flg. 210«ZS. Jahrgang Msgabe M Nr. 107 Bezugspreis, VtkrtklISHrl. dO,— M.. monatL 10,- St frei in» Sau«, voran» zahlbar. Post- liezug! Monatlich 10.— M. einschl. Iu- ticllungsgtbUhr. Unter Kreuzband fit« Deutschland, Dan-, ig, da« Saar- und MemelaebiU, lowie die ehenial» beut» .cheu Gebiet« Polen», Oesterreich. Ungarn und Luxemburg ZV,— ZU. für da, übrige Zlusland S7.— M. Post» beilellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tscheche-Slowalei, Däne- Marl. Holland, Luxemburg, Schwede» und die Schmelz. Der.PormZrt»' mst der Sonntage deiiage.Poll und getf. der Unter» baliungibeilage �eimwell� und der Vellage»Siedlung und Kleingarten� crjcheini«ochentäglich zweimal. Sonntag» und Montag« einmal. Morgen-Ausgabe Telegramm jeSOjldlöCRlO trat Berlin- rW' Oerlinev Volksblstt 30 Pfennig} AnzeigeupretS: vi» achtgespallen, Nonpareistczeii, kostet dtiv M»«lein»»In,»ige»- da» settgedruckt, Wo« UO St(»«. liisstg zwei frttgedwtffl» tOntch. sebe» weitete«ort t—«. StMengesuch» und Schlasstelkrnuuzkigeu du» er'l, «ort t— M. srde» wefter,«ort « Bs»,©ort» vber« Buchstabe, »Shlen für zwei«orte. gamillen-A». zeige« für«bonnenle» Zelle M vi» Preise verstebe» sich riuschlieZllch teuerung»zulchl»g «Inzeigen für Ol» ulchst« sstumine, mllsten dt»»»Gr nachmittag» tm H-uptgrfchSfl, Perlin Sffl 88. Linden. straße a abgegeben werden. GeZffnet von S Ubr früh di»» Uhr abend». Zcntmlorgan der rozialdemofcratfrcben Partei Deutfchtands Keüaktion ond(Expedition: SW 05, LinSenstr. Z gferufprechrri Amt Mortiipln«. Nr. ISIS«— ISIS? Freitag, den tZ. Mai ISÄI vorwärts.veriag G.m.b.H.. GW öS, LinSenste.Z ftermmdzeti Amt Morinvlap. Nr. I17&3— 54 Das Ultimatum Oer Entente. Annahme bis 12. Mai oder Ruhrbesetzung! X London. 5. Mai.(WTD.) Der hier bekanntgegebene amtliche Wortlaut der gemeinsamen Erklärung der Verbands- regierungen lautet in Uebersetzung: .Die verbandsregierungen stellen fest, daß l r o h der wieder- holten Zugeständnisse, welche von den verbündeken seil Unlcrzeichnung des Vertrages von Versailles gemacht worden sind, ungeachtet der Varnnngen und Zwangsmah. nahmen, die in S p a und P a r i» beschlossen worden, wie auch der in London vngekündigien und seither in Kraft getretenen Maßnahmen, die deutsche Regierung mit der Erfüllung der Verpflichtungen im Rückstand ist. die lhr nach den vestimmungen des versailler Vertrages obllegen, und zwar in folgenden Punkten: 1. Entwaffnung. 2. Zahlung der 12 Milliarden Goldmark, dle gemäsi Zlrtikel Z35 des Friedensvertrages am 1. Mal ISZl fällig waren und deren Veglelchung von der Reparalionstommissiou bereits für den genannten Zeilpunkt verlangt worden ist Z. Aburteilung der Kriegsverbrecher unter den De- dingu ngen, wle sie erneut durch die Verbandsnolen vom 12. 2. und 17. S. 1320 festgelegt wurden. 4. Einige andere wichtige Fragen, in erster Linie diezer.lzcu, welche die Artikel 264 bis 2b7. 263. 273. 321. 