.flg.$01 �Z8. Jahrgang Ausgabe A Nr. 102 Bezugspreis: Vi«rteti!ll>rl. HO.- an., monaa. 10,-ffi. frei ina Sana, oocaua Aatjlbac. Postbezug! SRonaritcb 10,— aJL, emfiSl.Su* fteÜimgageWibt. Untrt!lrcuAbi;;i£) für ©euftdjlanS, Dauzio, das Saar- und Slemelgebtet, lomle Die ehemals heut» ichen Sebiete Polens. Oefterketch. Ungarn und Luxemburg 20,— M., für das übrige Ausland 27.— M. Post- deilellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn Tlchecho- Slowakei. Däne- morl. Solland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der.Vorwärts� mst der Sonntags- beilage»Doli und Ieist', der Unter- holtungsbeilage �»eunwell" und der Vellage„Siedlung und Kleingarten� «scheint wocheutägllch zweimal. So»» tags und Montags einmal. Morgen-Ansgabe Teil >ioz gramm-Zldresse: ' L er Iis- Vevlinev Volksbleitt �30 Pfennig) Anzeigenpreis- Die achtgelvaltene tstonoareMezeile kostet bchv M„tltaiue Anzeige»— das«ellgedruckte Wort Ichv M.(zu- lässig zwei iettgedruckte WoNe>, ledes weitere Wort l,— SDL Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen da« erste Wort i,- M. ledes weitere Wort Sit Plg Worte Uber 1b Buchstadeu zahlen lilr zwei Worte. ffaimlien-An- zeigen tstr Abonnenten Seile 3,— M» Die Prelle oerliehen Nch einschließlich Teuerungszuschlag Anzeigen tstr die nächste Stummer wüsten bis S Uhr nachmivags im HauotgelchSst. Berlin SW«8. Linden- strahe S. abgegeben werden Geöffnet oon g Uhr Irüh bis s Uhr abends. Zentratorgan cler rozialdcmokratifchcn partd Dcutfchlarjds EcdoEtion und Expedition: SW dS, Lindenstr. Z Aerusprecher: Amt Mortttplav, Rr. lSI Sv— tSl v? KTir-sa vorwärts-verlag G.m.b.H., EW dS.£indenßt.3 Kernsprecher- Ami Morivplah. Str. U7a:»-S4 12 Milliarden oder das Ruhrrevier! Zu Kreisen des Auswärtigen Amtes ist man sich nach der TU. vollkommen bewnhi. dah in der auswärtigen tage wiederum eine Schwenkung zum Ungünstigen eingetreten ist. Direkte Mitteilungen der Bereinigten Staaten als Antwort auf die deutsche Note liegen noch nicht vor. Es fei damit zu rechnen, dah der franzvfifche Standpunkt durchdringen wird, obwohl die Elastizität unseres An- gebotes von vornherein jede Entwicklung frei und fede Diskussion offen laste. Wenn einzelne Punkte als ungeeignet und unklar an- gesehen werden, so bliebe also der Weg zu Verhandlungen ohne weiteres offen. Aber man besteht auf der Gegenseile ans Zahlung von 12 IMUiarden, obwohl man die Unmäglichkeik dieser Forderung erkennt. Man beabsichtige offenbar die Aufstellung eines Zahlungsplanes, den Deutschland innerhalb 24 Stunden unterzeichnen soll. « Im absoluten Gegensatz zu dieser pessimistischen Auffassung steht allerdings folgende Mitteilung der oft gutunterrichteten Pariser Ausgabe der«Chicago Tribun«*: Paris, 29. April.(WIB.) wie„Chicago Tribüne* millcill, hat die Peparationskommlstion festgestellt, daß gegen Deutschland aus dem Grunde, weil es bis zum 1. Mai die fälligen 20 Milliarde» Goldmark nicht vollkommen bezahlt. Sanktionen nicht angewandt werden können. Bach dem Wortlaut des Vertrages können für die / Restschuld im Sinne des 8 235 nebst Anhang nur verzinsbare Dons oerlaugl werden. Diese Feststellung der Reparationskommistion fei gegen den verzweiselteu Widerstand der französischen Delegation ge- fahl worden.(Siehe hierzu den Leitartikel. Red. d.„Vorwärts*.) Das gleiche Platt stellt sest, es sei auch dem briüscheu und dem Lallentscheu Druck zu verdanken, dah die Gesamtschuid durch die Re- paraiionskommisslon aus 432 Milliarden Woldmark statt, wie vorge- schlagen, auf 190 Milliarden Goldmark festgesetzt worden sei. . ,» Die Eatentebotsrhaftcr bei Hughes. Re« 5 ort, 59. April. twTB.Fnnkspruch.) Me„Rem York Times* an» washingkou berichtet, empfing Slaalssekrelär Hughes gestern den britischen Botschafter und den belgischen Ge- sandte». Roch der llolerrednng lehnte es Hughes ab. sich darüber zu äußern, ob er von den alliierten Mächten irgendeine Benach- Hchligung empfangen habe. Immerhin wird es nach dem Tele- �tmm der.New Port Times* als bedeulungsvoll angesehen, dah nach dem(Empfang der genannten Diplomaten mit Bachdruck be- tont wurde, es habe niemals in Frage gestanden, ob die deutschen Vorschläge annehmbar seien, vielmehr habe es sich darum gehan- dell. ob sie für geeignet zu erachten feien, als Grundlage für Unter- Handlungen zu dienen. In dem Telegrmnm heißt es weiter. Hughes wende die ganze ihm eigene Geschicklichkeil aus, um eine geeignete Basis für Unterhandlungen über eine Festsetzung der Reparalions- lelstuugeu zu finden, wie fle den Alliierten genügen könnten. Gleich- zeitig suche der Staatssekretär sorgfältig alles zu oermeiden, was Deutschland Grund zu der Annahme geben könnte, dah die Ber- einigle» Staaten nicht aus Sellen der Alliierten ständen. London, 29. April.(WTB.) Reuter meldet au» Washington: Die Lage in der Reparafionssrage scheint unverändert zu sein. wie oerlautet. Mien der britische, der französische und der belgische BastHasler Slaalssekretär Hughes gestern mitgeteilt. dah das deutsche Anerbieten unannehmbar er- scheine. Bon der sapauischeu und der italienischen Regierung sind noch keine Andeutungen gegeben worden. Frankreich wirbt Kriegsfreiwillige! v i Parts, 29. April.(EE.) Die Sammer nahm heule einen Gesehentwurs an. de, die Regiernag ermächtigt, Freiwillige für die Armee sür 6 Monate, für ein Iaht und sür IS Monate zu verpflichten. Dabei fällt jede Rücksicht aus die Dauer seiner früheren MMlärdieustzeit, und aus die Zeit, zu welcher der Dienst- Pflichtige ans dem Militärdienste geschieden ist. weg. Bei ber Do» bakte wurde die Bedeutung des Gesetzes unter den gegenwärtigen Umständen betont. Paris, 29. April.(EE.) Der wiederherstellnngsausschuh babsichtigke. noch heul« im Beisein des deutschen Vertreter» von verhen über den Zahlungsmodus und Dermin zu beraten. Herr von Oertzen teilte dem Ausschuh mit. dah er unter den gegen- wärtigen Umständen nicht glaube, der Einladung Folge leisten zu können. Die TU. meldet, dah Freilag nachmittag eine ablehnende Ant- »?rl Amerikas in Berlin eingetroffen sei.— An amtlichen Berliner .«ll-n war noch spat abends nichts davon bekannt. Nochmals Unannehmbar unöfowetter. Paris, 29. April.(WTB.) Briand hat den amerikanischen Journalisten erklärt, das deutsche Angebot j«i oollkom'men unan- nehmbar. Di« Tatsache, daß Deutschland sich an«inen D e r m i t t. ler gewandt und bis zum letzten Augenblick gewartet habe, be- weis« seinen Maugel an Aufrichtigkeit. Deutschland Hab« gehosst. Zeit zu gewinnen, die Alliierten müde zu mache», um sie vielleicht veruneinigen zu können. Wenn die deutsche Regierung die Hände frei hätte und wenn sie nicht beherrscht würde von der militärischen Reaktion, würde die Lage vielloicht«ne ander« sei». Deutschland habe seine Derpfiichtungen nicht erfüllt. Wenn Frankreich das De- biet, das es im Auge habe, besetze, habe es ein ernstes Pfand in Händen. Man werde dann!m eigentlichen Zentrum der Interessen der Hochfinanz und des deutschen Militarismus fein. Briand er- Wrte schließlich, er bedauere die Abwesenheit der amerikanischen Vertreter(im Ententerat! Red.), deren Anwesenheit mit dazu bei- tragen könnte, viele' Schwierigkeiten zu lösen.— Wie«Chicago Tribun«* mitteilt, hat Briand auch noch von den großen Gewinnen gesprochen, die Deutschland infolge seiner besseren wirtschaftlichen Lage, besonders seines Wechselkurses, mache, das Problem der Ve- fetzung des Ruhrreviers fei genau studiert worden und sie werde genügenden Ertrag abwerfen. Man werde die Henne, die die golde- nen Eier lege, nicht schlachten, fondern die Henne so betreuen, daß sie bestens Eier legen werde. Es könne nicht die Rede von Krieg sein, es handle sich nur darum, die gesetzlichen Rechte eines Glau- bigers' anzuwendend' Das werde Frankreich mit einem Gendarmen in Soldatenuniform mächen. Der Wahn der Selbsttäuschung. Paris, 29. April.(WTB.) Der Senat-schritt heule vormittag zu der Besprechung der vorläufigen Haushallszwölstel, soweit Aus- gaben in Betracht kommen, welch« Deutschland zu tragen hat. In der Debatte erllärte Ienouvrier, Frankreich, das den Sieg er- run gen habe, aber trotzdem wirtschaftlich zugrunde gerichtet sei, müsse unbedingt bezahlt werden. Der Redner gab seiner Genug. tuung über die bevorstehend« Besetzung des Ruhrgebietes Ausdruck, denn dl« Forderungen der Berbandsregierungen würden dadurch flüssig gemacht werden können. Durch einen wirksamen Druck Fortsetzung setner Rüstungen zu hindern. Dir müssen deshalb. sagte Ienouvrier, andere Maßnabmen ergreifen, um diese Gefahr z» beschwören. Wir haben dio Macht, wir müssen sie gebrauchen, um unser gute» Recht zu verteidigen. Dos ganze Land steht hinter der Reglerung und will, daß Frankre-ch heute den Frieden und morgen die Sicherheit verlangt. Finanzminister D o u m e r schloß die Debatte, indem er erklärte, in der gegenwärtigen Stunde verlange das Land von der Regierung Taten, nicht Worte. Die Dorlage wurde sodann mit 211 Stimmen einstimmig angenommen. LouchenrS Rechenknnst angezweifelt. Pari«, 29. April.(WTB.) Der Chefredakteur des„Oeuvre* Robert de Iouoenel wendet sich gegen die im„Temps* wiedergegeben nen Berechnungen Louchenrs. Auf einer Seite behaupte er, daß der Wert des Abkommens von Paris auf Kapital berechnet 199 Milliarden Mark auemach«: auf der anderen Seile, daß 299 von Deutschland gebotene Milliarden nur 89 Milliarden darstellten. Iou- venel faßt sich dahin zusammen: 299 von den Deutschen in 49 Iahren angebotene 299 MMorden gleich 59 Milliarden. 22S Milliarden in 42 Iahren gleich 199 MMarden, Cr fragt, ob er nicht das Recht l habe, zu sagen, die Arithmetik sei ein« schwere Wissenschaft. Dank an tzoover. Der Reichspräsident richtete an den Vorsitzenden der American Relief Administration European Children Fund. H o o o e r, Staats- sekretär fiir Handel, folgendes Dankschreiben: Berlin, den 9. April 1921. Sehr geehrter Herr Hoover! Mit Bedauern habe ich vernommen, daß die American Relief Administration beschlossen hat, den Verkauf der Lebensmillelgutscheine mit Ende April und die Ablieferung von Nahrungsmtttelpaketen mit End« Juli dt 3. einzustellen. Damit gehl ein Werk aufrichtigster Menschenliebe, das Sie in Europas schwerster Zeit ins Leben gerufen haben, seinem Abschluß entgegen. Es ist mir ein Herzensbedürfnis. Ihnen bei dieser Gelegenhett den aufrichtigen Dank des deutschen Voltes für die Hilfe auszusprechen, die Sie zahlreichen nolleidenden Familien, Müttern und Kindern in Deutschland geleistet haben. Sie hoben es durch Ihre mustergültige Organisation verstanden, den Weg zu wei- sen. aus dem die Gefühle der Nächstenliebe, die in der amerikanischen Nation ruhen, in die Tat umgesetzt werden können. Das deutsche Volk wird das große unter Ihrem Namen in der Welt bekannt- gewordene Liebeswert nicht vergessen. Das Band der Mensch- lichtest, das aus den Liebestaten der Völker in Zeiten schwerster Not geknüpft worden ist, wird sich immer sester schlingen und dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis der Völker zu fördern und der Welt die Genesung und Gesundung zu bringen,■ deren sie so dringend bedarf.| Durch Ihre Mitwirkung an dieser aufbauenden Tätigkeit haben Sie sich ein Verdienst um die Menschheit erworben, das weit über die Zeit der Tätigkeit Ihrer Organisation hinausreichen wird. Gern benutze ich dielen Anlaß, um Ihnen die Versicherung meiner i ausgezeichneten Hochachtung zum Ausdruck zu bringen. (gez.) Ebert. l Di« Worte d«» Reichspräsidenten find aus dem Herzen des deutschen Volte» gesprochen. Wir wollen nicht»erfehlen, noch an die ganz besondere Hilfstättgkeit der Deutschen aus dem mnerito- Nischen Kontinent zu erinnern, von der wir sicher sind, dah sie sobald noch nicht eingestellt wird, zumal sie sehr bald neue Antriebe erhallen dürft«...