r.194+ 38.Jahrgang Ausgabe B Nr. 96 Bezugspreis: Vierteljährl. 30,-, monatl. 10,-92 frei ins Haus, voraus zahlbar. Boft bezug: Monatlich 10,-, einschl. 8u ftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, das Saar- und Memelgebiet, towie die ehemals deut jchen Gebiete Bolens, Defterreich Ungarn und Luxemburg 20,-., für das übrige Ausland 27.-M. Boft. beftellungen nehmen an Defterreich Ungarn Tschecho Glowatei, Däne mart Solland, Luremburg, Schweden und die Schweiz. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gorin tags und Montags einmal. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 20 Pfennig Anzeigenpreis: Die achtgespaltene Ronpareillezetle foftet 5,50 9. Aletne Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 1.50.( auläffig zwei fettgedruckte Worte), jebes weitere Bort LM Stellengefuche und Schlafftellenanzeigen das erste Bort im, jebes wettere Bort 60 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwet Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Beile 8,- DL Die Bretse verstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 5 2hr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GM 68. Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Amt Mortsplas. Nr. 151 90-151 97 Dienstag, den 26. April 1921 1 Vorwärts- Verlag G.m.b. H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Amt Morinplas, Mr. 11753-54 Deutschland bietet 200 Goldmilliarden. worden: Dem ftellvertretenden amerikanischen Geschäftsträger! in Berlin ist am 24. d. M. folgende Note übergeben Weise ausspricht, sie betrachte auch diese Borschläge noch nicht als ihr lettes Wort. Sie ist bereit, für eine etwa geDie Regierung der Vereinigten Staaten von Amerita wünschte Neuformulierung die Ratschläge Amerifas hat durch ihr Memorandum vom 22. April in danfenswerter entgegenzunehmen, das nun seinerseits nicht verfehlen wird, Weise die Möglichkeit eröffnet, nochmals auf dem Wege Diese Vorschläge follen den festen Willen Deutschlands die Meinung der Entente über etwa noch gewünschte AendeDon Verhandlungen das Reparationsproblem zu bezeugen, die Kriegsschäden bis an die Grenze seiner Leistungs- rungen einzuholen. lösen, bevor es durch 3 mangsmaß ahmen unlösbar fähigkeit zu erfeßen. Sowohl die angebotenen Summen wie Sollte nun doch nicht verhandelt, sondern marschiert wergemacht ist. Die deutsche Regierung würdigt diesen Schritt die Zahlungsmodalitäten richten sich nach dieser Leistungs- den, so würde es in Deutschland feinen Menschen geben, der der amerikanischen Regierung nach seiner ganzen Bedeutung. fähigkeit. Soweit über deren Beurteilung Meinungsver- das nicht als die größte Infamie der WeltSie hat sich bemüht, in den nachstehenden Borschlägen das fchiedenheiten bestehen sollten, empfiehlt die deutsche Regie- geschichte empfinden würde. Könnte aber die Entente äußerste anzubieten, was nach ihrer Ueberzeugung die deutsche rung, sie durch eine allen beteiligten Regierungen genehme unter solchen Umständen trotzdem marschieren, ohne daß ihre Wirtschaft selbst bei günstigster Entwicklung aufzubringen Rommission anerkannter Sachverständiger eigenen Bölfer ihr Halt gebieten, so wäre damit der Beweis vermag. Sie lauten folgendermaßen: prüfen zu laffen. Sie erklärt im voraus, deren gutachtliche erbracht, daß wir bisher seit 1914 noch feinen Tag wirt. lichen Friedens erlebt haben, sondern daß der Geist kriegeEntscheidung als bindend anzunehmen. weiß es? rischer Zerstörung weiter rast, welchen Zielen zu wer Rätselraten. 12. Deutschland hält seine Vorschläge nur für durchführbar, durch den Umstand, daß die deutsche Regierung es in flarster wenn das System der Santtionen alsbald aufhört, die gegenwärtige Basis der deutschen Produktion nicht noch weiter verringert, die deutsche Wirtschaft zum freien Weltverkehr zugelassen und von unproduttiven Ausgaben entlastet wird. 1. Deutschland erklärt sich bereit, zum Zwede ber Reparation eine Gesamtverpflichtung von 50 milliarden Goldmart Gegenwartswert anzuerkennen. Deutschland ist auch bereit, den Wert dieser wert anzuerkennen. Deutschland ist auch bereit, den Wert dieser Summe in Annuitäten, die seiner Leistungsfähigkeit angepakt find, zum Gesamtbetrage von Regierung der Vereinigten Staaten die weitere Behandlung Sollte eine andere Form der Vorschläge nach Ansicht der der Angelegenheit erleichtern, so würde die deutsche Regierung bitten, daß sie auf die Buntte aufmertfam ge- Paris, 26, April.( EE.) Dem New Bort Herald" wird aus macht wird, in denen etwa deramerikanischen Washington gemeldet, daß um die deutschen Vorschläge noch das Regierung eine Aenderung wünschenswert strengste Geheimnis walte. Man erwartet jedoch, daß dieser zu zahlen. Deutschland will seine Zahlungsverpflichtungen in nach erscheint. Auch würde die deutsche Regierung Schleier noch in der heute stattfindenden Kabinettsfihung gelüftet stehender Form mobilisieren: andere Borschläge der ameritanischen Re- werden wird. Da nur Staatspräsident Harding und Staatsgierung bereitwillig entgegennehmen. fetretär Hughes über die deutschen Vorschläge unterrichtet sind, 200 Milliarden Goldmart 2. Deutschland legt sofort eine infernationale Anleihe auf, deren Höhe, 3insfuß und Amortisationsquote zu vereinbaren wären. Es wird sich an dieser Anleihe beteiligen und ihr weit gehende Bergünstigungen gewähren, fie auch mit solchen Unterlagen ausstatten, daß ein möglichst großes Auftommen erwartet werden fann. Der Ertrag dieser Anleihe wird den Alliierten zur Berfügung gestellt. 3. Den Betrag der zu zahlenden Summe, der durch die internationale Anleihe nicht gedeckt ist, wird Deutschland nach Maßgabe feiner Leistungsfähigteit verzinsen und amortisieren. Deutschland alt hierfür zurzeit nur eine Berzinsung von 4 Proz. jährlich für möglich. 4. Deutschland ist bereit, die beteiligten Mächte an einer Beffe rung feiner Finanz- und Wirtschaftslage teilnehmen zu lassen. Die Amortisation der Restsumme wäre zu diesem Zwede variabel zu gestalten. Im Falle der Befferung, für die ein Inderschema festzustellen wäre, würde sie steigen, im Falle der Verschlechte rung entsprechend finten. 5. Um die Rest summe möglichst rasch abzutragen, will Deutschland fich mit aller Rraft an bem Wiederaufbau der zerstörten Gebiete beteiligen. Es hält den. Wiederaufbau für die bringendste Aufgabe der Reparation, weil damit am unmittelbarsten Kriegselend und Bölferhaß gemildert wird. Deutschland erbietet sich, den Wiederaufbau bestimmter Städte, Dörfer und Flecken selbst zu übernehmen oder auf jede andere den Alliierten erwünschte Weise mit seiner Arbeit, feinen Materialien und seinen Hilfsmitteln am Bieber aufbau mitzuwirken. Die Kosten seiner Leistungen würde es felbft zu tragen haben.( Näheres ist hierüber in der deutschen Wiederaufbaunote an die Reparationsfommission gesagt.) 6. Zum gleichen 3wede ist Deutschland bereit, über den Wieder aufbau hinaus nach einem möglichst rein faufmännischen Berfahren Sachleistungen für die geschädigten Staaten zu übernehmen. 7. Um den unverkennbaren Beweis feines guten Willens zu geben, ist Deutschland bereit, der Reparationstommiffion alsbald den Betrag von 1 Millarde Goldmark in folgender Form zur Verfügung zu ftellen: 2) 150 Millionen Goldmart in Form von Gold, Silber und Devijen, b) 850 Millionen Goldmart in Reich sich abwechseln, die längstens innerhalb drei Monaten in Devisen und aus ländischen Wertpapieren eingelöst werden. 