322 und 327 des Friedensvertrages berühren. Sie beschlkhen deshalb, A) heute ber.Zls alle vorberelkeuden Mohuah meu zu ergrelfea, welche zur Besetzung des Ruhrkale» durch die verbündeten Truppen am Rhein nötig sind, und zwar unter den in D) vorgesehenen Bedingungen. B) Gcmätz Artikel 233 des Friedensverträge» dle Repara. llonskommisfion aufzufordern, der deutschen Regie- .14113 nnverzügllch Zelten und Bedingungen für die vegleichoog der deutschen Schuld in ihrer Gesami- heit mitzuteilen und ihre daraus bezügliche Er.lschlleßung der deut- scheu Regierung b i s«pätestens 6. Mai bekanntzugeben. C) Di« deutsche Regierung aufzufordern, inner- halb einer Frist von 6 Tagen nach Empfang der obigen Entschließung tlipp und klar zu erklären, daß sie eulschlosseu ist: 1. ohne Vorbehalt oder Bedingungen ihre ver- pslichtungen zn erfüllen so. w l e s i e von der Repara- lionskommission festgelegt werden, 2. ohne Vorbehalt oder Bedingungen Hinsichtlich ihrer Verpflichtungen die von der Reparalionskommission oorgeschrie- denen Sicherheiten ouzuuehmeu und durch- zuführen, 3. ohne Vorbehalt und nnverzügllch dle Maßnahmen zweck» Avrüstung zu Master, zu Land« und in der Lust, welche der deutschen Regierung durch die Verbands- mächte durch Schreiben vom 23. Zanuac 1321 ausgegeben wurden, durchzuführen, soweit die Durchführung dieser Maß- nahmen bereits fällig geworden ist. und unaerzllgllh die weiteren Maßnahmen zu Endeln führen, die zu bestimmten Fristen verwirklicht sein müssen. 4. ohne Vorbehalt nnd unverzüglich die Abortetlung der Kriegsverbrecher vorzunehmen, sowie die Erfüllung Äcr übrigen Teile des Vertrages, denen bisher noch nicht Genüge getan ist und wovon im§ 1 dieser Rote die Rede ist. D) Am 12, Mai zur Besehung d«s Ruhrlalcs zu s ch r ei l« n und all- anderen mititärifchen Maßnahmen zu Master und zu Lande zu ergreifen bei Nichterfüllung der obigen Bedingungen durch die deutsche Regierung. Diese Besetzung wird solange danern, bis Deutschland dle unter C) ausgekühlten Bedingungen erfüllt haben wird. London, S. Mai 1921. iaez.) Lloyd George. Driand. Sforza. 190 Jafpar. Hayafhi., Das Kernstück, der von der Neparationskommifsion f-yloeleate' Plan für die Begleichung der deutschen Gesamt- rVvftd fehlt noch. Erst roch seinem Eintreffen wird ein ab- i> iließ'endes Urteil über die Forderungen der Verbandsregie. runasn möglich sein. Die Stärke des Drucks, der auf Deutsch- land ausgeübt wird, damit es diese Forderungen annehme. erhellt aber schon aus der Echlußankundigung. die Besetzung des Rubrreviers würde im Falle der Weigerung solange dauern,'bis die mitgeteilten Bedingungen erfüllt sind. Das bedeutet im Falle dauernder Weigerung den dauernden Verlust des Ruhrreviers sowie der übrigen schon besetzten Gebiete. Daß die angedrohte Ausdehnung der Besetzung auf das Ruhrrevier nicht zu den vertragsmäßigen Mitteln geHort. mit denen die Entente die Erfüllung des Vertrages von Deutschland erzwingen kann, daß sie also völkerrechtlich einen über den Frieden hinausgehenden kriegerischen Druck bedeutet, steht außer aller Frage. Ebenso außer aller Frage steht aber, daß die Entente sich nicht scheuen wird, ihre Drohung wahrzumachen, wenn sich Deutschland nicht bis jjum 12. Mai zur Annahme der gestellten Bedingungen entschließt. Die Hoffnung, daß die Räumung des Ruhrreviers in einem späteren Zeitpunkt zu billigeren Bedinaungen als den jetzt gestellten zu erreichen wäre, ist außerordentlich gering. Denn es handelt sich hier um«inen Bertrag, der zwischen den Alliierten selbst geschlossen ist und der ohne» die Z u st i m- mung Frankreichs nicht abgeändert werden kann. So sind die Totsachen, und man muß den Mut haben, ihnen ins Gesicht zu sehen. Unter diesen Umständen bleibt die entscheidende Frage, ob überhaupt eine Möglichkeit besteht, die von der Repa- rationskommission aufgestellten