Nr.21138.Jahrgang Ausgabe B Nr. 104 Bezugspreis: Bierteljährl. 30,-., monatl. 10,-. frei ins Saus, voraus zahlbar. Postbezug: Monatlich 10,- W., einschl. Zu ftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, das Saar- und Memelgebiet, jowie die ehemals deut1chen Gebiete Polens, Desterreich. Ungarn und Luxemburg 20,- M., flir das übrige Ausland 27.-M. Poft. bestellungen nehmen an Desterreich. Ungarn, Tschecho Glowatei, Dänemart. Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der„ Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonn tags und Montags einmal. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin NO Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 20 Pfennig Anzeigenpreis: Die achtgespaltene Nonpareillezetle Loftet 5,50 M Aletne Anzeigen" bas fettgebrudte Wort 1,50 M.( läffig swet fettgedruckte Morte), jed weitere Bort 1,- SL Stellengefuda und Schlaffellenanzeigen Bas erits Bort i M. Jedes wettere Wort 60 Bfg. Worte fiber 13 Buchstaben sählen für zwet Borte. Familien- An gelgen für Abonnenten Beile 3, 2 Die Preise verstehen fish einschließlich Seuerungszuschlag. Anzeigen für ble nächte Nummer milffen bis& Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin GW 68. Linden traße 8, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Bernsprecher: Amt Moritplag, Nr. 151 90-15197 Freitag, den 6. Mai 1921 Vorwärts- Verlag G.m. b. H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Amt Morisplay, Nr. 11753-54 Lloyd Georges über das Ultimatum. London, 6. Mai.( WTB.) Lloyd George sprach im Unterhaus über die Lon Der Regierungsbildung. die Reparationsfrage und boner Konferenz. Er erklärte dabei unter anderem: erste wichtige Faftor unzweifelhafter Versäumnis von feiten Deutschlands sei die Entwaffnung, die nicht allein die Grundlage des Bertrages sei, sondern auch die der fünftigen Ruhe in Europa. Wenn feine Garantie bestehe, daß die furchtbare Maschine Deutschlands, die für die großen Rüstungen Europas und für den furcht baren Krieg verantwortlich gewesen sei, für immer verschwunden sei, bestehe feine Gewähr für die Freiheit und den Frieden Europas. Daher sei die Entwaffnung als fundamentale Frage angesehen worden. Es müßten noch immer 500 bis 600 Geschüße ausgeliefert werden. Es feien noch immer viel zu viele Maschinengewehre und Gewehre nicht aus- an informierter Stelle bekannt. geliefert, und außerdem sei eine beunruhigende Tatsache das Bewerden. Obligalionen oder für andere mit der deutschen Schalb in Verbindung fiehende Zahlungen festzusetzen. Die deutsche Regierung wird dazu zu verwenden haben: 1. Die 3olleinnahmen, die Abgaben zu Waffer und zu Cande, besonders alle Auflagen auf die Ein- und Ausfuhr; Keine Berufung des Fürsten Bülow. Gegenüber den Behauptungen eines Mittagsblattes, Dr. Stresemann habe dem Reichspräsidenten die Berufung des 2. das Ergebnis der Tage von 25 Prozent auf den Wert Fürsten Bülow zum Reichskanzler vorgeschlagen, und dieser jeder Ausfuhr mit Ausnahme der Ausfuhr, auf die eine Abgabe von habe den in Rom weilenden Fürsten nach Berlin berufen, ist 25 Proz. nach der Gesetzgebung irgendeines der alliierten Mächte festzustellen, daß in den ganzen bisherigen Berhandlungen der erhoben wird. Name des Fürsten Bülow nicht genannt worden ist, und 3. Die Einnahme aus jeder direkten oder indidaß auch eine Aufforderung des Reichspräsidenten an retten Abgabe oder aus einer anderen Zahlungsart, welche die den Fürsten, nach Berlin zu kommen, nicht erfolgt ist, deutsche Regierung vorschlagen und der Garantieausschuß annehmen ebensowenig ist etwas von der Kombination Schwander wird, um die beiden vorerwähnten Zahlungsarten zu vervollständigen oder zu ersehen. Der Garantieausschuß ist nicht ermächDie Borbereitungen zur Bildung einer neuen Regierung tigt, in die deutsche Industrie einzugreifen. stehen unregulärer militärischer Organisationen find im Gange; sie werden aber erst zum Abschluß gelangen, Ferner wird§ 19 Anlage 2 wie folgt vervollständigt: Deutschland in Deutschland, die zusammengezogen der Kern des furchtbarsten wenn die Forderungen der Entente in ihrer Gesamtheit zu wird Rohstoffe und Arbeitskräfte sammeln, die jede der Heeres werden könnten. Frankreich und Belgien feien natürlich aus übersehen sein und die bisherigen Regierungsparteien zu alfilerten Mächte von ihm nach Genehmigung der Reparationskomihnen Stellung genommen haben werden. Es ist daher nicht fehr guten Gründen bedacht, daß diese Bedingungen erzwungen zu erwarten, daß schon im Laufe des heutigen Tages Er- miffion zum Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Im übrigen erfammte Lloyd George an, daß in gewisser Hinsicht nennungen erfolgen werden. die Erfüllung der Bedingungen bezüglich dieses wichtigen Teils des Friebensvertrages durch Deutschland hoch befriedigend gewefen fei. Er freue fich, fagen zu können, daß die Richtung, in der Deutschlands Erfüllung der Bedingungen befriedigend gewesen sei, eine sehr vitale sei. Die öffentliche Meinung in Deutschland, ordentliche Schwierigkeiten, da es auch in Frankreich ebenso wie in England Gewerkschaften gebe. Der Prozeß des Wiederaufbaus Frankreichs werde vielleicht 5-10 Jahre beanspruchen. Hierauf befaßte sich der Premierminister mit der geplanten 25prozentigen Steuer auf die deutsche Ausfuhr, oder zur Befferung oder Entwidlung ihrer wirtschaftlichen und induftriellen Lage verlangen tann. Der Wert dieser Rohstoffe und der Arbeitskräfte wird von einem deutschen Sachverständigen in Berbindung mit einem Sachverständigen der betreffenden Macht leftgeftellt, im Streitfalle durch einen von der Reparationetommiffion ernannten Schiedsrichter. Die Reparationstommiffion nahm threefeits eine umfangreiche Dentschrift an, in welcher die Zahlungsmodalitäten der deutschen Schuld feftgelegt find. Dieses Dofument wird der Kriegslaffenfomführte Lloyd George weiter aus, habe die Regierung nicht nur ge brängt, gegen diese Forderungen anzufämpfen, die berechtigt feien, deren Ertrag vollkommen von der Wiederherstellung des deutschen miffion heute abend 10 Uhr übermittelt und morgen veröffentlicht. sondern auch gegen die Berpflichtungen. Deutsch- Außenhandels abhänge. Bor dem Kriege habe dieser über 500 MilDie Zahlungsaufstellung der Entente. lands, und als man auf deutscher Seite sich weigerte, diesen lionen Pfund Sterling betragen, während er augenblicklich auf etwa Paris, 6. Mai.( Havas.) Die Mitglieder der ReparationsBerpflichtungen gegenüberzutreten, sei man bejubelt, er- 1000 Millionen Pfund sich belaufen würde. 