ttr.SHS ♦ ZS.�ahrgaag Ausgabe M Nr. 104 Bezugspreis i Sirrtellährl. M.— M., monail. IS,— M. frei ins Saus, voraus zahibar. Post- dezug: Monatlich lv,— M., einschl.»u- itellongsgcbüiir. Unter Kreuzband stir Deutschland, Danzig, das Saar- und Meinelciebiet, sowie die ehemals beut- ichcn Gebiete Polens, Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 20,— M, Mr das übrige Ausland 27,— M. Post- belielluugen nehmen an Oesterreich. Ungarn. Tscheche-Elowalei, Düne- marl. Solland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der„Borwürts" mit der Sonntagsbeilage»Voll und ßetf, der Unterhaltungsbeilage»Heimwelt" und der BeUage.Siedlung und Kleingarten» erscheint wochentäglich zweimal. Sonn» tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: »»ozialdemotrai Perlte" Morgen Ausgabe Oerlinev Volksblstt � so Pfennig} Dnzeigenprets, Dt» achtgespaltene Ronpar-Wezetl« kostet SLS M..Klein« Anzeigen- da, fettgedruckte Won US0 M.. srte» weitere Wort l,— M. Stellengesuch» und kchlafstellenanzcigen da» erst, WoN U— M, sedes wettere WoN 60 Lsg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. ffamilien-An- zeigen für Abonnenten geile M. Die Preise oerstehen sich einschließlich Teucrungszuschlag. Anzeigen für die nächste Nunimer mllsien bis S Ahr nachmittags un Hauptgeschäft, Berlin EW SS. Linden- ftraße S, abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bis S Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfcblands Keüaktion und Expedition: SW HS, Lindenstr. 2 Sernsprccher: Amt Morthvlah. Nr. läl gv— tälS7 Zwölf Tage! Die Beratungen des Obersten Ententerats haben, wie zu erwarten war, zur Annahme eines Kompromisses ge- führt, das noch der letzten Bestätigung bedarf, von Havas aber in seinen Hauptzügen mitgeteilt wird. Danach wird »wischen die Beschlüsse der Entente und die beabsichtigte Be- setzung des Ruhrreviers eine Frist von zutölf Tagen gelegt, von denen fünf bis sechs für Deutschland übrig bleiben sollen, um zu überlegen, ob es die ultimativen Forderungen der Entente annehmen will oder nicht. Für diejenigen Franzosen, die eine Annahme des Ultimatums und damit die vor- läufige Vereitelung ihrer Rachepläne befürchten könnten, wird beruhigend hinzugefügt, daß der Fall einer Weigerung Deutschlands der wahrscheinlichere sei. Die Reparationskommission will drei Sorten von Bonds ausgeben: eine erste über 12 Milliarden Goldmark, die inner- halb eines Jahres zahlbar ist: eine zweite über 38 Milliarden, die am 1. November d. I. und eine dritte über 80 Milliarden, die zu einem späteren Zeitpunkt ausgegeben werden soll. Das sind die 1 3 2 M i l l i a r d e n der Gesamtrechnung: sie sollen von Deutschland in 36 Jahren verzinst und getilgt werden. Deutschland hätte danach 36 Jahre lang im Jahr durchschnittlich 6,6 Milliarden Goldmark zu leisten. In Frankreich rechnet man damit, daß es erklären werde, dies nicht zu können, und daß dann die Besetzung des Ruhrreviers erfolgen wird. Inzwischen hat, wie schon gemeldet, die Reparations- kommission der deutschen Regierung mitgeteilt, daß von den 2g Milliarden, die am 1. Mai fällig waren, erst 8 gezahlt sind und 12 noch ausstehen. Die deutsche Regierung hatte bekannt- sich ihre bisherigen Leistungen nicht auf 8, sondern auf über 21 Milliarden geschätzt, und diese Schätzung mag anfechtbar sein. Aber Deutschland hat in den letzten zwei Jahren un- geheure Mengen der verschiedensten Güter an die Entente geliefert: Schiffe, Kabel. Lokomotiven. Vieh, Kohle, Chemikalien usw., und daß dies alles genau 8 Milliarden Goldmark ausmachen soll— keine Mark mehr und keine weniger, muß Staunen erregen. Die Babl dieser runden Milliardenziffer zeigt, daß es sich um keine wirkliche Berechnung handelt, sondern um eine ganz Willkür- liche Veranschlagung, bei der die Milliarde Goldmark als niedrigste Recheneinheit gilt. Ein paar hundert Millionen drüber oder drunter fallen dabei gar nicht ins Gewicht. Man muß fragen, wie eine geordnete Erledigung der deutschen Zahlungspflichten möglich fein soll, wenn es bei dieser Methode verbleibt, die sich von allen Grundlagen kauf- männischen Rechnens und kaufmännischer Buchführung meilenweit entfernt hält. Nie ist mit den Gütern der europä- ischen Volkswirtschaft, das heißt mit Fleisch und Blut des Volkes selbst, in gewissenloserer Willkür umgesprungen wor- den. Alle diese Zahlungspläne und Rechnungen sind weiter nichts als die Kulisse, hinter der sich das m a ch t p o l i t i s ch e Streben verbirgt. Mag auch die Sorge über die Aufblähung der französi- schen Herrschast in Europa die Alliierten mehr beunruhigen, als sie erkennen lassen, so haben sie doch offenbar Gründe, dem Machtstreben Frankreichs keine Schranken entgegenzusetzen. Frankreich will marschieren, und die heimlichen guten Freunde, die Deutschland in der Welt hat, werden eben nur bedauerlich die Achseln zucken, wenn es marschiert. Während das Ruhrreoier das Haupt senkt, um den Streich zu empfangen, dauert im Osten Deutschlands die Aufregung über einen etwc, bevorstehenden tschechoflowakisch- polnischen Einmarsch noch fort. Was die T f ch e ch o- s l o w a k e i betrifft, so nürö' uns r-on einer zuverlässig unterrichteten Stelle mitgeteilt, daß alle derarsigen Gerüchte in das Reich der Phantasie zu verweisen sind. Polen aber dürfte — trotz der beunruhigenden Erscheinungen in Oberschlesien— von der Gesamtentente gebremst werden Heber die Absichten der deutschen Regierung will Tll. von u st ä n d i g e r" Seite erßohren haben:„Die Regierung steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die a m e r i- tanischeAktionnochuichtabgeschlassenist. Aus Amerika liegt bis zur Stunde noch keinerlei Antwort auf die letzte deutsche Note vor, und wir können die Aktion nicht dadurch stören. daß wir an den einen oder anderen der Alliierten andere Mitteilungen gelangen lassen." Wir möchten, trotz aller Kritik an dem Verhalten der deutschen Regierung, zunächst aus Höflichkeit� be- zweifeln, daß diese Mitteilung wirklich von einer„zuständi- gen" Stelle stammt. Sie klingt eher wie die Erfindung eines geistesschwachen Berichterstatters.� Sonst verlautet über die Absichten der Regierung nichts. » &o,n1i«a, 2. lltai. lhaoas.)?m Retpktioasausfchnß fvriaud. Cort» Eurzon, Graf Sforza. Zalvar) kam eine Verständigung über eiucn Vorklaut zustande, dessen Annahme wohl nicht zweifelhaft ist. Dieser Entwurf wird es Frankreich ermöglichen, unverzüglich die «Wtejche» DaßnichweK rstWlkSN'. für die vorgchchene V-U setzung notwendig find, in erster Linie also die Eluberusimg der Jahres klaffe 1919. während der nötigen Vorbereitungszrit wird die Reparationskommission an Deutschland eine Jnflellung über die Zahlungsweise und die Sicherheiten sür die Zahlungen zur De- gleichung seiner Schuld ergehen lassen. Venn Deutschland bis zum Ablauf dieser Frist seine Zustimmung nicht gegeben hat. so wird die Besetzung des Ruhrgebiets unverzüglich wirksam werden. Deutschland wird 3S Jahresraten von je S proz. seiner Schuld leisten müssen. Vis 19ZS ist ein Zinsfuß von Proz. vorgesehen, der in der Folge auf 5 Proz. einschlletzlich der Tilgung erhöht wird. Die Reparationstommission wird drei Gattungen von Bons aus- stellen, eine erste Rate von 12 Milliarden Goldmark, innerhalb eines Jahres zahlbar, eine zweite Rate von ZS Mlliarden, die am 1. November ausgegeben wird, dann eine dritte Note von Kll Milliarden, die je nach der Aufnahmefähigkeit des internationalen Geldmarktes und der Zahlungsfähigkeit Deutschlands ausgegeben werden wird. Der Oberste Rat hat diesen Entwurf'.a seinen großen Zügen gutgeheißen. Die Finanzsachverständigen sollten um Z Uhr die Zahlungsbe- dinguungen und die Sicheiheiten endgültig iestsiellen. die dazu be- stimmt sind, au Stelle de« territorialen Unterpfandes zu treten. D l e Besetzung würde nämlich nicht stattfinden, falls Deutschland die ihm von der Reparatioaskommission aufgegebenen Bedingungen annehmen sollte. Die Zustellung wird innerhalb einer Fiifl von vier Tagen erfolgen und die deutsche Regierung wird innucrha b einer Frist von /üns bis sechs Tagen unwohlen müfien. Das militärische Vorgehen wird in dem wahr- scheinllchen Fall einer Weigerung Deutschlands keine Verzögerung erleiden. Der Oberste Rat sollte um S Uhr nochmals zusammentreten, um einen endgültigen Beschluß zu fasten trotz der Meinungover- schiedenheiten. die zutage getreten waren. Diese Lösung soll die Fortdauer der Solidarität zwischen den Verbands regierungen sichern, und es ist gar nicht ausgeschlossen, daß die englische Flotte an der Durchführung der Zwangsmaßnahmen teilnehmen wird, es müßte denn gerade sein, daß dies infolge des Berg- arbeiterstreikes unmöglich würde. London, 2. Mai. sRenter.) Die Sitzung des Obersten Rates ist auf morgen vormittag 11 Uhr vertagt worden. Vriond erklärte, daß eine Einigung beinahe erreicht sei. �lenderungen öer �inanzleute. Varls, 2. Mai.(EE.) Um 3.30 Ahr traten die Finanzsachverständigen zusammen. Die drei Kategorien von Bonds, die man von Deutschland verlangt, wurden wie folgt geändert: 1. 12 Milliarden Goldmark sind binnen einem Jahre einzu- lösen. 2. 38. Milliarden, ursprünglich waren 54 in Aussicht genommen, wüsten bis 1. November 1921 übergeben werden. 3. 80 Milliarden werden dann ausgegeben werden, wenn der Weltmarkt Aufnahmefähigkeit dafür zeigt. Der Zinsfuß wird bis 1S2ö mit 3>H proz. berechnet, von 192S an mit 5 Proz. Die Garantien. V a r i s. 2. Mal. sEP.) Als Garantien werden genannt eine Zollkontrolle des Exports und anderer Relchseinnahmen durch eine sogenannte Garantteukommission. Doch ist es wahrscheinlich, daß noch andere Garantten vorgesehen sind. Der«kvansplan erleöigt. London, 2. Mai. l�TV.) Der diplomottsche Mitarbeiter des„Daily Telegraph" schreibt, von den Finanzsachverständigen sei der Plan des britischen Sriegsminisiers. Sir Worthington Evans. daß die von Deutschland zu bezahlenden Annuitäten nur auf 100 Millionen Pfund Sterling festgesetzt, die der Beschlagnahme unkerliegende Quote des deutschen Ausfuhrzolles jedoch von 12 auf 25 Proz. erhöht werden soll, nicht angenommen worden. London, 2. Mai.