voraussicht nach wird schaft zusammenfeßt, immer die große treibende Kraft des ge schichtlichen Fortschritts. Dieser Kampf wird nur mit diesen Refervelieutenant Leist selber. Das ist so der richtige Vor diesem Verlangen Rechnung getragen werden. Klaffen selbst, das heißt mit dem Siege des Sozialismus ver. kämpfer für die Ordnungsphalang. Frankreich. In ihrer gestrigen Gigung beschäftigte schwinden. Bis zu jenem Tage werden die feindlichen Klassen. Zu den Vorgängen von Fuchsmühl veröffentlicht die Kammer sich mit der Angelegenheit einiger Beamten in bas Proletariat, die Bourgeoisie, der Grundadel fortfahren, sich ber Pfarrer Ferfil in Wiesau eine Erklärung, die sich Südfrankreich, die abgesetzt wurden, weil sie seiner Beit als untereinander zu bekämpfen, was auch immer die offiziöfe italienische Preffe fagen möge. gegen die offizielle militärische Dar- Mitglieder des Generalraths des Departements der Rhone- Uebrigens besteht Italien in diesem Augenblicke dieselbe tellung richtet. Der Pfarrer erklärt darin, daß kein mündungen gegen das Anarchistengesetz protestirt hatten. Probe, die Deutschland während der zwölf Jahre der AusnahmeWiderstand mit den Werkzeugen geleistet worden sei. Die Der Deputirte Carnaud interpellirte deshalb die Regierung. gefeßgebung durchgemacht hat. Deutschland hat Bismarck be fiegt: das sozialistische Italien wird den Sieg über Crispi Leute seien der Aufforderung, die Werkzeuge wegzulegen, Es wird über den Verlauf der Sache gemeldet: nachgekommen, und erst als der Angriff erfolgte, hätten sie führte aus, biese Generalräthe hätten sich an Beschliffen beMinisterpräsident Dupuy rechtfertigte diese Maßregeln und davontragen. London, den 27. Oftober 1894. die Werkzeuge wieder aufgenommen, um damit fortzugehen. theiligt, welche gegen bas Parlament und die Regierung ge Die beiden Getödteten hätten die Aerte in der Hand gehabt, richtet gewesen wären.( Lebhafter Widerspruch auf der äußersten weil sie gehen wollten und nicht, um sich zu wehren. Mit Linken.) Dupuy erklärte darauf, er werde nächstens eine VorAuch ein Republikaner. Das neugebackene Ministe Steinen sei nicht geworfen worden. Viele hätten nicht mehr laufen lage einbringen über die Unvereinbarkeit eines Wahlamtes mit rium Sagasta in Spanien enthält auch einen Retönnen und den Soldaten zugerufen: Wir können nicht so einem befoldeten Amte. Die Kammer nahm mit 299 gegen 119 publikaner, den Kolonialminister Abarzuga. Der Bieder schnell laufen", da hätten sie einen Stich oder Stoß be Stimmen eine Tagesordnung an, in welcher die Haltung der Ste- mann hatte harte Gewissensstrupel" und konnte erst durch tommen. Eine genaue gerichtliche Obduktion der Leichen gierung gebilligt wird. seinen Freund Castelar zur Annahme bewogen werden, sei nicht erfolgt. Der Pfarrer erklärt es für unwahr, daß der ihm aus Rom die päpstliche Absolution und den Segen die Fuchsmühler um Witternacht einen Angriff auf das Crispi's weiland auch Republikaners mitbrachte. Schloß hätten machen wollen. Der Briefträger habe eine Schöne Gesellschaft! Trahimeldung hingetragen, und dabei sei auf ihn geschossen worden. Mehrere Holzhauer habe ihr Weg nachts dreis hundert Schritte vom Schlosse vorbeigeführt. Weiter schreibt der Pfarrer: " 500, die Waldung hat 2300 Tagwerke. Von der Ralamität Friedrich Engels. Das Telegramm ist nicht recht klar. Die Tagesordnung bezieht sich jebenfalls auf die von Dupuy abgegebenen Er flärungen. Unter allen Umständen ist das Botum der Kammer unlogisch, denn Dupuy hat selber die Ungesetzlich Vom Zentralkomitee der sozialistischen Partei keit der Maßregel indirekt zugegeben, indem er ein Gesetz ankündigte, das die Unvereinbarkeit eines besoldeten Staats- Portugals geht uns nachstehendes, uns hocherfreuendes amtes mit einem Mandat erklären soll eine Bestimmung, Schreiben zu: die für die Rammer bereits gilt. Ein Gesetz kann aber keine rückwirkende Kraft haben. und Gesinnungsgen offen! recht zu erhalten. Es drängt uns denn, unseren Gesinnungsgenossen in ben anderen Ländern zu versichern, daß hier in dem äußersten Winkel Europa's hingebende, aufopferungsfähige Kameraden wohnen, bie bereit sind, in jedem Augenblicke einzutreten für die Sache des Sozialismus. " Herr Baron v. 3oller, feit acht Jahren Lehensbefizer, hat Wir bringen Euch hierdurch zur Renntniß, daß die bestimmt um 300 000 m. Holz gefchlagen. Ein Holzhändler fozialistische Partei Portugals fich nunmehr, nachdem sie unzahlte ihm in einem Jahre 100 000 M. aus für Nußholz. Für Das persönliche Regiment erleidet überall flägliche zählige Schwierigkeiten glücklich überwunden hat, feft organisirt die Stämme, welche die Fuchsmühler fällten und noch fällen Niederlagen. Wie in Osteuropa, so auch im Westen. Herr hat. Die Unterzeichneten, das von den Parteigenoffen gewählte wollten, hätte Herr Baron Zoller 30-40 000 M. erhalten; diese Casimir Perier, der den Diktator und Gesellschafts. Bentralfomitee, hat die Aufgabe, die politische Agitation zu waren bereits verkauft und zum Zeichen dafür angeschlagen". Sommer und Winter sahen die Fuchsmühler das verkaufte Holz retter zu spielen sich unterfing, ist für diesen Frevel von leiten und die Verbindung mit den ausländischen Genossen aufdurch ihr Dorf fahren. Wenn nicht abgelöst wird, bekommen der Nemesis ereilt und grausam abgestraft worden. Nicht nur, daß er dem Haß und der Verachtung und, die Holzberechtigten ohnedies nichts mehr, weil der Wald Leider ist es den portugiesischen Sozialisten bisher noch zu abgewendet wurde, um die Ablösungssumme zu für ein Staatsoberhaupt das schlimmste: der Lächer: nicht gelungen, diejenige Achtung zu erringen, die sie durch ihre Leistungen, hauptsächlich aber durch ihre Haltung und zähe erzielen. Tausend Klafter müßte jetzt Herr Baron Boller lichkeit verfallen ist, hat ihn jetzt die Sozial Ausdauer gegenüber den Verfolgungen und Maßregelungen der rückständiges Holz( für zwei Jahre) geben. Manche Be- demokratie, verkörpert in Jaurès, geschunden wie bevorzugten Klaffen, verdient haben. rechtigte haben 10-14 Klafter zu erhalten, überdies das Apollo einst den Marsyas und ihn moralisch Ueberholz. Holsberechtigte fich 130; die Bahl der Holzklafter hingerichtet. Die Rede von Jaurès ist in hundert ber Fuchsmühler wußten das Bezirksamt und tausenden von Exemplaren verbreitet worden, die Regierung und das Ministerium. Die Ge- ein Neuabdruck nach dem anderen muß hergestellt werden. meindeverwaltung ließ vor einigen Monaten ein energisches Da stehen die vier( nicht drei, wie wir gestern gesagt) Vers Schreiben an diese brei Stellen ergehen. Es geschah nichts; treter der Dynastie Casimir Perier: Urgroßvater, Groß: es wurde auf das auf dem Papier stehende Recht verwiesen. vater, Vater und Sohn als arme Sünder am Schandpfahl Die Hauptschuld trifft den schneidigen Oberförster Graßmann; einer des anderen würdig wie ausdrücklich vom dieser Mann wußte, daß die Fuchsmühler, weil ihnen fein Schicksal bestimmt, die Gewissenlosigkeit, Habsucht und Rohanderes Mittel mehr zu Gebote stand, es bis zum äußersten heit der Bourgeoisie in ihrer Person( zur Erscheinung zu treiben, und doch ließ er tein Holz anweisen. Bevor fich die Holzberechtigten am Montag in den Wald begaben, bringen. sandten sie eine Deputation zu Herrn Graßmann mit der Frage, ob Holz angewiesen werde. Nein! donnerte er, ich habe feinen Befehl. Daß die Leute, als sie vom Walde heimzogen( Dienstag), über das Militär erbittert waren, läßt sich bei fo vielen Ver wundeten begreifen. Manche schrien: Schinder!" Jezt ist den Berechtigten Holz angewiesen, nach bem so biel Blutgefloffen ist." Im Jahre 1875 bereits gründeten wir eine politische Or ganisation, die aber den infamen Praktiken unserer vereinigten Gegner bald erliegen mußte. So wurde es nothwendig, eine neue Organisation ins Leben zu rufen und heute sind wir denn in der Lage, Euch zu versichern, daß wir, kräftiger denn je, in die Reihen des internationalen, kämpfenden Proletariats eingetreten find, daß wir gewillt sind, mit Euch einzutreten für Er. Mit brüderlichem Gruß Ob Cafimir Perier diese grausame Vivisektion über. fämpfung unserer Biele. dauern wird? Präsident Grevy mußte gehen, und er hatte Das Zentralkomitee der sozialdemokratischen nicht den hundertsten Theil so viel in seinem Schuldbuch. Schutz für die Eisenbahnbeamten in Frank reich. Der französische Verkehrsminister Barthou hat, wie der Bossischen Beitung" telegraphirt wird, mit Rücksicht auf das Eisenbahnunglück in Apilly ein KundDie Spiritus brennenden Agrarier sind über die schreiben an die Generalinspektoren der Eisenbahnen er Erhöhung der Liebesgabe einig. Unlängst haben sie sich laffen, in welchem er darauf bringt, daß kein Stations über einen bez. Entwurf des Herrn Diest- Daber geeinigt. vorsteher, Maschinenführer und Weichenſteller mehr als Die Herren scheinen ihre Rechnung für die Heerfolge bei 12 Stunden hintereinander Dienst thut; für die der Umsturzbekämpfung noch vor der Zentrumspartei Stationsvorsteher fordert er eine ununterbrochene präsentiren zu wollen. Nachtruhe von 7 Stunden. 80 600 Partei Portugals.*) Ruffifches. Aus Petersburg wird wieber eine geheimnißvolle Gisenbahn- Katastrophe gemeldet, welche an die von Borki erinnert. Sie fand gestern statt. Dem hiesigen " Lokalanzeiger" wird darüber telegraphirt: Petersburg, den 8. November. Bei der EisenbahnRatastrophe in der Nähe von Moskau blieben zwei Personen todt, viele wurden verwundet. Unter den Passagieren befanden fich der Groß fürst Nicolai Michaelowitsch, Bobebonofzew, der Adjutant Sementowsti. Die Erstgenannten blieben unverletzt. Der Großfürst fuhr in seiner Equipage nach Die Volksparteiler unter sich. Der freifinnige Das Stimmenverhältniß bei den letzten belgischen mentowéti erlitt einen Beinbruch und mehrere Wunden, er wurde Mostau, Ponedonoszew ging zu Fuß nach Moskau. Adjutant Ge Boltsparteiler Eugen Richter, Redakteur der Frei Wahlen war das folgende: Es wurden abgegeben nach Mostau transportirt. Fünf Waggons sind durch den finnigen Beitung", wird von den demokratischen Bolts- 5 563 133 fatholische Stimmen, denen 103 Abgeordnete Busammenstoß total sertrümmert und zeigen ein furchtbares Bild parteilern der Frankfurter Beitung" mit dem Ehrentitel ihre Wahl verdankten; auf 2 256 802 sozialistische der Zerstörung. Unter den Trümmern und umgestürzten Wagen belegt: Der rüpelhafteste unter den vielen Rüpeln der Stimmen kamen dagegen blos 28 Abgeordnete, und tönt das Stöhnen und Schreien der Verwundeten grauenhaft deutschen Tagespresse." Au! 3712 885 liberale Stimmen verhalfen blos 20 Ran hervor. Aus Mostau traf fofort ein Hilfszug an der UnglücksKonventionelle Lügen. In den Blättern aller didaten zum Siege. Demgemäß entstelen auf einen stelle ein. Großfürft Nicolai ist bereits in Petersburg eingetroffen, Parteien mit Ausnahme der sozialistischen wimmelt katholischen Abgeordneten 54 690 Stimmen, auf einen während Pobedonofzew in Moskau verblieb. Der obengenannte Pobedonoszew, der fanatische Pround auf liberalen einen es jezt von Phrasen, wie: Das russische Bolt sozialistischen trauert" Nationaltrauer um den Baren" 185 644 Stimmen, wobei bemerkt werden muß, daß sich kurator der Heiligen Synode" und Berather des vorigen Rußland in Trauer" und ähnlichen Redensarten im unter den katholischen und liberalen Wählern viele mit Baren, war der Hauptträger der von diesem verfolgten Reklameftil. Wenn man sagte: der russische of trauert, boppelten und dreifachen Stimmen befinden, während dem Gewaltpolitik, und ist wohl der meistgehaßte Mann in und die offizielle Gesellschaft in Rußland( und auch in Charakter der sozialistischen Partei als einer Partei der Rußland. Deshalb glaubt man allgemein an ein Attentat. anderen Ländern) trauert, so wäre das die Wahrheit, Enterbten entsprechend jede Stimme auch einem Wähler Der Großfürst Nicolai Michaelowitsch ist ein Vetter des neuen Baren, und weder im Guten noch im Schlimmen bekannt. vorausgefeßt, daß unter Trauer das äußere zeremonielle entsprochen haben wird. Leibtragen verstanden wird. Das russische Bolt aber außer soweit es mit der Knute zu erheucheltem Schmerze gezwungen wird kann über den Tod eines Mannes, der thm während seiner Regierung nichts Gutes gethan und namenloses Elend bereitet hat, unmöglich Trauer empfinden. Wir möchten nur wissen, wer mit solchen faustdicken Lügen eigentlich betrogen werden soll? " ganz Ueber die Pläne der sozialdemokratischen Fraktion in der belgischen Kammer verlautet, daß gleich nach dem Busammentritt der Kammer drei Gesetzesvorlagen ein gebracht werden sollen, welche die Altersversicherung, die Unfallversicherung und die Inspektion der Fabriken und Bergwerke durch Arbeiterbelegirte betreffen. Die Niederlage des Präsidenten Cleveland und feiner Partei scheint eine vollständige zu sein. Nach den letzten Wahlberichten wird die republikanische Mehrheit im neuen Repräsentantenhause der Vereinigten Staaten über 100 betragen. Donaueschingen( Baden) Italien. In dem letzten Heft der„ Critica soziale", Vom ostasiatischen Kriegsschauplahe. Dem Reuter herausgegeben von unserem Genossen Filippo Turati, schen Bureau wird aus Shanghai vom heutigen Tage gea Die Wahlreform in Oesterreich fängt nunmehr an, ber foeben wegen einer Broschüre zu dreimonat meldet: der Regierung selbst auf die Nägel zu breunen. Windischgräb Lichem Rerter verurtheilt ward, befindet sich ein Brief Nach den letzten aus der Mandschurei eingegangenen Nachsoll, wie einige Wiener Blätter melden, sogar die Kabinetsfrage von Friedrich Engels, in der Uebersetzung also lautend: richten hat sich die chinesische Armee in die Berge zurückgezogen, gestellt haben, falls sich die Parteien nicht zu irgend einem In dem Augenblick, da die ganze fozialistische Partei Jtas wo die Truppen schwer durch Hunger und Kälte zu leiden haben. Schritte einigen; welcher Schritt gemacht werden soll, ist liens von den Schlägen der gewaltthätigsten Regierungsreaktion Die japanische Armee lagert bei Fung- whan- cheng, auf halbem der Regierung gleich unangenehm. Daß sie aber vorgetroffen wird, müffen wir Sozialisten jenseits der Alpen dafür Wege zwischen Wiju und Mukden und verfolgt die chinesischen wärts mnß, dafür haben die Arbeiter gesorgt. Wieder forgen, daß Euch Hilfe wird. Wir vermögen freilich nichts Truppen nicht. Port- Arthur wird von 15 000 Chinesen verAber theidigt, von denen die meisten Rekruten sind. Man glaubt taucht wie immer in solchen Augenblicken die alte gegen die Auflösung der Mitgliedschaften und Vereine. Seeschlange der Arbeitskammern mit Bertretung im Parla vielleicht wird unser Beugniß nicht ganz unnüt fein gegenüber deshalb hier nicht, daß Port- Arthur lange Widerstand leisten den gehässigen und frechen Verleumdungen einer offiziösen und werde. ment auf. Dem Berl. Tagebl." wird telegraphirt: Es verlautet, die Verhandlungen zwischen der Regierung und verderbten Presse. Diese wirft den italienischen Sozialisten vor, Die Erklärung des Fürsten von Fürstenberg den Führern der Mehrheitsparteien über die Wahlreform hätten daß sie vorfäßlich eine marristische Propaganda geheuchelt hätten, eine prinzipielle Bereinbarung herbeigeführt, wonach Arbeiterum unter diefer Maste eine völlig davon verschiedene Politik zu und das Schoenlonk'sche Agrarreferat. Unserem Getammern errichtet würden, welche 28 Abgeordnete zu wählen verstecken, die den Klaffenkampf" proklamire, etwas, was ins hätten, um welche Biffer die bisherige Zahl der Abgeordneten Mittelalter zurückführe" und daß ihr Ziel die Bildung einer nossen Dr. Schoenlant ist heute folgende Buschrift zuge politischen Partei sei, die nach der Eroberung der gangen: vermehrt werden sollte." Staatsgewalt" strebe, während die sozialistischen Parteien anLustig ist, wie die Liberalen mit sich handeln lassen; derer Länder, insbesondere die Deutschen, sich nicht mit Politik zur Zeit London, den 7. November 1894. Sehr geehrter Herr Doktor! 1891 schon beschäftigten und nicht die bestehende Regierungsform an im Jahre 1886 boten sie 9 Mandate, Gestatten Sie mir in bezug auf Ihr gefälliges Schreiben 15 Mandate und jetzt wollen sie den Arbeitern gnädigst griffen", am Ende also nichts seien als gute dumme Teufel, mit vom 3. b. M. die ergebene Bemerkung, daß ich nicht beabsichtigt 23 Size überlassen. Natürlich pfeifen die Arbeiter auf die benen man seinen Spaß treiben könne! Arbeiterkammern. Aber diese Sorte von Reform ist auch politisch Womit man seinen Spaß treibt, das ist das italienische Pu- babe, Sie für die Zeitungsberichte über Ihr Referat in Frankfür die Regierung und die Parteien ganz unmöglich. Auch blikum. Man würde nicht wagen, ihm solche Dummheiten auf- furt verantwortlich zu machen. Selbstverständlich entfällt in in Oesterreich ist nicht jeder Unsinn möglich und einer Million autischen, feste man nicht beim Publikum eine vollkommene Un- dem Augenblick, in welchem sich die Unrichtigkeit jener BeIndustrie- Arbeitern ein Wahlrecht geben, wenn auch ein fenntnis dessen voraus, was im Auslande vor sich geht. Wenn richte herausstellt, jedes Verlangen nach einer Richtigstellung Indem ich Sie bitte, hiervon gefälligst Notiz zu nehmen noch so verballhorntes, 2½ Millionen Kleinbauern, fleine die italienischen Sozialisten als die ausschlaggebende Macht der Ihrerfeits. Gesellschaft, in der wir leben, den Klassenkampf" bezeichnen, Gewerbstreibende und Landarbeiter aber rechtlos zu lassen, diese wenn fie fich binstellen als eine politische Partei, die nach der und für die Mittheilung des wahren Inbalts Ihrer Aeuße Weißgeburt einer Reform verträgt nicht einmal das Land Groberung der Staatsgewalt und nach der Leitung der nationalen rungen verbindlichst danke, ersuche ich Sie nur noch, mir ber schwarz gelben Chineferei. Sogar die Beschränktheit Angelegen beiten" ftrebt, so treiben fie durchaus marrintische" gütigit einen Abzug des stenographischen Protokolls, falls dieses der Koalitionsparteien muß begreifen, daß die Er- Propaganda im wahren Sinne des Wortes, so folgen fie genau nicht im Buchhandel erscheinen sollte, gugänglich machen zu theilung eines solchen Privilegs an die Juduſtrie Arbeiter der im Kommunistischen Manifeft, das Marg und ich 1848 ver- wollen. Mit vorzüglicher Hochachtung fie nicht befriedigen, zugleich aber die schärffte Waffe öffentlichten, vorgezeichneten Richtschuur. Sie thun genau dasselbe, in der Hand der Sozialdemokratie für die Landagitation was bie fozialistischen Parteien von Frankreich, Belgien, der werden würde. Weil das so klar ist, liegt der Berdacht Schweiz, von Spanien und vor Allem von Deutschland thun. nahe, es handle fich wieder nur um ein dummpfiffiges Ver- Nicht eine, nen alle diefe Parteien ringen um die Eroberung der öffentlichen Gewalt, gerade so wie die anderen Parteien, die schleppungsmanöver. Daß das bei der Arbeiterschaft nicht Ronfervativen, die Liberalen, die Republikaner 2c. verfängt, versteht sich. Die dummen Teufel von Koalirten find schließlich selbst die Gefoppten. 