8. Falls es dem Wunsche der Bereinigten Staaten von Amerika und der Alliierten entsprechen sollte, würde Deutschland willens fein, nach Maßgabe feiner Leiftungsfähigkeit Berpflichtungen der Alliierten aus ihrem Schuldverhältnis zu den Bereinigten Staaten auf sich zu ehmen. Die deutsche Regierung ist zu tief davon überzeugt, daß nimmt man an, daß nichts geschehen werde, ehe nicht das ganze der Frieden und die Wohlfahrt der Welt von einer schleunigen, Kabinett dazu Stellung genommen habe. Man erfährt über die gerechten und billigen Lösung der Reparationsfrage abhängt, deutschen Vorschläge, daß fie wichtige Sugeständnisse an die Allium nicht alles zu tun, was in ihren Kräften steht, damit die Bereinigten Staaten in die Lage verseht werden, die Aufmerkfamkeit der alliierten Regierungen auf die Angelegenheit zu Berlin, den 24. April 1921. lenten. terfen enthalten sollen, die jedoch nicht soweit gehen, daß es irgendeine offizielle persönlichkeit auf sich nehmen wollte, den Gegenstand zu erörtern. Ob das deutsche Angebot vom Gesamtkabinett als geeignet angesehen werden wird, um weiter. geleitet zu werden, ift immer noch die Frage. Die Borschläge der deutschen Regierung, die gestern Har 1 Milliarde Goldmark bis zum 30. April! ding übergeben wurden und heute endlich veröffentlicht werden dürfen, find unter dem Eindruck der Nachricht entstanden, daß Havas veröffentlicht folgende Note der Reparations. die furchtbarsten 3wangsmaßnahmen der Entente unvermeid tommission: lich seien, falls nicht Deutschland sofort die Annahme der Pa- Die Reparationstommission hat in ihrer Vollfihung vom riser Beschlüsse oder etwas ihnen ungefähr Gleich 25. April 1921 mit Bedauern von der Mitteilung der deutschen Re wertiges in Aussicht stelle. So wurde es zum Grundgedunken gierung vom 22. April Kenntnis genommen und von ihrer Weigedieser Vorschläge, der Entente materiell das anzubieten, was rung, den Metallbestand der Reichsbant nach Koblenz oder Köln sie mit ihren Pariser Beschlüssen gefordert hatte, und die überführen zu laffen. Sie bedauert, daß die deutsche Regierung Ueberlegungen bewegten sich vorwiegend nach der Richtung. nicht die Sorge verstanden hat, die den Brief vom 21. April veraninwieweit es möglich sei, durch die Art der technischen Aus- laßte. Das Ersuchen, den Goldbestand nach dem besetzten Gebiet führung auch die wirkliche Leistung sicherzustellen. zu überbringen, wurde nur von dem Wunsche beherrscht, die BeWenn man weiter bedenkt, daß es sich auch hier noch um fimmungen des Vertrages mit den möglichen ErforderVorschläge handelt, die die Grundlage neuer Verhandlungen niffen des deutschen Wechselturies in Einklang zu bringen. bieten sollen, so tann man sich nicht vorstellen, wie die Le- 3n Anbetracht der Haltung, die die deutsche Regierung in dieser Angende von der deutschen Zahlungsunwilligkeit noch weiter auf gelegenheit einnehmen zu müffen glaubt, und in Anbefracht ihrer rechterhalten werden soll. Die deutsche Regierung hat im verfehlungen gegenüber den Verpflichtungen des Vertrages, die aus Gegenteil, um das Allerletzte und Allerschwerste von Deutsch dem Artikel 235 herrühren, fieht sich die Reparationstommiffion geland abzuwehren, mit ihrem neuen Angebot die Grenzen zwungen, die Bollmachten auszuüben, die ihr der Berweit überschritten, die noch vor wenigen Wochen trag gibt, und die Ablieferung eines Betrages von einer Dom ganzen deutschen Wolf einschließlich der sozialistischen milliarde Goldmark an die Reparationsfommiffion bis Parteien als die äußerst möglichen betrachtet wurden. Ipätestens 30. April in die Keller der Bank von GrantTrozdem wird man sich feiner Täuschung darüber hinreich zu verlangen. Die Reparationsfommission kann die Begeben dürfen, daß damit der Streit zwischen den Grundsäßen ziehungen der deutschen Regierung zu der Reichsbank nicht zur Deder Verständigungs- und der Gewaltpolitit, der jetzt im Lager batte stellen, denn sie hat die Gewißheit, daß die Reichsregierung. der Entente herrscht, noch feineswegs entschieden ist, daß also wenn fie den guten Willen hat, darauf zurückzugreifen, auch die der Erfolg, den die deutsche Regierung mit ihren neuen Bor mittel hat( 1), dem Verlangen der Reparationstommiffion zu entschlägen anstrebt, durchaus noch nicht feststeht. Mehr und sprechen. gez. Louis Dubois, gez. Sir John Bradbury. mehr gewinnt man den Eindrud, daß der französische Die erste Forderung der Reparationsfommiffion ging beMinisterpräsident Briand nicht mehr Herr feiner eigenen Ent- tanntlich dahin, den gesamten Metallbestand der schlüsse ist, sondern von einer neuentfachten nationalistischen Reichsbant nach der Filiale der Reichsbank in Köln oder Bewegung immer weiter vorwärtsgestoßen wird. Diese Be Koblenz zu überführen mit dem Anheimstellen, diesen wegung will nichts von neuen Vorschlägen hören und nichts Metallbestand weiter in der Bilanz der Reichsbank figurieren von neuen Verhandlungen, auch eine glatte Annahme der Ba- zu lassen. Für den Fall der Ablehnung wurde schon damals riser Beschlüsse würde ihr feine Befriedigung gewähren, fon- mit der Forderung der Uebergabe gedroht. dern was sie will, das ist eben die nadte Gemalt, die rasche fyftematische Zerstörung der deutschen Boltstraft, um auf ihren Trümmern die Vorherrschaft Frankreichs in Europa für alle absehbare Zeit sicher aufzurichten. Neue Konferenz in London. London, 26. April.( WTB.) Reuter meldet, es erscheine sicher, 9. Deutschland schlägt vor, daß über die Art und Weise, wie die Diese Bewegung schreitet in Frankreich von Erfolg zu daß der Oberste Rat nächsten Sonnabend in London und nicht deutschen Leistungen zu Reparationszweden auf die deutsche Gesamt- Erfolg. Ihr neuester ist der Beschluß der Reparationskom in Paris zusammentrete." Daily Telegraph" führt aus: Die britische schuld anzurechnen find, insbesondere über die Feftfegung der Breife miffion, von Deutschland die Ueberführung von einer Milliarde Regierung betrachtet die Frage der 600 millionen Pfund und Berte unter Hinzuziehung von Sachverständigen in Gold in die Keller der Bant von Frankreich bis zum Sterling, die am 1. Mai fällig find, als untergeordnet 30. Aprilverhandelt wird. also binnen fünf Tagen zu verlangen. Es Sie berechtige an sich nicht dazu, unmittelbar nach dem festgesetzten 10. Deutschland würde bereit fein, für alle Arten von Kredit den ist nichts anderes, als die österreichische Tattit 3eitpunkt 3mangsmaßnahmen in Kraft treten zu laffen, Geldgebern in einer näher zu vereinbarenden Weise aus öffentlichem gegen Gerbien, die in gigantisch vergrößerten Maß wenn Deutschland in der Zwischenzeit ein befriedigendes Eigentum und öffentlichen Einfünften je be erforderliche stäben hier angewendet wird: man stellt Forderungen, nicht Angebot auf der allgemeinen Grundlage des Pariser Abkommens Garantie zu geben. damit sie erfüllt werden, sondern damit ihre vorausgesehene gemacht habe. 2oucheurs Projett einer„ interalliierten Ronund erhoffte Nichterfüllung als Vorwand zu militärischem trolle und Ausbeutung, das nach Loucheurs Schäßung jährlich 250 Borgehen benukt werden fann. bis 300 Millionen Pfund Sterling einbringen follte, sei bei den BeDiese Tattif wird einigermaßen erschwert nach den ratungen von Lympne vollständig fallen gelaffen worden. bisherigen Erfahrungen allerdings nicht unmöglich gemacht unter dem einfachen System, das jetzt die Zustimmung finde und 11. Mit der Annahme dieser Borschläge erlöschen fämtliche anderen Berpflichtungen Deutschlands zu Reparationszmeden, auch mird badurch das deutsche Privatvermögen im Aus. lande frei. das vorsehe 1. eine Kohlensteuer, 2. eine Ausfuhrabgab« und 3. Beteiligung an dem Gewinn der örtlichen Industrie, würde die jähr- liche Einnahme etwa 150 Millionen Pfund betragen. Davon feien jedoch die Befatzungskoften in Höhe von etwa SV M i l- lionen Pfund abzuziehen. Borberatungcn. Paris, 26. April.(WTB.) Die französische Regie» r u n g hat als Sachverständige bei der Durchberatung der eventuell zu ergreifenden wirtschaftlichen Maßnahmen, die morgen zwischen den französischen und englischen Sachverstän- digen beginnen, Minister L o u ch e u r und Ministerialdirektor S e y d o u x bestimmt. Minister Loucheur hat sich bereits gestern abend nach London begeben. Die amerikaniscbe Jrieöensrefolutwn. Paris, 26. April.(MTB.) Nach einer„Matin"-Meldung aus Washington hat die Senatskommission für Auswärtige Angelegen- heiten die Resolution Knvx angenommen und an ihr nur leichte Aenderungen vorgenommen. Wie die„Chicago Tribüne" hierzu mitteilt, wird Senator Lodge mit größtem Nachdruck sich dafür aussprechen, daß die Resolution schnell verabschiedet wird. Nach einer weiteren Meldung hat ge�ern der Vorsitzende der Kommission für Auswärtige Angelegenheiten in dem Repräfen. tantenhaufe zwei neue Entschließungen eingebracht, durch die das Ende des Kriegszustandes mit den Mittelmächten erklärt wird. Er erklärte, daß seine Tagesordnung in genauer Anlehnung an die Botschaft des Präsidenten H a r d i n g redi- giert fei, daß sie die Bedingung über den Schutz aller amerikanischen Rechte enthält, und daß sie dem Präsidenten voll« Freiheit, einen Vertrag abzuschließen, lasse. Gestermchs neuer Lanütag. Wien, 26. April.