(WTB.)»Daily Telegraph" zufolge erklärte Graf Sforza, wenn die deutsche Pirtschaftsmaschine zusammen- breche, dann werde vielleicht auch die politische Struktur Deutschlands zusammenfallen und die Rückwirkung auf Italien und andere Staaten keine unbeträchtliche sein. Europa brauche vor allen Dingen Frieden oder wenigstens den Geist des Frie- dens. Daher müste, bevor neue Zwangsmaßnahmen in Kraft treten, ein letzter Versuch zur Versöhnung gemacht werden, ohne daß Deutschland dabei irgendeine Gelegenheit zu einem dllatorischen Verfahren gegeben werde. London, 2. Mai.(DA.)»Manchester Guardian" berichtet, daß Lloyd George in einer persönlichen Unterredung mit Briand in London diesen erneut auf die krittfche innerpolitische Lage in England durch die Fortdauer des ÄergarbeUerftreiks hingewiesen Hab«,«nd daß er in Verbindung damit vor einem übereilten Einmarsch in das Ruhrgebiet ausdrücklich warnte. Der Minister- Präsident habe u. o. auch auf die Gefahr einer gemeinsamen Gegen- aktion der deutschen und englischen Bergarbeiter angespielt, sowie auf die Rückwirkung auf die Bergleute der übrigen alliierten Staaten. -j-'-+■--- .X' vorwärts-verlag G.m.b.H., SW 6$, Lindenstr. 2 Kernsprecher- Amt Moripplay. Nr. 117SZ— S4 Gbersihlesiens Sedrängnis. kattowih, 2. Mai.(WTB.) Nach den bisher vorllegenden Nachrichten befanden sich bis heute nachmittag etwa 8 0 Proz. sämtlicher Gruben des oberfchlesischen Jndustriebezirks i m Streik. Bon 240 000 Arbeitern streiken etwa 190 000. Mit Ans- nähme der Eisenhütte Ferrum im Bezirk Schoppinih wird auf allen Eisenhütten gearbeitet. Es ist vielfach festgestellt worden, daß ein großer Teil der Streikenden den Grund des Streiks überhaupt uoch nicht kennt. Zahlreiche Bergarbeiter, die zum Feiern gezwungen waren. äußern ihre lebhafte Mißbilligung über den Streik. Die Berösfent- lichungen der»Oberfchlesischen Grenzzeitung" sind offenbar als Signal für die Aktton anzusehen, die bezweckt, durch die Provoka- tion der polnischen Minderheit auf die bevorstehende Beschlußfassung des Obersten Rates in der oberfchlefischen Frage entscheidenden Einfluß auszuüben. In den deutschen führenden Kreisen Ober- schlesiens verkennt man nicht den Ernst der Lage, doch hofft man, daß an der geschlossenen Hallung der deutschen Mehrheit in der oberfchlesischen Bevölkerung die Provokalion der polnischen Minder- hat scheitern wird. * Es besteht also die Befürchtung, daß die Polen mit dem Proteststreit ähnliche Absichten haben, wie mit den Streik- Vorbereitungen vor dem August-Putsch im vorigen Jahre. Daher ist es von doppeltem Interesse festzustellen, w i e wenig die oberfchlesischen Besatzungsbehörden für einen solchen Fall durch Sicherheitsmaßnahmen vor- gesorgt haben. Hierzu erhalten wir folgenden Bericht: Der polnische Augustaufstand von 1920 hatte offen aus- gesprochen vornehmlich die Entfernung der Sicherheitspolizei aus Oberschlesien als Ziel. Die Interalliierte Kommission zog schon in den ersten Aufstandstagen die Sicherheitspolizei aus den Grenzgebieten zurück, entwaffnete sie und schob schließlich die reichsdeutschen Beamten über die Demarkationslinie ab; die geborenen Oberfchlefier der Sicherheitspolizei wurden als Stamm für die neuaufzustellende Abstimmungspolizei zurückgehalten. Die Interalliierte Kommission kam der polni- schen Forderung gern entgegen, weil sie in der Sicherheits- Polizei eine deutsche Kampftruppe als Gegengewicht gegen die Besatzungstruppen erblickte. Dabei war die Sicherheitspolizei kaum dreitausend Mann stark und ungenügend bewaffnet, während die Besatzungstruppen vielfach so stark und mit den modernsten Kampsmitteln ausgerüstet sind. Den Polen aber war der wichtigste Grund für die Ent- fernung der Sicherheitspolizei der, daß eine intakte Polizei selbstverständlich auch die Grenzsicherung nach bei- denSeitenin gleicher Schärfe durchführte, und somit auch die oberschlesische Grenze nach Polen abschloß. Die feststehende Tatsache, daß nach dem Augustaufstand 1920 die polnische Grenze niemals, selbst nicht während der Ab- st i m m u n g völlig geschlossen war, ist der Oeffcnt- lichkeit nicht hinreichend bekannt. Welche Vorteile die polnische Propaganda hieraus zum Schaden der oberfchlesischen Bevölkerung gezogen hat, liegt klar auf der Hand. Gegen das Hereinftrömen der Verbrecherbanden, die sich unter dem Na- men„Pojowka Polska" inzwischen in Polen organisiert hatten. war kein Damm mehr vorhanden; nach verübter Tat konnten die Banden stets ungehindert und ohne Gefahr wieder nach Polen zurückkehren. Ebenso war es der geheimen polnischen Militärorganisation, die nach dem Augustaufstand zu sehr er- heblicher Stärke anschwoll, möglich, ihren Nachschub ungehindert auszuführen und die Verbindung nach Polen aufrecht zu erhalten. Diese Tatsachen waren der Interalliierten Kommission nicht unbekannt, denn selbst die polnische Propaganda machte hieraus kein Hehl; im Gegenteil, sie benutzte diesen Umstand immer wieder als Einschüchterungsmittel gegen die oberschle- fische Bevölkerung. So konnte sich Korfanty in der„Grenz- zeitung" damit brüsten, daß allein bei der Einweihung des Denkmals für die in den oberfchlesischen Aufständen Gefallenen in Sosnowice 40 000 Oberschlesier ohne Paß über die Grenze gegangen waren. Auf diese Tatsache ist die Interalliierte Kommission wiederholt aufmerksam gemacht worden und auch darauf, daß die aus der polnischen Armee entlassenen Oberschlesier vielfach in geschlossenen Formationen ohne Kontrolle über die Grenze kamen und daß fortwährend Tausende von Oberschlesiern zur Vollendung ihrer militärischen Ausbildung nach Polen gingen und wieder zurückkamen. Während man, um von Oberschlesien nach Deutschland und von Deutschland nach Oberschlesien zu kommen, sich den schärfsten Paßbestim- mungen und der schärfsten Kontrolle unterwerfen muß, genügt zur Ueberschreitung der Grenze nach Polen ein ewsacher Aus- weis von Korfanty. Klarer können die tatsächlichen „Rechts"- Verhältnisse in Oberschlesien wüh- rend der Abstimmungszeit nicht beleuchtet werden. Mef« Zustände wurden nur dadurch möglich, daß die Ab- stimmungspolszei durch den bei jeder Gelegenheit bckmtcn nationalen Zwist vollkommen den Charakter einer objektiven Polizei verloren hatte und immer niehr zu einem p o l i t i- schen Machtin st rumcnt geworden war. Nach den Zu- sicherungeu der Interalliierten Kommission lallte die AbstiM»- mungsvolizei paritätisch zusammengesetzt sein und nur aus moralisch einwandfreien Leuten bestehen, Tatsache ist aber jedenfalls, daß von den Polen in die Abstimmungspolizei eine große Zahl von Personen hineingeschickt wurde, die sich an beiden Augustaufständen mit der Waffe in der Hand beteiligt hatten, und unter denen sich viele von den Gerichten gesuchte Verbrecher befanden. Die Ausständischen machte die Interalliierte Kommission durch eine Amnestie straffrei; die Verbrecher wurden dadurch geschützt, daß das Kommando der Polizei verbot, nach dem Vorleben der neueingestellten Beam- ten zu forschen. Fast sämtliche polnischen Führer sind aus der polnischen Armee oder aus der geheimen polnischen Kampf- Organisation hervorgegangen und gehören ihr, mit wenigen Ausnahmen, bis zum heutigen Tage an. Ebenso steht der größte Teil der polnischen Unterbeamten mit der Kampforga- nisation in Verbindung. Alle polnischen Beamten werden von der polnischen Propaganda durch erhebliche Geldmittel unter- stützt: die polnischen Beamten, die früher der polnischen Armee angehört haben, beziehen auch noch jetzt von dorther ihre Löh- nung. Es war daher nicht überraschend, daß, als nach der Ab- stimmung der polnische Terror sich wieder über die lei- dende deutsche Bevölkerung Oberschlesiens ergoß, alle polni- schen Beamten der Abstimmungspolizei mit den Aufrührern gemeinsame Sache machten. Sie überfielen und entwaffneten , die deutschen Polizeibeamten, mißhandelten sie, zwangen sie zur Aufgabe ihres Dienstes, sie schreckten sogar nicht davor zurück, deutsche Beamte nach Polen zu verschleppen oder ihrer Ermordung durch die bewaffneten Banden ruhig zuzusehen. Keinesfalls haben sie das geringste getan, um die grundlos Überfallene, völlig wehrlose deutsche Bevölkerung vor Mord und Terror zu schützen, die diese Schreckenstage nur deshalb durchmachen mußte, weil die Abstimmung nicht den polnischen Wünschen entsprach und die Polen sich in chren Hoffnungen getrogen sahen. Die Maßnahmen der Interalliierten Kom» Mission zur Beendigung dieser unglaubsichen Zustände waren, wie auch nicht anders zu erwarten war, u n g e» n ü g e n d und ermangelten des energischen Willens, mit aus- reichender Strenge gegen die sich als„Freiheitskämpfer" auf- Wielenden polnischen Banden vorzugehen. Und das wenige Stunden nachdem die oberfchlesische Bevölkerung in überwie- gender Mehrheit bekundet hatte, daß sie von der polnischen Freiheit und dem polnischen Paradiese nichts wissen will! Nun hätte man aber erwarten dürfen, daß die äugen- blickliche Regierung, die ständig der oberschlesischen Bevälke- rung etwas von einer neuen„Aera der Freiheit und Gerech- tigkeit" erzählt, auch die Lehre aus diesen Schreckenstagen ziehen und den ernstlichen Willen zeigen würde, durch eine gründliche Reform der Polizei diesen unhaltbaren und schändlichen Zuständen endlich ein Ende zu machen. Auch der Interalliierten Kommission müssen die Beamten bekannt sein. die sich an den letzten Unruhen aktiv betelligt haben und die sich zum größten Teil noch jetzt in Oberschlesien befinden. Trotz- dem erfreuen sich diese G e se tz e s v e r S ch t« r, die sich Po- kizei nennen, der Freiheit/ und die Verwaltung des Landes. die sich völlig in französischen Händen befindet, fühlt sich nicht bewogen, diesen Dingen«in Ende zu machen. Am schlimmsten sind in dieser Beziehung die Zustände in der Gruppe Kattowitz, die unter dem Kommando des französi- schen Mazors Fenler steht. Dieser Gruppe unterstehen in polizeilicher Hinsicht die Kreise Beuthen, Kattowitz, Rybnit und Pleß. Es ist ja allgemein bekannt, welch unerhörter Terror besonders in diesen Kreisen geübt wurde und sich un- gehindert austoben konnte. Fast zweihundert ge- mordete Deutsche allein in diesen Kreisen sind das Ergebnis des polizeilichen Schutzes, den die Interalliierte Kommission der Bevölkerung hat angedeihen lassen. Die Entscheidung über Oberschlesiens Zukunft steht noch aus. Noch dem Ergebnis der Volksabstimmung kann sie nur patsth auf poel. 0, Ihr müßt es kennen, dieses glückliche Fleckchen Erde, von den langsamen Wassern der Ostsee umspült! Wie ein Eiland des Frieden« liegt es da vor dem Mecklen- burger Land, einjam und zufrieden, und wenn es Sommer wird, dann prangen die reichen Felder, und das Korn schießt in die höh«, und die schweren Kühe trotten durch die Straßen, und um da« Dorf an der Kirch« blüht es. Die Menschen aber gehen zufrieden dahin, als hätten sie keinen Teil an den Sorgen der Welt. * Manchmal jedoch bringt der Dampfer von Wismar«inen Fremden oder zwei. Die bleiben dann irgendwo im Dorf oder In jenem Gasthof, wo die gemütliche Lembkewirtin ihnen die stische Milch in die Gläser gießt. Am Tage aber gehen sie den schmalen Feldweg entlang, pusten den Großstadtstaub au» den Lungen, und wenn sie den lachenden Klee und die lockenden Blumen sehen und der ausruhende Blick über die weiten grünen Gefilde schweift, bis er über der Bucht am Mühl- darf weilt, dann offenbart ihnen die erreichte Höhe und das sich öffnende weite Meer alle Schönheit dieser Welt. » Es ist ein Eiland des Friedens. Ja, wirklich, da» ist es! Ist's, vbschon der gefangene, immer noch gefangene Russe Di» von der fernen Heimat erzählt, vom Bolschewismus, dem er anhängt, und von den Fußtritten des Guts- Verwalters, der ihm nicht einmal satt zu essen gibt. Ist's, trotz der kläffenden Hunde, die um das Karussell springen, das schon zum 63. Male„Lieschen, Lieschen.. spielt. Ist's, denn es hat einen Schoß für Dich, dieses Poel, der in frischem Gras, aus mohngeflecktem Korn, auf Kirchwällen, die Rosen- büsche säumen, an zerklüfteien Hängen am Meer, im Sonnenunter. tauchen in die See den Frieden schenkt und der gehetzten Seele sanfte Lieder eingibt.