ng>t33 ♦ ZS. Jahrgang /lusgabe A Nr. 9S Bezugspreis: LierteljährUA).— M., ntottatl. 10,— SR. frei ins Saus, voraus zahidar. Post. Monatlich 10.— M., einschl. A ftellungsgedükr. Unter Ateuzband f Deutschland, Danzig, das Saar- uno Memeigebiet, lotste die ehemals beut- ,chen Gebiete Polens, Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 20,— M., für das übrige Ausland 27,— SR. Post- bestellungen nehmen an Oesterreich, Unzarn. Tschecho- Slowakei. Däne- mark. Holland, Luxemburg, Schwede» und die Schweis. Der»Vorwärts" mit der Sonntags- deilage»Volk und Zeit", der Unter- haltunqsbeilage»Heimwelt" und der Beilage»Siedlung und Kleingarten" «scheint wochentäglich zweimal. Soim» tags und Montags einmal. Telegramm- Adreifei JfojiaiBemofeal Berlin- Morgen Ausgabe Berliner Oolksblstt ( 30 Pfennig) AuzeigenpretS, #i» ochtgefpallene NonvareMezeili kostet dchv M»ttlelne Anzetgon" das lettgedruckte Wort lchv M.(zu- lässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weiterr Wort 1.- M. Stellengesuche und Echlafstellenanzetgen das erste Wo« U— M. jedes weitere Wo« 00 Pfg. Wo«e Uder lb Buchstabe« zählen für zwei Worte Aamilien-An- i eigen für Abonnenten Zelle 3,— 93t Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen Mr die nächste Nummer müssen bis» Ahr nachmittags im Hmiptgelchäst. Berlin EW 68. Linden- straße S. abgegeben werden Deöffn« von 9 Uhr srüh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdetnokratifcben Partei Deutfchtando RcdaFtlon und Expedition: SW öS» eindenstr. 2 gsernsprecher: Amt Mortiipla«, Nr. li»I S0— lälv? Dienstag, den April vorwarts-verlag G.m.b.H., EW 08, Lindenstr.Z khernlprechcr Am, Morihvla». Nr. lI7»»-S4 die Internationale zum ersten Mai. Die diesjährige Maifeier ist von historischer Ledeuknng. Auf den Arüeilern oller Länder, der flegreicheu so gut wie der besiegten und neutralen, lastet der Druck der Sriegsschulden. Alle sind sie durch die Verwüstungen des Krieges verarmt. Wir haben Frieden und doch keinen Frieden. Die kapitalistischen Regierungen halten noch die Macht, inmitten der Ruinen, in Häuden und verursachen immer neue Zerstörung. An die Arbeiter ergeht der Ruf zur Erobe- ruag der politischen Macht. Eure Löhne fallen. Arbeitslosigkeit herrscht, wohin man bllckt. Die Kapitalisten, im Vollbesitz der politischen und ökonomischen Macht, gehen zum Angriff auf euch über, viele Regierungen rauben euch eure staatsbürgerlichen Rechte, und wenn ihr euch dar- über beschwert, so ist das.Ausruhr", oder was sie als.Aufruhrbezeichnen. Zu Europa herrscht Armut. Ihr wollt arbeiten. Aber die Politik der herrschenden Slasie hat eure Märkte geschlossen, hat den internationalen Handel zerstört, leert eure Taschen und Schränke. Niemals gab es eine größere Nachfrage noch Waren, niemals eine geringere Nachfrage nach Arbeit. Nie ist der Zusammenbruch des kapitalistischen Systems offensichtlicher zutage getreten, nie hat er das Leben der Arbeiter. der Gesamtheit, der ganzen Kultur furchtbarer bedroht. Man gestattet euch nicht zu arbeiten, aber man gestattet euch zu verhungern. Das Großkapital beherrscht die Welt und entscheidet über die Geschicke der Völler. Sein Geist ist es, der d i e sogenannten Friedensverträge beherrscht: es versucht heute die jungen demokratischen Staalsgebilde zu erdrosseln: es zieht durch den Besitz der Kohlenbergwerke, der Oclfelder, der tropischen Länder seinen Prosit aus den Opferu und dem Tod der Millionen. Arb eitert Euer erster Mai ist der Tag der lnternatlonaleu Verbrüderung, der Tug. au dem e» keine trennenden Grenzen, nur gemeinsame Interessen und gemeinsamen Kamps gibt. Es ist der Tag. an dem— über alle Grenzen hinweg— der gewallige Geist der Arbeiter-? nternali onnle euer oller Herzen bewegt! Laßt an diesem ersten Mal die Größe der Gefahreu, die uns bedrohen, alle Uneinigkeit verbannen! wir fordern: National« Gerechtigkeit für alle Völker und dementsprechend Revision der Friedensverträge. Wiederherstellung des iulernakionalen Handels und Verkehrs. Sicherung des geistigen Kampfes in Wort und Schrift, unbeschränkt durch Willkürgesehe. die nichts anderes als politische Tyrannei sind. Freilastung aller, die wegen ihrer politischen Gesin- nung gefangengehalten werden. Abschaffung des Militari smu, in allen Ländern. Frieden zwischen de« Völkern! Wir erneuern unser alles Gelöbnis zu kämpfen für: Die Sozialisierung der Produktionsmittel und die Ersetzung des SapitaNsmus durch das sozialistische Gemeinwesen; Die internationale Gemeinschaft der Arbeiterklasie und eine einige Arbeiter-Internationale: Die verbesierung der gesamten Lebenshaltung der Arbeiter. Genossen! vereint eure Kräfte, um aus dieser Maifeier eine nie dagewesene Demonstration für die Solidarität der Arbeiterschaft zu machen. Weil ihr unfrei und uneinig seid, eilt Europa dem Verderben entgegen. Möge an diesem Tage aus hundert Ländern, in hundert Sprachen der eine Ruf sich erheben: Die Arbeit muß herrschen. Da» Erekuliv-Komitee der Zweiten Internationale: Arthur Heudersou. England. Z. H. Thomas. England. Eamwe Huysmans. Belgien. Otto Wels, Deutschland. ?. Ramsay Macdonald, England. Hjalmar Branting. Schweden. Emile Vandervelde, Belgien. P. I. Troelstra. Niederlande, h. Gosling, England. Thomas Shaw. England. (dptimismus in Washington. � �ew York. ZS. April.(WTB.) Eine amtliche Meldung au- Washington besagt: Man ist hier sehr hoffnungsvoll, daß die neuen deutschen Vorschläge die Mederaufnahme der Verhandlungen zwischen Deutschland und den Alliierten unter Teilnahme Amerikas gestalten werden. Was angeblich vorgeschlagen wird. Berlin. 23. April.(TU.) Wie verlautet, schlägt das deutsche Angebot einen Betrag vor. der in Sachwerten und in bar inner- halb 42 Jahren zu leisten ist. Die Gesamtsumme mit Zins und Zinseszins wird der in Paris von der Entente aufgestellten von 22S Milliarden nahekommen.(Von anderer Seite wird gemeldet, daß eine Gesamtsumme von 200 Milliarden vorgeschlagen werde.) Die Zahlungen sollen sich hauptsächlich noch dem Stand der deutschen Handelsbilanz richten. Eine Uebernahme der Ententeverpslichtun» f-, geqen�Amerika durch Deutschland ist nicht vorgesehen. Der ge- samte Plan enthält vor allem große Sachleistungen, in erster Linie an Frankreich. Ter Senatsausschus? für de« Antrag K«ox. Washington, 25. April. Die S e n a t- k o m m i s s i o n für aus- vjÖfctige Angelegenheiten erstattete einen Bericht, der sich z u g u n st e n der Resolution Knox über Herstellung des Friedenszu« standesmitDeutschland erklärt. Erklärung Llopü Georges im Unterhause. London. 23. April.(EE.) Lloyd George gab heute nach- mittag im Unlerhause folgende Erklärungab: Briand hat der eng- tischen Regierung versprochen, in ein bis zwei Tagen neue Vorschläge über die französischen Pläne zu machen. Die ganze Frage wird geprüft werden, und den Delegierten, die das Kabinett auf der Konferenz der Alliierten vertreten werden, sollen Instruk- Konen gegeben werden. Die Konserenz wird für Sonnabend ein- berufen werden, damit neueMaßnahmen getroffen werden, um br» versailler Friedensvertrag zu erfüllen. Man glaubt zu wissen. d» 0 die deutsche Regierung neue Vorschläge ausarbeitet, die man bis jetzt noch nicht erhalten hat. Sollten diese nicht befriedigend sein, so wird die englische Regierung in der nächsten «oaserenz Frankreich bezüglich der Besehung der Kahlenberg. werke im Ruhrgeblel unterstützen. Die neuausgearbei- teten Zwangsmaßnahmen«erden vor ihrer Anwendung dem lln- terhaus vorgelegt werden. London, 23. April.(WTB.) B r i a n d und LloydGeorge haben, wie dem„Star" gemeldet wird, heule morgen noch eine kurze Unterredung gehabt. Kurz vor Ii Uhr hat sich Lloyd George nach London begeben. Briand ist mittag» nach Folkesione die Arbeiten der Reparationskommisilon. Paris, 25. April.(WTB.) Die Reparationskommis» sion ist noch mit den Schätzungsarbeiten für die Kriegsschäden be- schäftigt, um am 30. April den Gesamtbetrag der deutschen Repara» tion festzusetzen. Er beschäftigte sich heute außerdem mit folgen- den drei Fragen: 1. Festsetzung des Wortlautes der An t w o r t auf die deutsche Note über die Ueberführung des G o l d b e st a n- des der Reichsbank ins besetzte Gebiet und über die B e r l ä n g e- rung des Ausfuhrverbotes für Gold. 2. endgültige Prüfung der noch durchzuführenden Reparationen für die Schätzung der von Deutschland auf Grund des Artikels 235 des Friedensvertrages bewirkten Leistungen, 3. die durch das Aussetzen der deutschen Viehlieferungen ersorder- lichen Maßnahmen. Uebereifer im Osten. Die Sorge der östlichen Bevölkerung Deutschlands vor kriegerischen Ueberfällen der Polen hat stellenweise zu vorbe- reitenden Maßnahmen geführt, über die der unabhängige Ab- geordnete D i ß m a n n gestern im Reichstag in erregtem Ton berichtet hat. Soweit wir unterrichtet sind, handelt es sich um zwei voneinander getrennte Aktionen, deren eine etwa um den 2t>. März herum einsetzte mit dem Ziel, eine etwaige ge- waltsame Besitzergreifung Oberschlesiens durch Polen zu ver- hindern, und um eine zweite, die erst in den allerletzten Tagen begann und durch das Gerücht verursacht wurde, die Polen wollten gleichzeitig mit der geplanten Besetzung des Ruhrreviers durch die Franzosen, kriegerisch in deutsches Ge- biet einfallen. Ist diese Bewegung auch in ihrem Ursprung verständlich, so bestehen doch ernsteste Bedenken gegen sie, da mit ihr die Gefahr verbunden ist, daß sie immer weiter in natio- nalistisches Fahrwasier gerät und die auswärtigen Schwierig- leiten der Deutschen Republik noch erheblich vermehrt. Dann aber auch, well— den äußersten Fall vorausgesetzt— irreguläre Zwilistenhaufen gegen reguläre Armeen nichts auszu- richten vermögen und ihre Einsetzung nutzlose Aufopferung be- deutet. Wir richten an alle verantwortlichen Stellen im Osten und an die Bevölkerung selbst die ernste Mahnung, nicht mit dem Feuer zu spielen. Dieselbe Mahnung muß aber auch an die andere Seste jenseits der Grenze gerichtet werden. Der Quell jener Borgänge, die uns mit Sorgen erfüllen, wird erst dann verschüttet sein, wenn über das Verhältnis zwischen der Deutschen und Polnischen Republik und die friedlichen Ab» sichten der letzteren volle Beruhigung geschaffen werden kann, Kasperletheaters Trauerspiel! Als Paul Levi seine aufsehenerregende Broschüre ver- öfsentlichte, in der er das putschistische Treiben der kommuni- stischen Gruppen ebenso scharf verdammte, wie irgendein„Ge- werkschaftsbonze" oder„Arbeiterverräter" von der SPD., da versuchte die„Rote Fahne" nach berühmten Mustern diese Sache als einen„bedauerlichen Einzelfall" abzutun. Levi, der seit zwei Jahren anerkannter Führer war, wurde vo» der Zentrale auf Knall und Fall hinausgeworfen, und damit hoffte man, die Angelegenheit erledigt zu haben. Wie sich dann die Dinge weiter entwickelten, weiß jeder einigermaßen aufmerksame Zeitungslcfer. In der soeben erst „vereinigten" KPD. riß sich zwischen Rechtskommunisten und Linkskommunisten eine breite Kluft auf; die Zentrale wurde nervös und begann mit Massenmaßregelungen von Abgeord» neten und Redakteuren vorzugehen, und heute ist es so weit, daß die„Rote Fahne" offen von einer„Rebellion der Führer" spricht, der durch schleunige Einberufung eines außerordentlichen Parteitags ein Ende bereitet werden soll. Was die„Rote Fahne" verschweigt, das ist der Umstand, daß es gerade die„rebellierenden Führer" waren, die diesen außerordentlichen Parteitag forderten. Die Zen- trale mehrte sich gegen ihn, solange sie konnte, und erst als ihr das Wasser bis an den Hals stand, entschloß sie sich zu seiner Einberufung, die das Ende des Streits bringen soll, wahrscheinlich aber das Ende der Partei bringen wird, da es hier zu einer Spaltung der Kommunisten kommen wird. wie es in Halle zur Spaltung der Unabhängigen kam. Die„Rote Fahne" schreibt:„Die Partei ist kein Kasperletheater, wo zum Gaudium der Zuschauer die Führer sich katzbalgen." Ein solches Kasperletheater war aber Halle, wo der Moskauer Sendling S i n o w j e w die unab- hängige„Rebellion der Führer" niederwarf, indem er deren Ausschluß verlangte und durchsetzte. Ein solches Kasperle- theater wird auch der außerordentliche Parteitag der- KPD. werden, die sich seit kurzer Zeit„vereinigt" nannte, jetzt aber auch wieder nur die Ver u n einigte KPD. heißen darf. Z u einem solchen Kasperletheater haben die SchreiervonlinksseitIahrendieganzepoli- tische und gewerkschaftliche Arbeiterbewe- gung gemacht, zum Gaudium der Gegner, zum Nutzen des Kapitalismus, zum Jubel der bürgerlichen Reaktion. Was wir da erlebt haben, war immer eine Katzbalgerei zwischen den Führern und solchen, die es werden wollten. Keine Beschimpfung war zu niedrig, keine Verleumdung zu gemein, als daß sie nicht denen, die seit Jahren, manchmal seit Jahrzehnten an der Spitze der Arbeiterbewegung gestanden und für sie Opfer und Verfolgungen ertragen hatten, an den Kopf geworfen worden wäre. Jeder Versuch, die Beweg- gründe des andern zu verstehen, Recht und Unrecht sorgfältig abzuwägen, hörte auf, und an seine Stelle trat eine blind- wütige moralistisch« Heuchelei, die sich über den Andersdenken- den maßlos entrüstete, ihn als„Judas",„Bluthund",„Ar- beiterverräter" abstempelte, auf daß womöglich kein Hund mehr ein Stück Brot von ihm nehmen möchte. Zuerst gingen Unabhängige und Kommunisten gemeinsam auf diese Weise gegen die alte Sozialdemokratische Partei vor. Dann kamen Kommunisten und Unabhängige ins Raufen, wo- bei die Unabhängigen unter sich uneins wurden, und sie or- beiteten nun genau mit denselben Mitteln gegeneinander, mit denen sie zuvor miteinander gegen die Sozialdemokratie ge- arbeitet hatten. Die„Scheidemänner" gerieten fast in Ver- gessenheit, und alle Wut richtete sich gegen die„Hilferdinge". Jetzt sind aber auch die„Hilferdinge" beinahe schon wieder die Vergessenen, und es geht mit Horridoh und Hussasfa gegen die„Leviten", d. h. gegen Levi, Klara Zetkin, D ä u- mig, die Geyers usw., Leute, die noch vor vier Wochen anerkannte Führer der eigenen Partei waren. Hat dieses Vorgehen noch irgend etwas mit Arbeiterpoli- tik zu tun? Viel eher erinnert es an das Treiben eines jungen Hundes, der mit wütendem Gebell hinter einem Wagen her- läuft, dann aber, wenn ein anderer Wagen aus entgegen- gesetzter Richtung kommt. Kebrt macht und mit derselben Be- geisterung nun ihm in die Radspeichen zu beißen versucht. Wo