41 Der Klassenkampt" führt nicht allein ins Mittelalter" zurück, sondern in die inneren Streitigkeiten der Freiftaaten des ergebenst Fürst Fürstenberg. *) Briefe für das Zentralkomitee find zu richten an den Sekretär für das Ausland: J. M. de Oliveira, Rua do3 Jan. auareis 207, Liffabon, Portugal. Darteinachrichten. " um 6. Mai 1879 erwirten. % 3 Polizeiliches, Gerichtliches ze. baß der Abfah ber beutschen Klaviere im Auslanbe in ben legten Aus unserem Befertreise wird uns unter Be Jahren immer schwieriger geworden sei; durch die Einführung Bericht über den Frankfurter Parteitag erstattete im augnahme auf die in unserer Nummer vom letzten Mittwoch mit der kommunalen Klaviersteuer würde der Pianoforte Industrie 2. Hamburger Wahlkreise der Genoffe Legien. Be- getheilte Verurtheilung des Genoffen Kühn wegen Haus der letzte sichere Halt, der inländische Absah, genommen, mängelt wurde von einem einzigen Redner die Stellung der friedensbruch" das nachstehende, im Jahre 1879 ergangene& r. Delegirten zur bayerischen Angelegenheit, im übrigen machte sich beißt es:„ Tritt ein Fremder in ein Miethshaus,( Ranton St. Gallen) beſchloſſen. Unentgeltliche Beerdigung hat die Gemeinde Elm wyt tenntniß des Obertribunals mitgetheilt. Darin feine Opposition bemerkbar. Als Vertrauensmann wurde der Genosse Sood gewählt. Jm 3. Hamburger Wahlfreise zu einem der Miether sich zu begeben, so hat Arbeitslosen Versicherung in der Schweiz. Das Ar. berichteten Genoffe Oft feld und Reichstags Abgeordneter nach einem Erkenntniß des Ober Tribunals vom beitslosenversicherungs- Projekt der drei Gemeinden St. Gallen, Megger; zur Diskussion meldete sich niemand; in einer Re- Recht ihn aus dem Hause zu weisen, verweilt jedoch Gemeinde Tablat auf unbestimmte Zeit vertagt. Dagegen scheint ber Hauseigenthümer tein Tablat und Straubenzell ist infolge der Ablehnung durch die solution gab die Versammlung ihr Einverständniß mit den Be- der Fremde im Hausflur, oder im Hofe ohne einen triftigen man nun in Basel in der Frage ernstlich vorgehen zu wollen. schlüssen des Parteitags zu erkennen. In Harburg erstattete Genosse Weniger Bericht. Grund, ehe er zu dem Miether geht oder nachdem er von diesem Die dortigen Blätter veröffentlichen einen Entwurf, an dem der Nachdem noch Genosse Thiel zur Diskussion gesprochen, er= fich entfernt hat, so hat der Hauseigenthümer das Recht ihn von bekannte Professor Adler mitgearbeitet und der wesentlich besser flärte sich die Versammlung einstimmig mit den Beschlüssen dem Plage zu weisen. Befolgt der Fremde die Aufforderung ist, als sein St. Galler Vorgänger, obgleich auch er in wichtigen des Parteitages einverstanden. Hierauf erstattete der Vertrauens. des Wirthes nicht, so macht er sich des Hausfriedensbruches Punkten nicht befriedigt. Frren wir nicht, so ist die Anregung mann Weniger Bericht über den Stand der Partei und die schuldig." Hoffentlich wird unser Genosse Kühn gegen das zu dieser Aktion von den sozialdemokratischen Mitgliedern des Agitation im 17. Hannoverschen Wahlkreise. Wenn auch," so erstinstanzliche Urtheil Berufung einlegen und von der höheren Großen Rathes ausgegangen. schließt Redner," durchweg die Agitation in der Stadt sowie Instanz mit Hinweis auf obiges Erkenntniß eine Freisprechung Anerkennenswerth an dem Gesetzesentwurf ist zunächst die auf dem Landgebiet Fortschritte gemacht habe, so müsse unbedingt gleiche Behandlung der schweizerischen und ausländischen Ar 3u 3 Monaten Gefängniß wurde von der Straf beiter. Bedauerlich ist dagegen die unseres Erachtens fachlich im kommenden Jahre nach allen Richtungen hin die Agitation tammer zu Elberfeld der Genosse Lenz aus Remscheid ver- ungerechtfertigte Beschränkung der Versicherung auf die Fabrik, mit noch größerem Nachdruck geführt werden." Die Jahres- urtheilt. Das von ihm begangene Verbrechen sollte darin be- Bau- und Erdarbeiter. abrechnung ergab eine Einnahme von 5422,12 und eine Ausgabe standen haben, daß er geäußert habe, ein Gendarm habe in einer Die große Zahl der Zahl der Gewerbes von 5073,18 m., so daß ein Kassenbestand von 348,94 m. ver- Gerichtsverhandlung gegen ihn( Lenz) Aussagen gemacht, die geschloffen. Ausgenommen von der Versicherung find ferner gehilfen ift von der Wohlthat der Versicherung aus bleibt. Die Revisoren bestätigen die Richtigkeit der Abrechnung, mit der Wahrheit in Widerspruch stünden. und wird Genosse Weniger gegen eine Stimme als Vertrauens Wahrheitsbeweis wurde abgelehnt und er zu obiger Strafe verdienen und die Lehrlinge unter 18 Jahren, deren jährlicher BerDer beantragte biejenigen Arbeiter, welche im Jahre mehr als 2000 Fr. ver mann des 17. Hannoverschen Wahlkreises wieder gewählt. urtheilt. dienst weniger als 200 Fr. beträgt. Die Versicherung wird in Ueber die Sucht nach Ausnahmegesehen, wie sie gegen hein". In Düsseldorf werden neuerdings Verfamm- Der zweiten die Bau- und Erdarbeiter zugewiesen. In der Der neueste Kurs am freien deutschen zwei Klaffen getheilt: der ersten Klasse werden die Fabritarbeiter, wärtig in allen Kreisen graffirt, schreiben die tonservativen lungen aufgelöst, wenn sie nicht mit der für das betreffende 1. Klasse ist bei einem Wochenlohn bis und von 15 Fr. ein Grenzboten" in ihrem leßten Heft: In Deutschland haben Lokal geltenden Polizeistunde geschlossen werden. Die Düsseldorfer wöchentlicher Versicherungsbeitrag von 20 Gts. zu leisten, bei Die Regierungen," heißt es darin, bereits verfassungsmäßig eine Barteigenossen wollten nun feststellen lassen, ob die Behörden einem Wochenlohn von 15 bis 24 Fr. 30 Cts. und bei einem größere Fülle von Machtvollkommenheiten, als in irgend das bischen preußische Vereins- und Versammlungsrecht so ohne solchen von über 24 Fr. jede Woche 40 Cts. In der 2. Klasse einem der uns umgebenden konstitutionellen Staaten." Die weiteres durch" Polizei" stunde beschränken können. Daß die Be- haben die entsprechenden Lohngruppen 40 Cts., 50 Cts. und 60 Cts. Aufforderung zum Verfassungsbruch wird eine verbrecherische hörden nicht zugeben, ungefeßlich zu handeln, ist selbstverständlich, Wochenbeitrag zu entrichten. Der Beitrag der Arbeitgeber be Thorheit genannt, ein Wink an die Rößler und Eulen- sie haben ja bekanntlich immer Hecht. Wie nicht anders zu erträgt für jeden Versicherten der ersten Klasse 10 Cts., der zweiten burg, und die große Sphing unseres Jahrhunderts, die warten, ist auch die auf grund der Vorgänge in letter Ber- Klaffe 20 Cts. Der Staat trägt die Einrichtungs- und Vers foziale Frage als die Ursache solcher Verirrungen bezeichnet. fammlung an die Behörde gerichtete Beschwerde abgewiesen worden. waltungskosten und leistet an die Versicherungsanstalt einen Nur die Verzweiflung an ihrer Lösbarkeit habe das eingeschüchterte Das Schriftstück hat folgenden Wortlaut: Düsseldorf, 5. November Jahresbeitrag von 25 000 Fr.( Der Kanton Baselstadt zählt Bürgerthum in eine Stimmung bringen fönnen, die die Rüd 1894. Auf die Beschwerde und Ihren Antrag vom 1. d. M. rund 74 000 Einwohner.) Der Versicherte muß ein halbes Jahr lehr absolutistischer Zustände und die Beschränkung der einst erwidere ich Ihnen, daß der Herr Polizeikommissar Henze lang Beiträge leisten, ehe er unterstüßungsberechtigt wiro. eritrittenen bürgerlichen Freiheiten als das fleinere Uebel anzu- durchaus pflichtgemäß und korrekt gehandelt hat, wenn der Er erhält aber feine Unterstüßung, sehen geneigt ist. Hat dieser feige, unwürdige, unmännliche selbe am 31. d. M. nach Eintritt der Polizeistunde, das ist nach los geworden ist infolge von Streiks, bei freiwilligem Kleinmuth wirklich schon größere Kreise unseres Wolfes er 11 Uhr Abends, im oberen Saale der Schankwirthschaft der Ehe- Arbeitsaustritt(!), oder wenn griffen? Wo sind heute in der Nation, die einst einen frau Otto Start, Flingerstr. Nr. 37-39 öffentlich versammelten Per sofort entlaffen er aus gesetzlichen Gründen Luther, die Männer wie Fichte, Arndt, Schleiermacher aus fonen gegenüber den Bestimmungen des§ 365 des Str.- G.- B.sicherungsanstalt nicht berechtigt, die Arbeitspläge der Streitens wurde. Dagegen ist auch die Vers ihrem Schooße geboren hat, die Geister, die ihr Volt wieder für das Deutsche Reich Geltung verschafft hat. zur Besinnung bringen, ihm den Glauben an sich selbst wieder und Gesetzmäßigkeit des Verfahrens des genannten Herrn Polizei- Unterstützung beträgt je nach der Lohntlasse 80 Cts. bis 2 Fr. Die Recht den oder Ausgesperrten anderen Arbeitslosen anzubieten. Die geben können? Ach, eine große Epoche hat das Jahrhundert tommissars ist nach dem in einem gleichen Fall ergangenen pro Tag, und zwar wird sie gezahlt für die Dauer von 91 Tagen geboren, aber der große Moment findet ein kleines Geschlecht". Urtheil des königlichen Ober Verwaltungsgerichts vom 9. Juli im Jahr; Sonn- und Feiertage werden mit bezahlt. Der Die Voltsvertreter follten mit doppeltem und dreifachem Miß- 1892 zweifellos. Ich weise daher Ihre Beschwerde und den auswärts Arbeit antretende Versicherte enthält trauen den Versuchen, sie zur Preisgabe der Boltsrechte zu damit verbundenen Antrag als durchaus ungerechtfertigt hiermit schädigung von eine Ent bewegen gegenübertreten. Nichts ist gerade jegt läglicher zurück. Die Polizeiverwaltung. Der Oberbürgermeister Linde und 2 Fr., wenn 1 Fr. pro Reisetag, allein, und gefährlicher, als der Ruf nach mehr Regierung". Das mit Familie reist und ferner Der Instanzenweg wird das weitere ergeben. Mehr an Regierungsgewalten, das das deutsche Volt jetzt in die Reisekosten für sich und event. für die Familie auf eine Ent Genosse Eichhorn in Dresden, der sich gegen: fernung von 200 Kilometer; das Reisegeld wird vor Antritt der der Bestürzung etwa zuzugestehen geneigt wäre, fönnte ihm wärtig wegen des groben Unfugs" in Haft befindet, wurde Reise ausbezahlt. Einnahme- Ueberschüsse werden zur Bildung einit theuer zu stehen kommen." Also sprach der Prediger in der dieser Tage dem Dresdener Landgericht vorgeführt, um sich eines Reservefonds bis zur Höhe von 200 000 Fr. verwendet; wenn Wüfte. wegen Beleidigung der Dresdener Polizeidirektion zu ver- diese Summe erreicht ist, wird entweder der Beitrag herabgesetzt antworten. Die Beleidigung sollte begangen sein durch oder die Unterstützung erhöht. Reicht der Reservefonds zur Deckung Die„ chriftlichen Bergmannsvereine" sollen, so hofft einen Artikel in der Sächsischen Arbeiter Beitung", in eines event. Defizits nicht aus, so leistet der Staat gegen Vers wenigstens das„ Siegener Voltsblatt", ein Mittel fein zur Be- welchem ein Versammlungsverbot abfällig kritisirt war. Die zinsung die nöthigen Vorschüsse. Der Verwalter, dessen Gehalt schont bleiben von den Umstürzlern. Die„ Rheinisch- westfälische fcheiden gehabt und Eichhorn zu 14 Tagen Gefängniß mission von der Regierung auf eine sechsjährige Amtsdauer ges tämpfung der Sozialdemokraten. Das Siegerland möge verfelbe Kammer hatte schon früher in der Sache zu ent- 3500 bis 5000 Fr. betragen foll, wird auf Vorschlag der komt. Arbeiter Beitung" betont in ihrer Antwort auf den Artikel, daß verurtheilt. Das Reichsgericht verwies die Sache auf die Re- wählt. Die Aufsichtskommission besteht aus neun Mitgliedern, im Kreise Siegen auf verschiedenen Gruben Löhne bezahlt piston Eichhorns hin an die Vorinstanz zurück. Das Urtheil welche Schweizerbürger sein müssen; fünf Mitglieder werden von Diese Hungerlöhne allein lautete wie vorher. den schweizerischen Versicherten gewählt, drei von den beitragswerden so revolutionär wirken, daß alle Gründungen christBestätigt wurde die Auflösung des Turnvereins zu pflichtigen Arbeitgebern und das neunte Mitglied, den Präsidenten, licher Vereine den Fortschritt der Sozialdemokratie nicht hindern Markersdorf( Sachsen) durch das sächsische Ministerium. ernennt die Regierung. Die Amtsdauer der Kommission beträgt drei Jahre; fällt die Sigung in die Arbeitszeit, so erhält jedes Rommiffionsmitglied ein Sigungsgeld von 2 Fr. " wurden von 1 M. 20 Pf. pro Tag. werden. Der mann. Soziale Uebersicht. er wenn er arbeiten wenn er Wir haben es da mit einem ernsten und sehr beachten?. werthen Versuche zur Einführung der Arbeitslosen- Versicherung zu thun, der sich bedeutend über die dilettantenhaften Versuche in Bern und noch mehr über den schon im Berathungsstadium völlig mißglückten Verfuch in St. Gallen erhebt. In welcher Gestalt schließlich die Arbeitslosen- Versicherung in Basel in Wirksamkeit treten wird, muß natürlich abgewartet werden, da der Gefeßentwurf im Großen Rath wesentliche Abänderungen erfahren oder auch in der Voltsabstimmung verworfen werden tann. Militärischer Boykott. Aus Marburg wird dem Boltsblatt für Sessen" geschrieben: Mit militärischer Schneidigfeitäh ist hier etwas" eingetroffen, was die älteren Parteigenossen mit Bestimmtheit vorausgesehen hatten. Ueber eine Revolte ländlicher Arbeiter berichtet die Restaurateur Adam Muth, einer der harmlosesten und ehren Neue Stettiner Zeitung" unterm 8. November. In der verhaftesten Kleinbürger, die ich je kennen lernte, ist mit dem gangenen Nacht fam es auf dem Herrn Behnte gehörigen Gute Militärverbot beehrt worden. Herr Muth war der einzige Deuershof zu groben Ausschreitungen der dort beschäftigten Wirth, der bereit war natürlich erst nach langem Zureden Schnitter. Die Ursache liegt in der Forderung eines höheren uns sein Lokal zu einer öffentlichen Boltsversammlung zur Ver- Lohnes seitens der Schnitter. Bereits gestern Abend machte sich fügung zu stellen. Die Verhängung dieses Boykotts wird hoffent- eine starke Aufregung unter den Schnittern bemerkbar, und lich manchem Kleinbürger in Marburg die Augen öffnen. wie auf Verabredung bewaffneten sich darauf in der Nacht Die Schulbehörden der zürcherischen Stadt Winter. Jeder Geschäftsmann, der einem Sozialdemokraten etwas ver- 19 Schnitter mit Forken, Aexten und anderen Geräth- thur, die von jeher eines vorzüglich organisirten Schulwesens tauft oder vermiethet und weiter that Herr Muth nichts schaften, schlugen die Thür zur Wohnung des Vorschnitters sich erfreute, haben eine Neuerung eingeführt, die als ein nachs setzt sich der Gefahr aus, daß er dafür von dem Militarismus ein, stürmten in die inneren Räume hinein und zwangen ahmenswerthes Stüd kommunaler Sozialpolitit über bestraft wird. Der Moloch Militarismus spielt jetzt eine Rolle, den Vorschnitter zur Flucht. Die von dem Lärm aufgeweckten die schweizerischen Grenzen hinaus Nachahmung verdient. Die die wohl auch dem beschränktesten Spießbürger bald die Augen Gutsleute wandten sich an das Amt Bredow um polizeiliche dortige Primar-( Bolts-) Schulpflege hat nämlich beschlossen, im öffnen wird. Nicht genug damit, daß bei jeder Mahlzeit der Hilfe. Der Gendarm Godow und der Polizeisergeant Simon Wintersemester armen Schulkindern, welche wegen weiter EntMilitarismus mitspeist( indirekte Steuern auf die unentbehr- eilten sofort nach Heuershof und wurden bei ihrer Ankunft von fernung vom Elternhaus oder zeitweiliger Abwesenheit der Eltern lichsten Lebensmittel), nicht genug damit, daß jeder halbwegs den aufrührerischen Schnittern mit Mistgabeln, Bänken und über Mittag nicht nach Hause gehen können, in einem eigens eingeradgewachsene freie Deutſche" seine 2-3 Jahre abdienen sonstigen Waffen angegriffen, so daß sie von ihren Säbeln Ge- gerichteten Lokal in einem der Schulhäuser der Stadt ein warmes muß, unterfängt sich der Militarismus auch, noch im bürgerlichen brauch machen mußten. Dies fruchtete indeß nichts, vielmehr Essen abzugeben. Schlecht genährte Kinder sollen während eines Leben Vorschriften machen zu wollen. wurden die beiden Beamten immer mehr bedrängt. Der Gendarm Monats in der Vormittagspause mindestens 1/3 Liter warme griff schließlich zum Revolver und gab, als seiner Aufforderung Milch mit Brot alltäglich erhalten. Die Auswahl der Kinder Die Untersuchungskommission, die auf ausdrücklichen zum zurückweichen nicht Folge geleistet wurde, auf den mit einer erfolgt durch den Schularzt. Kinder mit schlechtem SchuhWunsch des Genossen Bruhns- Bremen von den dortigen Forte auf ihn eindringenden Schnitter Jeffa drei Schüsse ab. werk sollen während des Unterrichts Winterschuhe erhalten, was Parteigenoffen gewählt worden war, um die schmählichen Ber- Jessa wurde zuerst am Bein getroffen, die zweite Rugel drang durch übrigens schon seit einigen Jahren geschah. Es verdient hervor bächtigungen des Herrn Sahlmann im„ Courir" auf ihren den Leib und führte eine töötliche Verlegung herbei; die Lunge gehoben zu werden, daß die Stadt Winterthur( ca. 17 000 EinBerth hin zu prüfen, erstattete fürzlich Bericht in einer öffent- war durchschoffen worden. Der Verwundete wurde nach dem wohner) durchaus nicht reich ist. lichen Parteiverfammlung. Die Kommission war zu folgendem Johanniter- Krankenhauſe in Büllchow geschafft. Mit Hilfe der Resultat gelangt: Die Kommission hat die Bücher, Be. Gutsleute gelang es den Beamten dann, die übrigen an dem AufIege und die ganzen finanziellen ruhr Betheiligten zur Aufgabe ihres Widerstandes zu zwingen. Verhältnisse des Bremer Vereinshauses" auf das Sorgfältigste und Genaueste Ihre Personalien wurden festgestellt. Zwei der Schnitter, die als geprüft und revidirt und gefunden, daß alles in der aller- die Haupträdelsführer anzusehen sind, wurden verhaftet und beften Ordnung war. Gen offe Rohde betonte im Auftrage der heute in das hiesige Gerichtsgefängniß abgeliefert. Wir brauchen faum zu versichern, daß wir das gewaltthätige ( Wolff's Telegraphen Bureau.) Kommission ganz ausdrücklich, daß nicht die allergeringste UnEisenach, 9, November. Das Dorf Schwallungen in regelmäßigkeit vorgekommen sei, vielmehr die an der Verwaltung Vorgehen der Schnitter durchaus nicht gut heißen- aber wir finden bes Vereinshauses Betheiligten die vollste Anerkennung für ihre es zum Mindesten erklärlich. Ueberall da, wo jede Selbständig- Sachsen- Meiningen ist zum größten Theil abgebrannt. 46 Gesifrige und gänzlich uneigennüßige Thätigkeit verdient hätten. feit systematisch unterdrückt wird und die vollkommenfte Rechtlosigkeit bäude wurden mit den Erntevorräthen vernichtet. Die Kirche Jene Verdächtigungen im„ Courier" haben sich daher, wie gar herrscht, ist die stete Gefahr spontaner Gewaltausbrüche vor- und das Schulgebäude blieben unversehrt. Kopenhagen, 9. Stovember. Der Freihafen Kopenhagens nicht anders zu erwarten, als ganz niederträchtige Verleumdungen handen. Je unbeschränkter der Arbeiter in seinem Koalitionserwiesen. Ein von der Kommission gestellter Antrag, den person- recht, je besser die Organisation, desto mehr Gewähr ist gegeben ist heute Vormittag 9 Uhr dem öffentlichen Verkehr übergeben lich angegriffenen Genossen ein besonderes Vertrauensvotum aus für eine friedliche, gefeßliche Entwickelung der wirthschaftlichen worden. zustellen, fand dann einstimmige Annahme. Kämpfe. Was wird nun aus den armen ausgebeuteten, Petersburg, 9. November. Die Gouvernements Livland rechtlosen Landproletariern, die in dem dumpfen Gefühl, daß und Petersburg find amtlich für cholerafrei erklärt. ihnen Unrecht gefchehe, zu Ungefeßlichkeiten sich hinreißen ließen? Man Auf der Newa und dem Ladogasee ift Eisgang, so daß der Aus der Schweiz wird uns gefchrieben: In Biel hat wird ihnen den Prozeß machen wegen Aufruhr und Landfriedens- Schluß der Schifffahrt bevorsteht. die organisirte Arbeiterschaft einen wichtigen Sieg errungen. Bei bruch. Gebe man den Landarbeitern das Koalitionsrecht und sie der Wahl des Bezirksgerichtspräsidenten ist der Arbeiterkandidat werden sich dessen zu bedienen wissen. Und mußte wirklich die Advokat Schorer durchgedrungen gegenüber dem Kandidaten Flinte schießen, gab es fein anderes Mittel, die Bauern zu be der vereinigten bürgerlichen Parteien. Ob Schorer Sozialdemo- fchwichtigen? Nach Fuchsmühl- Seuershof, überall frat, ist uns unbekannt. Weniger günstig für die Arbeiter stehen hat sich die Schneidigkeit der Beamten bewährt; beide Fälle zeigen die Aussichten bei allen Wahlen in der Stadt Zürich. Die meisten aber auch, wie es unter der Landbevölkerung gährt, im Norden Demokraten scheinen sich daselbst nach rechts zu entwickeln und so wie im Süden. gehen sie seit einiger Zeit bei allen Wahlen Hand in Hand mit Den Liberalen; gegen beide Parteien ist die sozialdemokratische Westfalen wurde von den Stadtverordneten abgelehnt. Auch Die geplante Biersteuer für die Stadt Velbert in Bartei aber zu schwach. Dabei gehen die verbündeten Bürger- Westfalen wurde von den Stadtverordneten abgelehnt. lichen so ausschließlich und herrschsüchtig vor, daß sie den Ar- Mühlheim a. Rh. hatten die in Vorschlag gebrachten inbeitern nicht einmal die Ersatzwahl für ihren zurückgetretenen direkten Steuern das gleiche Schicksal. oder sonst ausgeschiedenen Vertreter in irgend einer Behörde überlassen. Todtenliste der Partei. In 2udenwalde starb am Mittwoch ein tüchtiger Verfechter unserer Ideen, der Genosse Wilhelm Krüger. Sein Wirken wird ihm bei der Luckenwalder Arbeiterschaft ein dauerndes Andenken bewahren. Die Errichtung von städtischen Arbettsämtern macht in Württemberg immer mehr Fortschritte. Auch die bürgerlichen Kollegien der Stadt Kannstadt haben die Errichtung eines Arbeitsamtes befchloffen. Die Arbeitsvermittelung ist unentgeltlich und erstreckt sich auch auf Dienstboten und Lehrlinge. = Depeschen. ( Depeschen- Burean Herold.) Mährisch Ostrau, 9. November. Der Streit ist nunmehr beendet. Sämmtliche Arbeiter haben die zehnstündige Schicht afzeptirt. Petersburg, 9. November. Hier zirkulirt das Gerücht, das Eisenbahnunglück bei Moskau sei nicht durch einen Zufall ent= gerichteten Attentatsversuch zurückzuführen. standen, sondern auf einen wohlangelegten, gegen Pobedonoszew Der Großfürst Nikolaus Michaelowitsch sei im legten Augenblick von unbekannter Seite gewarnt worden, den Zug zu benußen. Sambre hat eine Explosion schlagender Wetter stattgefunden. Brüssel, 9. November. In den Gruben zu Montigny fur Sieben Bergleute wurden getödtet, viele schwer verlegt. Nähere Mittheilungen fehlen noch, Paris, 9. November. Es verlautet, daß die Staatsanwalts schaft von der Kammer die Auslieferung des Sozialistenführers Millerand wegen eines in der Pet. Republ." publizirten Artikels, welcher Beleidigungen des Präsidenten Casimir Perier enthielt, verlangen werde. Gegen die Klaviersteuer gedenkt der Vorstand des Vereins deutscher Piano- Fabrikanten zu petitioniren und sammelt hierzu Unterschriften. In der Petition wird u, a. darauf hingewiesen, Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. " Hierzu zwei Beilagen, i Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Loftales.' Spät kommt sie, doch sie kommt-- und immerhin besser spät wie gar nicht!