25 Prozent auf dieser Grundlage stellen 250 Millionen Pfund Sterling bar. tommission hielten sofort nach ihrer Rüdtehr aus London eine mutigt und unterstützt worden. In dem Protokoll, das dem Friedensvertrag angefügt sei, und Cine besondere Rommiffion wird ernannt werden, die offiziöfe Gigung ab. Die Reparationsfommission berief den bas ein wichtigeres Dokument fei, als allgemein voll gewürdigt ihren Sitz in Berlin haben und die Einsammlung dieser deutschen Delegierten bei der Kriegslastenkommission zu werde, wird Deutschland aufgefordert, ein Angebot vor Bildung Steuer beaufsichtigen würde. Lloyd George gab seiner Ansicht einer offiziellen Sigung. Bei dieser Sigung verständigte die Repader gesamten an Deutschland gestellten Forderungen zu machen. Es Ausdrud, daß der von den Alliierten angenommene Blan fair und rationskommiffion den deutschen Delegierten von der 3 ahlungs. sei ganz klar, daß, wenn das Angebot billig und verständig gewesen ausführbar erscheine und zu den notwendigen Ergebnissen führen aufstellung, die sie festgelegt hat. wäre, obwohl es vielleicht nicht an die Grenze heran- fönnte. Das Londoner Ultimatum. Die deutschen Sachverständigen in Brüssel seien der gereicht hätte, es begreiflicherweise für die Alliierten besser ge= Paris, 6. mai.( EE.) Außer den bereits befannien Punkten wesen wäre, dieses Angebot anzunehmen, als eine höhere Summe Anficht gewesen, daß Deutschland jährlich 150 millionen als Ergebnis eines 3wanges zu erreichen. Dies sei zahlen könne, bas tomme ungefähr den Beträgen gleich, die für die enthält das Londoner Abkommen zahlreiche andere Bestimmungen, Deutschlands Gelegenheit gewesen, die ihm endgiltig und vorfäglich ersten zwei oder drei Jahre verfügbar sein würden. Wenn die die für Deutschland von Bedeutung sind, zunächst zwei fchwerwie in dem Schreiben gegeben worden fei, das dem Bertrage angefügt Wohlfahrt Deutschlands fich entwidle, so würden sicherlich weit höhere gender Art: Beträge für diesen Zwed zur Berfügung stehen und der Vorteil wurde. Deutschland habe dazu des Planes der Alliierten sei, daß fie in einer Gold gleich tommenden ährung zur Verfügung sein würden. vier Monate Zeit erhalten. Es habe nie einen darauf bezüglichen Schritt unternomLloyd George erklärte unter Beifall, er glaube nicht, daß die men. Die Alliierten hätten die Zeit ausgedehnt, dann Alliierten Unbilliges von Deutschland verlangten. Deutschland habe Deutschlands Aufmerksamkeit darauf gelenkt und es eingeladen, ein einen Borteil durch die Entwertung seiner art bei der Angebot zu machen. Deutschland habe nur sehr langsam Schritte Berminderung feiner nationalen Schuld, die leichter fei als die getan, und, als das Angebot erfolgte, sei es so augenscheinlich un- in England. Die Alliierten hätten drei Fragen erwogen: die genügend gewesen, daß es eine freche Herausforderung Beträge, die gerechterweise von Deutschland erhoben werden könnten, hes Friedensvertrags bedeutete. Unter diesen Umständen die Methode der Bezahlung und die Garantien für die Bezahlung. tes wesentlich, daß die Alliierten es Deutschland flar machten, Die Alliierten hätten diese Fragen sorgfältig und gewissenhaft er baß, während sie bereit feien, alle Schwierigkeiten politischer und wegen mit dem ernstlichen Wunsch, nichts aufzuerlegen, was hart wirtschaftlicher Art Deutschlands in Betracht zu ziehen, sie darauf und unbillig fei. Der Premierminister erklärte, ihm sei eher daran bestehen müßten, daß der Friedensvertrag respektiert und als gelegen, mit Deutschland und seinen Führern fair zu ver wirkliche Grundlage irgendeines Angebotes angenommen würde fahren, deren Aufgabe feineswegs leicht sei. Denn, so fagte ( Beifall.) Lloyd George, ebenso wie wir müssen auch sie in Deutschland Da alle Bemühungen und es feien viele gewesen: Boulogne, mit der öffentlichen Meinung rechnen, und die deutschen Spa, Brüssel und London- Deutschland zu veranlassen, ein bona Staatsmänner müffen nachher mit der Erklärung vor ihr Land fide- Angebot zu unterbreiten, erfolglos geblieben seien, so blieb treten:„ Wir haben Berpflichtungen übernommen, die Euch eine gi nichts übrig als die Bedingungen des Friedensver gantische Raft auferlegen." Für jeden Staatsmann sei es schwer, trags in Tätigkeit treten zu lassen, und die Reparationskommission seinem Bolte solches zu sagen. habe ihre Entscheidung gefällt. Lloyd George verbreitete sich dann eingehend über die neuen finanziellen Bedingungen ber Alliierten und fagte u. a., in dem neuen Blan werde die jähr fiche erbindlichkeit Deutschlands sich nach seiner Fähigkeit, fierfüllen, richten. Lloyd George erläuterte eingehend die verschiedenen Serien von Obligationen, deren Ausgabe geplant sei, und bie Frage ihrer Berzinsung sowie die Methoden ihrer Bezahlung. Lloyd George führte ferner aus, für Deutschland bestehe die praktische Schwierigkeit, außerhalb feiner Grenzen eine Schuld zu bezahlen, die es anderen Ländern schulde. Die erste 3 ahlung pon 50 Millionen Pfund Sterling werde Innerhalb von 25 Tagen erfolgen. Für Bezahlung in Waren fämen in Betracht Rohlen( iro nisches Gelächter bei den Arbeitermitgliedern des Parlaments), Anilinfarben, Holz und Materialien au Reparations- und Aufbauzweden in Frankreich. Er sei sehr froh, wenn man übereingefommen sei. Es sei möglich, daß bis zu einem geweffen Maße auch Ar. beitsträfte gestellt werden. Diese Frage erzeuge jedoch außer 1. Frankreich wird forfan für die deutsche Kohle nunmehr den 3nlandpreis bezahlen müssen, und diese zu Wasser oder zu Cande geliefert erhalten. 2. Die Bejahungstoffen werden vermindert werden, indem die englischen Truppen geringere Zahlungen erhalten werden. Bor dem 31. Mai müsse Deutschland die Einsehung der Garanfefommiffion annehmen. Bet dem 31. Mai muß Deutschland ferner 1 milliarde Goldmart entweder in ausländischen Devisen oder in dreimonatsfälligen Schabwechseln bezahlt haben. Bis zum 15. Mai muß die Auslieferung des Flugzeugmaterials, bis zum 31. Mai die Auflösung der Einwohnerwehren und die Zerstörung der im Bau befindlichen Kriegsschiffe beendet sein. Fochs Sanktionsarmee bleibt. Paris, 6. Mai.( WEB.) Briand, der geffern abend nach Journalisten, denen er u. a. erflärte: Wenn Deutschland bis zum Paris zurüdgekehrt ist, empfing am Quai d'Orsay eine große Zahl 13. Mai die in London feffgefehten Bedingungen angenommen hat, werden die Sanktionen aufgehoben. Wenn aber späterhin nach einer fürzeren oder längeren Zeit irgendeine Berfehlung fenstatiert werde, so freien die Santtionen automatisch in Kraft und die um das Ruhrgebiet angefammelten Streiffräfte treten in Wirtsamkeit. Diese Streitfräfte werden nicht aufgelöst werden, wenn Deutschland am 13. Mai ja jagt, Deutschland müffe erst die Bedingungen, die es annehmen werde, ausführen. Zahlungsvorschriften für Deutschland. London, 6. Mal.( BIB.) Unabhängig von der Erklärung des Obersten Rates unterzeichneten die Bertreter Frankreichs, Englands, Belgiens, Italiens und Japans bei der Reparationskommission ein Protokoll, das einstimmig angenommen rourbe, als 3u- Amerikas Teilnahme an der Ententepolitik. la 3a Anlage 2, Teil 8 des Vertrages von Bersailles, dessen Paris, 6. Mai.