ein solches Treiben herrscht, das alle rerständigen Menschen zu Hohn und Spott herausfordert— können da wirklich Arbeiterinteressen vertreten werden? Was ist das Ergebnis in zweieinhalb Jahren? Mensch. lich: Tausende von Arbesterleichen. Zehntausende von Ar- bettern in Strafanstalten und Untersuchuiigsgefängnislen, un- gezählte Arbeiterfamilien ob des Unbedachrs eines ihrer An- gehörigen in Sorge und Rot. Wirifcheftlich: Erstarkung des Unternehmertums, Schwächung der Stellung der Arbeiter sti den Betrieben, Gefährdung aller gewerkschaftlichen Errungen- ! schasten. Politisch: Bürgerliche, sozialistenreine Regierungen im Reich, in Bayern, in Preußen, nationalistischer Uebermut, Reaktion auf allen Gebieten. Es hat nun aber keinen Sinn, menn einer dem andern mst blutunterlaufenen Augen und wutkreischender Stimme zu- ' miU*3 H i allein habt daran schuld!" So kommt man auf feine Weise weifier. Ein BNföe? Wlt es mit dem Stock, daß liier kein Weg ist. der ins Freie führt. Wiedervereinigung der Arbeiterschaft! Wkehr von den Methoden, deren skrupellose Auwendung die Arbeiterbews- gung zu einem Kasperletheater, zu einem Feld für unwürdige. verächtliche Katzbalgereien gemacht hat! Ernste sachliche Be- schäftigung mit den Problemen unserer Zeit: mit den Fragen einer sozialen Betriebsorganisatwn. der Ueberführung von Produktionsmitteln in öffentliches Eigentum, mit dem Ar- beitsloseuproblem. mit allen brennenden materiellen und ses- lischen Bedürfnissen der körperlich und geistig Schaffenden! Kein Jrrlichterieren in Illusionen, kein blindes Anbeten leerer Schlagworte, sondern Arbeiten und Vorwärtsstreben auf dem Bohen der gegebenen Tatsachen! Schutz der bedrohten Demo- , kratie und Kamps i n der Demokratie für die Herrschaft eines »einigen arbeitenden Volkes und der Grundsätze sozialistischer - Weltanschauung l Der ernste, politisch und gewerkschaftlich geschulte Teil der Arbeiterschaft muß den Mut haben, wied'er die geistige Führung der Kameraden zu über- nehmen, die nur zu oft in die Hände gedankenloser Schreihälse geglitten ist. Das ist das einzige Mittel, um dem erbärmlichen Kasperletheater ein Ende zu machen, den Spott der Gegner verstummen zu lassen-und die Arbesterbewegung zu jener Macht und jenem Ansehen emporzuheben, die jeden einzelnen in ihr mit Stolz erfüllt, jedem einzelnen zv Rutz und Segen gereicht. , Das ist das Ziel, das fich die alle Sozialdemokra- tische Partei gesteckt hat. Vom ersten Tag der Spaltung an hat sie das, was gekommen ist, kommen gesehen und davor gewarnt, vom ersten Tag der Spaltung an, hat sie immer und immer wieder zur Einigung gerufen. Sie hat niemals -sich selber, noch weniger ihre Führer für unfehlbar erklärt, sie hat den Grundsatz der Selbstkritik hochgehalten und das demo- kratifche Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Mitglied- fchaften gewahrt. Unter ihrer Fahne, die allen Stürmen ge- trotzt hat, muß sich das Werk der Wiedervereinigung vollenden. Es wer schon schlimmer als ein Kasperletheater. Kasperletheater war es doch nur für jene, die lachend draußen standen, für die Arbeiter, die mitstritten, mitbluteten, mitlitten. -'war es ein Trauerspiel. Macht ein Ende damst! RekchspräfiÜent unö Sonöergerkchte. Ueber den Verlauf der Unterredung zwischen dem Reichs- Präsidenten Genossen E b e r t und der Arbeiterkom- Mission aus Halle, von der wir im gestrigen Abendblatt Mstteilung machten, erfahren wir: Die Vertreter des Gewerkschaftskartslls erhoben starke Be- denken gegen die Sondergerichte. Der Reichspräsident erwiderte, daß die Angelegenhest berests in der sozialdemokra- tischen Reichstagsfraktion zur Sprache gekommen sei und daß die Fortsetzung der Debatte über die Sondergerichte im Reichs- tags aller Voraussicht nach dazu führen würde, daß die Ma- terie im Rechtsausschuß unter Berücksichtigung einer An- zahl von Reformorschlägen nochmals gründlich durch- beraten werden würde. Der Reichspräsident bemerkte, daß eine völlige Abschaffung der Sondergerichte unter Berückstchti- gung der Lage nicht ms Auge gefaßt werden könne. Die Kommission hob die besonder« Härte hervor, die darin bestehe, daß die Sondergerichts die Einrichtung der bedingten Begnadigung, des sog. Strafaufschubs. mU Be- Währungsfrist nicht keimen. Demgegenüber konnte Genosse Ebert darauf hinweisen, daß er bereits am Tage vor der Unterredung in Uebereinstimmung mit dem Reichs- justizminister eine Anweisung an die Sonderge» richte herausgegeben habe, in der den Gerichten die Besug- nis zur Anwendung dieser Begnadigungsmaßnahmen erteilt wirb; besonders sollen sie jugendlichen Personen sowie den wegen leichterer Vergehen Angeklagten gewährt werden. Der fthrvarz-weiß-rote Nachbar. Er wahnt mir gerade gegenüber. Ich kann ihm sozusagen auf den Tisch schauen, wenn ich will. Zwar wA ich das nicht, aber er fühlt sich gezwungen, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, ob es einem Spaß macht oder nicht. Sogt« ich nicht gleich, daß er im Besitz von zwei schwarz-weiß-rotsn Fahnen ist? Mit denen ruft er Fern. Wirkungen wach, mit denen vergewaltigt er die Nachbarschaft und schreit jeden Menschen an: Ausgepaßt, hier ist etwas los, hier wird Patriotismus getrieben nach guter«stter Manier. Beim Kapp-Putfch fing es an. Gott, war das ein« Freude. Die Fahnen stachen lustig in die Lust, die Fenster standen offen. Von früh bis spät riß das Klaviergetöse mit der»Wacht am Rhein", dem ...hell dir im Siegerkranz" und dem Marsch»Das ist die Garde" nicht ab. Mitunter nur wurde«in schmalzig-schmierig« Gassenhauer als Mohrrübenscheibe neben den musitalischm Salat gelegt. Man tanzt« und sang und gebürdete fich äußerst siegestrunken. Als die schweigend vorbeiziehenden Arbeitermassen Kapp zum Abzug zwangen, hielt es auch der Nachbar mit der Tapferkeit befieren Teil, verbarg Fahnen und Gefühle hinter dicht verhangenen Scheiben. Seitdem geht kein patriotischer Nummel vor fich. ahne daß drüben wenigstens eine der Fahnen erscheint. Mägen in München die Escheriche eine Bierparade mit Ober» und Untergewehr abhalten, die bayerischen Gewalthaber mit dem Abfall vom Reich drohen, mögen Marburger Studenten von der Anklage, tödliche Sturmangriffe auf wehrlos« Gefangene verübt zu haben, sreige- sprachen werden oder ähnliche Taten geistesverwandter Hsldensöhn« straflos bleiben, verkündeten Parteigänger in der ersten Hitze, die Deutschnationalen Hütten bei den Preußenwahken löv Mandat« er, rungen, mag Tirpitz ein Stinnes-Dchisf aus seinen glorreichen Namen taufen— sobald ich ans Fenster trete, wird es mir schwarz-weth-rot vor den Augen. Ich weiß nicht. Varum der Nachbar nicht seinen Balkon ein für allemal schrvarz-weiß�rot anstreichen läßt, er sparte dann an den Ausgaben für Tuch. Daß er die Trauerdemonstration bei der Beerdigung der ehemaligen Kaiserin mitmachte, ist selbstverständlich. Di« Trauer- ilore blähten sich lang und langweilig wie die Berichte au» Potsdam in den Parteitstättern jener Zeitgenosten, deren Führer verantwortlich find für alles Unglück. Auf diese Provokationen werde ich in Zukunft antworten. Ich besitze einen roten Vorhang, mit gelben chinesischen Drachen bestickt. Ueber die Drachen werde ich einen Totenkopf mit weißer Farbe und einen Sowjetstern oder dergleichen malen. Das Ganze bind« ich an ein« Stange und schmück« bei nächster Gelegenheit, wenn es jenseits lebendig wird, meine fjau-sront damit. Der schwarz-weiß-rm« Nach. bar wird erschrecken,»ermuten,«r sei von lauter Ueberbolschewisten umgeben, und fich wie sein« Freund« im November ifljg ins Mauseloch verkriechen. Sich««cht laug«, dem» da» Zeug krabbelt im«« Die Kommission brachte ferner die Rigorosität gewisser mitteldeutscher Arbeit geberverbände zur Sprache. die den Aufstand benutzten, um mißliebige Arbeiter, die mit dem Putsch selbst nichts zu tun hatten, auf„schwarze Listen" zu setzen und sie hierdurch ihrer Existenzmöglichkett zu be- rauben. Der Reichspräsident ersuchte die Koismisiion um sofortige Einreichung dieses Materials» das umgehend dem Reichsarbeitsministerium zugängig gemacht wer- den soll. Von Interesse waren die Ausführungen des Gewerk- fchaftskartells, das den gewaltige» Stimmungsum- fchwung der mitteldeutschen Arbeiterschaft und ihren W- marsch aus dem kommunistischen Lager betonte. Gewaltige Arbeitermasien sind in den letzten Wochen in das Lager der altenGswerkschaften und der Sozialdemokra- tie zurückgekehrt. Es muß verhütet werden, daß diese Ge- nossen auch nur durch den Schein einer Rachejustiz der Sondergerichte erneut dem Radikalismus in die Arme getrieben werden. Die Unterredung trug rein informatorischen Charakter: Beschlüsse wurden mcht gefaßt. Die Kommission ist bereits wieder nach Halle abgereist, um ihren Auftraggebern Bericht zu erstatten. Es ist zu hoffen, daß der Verlauf der Unter- redung zu einer Klärung zahlreicher strittiger Fragen führen wird._ Der Turkestaaer. Kein Geringerer als Herr R a k o s i scheint der geheime Mos- kauer Befehlshaber der VKPD. gewesen zu sein. Der.Freiheit' wird miigeieilt, daß dieser kaum KOjSbrige Ungar erst in der lentralasiatischen Gefangenschast vom Sozialismus gehört bat. Nach- dem er mit Bela Khun heimgelebrt war, wandte er. als Räte- diltator, den»Sozialismus' so blödsinnig an— er ließ alle Ge» sckäfte schließen—, daß man ihn schleunigst in die Provinz der- schickte, wo er durch weiteren Unfug den Arbeitern zu schweren Opfern verhalf und rasch abwirtschaftete. Zur Leitung der deutschen Arbeiter, die Moskau auf den Leim gehen, war er aber gerade noch gut geuug l_____ verleumöung eines Wehrlosen. Genosse Zimmer aus Moers, der bekanntlich bei den kom- munistischen Unruhen von einer Schar Rohling« niedergeschlagen und schwer verwundet wurde, sendet unS aus dem Hospital in Moers folgende Zeilen: Der Abg. Franken fKomm.) hat im Parlament erklärt, daß der Eingriff der Entente direkt auf meine Beranlafiung geschehen sei, auch hätte ich unsere Partei im vorigen Jahre bereits v e r- raten. Beide Behauptungen des kommunistischen Abgeordnete» Franken sind von Ä bi» Z erlogen. Hierdurch fordere ich den Söge- ordneten Franken auf. für seine Ansckuldigungen den Beweis zu erbringen; solange er dies nicht tut. bleibt seine Leußerung eine ehrlose Berleumdun g._ Die Vorgänge bei üer Thüringer Polizei. Don zuständiger Stelle(d. h. vom Reichsministerium des Innern. Red. d.„V.") wird den PPR. geschrieben: Bon sozialüemokratischen Blättarn wird die Nachricht verbreitet, daß infolge von Machenschaften und Denunziationen reaktionärer Spitzel das Reichsministerium des Innern eine Untersuchung gegen Beamte der thüringischen Sandespolizei eingeleitet habe. Demgegenüber wird festgestellt, daß die Anzeige erfolgte von einem Angehörigen der SPD. und daß die notwendigen ersten Berneh- mungen durch«inen Beauftragten des Reichsminifteriums des Innern in voller Ueberemstunnnmg mit der thüringischen Staatsregierung in Gegenwart eines Vertreters dieser Re- gierung, der ebenfall» der SPD. angshört. vorgenommen wurde. Nach Abschluß der Vernehmung hat dieser Bertreter der thüringischen Regierung dem thüringischen Staatsministerium ausdrücklich erklärt wieder hervor und reißt das Hurrahmaul auf, sobald es sich un» gefährdet glaubt. Cr ist übrigens Beamter der deutschen Republik, nimmt Brot und Lohn weiter. Konzert des ZReineteschen Männerchor-i. Man h<ü in glücklichen Friedenszeiten von der Warte der hohen Kunst aus vielleicht manch- mal etwas herablassend auf die„Liebhaberkunst" der Mönnerchör« herabgeblickt. Heute, wo das Zerfetzend«, Demoralisierende im Leben Trumpf ist. kann an der bedeutenden Kusturmission dieser Volkskunst nicht mehr gezwejfeit werden. Und der Arbeiter, der ringende, hat leine bessere Werbekraft für sein« Ideen, als wenn er auch auf diesem Gebiete seine höchste Spannkraft einsetzt. Der Meinekeiche Sängerchor steht da mit an erster Stille. Sein Direktor P. 21. Joseph hat im letzten Sonntagskonzert in der Hochschule eine vollgültige Prob« dafür abgelegi, daß sein Chor mit Erfolg nach den höchsten Zielen strebt. Das Programm, das ein vorwiegend modernes war, gipfelt« in wuchtigen, kunstvoll ge- setzten Werken von M. Burckhardt, Sturm und U t h m a n n, denen sich das neckische»Mädchenlachcn" von S t y x und das ge» mitwolle all« Volkslied»Du liegst mir im Herzen"(bearbeitet von Klüger) anschlössen. Die Zlussührung war fast durchweg ein« erstklassige. Joseph ist ein Dirigent, der ssch absolut nichts schenkt und das Letzte heraus« zuholen sucht. Di« KlangsMe, das energisch« Kresoendo des stimm- lich gut fundierten Chores fft ebenso anertennenewsrt wie das famose Piano, mit dem die lyrischen Stimmungen aufs feinste ausgelöst werden. In der Ausarbeitung des Textes zeigt Joseph überall den denkende» Musiker, der über dem Klanglichen niemals den Geist des Ganzen vergißt. Was da etwa an manchen Spellen ans Raffinierte. Ausgetüftelt« grenzt, fällt nicht ihm zur Last, sondern den Ton- dichtern, die trotz Hagar noch lange nicht das Letzte erreicht haben. Wann werden unsere ersten Komponisten sich mehr mit dem Stief- kind, dem Mänerchor, befassen? Von dem Tage an wird man sich auch wieder mehr mit ihnen befassen, die das Volkstümliche, das in die Herzen Eindringende so sehr verlernt haben. Herr Joseph ist auch ein pianistisch wohlbewanderter Begleiter, der die Solisten Curt Vogel und Marz. Blum trefflich b«. gleitete. Frl. Blum, die auch zwei interessante Lieder oon Joseph sang, verfüat über eine große, üppige, sehr umfangreiche Sopran. stimme, die in den tiefen Lagen noch ansprechender, freier fft als in der Höhe. Sie strebt etwas zu sehr dem Hochdramatischen zu: als Dortragskünstlerin muß sie noch manches zulernen. Auf hoher Stufe ficht der Geiger Curt Bogel, der vor allem außer dem schönen Ton und der hochentwickelten Technik einen markanten Charakter in seine Darbietungen legt. Er ist ein« der wenigen, die nur„Musik" geben wollen. b.w. Die Teuerungszuschläge de» vuchhaudel». Die Verhandlungen der Leipziger Haupwersammlung des Börsenvereins her deuffchen Buchhändler haben in der Frage der Teuerunqszuschlöge die volle Einigkeit in den beteiligten Kreisen wiederhergestellt. Die Teuerungszuschläge werde» für den größ'en Teil der Gegenstände de» Buchhandels, namentlich für wissenschaftliche Werte, aber auch für andere, in nächster Zeit fortfallen können. E» fft zu erwarten. daß die noch