Forderungen in der nächsten Zeit zu erfüllen. Desteht sie, dann entscheidet sich das weitere von selbst. Aber mit der Annahme der finanziellen Bedingungen und ihrer Erfüllung in der nächsten Zeit ist die unmittelbar drohende Gefahr noch nicht abgewehrt. Es handelt sich auch noch um die Bestrafung der Kriegsverbrecher und um die Entwaffnung, auf welche letztere besonderer Nachdruck gelegt wird. Alle wirtschaftlichen Opfer, di« das deutsche BoU bringen kann, um die dauernde Zerreißung Deutschlands zu verhüten, würden umsonst gebracht sein, wenn dle kommende Regierung nicht stark genug wäre, die Entwaffnung und Auslösung der bayerischen Ein- wohnerwehr durchzusetzen. Die kommende Regierung steht vor der furchtbaren Eni- scheidung, ob sie zu Degin ihrer Tätigkeit wichtigste Gebiete des Reichs für ganz unabsthbare Zeit der militärischen Ge- walt des Auslands ausliefern oder aber Bedingungen auf sich nehmen will, zu deren Erfüllung Herkuleskräfte notwen- dig sind. Sie wird sich fragen müssen, ob nicht eine bessere Aussichtfür die spätere Abmilderung dieser Bedingun- gen geschaffen wird, wenn man jetzt ihre Durchführung ehrlich versucht als wenn man sie von vornherein verweigert. Nie- mand im Deutschen Reich will annehmen, daß das neue Diktat der Entente das letzte Wort der Weltgeschichte ist, es handelt sich nur darum, den Weg zu suchen und zu finden, der zu einer besseren Berständigung führt. Geht dieser Weg über die Weigerung oder über die Annahme? Das ist die Schick- salsfrage des deutschen Volkes, auf die bis zum 12. Mai eine klare Antwort gegeben werden muß. » Die Artikel 264—267 und 269 betreffen die zollpolitische Meistbegünstigung der Alliierten. Artikel 273 betrifft die An- erkennung von Schiffszeugnisisn und Urkunden. Artikel 321 und 322 handeln von der freien Personen- und Warendurchfuhr durch deutsches Gebiet Artikel 327 betrifft die Freiheit der Schiffahrt. Das Ultimatum in London überreicht. London. 5. Mat(MTB.) Lloyd George hat dem deutschen Botschafter Stahmee das Ultimatum der Alliierten überreicht Schlußreden i« London. pari». S. Mai.(EE.) Nach der Unterzeichnung des Proto- tolls und der Finanzbestimmungen des Londoner Abkommens dankte Briand Lloyd George für die Leitung der Verhandlungen, er sagte: «Wir haben schwierige und zuweilen beängstigende Augenblicke durchlebt, aber zuletzt konnten wir, dank des Scharfsinns unserer belgischen Freund«, dank dem Geiste der Persönlichkeit des Grafen Sforza, dank der Rechtlichkeit des Herrn Vertreters Japans, das Schiff glücklich in den Hafen steuern. Ich bin glücklich zu sagen, daß die Wellenschläge die Besatzung nicht verschlangen. So wird es immer sein, solange wir einig bleiben. Die interalliierte Solidarität geht aus dieser Konferenz neu gestärkt hervor. Mir bedauern Drohungen in Anwendung bringen zu müssen, aber gegenüber dem einstimmigen willen der Alliierten bin Ich überzeugt, daß Deutschland einsehen wird, daß es«achgeben muß.- Darauf antwortete Lloyd George folgendes: „Ich habe mein bestes getan inmitten reichlicher Schwierig» keiten. Es gab schwierige, selbst stürmische Augenblicke. Aber wir sind erfahrene Seeleute und ich bin überzeugt, daß wir unseren Zweck erreichen werden. Wir haben allen Anlaß, uns zu beglück- wünschen, daß wir die Schwierigkeiten, die unüber» brückbar schienen, überwanden. Wir begreifen sehr gut, daß die öffentliche Meinung Frankreichs und Belgien«»0« unserer abweicht Uns trennt da» Meor von Deutschland, die Franzosen nur die Rhein grenze und es ist natürlich, daß sie ein wenig beunruhigt(!) sind. Wenn wir einig sind, sind wir in der Lage, Europa wiederherzustellen. die Garantien. London. 