(Frft. Ztg.) Bei den Wahlen zum österreichi» schon Landtag, der 66(bisher S2) Abgeordnete zählt, erhielten die Christlich-Sozialen 32(26), die Sozialdemokraten 22(20). die G r o ß d e u t s ch e n 6(6) Mandate. Das Ber- hältnis der Parteien und daher auch die Zusammensetzung der nach dem Proporzverfahren zu wählenden Landesre- gierung bleibt unverändert. Gegenüber den Nationalratswahlen vom vergangenen Oktober verzeichnen die Sozial- demokraten einen Zuwachs von rund 26 660. die Christ- lich-Sozialen und die Großdeutschen eine Abnahm« von 26 666 Stimmen. Die belgischen Gemeinöeratswahlen. Vrüsiel, 26. April.(TU.) Aus verschiedenen großen Städten ist das Ergebnis der Gemeinderatswahlen noch nicht bekannt. Für Brüssel ist das ooxläufige Ergebnis bekannt: 14 Katholiken, 14 Liberale, 13 Sozialisten, 3 Abgeordnete des Mittelstandes, 3 ehe- malige Kriegsteilnehmer. In M e ch e l n: 11 Sozialisten, 8 Katho- liken, S Liberale und 3 Nationalisten. Loewen: 11 Katholiken, 16 Sozialisten und 4 Liberale. O st e n d e: 16 Liberale, 9 Katho- liken und 6 Sozialisten. Antwerpen: IS Katholiken, 14 So- zialisten, 13 Liberale und 3 Mitglieder der Frontpartei. Der frühere Gemeinderat bestand aus 36 Liberalen, 7 Sozialisten und 2 Katholiken. �Krawall" in Pommern. Man schreibt uns aus Borpommern:. Die Presie der Rechtsbolschewisten macht zurzeit viel Lärm über einen„Krawall", der in der Nähe von Greifswald vorgefallen fem soll, Landarbciterkrawall natürlich! Schwere Bedrohung, Schüsse, Landrat, 6 Landjäger— es war alles da. Fehlt nur noch die Fort- fetzung: ein Urteil der bekannten Prützmanntammer in Greifs- wald. Die Wahrheit, wie sie aus zahlreichen unmittelbar nach dem Borgang zu Protokoll gegebenen Erklärungen hervorgeht, gibt frei- lich ein anderes Bild: ein Schnitter verlangt, da sein« Frau ihrer Niederkunft entgegensieht, sein« Entlassung. Er wird schroff vom Arbeitgeber abgewiesen. Wortwechsel. Der Arbeitgeber .nimmt den Stock. Sein„Eleve", ehemaliger Offizier, eilt Zoll. Ein Beitrag zur Tiroler ilbfiimnnmg. Bon Fritz Müller, Partentirchen. Im bayerischen Mittenwald amtet ein österreichisches Zollamt. Die Amisstube ist 3 Meter lang und 4 Meter breit, macht 12 Quadrat- meter. Auf einen Quadratmeter gehen laut Zollstatistik zweieinhalb Zollbeamte. Das Glaubensbekenntnis hat darai�f keinen Einfluß. Das gibt 36 Zollbeamte. Angestellt sind aber 31." Daher die öfter- reichische Zolltrisis. Erwägungen zur Behebung der Krisis sind im Gange. -„Tuat& halt den einsdreißigsten furtl" riet man im benach- harten bayeriscken Zollamt. Die Aug'nl„Furt? Bei uns ist noch nie einer furtkemma. Bei lins kemma nur Leut' her." Das ist ganz natürlich. Denn ein Grenzamt ist erst in zweiter Linie ein Grenzamt. In erster Linie ist es eine Derforgungsstation. Leute, bei denen man sich den Kopf kratzt:„i)m, wohin damit?", werden an, besten auf ein Zollgleis verschoben. Bleibt also nur der zweite Weg aus der österreichischen Zoll- 4nsisi Die Mittenwalder Zollstube muß vergrößert werden. Ich habe es ausgerechnet. Wenn man in der Länge 96 Meter und in der Breite 87 Meter anstückt, könnten haargenau 2S 666 Zoll- deamte untergebracht werden, ohne Rücksicht auf das Glaubens- bekenntnis. Ich habe das dem österreichischen Zollamt mitgeteilt. Die Aug'n! Ich weiß nicht, was die Leute haben. Wenn man ihnen doch die Rechenorbeit abnimmt! Mit anderer Arbeit sind sie ohnehin schon überlastet. Zum Bei- fpie! mit der Paßkontroll«. Du sitzt mit ruhigem Gewiflen auf deinem Fensterplatz und freust dich der ewigen Berge draußen, die dich unberührt von Zoll und Päsien mit der alten stillen Güte ansehen. Obgleich sie nördlich amt- lich-bayerisch und südlich amtlich-tirolisch dreinschauen sollten.„Ihren Baß.'" Du fährst auf. Bor dir steht ein todernster österreichischer Zollbeamter. Cr ist 2,23 Meter lang. Dagegen dick nur 6,66 Meter. Vermutlich, damit mehr davon auf den Quadratmeter gehen. Wo- durch die österreichische Zolltrisis wesentlich erleichtert werden könnte. Ich selbst bin nicht erleichtert. Ein jeder Mensch, der nach dem Paß gefragt wird, ist das Gegenteil. Gott weiß, warum. Hände, die den Paß hinhalten, müssen zittern. Ob man schmuggelt oder nicht. Ob man wegen Raubmords steckbrieflich verfolgt wird oder nicht. Gott fei Dank, mein Paß ist in Ordnung. Ich kann meine Beine behaglich nach Tirol hinüberstrecken. «Ihren Paß!" Ein zweiter Todernster steht vor mir. Ich zeig«, er brummt und nickt. Ich strecke mein« Beine wieder nach Tirol. „Ihren Paß!" Der dritte steht, wie aus dem Grab gestiegen, da. Ich zeige, er brummt und nickt. Ich strecke meine Beine zum - drittenmal nach Tirol. «Ihren Paß!"... SWm Si�nundzwanzigstcn bekam ich da«! Reißen in den Armen. Äeim Achlundzwanzigstcn nagelte ich den Paß auf die hinzu— als Nothelfer. Der Schnitter liegt am Boden, wird von den beiden Gentlemen gemeinsam furchtbar oerprügelt. Das war zuviel selbst für die ruhigsten Pommern, die nun. ein- gesessene Landarbeiter zusammen mit Schnittern, eben van der Ar- beit kommend, herbeieilen Do fällt ein Schuß auf die Gruppe. Das war erst recht zuviel für die pommerschen Landarbeiter, siir die Kriegsteilnehmer zumal. Dem„Herrn" wird der Revolver fort- genommen, er samt seinem Nothelfer bekommen, wie man sich landesüblich ausdrückt,„die Jacke voll". Und das ist alles? Nein, das ist nur ein kleiner, ganz kleiner Teil eines großen Ganzen. Die Herren Großagrarier gehen aufs Ganze. Es geht gegen die eingesessene Landarbei- t e r s ch o f t. Sie soll zurück ins Joch der„gottgewollten Abhängig- leiten". Wie stt das wohl am besten zu machen? Ganz einfach: Ausländer Herl Ausländer, recht ose und billige und bequeme Ausländer— und wenn es selbst Bolschewisten sind. Viel- leicht sogar: erst recht Bolschewisten! Sie im Lande, dazu der eine oder andere„Krawall". Ja, da muß doch selbst der schlimmste „Spießer" in Schönlanke oder in einem anderen Weltplatz ein- sehen: hier hilft nur Orgesch' Her mit Orgesch! Orgesch gegen die Bolschewisten, Orgcsch gegen die„Krawalle". Orgesch gegen— Tarif! Denn„zufällig" ist im Bezirk der Landarbeiter- tarif obgelauf.i.— und die Agrarier weigern sich unter den unglaublichsten Dorwänten, ihn zu erneuern. Desto eifriger sind sie beim„Import" von Aus. Indern. Die Ausländerfrage beherrscht zurzeit gerade das öffentliche Leben Vorpommerns. In der ersten Tagung des Pro- vinziallandtags, in den neugewählten Kreistagen, in Berfamm- lungen, in den Tagungen der Kar.elle, in den Kneipen, auf der Bahn, bei Konferenzen, die die Regierung veranstaltet, überall wird diese lebenswichtige Frage erörtert— nur nicht in den deutsch- nationalen Zeitungen, die diskret schweigen: denn „deutsch" und„national" und die große Borliebe für Ausländer, das reimt sich freilich schlecht zusammen. Da kam- men selbst die Landbundorgane schlecht gegen an— der Landbund, der um so eifriger hinter den Kulissen wirkt, für seine lieben Schnit- ter, der Landbund, führend natürlich im Kampf gegen die deutsche eingesessene Landarbeilerichaft. In Grimmen hat der L a n d b u n d, entgegen der Derord- nung des Reichsarbeitsministers, bei Feststellung der Bedarfslisten für Schnitter zum Rübenbau es einfach abgelehnt, den vorge- schriebenen paritätischen Sachoerständigenausschuß für �en Kreis zu beschicken. Sie verhandeln nicht mit Arbeitnehmern! Das Landesarbeitsamt in Stettin hat leider die gesamten Bedarfslisten als rechtswidrig«aufgestellt und unbrauchbar nicht zurückgeschickt. Die ausländischen Schnitter strömen ins Land. Tag für Tag— und dabei sind im Nachbarkreise Franzburg, wie in öffentlicher Kreis- togssitzung festgestellt, über 466 einheimische Arbeitslose, darunter gegen 266 gelernte Landarbeiter, die meisten verheiratet. Die ein- heimischen gelernten Landarbeiter gehen spazieren während der Ackerbestellung, auf die so viel ankommt. Was sie an„nationaler" Arbeit leisten können, leisten wollen: dafür oerwendet man aus- ländische Schnitter— auf„treu-deutschnationalem" Boden. Wir hoffen, daß endlich die Reichsregierung zwischenfährt, daß sie Fraktur spricht mit den Agrariern, mit dem Landbund, daß sie den Tarif heranschafft und alle überzähligen, für den Rübenbau nicht benötigten ausländischen Schnitter herausschafft! In Bor- pommern macht kein Mensch„Krawall", in Borpommern ist alles ruhig— außer dem Landbund! der Zerrp-Juftizftanöal. Im Anschluß an das Urteil im Siegesfäulen-Prozeß schrieben wir: Das Gericht hat seine Aufgab«, den Tatbestand aufzu- klären,'soweit dies menschenmöglich ist, in keiner Weis« erfüllt. Es hat sich geweigert, sowohl Hölz als Zeugen zu oernehmen, als auch den geheimnisvollen Ferry zu ermitteln. und herbeizuschafften. Hier zeigt sich, wie unhaltbar der Zustand ist, daß die Ausnahmegerichte den Umfang der Beweisauf» nähme nach völlig freiem Ermessen bestimmen, ein Mangel, gegen den sich namentlich der sozialdemokratische Antrag richtet. Vorderseite meines Steifhutes. Es war die höchste Zeit. Schon nahte der Neunundzwanzigste im Trauerschritt. „Ihren Paß!" Jetzt vertauschten wir die Rollen. Ich brummte und mein Hutpaß nickte, er aber zeigte mich bei seinem Borgesetzten an, ich hätte die Zollhoheit verhöhnt. Zur Strafe dafür fand der Borgesetzt« meinen Paß nicht ganz in Ordnung. Es gibt keinen Paß, der so in Ordnung wäre, daß ihn das Auge eines strafenden Zollbeamten nicht in Unordnung bringen könnte. „Es fehlt das Visum— dreißig Mark!"