nötig«» Verhandlunge» in d« Hauptjache bi» zum er halle es für feine Pflicht, dem Staatsminfftertmn gegenüber zum 2lusdruck zu bringen, daß die Untersuchung von dem Bertreter- des Reichsministeriums des Innern in vollster und einwandfreiester Objektivität geführt worden sei. Der Fortgang der Unter- suchung wird durch die thüringische Staatsregierung geführt, der ein Vertreter des Reicheministeriums des Iimern anwohnt. Es waren vor allem Mitglieder der SPD., die fich über llnksradikalen Terror innerhalb der thüringischen Landespolizei zu ihren Ungunsten beklagten. Soweit ein hochverräterisches Verhalten einzelner Persönlichkeiten in Frage kommt, werden die zuständigen Gerichtsbehörden darüber entscheiden. Die Worte, die von jenen Blättern dem Vertreter des Reichsmwffteriums de» Innern bezüglich der Monarchie in den Mund gelegt werden, sind selbstverständlich nicht gefallen. Den Bemühungen des Ministeriums Koch, die Unter- suchung gegen Müller-Brandenburg als dem Willen der SPD.' entsprechend hinzustellen, steht die Tatsache gegenüber, daß unsere thüringische Parteipresse, worauf wir beretts hinwiesen, einen ganz anderen Standpunkt zu der Sache einnimmt. Im übrigen warten wir das Ergebnis der Untersuchung ab und wiederholen unsere Forderung, daß diese inobiektiver Weise geführt werde Die erhobenen Beschuldigungen er- scheinen insofern zunächst wenig glaubhast, als sie mit der uns bekannten früheren Tätigkeit des Hauptangeschuldigten in un- vereinbarem Widerspruch stehen. Für diesen spricht auch, daß während der letzten Unruhen Thüringen, obwohl dem Auf- standsgebiet benachbart, vollkommen ruhig geblieben ist. Der Lohnabzug. Der Reichsminister der Finanzen hat zur Durch- fsihrung des Steuerabzuges für da« Rechnungsjahr 1921 bis auf weiteres das folgende bestimmt: Die zur Durchführung des Steuerabzuges vom Arbeitslohn« für das Rechnungsjahr 1920 erlassenen Anordnungen finden auf die Durchführung de» Steuerabzugs tür 1921. also vom 1. April ab, mit folgender Maßgabe sinngemäß Anwendung: Jeder Arbeitgeber hat den ständig von ihm beschästigten Arbeit« nehmern bei jeder Lohnzahlung zehn vom Hundert de« Bettages einzubehalten, um den der auszuzahlende Arbeitslohn im Falle der Berechnung de« Arbeitslohnes a) nach Tagen 4 M. für den Tag. b> nach Wochen 24 M. iür die Woche, o) nach Monaten 100 M. für deu Monat übersteigt. Der gleiche Betrag ist avzugSftei zu belassen für die zur Haushaltung zählende Ehefrau des Arbeitnehmers. Ferner erhöht sich der dem Steuerabzug« nicht unterworfene Teil des Arbeitslohnes für jedes zur Haushaltung zählend« minder- jährige Kind im Fall« der Berechnung des Arbeitslöhne« a) nach Tagen um 6 M. für den Tag. t» nach Wochen um SS M. für die Woche, o) nach Monaten um 150 M. für den Monat. ES sind sonach vom 1. April ob ohne Rücksicht auf die Höh« des Arbeitseinkommens seiveils nur 1 0 v o m Hundert von dem dem Abzug unterliegenden Arbeitslohn einzubehalten. » Durch diese Art de« Steuerabzuges erhebt das Reich von dar- ohnehin schwer genug belasteten Emkommensteuerpflichtigen eine Zwang« anleihe. Ist e« doch nichr zulässig, die nichtstener- Pflichtigen Betrage, wie die Auslagen für Stratzenbahnfahrlen. für UntersiLtzungSkafien und dergleichen von dem Lohn, bezw. Gehalt abzusetzen,«he per Sl«uerabzug erfolgt. Dadurch werden von satt a allen Lohn- und Gehaltsempfängern vorläufig mehr Steuern ab» gezogen, al« nach der endgültigen Aufrechnung zu zable» sind. Während bei allen Befitzsteuern die Beträge nachträglich zu entrichten sind und bei Borauszahlungen eine besondere Zins- Vergütung in Anrechnung kommt, darf der Lohnempfänger sein Darlehen dem Staat zinsfrei geben. Da« ist«in Widersinn. der schleunigst beseitigt werden muß. jedenfalls bei dem demnächst zu erwartenden Entwurf einer Lohnsteuer nicht wiederkehren darf -- � 1. Juli abgeschlossen sein werden. Der einheitliche feste Ladenpreis wird wiederhergestellt, wenn auch infolge der noch keineswegs ab- geschlossenen Erhöhung aller Herstellung», und Geschäfr-unkoften eine Senkung der heutigen»ücherpreise noch nicht in Ausficht ge- stellt werden kann.. 2llso: der Teuerungszuschlag wird abgebaut— aber die Preise bleiben die gleichen. Das wird den Konsumenten wenig nützen, wenn die Verleger und Sortimenter sich über eine andere Form des Schröpfen» geeinigt haben. Der Absatz des Buches wird also weiter stocken, und der Käufer hat höchstens den einen Vorteil, daß er im- gefähr im voraus«rfahren kann, was künftig ein Buch kosten wird und nicht mehr durch die unberechenbaren apothekerhasten Zuschläge der Sortimenter abgeschreckt wird. Aus der gleichen Tagung wurde die Reform der Recht- schreibung und die Reichskulturabgabe abgelehnt. Der Börsenverein sollte sich darüber klar sein, daß die einst viel- gerühmte deutsch« Buchhändlerorganisation verknöchert und verkalkt. Sie hat weder rechtzeitig die Bücherkäufer vor der Ausbeutung der Sortimenter geschützt, sie hat in der Frage der Valutazuschläge ver- sagt und will jetzt wichtige Reformen einfach abwürgen. Franzose» gegen die R-woleonfeier. Die Freimaurer-Großlog« in Frankreich veröffentlicht einen heftigen Einspruch gegen die mit großem mllitärisch-chauvinistffchen Gepränge beabsichtigte Gedächtnis� feier des hunderfften Todestages Napoleons, weil dadurch die groß« glorreich« Bewegung von 1789—93 zugunsten eines unsinnigen Ehrgeizes verhöhnt werde und auf der ganzen Welt eine furchtbar« Katastrophe zu erwarten sei. Auch der Abgeordnete und Bürger» g meister von Lyon, Heriiot. der bekannte Führer der raditalffozialisti. fchen Partei, protestierte in einer Lyoner Versammlung gegen die Festlichkeiten, in denen er ein« imperialistische Kundgebung«rblickt, zur Stunde, da die Demokratien sich überwachen. Dheater. Die näckkte SrNaufiahrung berKammerfdi«!« wird die in Berlin noch nicht gespielt« Kiuuödl« von Beruard Shaw. M es- allianee" fein. .Mascattchen' zu« 100. Male. Di« vperette von Okonloivski hat es Im T b a l i a- T b e a t e r zur 100. Aussührong gebracht Der Keivinn de» Abends ist und bleibt die iöftliche niederdemiche, richtiger hamburgische Tvbe des Kapitän Krag von Fritz Beckmann. Und Ema Ritter bleibt das reizendste Wascottchen. Win Platat.lSettbewerb für die Deutsche»ewerbeschau Mkwchen 1922 itl unter den üblichen Bedingungen für alle dentschen Künstler ossev,: Dreis 6000 5».. 2. Dreis 4000 M.. z. Drei»»000 M.. 4. Yieis SOOa�e.. 8 Dresse zu je 1500 M. Die Entwüiie sind bi» 21. Mai bei der Kescha««. üelle der Deutschen Wewerbeichau 1S22, Ausstellmwstmk,«wzulreleru. von der die aussührlichen Wettbetverbsbestimmunzen zu beziehen sind. Die Psychiater für ei»«cneS Jrrevgese«. Di« IabreSversamm- Innz des deutschen Derein« für Psychiatrie, die Montag in Verl,» bezmm. nabm Berichte über die Schaffung eine» neuen Irrengesege« entgegen. Es wurde eine Sntschlietzung angenommen, w der die Schaffung ewe« neuen Jrrenzesetzes gefordert wird. Ein ReaenantSndignngsdienit wird Anfang Mai bei dem Berti» er Welterbureau. Berlin N 4.?nva!id«"str. 42. für seinen Dienjtb�"�(Brandenburg und Pommern. Südost-Meckteubur,, und ein Teil der Srenzmark) versuchSwesse eingerichtet,(üegen eine tpebübr von monatlich 80 R. zuzüglich der Portoaustag« wer»« täglich«'"fffl-" JTt. 193 ♦ 38. Jahrgang Heilage öes vorwärts Dienstag, 28. �prill92I GroßGerlm Die bürgerliche Vorortpresse. Abseits von den großen Berliner Zentralorganen und von der Oeffentlichkeit wenig oder gar nicht beachtet gibt es in dem Bereich Groß-Berlins eine Presse, die in ihrer Gesamtheit dennoch einmal der Beachtung und Betrachtung wert ist. Dos ist die ausschließlich in btirgerlichen Händen befindliche Vorortpresse. Mit der Ausdeh- nung und dem Ausbau Berlins und dem Einwachsen der Berlin zunächst gelegenen ländlichen Vororte entstand hier eine eigene Lo- kalpresie, die die gesamten örtlichen Angelegenheiten in den Bereich ihrer Betrachtung zog. Die Berliner Zentralorgane mußten diesen sich weit verzweigenden kommunalen Angelegenheiten Rechnung tragen und richteten teilweise gleichfalls Dorortbeilagen ein. Auch der„Vorwärts� hatte vor dem Kriege, wie erinnerlich, seine eigene Vorortbeilage. Der Krieg, die Papiernot und die Ueberteuerung der Preise zwangen zur Aufgabe der Beilage, wie übrigens auch in andern bürgerlichen Zentralorganen. Für die kleinen Vorortblätt- chen bedeutet der Krieg jedoch eine Zeit des ungeahnten Auf- schwungs, well sie infolge der Zwangswirtschaft alle amtlichen An- kündigungen und Nachrichten brachten, die sich keine Hausfrau ent- gehen lassen durfte. So geschah, was sonst nie geschehen wäre, daß nämlich diese Blätter und Blättchen auch in die Wohnungen des Proletariats hineinkamen. Nun könnte man sich vorstellen, daß es in einer Gemeinde mit selbständigem kommunalem Leben ein eigenes Blatt gibt, das von der Gemeinde, nicht von einem Privatunternehmer, herausgegeben, die Interesien der gesamten Einwohnerschaft im Sinne des Ge- meinwohls vertritt. Das Gemeinwohl aber konnten die bürger- lichen Vorortblätter niemals in den Vordergrund stellen, well die alte bürgerliche Kommunalpolitik, deren Vertreter sie waren, im Zeichen des Dreiklassenwahlrechts und des dieses Wahlrecht außer- dem noch um Sl) Prozent verschlechternden Hausbesitzerpriollegs stand. Die bürgerlichen Vorortblätter waren im Grunde, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, nichts anderes als die Vertreter der Haus- und Grundbesitzer und ihrer Wünsche, die in den Ge- meindeparlamenten den Ausschlag gaben. Außerdem aber war und ist ein beliebter Sport dieser Blätter die Bekämpfung der Sozial- demokratie. Jetzt aber hat sich das Blatt gewandt. Die Zwangswirtschaft ist mit wenigen Ausnahmen abgebaut, und was noch übrig ist, könnte jederzeit, ohne Inanspruchnahme der Ortspresse, an verschiedenen Stellen des Ortes öffenllich angeschlagen werden. Das Gemeinde- Dreiklassenwahlrecht und das Hausbesitzerprivileg sind beseitigt. Die Vorortdörfchen und-dörfer wurden endlich, was schon vor zehn Iahren hätte geschehen sollen, zu einem Groß-Berlin verbunden. Die Sterbestunde all der kleinen Blättchen hat geschlagen. Aber sie geben die Hoffnung nicht auf. Seit der Revolution bekämpfen sie die Republik und ihre Mitarbeiter aufs heftigste. In neuester Zeit fangen sie das Wort:„Los von Berlin!" auf. Leider befinden sich derarttge Blätter noch immer in den Häusern und Familien der arbeitenden Bevölkerung. Das muß anders werden. Kein Blatt, das sich in Zukunft noch weiter wie bisber die Bekämpfung der So- zialdemokratie, der Republik sowie die Propaganda:„Los von Ber- angelegen fein läßt, darf mehr in das Heim sozialdemokratischer oder republikanischer Arbeiter, Angestellten, Beamten, Lehrer und Geistesarbeiter hinein. Dafür muß überall, wo er noch nicht be- zogen wird, der„Vorwärts" in die Vororthäuser und-familien hin- ein. Die neue Bellage.„Siedlung und Kleingarten", reich mit künst- lerischen Bildern geschmückt, kommt den Wünschen der Großstadt- bevölkerung nach Befreiung aus der Enge der Häuser entgegen und eröffnet an der Darstellung praklifcher Beispiele Ausblicke auf ein besseres und schöneres Großstadtleben, als es sich unter der bis- hörigen Mißwirtschaft entwickeln konnte. Der 1-Mark-Tarif kein Jehlschlaff. Die Berliner Straßenbahn hat in den letzten Wochen Mehr- einnahmen zu verzeichnen und führt dieses in erster Linie auf die günstige Wirkung des I-Mark-Tarifs zurück. Wenigstens äußerte sich d« Leiter des städttschen Verkehrsamtes Dr. Adler in diesem Siim« und erweiterte dieses durch die Feststellung, daß der 1-Mark- Taitis das bis dahin vorhandene Defizit beseitigt hat. Nach den bisherigen Feststellungen hat die Berliner Straßen- bahn im Monat März eine Mehreinnahme von 6.3 Millionen Mark erzielt gegen die Einnahme des Vormonats. Allerdings wurde da- mit gerechnet, daß die Mehreinnahme etwa«,9 Millionen Mark be- tragen würde, dieser Fehlbetrag erklärt sich daraus, daß die infolge des erhöhten Preises erfolgte tatsächliche geringere Benutzung der Straßenbahn, die mit 9 Proz. veranschlagt worden war, in Wirk- lichkeit etwas höher ist und etwa 11 bis 12 Proz. bettägt. Hierbei kann jedoch von einer definitiven Abwanderung der Fahr- g ä st e auf andere Verkehrsmittel nicht gesprochen werden. Einmal steht eine Erhöhung der Tarife der Stadtbahn bevor, die zum 1. Juni eingeführt wird und deren Wirkung sich erst am 1. Juli frühestens zeigen kann, andererseits wird auch die Hoch- bahn voraussichtlich zu einer Erhöhung der Tarife schreiten müssen. Die Gründe für eine neue Erhöhung der Hochbahnkarife müssen in den durch die Einheitsgemeinde geschaffenen Verhältnissen gesucht werden. Durch die Uebernahme der Geschäfte der Vorort- gemeinden mit Untergrundbahnbesitz sind auch die Untergrundbahn- strecken von Schöneberg, Wilmersdorf und Dahlem in den Besitz der Stadt Berlin übergegangen, die von der Hoch- und Untergrundbahn betrieben werden. Diese Untergrundbahnen ar- besten jedoch nicht wirtschaftlich, so daß der durch den Ver- trag ausbedunqene Wagenkilometerzuschuß in diesem Jahre etwa 4 Millionen Mark ausmachen wird, der von der Stadtgemeinde Berlin zu zahlen wäre. Diese früheren Abmachungen der Städte Schöneberg und Wilmersdorf sowie der Verttag der Gemeinde Dahlem mit der Hochbahngesellschaft wird demnächst geändert wer- den, um den Fehlbetrag zu beseitigen. Ob der Ausgleich in der Form einer Tariferhöhung stattfinden wird, steht noch nicht fest. Der falsche Unterstaatssekretär. Die Irrfahrten eines Pumpgenies. Zu einer Virtuosität im Pumpen hatte es ein Hochstapler ge- bracht, der in der Rolle eines„Unterstaatsfekretärs im Auswärtigen Amt Dr. Bartholdy" fämlliche Leute, die irgendwie mit ihm in Be- rührung kamen, um recht hohe Beträge„erleichtert" hatte. Dieses Pumpgenie wurde gestern von der 9. Strafkammer des Land- gerichts I auf Grund gewisser Anzeichen von Geisteskrankheit frei- gesprochen. Der aus guter Familie stammende Angeklagte, ein LSjähriger Kaufmann Wilhelm Baruch, war schon in seiner Jugend wegen seiner sonderbaren Neigung in nervenärztlicher Behandlung. Als der Krieg ausbrach, meldete sich Baruch freiwillig, kam aber, nach- dem er mit langgeübten Geschick seine Kameraden und Vorgesetzten angepumpt hatte, ins Lazarett, wo bald die Schwestern und die Krankenpfleger die Leidttagenden wurden. Er wurde, nachdem er zwei Jahre in verschiedenen Nervenheilanstalten zugebracht hatte, in denen er, u. a. in der dl-uzon de sante, das Pflegepersonal angepumpt hatte, bald in den Badeorten eine bekannte Erscheinung. In der Rolle des Sohnes des Inhabers der bekannten Theater- garderobenfirma Baruch pumpte er in Ahlbeck, Swinemünde und Zoppot alle möglichen Leute an und wurde schließlich verhaftet. Bei den Spartakus-Unruhen in Stettin wurde er aus dem Gefängnis befreit. Der Angeklagte kam dann in der Rolle des„Unter- staatssekretärs im Auswärtigen Amt Dr. Bar» t h o l d y" nach Berlin, wo er sich erst mit dem nötigen Nimbus umgab, indem er sich von einem Automobilverleiher Iabnitz ein elegantes Luxusauto lieh und in zwei Tagen Fahrten für 2848 Mark unternahm. Dem Inhaber einer Weinstube Kurt Mohr nahm er in wenigen Tagen einen Brillantring für 9000 M., serner 9000 M. in bar und 20 000 polnische Mark ob. Ein Dr. Ludwig Meyer wurde mit 12 000 M., eine Witwe Blankenhagen mit 16 000 Mark, viele andere Leute mit gleich hohen Bettägen hineingelegt. Bei so guten„Einnahmen" war es kein Wunder, daß er wie ein Krösus lebte und u. a. für ein Abendbrot 8000 M. ausgeben konnte. Als er endlich durch seine Verhaftung unschädlich gemacht wurde, ßekäm das Pümpgente es sogar fertig, im Untersuchung?