- Manchmal aber, abends, gehen gestiefelt und gespornt zwei Junter über Land und in die Wirtschaft, schlagen die Reitpeitschen auf den Tisch und geben dummen Mädeln Wein zu trinken. » Sie sinnen auch wohl anderes. Jetzt lieft man davon. Am letzten Sonnlvg im April haben sie geputscht. Geputscht aus Poel. Wie kommt der Wahnsinn in diese Gefilde? Hubertus heißen die Mecklenburger ihre Orgesch. Wildgewordene Spießer, verunglückte Reichswehr- und Baltitumsöldncr, Leut- nants a. D. und was so dazu gehört. Einen furchtbaren Skandal hoben sie erregt und dos Paradies zum Exerzierplatz gemacht. Dem Gastwirt IS Fenster eingeworfen. das Haus demoliert,»Deutschland, Deutschland über alles" gesungen, alle erreichbaren Proletarier stvie wenige sind's dort bewußt!) miß- so ausfallen, daß die polnische Propaganda unter Führung Korfantys noch einmal an die Leidenschaften der in ihrem Solde stehenden Verbrecherbanden appellieren wird» um noch den letzten Versuch zu wagen, das heißbegehrte Industrie- gebiet der polnischen Regierung in die Hand zu spielen. Und nach allen Erfahrungen, die die oberfchlesische Bevölkerung seit dem 11. Februar 1920 gemacht hat, ist die Befürchtung nur allzu sehr begründet, daß Oberschlesien schweren Tagen entgegen geht. Die P o l e v organisieren offen ein sogenann- tes„Ob ersch lesisch es Freikorps", bauen die alten Organisationen aus und das alles vollzieht sich unter den Augen der InteralliiectenKommission und ihrer zahlreichen Organe, dienichtssehenund hören wollen. Verschärfung deS Streiks. Beuthen(Oberschleflen), 2. Mai.(MTB.) Die Slreitlage im oberschlesischen Abstimmungsgebiet hat sich bis in die Abend- stunden hinein verschärft, von 62 Gruben streiken SS. In Kars und B o b r e k wurden die Elseabahubeamleu an« den vnrean» verjagt; die Kaiser veamlen flüchteten in die vachbarstadk Beuthen. Apo wurde bcanfiragt. die Bahnhöfe zu besehen, so daß in den Nachmittagsstunden der regelmäßige Zugverkehr wieder aufgenommen werden tonnte. Le Rottd verläßt Oberschlesien. Oppeln. S. Mai.(WTB) Die Interalliierte Kommission teilt amtlich mit, General Le Rand habe Oberschlefien am 80. April verlassen, um sich nach Frankreich zu begeben. Der Vorfitz in der Interalliierten Kommission ist auf General de Marini(Italien) übergegangen. Die Vertretung Frankreichs übernahm General« lonsul Ponfod. Die Interalliierte Kommission verbietet Umzüge. Benthe»(Oberschlesien), 2. Mai.(WTB.) Da man auch in den Kreisen der Interalliierten Kommisston annimmt, daß es sich um einen politischen Streit handelt, der durch die bekanntgewordene angebliche Entscheidung über eine Teilung Oberschlesiens veranlaßt ist, wurden Umzüge, die gestattet waren, falls sie ohne Fahnen und Jnschristtafeln stattfänden, heute v e r b o t e n, so daß den Polen die Möglichkett genommen ist, die für den morgigen Erinnerungstag an die polnisch« Konstitution vorgesehenen Feiern mit Umzügen zu veranstalten. Auf Veranlassung der Interalliierten Kommission wurde in der Druckerei der„G r e n z z e i t u n g" und auf den Postämtern die Ausgabe des G o n l« c s l o n s k i, der einen Artikel mit einer Be- schuldigung der deutschen Industriellen veröffentlichte, beschlog. nahmt. Oppeln, 2. Mai.(WTB.) Die interalliiert« Kommission hat ein A k o h o l v e r b o t für den gesamten oberschlesischen Industriebezirt erlassen. Sie will, wenn dt« Lage e, erfordert, den Belagerung«- zustand über den Unruhebezirk verhängen. Rückwandernng der Ruhrpolen? Warschau. 2. Mai.(EE.) Bei dem Ministerium für ehemals preußische Gebiete ist eine polnische Delegation aus der Rhein- provinz und Westfalen eingetroffen und hat ein Memorial über die Rückwanderung der 800 000 dort wohnenden Polen vorgelegt. Es wurde«in Komitee gebildet, das die Rückwanderung vorbereiten und den Rückwandernden Beschäftigung ausfindig machen soll. Pasen, 2. Mai.(DA.) Noch amtlichen Feststellungen de» Posener Ministerium« find bisher au« den ehemal« preußischen Provinzen Posen und Westpreußen rund 300 000 Deutsche au«- gewandert. Rene Bedrohung Polens? Warschan. 2. Mai.(EE.) Blättermeldungen zufolge finden an der neuen polnisch-russischen Grenze bolschewistische Trup- Penansammlungen statt. Nachrichten aus Minsk berichten über die Zusammenziehung bolschewistischer Artillerie in dem Ab- schnitt« Kopyl-Uzda sowie zwischen Bobruist und Sluzk. In Smo- lensk wird eine litauische und ruthenische rote Armee gebildet. Deutschet Geschäftsträger in Warschau wird an Stelle v. Obern- dorff» der Botschaftsrat v. Schön. Vanöervelöe gegen Hrlaaü. Bari». 2. Mai.(WTB.) Wie dem.Zntranfigeavt- an» Brüste i gemeldet wird, hat im Generalrak der sozialistischen Bortet I Iustizminister Vandervelde erklärt, mau müsse der Pottttr der Alliierten die Politik der Sozialdemokraten, wie fie in Amster- dam festgesetzt worden sei, c o t g e g e o st e l l e a. Er sei enl- schlössen, mit seinen soziallsttscheu Kollegen das Ministerium zu verlassen, wenn Belgien sich den Beschlüssen anschließe, die die französische Regierung zur Durchsührnug bringen wolle. Brüssel. 2. Mai.(Agencc Delge.) Der Generalral der Sozialistischen Barlei erklärte sich in seiner Mehrheit at# An- bänger der Sanktionen(?!). Eine neue Sitzung wird ei»- berufen werden, sobald dl« Londoner Beschlüsse bekannt sind. Die Resolution Knox. Washington. 2. Mai.(MTB.) Die bereits gemeldete An- nähme der Resolution Knox, die bekanntlich die Beschlagnahme de« ehemals feindlichen Eigentum« trotz der Kriegsbeendigung auf- rechterhält, ist erfolgt, nachdem der Antrag Towniend auf einfache Erklärung de« FriedenSzustande« zwischen Deutschland und Amerika mit 44 gegen 26 Stimmen abgelehnt worden war. Ist das ungebührlich! New Bork, 2. Mai.(Spezialfunkfpruch.) Beamte des Staats- deparatements erklärten, wie der„Assaciated Preß" aus Wajhrngton gemeldet wird, daß während der letzten Besprechungen auf der Lon- doner Konferenz über das Reparationsproblem wiederholt hervor- gehoben worden fei. die Bereinigten Staaten seien mit den Alliierten darin einer Meinung, daß Deutschland bis zur Grenze feiner Zay- lungsfähigteit für seine Verpflichtungen auszukommen habe, daß es aber für unklug gehalten werden würde, wenn irgendein Vorschlag. der die wirtschaftliche Wiedererhebung Deutschlands ungebühr- lich zu hemmen geeignet wäre, angenommen werden sollte. Wenn Beschlüsse gefaßt werden, die mit dieser Auffassung der Veremigten Staaten in Einklang stehen, so würden, wie man annimmt, die deutschen Gegenvorschläge von Washington nicht weitergegeben werden._ �orthps Kanzler will verhandeln. Das neue ungarische Kabinett Bethlen bemüht sich, den Schein zu erwecken, als ob die Zeit des weißen Terrors und der schranken- losen Reaktion zu Ende sei. Tatsache ist allerdings, daß heute in Budapest n i ch t m e h r wie in der Blütezeit des„christlichen Kurses Arbeiter und Juden auf der Straße totgeschlagen werden, daß auch in der Provinz die Pogrome aufgehört haben und daß nicht mehr Verhaftungen auf Grund bwßer Denunziationen erfolgen. Darüber hinaus aber hat sich an den Regierungsmethoden des Horthy-Regimes nicht das geringste geändert. Nach wie vor herrscht eine strenge Pressezensur, werden Versammlungen oerboten, Gewerkschaften auf- gelöst, republikanische und sozialistische Agitationsversuche unterdrückt. nach wie vor sind die Gefängnisse überfüllt und die Internierungslager der Schauplatz eine» grauenvollen Massensterben« der wegen„bolschewistischer Gesinnung" dort- hin verschleppten Tausende. Scheinbar, um auf da» Ausland-ine Wirkung auszuüben, hat fich nun plötzlich Bethlen an die Partei- leitung der ungarischen Sozialdemokraten gewendet, um „Verhandlungen" einzuleiten. Was sich die Regierung dar-IW unter vorstellt, ist unklar: um so klarer ist die Haltung der Sozial- demokratischen Partei, die in ihrer Antwort folgende erste Bedingung für jede Art von Verhandlungen aufftellte: Wiederherstellung der Berein»-, Bersammlnngs- und Bretzsteiheil. Einstellung der Arbeiter- Verfolgungen, völlige Amnestie und Aufhebung der Inlerniernngeu. sofortige Freilassung der verurteilten Bolksbeaufttagten. Bethlen wird nicht umhin können, über kurz oder lang diese zunächst sehr bescheidenen Forderungen durchzuführen, um so mehr, als die un- garisch« Arbeiterbewegung, die nach dem Sturze her Rätediktatur völlig niedergebrochen wir, jetzt wieder von Tag zu Tag mehr er- stärkt. veulschlomd» Gesandter in Prag, Prof. Sänger, kehrt in« Auswärtige Amt zurück, wo er— nach der»Dena"— Diplomaten ausbilden soll. Hoffentlich findet er da nicht nur adlige, sonder» auch talentierte Schüler. handelt, ein paar, die der Rotte entgegentraten, niedergeschlagen, wieder„Deutschland» Deutschland über all«»" gesungen, voran die Herren Leutnants.... Im mecklenburgischen Landtag aber hat man ein großes Auf. sehen gemacht, die Protestresolution der Poeler hat gewirkt, die Polizei hat die„Hubertus'führcr beim Kragen gekriegt und die Re- gierung die Sipo geschickt, denn Poel will Ruhe haben. » In Poel aber wird's Sommer. Der Wismarer Glaser schickt neue Fenster mit dem Dampfer, in Kirchdorf wird der Schaden repariert, und wenn«» wieder Wahl ist, dann denken die Poeler an die Hubertus" und ihren Putsch. Walther Victor. «tt-yeidelberg.