\7 Nr.2S8»ZS.�ahrgang Ausgabe K Nr. 705 Bezugspreis: Bierteljährl. 30,— M., monoü. 10,— SR. Jcei ins Saus, voraus zahlbar. Vost- vezug� Monatlich 10,— M,einlch>. Zu- ktellungsgebiihr. Unter Kreuzband fiir Deutlchland, Danzig. dos Saar- und Memelgebiet, ,owie die ehemals beut- «chen Gebiete Polens, Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 20,— M., slir das iidrige Ausland 27,— M. Poft- beitellungen nehmen an Oesterreich Ungarn. Tschecho-Slowalei. Düne- «arl. Solland, Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Der„SortDärts" mit der Sonntagsbeilage„Volk und Zeit", der Unter- Haltungsbeilage„Seunwelt" und der Beilage„Siedlung uud Kleingarten* erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse! .Sojialbemortal Beeil«" Abend Ausgabe Derlinev Volksblstt Anzetge»prelS, Dt» ochtgespalten» Zlonvarelllezet!, tollet 5,50 M.„ftletno Wnzclgeo" da, fettgedruckte Won 1,50 M. l zulässig zwet fettgedruckt» Wone), sede, weitere Wort l.— M. Stellengesuche und Schlafsiellenanzelgen da» erste Won V— M. sede» weiter« Won >0 Pfg. Worte Uber 1b Buchstaben lijhlen sstr zwei Worts ssaimlien-An- zeigen für Abonnenten geile Z�- M. Die Preise«erstehe» sich einschließlich Teuerungszuschlag «lnzetgen für die nächste Nummer müssen dl» S Uhr nachmittag, un hauvlgeschäft. Berlin SW KS. Linden- straße S. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bi, 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokrati feben parte» Deutfchlands Neüaktion und Expedition: SM öS, Linöenstr. Z Kernfprrcher: Amt Mortliplatz, Nr.»SlSV—»Zla? Die unentfthlosfene Regierung. Lerschiedene bürgerliche Blätter beschästigen sich spalten- lang mit der bestehenden Regierungskrise, kommen aber dabei über haltlose Kombinationen nicht hinaus. Ueber die Krise läßt sich noch nichts Bestimmtes sagen, weil eben noch keine bestimmten Entschließungen gefaßt sind. Festzustehen scheint nur, daß der Außenminister Dr. Simons demnächst seinen Posten verlassen wird. Ob er es aber tun wird, noch bevor die Entscheidung über das bevorstehende Entente-Ultimatum getroffen ist, oder erst später, steht noch nicht fest. Ebenso ungewiß ist es, ob das Ausscheiden Simons aus dem Kabinett weitere De- Missionen zur Folge haben wird. Die Existenz des Kabi- netts erscheint gefährdet durch überaus scharfe innere Gegen- sätzeinderDeutschenBolkspartei. Dennoch ist da- mit zu rechnen, daß eine etwaige Rekonstruktion auf dem Bo- den der bestehenden Regierungskoalition er- folgen wird. « In sensationeller Aufmachung weiß die heutige..V. Z. am Mttaz" bereits vcn einem Rücktritt der Reichsrcgierung als uon einer vollzogenen, feststehenden Tatsache zu berichten. Mch unseren Erkundigungen kann davon um so weniger die Rede fein, als der Auswärtige Ausschuh für niorgen neuerdings einbe- rvfen wird, um jene Mitteilungen der Regierung über die auswar- «ige Lage entgegenzunehmen, die diese in der heutigen Vormittagssitzung noch nicht machen zu können glaubte. Allein der Ilmstand. daß die Regierung eine solche Crllärung für morgen in Aussicht ge- stellt hat. zeigt, daß von einen: bereits erfolgten Rücktritt nicht ge- fprocheu werden kann. Die Lage läßt sich gewissermaßen dahin zusammensasieu: die Regierung hat sich noch zu nichts entschlossen, weil sie sich noch zu nichts entschließcu kann— nicht einmal zu ihrem Rücktritt.... Beratungen öes Reichskabinetts. Das Reichskabinett beriet heute morgen über die �»ch die Ablehnung der amerikanischen Vermitt» l«, n g geschaffene Lage und unterbrach seine Sitzung, um an der Sitzung des auswärtigen Ausschusses teilzunehmen, die mit einstündiger Verspätung um 11 Uhr begann und bis V3I Uhr dauerte. Das Kabinett wird heute nachmittag weiterberaten. Der auswärtige Ausschuß tritt morgen vormittag um 1/2�2 Uhr abermals zusammen. A7 statt 15 Jahre Rheinlanöbesehung? London, 4. Rlai.(EE.) Räch einer Rleldung der„Daily ZRail* haben die Alliierten eine Aenderung des Ariedens- Vertrages getroffen, wodurch dessen Bestimmungen für Deutsch- land wesentlich oerschärst werden. Die Besehung der Rheinlande war damals für die Zeitdauer auserschen worden, in dem Deutschland verpflichtet ist. der Reparalionskommission zu bezahlen. Da man jetzt eine Frist von?7 Jahren in Aussicht genommen hat, würde daher die Befehungsdauer der Rheinlande um 22 Zohre verlängert werden. Die Lonüone? Se�M»s|e. London, 3. Rlai(Reuter.) Der Oberste Rat kam noch sünf- £ Mdiger Sikmng zu einer vollständigen Uebcreinslimmung über den Zuhält der Deutschland zu übersendenden Rlitkeilungen. Der Re- daktionsausschuß tritt heute abend zusammen, um das Protokoll auf- zustellen. Eine weitere Sitzung des Obersten Rates wird morgen nachmittag staltsinden. Das Protokoll wird nicht später als am 6. Mal abgeschickt wer- den und Deutschland muh spätestens am 12. ZNai antworten. Deutschland muß jährlich 100 Millionen Pfund Stersing beiablen und außerdem 25 proz. Abgabe von der deutschen Ausnihr. Bonds für COO Millionen sollen jetzt und 1900 Millionen im Rcvembcr ausgegeben werden, insgesamt also 2500 Millionen Bfunb Sterling, abgesehen von Bonds für 4250 Millionen, welche b> nack, der Zahlungsfähigleil Deutschlands ausgegeben werden sollen. Die Bonds bringen 5 proz. Zinsen, und es wird ein Schulden- liw"nassonds vorhanden sein, so daß die für den Ziniendienst für die Im Ttotrm'jer ausgegebenen Bonds für 2500 Millionen Pfund S»>r%,a erforderliche Summe 150 Millionen Pfund ausmachen wr.• inenn die Einnahmen aus der jährlichen Zahlung von 100 Millionen Btund und der 25!irozcn?ig-n Aussuhrabgabe mehr er- aeben als die erforderlichen 150 Millionen. ,° wird ein genügender Teil der in Reserve gehaltenen 4250 Millionen betragenden Bonds ausgegeben werden, um den lleberfchuß auszunehmen. Es wird eine Abgabe von..— einem weiteren Prozent der deutschen Ausfuhr erhoben werden, wodurch der Gesamtbetrag auf 26 proz. steigt, um die Summe zu erreichen die mr Bezahlung der Zinsen für die in Reserve gehaltenen Bond» nötig ist Man rechnet damit, daß jede Serie innerhalb o? Iahren vom Datum der Ausgabe gerechnet, eiaqclcft fein wird. Ualer keinen Umstanden kann die deutsche Berbindllchtett« Pro,, des Gesamtbetrages der Bonds übersteigen. Mit diesem betrage werden die deutschen ! Z ö l l e oder andere Einnahmen betastet werden, die der Repara- � tionsausschuß vorbereitet ist, zu erhalten. Der Reparasionsausschuß ' wird die Bonds nach den bereits festgesetzten Berhältnisien unter den Alliierten verteilen. Da�i kommen nach Pariser EE.-Meldung noch Nord- a m e r i k a s Forderungen, sobald wir erst den richtigen Frieden mit ihm haben. Neue Vorschläge Teutschlands? London. 4. Mai.(TU.) Während der Sitzung des Obersten Rates gestern nachmittag begab sich der deutsche Botschafter zum Ministerium des Aeußeren und fragte nach dem Minister. Man glaubt, daß er neue Dorschläge überreicht hat. Laut chavas erwartet man vom Rhcinzoll 500 Millionen Gold- mark jährlich, nicht 50, wie WTB. gestern irrtümlich gemeldet hatte. Anklage und Urteil. Paris, 4. Mai.(chaoas.) Die Reparationskommission hat unter dem 3. Mai an die Kriegslastentommission eine Rote ge- richtet, worin sie erklärt, daß Deutschland gegen den Artikel S3S des Friedensoertrages verstoßen hat dadurch, daß es bis zum 1. Mai nicht die Summe von 12 Milliarden Goldmart bezahlt hat, die es auf den am 1. Mai fälligen Bettag von 20 Milliarden Gold- mark noch schuldete. Sie erinnert 1. an die Weigerung Deutschlands, am 23. April 1021 eine erste Anzahluig von einer Milliarde Goldmark zu leisten. Diese Weigerung, die einen Verstoß gegen den Vertrag darstelle, wurde � sämtlichen beteiligum Mächten zur Kenntnis gebracht. 2. An die am 22. April 1921 von der Berliner Regierung I erfolgte Ablehnung der Forderung, den Metallbestand der Reichs- � bank nach den Reichsbankstellen in Köln oder Koblenz zu über- führen. 3. An die Weigerung, der Bank von Frankreich eine Milliarde Goldmark auszuliefern. Die Reparationskommission macht von diesem Verstoß sofort ollen beteiligten Mächten Mitteilung gemäß Z 1? Anlage II Teil VIII des Friedensvertrages.„ Korfantps Krieg. Breslau, 4. Mai.