—, die Erkenntniß von der Wirkung des Bierboglotls bei den Preßossiziösen, die sich bald die Finger wund geschrieben haben, um die Wirlungslosißkeit des Bierboykotts nachzuweisen. Sie, die bislang in übermulhigster Weise auf die Arbeiter pfiffen, sie pfeifen jetzt auf einem ganz anderen Loche. Sie stimmen jetzt recht sentimentale Melodien an und selbst die „Berliner Borsen-Zeitung" muß mit süßsaurer Miene wohl oder übel nun auch zugestehen, daß der so oft verspottete oder ver- lachte Boykott doch ein recht übel Ding ist, nämlich für die Bier- sabrikanten, und daß die Arbeiter doch verflixte Kerls- sind, mit denen nicht zu spaßen ist. Von wohthuend komischer Wirkung sind die Kapriolen, welche das Börsen- blatt macht, um sein Eingcständniß von der Wirkung des Bierboytotts abzuschwächen und nach Möglichkeit zu maskiren. Der„Vorwärts", meint die„Berliner Börfen-Zeitung" könne sich die Mühe eines Nachweises der Wirkung des Bierboykotts ruhig ersparen, denn daß die von der Sozialdemokratie boykottirten Brauereien die Folgen des Boykotts an ihrem Absätze merken würden, sei von ihnen noch niemals bestritten, sondern vielmehr für ganz selbstverständlich gehalten worden. Wenn Zehntausende von Arbeitern das Ringbier in Acht und Bann thun, sa könne die Wirkung hiervon in Gestalt einer Verringerung des Absatzes der Ringbrauereien nicht ausbleiben. Das klingt freilich ganz anders, als die früheren, allerdings sehr kurzbeinigen Lügen über die NichtWirkung des Bierboykotts, von den allsonntäglich überfüllten Brauerei- Biergärten, von den in Ringbier schwelgenden Arbeitern, von" dem trotz des Boykotts gesteigerten Bierabsatze der Ringbrauereien und anderen schönen Tingen mehr, in denen auch die„Berliner Börsen-Zeitung" ihr redlich Theil geleistet hat. Es ist freilich höchst fatal, nun eingestehen zu müssen, daß man sich so gewaltig„geirrt" habe. Deshalb giebt sich die„Berliner Börsen-Zeitung" auch die größte Mühe, den unangenehmen Eindruck, den das Eingeständniß dieses„Irr- thumS" aus ihr Leserpublikum nothwendig machen muß, möglichst zu verwischen, indem sie gleich hinterher behauptet:„Wirkungs- los ist und bleibt der Boykott gleichwohl." Eine derartige Schluß- folgerung wirkt sicher verblüffend auf die Leser des BörsenorganL, und dies ist der berechnete Knalleffekt, der die Lahmheit der Begründung, welche dieser Schlußfolgerung beigefügt ist, nicht erkennen lassen soll. In der Begründung wird nämlich gesagt, daß der Boykott„gleichwohl"(d. h. trotz seiner Wirkung) wirkungslos sei und bleibe insofern, als die Brauereien trotz dieser durch den Boykott verschuldeten Absatz- Verringerung noch nicht einen Augenblick darüber in Zweifel ge« rathen seien, lieber diese unerfreulrche momentane finanzielle Folge des Boykotts auf sich zu nehmen, als sich unter daS Joch der Arbeiter zu beugen und sich von ihnen vorschreiben zu laffen, an welchen Tagen sie zu feiern und wen sie anzustellen haben. Also der Boykott wirkt, aber er bleibt dennoch wirkungslos, weil die Brauereien noch immer„lieber diese unerfreuliche momentane (vielleicht dauernde) finanzielle Folge des Boykotts auf sich nehmen. als sich unter daS Joch der Arbeiter zu beugen",— eine Logik. der„Berliner Börsen-Zeitung" würdig! Mögen die Braue- reien immerhin die unerfreuliche finanzielle Folge des Boykotts auf sich nehmen; das ist Geschmackssache und haben die Brauereien mit sich und ihren Aktionären abzumachen,~ wir können ja warten, bis sie es für angemessen finden, der kost- spieligen Laune keine Opfer mehr zu bringen. Den scheinbaren Kampsesmuth der Brauereien spiegelt auch der Jahresbericht der Schultheiß-Brauerei pro I8S3/84 wieder, welch letzterer das Schwergewicht auf die Wiederherstellung der gelockerten„Diszi- plin" der Arbeiter in den Brauereien legt. Militärische Disziplin, willenlose Unterordnung der Arbeiter unter den Willen der Bier- sabrikanten, Erlödtung jeder selbständigen Regung der Arbeiter, von Gleichberecktigung keine Spur, das ist das Ideal der Bier- sabrikanten als Vorkämpfer des kapitalistische» Unternehmerthum�! Nun, auch die Arbeiterschaft ist von unerschöpflichem Kampfesmuthe beseelt, auch sie kämpft für Ideale, aber für würdigere, sie kämpft für ihre getretenen Menschenrechte und wird in ihrem Kampfes- muthe um so mehr bestärkt, als selbst die Schultheiß-Brauerei die Wirkung des Boykotts nicht mehr abzuleugnen sich getraut. In dem Jahresbericht pro 1893/94 wird zugegeben, daß für das neue Geschäftsjahr„ein weiterer Rückgang des Absatzes infolge des Boykotts" zu erwarten sei, sowie daß der Boykott„un- zweifelhaft ein für die Brauereien empfindliches Kampfmittel in den Händen der Arbeiter sei, da sie zu den hauptsächlichsten Bic-rkonsumenten zu rechnen seien." Spät kommt sie, die Er- kenntniß, doch sie kommt! Darum, Arbeiter! Parteigenossen! Hoch der Boykott! Herr Hoflieferant Bötzow hat die Güte gehabt, der hiesigen Unfallstation I in der Wilhelmstraße ein„flottes Ge- spann" zu einem Krankenwagen zu schenken. Es entzieht sich unserer Kenntniß, ob Herr Bötzow auch schon die Güte gehabt hat, die arme Näherin in der Klosterstraße ausreichend zu unter- stützen, die durch sein Gespann vor einiger Zeit zum Krüppel gemacht und derart ins Elend gerathen ist, daß eine Reihe hiesiger Bürger in einem, Herrn Bötzow tief beschämenden Flug- blatt an das Mitgefühl der hiesigen Einwohnerschaft appelliren mußte. Zur Lokalliste. Heise. Lichtenbergerfir. 21. mußte von der Liste gestrichen werden, weil er neben boykrttfreiem Bier auch noch Ringbier führte. Thien, Köpnickerfir. 150—151 führt Ring- bier. Außerdem verdient noch erwähnt zu werden, daß dieser Herr am Mittwoch Abend einen Flugblattvertheiler durch einen Schutzmann hat festnehmen lassen. Christians, Görlitzer- straße 46, hat die Kontrolle verweigert. Ruft, Oppelnerstr. 43, führt Ringbier.— Die Mitihcilung, daß Gastwirth Grebing, Chausseestr. 98. Boykotlbier schänkt, beruht auf einem Jrrthum. Grebing schänkt nach wie vor boykottfreies Bier. Ferner schänkt Kliiht, Zimnierstr. 6, Boykottbier. Ausweisung eines Berliner« a»S Berlin! Genosse Verlagsbuchhäudler Adolf Hoffmann hat seitens des Polizei- Präsidenten, Freiherr» von Richthosen, folgenden Schreibebrief erhalten:' Der Polizeipräsident. Journ. Nr. 6234 V E. 94. Berlin, den 3. November 1694. Es ist zu meiner Kenntniß gelangt, daß Sie seit dem Jahre 1391 zu Magdeburg. Zeitz, Naumburg wiederholt wegen öffent- licher Beleidiguna und Vergehens gegen das Preßgesetz mit Geld- strafen und Gefängniß destraft sind. Von der mir auf grund des ß 2 Nr.•?. des Gesetzes vom 31. Dezember 1842 und§ 3 des Gesetzes über die Freizügigkeit vom 1. November 1667 zustehenden Besugniß(! D. Red.), bestrafte Personen' von Landespoli,ci- wegen von dem Ausenthalt in Berlin auszuschließen, will ich im vorliegenden Fall mit Rücksicht darauf. daß Sie hier einen reellen Broterwerb(!! D. Red.) gefunden haben, vorläufig keinen Gebrauch machen und Ihnen den Aufent- halt hier versuchsweise gestatten.(!!! D. Red.) Es geschieht dies jedoch nur unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs und in der Voraussetzung, daß Sie weder zu polizeilichem noch gericht- lichem Einschreiten Veranlassung geben werden.(!!!! D. Red.) Sollte Ihr Verhalten dieser Erwartung nicht entsprechen, so würde ich mich genöthigt sehen, die oben erwähnten gesetzlichen Bestimmungen unnachsichtlich gegen Sie zur Anwendung zu bringen.(!!!!! D. Red.) Der v. r Polizeipräsident. . R i ch t h o s e n. An den Buchhändler Herrn Adolf Hoffmann, Wohlgeboren, hier, Krautstr. 33 a. Worin bestanden die„Bestrafungen" des Genossen? Die in dieser Verfügung angezogenen gesetzlichen Bestimmungen rechtfertigen nach keiner Richtung hin die Drohung des Polizei- Präsidenten oder seine ungeheuerliche Ansicht über das Auffinden „reellen Broterwerbs". Z 3 des Gesetzes über die Freizügigkeit gestattet, solchen Personen, die wegen Land st reicherei oder iviederholten Betleins innerhalb eines Jahres bestraft find, von Landespolizeiwegen den Aufenthalt in einem Bundes- staat zu verweigern. Genosse Hossmann gehört zu dieser Kategorie nicht. Er ist lediglich wegen Preßvergehens(in seiner früheren Eigenschaft als Redakteur des„ V o l k s b o t e" in der Zeit vom Oktober 1890 bis April 1893), und zwar ledig- lich wegen angeblicher Beleidigung mit einer Reihe von Geldstrafen und in drei Fällen mit Gefängniß- strafe(von 10 Tagen, 14 Tagen und deinem Monat) bestraft. Und dennoch erachtet sich der Polizeipräsident für befugt, ihm eine derartige Drohung zuzusenden! Auch das altpreußische Gefetz vom 31.12.1342, aus das ferner Herr von Richt- hosen sich beruft, ist durchaus ungeeignet, zur Rechtfertigung seiner Maßregel zu dienen. Allerdings besteht nach Ansicht des preußischen Ober- Verwaltungsgerichts bekanntlich trotz des deutschen Freizügigkeitsgesetzes noch das alte preußische Gesetz vom 31. I?. 1842 in tz Nr. 2 zu Recht. Nach diesem Gesetz kann die Polizei jeden Deutschen innerhalb des einigen Deutschlands aus ihrem Bezirke ausweisen: jedoch nur dann, wenn er verurtheilt ist und wenn er der Polizei deshalb als die öffentliche Sicherheit gefährdend erscheint, und überdies nicht aus seinem Geburtsort. Hoffmann ist ein geborener Berliner. Es ist selbstredend, daß Genosse Hoffmann Beschwerde erheben und eventuell Klage im Vcrwaltungs-Slreitverfahren erheben wird. Soll die Thatsache, daß einem lediglich wegen politischer Vergehen bestraften Redakteur das sogenannte Vagabundcnsormular zugesendet werden kann, einen Versuch darstelle», wie weit man im„neuesten" Kurs auf dem Wege der Verwaltung vorzugehen beabsichtigt? Glaubt die Polizeibehörde ernstlich, jeden Redakteur ausweisen zu dürfen, weicher Redakteur wäre dann ausweisungssicher? Ist nicht selbst der Redakteur der„Kreuz-Zeitung", Herr v. Hammerftein, wieder- holt wegen Beleidigung bestraft und ist nicht einmal Berliner? Wir hoffen, daß es dem Genoffen Hoffmann gelingen wird, durch Bermiltelung des Oberpräsidenten, eventuell des Ober-Ver waltungsgerichts, den Herrn Polizeipräsidenten über den Um- fang seiner Befugnisse eingehende Belehrung zu theil werden zu lassen. Die Vororte tvolle» eingemeindet werden! Eine Ver sammlung des Ausschusses für die Eingemeindung der Berliner Vororte hat gestern folgende Resolution gefaßt:„Die Versamm- lung hält die von der gemischten Deputation der städtischen Be- Hörden in Aussicht genommene Eingemelndungsgrenze für ver- fehlt und unmöglich, weil dieselbe der hohen, ernsten Bedeutung der Dinge, wie den wirthschafllichcn und sozialen Verhällniffcn der Vororte nicht Rechnung trägt. die natürlichen Grenzen der Gemeinden willkürlich durchschneidet und endlich die so dringend gebotene Eingemeindung der nördlich, nordöstlich und südlich von Berlin gelegenen Vororte gänzlich außer Acht läßt. Die Versammlung spricht ihr Bedauern darüber aus, daß durch den Beschluß der gemischten Deputation die .m öffentlichen Interesse aothwendige Eingemeindung der Berliner Vororte nur eine erneute Verzögerung erfährt und richtet an die königliche Staatsregierung die ehr- erbietige Bitte, dem Landtag der preußischen Monarchie schon in seiner nächsten Session eine Gefetzesvorlage wegen' Einverleibung der Berliner Vororte in demjenigen Umfange zur Beschlußfassung unterbreiten zu wollen. welche seitens desEingemeinde-AusschusseS in seiner Denkschrift in Vorfchlhg gebracht war- den»st." Daß die reaktionäre Hausagrarier-Venvaltung ohne gesetzlichen Zwang die nothwendig« Eingemeindung vornehmen wird, glauben auch wir nicht: Hat doch zur Beseitigung der Miethssteuer auch erst die gesetzgebende Körperschaft eingreifen müssen, die trotz ihres ultrareaktionären Wesens ein Körnchen mehr sozialpolitischen Salzes besitzt als unsere Gemeinde- Vertretung. Verschämte Arme sind eine der erballlichsten Errungen- ten der klassifizirten Gesellschaft.„Verschämte Arme" sind die Anhängsel der sogenannten„besseren Stände", das„Gefell schaftsproletariat", das mit seinem ganzen Fühlen und Denken der„Gesellschaft" angehört, dem aber die Geldmittel fehlen, um „mitmachen" zu können. Da aber für sie arin sein als eine Schande gilt, ebenso wie sich durch ehrliche Arbeit sein Brot zu verdienen, so ist jenes Proletariat bestrebt, seine Armuth nach außen hin zu verbergen. Vor den Augen der„Leute"„standcs- gemäß" aufzutreten, erachten sie als eine selbstverständliche Pflicht, ja sie sehen sogar mit Geringschätzung auf daS„gewöhnliche Volk" herab, in dessen Augen sie wiederum trotz ihres Standesdünkels nichts als armselige Hungerleider sind. Und daS„gemeine Volk" mit seinen gesunden Anschauungen hat auch hierin das Richtige getroffen. Thatsächlich sind die„verschämten" Armen nichts als Hungerleider, denn aus Kosten der Befriedigung ihrer natürlichsten Lebensbedürfnisse suchen sie„der Welt" gegenüber e.ne gewisse fadenscheinige Eleganz zu behaupten, die indessen in den seltensten Fällen dir thatsächliche Armuth, die überall hervor- guckt, zu verhüllen vermag. Besitzen sie Energie genug, durch Arveil nicht ihren Lebenslinterhalt, nein, nur Geld zu verdienen, so geschieht es unter dem Ausgebot aller möglichen Vorsichls- maßregeln, damit nur ja nieinand erfahre, daß sie für Geld arbeiten. Welche Schande! Daß solche„verschämte Arme" auf die Mildthätigkeit ihrer besser situirten Verivandten oder„Standes- genossen" angewiesen sind. Und die„Gesellschaft" erkennt that- sächlich diese Unterstützungspflicht an. Sind doch die„verschämten Armen" Fleisch von ihrem Fleisch, welche»nan aus Klassen- intereffe nicht völlig ins Proletariat hinabsinken lassen darf. Wir berichteten unlängst über die„Deutsche Gesellschaft zur Ver- sorgung verschämter Armer mit freiem Brennmaterial." Der- artige Vereinigungen mögen wohl noch mehrere bestehen, wir sind darin nicht so eingeweiht. Auch dürfte man wohl nicht fehl gehen mit der Vermuthung, daß die„verschämten Armen" Kost- gänger zahlreicher bestehender„Wohlthätigkeirsvereine" sind. Aber nicht allein der Fürsorge der privaten bürgerlichen Gesellschaft haben die„verschämten Armen" sich zu erfreuen, nein, sie»verdcrr auch von der Armendirektion protegirt, obgleich sie für gewöhn- lich mit dieser gesellschaftlichen Institution bei Leibe nichts zu thun haben wollen. Alljährlich erscheint jetzt näinlich in deren Publikationsorgancn eine Anzeige folgenden Inhalts:„Seit einer Reihe von Jahren besteht hier die Sitte, daß Einivohner aller(?) Stände, anstatt sich ihren Freunden, Gönnern u»»d Bekannten beim Jahres- ivechsel durch Visitenkarten zu empfehlen, ein entsprechendes Ge» schenk zum Besten der verschämten Armen zahlen lassen. Die namentliche Bekanntmachung der geehrten Geber, welche, falls sie ihre Beiträge durch Domestiken übersenden, durch deutliche Bemerkung ihres Namens und Charakters resp. ihrer Geschäfts- bezeichnung ersucht werden, wird durch das Kommunalblatt, die „Vossische", die„National-Zeitung" und das„Jntelligenzblatt" noch vor Neujahr erfolgen. Um dies aber ermöglichen zu können, müssen wir ersuchen, die Beiträge spätestens bis, den 31. Dezember d. I., Nachmittags 1 Uhr einzuzahlen." Dies« >vie gesagt jetzt alljährlich erscheinende Bekanntmachung der Armendirektion spricht für sich selber. Es kann an sich auch nicht»veiter entfremden, daß eine klassenstaatliche Behörde ihren armen Standesgenossen nach Möglichkeit zu Hilfe kommt. befremden muß aber, daß auch von dieser Behörde ein Unterschied gemacht wird z, vischen„verschäinlen Armen" und„gewöhnliche» Armen". Eigentlich müßte man im Gegensätze sagen„unverschämten" Armen, wenn dieses Prädikat nicht die erstere Kategorie verdiente. Denn»ver arm ist, auf die Hilfe seiner Mitmenschen angeiviesen und in der traurigen Lage. Almosen annehmen zu müssen, der soll nicht den lügenhaften Schein erwecken, als ob er etwas„Besseres"»väre, als diejenigen. die öffentlich als„Almosenempfänger" gekennzeichnet sind. Wey dies thut, der ist nicht„verschämt", sondern„unverschämt". Die„Kolonie" Friedenau, die am 9. November daS 20 jährige Jubiläum ihrer Erhebung zu einer selbständigen Land- gemeinde„feiert", beansprucht thatsächlich ein geivisses Interesse, das freilich mit dem von einigen Vereinen des Ortes ver- anstaltetcn Jubiläums-„Klimbim" nichts zu thun hat. Die Grün- dung Friedenaus führt in die Anfänge jener„Kolonisation" zurück, durch die man Anfang der 70 er Jahre der Wohnungs, noth in Berlin und noch manchem anderen abzuhelfen suchte. Mit welchen Hoffnungen und Wünschen man jene ersten Versuche begleitete, lehrt ein Anfang 1874 erschienener Aufsatz von Dr. G. Schivabe(damals Direktor des Statistischen Bureaus der Stadt Berlin), in welchem versucht wird. zu zeigen, daß das zu jener Zeit erst erstehende Friedenau das Ideal einer„Kolonie" zwar noch nicht sei, aber ihm doch schon ziemlich nahe koinme. Der Aufsatz stützt sich auf statistische Erhebungen vom Oktober 1873. Damals be- stand Friedenau erst aus 44 Häusern mit 121 Haushaltungen und 540 Bewohnern. Ueber dieses Häuflein, das in seiner Zu- sammensetzung dem Einfluß jedes Zufalls preisgegeben war. werden die detaillirtesten Angaben nach Alter, Geschlecht. Ri- ligion, Beruf u. f.»v. gemacht, und es werden daran—»vunder- lich genug— sogar»veitgehende Schlußfolgerungen geknüpft. Unter anderem heißt es da:„In der That. schon durch die normale Mischung der Bevölkerung, in der kein Stand besonders stark hervortritt. fällt eine große Anzahl sozialer Mißstände a priori fort, die anderwärts die Schivärni- sparen zu bedenkliche» Gährungsprozessen aussenden. K»lrz. die Kolonisation macht ganz von selbst vieles wieder zur Natur. was durch die künstlichen Verhältnisse des dichten und»nassen- haften Zusanimenwohnens zur Unnatur geivorden ist." Die spätere Entwickelung von Friedenau, das heute 8550 Einivohner zählt, hat aber diese Hoffnungen zuschanden gemacht. Es sieht längst in Friedenau in bezug auf die Wohnungsverhältnisse und ihre Folgeerscheinungen nicht wesentlich anders a»ls als in Berlin. Und in den übrigen„Kolonien", die seitdem gegründet worden sind. sowie in den zahlreichen Vororten, die sich zu Filialen der Haupt- stadt entivickelt haben, liegen die Verhältnisse ebenso. Nirgends eine Spur von„normaler Mischung" der Bevölkerung, nirgends «iie Spur von Verbesserung der Wohnungsverhältnisse für die bentzlose Klasse! Die Sonderung der„Stände" wird in ven „Kolonien" und Vororten ebenso streng und nach denselben Prinzipien durchgeführt, wie in Berlin: d. h. die Wohlhabenden wohnen in angenehmer Umgebung und die Unbemittelten in den nüchternen Miethskaserncn, die bekanntlich auch in den Vor- orten für sie bereitet sind. Die besitzende Klasse xwohnt jetzt in den„Kolonien" am Wannsee, am Griebnitzsee oder am Grüne- wald noch besser, als in der Thiergartenstraße, während die besitzlose in Reinickendorf. Neu- Weißensee, Friedrichsberg. Rixdorf u. f. w. vielleicht noch schlechter wohnt, als ans dem Wedding, dem Gesundbrunnen oder am Görlitzer Bahnhof. Jene„Kolonisations"-Schwärn,er hatten vergessen, daß das kapitalbesitzende Unternehmerthum, auf dessen Hilfe sie angeiviesen blieben, den Teufel»vas nach„Mischling der Stände" und„Ver- besserung der Wohnungsverhältnisse der arbeitenden Klasse" fragt, sondern nur mitthut,»vo's was zu verdienen giebt. Die meisten neueren„Kolonien" um Berlin verdanken ihre Entstehung diese»» und keinem anderen Wunsche. Friedenau, das übrigens, zwischen Grunewald oder Wannsee und Neu-Weißensee die Mitte bildend. vorwiegend den„Mittelstand" beherbergt, ist aus die elbe Weise entstanden. Vo»n Ettave,»Handel I« Berlin. In einem Vorortblatt findet sich folgeiides Inserat:„Achtung! Achtung! Heute sind 75 kräftige Landmädchen o h n e R e i s e k o st e n von Insel Rügen und Mecklenburg eingetroffen und 21 tüchtige Ackerknechte; selbige gebe ich mit ganz billiger Provision. Um schleunige Auf- träge bittet G. M. Hoffstaedt. Berlin 0., Madaistr. 