6. Mai.(EE.) Ein Z us a tz p r ot»kotl zu de« Abkommen von London führt die Garantien, di« Deutschland zu stellen haben wird, an. Die deutsche Regierung wird zur Eiche» rung der Zinsen und Amortisation folgende Garantien stellen müssen. 1. Alle Zolleinnahmen an den Land- nnd Seegrenzen, besonders all« Zölle für die Ein» und Ausfuhr, Z. Eine SSprozentige Ausfuhrabzad«� We»»»an jenen deutschen Waren nicht zu bezahlen sein wird, die in den alliierten Ländern von dieser Taxe befreit sind. 3. Weitere direkte und Indirekte Steuern, welche die deutsche Regierung in Vorschlag bringen könnte, aber die Garantiekommission bewilligen muß. 4. Zu die finanzielle Verwaltung einzugreifen«ltd die ftrntw misflon nicht berechtigt sein. Pari», S. Mai.(WTB.) Ueber di« vorgesehene Garantie» kommission für die deutsche Schuld berichtet der Vertreter des.Lournal" aus London: Eine Unterkommission der Reparationskommission, bestehend aus je eine« Vertreter der fünf alliierten Großmächte, einem Vertreter Amerikas und drei Oertretorn neutraler Länder werde als Garantiekommisslsn di«' deutsche finanzielle Verwaltung ond dl« Amorlisationsmögllchkeiten der äußeren Schuld überwachen. An den Bestimmungen des 8 13, Anhang 2 des Friedens- Vertrages, der die Zahlung eines Teiles der Entschädigung in Arbeitsleistung und Rohmaterialien oder in Fertig- Produkten vorsehe, sei nichts geändert worden. Die Verhandlungen mit Deutschland über die Beteiligung am Miederaufbau könnten als» wieder aufgenommen werden. Die Lieferungen, die es mache, würden in Goldmark kontradiktorisch abgeschätzt und durch «Ine gleichwertige Summe in Obligationen bezahlt werden. Amerika soll wieder mitmachen. London, S. Mai.(WTB.) Wie Reuter erfährt, hat der Ober st e Rat gestern abend der Regierung der Vereinigten Staaten ein Telegramm gesandt, in dem er sie einladet, zum O b e r st en Rot, zum Botschafterrat und zur Repara- tionstommission Vertreter zu entsenden. Amerikas Truppe» bleiben am Mh»i«. Washington, 4. Mat(WTB.) wie au»-«klicher Quelle mitgeteilt wird, ist die Frage einer Rückberusung der amerikanischen Besahuugstruppen am Rhein in keiner weise erwogen worden. Tozialistenprotest gegen die Mobilmachung. Paris, S. Mai.(MTB) Der ständige verwaltungsausschuß der vereinigten französischen Sozialisten und die so- zialistische Kammerfraktion erlassen heute vormittag in ihrem Organ.Populaire" einen scharfen Aufruf gegen die Mobilisierung. Man solle hinausschreien, man wolle den Krieg nicht wieder beginnen. Ferner soll« man erklären, baß die Kriegsruinen nur durch gemeinsam« Arbeit der Völker wiederhergestellt werden können. vie Regierungskrff». Keine Erweiterung der bisherigen Koalttw». Berlin. 5. ZNai.