— sagte er streng.' Ich öffnete das Fenster, damit der Tiroler Wind das nächste Blatt in meinem Kopfpaß umschlagen konnte:.Lier ist das Visum." „Es fehlr der Uebergangsvermert— fünfzig Mark!"— grollte er. Ich wiegte den Kopf, um den Uebergangsvermert aufzublättern. „Es fehlt," schrie er,„es fehlt die Be— inHaltung des Ueber- gangsoermerks— fünfnndstebzig Mark!" „Was fehlt?" fragte ich so sanft wie möglich.„Die Be- —inHaltung!"„Dersteh ich nicht." „Be— inHaltung ist ein Grenzwort," klärt« mich mein Nach- bor auf. „Wie schreibt man's?" fragte ich matt. Da nahm er ein Blatt Papier und schrieb Beinhaltung. „Ach so," sagte ich, zog mein linkes Bein aus Tirol zurück und streckte es dem Vorgesetzten hin. Der Bprgesetzte wütete. Mein Nachbar sagte, dos fei nicht die rechte Beinhaltung. Darauf hielt ich mein rechtes Bein hin. Darüber stolperte der Lange und fiel hin. Seine ersten zwei laufenden Meter kamen nach Bayern zu liegen. Die restlichen 28 Zentimeter zeterten in Tirol:„Fehlende Beinhaltung— fünfundsiebzig Mark— fünf« und siebzig Mark!" Da kam ein Mann über den Bahnsteig gelaufen. In der Hand ein Telegrqmm.„Tiroler' Abstimmungsergebnis! schrie er,„hurra, die Grenze fällt." Ich atmete auf. Meine Brieftasche atmete auf. Der Wagen atmete auf, zwei Länder atmeten auf. Durch das offene Fenster wehte von den Bergen Früklingsfturm. Den Paß wehte es mir vom Hut Zwischen seinen Stößen klang's vom Wolde:„Kuckuck... Kuckuck...!" Die 32 Zentimeter aber wimmerten:„Wenn die Grenze fällt... und ich?.... und der Zoll?... wohin—?" „Zum," sagte mein Tiroler Nochbor bedächtig,„zum—" „—Kuckuck... Kuckuck...!" scholl's vom Wald. Zwei Koloristen. Der junge Rheinländer Hans Braß ist unter den Farbenkünstlern unserer Zeit zwar nicht der feinst- und tiefste, aber einer der kräftigsten und phantafievollsten. Sein Hang zu starken finnttchen Reizen wird durch einen sehr kultivierten Ge- schmack gebändigt, so daß seine Arbeiten niemals kraflmeierisch oder extravagant erscheinen. Daher hat Braß recht eigentlich da, Zeug. volkstümlich zu werden und auch vor den Augen drnr Gnade zu finden, denen die neue Kunstanschauung vorläufig noch ein Greuel ist. Ueber seine Tätigkeit ak?„künstlerischer Stubcnmaler" bei der Ausschmückung des Stalapalastcs und der Kantine im Bankhaus Arn- Das war 19. April. Mittlerweile ist mm Ferry er- mittelt worden, und es zeigt sich, wie gerechtfertigt unsere Kritik war, denn der nicht zu ermittelnde Ferry alias W i l- Helm Hering saß bereits seit 1. April in Haft. Aber noch viel mehr. In der„Vossischen Zeitung" stellt ein offen« bar gut orientierter Mitarbeiter fest, 1. daß Wilhelm Hering unier seinem Namen in Berlin(bei dem Ehepaar Wölfl) polizeilich gemeldet war, 2. daß mehrere Pholographicn von ihm in der Wolffchen Woh- nung beschlagnahmt worden waren, 3. daß er unter scinem Namen in Halle am 1. Apxll verhastet wurde, 4. daß kein Sie�brief hinter Hering erlasien war, 8. daß die Berfiner Polizeibehörde, die sich insbesondere mit der Aufklärung politischer Verbrechen beschäftigt, über die Namen der in anderen Städten verhafteten politischen Derbrecher keine Benachrichtigungen empfängt. Hiermit ist nun zu oergleichen, daß der Verteidiger der Angeklagten, Dr. Fränkl, während der Verhandlung dar- auf aufmerksam gemacht hat, daß aller Wahrscheinlichkeit nach Ferry mit dem beim Ehepaar Wolf gemeldeten Wilhelm Hering identisch sei. daß er den Antrag gestellt hat, den in Halle wohnenden Vater des Wilhelm Hering über dessen Tätigkeit als Zeugen zu vernehmen, daß der Der- teidiger ferner mitgeteilt hat, daß der bewußte Ferry während der Märzunruhen unter anderem Namen i n H a l l e v e r- haftet worden sei. Nur wisse er, der Vetteidiger, nicht, ob er sich noch in Hast befinde. Trotzdem hat das Gericht alle Anträge des Verteidigers abgelehnt. Man kann unmöglich behaupten, daß eine Beweisaufnahme erschöpfend gewesen ist, in der die Verneh- mung des mit Leichtigkeit zu ermittelnden Hauptanstif- ters unte'r lassen würde. Das Gesetz über die Sondergerichte läßt das Wieder» aufnahmeverfahren zu, wenn eine Nachprüfung des Falles wünschenswert erscheint. Absichtlich ist hier wegen des Fehlens anderweitiger Rechtsmittel— die Möglichkeit einer Wiederaufnahme gegenüber der Strafprozeßordnung sehrerleichtert worden. Eine Korrespondenz behauptete allerdings neulich, das Wiederaufnahmeverfahren könne in diesem Prttzeß auch dann nicht stattfinden, wenn der ge- heimnisvolle Ferry ermittelt würde. Das ist eine v o l l st ä n- dige Verdrehung des Gesetzes. Gerade hier liegt ein typischer Fall vor, wo das Wiederaufnahmeverfah- ren Platz greifen muß, weil das Gericht w Anwendung seiner viel zu weit gehenden Befugnisie, die Beweisaufnahme einzuschränken, den Tatbestand nur ganz oberflächlich ermittelt hat. Daß es damit dem Ansehen der Rechtspflege gedient hat. wird niemand behaupten können. Eine verspätete Entdeckung. Di«„Deutsche Zeitung" ist wieder einmal in der glücklichen Lage, den„Aufmarschplan � der Kommunisten für den nächsten Putsch" zu veröffentlichen. In ihrer Freude hat sie nur das eine übersehen, daß ihre neue Entdeckung eine— sehr alte ist. Genau den nämlichen Plan hat schon vor mehr als einer Woche der damalige preußische Innenminister S e v e r i n g als ein Muster blödsinniger Splhelmache im preußischen Landloge zitiert. Unker schallender Heiterkeit(inklusive der Deutschnationalen) hat er beispielsweise folgende Stelle dieses„kommunistischen Feldzugsplanes" verlesen:- Der Einmarsch braucht nicht geräuschlos vonstatten zu gehen, sondern ist womöglich mit klingendem Spiel oder m i t Gesang zu vollziehen. Im preußischen Landtag hat sich damals niemand gefunden, auch kein Deutschnationaler, der dieses blöde Machwert zu verteidigen wagte. Das hindert aber nicht, daß acht Tage später ein deutschnationales Blatt seinen Lesern dieses Elaborat al? „neueste Entdeckung" vorsetzt. Die geistigen Ansprüche der Recht»- presse an ihr Lesepublikum sind hott bescheiden. hold habe ich seinerzeit berichtet. Was er auf dem Gebiet dec „hohen Kunst" erstrebt und leistet, zeigt jetzt eine Kollekttvausstel- hing bei H e lbe r, Bleibtreustraße 12. Der Ausgangspunkt des Kunstschaffens ist bei B-mß nicht die Komposition, d. h. das Ideal- bild aus Linien und Farben, dem die Wirktichkeitseindrücke rück, sichtslos untergeordnet werden, sondern das Naturbild. Ich habe vor manchen Arbeiten den Eindruck, daß sie nach der Natur ge- zeichnet und dann erst kubistisch umgeformt sind. Die Mehrzahl der Jüngsten schlägt bekanntlich den umgekehrten Weg ein und die orthodoxen Kirchenöäter des Expressionismus erklären ihn für den allein seligmachenden. Aber mir scheint, das Resultat entscheidet und dieses ist bei Braß in hohem Maße erfreulich. Don seinen Bildtafeln geht ein Glühen, Leuchten und Funkeln. aus, das nicht nur die Sinne reizt, sondern auch tiefer« seelische Empfindungen aus- löst und die Phantasie des Beschauers in Traum» und Märchenländer entrückt. Ein Farbendichter ist auch Kurt Schwitter«, von dem im Sturm, Potsdamer Stt. 134 a, nicht weniger als 76 Arbeiten zu sehen sind. Er übertrifft Braß an raffinierter Geschmackskultur, aber ihm mangelt die kraftvolle, gesunde Frische. In seinen„März- bildern", die er aus farbigen Papierstücken, Zeugflicken, Watte- bauschen usw. zusammenstellt, gestaltet er zarte, verschwimmen?'