( EE.) Der englische Botschafter in Washington Entschließung den Signafurmächten des Bertrages fowie der Repataflonskommiffion mitgeteilt wird. Da der§ 22 es juläßt, im Aufland Geddes, überreichte dem Staatsdepartement die offiRahmen des Vertrages die Anlage über die Reparatio- zielle Einladung der Alliierten, an den Beratungen der nen zu ergänzen, unter der Voraussetzung, daß die Berbands- Reparationstommission und der Botschaftertonregierungen darin einiggehen, so bringt das nunmehr unterzeichnete ferenz wieber teilzunehmen. Das Staatsdepartement er Protokoll die Zahlungsmodalitäten. Es gibt gleichzeitig der Repa- flärte, diese Einladung anzunehmen, doch hänge die Teilnahme rafienstommiffion Vollmacht betreffs der Ausgabe und der Ver- der amerikanischen Regierung davon ab, daß die Rechte der Ber3infung der Obligationen Deutschlands. einigten Staaten in der Frage der Insel Dap anerkannt werden. Es ermächtigt fie welter, von Deutschland zu verlangen, daß es Borläufig, werden nur Beobachter entfenbet werden, die der einzelne feiner Einfünfte und Hilfsquellen für Regierung über alle Berhandlungen Bericht erstatten sollen und das diese Verpflichtungen 3 urüdstellt, und ermächtigt sie, einen Recht haben, den amerikanischen Standpunkt darzulegen, ohne daß Garantieausschuß zu bilden, um deren Verwendung zu über- die amerikanische Regierung durch derartige Meinumgsäußerungen wachen, die Zahlungstermine und Zahlungsarten der für diese gebunden wäre. voröringen öer Polen. Amtlich wird mittags bekanntgegeben: Die polnischen Auf- siöiivischen in Oberschlesien versuche n auch über die Kor- santylinie hinauszu dringen, so im Landtreis Oppeln, auch im Kreis« Kreuzburg. wo es ihnen aber mißglückt ist. Auch in Ratidor und Kofel konnten sie nicht weiter vordringen. Im Laufe des gestrigen Tages und der letzten Nacht sind in vberschlesten mehrfach aktive polnische Soldaten, Mann- schoften wie Offiziere, als Teilnehmer des Aufstandes festgestellt worden. Bei einem Zusammenstoß in Salchwitz im Kreise Kreuz- bürg wurde ein Mann getötet und einer gefangen, beides Ange- hörig« des b. polnischen Grenzschutzbataillons. Der Gefangen« hat ausgesagt, daß da» ganze Bataillon sich an' dem Aufstand beteilige. Di« Aufftändischen bauen ihre Organisation aus und legen überall mllitärische Fernsprechleitungen. Korfanty hat im Lauf» des gestrigen Tages die Aufständischen besucht und soll mit Jubel begrüßt worden sein. Aus dem Kreise R y b n i t fehlen noch immer genaue Nachrichten. Die Stadt Groß-Strehlitz ist von den Aufständischen wieder geräumt, nachdem sie gestern abend besetzt worden war. Zm Landkreise Gleiwih ist die Lage überaus ernst. Der Kreiskontrolleur hat heute nacht nach Ilieparschuh bei Lobaud »ine starte Savalleriepalrouille entsandt, die 20 gefangene Deutsche befreit hak. Die ikalieuischen Truppen im Kreise pleß haben bis seht 2 0 Tote, 24 Schwerverwundete und IS Gefangene zu bektagen. � Korfanty hat in allen Landgemeinden des Allsstandsgebietes Aufrufe oerbreiten lasse», in denen er sich als Präsident der Woseywodschaft Oberschlesien bezeichnet. Weitere polnische Waffen- und Dlunliionstransporte über die polnische Grenze haben der Interalliierten Kommission Anlaß gegeben. Vorstellungen in Warschau zu erheben. Das heockcll Dounersmarcksch« Schloß Neudeck bei Tarnowiß ist heute vollkommeu ausgeplündert wordeu. Zu Srappih im Kreise Oppelu ist polnische Adflimmungs- poNzei von der Entenke entwaffnet worden. Das in der Stadt Kattowih liegende Vermaltungsgebände der fürstlich pleßschen Verwaltung wird von Polen bedroht. An» den von Polen noch nicht besetzten Slädteu Söuigshütke, Veuthen. Gleiwih. Saltowih. Nikolai und pleß wird wachsende Lebensmillelknapph-it ge- meldet, die heule früh in Saltowih bereits zn Unruhen geführt haben soll. Die preise find überall sehr gestiegen. Wahrscheinlich wird heute nachmittag der Reichskanzler im Reichstage Erklärungen über ven Aufstand abgeben. Kuaögebung üer üeutschen Parteien. Saltowih. S. Mai. Ich harte als Kind«inen Spartopf, einen Mohrenkopf, in den wm wohl etwa» hineinstecken konnte, aber aus d«m man so leicht nichts wieder herausbrachte, soviel Mühe man sich auch darum gab. So einen hatte ich und war neun Jahre alt. Monatelang hatte ich ihn gehütet wie Alberich seinen Schatz. Aber so oft ich ihn auch schüttelte— immer klirrt« nur der ein« Nickel darin, den ich geschenkt bekommen hatte, als man mir den Epartopf gab. Und nun kam nie einer dazu, wochenlang nicht, monatelang nicht, und ich späht« doch bei jeder Gelegenheit. Aber damals flogen dio Nickel noch nicht wie heute die Markschein«, und«in Groschen hotte«inen Wert, daß es«wfach nicht zu sogen ist. Ja. Nun war da ein Mädchen. Natürlich. Es ist immer ein Mädchen dabei, wenn«troa» im Spiele ist. Emma hieß sie. Ich kann seitdem den Namen nicht mehr leiden. Damals liebte ich ihn. E» gab keinen schöneren. Es war Frühjahr und di« Zeit der Marmel. Es gab welch« in allen Farben, mattblau« und gelbe und weiße und braune, blanke und glatte. Im nächsten Laden an der Straßenecke lag eine ganz« Handvoll im Schaufenster, groß« und kleine. Aber die schönsten waren die Älasmarmel. Besonders einer war prächtig, dicker wie , ine Hcrztirschc und mit zierlichen roten, blauen und gelben Streifen »»rer der blanken Oberflälh«, ein Wunder an Schönheit. Emma verachtet« alle anderen. Dieser Marmel war ihr« ein- zigr Sehnsucht. Ich stand vor einem gewaiiigm Entschluß. Zu gern hätte ich ihr den Marmel gekaust. Aber ich hatte den Nickel nicht, der dazu gehörte. Der Spar- topf war uiwrbitlijch, er rückte nichts heraus. Tagelang ging das mit uns beiden. Aber der Mohrenkopf grinst« nur.'— Zuletzt erklärt« Emma, wenn ich die Absicht hätr« und es wirk- lich wollte, wüßte ich es auch tun. Sonst wäre es aus mit unserer Freundschaft. Einfach.. Das gab den Ausschlag. Ich lief nach Haus«, nahm den Mohren- köpf und warf ihn an die Wand. Anders war ihm nicht beizu- kommen. Es gab einfach lein andere» Wittel. Er klirrte wie ein Lampenzyl'ucher. Ich oerlicß die Stube wie ein Lerbrcchep und ging hin und kaufte Emma den Glasmarmel. Und Emma war glücklich.