- gefängnis die— Gefangenenaufseher anzupumpen. Zu der gestrigen Verhandlung war vom Rechtsanwatt Dr. Leder- mann ein kleiner Kongreß psychiatrischer Sachverständiger mobil gemacht worden. Von den Sachverständigen wurde betont, daß es sich um einen Grenzfall handele, bei dem eine gewisse Wahrscheinlich- keit für das Vorliegen einer Geisteskrankheit, und zwar einer ge- meingefährlichen, spreche. Der Hausarzt des Angeklagten bejahte dagegen das DorUegen des Z 61. Die Folge war, daß der Angeklagte freigesprochen werden mußte und wieder auf die Menschheit losgelassen würde, wenn nicht noch eine Reihe anderer Haftbefehle gegen ihn vorliegen würde. Detter im Zirkus Vusch. Während der gesttigen Abendvorstellung des Sarrasani-Gastspiels im Zirkus Busch ertönte plötzlich gegen 9 Uhr Feueralarm. Aus den Ställen machte sich eine leichte Rauchentwicklung bemerk- bar, so daß auf feuerpolizeiliche Anordnung der Zirkus ge- räumt werden mußte. Die Zuschauer verließen das Gebäude in voller Ruhe. Die inzwischen herbeigeeilte Feuerwehr stellte fest, daß in dem K a m e l st a l l einige Ballen Preß st roh in Brand ge- raten waren, wodurch die Rauchentwicklung erklärlich wurde. Nach- dem die Tiere aus den» Stall geführt waren, gelang es, in kurzer Zeit den Brand zu löschen. Der Sachschaden ist unbedeutend, da nur das betreffende Stallgebäude geringfügig in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Brand soll durch unachtsames Fortwerfen eines Zigarettenrestes entstanden sein. Revolverkampf mit Räubern. Drei Räuber mit Parabellumpistolen drangen am Sonnabend abend gegen 8 Uhr nach Ladenschluß in das Kaufmannsgeschäft von Stenzel zu Oranienburg ein, bedrohten den Geschäftsmann und seine Frau und verboten ihnen mit vorgehaltener Waffe, um Hilfe zu rufen. Dann schloffen sie hinter sicki ab und machten sich daran, den Laden auszuräumen. Dem Kinde, einem 10jährigen Mädchen, gelang eS, Hilfe heranzuholen. Ein Schlächter Mangels darf und ein Fuhrmann EIS« mann, die die Kleine herbeirief, gerieten mit den Räubern in einen schweren Kampf. Mangelsdorf wurde durch einen Bauch- i ch u ß schwer, Elsmann durch einen Kopfschuß leickr verletzt. Das Ende war, daß die Räuber entkamen. Sie erbeuteten 1000 M. bares Geld, Schlackwurst und Tabakwaren. Die Verbrecher sind wahrscheinlich Berliner, die zu diesem Ueberfall nach Oranienburg gekommen waren. Auf dem Rückwege find sie in Stolp gesehen ivorden. Angaben, die zu ihrer Eemittlung und Festnahme dienen können, nimmt Kriminalkommissar Werneburg im Zimmer 80 des Berliner Polizeipräsidiums, Hausanruf 601, entgegen. Neue Zuckerpreise. Am 1. Mai treten neue Zuckerpreise in Kraft. Danach darf der Preis für Zucker im Kleinhandel nicht über- steigen: Für 1 Pfund Melis 3,86 M., für Vi Pfund 2,90 M.; für 1 Pfund Raffinade 4 M., für 94 Pfund 3 M.; für 1 Pfund Würfel- und Hartzucker 4,10 M., für% Pfund 3,10 M. Ein Zuschlag für Verpackung darf nicht berechnet werden. Wegeu Sperrung des Spreekunuels infolge Gleisbauarbeiten verkehren vom 20. d. M. ab bis auf weiteres die Wagen der Linie 84 vom Platz am Spreetunnel bis Alexanderplatz in beiden Richtungen über SchlefischeS Tor, Köpenicker Straße, Brückenstraße und Alexanderstraße, die Wagen der Linie 8 6 aus dem bisherigen Wege nur zwischen Stralau(Spreetunnel) und Alexanderplatz. Milchbelieferung. Heule und morgen erhalten die v. I-, v. I7-. und v. l Il-Karten keine Milch. Die'/.-Lltcr-Krankeularten werden mit Frischmilch beliefert, mit Ausnahme des Bezirks III. Als Ersatz sür die aussallende Frischmilch in diesem Bezirk wird llt Liter Emulfieusmilch verausgabt. Beliescrung bleibt wie bisher. Die angegebene Be ieserung be- zieht sich nicht ans"die seit dem l. Oktober 1920 neu zu Berlin Kinzu- gekommenen Gemeinden, soweit sie nicht bereits dem Milchamt Berlin angeschlossen sind. Elternvcrsammlnng in Charlottenburg. Die aus dem Boden der SPD. stehende» Ellernbeiräte und Eliern Charloltenburgs veianslnlten heute abend 7>/, Uhr im großen Saale des NatbauieS, Berliner Str. 70/73, eine öficniliche Kundgebung zugunsten der schulrcsormerischen Piäne des Oberftadlichulrates Paulsen. Genosse Studiendireklor Dr. Kurien reseriert über:„Die neue Gemeinschaftsschule'. Sine in der Turnballe Lesfingitraße zu N« u k 5 I l n tagende gut be» suchte Elternvrrlämmlüng der 15, und 16. Gemeindeschule swellliche) nahm nach einem Nijerat des Genossen Lehrer Weimann einstimmig eine Ent- ichließung qn, in der sich dle Pcrsammclten mit den Paulsens che» T b e s t n einverstanden ecllartey. Ein aus Leh. ern und Eilern bestellender Ausschuß erhielt den Ausirag, die vorbereitenden Schritte zu unternehmen, um die Gemeinschaftsschule vorzubereiten. StcuervortrSge. Ueber die Veranlagung zur Einkommensteuer spricht am Mittwoch, den 27. d. Mls., nachmittags 5>/, Uhr, Dr. Birnbaum über die Neuregelung des Steuerabzuges am gleichen Tage um 7Y, Uhr Ober- steuerfetretär im Reichfinanzmfmsterium Albert Hornauer vor den Mit- gliedern des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller im groi-en Sitzungssäle des Vereins Deutscher Ingenieure, Souunerslraße 4s. Gäste willkommen. Die„Unterrichtskurs« für Arbeiter« E. B. wollen die Grundlagen des Wissens vermitteln /Deutsch und Rechnen). Augerdem wird je ein Kursus rn Naturkunde und zur Einsiihrung in die deutsche Sprache, vornehmlich für Ausländer, veranstaltet. Studenten der Berliner Hochschulen erteilen den Unterricht, der von einem polstisch und religiös neulralcn Verein, in dem Lehrer und Hörer gleichen Einfiutz haben, geleite! wird. Der Unter- richt beginnt am 9. Mai, scdließt Ende Juli und findet einmal wöchentlich von 7'/, biS 9'/, Uhr abends statt. Hörgcbühr sür den KuiluS /Dauer 12 Abende) 4 M. Arbeitslose erhallen gegen Ausweis Freikarten. An- 49Z Sline Menschenkind. III. Der Sündenfall. Von Martin Andersen Nexö. „Die arme, arme Frau!" sagte Etine. Sie hatte große Tränen in den Augen. „Ja, das kannst du wohl sagen.— es gibt viel Schlechtig- keit hier auf Erden. Aber wenn ein Mensch übers Grab hin verfolgt wird, das ist denn doch wohl mit das Schlimmste, wovon man je gehört hat!-- Na, aber wir wollen nicht bier sitzen und Schwarzseher spielen." Lars Peter erhob feine (Stenntc.„Schau dich mal draußen um und sieh zu. daß du d,/ Kleinen zu packen kriegst.— sie sehnen sich sicher nach dir. Ich muß hinunter und das Boot klar machen für die Nacht." Stine nahm Paul und Else bei der Hand und ging bin- aus, um Freunden und Bekannten guten Tag zu sagen. Am liebsten hätte sie's sich geschenkt, aber das ging nicht an, dann warf man ihr vor, daß sie eingebildet sei. Die alten Leute im Pfannkuchenhaus freuten sich, sie zu sehen.„I, wie groß du geworden bist!" sagten sie und be- fühlten sie von oben bis unten. Sie. selber waren noch kleiner geworden. Es war wirklich, als wüchsen die beiden lieben Menschen in die Erde. Wie immer duftete es bei ihnen nach Aepfeln und Lavendel. Auch bei Lars Jensens Witwe guckten sie hinein. Sie war gar nicht mehr Witwe, der Krugwirt hatte sie mit einem Fischer, der neu ins Dorf gezogen war, zusammengetan,— um schnell über die Wohnungsfrage hinwegzukommen. Aber bw�kiiider nannten sie nach wie vor nie anders als Lars Jell/ens Witwe. Sie war ganz gerührt über den Besuch, die gute Seele!„Ja, eure Mutter bin ich diesmal nicht ge- worden," sagte sie,„aber es ist schön zu sehn, daß ihr doch ein bißchen freundlich an mich denkt. Denn ich Hab' ja selber nun einen Mann gekriegt, mit dem ich auskommen muß. Das hast du wohl gehört? Wie er ist. kann ich dir wahrhastig nicht sagen— denn ich Hab' chn noch kaum kennen gelernt. Ist ja was Sonderbares, wenn so ein wildfremder Mensch zu einem in den Stallstond getan wird: zuerst tritt und beißt man ein- ander ja ein wenig und will nichts voneinander wissen. Aber das muß sich wohl geben,— wie alles andre hier in der Welt." Sie mußten bleiben und Kaffee trinken- und dann wurde die Besuchstour fortgesetzt. Es machte Spaß, so umherzugehn und als Erwachsener behandelt und respektiert zu werden! Stine hatte das Ge- fühl, als würde sie gefeiert. Aber dann war's auch bald vorbei mit dem Visitenmachen. Es war Sonnabend, und zu Hause war eine gründ- liche Reinigung notwendig. Else konnte nur das Notwendigste erledigen, Stine zog einen alten Rock an, band eine Scheuer- schürze vor und machte sich ans Reinmachen. Es tat wohl, wieder daheim zu schaffen: unsagbar wohl tat's, zu wissen, daß die Augen der andern bei ihrem Anblick leuchteten vor Liebe, Stolz— und Bewunderung. Wie dick und rotwangig sie geworden war, und wie sie sich gereckt und gestreckt hatte!„Du bist ja bald ein erwachsenes Mädchen," sagte Lars Peter stolz.„Ehe man fich's versieht, kommst du wohl gar mit einem Schatz unterm Arme an." Die Kinder hingen an ihr, froh und überlegen, in dem Bewußtsein, eine erwachsene Schwester zu haben, die mit der Lust einer frem- den Welt in ihren Kleidern nach Hause kam und große Dinge erzählte. Besonders Paul ließ sie nicht los, so daß es sie beinahe bei der Arbest störte: am liebsten wollte er die ganze Zeit auf ihrem Schöße sein. Nun wollte er für vielerlei Entbehrungen entschädigt werden. Und in Stines Herz wurde ein Verlangen dadurch gestillt, daß sie ihn wieder um sich haben und ihm helfen konnte: sein kleiner Körper war ein so liebes Ding zwischen den Händen, und sie war beglückt über sein bestän- diges:„Nein, Stine-Mütterchen soll!" wenn er einer Hand- reichung bedurfte. Natürlich wollten sie alle vier in einem Bett liegen. „Das geht niemals," sagte der Vater.„Ihr dürft nicht ver- gessen, daß ihr alle gewachsen seid." Aber Stine war ebenso versessen darauf wie die andern, sie war ein richtiges Kind. „Kommst du nicht bald?" riefen sie, und Stine sehnte sich selbst danach, zu ihnen zu kriechen. Aber sie wollte anderseits auch gerne beim Bater sitzen und nach Erwachsenenart mit ihm reden. »Na, wie bist du denn drüben zufrieden?" fragte er sie, als sie Ruhe vor den andern hatten.„Gesund und frisch siehst du ja aus, also zu hungern und dich überanzustrengen brauchst du wohl nicht!" Nein. Stine war so ganz zufrieden— so im allgemeinen. Aber zum Winter wollte sie gern nach Hause kommen. Man hatte doch gewiß Verwendung für sie, und der Bakkehos war so weit weg. „Ja, du fehlst uns überall und jeden Tag,— auf die eine und andre Art," sagte Lars Peter.„Aber dich nach Hause nehmen— ein konfirmiertes Mädchen—, das geht nicht an für kleine Leute, wie wir's sind! Die Menschen wür- den drüber reden!" „Rasmus Olsens Martha ist doch immer zu Hause ge- wesen," wandte Stine ein. „Ja, mit der ist das so eine Sache." sagte Lars Peter zögernd.„Sie hat das gewiß auch nicht umsonst gehabt. Nein, der Krugwirt liebt es nicht, daß die kleinen Leute Hilfe an ihren Kindern haben: er sah es ja nicht mal gerne, daß Christian hier war. Wenn's aber zu weit ist, könnten wir vielleicht eine Stelle für dich finden, wo du näher zu Hause bist. Es wird davon gesprochen, daß der Krugmann ein Hotel einrichten und Badegäste heranziehen will, so wie es an andern Orten ist. Vielleicht könntest du da Beschäftigung finden." Nein, dann blieb Stine lieber, wo sie war. „Es ist auch nicht gut, so schnell die Stelle zu wechsefti," sagte Lars Peter.„Man kriegt einen schlechten Ruf,— mit oder ohne Grund. Die Bauern können nun mal die Leute nicht leiden, die zu oft wechseln." „Warum denn nicht— wenn sie doch selber den Anlaß geben?" „Weil es zu große Selbständigkeit verrät,— und die ist unerwünscht. Diejenigen, die lange auf einer Stelle bleiben, sind dagegen Leute, die sich in vieles fügen,— und das hoben die Leute immer gern!— Aber, um von etwas anderm zu reden, bekommst du denn den Onkel Johannes manchmal zu sehen? Man sagt, daß er sich oft auf dem Bakkehos blicken läßt." Stine hatte ihn nur einmal auf dem Bakkehos gesehen und glaubte nicht, daß er öfter da gewesen war.„Ist viel- leicht was zwischen ihm und der Karen vom Bakkehos?" fragte sie neugierig. „Ja, geklatscht wird jedenfalls darüber, daß er sich lieb Kind bei deiner Bäuerin macht— und daß sie ihm nicht ganz übel will. Ob's wahr ist, kann man ja nicht garantieren: aber frech genug ist er dazu, so hoch hinaus zu wollen. Alt und jung kommt auf die Art zusammen, und das soll bekanntlich nicht gut sein." tForts. folgt.) melbungen für sämtliche Surfe abends von 7, bis 9, Uhr aut Montag, ben 2. Mai, in ber Gipsstr. 23a; am Dienstag, den 3. Mai, in der Gleim ftrage 49; am Mittwoch, den 4. Mai, in Neukölln, Kaiser- Friedrich- Str.2 8/10; am Freitag, den 6. Mai, in Lichtenberg, Marliftr. 2/3; und am Sonnabend, ben 7. Mai, in der Hörerversammlung, Niederwallstr. 12. Filmschau. Die Richarb- Diwald Lightspiele tamen mit einen Drama Bez. giftetes Blut von E. Liebe und Fr. Sauer auf den Plan. Es wirfte gar nicht so fenfationell, trosdem Opiumhöhlen, Sufflämpfe von Flugzeugen, eine Berbrecherbande gwisgen Slubmöbeln, Entführung usw. berhalten mußten, um den Untertitel riminal- und Sensationsbrama" su rechtfertigen. le diese aufregenden und schändlichen Dinge zogen io, ich nieochte jagen, behaglich an bem Zuschauer vorbei, daß keinerlei Furcht und Spannung auffam, aber sehr oft gelachi purbe und es eine ganz ge mütliche Vorstellung war. Rate Haad, Heinr. Schroth und Henderly Bebius teilten fich in die Hauptrollen. Auch siet Chinesen spielten gans richtig und ganz europäisch mit. Innenarchitektur und Photographie waren sehr gut. Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, Dienstag, den 26. April: 1. reis. Mitte. 6% Uhr, Frauenabend im Bürgerheim", te Schön haufer Straße 23/24. Ecnfte und heitere Vorträge. Gäste miltonmen 4. Kreis. Brenzlauer Tor. Pünktli 6 Uhr, bei Wichmann, Saarbrider. und Weißenburger Straßen- Ede, Sigung des Kreisvorstandes u. d. Abteilungs. norstände. Wichtige Tagesordnung. Die Abteilungen haben die ausstehen. ben Raffenberichte und statistischen Bogen mitzubringen. Genoffin Sedwig Bachenheim. Elternbeirat". 81. t. 7 Uhr Frauenabend bei Goldfchuridt, Stolpische Str. 38. Referentin Sebwig Riefel 32. bt. 7 Uhr Bahlabende in folgenben Solalen: bei Bleffin, Stargarder Straße 3, Thema: Die politische Lage", Ref. Otto Korn; bei Statter, Gleimstr. 45, Thema: Der Kommunistenputsch und seine Folgen", Ref. Hermann Schmidt. 33. bt. 7 Uhr 8ahlabend in folgenden Zotalen: Schrebel, Grünthaler Straße 13, Gillwald, Butbufer Str. 24, Liefener, Gleimstr. 63, Sajad, Gminemünder Str. 58. 34. Abt. 7 Uhr Sahlabend in folgenben Sotalen: Goldbach, Binetaplah 7, Opig, Bernauer Str. 13, Greulig, Gartenftr. 46. Tagesordnung 21. 311 1½ the bet Dehmel, Cherinstr. 42, Wohlfahrtsturfus. Referentin: 37. Abt. 74 Uhr Sahlabend bei Schreiber, Berleberger Str. 52. Wichtige 48. Abt. 6 Uhr, Elternverfammlung in der Schulaula Schöningstraße. Bor 38. Abt. 7 Uhr bei Trümper, Flensburger Str. 8, Distuffionsabend. Thema: trag über Bauffens Schulprogramm". Ref. Sugo Sennide. Achtung! Elternversammlung der 212. Gemeindeschule, Siemensstraße. 7 he Preußische Regierungsbildung, Opposition und Sozialdemokratie". Ref. in der Aula. Thema: Die Borgänge bei der Jubiläumsfeier und der 39, 26. 7 Uhr bei Berger, Jagomstraße, Ede Lenegomstraße, Distuffions. Gen. Emardn, M. d. L. Charlottenburg. 7½ hr, im großen Gaale des Rathauses, Versammlung der 40. Abt. 7 Uhr bei Schmidt, Wiclefftr. 17, Mitgliederversammlung. Bahl abend. Thema: Meine Erlebniffe in Somejtrugland. Ref. Genoffe Grimm. Elternbeiräte und Eltern. Bortrag des Genoffen Dr. Karsen über: Die neue Gemeinschaftsschule unter besonderer Berücksichtigung der Schulpläne der Abteilungsleitung. bes Stadtschulrates Pauljen". Arbeitsgemeinschaft ber SBD.- Elternbeiräte. 42. Jungsozialisten. Gruppe Sichtenberg. 7 Uhr bei Schlenkrig, Gimplomkr. 42, 43. Bortrag über: Sozialismus und Bolschewismus". Ref. Gen. Otto Meißner. Morgen, Mittwoch, den 27. April: reis. Spanbau. 7 Uhr im Hotel 8um Stern" Botsdamer Str. 21 ( am Marktplag), Abteilungsversammlung. Thema: Die politische Sage". Ref. Theodor Rabelig. Abteilung 3a. Außerordentliche Mitgliederversammlung 7 Uhr bei Schirm, 6. 16 Uhr Sahlabend in ben bekannten Bezirkslotalen. 12. bt. 6 Uhr in der Schulaula Wrangelstraße 128, Gemeinsamer Zahlabend. Thema: Das Wirtschaftsleben in Rusland". Ref. Gen. Gervien. Wie das Mädchen aus der Aderstraße die Heimat fand" wurde in 8. bert& ant Biotipielen gezeigt. Das arme Mädchen hatte als Witwe wieder schredlich viel burchzumachen; nichts blieb ihr erspart bon bem, was man so in Berlin M und B, das sich nicht langweilt, erleben tann. Aber endlich findet sie boch ihre Seimat in den Armen ihres erften Berführers, der natürlich inzwischen ein berühmter Mann geworben ift und auf feine alten Tage seine jungen Sünden gut machen will. Hoffen mir, baß kein Kino- Dichter oder Kino- Dramarturg fie aus diesen Armen wieber herausreißen wird. Gespielt wurde teilweise fünstlerisch auf fallend gutt. Steinrüd und die Baletti ragten weit über die anderen hinaus und Bicha und Johanna Ewald( lettere in wundervoller Maste) forgten für Farbe und Bewegung. Landstraße und Großstadt." Der Hauptteil des Programms im Terra Theater wurbe bon dem neuen Carl- Wilhelm- Film„ LandStraße und Großstadt"( ein tragisches Schauspiel in 6 Aften bon Dimitri Buchomekti) bestritten, ber sowohl hinsichtlich des Inhalts und Spiels wie in bezug auf bie Photographien recht Gutes bietet. Ein Lob verdient noch bie vor treffliche mufitalische Begleitung unter der Beitung bes Rapellmeifters Otto Caffau In dem Stetsch Die zerriffene Tochter von Alfred Walters fei mur bie gute Wiebergabe des Berfaffers hervorgehoben, ber in brei berschiebenen Rollen das Publikum vortrefflich unterhielt. Im übrigen gehört diefer Stetsch beffer auf eine Provinsbühne. Mik Arizona betitelt fich ein amerikanischer Milb- West- Film, der in bieser Woche in den Decla 2ichtspielen( Unter den Linden 21) über bie Leinwand rollt. Das Drama ipielt in Kansas City( Nordamerita). Miz Arizona ift die Tochter eines einen Farmers, bie burch ihre tollfühnen Streiche von einer Diebesbande zu einem großangelegten Biebschmuggel gewonnen murbe unb bie später die Frau eines einsamen ftillen Landpfarrers wird. Die vorzüglichen Landschaftsbilder und das flotte Spiel erregten beim Publikum großes Interesse. Soennecken Eilfedern Für schnelles Schreibex F. SOENNECKEN BONN Ueberall erhältlich F.Soennecken Bonn Berlin W8, Taubenstr. 16/18 Theater, Lichtspiele etc. Opernhaus Volksbühne Versiegelt Theater am Bülowplatz. Charlottenstraße 7. Rreisvertreterwahlen.. 13. Abt. 7 Uhr im Restaurant Bum Alexandriner", Alexandrinenftr. 87a, Gemeinsamer 8ahlabend. Wichtige Tagesordnung. 14. bt. 7 Uhr Bahlabend in folgenden Zotalen: bei Krüger, Engelufer 18, Ende, Luifenufer 21, Ripfe, Alte Jakobstr. 65. Erscheinen aller Genossen unbedingt erforderlich, da wichtige Tagesordnung. 21. Abt. 7 Uhr Sahlabend in folgenden Lotalen: Bezirke Mehle und Friebrich: bei Rröste, Ebertnstr. 6. Bezirk Rutter: bei Wrubbel, Heidenfeldftraße 20. Bezirk Händler: bei Beiz, Thaerstraße. Tagesordnung: Unabt. Gigung fämtlicher Funktionäre und Betriebsvertrauensleute 7½ Uhr fere Maifeier". bei Bauer, Große Frankfurter Str. 1. 22. 23. bt. 7 Uhr bei Gott, Aniprodeftraße. Ede Barbelebenstraße, Giedel, Esmarchstr. 9, Elbinger Klaufe", Elbinger Str. 49, Schögel, Thorner Straße, Cde Cotheniusstraße, Bahlabende. Wichtige Tagesordnung. 24. bt. 7 Uhr Sahlabenbe in folgenden Lotalen: Gruppe 1 bei Rösner, Smmanueltirchstr. 25. Gruppe la bei Wulf, Marienburger Str. 37. Gruppe 2 bei Winzer, Chriftburger Straße, Ede Binsstraße. Gruppe 3 bei Gülg, bt. 7 Uhr Sahlabend in den bekannten Lotalen. Belterstr. 2. Wichtige Tagesordnung. 28. 29. bt. Bahlabend in folgenben Lotalen: Bezirke 908-914 und 923 bei Schnei der, Brenzlauer Allee 43. Bezirke 920, 959a, 959b, 959c, 960a, 960b, 961, 962, 963, 964, 965, 966 und 967 bei Baafe, Dunterstr. 8. Bezirke 919, 921, 922, 924, 955, 956, 957, 958, 968, 969, 970 bei Rodhaus, Schliemannstr. 39. 30. Abt. 7 Uhr Bahlabende in folgenden Botalen: Rarl, Wichertstr. 69, Röper, Stargarber Str. 18, Betsch, Bappel- Allee 80, GSchulz, Ransowftr. 1. Das Erscheinen aller Genossen ist unbedingt erforderlich. Zum bt. 7 Uhr Sahlabend in folgenden Zotalen: bei Behrens, Tegeler Str. 22, bt. 7% Uhr Sahlabend in folgenden totalen: Giebel, Bankstr. 82, Utnehmer, Triftftr. 49. Schade, Rösliner Str. 9, Sachfe, Lindower Str. 26. 44. bt. 7 Uhr 8ahlabend. Bezirke 805, 806 und 819 bei Rerfin, Banfftr. 60. Die übrigen Bezirke in der Schule Chriftianiastraße, Ede Freienwalder Straße. 46. bt. 7% Uhr 8ahlabend in den bekannten Zotalen. 47. Brüsseler Str. 43, Gentel, Utrechter Str. 10. t. 7 Uhr Bahlabend in folgenden Lotalen: Jumer, Buchstr. 8, Radzay, 48, Abt. 7 Uhr Sahlabend in folgenden Lotalen: Bewandowski, Geeftr. 104, Grunwald, Rameruner Str. 19, Taube, Müllerstr. 62a. Rarten zur Mai. 54. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr Zahlabend. 5. Gruppe bei Bühnemann, feier find noch beim Raffierer au haben. Selmholgstr. 39, Ref. Ernst Toft, 6. u. 7. Gruppe im Lotal 8um Birn baum, Galvaniftr. 18, Tagesordnung: Maifeierangelegenheiten, Gruppenfachen. 57. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr bei Arndt, Kantstr. 51, Abteilungsverfammlung. 92. Abt. Reutöllu. 28. u. 33. Bezirk. Extra- 8ahlabend bei Bedmann, Elbeftraße 30. Thema: Rommunale Fragen". Ref. Genosse Neumann. 7 Uhr. 95. Abt. Reukölln. 7% Uhr bei Gohlte, Hermannstr. 199, Abteilungsversamm Lung. Neuwahl des Borstandes und der Revisoren. Geschäfts- und Raffenbericht. 99. Abt. Brig. 7% Uhr in ber Aula ber 2. Gemeindeschule, Frauenversamm. Tung. Tagesordnung:§§ 218/219". Referentin Genoffin Clara Bohut Schuch, M. d. R. 108. Abt. Röpenid. 7 Uhr bei Schulz, Müggelheimer Str. 12, Funktionärton. ferenz. Thema: Die Aufgaben des Bezirksamts". Ref. Mag Galle. 116. Abt. Lichtenberg. 7 Uhr Bahlabende in folgenden Zotalen: Zotal Müller, Solteiftr. 10, Referentin Genoffin Scheibenhuber; Botal Schulz, Boghagener Straße 56, Ref. Genoffe Lenz; Lotal Räbide, Boghagener Straße, Ede 117. b. Sichtenberg. Gryphiusstraße, Ref. Hermann Schulze. Uhr bei Botomezed, Hauptftr. 86, Mitgliederver fammlung. Jahresbericht und Neuwahlen. 119. Abt. Sichtenberg. 7 Uhr Sahlabend bei Reg, Herzbergftr. 151, Stef. Gen. Spiedermann. Borwärtslefer willkommen. 181. Abt. Nieberschönhausen, 7 Uhr Frauenabend. Thema: Heinrich Heine". Ref. Genoffe Schacht. Im Komödienhaus, heute, Dienstag: 150. Die Sache mit Lola Male: Hermann Pidha, Leonhard Haskel, Frieda Lehndor, Ortrud Der erfolgreichste Schwank mu Max Pallenberg, Wagner, Heinz Stleda, Charlotte Ander, Heinz Alexander. Central- Theater Die Postmeisterin Deutsches Opernhaus 6% Uhr: Margarete Friedr. Wilhelmst.Th. 7% U.: Hoheit die Tänzerin KL. Schauspielhaus Josephlegende 7. Das Käthehen v. Hellbronn, Uhr: Reigen 7 Uhr Schauspielhaus Lessing- Theater Lessing- Theater König Richard III. 7 Uhr 7 Uhr, neueinstudiert: Gespenster Deutsches Theater( Lossen, Uhr: Cäsar und Kleopatra I. 8: Casar und Kleopatra Kammerspiele Uhri Deutsche Kleinstädter MI. 7, Uhr: Der König der dunklen Kammer Abel, Reigbert, Götz, Loos) Mittwoch 7: Gespenster Donn. 7: Ein idealer Gatte Freitag 7 Uhr: Peer Gynt Komische Oper Luderchen Lustspielhaus 7% Uhr: Arnold Rieck in Die spanische Fliege Metropol- Theater Uhr. Die blaue Mazur Nenes Operettentheat. 7 Uhr: Fritz Werner Der lachende Ehemann Neues Volkstheater Deutsches Künstler- Theater 7 Uhr: Rose Bernd 7 Uhr: Schiller- Theat.Charl. Die Marquisev.Arcis Zum ersten Male Rose- Theater 7 Uhr: Im Café Noblesse Casino- Theater PHILHARMONIE. Beethoven- Zyklus des Philharm. Orchesters Dirig. Prof. R. Hagel. III. Abend. Sol: K. Schubert J. Dahmen, A Kropeller. 4. Sinf. Tripel- Konzert Anfang 8 Uhr Eintritt 4 M Zirkus Busch Lothringer Str. 37. Tagl. Sarrasani Wieder ein neuer Schlager! Bollrich& Sohn Volksstück in 3 Aufzügen Berlin. Humor: Berlin. Typen Einzig In Groß- Berlin Sonntag 3: Höllenqualen. 18 Folies Caprice 198 a. Oranienb. Tor. Tel. Nd. 8650 Neues Programm: Der keusche Josef Sein Modell Am Badestrand mit Ferd. Grünecker Fr. Schauspielhaus Mittwoch, neueinstudiert: 7 U.: 100 000 Taler vorverkauf 11-2 u. ab 6 Uhr ( Karlstraße) Die selige Exzellenz Thalia- Theater JU.: Ein Sommernachtstraum Adalbert, Junkermann, Büller, Uhr: Mascottchen ( Außer Abonnement) Ki. 7: Kaufmann von Venedig ( Außer Abonnement) Theater l. d. Königgrätzer Str.: Fäglich 7.30 Uhr das Lustspiel Rugby Steinrück, Gläßner, Bildt, Pointner. Marba, Botz, Schlegel Komödienhaus: LSO U., zum 150. Male: Die SachemitLola mit Max Donnerstag bis Montag 7: Th.am Nollendorfplatz Die selige Exzellenz 3 Uhr: Der Vetter aus Dingsda Der Vetter aus Dingsda APOLLO THEATER 7/2 JAMES BLIN 7/31 Sonntag 3 U. jeder Erwachs. 1 Kind frei Uhr: Theater des Westens 7 Uhr: Schwalbenhochzeit Sonntag zum 1. Male: Morgen wieder lustik Theater am Kottbuser Tor Tel.: Moritzpl. 16077. Tägl 7 u. zu halben Preisen Sonntag nachm. 3 Uhr Elite- Sänger Hervorragendes April- Jubileums- Programm! Th.l.d.Kommandantenstr. u. a.:. zwei lustige Einakter T/ Uhr Der verjüngte Adolar Wallner- Theater 1 Uhr DieTanzgräfin Walhalla- Theater 7 Uhr: Carmen Berliner Theater: Eilen Sie Kleines Theater Allabendlich 7.15 Uhr: Milliarden Hilde Artur SOUPER Wörner, Roberts, Ralph Uschi Elleot, Herbert Kiper, Paul Rehkopt Residenz- Theater Täglich 7 Uhr: Paul Wegener Lucie Höflich In Das Privileg Trianon- Theater FAU.: ROSEN von Hermann Sudermann. Olga Limburg, Karola Toelle, Käte Haack, Herm. Vallentin, Franz Schönemann, Heinrich Schroth. Wilhelm Bendow Alt- Bayern Friedrichstr 94-94a Programmbeginn 8 Uhr Wenn Sie das geradezu unübertreffliche Auslands- SensationsProgramm noch seh. wollen: 4 Perez Das Undenkbarste auf freistehenden Leitern. Heros Weltmeister derKraft jongleure. 4 Poncherrys Fabelhafter DoppelDrahtseilakt Hansen schwed, Illusionist. Bradna& Co. 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Kamenew: Die Sowjetrepublik in der kapitalistischen Umzinglung.( Rede auf dem X Kongreß der Kommunistischen Partei Rußlands.)/ Karl Radek: Kronstadt, N. Lenin: Die außere und innere Politik der Sowje macht.( Rede in der Sitzung des Moskauer Sowiets der Arbeiter und Rotarmisten.) Die Erteilung von Konzessionen an das ausländische Kapital ( mit drei Karten). A. Rykow: Resultate der aufbauenden Tätigkeit der Sowjetregierung/ N. Bogdanow: Die Bauernwirtschaften in Sowjet- Rußland Ende 1920. A. Swiderski: Die nächsten Aussichten der Lebesmittelversorgung. Illustrationen und Beilagen: Fünf Plakate 160 Seiten ( Mehrfarbendrucke)./ Drel Landkarten. Preis 6 Mk. Zur beziehen durch Frankes Verlag G. m. b. H., Leipzig Neukölln. Am Freitag, ben 6. Mai 1921, abenbs Uhr, findet im Raffenlotal 3beal Baffage 11, 2. Ctage, bie orbentliche Ausschußfihung ftatt, zu welcher die Herren Bertreter ber Arbeitgeber und ber Bersicherten hiermit einge laben werden. Sagesordnung: 1. Bericht des Borstandes über bas abgelaufene Geschäfts. jahr. Bezirksverband Berlin SPD. 105. Abt.( Ablershof) Nachruf. Als Opfer bes Welt trieges find nach langem Betben verstorben: Genoffe Werner Bruhn Genoffenschaftsftr. 4. Die Beerdigung ist bereits am 23. April erfolgt. Genoffe 175/5 Josef Mirschefski Kronprinzenstr. 43. Die Beerdigung hat am Montag, ben 25. April, ftattgefunden. Chre ihrem Anbenten! Gemeinnütz Genoffenfchaft f.d.Friller- u. Baargewerbe E. G. m. b. 5. Dienstag,& Mat, abbs. 8 2hr, Swinemnder Str. 11, bei Dobrohlaw: General- Versammlung Tagesordnung: 1 Geschäfts bericht. 