(Komische Oper.) Wer kennt nicht den herzigen Gartenlaubenstoff von Karl Heinz und Käte, wer hat nicht schon ein» mal— lang lang ist's her— bei Abschied und Wiedersehen, bei frohem Kommers und ernstem Liebesspiel eine Träne vergossen? Dieser Meyer-Förster hatte eine Ader für das. was dem Theater, seinen Spielern und Hörern nottut: er kniete sich in einer Zeit der sogenannten Fürstentugenden und Studenten-Sehnsüchte so recht in Voltes Herzklappe hinem. Ein Schmarren mit Gefühl und mit still begleitender Musik von Bogelstimmen, Lauten, Studentenliedern. Lang ist's her, daß wir jung waren und wehmütig. Dieses Stück wird ins Italienisch« übersetzt, verarbeitet, komponiert, zurücküber« setzt in recht banale» Deutsch und in der einst Gregorschen Oper mit einer ernsten Truppe aufgeführt. Zu viel de» lastenden Ernstes von allen Seiten. Pacchierotti, der Komponist, hat seine Oper „Cidelberga mia" 10 Jahre an der Weidendcmmer Brücke liegen lassen und starb darüber. Seine Oper wird nicht mehr so lange leoen. Pacchierotti legitimiert sich als Schüler Puccini» und an- derer Neu-Jta!iener, liebäugelt mit dem Waldwebon Siegfrieds und meistersinperischen Tönen und redet eine gewählte, unoriginals Sprache, deren bestes Idiom die deutschen Studcntenlieder sind, in Dur, Moll und Mischung. Die Oper ist durchkomponiert, und selbst die Mitteilimg über Schlagenfäll« erhält ihren Ton. Diel rührende, klug und bewußt kolorierte Arienfreude, viel Rampenlicht in der Partitur und effektvoll« Demonstration, der ganze Wurf viel zu schwerblütig, die Humor« und Siegspielfreuden zur Erde ziehend. Eine Unterstreichung der großen Schwächen, nicht ein Vergessen- machen der kleinen Vorgänge im Libretto. Es muß zugestanden werden, daß die gut behandelten Insir: nente Besseres zu sogen haben, als die schlecht behandelten Menschen. Richard Tauber wußte auch mit dem schüchtern-stcifcn Erbprinzen nenig anzufangen: Mari« Escher sang reiüend und blieb der Innigkeit des lieben Heidelberger BtSdels nichts schuldig. Eine sehr durchgefeilte Leistung bot der Professor Franz Egenieff». und auch Karl Kant gefiel in seiner baritonalen Bierlaune Die Geschmacklosigkeit eine» verballhornten Schubert-Ständchens soll man im Haus« Gregors rasch streichen, und ebenso die grell-bunten Lichter abstellen, für die Reinhadt nie gelebt zu haben scheint. Felix Günther diri- gierte mit Geschmack etn tüchtiges Orchester. K.S, Die Akademie der Arbeit wurde Montag in F r a n k f u r t a. M. mit 100 Teilnehmern eröffnet Vertreter des Staates, der Stadt, der Universität und der Gewerkschaften hietten Ansprachen. Der neue Kultusminister Becker betonte, daß die neue Staatsregierung gewillt sei. den Kurs der bisherigen Regierung in jeder Beziehung weiterzuführen. Die Akademie solle dem geistigen Wiederausbau dienen und«ine Krönung aller Volksbildungsbestrebungen darstellen. Die Eröffnungsrede hielt der Leiter der Akademie, Dr. Rosenstock. über die Wechselbeziehungen zwischen Arbeitern und akademischer Arbeit. Das einzigartige Institut, das Kopf- und Handarbeit in engste und regste Verbindung bringen will, ist aus dem Geiste der neuen Zeit erwachsen: der Initiative und der Mitarbeit der organisierten Arbeit und der Förderung der iozialistischen Minister dankt es fein Entstehen. Möge es seine fruchtbare Arbett im Sinne seiner Gründer durchführen! Da,„Reigen".Berbol in Men. Man erinnert sich an den Po- gromskandal gegen die Aufführungen von Schnitzlers„Reigen", die der Bundesregierung den Anlaß gaben, die weiteren Vorstellungen zu verbieten. Zum Vollzug dieses Verbots war der Lanoeshaupt- mann und Bürgermeister von Wien, Genosse R e u m a n n, berufen- DU Er tat nichts dergleichen. Die Regierung klagte ihn vor dem Vet' fassungsgerichtshof wegen Rechtsverletzung durch Richtbefolgung einer Anordnung de« Bundes an. Reumann ist jetzt freige- sprachen worden, weil das Schreiben der Bundesregierung nicht einmal den formalen Anforderungen an ein so wichtiges amtliches Schriftstück entsprochen habe. Es ist aber auch noch sehr zweifelhaft. ob eine Berurtellung hätte erfolgen können, wenn selbst der Form genügt wordm wäre._ Karlbn nicht mehr und hotte mit der Zeit gelernt, ihn gern zu haken; sie verstand, daß er's schwer genug�iatte und jemanden brauchte, nQr* ihgr matv Ä alles fügte, das begriff sie nach wie vor nicht. Wenn sie es ihm sagte, schwieg er— es war zum Verzweifeln. Er war in der Gewalt feiner Mutter— daran lag es wohl. Nicht weil er sie lieb hatte— er sprach von ihr wie von einer Fremden und nahm auch an der Erörterung ihrer schlechten Seiten teil; aber er vermochte sich nicht von ihr freizumachen! Eines Tages begann er, ohne äußeren Anlaß von seinem Vater zu reden; er hatte ihn früher nie erwähnt. „Hast du ihn gut leiden können?" fragte Stine.„Ja. denn deine Mutter kannst du ja nicht ausstehn," fuhr sie fort, als er nicht antwortete.„Du brauchst dich nicht zu genieren. es einzugestehen— man ist nicht dazu verpflichtet, etwas lieb zu haben, was man nicht lieb haben kann. Ich mag meine Mutter auch nicht leiden!" „Aber das ist doch unrecht! Gott hat gesagt, daß man seine Eltern lieben soll," erwiderte Karl dumpf. „Nicht wenn man sie nicht lieb haben kann— denn was will er einem dann?— Und wenn sie nicht gut find?— Du siehst es ja selber, daß du dir nichts aus deiner Mutter machst! Wie willst du's denn dann machen?" Ja, das wußte Kgrl nicht— aber das sollte man ja. Sa stand es geschrieben! „Hat dein Vater denn deine Mutter lieb gehabt? Er soll ja so gottesfürchtig gewesen sein." „Nein, er konnte nicht— aber es war ihm selber sehr unangenehm. Mutter rauchte Pfeife im Schlafzimmer, wäh- rend er krank war. Da hat er Husten gekriegt und hat Blut gespuckt, aber sie ließ es doch nicht sein.„Spuck ou bloß das Dreckblut aus," sagte sie,„dann kriegst du neues." O, wie garstig sah Vaters Blut auf dem Fußboden aus-- er wurde kreideweiß im Gesicht. Aber sie darum bitten, das Rauchen zu unterlassen, das wollte er nicht. Da nahmen meine Brüder ihr Pfeife und Tabak fort und versteckten beides. Und sie. sie oerleitete mich, indem sie mir Süßigkeiten gab, ihr zu sagen, wo die Dinge lagen." „Hat sie's nicht aus dir rausprügeln wollen?" Das hätt' ihr doch ähnlich gesehn!" „Rein, auf die Kleinen und Wehrlosen dreinhauen. das hat sie nicht gemocht. Aber meine Brüder, die größer und stärker waren, die hat sie durchgeprügell. Und die haben mich dann verprügelt,— weil ich geklatscht hatte." » mp&m-ii BleiBen, sich unier Hingabe von 1 M. den auZfiisirlichen Arbeitsplan zu beschaffen, und zwar am besten von der Geschäitsstelle Berlin NW, Georgenstr. 34—36(Institut für Meereskunde), geöffnet wer kläglich von 12—1. Die Bolkshochschule unterhält Arbeitsstätten in Berlin Zentrum, Nordwesten, Norden, Nordosten, Süden, ferner in Tegel, Wertzensee, Lichtenberg, Karlsborst, Treptow, Oberschöneweide, Köpenick. Neukölln. Schöneberg, Steglitz, Wilmersdorf und Char- lottenburg. Kartenverkauf findet in der Buchhandlung Vorwärts, Berlin, Llndenstr.2, Laden, 8— 6llhr. im Gewerkschaftshaus. Berlin 80. Engeluler 15, 1 Treppe, Zimmer 15, statt, und außerdem durch die Vertrauenspersonen in allen größeren Betrieben. Die Berliner arbeitende Bevölkerung sollte sich die Gelegenheit, sich eine Volts- Hochschule nach ihren etgenen Wünschen auszubauen, nicht entgehen lasten und durch eifrigen Besuch unterstützen. Kommunaler volksbtldungsausschnst Reinickendorf. Vorstellung des Komi) unolen Marionettentheaters am Dienstag, den 3. Mai, nach- mittag« 4 Uhr, im Realgymnasium, Berner Straße. Gespielt wird ,Muzl, der gestiefelte Kater". Die Obleute der KrrisbildungsauSschüiic werden wiederholt ge- beten, im tlause der Woche die Fragebogen einzuschicken. Die Bestellungen aus Korten für die Aufführung der.Gölterprüsung" im Theater der Freien Volksbühne am Sonntag, den 22. Mai d. �s.. oormitlags 11 Uhr, müssen bis Mittwoch, den 4. Mai, ersolgen. Spätere Bestellungen können nicht be- rllckstchligt werden. Für die Auff ihrung der Elilabeth-Duncan-Schule am HimmelsahrlStage um 11'/, Uhr vormittags im Theater am Bülowplatz find Einlagkarlen zum Preise von 3.50 M. zu haben im Bureau de Bezirks- bildungsauSschusseS, Linden str. 3, und in der BorwärtS-Buchhandlung, Lindenstraße 2._ Msklang öer Maifeier. Ein« Anzahl Berichte über die Maifeiern, die teils im Montag- Abendblatt kein«« Platz fanden, teils zu spät einliefen, tragen wir in der heutigen Nummer nach. Leider zwang uns die Raumnot, so manchen schönen, gehaltvollen Bericht zu kürzen. Das wahrhaft Erhebende an all diesen Zuschriften aber ist der ins Große gehende Zug der Begeisterung, der unbedingten Treue und Hingabe an die Ideale des Internationalismus, des Sozialismus und der Demo- kratie, des starken Verlangens nach Einigung des Proletariats und des unerschütterlichen Willens, sich keine Errungenschast der Revo» lirfion wieder rauben zu lasten. In diesem herrlichen Geiste stand am 1. Mai unsere Partei in ganz Groß-Berlin geschlosten da, eine unerbittliche Warnung an die Bourgeoisie, die Geduld der Massen zu mißbrauchen. Bemerkenswert war auch die große Teilnahme der Frauen und Jugendlichen an den Veranstaltungen. Mit Freude und Dankbarkeit gedenken die Berichte der hingebenden Teilnahme der Arbeitsr-Sänger,-Turner,-Radfahrer,-Sportler und der frischen frohen Jugend mit ihren heiteren Tänzen, Spielen und Lauten- liedern. In einer überfüllten Versammlung sprach nachmittags in der Pahenhofer Drauerel, Turm- Ecke Stromstraße, der Genosse Hugo H« i m a n n. Er wies auf die schweren Bedingungen seitens der Cntente hin. Die vortrefflichen Ausführungen fanden stürmische Zustimmung. Nach Schluß der Versammlung oereinigten sich die Genossen zu einer Familienfeier, wo Konzert, Barren-Rieg« des Ar- beiterturnoereins„Fichte", sowie Arbeiterjugend durch vorzügliche Reigentänze das Fest oerschönten. Bei der Maiseier im Böhmischen Brauhause find bei der Derlosung folgend« Gewlnnnummern nicht abgeholt worden: Rr. SSI. KM, SK7, 769. 776. 