— getroffen worden sind, io daß die friedliche Nevökkerung volltom- men schütz- und hilflos den Insurgenten ausgesetzt war. Der Hohen Kommission steht für ihre Zwecke ein starkes Truppen- aufgebot zur Verfügung. Es ist einwandfrei festgestellt, daß zwischen Angehöriger der französischen Truppen und den I n s u r g- n t e n fast durchweg ein durchaus fried» liches Verhältnis besteht. Lei der Errichtung der Avstimmungspolizei haben wir die Hohe Kommission eindringlichst auf di- Gefahr aufmerksam gemacht, die in der Politisierung der Polizei lieg.. Unsere schlimmsten Desürch- tungen sind am Z. Mai erwirklicht worden. Zahllas sind die Fälle des Verrats»er polnischen Apo- Beamten an ihren deutschen Kameraden. Die Mehrzahl der polnischen Apo- Beamten hat sich den Insurgenten angeschlossen. Der polnische Apo- Hauptmann Pietruszka hat als Insurgent das Amt eines Stadt- kommandant-n in Königshütte ausgeübt. Di« von der Hohen Kom- Mission geschaffene Abstimmlingipolizei hat sich nicht als «in Instrument zur Austechterhaltung von Ruh« und Ordnung, son- dern in ihren polnischen Mitgliedern als die Wehrmacht der polnischen Insurrektion erwiesen. In vielfachen Eingaben haben wir die Abschließung der Ost- und Südgrenze nach dem Beispiel d»r Westgrenze gefordert. Wir stellen fest, daß eine wirksame Grenzabsperrnng niemals vorhanden gewesen ist, und daß sogar unmittelbar vor dem Putsch Truppentommandos aus direkt an der Grenze gelegenen Ortschaften herangezogen war- den sind, so daß die Grenze völlig ungeschützt war. Die ungeheure tahl der bei den Insurgenten vorhandenen Waffen liefert den «weis, daß feit langem die Waffenversorgung von Polen aus erfolgt ist, und daß irgendwelche wirksamen Maßnahmen zur Cr- fassung /dieser Wessen nicht getroffen worden sind, während die Zeitungen der polnischen Partei mit Nachrichten über Wafsenfunde bei Deutschen angefüllt waren. Während e» bis zum 3. Mai mit- tags den Anschein hatte, als Hütten die polnischen Insurgenten sich im allgemeinen von der Vcrübung schwerer Gewalttaten gegen das Leben ferngehalten, häufen sich jetzt die Nachrichten"über Morde. In Karf, Miechowitz und Sodullahütt«, Kreis Beuthen, in Hohenlohehütte und Domb, Kreis Kattowitz, wurden am 4. Mai die erwachsenen deutschen Männer von Insurgenten zum Waffendienst gezwungen. Das gesamte Wirtschaftsleben ist gelähmt. Di« selbst jetzt noch in sehr großem Umfange arbeitswillige Bevölkerung wird durch die bewaffneten Insurgenten an der Arbeit gehindert. Auf diese Weise soll diesem bis auf das kleinste vorbereiteten Putsch künst- lich der Charakter einer allgemeinen Volksbewegung aufgedrückt werden, die keineswegs vorhanden ist. Di« friedliche Bevölkerung erlebt von neuem das grausige Schauspiel vom August- aufstand 1920. Wir haben die Bekanntmachung vom 3. Mai 1921 begrüßt. Wir stellen an die Hohe Kommission nicht mehr die selbstverständliche Forderung nach der Schaf- sang gesetzmäßiger Zustände. Unsere Eingabe hat nur den Ztveck, der Hohen Kommission die Auffassung der deutschen Bevölkerung zur Kenntnis zu bringen, die vor der Welt die Zu- stände darlegen wird, wie sie sich unter der Herrschaft der Inter- alliierten Regierung?- und Plebiszittommission bis zum heutigen Tage haben entwickeln können. Plebiszitkommissariat für Deutschland, Deutsch- nationale Boltspartei, Deutsche Voltsparte!, Katholische Volkspartei(Zentrum), Deutsch« Demotratische Partei. Sozialdemokratisch« Partei, Allgemeiner Deutscher Gewertschaftsbund, Deutscher Gewerk- schaftsbund, Gewerkschaftsring. Die Teilnahme polnischer Truppen. London, S. Mai. Das Reutersche Vrreau ocrbreliet die Met- düng, daß eine Anzahl polnischer Truppen, gut bewaffnet und ausgerüstet und mit Maschinengewehren versehen, an der Ausslandsbeweguug in Oberschlesien teilgenommen habe. Es herrsche kein Zweifel mehr, daß der Aufstand vorbedacht war. Polnische Kundgebungen gegen England und Italien. London. 5. Mai.»Daily Expreß* meldet aus Warschau vom 3. Mai, daß dort eine polnischeKundgebunggegenEng- land veranstaltet wurde. Eine große Menschenmenge zog unter dem Rufe:»Nieder mit England!* an der britischen Gesandtschaft vorbei und versuchte mit Gewalt in den Hof der Gesandtschaft ein- Abends traf ich sie wieder.\ Und nun kommt's. »Nun?* fragte ich und lächell«. »Mh?* macht« sie ein ivenig ungeduldig und von oben herab. »Den Marmel mein« ich* „Den?* sagt« sie gedehnt, als handle es sich um ein« alte Kar- tofsel.„Den— hat Heinz Bier.* »Heinz Bier?* stammelte ich fassungslos.»Du Du hast ihn verschenkt?* Ich wunder« mich heute noch, daß mir die Augen nicht aus dem Kopf« quollen. Aber Emma hatte mich schon stehen lassen. Und darum— Räuber und Mörder? Eine Wut packte mich— ich hätte heulen können. Ich tat«s nicht. Ich sah schon damals ein, daß es zweck- los war. Erfahrungen sollen klüger mache«. Aber sie tun e» nicht in jedem Falle. Wenn nämlich heut« eine käme— sie braucht« ja nicht Emma zu heißen— und zu mir sagte: Schenk mir-- na, egal was—. ich glaube, ich würfe meinen Spartopf noch einmal an die Wand. Gut. daß ich keinen habe. Der senkrechte Flug. Man schreibt uns: In Nr. 207 de,»vorwärts* wurde unter dieser Ueberschrift mitgeteilt, daß«in öfter- reichischer früherer Fliegerleutnant Stefan v. Petroczy eine Flug- Maschine,»Helicopter* genannt, erfunden hätte, di««inen senk- rechten Auf- und Abstieg ermöglicht. Wie schon der Name»Hell» copter*~ Schraubenflieger andeutet, handelt es sich dabei um ein« Flugmaschine, deren steiler Auftrieb durch Luftschrauben bewirkt wird, die auf ihrer Oberseite liegen. Dies« Lde« und praktische Ausführung ist nicht mehr neu. vielmehr ebenso alt wie die des motorischen Flugzeugs überhaupt. Konstruktionen dieser Asst sind in der einschlägigen Literatur vielfach zu finden. Eins der ältesten Modelle stammt von dem Franzosen de la Landelle und eins der neueren von dem Dresdener Ingenieur Otto Baumgärt« l. Alle dies« Ausführungen kommen aber für die praktische Derwen- dung als Flugzeug nicht in Betracht, weil di« mathematisch. tech- Nischen Berechnungen(auf die hier nicw näher eingegangen werden kann) einesteils einen ungünstigen Kräfteverbrauch gegenüber den gebräuchlichen Flugzeugen voraussetzen, und andernteils, was leicht einzusehen ist, dadurch doch nur ein.Schwebenderhalten', nicht aber«ine änderbare Fortbewegung möglich ist. Einer der bedeu- tendften Forscher auf dem Gebiete der Flugtechnit. der verstorbene Prof. G. Well n er in Brünn hotte bereits im Jahr« 1883 in einer von ihm herousg«g»benen Publikation auf die technisch« Un- Zweckmäßigkeit des.Schraubenfliegers bingewiesen und dies« eingehend wissenschaftlich begründet. Obwohl nun an der Richtigkeit dieser Richtlinien keinen Augenblick zu zweifeln ist, denn Zahlen lügen bekanntlich nicht, haben sich doch nachher noch vielfach deutsche und namentlich französische Erfinder mit dem Ausbau diese» Pro- £ zudringen, um einen schriftlichen Protest zu unterbreiten. Nach«er» schiedenen vergeblichen Versuchen, eine Audienz beim britischen Gesandten zu erlangen, wurde die Menge schließlich von der Polizei zerstreut. Eine ähnliche Kundgebung wurde vor der italienischen Gesandtschaft veranstaltet. Aufgebot deutscher Hilfskommaudos. In Oppeln hat nach WTV. die Interalliierte Kommission 3000. in R a t i b o r der italienische Sreiskonlrolleur S00 Deutsche zur Niederwerfung des Aufruhrs aufgeboten. In Ratibor kämpfen Deutsche und. Italiener gemeinsam gegen die Polen. Die rechte Oderseite ist von den Polen besetzt, während die Luke Oderseile noch von de« Deutschen gehallen wird. Es häufen sich die Meldungen, wonach reguläre polnische Truppen meist in Zivil über die Grenze kommen, um au dem Aufruhr teilzunehmen. Le Monds Rückkehr. Paris, 5. Mai. General L e R o n d hat gestern nachmittag Poris verlassen, um sich aus seinen Posten in Oberschlesien zurückzubegeben. Frankreich hat Zeit. Pari», 5. Mai. Nach Mitteilungen der Pariser Morgenpresse hat der Ober st«Rat davon Abstand genommen, sich mit der oberschlesischen Frage zu beschäftigen. Aus die englischen Ersuchen habe die französische Delegation erklärt, der Augenblick sei nicht günstig(I), sich mit dieser Frage zu befassen. Oberschlesische Müchtlinge in der Tschechoslowakei. Prag. 8. Mai.