(Eigener Drahlbericht des„vorwärts".) Heber die Vorgänge in Oberschlesien in der heutigen Rächt erfährt die Breslauer„Volkswacht" aus Oppeln: In der Rächt fand ein Angriff auf das Eisenbe.hudireklionsgeböude Kaiiowitz statt, wetckzer von den Italienern niedergeschlagen wurde. Das Eifenbahndirek- tionsgebäude ftaltawitz ist seit heule morgen von Franzosen besetzt. Die Eisenbahnstrecke Ramslau— Kreuzburg wurde in der Rühe von Sonstadt auf etwa drei Schienenlängen gesprengt. Die Eisen- bahnzüge Kandrzin— Laöand und Kreuzburg— Ratibor werden seit gestern stark beschossen. Im Betriebe sind heute eine Kohlen- grübe und zehn Kokereien. Die Oberposidircktion Slciwih ist von Polen eingeschlossen, ebenso die Post in Beuthen, wo die Kaserne von Polen beseht ist. In Groschowih bei Oppeln finden Kämpfe statt. Dort sind ein Franzose tot und drei verwundet gemeldet. Ein Eisenbahner wurde mit Rückcnschuß eingeliefert. Italiener und Polen kämpfen miteinander in Schlawentih. Die Italiener haben verstärlung beantragt. Ab- stimmungspolizei wird dort hingezogen. Die Städte Ratibor und Eofel sind seit heute morgen im Besitz der Italiener, die Umgegend ! ist aber noch von Polen besetz!. Im ganzen ist die Lage ungeklärt. polnisches reguläres Militär ist nirgends gesehen worden. In den polnischen Banden tämpsen aber vielfach entlassene haller- soldaten. Oppeln, 4. Mai. Die Interalliierte Kommission erläßt folgend« Bekanntmachung: Von gewissen Elementen der polnischen Bevölkerung vberschle- siens sind Gewalttaten verübt worden. Die Ordnung in einer An- zahl von Kreisen des Abstimmungsgebietes ist schwer gefährdet worden. Die Interalliierte Regierungstommission, fest entschlossen, in kürzester Frist die Wiederherstellung der Ordnung zu sichern, hat den Belagerungszustand über die vom Aufruhr bettoffenen Kreise verhängt. Di« Interalliierte Regierungskommission wird vor keinem Mittel zurückschrecken, um die Achtung vor den Gesetzen fichcrzu- stellen. Oppeln. 8. Mai 1921. gez. Marini, Percival, Ponsot. Amtlich wird mittags mitgeteill: Alle größeren Städte des Industriebezirks sind von Ausständijchcn umschlossen, besonders katto- wlh. Französische Truppen haben den Marktplatz und das Theater festongsartig ausgebaut und versuchen dadurch die Stadt zu sichern. Sleiwitz ist im allgemeinen ruhig, der Vorort Richters- darf von einem„polnischen Schühenregimen« Gleiwitz" beseht, das Passierscheine an die Bevölkerung«usgibt. Es sind Schützengräben aufgeworfen. Die Bevölkerung wird nicht in die Stadt hinein, son- dern nur herausgelassen. Pleß, Rybnik und de? s ü d li che Landkreis K att owi h sind in polnischer Hand, ebenso zahl- reiche Ortschaften der kreise Groß- Streiiiz, Taruowitz, Ratibor. ja selbst des Kreises Rosenberg. Auch, auf den Hüttenwerken haben die Aufständischen den Streik erzwungen. Die Polen setzen deutsche Geiseln fest. ' Rachdem der Aufstand ausgebrochen ist, veröffentlichen die Warschauer Blätter einen Ausruf der Warschauer Regie- rung. im Hinblick au? die bevorstehende Enischeidung über Ober- schlesiea Ruhe uud Ordnung zu bewahren. vorwärts-verlag S. m.b.H., EW 68, Linücnstr. Z sicerufprecher. Am« Moriypla». Nr. U75:{-54 Politische Taktik. von Erich Kuttner. Die Kritik, die Genosse M e e r f e l d an der Taktik der preußischen Landtagsfraktion geübt hat, kann in ihrer Form als sachlich und maßvoll anerkannt werden. Genosse Meer- feld hat auch als disziplinierter Parteigenosse vermieden, wie es gewisse andere Kritiker beliebten, im entscheidenden A«o- ment der Berhandlungen zur Freude der Gegner den sozial- demokratischen Unterhändlern von hinten einen Tritt in die Kniekehlen zu versetzen. Wer gegen den sachlichen Kern seiner Ausführungen muß doch Widerspruch erhoben werden. Gewiß liegen in kritischen Situationen die Dinge nicht so, daß alle Argumente f ü r eine Entscheidung, alle Argu- mente gegen die andere sprechen. Oder: wenn es so liegt, ist die Situation eben nicht kritisch. Die Gründe, die Genosse Meerfeld für eine gegenteilige Entscheidung der Fraktion ins Feld führt, sind von der Fraktion gewiß nicht übersehen oder einfach ignoriert worden. Als die Fraktion vor die Alter- native gestellt war, Zusammengehen mit der Deutschen Volks- Partei oder Ausscheiden aus der Regierung— und daß es ein drittes nicht gab, hat der ganze Verlauf der Berhandlungen erwiesen—, sind die Gründe für und gegen sorgfältig gegen- einander abgewogen worden. Wenn sich die Fraktion gegen ein Zusammengehen mit der Deutschen Dolksvartei entschied, so deshalb, weil sich die Gründe für diese Taktik schließlich als die schwerwiegenderen erwiesen. Bei solchen Entscheidungen ist man freilich oft aus Schätzungen angewiesen, bei denen die Bewertungen der ! einzelnen Beurteiler stark auseinandergehen. Ein solches Schätzungsobjctt war 3. B. die Machtposition, die ein V e r- bleiben in der Regierung darstellt. Genosse Meer- feld bewertet es offenbar sehr hoch, denn er schreibt: Dennoch: wir stehen vor dem Ergebnis der völligen Aus- s ch a l t u n g der Partei aus der Regierung, und diese Totsache wiegt so ungemein schwer, daß die Frage nach ihrer Unabwendbarkeit zehnmal gerechtfertigt ist. Gering hat den Wert der Regierungspositionen sicher niemand in der Fraktion angeschlagen. Aber von vornherein war zu bedenken, daß die Machtstellung in der Regierung, die durch ein Zusammengehen mit der Deutschen Volkspartei zu retten gewesen wäre, mit der bisherigen in feiner Weise zu vergleichen war. Ging doch die offene Wahlparole der Deutschen Bolkspartei dahin, den Einfluß der Sozialdemo- kratie in der Regierung soweit als irgend möglich zu brechen und ihr namentlich die wichtigsten Ministerien zu entreißen. In diesem Bestreben hatte die Deutsche Bolkspartei die Unter- ftützung der beiden anderen bürgerlichen Koalitions- Parteien. Wenn Zentrum und Demokraten die Basis der alten Koalition für zu schmal erklärten, jetzt aber gleichwohl auf noch viel schmalerer Basis die Regierung aufgebaut haben(statt auf der reichlichen chälfte auf einem Viertel des Parlaments), so zeigt dies Verhalten doch deutlich, daß es auch jenen Parteien im Kern nur darauf ankam, die Macht der Sozialdemokratie in der neu zu bildenden Regierung weit gegen das bisherige Maß zurückzudrängen. War also durch ein Zusammengehen mit der Deutschen Volkspartei nur noch ein sehr problematisches Stück Regie- rungsipacht zu retten, das der Partei weit mehr Verantwor- tung aufbürdete, als tatsächlichen Einfluß in der Regierung gab, so entstand auf der anderen Seite die Frage: Was ist ein größerer Machtfaktor: eine Anzahl Regieruntjs- ärnter oder eine erstarkende geschlossene Or- ganisation? Dir Sozialdemokraten sollen nie vergessen, daß die Wurzel unserer Kraft in den Massen liegt, daß das Ver- trauen und die Geschlossenheit unserer Anhängerschaft das Fundament bildet, auf dem ersprießliche Tätigkeit sozia- listischer Minister erst erwachsen kann. Gleitet dieses Funda- ment hinweg, dann würde ein selbst nur aus Sozialdemokraten bestehendes Ministerium dermaßen in der Lust hängen, daß es zur völligen Ohnmacht verurteilt wäre. Alle Zeichen deuten darauf hin, daß die Sozialdemokratie die große Mass« der Arbeiterschaft wieder um ihre Fahnen sammeln wird, nachdem die Unabhängigen und Kommunisten in gleicher Weise abgewirtschaftet haben. Dieser Gesunduugs- prozeß der Arbeiterbewegung durfte nicht durch eine e r- neute Krise gestört werden, die ein Zusammengehen mit der Deutschen Volkspartei unvermeidlich hervorgerufen hätte. Eine Partei, die fünfzig Jahre lang in g a n z a n- dererWeise aus Regierung und Verwaltung ausgeschaltet war, als das heute der Fall ist» wo noch manche Machtposition in der kommunalen Selbstverwaltung bleibt, wird und muß es vertragen, während einer Wahlperiode auch einmal außerhalb der Regierung zu stehen. Es ist übrigens nicht richtig, daß man in der Demokratie als starke Opposition gänzlich einflußlos ist. Gerade die bürgerliche Regierung. die die Stärke unserer Oppositionsstellung sehr wohl kennt. l wird sich hüten müssen, durch eine Politik der jzerausforde- > rung diese Position noch zu 0 e r si ä r k e n. Je f e st e r und len ergisch er wir dabei als pppositiiMpluLei auftreten swas nichts mit leerer Radaupolitik zu tun kzat), desto starker wird der Druck sein, unter dem wir die Regierung halten. Letzten Endes ist es doch das Maß unseres Anhanges in der organisierten Arbeiterschaft, das die Bur- gerlichen zum Nachgeben zwingt. Geschwächt in der Regierung bleiben, um das nächstemat vielleicht noch schwächer dazustehen, oder ganz heraus- zugehen, um mit verstärkter Kraft zurückzukeh- r e n— so stand die Alternative für die Fraktion. Gewiß lassen sich immer Bedenken dagegen erheben, einen gegenwär» tigen kleinen Vorteil für einen künftigen größeren aus der Hand zu geben. Aber wer das nicht wagt, der kann über- Haupt nichts gewinnen. Wir wagen das Spiel im Vertrauen auf die Einsicht und Energie der Arbeitermassen. Die Prin- zipienreiterei derer, die wie die Unabhängigen um keinen P r e i s in die Regierung gehen und die Verantwortung über- nehmen wollen, verurteilt sich gewiß in der Demokratie zum Tode. Die USP. hat die Quittung ihrer Abstinenzpolitik nach den Reichstagswahlen erhalten. Aber ebenso wie das Hin- ausgehen um jeden Preis ist das Hineingehen um jeden Preis zu verwerfen. Nun sucht Genosse Meerfeld die Koalitionsfähigkeit der Deutschen Volkspartei durch einen Vergleich dieser Partei mit dem Zentrum zu erweisen. Dieser Vergleich hätte allenfalls Sinn, wenn