!tt.2t4» Z8. Jahrgang Ausgabe A Nr. 109 Bezugspreis: SSttteliälicLSO,— M.. monatl. 10,-88. fei ine Haus, voraus zahlbar. Post» bszuz� Monatlich la,— M,olnschi.8u- stellungsgebütir. Unter Kreuzl-aud nir Deutichland, Dan»ig, das Saar- und Ästunelaebiel. unvis die ehemals deut» lchen Gebiete Polens. Oesterreich. Ungarn und Luzembnra 20,— M., für das übrige Ausland 27.— M. Postbestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tichecho-Swwakei, Däne- marl. Holland, Luxemburg. Schwede» und die Schwerz. Der.Vorwärts mit der Sonntags- beilage �Zoll und geir", der Unter- haltunasbeilage �zeimwelL' und der Beilage„Siedlung und Slemgarten� «rscheent wochentäglich zweimal. So»»» tags und Montags einmal, Telegramm- Adreffe: �Sozialdentokrai Setfla" KonntagsAUsgabe c ) Vevlinev Volksblatt SInzeigcMittttöl Die rchigeloaltene ZtonvareMezeil, ioltet dcho M„»Ist,,« Anzeigen- das fettgedruckt, Wort l�v llst.(zu- lässig zw« fettgedruckte Mörtel, jede» weitere Wort i,— M. Stellengesuch« und Schlasstellenanzetgen da» erst» Wort ir- M. ledeo wettere Wort do Bfg. Wort, über IS Buchstaden zählen für zwei Worte. Fanülien-An- zeigen tür Abonnent«« Keil» it.— M, Die Drei!«»erstehen sich einschlietzlich Teuerungszuschlaa. Anseigen für dl, nächste Rumme» Müllen bis» Ahr nachmittag» im Hauvtgefchäft. Berlin EW LS. Linden» straße 3. abgegeben werden. Geöffnet von I Uhr früh bis i Uhr abend». Zentralorgan der rozialdemokrattfcbcn parte! Deutschlands keüaktion nnd Expedition: 6 ED b8, Lindenstr. 3 Kernsprecher: Amt Mortvplah, Str. läl S«— läl S7 Sonntag, den 8. Mai 19Ä1 vorwärtsrverlag S. m.b.H.. SED b8, Lindenstr.2 _ Ker«spr«cheri Amt Morihvlah, Str. 11763—54 Appell an öie Internationale. Nachstehend« Telegramm hat der Vorstand des Allgemeinen veatscheu Gewerkschafksbundes an den Znlervalionaleu Gewerk- sthaftsbuad in Amsterdam gerichtet: Nach Kenntnisnahme de» Londoner UMmatums wiederholen Wir nochmals vor der Welt unseren energischen Protest gegen die beabsichtigte Versklavung der Arbeiterschaft Deutschlands durch de» interna kionalen Kapitalismus, well gegen militärische Gewalt selber hilflos, erwarten wir vom Internationalen Bund die Aufforderung zur Abwehr au die Arbell« der CnkenlelSnder. Leipart. Selgtsche parteimehchett gegen Gewaltpolitik. Paris. 7. Mai.(MTB.) Der Generalrat der sozialistischen Part« Belgiens hat die Besprechung über eine eventuelle Besetzung des Ruhrgebiets beendet. Eine Entschließung von Louis de Brouckere, die die Zwangsmaßnahmen und den Grundsatz der Besetzung des Ruhrgebiets verwirft, wurde mit 3Z Stimmen angenommen. Eine Resolution des Kammerpräsidenten Brunei. die die Zwangsmaßnahmen billigt, erlangte 27 Stimmen.— Der Brüsseler.�emps"Lorrespondent glaubt, daß infolge dieser Abstimmung die vier sozialistische» Minister das Kabinett oer» lassen werden. Brüssel. 7. Mai.(Agenee Lelge.) Unter dem Vorsitz des Königs hat der Ministerrat beschlossen, unverzüglich alle die Ruhr- besetzung vorbereitenden Maßnahmen zu treffen. Der sozialistische Minister Vandervelde soll dagegen, der sozialistische Minister Destree dafür gestimmt haben. Es heißt, zwei svzia» vstische Kabinettsmitglieder hätten sich der Stimme enthalten. Brüssel. 7. Mai.(EE.) Der sozialistische Minister Destree sagte einem Vertreter des Lemps':„Alle Sozialisten sind Anhänger der Beschlüsse von A m st e r d a m, die sie auch verteidigen. Diese Beschlüsse haben aber nur theoretischen Charakter. Man müsse aber mit der Wirklichkeit rechnen und praktische Maß» nahmen ins Auge fassen. Deshalb habe er für die Sanktionen gestimmt, obgleich er sie beklage." Brüssel, 7. Mai.