(MTL.) Der«eichiprSsi- dent empfing heute vormittag den RelchstagsvrZsidente» Löbe. Im Laufe des Nachmittags besprach der Reich«- Präsident sodclnn mit den Vertretern der s»'z i« l d e m 0- kratischen Fraktion und der einzelnen Fraktionen der jetzigen Koalition die Frage der Regierungsbildung. Mit einer Erweiterung der bisherigen Koalition kann nicht gerechnet werden. Der Reichspräsident wird feine Verhandlungen morgen foetfetze«. vis- her fiud sie noch nicht jo weit gediehen, daß ein bestimmter Auftrag zur Legierungsbildung hätte erteilt»erden könne«. » Der Reichspräsident hat im«»ose»es gestrigen. Tages mit verschiedenen Parteiführern konferiert, doch hat er bisher noch keinem von ihnen den Auftrag zur Bildung des neuen Kabinetts erteilt In den Wandelgängen de, Reichstags wurde neben Herrn Stresemann Herr Schiffer viel genannt Im allgemeinen wird die Aussicht, ein neues Kabinett auf Grund der bisherigen Koalitionsgrundlage rasch zustande zu bringen, günstig beurteilt Es ist vorauszusehen daß eine Reihe der bisherigen Minister auch dem neue« Kabinett angehören tnirb,. als endgültig erledigt gelten nur Simons und Fehrenbach, wahrscheinlich auch der Reichsfinanzminister Wirth, der sich durch seine Neigung für Besitz steuern unbeliebt gemacht hat. Es ist jedoch nicht ersichtlich, wie ein anderer Mann an seiner Stelle sich größere Beliebtheit bei den Besitzenden er- werben könnte, denn n u r die Armen zu besteuern, das wird doch keiner zustande bringen. Wie auch die Entscheidung der nächsten Tage fällt, es wird durch sie nichts daran geändert, daß Reichseinnahmen von geradezu vhantastifcher Höhe not- wendig fein werden, um den dringendsten inneren und äuße- ren Verpflichtungen nachzukommen. Es wäre kein glück- liches Vorzeichen für die Erfüllung dieser Verbindlichkeiten, wenn man einen Reichsfinanzminister m die Wüste schickte, weil er den Hütern des kapitalistischen Gcldsacks nicht genug vertrauenswürdig ist. Die Berliner Preffe vom Donnerstag beschränkt sich im allgemeinen darauf, die Mitteilung des Rücktrittes der Reichs- regierung zu registrieren, ohne selbst hierzu eine Stellung zu nehmen, die besondere Beachtung verdiente. Die„Kreuz-Zeitung" ruft nach dem starken Mann. Sie schreibt� Dos Gebst der Stunde ist, daß jetzt Männer an die Spitz« der Reichsleitimg treten, die mit Kraft und Rückfichtslofig- keit dem äußeren und inneren Feinde die Stirn zu bieten vermägen. Finden sich solche Männer nicht, so wird das Schicksal unseres Vaterlandes besiegeil sein. Der schwerindustrielle„Lok.-Anz." entdeckt sein parlamen- tarisches Herz, erregt sich heuchlerisch über die„bewußte Aus- schaltung der Volksvertretung"' bei den entscheidenden Schritten der deutschen Regierung in Washington und fordert im übrigen das bekannte„Kabinett der nationalen Berteidi- gung", ohne des näheren anzugeben, wie ein solches im ein- zelnen aussehen soll. In der„Boss. Ztg." tadelt Georg Bernhard, daß der Rücktritt erst jetzt erfolgt sei, während der letzte gegebene Mo- ment des Rücktrittes„der große Tag des Mißerfolges der Simonsfchen Vorschlüge auf der Londoner Konferenz" ge- wefen wäre. In dem Artikel kommt ferner in verhüllter Form zum Ausdruck, daß das Blatt für eine Annahme der neuen Bedingungen der Entente ist. Hierüber heißt es: -Es wird ein« sehr große Entschlußkraft dazu gehören. Vor- schlag« zu machen und Abkommen zu akzeptieren, die auf alle Fälle hart und bitter sind und der schwersten Kritik im eige»ren Lande ausgesetzt sein werden. Aber es l)5lterung des Landes hat sich diesem brutalen Friedensbruch einer terroristischen Minder» heit gegenüber bisher bewundernswert ruhig verhalten.