die Fraktion vor der Wahl gestanden hätte, statt des Zentrums die Deutsche Volkspartei zur Regierungsgefähr- tin zu nehmen. So faßt heute auch die„Germania" Mserfelds Vergleich auf, indem sie meint, Genosse Meerfeld habe der Partei geraten, unter Ausschaltung des Zentrums nur mit der Deutschen Volkspartei eine Koalition zu bilden. Ge- nosse Mserfeld dürfte es so wohl kaum gemeint haben. Aber gerade dieser Irrtum deckt den Grundfehler seiner Be- weisführung auf. Die Preußenfraktion stand ja nicht vor der Wahl, das Zentrum gegen die Deutsche Voltspartei einzutauschen, son- dem man mutete ihr zu, zu dem Zentrum, das als Koa- litionsgefährte allein bereits eine schwere Belastung für die Partei bedeutet, auchnochund außerdem die Deutsche Volkspartei hinzuzunehmen. Dieser Doppelbelastung wäre die Partei auf keinen Fall gewachsen gewesen, selbst wenn man mit Meerfeld beide Einzelbelastungen als gleich hoch an- nehmen wollte. Nun ist es bei Meerfeld, der als Führer der Kölner Ar- beiterbcwegung in jahrzehntelangem Kampf gegen das Zen- trum steht, natürlich und begreiflich, wenn er in dieser Partei mindestens so sehr den Gegner sieht, wie in der Deutschen Volkspartei. Aber es muß doch stutzig machen, daß im Ge- gensatz zu Meerfeld in erster Linie die r h e i n i s ch- w e st- f ä l i s ch e n Bergarbeitervertreter es waren, die die Fraktion beschworen, jede Verbindung mit der Deutschen Volkspartei abzulehnen. Und das sind doch schließlich auch Leute, für die das Zentrum ein täglicher und gegenwärtiger Gegner ist, die ganz anders aus eigener Anschauung über das Zentrum urteilen können als Berliner oder Ostpreußen. Aber für den Bergarbeiter nähert sich der Begriff Zentrum an die Vorstellung„Christlicher Bergarbeiteroerband", Deutsche Volkspartei aber heißt für ihn— Hugo Stinnes. Gewiß gibt es im Zentrum, das ja nach Naumann ein kleines Parlament in sich darstellt. Gestalten, die an reaktiv- närer Weltauffassung es mit jedem Volksparteiler aufnehmen können. Aber das ändert doch an der Tatsache nichts, daß das Zentrum einen demokratischen Arbeiterflügel hat, der— wie verschieden man seinen Einfluß einschätzen mag— auf jeden Fall v o r h a n d e n ist, während die gesamte Deutsche Volkspartei in einer reaktwnären Couleur erglänzt. Und hat die Deutsche Volkspartei auch aus taktischen Gründen für die preußische Verfassung gestimmt, ihren prin- zipiellen monarchistischen Standpunkt hat sie deswegen nicht aufgegeben. Man kann die g l e i ch e n Personen im Reich und in Preußen nicht für zwei verschiedene ansehen, weil sie im Reiche so, in Preußen so stimmten. Das Zentrum hat sich zur Republik oft zweideutig verhalten. Die Deutsche Volks- �chwarz-tVeiß-ftusstellimg üer Akademie. Triffelkunst ist auf intime Betrachtung eingestellt. Zeichnungen, Holzschnitte. Radierungen, Lithos und Kupferstiche gehören nicht unter. Glas und Rahmen, sondern in die Mappe, aus der sie nach Gelegenhett und Stimmung hervorgeholt und mit Muße und be- fchaulicher Vertiefung genosien werden wollen. Eine Wanderung durch elf Säle, deren Wände mit Schwarz-Weiß-Dlättern behängt find, bleibt deshalb unter allen Umständen ein zweifelhafter Genuß, und wenn ich unsere Leser zum Besuch der neuen Ausstellung in der Akademie(Pariser Platz 4) einlad«, so möchte ich ihnen vor allem den Rat geben, sich auf wenige» zu beschränken, in diese, ober mtt Ernst und Liebe sich zu vertiefen. Einige Hinweise mögen die Aus- wähl erleichtern. Di« Ausstellung enthält nicht nur Graphik jeder Art, sondern auch Bildhauerkunst. Zwei im letzter Jahre verstorben« Akademie- Mitglieder, Max Klmger und Adolf Hildebrand, sind durch Sonder- ausstellungen geehrt. Der Kling er- Saal(3) zeigt zahlreich« Blätter des Meisters, die in Berlin noch nie gesehen worden sind: Skizzen und Studien zu bekannten graphischen Werken(»Dom Tode", „Fund eines Handschuhs" usw.) und einige sehr interessante Jugend- arbeiten:„Mädchen und Birke",„bunderbild am Baum". Jjamlet und der Geist",„Im Badeanzug". Da der Reiz Klingerscher Bra- phiten nicht nur in rein künstlerischen Werten, sondern auch im Geistreichtum des verarbeiteten Stoffes besteht, so wird ein Stünd- chen in diesem Saal jedem Besucher ohne Ausnahme Genuß und Anregung bieten. Die Kunst H i l d e b r a n d s(Saal 2) ist spröder. Ihr« klasfisch. strenge Form wird manchem Besucher kall, nüchtern und langweilig erscheinen. Aber man oerttefe sich einmal unbefangen in alle Einzel- Helten der„Mädchenbüste" aus roter Terrakotta und lasse dann das ganze Werk im Zusammenhang auf sich wirken. Ich glaube, man wird dann doch das heiß vibrierende Leben spüren, das hinter der äußeren akademischen Korrektheit sich oerbirgt, und man wird von hier aus vielleicht den Weg zum Verständnis der anderen Arbeiten Hildebrands finden. Das für seine Kunstauffassung charakteristische Streben nach absolut klarem und unzweideutigem Formausdruck gibt sich übrigens auch in den Zeichnungen und Gemälden kund. Ueber allem Streit der Etile und Richtungen steht die Kunst unserer Käthe Kollwitz. Im Hauptsaal(1) find ihre Arbeiten zu sehen, darunter ein paar Holzschnitte, die sie nicht nur technisch auf neuen Wegen zeigen. Alles, was Käthe Kollwitz schafft, fft„natu- ralistisch" in der feinen Beobachtung des Lebens und„expressiv- nistisch" in der reinen Ausdruckskraft der Linien- und Flächen- rhizthmen. Im Bildaufbau ebenso streng und monumental wie die Werke Hildebrands, atmen ihr« Blätter dasselbe glühend«, aufs tiefste parket aber hat in den Kapp-Tagen sich fo offen aufdie Seite der Gegenrevolution geschlagen(offener als selbst die Deutschnationalen), daß jeder Verdacht, sie harre nur auf die zweite, bessere Gelegenheit, gerechtfertigt ist. Gewiß ist es einfach zu sagen: das Zentrum fft euch koa- litionsfähig, warum nicht die Deutsche Volkspartei? Und so sicher zweimal zwei vier ist, wird dann morgen einer fragen: die Deutsche Volkspartei ist euch koalitionsfähig, warum find es nicht auch die D e u t f ch n a t i o n a l e n? Bei dieser Frage- stellung hört jede Grenze auf. Und doch gibt es eine Grenze: das friedliche Zusammenarbeiten verbietet sich von selbst mit Menschen, deren innerste Gesinnung und heimlicher glühendster Wunlch esist. mitderWaffeaufunsloszugehen. Die Bekämpfung öer Arbeitslosigkeit. In Ergänzung des in Nr. 196 des„Vorw." mitgeteilten Antrages der beiden sozialdemokratischen Reichstagsfraktionen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und zur Linderung deo Arbeitslosennot wurde von den gleichen Antragstellern fol- gender schleunige Antrag eingebracht: 1. Die Verordnung, betreffend Maßnahmen gegenüber Be- trieboabbrüchen und Stillegungen vom 8. November 1S20 ist auf alle Gewerbe einschließlich Hotel- und Gastwirts- gew erb e auszudehnen. 2. Der§ 74 des Betriebsrätegesetzes ist dahingehend abzuän- dem, daß dem Betriebsrat oder Betriebsobmann bei jeder vom Unternehmer geplanten Betriebsstillegung oder Betriebseinschrän» kung ein Einspruchsrecht mit aufschiebender Wirkung gesetz- lich gewährleistet wird. 3. Die Verordnung über Stillegungen usw. vom 8. No- vember 1920 ist derart umzugestalten, daß Unternehmungen, deren Besitzer ohne sachlichen Zwang die Weiterführung ihres Be- triebes ablehnen, enteignet und in den Besitz der Allge« ni e i n h c i t übergeführt werden. 4. Die Stillegung von Hotels ist bis auf wetteres zu v e r- bieten. Dieser Antrag wurde dem erstgenannten Antrag, der aus den Abschnitten A und B bestand, als Abschnitt C hinziqefugt. Seine Beratung wird mit dem zuerst genannten Antrag ver- bunden. Der große Sannfluch. Die Exekutive der kommunistischen Internationale in Moskau nahm in ihrer Sitzung vom 27. April zu der Loge in Deutschland Stellung: besonders wurde die„berüchtigte Broschüre" Paul Levis diskutiert. Der Bericht der„Roten Fahne" spricht— wie übrigens nicht anders zu erwarten war, von„flammender Entrüstung" gegen den„Verräter Paul Leoi". Am Schluß der Diskussion wurde eine Resolution angenommen, in der die Notwendigkeit ausgesprochen wurde, die taktischen«Meinungsverschiedenheiten in der Frage der Märzaktion dem 3. Weltkongreß zu unterbreiten. Die Exe- kutive verzichtet aus die Entscheidung darüber, ob die KPD. einen außerordentlichen Parteitag einbe- rufen solle, und stellt die letzte Entscheidung den deutschen Kommunisten anHeim. Die Resolution läßt jedoch durch- blicken, daß die russische Exekutive im Augenblick einen außer» ordentlichen Parteitag für wenig geeignet hält. Man wird nicht fehlgehen, diese Auffassung als ein Entgegenkommen an die Zentrale der KPD. anzusehen, die zwar kürzlich, wie man uns berichtet, vor der„Rebellion der Führer" kapi- tulierte, innerlich jedoch— aus naheliegenden Gründen— der Einberufung eines solchen Parteitages recht kühl gegen- übersteht. Schließlich wurde der Ausschluß Paul Levis aus der KPD. gebilligt und die Notwendigkeit der Partei- difziplin auch für den Fall, daß Paul Levi w feiner Deurtei- lung der Märzaktion recht hätte, betont. Bekanntlich haben eine große Reihe kommunistischer Führer, u. a. Däumig, Geyer, Braß und Frau Zetkin uneingeschränkt ihre Zustimmung zu der Levi- schen Aktion ausgesprochen. Die Resolution der Moskauer verinnerlichte und durchgeistigte Empfinden wie die des Expressiv- nisten Kokoschka, die in ihrer Nachbarschaft hängen. Leider arbeitet Kokoschka nicht mehr so konzent�ert wie früher, aber be- wundernswert ist noch immer seine Fähigreit, eine ganze Menschen- seele und ein ganzes Menschenschicksal in den Blick zweier Augen zu legen.