> Kepnes über die Rechtslage. Zm„Manchester Guardian* vom 27. April bespricht John Maynard K e y n e s die von Frankreich beabsichtigte B s s e tz u n g des Ruhrreviers— mit der sich inzwischen!' Lloyd George anscheinend abgefunden hat— und bezeichnet bereits in der Ueberschrift seines Artikels diese Politik als „nutzlos und gefährli ch*. Zuerst untersucht Kennes die Rechtslage nach Wortlaut und Geist des Versailler Vertrages und kommt dabei zu den gleichen Ergebnissen wie wir. Seine Beweisführung, die außerordentlich erschöpfend und einleuchtend ist, stützt sich vor allem auf folgende Momente: Der Vertrag sehe keine Maßnahmen vor für den Fall einer Nichterfüllung der Bedingungen, außer bei den Repa- rationsklauseln. Komme demnach Deutschland bei der Entq w a f f n u n g oder in der Verurteilung der K r i e g s v c r« breche? seinen Verpflichtungen nicht nach, so seien die Alli, ierten verpflichtet, sich zuvor an den Völkerbund be-- schwerdeführend zu wenden, wie es der Artikel 17 des Völker- bundstatuts ausdrücklich für den Fall eines Konflikts porsehe. Für die Verfehlungen auf dem Gebiete der Wiedergut-- m a ch u n g fei allerdings eine andere Prozedur vor- gesehen: in diesem Falle sei die R e p a r a t l o n s k o m- Mission verpflichtet, dze einzelnen interessierten Mächte (einschließlich der Vereinigten Staaten) zuvor in Kenntnis zu setzen und eine Aktion zu empfehlen. Sollte die Verfehlung eine mutwillige sein— es sei jedoch im Vertrag nicht vorgesehen, wer über den eigentlichen Charakter einer Verfehlung entscheide—, so sei Deutschland verpflichtet, es nicht als einen feindseligen Akt der Alliierten anzusehen, wenn diese zu„wirtschaftlichen und finanziellen Sperr- und Vergeltungsmaß� nahmen sowie überhaupt zu solchen Maßnahmen" greifen, die. sie für notwendig erachten. Keynes stellt sest, daß die Reparationskom- Mission diesen Weg bisher nicht be- schritten hat. Frankreich steht anscheinend auf dem Standpunkt, daß der sogenannte Oberste Rat oder gar die französische Regierung allein die Initiative ergreifen dürfe. Pei der Ausarbeitung der Versailler Bedingungen sei übrigens eine Invasion nicht inAus- ficht genommen und die diesbezüglichen Rechte der Alli- ierten seien mit Rücksicht auf die e n g l i s ch e n und a m e r i- konischen Anschauungen damals sehr eng begrenzt worden. Aber, meint Keynes, der Ausdruck„überhaupt solche Maßnahmen" ist unbestimmt:'/" Die Franzosen interpretieren ihn so, als würde er Deutschland sür die nächsten dreißig Zahre seines Rechts berauben, irgendeiner Maßnahme, welcher es auch sei, zu widersprechen, die i r g e n d- eine unter den alliierten Regierungen(ohne eine allgemein« Konferenz aller alliierten Mächte einberufen zu haben) ergreifen würde, wenn nur diese eine Regierung behauptet, daß Deutsch- land vorsätzlich aus dem Gebiet der Wiedergutmachung seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei. Nun sei die Frage zu untersuchen, ob Deutschland sich eine solche absichtliche Versehlung bisher habe zuschulden kom- men lassen. Was die bis zum 1. Mai 1921 zu bezahlenden 20 MMarden Goldmark und den Streit über die Höhe der bisherigen deutschen Leistungen(ob bereits zwanzig über- schritten oder acht noch nicht erreicht), so meint Keynes. daß die deutschen Rechnungen nicht stimmten. namentlich bei der Einschätzung des abgelieferten Schiffs- räum es. Mag auch die Revarationskommission bisher parteiisch gehandelt und die deutschen Leistungen zu niedrig beurteilt haben, so glaubt er dennoch, daß ihre Rechnung sich immerhin der Wahrheit mehr nähere, als die deutschen amt- lichen Rechnungen. Hierzu möchten wir bemerken: Wenn ein so unparteiisch und fachlich urteilender Mann wie Keynes in dieser speziellen Frage zu Ungunsten Deutschlands entscheidet, so haben wir allen Grund, die Erklärungen unserer eigenen Regierung init der größten Reserve aufzunehmen. Es ist ein Skandal sondergleichen, daß ein solcher Streit um nichtwenigeralszwölfMilliarden über konkrete, im Laufe von zweieinhalb Iahren erfolgte Leistungen über- Haupt entstehen konnte. Hätte eine regelrechte Buch- führung, wie es der gesunde Menschenverstand beiden Teilen geboten hätte, sofort eingesetzt, so würde man diesen unerquick- lichen Streit niemals erlebt haben. Wir wittern hier sehr dunkle Manipulationen, bei denen Reeder. In- dustrielle, Großhändler usw. durch möglichst hohe Einschätzung abgetretener Werte bzw. abgelieferter Erzeugnisse a u f Kosten des deutschen Volkes und mit Hilfe der zu- ständigen Stellen alles andere als zu kurz gekommen fein dürften. Darüber rpird wohl noch gesprochen werden müssen! Keynes meint also, daß Deutschland hierin im Unrecht ist. Kann hier aber von„m u t w i l l i g e n Verfehlungen" die Rede sein? Darauf kommt es an. und Keynes vsr- n e i n t diese Frage. Nur in der Angelegenheit der Reichs- bank-Goldmilliarde kann von einer„physischen" Fähigkeit Deutschlands zu zahlen gesprochen werden. Ferner be- sitze Deutschland in ausländischen Banken einige Kredite sür den Einkauf von Lebensmitteln und Rohstosjen. Würde man es zwingen, Visse Kredite abzugeben, dann würde allerdings die Hungersnot bald in Deutschland entstehen, ebenso wie der baldige deutsche Bankerott die Folg« der Auslieferung der Goldreserve wäre. Weil aber die„phy- fische" Möglichkeit zur Bezahlung bestehe, behaupte Frankreich, daß Deutschland nun eine vorsätz. liche Vertragsverletzung durch seine Weige- rnng begehe. Keynes fügt nun hinzu: gnügen des Redners und eine Rücksichtslosigkeit aeg« alle EtCUervCTtmlaatlNg ükk anderen Abgeordneten, besonders gegen die eigenen Frafowns-" �' genossen, die ja dabeizusitzen rnorallsch verpflichtet sind. Der ganze Reichstag wird aufatmen, wenn diesem Unfug ein Ende gemacht wird._ Rechtsbolschewisten. -...... ftaflc, 29. April.(Cigener Drahtbericht he«„toormäris'.) Heute Gerechterwerse aber kann Deutschland nicht vor', � Oberprästdenten der Provinz Sachs«., HSrstng, die werfen, daß e» eine absichtliche Verletzung begangen habe, solange es nicht eine ausgesprochen vernünftige A orderung abgelehnt haben wird. Da» ist jedoch hier nicht der Aalt. Und nun spricht Keyries eine furchtbare SJcr« rnlltung aus, die die g e g e n w a r t i g« Entente- Politik als ebenso verbrecherisM erscheinen läßt, wie die Berchtoldsche Im imatums- Politik gegen Serbien im Juli lg14: Ich habe daher den Verdacht, daß die Alliierten diese letzte Forderung nur gestellt haben, um sich technisch in die Lage zu aet' setzen, eine absichtliche Verfehlung Deutschlands zu proklamieren. Daß die treibende Kraft dieser„Politik"— sofern ein solches Vorgehen überhaupt noch mit„Politik" etwas zu tun hat— Frankreich ist, spricht Keynes im darauffolgenden Satz unzweideutig aus: Der französischeStandpunktist, daß, solange Deutsch. land überhaupt irgendein greifbares Eigentum besitzt, dessen Aus- lieferung möglich ist, es eine vorsätzliche Verfehlung begeht, und daß, wenn es eine solche vorsätzliche Debfchlung be- gangen hat, seder Alliierte berechtigt ist. in sein Territorium eln?u. dringen und es auszuplündern, ohne sich eines kriegrischen Aktes schuldig zu machen. Mit diesem vernichtenden Urteil über dieRaubpolitik der französischen Regierung schließt Keynes seine j u r i st i» schen Betrachtungen ab und untersucht sodann im zweiten Teil seines Artikel» die wirtlichen i e l e, die Frankreich dabei verfolgt, sowie die ungeheuren Gefahren, die eine Ruhrbesetzung für ganz Curooa mit sich bringen würde. Auch die.cr Teil Pniu hochinte.est n'cn Aui>fu'>ru.'aen verdiente wörtlich abgedruckt ju werden. Aber worauf es uns in un- deutschnationale, a l l e s ch e Zeitung" aus die Dauer von zehn Tagen verboten. Das Verbot gründet sich auf die kaum noch zu überbietende hetzerische Schreibweise diese» Blattes. Di« völkisch- antisemitisch gerichtete.chollesche Zeitung" ist ein« der übelsten reaktionären Blätter m Deutschland. Kein Tag verging, ohne daß dieses Blatt nicht die schmutzigsten Ausfälle gegen führende Staats- Männer entgegengesetzter politischer Richtung richtete. Vom Reichs- Präsidenten Ebert, von Scheidemann, von Hörsing wurde nur noch in den Ausdrücken wie.politischer Verbrecher".„Bluimensch Hörsing und seine Kreaturen" usw. geschrieben. Nach dem zusammengebrochenen Putsch schien diese» Blatt es sich zur Hauptaufgabe gemacht zu haben, an Stelle der fehlenden mitteldeutschen Kommunistenzeitung«» dt« Dolksmeinung zu vergts- ten. Lei den Schutzpolizeibeamten und in weiten Kreisen der Be- völkerung besteht eine große Erbitterung gegen die nie- drigen Anwürfe des Blattes, die mir geeignet sind, die politische Temperatur erneut zur Siedehitze zu steigern. Trotz des heutigen Verbotes ist das Blatt doch erschienen. Cs hat nur den Kopf geändert und bezeichnet sich setzt als„flallesch« Tageblatt" Anzeiger für Stadt und Land. 1. Jahrgang, Nr. 1. Deutschnationole Methode zur„Stärkung der Autorität" der Behör- den!.... » Der.Landesverband Hamburg zur Bekämpfung der Schwarzen Schmach" hat am 28. April die folgende Verfügung des Hamburger Regierungstommissars erhalten: Die für Freitag, den 29. dieses Monat» geplante Protest- Versammlung gegen die schwarze Schmach wird hiermit zur Aufrecht- erhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung bi» auf weiter« zu übertrumpfen. Gegen üke vkelreöneres. serer verzweifelten Situation ankam, war, durch das Zeugnis verboten. Hamburg, den 28. April 1921. eines weltbekannten und allgemein geachteten Engländers Der Regierungskommissar gez. K. H- n s«. nachzuweisen, daß nicht nur Deutschland, sondern- "Z°'d i 6 1.% U u i'.t"®.»; I iV,* b?«• b'i n'■ nufttfttim S-r«inwohn-rwehren- übergerettet wurde, tatsächlich vergewaltigt �uh einer Meldung de-„Tag" haben die preußischen wird, wenn der Wunsch der französischen Regierung nach Einwohnerwehren dem Staatsministerium Mitteilung da- einer Besetzung des Ruhrreoiers verwirklicht wird. Auf dem DOn gemacht, daß ihre Ncukonstitulerung im Mai erfolgen werde und Gebiete der Prostitution des Rechtes ist es den zwar auf der gleichen Basis, wie in Württemberg und Ol den. alliierten Regierungen gelungen, die preußische Klasseniustiz bürg, wo ihr Weiterbestand unter der Voraussetzung al» rechtlich ... �---- f— zulässig erklärt worden sei, daß die Waffen der Wehren unter stäu- ' diger Obhut der Regieiuna aehalten werden. Hierzu melden die P.P.N. von zuständiger Stelle, daß der preußischen Stootsregierung ein solches Schreiben nicht zu- troffen merhen formen ff« mflr»«hnA« a r f geheimen fortbestanden, denen sehr wohl der Versuch zuzutrauen ist, den Wechsel in der preußischen Regierung zu ein« � � Abstimmung, den Wiederbelebung der Oiganisotion auf breiterer Basis zu benutzen. Schluß zöge, daß damit auf eine vernünftig» B twdNch mutet« bei der Sache an. daß die„Rote Fahne" tn dem angeblichen Schreiben die„Quittung der vrgesch für die Niederwerfung des MSrzausstanh.es".sieht. Wenn dieser Brief ge» schrieben wurde, so ist er die Quittung dafür, daß sich dank der genialen Spaltungspolitik der Kommmiisten die Sozial- demokratis nicht«ehr in der preußischen Regie» r u n g befindet._ Strafverfahren geaen die„Rote Fahne". Nach Zeitungsmel- düngen ist gegen die Schristieitung der„Roten Fahne da» Straf- f chränkung dir Redezeit verzichtet werden toll. Es sich vielmehr nur darum handeln, für diese Beschränkung einen richtigen Weg zu finden. Gestern hat j. B. ein Redner im Reichstag VA Stunden lang über den Aufruhr in Mitteldeutschland geredet, wobei ««twa 20 Zuhörer hatte. Kein Platt ist imstande, über ein« solche Rede wirtlich zu berichten, der wörtliche Abdruck wäre höchstens in einem Buche möglich, das nur Kriegsgewinnler Kr" P!?Karf0- Q?r"H1 � bi«, oungen t,i gegen v.e �..re.mng oer„uro» r � v r'Icb burcy ihre Länge selbst verfahren wegen Aufreizung zum Klasienhaß und zur Gewalttätig- den Weg versperren, sie sind weiter nichts als ein Sportver-! keit(| 130 RStS.) eingeleitet worden. Von unterrichteter Seite wird den PP.N. geschrieen: Nach dem Reichsveksorgungsgesetz, das rückwirkend ab 1. April 1920 die Dersorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebe- nen neu regelt, beginnt das Ruhen der Rente in Höhe von einem Zehntel, wenn das„fteuerpflichtize Jahreseinkommen" SOOO M. übasstelgL Der Reichstag hat in seiner Sitzung vom 4. April be- schlössen, diese Grenze auf 7000 M. heraufzusetzen. Bis setzt ist der Beschluß des Reichstages von der Regierung jedoch noch nicht in Vollzug gesetzt worden. E» steht zu erwarten, daß in den nächsten Tagen eine entsprechende Verordnung LH« die Heraufsetzung d« Einkomwensgrenze erscheint. Nachdem durch die Novelle zum Einkommensteuergesetz vom ,24. Marz 1921 der Begriff„steuerpflichtige, Einkommens i fortgefallen ist und« nur noch ein„steuerbares Einkommen" gibt, muß das Einkommen der Versorgungsberechtigten, bei denen r ein Ruhen der Rente in Betracht kommt, ander» berechnet wer- den. Da noch der Novelle zum Einkommensteuergesetz von der ! Einkommensteuer für den Steuerpflichtigen und jedes zur Haus- Haltung zählende minderjährige