6, am Schlesi- schen Bahnhof" je. Groß ist der Unterschied zivischen Berlin und Kamerun gerade nicht mehr. Einem Betrüger»st es vor ernigen Tagen gelungen, von dem Kassirer e,ner hiesigen Gewerkschaft 19 M. zu erschwindeln. Der Betreffende gab an. Karl G e h r k e zu heißen, und will aus Württemberg gebürtig sein. Er ist etwa 24 Jahre alt, 1,75 Meter groß und trägt einen schivarzen Schnurrbart. Die organisirte Arbeiterschaft wird vor diesen» Betrüger gewarnt. Vor Hunger ist am Donnerstag Abend vor dem Hause Landsbergerstr. 106 ein junger Mann zusammen gebrochen. Vor- übergehenden, die sich seiner annahmen, erzählte er. daß er seit zwei Tagen. nichts gegessen habe. So gut es ging, sorgte das Publikum für die Wiederherstellung des Opfers unserer herrlichen sozralen Zustände. Theater. Bei einem Rettungswert hat am Donnerstag Abend um) Eine unbefangene Würdigung" dieser Thatsachen hätte die Ab93/4 Uhr der 22 Jahre alte Mechaniker Emil Gutschmidt, der am geordneten der Polizeibehörde von einer Einmischung abhalten Salzufer 19 bei den Eltern wohnte, das Leben verloren. Der Im Schillertheater sind vor vollbeseztem Hause am sollen. Vorgang verlief folgendermaßen: Der Vater bes jungen Mannes Donnerstag zum ersten Male Heinrich Laube's Karlsschüler Damit war jedoch die Staatsanwaltschaft nicht zufrieden, ist Privatwächter auf dem Grundstück der Asphaltfabrik von in einer durchweg guten Besetzung aufgeführt worden, aus der vor sondern legte Revision ein. Es sei, so hieß es in derselben, ber Johannes Jejerich am Salzufer 18. Er saß gegen 91/2 Uhr mit allem Serafine Detschy mit ihrer Musterleistung als Gräfin Hohen-$ 15 des Vereinsgesetzes von den Angeklagten doch verletzt. feiner Ehefrau und dem Sohne in der Piörtnerbude, als plöglich heim hervorragte. Fast ebenbürtig stand ihr namentlich in dem großen Das Vorhandensein einer Versammlung gehe auch zum Wesent die Rufe des Inspektors. Stephan Gutschmidt, kommen Sie Dialog des vierten Attes Herr Pategg als Herzog zur Seite; hier war lichen daraus heraus, daß ein bestimmter Grund die Angefchulmal her" zu ihm drangen. Stephan vermißte seine 15 Jahre eine Leistung geboten, der sich eine erste Bühne nicht zu schämen bigten in dieselben Räume geführt habe, wo sonst die alte Tochter Emilie, die Gutschmidt eben noch mit einem Ar- brauchte. Auch Herr Bach fand sich in Spiel und Maste mit Sigungen des Vereins, dessen Mitglieder fie fast ausnahmsbeiter hatte sprechen sehen. Als der Wächter das junge Mädchen seinem Schiller gut ab; das Pathos artete bei aller Lebhaftigkeit los feien, stattfanden; der Hinweis in dem Inserat des Annun in die väterliche Wohnung rufen wollte, rannte es auf dem nie in die öde Schreierei aus, die an der alten Schule so geklagten Heyn, des Vorsitzenden des Vereins, auf den gemüthFabrikhofe plötzlich an ihm vorbei auf den Schifffahrtskanal zu. gern als geniale Stärte bewundert wurde. Ziemlich unglücklich lichen Abend lege nahe, daß die Betreffenden doch ein gemeinDer Sohn des Wächters rannte dem jungen Mädchen nach, war Frau Wilke im Schwäbele; wir glauben nicht, daß ihr famer 3wed geleitet habe. weil man befürchtete, es möchte möchte fich aus Furcht vor sonderbares Kauderwälsch dem wirklichen Herzog Karle besonders In der gestrigen Versammlung vor dem Rammergericht ers einer väterlichen Bestrafung ein Leides anthun. Emilie imponirt hätte; gar zu passiv gab sich Frl. Hebbel als Laura. Aus flärte der Oberstaatsanwalt kurz und bündig, daß von einer Stephan sprang nun, als fie sich verfolgt fah, topfüber in das den Nebenrollen sei die des Sergeanten hervorgeboben, welche Bersammlung im Sinne des Gesetzes so lange keine Rede sein Waffer, und der junge Gutschmidt sofort hinterdrein, um sie zu der aufs Militär geaichte Herr Hermes mit einem vortrefflich tönne, als nicht der Beweis erbracht sei, daß eine Gruppe von retten. In diesem Augenblick ruderte ein junger Mann mit einem gerathenen Gemisch von Gemüth und Komik verkörperte. Personen in eine Erörterungöffentlicherдngelegen Kahn an der Stelle vorüber, überfah die Sachlage und hatte das Das Publikum nahm, wie bisher alle ihm von heiten eingetreten fei; es sei deshalb Ver= Glück, das junge Mädchen zu fassen, bevor es versinken konnte. Der Direktion Löwenfeld gebotenen Stücke, auch die werfung der Berufung zu empfehlen. Dem schloß Nachdem er es an das Land gebracht hatte, wurde Emil Gut- zur Vorfeier von Schiller's Geburtstag gegebenen Karls- sich der Senat nach einer sehr langen und eingehenden Beschmidt vermißt, der von den Ruderern in der Dunkelheit nicht schüler mit vergnügten Sinnen hin. До sich unter rathung an; die Kosten wurden der Staatskasse auferlegt. Weil bemerkt worden war. Die Eltern liefen nun in voller Verzweif- den Beamten und kleinen Rentiers, die mit ihren Gemahlinnen die Versammelten nach objektivem Ermessen und in ge lung an das Ufer, und die Mutter rief, indem sie die Arme aus den Stamm des Parquetts bilden, Leute befinden, die beim An- felligem 3irtel sich zusammen gefunden hätten, so wurde Streckte: Emil, Emil, reiche mir doch die Hand". Als aber schauen der Karlsschüler Vergleiche zwischen ehemaliger und in der Begründung weiter ausgeführt, fonnte auch die Aufweder Antwort erfolgte, noch der Gesuchte an das Land zurück- heutiger Fürsten- und Staats herrlichkeit anstellen das möchten forderung des Beamten zum Berlaffen des Lokales nicht die tehrte, forschte man weiter nach und stieß alsbald auf den wir billig bezweifeln. Wirkung haben, daß die Nichtbefolgung dieser Weisung strafjungen Mann, der bei der Rettungsarbeit ein nafjes Grab gebar sei. runden hatte. Emil Gutschmidt war die Stüße seiner hochbetagten Eltern. Unfall. Einem Arbeiter, welcher bei dem Rixdorfer Bahnhofs- Umbau beschäftigt ist, zerschmetterte eine herabfallende Sdiene den linken Fuß. Nachdem der Bedauernswerthe an Ort und Stelle einen Nothverband erhalten, wurde er von mehreren Kollegen nach seiner Wohnung gebracht. Erstickt. Die Ehefrau des in der Schönweiderstraße in Rixdorf wohnhaften Arbeiters Teichert mußte vorgestern ihr 11/2 Monate altes Töchterchen kurze Zeit in der Wohnung allein Lassen. Bei ihrer Rückkehr fand die unglückliche Mutter ihr Kind erstickt im Bette liegen; der Gummipfropfen der Saugflasche war dem Kinde in die Luftröhre gerutscht und hatte den Tod des tleinen Wesens herbeigeführt. Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. 14 Wie ein deutsches Gericht im Jahre 1894 feine Würde wahrt. In einer Sihung des Schöffengerichts zu Berhaftet find gestern der Redakteur und Verleger der Liegnig erschien ein Beuge in blauer Blouse und erregte das Lichtstrahlen, Rudolf Harnisch, seine Ehefrau, sein Das Fehlen der Juvalidenkarte an sich be. durch das Mißfallen des Vorsitzenden, Amtsgerichtsraths Bruder Fritz Harnisch, ferner der Schriftsteller Teistler rechtige nicht zur sofortigen Entlassung eines Matthes, obgleich das Kleidungsstück durchaus rein und ganz und die Ehefrau desselben, nachdem eingehende Haussuchungen, e in mal engagirten Arbeiters. So entschied die war. Der Zeuge hatte mit um so größerer Zuversicht zur An sowohl in der Privatwohnung der Genannten als in der Kammer I unter dem Vorsitz des Assessors Hellwig in ihrer legung der Arbeitskleidung sich entschlossen, als in einer früheren Druckerei der Lichtstrahlen vorausgegangen waren. Den Ehe- Sigung vom 3. November, indem sie den Schneidermeister Verhandlung vor demselben Gericht diefelbe keinerlei Anlaß zu Frauen der Verhafteten soll, wie von einer Seite verlautet, zur Abraham zur Zahlung einer Lohnentschädigung verurtheilte. Vor Ausstellungen seitens des damaligen Vorsitzenden gegeben hatte. Last gelegt worden sein, daß sie beim Vertriebe der Lichtstrahlen, Gesetzwidrigkeiten hätte sich der Beklagte, führte der Vorsitzende Dies Mal nun animirte so berichtet die Brest. 3tg."-in denen ein älteres Gedicht für staatsgefährlich befunden worden aus, dadurch bewahren können, daß er bei den zuständigen Be- der Vorsitzende den Amtsanwalt zur Stellung eines Straf. ist, behilflich gewesen seien. Andererseits ist uns berichtet hörden die Ausstellung einer neuen Karte für den Kläger beantrages, doch meinte dieser, daß der Zeuge sich wohl nicht worden, daß der Verhaftung keine politische Motive zu Grunde wirfte. so recht bewußt gewesen sei, welche Kleidung für das Erscheinen Liegen. vor Gericht passend sei, und lehnte einen solchen Strafantrag ab. Kontrattbruch. Gegen eine Klage auf Zahlung von Der Zeuge selbst entschuldigte sich damit, daß er sofort nach der 8 M. rückständigen Lohnes wandte der Schlächtermeister Krohn Berhandlung wieder seine Arbeitsstätte babe aufsuchen wollen. ein, der Kläger, Schlächter Kl., habe seine vertragsmäßigen Der Gerichtshof war indessen der Ansicht, durch die ArbeitsPflichten zu erfüllen sich geweigert. Derfelbe sei bei ihm tleidung, welche für das Erscheinen vor Gericht unpassend sei, Kundschaftsgeselle gewesen. Als solcher hätte er am 28. Oktober, habe sich der Zeuge dessen Vernehmung sich übrigens als einem Sonntag, zwischen 12 und 2 Uhr Mittags die Kunden überflüssig herausstellte Uhr Mittags die Kunden überflüssig herausstellte einer Ungebühr vor Gericht besuchen und anfragen sollen, was diese zum anderen schuldig gemacht und erkannte auf eine Ordnungsstrafe Tage wünschten. Anstatt den Auftrag auszuführen, sei von 3 M. Kläger um viertel eins bei ihm, Beklagten, im Laden erschienen, mit seinem besten Anzug angethan, und habe erklärt, er Kann man das elendefte aller Wahlsysteme noch ver. wolle sich verändern". Troz nochmaliger Aufforderung, den ächtlich machen? Ja! Wenigstens nach Ansicht des StaatsAuftrag auszuführen, habe Kläger dabei verharrt, fich fofort zu anwalts zu Liegnik. Vor der Strafkammer zu Liegnig fand verändern", d. h. sofort aufzuhören. Er, Beklagter, habe des am 7. d. M. die Verhandlung gegen den Steinmez Hohberg und halb seiner Forderung nach Lohn nicht nachgegeben. Beklagter Genossen wegen Vergehens gegen§ 131 Str.-G.-B. unter Vorsucht dies mit einem Hinweis auf den§ 124b der Gewerbe- fiz des Landgerichtsdirektors von Goldbeck statt. Die Vers Einen Auflauf gab es vorgestern vor dem Haufe des Ordnung zu rechtfertigen. Der Kläger hält den Darlegungen theidigung führte. Rechtsanwalt Dr. Herzfeld aus Berlin. Mehl- und Vorkosihändlers Täschner, Prinzenstr. 65. Nachdem des Beklagten entgegen, daß er nach den getroffenen Ber. Die Angeklagten sollen durch Vertheilung des Flugblattes:" An erst vor furzem ein junges Mädchen, das bei diesem Herrn in einbarungen sich nur des Sonntags zwischen 12 und 2 Uhr die arbeitende Bevölkerung in Stadt und Land", welches beDienst getreten, von der Mutter wegen unpassender Behandlung hätte verändern" dürfen. Nach 2 Uhr brauchte Beklagter fanntlich mit dem Satze schließt: Nieder das elendeste aller abgeholt war, hatte die Stiefmutter des neuen Mädchens Nach die Austrittserklärung nicht mehr anzunehmen. Der Vorsitzende, Wahlsysteme" das Dreitlaffen Wahlsystem verächtlich gemacht richt davon bekommen, daß der Gesundheitszustand ihrer Tochter Assessor Leo, belehrte den Kläger dahin, daß er sich seines haben. ein längeres Verweilen im Haufe der neuen Herrschaft nicht Rechts, um 2 Uhr die Stellung aufzugeben, nicht beraubt hätte, Die Beweisaufnahme ergab, daß die Angeklagten ver thunlich erscheinen lasse. Trozdem das Mädchen ihrer erkrankten wenn er zu einer beliebigen Zeit zwischen 12 und 2 Uhr die schiedenen Personen das Flugblatt gegeben und der Angeklagte Hände wegen gar nicht arbeitsfähig ist, litt Herr Täschner doch Arbeit auffündigte, und im übrigen seine Pflichten erfüllte. Daß Himmler am Pfingfisonntage mit einem Packet Flugblätter von nicht, daß es aus seinem Hause fortgenommen werde; vielmehr er sie aber nicht erfüllte, sei ein Kontrattbruch, und nach Hause fortgegangen und ohne dasselbe zurückgekehrt war. entfernte er die Mutter des Dienstmädchens, die mit dieser Ab dem Paragraphen 124 b habe der Beklagte das Recht, ihm Der Staatsanwalt plädirte, daß es nicht darauf ankomme, ficht gekommen war, derart unglimpflich aus seinem Hause, daß von seinem Lohn nun den ortsüblichen Tagelohn für den ob die in dem Flugblatt enthaltenen Thatsachen mehr oder das Publikum, welches durch den Lärm herbeigelockt wurde, dem Tag des Kontraftbruchs im Betrage von 2,70 Mart in minder wahr seien. Der Ton des Flugblattes sei frech und Herrn Täschner manche Lektion über den Umgang mit Menschen Abrechnung zu bringen. Infolge diefer Belehrung verglichen ungehörig() und gebe darauf aus, den Eindruck zu er sich die Parteien auf Zahlung von 5 M. an den Kläger. Wiederum wird ein Selbstmord aus Noth gemeldet! Usus." Der Friseur Schilling behauptete, zur sofortigen Der 65 Jahre alte Privatlehrer Karl Arnold hat sich in einem Entlassung des Friseurs Wegner berechtigt gewesen zu sein, weil Gasthofe im Nordwesten Berlins das Leben genommen. Er wohnte dieser erstens seine Gäste geschunden" habe, und weil es zweitens Friedrichstr. 171 und unterrichtete im Buchhalten sowie in der bei ihm„ Usus" sei, Gehilfen erst am zweiten oder dritten Tage englischen und französischen Sprache. Seit einiger Zeit hatte er ihrer Thätigkeit auf feft" zu engagiren. Der Kläger nur sehr wenige Schüler und gerieth so in Bedrängniß, daß er hat nur einen Tag beim Beklagten gearbeitet. Dieser wegen rückständiger Wohnungsmiethe auf die Straße gesezt hatte mit dem Kläger weder die Kündigung aus Am Mittwoch nahm er in dem Gasthofe Aufenthalt geschlossen, noch etwas von einem vorläufigen Engagement und wurde am Donnerstag Bormittag furz nach 10 Uhr in seinem auf Probe" zu demselben geäußert. Der Usus" in seinem Zimmer erhängt aufgefunden. Geschäft ging natürlich dem Gericht nichts an, und da auch das fehlerhafte Rafiren tein Entlassungsgrund im Sinne der GewerbeOrdnung,§ 123, ist, wurde Beklagter verurtheilt. ertheilte. wurde. # weden, daß die Regierung das Dreillassen Wahlsystem zu bem Zwecke benutze, um den besigenden Klaffen Vortheile uzuwenden und die Arbeiter zu deren Gunsten auszubeuten und zu unterbrücken. Das ergebe sich insbesondere aus den folgenden Sägen des Flugblattes, welche erdichtete Thatsachen enthielten: " Die erdrückende Mehrheit der preußischen Bevölkerung hat nichts zu sagen, wo es sich um ihr Wohl und Wehe, um ihre Sie ist nur gut dazu, eigenen Angelegenheiten handelt. zu Steuern zu zahlen und abseits zu stehen, Steuern zu zahlen und dulden und zu schweigen. Abgeordneten nicht Erwählte des Volles, sondern allein die AbSo tommt es, daß im Haufe bex Uebel zugerichtet wurde am Freitag früh etwa um 11/2 Uhr gesandten der besitzenden Klasse figen, die nicht für das Gemein wohl eintreten, sondern nur das Interesse ihrer eigenen Klasse von der eigenen Familie der 44 Jahre alte Tischler August Collier verfolgen."" Der Unterricht dient nicht dazu, die Masse aufzu aus der Naunynstr. 64. Er erschien blutüberströmt auf der Sanitäts- Weshalb ein Wertführer unter Umständen flären. Im Gegentheil, die wichtigsten und lehrreichsten Dinge, wache in der Adalbertstraße und gab an, von seiner Frau und sofort entlassen werden kann. Gegen eine Entschädie die Geister erhellen, die die Bürger zur Führung der politi feinen 3 Kindern zum Theil mit Meffern bearbeitet worden zu bigungstlage des Werkmeisters Koplin wandte die beklagte Firma schen Geschäfte geschickt machen, werden fünftlich ferngehalten." fein. Er hatte auch thatsächlich 5 Wunden auf dem Ropie, die Rosenthal u. Groß( ameritanische Schuhwaarenfabrit) ein," So werden die Bevorrechtigten, die mit goldenem Löffel im nach dem Gutachten des Sachverständigen von einem Messer der Kläger hätte entlassen werden können, weil er eine Fälschung Munde geboren werden und in deren Windeln ein Junkerwappen herrühren. Die Familie entschuldigt sich damit, daß der Vater vorgenommen habe. Daneben verwies der Vertreter der Beklagten eingeftickt ist, begünstigt und mit Spenden aus aller Mittel überfeit 12 Jahren nicht arbeite, sich erhalten lasse und jeden Abend darauf, daß sich der Kläger mit einem Arbeiter geschlagen habe, schüttet, während Ihr über den Löffel barbirt werdet von der betrunken nach Hause komme. So sei es auch diesmal gewesen, wovon die Folge gewesen sei, daß der Arbeiterausschuß im Namen Landrathskammer, während Ihr wieder leer ausgehet, darbet und aus dieser Veranlassung sei zunächst ein Streit, dann eine der übrigen Arbeiter die Entlassung R.'s gefordert hätte. Die und geschuhriegelt werdet von oben bis unten." Die Angeklagten Brügelei zwischen dem Vater einerseits und der Mutter, den Achtung der Arbeiter vor dem Wertführer sei erloschen. Die feien daber aus§ 131 des Strafgesetzbuches zu bestrafen. Er bes beiden Söhnen und einer Tochter andererseits entstanden. Die Behauptungen der Beklagten wurden bewiesen. Die Fälschung antragte Strafen bis zu 6 Monaten Gefängniß. Berletzungen seien dem ersteren nicht mittes eines Messers, sondern bestand darin, daß der Kläger auf einem Arbeitszettel Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Hersfeld, führte dagegen mit Hilfe eines Zollstockes beigebracht worden. Die zu einer bestimmten Arbeit benutte Beit ab aus, daß der Ton des Flugblatts keineswegs genüge, um die fichtlich falsch angab. Hierin sah die Kammer II unter Angeklagten zu verurtheilen, daß vielmehr eine Bestrafung dem Borsiz des Assessors v. Schulz am 5. November einen Miß nur dann stattfinden könne, wenn jedes einzelne Thatbestands= brauch des Vertrauens gemäß§ 133c, Nr. 2 der Gewerbe- merkmal des§ 131 Str.-G.