-/ Die Mittel, mit denen die Griffelkunst wirkt— Linien, helle und dunkle Flächen—, können zu drei grundverschiedenen Zwecken ver- wendet werden: zur Wiedergabe von Natureindrücken, zum Schmuck der Bildfläche oder zum Ausdruck von Gefühlen und Stimmungen. Wirklichkeitseindrücke gestalten Liebermann(1), S l e v o g t(1). Hans H e r r m a n n(4) in seinen Amsterdamer Stu- dien. Ludwig Dettmann(lg). Wilhelm Oesterle(4), der vor allem rasche Bewegung in Linien meisterhaft zu fassen weiß, Hein- rich Zille(8) als Karikaturist und Claus Richter(9), der die Natur mit den Augen eine« phantastischen Biedermeiers i la E. Th. A. Hoffmann fleht. Wer sich davon überzeugen will, welche rein schmückenden Werte ein einfaches Schwarz-Weiß-Blott enthalten kann, der betrachte die Graphiken von Ludwig v. Hofmann(4), deren jede, namentlich aus einiger Entfernung gesehen, wie ein schönes Ornament wirkt. Diese dekorative Note beherrscht auch das Schaffen von Emil Orlik(4). Ewald Dalberg(7), Marcus B e h m e r(8) und des genialen Karikaturisten Gulbransson (5). Tieferen seelischen Ausdruck erstreben außer Kokoschka nament- lich Campend onk, von dem farbige,, exotisch prächtig« Holz- schnitte im Saal 1 zu sehen sind. B a r l a ch(1). Wilhelm M o r g. ner(S) in wunderbar feinen landschaftlichen Federzeichnungen. Sella Hasse(7), die Stimmungen au» dem Leben der Hafen- und Streckenarbeiter in kraftvoll suggestive Linienrhythmen bannt, Georg Tappert(S), Han, Meid(5), Oskar Gavell(5), Felix Me- s e i k(9) und der phantosievolle und originelle Armin H a s e m a n n (7, Vitrine). Im Dorsaal begrüßen den Eintretenden vier plastische Monu- mentalfiguren der„Weisheit",„Demist",„Gerechtigkeit" und „Tapferkeit" von Fritz K l l m s ch. ein reichlich hohler und /heatra- lischer Schmuck für den Sitzungssaal des Reichstags. Kräfttger« Blldhauerarbeiten lieferten Kolbe(S) mtt seiner„Rajade", Pott» ner(3) mit geschmackvollen farbigen Tierbildern, und Leder er namentlich mit der ausdrucksvollen Stawette„Nach dem Bade"(S). während Oswald Herzogs kleine, aber in Aufbau und Ausge- staltung durchaus monumentale Bronze„Genießen"(10, Vitrine) in die Sphäre der sogenannten„absoluten" Plastik hinüberführt. Dr. John Schikowsti. « Der Präsident der Akademie Max Liebermann eröffnete am Mittwoch die Ausstellung mit einer Ansprache über die B"?- deutung der Zeichnung. Die Zeichnung fft die Grundlage aller bildenden Kunst. Man hat oft gefagt, daß die Zeichnung uns Exekutive mst feiner Verurteilung Levis wird kaum zu eit e» Klärung der Sachlage beitragen und die„Vereinigte KPD." wird unter den deutschen Parteien auch weiterhin als der Typus der Veruneinigten Partei figurieren� �enüerung im ReichstagspräsiSium. Der Aettestenausfchuß des Reichstages beschäftigte sich mit der Frage der Besetzung des Präsidiums. Durch die Verschiebung des Stärkeverhältnisses der Unabhängigen und der Deuffchen Volkspartei steht dieser Partei der Posten eines Vizepräsidenten zu. Gegen die Stimmen der Deutschnationalen wurde die Errichtung einer vierten Vizepräsidentenstelle beschlossen, die der Deuffchen Volkspartei zu- steht. Der Reichstag wird voraussichtlich auch noch in den nächsten Tagen zusammenbleiben._ Volksbegehren in Hamburg. Hamburg, 4. Mai.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts") Der Hamburger Mieterverband hat einen Antrag auf Zu- lassung eines Volksbegehrens eingereicht über einen von ihm ausgearbeiteten Gesetzentwurf über die Mietzinsbildung im ham- burgischen Staate. Der Gesetzentwurf sieht hauptsächlich vor, daß eine Grundmiete festgesetzt werden soll, die auf Grund der Mieten vom 1. Juli 1914 berechnet wird. Dazu soll ein Zu s ch l a g erhoben werden können, der 50 Proz. der Grundmiete nicht übersteigen soll. Von den 50 Proz. sollen zwei Fünftel an den Staat für Wohnungszuschuh abgeführt werden, drei Fünftel für den Grundbesitzer für Inftandsetzungs- k o st e n. Des weiteren enthält der Entwurf Bestimmungen Kber den M i e t e r r a t, der in jedem Haufe zu wählen sei und berechtigt fft, an der Verwaltung des Grundstücks gleichberechtigt teilzunehmen. Der Senat hat gemäß der hamburgischen Verfassung diesem Eni- scheid unter Jnnehallung der Abstimmungefrist seine Zustim- mung erteilt. Diese Abstimmung fft für die Zeit vom 18. bis 27. Mai festgesetzt worden. Die Sozialdemokratische Partei hat dazu noch keine Stellung genommen: sie wird dies in einer bereits anberaumten Delegierteuversammlung tun. Mit Leibwache nach Leipzig. London. 3. Mm.(MTB.)„Evening Standard" meldet, daß die erste Gruppe englischer Zeugen, die in Leipzig bei den Derhand- lungen gegen die deuffchen Kriegsbeschuldigten vernommen werden sollen, am 20. Mai von Liverpool abfahren wird. Vertreter des Ministeriums des Innern und Konstabler werden die Zeugen b«, gleiten._ Ablehnung der Strafverfolgung des Abg. Renner. Im ReSbiS- auSschuß deS sächsischen Landtages wurden>,wei Anträge auf Auf- Hebung der Immunität deS Abgeordneten Renner(Kommunist) zwecks Strafverfolgung wegen Hochverrats gegen die Stimmen der bürgerlichen Vertreter zurückgewiesen. Gleiche Brüder... Die.Lreuz-Zeitung" hatte gestern be- hauptet, wir hätten über das Urteil gegen die Kommunisten, die Peter Zimmer mißhandelten, mit„lebhafter Genugtuung" berichtet. Die„Rote Fahne" steigert dos heute durch die Behauptung, wir hätten„über da» Urteil triumphiert". In- Wirklichkeit haben wir das Urteil ohne ein Wort des Kommentars gegeben. Es fft bezeichnend, wie in trauter Seelengemeinschaft die Brüder von links und rechts in den„Vorwärts" hineinlesen, was sie gern darin finden möchten. Ob wir es geschrieben haben, fft Nebensache! Die amerikanische Einwandernngsbe'chränkung. Der Senat nahm mtt nur einer Stimme Widerspruch da» Rot-Einwanderung«- aesetz an. wonach die Einwanderung ans fremden Staaten nur 8 Prozent der Zahl der Angehörigen desselben Staates betragen darf, die bereits 1910 in Amerika ansässig waren.— Wie ist denn das mit Wilsons neuen Staaten? Ausfuhrware.„Popolo dfiftalia" meldet, daß in den Ver- einigten Staaten die erste Gruppe italienischer F a S e i st e n gebildet worden ist. Solche Gruppen sollen überall, wo sich Italiener befinden, gebildet werden. Amerikanischer Boffchaster in Berlin soll nach den„TimeS" David I a t> n e Hill werden. Hill hatte diesen Posten bereif i 1909 bis 1911 inne. in die Werkstatt des Künstlers führe, aber sie führt uns weiter bis ins Innerste seiner Persönlichkeit. In der Zeichnung können wir die Phantasie des Künstlers vom ersten Augenblick, da sie Gestalt wird, verfolgen, und sie zeigt sich deullicher als im vollendeten Bild«. Nur dkr Ursprung der Kunst ist göttlicher Natur, während dem vollendeten Werke, als einem Menschenwerke, peinlicher Erdenrest anhastet. Die Zeichnung ist die erste Niederschrift der künstlerischen Intuition, unter Weglassung jeden Details nur das Wesentliche an- Künstlers, unter Weglassung jeden Details nur das Wesentliche an» deutend. Daher verlangt sie auch von dem Beschauer«ine tättgere Mitarbeit, um zu ergänzen, was die Zeichnung wegließ und weg- lassen mußte. Aber der Beschauer wird für seine Mitarbeit reichlich entschädigt durch den Genuß, den allein das Verständnis zu geben imstande ist. Der Gedanke in der Kunst ist die Ausführung. Plötzlich und unbewußt dem Hirn des Künstlers entspringend, geht er bis in die Fingerspitze und in den Stift, der, als williger Handlanger, den feinsten Regungen seines Herrn gehorcht.