Kind 120 M. abzusetzen find und bis zu einem Einkommen von 24 000 M. 10 Proz. Steuer erhoben : werden, entspricht die» der Freilassung ein« Einkommens von i 1200 M. pro Person. Von dem steuerbaren Einkommen werden da- her bei Anwendung du Ruhenoorschristen des Reichsverforgungs- gesetzes für den Derforgungsberechtigten und jede zu feinem Haus- halt gehörende Person, die nicht selbständig zur Einkommensteuer veranlagt ist, 1200 M. in Abzug gebracht. Versteuert also ein alleinstehender Versorgungsberechtigter z. B. 8200 M., so ipird bei ihm bei Anwendung du Kürzungsbestimmungen d« Reichs- oersorgungsgcsetzes nur ein Einkommen von 7000 M. in Ansatz ge- bracht. Nach du bisherigen Vorschrift des§ SZ des Reichsversor- gung-gesetzes würden zwei Zehntel du Rente zu ruhen haben. Tritt der Beschluß des Reichstages auf Herauffetzung du Sinkem- mensgrenze, bei du das Ruhen du Rente beginnt, in Kraft, ja ruht in diesem Falle von der Rente nichts. Da» Reichsarbeits- Ministerium teilte demReichsbundder Kriegsbeschädig- ten auf Anfragen in einem Schreiben mit, daß die hier getroffene Auslegung des Einkommensteuergesetz« auch du Auffassung des Ministeriums entspricht. Die Vusorgungsbehörden haben entsprechende Anweisung erhalten. Zu bemerken ist noch, daß sich du steuusteie Einkommenstell vom Rechnungsjahr 1921 ab bei Du- forgunasberechtigten mit minderjährigen Kindern auf 1800 M. für jede« Kind stellt._ Vl'e Maifeier in Ostpreußen. In Ostpreußen, wo noch Ausnahmezustand herrscht, hatte dos Wehrkreiskommando alle Maiseierumzüge verboten. Ein Einspruch , der Sozialdemokratischen Reichstagsstaktion hat erzielt, daß die Eni- � scheidung über die Umzüge den örtlichen Polizeibehörden übuwiesen worden ist. Diese dürste allgemein in positivem Sinne ufolgen. so daß auch unsere ostpreußischen Genossen ihren 1. Mai frei von ! Fesseln des Ausnahmezustandes begehen werden können. Zusammenschluß republikanischer Landräte. Die aus dem Boden der Sozialdemokratischen, der Demokratischen uns � du Unabhängigen Parte: stehenden �Landräte haben sich zu einer„Vereinigung republikanischer Landräte" zusammena--sch osien. Zu der Gründungevcrsamm'ung, die am Donnerstag im Landtag»- S'.bäude stattfand, waren auch die Landräte, die. der Z entru ms- � Partei angehören, eingeladen, ober nicht erschienen,■r-'0 Vereinigung erwartet von dem neuen Minister de« Innern Do- minieu», daß er den reaktionären Forderungen auf Entternur.q der republikanischen Element« au» der LerwalUrng nicht Folg.: leisten werde. .Ssiukeuda Radlkallsmus". Die.Rote Fahne" schreibt in ihre? Freitag, Adendau- pabe in bezug auf den unabhängigen � Sarn-ro Kospa r et;„Der bi» zum Halleschen Parteitag vor Radlkali«- mus stinkend« Gotllieb Kasporet."— Daß man vor Radika- ltsmus stinken kann, war uns bisher unbekannt. Aber IN de- „Roten Fahne" Werner Schalem» wird man za praktische Erfahrungen darüber gesammelt haben. II...... L II' Das öeutsthe voltslkeö. In Zeiten der Not ist dem Deutschen da» Volkelled ein guter Geniu« gewesen. In Tagen politischer Ohnmacht entdeckten Herder und der junge Goethe da» Volkslied neu und schuf Uhland die Grund- lagen für unsere Volksliedforschung. Auch jetzt wieder könnte das Volkslied un» als ein Zeichen innerer Gesundheit und unverdorbener Kraft erscheinen. Aber lebt denn das deutsche Volkslied noch? Stirbt es nicht au»? So wird man sogleich fragen, denn seit Jahrzehnten wird un« sa immer wieder Niedergang und Ende volkstümlicher Dichtung verkündet. Da bringt uns ein aus den Tiefen der Wissen- lchaft und des Gemütes schöpfend« Buch zur rechten Zeit freundliche Kunde. Im Verlag von Julius Boitze zu Freiburg i.«. läßt Alfred Götze ein Wert„Vom deutschen Doltslted" erscheinen. das zu den besten Arbeiten über die« Thema gerechnet werden muß. Er beschäftigt sich auch mit dem„Schicksal de» Volksliedes in der Gegenwart", wobei er der allgemein hingesprochenen Ansicht vom Hinsterben unseres Volksliedes mit überlegenen Gründen entgegen- teitt. Bekannt ist die Klage de« jungen Goethe, der auf seinen Fahrten im Elsaß glücklich war, zwölf Lieder aufzuzeichnen,„die ich au« den Kehlen der ältesten Mütterchen aufgehascht habe". Und während Goethe nur noch diese wenigen Lieder fand, hat reichlich 100 Jahre später Kurt Mündel auf dem gleichen Gebiet 226 Lieder auf- gezeichnet. Ueberall in deutschen Gauen ist seit Herder» und Arnims Tagen immer neu gesucht und gesammelt worden, und die Ergebnisse sprechen durchaus für ein Blühen und neue» Wachsen de« Volksliedes. Wo Arnim Brentano-hundert Lieder vorlegen konnte, da kennen «ix iAt Kaufende. Ws 1891 Hruschka und Toischer 2000 Volkslieder aus Deutsch-Böhmen gesammelt herausgaben, da glaubte man. daß nun der Schatz auszcschöpst sei. Doch die neueren systematischen Forschungen haben bis ISO» über 12 000 neue bisher ungedruckte Lieder und Sprüche ans Licht gefördert, und dasselbe Bild zeigt sich überall. Wer ist nun aber in unserer Zell der Eisenbahnen und Gossen- Hauer der Träger des Voltsliedes? Es ist nicht mehr der Bauer sondern es sind die„kleinen Leute", die Häusler und Handwerker mit ihren Kindern, die„ihre Vach auf nichts gestellt haben" und da« leichte Blut zum fröhlichen Singen besitzen. Luch andere Teile des Volkes nehmen diese Poesie aus. Rodfahrsport. Wanderlust und Wintersport entwickeln eine Dichtung, au, der vor unseren Ohren neue Volkslieder zum Gemeinbesitz heranreifen. Und bei gewaltigen Erschütterungen der Volksseele hat sich die Sangeslust de« deutschen Volke» in überraschender Weise gezeigt, wie die Füll« der Krieg». lieder von 1914 bewies. Luch daß dt« Sedachtntekrast unserer Sänger und Sängerinnen Int Belke abnehme, kgnn man so allgemein nicht zugeben. Noch immer sst es feine Seltenheit, daß ein Bauern- knech» oder ein Landmädchen 100 Volkslieder kennt. Welt und Menschen sind ander» geworden, deshalb mußte auch das Volkslied «der» werden. Durch da« Bordringen der Schriftsprache wird die I Mundart im Dolksgesang eingeschränkt: die Einwanderung von Lie- dern gebildeter Verfasser in den Volksmund wird durch Schule und 'Buchhandel, durch Eisenbahnen und den Einfluß großer Städte er- ! leichtert. Aber wenn der Hauch d« Kindllch-Raiven hier und da verloren geht, so fällt dafür ein Schimmer neuer Geistesbildung j über da» Volkslied, und das Gefühlsleben erhält neue Nahrung. „Stets erwächst aus der neuen Gefühlsnahrung auch im Lied neuer Gcfühlsouedruck," schließt Götze,„Umgestaltung de« Bollsliede, ist überall zuzugeben, sterben wird« darum nicht." Dichter au die Frank! Das Präsidium des Reichsbürgerrats teilt mit: Auf das Preisausschreiben für ein Gedicht gegen den K I a s s e n k a m p s, das auf Veranlassung des Herrn Fabrikbesitzers Rudolf Eonrad vom Reichebürgerrat Anfang Januar ausgefchrlsben ! war, lagen so zahlreiche Bewerbungen vor, daß die Prüfung erst jetzt beendet werden konnte. Es hat sich ergeben, daß keine der eingesandten Bewerbungen den Bedingungen des Preisausschreibens ganz entsprochen hat. Die Prüfungskommission hat sich daher nach langen Beratungen entschlossen, elf Trostpreise von je 100 Mark auszusetzen. Ja. der Klassenkampf ist eine harte Nuß. Und selbst da» rekch». bürgerrätliche Preisausschreiben hat sie nicht zu knocken vermocht. Nicht mal die Dichter, die doch all« reimen können, haben in ihren lustigen Reichen die Bestie— zur Zufriedenheit der Spender— zähmen können. Und es ist doch unter den Trostpreisempfängern «in renommierter Borde wie Mar Bewer. Freilich- hätten ganz andere Preise locken müssen: selbst al» Trostpreise sind 100 Mark doch geradezu schäbig. Damit das echte Wert gelinge, schlagen wir . vor: Stinne, übernehme die Geschichte, miete ein paar Weinstuben ! und garantiere den Poeten solange Tisch und Getränk, bi» da» Ziel erreicht ist. Und dann: 20 000 Mark dem ersten Sieger usw. Die ' preisgekrönten Gesänge aber werden plakatiert und in allen Stinne,. orgonen als Leitqedicht gebracht. Dann ade Klassenkampf! (Fridolin. Sidlarass. Peter Michel, Mich, von Sindenhecken wollen sich außer Wettbewerb beteiligen.) Volkschor Breslau. Nach dem von Berlin. Dretden und mehreren Großstädten Westdeutschland« gegebenen Vorbild batt« sich auch in Breslau im vorigen Jabr au« zwei Gesangvereinen ein Voltechor gebildet. In der W°bl eine« kiinst- terischen Erzieher«. Führer» mid Berater» ist der Aalkichor Vre, ton von außerordentlichem Glück begünstigt gewesen: der Organist Otto Burkert besitzt olle persönlichen Eigenschaften und musikaijschen Qualitäten, die für bieten verantwortlichen Posten erforderlich stnd. Kürzlich konnte der Chor seine Feuerprobe vor der Oeffenilichseit in allen Ehren bestehen. To« Programm war mit erlesenem Ge- 'chmack ernworten: der rein künstlerische wert gab den Lurichlag. Chöre au« Hahdu« Jabreezeiten boten die wirkungsvolle Folie. Mendetekohn« op. 4l(„Emflieh mit mir".„L« siel ein Reif". ,«»i ihrem Grab") stand im Wntelvunkt. Dorum gruppierten sich MSnnerchöce von Schumann. Lolteliederbearbeitimgen kür Frauen- chor und Solovortläge. Der Bolttchor zeigt« sich schau in diese« ersten Konzert auf einer beachtlichen Siuse seiner Leistung�- 'ähigteit.«I« nächste Beranstaltung ist ein größeie» Chorweit. Heinrich Hosmann»„Schöne Melusine", geplant..1. Ufer ist welsschachmeisler? Laster hat den Titel al» Welt- schachmeister schon seit längerem abgelegt, sich aber einem Turnier mit dem Cuboner Capablaneain Havanna gestellt. Der Sampi ist sttzt nach der 18 Partie von Lasker aufgegeben worden, Laster hat sich unterlegen erklärt. Eapablanca hat 5 Partien gewonnen, Laster 0, remis waren 10. Laster hat auf die noch ausstehenden 9 Partien verzichtet, da er infolge der Hitze nicht voll lesstungs. Laster ist also durch Verzicht wie Niederlage der Weltmeister- schast verlustig geganzen. Aber ist sie damit an Eapablanca über- gegangen? Johann Sksoldbora, der dänische Häusler- und Landarbeiter- dichter, beging am 27. April auf feinem Landsitze am Limssord feinen SO. Geburtstag. Skjvldbvrg ist einer der gelesensien dänischen Schriftsteller, der die„Holzschuhsiteratur" zu Ehren gebrocht hat. In seinen Romanen und Novellen stnd die kleinen Leute und Landarbeiter die.chelden". Diese Klasse, die bis dahin von der Literatur kaum beachtet war, lieferte dem echten Dichter— und da» ist Skiold. borg und nicht bloß ein photograpdifcher Stoffsammler— die tiefsten und schönsten menschlichen Probleme. Den„vorwärt»"lesern sind vor Jahren einige der besten Werke Skoldborgs geboten worden. Besonders dürfte ihnen das hohe Lied der Liebe in„Sora" in Er- innerung geblieben sein— diese wunderbar zarte Liebesgeschichte eines einfachen Häuslerkindes von der jütischen Heide. Theatee. Die Serienmifführnngen der„Scheid»«»»reis«" smd vom Deutschen Künstler- Theater vorn 1. Mai ab in« Dalhalla-Dheater verlegt. „Iosedh" k» Kletne» IVeater. Der von Pros. Paul Piper tn«ltona -Mdcrkie„Joseph" die angebliche Jugenddichwng Gveth«, wird im„Kleinen Theater" von Ertch D räch zum besten de« Frankfurter(B�.tbe-Museiim» vorgeiraoen werden.— Loch ergiebiger wäre e«, wenn die Theater, die Goethe spielen,«in« Tantieme(wie da« Schillertheater) abführen würden. Tie«mlsttaaung der entschied«* en Schnlresarmer. die zm» erstenmal Kunst und Schute tm Zufornotetchange beHandel» wird, findet Mtetwe-b, den 4. und Donnerttaa den 5. Mai in der GemeindcfesthaNe w SanLp!.. statt. Der eiste Tag ist den allgemeinen Fragen und Barsührungen£|£ den» Gebiete de« Film« und de« Marioncuei'.thealers gewidmet. Am Tag wird difc bildeude Kunst: Musik— Kunst— Körper behandelt.— SÄÜterarbeiten sind gteichzeiiia ausgestellt,«arten in Grunwald« Reform. hall« Lwkstraßi tmd im L-mksaeineindehml». Sophienstr.««4 und bei Frau Professor Behren». Lankwitz, Diktoriastr. 37. »er k«. deutsche Zreiftudententea soll vom 17. dt« ktz. Mai tn Ken« ftattfinbttt. Sem«»ulgabt wird sein, eine weiter« Klärung über die SÄNZL »iusteiu Shrnrbürger vou New fvtl Der Staat New Jork hat d« erilärte. d» d«r Sto in» llatidf. MZZ ZNS.«»»- -Vi Kr.soi�ZS.�ahrgaug Heilage öes VorWärts •mm SonuabimS, 30. Kpril 1021 ftof AU den Die Trefstmntte am Sonntag: Nr««. Mlttr. Die Eenaffen treffen sich pünktlich 84 Uhr in folgenden Lokalen: 1.«bt. Reftanrant Weber, Sophienstr. 82 M.— Z.»bt. Oha. gemach, Nommandantensie. 88.— 14. Wbt, Echwar«. Dlanlcnfelder chti.lO. — TS.«it.„Bürgerheim". Alle Schönhauser Str. 2824.— Z7.«bt. <' Dobrohlow. Swinemünder Str. U.