-. Stimmungen und er bevorzugt gebrochene, leise zitternde Farbef- klänge. Ein psychologisches Rätsel ist es, daß dieser verträumte Poet zuweilen von einem, wie es scheint, unabweisbaren Hang zum derbsten dadaistischen.blk und Bluff erfaßt wird. Hinter seinem„Weihnachtsbild"(Nr. 13) hat er einen kleinen Musikapparat angebracht, dem eine mitten in der Bildfläche steckende Kurbel die Melodie„Stille Nacht, heilige Nacht" entlockt. Auch seine„Merz-* Plastiken" scheinen nur lediglich ein kindisches Spiel zu sein, in dem man den hohen Sinn vergebens sucht. I. S. Das kürzeste Romankapikel. Zu dieser Notiz in Nr. 184 wird uns geschrieben: Lawrence Sterne hat in dem kürzesten Kapitel seines Romans Tristram Shandy" unter der lleberschrist immer- hin noch einige Gedankenstriche. Wenn wir uns aber in det Welt- literatur umsehen, finden wir tatsächlich ein noch kürzeres Roman- kapitel. nämlich in dem berühmten japanischen Roman„Gensi- monygatari", dendie japanische Schriftstellerin Murasaki Shikibu um das Jahr 1666 geschrieben hat. Dieser auck kulturgeschichtlich wichtige Roman handelt von den Erlebnissen, besonders den Lvb-�. abenteuern eines Prinzen Gensi. Der Tod dieses Prinzen nicht erzählt, statt dessen hat das 41. Kapitel, in dem man einen Bericht darüber erwartet., nur die lleberschrist.Lumo-gakure'(„Das Verschwinden in den Welten"), womit der Tod angedeutet wird. Jeder weitere Text fehlt unier der lleberschrist.(Gedankenstriche gibt es allerdings auch in der japanischen Schrift nicht.) E. P. TaS Klassische� ZHeater für die Zelirimqall«* Grofr-SVtlla« fces- nnitaltct am 30. April, nothmiitnq« 3 Ubr, im Schiller. Ts«, ter Chmlottenburg, cme Sondelauifiihrung vom.Ranb der Sabinerinnen«' Berliner«ezeffioi». Di- flrgbiahrS.AuStzellm'a bleibt noch du Min» Mai geöffnet. Am Sonnabend, den 30. April und Sonnabend den? Mo, wird der S,n>r,ttpr«iS sür die Ausstellung aus 1 J*. amähigt.' Das Attentat auf Werk LZnterfpree. Der Dynomit-Anschlag auf das Elektrizitätswerk Unterspree be- schöftigt heute das Sondergeri6)t des Landgerichts III unter Vorsitz des Landgerichtsdircktors Lr. E r n st. Auf die Anklage des Ver- brechen? gegen das Spreng st offgefetz haben sich folgende sechslpersonen zu verantworten: 1. Kaufmann Max W i n g c r n i n g, 2. Maler Friedrich Schwalbe,?. Former Ernst Hetzer, 4. Kut- scher Hermann Herzberg, S. Arbeiter 5) ans Piestorfch, 6. Kaufmann Kurt v. Feldern.— Die Angeklagten werden von den Justizräten Dr. B r o h, Viktor F r ä n k l und Rechtsanwalt Dr. Weinberg verteidigt. Die Anklage vertritt Staatsanwalt- schastsrat Steiner.. Der Beginn der heutigen Verhandlung verzögert sich erheblich, da der erste Angeklagte Winzern ing plötzlich insofern prozessuale Schwierigkeiten macht, indem er erklärt, jede Verteidigung ab. lehnen zu müssen. Da das Gericht offenbar auf dem Standpunkt steht, daß es sich um eine sogen, notwendige Verteidigung handelt,, muß erst ein Offizialverteidiger bestellt werden. Nach längerer Auseinandersetzung wird schließlich eine Art Kam- pro miß geschlossen, und Jusiizrat Fränkl wird gegen den Willen des W. zu dessen Verteidiger bestellt. Vei der Vernehmung über seine Personalien erklärt Wingerning, daß er als Soldat dem Gardefüstlierregiment angehört habe und mit diesem in den Karpathen gewesen sei. Neben ihm habe die lg. Kompagnie mit dem„berühmten" Oberleutnant H i l l e r gelegen. Er sei dann dreimal verwundet worden. Vors.: Welchen Beruf boben Sie zuletzt ausgeübt? A n g e k l.: Ich bin Arbeiter. Vor f.: Sie nennen sich doch auch Kaufmann? A n g e k l.: Das ist doch egal. Ich war Kaufmann, habe eine selbständige Stellung inne gehabt. 'Mit erhobener Stimme): Seitdem ich hier in demselben Saal wegen der Teilnahme an den Unruhen ver«ete!lt worden bin, wurde ich geächtet. Seitdem bin ich nicht mehr Kaufmann, seitdem bin ich Arbeiter.— Der Vorsitzende stellt fest, daß Wingerning seinerzeit zu 1 Jahr und 9 Monaten Ge- fängnis oerurteilt worden ist. Der zweite Angeklagte, Kunstmaler Schwalb« ist zweimal wegen Diebstahls mit kleinen Strafen vorbestraft. Er hat eben- falls dem Gardsfüselierregiment angehört und war auch im Felde, allerdings nur als Krankenträger, da er sich geweigert hatte, eine Waffe Anzufassen. Vors.: Weshalb weigerten Sie sich? Angeklagter Schwalbe: Ich habe nicht einsehen können, warum ich auf Menschen schießen sollte, die ich gar nicht kenne. Der Angeklagte Hetzer erklärt auf die Frage, welcher Partei er angehöre:„Iustizrat Brohl"(Heirerteit.) und stellt dies dann richtig, daß er die KAPD. mein«. Der fünfte Angeklagte, Ar- beiter Hans P i« s k o r f ch, hat bis zum Jahre 1906 schwere Vor. strafen, u. a. Zuchthaus st rasen, erlUien. Er protestiert dagegen. daß dies jetzt öffentlich erörtert wird. Der Vorsitzende er- klärt, daß et nur deshalb darauf zu sprechen gekommen sei, weil P., der im Icchre� 1906 geheiratet habe, sich seit dieser Zeit völlig t o d e l f r e i geführt habe. Der letzte Angeklagte Kurt von Felden, ein sog.' Schüttler, der in Lazarettkleidung vorgeführt wird, ist 1898 in Riga als Sohn eines Unioerfitätsprofessors geboren; feine Mutter ist eine österreichische Gr äs in Metternich. Er hat sich früh- zeitig der„roten Jugendbewegung" zugewandt und ist deshalb mit seinen Eltern in Differenzen geraten. Er hat dann längere Zeit in Budapest und Dresden gewohnt und war u. a. auch in den Der- dacht geraten, im Leuna- Wert mitgekämpft zu haben. Als Sohn deutscher Eltern ist er Soldat gewesen und sst im Felde ver- wund.ü bzw. oerschüttet worden, wobei er sich fem Leiden zuzog. Der Angeklagte Wingerning will schließlich von seinen Mitangeklagten«in« Erklärung darüber haben, ob sie, da im /Falle einer Verurteilung eine Wiederausnahme nicht möglich ist, heute gegen sich verhandeln lassen wollen.— Justizrat Fränkl erklärt namens der übrigen Angeklagten, daß sie mit der heutigen Verhond- lung einverstanden seien. Wingerning erklärt« hierauf zum Gerichtshof:„Sie haben die Macht, /wir haben das Recht!"— Der Staatsanwalt klagt die Angekalgten, mit Ausnahme des An- geklagten v. Felden an, durch das bekannt« vyuamNattenlat auf da» ElekkrizitStswerk llnterfpr« Im Verein mit den t.uch nicht ergriffenen Marks, Drews und Weber nicht nur ein Derbrechen gegen das Sprengfwffgefetz, fon- dcrn auch einen Hochverrat degangen zu haben. Die Angeklagten gehören der Kommunistischen Partei an, ste haben die Handlungen begangen als Entlastungsoffensive, die von der Zentral stell« der Partei angeordnet worden sei, um die Tätigkeit in Mittel- deutschland zu entlasten, die Sipo hier festzuhalten, die Ar. Heiter auf die Straße zu treiben und zum Generalstreik aufzu» hf�Än. Es handele sich also um ein sogenanntes politisches Verbrechen. Die Angeklagten haben sich auch gegen den 8 13 des Gesetzes über die Entwaffnung vergangen, und zwar unter dem erschwerenden Umstand, daß die bei ihnen vorgefundenen Waffen, Patronen usw. zu Gewalttätigkeiten benutzt werden sollten. Der Angeklagte v. Felden wird beschuldigt, Marks, Drews und Weber b s g ü n st i g t zu haben, indem er sie in Dresden verb orgen gehalten habe. Da es noch nicht gelungen fei, dies« drei zu ver- basten, deshalb werde gegen v. Felden eine Vertagung bzw. Aushebung des Haftbefehls vorbehalten bleiben müssen. Die Angeklagten haben ihre Verbrechen begangen auf Anstiften des erschossenen S ü l t, von dem sie verleitet worden sind und den sie als chrcn Führer angesehen haben. Iustizrat Fränkl wendet sich gegen die allgemein« Behauptung, daß die Order zu einer Eni- l n stu n g s o fs e n s i v e von„der Zentralstelle der Partei" er- gangen sei. Vor welcher Partei? Staatsanwalt: Die Ange- llaaten gehören teils der KAPD. oder der Dereinigten Kommu- r-'sisichen Partei an. lFortsetzmig in der Morgenausgabe.) Zur Verhaftung Zrleslands. Nach dem WTB. soll der Grund für die Verhaftung des Kommunistenführers Friesland, der in .Wirklichkeit Reuter heißt, darin bestehen, daß er in den Jahren 4jäl und 1918 zahlreiche Verbrechen, insbesondere Mo r d e, Erpressungen und Diebstähle begangen habe, und zwar gegen deutsche Ansiedler im Wolgogebiet, wo er als Beauftragter der russischen Sowjetregierung tätig war. GroßivMm Treu zu Serlm. Ter Kampfruf„Los von Berlin" kennzeichnet