899, 901, 960 und 963. Die Gewinn« smd binnen einer Woche gegen Abgab« der betreffenden Los« an die Abteilungsführer vom zweiten Borsttzenden des Kreises Prenzlauer Tor in Empfang zu nehmen. Di« Maifeier im Porodiesgarten, Landsberger Alle« 155, war sehr gut besucht. Die Feier wurde durch Gesangsvorträge eröffnet. Genosse Dr. Kallmann hielt die Festrede und schloß mit einem Hoch auf die alte Sozialdemokratische Partei unter großem Beifall die Versammlung. Lichtenberg. Bor über 2000 Besuchern sprach Genosse Erwin Barth in Schwarz' Sommertheater. Nach Schluß der Verstimm- lung bildete sich ein großer Demonstrationszug, an dessen Spitze die Arbeiterjugend Lichtenberg« unter Mifführung vieler Fahnen mar- fchierte. Unter Gesang und Hochrufen auf die Einigkeit des Prole- tariats sowie der Internationalen Sozialdemokratie bewegte sich der Zug durch die Hauptstraßen Lichtenbergs zum Gärtner-Platz. Nach kurzen Ansprachen fand hier die gutgelungen« Demonstration ihr Ende. Die Nochmittagfeier hatte ebenfalls sehr starken Zuspruch, die Gesamträume von Schwarz' Sommertheater waren überfüllt. Zn Tempelhof fand die Versammlung im Birkenwäldchen statt. Genosse Dr. Ostrowski wies auf die Schuld der bürgerlichen Regierung hin, di« mit ihrem individualistischen Kapitalismus gegenüber den Forderungen der Siegerländer kläglich Schiffbruch erleidet. Die augenblickliche Krise sei keine deutsche, sondern eine Weltwirtschaftskrise. Sie könnte nur durch die gesamte Arbeitnehmerschaft der ganzen Welt gelöst werden. Der Sozial- demokratischen Partei kommt hierbei die Hauptarbeit zu, doch hätten wir einen mächtigen Bundesgenossen in den mit uns parteipolitisch verbrüderten Gewerkschaften der 2. Amsterdamer International«. Diese allein habe das Heft in der Hand und ist berufen, auf Grund der hinter ihr stehenden 25 Millionen gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer dieses Problem zu lösen.— Am Nachmittag referierte Genosse Kuttner über„Den Niedergang der Kultur". Er wies nach, daß unsere Ideen den Niedergang aufhalten werden und rief alle auf zum geistigen Kampf. Zm Tegeler Siranhschloß sprach vor über 400 Zuhörern Genosse Paul O estreich. Er warnte davor, aus die Uebergrifse des Entrntekapitalismu» durch Haß gegen di«„feindlichen" Völker zu antworten, der Kapitalismus sei in allen Ländern, zuerst also daheim zu bekämpfen. Der politische Rückschlag zugunsten der bürgerlichen Parteien entspringe aus der seelischen Müdigkeit im Zerbrechen von Wirtschaft und Lebensgewohnheit. Ans gehöre doch die Zukunft, wenn wir mit dem Sozialismus im täglichen Leben Ernst machten, uns hülfen in Wirtschaft(Eintritt in Konsum- und Produktivgenossenschaften). Bildung(Schaffung welllicher Schulen, Elternverbände) und Ueberzeugung(Austritt aus der Kirche, sozia- listische Religiosität). Mut und Ausdauer gelte, dann werde die Erde einmal menschenmürdig werden. Die Rede, di« lebhaften Beifall auslöste, rahmten Vorträge parteigenosssscher Sänger ein. Oberschöneweide, Riederschöneweide und Johannisthal. Die Sängerchöre, denen Mitglieder aller sozialistischen Parteien ange- hören, sowie die Oberschöneweider Genossen oersammelten sich um 7 Uhr früh auf dem Marktplatz in Oberschöneweide und zogen in ge- schlossenem Zuge nach Niederschöneweide, wo eine gut besuchte Ver- sammlung abgehalten wurde, in welcher Genosse Jung nach einer kurzen Ansprache aufforderte, im Demonstrationszuge nach Johannis- thal zu marschieren. Die Arbeiter-Jugend war mit Banner und Fah- nen vertreten. Vor dem Lokal Kyffhäuser nahm der Zug Ausstellung und hier hielt Genosse D r. Lo h m a n n das Referat. Die trefflichen Ausführungen fanden bei allen Teilnehmern ungeteilten Beisall. In Adlershof(Zieges Gesellschaftshaus) war die Maifeier gut besucht. Sie wurde durch ein Freiheitslied des„Männerchors Adlershof" eingeleitet. Genosse Emil D i t t m e r hielt di« Festrede. Trotzdem dunkle Wollen über Deutschland schweben, feiern wir unfern 1. Mai immer wieder in der Hoffnung und Zuversicht, daß einmal alle Völker der Erde und alle Menschen unterein- ander Brüder werden. Zum Schluß seiner begeistert aufge- nommenen Rede sprach der Redner die Hoffnung aus, daß das Prole- tariat zu einer Einigung kommen werde. In Ztf edrlchshagen verlief die Maifeier in würdiger Weise. Am Vormittag fand auf dem Marktplatz eine allgemein« Ver- sammlung statt, die vom örtlichen Gewerkschaftskartell veranstallet war. Zwischen dem Frühlingsgrün leuchtete das Rot der Banner, deren Inschriften auf die Macht eines geeinten Proletariats hin- wiesen. Auch der Festredner Fricke betonte die Notwendigkeit eines brüderlichen Zusammengehens und sprach die Hoffnung aus, daß im Laufe der Entwicklung wieder eisern zusammengeschmiedet werde, was jetzt noch getrennt gehe. An die Versammlung schloß sich ein Umzug durch den Ort. Rahnsdors-Wilhelmshagen feierte den Tag durch eine Dersamm- lung mit einer außerordenllich begeistert aufgenommenen Festrede des Genossen L r t t k e im Gasthof zum Bahnhos in Wilhelmshagen. An den Vortrag schlössen sich Spiel«, Tänze und vortreffliche Darbietungen.— Vor etwa 1000 Zuhörern referierte Genosse S ch u- m a n n im Stadttheater der alten, jetzt in Groß-Berlin aufgegangenen Stadt ESpenick und fand mit seineu Ausführungen starken Beifall. Den Höhepunkt der Nachmittagsfeier bildete die Festrede des Ge- nassen Franz Krüger.— Den Genossen von Grünau und ihren Familien und Freunden führte Genvss« Blerbücher in eindring- licher und überzeugender Weise d!« jammervolle Banterottpolitit des Bürgertums vor Augen.— Im nahezu bis aus den letzten Platz besetzten Bürgergarten von Johanniotbal sprach Genosse Max Schütte, ebenso auch in Falken berg. An beiden Stellen löste der Vortrag des Redners starken Beifall aus.— Vor den karlshorster Genossen sprach Genosse K o tz u r. Besonderen Beifall fand er mit jenem Teil seiner Ausführungen, in denen er der Hoffnung Ausdruck gab, daß die Schwer« der beooustshenden Ereignisse den Zusammen» jchluß der Arbeiterschaft fördern möge.— Die Meißeuseer Genossen erfreut« und begeistert« Genossin Rqn eck mit ihrer Rede. Die Nachmittagsfeier am Orankesee sah an die 5000 festlich bewegte Menschen oereinigt.— In Vuchhol, und in Karow erweckte Genosse M ö b u s mit seinen zündenden Reden die freudige und begeisterte Zustimmung der Anwesenden. In Buchholz fand ein imposanter Demonstrationszug statt.— Die Genossen der nahe beieinander- liegenden Ortschaften Viesdors. Saulsdors und Mohlsdorf vereinigten sich in Mahlsdorf zu einer außerordenllich packenden Kundgebung des arbeitenden Volkes. Die Festrede hielt Genosse S p l i e d t.— Auf der Kirchwiese zu Röntgenthal sprach Genosse Gerber. Di« Der- sammlung gelang aufs beste, trotzdem die USP. in letzter Stund« ein Zusammengehen abgelehnt hatte.— In Rosenthal hielt Genosse Dr. W. Z e ch k i n ein ausgezeichnetes, sehr eindrucksvolle» Referat, während Genossin Gertrud 5>anna es übernommen batte, in Dlankenburg zu sprechen wo es ihr gelang, die Anwesenden durch den großen Ernst und di« Eindringlichkeit chrer Rede zu fesseln. * Auch aus der Provinz Brandenburg und den angrenzenden Pro- oinzen liegen Berichte vor. di« Kunde geben von dem prächtigen Verlauf aller Veranstaltungen. In den Ortschaften der Nieder- Lausitz Särcheu-Annahütte, klettwih und kosfebau sprach Genosse Fuß- Berlin und erregte mit seinen Ausführungen größte und begeistert« Zustimmung.— In Liebeuwalde hielt Genosse S ch l l e n z unter freien Himmel ein mit Beffall aufgenommenes Referat, in Meseritz sprach Genosse K e m p I e und in Schweriu a. d. 7V. Ge- nosse Buchholz, beide unter freudiger Zustimmung aller Hörer. tL«t. 7 Uhr Sv«clw«.seouukuics b« 1Ä. OtmüuhtWIt,. ftrale 2. Referent Pfarrer Bleier:„Stellmrzaahine zm» Schulprourmm» 71. 714 Uhr bei«chwing, SSnigw-Luis-�tr. O,«erf-mmlmi, und Äahlabcnd. I«.»bt.»-»wschitle»-««. 7% Uhr bei Berndt, B-umschnl«»»«.«. Sitz-n-a no.'äfc t" 6r li n?�715�Uhr bei Dahle. Niipenicker. Eck- Wilh-l-nftr-ße, st«»-». abeud. R-s-rent Th-vdor Kabelitz:..Modern- Erziehung IN d-r Schule. 123. Abt. Kaulsdorf. 714 Uhr d«i fiülraec, Wilhelm-, Sät Bahllhofstraßi, Fraucnabcnd. Referent Willy Wärni«:„Steuerfragen". 13». Abt. R-inickend-rf.Sst. 7 Uhr bei Lindltedt, R-iidenzftr. 120. Sitzung des engeren Vorstandes. Die Obleuls d-r Kommiffionen wolle» ebenfalls 141. R-Ienthal. t Uhr bei Petra». Hauptstr. IS. Sitzmig siwtlicher Funktionäre. 3.»«I««edding. Donnerstag, den s. Mai. s-rrenparll«. rreffpunv morgens 714 Uhr bei«erfin, Pankstr. W. Abfahrt oo» Bahnhof s-suud- brunne» 8.11 Uhr, Bahnsteig D, nach Frohnau. �ugenüveranstaltungen. verein ArieIter.Z»g««d S-otz-Berli». Sekretariat: SO. 40, 3» de» Selten 3. Dienstag, den 3. Mal: Renkllln.Rord: Friedeistrahe, Mitgliederversammlung. — Reinickendorf. ll: Diskusstonsabend trag:„Kinoschund und Schundliteratur Bus aller Welt. Absturz eioes Ilugzeuges. Am Sonntag nachmittag gegen 2 Nhr stürzte in Haßloh hinter Schnelzen bei Hamburg ein neues Flug- zeug aus etwa 800 Meter Höhe ab. Der Flugzeugführer Figger und ein Passagier hatten einen Probeflug unternommen. Figger. der er- heblich verletzt ist, wurde ins Krankenhaus geschafft, ebenso der Passa- gier, bei dem wenig Hoffnung für sein Wiederaufkommen besteht. Der Absturz erfolgte durch Versagen der Steuervorrichtung. Züaflige Steuerskrase. Wegen unrichtiger Angaben in der Steuererklärung wurde der Bankier Bacharach in Salzwedel zu einer Geldstrafe von 332 550 M. verurteilt. Sport. Groß-Serttner parteinachrichten. Heute, Dienstag, den 3. Mai: 11.»eei, SchZueberg-Friedeva». g Uhr im geichenfaal der Schul« Feurig! Kreisoertretcrsttzung. Tagesordnung: 1. Bericht. Z. Reuwahl de» Kr, Vorstandes. 3. Anträge au, den Abteilungen. 3»ngso,ialisten. Sr»»»e Lichtenberg: 7>4 Uhr bei Schlenkrich, Siurplonstr. 43, Vortragsabend. 3. Krei» Wedding. 8 1«. Abt. 7 Uhr bei Morgen. Mittwoch, de« 4. Mal: .r bei«erfin. Pankstr. 80, Sitzung de» Borstande». ert. Rstdersdorfer Str. 8._ Nennen im Grunewald. Trotz der ArbeiiSruhe im VerkehrSgrworbe versammelte der grünen Rasen am Sonntag ein zahlreiches Publikum, auch der Montag fand viele interessierte Zuschauer. Nachstehend die Ergebnisse: 1. Sonntag. «rSsinunaS-Renneu. 22000 21?., 1600 Meter. FriedSeim» Gondel (Kaiver) 1.. Madam kgimmermann) 2., Palestrina(D. Schmidt) 3. Tot. 18. Pl. 11. 12: 10. Ferner liefen: Wachtel(4.). Leicht 2-1-/«—'/, Lg.— Ausmärker.Ronne». 