-Daher die Wirkung der Zeichnung oft mächtiger als die des vollendeten Werkes, weil sie uns die Persönlichkeit des Künstlers unmittelbarer und ungeschminkter zeigt, weil wir dem Werdeprozeß des Wertes gldchso»»'\ beiwohnen. Ohne die vorteil« zu verkennen, welche die feit Erfindung der Photographie fast bis ins Unglaubliche vervollkommneten technischen Reproduktionsversahren genommen haben, dürfen wir uns nicht die Gefahren verhehlen, die sie für die Kunst im Gefolge haben. Sie verallgemeinern das Interesse für die Kunst, aber v e r t i e f e n sie es? Auch die oollendeffte mechanische Wieder» gäbe, die jedes Tüpfelchen, jeden Fleck des Papiers, jeden Strich und Puntj des Originals kopiert, eines wleibt sie ewig schuldig: den Geist, die Inspiration, das, was die Zeichnung zum Kunstwerk erst macht. '• Jim Zorker Theockerkapllalismus. Nach achtjährigen Derhand« lungen und Prozessen, die vor den New Porker Gerichten geführt wurden, ist das Aufführungsrecht für das beispiellos erfolgreick>« Stück, zu dem der bekannte Roman„Ben Hur" von Nidder Haggard bearbeitet worden ist. jetzt in den Alleinbesitz der Firma Erlanger, Dillimgham u Ziegfried in New Park übergegangen. �Der Besitz umfaßt auch das Recht auf die Verfilmung des Stücke,«.h.? die ollein ein Preis von 1 Million Dollars angesetzt worden ist.''«kn Hur" al» Theaterstück ging zuerst im November 1899 in Szene. Zuverlässiger Schätzung zufolge haben seither rund 20 Millionen Personen die Ausfuhrungen besucht, deren Gesamteinnahme auf etwa 10 Millionen Dollars zu berechnen ist. Das erfolgreiche Stück soll in der nächsten Saison zu New York in einer Neueinstudierung auf. geführt werden, die an Pracht der Ausstattung olles bisher Daae- wesene in den Schatten stellen wird. Gleichzeitig wird das Stück im Film erscheinen. Man ist zurzeit mit den Vorbereitungen einer Expedition beschäftigt, die in Palästina die Stätten des alten Ieru» ialem ausnehmen wird, um sie im Filmbild erstehen zu lassen Tie Äufnahmeexpedition wird sich von dort nach Syrien begeben um hier„Anttochia, die Schöne", mit ihrem großen Amphitheater, ihre« vominicus zum Polenputsth. Im Preußischen Landtag gab heute Minister des Innern D o m i n i c u s folgende Erklärung ab: Die neuesten Nach- richten aus der Provinz Oberschlesien sind teils erfreulicher, teils ernstlicher Natur. In B e u t h e n ist zurzeit alles ruhig. Um Z Uhr nachts holten französische Soldaten die polnische Fahne vom Hotel Lomnitz herunter. Die Beschädigungen der„Ostdeutschen Morgenpost' sind geringfügig, die Maschinen sind intakt. General de M a r i n r verspricht der Bevölkerung, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln in kurzer Zeit die Ruhe wiederherzustellen. Er würde vor keiner Maßnahme zurückschrecken, um dem Gesetz wieder Achtung zu verschasfen. Die Arbeiten an den Eisenbahn- brücken der Strecke Oppeln— Brieg wurden auch heute nacht fort- gesetzt. Man hofft, spätestens heute mittag mit dem vlanmäßigen DtSugverkehr beginnen zu können. Apo und'Franzosen bewachen die Strecke. Bezeichnend ist, daß auch die Arbeiter und die Posten, nun- inehr im ganzen etwa 300 Mann, im Einverständnis mit General de Marini mit Gewehren bewaffnet wurden.(Bravo! bei den Soz.) Im übrigen erweitern die Polen planmäßig ihre Besetzung.(Hört, hört!) Es befindet sich Kandzin in ihren Händen. In R y b n i t wurden noch einer Meldung 12, nach einer anderen Meldung 17 Po- lizsibeamte erschlagen oder erschossen.(Hört, hört!) Die Italiener der dortigen Besetzung hatten S Tote, darunter 2 Offiziere. Darauf- hin traten sie in Derhandlungen mit den Insurgenten ein(Unruhe), die zur Einstellung der beiderseitigen Feindseligkeiten führten. Zur- zeit gibt es dort einen polnischen Ortskommandanken. Heute morgen hat eine Säubcrungsaktion begonnen. Der Erfolg bleibt abzuwarten. Die Reichsregierung hat heute erfahren, daß die Alliierten Re- gierungen entschlossen seien, mit allen Mitteln den Aufstand nieder- zulJKrfen, und die Hoffnung hegen, daß ihnen dies auch gelingt. Die Staatsregierung bittet die deutsche Bevölkerung Oberschlesiens überzeugt zu sein, daß alles getan wird, was möglich ist, um rasche- stens ordnungsmäßige Zustände in Oberschlesien wiederherzustellen. (Lebhafter Beifall.)» •• Im Reichstags ausschuh für auswärtig« Angelegenheiten erstattete Außenminister Dr. Simons einen ausführlichen Bericht über die Lage in Oberschlesien. Die daran anschließende Debatte war vertraulich._ Steigerung der Eisenbahncinnahmen. Im Hauptausschuß des Reichstages wurden am Mittwoch die Nachtragetats für 1320 des Reichspostministeriums und des Reichsoerkehrsmini» steriums nach kurzer Aussprache bewilligt. Der Etat der R-ichspost wies ein Defizit von Milliarden Mark auf. dazu kommt noch der Sonderhaushalt für Bayern, der einen Reichszuschuß zur Deckung seines Fehlbetrages von 818 Millionen Mark erhalten mußte, und der Sondechaushalt für Württem- berg mit 31 Millionen Reichszuschuß. Die Einnahmen der Reichseisenbahnen aus Personen- und Gepäckverkehr 1920 betrugen iW Milliarden Mark, aus Güterverkehr 11?L Milliarden Mark. Befriedigendcrweise ist also eine Einnahme st«ige- r u n g zu konstatieren, die einerseits auf der Zunahme des Verkehrs beruht, andererseits auf die am 1'. Dezember 1320 in Kraft getretene Neuordnung zurückzuführen ist. Der Reichszuschuß zur Deckung der Mehrausgaben im außerordentlichen Haushalt des Reichsverkehrs- Ministeriums belief sich auf rund 2 Milliarden Mark. Steuerabzug für Berufskleidung und Werkzeuge. Im Steuer- vusfchuß des Reichstages teilt« die Regierung mit. daß die für Arbeiter und Angestellte in Frage kommenden Werbungsunkosten für ihr Einkommen, wozu u. a. auch Berufskleidung und Werkzeug« oehören. nach Fühlungnahme mit den� Sachverstän. digsn der einzelnen Berufe auf Durchschnittssätze gebracht worden seien, die bei der Veranlagung der Steuer abgezogen würden. Auch Lohnabzüge bei Kurzarbeit, Lohnaussall und Ar. b/itslosigkeit können in Abzug gebracht werden. Wenn Ar- bester oder Angestellte an einzelnen Tagen keine Arbeit und keinen Lokm haben,.so verminder« sich das Jahreseinkommen um diese V-träa« und müsie umgerechnet werden. Eine«nt- sprechende Verfügung ist an die Finanzämter hinausgegangen. Polnisch-lltauischer vergleich. In«wer Landtagsrede sagte der litauische Außenminister Puricki. deß die Zuteilung von ZTstilna an Litauen«oahrscheinlich sei. Litauen verpflichte sich provifortsch, Polen nicht anzugreifen und keine Sonderbündnisse ceoen Polen einzuachen, ihm dos Transitrecht auf den Bahnen nach Memel und zum Meere und wirtschaftliche Betätigung in Litauen zu gewähren. Die Fascisienreqiervvg in Flvme hat die Regierungsgewalt an f.Jin in Uebereinstimmung mit den Parteien ernannten außer« ortentlichen Kommissar abgetreten._ üvpigen Palästen und ihrem mystischen Daphne-Hain an historischer Stelle zu rekonstruieren.... � � Dieser Zahlen- und Echtheitshumbug ist bezeichnend für die Ge- fchmackstorruption, die das Theaterkapital drüben, wo es ganz unge» hemmt sich auswirken kann, anrichtet. Das Ende des C. d. W. In diesem Sommer noch wird die Literatur im Cafe des Westens„demollert". Di« heiligen Hallen wenden geschlossen— die Boheme ist obdachlos. Gerüchte gehen: es soll ein Musikcafe erstehen, es soll eine Diele oufaema-ht werden, es loll ein Tanzlokal aus dem Tempel der werdenden Richtunaen werden. Die Boheme steht grollend in den Ecken, in die sie sich längst vor der bürgerlichen Sintflut zurückgezogen hat und cmp- findet seden Einariff in ihre ersesienen Rechte als Sakrileg. Eines steht fest: geschloffen wird das alte Cafe des Westen» den Sommer über_ tvic es wiederersteht, kündet lein« verläßlich« Pythia. Die Obdachlosen ober zerquälen ihre Häupter und ihre Frisuren— wohin? Wohin mit uns? Sie sehen kein« Zukunft vor sich— und auck der Reugründunqsplan des in ollen Berliner Kunst- und o.affcegcfckicht-n populären roten Richard, des Z'itungsgewaltigen > üf C d W-. ist ein sckiwaches Troststcht. Mit dem Cafe des Westens .t-dt jedenfalls ein Stück Neu-Berlin. das schon fast zum alten Berlin gebärt, dahin, mit ihm schwindet ein Bild ausgeprägtester Berliner Art. eicbe„Vorwärts-eeserl Heute will iS Euch nur«in paar Stil» blüten eines braven bürgerlichen Redners, der in unserem Stadt» Parlament weit nach rechts sitzt, mählen. Herr Xa bringt einen Antrag de»... Ziegen, uchtvereins vor. die Efadt möge dem verein Räume überlasten zur Lagerung von Heu und zur Einstellung des ZuchtbockS. denn, sagt Herr Xg.:.der Platzmangel steht nämlich der Vermehrung im Wege'.— Zu unserer Fraktion ge. wendet:.I-b wundere mich, daß Sie von der Sozialdemokratie die Bermebruna ist grade die Freude des kleinen Manne»'.— Aach einer Pause:.Da? kann auf legitime und illegitime Weife ».sieben. Wir lachen noch mebr. Aber der Herr Zkg. mit diesen Stilblüten ist Volksschullehrer>md korrigiert wahrscheinlich die«ussätze unserer Kinder. Dvm. M Tiiit neue» Eiuakter-THeater in Berlin. Da? Kabarett.Schwarzer » c',' Ä v...«riedrichfirage wird vom 1. Auni«b in ein Anakter-Theater iirn?W,ddt Di« künstlerische Leitung übernimmt Hein, Goldberg, der alcickieittfl mit der künstlerischen Reorganisation der.Rakete- betraut ist. sUt da» nicht ein weniü viel- nebe» der Leiwng de»«-u-n Volk». theaterS?) «rertick»« l« Dresden. In Dresden wird von 192? ai nNiäbilich im Sommer im stödtischen MuSstellungSgebZud« ein- deutsche « rischau verans owt«.rls.n. i-d«« 5abr au» einem ieftimmten gewerb. n*«, fH.n.t..L, i>0g deutsch« gewerbliche Schaffen anzuregen. Die erff« Nu»ge�mi w.rd� da» den,'che Keramik- und Gla-gew-rb. zeigen. 