(TU.) Das tschechisch« Pressebureau meldet aus Mährisch-Ostrau: In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag war an unserer Grenz« Gewehr- und Maschinengewehrfeuer zu hören. Gestern überschritten unsere Grenze etwa 2 20 Flüchtlinge, die von unseren Sicherheitsorganen nach Oderberg gebracht wurden. Unter ihnen befanden sich 12S tschechische Staatsangehörige, meistens Bergarbeiter aus Hultschin, die erzählen, daß sie von polnischen Aufftändischen von der Arbeit vertrieben worden sind. Auch unsere Gendarmen- und Finanzgrenzwache wurde bei Vernovitz und Kopytov beschossen. In der Umgegend von Olsau haben sich polnische Aufständische mtt Maschinengewehren einge- graben. Ihre Grabenlinie zieht sich bis zur Stadt Kreuzenort. Die Telephonverbindung mtt Breslau ist unterbrochen. Deutschnationaler Landesverrat. Wir erhalten folgende Erklärung:' Der Auswärtige Ausschuß des Reichstags, dessen Sitzun- gen nach den Bestimmungen der Reichsversaffung vertrau- I i ch sind, dat sicy am gestrigen Donnerstag mit der L a g e i n Oberschlesien beschäftigt, die nach der militärtsckjen wie der politischen Seite hu: eingehend erörtert wurde. Sämtliche Teilnehmer der Besprechung gingen dabei von der Boraus- seßung aus, daß die verfassungsmäßige Vertrau- l i ch k e i t der Verhandlungen von allen Seiten gewahrt werden würde. Der Berliner»Lokalanzeiger* bringt es trotz- dem fertig, einen ausführlichen Bericht über diese Verhandlungen zu veröffentlichen, der offenbar von deutsch- nationaler Seite inspiriert ist und die Borgänge im deutschnationalen Parteiinteresse gefälscht darstellt. Das nötigt uns zu erklären: Es ist unwahr, daß die Deutsch- nationalen den sofortigen Einsatz von Reichswehr verlangten. Es ist unwahr, daß die Sozialdemokraten gegen die Absicht, die Reichswehr der Interalliierten Kom- Mission zur Verfügung zu stellen, Bedenken äußerten. Dieser plumpe Versuch, die Deutschnationalen im Gegensatz den Sozialdemokraten als die patentierten B c- ützer der oberschlesischen Bevölkerung hinzustellen, wird von allen Teilnehmern der Verhandlung richtig eingeschätzt werden. Es bleibt festzustellen, daß ein den Deutschnationalen yahestehendes Blatt selbst vor landesverräterischen Indiskretionen nicht zurückschreckt, um seine Partei- zwecke zu fördern. Die sozialdemokratischen Mitglieder des ________ Auswärtigen Ausschusses. blems nutzlos abgemüht und ihm Zeit und Geld geopfert. In der Geschichte der Technik find deiarttg« Berirrungen nicht so selten. So hotte, um an«in allgemein bekannteres Beispiel dafür zu er- Innern, die Pariser Akademie der Wissenschaften schon im Jahre 177S die Prüfung eines sich immer bewegenden Triebwerks, »Perpetuum mobile*(in der Technik kurz»Perms* genannt) ab- gelehnt. Trotzdem hat die Nachzeit noch bis zum heutigen Tage diesem sinnlosen Gedanken nachgegangen und das deutsche Patent- «mt sogar im Jahre 1878 unter Nr. 44S3«in entsprechendes Patent erteilt. Eingehende wissenschaftliche Beweise für die Unmöglichkeit oder Unzweckmäßi-zkeit einer Erfindung werden von der Allgemein- heit und auch von einem ziemlich großen Teil gewisser»Fachleute* achtlos übergangen, weil sie meistenteils der irrigen Ansicht sind, daß mathemattsche Berechnungen u. dgl. von ihrem Erfmoerglück Lberrannt werden können. So wird denn auch der genannte»Heli- eopter*, ebenso wie seine in- und ausländischen Vorgänger, nur in der einschlägigen Literatur und in den hochfliegenden Planen seiner Urheber ein kümmerliches Dasein führen. A, Str. VerussvermiMung für Akademiker. Man schreibt uns: Wöh«?' ren die Arbeitsämter im allgemeinen für die Arbeitslosen unter den ungelernten und gewerblichen Arbeitern sowie für die Angestellten oller Gruppen Arbeit uno Leschäfttgung vermitteln, können die stellenlosen Akademiker bei diesen Nachweisstellen nicht immer Ve- rücksichtigung finden. Neben den verschiedenen akademischen Fach- vereinen bemüht sich das B e r u f s a m t für Akademiker. das' seinen Sitz in der Universität Frankfurt a. M. hat, einen Aus- gleich zwischen Arbeitsangebot und Nachfrage herbeizuführen. Leider ist auf dem Arbeitsmorkte für Studierte ein großes Angebot an Arbeitskräften vorhanden, so daß wertvoll« Fachleute aus vor- schiedenen Derufsgruppen brach liegen. Aus diesem Grund« rich. tet das Berufsamt an all« öffentlichen Stellen, Firmen und Der- bände die Bitte, zum Zwecke des Ausgleichs geeignete Bedarfs- Meldungen auch an diese» Irfftitut weiterzugeben, da für Zuweisung qualifizierter Bewerber vorg« getragen wird. Die Schute auf der keralleninfel. Bor einigen Tagen kehrt« nach 23jShr!gem Aufenthalt in Polynesien eine gewisse Miß Jol&iLse nach London zurü k. In den letzten Iahren hat sie«ine Schi«t.w eingeborene Mädchen geleitet. Sie lag auI der vorher ganz aas«- kannten Koralleninsel Papaelise, die zu den Ellisi-Jnseln. nördlich von den Fidschi-Jnseln, gehört. Die kleine Insel, die«inen Kilometer lang und knapp hundert Meter breit ist, liegt vollkommen einsam in der blauen Südsee. Miß Jolliffe ließ dort Pflanzungen, besonder, von Kokospalmen, anlegen und zog dann mit einer kleinen Schar eingeborener Mädchen dorthin. E» gab nur einen einzigen Mann auf der Insel, einen Arbeiter, der die gröbsten Arbeiten verrichtete. Alles andere, sogar der Hausbau, wurde von den Mädchen selbst ausgeführt. Man fischte und man erntete Kokosnüsse, und viel mehr brauchte man nicht. «rvsse« TckiauipielSan«.«ertterKrans, spielt Freitag, den«. und Ludwig Wütlner lvtontag. den 9., de» ShYlock in Shatejpeare» »Kausman« von Venedig». Stegerwalds Rede im Staatsrat] In der heutigen Eröffnungssigung des Preußischen Staatsrats hielt folgende Rede: Ministerpräsident Stegerwald Groß- Berlin Wunder. Jugendweihe. Bieber feiern junge Menschen ihren Eintritt ins Leben. Wiederum treten Tausende von Kindern, selbst Tausende von Arbeiter tindern an die Altäre der Kirche, um den Segen des Geistlichen zu empiangen. Noch gibt es viele Arbeitereltern, die ihre Klaffenlage Bir ergrübeln des Frühlings Offenbarung nicht aus Büchern, zu Gegnerin der firchlichen Reaktion macht, die sich doch nicht sträuben, Namens des Preußischen Staatsministeriums habe noch erjagen wir sonst sein fieghaftes Bild. Nein, aus niederstem wenn den Geistern ihrer Kinder eine ihrem Wesen fremde Dentart aufgezwungen werden soll, Arbeitereltern, die troẞalledem ich die Ehre, Sie bei Ihrem ersten Zusammentreten auf das wärmste Bestein sprießen seine grünen Sendboten. zu begrüßen. Ich muß zunächst um Nachsicht