(WTB.) Ein sozialistischer Minister erklärte dem„�oir". daß er und seine sozialistischen Kollegen auch gegen die Besetzung Frankfurts gestimmt hätten, daß sie aber trotzdem nicht zurückgetreten wären, well gewisse Fragen der inneren Politit ihr Derbleiben erforderlich gemacht hätten. �at Kohr entfchieöenl Der gestrig« Tag im Reichstag war mit Sitzungen der Fraktionen ausgefüllt, denen sich am Nachmittag eine Sitzung des Auswärtigen Ausschusses anschloß. Eine Klärung der Lage sst noch nicht erfolgt, doch hört man, daß die bisherigen Regierungsparteien immer mehr der Ablehnung zuneigen. Die„Nationalliberale Korrespondenz" stellt mit großem Nach- druck fest, daß eine Zeitungsnachricht, wonach sich S t r e s e- mann zusammen mit der Stinnes-Gruppe für die Unter- Zeichnung ausgesprochen haben soll, erfunden ist. Uebereinstimmung dürste wohl darüber bestehen, daß das Londoner Finanzdiktat eine einseitige Abänderung des Vertrags von Versailles ist, deren Annahme jetzt Deutschland nicht mit vertragsmäßigen Mitteln, sondern �durch Gewaltandrohung aufgezwungen werden soll, ferner auch darüber, daß der Versuch, den neuen Zahlungs- plan auszuführen, in nicht ferner Zeit nach schwerer Schädi- gung der deutschen Wirtschaft zur offenbaren Zahlungs- Unfähigkeit führen muß. Wie lange es aber bis dahin dauern würde, darüber sind die Meinungen getellt. Die Optimisten meinen, man könnte so lange aushalten, bis die Gegner ein- sähen, daß es so nicht weiter ginge und daß ein neues Arrange- ment getroffen werden muß. Die Pessimisten erklären da- xegen, durch Unterzeichnung des Ultimatums könne die Ve- stzung des Ruhrreviers höchstens für Monate aufgeschoben werden. Auf der anderen Seite verhehlt man sich nicht, daß mit de? Ablehnung auch nichts gewonnen ist. Wird das Ruhr- revier besetzt, so treten nicht nur sofort schwere wirtschaftliche Folgen ein, sondern es ist dann möglich, daß die Entente bei fortgesetzter deutscher Weigerung ihre Zwangsmaßnahmen we'' er verschärfen würde bis zu einem neuen Zl u s- huugerungskrieg. Auch der Einfluß eines deutschen Rein auf die Entscheidung über Oberschlesien ist mit in Rechnung zu stellen. Dies ungefähr find die Gedankengänge, in denen sich die Veratungen der Sozialdemokraten bewegen, bei den anderen Parteien dürfte es aber auch nicht viel anders fein. Einen Standpunkt, der von vornherein gegeben ist, kann eine ihrer Verantwortung bewußte Partei in solchen Fragen nicht einnehmen. Rur wem die Wahrung einer agitatorisch gün- stigen Stellung das Wichtigst« ist, wie den Deutschnationalen der ist mit seinem Urteil rasch fertig. Rasch fertig ist damit auch die bayerische Rezie- rung, das erhellt �ung: f u Me die„Bayerische SkaakszeHnng" hört, geht innerhalb der bayerischen Regierung die Auffassung über das Ultimatum einmütig dahin, daß es in der Form, wie es gestellt wurde. unannehmbar ist, und zwar aus wirtschaftlichen wie auch aus allgemein politischen Gründe« und well es über die Ve» stimmungen des Friedensvertrages weil hinausgreist. Minister- Präsident v. Saht, der heute mor�bn(Sonnabend) in Berlin eingetroffen ist, dürft« w seinen Besprechungen mit den amtlichen Berliner Stellen diese Auffassung zu« Ausdruck gebracht haben. Steht die Sache so, dann sind alle Erörterungen über die Wirtschasts- und Finanzfragen, wobei es um M i l l i o- nen Menschenleben geht, vollkommen überflüssig. München hat gesprochen und die Sache ist erledigt. Die Kahr-Regierung will nicht entwaffnen, kein deutscher Minister kann unterzeichnen, denn der Unterzeichnung würde m wenigen Wochen, well eben Bayern nicht entwaffnet hat, dennoch die Besetzung des Ruhrreviers folgen. Das wäre wenigstens eine klare Situation. Aber diejenigen, die für sie vor Volk und Geschichte die Verantwortung trügen, wären nicht zu beneiden! Da die bisherigen Regierungsparteien in ihrem Urtell noch schwanken, fehlt noch die Grundlage für eine Regierungsbildung. Der Botschafter in Paris, Dr. Mayer- Kauf- beuren, lehnte es ab, einen Auftrag zur Regierungsbildung zu übernehmen. Herr Stegerwald teilt, wie die„Ger- monia" berichtet, diese Abneiyung Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion tritt heute, 10 Uhr vormittags, wieder zusammen. aus folgeich« Münchener Mel Deutsch österreich i« Schulöknechtsthast. Me«. 7. Mai.