2. Raffenbericht. 3. Er gänzungswahlen des AufsichtsBeitrittserklärung legitimiert. rats und Borstandes. Der Borstand. 8317b P. Präschte. 2. Antrag bes Borstandes auf Berschmelzung mit ber u. Schwarz. gemeinen Dristrantentaffe Brig. 8. Antrag des Borftandes auf Kenderung der Sagung. 4. Antrag des Borstandes auf Kenderung der Dienstord nung. 5. Berschiebenes. Der Vorstand. 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Sekretariat: NB. 40, Jn ben gelten 23. 2, 2g. 4. Zepper- Lasti- Jagdrennen. Herrenreiten. Ehrenpreis und Süden 8.8, Min, 2. Uebfeld- Often 8.13%, Min., 3. Balche Dsten 8.14% Min., 45 000 0. 4400 Meter, 1. Alarich( von Belzer), 2. Hagelschlag 5. Storn- Süden. naben( 10 X 100- meter- Stafette): 1. Norden b Dienstag, den 26. April: Rent Bernan Schule Kronprinzen- Allee, Vortrag: Rörperpflege". Mord. Schule Friedelstraße, Bortrag Geschichte der Arbeiterbewegung". Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsband der Kriegsbeschädigten( Steglis). Mittwoch, abends 8 1hr, im Gymnasium, Seefeftraße, Sinterbliebenenversammlung. Bundessekretärin, Ramerabin Bartel( pricht über„ Die Umanerkennung der Renten für die Sinter bliebenan Gäste willkommen. Der Friedensbund der Kriegsteilnehmer hält heute abend 8 Uhr in Oberschöneweibe, Beppelinstraße, Aula bes Real gymnaftums, eine öffentliche Boltsversammlung ab. Es fprechen Rarl Better und Arthur 8idler über das Thema„ Die Jbee des Mai". Der Mieter bund Berlin- Steglth,. B., Sorft- Rohl- Straße 1, hält am Mittwoch, den 27. April, abends 8% Uhr, im Restaurant Ernst Bedmann, Berlinideftr. 18, Ede Mittelstraße( am Bahnhof), eine Mieterratsschule ab, zu der alle Stegliger Mieter freien Eintritt haben. Sport. ( b. Balfenb.), 3. Rofentönig( b. Berchem). Tot.: 143: 10, 01. 20, 16, 13: 10. 2,21%, min., 2. Norden a 2.30%, min., 8. Often 2.38 Win., 4. Neufölin 4e 5. Jub.- Jagdrennen. 1. Sarlefin( Johnson). 2. Blatteis( v. Berchem). 2.43%, Min.- Madchen( 10X100- Meter- Stafette): 1. Süden 2.55% Min., 8. Sieg( Thalede). Tot.: 109: 10, 3L 44, 34, 47:10. Majoratsherr, Lau. 2. Neukölln 4b 3.2%, Min., 3. Neukölln 4a 3.5%, min., 4. Neukölln 4b fcherin, Biedermann II, Oceana, Gallipoli II, Rivorco, Sunding, Soni, 3.11 Min. Kiefer, Drlog, Tanz, Hussa. Bannwart. 6. Veteranen- Jagbr. 1. Halili ( v. Steller). 2. Minor( v. Bachmayr). 3. Demetrius( Gf. Schweink). Zot.: 82: 10, BL 12, 12, 18:10. Secobuto, Narwal, Wolpoto, Talfahrt. 7. Ger. maun- Jagbr. 1. Domidusus( Adolph). 2. Note( B. Streit). 3. Wende freis( Fibr). Tot.: 20:10, 31. 18, 15, 20:10. Gerbild( gf.), Kominos Macar, Mißmut, Romen, Gibot, Rio. 8. Charl. Erinn. 1. Argeful ( 5. Teigmann), 2. Symbol( Edler) 3. Einbart( Nash). Tot.: 20:10, Bl. 16, 28:10. Funtspruch, Faltenbahn, Fahrwohl Aus aller Welt. In den Tod gesaust. Ein schweres Automobilunglüd ereignete ich am Sonntag in einem Walde bei Hergaz im Allgäu. Das Automobil überschlug sich vollständig. Die Infaffen tourben totgedrückt. Sie befanden sich auf der Rüdreise von Italien nach der Heimat. Die Getöteten find der Brauereibefizer Bremmer und der Stauf mann Mann aus Barnim sowie der Kaufmann Erich aus Bornis. Geschäftliche Mitteilungen. Der Vereinswaldlauf der Freien Turnerschaft Schöneberg- Berlin ( itgl. b. A... u. Sp.-B.) am Sonntag brachte beim Männerlauf über 3 Stilometer einen überraschenden Sieg von Hermann- Schöneberg vor KohlDiten. Legteremt wurde 50 Meter vor dem Ziel die Führung entrissen und fonnte Schöneberg mit gutem Vorsprung durchs Ziel gehen. Bei den Jugendlichen, Frauen und Mädchen fieate der Süden mit Matschte und Müblfort von der 1. Jugendabt. und Herta Strempel von der 1. Frauenabt. Bei den Altersriegenturnern( über 35 Jahre) siegte Garg- Neukölln, dem furs 23. April die handelshilfsarbeiter Sermann Goll, Traugott Sündermann, Shr 25jähriges Jubiläum im Hause Rudolph Herzog feierien om Rennen zu Karlshorst. Der Jubiläumstag des Vereins für darauf der Norden folgte. Die Stafettenläufe der Stinder( 10 X 100 Meter) Guftap Bindel, Richard Weiher, Friebrich Kegerich, Heinrich Bartsch, Auguft gaben auch den Knaben und Mädchen Gelegenheit zum Wettkampf. Bei Striefe, Gustav Blaschte. Hindernisrennen wurde zu einem sportlichen Ereignis. 8war ben Stnaben siegte der Norden mit zwei Mannschaften. Geselliges Bei- Ropenid 300. Die Verbindung ist zurzeit schlecht; ber Schnellzug über brohte der Himmel mit Regen, aber das tat der Beranstaltung fammensein und Boltstänge bildeten den Abschluß. Resultate: Danzig braucht 17 Stunden. Fragen Sie im amtlichen Verkehrsbureau, Männer und Jugendliche über 16 Jahre( 3000 Meter): 1. er- Bahnhof Alexanderplah, nach. Ausweis: Deutscher Reichspaß. 1. Großfürstin- Hürdenrennen. Lehrlingsreiten. 16 000. mann- Schöneberg 10.49%, min., 2. Stohl- Diten 10.56%, min., 3. Heinrich3000 Meter. 1. Boesie( Boromsti), 2. Spinne( S. Lewidi), 3. Rebelra Norden a 10.58% Min., 4. Stechert- Diten, 5, Schieber Süden, 6. Schlag( Styrs). Tot.: 143: 10, BL 20, 16, 13:10, 4-2, 2g. 2. Ellen- Douglass Norden b, Jugendlicher Matschte- Süden. Altersturner über 35 Jagdrennen. Herrenreiten. Ehrenpreis und 20000 M. 4000 Meter. Jabre( 500 Meter): 1. Garz- Neutöln 2.10 Min., 2. Wallais- Norden b G. G. 20. Derartige Wendungen zeugen von einer Berwilberung unferer 1. Bernstein( t. Hoffmann), 2. Drtrud( p. Belzer), 3. Erich G.( v. Falten. 2.11%, min., 3. Noscher- Norden b 2.12%, Min., 4. Hesse- Neuföän. Sur Sprache. In den angeführten Beispielen ließe sich verständlicher sagen: Auf baulen). Tot.: 60: 10, L 16, 13:10, 1 2g. Beile. 3. Westend- Flachnerinnen( 500 Meter): 1. Strempel- Süden 2.17%, Min., 2. Türling- unsere Borstellung in der Angelegenheit Nach Bekanntwerden feinen Abbruch. Briefkasten der Redaktion. Sunlicht Seife in althergebrachter, unveränderter und erprobter Beschaffenheit genau wie früher aus besonders ausgewählten hochwertigen Rohstoffen vermittelst einer Spezial- FabrikationsMethode aufs sorgfältigste hergestellt ist wieder in allen einschlägigen und berufenen Verkaufsgeschäften erhältlich. Die Kriegserfahrungen haben der fürsorglichen und einsichtigen Sausfrau den untrüglichsten Beweis erbracht, daß nur reine Seife AOMB $ 360W014ran das wirksamste, zuverlässigste und vor allem allein unschädliche Reinigungsmittel für die Wäsche ist und vorerst bleibt. 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Au die ellsdesversammluug iu Zuosbruck ist das folgende Telegramm gerichkel worden: Ersieut und begeistert von dem glänzenden Ergebnis der gestrigen Volksabsstm- muug sendet der Deutsche Reichstag der Landes Versammlung tu Tirol brüderlicheu Groß und die Versicherung des herzlichsten Ge- meinschaflsgesühls. Der Gedanke der Volksgemeinschaft findet l« unseren herzen lebhafleu Widerhall. Gez. Loebe, Präsident des Reichstags. Zunsbruck. 25. April.(HL) Bis 1 Ahr nachts lag folgeu. des vorläufige Gesamtergebnis vor: 107 234 Ja. 1454 Rein, also mehr als SLZ4 Prozent Skiwmeu für den Anschluß! Der Ueberfall auf das Bozener Volkstrachtenfest rief in Inns- brück Kundgebungen gegen dos italienische Konsulat hervor, dem die Fenster eingeschlagen wurden. Eine Form der Gegenaktion, die in keiner Weise zu billigen ist. Die Nationalisten dürften damit ihr Ziel, Italien gegen den Anschluß aufzuputschen, erreicht haben. Kundgebung in Berlin. Am der Freude über das Ergebnis der Tiroler volksabstimMnua Ausdruck zu geben, veranstaltet der Oesterrelchlsch-Deutsche Volksbund Sonnabend, den 30. April, abends Ahr. im Atarmorsaal des Zoologischen Gartens eine große öffentliche Kundgebung. Die Sahnverftopfung im Westen. Frankfurt a. vlain. 25. April(..Frkf. Ztg.") Auf dem Bahn- Hofe Limburg, um nur ein Beispiel von vielen zu geben, sollten cm letzten Freitag planmäßig innerhalb 12 Stunden sieben Züge nach Diez ajj-fcer Lahn abgehen. Bis jetzt tonnte aber nur ein Zug ab- gerollt werden, die übrigen sechs Züge mit rund 270 Waggons stehen auf den Gleisen. Im ersten Zug. der von Diez in das unbesetzte Gebiet fahren sollte, befand sich Wein, für den die Franzosen 200 000 Mark Zoll forderten. Ein Waggon Rohhäute mußte mit 8000 M. verzollt werden. Mit derselben Summe wurde eine Dampfwalze belegt. Es handelt sich hierbei um Wareneinfuhr in dos unbesetzte Gebiet. Die Zölle für die umgekehrte Richtung sind bedeutend höher. Simons sagt, warum er schweigt. Eisenbahner itnü Sanktionen. Essen, 25. April(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts�.) Am 24. April tagte hier eine Konferenz der Funktionäre des Deutschen Eisenbahner-Berbandes, Direktionsbezirk Essen. Die Konserenz faßte einstimmig folgend« Entschließung: Durchdrungen von der Ueberzeugung, daß der wahre Böller» frieden und der Aufbau der zerrütteten Wirtschaft in den Ländern Europas nur durch gegenseitige Verständigung und Hilfe aller Länder erfolgen kann, erblickt die Konferenz in den maßlosen Forderun. gen der Entente und den fortgesetzten Drohungen mit Gewaltmaß. nahmen die Absicht der Zerrüttung des deutschen Mrkschaftslebens und der Einheit des Landes, die eine völlige Bersklavung des deut- schon Volles zur Folge haben muß. In der Besetzung weiterer deutscher Gebiete durch die Entente- truppe« und der Errichtung der Zollgrenze am Rhein sieht die Kon- ferenz eine ungerechtfertigte Gewaltmaßnahme, die mit den Bestim- munyen des Friedensvertrages unvereinbar ist und auf da« fcbärfste verurteilt werden muß. j Die im Deutschen Eisenbahnerverband organisierten Beamten itotö Arbeiter erkznnen dle Pflicht Deutschlands zur Beseitigung der SrlegsschSden an uB sind bereit, jederzeit das Menschenmöglichst« dazu beizutragen. Sie müssen aber auch verlangen, daß ihnen selbst die notwendige Freiheit und ein menschenwürdiges Leben gelassen wird. Sie er- blicken in den vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbuud im Verein mit dem Internationalen Sewerkschaftsbund aufgestellten Richtlinien ein« geeignete Grundlag» zur Beseitigung der Differenzen und erwarten, daß dies, die Unterstützung der Arbeiterschaft oer ganzen Welt finden Sollte die Entente auch setzt die dargeboten» Hand zurückweisen und die angedrohte Besetzung des Ruhrgebietes zur Ausführung bringen, dann werden die organisierten Arbeiter und Angestellten Deutschlands zusammen mir den organisierten Arbeitern und Ange- stellten der ganzen Welt nicht eher ruhen, bis das Joch ab- gefKüttell ist. dem " eulschlosienen Willen der orgoniflerken ArbÄterschafi der ganzen Welt wird auch die rachsüchtig« Gewaltpolitik der Ententeimperiallsten zerschellen. Der vorstehende Protest gegen die geplante Gewaltmaßnahme der Entente wie d« gleichzeitig zum Ausdruck gebrachte Willen der Eisenbahner, an dem Reparationsproblem mitzuwirken, entspricht zuglcich der Auffassung des übergroßen Tills der deutschen Arbeiter» schaft-_ Zum englistben Streit. London. 25. April.(ET.) Die englischen vergarbei- ter haben beschloflcn, aus dem Dreioer band« ouszutre- ten. Unter dem Vorsitz von Lloyd George finden heut« neue Berhandlungen zwischen den Grubenbesitzern und den Berg- arbeiten: statt. Man erhoff» endlich eine Einigung. London. 25. April.(WTB.) Der Vollzugsausschuß der not'w- nalen Bereinigung der Eisenbahner hat seine Mitglieder dahin verständigt. daß sie während der schwebenden Berhandlungen zur Lei- lKL.Mg des Kohlenstreiie» weder Kohlen von den Bergwerkslagern, »6� vom Ausland« eingeführte Kohlen befördern sollen. Britischer Kommumstenkougreh. London, 23. April.(DA.) Am Sonnabend und Sonntag fand im Manchester ein Bertretertag der britischen kommunistischen Bartei statt. Die Verhandlungen, die mit Ausnahme der Er- öffnungssitzung hinter verschlosiene» Türen stattfände«, wurden von Arthur MocmanuS geleitet._ Die tschechisthen Kommunisten. Proz. 2l. April.(E'g. Bericht.) Es sieht bereits fest, daß die tschechisch« sofialdtmoiratifche Lmke sich auf dem Parteitag am 13. Mai als Kommunistische Partei konstituieren wird. Die nicht- kommunistischen Elemente bereiten schon ihre» Austritt vor und werden eine neu- unabhängig« Fraktion bilden. Ihr Organ ist jetzt die.�elniclck Strilz" und e« wird die Herausgabe eine« Moni» fesiC-foch vor dem 1- Mai geplant. An der Spitze dieser Gruppe steht'»er Führer der Eisenbahner. Abg. B r o d e c k y. DaS von der Linien herausgegebene Wochenblatt.Dozialei Demokrat* wird ab 1. Mai unter dem Ramen„ftomunista* erscheinen. Die tschechische. deutsche und magyarisch« lommunisttlch« Partei werden ,u einer einheitlichen Partei in der Tschechoslowakei verschmolzen. Präsident Masarhk, welcher die Führer aller Parteien zu sich berief, konferierte ouch mit den kommunisttschen Abgeordneten TeSka und Haken. Die gestrige Sitzung des Reichstags eröffnete Präsident Lobe mit folgender Ansprache: „In diesen trüben Tagen, wo die allerschwerst« Sorge um unser Land uns bedrückt, hat ein deutscher Bvlksstamm well im Süden ein überwältigendes Zeugnis von Zuversicht und Vertrauen auf die deutsch« Zukunft abgelegt.(Lebhafter Beifall.) Wir danken den wackern Tirolern für diese Vertrauenskundgebung in die Zu- fammengehörigkeit. die w unseren Herzen einen lauten Wider- hall findet, die in der Begeisterung und in dem Mut, mit dem sie unternommen worden ist, uns und sie in gleicher Weise stärkt und erhebt. Wie tief die Niederungen ouch sein mögen, durch die das Schicksal das deutsche Volk noch führt, so dürfen wir nach der gestrigen Tiroler Kundgebung, die wie ein Lichtschein aus dunklem Gewölk wirkt, die H o f f n u n g auf eine bessere Zukunft haben. Die Hoffnung auf dies« bessere Zukunft bleibt uns, so lange wir uns selbst nicht aufgeben, und in dieser Hoffnung senden wir ünsern Gruß nach dem Lande Andreas Hofers.(Erneuter lebhafte? Beifall.) In dieser Kundgebung sehen wir ein helles, leuch- tendes Wahrzeichen für das gleiche Begehren der Deutschen in Oester- reich. In die Hand, die uns ans dem sieben Lande entgeqengesireckt wird, schlagen wir freudig ein.