-B. vorliege. Er führte dann an der Ordnung. Kläger wurde deshalb abgewiesen. In der Begründung Hand der Entscheidungen des Reichsgerichts aus, das die vom führte der Vorfiyende aus, daß außer dem angeführten Para- Staatsanwalt infriminirten Säße überhaupt teine Thatsachen graphen auch noch der§ 133b die Entlassung rechtfertige. Die enthielten, wie es der§ 181 verlange, fondern nur Urtheile, also Schlägerei mit ihren Folgen stelle nämlich einen Grund zur Auf- diese Säße für die Schuldfrage überhaupt nicht in Betracht lösung des Dienstverhältnisses im Sinne des letteren Paragraphen tommen tönnten. Freilich enthalte das Flugblatt Thatsachen über 133b lautet:„ Jeder der beiden Theile( Werkführer zc. das Schulwesen, über die Millionen- Entschädigungen der Standes. einerseits, Unternehmer andererseits) fann vor Ablauf der vertrags herren, über den Erlaß der Grundsteuer, über den Erlaß mäßigen Zeit und ohne Innehaltung einer Kündigungsfrist der Bergwerksabgaben an die reichen Bergwerksbesizer, wo der die Aufhebung des Dienstverhältnisses verlangen, wenn ein Staat Regalherr ist, und die Erhaltung dieser Abgabe, w00 wichtiger, nach den Umständen des Falles die Standesherren die Regalherren sind. Indessen alle diese ThatAufhebung rechtfertigender Grund vorliegt." sachen seien wahr und nicht erdichtet, und er fei bereit, den Gegen 21 Parteigenoffen aus Zeit stand am Donners: Beweis für diefelben anzutreten, falls das Gericht auf dem tag vor dem Straffenat des hiesigen tönigl. Kammergerichts Standpunkt stehe, daß die Angeklagten den Beweis der WahrTermin an. Es handelte sich hierbei um einen Fall des Ueber- heit und nicht vielmehr der Staatsanwalt den Beweis der Unschreitens von polizeilicher Amtsbefugniß, der auch bei uns nicht wahrheit zu führen habe. Er führte weiterhin des Näheren aus, gerade zu ben Seltenheiten gehört. Von einem Wirth in Beig, daß teins der übrigen Thatbestandsmerkmale des§ 131 vorliege bei dem der dortige Arbeiter- Bildungsverein und ein proletarischer und beantragte daher Freisprechung der Angeklagten. Nach einstündiger Berathung verkündete der Gerichtshof, daß Gesangverein ihre regelmäßigen Sizungen abhielten, war vor zirka Jahresfrist ein gemüthlicher Abend veranstaltet. Aus der die von dem Staatsanwalt infriminirten Säße des Flugblattes, wie Thatsache die doch wahrhaftig nichts Verwunderliches ent. Der Bertheidiger ausgeführt habe, nicht Thatsachen, sondern Urs Daß unter den Gänen sich Mitglieder der obengenannten theile ſeten und die Angeklagten daher freizusprechen feien, wenn Vereine in größerer Bahl befanden, schloß die Polizeibehörde auf nicht der Staatsanwalt Beweis für die unwahrheit der im Flugblatt enthaltenen Thatsachen antreten Der „ Versammlung" und ein Beamter löfte die zwanglofe Staatsanwalt erklärte, er wolle diesen Beweis bezüglich der Bes Unterhaltung unter dieser Voraussetzung auf; einundzwanzig hauptung des Flugblatts fiber die Grundsteuern antreten und wurden, weil sie sich nicht gleich entfernten, bat um einen neuen Termin, zu dem er die Beweismittel herbeiPersonen aufgeschrieben und daraufhin mit den entsprechenden Strafschaffen werde. Das Gericht beschloß hierauf, dem Staatsanwalt mandaten heimgesucht. Das Schöffengericht zu Zeit be stätigte dieselben am 29. März; auf eingelegte Berufung hob die Akten zuzuftellen und demnächst einen neuen Termin zur jedoch das Landgericht zu Naumburg durch Erkenntniß vom nochmaligen Verhandlung der Sache anzuberaumen. Die dreistündige Verhandlung fand gegen den Protest des 4. Juli cr. das Urtheil auf und sprach die Angeklagten unter folgender Begründung frei: Es sei festgestellt, daß durch Inferat Bertheidigers unter Ausschluß der Deffentlichkeit statt, mit der im sozialdemokratischen Volksboten" angezeigt sei, daß die Begründung, daß dieselbe eine Gefährdung der öffentlichen Sigung des politischen Arbeitervereins an dem fraglichen Abend Ordnung besorgen lasse. ausfalle. Bestimmende Merkmale einer Versammlung, das Be fprechen von öffentlichen Angeleaenbeiten 2c. feien nicht erwiefen. Polizeibericht. Am 8. d. M. wurde Morgens ein Mann in seiner Wohnung, in ber Ruppinerstraße, und Vormittags ein Mann in einem Hotel erhängt vorgefunden. In der Köpenickers ftraße gerieth Nachmittags ein Kutscher bei einer Wendung des von ihm geführten Fuhrwerts mit dem Fuße zwischen die Deichsel und den Wagen und erlitt einen Knöchelbruch. Am Humboldt hafen fiel ein Arbeiter von einem in der Fahrt befindlichen Arbeitswagen, gerieth unter die Räder und wurde an der Schulter schwer verlegt, Im Hause Pariser Play 5 fand ein Dachstuhl brand statt. Witterungsübersicht vom 9. November 1894. Stationen. Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke 222| 222NNON( Stala 1-12) Swinemünde Samburg 757 SEM 756 Saf Berlin 757 SW Wiesbaden. 759 NA München 760 SW Wien 759 WNW Haparanda 763 SM Petersburg 770 N. 752 749 . 759 Cort. Aberdeen Paris ៩៩២ SM Wetter Temperatur 144444( nach Celfus 50.40 R.) moltig 5 halb bedeckt woltenlos heiter wolfig Regen bedeckt 4 bedeckt 9 woltig 18 halb bedeckt 5 wolkig 4 Wetter- Proquofe für Sonnabend, den 10. November 1894. Nachts fübles, am Tage ziemlich warmes, theils heiteres, theils woltiges Wetter mit etwas Regen und mäßigen füdwest lichen Winden. Berliner Wetterbureau. bar. hält eine " wolle. Die Durchlöcherung der Sonntagsruhe. Das Rammer. aericht beendiate aestern einen wichtigen erbtaftyeit. bew kelaev Dermischtes. der Thatbestand zu Grunde lag. Der Kaufmann Wolf in Berlin, besserer Beweis für den Nußen und die Nothwendigkeit der geLeipzigerstr. 50, welcher hier ein Put- und Modewaaren- Geschäft wertschaftlichen Organisation erbracht werden, als dieser. Wir besigt, war beschuldigt worden, häufig Sonntags von 10-12 Uhr erlassen deshalb den Mahnruf an alle der Organisation noch Herstellung des Serums. Die Heilferum- Anstalt zu Höchft Personen im Handelsgewerbe beschäftigt zu haben. Wolf befißt Fernstehenden: Hinein in die Gewerkschaften! hat, wie die Münchener Med, Wochenschr." aus zuverlässiger unter seinem Laden und räumlich von letzterem getrennt eine Aus dem Troppauer Kohlengebiete liegt folgende tele- Quelle vernimmt, zur Zeit selbst Mangel an Serum. In einigen Werkstätte, in welcher Mädchen zur fraglichen Beit, also während graphische Nachricht vor: Troppau, 9. November. Gestern Tagen hofft man, 70 Liter Blut= 35 Liter Serum zu gewinnen. der Sonntagsruhe, im Interesse des Puzgeschäfts thätig waren. Nachmittag fuhren im Eugenschachte zu Peterswald 75 in Die Lieferung bestimmter Mengen fann erst ab Januar 1895 in Das Schöffengericht sprach den Angeklagten frei, da er die Poremba 70, auf dem Neuen Schachte in Lazy 30, im Orfauer Aussicht gestellt werden. Die Zahl der eingestellten Pferde, die Mädchen nicht im Handelsgewerbe, sondern im Handwerk be- Hauptschachte 15 pCt. der Belegschaft ein. Im Bettinaschachte fast ausschließlich benutzt werden und die erst nach 6-15 Monaten schäftigt hätte. Die Straffammer verurtheilte jedoch den Anzu Dombrau fuhr niemand ein, dagegen in der heutigen Früh- völlig immunisirt sind, beträgt gegenwärtig 32. Bekanntlich geklagten, da hier jede Grenze zwischen dem Handelsgewerbe und schicht im Bettinaschachte die Hälfte, in den übrigen Schächten wird den Pferden das Diphtheriegift eingeimpft und den Thieren Handwerk fehle und der Umgebung des Gesetzes über die fast die ganze Belegschaft. dann später von Zeit zu Zeit eine Portion Blut abgezapft. Von Sonntagsruhe Thür und Thor geöffnet wäre, wenn ein Verfahren, wie dasjenige des W., ftraflos bliebe. Gegen diese Entrechnung vom zweiten Quartal wiederum einen erfreulichen Fortliche Flüssigkeit, per Einspritzung als Heilmittel gegen die Der deutsche Holzarbeiter Verband weist in seiner Ab- diesem Blute wird das Blutwasser( Serum"), eine hellgelbfcheidung legte der Angeklagte erfolgreich Revision beim Kammergericht ein. Der Straffenat erklärte es für unzweifelhaft, schritt auf. Die Zahl der Filialen beläuft sich jetzt auf 392 d. b. Diphtherie verwandt. Von rechtswegen eine richtige Pferdefur". Das Fliegen ist den Vögeln so leicht, und den Menschen daß die betreffenden Mädchen auch im Interesse des Handels: eine Zunahme gegen das voraufgegangene Quartal um 26. In gewerbes thätig waren; sie seien aber nicht als Gehilfinnen im gleicher Weise ist die Mitgliederzahl von 24 499 auf 26 726 ge- fo fchwer vermuthlich weil sie noch nicht so flug gewesen sind, Handelsgewerbe, sondern als solche im Handelsbetriebe an stiegen. Unter den Ausgaben sind zu erwähnen: Reiseunterstügung bei den Vögeln Unterricht zu nehmen. Wie viel Menschen haben zusehen. Die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung für die 380,08 m., Agitation 551,62 M., Fachorgan 11 529,62 M., Beitrag loren! Und nachgerade hatte man sich daran gewöhnt, das Die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung für die 13 324,36 M., Gemaßregelten- Unterstützung 200,36 M., Rechtsschutz vom Grübeln über die Flugmaschine schon den Verstand ver Sonntagsruhe feien aber bis jetzt nur für das Handelsgewerbe, an die Generalkommission 100,- M. Die gesammte Ausgabe Fliegen und das lenkbare Luftschiff mit dem Stein der Weisen und nicht aber auch für das Handwerk in Geltung. beträgt 48 297,40 M. Der Verband verfügt jetzt über ein Ver- der Quadratur des Zirkels auf eine Stufe zu stellen. Man war mögen von 37 389,38 M. Er hat nach dem ersten abgeschlossenen aber nur auf einer falschen Fährte: der Luftballon, Geschäftsjahr eine Zunahme des Kassenbestandes von 6076,11. der vor 120 Jahren entdeckt ward und der eine Zeit lang für die zu verzeichnen und gehört nach seiner Mitgliederzahl im Vergleich Lösung des Luftschiff Problems galt, war in Wirklichkeit Hauptzu den letzten statistischen Angaben der Generalfommission zu der hinderniß der Lösung. Ein lenkbarer Luftballon ist ein Widerstärksten Gewerkschaftsorganisation. finn. Das hat man allmälig entdeckt, und neuerdings fängt man Gewerkschaftliches. " Musikinstrumenten Arbeiter! Kollegen! Begünstigt durch eine schlechte Geschäftskonjunktur in unserer Branche und Maffenauflösung fächsischer Gewerkschaften. Der Auf- an, sich, wie das Dädalos schon vor 4000 Jahren und mehr gedem Indifferentismus einer großen Zahl von Kollegen jeder lösung des Gewerkschaftskartells in Crimmitschau ist die Auf- than, bei den Vögeln Raths zu erholen und ihnen das Fliegen Organisation gegenüber haben es die Unternehmer verstanden, die Arbeitszeit zu verlängern und die Löhne auf ein Niveau lösung von acht Gewerkschaften gefolgt: Schneider und ver- abzugucken. Wobei wir natürlich nicht blos an Einzelan Massen fliegen mit herabzudrücken, bei dem ein menschenwürdiges Dasein zu führen wandte Berufe; Metallarbeiter; Tischler und Holzarbeiter; fliegen denken, sondern auch herabzudrücken, bei dem ein menschenwürdiges Dasein zu führen Maurer und Steinmetzen; Bäcker und Müller; Bimmerer; Maschinen. Hierauf richtet sich jetzt der Scharfnicht möglich ist. Kollegen, jezt, wo unsere Geschäftsverhältnisse Textilarbeiter; Lithographen, Steindrucker und Buchdrucker. sinn der Erfinder; und die zu lösende Aufgabe ist zu günſtiger liegen und die Nachfrage nach Arbeitskräften eine be- Diese Massenauflösung von Organisationen wird zur Folge nächst: daffelbe oder ein ähnliches Berhältniß von Kraft deutend beffere geworden, laßt die Gelegenheit nicht unbenutzt, haben, daß die betroffenen Arbeiter die Arbeiterfürsorge des und Gewicht herzustellen, wie es bei den Vögeln besteht, eine Aufbefferung der Löhne zu erreichen. Die öffentliche Gegenwartsstaates überall preifend verkünden werden. Be- namentlich bei den besonders flugstarken, die insgesammt im VerMusikinstrumenten- Arbeiter- Bersammlung, die am 29. Oftober fonders Sachsens Ruhm werden sie in allen Tonarten fingen. in Sanssouci tagte und von zirka 2000 Personen besucht war, faßte nachstehenden Beschluß einstimmig: Jede Ueberstunden- Arbeit ist energisch zurückzuweisen und mit einer Lohnforderung zuerst in den fchlechtest zahlenden Fabriken vorzugehen." Zu gleicher Zeit wurde eine Kommission von 12 Kollegen gewählt, welche sofort die nöthigen Schritte veranlassen soll. Dies ist nun mit einem Theil der Fabriken geschehen, die die gerechten Forderungen der Arbeiter anerkannt, die Löhne entsprechend erhöht und jede Neberstunden Arbeit fallen gelassen haben. Bis Mittwoch, den 7. d. Mts., waren es die Firmen Fiedler u. König, Grand, Gude, Nieber u. Ko., Weber( bis jetzt bei den Abpußern), Neumeyer, Bohn u. Ko. Gin Theil von Resultaten der gestellten Forderungen steht noch aus. Kollegen, wartet nicht erst das Ein: treten der Lohnkommission ab, da es derselben trotz aller Arbeitsfreudigkeit nicht möglich ist, in der Kürze der Zeit mit allen Fabriken Fühlung zu nehmen. Geid einig, stellt den Tarif auf und geht geschlossen vor. Die Zeit ist kostbar, nütt dieselbe aus! In der Pianofabrik von Ulbrich, Krautstr. 14, ist eine Arbeitseinstellung fämmtlicher Kollegen seit dem 3. d. M. erfolgt, da der Fabrikant sich weigert, die bescheidene Forderung von 15 pet. Lohnerhöhung zu bewilligen. Die Forderung ist nur zu gerecht, da diese Fabrik mit die niedrigsten Löhne in ganz Berlin zahlt. Die Aussicht auf baldigen Sieg der Kollegen ist sehr günstig. Der Geist der Streifenden ist ein guter. Die öffentliche Versammlung der MusikinstrumentenArbeiter vom 4. d. M. hat den Streik als gerechtfertigt anerkannt. Im Ausstand befinden sich 18 Kollegen, davon sind 16 zu unter stützen. Listen zur Sammlung freiwillig gezahlter Gelder find ausgegeben und jeden Abend im Restaurant Rohr, Naunynftr. 78, zu haben. Die Kollegen haben die Pflicht, diese Listen zahlreich abzuheben und baldigst zurückzustellen, überhaupt die Streifenden moralisch und materiell zu unterstützen. Anfragen und Mel bungen find zu richten an die Lohnkommission der Mufit Instrumenten- Arbeiter Berlins, Restaurant Rohr, Naunynstr. 78. Eine Lohuregulirung" nach dem Muster der Firma Delius in Bielefeld beabsichtigt die Weberei Revensberg in Schildesche demnächst durchzuführen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß es auch dort zu einem Streik kommt, da die Löbne, der Bielefelder Volkswacht" zufolge, schon jetzt ganz miserable genannt werden müssen. Literarisches. Der Hochverraths Prozeß wider Liebknecht, Bebel, Hepner vor dem Schwurgerichte zu Leipzig vom 11. bis 26. März 1872. Mit einer Einleitung von W. Lieb Inecht. Berlin 1894. Verlag der Expedition des Vor: wärts" Berliner Woltsblatt. 14. Lieferung. S. 625-672. 80. Preis 20 Pf. Erstaunen erregte. D hältniß zu ihrem Gewicht eine folossale Kraft haben. Die Schwierigteiten find allerdings groß, aber es ist etwas Mögliches, das erstrebt wird, und schließlich handelt es sich nur um die mecha Wie wir nische Lösung eines Recheneдempels. heute im Leipziger Tageblatt" lesen, ist in der großen Seestadt" an der Pleiße jezt ein tüchtiger Schritt vorwärts gethan worden. Die betreffende Notiz lautet: Leipzig, 8. November. Das Flugproblem hat schon Jahrzehnte und noch länger die Köpfe der Erfinder beschäftigt, und immer hat es nicht gelingen wollen, es einer befriedigenden Lösung zuzuführen. Die Versuche mit Flugmaschinen, welche In diesem Hefte wird der Bericht über den denkwürdigsten Borelli, Laurent, Besnier, Degen, Jenson, Sprinfellow, Candelle Prozeß, der gegen unsere Partei vor Erlaß des Sozialistengefehes und viele andere in neuerer Zeit gemacht haben, sind ohne rechten geführt wurde, abgeschloffen. Außer dem Schlusse der Reden der Erfolg geblieben, und verschiedentliche Theoretiker haben im GegenBertheidiger enthält es die interessanten Debatten über die an saß zu Bettigrew, der die Hoffnung nicht verloren giebt, die Mög die Geschworenen zu richtenden Fragen zwischen dem Prä- lichkeit einer fünfilichen Nachahmung des Fluges bestritten. Jetzt hat fidenten und Staatsanwalt einerseits, den Vertheidigern und Herr Dr. phil. Friz Maser in Leipzig das Flugproblem in einer Angeklagten andererfeits. Dramatisch wirken die Erklärungen der eigenartigen, ganz neuen Weise zu lösen versucht. Dr. Maser hat Angeklagten, worin sie auf ihre Vertheidigung wegen der parteiischen die bisher bekannt gewordenen Lösungsversuche, darunter LilienHaltung des Vorsitzenden zu verzichten, sowie die an die eigen thal's Experimente, berücksichtigt, ist jedoch über dieselben hinausihümliche Rechtsbelehrung des Vorsitzenden sich knüpfenden gegangen. Turch ein einfaches, aber sicheres Mittel macht er Proteste der Vertheidiger. aus Lilienthal's Maschine ein handliches und sicheres Luftvehitel Hieran schließt sich das Urtheil gegen Bebel und Liebknecht und verwandelt gleichzeitig den heutigen, unpraktischen Luftballon wei Jahren Gefängniß, das in ganz Deutschland allgemeines in ein Zuftschiff, welches ein ficher lentbares Fahrzeug zu werden verspricht. Wir können hier nicht näher auf die Erfindung Dem Berichte über die Prozeßverhandlungen folgt der Ab: Dr. Maser's eingehen, welche bereits zum Patent angemeldet druck einer Reihe hochinteressanter Attenstücke, die die Unpartei- worden ist, sie scheint aber ganz dazu angethan, die Hoffnung lichkeit der Geschworenen und die Beeinflussung derselben wieder aufleben zu lassen, daß wir Menschen doch noch dereinst durch die höchsten Justizbeamten in höchst eigenthümlichem gleich dem Bogel werden die Lüfte durchfegeln können. AbLichte erscheinen laffen. Den Echluß des reichhaltigen Hestes warten! bildet der Abdruck der ungehaltenen Bertheidigungsrede Lieb fuecht's, die bekanntlich auch unter dem Titel" Hochverrath und Leben: Eines Tages ging er zu Fuß nach Covent Garden, Shelley erzählt folgende amüsante Anekdote aus feinem Revolution" im Buchhandel erschienen ist. Die folgenden Hefte Condon, und stieß sich zufällig an einem irischen Matrosen, der des Werfes werden eine reichhaltige Sammlung weiterer auf nicht gerade in der besten Laune war, und große Luft zeigte, den Prozeß bezüglicher Materialien enthalten. Leider haben sich die bem Dichter zu Leibe gehen. Im Augenblick war auch eine in dem efte abgedruckten Worte Bebel's und Liebknecht's in Menge schauluftiger und theilnehmender Freunde des Matrosen ihrem Aufrufe vom 27. März 1872 bis jetzt noch nicht erfüllt: Wirke Jeder fo viel er tann, und die Zeit wird nicht zum fröhlichen Verein herbeigeströmt, als Shelley sich unversehens zu ihnen wandte und möglichst ruhig sie mit den folgenden mehr fern sein, wo Urtheile wie das jetzt gegen uns gefällte Borten anredete:" Ich habe meine Hand in den Korb gestreckt; unmöglich sind." ich habe die heilige Gerste angeschaut; ich habe aus der Trommel Das Heilserum und die moderne Behandlung der Diphtherie. gegessen. Ich habe getrunken und ich bin wohl befriedigt: ich Gemeinverständlich dargestellt von Dr. Ludwig Wall- babe gesagt:„ Knock Ompax" und es ist zu Ende." stein, Berlin, Kommissionsverlag von Gafftrer und Danziger. Wirkung war magisch. Der verblüffte Irländer trat zurück; Eine Lohnbewegung der Mannheimer Getreide. Jedem, der fich mit dem Wesen und der Entstehungsgeschichte seine Freunde fingen an ihn auszufragen:" Was für Gerste?" und bei der Wo ist der Rorb?" Was hast du getrunken?" Und Shelley Dreimal bereits zuletzt im der Heilferumtherapie bekannt machen will Arbeiter ist im Gange. Jahre 1893- haben die Mannheimer Getreideträger verfucht, großen Bedeutung, welche diese Form der Krankheitsbehandlung wanderte unbelästigt von dannen. das Joch der sogenannten Oberarbeiter abzuschütteln. Diese in Zukunft voraussichtlich gewinnen wird, dürfte das Intereffe Einst faß der englische Dichter Charles Lamb mitten legteren erhalten von den Firmen in der Regel den Auftrag und ein weit verbreitetes fein tönnen wir das fleine Schriftchen unter einer großen Zahl Gäste am Tische beim, Mittagsmahle vergeben nun die Arbeit, wobei sie den größten Theil des Ver- zur Lektüre empfehlen. Der Leser lernt aus demselben unsere und man hielt ihn allgemein für einen Geistlichen, weil er eine dienstes in ihre Tasche gleiten lassen. Der Mannheimer Docker- neneren Auffassungen über Infektion und Immunität weiße Halsbinde trug. Man ersuchte ihn, das Tischgebet zu verein berief nun eine Versammlung ein, in der beschlossen fennen, die Arbeiten, welche zur Entdeckung der neuen Methode sprechen. Jezt schaute er die Tafel hinunter und fragte halbwurde, an der von der Behörde für das Hafengebiet feft- geführt haben, sowie Gewinnungs- und Anwendungsweise des laut:" Ist denn gar kein solcher verd- Pfaff anwesend?" gefeßten Arbeitszeit, welche im Sommer 10, im Winter Diphtherieheilserums. Das Büchlein ist leicht faßlich geschrieben Nein," antwortete ein Gaft. Dann," sagte Lamb, seinen Kopf 9 Stunden betragen foll, fest zu halten. Der Winfür und wird, da ſein Preis( 60 Pf.) mäßig bemeffen ist, gewiß zahlder Oberarbeiter, welche 12 bis 16 Stunden arbeiten reiche Leser finden. laffen, folle ein Biel gefeßt werden. Des Weiteren wurde ein neuer Tarif berathen, durch den die Arbeiter mehr als bisher zu dem ihnen gebührenden Lohn kommen, ohne daß die Getreidefirmen mehr zu bezahlen hätten als bisher. In dieser Hinsicht Berjaffer legt aus streng juristischen Gründen heraus dar, wurde folgender Beschluß gefaßt: Es bleibt bei der bisherigen warum die bekannte Ansicht des Reichsgerichts eine unrichtige ist, Bezahlung von 10 M. pro Waggon( 10 Tonnen= 200 Bentner). daß in Pres- Straffachen jedes Gericht, an dem das Preßerzeugniß Anstatt daß die Oberarbeiter aber fich wie bisher einen beliebigen mit Willen des Thäters verbreitet ist, zur Aburtheilung zuständig Theil dieser Summe nach eigenem Ermessen zu nehmen vermögen fei. Aus der Entstehungsgeschichte, dem Wortlaut des§ 7 der fie für ihre Mitglieder eintreten. Der Weg, in solchen Fällen und die Arbeiter, welche doch die gesammte Arbeit zu leisten haben, Strafprozeßordnung, aus allgemeinen Rechtsregeln und aus dem Be- gleich den Vorwärts" in Anspruch zu nehmen, scheint uns nicht während die Herren Oberarbeiter die Hände in die Taschen steden griff strafbare Handlung" folgert Verfaffer mit Recht bas bas Richtige. " -n. fentend, laffet uns Gott danken!" -1Der örtliche Gerichtsstand in Prek- Straffachen von Carl Bulling, Geh. Justizrath. Verlag von Rosenbaum und Hart. Die Briefhaften der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wet Buchstaben ober eine Bal anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Sch. 28. Wir möchten Ihnen doch den Rath geben, ders artige Angelegenheiten, wie es bei anderen Organisationen üblich ist, erst nach Rücksprache mit dem Angegriffenen der Deffentlichfeit zu übergeben. Dazu sind doch die Organisationen da, daß " R. F., Iserlohn. 