— SS. Abt. In den Zahladendlokalen. «. Neeie. Wedding, gu der Maifeier haben arbeitslose Eenosien mit Frauen freien Eintritt. Billetts sind gegen Borzeigung der Arbeit slafenkarte an der Lasse zu haben. 4. Kreis. Prenzlauer Tor. Die Genossen treffen sich zum gemeinsamen Ab- marsch in solaenden Lokalen um 84 Uhr: 28. Abt. auf dem Arnswalder Platz.— 24. Abt. Danziger Straße, Ecke Winssiraße.— 2«. Abt. bei Dich- mann, Weißenburger, Ecke Saarbrücker Straße.—■28. Abt. auf dem Hofe dtt Schule Schönhauser Allee ISKa.— TS. Abt. bei Burg. Brenzlauer Allee, Ecke Siaumerstraße,— 30. Abt. um 8V1 Uhr auf dem Humannpwtz.— 31. Abt. um SVi Uhr auf dem Arnimplatz an der Stolpifchen Straße.— 32. Abt. bei Bleffin, Eiargarder Straße 5. 7. Seei,. Thatlotteubneg. Bormitiaa- lv Uhr: Allgemeine Festoerf-mmlung auf dem Friedrich-Karl-Platz. Ret. Eenasie Altmaier. Eefangoerein ,L>ar- mpnie". Anschließend Demonstration. Auflösung Sophie-Charlotte-Platz. Nachmittags 8 Uhr: Feier im Etabliffement„Spanbauer Snöf*. 12. Kreis. Steglitz. Maifeier in den Lichterfelder Fesifiilen, Zehlendorfer Straße 3. Konzert und Festred«. Ref. Kurt Heinig. Kinderbelustigungen und Marionettentheater. Beginn 8 Uhr. Eintritt 8 W. 14. Kreis,»eukölln,»ritz, Buckow,»ubaw. 1. Mai. Fahnen heran«! Alle ©ufpjen und Genossinnen sowie all«, die mit UNS smnpathisieren, soweit sie im Besitz non roten Fahnen und Tuch sind, auch von Fahnen der Repu- Wik, sthwarz-rot-gold, werden gebeten, für unseren Raigedanken zn demonstrieren. Der Kreis 14, als Hochburg der Sozialdemokratie, muß im röten Flaggenfchmuck prangen gunl Festzug. der vom Hertzberovlatz ab Uhr zur Reuen Well geht, wird hiermit nochmals aufmerksam ge» macht. Die Abteilungen haben für die Ausschmückung weitgehendst Sorge ««tragen. Des weiteren haben sich 7 Musilvereme zur Beifügung gestellt. kochen. Eintritt lchll M. Tanz extra. 15. Kreis. Treptow. Vormittags 114 Uhr sammeln sich die Abteilungen aus dem freien Platz gegenüber dem Restaurant.Fioffbäufer" zur gemein- fornen Demonstration. Ref. Genosse Dr. Richard Lohmann. 18. Kreis. Deißcnlee. Bormittags 10 Lbr Berfamlung in der Aula das Real- gymnasiums, Doelckpromenade. Nachmittags 3 Uhr im„Wirtshaus am Dronkefee", Boheufchiinhauf«?. Eintritt IJO M. Bei ungünstigem Wetter � findet die Veranstallung in den Sälen statt... 5. Abt. Die Genossen gehen geschlossen zur Rmnersammlung. Treffpunkt normittags 94 Uhr Kreuzbergstraß«. Ecke Sroßbecrenftraße. 7. Abt. Die Genossen treffen sich pünktlich 8 Uhr früh in den„Blücher- cälen*. Blücherftr. 61.■ 14. Abt. Treffpunkt 8 Uhr früh Kaifer-Franz-Srenadier-Platz. Abworfch 84 Uhr. 16.»bt. Die Genossen treffen sich vormittags 24 Uhr am Süstriner Platz, Rordfeite. Pünktlicher Abmarfcki zur Mawerfammlung. 20. Abt. Die Genossen treffen sich vormittags g Uhr am Ballenplatz. 21. Abt. Treffpunkt Sonntag vormittag 9 Uhr bei Kröske, Eberthstr. 6. 24. Abt. 84 Uhr Treffpunkt sämtlicher Gruppen zum gemeinsamen Abmarsch zur Maiversammlung Danziger, Ecke Winsftraße- 22.■ Abt. Genossen, Genossinnen, Borwärtslefcr und Parteifreunde treffen sich 42 Uhr bei Burg, Prenzlauer Allee 189, zum gcmeinfameu Abmarsch zum Derfcunmlungslokal. 42. Abt. Di« Genossen triften sich vormittag« 84 Uhr bei Behren», Tegeler Straß« 22. W- 43. Öt. Treffpunkt 9 Uhr vormittags bei Giebel, Panksir. 82. PünEIichrs Erscheinen notwendig. 44. Abt. Treffpunkt 9 Uhr früh auf der Promenade Ehrfftianiastraße zwischen Driezener Straß« und Frelenmalber Straße. 45.«bt. Die Genossen treffen sich vormittags 9 Uhr zum Abmarsch noch dem Boigt-Sheater bei Pose, Kolonieftr. 15., 46. Abt. Treffpunkt um 84 Uhr in den bekannten Bezirkslokalen. 47. Abt. Treffpunkt 9 Uhr früh auf dem Zeppelinplatz. Pünktliches Er- scheinen notwendig. 48. Abt. Di« Genossen treften sich bei Taube, Müllersie. 62». Abmarsch pünktlich 8«i Uhr. Vollzähliges Erscheinen w:rd erwartet. 58.«bt. Eharlottenburg. Sämtliche Genossen und Genossinnen treffen sich pünktlich 2 Uhr vormittags bei Lux, Ufnaustr. 1- Beteiligung der Sinder erwünscht. 64. Abt. Ehorlattenbnrg. Die Genossen treffen sich km Abteilungslokal von Arndt, Kantftr. 51. 56. Abt. Charlotte nbura. 12.»nd 13. Gruppe. Treffpunkt bei Schneider, Holtzendoifstr. 14. Gemeinsamer Abmarsch pünktlich 94� Uhr zum Fest- platz(Friedrich-Karl-Platz). Nachmittags Beisammensein im Etablissement „Svandauer Bock". 68. Abt. Kalessee. Treffpunkt sämtliches Genossen zum Abmarsch zur Mal» Versammlung 9 Uhr aus dem Henrieiten-Platz. 72. Abt. Wilmersdorf. Die Genossen des»-Bezirk» treffen sich bei Kauler, Augustafte. 19, die des V-Bezirk, bei Kollat, Heidelberger Platz. 81,«bt.. Fritdenau. Treffpunkt sämtlicher Genossen an der Kirch« am Fried- rich Wilhelm, Platz zum Abmarsch, zur Maiversammlung in der Schöne- berger Schloßbrouerei.; 24. Abt. Neukölln. Zur Demonstration treffen sich die«enossen und«e- nossinne» in ihrem Zahlabcndlokol um.48 Uhr. Abmarsch der Abteilung utn B Uhr von der Schillerpromenada, Eck« Allerstratze. 181,«dt. Treptow. Di« Maifeier findet im viltoriagarten statt. Abmarsch der Genossen um 2>4 Uhr von der Wiener Brücke. Reg« Beteiligung wird erwartet.'■■'■. 182. Abt. Baumschulen«««. Die Genossen treffen sich»um Abmarsch vor» mittags 2 Uhr am Bahnhof. Alle.Mann zur Stelle!- 105. Abt. Adleeehsf, Bormtttags 10 Uhr RaineriammIiing. Ref. Emil Dllt- mar. Zieges Sefellkchafishaus, Bismarckfir. 29. Nachmittags 0 Uhr im Restaurant Ruhwald, am Bahnhof Svindlorsfeld, Maifeier. Gäste aus Berlin willkommen. Ab 3. Uhr Kaffeetochen. 114.— 119, Abt. Lichtenberg. Abmarsch de: Genossen von den bekannten Zahl. ahendlokalen Ott« zur Bersammluua Wi Schwarz, Möllendorfftr. 25.28. 120. Abt. griedrichsfebe. Um 94 Uhr Abmorsch vom Lokal vabetland zur Bersanunluua in Lichtenberg. 124. Abt. M! Ohlsdorf. Die Genossen treffen sich um 24 Uhr beim Rittergut. Bon dort Abmarsch nach Kaulsdorf. 134. Abt. Buch. Den Berlinev Gendssen und Genossinnen, die am 1. Mai Ausflijtze unternehmen und unseren- Ölt berühren, bringen wir zur Kenstt. ni»..daß die MaioeranstaUunoen du'rch Frühkonzert im Restaurant.Lue Tanne" eingeleftgt werden. Auch findet am Bdrmitwg eine Waldnndoche statt, in der Genosse Pfarrer Weier über die. Bedeutung des 1. Mai sprechen wird.,,'.' 132. Abt. Tegel. Versammlung vormittags 9 Uhr im„Strandschloß". Ilm 1 Uhr mittags Ausstellung zum Abmarsch nach Schtjlzendorf. 141. Abt.»osenthal. Dfe Genossen treffen sich 9 Uhr vormittags bei Petran, Haupfflr. 15, tun noch Rein ick«ndors-Ofl zur Berfammliing im ,jBürger. Sektion Staatsbetriebe de» Geniet»»«- nab StaatSarbefter-Verlanbep. Bor. mittags 10 Ilhr in der KommoNdantenstr. S8G9(Blauer Saal), wichtigo BersoMmlung. Ref. Gen. Riedwüller, M. d. R. '' c I)■-'' Kirchliche Raifeiern. De« Puud religiöser Soztallsten neransiallet in diesem Jahre am l. Mai mehrere religiöse Maifeiern in Berliner Kirchen. E» sprtchl-m— üb---—-.,i.— otichi Pastor Seit.'Francke vormittags nm l0 Uhr in-.der Heikigkreuz. kirche, nachmittag» tun'6 Uhr in der PhiUpp-Melanchthon-Kirche.in Slen- fölln; Gfn. Pastor Dr. Atter nachmittags um.6 Uhr in der Trinitatis kirche fn Ebarlottonburg: Gen. Pastor Dehn nachmittag, um 2 Uhr iii, der Reform ationofiräi« in Moabit. Sie. Arbeiterfchast wird dringend zun Teilnähme aufgefordert.•■ GroßSerlw Zwischen Dolch unö Strick. Einen erschütternden Abriß aus der' Geschichte der Leiden- schaften, der wahnwitzigsten Zerrüttung aller Moralbegriffe bietet das Berliner Kriminal museum, dessen Umgestaltung jetzt vollendet ist. Derbrecherische Taten, die in wüsten Köpfen entstanden, auf» genauest« überlegt, bin- und wiedergewälzt wurden, finden hier noch ihrer Ausführung den letzten Niederschlag. Es ist alles schön geordnet, man steht im Bilde die endlose Reih« der Raubmörder aus Absicht und mit Borbedacht und sene, die es durch Zufall wurden. Estgige sind in Wachs dargestellt und sie stehen mit starren Augen ia, die auf die präparierten Köpfe ihrer Opfer zu starren scheinen, in Hpiritus oder einbalsamiert unter Glas.' Schreckliche Berletzungen, Verstümmelungen, Zerstückelungen sind in Mappen photographiert und daneben machen sich die Dinae breit, die als Mordwertzeuge dienten. Die Revolver, die auf Ahnungslose angeschlagen wurden, die Dolche, die ihr Ziel in der Brust des Opfers fanden. Man sieht die Fesselungswertzeuge primitwer und komplizierter Art, deren sich die Verbrecher bedienten, man sieht die Kleiderstücke der Opfer und -den vom Blut« geröteten Rock des Täters, als er seinen Plan zur Ausführung brachte. Erschüttert geht man durch diese Räume, er. schüttert sieht man die Reihe der Kinder, die unnatürlichen Eltern und Sadisten zum Opfer fielen. Zns komplizierteste Gebiet der Technik versteigt sich der An- schauungsunterricht bei den Wertzeugen der„berufsmäßigen� Ein» breich". der Geldschrankknacker. Da sind die einfachen Werkzeuge, die pi sich in der Stille der Zuchthauszclle selbst anfertlgten, die Strickleitern, aus Wolldecken und Roßhoarmatratzenfüllungen gedreht, die dazu dienten, ihnen in die Freiheit und zu neuen Taten zu ver- helfen. Man steht die aufs feinste gearbeitet« Drahtseilleiter, deren sich die Gebrüder Strauß bei ihren Taten und Ausbrüchen bedienten. Endlos ist die Reihe der Bohrer. Stemmeisen, aus bestem Stahl verfertigt und in der handlichsten Form. m Stine Menschenkind. III. Der Sündeufall. Bon Dartin Andersen Nexä. Warum verrieten so viele Menschen Angst in Blick und Stimme, wenn die Rede auf Karen kam? Wor nur der un- heimliche Tod ihres Mannes daran schuld? Und warum empfand sie selbst einen seltsamen Schauder w der Nähe der Bäuerin? Eigentliche Angst vor ihr hatte sie ja nicht. Aber das lag wohl an dem verwirrend starken Geruch, den sie ver- breitete! Woher rührte der? Und vor allem,— war wirklich etwas zwischen der Bäuerin und dem Onkel Johannes? Das war doch das Aller« spannendste, und sie hielt Ohren und Augen offen. Lange gab es nichts zu beobachten; aber an einem der ersten Tage, nach- dem das Vieh hereingenommen war. ließ er sich wieder sehen. Er und die Bäuerin tauchten plötzlich in dem Halbdunkel des Kuhstalls auf und besahen das Vieh. Ueber jedes einzelne der Tiere mußte er sein Urteil abgeben. An ihrem Wesen zu- einander und an den Blicken, die sie wechselten, konme man qrkennen, daß sie zusammen gewesen waren, seitdem er das legtemal hier war, und daß sie mehr miteinander zu tun> hatten, als die Leute wissen dursten. Es mußte also doch wahr! sein, daß sie einander heimlich draußen trafen. Er nickte Stine zu. ließ sich aber im übrigen nicht mit ihr ein: sie begriff,! daß man auch da nicht aus hie Verwandtschaft pochen durste. Am Mittagstisch war für ihn besonders am obersten Ende � gebe«?».— mit einem Tischtuch! Er bekam Rippespeer und Wur'.üund anderes Extraessen, und Karen wartete ihm selber auf. Es war seltsam zu sehen, wie die ältliche Frau den schwarzen Schleicher bediente und wie ein Hund seinen Gc- stchtssusdruck beobachtete, um seine Wünsche zu erroten. Sine und der. Tagelöhner tauschten Blicke aus. Der Sohn faß über seinen Teller gebeugt und sah verlegen aus. Er schämte sich für die anderen!_. Plötzlich hob er den Kopf und tat etwas das ihm gar nicht ähnlich sah.„Die... seid ihr beide, du und das Mädel, nicht miteinander verwandt?" fragte er und sah zu Johannes hinüber. Rasmus Rytter räusperte sich.