&%• G Zreunöe, öiese Töne! Konzert-Umschau. Vor vielen Jahren saßen wir andächtig in der Singakademie. Das Ioachim-Ouartett spielle. Aus einmal erhob sich der wunder» volle Meister, der seine Genossen am Pull um Haupteslänge überragte und widmet« einem seiner Abonnenten herzliche Worte der Frerindsthnst. JJlswel war gestorben. Und mitten in das Pro» gram« satztfc da» Quartett Menzels Lieblingsstück, die Eovattne Veethavans aus den» Quartett op. 130. Mit verhaltenem Atem, zitternder Hand, bebenden Herzens sang Joachim dieses Lied der Schrnerze». ISh Erlebnis. In großem Bogen mieden wir dann diel««ewnsrungskef». weller vibrierende Werk. Nun kam Rose. Und«kr wolten die Eavatine wieder 10 Jahre nicht hören. So nnerstchKch»ich wurden»vir an unserer Seele und an unserer Hoftnusg fir die Kunst lauge nicht mehr. Die Eapets aus Paris tniete»«thst hv Quartett vor Beethoven; die Roses knien auch ilnd feiern Gottesdienst bei ihm, aber sie verstehen auch den Jubel zu geben, die deutsch« Kraft, das Anwuchten der Widerstände. /Zwffch«»b«rch gfeitrt mit graziösem Spiel Schubertsche Laune. Sie sehen sich kow» — Das Existenzminimum und seine Errechnung.— Valutapro» bleme.— Tarifwesen.»— Die rechtlichen und wirtschaftlichen Auf- gaben der Bettiebsrät»-.— Konzentrationsbestrebungen in der, Großindustrie.— Dom Werkzeug zum modernen Großbetrieb.—| Die wissenschaftliche Betriebsführung(Taylor-Svstem).— Wirt- schaftspsychologie.— Dolkskrankheiten und ihre Bekämpfung. Außerdem finden unter besonderer Berücksichtigung des Sc» trlebsrätegesetzes folgende Kurse statt: Dos Betriebsräteefetz.— Der Betriebsobmann im Kleinbetrieb.— Die reckttlichen Aufgaben der Betriebsräte nach ßZ 66 bis 72 des BRG.— Wie liest der Bc- tticbsrat eine Bilanz? Wir fordern olle Arbeiter und Angestellten auf, an dielen Kursen teilzunehmen. Unterrichtsverzeichnisie und Hörcrkarten sind bei den Ortsvcrwaltti' gen samtlicher freigewertschastlichen Vt. bände erhältlich. Die Hörergebühr für einen Kursus beträgt 6 M Arbeitslose haben unentgeltlichen Zutritt und können Hörerkorten gegen Vorzeigung ihrer Arbcitslosenkarte in der� Freigewerkschoftlichen Betrieb, rätezcntrale, Engelufer 14/15, Die Kurse werden in verschiedenen Gegenden Berlins abge- holten, so daß allen lue Möglichkeit zur Teilnahme aegeben ist. Freigewerlschaflliche Betriebsrätezentrale, Abteilung Räteschule. Segen kommunistische Zellenbilduna wandte stch gestern eine Generalversammlung des Tronsportorbeiterverbandes in Ham» bürg. Durch Beschluß wurde den Mitgliedern untersagt, Beschlüsse der kommunistischen Partei oder deren Gewerkschaftsinternationale, die sich gegen die deutschen Gewerkschaften richten, zu befolgen. Angestellte der chemischen llndustriet Der am 24. Januar 1921! gefällte Schiedsspruch in der chemischen Industrie ist laut Schreibens! flus öer Oetrk'ebsräte-Praxls. Sind Schiedssprüche des Schllchkungsaucschusses auf Grund ZZ 39 und 41 VRE. endgiiliiz? Vielfach wird die Ansicht vertreten, daß ebenso wie bei den Z§ 75, 8» LI ff. und 97 auch bei Streit- fällen aus den§Z 39 und 41 der Schlichtungsausschuß endgültig entscheidet. Es handell sich um das Erlöschen der Mitgliedschaft im Betriebsrat bzw. die Auflösung des Betriebsrates wegen gröblicher Verletzung seiner gesetzlichen Pflichten. Der Regierungspräsident von Kafststols Demobilmachungskommissar ist jedoch der Ansicht, daß derartige Sprüche für verbindlich erklärt werden müssen, also nicht endgültig sind.