1. Jst fein deutsches Blatt. 2. Das gebot die internationale Solidarität. 3. Jawohl! Hieß früher Arbeiterfreund". und zusehen, mit dem Rest abspeisen, verlangen die Arbeiter, logisch und juristisch Unhaltbare der Anschauung des Reichs- Engler, Frbg. Tragen Sie auf gerichtliche Entscheidung daß der Antheil der Oberarbeiter nur mehr eine Mark pro gerichts und gelangt zu dem Ergebnis: Dertlich zufändig in einer an. Mit Geldstrafe bis zu 15 M. wird bestraft, wer in einer Waggon betrage. Da die Oberarbeiter gewöhnlich mit mehreren Breß- Straffache ist nicht das Gericht, in dessen Bezirt das Breß Schantstube oder an einem öffentlichen Vergnügungsort, troßdem Bartien manchmal sogar bis zu sechs und acht arbeiten erzeugniß verbreitet worden ist, vielmehr lediglich das Gericht ihn der Wirth, sein Vertreter oder ein Polizeibeamter zum Fortgehen und zwanzig bis dreißig ja sogar vierzig und noch mehr Waggons des Ortes, wo derjenige, der die Verbreitung bewirkt oder zu aufgefordert hatte, über die gebotene Polizeistunde hinaus verweilt. im Zage laden lassen, so haben sie immer noch einen Tagelohn ihr mitgewirkt hat, fich befand, als er fte be Nach§ 365 Abs. 2 Str. G.-B. wird der Wirth, der das Ver: von zwanzig Mark und mehr, können sich also durchaus nicht wirkte oder zu ihr mitwirkte." Verfasser irrt aber, wenn weilen feiner Gäste über die gebotene Polizeistunde hinaus beklagen, daß ihre Bezahlung ihren Leistungen gegenüber nicht er etwa annehmen sollte, durch seine Darlegungen die buldet, mit Geldstrafe bis zu 60 m. oder mit Haft bis zu hoch genug fei. Die Forderung der Arbeiter ist so mäßig ge- falfche Praxis des Reichsgerichts ändern zu können. Der Grund- 14 Tagen bestraft. ftellt, daß die Getreidefirmen, an die sie gerichtet wird, jedem faß, daß Niemand seinem gefeßlichen Blichter entzogen werden Echein von Arbeiterfreundlichkeit sogar ins Gesicht schlagen dürfe, die Entstehungsgeschichte eines Gesezes, sein Wortlaut, würten, wenn sie nicht darauf eingingen, und das werden die Grundsäße der Logit und des vernunftmäßigen Dentens find fie der schönen Augen der Herrn Oberarbeiter zu lieb faum werthlos für juristische Interpretation, wenn die unrichtige R. M. 10. Wenn Sie Ihre Adresse der Expedition ein thun wollen, sintemalen fie dabei zu bedenken haben, daß sie Entscheidung opportun, zweckmäßig erscheint, Solange Unter- senden, erhalten Sie nach Schluß der Ziehung die Gewinnliften. im Falle der Ablehnung die gesammte öffentliche Meinung un- brüdung und Einengung der Preßfreiheit dem Interesse der Postabonnent Heegermühle. 1. Ja. 2. Die über die zweifelhaft gegen fich haben würden. Denn es ist sogar in der herrschenden Klasse dienen, muß ihr jede Entscheidung willkommen Sonntagsruhe bestehenden, wiederholt im Vorwärts" angeführten fapitalistischen Praxis ein Unikum, daß einer der Arbeiter erscheinen, bie eine größere Belästigung derer herbeiführt, die ihren und besprochenen Bestimmungen lassen sich im Rahmen des Briefmehr ist der Oberarbeiter nicht als ein mit dem Vertrauen der Gedanken freien Ausdruck zu verleihen für ihr gutes Recht halten. fastens nicht wiedergeben. 3. Nein. Bebel war von Beruf Firma aufgestellter Getreidearbeiter noch dazu ein Arbeiter, Fällen gelehrte Richter in immer wachsendem Maße Urtheile, Drechsler und hat während des Sozialistengesetzes infolge der der an der schweren förperlichen Anstrengung feiner Kollegen die mit dem Rechtsgefühl des Volts und selbst barter Zunft- Drangsalirungen auf grund jenes Gesetzes seinen Beruf aufgeben nicht theilnimmt, wöchentlich von 100-600 M. in die Tasche juristen in Widerspruch stehen, so untergräbt folche gelebrte müffen. steckt, während die übrigen, welche die Arbeit leisten, um ein Bragis auch bei begeisterten Anhängern der heutigen Gesellschafts- Drange. Die Versammlung hat für niemand Interesse. Drittel ihres sauer verdienten Lohnes betrogen werden. Die form immer mehr den ideologischen Wahn, gelehrte Gerichte Stralau 46. Der Vater ist gezwungen, den Sohn bis zu Mannheimer Bolte stimme" drückt die zuversichtliche Erwartung tönnten über dem Parteikampi" fiehen und sich lediglich durch seiner Entlassung aus der Schule am Schulunterricht theilnehmen aus, daß es den Getreide- Arbeitern diesmal gelingen werde, ihre ewig wahre Rechtsgrundsäge" leiten lassen. Auch das Fest zu lassen. berechtigten Forderungen durchzusehen. halten der Reichsgerichts- Braris auf dem vom Verfaffer be handelten Gebiete erweist sich somit insoweit als Ausfluß jener Kraft, die stets das Böse will und doch was Gutes schafft. Eingelaufene Druckschriften. Der Streik in der Uttendörfer'ichen Zündhütchen Fabrik zu Nürnberg bat nach einer Dauer von wenigen Stunden am Tage des Ausbruchs zu gunsten der Arbeiter seine Beendigung gefunden. Die Maßregelung, fowie die angekündigte. Lohnrebuktion wurde, dank dem einmüthigen Busammenstehen Beitschrift für Brankenpflege. Rebariton von Dr. M. Mendelsohn. ber Arbeiter, wieder zurückgenommen. Es bleiben somit dem Geschäft wie den betheiligten Arbeitern weitere Opfer erfpart, da die Arbeit wieder aufgenommen wurde. Es könnte wahrlich. fo bemerkt hierzu die Fränt. Zagespoft", tein träftigerer und Berlin NW. Berlag von 5. Kornfeld, Karlsstr. 15. Der Naturart. Beitschrift des deutschen Bundes der Bereine für Gefund Die intermänner des Wuchers. Zeitbild von Fris Krause. Berlin w. ( Im Selbstverlag.) Auslieferung Ferb. Bannenberg u. Co. heitspflege. Berlin N., Rebattion a. Damafchte, Artonaplag 8. H. R. und 2. 29. Kann der Miethsthaler dem Dienst boten vom Lohn abgezogen werden? Das Miethsgelb tann nach der preußischen Gesinde Ordnung vom 8. November 1810 auf den Lohn abgerechnet werden, falls nicht das Gegentheil ausdrücklich beim Abschluß des Dienstvertrages vereinbart ist. Auch wenn solche ausdrückliche Ver abredung vorliegt, ist die Herrschaft" zum Abzug des Miethsgeldes vom Lohn berechtigt, wenn das Gefinde aus eigener Schuld Die verabredete Dienstzeit nicht aushält. Röhl. Ja. . P. 1. Wenn Sie( wegen Ehebruchs) auf Scheidung an. Alter Abonnent III. Es bleibt Ihnen nichts übrig, als| B. 100. Bon 1884-1887 hat Safenelever und später tragen wollen, so müssen Sie zunächst bei dem Amtsgericht eine Klage auf Alimentation bei Gericht einreichen zu lassen. Pfannkuch den 6. Wahlkreis vertreten. Berlin Antrag auf Anberaumung eines Sühnetermins ftellen. Wenden Sie sich zunächst an das Vormundschaftsgericht. 2. K. 100. Legen Sie, falls Verurtheilung erfolgt Den Antrag tönnen Sie in der Anmeldeftube des Amtsgerichts I, N. 100. Der Hauswirth ist berechtigt, sämmtliche Gegen- Berufung ein und senden nach Erhalt des Urteilhs dasselbe ein Neue Friedrichstr. 12/13, unter Ueberreichung der Heiraths- stände, mit Ausnahme der unentbehrlichsten( das Nähere ist im Otto Laatsch. Es kommt darauf an, aus welchem Grunde urkunde, zu Protokoll erklären. Dann wenden Sie fich an Vorwärts" vom 29. Juni dargelegt) zu retiniren. Einen An- Sie Strafe erlitten haben. Schriftliche Antwort zu er Ihren Bezirksvorsteher mit dem Antrag auf Ertheilung eines spruch auf Zurückbehaltung der auf Abzahlung entnommenen, theilen lehnen wir ab. Attestes darüber, daß Sie zur Zahlung von Koften unvermögend dem Verkäufer noch gehörigen Nähmaschine hat er nicht. Sobald find. Nachdem Sie nach etwa drei Wochen ein dahin der Miether zur Räumung der Wohnung verurtheilt ist und der gehendes vom Magistrat ausgestelltes Attest erhalten haben, Wirth das Erkenntniß in Händen hat, darf er die Ermission vor reichen Sie dasselbe und das Zeugniß über Fruchtlosigkeit nehmen lassen. " des Sühneverfuchs bei dem Landgericht Berlin I, Ziviltammer, A. B. 100. Wie wiederholt an dieser Stelle dargelegt, Jüdenstraße ein, legen das Sachverhältniß dar und beantragen, wird der Wirth, der Sachen einbehalten hat, nicht durch ZeitIhnen das Armenrecht zu bewilligen. Die Ehescheidungsklage ablauf Eigenthümer der zurückbehaltenen Sachen, muß diese vielmuß beim Landgericht eingereicht werden; für sie besteht wie für mehr aufbewahren. Wollen Sie Befriedigung für Ihre Forderung alle vor dem Landgericht zu verhandelnden Sachen Anwalts- haben, so müssen Sie Ihre Forderung ausklagen und dann die zwang. 2. Ehebruch ist strafbar, wenn wegen desselben die Ehe zurückbehaltenen Sachen pfänden und verkaufen lassen. Sind die geschieden und Bestrafung von dem beleidigten Gatten beantragt ist. Sachen fast werthlos, so hätten Sie dieselben nicht retiniren Die Strafe beträgt 1 Tag bis 6 Monate Gefängniß. 3. Die Klage sollen. auf Unehelichkeitserklärung gegen den während der Ehe geborenen P. 2. 400. Ründigungsfrist besteht, soweit ersichtlich, in Sohn hat in Ihrem Falle faum Aussicht auf Erfolg. Der Knabe Ihrem Falle nicht. hat das Recht, Ihren Namen zu führen. 4. Die Frage, wem W. 25. 1. Nein. 2. Wenden Sie sich an das Polizeidas Vermögen gehört u. s. w., läßt sich ohne genauere Kenntniß präsidium. der Sachlage nicht beantworten. 5. Ihr Klage- Anspruch verjährt erst in einem Jahre nach erhaltener Kenntniß von dem Ehebruch. Krsmu. 1. Der Ausgang des Strafverfahrens ist ein aweifelhafter; beantragen Sie richterliche Entscheidung. 2. Die Drohung wird ohne Erfolg sein. 3. Die Polizei ist in diesem Falle im Recht. 3. C. 42. 1. Durch Erlaß der Hundesteuer verliert der Betroffene feineswegs sein Wahlrecht. 2. Brehm: Leben der Vögel". 1000. Ohne Kenntniß der Gründe der Aufnahme Ihrer Frau in die betreffende Anstalt laffen sich Ihre Fragen nicht beantworten. Sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr gelegentlich vor. C. 6. 182. Nach Ihrer Darlegung liegt ein Grund zur Ehefcheidung für Sie nicht vor. Für Ihr Kind haben Sie unbeschadet der Scheidung zu sorgen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, 10. November. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Die Jahreszeiten. Schauspielhaus. Maria Stuart. Leffing Theater. Madame SansGêne. Deutsches Theater. Hamlet. Berliner Theater. Die Karlsschüler. Schiller Theater. Die Karlsschüler. Neues Theater. Figaros Hochzeit. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Jabuka.( Das Apfelfest.) Residenz- Theater. Der Unterpräfekt. Villa Vielliebchen. Theater Unter den Linden. Gaukler. Bellealliance- Theater. KönigKrause. Central- Theater. D! diese Berliner! Alexanderplat- Theater. Ein Modell. Verbotene Liebe. Adolph Ernst- Theater. Der kleine Herr. Vorher: Die ewige Braut. National- Theater. Die Weber. Reichshallentheater. SpezialitätenVorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Parodie Theater. Spezialitäten. Vorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Sonnabend, 10. November, Nachm. 3 Uhr: Schüler Vorstellung. Räuber. Abends 8 Uhr: Die Karlsschüler. Die Jonntag, den 11. November, Nachmittags 3 Uhr: Die Karlsschüler. Fr. St. 4. Weisen Sie im Termin nach, daß Zahlung bis auf 75 Pfennig erfolgt ist, zahlen Sie die 75 Pfennig vor dem Termin und beantragen im Termin foftenfällige Abweisung des Abzahlungshändlers. Dulz. Ist eine von einem Kinde zerbrochene Scheibe von dessen Eltern zu ersehen? Für den durch Kinder angerichteten Schaden haften die Eltern nicht, wenn das Kind älter als 7 Jahre und der Schaden nicht etwa auf Anstiftung der Eltern zurückzuführen ist. Für den durch Kinder unter 7 Jahren angerichteten Schaden haften die Eltern, wenn sie nicht nachweisen, daß sie die erforderliche Aufsicht nicht vernachlässigt haben. Ein solcher Nachweis läßt sich taum ers bringen. Sie haften also nicht. 2. O. 20. 1. Ja. 2. Nein. E. B., Wittenbergplatz, Franz Sonnenwalde. Nein. O. G. B. Ist nicht Ausschluß der Kündigungsfrist auss Schwabe. 1. Ihre Fragen zu 1-4 lassen sich ohne Angabe, drücklich vereinbart, so besteht für beide Theile beim Lohnver ob Sie Handlungsgehilfe oder ob Sie Gewerbegehilfe find, nicht trage vierzehntägige Kündigungsfrist. Der Arbeiter ist also in beantworten. 2. Zu 5 und 6: Wenden Sie sich an die Polizei- Ihrem Falle an Einhaltung dieser Frist gebunden, wenn nicht behörde. 3. Die Unternehmer, nicht deren Angestellte, machen etwa aus den Gesammtumständen hervorgeht, daß er nur den fich ftrafbar. Eine Pflicht zur Denunziation besteht feineswegs. einen Tag beschäftigt sein sollte und daß hierüber beide Theile A. 3. 26. Ihr Anspruch ist gerechtfertigt, falls nicht aus einverstanden waren. den Umständen sich ergiebt, daß sofort zu liefern war. K. 2. in V. Die Vertretung in Unfallsachen durch einen Anwalt ist im allgemeinen weder für den Termin vor der Berufsgenossenschaft noch für den vor dem Reichs- Versicherungsamt erforderlich oder zweckmäßig. Der Betreffende soll sich unter Darlegung des Sachverhalts und Uebermittlung der Aften an die dortige Zeitung wenden. C. R. 313. Nein. Schramm 25, A. 21965. Ohne mündliche Rücksprache und ohne Einsicht in die Urkunden sind solche Fragen nicht zu beantworten. Sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr gelegentlich vor. National- Theater.| Passage- Panopticum. Große Frankfurterstraße 132. Gastspiel des fliegenden SerpentinBallets, arrangirt vom Balletmeister A Sensationeller Erfolg! Vorher: Géza Zinner. Die Weber. Schauspiel in 4 Aften von*** Regie: Mar Samst. Raffenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. In Vorbereitung: F. K. Die Anfrage ist unverständlich. Sprechen Sie ge legentlich zwischen 12 und 1 Uhr vor. Pelz. Ein Beinbruch, der auf dem Heimwege von der Arbeitsstätte außerhalb der Fabrikräume sich ereignet, ist im allgemeinen nicht als Betriebsunfall zu erachten. In dem von Ihnen angezogenen Fall scheint insofern eine Ausnahme vorzus liegen, weil der Fall nicht ohne Zusammenhang mit einent früheren Betriebsunfall zu stehen scheint. Sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr gelegentlich vor. W. T. 9. 1. Ift am 1. Dezember 1861 geboren. 2. Ehebruch ist mit Gefängniß bis zu 6 Monaten bedroht. Mehrere rothe Dachdecker wünschen ihrem Verkehrswirth ein donnerndes Hoch, daß die ganze Kl. Markusstraße wackelt und Hermann Gorn vor 905b 51 wilde Weiber Freude gießen läßt. aus Dahomey. Dem Wirk!. Geh. Ober- Bierschnüffler Hermann Gorn zum heutigen Tage ein träftiges Hoch, daß sämmtliche Philister in der Almosengasse scheu werden. Wittstock, wieviel Liter sind heut im Die Herenschaukel, as familiche Philiſter in der neueste Illusion. Der Tod als Pathe. Circus Renz Ausstattungs- Komödie in 5 Akten von Ernst Bluhme mit theilweiser Benuhung einer Idee von August Blanche. Ausschant von echt Culmbacher Bier. Alcazar Variété- und Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage). Neu! Sensationell! Neu! The 3 Brothers Nighton. William und Bobb. Urkom. Excentrics am Doppelrect. Jola Kowats, die Perle des Ungarlandes. Zum Schluß: Pusebach auf Korea. Entree: Wochent, 20 Pf., Sonntags 40 Pt. Anfang: Wochent. 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. R. Winkler. Castan's Panopticum. Abends 8 Uhr: Der Veilchenfreffer Hassan Ali Dichter- Abende im Bürgersaale des Rathhauses, Abends 7/2 Uhr, der grösste Mensch der Welt. Schiller Abend. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Richard Schulz. Emil Thomas a. 6. Anna Bäders. Josefine Dora. Zum 70. Male: Prinzess Topase bas tieinste Menschenkind. Merikanische Riesen- Cacteen in noch nie gesehener Größe. Sanssouci Rottbuleraraße 4a Jeden O! diese Berliner! Sonntag und Donnerstag: Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern nach Salingre's Reise durch Berlin von Julius Freund. Musik von Iul. Einödshofer. Rasseneröffnung 61/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen und folgende Tage: 0, diese Berliner! Adolph Ernst- Theater Zum 7. Male: Der kleine Herr. Schwant in 3 Aften v. Arthur Law. Vorher: Zum 7. Male: Die ewige Braut. Liederspiel mit Tanz in 1 Aft von W. Mannstädt und J. Kren. In Scene gejezt von Ad. Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Stettiner Sänger ( Meysel, Häckel, Pitro, Britton, Eberius, Steidl und Blank). Anfang Sonntags 7 Uhr, Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pfg. Billets à 40 Pfg.( nur für die Wochentage giltig) sind im Vorvertauf in der Zigarrenhandlung von Reßler, Rottbuserplat, zu haben. Stets wechselndes, amüsantes Programm. Faß? 9076 Einer aus der Ecke. Orts- Krankenkasse der Strumpfwirker. Montag, den 19. November d. I., General- Versammlung in Feind's Salon, Weinstr. 11. Tagesordnung: Wahl von 35 Arbeitnehmer- Vers tretern. Der Wahlakt beginnt um 8 Uhr Abends.- Um 9 Uhr: Wahl von 16 Arbeitgeber- Vertretern. Nach erfolgter Wahl: Versammlung der gewählten Vertreter, welche 1. die Wahl des Vorstandes für 1895, 2. die Wahl des Rechnungsprüfungs- AusDanksagung. 909b schusses für 1894, 3. die Wahl des Für die Theilnahme bei der Be- Kassen- und Rechnungsführers voll. erdigung der Frau Anua Günther ziehen. 9156 geb. Schulz sagen hiermit allen Ver- Die Kaffenmitglieder und Arbeitgeber wandten und Bekannten, insbesondere werden nach dem 2. Nachtrag des dem Personal der Fabrik von Mix Statuts hierzu eingeladen. Sonnabend, den 10. November cr, u. Genest, Filiale Brandenburgstraße, Der Vorstand. Abends 7/2 Uhr: und für die zahlreichen Kranzfpenden ihren herzlichsten Dank. Carlstrasse. Tjo Ni En. E Familie Schulz nebst Taube. Verband der Sattler. Sonnabend, d. 10. November, Abds. 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Wienece, 213/20 Alte Jakobstr. 83: Versammlung. Tagesordnung: Danksagung. Für die rege Betheiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Modelltischlers Adolf Malone, insbesondere den Kollegen von Frister u. Roßmann und dem Gesangverein 1. Vortrag des Genossen Schmidt " Hoffnung", meinen herzlichsten Dank. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die trauernde Wittwe. Der Vorstand. E. Maloney. Neue Musikeinlage fenfationelle Tänze, u. a. les grelots vivants, jeu des barbichons 2c. Außerdem: Der oftpr. Hengst Blondel und Monstre- Tableau von 60 Pferden, vorgef. v. Dir. Fr. Renz. Bolero, ger. von 6 Damen und 6 Herren. Jeu de barre, fom. Reitpièce. 3um 1. Male: Frl. Mathilde in ihren phänom. Dauersprüngen durch 50 Ballons. 916b Mr. Clark. Der unerreichte Handequilibrist Mr. Jules Keller, gen. America's human enigma 2c. Jaquet- Anzüge Sonntag: Nachm. 4 Uhr( ermäßigte in Kammgarn und Cheviot zu billigen Preise): Große Komiker Vor- aber festen Preisen empfiehlt stellung. Abends 71/2 Uhr: Tjo Ni En. Fr. Renz, Rommissionsrath. Julius Lindenbaum, Große Frankfurterstraße 139. Karton- Arbeiterinnen! Die Fabrik von Cohn u. Fried länder, Stralauerstr. 58, ist wegen der vorgekommenen Angriffe auf die Sittlichkeit gesperrt. Sozialdemokratischer Wahlverein Armin- Hallen fir den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. für Kommandantenstraße Nr. 20. Sale und Vereinszimmer von 20-600 Personen. = Orts Krankenkasse für das Gewerbe der Verfertigung von Musikinstrumenten. Montag, den 19. November, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Wernau, Rosenthalerstr. 57: General Versammlung. BOO Tagesordnung: Grosse Versammlung am Montag, den 12. November 1894, Abends 8% Uhr, bei Möhring, Märkischer Hof, Admiralstr. 18c. Zages Ordnung: 1. Die Bekämpfung der Sozialdemokratie durch die Volksschule. Referent Der Vorstand, Genoffe Georg Wagner. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Gäste willkommen. 279/13 Verband der Möbelpolirer Berlins und Umgegend. Sonntag, den 11. November, Nachmittags 2 Uhr, Andreasstraße 26: Außerordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: Fortsetzung der Tagesordnung der Generalversammlung 1. Ergänzungswahl des Vorstandes: vom 28. v. M. Das Erscheinen aller Mitglieder ist nothwendig. 2 Arbeitgeber, 3 Arbeitnehmer. Die Montag, den 12. November, Abends 8 Uhr, Wahl der Arbeitgeber findet von 8 bis für den Norden: Versammlung bei Wilke, Hochstraße 32a, 199/17 81/2 Uhr statt. Die Wahl der Arbeit für Friedrichsberg: Versammlung bei Schulze, Friedrich Karlstr. 