„Nu verflnckt!" rief « und schlug mit den Fingern, als hätte er sich am Esten ver- brannt. Die Bäuerin betrachtete ihn spöttisch..Du wirst wohl alt?" fragte sie. In Vitrinen häufen sich die Mosten von Falschscheinen, die einen aufs genauest« ausgeführt und. von Sachverständigen kaum von echten zu unterscheiden, die anderen von Laien hergestellt und nur berechnet, im Dunkel der Nacht vollgültig zu wirken. Da Legen die Klischees, mit denen findige Briefmarkenhändler die seltensten ausländischen Marken in beliebiger Anzahl selbst herstellten. Ein Sonderkabinett ist als Opiumhehle ausgestattet und an seinen Wänden spreizen sich Pornographien, von japanischen Künstlern verfertigt, die dem Opiumtrunkenen leichter die Reise ins Paradies vermitteln sollten. Die Gräfin Strachwitz taucht aus der Erinne- rung auf in einem ihr eigens gewidmeten sadistisch-masochistischen Kabinett, das angefüllt ist mit den Dingen, die sie zur Aufrüttelung der. Nerven ihrer blasierten Kundschaft bedurfte, bevor die Mörder» Hand sie selbst in Paris erreicht«. Don der Decke baumelt der Fallschirm herab, besten Konftruk- tion jenem Mann das Leben kostete, ver sich von der Siegessäule in sanftem Fluge auf die Erde begeben wollte. Daneben stehen chöllenmaschinen, die glücklicherweise nicht zur Explosion gelangt sind. Einige, sind sv einfach konstruiert, daß sie für. niemand ein« Gefahr darstellen konnten. So steht ein« Zigarrenkiste da, die einst dem Reichskanzler Eaprwi zugeschickt wurde. Sie war mit Puloer gefüllt, und sie sollte stch mit Hilf« von. am Deckel angebrachten Streichhölzchen selbst entzünden, was natürlich nicht geschah. Die ganz Primitwen haben klein« Höllenmaschinen erdacht, die aus Pistolen bestehen, deren Hohn mst einem ganz gewöhnlichen Wecker verbunden ist, der natürlich im geeigneten Augenblick versagt«. Und einer hat sogar eine Kinderpistole auf einem Brett montiert. Di« Höllenmaschinerie der Siegessäulenattentäter steht man aber nur geheimnisvoll angedeutet auf einer Photographie. Das Grauen kriecht durch dieses Museum. Es ist nur ratsam für Leute mit starken Nerven, sich dorthin zu begeben, und da» pflegen jo die Kriminalisten zu sein, zu deren Studium das Museum allein angelegt ist. Di« breitere Oeffentlichkeit hat hier keinen Zutritt. « Bei der Umgestaltung des Kriminalmuse, tms ist vor allem ein« klare Ueberstcht der einzeln«, Abteilungen der kriminolpolizeilichen Aber Johannes ließ sich durch so wenig nicht einschüchtern er gaffte bloß zurück.— mit frechem Grinsen.„Ja, so'n bißchen. Das heißt, sie ist bei meinem Bruder in Pflege ge- wesen!" entgegnete er keck. Stine saß zitternd da: sie hatte dos Gefühl, daß sie als Wurfwaffe gebraucht wurde. Aber dann wurde Gott fei Dank nicht mehr davon gesprochen. Später zogen Karen und Johannes sich, in die gute Stube zurück,— wie zwei richtige Brautleute. Aher ein sonderbares Brautpaar war es doch; denn sie spielten den ganzen Nach- mittag Karten und tranken Kosfee mit Rum, Karen mit der Pfeife zwischen den Zähnen,— mit derselben, mit der sie ihrem Manne nach Rasmus Rytters Behauptung dos Leben ausgeräuchert hatte. Johannes rauchte ja immer Zigarren, der feine Herr! Nach dieser Zeit kam er oft, und ebenso oft fuhr die Frau vom Bakkehof aus. Sie fuhr selber, und ein jeder wußte, wohin die Reise ging. Sie traf mit ihm und anderen seines- gleichen in den Hotels der umliegenden Orte zusammen, und da wurde ein tolles Leben geführt. Nun, Karen war auch vorher kein Sonntagsschulkind gewesen; aber sie war wenig- stens immer in ihren vier Wänden geblieben. Nun ließ sie alle Scham fahren und gab ihre Liederlichkeit den vier Winden preis... Es war eine alle Sitte, daß die vom Gesinde, die zum Ziehtoge ihre Stelle nicht wechselten, am Sonntag danach frei bekamen: und am ersten Sonntag im November machten sich Sine und Stine schon am Vormittag zur Kirchzeit auf den Weg. Ihr Lohn war ihnen ausbezahll worden, und sie wollten nach Frederiksvärk, um Einkäufe zu machen. Es war Sine nicht leicht geworden, die fünfzig Kronen rechtzeitig zu be- kommen: sie mußte der Bäuerin weismachen, daß sie in der Stadt Schulden habe.„Ach. du willst ja doch nur in die Stadt, um das Geld auf die Sparkasse zu bringen?" hatte Karen gesagt; aber beschaffen mußte sie das Geid. Stines fünf Kronen waren ja kein so großer Betrag, das ließ sich ohne weiteres machen. »Ja, für dich ist es viel Geld?" sagte Sine.„Wer wart mal ab, wieweit es reicht. Ich weiß noch recht gut. pte ich selbst mein erstes Geld bekam, und wie betrübt ich war. als es futsch war. ohne daß man wußte, wo's. geblieben war." „I't das wahr, daß du Geld auf die Sparkasse bringst?" fragte Stine und nahm ihr Bündel auf den anderen Arm. Außer dem Leid erwand stoff. der Wolle, dem Hemd au» Werg» =e- Tätigkeit erstrebt worden. Zu diesem Zwecke find die vorhandenen Sammlungsobjekte geordnet und durch Einbeziehung wertvollen Materials aus kleineren Beständen der ehemaligen Dorortsprästdien erweitert und ergänzt worden. An neuen Abteilungen wurden er» richtet: Die goschichtliche Abteilung, imter besonderer De- rückstchtiyung pon Bildern, Dokumeillen und Ausweiscn auch der Reooluilonsepocheii. Di« Abteilung für k r! m i n a l i st i f ch e Ku« ti o fristen. Die Abteilung für verbotene Narkotika. Die statistische Abteilung für Kapi ta lv e r h re ch e n und für, die'Er- solgstabellen der Berliner Kriminalpolizei. Abteilung für Kriminal- ftatistik. Einer eingehenden Umgestaltung wurden die Abteilungen für sudistisch-masnchistische Folterwerkzeug«, die potnographilcbe Sammlung sawie die Abteilung für krtmioalisttsche tIüdizien. die durch merwolle Präparate Hess Charlottenburger. Leichenfchauhauses und durch interessante Dokumente aus dem Gebiet« der Schrtstkunde ergänzt werden konnte, unterworfen. Um üev Mietszufihlag. In den letzten Tagen ist eine Reihe von zum Teil unzutreffen« den Meldungen über. die.Bewilligung np« Mietszuschlygen durch die Presse' gegangen. Ein genereller Mietszuschlag von YY vom Hundert für Wohnungen ist bisher in Preußen, wie von gutuitterrfchteter Seite mitgetellt wird, tt t r g e'n ds b e chilli'g i worden. Ubier bestimmten Doraussetzuizgen können dagegen, im Einzelsalle Sb n- derzuschläg« bewilligt werden für bauliche � Instandsetzung?< arbeiten, die vom Mieteinigungsamt aus Grund der tatsächlich ent- standenen Reparaturkosten festgesetzt werden.' Richtig ist, daß die generellen Mietszuschläge voraussichtlich noch' m diesem Jahre heraufgesetzt werden müssen. Im preußischen Landtag wird in absehbarer Aeit die staatliche Grundsteuer, sei es auch in veränderter Gestalt, beraten werden,, z» dxr die Gemeinden ge- gebenenfalls Zuschläge erheben können. Außerdem wird die Reich»- mietssteuer in Kraft treten. Ferner ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß auf Grund des§ 8 de» Reichsmietengefetzes allqememe an die Gemeinden, abzuführend« Sonderzuschläge für große Repara- turen festgesetzt werden. An zuständiger Stell« ist: bisher tn keiner Weise zur Frag« der Mietszuschläge in Groß-Bcrlin Stellung ge- Nammen worden. v. leinwand und den neuen Holzschuhen hatte sie auch Wäsche darin. Sine nahm ihr das Bündel ab.„Komm her, du schleppst dich ja tot, Mädel," sagte sie.„Die Holzschuhe hättest du zurücklassen können, die sollst du ja doch bei der Arbeit ver- schleißen. Oder sollen sie vielleicht zu Hause auf die Kommode gestellt werden?" „Ich will sie bloß den andeven Geschwistern zeigen," sagte Stine.„Und Bater," fügte sie feierlich hinzu. „Na ja— ja. du bist eben ein Kind.' Ein richtiger Kindskopf!"."',• v Stine kam auf ihre Frage zurück. Diente sie wirklich zu» fammen mst einer, die Geld in der Sporkaffe hatte? Es war sehr wichtig, das bestätigt zu hören„Wir haben auch einmal Geld in der Sparkasse gehabt," sägte sie. „Ja, das war wohl das Meld, das deine Mutter..:" Sine stockte plötzlich. Und um ep Mieder gut zu machen, ver- traute sie Stine an, daß sie bereits fünfhundert Kronen in. der Sparkasie habe. Zweihundert habe sie geerbt, aber den Rest 1 habe sie zusammengespart. Und wenn sie tausend beisammen J habe, wolle sk in einem der Dörfer einen kleinen Garnhandel anfangen.„Du solltest auch etwas hinbringen," sagte sie. „Wenn es auch noch so wenig ist,' so wird doch was draus. Und es ist gut, was zu haben, wenn man alt wird." „Nein, ich heirate," erklärte Stine. Sie wollte nicht alte Jungfer werden. „Wenn ex dich nicht sitzen läßt, jawohl," meinte Sine. „Hat man dich im Stich gelassen?" Stine zog diesen Ausdruck vor. Sine nickte.„Ja, schändlich," sagte sie. und dabei sah sie plötzlich ganz vergrämt aus. Es war nun schon eine. Reihe von Jahren her. aber wenn sie daran zurückdachte, fiel es ihr immer noch schwer, die Tränen zurückzuhalten. „Hat er dich mst der Schande sitzen lasien?" Stine war stolz darauf, daß man mst ihr wie mst Erwachsenen sprach. „R«N. so weit dürft'? nicht kornM«..»->»>-» x-i-queucn ttn 4. Mai' 7H udr Baumschuienwe«, L aufnahm« führte Staatsanw Buddenberg aus: Die Tat in auf den schleunigen Verkauf dieses wertöollen Nahrungsmittels«ntrUt nur gegen Botjeigung' der SRUgactxCaUt. Vorträge, vereine und Verfamm innren. SciAibum» bet AriegebcfchSdigie-..teilnehmer nni j)er Beziri Stotben 8. tlltvntQg, den abend« llhr� wurden, harren noch tu* Verkaufes. Der w nur als Vermieter der Räume m Betracht Gaiile(t«r de» Gaue» DrandeNburg. Thema:„Da» habe» wtr im März diese» Jahres durch die Stadtoerord-»a» fvzbtzn olt?-. 17.«i'ter»»»-nd �-pw». RitgNederverf�»�- zA°». mmlung ersucht, b-i den zuständigen Behörden ZkÄ rV'lld��Wn�ÄÄ r-umschÄWe. ihren Einzesheiten sei noch nicht relllos aufgeklärt. Der Haupt- hinzuwirken, um es vot dem Verderben zu bewahren. In Er- schuldige, Vrstbeamte Antoch, habe Selbstmord begangen, nachdem; füllung dieses Wunsches hat der Magistrat sich an das Reichs- sr ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte ein anderer Haupt- ernährungsomt gewandt. Er hat vom Reichsernährungsminister beteiligter namens Suder. einer der bekanntesten und schwerst vor- 1 die Antwort erhallen, die Reichsfischoersorgung bemühe sich um bestraften Geldschrankknacker, sei flüchtig, zwei andere seien noch möglichst schnellen Verkauf der eingelegten Heringe, doch sei infolge nicht ermittelt. Es frage sich nun, ob anzunehmen fei, daß Antoch der allgemeinen Zurückhaltung des Handels der Absatz bisher nicht an her ganzen Sache beteU.gt gewesem Wenn die» angenommen in gewünschtem Maß« erfolgt. � bei« Vater zur Ausbildung war. wurden in der Nacht W n rsi hfs"pfin n imn»« El» dreisler 2aubüb«sall wurde gestern wieder m Char. Freitag in der Nähe von Vrückenburg von Wilderern«ftho «av* Su�.; wAm«a. Äms-.r,Ä"i D-»� l>.-, R 0 u b vor.«-,<». x«-„h,?. w SfSrüi". 5"'.»»i d« W«| , m ermordet und beraubt hatten, zur Höchst- Jahren Gefängnis unter Aberkennung der Be- Markowsti beanrragte der Staatsanwall die Freisprechung, Z"™"™ � die dr.i Mannheim», t gegen Antoch 3 Monate Gefängnis, weil er sich-rlich d,n 1 Chauffeur bei Weilheim von dem verbrecherischen Vorhaben genau« Kenntnis gehobt und Krajiwagen und fuhren damu �af« von j« 15 Jahr« nicht rechtzeitig der Behörde Anzeige iaoon erstattet habe.(S 1ZS erkannt.davon. St.G.B.) Was den Angetl. Stein betrifft, so sei anzunehmen, Fabrikbrand ln Marienfekd«. Di« Fritz Werner, L.>D„ daß er npch einen Teil des geraubten Geldes hinter sich hat. Da Maschinen- und Wcrkzeugfabrik. am Bahnhos Marienfeld« wurde «» sich um eine äußerst dreiste und gemeingefährliche Tat handle, � von einem großen Feuer betroffen. Der Brand kam angebllch in durch di« die Allaemeinhell und die Beamten der Postamt» schwer ein» Fabrikküche im Obergeschoß des Fabrikaebäudes zum Aus» modernen Bauart des währungsstist verurteilt. und Polizeiaufsicht am Platze. Zebä Sport. Tourissenverei»„Die Naturfreund«", Ortsgruppe Köpenick,«btÄdm« Ostbahnderorte, l. Mai Teupip-Dnbrowforst. Zlbf.») Schief, vhf. 6M ..,. tNiüderfchöneweide umsteigen): b) Görl. Bvs. 635.• und b Fahr!, bis es und den vereinten Ansttengungen d» Wehren aus. SSmgswusterhausen, hier i. SL löfen bis Teupltz. I. il'l** Veutürlier törinbmnö ßmgen%!}.& dchltarlacltlsrr� � . � miermm m„MW.......... Die OJlarfp des verwohn fee tei i tfein schm e cfersS* Berit«(er für Berlin; elll! s. Blßenüofn. Beton E 50. ZStthet Skt. 3. Iii. WM 524 miige 400 Marli Covercoats, Raglans, Cutaways, Hosen VArlfftfff*** ei>onii billigen Preisen TClivaiil Keine Lomi�aroware Leihhapg Friedrich-Straße Mr. 2 l Ankam una 1!« ettiurs leijcr Wert-ac e evWMMre! SlSsrlgOm S.i».d.S.. 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Carmen Vrftedr.WilholmMt.TV«« p/,u.: Oohell ß!e TänzBrin Hl. tSolinuHpicIlian« m/, uhr Reigen Uominrhr Oper "/.aLnderchea I.uatnpielhnua W. Uhr: Arnold Riech in Dia apanische Flieg« Tlrtrupol-Tliratrr übt Die blaue Mazur Brnos Oper bttrntheat. Tk Uhr"; Friu Werner ßsr hrte�Je itemain! Weuew i'ol]<«theatur 7 uhr: Eose Benid h 1 1 1« r-Th en r. C) Ii nrl• ILftV: Raub der Sablnerinncü f/su.: 109 0Ö0 Taler Ttinlln-Tlirntor uhr Mascottchen rh.nm-Vullendorrplnta -�»(ß-U. Hann.-:es Himncliahri Z Dar MsraasöiJijsila Thentcp de« Wratona F/eUhr-, SeiivaMoelizell Somug zum 1. Kaie: Moigcn wieder luatikt rb.l.d.Komniandanlenstr. py, uhr Der verjüngte Adßiar Wnllner-Tiieatrr F/.ührBieTanzprann H' nlb a 1 1 a- T Ii r atcr . F/jübr: Fledermaus - M Ftz Var'et�-Cat e lloritzplatz Oranlenstrabe»3 04 Idtlich i Uhr; Elite-Programm Volksbühne Theater am BOlowplatz. 