heute die tom- munolpolitischen Tendenzen einiger Vororte im Westen, die sich im engen Kreis ihrer Kirchturmpolitik rücksichtlos als Feinde der Volts- g.famthett betätigen. Die SPD. hat nun feit einiger Zeit den Kampf mit diesem Eigendünkel erfolgreich aufgenommen und gestern �""»eichnete Genosse Franz K r ü g e r ip einer Volksversamm- l im Friedenauer Rathaus die Motive, die sich hinter dein„Los von Berlin" verbergen, und wies nach, daß die Der- wirklichung des von den Rückwärtsern propagierten Gedankens wohl im Interesse einer kleinen, ohnehin schon mit Glücksgütern reich gesegneten Minderheit llege. für die gesamte Einwohnerschaft aber eine gewaltige Schädigung bedeuten würde. Die Frag« sei jetzt wieder besonders aktuell geworden, well in einer Bersanimlung im Westen von einem Redner gesagt wurde. daß man die Schafstinq des jetzigen Groß-Berlins durch eine Poll- tische Machtprobe erreicht habe. Be' diesem Herrn scheine ein er- bedlicher Mangel an Wissen bestanden zu haben, denn sonst müßte 'ihm doch bekannt sein, daß die Frage der Schaffung eines Groß- Verlins schon Jahrzehnte vorher behandekt worden ist, und daß ihre Losung nicht als ein parteipolitisches, sondern als ein k o m- munalpolitisches Problem betrachtet wurde. Der Krieg und seine Folgen— so führte der Vortragende weiter aus— hatte die Gegensätze zwischen Berlin und seinen Vororten noch weiter oerschärst, so daß schließlich die Lösung der Frage erfolgen mußte. So mußten beispielsweise in einem Vorort 180 Proz. Zuschlag zu den Steuern erhoben werden, während in einem anderen 60 Proz. genügten. In einem reichten 0,S Proz. für Armen- und Waisen- Pflege. im anderen waren hierzu über 16 Proz. erforderlich. Unter dem Dreiklassenwahlsystem war es nicht möglich, die Zernssenhci: zu beseitigen, und die reaktionäre, Staatsregierung versagte nicht nur, sondern trug durch ihre Bestimmungen wesentlich dazu bei, daß ein geeinigtes Groß-Berlin nicht zustande kommen konnte. Erst unter der freieren Gesetzgebung der Republik konnte die Zerrissen- heit beseitigt werden, nun erst wurde es möglich, eine gerechtere Verteilung der Steuerlasten herbeizuführen. Man spricht in den in Frage kommenden Kreisen so gern von nationalem Empfinden, um so mehr mühte es doch in diesen als eine Ehrenpflicht empfunden werden, eine gewisse Solidarität zu bekunden mit den Stadtteilen, die nicht imstande sind, die Kriegslasten zu tragen, die in Gefahr sind, unter diesen Lasten zusammenzubrechen. Aber hier- von will man nichts wissen, man will los von Berlin und die Lasten den ärmeren Stadtteilen überlassen. Als Grund wird freilich noch angeführt, daß es an fachlich ausgebildeten Kräften in der Stadt- Verwaltung fehle, was zu einer Mißwirtschaft führen müsse. Dem- gegenüber muß festgestellt werden, daß etwa 80 Proz. der Magi- stratsbeamten aus alten geschulten Beamten bestehen, die gar nicht aus ihrer Stellung enssernt werden können, und daß doch erst ab- gewartet werden muß, wie sich die Bezirksämter, die kaum einge- führt sind, bewähren werden. Der Redner schloß mit dem Ruf: Nicht„los von Berlin", sondern los von der ,Los-von-Berlin-Bewegung" müsse die Aufgabe aller sein, die bereit sind, positive Arbeit zu leisten, um in Groß-Berlin gesunde Zustände zu schaffen.(Lebhafter Beifall.) Eine Entschließung, nach der die Versammlung sich im Sinne der Ausführungen des Referenten auf den Boden der Einheits- gemeinde stellt, und die Bestrebungen von deutschnationaler Seite, die darauf gerichtet sind, die neue Einheitsgsmeinde Groß-Berlin zu zerstören, entschieden zurückweist, wurde einstimmig angenommen. Tumulte im f>ekmkehrl(jger Wilnsdorf. Folgen angeblich bolschewistischer Verhetzung. Zu unerfreulichen Auftritten, die schließlich das Eingreifen einer größeren Abteilung der Schutzpolizei notwendig machten, ist es gestern in dem Heimkehrlager Wünsdorf bei Zossen gekommen. Das Heimkehrlager ist für deutsche Flüchtlinge aus den Grenzlanden, aus den besetzten Gebieten und vertriebene Ausländsdeutsche vor etwa zwei Monaten errichtet worden. Die Insassen des Lagers, Männer,- Frauen und Kinder, erhalten freie Wohnung, Verpflegung und ein freilich nicht übermäßig hohes Taschengeld. In dem Lager befindet sich eine dem Reichskommissar für Zioilgefangene unter- stellte Arbeitsvermittlung, die bereits in zahlreichen Fällen den Ber- triebenen es ermöglicht hat, ihre vernichtete Existenz wieder aufzu- bauen. Eine Berliner Korrespondenz teilt folgendes darüber mit: Seit einiger Zeit konnte die Lagerverwaltung feststellen, daß unter den aus Rußland zurückgekommenen Deutschen eine starke bolschewistische Agitation entfaltet wurde. Russische Rotgardisten, die im verflossenen''Jahre während des rulstsch-pol- Nischen Krieges in Ostpreußen entwaffnet und dann nach Zossen gebracht worden waren, kamen bis an das Heimkehrlager und ließen durch besondere Mittelsmänner Zeitungen, Aufrufe usw. in das Heimkehrlager selbst hineinschmuggeln. Vor etwa 14 Tagen hiellen die Deutschrussen des Lagers eine Versammlung ad, in der ein Russe eine Ansprache hielt und die Anwesenden aufforderte, sofort ihre Rückbeförderung nach Sowjetrußland zu verlangen. Im Anschluß an diese Bersommlung. begab sich eine Kommission von Deutschen zu dem Vertreter der Sowjetrepublik Herrn Digdor Kopp in Berlin und trug diesem ihr Anliegen vor. Herr Kopp erklärte angeblich, er würde sofort bei der deutschen Regierung die erforderlichen Maßnabmen einleiten, um den Rücktransport der- jenigen Deuffchen, die früher in Rußland gelebt, in die Wege zu leiten.(?) Gestützt auf dieje Versprechungen des Vertreters der Sowjetrepublik, begannen zahlreiche deutsche Flüchtlinge den An- ordnungen der. Lagerverwaltung passive Resistenz entgegen- zusetzen. Man verweigerte die Annahme irgend einer Arbeit, die von dem Stellennachweis besorgt werden konnte. Vor allen Dingen suchten zwei Brüder Zipperich und ein gewisser Gregor- s ch e w s k i die noch Zögernden aufzupuffchen. Der eine der Brüder Zipperich hatte bereits dreimal sich geweigert, auf ein Stellenan- gebot einzugehen, als die Lagerverwaltung ihm nunmehr den weiteren Aufenthalt im Heimkehrlager verbot. Die Mitteilung von der Entlassung dieses Mannes löste vei den russenfreundlichen Deuffchen Empörung aus. In größeren Abteilungen zogen sie vor das Direktionsgebäude. Als der stellvertretende Direktor Lgmasczowski die aufgeregte Menge beruhigen wollte, wurde er persönlich angegriffen und mußt« in sein Bureau flüchten. Die Menge wollte, obwohl inzwischen bereits Gendarmerie er- schienen war, dos Direktionsgebäude stürmen, um die Zurücknahme der Entlassung Zipperichs zu erzwingen. Erst einer größeren Ab- teilung der Schutzpolizei, die in Kraftwagen nach Wünsdorf eilte, gelang es, die Ruhe wieder»inige.maßen herzustellen. Es wird Ausgabe der Behörden sein, Klarheit üb.er diese Vor- gänge zu schaffen._ Für 100 000 M. Briefmarken gestohlen. Eine Einbrecherbande, die mit einem Kraftwagen von Berlin aus auf Beutezüge ausfuhr, wurde jetzt von der Berliner Kriminal- Polizei unschädlich gemacht. Wie die bisherigen Ermittelungen ergaben, hat die Bande u. a. auch zwei große Einbrüche in der Orffchaft K r« e f ch t auf dem Kerbholz. Zu diesen Unternehmungen hatten sich der Schlosser Paul W e r n i ck r und der Arbeiter Gustav S ch w u ch o w zusammen- getan. Sie fanden in dem Chansfeur Klein, der in Halens?e einen Wagen stehen hat, einen Mann, der sie zur Nachtzeit hinaus und wieder nach Berlin zurückbeförderte. Bei ihrem ersten Besuch in Kriescht erbeuteten die Einbrecher aus einem Geschäft dort für 6 0 000 Mark Stoffe. Gleich darauf machten sie, wieder mit dem Auto von Berlin aus, dem Postamt einen nächtlichen Besuch und stahlen aus der P o st m e i st e r e i für über 100 000 Mark Wertzeichen. Der Versuch, die Postwertzeichen zu Geld zu machen, führte die Kriminalpolizei auf die Spur der Verbrecher. Wernicke und Schwuchow, die erst kürzlich aus dem Strafgefängnis tti Plötzensee entlassen worden war, wurden zunächst ermittelt und festgenommen, dann auch Mar Klein, der für jede Fahrt3000 Mark erhalten hat. Als Abnehmer der Einbrecher wurden drei Händler ermittelt und ebenfalls verhaftet. Die Verhafteten haben auch noch andere Einbrecherfahrten unternommen, die nock weiterer Aufklärung bedürfen. So hat die Kriminalpolizei festgestellt, daß sie von einer Ausfahrt eine aanze Koanotladung heimgebracht haben, die aber spurlos verschwunden ist. Einbrecherfagd über die Tächer. In der vergangenen Nacht gegen 11 Uhr bemerkte der Portier des Hauses Kurstr. 