*(Lebhafter anhallender Beifall.) Auf der Tagesordnung stehen die Entgegennahme einer Erklä- rung der Reichsregierung über die auswärtige Politik, ferner die Interpellation der Unabhängigen über die Reparativns- forderungen und die deutfchnotionale Interpellation über die aus- wärtige Politik. Auf Barschlög des Präsidenten werden die drei Gegensiände verbunden. Abg. vißmann(U. Soz.) begründet die Interpellation der Un» abhängigen. Noch heute wissen wir nicht, wann«s der deutschen Regierung einfallen wird, ihre Totti! zu ändern. Gegen eine solche Halbing müssen wir schärfsten Protest erheben. Seit den Londoner Verhandlungen sind Monate ins Land ge- gangen. Die Regierung hätte die Pflicht gehabt, sofort durch neue Vorschläge neue Verhandlungen zu ermögsichen. Der Reichstag bsieb ausgeschallet, wir waren nur auf spärlich« Zeitungsnotizen angewiesen. Der 1. Mai wird wettere Mahnohmen der Entente bringen. Wir sehen die Besetzung weiterer deutscher Städte, ein« neue Zollgrenze im besetzten Gebiet, das Wirtschaftsleben Deutsch- land» wird täglich mehr erschüttert, wir sehen die Arbeitslosig- k e i t wachsen. Die Arbeiterklasse wird es wieder sein, auf deren Schullern die Last der verderblichen Sanktionen abge- laden wird. Simons beklagte sich letzthin, daß Deutschland das ganze Ausland gegen sich habe. Das Ausland urteill über die Verhällnisse Deutschlands nach der Politik, die bei uns bis zur Stunde von der herrschenden Klasse betrieben wird. Simons sollte endlich daraus lernen und eine Polifik der Offenheit, Gradheik und Aufrichfigkeft senen schädlichen Zickzackwegen vorziehen. Di« englischen Arbetter haben uns im vorigen Jahre erklärt: Wir kennen keine Sieger und auch keine Besiegte!(Lachen rechts.) Im Kriege haben die Besitzen- den ihre Kosten gefüllt, während die Arbetter alle Opfer bringen mußten. Der Kewaltfrieden von Versailles war eine Folge von Brest-Litowfk.(Zurufe rechts: Unerhört!) Wenn vom 1. Mai ab neues Unhell über das deutsche Bolk kommt, dann hat es sich bei Ihnen(noch rechts) zu bedanken.(Lärm rechts.) Wir internationalen Sozialisten wissen, daß man auf Herrn H a r d i n g keine Hoffnung setzen darf, well er auch nur«in Sachwalter kapitalistischer Interesse» ffb Der Wiederaufbau der französischen zerstörten Gebiete muß verbunden werden mtt einem internationalen Aufbau der deutschen und österreichisch«» Wirtschaft: ebenso müssen die Handelsbeziehungen zu Sowiet- rußland aufgenommen werden. Es ist ein Wahnsinn unserer Gegner zu glauben, daß mit Bajonetten und Wllilärgewall da» Mrkschafislebea der Länder wieder oüfgebauk werden könnke. Jede Wirtschaftskrise eine» Landes zieht notwendigerweise auch den wirtschaftlichen Zusammenbruch anderer Lander nach sich. Das natwnaliftische Aufputschen der Bevölkerung ist ein V er- brechen am deutschen Volke. lH elf sex ich macht einen Zwischen. ruf.) Wenn einen aus diesem Hause sein« frühere Polttik zum Schweigen veranlassen sollte, dann sind Sie es, Herr Helfferich! Vor wenigen Tagen hat die Beerdigung in Potsdam...... (Helfferich: Nun gehen wir aber! Die Deutschnationaken und die Deutsche Volkspartei verlassen demonstrativ den Saal.) Ich oer- urtelle hier nicht die Pietät, sondern die Art und provozierende Aufmachung der Leichenfeier. Es muß ein nationales Aufbauamt gegründet werden, da» die Att und den Umfang der dreierlei Wiedergutmachungsforderun» gen feststellt: Arbeitsleistungen, Sachleistungen und Geldleistungen. Diesem Amt fit ein internationales Wiedergutmachuugsamt anzugliedern. Man muß sich da- bei stützen auf unsere Wnnachungen mtt den französischen Bauarbeitern zur gemeinsamen Durchführung des Wiederauf» baues. Der Schadenersatz in Geldzahlungen allein übersteigt Deutsch- lands Kräfte, dos anerkennen auch unsere ftanzösischen Kameraden. Das Unternehmertum aber muß bei der Durchführung völ- lig auegeschaltet bleiben. Notwendig ist ferner eine in ter. nationale Anleihe, die von den interessierten Staaten ga» rantiert wird, denn der Ausbau ist eine Angelegenhett von inter» nationalem Interesse. Die Zinsen hätte Deutschland zu zahlen, sie wären aufzubringen vor allem durch die mobilen Werte des Kapitals, die infolge der Kapitalflucht in ungeheuren Mengen bei neutralen Banken lagern. Diese Beschlüsse gehen nicht nur von uns aus, sondern decken sich mtt den Beschlüssen der Zweiten Internationale und des Internationalen Gewerkschafts b und« s. Für die Ablehnung oder Annahme seitens der Ententeregierungen trauen nicht wir die Verantwortung. Aber sie find ein Zeichen dafür, daß eine geschlossen« Kampfesfront des Proletariats sich bildet, die allein imstande ist, den Endkampf gegen den Kapitalismus aufzunehmen und den wahren Dölkerfrieden herbeizuführen.(Lebhafter Beifall bei den U. Soz.) Abg. Dr. Höfesch(Dnat.) begründet die deutschnationale Inter, pellation. Ich frage den Herrn Minister, was für die Propaganda in Sachen der Kriegsschuldfrage vom Zluswärfigen Amt unternommen wurde, und was zur Vorbereitung eines rnternatio» nalen Schiedsgerichts geschehen ist? Bei der Entente scheint die Absicht vorhanden zu sein, Oberschlesien zuteilen. Was ist seitens des Ministers geschehen, wenn der in der französisch» polnischen Militärkonvention vorgesehen« Fall ein» treten sollte? Bei der Durchführung der neuen Zollgrenze durch die Entente hat die Regierung die Beamten im Stich gelassen. Es ist bekannt geworden, daß der Vatikan um Vermittlung ersucht worden ist, und daß er die Vermittlung abgelehnt hat wegen der Indiskretion der deutschen Presse.(Hört, hört! rechts.) Damit ist die„Germama* gemeint. Warum sind die Dorschläge noch nicht veröffenllicht? Wir müssen jetzt in unserer verzweifellen Lage eine klare und eindeutige Polttik treiben.(Lebhafter Beifall rechts.) Reichsminister des Auswärtigen Dr. Slmoas: Die Note, die die Reichsregierung gestern abend dem Ber» treter der Regierung der Vereinigten Staaten hier in Berlin über- geben hat, ist in Washington angekommen. Die Note enthäll die Vorschläge, die wir der amerikanischen Regierung überreichen, da- mit sie sich darüber schlüssig macht, ob sie sie für ein; geeignete Basis hall, um zu neuen Verhandlungen zu führen, ob sie darauf- hin diese Vorschläge den Alliierten übermitteln will, um ihre Ausmertsamkett auf diese Angelegenheit zu lenken. Zu diesem Zeiipunkle erscheint es ebensowohl der deutschen Regierung wie dem Vertreter der amerlkonischen Regierung in Berlin nicht für angezeigt, diese Rote bereits öffentlich bekanntzugeben. Ich habe mich mit den Vertretern der amerikanischen Regierung gestern auf einen Zeitpunkt geeinigt. Als dieser Zeitpunkt kommt morgen mittag in Frage. Infolgedessen bin ich nicht in der Lage, heute dem Hohen Hause über den Inhalt Auskunft zu geben. Ich halte es für höchst bedenklich, wenn durch zu frühe Publik a, tion etwaige Rückkragen unmöglich gemacht werden. Infolgedessen muß ich es ablehnen, heute dm Inhall der Note mitzuteilen. Ich hatte vor. dem Reichstagspräfidenten vorzuschlagen, nach Begründung der Interpellation die Aussprache abzubrechen und die Beratung bi» morgen zu vertagen. Die Angriffe des Mg. Hötzfch haben es mir sehr schwer gemacht, an diesem Borsatz fest- zuHalle». Di« Vorwürfe, wie Mangel an nationaler Würde, treffen doch zu schwer, um nicht eine sofortige Antwort zu erheischen. Dm, noch hatte ich es für richtiger, daß ich mich heute auf diese wenigen Worte beschränke und auf die Sache selbst erst morgen eingehe. Da- mtt will ich nicht zugeben, daß ich nicht in der Lag« bin, auf die Angrifft diese» und jenes erwidern zu können. Die Beratung wird abgebrochen. Das Gesetz über die vor» läufige Förderung des Wohnungsbaues wird angenommen. — Dos Haus vertagt sich.— Dienstag 2 Uhr: Anfragen: Aussprache über die auswärtige Polttik.— Schluß: 6 Uhr. Der Zeuge Gronowfki. Der Zentrumsabgeordnete Herold hat im Landtag mtt„be- wegter* Sttmme sein« Freund« P o r s ch und Gronowski gegen den Vorwurf falscher Darstellung über die gepflogenen Abmachungen verteidigt. Die Sache steht dadurch schon schlecht für das Zentrum. daß die Aussagen ihrer zwei Vertreter ollein stehen gegen fünf gegenteilige Aussagen, darunter au chdie Aussagen ihrer p o l i. tischen Verbündeten, sie steht aber noch schlechter dadurch, daß der eine ihrer Gewährsmänner Herr Gronowski ist, der sich durch fem« bisherige polltische Tätigkeit keineswegs den Ruf der unbedingten Glaubwürdigkeit erworben hat. Aus dem Westen erinnert man uns an folgende polttisch« Epi- sode: Im Januar 1919 warf während des Wahlkampfes die„West- Mische Allgemeine Dolkszeitung* Herrn Gronowski vor, daß er im Juli 1914 eine Demonstration der Dortmunder sozialistischen Arbetter gegen den drohenden Weltkrieg verhindert habe, indem er auf der Polizei eine Gegendemonstration von 20 000 bis 25 000 Ar- bettern androhte, worauf die Polizei die sozialistisch« Demonstration verbot. Da» Dortmunder Zentrumsblatt bezeichnete diese Dar- stellung als Lüg« usw., Herr Gronowski bekräftigte das durch «in« persönliche Erklärung, in der er alles bestritt. Darauf veröffentlichr« unser Parteiblatt die Akten der Dort- munder Polizei vom Juli 1914. Aus dem Bericht des Polizeiinspek- tors Richard, dem Krimialkommissar» U l« und einer Notiz de» Bürgermeisters Dr. E i ch h o f ging übereinstimmend hervor, daß Gronowski aus freien Stücken den Polizeimspektor Richard am 30. Juni 1914 aufgesucht und ihm sein« Entrüstung über die beabsichtigte sozialdemokratische Kundgebung ausgedrückt Hab Der Bericht des Polizeimspettors Richard sagt nun weiter wärt- lich über die Aussage Gronowskis: Er(Gronowski) sei Vertreter einer Arbetterpartei von über 25 000 Mann, die mit dem Vorgehen der Sozialdemokratt- scheu Partei keiner Weise einverstanden sei und schon in ernster Weise gegen dieses Verhalten der Sozialdemo- kratie protestiert hätte. Man werde feiten» dieser Arbetter- schaff zwÄfello» in Blasien die Versammlung besuchen und gegen die Blachenschafkeu der Sozialdemokratischen Partei energisch pro- tefiiereu. Es unterliege für ihn(Gronowski) keinemZweisel, daß es in der Versammlung selbst und nach derselben zu Zusam- mevstößm kommen würde, die seiner Ansicht nach einen bedenk- llcheu C barakler annehmen könnten. Der Kriminalkommissar U l e bestätigt in einem wetteren Be- richt diese Darstellung vollinhaltlich, und der Bürgermeister Dr. Eich- Hof regt auf diese Bericht« hin in einer Notiz das Verbot der Die Zuternafionale und der 1. Blast D»r an die Spitze unserer sozialdemokratischen Versammlung an. Mtt diesen drei Aktenstücken heutigen Ausgab« gestellte Ausruf wird oerewborungsgemäß heute, ist klar anriefen, das Gronowski die Stirn gehabt hat. seinen Anteil gleichzeitig von allen der 2. Intern att anale angeschlossenen Arbeiter- 1 an dem Versammlungsverbot viereinhalb Jahre später wahr- bWtnm d« ganzen»«tt veröffentlicht.»dzuleuga«». � Darüber kann sich aber nicht wundern, wer folgendes weiß: In der Verfassunggebenden Preußischen Landesoersamm- lung passierte es einmal, daß in dem gedruckten Protokoll in der Rede eines Abgeordneten>n bezug auf einen anderen Wgeord- neten der Ausdruck„Lump* gebraucht war. Im Haufe hotte n i e- m a n d diesen Ausdruck gehört, es war auch kein Ordnung»» ruf de» Präsidenten verzeichnet. Bei der Untersuchung der Ange- legenheit stellte sich heraus, daß der Abgeordnete, der die Rede ge- halten hatte, nachträglich den Ausdruck„Lump* in sein Stenogramm HInelnkorrlgierk hatte, ohne den Ausdruck in seiner Rede gcbrauchk zu haben. Die Sache nahm für diesen Wgeordneten einen sehr blamablen Ausgang: er mußte stchvordemganzenHause wegen seines Verhallens entschuldigen.— Dieser Abgeordnete hieß— IohannesGronowski. Dieses der Mann, für dessen unbedingte Glaubwürdigkett Herr Herold mtt trönenersttckter Stimme ficht. Tagung ües RöS. Im neuen Schöneberger Rathau» begann am Sonntag der diesjährige Berbandstag des Reichswirtschoftsverbandes deutscher dsrzettiger und ehemaliger Berufssoldaten. Zu der Tagung waren zirka 250 Delegiert« aus allen Teilen des Reiches, sowie Vertreter der Behörden erschienen. Der zweite Borsitzende des Verbandes. v. Oeynhausen, betont« in seinem Referat, daß das kürzlich verabschiedete Reichswehrgesetz eine erfolgreiche Arbeit der Wirtschaflsoroamsationen der Berufssoldaten unbedingt gewähr- leiste. Der Reichswehrminister habe dem Verbände die Zusiche- rung gegeben, daß er die Regelung der aus dem Wehrgesetz sich ergebenden Fragen nur unter Mitwirkung von Vertre- tern der Organisation vornehmen werde. Der RdB., so erklärte der Redner, habe vollstes Verständnis dafür, daß der Reichswehrminister Garantien dafür schaffen wolle, daß die Eni- Wicklung der Bünde im Heere nicht zu einer Bedrohung der Staats- stcherheit führe. Solche Garantien ließen sich aber nur dann er- reichen, wenn das Ve r a n t w or tl i ch ke itsg efü hl der Sol- baten in möglichst hohem Maße geweckt würde und wenn man ihnen das Recht zuerkenne, in Ihrer Berufsorganisation an der Gestallung ihres Schicksals mitzuarbeiten.(Lebhafter Beifall.) Der dritte Vorsitzende des Verbandes, Mosbach, wies dann auf die vom RdB. eingeleitete Neuorientierung in der Militär- onwärterbewegung hm. Der Verband betrachte es als sein« Aufgabe, die aus dem GoGatenverhältnis herrührenden Rechte der entlassenen Berufssoldaten wahrzunehmen, die Bertre- tung der speziellen Berufsinteressen sedoch überlasse er den beruf- lichen Organisationen und Gewerkschaften. Nur so ließe sich die Kluft zwischen Zivil- und Mllitäranwärtern überbrücken und die Wahrnehmung der besonderen Rechte der ausgeschiedenen Berufs- soldaten gewährleisten, ohne dadurch die allgemeine Angestellten- und Beamtenbewegung zu zersMuu. Di« Tagung wird heute fortgesetzt, /V.r..7«. Gewerkschaftsbewegung] Das Parlament der deutschen Schauspieler. Der Referent, Stadtverordneter Dr. Neumann, Geschäfts SPD.- Funktionäre der Metallindustrie. Dienstag, 26. April, abends 6 Uhr, in den Sophiensälen, führer des oben genannten Verbandes, bekämpfte nicht nur die geSophienftr. 17/18( Weißer Gaal) Bersammlung. Tagesordnung: plante Erweiterung des Branntweinmonopols, sondern auch das 1. Die Lehren des legten Kommunistenputsches für die Metall- Branntweinmonopol im bisherigen Umfang. Daß er bei seiner arbeiter. Referent: Kollege Adolf Wuschid. 