7-/,uhr: Antigene Lessing-Theater upr* Gespenster (Lossen, Relgbcrt, Abel, Götz. Loos) Son ntag Vi, Ein Idealer Gatte Montag VI,: Gespenster Dentsclies Könstier-Tlieater Allabendlich 7', Uhr: Die selige Exzellenz Adalbert, Junkermann, BOIier Residenz- Theater Täglich 7«/, Uhr: Fan! Wesener Lucie Höflich OasTrioiteg Stg.'/�: Lady Winderm.F tcher Trianon-Theater «Uhr: ROSEN von Hei mann Sudermann. Olga Limburg. Karoia Toclle, Käte Haack, Herrn. Vallentln. Franz schunemann, Heinrich Schroth, Wilhelm Bendow Sonntag 4 Uhr Rosen Kleines Theater Täglich VI, Uhr: Arthur H o littch er Drei Monate in Kowjet-Kutzland Geheftet 15 M-, gebunden 21 M. Eines der ernstesten BücKer der Zeit. Schilderungen von überwältigender Kraft des Blicks and der Darstellung. Berliner Tageblatt S. FISCHER/ VERLAG/ BERLIN Wallner-Theater Montag, 2m Mal: I'* Uraufführung DerTraumvomCilSch ®Kur nlcM flränöeüi Casino-Theater ..alhriiigcrStr.37. Tigl.'/.n Wieder ein neuer Schlager! Bollrich&Sohn Volksstück in Z Aufzügen Berlin. Humor: Berlin. Typen Einzig in Groß- Berlin Sonma< S /j: Höllenqualen. 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Wir dringen die« unseren Mitglsedern hlerdurch zur Kenntnis und zur Beachtung 4t-4'_ S Mass ini. Stall». Steckbrief-Erledigung. Der Steckbrief hinler dem Regierungspräsidenten a. D. Traugott v. Jagow aus Potsdam wegen Hochverrats ist erledigt Leipzig, den 23. April 192i. 3570 Der Huteimbougsriebter des Heiebsgerisbts. • liiehfabrik- Niederlage• von H. Lamprecht, Berlin- Xrrptoro, Baach öslr 17, verkautl Samen-, flerrenflof?« zu RabrUpreisen an Private. <8ule dauerhalte herreastoffe von ib ZI!, an auswärts Visnian�Srut venilgl mlla? nur Kammerjäger Berg s Nlcodaal. Ertnlr Terblßdend. Kinderl. antuw. Danksehr. v. Oberall. Beste Zoit zur UrutTernlcbtanx- Erhält! I all. Drogerien u Apotheken u.b gämtl.Warenhatisern A.Werthelra, sonst ponolrelfcel Herrn. A. Groesel, Benin, KönlRgrätzer Sir 4», MWittDlemiilse 0. Zmelim-,«oiü- 00O 9ül)et!Me(ie-(3Piiog5-)jnmg zu Berlin. Bekanntmachung. Aul«rund de» ß 46 der Satzung lind die Mitglieder des Ausschusses und deren Vertreter fiir die Bahlveriode bis zum Sl. Dezember 1925 neu zu wählen. Eewähll werden 15 Vertreter und 15 Stfotzmännet aus dem«reise der volljährigen Arbeitgeber. 30 Vertreter und R Ersatzmänner au» dem«reise der volljährigen Der- sicherten. Die Wahlen finden getrennt statt, und zwar in gehei>»!er Abstlmmung nach dem System der BerbältniSwahl und''ben näheren Bestimmungen der Wahlordnung, welche des Satzung anqefiigt ist. Die Arbeitgeber wählen am Montag, den 13. Zuni 1921. im«assenlokal Eebastiaustr. 17, von 1 bis 3 Uhr. Die Versicherten wählen am Montag, den 13. Juni 1921. im«assenlokal Sebastianstr. 17. von 4 bis 5 Uhr. Die Wahlberechtigten werden hiermit auigesordert, Wahlvorschläge gesondert für die beteiligten Arbeitgeber und die Versicherten auszustellen sz 7 der Wahlordnung) und dem unterzeichneten Vorstand bis zum 14. Mai 1921 an die Adresse der Jnnungstrankenlasse der Juweliere pp. unter dem Stichwort„Wahworschlag- ei? Die Stimmabgabe ist an die zureichen. hlvorschläge gebunden. Die zugelassenen BahlvorschKge können ah 17. Rai «assenlokal in der Zeit von 10 bis 1 Uhr eingesehen 1921 im werden. Besondere Wählerlisten Arbeitgeber» und Mitgliederverzeichn�fi. werden nicht aufgestellt. Als solche dienen die diese liegen zur Sivstchluahme in der Zeit_. Im«assenlokal aus. Etwaige ffinfptüäe, die sich ans den Arbeitgeber, und Mitgliederverzeichnissen ergeben, sind bis spätestens den 15. Mar 1921 unter Beifügung von Beweismitteln bei dem Boestand einzureichen. Der Wahlausschuß ist berechtigt, die Wahl- und Stimm- borechtiguna jedes Wählers bei der Wahlhandlung zu prüfen, und hat jeder Wähler sich mit einem Wahlauswei« zu versehen. Die Versicherten haben einen Nachweis ihrer Mitgliedschaft vorzulegen. Derselbe wird ihnen evtl. am Wahltage im«assenlölal ausgestellt. Arbeitgeber weifen sich durch die letzte Quittung über gezahlte Verträge aus. Im übrigen weisen wir auf die Bestimmungen de» Wahlordnung sowie de,§ 4» der Satzung hin. Der Borstnno. Maz Rost, Verfitzender. H. Hertz, Schriftführer. Straßen-Anzug von Mk. 450 an Schlflpfer von Mh. 595 an Gnmni-Mantel von Mk. 360 «n m BeiiUdemer von Mk. 72» SCHULMEISTER Berlin SO. 26 Kottbuser Tor *£ lEB&EL'NAIIMAHH Vertreter: Emil Halbarth BERLINW8, Friedriohstraße 56a TBLEPHOW: Zentrum 10440 ; Reste Haus C.PeEz 1 Kottbuser Str. A Anzugstoffo Kostümsloffe Mantelstoffe Kleiderstoffe Seidenstoffe Mäntel. Kostüme Röcke I Out, reell, billig I Am Bahnhof Bin-Marienfelde schängeschnilt Landparzellen in jed. Größe aus ersteriband. deshalb ganzbM�ger Verlaus. Scholz, Dl».-Me-rie seide,«ieoertplatz 7. «- 3403b Mtödel zu bedeutend herabgesetzten Preisen Bar oder Teilzahlmig bei kleinster An- u.Abzabl. 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IIVD» 1 Kein echter Sozialdemokrat» wer den i. Mi nicht festlich degeht! «tMiV fich sein« E n tsch u ld i gu n g s r ed« sparen können.(Abg. »öt! V PllüClr MCt iCSjlC« Höllcin: Wir sind durch Spitzel provoziert worden!— Lachen bei . m...,..._..... der Mehrheit.) Sn dem Ausruf de» Mcstauer Exekutivkomitees Der Reichstag erledigte am Freitag zunächst Sleine An. dsißt e« ja auch: Ihr habt richltz aehaude«. Ihr habt ein neues Blau 'raile't"-~ v m der Geschichte der deutschen Arbeiterschaft aufgeschlazenl cherr Auf eme Beschwsrde de- Abg. Dr. Oberfahren(Dnat.) über Höllein stimmt mir zu. Di« deutsch« Zentrale der tommunistischen das Verbot k«:„Hamb. Warte" rechts« rügt«in R«gi»rungsoertreter Partei gibt in der.�oten Fahne" am l0. April eine gefchicktliche das Verbot mit dem Ausnahmezustand. Dl« Unterlagen werden aber Darstellung und zieht daraus die Konseauenz:„Es war da» Gebot Hab« die Kugeln pfeifen hören. Minister Koch hat sich vorhin als ein echter Orgeschminister entlarvt. Damit schlieft die Aussprach«. Präsident Lobe teilt mit, daß der Abg. Gebtzert(D. Vp.) gepru die üft. Auf eine Beschwerde des Abg. Dr. Nrauu-Franken(Soz.) über Schädigung der SiedlungsposiNk durch die Eisenbahn. lariferhöhungeu erwidert die Regierung: Den Monatskarten werden vom 1. Zun: an 20 Einzelfahrten zugrunde gelegt werden, so daß der Reisend«. der die Eisenbahn täglich einmal zur Hin- und Rückfahrt benutzt, eine Ermäßigung auf etwa ein Drittel genießt. Die Wochenkarte soll den dritten Teil der Monatstarte kpstrn. Dem Grundsatz, daß die Siedlungspolitit gefördert werden soll, sei also Rechnung getragen. Für weitere Strecken tritt allerdings eine stärkere Verteuerung ein. doch könnten die Reisenden, die sich hierdurch zu stark belastet fühlen. in den Monatskarten für die vierte Wagenklasfe einen Ersatz finden. Schülerkarten werden den halben Preis der Monatskarten kosten. Abg. Hammer(Dnat.) wendet sich gegen angebliche Bevor- zugung der Warenversorgungsstellen der Gewerkschaften bei der Beschaffung von Kleidungsstücken. Die Regierung läßt erklären, daß voa einer Bevorzugung keine Rede sein könne, daß sich dte Einrichtung bewährt habe, und daß an eine Lende rung«rst ge- dacht werden könne, wenn die Erw«rb«losigkest nicht mehr so stark sei wie gegenwärtig. Zur Ehrenrettung falsch Veschulüigter. Um denen, die durch die Kri«g?verbrecherliste der Entente falsch beschuldigt worden sind, die Genugtuung zu verschaffen, daß in öffentlicher Verhandlung sich die gegen s> e erhobenen Lnschuldi» gungen als unzutreffend erwie'sn haben, wird auf Antrag der Re- gierungsporte>:n in dem Gesetz zur Verfolgung von Kriegsver- brechen und Kriegsvcrgeten folgender§ 1A eingefügt:„Wenn nach der Ueberzeuaung des Oberreichranwavs kein genügender Anlaß besteht,«in« Anklageschrift einzureichen, so kann er gleichwohl die Anberaumung einer Houptverhandlung beantragen. In dem An- trage ist die Tat, die den G«genstand de» Crmlttlungsverfohren» oder der Voruntersuchung gebildet hat, unter Hervorhebung ihrer gesetzlichen Merkma'e und des Steafgesetze» zu bezeichnen. Dos Ergebnis der Ermittlungen ist in den Antrag aufzunehmen: die Daweismittel sind anzugeben."— Die Vorlage wirb in erster und zweiter Lesung angenommen: der sofortigen dritten Lesung wider- spricht der Abg. B o r tz(Komm.). Daraus wird die Deraiung über die Anträge betreffend öie SonSergerichte fortgesetzt. Abg. yöllein(Komm):?n unerhört« W«ise hat man die Kommunisten und all«, die sich in Mitteldeutschland gegen die R«- aktion auspelehnt haben, als Gauner, Mörder und Spitzbuben be- zeichnet. Di« tavitalistifchen Verleumder baden Unterstützung erkalten durch die Sozialdemokraten und Unabbängigen.(Zuruf links: 'wd Levi?— Präsident Löbe: Sie hohen doch kein« Mitglieder k«s Hcu'es mlt den Verleumdern gemeini?) Rein,.Herr Präsident, ich spreche ganz allgemein. Nickit Morknu, wie der„Vormärts" schrieb, hat diesen Ausstand in Mit'elbeutsch'and provoziert, sondern Herr Sannes und seine Werkzeug«�(Heiterkeit.) In dem Prozeß wegen des.- Locksplhelafievkals«ms Me Siegessäule hat derselbe Richter, der ein so menschliches Stühren bewies für ein Individuum wie Hiller, das an den ersten besten Laternenp'ohl gehört, e» fertig. gebrocyt. S7?ahr« Zuchthaus zu verhängen. Die Behauptung, haß die Kommunisten Schupoleuten Rasen und Ohren abgeschnitten hätten, sind nur schamlose Verleumdungen. Mit ihren zahlreichen angab. ichen Erschießungen auf der Flucht geben Sie b-N Arbeitern ein herrliche» Beispiel. Wundern Sie sich nickt, wenn die Karre mal andersrum geht und diejilrbeiter ebenfalls Leute auf der Flucht er'ckießen. Gegen Sult lag kein Schvsten eines Verdachtes vor, daß er an den Unruhen beteiligt ge- weinm ckäre.' Es ist das Verdienst des Burschen Heine, das Erschteßcn auf der Flucht in Deutschland eingeführt zu hoben. Die Regierung war zur Vrrhaftung Friesland» nicht berechtigt Die Dnnamita'tentate auf Aborte. Eisenbahnbrücken usw. sind Spitze-. arbeit. Mit dem a'» Belohnung für die Ermittlung der Verbrecher ausgeworfenen Geld, lverden nur Zeugen getauft Durch die B ut- urtsil« der Schondjustiz wird man di« kommunistisch, Partei nicht töten, aber aus den Sebemen der Hingemordeten werden dte Racher der Lage für die Arbeiterschaft, die revolutionäre Initiative zu ergreifen. Die VKPD. war oerpflichtet, über die Propaganda der Aktion hinauszugehen, sie mußte der Arbeiterklosie in der Aktion vorangehen und ihr zeigen, daß sie willens war, dies« Aktion durchzuführen."(Lebhaftes Hört, hörtl) Wir befinden uns, glaube ich. vielfach noch zu sehr in der Anschauung, als ob man diesen Kampf vergleichen könnte mit dem geistigen Kampf, den die Sozialdemokratie Jahrzehnte lang geführt hat, und den man— wie ich offen zugebe— oftmals mit falschen Mitteln zu bekämpfen versucht hat Bei den Kommunisten sehe ich heute keine einzige führende Idee.(Zuruf: Doch. Hölleinl— Heiterkeit Abg. Holl ein ruft einem sozialdemokratischen Zwischenrufer zu: Sei doch stell, du KapitalkuliI— Unruhe und Gelächter.) Hier seh« ich nur gewinn- süchtige und materiell gerichtete Kreise, die sich zusammenschließen, um den Kampf gegen alles, auch gegen die organisierte Arbeiterschafk, zu führen. Die Urteile der Gerichte sind voll gerechkferllat Wenn Herr Höllein aewagt hat, zu behaupten, daß die grausigen Verstümme- lungen von Schutzpolizisten nachträglich durch Spitzel verübt worden seien, so wird dem wohl weder hier im Hause noch im deutschen Volke jemand Glauben schenken. Ich lege die Photographien der verstümmelten Leichen auf den Tisch de» Hauses nieder und bitte Sie. sich selbst von der Wahrheit meiner Angaben zu überzeugen. Diejenigen Kreise, die der Regierung«in zu longsames Vor- gehen vorgeworfen haben, sind sicher über die groben Schwierigkeiten eines raschen Eingreisens bei unseren schwachen Polizeikräften nicht unterrichtet. Wir werden auch in Zukunft dafür sorgen, s« d e n Putsch so rasch wie möglich niederzuschlagen. Daß Sevcrinq die Reichswehr nicht eingesetzt hat, halt« ich durchaus für richtig.