bitten, daß die Unter- Wer kennt nicht das alte Rroll Theater am Königsplag? ihre Schritte in die Stirde lenten, wenn ihre Kinder die engen bringung des Staatsrats sich infolge der auch für die Behörden Lange steht es schon da...., lange und leer...... und die Mauern Mauern der Schule verlassen, in jenes Haus, in dem viel von Got störenden Wohnungsnot noch nicht in einer Weise hat durchführen find zerfallen und der Wind streicht durch die Hallen" tönnte man gesprochen wird, in dem aber wirkliche Religion io oft teine Stätte findet. laffen, wie es Ihren berechtigten Ansprüchen entspricht. Doch nehme fingen. Rings brödelt der Butz von den Bänden, hängt das Ge- Sollen unfere Kinder ohne Feier in ein Leben treten, dae ich an, daß dies im Einvernehmen mit Ihrem Herrn Präsiden- fims von den Dächern, blinken zerschlagene Fensterscheiben. Dede ange erfebnt wurde, bald aber schwere Enttäuschungen bringen fen in allernächster Zeit der Fall sein wird. bie fich den sehnsüchtigen und Art. 31 der Verfassung bestimmt, daß zur Bertretung der starrt das Haus in die Weite. Kümmert sich niemand um den einst wird trotz aller Freiheit", der jungen Menschen darbietet? Provinzen bei der Gesezgebung und Verwaltung des fo stolzen Bau? Es scheint so. Doch etwas Tröstliches winkt dem verlangenden Bliden Staates ein Staatsrat gebildet wird. Schon in dieser knappen Menschen zu aus dem Kreis grauer Gedanken herauszuschreiten. Man hat es uns oft genug vorgeworfen, daß auch wir Wir sind stolz flaren Fassung ist die außerordentliche Bedeutung zum Dort unten winft es, von der alten steingelben Mauer, auf deren unsere Einfegnung, unsere Konfirmation baben. Ausdruck gebracht, die die Verfassung dem Staatsrat zuweift. In Rücken Schutt und Erde liegt, über die die Frühlingssonne licht darauf. Wir fagen den Kindern die Wahrheit, ohne die Ungerechtig der Richtung der preußischen Politit, den berechtigten Bestrebungen und golden schreitet. Das tat sie wohl schon manches Jahr und feit dieſer Weltordnung mit dem Willen einer höheren Macht, deren Wege unser Versiand nicht begreifen fann, zu verteidigen. Eine der Provinzen auf hat mit ihren warmen Strahlen einen Samen zum Leben erweckt. ftille Feier vereinigt die Arbeiterjugend, die an diesem Hertst freie Entwidlung ihrer Eigenart entgegenzukommen, ist die Schaffung des Staatsrats der wichtigste in Birtenbäumchen schwingt sich leicht aus der Mauer, hoffnungsvoll hinauszieht, in anbachtsvoller Stunde. Eine Bethe und bedeutsamste Schritt. Es soll seine Aufgabe sein, bei der Geneigt sich still in den Himmel hinein. Mit weißem Stämmchen und rebe, fünstlerische Darbietungen und ein gutes Buch mit auf den das ist unsere Jugendweihe, so werden wir den Ansehgebung und Verwaltung des Staates die Fühlung grünüberfluteten Zweigen. Wunder! Staunend bleibe ich vor Weg zwischen den Provinzen und den Zentralbehörden des Staates enger dem Bäumchen stehen und blicke gläubig wie ein Kind zu ihm iprüchen einer denkenden Jugend gerecht. Arbeitereltern zu gestalten. Damit soll einmal erreicht werden, daß die Be- empor. All meine Hoffnungsseligkeit, die plötzlich aus mir auf- bereitet euren Kindern teine faliche Feier! dürfniffe und Wünsche der Provinzen ihre höchftrauscht, möchte ich an die Zweige hängen. Ein Frühlingswunder wäre bitter, wenn fie euch später Borwürfe machen mögliche Berücksichtigung finden. Darüber hinaus wird ein Baumwunder ein sichtbares Zeichen der ewig waltenden müßten, weil ihr sie vielleicht gebantenlos an den Altar gees Lie Aufgabe des Staatsrats sein, auf Grund der praktischen Er- Natur, die im Frühling stets aufs neue ihre Auferstehung feiert.... Die Jugendweihen finden am Sonntag, den 18. September fahrungen seiner Mitglieder und frei von engherzigem Par Fern braust die Großstadt. Die goldftrogende Ruppel des d. Je., vormittags 11 Uhr, in Berlin. Charlottenburg, Lichten titularismus dem Wohl des ganzen Staates zu dienen und Reichstagsgebäudes blinkt herüber ich sehe sie nicht. Mein Blick berg und Neukölln statt. Den Jugendweihen geht ein Lebenstundefeine Weiterentwicklung zu fördern. hängt an den Birkenzweigen, die sich sanft in den Lüften wiegen. unterricht voraus und muß deshalb die Anmeldung unter Anzahlung von 2 M. als Einichreibegebühr sofort vorgenommen werden bei Adolf Jofeph, NW 21, Wilhelmshavener Str. 48( Beitungs- Bentrale); Walter Rüdiger, N 58, Lychener Str. 127; Richard Schröter, NO 55, Goldaper Str. 9; Paul Kluge, SW 61, Barutber Str. 16; Herbert Meter, SO 88, Naunynstr. 4; Viftor Haß, SO 36, Sarzer Str. 117, vorn 4 Tr.; Parteisekretariat Charlottenburg, Rosinenstr. 4, vorn 1 Treppe( Tost); Max Baranowsti, Lichtenberg, Niederbarnimftr. 4; Barteiiekretariat Neutölln, Jägerstr. 66( Wendeler); Jugendsekretariat, NW 40, Jn den Belten 28, Zimmer 1. Nach dem 10. Mai tönnen Anmeldungen nicht mehr angenommen werden. Der preußische Staat, wie er in seiner halbtausendjährigen unvergleichlichen Geschichte herangewachsen ist, ist troß der schmerzlichen Wunden, die unter allen deutschen Staaten gerade ihm der verlorene Krieg geschlagen hat, noch immer ein Staatsgebilde von festem Wuchs und von feltener Ausgeglichenheit. das Gefühl der Zusammengehörigkeit Der neue Mietezuschlag. Stimmungsmache der Hausbesitzer. F. führt habt. ES Ein Staatsgefüge, das wie das preußische auf einem so langen organischen Wachstum beruht, läßt sich nicht von heute auf morgen Die Meldung, daß der von der Stadtverordnetenversammlung Dom grünen Tisch aus in völlig neue Lebensformen um in Sachen der Höchftmieten gewählte Sachverständigen auszwängen. Organische Entwicklung allein fann allmählich zum an- ich uß fich für einen 3uslag von 100 Broz. zur Miete gestrebten Ziele führen. In der gegenwärtigen Zeit furchtbarsten von 1914 ausgesprochen habe, ist falsch. Schon in unserer außenpolitischen Drudes fann es jedenfalls nur unserer aller Auf- Donnerstagnummer, in der wir diese von einer Beitungsforrefpongabe fein, denz verbreitete Nachricht wiedergaben, bezeichneten wir einen solchen Vorschlag als unglaublich. Die betreffende Zeitungsmit aller Kraft zu pflegen, wie die einzelnen Boltsgenoffen, jo ge- torrefpondenz hat Beziehungen nicht nur zum Rathaus, sondern Wenn die Zwangswirtschaft für Butter aufhört. hören auch in der heutigen Zeit die Verwaltungstörper auch zu Kreisen der auf möglichst weite Hinaufschraubung, der Bald wird nun auch die Butter zu den Gegenständen des innerhalb des Staats feft zu einander. Auch sie dienen den Bedürf Höchstmieten hinarbeitenden Hausbefizerorganisationen. Den Hausniffen der schweren Zeit, wenn fie fich in erster Linie als Glied eines befizern ist damit gedient, daß durch derartige Falschmeldungen die täglichen Bedarfs" gehören, die sich nur eine leine Gruppe großen Ganzen fühlen. Das Wohl der Provinzen ist das Wohl Mieterschaft in eine Stimmung verfekt wird, in der sie sich auf das von Auserwählten leisten fann. Die auf dem Buttermarki des Staates, und das Wohl des preußischen Staates ist bei unserer Schlimmste gefaßt macht und hinterher das minder Schlimme noch fich borbereitende Situation wird durch folgende am 4. Mai vom Jetzt wird gemeldet, daßotal- Anzeiger" gebrachte Annonce eines schleswig- Holsteinigegenwärtigen politischen Gesamtlage eine wesentliche Vorausfegung als ein Entgegenkommen" empfindet. Jeht wird gemeldet, daß für das Wohl des Reiches. So greifen die Interessen untrennbar der Sachverständigenausschuß, der fich für 100 Proz. ausgefchen Butterberfandhauses beleuchtet: ineinander. Ich zweifle nicht, daß bei Ihrer Arbeit Ihnen stets sprochen hat, nur aus den um ihre Meinung gefragten Haus= besigerDertretern bestand. Daß diese Sachverständigen" diese Zusammenhänge bewußt bleiben werben.