1-23 wird die d-uische Epielwarenindusme folgen. Nabi'ldraiiath Dago« in Straiiburg. In der Aula der vniversitSt Sielt d-: indilchs Dichter Rabindranach Tagore der Nobelvr-iStrSgir in -nrti'cher Sprache einen Vortrag über die tndi'che Seele und. ihr ver- bältm» zum Balde. Sttcherdem«zUieri««r eigene Werke m seiner hewnschen Sprache. GroßSerün Himmelfahrt unü Höllenfturz. Die Staatskirche beschert uns mitten in die Arbeit hinein zwischen Ostern und'Pfingsten, einen Feiertag: Himmelfahrt. Wir nehmen ihn im allgemeinen entgegen, ohne uns noch bei der alten legendären Derkündung:„Aufgefahren gen Himmel..." etwas bc- sonderes zu denken. Es werden, wie meist an Festtagen, auch dies- mal die Kirchen voller sein als an Sonntagen, es werden auch dies- mal so viele Geistliche, Groll über die Gegenwart im Herzen, jene Sprüchlein hersagen, die dem Volt in Wahrheit nichts bedeuten. Bei dem Tode der Kaiserin erwähnte ein Berliner offiziöses Blatt, daß sie es gewesen sei, die den Berlinern so viele und architektonisch schöne Kirchen gebaut habe und daß jetzt diese Kirchen, über die man einst gespottet habe, die Scharen der Gläubigen nicht zu fassen vermögen. Dem Boll von Berlin wäre froher und leichter zu Mut, wenn man ihm die wenigen freien Plätze nicht mit Kirchen verbaut, sondern sie den Kindern als Spielplätze gelassen hätte und wenn man statt der Kirchen wahre Bolkshäuser gebaut hätte. In den Kirchen die Gläubigen, draußen die Nichtmehrgläubigen und an den Grenzen die Gläubiger. In den Kirchen der Hinweis auf die Himmelfahrt, Himmel und Jenseits, an den Grenzen ein aller Menschlichkeit barer Militarismus, bereit, einem Volt den Höllensturz zu bereiten. Wer will es verantworten, dem Volk, wo es so sehr um alles Irdische und Menschliche geht, zuzumuten, es solle sich mit Himmelfahrtsgedanken beschäftigen. Dennoch, wir Sozialdemokraten sind vollkommen duldsam und lassen jedem der unseren in religiösen Dingen seine Frcihett. Aber wir wollen auch daran erinnert, daß Heinrich Heine ausrief:.Den Himmel überlasten wir den Engeln und den Spatzen", und daß Nietzsche-Zarathustta nicht so ironisch, aber mit derselben Deutlichkeit sagte:„Ich beschwöre euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu." Denn wie wir auch sein mögen, kirchlich, religiös oder atheistisch, es bleibt uns keine Wahl: wir dürfen und können der Erde nicht untreu werden, d. h. den rein irdisch-menschlichen Dingen. Ein unsäglich grauenhafter Höllensturz wird uns angedroht. Bereits spricht man wieder von Blockade. Man will uns und unsere Kinder aushungern. Da heißt es mit beiden Beinen und mit allen Sinnen und Gedanken auf der Erde bleiben und uns zu kühlem Denken und Ueberlegen zwingen. Verachtung zwar jener feindlichen militaristischen Bourgeoisie, die an ihren Festtagen in»h r e Kirchen flutet und uns dennoch kaltblütig zu erwürgen bereit ist. Aber das allein bringt nicht weiter. Denn noch zittern die hehren Gedanken des 1. Mai in unserer Seele nach: Menschlichkeit! Brüderlichkeit! Versöhnung! Lasten wir doch diese Gedanken nicht untergehen und verkommen! Kämpfen wir für sie mit Wort und Feder! Schließen wir unsere Reihen immer enger! Mann und Wib, Alt und Jung, Kopf- und 5)and- arbeiter treu gesellt. Wir können nicht untergehen, wenn wir als Volk zusammenhalten. So werden wir dem Höllensturz ausweichen und eines Tages, sei er auch noch so fern, einen neuen Aufstieg be- ginnen. Maienfest der Naturfreunde. Es ist etwas eigenarttges um das Festefeiern des Proletariats. Unsere Feste in Garteillokalen mögen ja mit ihrem Skat und Kaffee- kochen recht gemütlich sein, unserem ewig vorwärtsdrängenden Charakter entsprechen sie nicht, ein wirkliches Volksfest suchen wir vergeblich. Jahrelang schon geben die Arbeiterwanderer dem Proletariat in Sonnenwendfeiern und ähnlichen Gelegenheiten Volksfeste in reiner Freude zu erleben. Am Himmelfahrtstage, wo hunderte von Dereinen— auch proletarische— die bewährten Herrenpartien zu Ehren des Bräuereikapitals unternehmen, treffen sich die Naturfreunde zu einem Maienfest in ihrem eigenen Landheimin MeibnersHof(40 Mkmllen von Hennigsdorf). Die äste Kastanie, die treue Wächtcrin des Landhcims, hat sich in ei» lichtgrünes Feiergewand gehüllt und prächtige Kerzen aufgesteckt: sie erwartet ja zum Maienfest großen Besuch. Nicht nur ihre alten Ueben Freunde kommen, nein, die werktätigen Großstadtmenschen, denen dieser Tag wirklich ein Tag voll Feiertagsstimmung sein soll. sie alle sind ja eingeladen. Und die riesige Spielwiese ist glücklich, daß sie wieder einmal so vielen Großstädtern als Tummelplatz dienen kann. Die drei Bauernhäuschen, die den Flecken Meißnershof bilden— scheinbar vergessen von manchem Kulturbetrieb,— sie sind in ihrer ruhigen Sorglosigkeit allein schon des Beluches wert. Tat- kraft und zielbewußter Wille haben in diesem Idyll musterhafte Schlaf-, Küchen- und Aufenthalteräume geschaffen, und die Arbeiter- wanderer, insbesondere die Jugend, wissen das dem Tourenoerein „Die Naturfreunde" zu danken. Die Festfolge beginnt gegen Z Uhr und endet mit einem Szenenspiel aus Gerh. Hauptmanns Märchen„Die versunkene Glocke". Genosten, Ihr, die Ihr an einem einziaen Tage ein wenig Euer Menschentum erkennen wollt, kommt om S. Mai noch Meißners- hof zum Maiensestl Hennigsdorf ist zu erreichen mit den Zügen 0.00, 6.30, 7.00, 8.00, 8.80, 3.30, 10.80, 12.00, 1.00, 1.30 ab Stettiner Vorortbahnhof. ZuallenZügensind Führer amBahn- Hof anwesend.__' �ugenöraöler! Um den jugendlichen Arbeitern und Arbeiterinnen, welche im Besitze eines Fahrrades sind, Gelegenheit zu bieten, im Kreise von gleichzesinnten Jugendlichen den Radsport zu pflegen und die Schön- heilen der Natur kennenzulernen, veranstaltet die Ortsgruppe Berlin des Arbeiter-Radfahrer-Bundes„Solidarität" besondere Ausfahrten der Iugendradler. Die erste diesjährige Ausfahrt findet am Himmel- fahrtstoge, den S. Mai. statt. Start früh 7 Uhr Nettelbeckplatz, Ziel Lank« bei Bernau. Weitere sonntägliche Ausfahrten werden vom Sportausschuß mit den Jugendlichen gemeinsam festgesetzt werden. Alle besonders sehenswerten Punkte der Mark sollen in diesem Som- mer unter Leitung von kundigen Fahrwortcn besucht werden. Außer- dem wird Unterricht gegeben in sachgemäßer Behandlung des Fahr- rades und Ausführung kleinerer Reparaturen und Gelegenheit gegeben, den Saalsport kennen zu lernen und zu üben. Wir Arbeiter- radfahrer sind Gegner der Radrennen, denn wir wissen, daß die Ausübenden nur Reklamemittel für die Kapitalisten, Fahrradhändler usw. sind. Nicht auch noch frei- willig wollen wir uns ausbeuten lasten, sondern vernunftgemäß Sport ausüben, dann bleibt Geist und Körper gesund, wovon nicht nur der Einzelne, sondern mit ihm die gesamte Arbeiterbewegung Vorteil hat. Als besondere Veranstaltungen dieses Jahres finden für die Jugendradler und-radlerinnen Fericnwanderfahrten statt, und zwar vom 16. bis 24. Juli eine Schülerwandcrfahrt nach dem Werbellinfee, voraussichtliche Kosten L0 Mk., und vom 31. Juli bis 7. August ein« Lehrlinas- und Iugendwanderfahrt nach Mecklen- bürg, vorausstchtllche Kosten 150 Mk. Weitere Angaben hierzu er- folgen noch später Wer die Iungradler kennenlernen will, beteilige sich an der Ausfahrt nach Lank« am Hlmmelfahrtstage, den S. Mai, früh 7 Uhr. Nettelbeckplatz ist der Start. Schatzgräber. Luf dem Gut« vderbettsch ver Berliner Familie Gilka-Bötzow wurde vor einigen Wochen ein großer Einbruch verübt. Die Diebe drangen durch ein Fenster in das Schloß«in und stahlen für 300000 Mark Silbersachen, die sie in Decken einpackten und wegschleppten. Die Ermittelungen ergaben, daß die unbekannten Täter im Gasthof eines Nachbarortes als Geschäftsreisende gewohnt hatten. Es verbrettet« sich«wo das Gerücht, daß die Einbrecher ihre wert» volle Beute nicht gleich mitgenommen, sondern in einer großen Schonung, die zu dem Gute gehört, in den Decken zunächst ver» graben hätten. Die Nachforschungen ergaben jedoch keinen Anhatt dafür. Trotzdem wurde ein umfangreicher Ueberwachungsdienst eingerichtet, um die Einbrecker beim Abholen der Beute zu fasten. Das Gerücht hat sich endlich bestätigt. Aber trotz des Ueberwach- ungsdicnstes ist es den Einbrechern gelungen, sich des Schatzes zu bemächtigen, und unbemerkt damit zu entkommen. Nach- dem man viele Tage und Nächte schon vergeblich aufgepaßt hatte, fand man endlich die Stelle, an der das Silberzeug vergraben gewesen war. Aber jetzt lagen nur noch die leeren Decken da, außerdem eine Menge abgebrannter Streichhölzer, mit denen die Schatzgräber augenscheinlich zur Nachtzeit die Stelle beleuchtet hatten. Sie hatten sie früher so sorgfättig zugedeckt, daß sie nicht zu finden gewesen war. Nach den Spuren, die gefunden wurden, sind die Verbrecher mit einnn Kahn über die Oder gekommen, um den vergrabenen Schatz»u heben. Nach bestimmten Anzeichen sind die Täter ohne Zweifel Berliner Einbrecher. Die Silbersachen sind zum großen Teil mit dem ausgeschriebenen Gilka-Bötzow, zum Teil nur mit den Anfangsbuchstaven E G B. und L. G. B. gezeichnet. Auf ihre Wiedcrherbeischaffung ist eine Belohnung von 20 000 Mark ausgesetzt. Mittellungen werden von der Dienst- stelle B I 2 der Kriminalpolizei im Zimmer 31, Hausanruf 450, des Polizeipräsidiums entgegengenommen. Wo sind die Serliner Finanzämter! Zahlreiche Anfragen, die uns aus den Kreisen unserer Leser zugegangen sind, veranlasten uns, dieAdrefsenderBerliner Finanzämter zu veröffentlichen: Zentralfinanzamt(I) für Körperschaften und Vermittlungsstelle Iudenstr. 