(Beifall in der Mitte.) In schweren Fällen brauchen wir di« Reichswehr auch für uusere Grenzen und können si« nur im Notfall einsetzen. Auch im Ruhrrevier haben wir die Erfahrung gemacht, daß für polizelliche Zweck« di« Schutz- Polizei sich bester eignet al» die Reichswehr. Anerkennung verdient auch da» vorgehen des unabhängigen Minister» Lipinski in Sachsen, der 42 kommunistische Führer in» Gefängnis gesetzt hat. Dr. Rosenseld hätte sich bei seiner Kritik am Minister Sevcrinq auch mit Herrn Lipinski beschäftigen sollen. Uebrigens besitzt die Reichs reglerunq kein« polizeilichen Befuznisi«, solange kein Aus- nahmezustand besteht. Anfragen und Borwürfe übe? polizelliche Fragen sollte man also nicht an die Reichsrenierung richten, die sich auf die Auskunst der Länder verlosten must Wenn die Unabhängigen mir vorwerfen, daß ich den Komps nur gegen links führe, so sage ich: Je entschiedener alle demokratisch Gesinnten in Deutschland den Kampf gegen die Pulschbestrebungen von link» führen, um s" mehr tragen sie zur Festigung der demokratischen Staatsordnung bei. VI« Verfassung ist uoch nicht so fest. daß man den Anschein erwecken darf, als könne sich jeder imoefirate gegen die Staatsordnung vergehen, deshalb war ich auch kein Freimd der Amnestie.(Zuruf, recht s:. Ausgezeichnet!).Solange ich für das Schickfü! des Deutschen Reiches yerantwortsich bin, werde ich llmstur.zo ersuchen von recht» und sink», mit allen Mittel», begegnen. (Beifall bei def Mehrheit).. Abg. Zchwartzer(Boner. Bp): Ww in Bavern mit unseren traurigen Erfahrungen wisten, daß aus die Mästen nur scharfe» Vorgeben Eindruck macht. Di« Ausnahmebestimmungen und San- dergerichte al» Klastenjustlz zu kennzeichnen, ist eine bewußte Fäl. schuna. Die besondere Ebenfchalt d«r kommunistischen Führer ist die Feigheit Immer wurden die Masten vorgeschickt, ließen sich mißbrauchen und opferten aus Dummheit oder Ideasismus ihr Leben. Abar die Arbeiter werden fetzt oufwochen. da die Kcm- munisten ihnen ihr wichtigstes Bollwerk, di« Gewerkschaften, zer- stäken wellen. Abg. Hemeler(Dnat.): Durch den Stillstand de» Leuna-Werke» ist dem deutschen Volke eine achttägige� Brotration verlorengegangen. Hörstng und Severing haben zu spät eingegriffen. Der Reich». kommistar Dr. Peter» hat den recktsstedenden Kreisen die Walsen abgenommen und sie an die Linksradikolen weitergegeben. Wir verlangen ein« Verschärfung des vynamilgefeße» gestorben ist.(Do? Haus erhebt sich.) Dienstag 2 Uhr: Anfragen, Interpellation wegen der Zwangs» Wirtschaft, klein» Vorlagen, Erwerbslosenfrag«. Schluß: 8 Uhr. tvarsthauer Zuversicht oöer Hluff! Vars.chau. 29. April,(veno) Die polnische Regierung hat dem S e j m den Enlrourf einer neuen Wahlorbunng vorgelegt wonach die Wahlen in öS Bezirken stattfinden werde«. In diese Wahl sind nun auch schon die Induflriebezlrke Oberschlesien» eiabe griffen. Doch Rücktritt Wjgüo? Kopps! Die Nachricht, daß WigdorKopp von seinem Berliner Posten abberufen sei, wird uns von anscheinend informierter Seite bestätigr. K r a s s i n ist— noch der gleichen Quelle— gegenwärtig in Berlin, das er ja al» ehemaliger Oberingenieur bei Siemens gut kennt Sowjettvahlrecht. Riga. 29. April.(OE.) Die Wahlordnung für die Neuwahlen zu den Sowjets in Moskau bestimmt: Die Wahlen finden w Wahl» Versammlungen durch öffentlich« Abstimmung, und zwar durch Handaufheben statt, auf Grund von vorher eingereichten Wahllisten: als gewählt gilt die Liste, welche auch nur di« relative Mehrheit erhält Die Arbeiter der Fabriken und städtischen Betrieb«, die Angehörigen der Armee und Polizei abteilungen wählen se einen Vertreter, wenn ihre Zahl laut den Listen 100—(50l> beträgt; darüber hinaus je einen für ie 500 Wahlberechtigt«, unabhängig von der Zahl der Teilnehmer an den Wahloersammlungen. Alle anderen Wählerkategorien wählen je einen Vertreter fgr je 500 Teilnehmer der Wohloersommlung. Die Wahlversamwsung«, sind wahlfähig, wenn mindesten« ein Drittel der Wahlberechtigten anwesend ist. andernfalls wird eine neue Versammlung«inberufen. die in jedem Fall» wahlfähig ist Geiseln für.Erieslaab. Wie die„Rote Fahne" erfährt, hat di« russisch« Sowjctreoierung«in« Anzahl deutscher Stoatsangetzäriger ols Geisel für Friesland verhaften lasten, da sich die Anklao« der Staatsanwaltschaft nicht gegen die Privatperson Friesiand richte, sondern gegen den Kommissar der russischen Regie» r n g Friesland, der im Aufiroge der russischen Regierung ganz best! nnnte Auft'öge aucsührte, über welchen zu urteilen nicht das Am: deurfcher Behörden ist.— Die Rechtsauffostung der pu'iischen Regierung ist unzweiselhait richtig, wir hoben ichon vor mehreren Tagen der Regierung den dringenden Roi gegeben, das rechtlich unmögliche und politisch höchst unkluge Verfahren gegen Frics'and schleunigst«inzustellen. verhmchiungea über die Papieroerleu crung. Die Derhandlun- gen der deutschen Zeitungsoerlcger mit der deutschen Papier- und Zcllstofiiudustri«, welche in den letzten Togen auf Vcrantusfung einer freien Kommission der Reichstagoparteieu in Gegenwart des Staats- stkrelär» Hirsch vom Rcichswirtschastsminifteriunis geführt würben. brachten keine P er st ä n d i g u n g. über die schwebenden Streit- frage» des Zeitungsdruckpopierpreise». Nach TU. ist zu erwarten, daß w-gesicht» der van allen Seite., anerkanaten außerordentlichen Notlane des deutschen Zeitungsgewerbe» p o n d e n P a r t« i e ,, d e» Reichstage» nunmehr«in« gesetzgeberische Aktion mit aller Pe- schkeunigung eingeleitet wird, um durch«in« SenkungdesDruck- papterpseifes da» Erliegeu eines großen Teiles de» deutsche ! Presse zu verhindern. Insbesondere ist di« neuerlich« Einrichtung einer paritätischen Preisprüsung» stelle in» Aug« ge>o?,t. serner ein« zeitweilig« Einschränkung der Pavierauefuhr, schließlich gewisse Maßregeln, durch welche eine freier Preisbildung für Zei- tungsdruckpapier im Inland ermöglich werden soll. Ueber die Einzelheiten wird noch verhandelt _ und daß d,e Kommunisten, die sich außerhalb de- G-fttze- stellen. «ftelten zur Befreiung(0 j aus allen öffentliche» Bemtern ausgemerzt werden. Der Ausstand kIn w 9rh n t« rn die Tr-bünen- Mitteldeutschland ist non den K-mmimlsten nur obaebrech-n war- Mrufier fcS? ftraue richtete, ob nichts.» oe von ibnen runterkommen*>«,. dar Funke alimmt melter Mr verfans«.-"-"ichmlte besuch«? die Fraae richtete, ob nicht einig« von ihnen runterkommen möchten, uo, Hölleins Publikum zu bilden.) Präsident Lqbe: Trotz vieler Verstöße habe Ich von meinen Ordnungsmaßnahmen keinen Gebrauch gemacht««il ich nicht das Vertrauen hatte, daß dadurch de Sache bester werde.(Zustimmung.) Den Abg. Hoffmann ruf« ich zur Ordnung, well er einem Abgeord- netfn zurief:„Er locht noch, der Derbr-cher!" Reichsminister des Innern flock): Die Aeußerungen des Borredner» und die Anprifi« gegen die Reichs- und Landesregierungen richten sich von selbst Ebenso un- gerecht sind die Beschimpfungen der Justiz und der Sicherheit-» M�nschaiten.(Abg. Höllein: Sie sanktionieren also diese IustizI— AA»f«ine« U. Soz.: Mensch, nu haste sa drei Stunden geredet nun laß mal den anderen auch wat sagen!— Große Heiterkeit) /�rr Höllein behauptet, was er selbst nicht gesehen hat. Es muß einmal hier öffentlich dies« Manier der Kommunisten festgestellt werden, die einen Aufstand, den sie hervorgerufen haben, nun aus andere abwälzen wellen. Wir wissen olle, wa» in Mittel, deutschland geschehen ist. wie die kommunistisch« Pvest« und be» sonders die»Rote Fahne" gehetzt haben und wie von dieser Liev« aus des öfteren die Aktion angezeigt wurde. Dr. Levi hat in einer ganz hervorragenden Broschüre ungemein beachtenswerte» Material zusamwengetrafm. Wir können an den Aeußerungen eines Manne», dem Sie(zu den Komm.) lang« das größte Der- trauen«Schenkt haben, nicht vorbeigehen. Letzt werden mit einer geradezu knabenhaften Art die Ding« hier abgeleugnet.(Höllein: W!r leugnen sa nicht»!— Zuruf von recht»: D n bist ja geistig nicht normal!) Am 19 März fordert« die»Rote Fahne' aus. den Kampf auszunehmen und angesichts der Schwierigkeiten der R«a,»runa in Oberschlesien und infolge d.-r Sanktionen größte Aklw'"al zu entfalten, om 22. Mär, forderte sie zum Generalstreik aui'Solch« Ding« können doch nicht mebr al» Phrasen bezeichnet werd«*(W t*» Ab«. Hollein: Da, habe ich ja gor nicht er- klärt!— Von rechts: Das ist Hochverrat!— Gegenrus links: Rein. hier ist Professor Bi n s w a n g« r zuständig;_ Groß« Heiterkeit.) In einem Artikel vom 23. März hieß es: Der K°Mps g-bt weU°r. dem Feind« den Daumen auis Auge, da. Knie auf d,« Brust! Wie ist es möglich, daß solche Dinge jetzt in Abrede gestellt werden? Später schrieb di«»Rote Fahog Der Moment des Sawpfe, sei glücklich gewesga. legung der gefäbrdeten Gebiet« mit Schupo, und daß da» nächste Mal eneroisch�r pi-r-teamren werde. Abg. Meh.hof(U. Soz.): Mag auch der einzelne Richter kein schlechter Mensch sein, so geben dock speziell in Preußen die Richter au» der bestkenden Grsevschaftsschicht hervor und geben bewußt oder unbewußt au» salschcr Initiative an bi« B-< und V-rurteil"na der Arbeiter heran. Der Abg. Richard Fischer hat erklärt, daß der Reichspräsident Gbert. der die Soni-eraerichte mit fci"«m Namen dockte, nicht al» Funktionär seiner Partei, sondern ok» Beamter des Staates aebandell habe. Eine derartige Entschuldigung wag «ner hier im Parlament wirken, aber nicht dr-ußen vor der vessent- lichkeit.«o man in Eb-ot immerbin«inen Mann sehen wird, der da- Dcrtrauen der SPD. genießt Wir weisen jede ver- ontmortllchkeii für di« Unruden in Mitteld»"tsch'ond z'-rück. E« ist ein Irrtum Höllein,. daß Erschießungen auf der Flucht im k a i s« r. lichen D«"sschsand nicht möglich aewesen mären. Damals hatte f« d e r miWrische Rasten das Recht,«inen Fluchte erdächtinen ahn« weiteres niederzuknollen. Aber die Wahrheit, welch« di« Arbeiter» schafi braucht und dte Höllein verschwtegen hat ist die: dl da, Elend ist«lue Aolg-er'ch-'n"� d« gnmdfalichen Post« der VSPD. Der Ausganqsvunkt all ihrer Politik ist die Gemalt— dos ist die Ideologie L u d« n d o r f f«.„nb ste hat denselben"»tederbruch zur Folge. Die Kommunisten baben on Stell« de» Marxismus den Bokunismus geseßt. Da wird non den Kommunisten ein Schworm sogenannter Führer aus die Arbeiter losgelallen, der noch nicht einmal das ABC des Gattasismus aelernt hat Bemunbern». m-rt bleibt nur die D r e i st i o k e i t, mit der un» heute Leute be» schlmnsen, die nach in Hall, nickt wußten, wo sie hinqebörten. Aber auch Leo! kann sich nicht von der Schuld reinigen. In Holl» di« vor» bän-misnelle Evalhmg verursacht zu haben. Solch« Leute wie Hölz hätten die Kommunisten früher abschütteln fallen, damit sie nickt mancken sugendsichen Arbeitern als revolutionär» Helden er» schoinen und Verwirrung in den Könten stiften. Die Kommunisten sckädigen genau so wie die Schieber di« Allgemeinheit Di« Aobeiteri'ßost braucht Wabrb-tt. un� wir werben sie üb»? die eiaentfichen Ziele der konmumillilchen Mach« nicht tm unklaren lasten.(Boiten b»» de» Unabbänoieen.) Abg. KröNck(Komm.l: Der Hörstngsche Feldzug wor schon vor» bereitet, bevor noch di« Arbeiterschaft zu Aktionen aekchritten war. W ni chts WM Noch heute lesen viele Arbeiter und Angestellte bürgerliche Zeitungen. welche bei jeder Gelegenheit die Interessen der Unternehmer vertreten C» ist aber Lebensnotwendigkeit jedes Hand- oder Kopfarbeiters, nur die Presse zu unterstützen, die seinen Stand- punkt wahrnimmt und für ihn in seinen Kämpfen mit dem Ka- pitalismus voll und ganz eintritt Als ein solches Vlatt ist der ..Vorwärts" seit Jahrzehnten bei der Arbeiterschaft bekannt i und geachtet Daher ist es notwenöig für jeden Hand- oder Kopfarbeiter. öen �vorwärts" zu bestellen soweit er noch nicht Abonnent desselben ist Genossinnen und Genossen! Werbt unablässig im Haus und in der Werkstatt für den„Vorwärts". Je großer piö Abonneotenzahl unserer Presse, um so größer die Kraft des Proletariat» bei den kommenden politischen Kämpfen. Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Ex- pedition des„Vorwärts". Berlin SW. 68, Lindenstr. Z. einzusenden. >tAAAA�>iVSAA*>*>*AA�k|�I�A*AAAAA*AAAA|<*AAAA>AAAAA«VsAAAAAAAAA*>«*�SAA<><, und richtet««ine Anklage gegen diz Führer, hl« nicht mstgekäwpft Angesicht» dieser Rr<-v«.e<-tton blteb de? Arbeitorfckoft ni haben.(Abg. Höllein: W>r hoben mitgskämpf,!) Herr Hollein, als vorzugehen. Dl« Redner, dl« setzt das schöne Sied o?- Paul wenn Li« oekämpfr haben, dann aehören Sie«den zu den S ch u l- S«v! obi»i»rn. werden von dem Proletertet ausgevfifen. Während i Igen. Wenn er mir zuruft: JSir haben gekäwpftl'. dawl hättet de» Aufstand«« waren wir dort,«o wir hingehörten, ich persönlich Ick abonniere den»B o r w ä r t s" mit der illustrierten Sonntagsbeilage„Volk und Zeil", der Unterhaltungsbeilage „Heimw-lt" und der lstäglg erscheinenden illustrierten Vei« lag«„Siedlung und Kleingarten" in Groß-Verlm täglich zweimal frei ins Hau« für 10 Marl pro Monat Mai. Name Wohnung:>— -Straß« Nr. vom—— Hof-r Ouergeb.