16 000 M.. 1800 Meter. E. Schirop» Ikarus (Leinekohl) 1.. Muselmann(Karde!) 2.. Hourka(Kobl) 3. Tot. 113. PI 27. 13:10.(ferner liesin; Gioet, sira Diavolo(4.), Rosmarie. Gegenwehr sicher'f. bis 2>/<— l'/, Lg.— Pulcherrima-Rennen. 27000 M.. 1400 Meter, tz. v. Opels Favortta(Ientzich) 1., Magelone(O. Schmidt) 2., Di« Wolke(Zimmermann) 3. Tot. 66, Pl. 27. 15: 10. Ferner liefen: Flugschrift f4), Hellebarde(5.). Kampf 1si-21/,-l,/4 Lg-- Hoppe- garteuer AnSgleich. 40 000 M.. 1600 Meter. Gestüt Mydlinghooen» Provinzler(Rastenberger) 1., Hallunke(Kasper) 2., Partber CO. Schmidt) 3. Tot. 60, Pl. 16, 15, 15; 10. Ferner liefen: Armenier, Ulan II, Mazzin(4). Dunst(5.), Mazeppa(6.), Rinaido. Sicher'/«— 1'si— tzals— Kopf.— Prets von Pnchhof. 22000 M., 1200 Meter. Kesiüt Beils Sardanaval lTarraS) 1., Rosensel»(Staudinger) 2.. Landratte(Bleuler) 3. Tat. 9C, Pl. 16. 16, 36: 10. Ferner liefen: Aurora(4.), Eentrifugal, Harmsnl«. Minestra. Dentlchrttter(zur.) Don Linton, Marga(zur.), Landoazt. Leicht 1—1'/,— 2 Lg.— Tperber-Rennen. 16000 M., 1400 Meter. L. n. W. Sllareks Famulus(Rastenberger) 1.. Rose Mari«( Staudinger) 2., Livia (Behr) 31. Danaide(tz. Schmidt) Sff. Tot. 26, Pl. 23, 86: 10. Ferner liefen: Primadonna(5.), Margaret«. Uederlegen 3— 2— Totr.— 6 Lg.— Inder-Ausgleich. 22 000 M.. 2000 Meter. Frhr. S. A. o. Oppenheims Ismen«-Zimmermann) 1., Bogarwo(Jenhsch: 3, Slldttroler(Paltag) 3. Tot. 28, PI. 10, 10, 11:10. Ferner liefe»: Föhn(4.), MarmaraS, Jndling, Dragomau(zur.). Leicht 2— 1— tzal«. 2. Montag. |. Preis vo« Reuftadt. 1. Orkan(FalkenSagev). t. Colberg(Bo- rowski). 3. Augur(Becker). Tot. 55. Pl. 20. 17. 75: 10. 2'/,-2 3. S. Pomtrimpes- Ausgleich. 1. Protzor(Rastenberger). 2. Eva (O. Schmidt). 3. Belgrad(Otto Müller). Tot. 24. Pl. 13, 17. 21: 10. A. Flagelotansgleich. 1. Liebesgott(O. Schmidt). 2. Hexenmeister (Tarras). Tot. 26, PI 16. 42: 10. Ferner liefen: Flüchlling, Sinn Fein. L. 4. Eonsul-Rcnnen.(1200 Meier.) 1. Foo(Staub'�**). 2. Mazor(Blume). 3. Narr(Christliebs. Tot. 46, PI. 17. IL, A: Ferner liesen: Onyx, Seeckt, Villogo. Prise, Schadenireud«, Valeria. Poh- tausend. 2—1 L. 5. Preis der Nachtigall.<1800 Meter.) 1. Wallen- stein(Zimmermann). 2. Romanze(Tarras). 3. Laland(O. Schmidt). Tot. 16, PI 11, 13: 10. Ferner liejen: Pallenverg, Ro'enrittcr.'/» Hals. 6. Mat-Reunrn.(1600 Meter.) 1. Rinaldo(Slaudinger). 2. Finnland er(Lstntzsch). 3. Puichkin. 4. Baltasar. Tot. 43. Pl. 13. 18: IC 3—2 L. 7. Gnggdln-Ausgleich. 1. Kongo(Kasper). 2. Chalcedon (Blume). S. Dragomann(Gtaudwger). Tot. 271, Pl. 43, 23. 33:10. Ferner liefen: Lebenskünstler. Feldgrau, Cherusker III. Belladonna. Mazzin, Ornament, Aladar, MarmaroS, Poraeus, Blumenkönigin. K.— Hals. Freie Turnerschaft SchSneberg-Berliu.(Mitgl. d. A..T. n. Ep.-B.) Mittwoch 7»/, Uhr: Sitzung sämtlicher Turn- und Sportwarte Seydelslr. 8. — Donnerstag: Kruppen. Itinderfeft in Stahnsdorf. Treffpunkt 2 Uhr, Machnower Schleuse.— Südbeztrk. Freilag: Sitzung aller Turnwarte bei Bluhrn.— Sonnabend 6 Uhr: Anturnen Neukölln, Sportplatz Grenzallee. — Nordbezirk. Donnerstag: Turniahrt nach Birkenwerder, Gesell- schastShaus. Trefstmnkt für Männer A 7.30, B 7 Uhr. Turnerinnen B 8 Udr. A 3.30 Uhr. Bahnhof Gesundbrunnen.— Freitag 7 Uhr: OeffentlicheS Turnen d» JugendabteUungen Schönstießer Stt. 3.— Sonntag 2 Uhr: Anturnen«pielplatz Riedelfchönhaufen.- Bezirk S ch S n« b e r g. Freitag: Mannerversammlung bei Rosenthal Sonntag: Anturnen.— Bezirk Neu- k ö l l n. Donnerstag: Familienpartie nach Ferch.— Sonnabend 6 Uhr: Donnerstag; Familienpartie Anturnen Sportplatz Krenzallee. Nässdrv 30 J rund dickt Soziales. Erhöhung der Unfallreuken. Durch das„Gesetz, betr. Aettderungen in der Unfallversicherung" vom 11. April 1921 erhöhen sich für viele Unfallrentenbezieher die Renten infolg« Verdoppelung der Zulagen und Erhöhung der sog. Drittelungsgrenze. Der Verband der deutschen Berufsgenosienschaf- ten bittet uns mitzuteilen, daß es dabei keines Antrages der Renten- bezieher bedarf. DieerhöhtenRentenwerdenvonselbft durch die Berufsgenossenschaften und die Po st an- gewiesen. Die verdoppelten Zulagen werden am 1. Mai durch die Post ausgezahlt. Wegen der Erhöhung durch die Aenderung der Drittelungsgrenze ist allerdings mit einer gewissen Verzögerung zu rechnen, denn bevor Ausführungsbestimmungen des Reichsversiche- rungsamts erschienen sind, können die Berufsgenossenschaften das Gesetz nicht ausführen. Die jetzt unterm 21. April erschienenen Aus- führungsbestimmungen betreffen aber nur die Zulagen, noch nicht die Drittelungsgrenze. Bei der sehr großen Zahl Fälle, die in Betracht kommt, kann die Erledigung auch nach dem Erscheinen der Ausführungsbestimmungen nicht für alle Rentenbezieher gleichzeitig erfolgen. Durch Anfragen bei den Berufsgenosienschasten entstehen aber nur Portokosten, Schreibarbeit und, wenn sich die Anfragen häufen, möglicherweise eine weitere Verzögerung. Zusammenschluß der Kriegsbeschädigtenorganisakionen. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten tellt mit: Nachdem am 16. und 17. April in Weimar zwischen den in Betracht kommenden KriegsbeschSdigtenorganisationen die Möglichkeit einer Ver» schmelzung besprochen worden ist, und sich dabei der Zentral- verband Deutscher Kriegsbeschädigter und der Internationale Bund der Kriegsopfer von den weiteren Verhandlungen selbst ausgeschaltet haben, sind am 39. April die Vertreter des Einheitsverbandes der Kriegsbeschädigten, Sitz Leipzig, des Bundes Deutscher Kriegsbe- schädigter, Sitz Hamburg, und des Reichsbundes der Kriegsbeschädig- ten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebener abermals zusammen- getreten, um das in Weimar begonnene Werk der Vereinigung fort- zusetzen. Die Verhandlungen erstreckten sich auf die Ausarbeitung eines Entwurfes einer Satzung für die auf parteipolitisch neutraler Grundlage zu bildende Einheitsorganisation. Es wurde völlige Uebereinstimmung in allen wichtigen Fragen erzielt, so daß es gelang, einen vollständigen Satzungsentwurf auf- zustellen. Dieser Entwurf wird nun den Instanzen der beteiligten Organisationen zur Beschlußfassung unterbreitet werden. Nach erfolgter Stellungnahme wird eine weitere Zusammenkunst statt- finden, um die notwendigen Borbereitungen für die Verschmelzung zu treffen._ vortrage, Vereine und Versammlungen. Sozialdem-kratischer NZllnerchoi Frledeich-Hai«. Donnerstag, den 5. Mai, "romiltenttuBftug. Treffpunkt 9 Uhr E-dowa oor dem Bahnhof. Frlihstiick in l. Do'" werden gebeten, mit ihren Familien an dem Ausflug teilzunehmen. Die Rikckfohrt erfolgt von Hirschgarten.— Freier Männcrchor Reinickendorf. Donnerstag, den 8. Mai, Herrenxartie. Treifpunkt bei Lindstedt, Präsidenten- straß« 129, morgens KL Uhr.— Reichebnub der ttriegsbeschödigteu, Kriegs. lrllnebmer und»riegerhfnterbliebenen. Bezirk Lichtenberg! Mligliederner» fammlung am Dienstag, den Z. Mai, abends 7 Uhr, im Cäcilien-Lyzeum, Rotbausfir. L. Referent: Gauleiter Kämerad Lorenz Uber„8weck, giel und Erfolge der Organisation flir die Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Ä"......."........... M"------------ Kriegerhinterbliebencn".---- J____ W>»»WWW>.WWW........... zurzeit noch fernstehende Kameradinnen und Kameraden stnd ebenfalls ein- nei Friedrichsliagen: Dienstag, den 3. Mai, abends 7'A Uhr, bei 81,_ Versammlung aller Kriegsopfer. Kameradin Scholz, Friedlichst Hl Eworowsky spricht über„Warum milffen stch alle Kriegsopfer im Rcichsbund organisieren?''— Zcntraloerbond der Invaliden und Witwen Deutschlands. Ortsgruppe Sroß-Berlin. Ocffentliche Versammlung: Mittwoch, den 4. Mai, nachmittags ü Uhr, Eharlottcndurg, Eophic-Eharlotte-Echnle, Rvsinenstr. 14. Eonnabend. den 7. Mai, nachmittag« 5 Uhr, Verlin NW., Turmstr. 8v lEchul- aula). Sonntag, den 8. Mai. vormittags 9 Uhr. Berlin, Wllllcrstr. lö7/lW, Ecke Triftftrasie(Echulaula». Diskufsion, freie Aussprache. Kriegsbeschädigte und Erwerbslos« sind eingeladen. Lämmer» u. Vinterkurdetrieb•— �m Taunus bei Frankfurt a.M. Hervorragende Heilerfolge bei Herzkrankheiten, beginnender Arterienverkalkung, Muskel- und Gelenkrheumatismus, Gicht, Rückenmarks-, Frauen, und Nervenleiden Sämtliche neuzeitliche Kurmittcl— Gesunde, kräftige Luft— Herrliche Park- und Waldspaziergänge— Vorzügliche Konzerte, Theater, Tennis, Göll, Krocket Wuritaubenschießstand Schöner angenehmer Brholungsaulenthalt Man fordere die Auskunftschrift E 82 von der Bad- und Kurverwaltung Bad-Nauheim. r n r- I'iUalc Berlin. Sebastianstr. 87/88. l.wIstm«miiW-»e>l!elel! Sicnafag, hen 3. mal. abend» 7 Ahr, bei SUtc, Sebaflianftcabe 39: Mitglieder- Versammlung für Schneider, Näherinnen u. Zuschneider. Tagesordnung: L Bericht von den zentralen Verhandlungen mit den Ar» beitgedern. Z. Neuwahl der Kommisston und Branchenleitung. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung bitten wir, fllr guten Besuch zu agitieren.— MitgUedsduch oder-karte legitimiert; ohne die, oder mit mehr als sechs reftierenden Dochenbeiträgcn kein Eintritt 165/0 Die Branchenleitung. Dir Stelle des! 2. Bürgermeisters der Stadt Wernigerode a. Harz ist iusvlg« Versetzung des Inhaber« in den Ruhestand zum 1. Oitoder d. I. unter folgenden Bedingungen zu besetzen: ah-Der zu Wählende muß über gründliche uiw umsasieude Erfahrungen und Kenniniste ans dem Gebiete der gemeind- lichen Armen- und Waiienoerroaitung, der Kinder- und allgemeinen WohlsabNepflez« und der sozialen chefetzgebunst und Fürsorge verfügen. Erwünscht find Kenntnisse auf dem Gebiete de, Finanz- und Sieuerwefeu». Belähigui i Richpev''--------------- l eramt oder zum HSHere» Verwaltungsdienu erwunslyt, ad-r nicht unbedingt criorderlich. Der Gewöhne würde in diesem Falle oorausstchtUch auch den Vorsitz oder die Stellvertretung im Berlitz de, Mietriniaimgs-mte» und de« Gewerbe- und Kaustnaunsgerichte» zu tdernetztnen baden. b) Die Wahl geschieht nach der Gtädleordunnz vom 30. Rai ISW auf 12 Jahre. c) Da, Gehalt ber Stelle richtet sich nach den Katzen her d)ir. Tleakdlln: berliner Strasse 1 H Qamenslrumpf 8 Doppelte Sohle, gute Baum- woll-Qualüät, schwarz, weiss, braun, grau a........ Mk, W W Für Sommerwohnung sind ofe potent el-We unentbehrlich Bank- Bett Liegestühle in alten Preislagen Katalog 193 gratis R.Jaekel'5 Patent. Möbel. Fabrik, Berlin, MarkgrafanstP., Koka Kocbatr.* Metall81�8 CriinerWcgM zahlt Tagespreise für Kupfer, MessinOr lel, Zink etc. Zinn u. BBei sowie alle Altmetalle kaufen zu Tagespreisen Mataiischmelzwarke, Waldamorstr. 