58—60.— Finanzamt Mitte(II), Stadtbez. 1-40, 143, 144, Schloß und Forensen: Iüdenstr. 58—60, vom 1. Mai d. I. ab Unter den Linden 68a, Eingang Schadowstr. 14.— Finanzamt Porck(III), Stadtbez. 41— 61: Potsdamer Str. 37— 38.— Finanzamt Urban (IV), Stadtbez. 62— 78: Belle-Alliance-Str. 6.— Finanzamt Dramen(V), Stadtbez. 84— 113: Kaiscr-Franz-Grenadier-Platz 11. — Finanzamt Luisenstadt(VI), Stadtbez. 73—83, 114—142, 145 bis 143: Kaifer-Franz-Grenadier-Platz 11—12.— Finanzamt Andreas(VII), Stadtbez. 150—176: Iüdenstr. 58—60.— Finanzacht Friedrichshain(VIII). Stadtbez. 177—181, 183: Iüdenstr. 58 bis 60.— Finanzamt Greifswalder Straße(IX), Stadtbez. 182 bis 188, 190— 197: Alexanderstr. 46—48.— Finanzamt Rosenthaler Tor(X), Stadtbez. 198—232, 234—236: Mittelstr. 58.— Finanz. omt Mühlenberg(XI). Stadtbez. 233, 237—248: Mittelstr. 60.— Finanzamt Humboldthain(XII). Stadtbez. 249—261. Mittelstr. 6.— Finanzamt Humboldthafen(XIII), Stadtbez. 262— 288: Iüden- straße 58— 60.— Finanzamt Moabit-West(XIV), Stadtbez. 289 bis 299: Iüdenstr. 58— 60.— Finanzamt Wedding(XV), Stadtbez. 300— 313: Iüdenstr. 58— 60.— Finanzamt Gesundbrunnen(XVI), Stadtbez. 314— 326: Iüdenstr. 58— 60.— Finanzamt Börse(für Stempelsteuer): Berlin, Kl. Präsidentenstr. 7.— Finanzamt Ehar- lottenburg-Ost(I): Eharlottenburg, Spreestr. 7.— Finanzamt Charlotten burg-Wrtt(II): Charlottenburg, Kaiserdamm 38.— Finanzamt Wilmersdorf-Süd: Wilmersdorf, Augustastr. 1.— Finanzamt Wilmersdorf-Nord: Wilmersdorf, Prager Str. 3.— Finanzamt Nord (früher F.-A. Pankow): Pankow, Breite Straße 32.— Finanzamt Ost(früher F.-A. Niederbarnim-Ost): Berlin C 25, Alexanderstr. 46 bis 48.— Finanzamt Groß-Lichttrselde: Gr.-Lichterfelde, Simonen- straße 14.— Finanzamt Steglitz: Steglitz. Rothenburgstr. 4.— Finanzamt Spandau: Spandau, Mtes Rathaus.— Finanzamt Schöneberg: Schöneberg, Innsbruck«: Str. 12.— Finanzamt Sich- tenberg: Lichtenberg, Türrfchmidtftr. 27.— Finanzamt Neukölln: Berlin SW 61, Belle-Alliance-Str. 6.— Finanzamt Oberspree: Berlin C 25, Alexanderstr. 46— 48.— Finanzamt Mariendorf: Marienhöhe(Sanatorium).— Finanzamt Niederbarnim-Ost: Berlin, Alexanderstr. 46— 48.— Finanzamt Landkreis Teltow: Berlin, Tem- pelhofer Ufer 31._ Einbrecher in der Hakeburg. Die Hakeburg an der Machnower Schleuse wurde in der letzten Zeit fortgesetzt von Einbrechern heim- gesucht, die besonders wertvolle Stücke der Einrichtung und Kunst- sschen stahlen. Ein Beamter sah nun gestern, wie drei Männer im Atter von 20 bis 25 Jahren durch sin Fenster einbrachen und gleich darauf mtt einem gestohlenen Motor die Burg verlosten wollten. Er trat ihnen entgegen, nahm sie fest und übergab sie der Polizei. Diese erkannte in den Einbrechern einen Stellmacher Blümel und dessen Stiefbrüder, Bäcker und Arbeiter B o l l e r i ch aus.Teltow. Eine Haussuchung bei den Verhafteten förderte noch eine große Menge der bereits ftüher gestohlenen Sachen zutage. Das gestohlene Gut, eine große Warenladung, wurde dem Eigen- tümer wieder zugestellt. Retchs-Kleingärknertag! Gewistermaßen als Paralleltagung zum 3. Reichssiedlertag findet an den beiden Pfinastfeier- tagen in Berlin-Neukölln, Stadtverordncten-Sitzungssaal, ein allgemeiner Reichs-Kleingärtnertag statt. Die Tagung ist einbe- rufen vom Zentralverband der Kleingartenvereine Deutschlands, Ge- schäftsstell« Berlin SO. 16. Köpenicker Sir. 32, und soll sich in der Hauptsache mit der Aufstellung von Grundsatzforderungen der sozio- len Kleingartenbewegung zur Siedlerbewegung beschäftigen. Außer- dem liegt ein Entwurf für ein Reichzgesetz zum Schutze der Haus- und Kleingärten vor. Ministerialrat Dr. Kaisenberg hält einen Bortrag über die Entwickelung des Kleingartenrechtes, Magistrats- astestor B r u m b y über die Rechtsprechung der Kleingortenschieds- gerichte bzw. Pachteinigungsämtei. Es ist erwünscht, daß alle im Deutschen Reiche bestehenden Kleingartenoereine zu dieser Tagung Delegierte entsenden. Druckschriften versendet die obenbezeichnete Geschäftsstelle. Der Maulkorbzwang besteht noch. Täglich ist zu beobachten, daß, entgegen den Bestimmungen der für den Bezirk der ftüheren Stadtkreise Berlin, Charlottenburg. Schöneberg, Wilmersdorf, Neu- kölln und vichtenbera erlastenen Polizeiverordnung, Hunde in der Oeffenllichkeit ohne Maulkorb umherlaufen. Der Polizeipräsident hat deshalb die Aussichtsbeamten des früheren Landespolizeibezirks Berlin angewiesen, auf genaue Befolgung der vorbezeichneten Po- lizeiverordnung dauernd zu achton und gegen Zuwiderhandelnde Strafanzeige zu erstatten. Auch Hunde, die an der Leine geführt werden, mästen nach jener Verordnung mit einem Maulkorb ver- sehen sein. Sunstkagung der enkschiedenen Schulreformer in Berlin-Lankwitz. Mittwoch, 3 Uhr, Eröffnung: Allgemeine Fragen: 8 Uhr, Vorführungen: Film- und Marionettentheater. Don- derstag, den 5.» vormittags S Uhr' Bildende Kunst: nachmit- tags 3 Uhr: Musik: abends 8 Uhr: Kunst und Körper(Vor- fichnmgen nach Dalcroze und Rhoden-Lannggaard). Korten an der Saalkaste. Jedermann willkommen. DaS Kohlenamt Verliu teilt mit, daß vom S. Ma I d. I. ab»ur Entnahme und ilbgabe von Kohlen folgende weiter« Abschnitte treigegeden werden: Abschnitt 4 der 2-Zentner-Sonderkarte, Abschnitte 4 bi» 10 der S-Zentner-Sonderkarte. Arbeiter-Siadfahrer-Verei» Groft-verlSn. S. Mal, früh 7 Mr. Werls«« lDinnpi schiff), nachmittag» 1 Uhr Lövenick(Schwelzergarten). S. Mal trüb 6 Uhr, Ketzin a. d. nachmittag» 1 Uhr, Nowawe»(Singer). Start: Mariannenplatz. Groß-Serliner Parteinachrichten. heute. IRittwoch. den 4. Mai: «.«btellaag. He«:« abend 7 Uhr bei Behren». Tegeler Str. 22, Handzettel- Verbreitung. 2. ftreb. Freitag, den 6. April, abend« 7 Uor, in der Aula der Soratheenschul« Wtlhelmshaoener Str. 2. JtrcWveitoteroccfommlung. Wichtige Tagesorduuna l Zahre« bericht. z. Neuwahl de««rel-vorstaudes. 3. RcgterungtzbUduug.« Preutzen. PimitUch» Srlchaw« vMatntna. Wollen wir die Arbeit nicht der Verelendung preisgeben, dann müssen wir unsere ganze Kraft in den Dienst der Sache stellen und die Arbeitslosen mobilisieren." Hier werden also die Folgen des Märzputsches zugegeben: Unterbrechung der Arbeit für die Erwerbslosen und Lähmung der Arbeiterschaft im Aufstandsgebiet. Aber trotzdem: Neue Mobilisierung, neuer Kampf— nach bekanntem Vorbild— und neue Niederlage! Das ist nicht Arbeitslosenfürsorge, das ist Irrsinn, wenn ihres Lebens flott zu machen. Die nächste Aufgabe der Arbeitslosen ist, diese kleinen, geist- losen Despoten von Lenins Gnaden zum Teufel zu jagen und ihre Hirngespinste zu zerstören! Nicht eher wird der Weg aus ihrem Elend frei! OeWseGhÄftsbewegung Die nächsten Aufgaben öer Arbeitslosen. Ueber dieses Thema referierte M a l z a h n von der DKPD. auf ein« im April in Berlin tagenden Konferenz des Reichs- ausschusses der Erwerbslosenräte Deutschlands. Dr? Redner ülte nach dem Bericht der„Roten Fahne"„scharfe Kri- tit" an der Mörzaktion, hauptsächlich darum, weil sich aus ihr„ein Kampf von Proletariern gegen Proletarier" entwickelte. Er be- dauerte zwar, daß„eine große Anzahl von Kommunisten und Funk- tionären auf der Strecke geblieben" ist, aber größer war seine Freude darüber, daß„das Heer der Arbeitslosen... da- durch um tüchtige und aktive Genossen oermehrt" wurde. Offener und brutaler kann man den Zweck der kommu- nistischen Aktion kaum zugeben. Darf man aus der Tatsache, daß � die„Rote Fahne" diese Stelle der Rede Malzahns fett druckt, schließen, daß den Kommunisten sehr viel an der Bermehrung des Heeres der Arbeitslosen durch„tüchtige und aktive Genossen" 'iegt? Ja, das darf man! Die Kommunisten wissen, daß nur eine ',ur Verzweiflung getriebene Masse sich für ihre Partei interessen ichlägt und darum haben sie alle Ursache, diese verzweifelte Masse irtgesetzt zu vergrößern. Und diese schamlosen Heuchler wagen es, iber die Organisationen, die ihre Tollheiten nicht mitmachen und es ablehnen, auf diese Weise den Arbeitslosen zu„helfen", in der ge- meinsten Weise zu schimpfen. über daz bereits mitgeteilte Regierungsangebot vornehmen werdem Die nächste Aufgabe der Arbeitslosen ist nach Malzahn natür- In du„Times" schlägt ein Sachvuständiger die Einsetzung einer lich: Kampf. Und dieser Kampf sieht so aus: � aus drei bis fünf Unparteiischen bestehenden K o m- „Sollten Demonstrationen die Kampfftimmung der Mission vor, deren Schiedsspruch die beiden Parteien annehmen Arbeitslosen steigern, dann müsien sie einen besonderen Cha-; sollen, andernfalls darüber durch ein Referendum die Meinung des rakter haben und ein bestimmtes Ziel verfolgen. Deshalb Volkes eingeholt werden soll. ist es notwendig, daß die Arbeitslosen Dcmonstraiionen unter- SPD.