— Seitens!.—.Tr. links— recht«. bei---,---,--— GerperMafisbewegung Sie Arbeitszeit im öergbou. Im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichsmirtschaftsrates wurde am 28. April 1921 die Beratung über die einheitliche Regelung der Arbeitszeit im gesamten ikergbau fortgesetzt. Von Arbeünehmerseite lag ein Antrag vor, prinzipiell die Siebenstundenschicht einschließlich Ein- und Ausfahrt für die Arbeit unter Tage festzusetzen. Di« ge- ladenen Sachverständigen des Steinkohlen-, Braunkohlen-, Kali- und Erzbergbaues äußerten sich eingehend über die Wirkung der Ber- kürzung der Arbeitszeit. Von Arbeitgeberstile wurde betont, daß der dadurch entstehende Förderausfall eine Preiserhöhung zur Folge haben müsse, die, da es sich um Rohstoffe handele, für das gesamte Wirtschaftsleben von durchgreifender Bedeutung sein würde. Technische Verbesserungen seien kaum noch möglich, um die Produktion zu perbilligen. Es könne daher der Fall eintreten, daß Betriebe konturrenzunfähig würden und stillgelegt werden müßten. Diese weitgehenden Folgerungen wurden von den Arbcitnehmersachver- verständigen nicht anerkannt. Sie betonten vielmehr, daß ein Förder- ausfall nur vorübergehend entstehen und auf die Dauer durch inten- fivere Leistungen in der siebenstündigen Arbeitszeit und durch or- ganisatorische Derbesserungen in den Betrieben ausgeglichen werden würde. Allgemein sprachen sich die Arbeitgebersachoerständigen gegen die Siebenstundenschicht, die Arbeitnehmersachverständigen dafür aus. Der Ausschuß sah von einer Beschlußfassung ab und segte sie für die nächste Sitzung fest. Bundestag der technischen Angestellten. Der Bund der technischen Angestellten und Beamten hält seinen zweiten ordentlichen Bundestag am 6. und 7. Mai in Berlin, chotel . �Deutscher Hof", Luckauer Str. 15, ob. Aus der Tagesordnung feien hie Referate über Tarispolitik der technischen. Angestellten, Fort- fuhrung' det Rätegesetzgebung, Durchdringung der Verwaltung mit technischem Geist sowie über die Neuordnung des Bau- und Woh- . nungswesens erwähnt..,. Schiedsspruch im Sankgewerbe. Wie der Allgemeine Verband der Deutschen Bankangestellten durch WTB. mitleilen läßt, haben die Reichstaristevisionsverhand- langen im Reichsarbeitsministerium 1 folgenden Schiedsspruch gezeitigt:,. Die Teuerungszulage der kaufmännischen und gewerb l'chen Angestellten wird um 1000 M. pro Jahr, die Houshaltszulage um 400 M. erhöht. Die Kinderzulage beträgt bei Kindern bis zum 7. Lebensjahre 1W0 M.. vom 7. bis 12. Lebensjahre 1200 M.. sist ältere Kinder 1500 M. Di« Teuerungszulage der Bureauburschen wird um 500 M., dieseniger der über 20 Jahre alben Lehrlinge um 600 M. erhöht. Außerdem wurde eine kl»ine Verbesserung in der Berechnung der Be« rufsjahre d er» w ei b l ich« n Angestellten zugestanden. Bis zum 14. Mai haben sich die Vertragsparteien(Reichsoerband der Bankleitungen, Allgemeiner Verband der Deutschen Bankange- stellten und DBV.) über die Annahme oder Ablehnung des Schieds- spruchs zu entscheiden. Die Wirtschaftslage und die Sanktionen. Ueber diests Thema referierte Genosse Kurt Heini g in einer gut be'uchten. Versammlung der Funktionäre des ZentralvsrbandeS der Angestellten.\ Redner gab einen Rückblick über die wirtschaftliche Lage in Deul'chland vor dem Wellkriege und hob hierbei hervor, daß sich im Deutlchen Reiche in schnellem Tempo eine gewallige Entwicklung vom Agrarstaat zum I n d ustr i e st a a r vollzogen habe. Dst deutsche'Industrie batte sich den Weltmarkt erobert. Anderer- . feit» mutzten aber, infolge dieier Entwicklung rund 6» Proz. des Bedarfs an Nahrungsmitteln für. Menschen und Tiere vom AuSIonif bezogen werden. Für Deckung konnle» vielfach � Jvdustrieprodukte verwendet werden. Es bildeten sich große Konzerne, fo namentlich in der Elektrizitätsinduftrie und hie Qualität, dir vorhandenen Transportmittel, gute Verkehrsweg« erleichterlen d-n Bezug der 60 Prozent fehlender Nahrungsmittel, fodatz ein Mangel nicht besonders in die Erschemung treten könnt«. Am 2. August 1914 wurde aber Deutichland plötzlich aus der Weltwirtschaft herausgeschnitten. Der Krieg zeigte uns bald, daß wir mit den 40 Prozent im Lande erzeugter Nahrungsmittel nicht auszukommen vermögen, obgleich die.Fach- männer", so auch der Edle von Braun, erklärten, daß wir unZ vor dem Schreckgespenst de» AuShungerns nicht zu fürchten brauchen. Distch den Krieg wurde die Industrie aller Länder auf die Erzeugung von Kriegsbedarf umgestellt. Auch Deutschland lies vier Jahre leer. Alle» wurde rieienhail vergrößert, uM nur den Kriegsbedarf zu schaffen. Riesenhafte Gewinne sind in die Taschen der KriegSmdustriellen geflossen. Nach dem Krieg mußte die Jildustri« wieder auf Friedens Produktion eingestellt werden. Es entstand große wirtschaftliche Not. neun Zehntel des Erwerbs forderten die ErnäbrungSkosten und jetzt fordert man von Deulichland die Wiedergulmachung. Redner ging nun näher auf die Forderungen der Entente«in und besprach namemlich die Kohlenlieferung, zu der Deutschland verpflichtet worden ist. Die Lieferung Hobe zwar Ar- best, aber kein Geld geschaffen, die Schuldenlost wachse weiter, während die Grubenbesitzer verdienen. Di« Sozialiiierung sei dringend notwendig,«benio eine Verständigungspolitik unter Mitwirkung der Arbeiierorganlialionen. Die Volksmassen müssen vpn ihrer Slimmberechtigung den ausgiebigsten Gebrauch machen. ipnst wird die Entwicklung einen Laui nehmen, der uns nicht an- genehm ist. Der fVorlrag fand stürmischen Beifall. Lohnbewegung der Straßenbahner in Potsdam. In«ilter Betrjebsversammlimg de? Werkstatt- und Fahrper- fonals her Straßeltbahn am Donnerstag wurde her am 25. April m Leipzig erfohste Schiedsspruch iiber die Tenerung«�«»' lag« einstimmig abgelehnt und die Organisationen der Gemeindearbeiter und Transportarbeiter beauftragt, alle Schritte zu unternehmen, um die Gleichstellung der Straßenbahner mit den übrigen städtischen Arbeitern bezüglich der Teuerungszulage herbei- zuführen. Ab 1. Januar ist sämtlichen städtischen Arbeitern in Potsdam eine Teuerungszulage von 125 M. für Verheiratet« und von 75 M. für Ledige zugestanden, das Werkstatt- und Fahrpersonal der Straßenbahn ober davon ausgenommen worden, da die Stadt Potsdam dem Arbeitgeberverbande der Straßenbahnen angehört. Durch den Schiedsspruch sind die Straßenbahner für das verflossene Vierteljahr um 175 M. ungünstiger gestellt als die übrigen Ge- meindearbeiteri für die Folge aber um monatlich je 21 M. Die Betriebsräte der übrigen städtischen Betrieb« in Potsdam erklärten sich mit der Stellungnahme der Straßenbahner solidarisch. Die Versammlung beschloß ferner mit 113 gegen 12 Stimmen, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern. An alle Steinsetzer und Berufsgeuossen: Die Ortsoerwaltung Berlin des Zentralverbandes der Stein- ! fetzer Hot, um den zur„Syndikalistischen Union" ge- gangenen Kollegen die Rückkehr zum Verband zu erleichtern, folgenden Beschluß gefaßt: „Jeder Berufskollege in der„Syndikalistischen Union", der ge- | willt ist, mit uns innerhalb des Zenttawerbandes Schüller an Schul- l ter für die Allgsmeininteressen unseres Berufes zu kämpfen, der erkannt hat. daß wir keinen Perfonenkullus treiben dürfen, sondern ehrlich kämpfen und immer wieder kämpfen müssen, hat jetzt die Möglichkeit, mit alten Rechten(ohne Nachzahlung) dem Zen- tralverband der Steinsetzer und Berufsgenossen wieder beizutreten resp. überzutreten" Auf, Kollegen, zögert n-cht, es gilt unser Allgemeinwohl und -interesse. Der letzte Termin zum Uebertritt mst allen Rechten ist der 1. Juni 1921. Sämtliche Berbandskollegen haben die Pflicht, sich diese Zellen zum Zwecke reger Agitation auszuschneiden _ Der Vorstand. Crtbanb bet Qötinez»itb($fetnmiaxbcUex. Firma 2. Späthlliv«:m.wiutjc lau|..... ti...."— i<---— Verbraucher liegend, entschieden unterstützt werden. Da sie aber m finanzieller Hinsicht wegen der Freigabe der Preise keinen Schutz bieten, muß zu diesen Förderungen die des Umlogeverfahrens treten. Diese Forderungen zusammen stellen das Mini» mum dar, was die Verbraucher verlangen müssen, wenn die Zwangswirtschaftdenln äch st aufgehoben werden soll. Heute ist die Regierung noch m der Lage, das Umlageverfahren einzuführen und damit schwerster Not zu steuern. Läßt sie den jetzigen Zeitpunkt aber ungenutzt ver- streichen, so verbaut sie sich die Möglichkell für immer, da nach völliger Freigabe ein irgendwie gearteter Zwang nicht mehr durch» sührbar ist._'• Stinnes ans der hapag hinausgesetzt. Die Generalversammlung der Hamburg-Amerikonischen Pakeffahrt-Aktien-Gesellschaft hat Hugo Stinnes, der satzungsgemäß aus dem Auffichtsrat ausschied, nicht wiedergewählt. An seiner Stelle wurde Karl Haniel von dem Kon» zern der Gutehoffnungshütte in den Auffichtsrat genommen, Stinnes wurde von dem großen Schiffahrtsunternehmen deshalb ver- abschiedet, well er die erste Gelegenhell nach dem Kriege dazu be- nutzt hat, ohne vorherige Fühlungnahme Mit der Hapag «ine ergene Schiffahrtslinie nach Südamerika zu eroffnen. Der Fall zeigt, daß Stinnes auch auf seine eigenen Kreise keine Rück- ficht kennt, wenn es sein persönliches Interesse gilt, und daß ihm die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit anderen großen Unternehmungen. die ihm den Ruf des größten Wirtschastsorganisators verschafft ho:. auch recht gleichgültig sein kann. Maßgebend ist ihm, daß seine eigene Machtstellung gefördert wird. Arbeilsmangel bei hösch. Di« Verwaltung des großen Eisen- und Stahlwerks Hösch in Dortmund macht durch Anschlag bekannt. daß es infolge Absatzmangels eine erheblich« Kürzung der Arbeitszeit vornehmen müsse. Omnibusgesellschast. Der Magisttat hat beschlossen, bei der demnächst staufindenden Generalversammlung der Allgemeinen Berliner Omnibus-A.-G. folgende Herren zur Wahrung der Inter- essen der Stadtgemeinde Berlin als A u f s i ch t s r a t s mllalieder in Dorschlag zu bringen: Bürgermeister Ritter(SPD.), Stadt- baurat Dr. ing. Adler, Magistratsbaurat Nitsch«�(Verkehrsamt), Generalinspektvr Krause(Sttaßenbahn), Stellv. �Stadtverordneten- Vorsteher Schwarz, Stadtverordneter Dahlke. Genossenschafksousstellung in Prag. Im Juni dieses Jahres wird in Prag eine Ausstellung für genossenschaftliche Ar- b ei t veranstaltet. Die großen Genossenschaften der Tschechoslowakei werden auf der Ausstellung in folgenden Gruppen ihre Arbell vor- führen: die Geschichte und Literatur des Genossenschaftswesens). d,e statistischen Daten über Entwicklung und Tilligkell der Bewegu.nz. die industriellen Unternehmungen der Genossenschosten, die mäMi't- dische Genossenschaftsbewegung, die genossenschaftliche Lebensmi.t-l- Versorgung in der Zell des Krieges und nach dem Kriege. ?ugenöveranstaltllnyea... � Lere!»«rbeiter-Zngend StoS-Setti«.«etreteriot: 9MB. 48, 5» de- gelte« 33. Heule, abends Vil Uhr: BorRtteobenlenfftenj int gentrollugentcheini, Linbenstr. 8. 9l«tßerst wichtige Togesordming. Jede Abteilung muß vertreten lern. Sonnlag, den 1. Mai 1921: Die Abteilungen beteiligen sich an den SRoifeittn. Süd-Vst. Wpenitftt Viertel. Treffpunkt 1 Uhr Morionnenplotz. Ecke Woldemorstrotze(«ranken. houifeilt).__ Sriefkaften üer Reüaktion. A Schriftliche Auskunft wird nicht erteilt. «.£. 3z. Za. s.«lasse.— v. P. 1921. X. Zo. Sit müssen sich boim ober on einen Siotor wenden. 3. Nein.— B.®. 10. X. Für uyterhollspslichtige Kinder beträgt der Abzug 36 M. wöchentlich. 2. Nein. 3. Wenden Sie sich on dos Fwonzomt.—«. K. Vonkew 9. v«it«peil 1»20.— M.«. 100. Sie Lohnpfändung ist zulässig. Weeden Ei« Beim Mogtftrot vorstellig und bitten Sie um Stundung.— A. S. 20. Rufen Sie den Schlich iungsnusschutz on. Die Verordnung vom 12. Februar 1920 ist euch von Behörden zu beachten.-- R, B. 38. Bauliche Verouderungen dürfen Sie nur mit Zustimmung des Hauswirt-» vornehmen.— ch.«. 33. Bis 31. März 1922-— A. Z. 00. X. Fo, sofern die Eheschließung nicht- noch der Entlassung aus dem Militär- dienst stattgefunden Hot. 2. Die Rente kann gonz vier teilweise delassen werden. Verontw. für den redoll. Zeil: Dr. Weener Beyer. Sboilotteeiduro: für Anzeigen Tb.«locke. Verlin. Verlag! VorwörtS-Beriog®. m. d. H.. Berlin. Druck: Dar. wSrlS-Vuchdruckerei u. Berlaasan'tali Vau! Singer n, Do.. Berlin. Lutbrnktr. 3 vterzn l Vellage. Mmamh vor- \ytgtkh bei rheumatischen Erkrankungen Zu h»ben In den Anoi'-eken