34. nehmer von 81/2 Uhr. Bahlreichen Besuch auch dieser Versammlungen erwartet Der Vorstand. 2. Wahl von 3 Revisoren zur Prüfung der Jahresrechnung. 3. Antrag des Vorstandes betreffs Abänderung des§ 42 des Statuts. 4. Beschlußfassung über Beitritt zur Achtung, Stuckateure Schönebergs! Unterzeichneter macht hiermit bekannt, daß am Sonntag, den 11. cr., Freien Vereinigung der Krankenkassen in Deigmüller's Saal( Berlin), Alte Jakobstraße 48a, eine Berlins und Umgegend. des 5. Verschiedenes. Um pünktliches Erscheinen ersucht 198/5 Der Vorstand. Achtung, Friedrichsberg. Sonntag, den 11. November, Nachmittags 4 Uhr: Generalversammlung Arbeiterinnen Vereins für Friedrichsberg u. Umgegend im Saale Rummels des Herrn Neumann, burgerstraße 23. T- D.: 1. Vortrag der Genossin Frau Reimann( Ist das Proletariat international). 2. Kaffenbericht. 62/7 öffentliche Stuckateur- Versammlung " stattfindet. Siehe Inserat im Vorwärts". Auch mache ich bekannt, daß am 18. v. M. in Schöneberg in Kekner's Saal, Grunewaldstraße 110, eine öffentliche Gewerkschafts- Versammlung stattfindet, in der jeder Gewerks schaftler erscheinen muß. Verkehrs- und Bahlstelle der Stuckateure Schöne bergs ist Golzstraße 43 bei Klaude. R. Eichhorn, Vertrauensmann, 226/6 Künstl. Zähne 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Reparat. [ 6786 sofort. Theilzahlung. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr. Warne Jeden, m. Sohn A. Gärtner] Kanarieuroller, hochfein, passendes auf meinen Namen etwas zu borgen, Festgeschent. Stralsunderstraße 30, Waldstr. 48. da für nichts aufkomme. W. Gärtner, Droguengeschäft. Charlottenburg. 9016 43/25 Nach der Versammlung gemüthliches Für die hiesigen Leser liegt Beisammensein. Herren als Gäste will Gute rothe Daber'sche Eßkartoffeln der heutigen Nummer unseres tommen. Um zahlreichen Besuch bittet per 3tr. 2,40 M. offerirt Hugo Klick, Blattes die geftrige Gewinnliste Der Vorstand. Pestalozzistr. 63. 8956 der preuk. Lotteric bei. Verantwortlicher Redakteur: I. Dierl( Emil Roland) inBerlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. SW.. Beuthstraße 2. 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 263. Sonnabend, den 10. November 1894. Arbeiter! Parteigenossen! 11. Jahrg. Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts sind abgebrochen worden, weil die Ringbrauereien eine Bedingung stellten, deren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Ringbrauer beschäftigt werden. Arbeiter! Parteigenoffen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenslosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug- seine Rache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Anfinnen ein empörtes kurzes Nein entgegenseßten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins fonnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klaffenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird. ehrlofer Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit erneuter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand ans Werk legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstützen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Massenmaßregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klaffenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Enren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstützung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Intereffe nicht blos, Eure Klaffen Ehre ist im Spiel. Da giebt es feinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Charlottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Ring u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelfchlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Rathenower Exportbrauerei- Niederlage. Jnh. May Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank. furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Nenter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernad, Mühlenstraße 49a. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72.1 Brauerei Königs Wusterhausen, Niederlage Reichenbergerstraße 33. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Gust. Spiekermann, Rrautstr. 48, Tel. VII, 1487. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. Niederlage Marthen, Bellermannstr. 6. Brauhaus Hohen- Schönhausen bei Berlin. Boykottirt sind die folgenden, dem Ring angehörenden Brauereien: Aftien- Brauerei Friedrichshain, Berlin. Aktien- Brauerei- Gesellschaft Friedrichshöhe, vorm. Pazenhofer, Berlin. Aktien- Brauerei Gesellschaft Moabit, Berlin. Aktien- Gesellschaft Schloßbrauerei Schöneberg, Schöneberg. Bergschloß- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Bockbrauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Kronen- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Unions- Brauerei, Berlin. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesellschaft auf Aktien, A. Knoblauch, Berlin. Brauerei Dswald Berliner, Berlin. Brauerei Julius Bögow, Berlin. Brauerei Borussia, Attien- Gesellschaft, Niederschönweide bei Johannisthal. Brauerei Gambrinus, Aktien- Gesellschaft, Charlottenburg. Brauerei Carl Gregory, Berlin. Brauerei F. Happoldt, Berlin. Brauerei A. Werm, Berlin. Oftober Unterm neuen Kurs. Die Boykott- Kommission. 1. Elberfeld. Der Redakteur der Freien Presse", Genosse Lingweiler, wegen Beleidigung eines Rechtsanwalts 14 Tage Gefängniß. „ Augsburg. Wegen verleumderischer Beleidigung des Richterstandes, Genosse Breder, Redakteur der Boltszeitung", 2 Monate Gefängniß. " 2. Berlin. 600 M. Geldstrafe Genosse Pötzsch, Redakteur bes Vorwärts", wegen Beleidigung des Landgerichtsdirektors Brausewetter. W # Dortmund. Genosse Dr. Bütgenau von der Anklage Staatseinrichtungen oder Anordnungen der Obrigkeit verächtlich gemacht zu haben, freigesprochen. Von der gleichen Anklage wurde auch Genosse Bölger freigesprochen. Gera. Eine Geldstrafe von 100 M. Genosse Leven wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften. Die Verbreitung wurde in einer Kritit des Annoncentheils der bürgerlichen Presse gefunden. " 3. Berlin. Der Redakteur des Sozialdemokrat", Genosse Schippel, wegen Richterbeleidigung 3 Monate Gefäng niß. Der Antrag des Staatsanwalts lautete nur auf 600 M. Geldstrafe. " " Zwickau. In der Berufungsinstanz Genosse Strunz, Redakteur des Glück auf!", wegen Beleidigung eines Bergwerkdirektors 3 Monate Gefängniß. Das erstinstanzliche Urtheil lautete auf 6 Monate Gefängniß. " Frankfurt a. M. Wegen Beleidigung einer Gastwirthin Genosse Schmidt, Redakteur der Volksstimme", 100 M. Geldstrafe. " 5. Frankfurt a. M. Genosse Schmidt in seiner Eigenschaft als Redakteur wegen Fabrikantenbeleidigung ein Monat Gefängniß. Antrag: 2 Monate Gefängniß. Kassel. Genosse Barowsky aus Eschwege von der Anklage der Majestätsbeleidigung freigesprochen. " " " Berlin. Wegen des gleichen Vergehens der Maurer Deumig 9 Monate Gefängniß. Wegen Beleidigung der Unteroffiziere der Mechaniker Leonhardt aus Friedrichs hagen 1 Woche Gefängniß. Antrag 2 Monate. Chemnitz. In zweiter Justanz Genosse Franz Hofmann wegen Beamtenbeleidigung 15 M. Geldstrafe. Stuttgart. Der Redakteur der Schwäbischen Tagwacht", Genosse Tauscher, wegen Beleidigung der Staats anwaltschaft 1 Monat Gefängniß. 6. Reichenbach. Durch Tragen eines Kranzes mit rother Schleife groben Unfug verübt zu haben, Genosse Hoff. mann 8 Tage Haft. H " Benthen. Aus Anlaß der Vorgänge in Antonienhütte Genosse Pruk op 2 Monate Gefängniß. Gen. Soßna wurde freigesprochen. Dresden. Wegen Beleidigung des Gemeindevorstandes in Löbtau Genosse Horn 5 und Genosse Müller drei Monate Gefängniß. Genosse Richter wegen desselben Delifts 300 m. Geldstrafe. 8. Zwickau. Der Vorsitzende des sächsischen BergarbeiterVerbandes, Hermann Sachse, wegen Beleidigung der Unterzeichner der Ergebenheitsadresse tönigstreuer Bergarbeiter 1 Jahr Gefängniß. Genosse Anton Strunz wegen Beleidigung des Gemeindevorstandes in Sachsgrün 14 Tage Gefängniß. Ilmenau. Wegen Theilnahme an einer geheimen Versammlung der Leiter" 50 M. Geldstrafe. 9. Leipzig. In der Berufungsinstanz Genosse Pollender wegen Beleidigung des Bügermeisters von Pegau 100 m. Geldstrafe. Brauerei Königstadt, Attien- Gesellschaft, Berlin. Brauerei Pfefferberg, vorm. Schneider u. Hillig, Berlin. " Bürgerliche Brauerei, Berlin. Bürgerliches Brauhaus, Otto Müller, Berlin, C. Habel's Brauerei, Berlin, Gebrüder Jofty, Berlin. Schönhauser Allee. Norddeutsche Brauerei, Attien- Gesellschaft, Berlin. Echultheiß' Brauerei, Aktien Gesellschaft, Berlin, Abth. I desgl. Abth. II Tivoli. % Brauerei Schweizergarten, Berlin. Spandauerberg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei Charlottenburg. Vereinsbrauerei Rigdorf. Versuchs- und Lehrbrauerei, Berlin. Bittoria- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Germania- Brauerei, David u. Martin, Berlin. Brauerei Stralau. " " " Dresden. 200 M. Geldstrafe Genosse Eichhorn, Redakteur der Sächs. Arbeiter- 3tg.", wegen Beleidigung des Gemeindevorstandes in Radebeul. Breslau. Der Kolporteur Genosse N. Schön wegen Uebertretung des Preßgesetzes 3 Monate Gefängniß. Delikt: Verbreitung der Druckschrift„ Anti- Syllabus". Oberhausen. Acht Genossen wegen Theilnahme an einem ohne polizeiliche Erlaubniß veranstalteten öffentlichen Aufzug je 3 M. Geldstrafe. Es handelte sich um eine Maidemonstration. 10. Hamburg. Zwei Wochen Gefängniß Genosse Heine, Redakteur des Echo", wegen Beleidigung des früheren Hamburger Reichstags- Abgeordneten Wörmann. Brandenburg. Wegen Beleidigung des Wirths Hamann in Rathenow Genosse Rieck aus Rathenow und Genosse Simon, Redakteur des Brandenburger Parteiorgans, je 30 M. Geldstrafe. " 10. 3fchoppan. Die Genossen Spindler und Nießel wegen Verübung groben Unfugs je 20 Mark Geldstrafe. Delikt: Singen von Arbeiterliedern. " " Nortorf. 30 M. Geldstrafe Genosse v. Wintersheim, wegen Beleidigung der Polizeibehörde. Dresden. Genosse Sindermann wegen Verübung groben Unfugs, begangen in einem Vortrag über die Religion, eine Woche Haft. 12. Wallensen. Wegen Gewerbekontravention, Verkauf von Druckschriften", Genosse Vespermann, 48 Mark Geldstrafe. 13. Elberfeld. # " Die Genossen Wilde und 3irtel aus Solingen von der Anklage der Beleidigung durch die Presse freigesprochen. Dagegen die Mitangeklagten Urban 6 Wochen, Prinz und Frau Bennert vier Wochen Gefängniß und Bennert jr. 50 m. Geldstrafe. Chemnik. Ein Genosse wegen Vornahme einer unerlaubten Sammlung 20 M. Geldstrafe. München. Der Redakteur des Süddeutschen Postillon", Genosse Fuchs, wegen Verübung groben Unfugs 25 M, Geldstrafe. " 15. Berlin. Genosse Rob. Schmidt, Redakteur des Bora wärts", wegen Beleidigung eines badischen Hauptmanns 500 M. Geldstrafe; dem gleichen Strafmaß verfiel der Kollege von Schmidt, Genosse Pötzsch, und zwar auch wegen Beleidigung der Militärbehörde. # " " " Iserlohn. In der Revisionsinstanz Genosse Raue von der Anklage der Fabrikantenbeleidigung freigesprochen. Dresden. Groben Unfug verübt zu haben die Genossen Dutsch und Schulze je eine Woche Haft. Reichenbach. Wegen Beleidigung eines Polizeisergeanten Genosse Feldmann aus Langenbielau 50 Mark Geldstrafe. Bittan. Genosse Hiebsch hatte sich vor dem öster reichischen Gericht in Reichenbach wegen unerlaubten Vera breitens von Druckschriften zu verantworten. Er wurde freigesprochen. Es wurde festgestellt, daß die zu Sachsen gehörigen Häuser von Ullersdorf nur von österreichischem Gebiet aus zugänglich find. 16. Magdeburg. Eine Woche Gefängniß Genosse Richter, der frühere Redakteur der Volksstimme", wegen Bea " schimpfung der christlichen Kirche. Zwickau. Von der Anklage der Religionsschmähung Gea nosse Wolf in Dresden freigesprochen. 17. Dresden. In der Berufungsinstanz Genosse Reichard wegen Beleidigung der Polizeidirektion zwei Wochen Gefängniß. " " Remscheid. Von der Anklage, einen öffentlichen Aufzug ohne polizeiliche Genehmigung veranstaltet zu haben, Ge noffe E. freigesprochen. Güstrow. Wegen Vergehens gegen eine Polizeiverordnung das Gehen in einer bestimmten Straße betreffend" Arbeiter Harm 6 M. Geldstrafe. 20. Bernburg. 16 Genossen wegen Vergehens gegen das Vereinsgesetz zu 30 und 15 M. Geldstrafe. Der höhere Say traf die Vorstandsmitglieder. " Hamburg. Auf grund des§ 130 des Reichs- Strafgefet. buches Genosse Lütjens 1 Monat Gefängniß. Genosse Lütjens war Verleger des am 1. Mai d. J. in Hamburg verbreiteten Flugblattes. 22. Magdeburg. Wegen Beleidigung der Militärbehörde Genosse Richter, Redakteur der Volksstimme", 200 m. Geldstrafe. " Dresden. In der Berufungsinstanz 88 Zeitungsträger wegen Verübung groben Unfugs je 40 M. Geldstrafe. Vier wurden freigesprochen. 23. Charlottenburg. Genosse Buchdrucker Görke wegen Beleidigung der Polizeibehörde 6 Wochen Gefängniß. Der Antrag lautete auf 1 Monat. Von der Anklage, den§ 153 der Gewerbe- Ordnung ver letzt zu haben, der Redakteur der„ Ameise", Verbandss organ der Porzellanarbeiter, freigesprochen. 25. Dresden. Sechsmal durch Boykottaufrufe groben Unfug verübt zu haben, Genosse Heimann, Redakteur der „ Sächsischen Arbeiter- Zeitung", 3 Monate Haft. 27. Magdeburg. Schriften an öffentlichen Orten ohne polizeiliche Erlaubniß verbreitet zu haben, die Genossen Gorgas Magdeburg und 2ange-Sudenburg je 10 m. Geldstrafe. " " Genosse Baumann wegen Eidesverweigerung 50 M. Geldstrafe. " Hamburg. Der Redakteur des Echo", Genosse Heine, wegen Beleidigung des Direktors der Wandsbecker Bank, 200 M. Geldstrafe. 27. Planen. Genosse Schneider von der Anklage des Diebstahls freigesprochen. Es handelte sich um die Wegnahme einiger gegnerischer Stimmzettel. 30. Altona. Drei Vorstandsmitglieder der Filiale des Zentralvereins der Fabrikarbeiter wegen Vergehens gegen das Vereinsgesetz je 20 M. Geldstrafe. . " " Dresden. In der Berufungsinstanz Genosse Tyrch 6 Wochen Gefängniß, weil er bei der veranstalteten aber polizeilich nicht genehmigten Maidemonstration" als Führer gedient haben soll. Schweidnik. Ebenfalls in der Berufungsinstanz Genosse Kühn aus Langenbielau wegen Pfarrerbeleidigung 60 M. Geldstrafe. Allgemeine Aránken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter. Vergnügungsverein Normannia 2", früher, Luftige Jugend". Sonne zu gelangen, gegen bestehende Ordnung, Religion und Sitte auflehnen. Eine derartige Auflehnung ist also an sich nichts( G. 5. 29). Filiale Berlin IV. Mitglieder- Bersammlung am Sonnabend, Schlimmes. Aber heute ist es auch nicht einmal die Sozial- en 10. November, Abends 8 Uhr, bei H. Gorn, Kleine Markusstr. 10. demokratie, die den Widerstand gegen die heutige Ordnung der tag, den 11. November, Nachmittags 4 Uhr bei Sauermann, Adalbertfir. 8: Dinge erzeugt, das besorgt vielmehr die allgemeine Erwerbs- Sizung. Nachher: Fidelitas. Am 8. Dezember: Feier des zweiten Stiftungsfestes. unsicherheit, die in immer breitere Schichten der Be- Geselliger Verein Freundschaft". Sizung und Fidelitas im Vereins. völkerung Unzufriedenheit mit den bestehenden Dingen total, Abends 9 Uhr, Raupachstr. 6( Sof), bet palacz. trägt. Will man daher die 2. und 4. Sonnabend im Monat, Abends Arbeiter- Bildungsschule. Sozialdemokratie, welche 8%-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstr. 179a, und Süd- Ost- Schule eine Aenderung der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung aldemarstr. 14: Naturerfenntniß. 1. und 3. Sonnabend im Monat, Abends für nothwendig erkannt hat und fte erstrebt, beseitigen, 8%-10% Uhr: Diskutir- Uebungen. Bet allen Unterrichtsfächern werden neue so unterlasse man den Kampf gegen die Sozialdemokraten und heilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Arbeiter- Sängerbund Serlins und Umgegend. Borsigender Ad. Schaffe nur bessere Existenzbedingungen für die Gesammtheit. Neumann, Pafewalterftr. 3. Alle Aenderungen im Vereinstalender find zu Das fann aber die bürgerliche Gesellschaft nicht, sie fann die richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Sonnabend, Abends 31. Halle. Gleichfalls wegen Pfarrerbeleidigung Genosse wirthschaftliche Entwickelung nicht aufhalten, auch durch 9-11 Uhr: Uebungsfiunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein Esmeralda, Tilsiterstraße 82 bei Hänice. Grüne Eiche, Rirdorf, Ilge, Redakteur des Boltsblattes", 1 Woche Gefängniß. alle reaktionären Mittel nicht. Die beiden Klassen, in sermannstr. 48. Ecke Herrfurth firaße, bei Heickaus. Lyrania, Lands: Pirna. Wegen Beleidigung eines Polizeiwachtmeisters, welche die heutige Gesellschaft zerfällt, haben auch gar kein Intereffe berger Allee 156 bei Goebel. Ganges- Echo, Naunynftr. 86, bei Bubeil. " zwei Genossen je einen Monat Gefängniß. daran. Die Kapitalisten wollen immer neuen und immer mehr männerchor, Prinzen- Allee 10 bei Bergmann Insgesammt wurde erkannt auf 5228 M. Geld Profit machen und die Befitlosen wollen endlich einmal frei verein Siebertranz in Brandenburg a. 5. Savel, Mengert's Bolts 4 Jahre, 8 Monate, 2 Wochen und 1 Tag Gefängnißstrafe. werden. Beide Bestrebungen find danach angethan, den Interessenaarten, Bergftr. 6.- Gefangverein Sänger hain, Reichenbergerstr. 16, bei Der Parteivorstand. gegensatz der beiden Klassen nicht abzuschwächen und zu lindern, Winkel's Salon.- Frisch auf I, Friedrichsberg, Rummelsburgerfir. 23 bei Soffmann. Deutsche Eiche II, Brandenburg a. d. Havel, Hauptstraße, sondern zu verschärfen und auf die Spike zu treiben. Daran Emil Bleumann.- Sängerlust, Luckenwalde, Beeligerstr. 34 bet Otto ändern auch die Heilmittel nichts, mit denen die Antisemiten den Schulze. Männer- Gesangverein Fortschritt, Königsbergerstraße 28 Hand in hand II, Friedrichsberg, Friedrich Karlsir. 11 Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend Alle zuschriften, den Bund ber gefelligen Arbeitervereine betreffend Geselliger Berein Deutsche Eiche, Ritterstr. 97 bei Bauer. find zu richten an: P. Gent, Adalbertstr. 95. Sonnabend: verein Aurelia, Mendelssohnftr. 9 bet Miethe. 3ttherklub Gemüth= ich te it, Lindenfit. 105, Restaurant Bürgergarten. Nordklub Gesellig= teit, Prenzlauer Allee 40, bei Drückler( jeden 2. u. 4. Sonnabend im Monat). Dersammlungen. und Glück zu, Pafewalkerstr. 3 bei Neumann. Gesundbrunner Männer- Gesang= Theater: Theaterverein Lessing, Blumenftr. 46 bet Tarmuschat( jeden 2. und Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Turnverein ich te( Mitgl. d. Deutſchen Arb.- Turnerb.) turnt heute: 1. Männer- Abth. Staligerfir. Friedensir. 37. 3. Männer- Abth. Boechstr. 21. 2. Lehrlings- Abth. Swinger, 55–66. Gemischter Chor& leich beit, Abends 9 Uhr, 6a im Restaurant. Mitglieder werden daselbst auf genommen. Privat Theater- und Vergnügungsverein Weiße Mofe, Sigung jeden Sonnabend bei Bölz, Köpenickerstr. 62. Bühnenverband Normania, jeden legten Sonnabend im Monat Sizung bet G. Leichniß, Königsbergerfir. 28. Privat- Theater- Gesellschaft Schiller, Sigung Abds. 9 Uhr bei Linte, Buttbuferstr. 24. Nach der Sizung: Fidelitas. Privattheater Gesellschaft To'nt, Sonnabend 9% Uhr bei Buleger, Swinemünderſtraße 144. Theaterverein Lustige Brüder II, Sigung jeden Sonnabend. Abends 9 Uhr, bei Reichelt, Safenhaide Nr. 45/47. Privat- Theaterverein Blaue Schleife jeben Sonnabend Abend um 9 Uhr Sigung, nachher Fidelitas bei Bluhmm, Wollinerstraße Nr. 27a. Theaterverein Berliner Bär jeden Sonnabend nach dem 1. und 15., Köpeniderfir. 55a.- Theaterverein Boruffia, Wienerfir. 66 bet Walter. Theatergesellschaft Satur, Lindenstr. 106 bet Bubet. Immer Lustig. Abends& Uhr, Sigung bei Ruhl, Chorinerstr. 58. Gefelliger Arbeiter- Berein Proletaria, Sonnabend nach dem 1. und 15. jeden Monats, Abends 1 Theatergesellschaft Ver gnügungsflub Ostend, Sigung Abd. 9 Uhr im Restaurant Rudolf, Krautstr.6.9 Uhr bei Sommer, Grünstraße 21. Bohemia, Sigung Abends 9 Uhr bei Wolter, Schwedterstr. 17.- Rauchklub Blaue Bottell, Sigung feden Sonnabend 9 Uhr im Reſtaurant F. Steuer, Weinstraße 22.- Rauchtlub Dornröschen, jeden Sonnabend, Abends 9 Uhr, bet F. Krüger, Fennstraße 5.- Stattlub Blaue Blouse, jeden jeden Sonnabend 9 Uhr bet Gerhardt, Grünauerstraße 27. Tambourverein uf, Abends 9 Uhr bei Jakob, Inselstr. 1. bei Karl Haun, Köpniderfir. 23a. Dansk Forening Freja, Oranienstrasse 51, Módeaften hver Lòrdag Rue St. Sonnabend bet Wuttle, Graudenzerstr. 2.