51 Einbrecher und benachrichtigte eine Stresse der Schutzpolizei. Als die Beamten in die Bodenräume eindringen wollten, bemerkten sie mehrere Einbrecher, die sofort über die Dächer die Flucht ergrlffen. Es wurden mehrere Schüsse abgegeben, wobei einer der Einbrecher getroffen zu sein scheint. Später entdeckte man auf einer Toilette zwei der Einbrecher, die als der 30 Jahre alte Manrer Ernst Wehler und der 36 Jahre alte Kellner Felix v. Koberstem jestgeftelll wurden. Am Tatort jand man zwei große Aktentaschen mit einer Anzahl von Cinbrecherwerkzeugen, ferner ein 10 Meter langes Seil und große Tücher, die offenbar zum Ein- packen der Beute dienen sollten. Geheimnisvolles Verschwinden einer Neunzehnjährigen. Die 19 Jahre alte Bankangestellte Ilse S t h a m e r aus Nowawes, Lin- denstraße, ist von einem Ausflug nach Wannsee, den sie gemeinsam mit einem angeblichen Dr. Ing. Fritz Bredow aus Potsdam machte. nicht heimgekehrt. Die Polizei glaubt an die Möglichkeit eines Per- brechens, auch die Eltern halten es für ausgeschlossen, daß das Mädchen freiwillig dem Elternhaus ferngeblieben ist. Man befürch- tet daher, daß sie das Opfer ihres Begleiters geworden ist. Der Polizei fällt dabei aus, daß dieser, nach den Angaben der Mutter. starke Aehnlichkeit mit dem Mann haben soll, der vor kurzem das Attentat auf das am Freibad Wannsee aufgefundene Mädchen ver- übt hatte. Sowohl Zeit des Zusammentreffens sowie auch Treff- punkt sind in beiden Fällen die gleichen gewesen. Mittlerweile hat sich auch ergeben, daß die Angaben des Begleiters über Namen und Adresse falsch sind. . Gemeindliche linterstübuvg eines Lustbades. Der Magistrat bat dem Verein für Gesundbeitspflege in S t e g l i tz, der an der Grenze von Steglitz- Friedenau ein neues Liiklbad errichten will, besten Koste» auf 80 000 M. erreckmet sind, den Betrag von lO 000 M. als Baukostenzuschuß bewilligt. „Siedlung und Kleingarten", unsere illustrierte Beilage, liegt der heutigen Postauflage bei. Verwaltnngsbezirk 3, Wedding. Die Ewsslbrung der neu be-. ltätigten Stndträlc findet in ber Bczirtsve'.wmmluna nm Mittwoch, abends 6 Uhr, im Ledigenheim Ilm Brunnenptatz 6 slatt. Die Fraktion der SPD. kommt um 4'/t Uhr bei Kersin zu einer wichtigen Besprechung zusammen. Cfinc rotbraune Aktentasche ist am Mtiwoch, den 20. April, in ewem Stodtbabnzuge auf dem Pabnbos Eeiundbrunneii liegen geblieben. In- halt: Metallärbeiterverbandsakten und DetriebSratSakten. Der Finder wird um Abgabe an Paul Z ü g«, O. 34, Heidenseldstr. 20 oder Melallarbeiter- verband, Linienstr. 83/85, 1 Tr., ersucht. Elteruversammlungen. In Neukölln findet eine Eiternder- lammlung der 5. und 0. Gemeindeschulc am Mittwoch, den 27. d, MtS., abends T1/, Ubr bei Berthold, Kranoldsir. 1, statt. Tagesordnung: Die Eitern» ratswahlen, Ausstellung der Kandidaten. Referent: Menage Hehn.— 27., 28. und 37. Gemeindeschule am Donnerstag, den 28. d. MtS., abends 7'/, Uhr be! Berthold, Kranoldstratze 1. Tagesordnung: Die Elternrats- Wahlen, Ausstellung der Kandidaten.— Am Donnerstag, den 28. April. abeiids 7 Uhr findet in der Echnlaula, Ehrenberg st ratze 3 aus Veranlassung des Elternbeirats ein Vortrag des Gen. Dr. Carsen über: „Die Neugestaltung des Schulwesens nach dem Paulsenschen Programm' statt. Vei de« Resultate« der gestrige» Renne» zu Karlshorst in der beutigcn Morgenausgabe ist im 4. Rennen(Tepper-Lasli-Jagdreimen) ein Fehler unierlauscn. Der Toto brachte nicht, wie angegeben, 143: 10 nsw. sondern nur IS: 10; Pl.: 11, 12, 11:10. Hpoß-Serliner Parteinachrichten. heule, Dienskag, den 26. April: SO,«dt. Abends?'/. Uhr, Frauenabend bek Behrendt, LIebigstr. 24. Referent Genosse Etetter. Morgen, Mittwoch, den 27. April: «3. Abt. T1/, Uhr, gahlabend in den bekannten Bezlrkslokalen tS. Abt. 7 Uhr, fiadlndend bei Pose,.stoloniesir. 15, Zaserick, Echwebenfir. Ha. 107. Abt. Alt.GIlenilkr.Faltenblrg. 8 Uhr bei Klmgenberg, Grünauer Str. 2», Dorstandssitzung. » 1. Abt. Die Genossen werden gebeten, die Maizcitnngen l» der gahlstelle beim Genossen Eeiffert, Linienstr, Iva, Zigarreng eschüst, abzuholen. Sozialistijche Kultur in Groß-öerlin. Im Zentral- Jugendheim fand vor kurzem die sehr zahlreich besuchte Konferenz der Groß-Berliner Kreisbildungsausschüsse statt, in der zunächst Genosse S ch m o l i ns k h und Genoisin Stock über den Kulturtag in Dresden Bericht erstatteten, über den auch der„Vorwärts" im Anschluß an den Kulturtag selbst schon ausführlich berichtet hat. Hieran schloß sich der Bericht über das verflossene Geschäftsjahr und das Programm für 1921/1922, der vom Genossen Albert Hor.litz, den Geschäftsführer des BezirksbitdungsauS'chusseS, er- stattet wurde. Demnach ist mit den im letzten GesÄäslsjahr ver- anstalteten Konzerten, die durchschnittlich von 3000 Perionen besucht wurden, ein großer künstlerischer Erfolg errungen worden und gleichzeitig ein nunmehr offen zu Tage liegender und unan- fechtbarer Beweis, daß unsere Partei die Kraft besitzt, die gtoßen Massen zum Genuß edelster musikalischer Kunst zu gewinnen. Die veranstalteten Vorstellungen wiesen einen beachtliche» Turchschniir aus, während sich einzelne Vorstellungen bedeutend darüber erhoben. Für 1921/1922 werden 8 Borstellungen in der Volksbühne am Bülowplatz und 12 Vorstellungen im NeuenVollstheater gegeben werden. Die Eintrittspreise werden allerdings von 3,30 M. auf 4,30 bis 4,50 M. erhöht werden müssen. Für das Deutsche Opernhaus sind S Nachmittags-Opern- Vorstellungen vereinbart worden(Eintrittspreise 5.50 M. bis 5,80 M.), sodaß aus jeden Kreisbildungsausschuß etwa 600 Karten enttallen; er hat nur die Wahl, zu entscheiden, ob er alle 600 Karten für eine Vorstellung, oder für jede Vorstellung 100 Karten entnehmen will. Der Spielplan umsaßt folgende Opern:„Die Schwätzerin von Saragossa"(mit Balletts am 28. August 1921,„HoffmannS Er- zählungen" von Offenbach am 9, Oktober 1921,„Troubadour" von Verdi am 18. Dezember 1921, der„Postillon von Lonjumeau" von Adam am 16. April 1922,„Tiefland" von d'Albert am 9. Juli 1922 und eine noch nicht feststehende komische Oper von Offenbach, Eine sehr erfreuliche Steigerung weist das sozialistische Bildungswesen auf/ Die Sozialistische Bildungsschule. veranstaltete vom Oktober bis Dezember 1920 22 Vorlragsreihen,' die eine Teilnebmerzahl von 890 aufwiesen. Für 1921/1922 werden fünf große Abonnements- Nachmittagskonzerte mit großem Orchester, wahrscheinlich mit den Philharmonikern, veranstaltet, und zwar am 16. Oktober, 13. Rovemder und 26. Dezember 1921, 15. Januar und 12. März 1922. Als Dirigenten werden Busoni, Schillingjs und Stiedry ge- Wonnen werden. Auf literarischem Gebiet werden drei Veranstaltungen kleineren Umfanges herausgebracht werden und zwar ein Abend über„Berliner Humor", ein Lichtbildervortrag über Max Kling er und ein Busch-Abend mit Lichtbilder» und Musik. Den Höhepunkt der literarischen Veranstaltungen jedoch wird die November-Feier 192l mit dem Thema: Tendenzlieder und Arbeiterdichtungen mit den SPD.»Chören und den Arbeiterdichtungen von Bröger, Barthel, Schoenlank bilden. Auch der Film und seine Entwicktung wurde aufs eifrigste verfolgt. Allerdings kann nicht sehr viel Trfreuliches gemeldet werden. Auch in Zukunft wird noch weit mehr als bisher der Film beachtet und auf seine Verwendungsmöglichkeit sür Volks- bildungszwecke geprüft werden. Filme wie„Tobias Bundschuh" (nach Karl Hauptmann), Wunder des Schneeschuhes, und„Der kleine Muck" sind bereits erfreuliche Ausnahmen. Schließlich regte Genosse Horlitz noch an. daß es in Zukunft notwendig sei, mit den sozialistischen Bildungs- organriationen des Auslandes durch Besuche in mittel- bare Fühlung zu treten. Von Norwegen liegt bereits eine äußerst herzliche Einladung vor. Man könnte aber auch daran denken, nach Holland, Schweden, der Schweiz, Italien, England und Frank» reich zu fahren. An den Bericht schloß sich eine Aussprache. Der Abens endete mit einer eisten Aufführung des künstlerischen MarionetentbeaterS des BetirlsbildnngsansschliffcS, das den Dr. Faust, gewissermaßen den llrfaust, eine lustige Tragödie in drei Akten,„herauSlachte". Man lachte viel und freute fich herzlich. Gewerkschaftsbewegung| Zentralverband der Angestellten. Einzelhandel: Mittwoch 7% hr, Mitglteber moch 7 Uhr, Mitgliederversammlung, Wufiterfäle, Raiser- Wilhelm- Straße 31. Detsammlung, Lehrervereinshaus, Aleganderftr. 