74. Talephon. Moritzplatz 9063 Kasmorrhoiden I schwinuen schnell und st, schmerzlos durch Myro* 2 balanu m, sich, bewährt,■ äußerliche Anwendung. W M. 10,00. 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Gespenster Freitag 7 Uhr: Peer Gynt Deutsches Künstler-Theater Allabendlich 7'� Uhr: Die selige Exzellenz Adalbert, Junkermann, BDIIer Komödlenhaßs: Allahendlich 7.30 Uhr: Die SnchemitLola mit Moa Pallenberg Berliner Theater: Allabendlich 7.30 Uhr; DAS Hilde WSrner, Ralph Artor Roberts, Uschi Clleot, Herbert Klper, Paul Rehfcopt Residenz- Theater Täglich 7-/, Uhr: Das Privileg Stg.'/�: LadyWInderm.Fächer Trlanon-Theater TVjUhr: ROSEN von Hcimann Sudermann. Olga Limburg, Kardia Toelle, Käte Haack, Kranz Schönenann, Heinrich Scbrotb, Wilhelm Bendow Sonntag 4 Uhr. Rosen Kleines Theater Täglich 71/, Uhr Kar ein Trarnn Lustspiel von LotharSchmldt Olga Limburg, Eugen Burg, Kalkenstein. Mamelock Sonntag 4; Casanovas Soha Oentrnl-Th enter 7 uhr; Jlonka lleatneliea Opernkans 7 Uhr: UndiflC Prlcdr.TV ill» ein» nt.Tli. v!,ü.: Hoheit öle Tänzerin KI. Blchannplelhana ?'/, vtr- Reigen Komische Oper '■/a u.: üt Heidelberg TauotnplelhniiH T*/. Uhr: Arnold Riech in Die spanische Fliege Metropol-Th«*ntep unr Die blaue Maznr henen Operetteuthcat. 7-/, Uhr: Fritz Werner Der lachende Ehemann Neuen VoIUstheatcr 7 Uhr: Nora SeUlllep-Thent.rhnrl. 7v.u.: 100 000 Taler Thalln-Thentcr /■/.uhr Mascottchen Th.am XollcndorCplntK Der Vetter aus Dingsda Theater des VVenrens Morgen wieder Instlk! 3V. U.: Raun der Sah Inerinnen Th.l.d.Kommandantenstr. K Die goldene Freiheit IVallner-Thcatcr 7/< Uhr. Ziachm. zahlen Kinder auf allen Sitzplötzen halbe Preise 'if Folies Kaprice tf a Oranienb.Tor. Tel.Nd.8650 Neues Programm: Oer heuache Josef Sein Modoll Am Badestrand mit Ferd. Orüneckcr Vorverkauf II— 2 u. ab 6 Uhr Casino-Tlieater Lothringer Str. 37. Tägl.'/.S Wieder ein neuer Schlager! Bollrich&Sohn Volksstdck in 3 Aufzogen Berlin. Humor: Berlin. Typen Einzig In OroB-Berlin Sonntag 3'.U: Hiitlenqualen. Kdmirals?alasf 7VgUhr: Abrakadabra BehrenstraBe 54 Präzise 7'/. Uhr Max Hansen 3 Cartellas Hugo Römer Elly v. 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Zu gleicher Zeit sprachen noch auf dem Ausstellungsgelände zu den zahlreich versammelten Massen Frau Stadtverordnete Stolz und Landtagsabgeordneter Arzt.— Einem höchst verklausulierten Bericht der gänzlich in den Dienst der Reaktion eingespannten TU. aus München entnehmen wir. daß auch dort der 1. Mai von der sozialdemokratischen Arbeiterschast in imposanter Weis« beganzen wurde. Die genannte Korrespondenz kann sich den überflüssigen Hinweis auf die völlige R u h e in der Stadt nicht ersparen, der einem Bedauern darüber, daß es nicht zu Zusammenstößen mit der allezeit zum Sprung bereiten Einwohnerwehr kam, verzweifelt ähnlich sieht. Sm übrigen muß selbst die TU. zugeben, daß die Versammlungen und Maifeiern der Arbeiterschaft„wie immer sehr stark besucht" waren. Die Maifeier im fluslanö. Wen, 2. Mai. u t t e r allgemein freizugeben. Die Freigabe der Einfuhr von Kondensmilch soll erfolgen, wenn die im Jnlande vorhandenen Vorräte zur Deckung des Jnlandbedarfc» nicht mehr ausreichen. Aalisozialisierungskurs im neuen Preuße». Wie die meist gut unterrichtete„Frankfurter Zeitung" meldet, lehnte die preußi» sche Stoatsregierung es ob. auf eigene Rechnung Auf- schlußarbeiten im neu entdeckten Steinkohlenlager bei 5zalle aus- zuführen, wies aber das Oberbergamt Halle an. Ausführungen von Aufschlußbohrungen durch Private nachdrücklichst zu fördern!— Dir haben ja noch nicht genug Stinnessel i GewerMastsbewegung Unter Sem Schutze üer Sourgeoisie. Schon bei einem großen Teil der Unabhängigen ist«»et» pänt. im politischen Leben zur Wahrung irgendwelcher Interessen die bürgerlichen Gerichte anzurufen. Weiter links bei den Kommunisten und Unionisten zetert man laut über jeden, der die „Gerichte der Bourgeoisie" gegen sie aufbietet. Gelegentlich aller- dings bekommt die Sache ein anderes Gesicht, nämlich dann, wenn diese Radikalen die Gerichte selbst anrufen. Gestern abend jubilierte die„Rote Fahne" in einer mit einer dreizeiligen Ueberschrift versehenen Notiz über einen Bombensieg der Kommunisten vor den bürgerlichen Gerichten in Halle. Der Vorstand des Deutschen Metallarbeiterverbandes hatte bekannt- lich die kommunistischen Mitglieder der Ortsverwaltung Halle ihrer Aemter enthoben und von dem Inventar und dem Bureau selbst Besitz ergriffen.„Die Anrufung des Halleschen Amts- ge richte» war deswegen notwendig", so meldet das Kommunistenblatt. Und dieses bürgerliche Gericht hat zur diebischen Freude der Kommunisten entschieden, daß der Vorstand des Deut- schen Metallarbciteroerbandes das gesamte Inventar und Vermögen herausgeben und die Bureauräume verlassen muß. Es ist ein gerichtlicher Verwalter eingesetzt worden, der vorläufig die Obhut über diese Sachen angetreten hat. Die Freude der Kommunisten über diese Entscheidung eines Ge- richts der Bourgeoisie kommt in dem Satze zum Ausdruck, den die „Rote Fahne" Üiesem Tatbestand anhängt und der folgenden Wort- laut hat:„Somit hat also ein bürgerliches Gericht anerkannt, daß der Schritt der Metallarbeiterbureautratie gegen die Hallesche Arbeiterschaft ungerechtfertigt ist. Armer Robert Dißmann, muß Dir auch noch das passieren!" Arme Kommunisten! Wie tief seid Ihr gesunken! Ein anderes Beispiel für die Grundsatzfestigkeit, Charakterstärke und das Klassenbewußtsein der hyperradikalen Elemente! Seit einem Monat stehen die Tiefbauarbeiter Berlins im Streik. Technische Nothilfe und Schupo haben alles Mögliche getan, um das Unternehmertum vor Schaden zu bewahren. Diesen beiden hat sich nämlich ein Teil der Mit gl jeder der revo- lutionären Betriebsorganisation zugesellt. Bei der Firma Bruch, deren Baustelle sich in der I u n g f e r n h e i d? befindet, sind zirka 300 Arbeiter Mitglieder der genannten revo- lutionären Organisation. Während alle den freien Gewerkschaften angehörenden Arbeiter den Streikbeschluß ausführten und der Ar- beitsstätts fernblieben, arbeiteten diese Revolutionäre unverdrossen weiter. Einmal gelang es, sie zur Niederlegung der Arbeit zu ver- anlassen, aber bald schon standen sie wieder in Reih und Glied mit der Technischen Nothilfe, um den Anhängern der„Gelben" Amster- damer Internationale zu zeigen, wie man Solidarität übt und wie man den Klassenkampf des Proletariats führt. Der Unternehmer Bruch hat jetzt vom Landgericht l zu Berlin eine einstweilige Verfügung erwirkt, die dahin geht, daß dem Zen- tralverbanh der Maschinisten und Heizer, dem Deutschen Bauarbeiter- verband und dem Zentralverband christlicher Bauarbeiter ver« boten wird, auf der Baustelle der Firma Bruch in Iungfernheide: „Streikposten aufzustellen, durch diese oder in anderer Weise die Fortsetzung der Arbeit in den Betrieben der Antragstellerin zu behindern, insbesondere Arbeitswillige von der Fortsetzung »zw Wiederaufnahme ihrer Arbeit durch Gemalt oder Drohun- gen abzuhalten, sowie die Baustelle der Antragstellerin zu be- treten oder Arbeitswillige bei dem Aufsuchen ihrer Arbeitsstelle oder deren Verlassen zu belästigen, und zwar bei Vermei- dung einer Geldstrafe bis zu 3000 M. für jeden Fall der Zu- widerHandlung. Nun werden also die zartbesaiteten„Revolutionäre vom reinsten Wasser" unter dem Schutze der verhaßten bürgerlichen„Klassen- justiz" um so eifriger die Kampffront des klassenbewußten Prole- tariats meucheln. Sie können halt nicht aus ihrer Haut heraus, d i e Gelben von gestern. Die Entscheidung des Landgerichts I erscheint uns durchaus gesetzwidrig. Die Gesetze der deutschen Republik gewähr- leisten den Arbeitern das Koalitionsrecht. Praktisch hat dieses ober nur dann einen Sinn, wenn diejenigen, die von ihm Gebrauch machen, auch die Möglichkeit haben, von der durch den Zusammenschluß entstandenen Macht Gebrauch zu machen, wenn es gilt, ihre wirtschaftlichen Rechte gegenüber ihren wirt- schafllichen Gegnern zu vertreten. Das ist der Zweck, den die Ar- beiter mit der Ausübung ihres Äoalitionsrechtes verfolgen und nie- mand kann in ihm einen anderen Sinn sehen. Wenn man aber den Arbeitern die durch das Koalitionsrecht geschaffenen Möglich. keiten zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage dadurch nimmt, daß man schon verbietet„Streikposten a u f z u st e l l e n", dann ver- stößt man gegen die Verfassungsbestimmungen, die auch für Juristen noch bestehen. Die Konsequenz dieser unverständlichen Recht- sprechung wäre die Festsetzung einer Schadenersatz. Pflicht der Gewerkschaften gegenüber den Unternehmern im Falle eines Streits. Damit wäre dann allerdings jeder Streit unmöglich gemacht und der Zustand errichtet, den unsere Reaktio- näre schon so lange herbeisehnen. Aber die deutsche Arbeiterschaft wird auf dem Posten sein und jeden Anschlag auf die Koalitions. freiheit mit aller ihr zu Gebote stehenden Macht abweisen. Ghdgtmg km Eknze!h«mdel. Der drohende Streit der Handelsangestellten ist durch eine Einigung über die Lohnzulagen vermieden worden. Ueber das Resultat der Verhandlung wurde gestern abend im Lust- garten von Jacobowitz, Bublitz und Schwarz Bericht erstattet. 