(Begründung im Milteilungsblött des Schlich» tungsausschusics Groß-Berlin Rr. IS. 2. Ihrg., S. 299.) Danach würde ein Vettiebsoertretungsmitzlied oder ein Ve- triebsrat, wenn er durch den Schlichtungsausschuß seines Amtes enl- fetzt ist, noch so lange im Amte bleiben, bis der Demobllmachungs- kommiffar eine endgültige Entscheidung gefällt hat. Die Anrufung des Dcmobilm.achungskvmmissars müßte gemäß§ 25 der Verorderung vom 12. Februar 1920 innerhalb zweier Wochen nach Fällung des Schiedsspruchs durch den Schlichtungsausschuß von einer der Parteien erfolgen. Slemeve-tioc-r«. Peule 4 Uhr Bct Narsand, Ronre»- damnic.llec, Konferenz.— Der Frattlonsvorflond. Ecke Waldstro&e.— Potsdam: Mühl-Nparl, Ninbobeloberger Straf!«. E�oneoerg: Ebcrehof, Eocreftr. 68.— Eitdcstc.i: Grünauer Karte», Grünauer Straße 1«.— Tempelhof: Caftno. Restaurant, Berliner Straß«. Lerantw. wr den redait. Teil- Dr. Wrrnrr Bcllrr, GBarlotlendur«: für ilnzelaen: 33). Glocke, Berlin i- erlog: BorirSrIS-Berlaa W. m. 6. Berlin. Druck: Vor- wärlS-Buckidruckcret u. BcrlagSanltalt Baul Ginget u. Co.. Berlin, Lindenltr. Z. Wzin&xmd. DÜMRDINA.C9 0.m.b.n UßDINQEN DU._ LAPOCHELLE(cocMC-oiAWi mabitimc i. >» ui i TirrrnTir MÜM G n'.ral-Vertreter für Groß-Berlin und Brandenburg; Ernst Uoritz, Cbarlottenbnrg. Kaiserdamm 114 Teleihon: Amt Wilhelm Nr. 494« und 494). Theatertleghtss3je!e etc.*]! Opernhaus Aida « Uhr i Volksbühne Theater a-n Biliowptan 7 uhr: Waüfnsleius Tod schanspioihaus Lessina-Itißaler 3. Aborrn.\cu einstudicr: bUOÖlliy I HUUiUi Auä. Abonn.\cu einstudiert Flesco 7 Uhr Centrai-Theater rv, uhr Jlonka »eatarliON Opernhann 7 i�r LaTraviata Fried r. Wllh elmat.Tli. 7v,u.: fioiieit die Tänzerin Kl. Selianaplclhan. tv, uhr Reigen Unstaplelhnna T*/, Uhr: Arnold Rleck in Die■panische Flies. Wetrofi ol-Tin' Itter uhr Die blaue Mazur 0{M3rect �ufheAt. 7»/, Uhr: Fritz Werner Der laeWe Ehemann Neuen Voilinthentrr 'u.: Jugendfreunde Sclilller-Tlienr. t üiarl. f/tUfr JeKohen Gebert Thalin-Tlieatnr p/t uhr Mascottcben Th.am\oUenclorf)>lntr» ZXU Uhr: Der Troubadour Jh? Der Vetter aus Dingsda Theater de. IVeaten. uhr. Morgen wieder insttk! Btg 3*�! Raub der Sabinerinnen rh.l.U. Kom mondän teostr. uV Die goldene Freiheit Wallner-Theator TVjUhr DerTranmiom Glück AVnlha! I n-Thcatcr u7h;:Scheidongsreise Admirsls?alssl JV, Uhr. Die roten Schuhe 7 uhr: Peer Cynt Sonnshand bis Montag TV,: ttearrenster (Lotsen, Reichert, Abel, GdU, Laos) Deutsches Rönstier-Theater Allabendlich 7l* Uhr: Die seiige Exzellenz Adalbert, Juukermann, Uüller Passas@-i r-- I Theater 1 i ltnterdrn Linden 22/23» • Dir. M. Sollmtn.» »»»»»»».»o».»VN,»»«»»»»»», R , Ä Uraufführungen 2« i w MM!! » Liedeadrama in S Akten» » nach dein bekannten Roman» » von Hedro. Eoutths-Mahler.» ! Hanpldarfteller:! $ Ally Kollberg t Was Berlin noch nicht gesehen hat bietet das Palais der Friedrichstadl Friedricu�raita/ Einsang BesscIstraSa 22 seinen Olsten Im Monat Mal Ah.«.«, tv, uhr. vsr vornsKms Ballbetrieb sowie das sensationelle Mal-Programm Brunhilda FrelhefV/ Man« FaBbender/ Su und Hatra Rudolf MMlzep— Barossla Björnson Comp. Miml Fritz Gerardo und Gerardiio. Das große SchSobeits-Daileit mit Erna Oifeney Ballorchsfer Boesing_ Speclai'Arxi Dr. med. GrOtering Haut. Harn.GeschlechtsleiJ. o.Minn. u.Frauen.Bluiunteis. lnr.Uckenstr.Ue.15, Ecke Chausseesir. 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