40/41. Privatversicherung: Mith Angestellten Verband des Buchhandels, Buch- und Zeitungsgewerbes. Fret tag 7 Uhr in den Brachtsälen Alt- Berlin", Blumenstraße 10, Fortfegung der Hauptversammlung. Wahl der Delegierten zur Gauversammlung und anschließend Gauversammlung des Gaues Brandenburg. Gewerkschaftskartell Nowawes. Sigung bes erweiterten Maifeft- Romitees Donnerstag 7% Uhr bei Hirsche. Wirtschaft christliche Drganisation. Das gefehlich gewährleistete Roalitionsrecht wird unter Führung der Berliner Stadtfynode mit Füßen getreten. Bon den christlichen Gewerkschaften müßte man Die SPD.- Funktionäre der Holzarbeiter erwarten, daß fie schon aus Reinlichkeitsgründen ablehnen, die ihnen zugedachte Stellung der Gelben zu übernehmen. nahmen am Montag zur Generalversammlung der Ber- Das eigenartige Berhalten des Reichsarbeitsministeriums foll liner 3ahlftelle Stellung, die am Donnerstag stattfindet. eo- ebenfalls erwähnt werden. Zu den in Aussicht genommenen Einipold gab den Situationsbericht. Es ist ein gemeinsames Borgungsverhandlungen waren nur die Bertreter der Kirchengehen mit den unabhängigen durch Verhandlungen vorbe gemeinden geladen. Erst nach einigen Tagen hielt man es für reitet worden. Boraussetzung für den Erfolg ist die Anwesenheit fämt notwendig, der Organisation mitzuteilen, daß ein weiteres Ginlicher Delegierten. Vor allem ist durchzusetzen, daß der Beschluß greifen abgelehnt werden muß. Das weitere Berhalten der Kirchen. der Generalversammlung vom 15. März auf Beschidung des gemeinden forbert zum schärfften Brotest heraus. Während einzelne Bilanzfragen im Reichswirtschaftsrat. Mostauer Rongreffes durch zwei Delegierte der" Sahl- Rirchengemeinden die vorher Beschäftigten die vorher Beschäftigten ausnahmslos stelle wieder aufgehoben wird. Dann handelt es sich um die eingestellt haben, werden von den meisten Kirchengemeinden rats beschäftigte sich anläßlich einer Reihe von Eingaben der Han Der finanzpolitische Ausschuß des vorläufigen Reichswirtschafts Wahlen von Angestellten für die Ortsverwaltung. Die nur die ihnen genehmen Arbeitskräfte wieder eingestellt. Auch hier deistammern von Chemnitz und München- Gladbach mit der steuerjenigen bisherigen Angestellten, welche nicht Kommunisten find, spielt die Berliner Stadtfynode eine führende Rolle. lichen Behandlung der Abschreibungen für Erhaltung sollen bestätigt werden. Dagegen find als Angestellte die Kommu Das foalitionsfeindliche Berhalten der Kirchengemeinden ist und Erneuerung der Werte. Der Berichterstatter Prof nisten Meusch, Thielemann, Palen und Pracht nicht wiederzu- eine Angelegenheit der gesamten organisierten Arbeiterschaft. Wenn Dr. Schmalenbach erläuterte, daß die nach dem Gesetz aufwählen. es die chriftliche Kirche nicht verschmäht, Kirchensteuern von freigestellten Bilanzen in Zeiten schwankenden Geldwertes ein falsches Die Diskussion ergab Uebereinstimmung darüber.-Autch gewerkschaftlich organisierten Arbeitern einzutreiben, so wird man Bild vom Stande des Unternehmens geben müssen, weil zwei zu über die Besetzung der Prüfungskommiffion für Neubewerbungen ernstlich prüfen müssen, welche Maßnahmen gegen das gekennzeich verschiedenen Zeitpunkten verrechnete Bahlenwerte ohne weitere find Bereinbarungen getroffen. Die gemeinschaftlichen Kandidaten nete Borgehen getroffen werden sollen. Berücksichtigung der Balutaänderung in Bergleich gesetzt werden. find: Bauer, Sidert, Leopold, Berg, Billhard, Kreuzberger und In Zeiten finfenden, Geldwertes entsteht dadurch ein Schein. Rlud. Die Wahlen im Buchbinderverband. geminn in den Bilanzen, dem am wirklichen Geldwert etwa durch Umrechnung mit Hilfe der Großhandlungs- Inderziffern gemessen, Am Sonnabend fand die Urwahl der Angestellten ber fein realer Gewinn entspricht, und der also im Intereffe der deut 3ahlstelle Berlin des Buchbinderverbandes statt. fchen Wirtschaft dem Unternehmen in Form von Rüdlagen für Es wurden insgesamt 7524 Stimmzettel abgegeben, von denen zwei Erhaltung und Erneuerung verbleiben müßte. Die§§ 33a und 59a ungültig waren. Mit Hilfe der Unabhängigen sind die beiden tommu des Einkommensteuergefeßes tragen dem bis zu einem gewissen nistischen Borfizenden Rafpar und Rothe wiedergewählt worden. Grade Rechnung, doch wird als Maßstab für die Höhe der not. Der Streit der Friedhofsarbeiter beendet. Bon derselben Liste wurden gewählt zum 2. Raffierer Wöllner, wendigen Rüdlagen der gemeine Bert" als Grundlage genommen, Nach vierwöchiger Dauer wurde der Streit auf den evange zum Leiter der Buchbinderbranche Czerny, zum Berwaltungs- der schwer bestimmbar ist. Der Berichterstatter hielt eine Reform lischen Friedhofen abgebrochen. Mit der Jüdischen Ge- beamten Saarschmidt. Bon der Lifte unferer Gebiefer und nötigenfalls auch der bilanzrechtlichen Bestimmungen des meinde fonnte bereits vorher eine Verständigung erzielt werden. noffen wurden gewählt zum 1. Raffierer Bytomski, zum HGB. für dringend erforderlich. Durch das fofortige Eingreifen der Technischen Nothilfe war von Sekretär der Buchbinderbranche RI abunde. Zu Berwaltungs Diese Auffassung wurde von Arbeitgeberseite unterstügt. Bon vornherein mit einer längeren Kampfesdauer zu rechnen. Trop. beamten Becher und Töpfer, zum Lokalangestellten Veit und Arbeitnehmerseite wurde indessen eingewandt, daß solche bem es ber erfte Streit war, den die Friedhofsarbeiter führten, als weibliche Hilfskraft Helene Menzel. Steuerleichterungen womöglich zu neuen Gewinnausschüt mar die Haltung der Streifenden ausgezeichnet. Streiftungen oder anderen Vorteilen für die Unternehmer führen könn ten, ohne die gewünschte Sicherheit und Beständigkeit der Unternehmen zu gewährleisten. Die Notwendigkeit der Rücklagen zur Erhaltung der Betriebe in der der Geldentwertung angepaßten Höhe wurde anerkannt. Die Erörterung ergab, daß eine Reform des Bilanzrechtes nötig ist. Der Ausschuß beschloß daraufhin eine besondere Kommission einzusetzen. Dann wurde noch über den demnächst stattfindenden Ber bandstag bistutiert, wobei besonders die Belegung der Statutenberatungstommiffion erörtert wurde. Die SPD.- Bertreter merden für Leopold eintreten. brecher aus den eigenen Reihen gab es nur sehr wenige. Der Der Angestelltenstreit in der Breslauer Metallindustrie dauert Rampf mußte abgebrochen werden, weil sich die Arbeitslosen unvermindert fort. Neu in den Streit einbezogen sind die Autoin großen Maffen den Kirchengemeinden zur Verfügung stellten. mobilfirmen: Hansa Lloyd, NAG., Benz, Daimler und Opel, Das Verhalten der evangelischen Kirchengemeinden lieferte den während die Firmen Prägel u. Küster, Sirowatty u. Hübner, sowie Beweis dafür, daß es ihnen in erster Linie darauf antam, die Hardegen ausscheiden. Die beftreitten Firmen haben sämtlichen verhaßte Organisation zu beseitigen. Burden schon streitenden Angestellten für Montag bei Nichtwiederaufnahme der burch Inferate Arbeitswillige gesucht, die einer christlichen Beschäftigung durch vorgedruckte Formulare fristlose Ent Organisation angehören, so verlangen jeht die meisten Kirchen- laffung angedroht. Diese Maßnahme wird selbst in Arbeit gemeinden bei der Wiedereinstellung den Austritt aus der geberfreifen als wirfungslos betrachtet. Unter den Streifenden freigemerffhaftlichen und den Eintritt in die herrscht feste Zuversicht, den Kampf erfolgreich durchzuführen. Leineweber Berlin Köllnischer Fifchmarkt 4-6 Knaben- u. Jünglings- Kleidung Knaben- Kleidung Garnitur Jünglings- Kleidung m.glatt. Knie- od. den eleg. besonders M. Jacken- Anzüge grau Chov., ganz gefüttert von M. 150.-| Joppen- Wasch Anzüge Breechen von 1.160.- an Schlupf- Anzüge mel. Chev, ganz gefüttert von M. 170.- Modef. Joppen- Anzüge Farb. u. Formen von M. 325.- an Kieler Anzüge blau- weiß gestr. Drell, dkl von M. 105.- an Mel. u. kar. Jackett- Anzüge Ausfuhr von M. 330.- D Kieler Anzüge blanit. Chev, prima Ton M. 305.- an Sommer- Sport- Paletots prewar von M. 205.Kieler Pyjacks Askeretter von M. 205.- an Raglans in modernen Kares u. 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