15 000 bis 20 000 Angestellte waren erschienen. Die Redner erklärten, daß es in letzter Stunde noch gelungen fei, eine Verständigung mit den Arbeitgebern auf folgender Grundlage zu erreichen: Es sollen erhalten: Jugendliche im Alter von 15 Jahren 285 M., IS Jahren 315 M.. 17 Jahren 385 M. monatlich. Lehr- l i n g e im 1. Jahre 165 M., im 2. Jahre 220 M. und im 3. Jahre 285 M. Die in Gruppe I eingegliederten Ange st eilten von 18 Jahren an 630 M., von 19 Jahren 665 M., von 20 Iahren 700 M. und weiter bis 1130 M. Gruppe II: 920, 980, 1010, 1100, 1160, 1220, 1280 und 1350 M. Gruppe III: 1070, 1125, 1190, 1255, 1320, 1385, 1150 und 1520 M. Gruppe IV: 1550, 1650, 1750, 1875 und 2000 M. Weibliche Kräfte in den Gruppen 10 Prozent weniger. Die Zulagen sollen rückwirkend ab 1. A p r i l gezahlt werden, und die Vereinbarung bis 30. September gelten. Ueber die restlichen Tariffragen soll am 6. d.M. eine Ver- Handlung stattfinden. i' Die Versammelten stimmten qegen eine starke Minder- heit dieser Vereinbarung zu. Am Dienstag(heute) soll die end- gültige Abstimmung in den Betrieben erfolgen. Lohnbewegung der Schwer- und Leichtfuhrwerkskutscher. Die in den gewerblichen Lastfuhrbetrieben Groß- Berlins be- schäftigten Arbeitnehmer baben den bestehenden Tarifvertrag der Fuhrberren- Innung durch ihre Organisation— den Deutschen TranSporiarbeiterverband— zum 30. April gekündigt. Zu den jetzigen Wochenlöhnen von 275 M. für Schwer« und 253 M. für Leirdtstihrwerkskutscher wird eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 47,50 M. und eine Verbesserung des sozialen Teiles des Vertrages gefordert. In einer hierüber mit dem Vorstand der Fuhrherren- Innung gepflogenen Verhandlung lehnte dieser jedes 'Zugeständnis ab mit dem Hinweis, daß nach seiner Ansicht � eine Verbilligung der Lebenshaltung eingetreten sei. Außerdem sei die Geschäsislage schlecht. Er machte den Vor'chlag, den bestehenden Manleltarif aus ein Jahr und das letzte Lohnabkommen auf ein Vierteljahr zu verlängern. Mit dieser Sachlage beschäftigte sich eine sebr stark besuchte Versammlung der Arbeitnehmer am 28. April. Die Versammelten lehnten die Zumutung der Arbeitgeber— auf die Verbesserung ihrer Notlage zu verzichten— einstimmig ab. In der Verweigerung feg- licher Zugeständnisse erblicken die Arbeitnehmer, da die Löhne in der Branche gegenüber ähnlich gelagerten Verhältnissen bedeutend zurück- stehen, eine Herausforderung. Sie sind gewillt, mit ollen geWerk- schaftlichen Mitteln dakür einzuireten, die berechtigten Forderungen zur Geltung zu bringen. Zunächst wurde beschlossen, den Schlich« lungssausschuß anzurufen. Die polnischen Berufsverbände gegen Moskau. Die Zentralkommission der Berufsverbände Polens hat in ihrer Plenarsitzung vom 26. April in Anbetracht der gewerkschaftsschädi- genden Tätigkeit der Kommunisten beschlossen, jegliche B e- Ziehungen zur Kommuni st ischen Partei abzu- brechen und deren Absichten energisch entgegenzuarbeiten. Die Kommission weist unter Aufrechterhaltung ihres grundsätzlichen Standpunktes von der Neutralität der Gewerkschaften darauf hin, daß die Funktionäre der Berufsverbände, soweit sie Mitglieder der Kommunistischen Partei Polens sind, den Bestrebungen der Be- rufsoerbände entgegenarbeiten und ihre Zersplitterung er- st r e b e n. Die Zentralkommission fordert die ihr angeschlossenen Verbände auf,„Mahnahmen zu treffen, die eine Zersplitterung und Schwächung der Organisationen durch jene, die berufen sind, sie zu stärken und aufzubauen, unmöglich machen würden". ver städtische Gükerdirekkor läßt uns durch den Magistrat sagen, daß er gar nicht io widerspenstig ist, wie wir in unserer Nr. 185 berichteten. Er denke gar nicht daran,„die Bestrebungen des Zentral-Arbeitsnachweises bei der Schaffung eines Arbeitsnachweises für land- und forstwirtschaftliche Angestellte durch Nichtwahrnehmung von Sitzungen zu verhindern". Wenn die„Tätigkeit" des Direktors diesmal diese Wirkung hat, so liegt das nach Angabe des Magistrats daran, daß durch die Befolgung der— angeblich wirklich spät er- folgten— Einladungen„wichtigere Ausgaben" unerledigt geblieben wären. Zum Schluß wird behauptet:„Durch die Schaffung von Groß-Berlin und die dadurch bedingte Uebernahme der Vorortgüter und den damit zusammenhängenden Umbau der Verwaltung ist die Tüterverwaltung so mit Arbeit überlastet, daß auch von dem ge- rmgen Bureaupersonal niemand zur Sitzung geschickt werden konnte, selbst wenn dem Zentral-Arbeitsnachweis damit gedient gewesen wäre." Nunmehr werden hoffentlich alle Gegner eines Arbeits- Nachweises für land- und forstwirtschaftliche Angestellte von dem guten Willen des Güterdirektors überzeugt sein. Wir bitten ihn jetzt, auch in Zukunft wegen dieser Lappali«„wichtigere Auf- gaben" nicht unerledigt zu lassen. Die Fachgruppe für„Feinmechanik, optische, chirurgische und orthopädische Instrumente" im Deutschen werkmeister-verband fordert alle noch nicht organisierte Kollegen auf, sich der Fachgruppe anzuschließen. Sie steht auf sreigewerkschaftlicher Grundlage, besitzt eigene Tarifkommissionen und ist in ihrer Leitung paritätisch zu- sammengesetzt. Um in den zukünftigen wirtschaftlichen Kämpfen eine geschlossene Einheitsfront zu erhalten, ist es notwendig, daß alle Mechanikermeister, gleichgültig welcher politischen Partei sie angehören, in der Fachgruppe für Feinmechanik organisiert sind. Nur die Gewerkschaften sind imstande, uns vor dem Chaos zu retten. Der D. W. V. mit seinen 200 000 Mitgliedern ist ein Macht- faktor in der deutschen Industrie. Nicht Uneinigkeit und Zerrüttung, sondern kampfesfroher Zusammenschluß tut«ct._ Darum Kollegen, organisiert Euch und seid gewerkschaftlich nicht rückständiger als die Handarbeiter. Mittwoch, 71� Uhr, findet in den Vereinsräumen, Neue Friedrichstr., Haverlands Festfäle, Saal 6, ein Vortrag über „die deutsche Finanznot" und„Sozialreform" statt. Beitritts- erklärungen werden entgegengenommen. Die Arbeitslosigkeit i» Belgien. Die belgische Regierung unterbreitete der Kammer einen Gesetz- entwurs, wonach die Regierung ermächtigt werden soll, die Garantie mit zu übernehmen für Kredite bis zu 250 Millionen Frank, um belgische Waren auf dem Auslandsmarkt zu verkaufen. In der Be- gründung wird daraus hingewiesen, daß die bestellend« Wirtschafts- krife bereits Ende Januar 117751 Arbeiter von 609 310 gegen Arbeitslosigkeit versicherten Arbeitern zum Feiern gezwungen hat. Ende Februar wurden 111 018 Arbeitslos unterstützt aus 1120 Arbeitslosen-Unterstützungstasien mit 620 999 Mitgliedern. Die Gelamizahl der Arbeitslosentage betrug im Februar 1712 071. Zu den Industrien, die früher schon Feierschichten einlegen mußten, sind im Laufe des Monats Februar noch die Kohlengruben hinzugekommen, in denen im Durchschnitt nur an 22 Tagen im Monat gefördert wird, da die Läger sich fortwährend vergrößern, so daß ungefähr 1 Million Tonnen Kohle gegenwärtig auf der Halde liegen. Die Situation ist besonders schwierig für die �.extll- industrie._ Secmannsstreik in Amerika. Wie aus New Dorl berichtet wird, haben zahlreiche Seeleute im ganzen Lande die Arbeit niedergelegt, weil sie sich eine L o b n- k ü r z u n g von 15 P r o z., die die Unternehmer beschlossen baben. nicht gefallen lassen. Man rechnet damit, daß beule rmSefäbr 20 000 Seeleute und 10 000 Maschinisten die Schiffe im New Aorler Hafen verlassen werden._ /lus öer Setriebsräte-praxi s. Das Betrete« der Betriebsräume. Die Frage, ob die Mitglieder der Betriebsvertretungen sämtliche Räume des Betriebes betreten dürfen, hat das Preußisch« Gewerbe- aussichtsamt Treptow-Cöpenick(Aktenzeichen 199. 21. 30. 3. 21.) bejaht. Aus der Begründung entnehmen wir folgendes: „Die Erfüllung der überwiegenden Mehrzahl der Aufgaben ist nur möglich, wenn die einzelnen Betriebsratsmitglieder Gelegenheit haben, an Ort und Stelle sich über die einzelnen Betriebs« und Ar- beitsvorgänge zu unterrichten. Dies« Ausgabe kann nur erfüllt werden, wenn die betreffenden Betriebsratsmitglieder von ihrer ge- fetzlichen Befugnis, die Arbeitsräume'u jeder Zeit und nach ihrem Ermessen zu betreten, psiichtmähigen Gebrauch machen. Auch das Betreten solcher Räume, in denen sich. Arbeitsvorgänge abspielen, de ihrer Natur nach geheim gehalten werden müssen, steht den Betriebs- ratsmitgliedern auf Grund des Gesetzes zu. was aus der Strafvor- schrift im§ 100 Absatz 1 a. a. O. ohne weiteres zu folgern ist. Die Erhebungen in den übrigen Großbetrieben der Industrie hiesigen Aufsichtsbezirks haben ergeben, daß die Naässuchung einer besonderen Genehmigung bei der Geschästsleilung zum Zwecke des Betretens der Arbeitsräum« durch die Mitglieder des Betriebsrates nirgends gefordert wird. In jedem Falle hat sich beim Betreten der Arbeits- räume der Obmann oder das betreffend« Betriebsratsmitglied beim Abteilungsvorsteher des betreffenden Betriebes anzumelden, um gegebenenfalls von diesem auf dem Revisionsweg begleitet zu werden. Auf Grund der vorstehenden Ausführungen geht die Entscheidung dahin, daß das dortige Berlangen, wonach die Betriebsrats-, inebe- sondere die Angestelltenmirglieder vor dem Betreten der Arbeit!»- räume die vorherige Genehmigung der Geschäftsleitung oder einer vertretungsberechtiaten Person einholen sollen, in den Vorschriften des BRG. kein« Stütze finde."_ ?«chilnder»crba»d. Mittwoch 3 Uk>r bei ZSoHschtiiger, Adalbertstr. 71, Versammlung aller auf dem Boden der SPD. flehenden Vertrauensleute. Be- triebsriite und insdefandere aller Delegierten zur Gencralvcrfammlun'l. Tagesordnung: Stellungnahme zur Sencralvcrfammlunz u. a.— Der Altions. ausschuii der SPD. Deutscher T-xtilarbcitcrocrband. Mittwoch nachmittag 2 Uhr Persamm» lung der streikenden Färber bei Baker. Wcberstr. 17. Deutscher Transportarbeitcrocrband. Vertrauensleute, Betriebsräte und Obleute der Branä)c Bekleidungsindustrie: Morgen Mittwoch nac>» mittag 3 Uhr im Lokal von garle Witt». Poststr. 2g. wichtige Bertraucns- männersttzunq.— Handelshilssarbeiter und-arbeiterinnen aus den Engros- und Detaildciricben der Puhbranche(Damcnhstte. Blumen und Federn!: Mittwach abend v Uhr im Lokal von Karl Witt-, Poststr. 2S, Sruppenoer- sammlung.... Teutjcher Srrkmeisteroerband. Mittwoch Uhr im Echulthelß, Reue Jakob st r. 24f25, Versammlung aller Funktionäre der Wagenbau. und Karast-"»' branchc. Bericht über Tarisverhandlungcn. �_ V-ranlw. für den redakt. Teil: Dr.«erner Betser, Tharlottenburg: kür Anzeigen: xh. Stocke. Berlin. Verlag: VorwürtS-Verlag Ä. rn. b. H.. Berlin. Druck: Vor» würtS-Buchdruckerei u. Lerlagsantiall Daul Singer u. Co„ Bertu. Sindcnftr. 3. Sierra 1 Vellage. ! auch mit(giseit-Knlk als ltkröftigungs mittel sür stiekonvaleizenten und Nntereriiiihrte ist wieder lieserbar Schering» Grüne Apotheke. Verlin 714. Chausseesir. 24 Stoffe für Herren- und Damen-Bekleiducg ,,Nau: elten1': engl, Homespun Foul«, Kammgarn, Garbedlne Velour de laln», Tuche Meter BO-, loa-, 150.-, 200- Mark Tuch-Lager Koch& Seeland Gegr. 1893 OertraudtenstraB« 20-31 Gegr. 1893 Emnlicht Seife wird nach alterprobtem Spezial.Fabn'kations.Verfahren aus edelsten, ausgewählten Rohstoffen in immer gleichbleibender Zusammen sehung in der größten deutschen Haushaltungsseisen- Fabrik in Rheinau-Mannheim von der iBBS Sunlicht Gesellschaft A.G. hergestellt. Daß ausschließlich deuffche Derwaltung, deuffche Arbeit und deutsches Kapital in Frage kommen werden, wird jur immer gewähr. leistet. Alle gegenteiligen Behauptungen werden als böswillig und zum Zweck unlauteren Wettbewerbs gemacht zurückgewiesen.