( Zustimmung.) Eine befondere Aufgabe weist die Verfassung dem Staatsrat in ihren Forderungen nicht schüchtern find, glauben wir ohne noch auf finanziellem Gebiet zu. Sie wissen alle, daß die finanziellen Fragen zu alles absorbierenden Fragen im Reich und im Staat geworden sind, so brauche ich die Bedeutung der Aufgabe, die dem Staatsrat hier gestellt ist, nur zu erwähnen, ohne sie noch besonders unterstreichen zu müffen. Eine der ersten Vorlagen, die Ihnen zugehen werden, wird der Staatshaushalt für das Rechnungsjahr 1921 weiteres. Lohnender Nebenerwerb. Gesucht für Berlin gebildete Damen, die befähigt find, nach der demnächst erfolenden Be endigung der Zwangswirtschaft für Butter gegen Provision in den besseren Kreisen für den Bezug allerfeinster Molkereibutter Kunden zu werben. Schriftliche Meldungen usw. Bu den besseren Kreisen", denen die allerfeinste Wir verstehen nur nicht, welchen Zweck die Sonder befragung der Hausbefizer hatte. Der richtige Sachverständigenausschuß, der von der Stadtverordnetenverfammlung gewählt ist und aus Hausbefizern und Mietern besteht, hat sich gleichfalls Molterei butter augedacht ist, gehören vor allem die schon geäußert, aber ganz aners. Er hat erklärt, eine Er- Schieber und Kriegsgewinnler. höhung des Mietezuschlages dem Magistrat nicht empfehlen zu fönnen, bevor der, Wohlfahrtsminister den§ 10 der höchst Gr= Das operettenhungrige Potsdam. Nicht mit Unrecht trägt da sein, der ein Urteil über die ernste finanzielle Lage des mietenverordnung( Inanspruchnahme der Mieter bei Er- Potsdamer Schauspielhaus die Aufschrift Dem Bergnügen der EinEtactes geftatten wird. Weitere Borlagen werden unmittelbar folgen. höhung öffentlich- rechtlicher Lasten und bei Reparaturen) gewohner". Die Botsdamer Stadtväter hatten sich jüngst mit dem Ich darf diese Stunde nicht vorübergehen laffen, ohne auf das ändert hat. wärmste unserer leidenden Bolfsgenossen in den belegten Ge bieten zu gedenken. Mit befonderer Trauer erfüllt es uns, daß wir die rechtmäßigen Vertreter Oberschlesiens infolge eines ungeheuren Rechtsbruches nicht in unserer Mitte begrüßen fönnen. Gegen die Bergewaltigung des Rechts, gegen den brutalen Ueberfall auf friebliche Bürger lege ich auch an dieser Stelle die schärfte Verwahrung ein. Unsere Gorge mird dahin gehen, alles, was in unserer Macht steht, zu tun, um Derschlesien und seinen in der Bolts a b ftimmung flar zum Ausbrud gekommenen Wünschen zu Geltung zu verhelfen.( Beifall.) In überaus ernster Zeit treten Sie zum ersten Male zusammen. Bom Osten und Westen drohen dem Reich und Preußen nicht nur Gefahren für seinen augenblicklichen Bestand für die Unabhängig. feit und Freiheit des Landes, sondern auch finanzielle Belastungen, wirtschaftliche Schädigungen und brüdende Maßnahmen, unter denen noch Kinder und Kindesfinder zu leiden haben werden. Der Eden- Direktor vor Gericht. Die Bebensmittelschiebungen des Eden- ho. tefs, die seinerzeit in Berlin großes Aufsehen erregten, werben heute die 1. Straftammer des Landgerichts II beschäftigen. Angetlagt ist der frühere Direktor des Hotels, Birndörfer, der wegen Bergehen gegen die Rationierungsvorschriften zu 9 Monaten Gefängnis und 200 000 Mart Geldstrafe verurteilt worden war. Birndörfer flüchtete dann in die Schweiz, wurde aber dort verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert. Da die Auslieferung nur wegen Beftechung erfolgt ist bei der Durchsicht der Bücher des Eden. hotels fand man Bosten gebucht, die sich auf Bestechung von fann nur wegen dieses Bolizeibeamten beziehen sollen Deliftes gegen Birndörfer vorgegangen werden. Bergnügen der Einwohner zu befassen. Das einfimals König iche Schauspielhaus fordert städtischen Zuschuß. In dieser Sigung wurde viel über den Geschmack der Potsdamer geftritten. Es tam dabei zur Sprache, daß ernsthafte Stüde, darunter Klassiker, für die Raffe einen Mißerfolg brachten. Die Potsdamer verlangten bei allen ernsten Stüden sogar die luftige Zwischenaftsmusit. Den größten Erfolg, den je das Botsdamer Schauspielhaus zu verzeichnen hatte, hatte es jetzt mit der Operette Mascottchen". Diese Operette bringt jeden Abend bombenvolle Häufer. Nachdem sich die Stadtväter Stundenlang über den Geschmad der Potsdamer herumgestritten hatten, wurde der geforderte städtische Zuschuß zum Vergnügen der Einwohner bewilligt. Reumütige 2bbitte. Auf meiner Wanderung durch Berlin am 1. Mai ist mir ein bedauerliches Unglüd passiert: Ich habe, ohne es zu ahnen, jemand auf die Füße getreten. Und zwar die fommunistische Jugendgruppe, die sich am Halleschen Tor sammette, und mir ahnungslos Modell für ein paar launige Säkchen stand. In der heutigen Berhandlung bestreitet der Angeklagte zum 3ie es aber immer so geht: Das Modell will von dichterischer Freiheit Leil in sehr erregter Weise, sich der Beamtenbestechung schuldig ge- nichts wissen, sondern fo.dert wissenschaftliche Genauigkeit. Und wie Trotz dieser dunklen Wolfen, die das Leben jedes einzelnen macht zu haben. Der Borsitzende hält ihm vor, daß sich in den vor vielen, vielen Jahren Charlotte Buff und ihr Gatte Albert es von uns und des gesamten Volkes verdüstern, wird der preußische Büchern verschiedene Posten befinden, die deutlich erkennen lassen, Goethen schwer übelten, daß er sie durch seinen Werther- Roman der Staatsrat, davon bin ich überzeugt, mit festem Glauben an die Zu- daß an die Polizei Geldbeträge gezahlt worden sind. Die Eintra vergleichenden Neugier der Zeitgenossen ausfekte, so ist JugendFunft unseres Boltes in vollem Bewußtsein feiner Verantwortlich- gungen find zum Teil in englischer Sprache erfolgt. So lautet genosse Frik untröstlich, daß ich ihm bei seiner Berewigung im„ Bor feit an feine perfaffungsmäßige Aufgabe herangehen und fein volles eine Buchung: Police Station and Romiff", eine an wärts" zwei rote Fahnen an fein Fahrrad ftedte, während er hoch Teil dazu beitragen, unseren Kindern und Enfeln ein glücklicheres bere Police". Der Angeflagte erklärt hierzu, daß tatsächlich und heilig beschwört, nur eine daran gehabt zu haben. Auch sonst Beträge an die Polizei gezahlt worden seien, jedoch nicht zu beBaterland zu übergeben, als wir Lebenden es besitzen. Ich möchte nunmehr vorschlagen, daß bas älteste anwesende ftechungszwecken, sondern nur zur Stellung einer besonderen Schutz- babe ich bei der Stizzierung des fommunistischen Jugendgirteis weihgardistische Gesinnung und tonterrevolutionäre Weltanschauung Mitafied den Vorsitz übernimmt und Sie dann zur Wahl Ihres wache in der damals sehr unsicheren und aufgeregten Zeit, ferner mere Unkenntnis der Statuten verraten, woraus fich deutlich meine für die Aufklärung von Diebstählen. Der Vorsitzende ergibt Ich bitte den Jugendgenoffen Frik sowie die übrigen reuPräsidenten schreiten.