-Funklionäre des Transportarbeikuvubandes. Die heute für Freitag angekündigte Konserenz findet in den Musikersälen, Kaiser-Wilhelm-Straße statt. Mitgliedsbücher du Partei und Ge- wertschaft legitimieren. Verband du Maler, Lackierer usw.. Filiale Berlin. Durch Entscheidung des Haupttarifamtes vom 29. April 1921 tritt für' Berlin eine neue Lohnerhöhung ein, und zwar beträgt l der Lohn ab 1. Mai für Groß-Berlin(5,83 Mk. Die Ortsverwaltung. gentraloerband der M-fchiuisten imd Hetzer. Sonntag: Besichtigung der Funkenstation Nauen tür preise ermöglicht: einen für das im Umlageverfahren«faßte und einen für das freie Getreide. Der Preis für die rationierten Brotmengen baut sich auf dem im Umlageverfahren erfaßten Getreide auf; er wird ferner durch die Einfuhr von Brotgc'.reide und die dabei befolgte Preispolitik beeinflußt. Der Ausschuß gibt der Erwartung Ausdruck, daß die hier vorhandenen Möglichkeiten zur Herbeiführung eines erträglichen Vrotpreifes für die rationierten Brotmengen benutzt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, � die Preisbildung und die Verteilung der Mengen des freien Ge- treides in den einzelnen Gebieten Deutschlands zu beeinflussen. Es nicht Schlimmeres! Die nächste Aufgabe der Arbeitslosen ist nicht, muß gefordert werden, daß auch diese Möglichkeit ausgenutzt uns den verfahrenen Moskauer Parteikarren unter nutzloser Opferung zweckentsprechende Bestimmungen, die diesem Ziele dienen, im End Im englischen Vergarbeilerslreik werden augenblicklich von der Arbeiterpartei Versuche unternommen, über den toten Punkt hin- wegzukommen. H o d g e s, der Sekretär des Bergarbeiterverbandes, wird heute abend an einer im Unterhause tagenden gemeinsamen j wurf des Gesetzes über die Regelung des Verkehrs mit �Getreide vorgesehen werden. 2. Da der zu begutachtende Entwurf Bestimmungen über den Pflichtanbau nicht vorsieht, war die Lertretbarkeit der ein� zelnen Getreidearten unvermeidbar. Dadurch entsteht die Gefahr, daß nach Art und Beschaffenheit minderwertiges Ge» treibe bei Erfüllung der Umlagepflicht abgeliefert und das beiiere Getreide dem freien Verkehr zugeführt wird. Es sind daher Be» stimmungen vorzusehen, die diese Folgen des Umlageoerfahrens ab» wenden. 3. Der mit der Vorlage oerfolgte Zweck wird am vollkommensten Sitzung teilnehmen. In dieser Zusammenkunft soll untersucht wer- j erreicht, wenn eine möglich st große Menge von Getreide den, auf welche Weise den Frauen und Kindern der Bergarbeiter i durch das Umlageverfahren der öffentlichen Hand zugeführt wird. am besten geholfen werden kann. Bei dieser Gelegenheit will man Die in dieser Vorlage vorgeschlagenen Methoden zur Bestimmung dann oersuchen, Mittel ausfindig zu machen, diezuneuenVer-"~....... Handlunge n Jähren können. In Kreisen der Arbeiterpartei hofft man, nach der TU., daß die Arbeiter doch noch eine Abstimmung nehmen nach den Stadt- und Gemeindeparlamenten und durch Deputationen aus ihren Reihen die Forderungen vertreten lassen; ferner Demonstrationen nach den Bureaus der Gewerkschaftsvor- stände und Gewetkschafkskarlelle, um die Gewerkschafts vorstände aufzufordern, vor den Arbeitslosen zu reden, ob und wie weit sie sich die Durchführung der Arbeitslosenforderungen(10 Forderun- gen des ADGB.) denken." Mit Demonstrationen nach den Stadt- und Gemeindeparla- menten beginnt der Kampf, dann setzt die bekannte„S t'e i g e r u n g der Aktion" ein, Fensterscheiben klirren, Akten fliegen auf die Straße, Schupo oersucht die Ordnung herzustellen, sie wird solange gereizt, bis es zu Zusammenstößen kommt. Dann schimpft man auf die„Bluthunde" und heult über den„weihen Schrecken". Nach- her aber ist man froh, daß„tüchtige und aktive Genossen" auf diese Weise zur Arbeitslosenarmee gekommen sind, und der Tanz geht von vorne los. Herr Ehrist, der seinem Gesinnungsfreund Malzahn sicher zugestimmt hat, sagte in einem einleitenden Referat u. a.: „Im Reich hat in einzelnen Bezirken der Aufruf auf die Ar- beitslosen außerordentlich gewirkt. Er sollte mit seinen Forde- gen die geplante Aktion auslösen. Die Voraus- setzungen waren sehr gut, und aus allen Teilen des Reiches wurden wir zu Taten förmlich gedrängt. Nun setzte die soeben beendete Märzaktion ein. Sie hatte zur Folge, daß unsere Arbeit unterbrochen wurde. Zurzeit liegen die Dinge so, daß die Arbeitslosen in den Bezirken des Reiches, die von der verflossenen Aktion unberührt geblieben sind, auf die Durchführung der Forderungen drängen. Die Bezirke, die von der Aktion stark mitgenommen wurden, sind gegenwärtig schwer in Bewegung zu bringen. di« Kollegen, die eine Aufforderung hierzu erhalten haben. Treffuun» g Uhr, am Lehrter Bahnhof,(Eingang Invalidenstraße. Auf Nachzügler kann nicht gewartet werden. Die Ortsverwaltung. zentralverband der Angestellten. Der Text der B-reinbarungen im Einzel- Handel Groß. Berlins ist im Bureau, Belle-Alliancestr. 7/10, iür die Dertrauensleute der Betriebe gedruckt zu haben. Wirtschaft Zur Regelung der Gelreidebewirtschafkuug. Der Ausschuß des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats für Land- Wirtschaft und Ernährung begutachtete die Regierungsvorlage über die Regelung des Verkehrs mit Getreide. Er stimmte dem Umlageoerfahren zu und verlangte dabei die Berücksichtigung fol- gender Gesichtspunkte: 1. Die Form der Getreidebewirtschaftung steht im engen Zu- sammenhang mit der Festsetzung der Getreidepreise. Die große Bedeutung, die die Preisfrage besitzt, erfordert ihre baldige Regelung, wobei der Reichswirtschaftsrat Gelegenheit zur Mitwir- kung haben muß. Ein Vorteil des Umlageoerfahrens ist jedenfalls darin zu«blicken, daß es zwei Arten von Getreide- des Umlagezolls rechtfertigen die Bedenken, daß sie zu einer zu geringen Ziffer führen: ihre Nachprüfung ist daher erforderlich. 4. Das in dem Entwurf vorgesehene Verfütterungs» verbot muß als vollkommen wirkungslos abgelehnt werden. Ziel der Getreideverordnung sollte eine Preisbildung für das ein- zuführende Futtergetreide sein, die den hierfür gezahlten Preis unter dem Preise für das im Inland im freien Verkehr befindliche Bratgetreide hält. In dem Entwurf des Gesetzes über die Rege- lung des Verkehrs mit Getreide fehlen Bestimmungen hierüber. Sie sind um so leichter zu treffen, als bei Beeinflussung der Preise für dieses Futtergetreide nur der an sich schon höhere Preis für im freien Verkehr befindliches inländisches Brotgetreide in Betracht zu ziehen ist.. 5. Die Erfasiung einer genügenden Getreidemenge im Umlage» verfahren steht und fällt mit der Haftung der Länder und Gemeinden für die Erfüllung der Ablieferungspflichten der Er- zeug«. Die Bestimmungen der Vorlage über die Form der Haf» tung und die notwendige Sicherung ihrer Durchführung dürfen keine Milderung erfahren. 6. Zur Beseitigung von Notständen und zur Verhinderung spekulativer Preistreibereien muß die Beschlagnahme von Brotgetreidemengen ermöglicht werden. Der Wirtschaftspolitische Ausschuß des Dorläusi- gen Reichswirtschaftsrates bestätigte diese Beschlüsse gegen zw e i Stimmen von Arbeitgebern der Landwirtschaft und Gärtnerei» betriebe bei einigen Stimmenthaltungen. Die Zollinie an der neuen Rheingrenze. Dom 19. Mai all wird die Zollkontrolle zwischen besetztem und unbesetztem Deutschland aOf einer Linie ausgeübt werden, die im Norden bei Büderich beginnend nach Süden folgend«maßen verläuft: Lohausen, Solingen, Wermelskirchen, Heide, Haan, Burg, Engels- kirchen, Lindlar, Overath, Neußkirchen. Oberkassel, Godesberg. Hön» ningen, Nosbach, Horhausen, Dierdorf, Selters, Görgishausen, Diez. Königstein. Rödelheim. Griesheim, Rhein-Dürtheim, Kirberg. G«nsheim, Waldorf, Oppau, Speyer,� Wörth, Alt-Risp, Leimersheim, Neuburg und Ludwigshafen. Sämtliche genannten Orte sind zugleich Zollstationen. ?-ränNv7 sar den redatt. r-U" Dr.»er»««eiser. Charlottenburg: lür Anzeigen! Tb. Glocke, Berlin. Berlag: LorwäriZ-Verlaa G.m.b.H.. Berlin. Drucke Bor- würlS-Buckdruckerei u. LerlagSanttaU vaul Singer n. Co.. Berlin Liadtiffr Z. Sliihlawpen Halbwattlampen und samtl. Slektro-Zastall.- INalerial tauft Schröder, shSS�Si. • Fadritgeb. III. 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