2. Freie Aussdrache. Zuhörerschaft vollen Beifall fand, läßt sich denken. Die Bernichtung des privaten Gewerbes werde angeblich bedeutende Steuerausfälle Erscheinen unbedingt erforderlich. Der Fraktionsvorstand. bringen, während andererseits die notwendige Schadloshaltung der Unternehmer wie der brotlos gewordenen Angestellten und Arbeiter große Kosten verursachen werde. Redner wandte sich überhaupt gegen Monopolisierungen, weil die dabei entstehenden Riesenbetriebe, so behauptete er, schwerfälliger seien, und nicht billi ger arbeiteten. Als er mit der Forderung schloß, für die SpirituosenStreit der Wächter bei der Schöneberger Wach- und Schließ- industrie durch Ablehnung des neuen Gefeßes und Beseitigung auch gesellschaft. Am Donnerstag haben die Wächter der Schöneberger des seit 1918 geltenden Gesetzes die volle Freiheit des Ge Bach- und Schließgesellschaft die Arbeit eingestellt, da die Gesell- werbes" wiederherzustellen, antwortete die Versammlung mit fchaft fich weigert, die neuen vom Schlichtungsausschuß Groß- einer stürmischen Beifallslundgebung. Berlin festgesetzten Tariflöhne zu zahlen. Die Tarifforderungen der Bachangestellten sind bisher von 12 Gesellschaften mit 1832 Beschäftigten anerkannt. Die Vertreterversammlung der Genossenschaft deutscher Bühnen angehöriger, über deffen Eröffnungsfizung wir bereits berichteten, tagte vom 20. bis 23. April. Es ist auf dem Kongreß der BühnenDer Sitz der Transportarbeiter- Internationale. In der Sigung tünstler viel, sehr viel geredet und leidenschaftlich gestritten worden. des Internationalen Transportarbeiter- Stongresses in Gent am Für die organisierte Arbeiterschaft ist von dem Ergebnis der Tagung Freitagnachmittag wurde zum Siz des Internationalen Transport am bedeutungsvollsten das Bekenntnis zur freigemerfschaftlichen Dr. ganisation und zur gewerkschaftlichen Disziplin. Trog langer Nacht- arbeiter- Verbandes Amsterdam bestimmt. fizungen bis morgens nach 3 Uhr fonnte die vorgesehene Tagesordnung nicht aufgearteitet werden. Ein sehr wichtiger Bunft, Beratung der Sagungen, wozu Borschläge einer Kommiffion vorlagen, fonnte nicht mehr behandelt werden. Der Tätigkeits- und Rechenschaftsbericht des Präsidiums der Genossenschaft, von dem wir bereits das wichtigste mitteilten, gab Anlaß zu langen Auseinandersetzungen. Zuerst wurde über die Berichte in geschlossenen Sizungen debattiert. Die öffentliche Besprechung wurde dadurch kaum abgekürzt, fie nahm noch den größten Teil der ganzen Verhandlungszeit in Anspruch. Allerdings wurden bei diesem Punkt alle möglichen Fragen behandelt, und zwar oft mit einer Leidenschaft, die nur mit dem Temperament der Künstler zu erfiären ist. Es folgte eine lange Reihe von Ansprachen und zustimmenden Erklärungen zahlreicher Vertreter von Unternehmerorganisationen aus der Spirituosenindustrie, aus dem Gastwirtsgewerbe usw., wobei es an Klagen über die Ausschaltung der Privatinitiative" nicht Achtung, Holzarbeiter! Alle gesperrt gilt der Betrieb von fehlte. In sie stimmte auch der Generalsekretär eines NahrungsRoeder, Röpenider Straße 145. Seit längerer Zeit befinden sich mittelarbeiterverbondes" ein, der daneben die Gefahr einer Zunahme dort die Kollegen im Ausstand und es war trog eifriger Bemühungen der Arbeitslosigkeit betonte. Der Vorsitzende stellte dann mit Be der Organisation nicht möglich, die Differenzen beizulegen. Vor friedigung fest, daß die Unternehmer in ihrem Kampf gegen die Zuzug wird gewarnt. Arbeiterfreundliche Blätter werden gebeten, Erweiterung des Branntweinmonopols von Angestellten unterdiese Notiz abzudruden. stützt werden. Auch ein Vertreter des Deutschnationalen HandlungsEine erhebliche Opposition der Delegierten übte scharfe Deutscher Holzarbeiterverband. Verwaltung Berlin. gehilfenverbandes verwarf diese Monopolisierungsbestrebungen. Kritik an dem Verhalten und marcherlei Maßnahmen des Präsi Einstimmig wurde eine Erklärung angenommen, die gegen Zentralverband der Jimmerer. Alle Verbandskameraden Groß die geplante Einführung des Trinkbranntweinfabrikationsmonopols diums und besonders des Vorsitzenden der Genossenschaft, Ri delt Berlin. Die Genossenschaft, so wurde verlangt, müsse viel schärfer Berlins werden hiermit aufgefordert, dafür zu sorgen, daß die gegen das Unternehmerfum vorgehen, der freigewerkschaft- Vertrauensmänner von allen Arbeitsstellen zu der am Mittwoch, protestiert, weil es dem Reich feine höheren Einnahmen bringen, aber durch Steuerausfälle und Unterstützungen Hunderte von fiche Geist mehr zum Ausdrud fommen. Von anderer den 27. April 1921, nachmittags 3 Uhr im Gewerkschaftshaus, Saal 3, Millionen fosten werde. Reichsrat und Reichstag werden ersucht, Seite, von den sogenannten Brominenten, wurde dagegen der Leitung stattfindenden Vertrauensmännerversammlung erscheinen. Tages den Gesetzentwurf dahin abzuändern, daß die Herstellung von Trinfder Vorwurf gemacht, daß sie zu sehr den gewerkschaftlichen, wirt- ordnung: Rechte und Pflichten der Vertrauensmänner, unter Berüd- branntwein aus dem Tätigkeitsgebiet der Monopolverwaltung ausschaftlichen Standpunkt vertrete, und dadurch die Kunst vernach- sichtigung der Vorkommnisse in letzter Zeit. Betriebsangelegenheiten. Der Vorstand. lässige. Präsident Rickelt und der stellvertretende Borsigende Ballauer- Berlin verteidigten in wiederholten Ausführungen Bortragsfurfe für Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre. unter Zustimmung der großen Mehrheit der Delegierten ihre Ge- Die Voltshochschule Groß Berlin beginnt in dieser schäftsführung. Sie traten rückhaltlos für die gewerkschaftlichen Woche eine neue Unterrichtsperiode. Der Lehrplan bietet eine reiche Gedanken ein, Aufgabe der Genossenschaft sei es aber auch, die Auswahl von Kursen und Arbeitsgemeinschaften über die verschie Weifere Befferung der Mart. An der gestrigen Berliner Börse Förderung und Pflege der Ku.ift als Stüße deutscher Kultur. densten Gebiete des Wissens und der Kunst. Besonders wertvoll zeigte die deutsche Marf nach ihrer Entwertung in der vorigen Die ausländischen Zahlungsfind darunter eine Reihe von Lehrgängen, die auf die Bedürfnisse Woche eine weitere Besserung. der Betriebsräte und Gewerkschaftsfunttionäre mittel fanfen im Preise. So foftet der Dollar 65,20 m., zugeschnitten sind. Wir nennen u. a. Seidel, Aufgaben der während er am Sonnabend 66,60 m. gefoftet hatte. Für 100 Betriebsräte; Müller Neuhaus, Industrielle Be- holländische Gulden zahlte man gestern 2277,70 M. gegen Sonntriebslehre; Horten, Brattische Sozialisierung; abend 2817,85 M. Burüdgeführt wird diese Besserung darauf, daß Grunwald, Bant- und Börsenwesen; Stillich, Produt man infolge der günstigen Aufnahme des Wiederaufbauvorschlages tionstheorie; Schulz, Der foziale Staat; Rosenberg, der deutschen Regierung bei der Entente die politische Lage wieder lassenbildung und Klaffentampf, außerdem einige ruhiger beurteilt. Die fremden Wechsel find auch nach dieser Steigerung der Mart immer noch teurer als zum Beginn der vorigen Einführungsturse in die Marg'sche Defonomie. Woche. Die Frage der prominenten Künstler, die sich in Berlin innerhalb der Genossenschaft zu einer besonderen Bereinigung zusammengetan haben wurde sehr eingehend erörtert. Diese Brominenten find der Ansicht, daß ihre fünstlerischen Interessen in der Genossenschaft nicht genügend gewahrt werden. Gegen fie wurden heftige Angriffe erhoben. Der Kongreß betonte, daß alle Kreise der deutschen Theoterwelt die Bühnengenossenschaft als Machtfaktor betrachten müßten. Mit 117 gegen 80 Stimmen lehnte der Kongreß es ab, neue Verhandlungen mit den Prominenten zu führen. In einem angenommenen Antrag wurde zum Ausdrud gebracht, daß die alleinige berufene Bertretung aller fünstlerischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Interessen der Bühnenangehörigen allein die Bühnengenossenschaft bleiben muß und alle besonderen Interessenvertretungen nur Surch sazungsmäßig gewählte Funktionäre möglich sind. Dem Präsidium der Genossenschaft und damit auch Rickelt wurde mit 162 gegen 61 Stimmen ein Vertrauenspotum erteilt. Zur Frage der gefährdeten Theater im befehten Gebiet wurde einstimmig eine Resolution angenommen, die gegen die einseitige Besetzung des paritätischen Nachweises für die gefährdeten Theater durch Herrn Dr. Seelig als Vertreter des Kultusministeriums protestiert und fordert, daß die Vertreter im Einverständnis mit der Genossenschaft ernannt werden. Sehr eingehend behandelte der Kongreß auch die Anfängerfrage. Nach langer Debatte wurde ein Antrag des Verwaltungsrats ange. nommen, nach dem an feinem deutschen Theater mehr als 10 Broz. Anfänger tätig sein dürfen Schüler und Volontäre dürfen ohne Sausdrückliche Genehmigung des Präsidiums der Genossenschaft an den Bühnen nicht angenommen werden. -W Wir verweisen auf den gedruckt vorliegenden Arbeitsplan, der ebenso wie Teilnehmerfarten im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Bimmer 15, sowie in den Buchhandlungen Vorwärts" und Frei heit" erhältlich ist. scheidet. Gleichsfalls mit Einstimmigkeit wurde dann noch eine gegen die Festsetzung der Polizeistunde auf 11 Uhr protestierende Er flärung beschlossen. Bor deutsch- russischen Verhandlungen. Zurzeit weilen in Riga verschiedene führende sowjetrussische Wirtschaftsbeamte, darunter der zweite Borsitzende des Obersten Bolkswirtschaftsrates Lomow und Betriebsräte der Banten, Versicherungen und des Handelsgewerbes! Don der Kommissar für Walderploitation Liberman. Sie beabsich nerstag, abends 74 Uhr, im Dresdener Casino, Dresdener Straße 96, Grup penversammlung. Tagesordnung: Die gegenwärtige Wirtschaftstrife, die Gant. tigen, gleich dem bereits nach Berlin abgereisten Volkskommissar für tionen und ihre Wirkungen auf die Arbeitnehmerschaft. Ref. Dr. Breitscheid. Finanzwesen Krestinsti, sich in der nächsten Woche nach Freie Aussprache. Gruppenangelegenheiten. Betriebsrats- Ausweistarte der Deutschland zu begeben, da in Sowjettreisen erwartet wird, daß FBR3. legitimiert. Freigewerkschaftl. Betriebsrätezentrale f. d. Wirtschaftsbezirk Groß- Berlin. demnächst Berhandlungen über einen detaillierten deutsch- russiDeutscher Transportarbeiter- Berband. Verbandsfunktionäre, Betriebsver- fchen Handelsvertrag beginnen werden. Gestern traf der trauensleute, Branchenleiter, Berwaltungsmitglieder, Distritts, Agitations besondere Bevollmächtigte der Sowjetregierung Scheinmann auf kommissionsmitglieder und Obleute! Dienstag, abends 7 Uhr, im großen der Durchreise nach Berlin in Riga ein, der, nach einer amtlichen Saal der Germania- Prachtfäle, Chauffeeftr. 110, allgemeine unions Moskauer Mitteilung, mit dem Abschluß des Handelsabkommens mit fammlung. Referent und Rorreferent über Mostau oder Amsterdam". Als Legitimation dient das Mitgliedsbuch nebft Funktionärtarte refp. Ausweis Deutschland beauftragt sein soll. Scheinmann überbringt die rus= Mittwoch, abends als Betriebsratsmitglied. Ohne dieselben tein Zutritt. 7 Uhr, in Schultheiß- Festfäle Neue Jakobstr. 24/25, Bersammlung fämtlicher fischen Gegenvorschläge zu dem von Deutschland zu Ostern Funktionäre aller Untergruppen. Bertrauensleute, Betriebsobleute und Be- nach Moskau gesandten Entwurf des Abkommens über die Regetriebsräte der Branche Bau- und Arbeitstutscher! Mittwoch, abends 7 Uhr, lung der beiderseitigen fonfularischen und Handelsbeziehun Tertil. im Lokal von R. König, Langeftr. 53, Bertrauensmänner- Sigung. In einer Unterredung betonte Lomow die Notwendigkeit branche. Betriebsräte, Arbeiterräte, Betriebsobleute, Mittwoch, abends 5 Uhr, gen. bei Bitte, Poftstr. 29, Vollversammlung. Bekleidungsindustrie. Betriebs. einer schnellen Berständigung mit Deutschland, da der Handelsverkehr räte, Arbeiterräte, Betriebsableute, Donnerstag, den 28. April, 5% Uhr, bei mit Amerita nicht in Gang tomme und Deutschland der einzige mit Bitte, Boftstr. 29, Bollversammlung. Friseurgehilfen und gehilfinnen. Donnerstag, den 28. d. M., abends dem russischen Markt vertraute Staat sei Lomom äußerte die Üleber8 Uhr, Neue Rönigstr. 26, Demonstrationsabend. zeugung, daß der deutsch- russische Handelsvertrag für beide Länder eine praktischere Bedeutung haben werde, als das russische Handels abtommen mit England. Wirtschaft Für freie Schnapswirtschaft. Zu der Neuregelung der Beitragsfrage lag ein Antrag des Verwaltungsrats vor, die Beiträge von 10 m. bei einem Monatseinkommen von 600 m., bis zu 100 m. monatlich bei einem Monatseinkommen von über 4000 m. zu staffeln. Die Staffelung wurde bei einem Monatseinfommen von 600 m. auf 10 M., steigend bis 140 m. monatlich bei einer Monatsgage von über 8000 M. festgefeßt, das entspricht eirer ungefähr 2½pro3. Abgabe des Einfom mens. Außerdem ist jedes Mitglied verpflichtet, zugunsten der Orga nisation 1 Proz. von allen Gastspielhonoraren abzuführen; Engagementsgastspiele bleiben davon unberührt. Bon jeder Erhöhung des Zu dem vom Reichsfinanzministerium ausgearbeiteten Ent. Einkommens, die durch eine Lohnbewegung erreicht worden ist, hat jeder Genossenschafter eine einmalige 10prozentige Abgabe an den Solidaritätsfonds zu leisten. Die Engagementslosen haben einen Mindestbetrag von 5 m zu zahlen. Bei Besprechung der Frage M der Kommunalisierung der Theater wurde betont, daß es durch intensive Arbeit der Genoffenschaft gelungen ist, weit über 100 Theater zu verstadtlichen. Bei der Ergänzungswahl zum Verwaltungsrat wurden Dr. Pauli Hamburg und Derfin- München gewählt; die Kandidaten der Opposition blieben in der Minderheit. Zur Ausführung der Nedarkanalisierung wird laut, Boff. 8tg." demnächst ein Aufruf Badens und Württembergs zur Gründung einer großen Altiengesellschaft ergehen, die die Kapital beschaffung für die Kanalbauten besorgt. Hierzu 1 Beilage. Berantro. für ben tebalt. Teil: Dr. Werner Beiler, Charlottenburg; für Anzeigen: wurf eines neuen Branntweinmonopolgefeßes h. Glode, Berlin. Verlag: Vorwärts- Verlag G. m. b. 5.. Berlin. Drud: Bor äußerten sich Vertreter der in Betracht kommenden Gewerbe in einer wärts- Buchbruderei u. Berlagsanstalt Baul Einger u. Co., Berlin. Binde ift. S. Bersammlung, die vom Verband deutscher Spiritus- und Spirituofeninteressenten und einer Reihe verwandter Organisationen gestern in Berlin( im Marmorsaal des Zoologischen Gartens) veranstaltet wurde. Als„ öffentliche" Protest tundgebung gegen das Branntweinmonopol wurde sie in der Einladung bezeichnet, aber Zutritt erhielt man nur gegen Karten, die von den eirladenden An der Versammlung Interessentenverbänden ausgegeben waren. beteiligten sich mehrere tausend Personen. Limanol DOP beirheumatischen Erkrankungen Zu haben in den Apotheken. Drei hervorragende Waschmittel Drelring- Sprühsoda doppell so stark wie Kristallsoda, Pakel 160 Dreiring- Seifenpulver Friedensqualität............... Pakel 225 Dreiring- Selfe soda- und wasserfrel...... 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