( Lebhafter Beifall.) weist darauf hin, daß fämtliche in Frage kommenden Polizeibeamten mütig um Bergebung und verspreche, ihm die freventlich zugeschwinvernommen worden sind und sämtlich bestritten haben, Geld er delte zweite rote Fahne auf den nächsten Geburtstagstisch zu legen. halten zu haben. Zu der Berhandlung sind etwa 20 3eugen ge Mich. von Lindenheden. laden. Worte und Taten. Der Brüffeler Beuple" vom 5. Mai bringt folgenden Kommentar zur Lage: Prügel, die er nicht erhielt. Die sozialistische Bresse in Deutschland weist die deutsche ReEin dreifter Erpreffer, der eine Frau und deren Tochter durch gierung allerdings mit einer gewissen Energie auf ihre Pflicht hin brei Erpresserbriefe eine ganze Zeitlang in Aufregung gehalten hat, und betont, daß nur durch äußerstes, weitgehendites Entgegentom- stand in der Person des vielfach vorbestraften Händlers Richard men dem Reich neues Unglüd erfpart werden fann. Aberfo 3öller vor der Straffammer des Landgerichts I. Eine Frau S., wird gefragt warum begnügt sich die deutsche Arbeiterflaffe mit bie jest geschieden ist, hatte unter den Roheiten. und unwirtschaftBorten? Wir haben beim Rapp Putsch gesehen, daß fie die lichen Maßnahmen ihres Ehemannes arg zu bulden und hegte den Straft hat, sich wie ein Mann zu erheben und die Gegenrevolution im 23 unsch, diesen einmal von zwei handfesten Männern verprü Reime zu erstiden. Warum geben heute die Arbeiterorganisationen geln zu laffen. Sie äußerte diesen Wunsch einem ihr bekannten nicht von einem Ende des Landes zum andern in unmisverständlicher Mann gegenüber, der sich auch bereit erklärte, diese Lynchjustiz zu Weise ihrem Willen Ausdrud, dem Nuhrgeblet die Offupation und vollziehen. Er fand einen Helfershelfer in dem Angeklagten und beide erhielten von der Zeugin je 30 M. Dann wurde es der Zeugin die Urbeit unter militärischer Aufsicht zu erfparen?" aber wieder leid, fie befann sich eines Besseren und winkte den Jede einzelne dieser Fragen geben wir in vollem Um- beiden schlagbereiten Strafvollziehern ab, so daß aus der Prügelfang an die belgischen Arbeiterorganisationen zurüd. Nicht fzene nichts wurde. Der Angeklagte machte fich aber die Situation unfere- ihre Armeen find es, die es aufzuhalten gilt, nicht auf feine Art zunuze. Er richtete einen Erprefferbrief an unjere ihre Regierung droht mit der Oftupation, gegen Frau G., in dem er drohte, fie wegen der angeblichen Absicht, ihren die sie uns, unnötigerweise, zum Protest auffordert! Undann zu ermorden, zur Anzeige zu bringen, wenn sie ihm nicht eine größere Geldsumme auszahlte. Die geängstigte Frau, die entmer es weiter heißt: Es genügt nicht, in Amsterdam Befchieden bestreitet, irgendwelche Mordabsichten gehabt zu haben, gab fchlürfe zu faffen. Diese Beschlüsse müssen ausgeführt werden." ihm das Gelb, der Angeklagte ließ aber nicht locker. In einem zur Ausführung dieser Befchlüffe getan? Es ist den belgischen fein Glüd hatte, richtete er einen gleichen Brief an die Tochter, in Genoffen bekannt, daß die deutsche Partei die Amsterdamer bem er ihr weitschweifig auseinanderfeßte, daß es doch für die Beschlüsse dem Reichstag unterbreitet hat, es ist ihr bekannt, ganze Familie furchtbare Folgen haben würde, wenn er Anzeige erstatten würde. Nun wandte sich die Zeugin zu ihrem Schuß an daß das deutsche Angebot diefen Beschlüssen teilweise Rech nung trägt, und daß der Internationale Gewerkschaftsbund es deshalb als geeignete Grundlage für weitere Berhandlungen bezeichnet. Aber wir haben nichts gehört davon, daß die belgische, Regierung, in der vier Sozialdemokraten igen, fich gegen die militärischen Sanktionen wendet, die die Amsterdamer Resolution aufs schärffte verurteilt. Bo blei ben die Laten" der belgisgen Genossen2 47 neue Oberstadtfekretäre. Am Dienstag hat die Perfonalfommission des Berliner Magiftrats 47 Stadtfekretäre zu Oberstadtfetretären, vorbehaltlich der endaültigen Wahl durch den Berliner Magistrat, vorgeschlagen. Die Zahl der Oberstadtfekretäre in der neuen Stadtgemeinde Berlin wird durch diese Wahl und spätere Ernennung um 40 vermehrt. „ Bolt und Zeit", unfere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Bostauflage bei. B Der Allgemeine Bildungsverband veranstaltet Sonntag. 8 Wai. nachmittags 4 Uhr, in der Treptom- Sternwarte eine Sondervorführung des Wunder des Schneeich uh 8". Ginbeitsherrlichen Naturftims preis auf allen Blägen nur 4 M. Starten find nur in folgenden Geschäften erhältlich: Sacobowsky, Allegandrinenitr. 101, Horsch, Engelufer 15, Kummer, Koppenftr 16, Colberg, Simplonſtr. 42. Gewerkschaftskartell Nowawes. Montag 7%, Uhr bei Simte, Sigung. Bollsähliges und pünktliches Erscheinen aller Delegirten ist netwendig. Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, Freitag, den 6. mai: . Kreis, Sallesches Tor. 7 Uhr bet Dragge, Dieffenbachstraße 57, Sigung ber tlg., Schöneberg 7 Uhr bei Rofenau Hohenfriebberg, Ede Rolonnen Arbeitsgemeinschaft ber Citernbeirate. Randibaten willtommen. 79. ftraße, erweiterte Borstandsfizung mit Aussprache über die Borwärts"-Angelegenheit. Erscheinen aller Funktionäre bringend notwendig. Morgen, Sonnabend, den 7. mai: die Kriminalpolizei. Das Gericht verurteilte den Angeklagten au 22. stig. 7 Uhr. Sigung fämtlicher Funktionäre, Betriebsvertrauensleute und einem Jahre Gefängnis. Polnische Zuderschiebungen". Zu der unter dieser Spißmarte am Donnerstag erschienenen Mitteilung schreibt uns die Firma Ewald Bitsch, daß die Konfulatsbeamten Werner und Golombed wie auch Herr Bitsch sich nicht in Untersuchungshaft befinden. Elternbeirate bei Bauer, Große Frankfurter Straße 1. Abrechnung der Mai- Seitungen und Rarten. 131. btig., Rieberschönhausen. 7 Uhr, Funktionärkonferenz bei Stoelle, Trestom, Ede Blücherstraße Erscheinen unbedingt erforderlich. Bohnsdorf. 8 Uhr bei Henmann, Riebelstraße, Zusammenkunft aller SPD.- Sänger und fangesluftigen Mitglieder des Bahlvereins. Berantin, für den rebalt. Teil: Dr. Berner Better, Charlottenburg; für Unzeigen: Giode, Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag S. m. 5. S., Berlin. Druda Bor. warts- ughbruderei a. Berlagsanftalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. 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