- Statflub Revolution, Gigung Schüßenverein Fein Korn dem Untergange geweihten Mittelstand erhalten möchten. Unter bet geichniß. bet Emil Heinecte. zehn selbständigen Leuten sind heute neun, die ihren Kindern nicht Der Verband der Möbelpolirer hielt am Sonntag, eine gleich gute Eristenz verschaffen können, wie sich selbst. Wenn 28. Oftober, eine Generalversammlung ab, in welcher der Vor der Kampf für die Religion einen Erfolg verfpräche, dann müßte stand über seine Thätigkeit für das verflossene Jahr berichtete. es doch in den vielen Jahrhunderten, seit denen die Religion Aus dem Bericht des Kaffirers ging hervor, daß der Kassen die Gemüther beherrscht, ihr schon gelungen sein, die bestand 258 M. beträgt. Dem Kassirer wurde Decharge ertheilt. Gesellschaft auf eine Bafis zu stellen, daß allgemeine Der Bericht der Fachkommission, welche im letzten Halbjahr be- Zufriedenheit herrscht. Das ist nicht der Fall und wir 4. Sonnabend). sonders angestrengt gearbeitet hat, wurde beifällig aufgenommen ersehen daraus, daß die Religion mit der wirthschaftlichen Lage gar und ihrer Thätigkeit volle Anerkennung zu theil, nur wurde nichts zu thun hat. In einer Zeit ferner, wo es möglich ist, gegen 7 Kollegen der Vorwurf erhoben, daß sie sich gegen den daß man einen Mann, der die schlimmsten Gemeinheiten beBierboykott vergangen haben. Bei Erörterung dieser Angelegen- gangen, mit der gelindeſten Strafe belegt, da soll man boch auch heit plazten die Geister heftig auf einander und wurde die Ver- aufhören, von einem Kampfe gegen die Sittlichkeit zu reden. fammlung, da die nöthige Ruhe nicht wieder herzustellen war,( Lebhaftes Bravo.) Neben der mehr und mehr zunehmenden vertagt. Die nächste Versammlung findet am 11. November statt. Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen treibt fortwährend Ju der Generalversammlung der Arbeiter- Bil- die der wachsende Proletarisirung Massen dungsschule am 31. Oktober referirte Genosse Schulz über zu einer Beseitigung der herrschenden Gesellschaftsform. Die das Thema:" Prügel- Pädagogik." Redner vertritt die Ansicht, thatsächlichen Revolutionäre sind die Kapitalisten. Die Statistit daß der Prügel bei der Erziehung der Kinder vollständig zu ver- beweist, wie die Zahl der kleinen Gewerbetreibenden zurückgeht, werfen sei, da er nur Furcht, Verstocktheit und Böswilligkeit her- andererseits aber die immer geringer werdende Zahl der Betriebe vorrufen und eine vernunftgemäße Erziehung sich auf Belehrung immer größere Mengen von Waaren liefert. So wird das Handund gutes Beispiel, hauptsächlich aber auf Erweckung des Ehrwert durch die Fabrik verdrängt; das Segelschiff durch das gefühles zu erstrecken habe. An Beispielen zeigt der Referent, Dampfschiff. Und diezur Bedienung nöthige Mannschaft nimmt dabei wie in der Armee gewisse Ausschreitungen, in der Rechtspflege ab. So bewirkt die Entwickelung der Verhältnisse, daß eine immer gewiffe Gepflogenheiten ebenfalls an die Prügelpädagogit er- größere Reserve Armee geschaffen wird. Die Einkommensteuerinnerten. Als eine Rückwirkung der Prügelpädagogik betrachtet Statistik lehrt, daß die kapitalskonzentration in der befizenden Redner die Bekämpfung des Umsturzes in der Form, wie sie der Klasse in großem Maße fortschreitet. Diese Leute fönnen ihre einstige Revolutionär" Crispi betreibe. Demgegenüber sei Einnahmen beim besten Willen nicht mehr voll verzehren; ein es Aufgabe des Proletariats, eine vernunftgemäße fittliche Er- Theil wird wieder Kapital und sucht Anlage, das Großtapital ziehungsmethode zur Durchführung zu bringen. Der Beifall, der wächst fortwährend, ruinirt also unausgesetzt kleine Existenzen. dem Redner gezollt wurde, zeugte von dem Einverständniß der Wie kann man glauben, daß dieser Lauf der Dinge Versammlung. Genoffe Flato w gab dann einen allgemeinen innerhalb der bestehenden Gesellschaft aufgehalten werden Bericht über die Schule und die Thätigkeit des Vorstandes. Er könnte! Er vollzieht sich in allen Ländern der Erde, Nordführte aus, daß die Südost- Schule im allgemeinen stärker besucht amerika besonders wird den allgemeinen Ronkurrenzfampf verwürde, als die Nordschule, und die Verlegung der letzteren in schärfen und die Proletarisirung der Massen beschleunigen. Damit die Gegend der Invalidenstraße wünschenswerth sei. Die regel- wächst denn auch die Zahl der Vergehen. Wie nußen ferner mäßigen Sonntags- Versammlungen seien sehr gut besucht gewesen, nicht die Befizenden ihr gewaltiges Uebergewicht aus! ebenso die drei öffentlichen Versammlungen im verflossenen Quartal, werden nicht die großen Grundbesitzer bereichert auf Kosten der in welchen die Genossen Vogtherr, Wurm und Liebknecht referirten. Gesammtheit! So bewirken diese Verhältnisse den Umsturz, Im weiteren berichtete er, daß die Südost- Schüler am letzten nicht die Sozialdemokratie, die durch fein Ausnahmegesetz Sonntag unter Führung des Herrn Professor Förster die Sternwarte zurückgedrängt werden kann. Die Nothwendigket. eine Or besichtigt hätten und dies für die Nordschüler am 4. November in ganiſation der Gesellschaft zu schaffen, in der Alle, die Aussicht genommen sei. Vorträge seien im Weiteren zugesagt, arbeiten, auch in reichlichem Maße leben tönnen, wird von von Dr. Herzfeld über Gesetzeskunde am 14. und 28. November immer weiteren Kreiſen anerkannt. Sie wird auch ganz von in der Nord- und von Rechtsanwalt Knorr jeden Mittwoch in selbst, je mehr das Volk von dieser Idee ergriffen wird, in der ber S.- D.- Schule; von Genossen Wurm in einer Volksversamm- Armee, die sich ja aus dem Volke refrutirt, immer mehr Anlung in Reichard's Festsälen am 24. November und von Genossen hänger gewinnen. Diejenigen, welche die Nothwendigkeit, Bebel Ende November. Die Obmänner Schulz und Hager er- daß die sozialdemokratischen Jbeen immer weiter verbreitet werstatteten dann ausführlichen Bericht über den Besuch der einzelnen den, eingesehen haben, fordert Redner auf, für dieselben einzuLehrfächer, Alter und Beruf der Schüler, sowie über deren An- treten und mitzufämpfen.( Vebhafter Beifall). Der an die etwa gehörigkeit zu politischen und gewerkschaftlichen Organisationen. anwesenden Gegner gerichteten Aufforderung, das Wort zu nehmen, Genosse Königs gab den Kassenbericht: Bestand am 1. Juli leistete Niemand Folge. Nachdem beschlossen worden, den Ueber 2586,72 M., Einnahmen von 1. Juli bis 30. September 1044,50 M., Schuß der Tellersammlung dem Arbeiter- Bildungsverein behufs Ausgaben 1382,44 m., bleibt ein Bestand am 1. Oktober von 2248,78 Gründung oder Erweiterung der Bibliothek zu überweisen, Mart. Davon find 1700 M. auf der Stralauer Genossenschaft angelegt. gingen die vom besten Geifte befeelten Versammelten mit einem Im Juli hatten 234, im August 218 und im September 200 Mit- Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung auseinander. glieder ihre Beiträge beglichen. Nachdem dem Rassirer Decharge ertheilt, wurde Genosse Böhr als 1. Schriftführer und die Genoffen Karl Schulz und Danzer als Revisoren gewählt. Zwei Anträge Flatom's: 700 m. für Miethe und sonstige laufende Unkosten als eisernen Fonds für alle Fälle festzulegen, sowie die Räume der Nord Schule per 1. April zu kündigen, wurden mit großer Majorität angenommen. = In Grünan referirte am 4. November in dem von Männern und Frauen bis auf den letzten Platz befekten Saale von Liebke Genoffe Bebel über die Sozialdemokratie und den Umfturz". Redner führte aus, diejenigen, welche heute den Kampf gegen die Sozialdemokratie predigen als einen Kampf für Religion, Ordnung und Sitte, schienen vergessen zu haben, daß ähnlich wie jetzt die Sozialdemokratie fich entwickelt, feinerzeit bas Christenthum aufgekommen ist und sich ver breitet hat; es mußte sich, um zu allgemeiner Annahme Kl. 9. Besógende ere velkomne. Danske Aviser findes i Lokalet. Deutscher sozialdemokratifdjer geseklub in Paris. sonore 314 Cafe du Lion de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Ber fammlung; reiche Bibliothet, Zeitungen, franzöfifcher Unterricht. London. Der einzige biesige fozialdemokratische Berein Bonbons, der alte, von art marr und Friedrich Engels 1846 mitbegründete Wie kommunistische Arbeiter Bildungsverein befindet sich nach wie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., W. London. Der Frauen und Mädchen Bildungsverein( Filiale Weißenfee) hielt am 4. November eine Wanderversammlung ab. In einem mit regem Interesse verfolgten Vortrag referirte Genosse Wagner über das Thema:„ Die Ursachen der Verbrechen." Nach Schluß der Versammlung fand ein geselliges Beisammensein statt, welches die Theilnehmer bis Mitternacht beisammen hielt. Brit. Der hiesige Boltsbildungs- Verein hatte am 5. November eine Versammlung einberufen, in der Genosse Hoffmann in einem recht beifällig aufgenommenen Vortrag über das Thema:" Der Kampf ums Dasein" referirte. Eine Diskussion wurde von keiner Seite beliebt. Die weiteren Gegenstände der Berhandlung betrafen die Besprechung von Vereinsangelegen heiten. Besuchszeit verschiedener Museen und sonstiger Sehenswürdigkeiten. Altes und Neues Museum am Luftgarten. Besuchszeit täglich, mit Ausnahme des Montags in den 6 Wintermonaten von 10-3 Uhr, in den 6 Sommermonaten von 9-3 Uhr; Sonntags im April- September 12 bis 6 Uhr, Oftober und März 12-5 Uhr, November und Februar 12-4 Uhr, Dezember und Januar 12-8 Uhr( unentgeltlich). 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Vortrag des Augenarztes Herrn Dr. Wurm: Wie erhält man die Der Vorstand. Gustav Hochdorf, erster Vorsitzender. Augen gefund? Mit Demonstration an fünstlichen Augen. 2. Diskussion. Gesangverein Rothe Nelke I 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Die Kollegen werden gebeten zahlreich zu erscheinen. 198/4 NB. Billets zum Besuch der Urania am Montag, den 31. Dezember, find zu haben beim Kollegen Ulbricht, Wienerstr. 30, H. r. II und im Vertehrslokal von Böger, Naunynstr. 78. Der Vorstand. ( Schöneberg.) Stimmbegabte Genossen können sich melden jeden Mittwoch, Abends 81/2 Uhr, bei K. Klauke, Golzftr. 43. 129/6 J. A.: Der Vorstand. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Musikalien Instrumente Berlins und Umgegend. Hente, Sonnabend, den 10. November, Abends 81/2 Uhr: Konferenz der Vertrauensleute des Nordens im Restaurant Wilke, Hochstraße 32a. Sonntag, den 11. November, Vormittags 101/2 Uhr: Branchen- Versammlung der Rohrleger und Gehilfen im Lokale des Herrn Ehrenberg, Annenstraße 16. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Hoffmann über:" Die zehn Gebote und aller Art gut und sehr preiswerth. Reparatur- Werkstatt. Verleih- Institut für sämmtliche Instrumente. G. Tschentscher, 19 Alte Schönhauserstr.19 Zu haben in unserer Bäckerei, sowie in der Markthalle am Marheinickeplatz, Stand Nr. 123, und in der Ackerstrasse, Stand Nr. 108, ferner in allen mit unseren Plakaten belegten Geschäften. Der Vorstand. Herm. Teupel, Geschäftsführer. Fr. Juncker, Rassirer. Control Arbeiter der Arbeiter Marke Dewischer Schutz- Marke N1590 Ausgegeben r Control Commission Hutmacher Die Marte ist grün auf weißem Bapter gebrudt 88/11 In folgenden Solidarität! Geschäften sind Arbeiter! Nur Hüte, welche nebenstehende Marte unter dem Schweißleber tra gen, bieten Garantie, daß den Berfertigern gerechter Lohn wurde! Rauft nur Hüte mit dieser Marke!. H. Aertsens, Prinzenstr. 28. 0. Arnold, Dresdenerstr. 116. P. Antoni, Chausseestr. 60. Rud. Beisse, Chausseestr. 70. W. Bracklow, Schönhauser Allee 29. 0. Böttcher, Landsbergerstr. 113. E. Dittmer, Ackerstr. 68a. G. Dunsing Nachfl., Dresdenerstr. 6. straße 57, Kommandantenstr. 20, Spittelmarkt 13, Alexanderstr. 1. 0. Gerholdt, Dresdenerstr. 2. Th. Gerlach, Linienstr. 39. G. Gottmann, Große Frankfurterstr. 130. A. Graffert, Rummelsburg, Türrschmidtstr. 2a. E. Grünbaum, Badstr. 44. Hüte mit Kontrollmarke zu haben. Ph. Krull, 3ionstirchstr. 55. L. F. Koschel, Charlottenburg, Sophie- Charlottenstr. 27. Arnold Lange, Brunnenstr. 181. A. Lemaitre, Wilmersdorf. Oskar Liscow, Oranienstr. 147a. H. Meissner, Neue Hochstr. 43. J. C. Otto, Chauffeeftr. 22. die besigende Klasse." 2. Distuffton. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. Kurfürstenhallen. Max Eckard, Alexanderſftr. 16, Oranien- P. Parey, Beißensee, Königs4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Nichtmitglieder als Gäste stets willkommen. Montag, den 12. November, Abends 812 Uhr: Ordentliche General- Versammlung im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37. Tages- Ordnung: 1. Kassenbericht, Bericht der Revisoren und Bericht des Arbeitsvermittlers. 2. Ersagwahlen zum Vorstande und zu den Kommissionen. 3. Bestätigung der vorgeschlagenen Beisiger zum Vorstande. Empfehle mein Restaurant, Saal, Vereinszimmer und Kegelbahn. Saal noch einige Sonnabende frei. 771b Heinrich Sass, Kurfürstenstr. 31. Boykottfreies Bier aus der Pichelsdorfer Brauerei und dem Münchener Brauhaus empfiehlt Emil Schade, Gitschiner 4. Antrag auf Aenderung des§ 9 des Statuts.( Gehalt des Arbeits- straße 61. vermittlers und Rendanten betreffend.) 5. An den Vorstand gelangte Anträge. Ohue Mitgliedskarte kein Zutritt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird ersucht. Allen unseren in Riedorf wohnenden Mitgliedern bringen wir zur Kenntniß, daß in der Bahlstelle Ostertag, Prinz Handjernstraße 34, jeden Sonntag Vormittag von 9/ 2-112 Uhr ein Kollege zur Empfangnahme von Beiträgen anwesend sein wird. Wir bitten daher, Beiträge möglichst in dieser Zeit zu entrichten. 173/14 Der Vorstand. Conditoren, Pfefferküchler! Sonntag, den 11. November 1894, Abends 6 Uhr: 908b Ph. Haase, Reinickendorferstr. 64. R. Haase, Kastanien- Allee 36. P. B. Hansen, Münchebergerstraße 26, Beusselstr. 18. M. Holfmann, Elisabethkirchstr. 14. 0. Jörs Nachfl., Pantstr. 5a. Chaussee 33a. M. Polvogt, Gleditschstr. 52. E. Rieck, Badstr. 64. W. Rother, Arndtstr. 31. E. Radloff, Charlottenburg, Berlinerstraße 50. H. J. Stoboy, Oranienstr. 170. Carl Stark, Neue Königstr. 73. G. Schaudt, Weißensee, Langs hansstraße 71. A. Schumann, Gerichtstr. 20. W. Wolff, Wallstraße 82, Ede Neue Roßstraße. C. Wolter, 3fonskirchplatz 2. R. Wegener, Moabit, Stromstr. 59. A. 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Um zahlreiches Erscheinen bittet J. A.: G. Wels. Achtung, Lederarbeiter! Montag, den 12. d. M., Abends 9 Uhr: 58 Versammlung Annenstraße Nr. 16. Tagesordnung: 1. Die Lebens und Ernährungsweise des arbeitenden Volkes. Referent: A. Sailer. Wo speisen Sie? * In der Pommerschen Küche Oranienftr. 181 bei G. Buckow. Mittag mit Bier 50 Pf., Frühstück u. Abendessen( für 30 801L* bis 50 Pf.) große Auswahl." Rein Ringbier. Zimmer mit Piano zu vergeben. Evora- Bräu Fürth- Nürnberg, in vorzügl. Qualität empfiehlt in Gebinden von 17 Litern an, auch in 161/2 Flaschen. 2. Wie kann man die schreiendsten Mißstände in unserer Branche beseitigen? 3. Verschiedenes. Besondere Einladungen finden nicht statt. Um zahlreichen Besuch bittet Otto Linke, Lagerhof 3. Kistenmacher. Sonntag, 11. d. M., Vorm. 10 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Mitglieder- Dersammlung. Tages Ordnung: Telephon Amt III Nr. 404. meinen Empfehle nach wie vor träftigen Frühstücks- Mittags- und Abendtisch. 9982 Ausschank vom Münch. Brauhaus, Die Kommission. J. A. C. Kempe, Weinstraße Nr. 12. Nordstern- Braueret. Den Herren Gastwirthen in Berlin und Umgegend empfehlen wir unser gut abgelagertes 1013L* Lagerbier, hell und dunkel, sowie unser anerkannt vorzügliches Pilsener Bier. Wir sind nunmehr in der Lage, dauernd regelmäßig auch größere Quantitäten prompt liefern zu tönnen und bitten um Probe- Aufträge. Die Direktion. Telephon Amt III No. 493.- Berlin N., Veteranenstr. No. 8. Pralen 6.Wigel's Vereinshans Freienwalder Bier. mit Garten, Ackerstr. 145, Hof part., a. d. Invalidenstr. empfehlt sich den Parteigenossen. Freienwalder Bier. 1055L* Speisen und Getränke zu den solidesten Preisen. Vereinszimmer, 30-60 Personen, passend für Gesangvereine, Kranken faffen u. f. w. Nach allen Richtungen Pferdebahn- Verbindung. Louisenstädtisches Klubhaus 16. Annenstrasse 16. sowie ff. Weiß- und Gräger- Bier. Inhaber: Bernhard Schneider( früher Louis Ehrenberg) Jeden Mittwoch Gänse- Ans1. Vortrag des Herrn Dr. Pinn über: Die Geschichte als Lehrmeisterin. spielen auf dem Billard, wozu 2. Diskussion. 3. Halten wir Wanderversammlungen ab? 156/10 ergebenst einladet Das diesjährige Stiftungsfest findet am Sonnabend, den J. Jablonsky, Naunynftr. 87. 17. b. M., bei Nieft, Weberstr. 17, statt. Billets sind bei allen VorstandsDen Parteigenossen empfehle mein Hoch muth, zu haben. mitgliedern und im Arbeitsnachweis, Wallnertheaterstr. 20, beim Restaurateur Gäste sehr willkommen. Orts- Krankenkasse der Handschuhmacher 1. verw. Gewerbe Berlins. Die ordentliche GeneralVersammlung findet Sonntag, den 18. Novbr. d. J., Vorm. 10 Uhr, bei Wernau, Rosenthalerstr. 57, statt. Tagesordnung: Achtung, Maler und Berufsgenossen. Den Kollegen zur Kenntniß, daß wir empfiehlt allen Freunden und Bekannten seinen Saal für Felichkeiten, Vereine und öffentliche Versammlungen, Weiß- und Bayerisch- Bier- a Lokal mit Vereinszimmer und größeren Räumen. Bei Beerdigungen zum Aufenthalt für größere Gesellschaften. ca. 250 Personen fassend, sowie mehrere Vereinszimmer. Jeden Sonntag und Donnerstag öffentlicher Tanz. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit; Franz. Billard. Ausschank der Schloßbrauerei Fürstenwalde. 990L* Zirka ff. Grätzer- und Weissbier. Verkehrslokal und Arbeitsnachweis mehrerer Gewerkschaften. 16182* 50 politische und Fachzeitungen liegen aus.- Telephon- Amt IV No. 1116. Für gute Speifen und Getränke ist Riedorf, Herrmann- u. Karlsgartenstr.- Ede. Paul Hilpert, Birdor Achtung! Grünau. Achtung! eine Bahlstelle in der Rosenthalerstr. 57 stets gesorgt. bei Wernau eingerichtet haben, um den Kollegen vom Norden es so bequem wie möglich zu machen, namentlich denen von der Lange'schen Werkstatt. Kassenstunden finden statt: Sonntag Vormittags von 10-12 Uhr, Mitt2. Wahl von drei Mitgliedern zur woch Abends von 7-8 Uhr, SonnPrüfung der Jahres- Beläge für abend Abends von 6-8 Uhr. 1. Neuwahl des Vorstandes u. zwar 1 Arbeitgeber u. 2 Arbeitnehmer. 1894. mit Bühne Brunnenstr. 188 Feft- Saalt W. Gründel. Saal, GrenadierDieKollegen v.Süden werden nochmals( 500 Personen) zu Versammlungen 3. Stellungnahme zu den ausge- darauf aufmerksam gemacht, daß wir vor und Festlichkeiten noch einige Tage frei. arbeiteten Satzungen der 21 er furzem eine Zahlstelle bei Wienecke, Kommission, zwecks Gründung Alte Jakobstr. 83, eröffnet haben, wo Buske's fraße 33, früher Seeeiner Freien Vereinigung fämmt- felbst Rassenstunden sind: Montag, licher Orts- Krankenkassen Berlins. Mittwoch, Freitag Abends von 7 bis feld, ist zu Festlichkeiten und Versamm 4. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung werden die großjährigen Kaffenmitglieder, sowie deren Herren Arbeitgeber durch dieses aufmerksam gemacht und ersucht, zahl reich und pünktlich zu erscheinen. Berlin, den 10. November 1894. Der Vorstand. J. A.: Berthold Hollubarsch, Vorsitzender. Fehrbellinerstr. 50, v. 4 Tr. NB. Möchte die Kollegen ersuchen, Vereinszimmer noch zu vergeben. Verkehrslokal des Arbeiter- Bildungsvereins bei Gustav 10052* Lindenhayn, Friedrichstr. 2, früher 3a. Avis! Avis! Renz' Ball- Salon 27 Naunyn- Straße 27 8 Uhr, Sonntag von 8-10 Uhr. lungen noch frei. Große und kleine steht Vereinen und Privatpersonen zu öffentlichen und die Billets vom Sommerfest der Maler Säle zu Versamml. n. Feſtlichkeit., Vereins- Versammlungen, sowie Festlichkeiten jeder und Berufsgenossen abzurechnen, die sie von mir entnommen haben. 180/16 Der Vorstand der Filiale Berlin I. J. A.: Heinr. Tornow, Pofenerstr. 2 II. Großes Vereinszimmer. Jeden Sonnabend: Gänse- Ausspielen Reinicken dorferstr. 2a bei Schulze. 1028L* Ringfreies Bier. auch Sonntags, Oranienstr. 180. Art wieder zur Verfügung. Empfehle den Parteigenossen mein Ringfreies Bier. Weiss- u. Bayrisch- Bierlokal Auch sind 2 Zimmer für Vereine oder für Zahlstellen zu vergeben. H. Geike Swinemünderstr. 20. 920b 822b Julius Henke( früher Blumenstraße 38). Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druct und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.