(MTB) D«„Arbeiterzeitung" zufolg« erklärt der Verband der sozialdemokratischen Abgeordneten in einer Denk- schrift zur Kreditaktion, es sei Sache der Regierungsmehrheit, die erforderlichen Staatseinnahmen zu bewilligen. Die einzige Der- pflichtung, die die opposttionelle Partei dem Völkerbund gegenüber übernehmen könne, sei, daß sie sich, falls sie einmal die Regierung übernehmen sollte, an vorher rechtswirksam abgeschlossene internatio- nale Verträge für gebunden erachten werde. Um jedoch die Krediwerhandlungen zu fördern erklärt der Verband, daß auch die Sozialdemokratie mit den allgemeinen Grundsätzen der Denkschrift der Regierung an den Völkerbund, insbesondere auch mit der Sicher- stellung der Auslandskredlte durch gesetzliche Hypotheken aus alle« Grundbesitz einverstanden sei. Die Bauernpartei erklärt sich gegen die Belastung des bäuerlichen Besitzes mit dem Pfandrecht. Da dies aber nach der Erklärung der Regierung die unumstößliche Voraussetzung für die Auslandskredite ist, will die Partei die Regierung bei der Durch- führung der Staatsnotwendigkeiten unterstützen. Ferner betont sie, daß nur der Anschluß an Deukschland eine Gesundung der gesamten Volkswirtschaft Oesterreichs herbeiführen könne. Versprochene Gegenleistung. Men. 7. Mai.(TU.) Die Vereinbarungen üb« das Sani«- rungsprogramm wurden mit den Delegierten des Völkerbundes a b- geschlossen. Es ist eine äußere Anleihe von 500 Millionen Schweizer Franken in Aussicht genommen, die zum Ankauf von Lebensmitteln und zur Errichtung einer eigenen Notenbank ver- wendet werden soll. Gleichzeitig werden die Staatszuschüsse für die Lebensmittel abgebaut und auch eine innere Anleihe aufgenom- men, wofür eine Zwangshypothek auf die gesamten öffentlichen und privaten Realien gelegt werden soll. Deutlch-rusillches Abkommen. Verlin, 7. Mal.(MTV.) Im Auswärtigen Amte morde gestern abend ein Abkommen zwischen Deutschland und Sowjet- rußland zur Erweiterung des IStigkeitsgebiel» der beiderseitigen Delegationen, sowie ein Ergänzungsabkommen über die helmschaffnng der beiderseitigen Kriegsgefangenen und Zivilinternierten unterzeichnet. In dem erstbenannken Abkommen verpflichten sich beide Teile, die TSkigkeil ihrer Berkretuvgen streng auf die ihnen nach diesem Abkommen zufallenden Aufgaben zu be- schränken und sich jeder Agitation oder Propaganda gegen die Regierung oder die staatlichen Einrichtungen des Ansenlhaltostaates zu entholten. Ferner regelt das Abkommen u. a. die vorausjehuu. gen des beidersnligen Handelsverkehrs. Hierbei verpflichtet sich die Sowjekregierung. im Gebiete von Sowjetrußland Rrchtsgefchäfte nur mit Schiedsgerichtsklauseln abzuschließen. Die in Deutschland abgeschlossenen Rechtsgeschäfte werden den deutschen Gesehen unterworfen, prloatrechtliche Verbindlichteike» der deutschen Gerichtsbarkeit und Zwangsvollstreckung, soweit es sich vm ver- bindlichkeiten aus Rechtsgeschäften mit Deutschen handelt, die nach Abschkß diese» Abkommens eingegangen sind. Deutschen, die sich nach Rußland begeben, wird die Unverletzllchkeit ihre» ge- samten mitgesührlen sowie de» in Rußland erworbeneu Eigentum», nökigevsall» durch besondere Schutzbriefe zugesichert. Z» dem ErgZnzunAsabkommrn über Kriegsgefangene ist bs- sonder« bemerkenswert die in Artikel 2 euthattene v-rpflichtung, alle Srtegsgesangeuen ahn« Unterschied in die Heimat zu entlasseu. Was soll deutsthlanö zahlen 2 Don Rudolf Wissel!. Die im Zahlungsplan der Reparationskommission aufck gestellten finanziellen Forderungen der alliierten und asso- ziierten Regierungen sind nicht leicht zu verstehen. Es erscheint daher angebracht, die von Deutschland oerlangten Zahlungen einmal etwas näher zu untersuchen. Vorweg sei bemerkt, daß die Forderungen z. T. int Friedensvertrag ihre Grundlage nicht finden. D e r F r i es densvertrag ist geändert worden. Zu den ge» schehenen Aenderungen hielten sich die Sieger befugt, weil nach § 22 der Anlage II zu Teil"V in des Verfoiller Vertrages die Reparationskommission einstimmig diese Anlage ändern kann. Die Frage, ob nur die hiernach ohne Zustimmung Deutschlands zu ändernden Borschriften geändert worden sind» oder— wie ich glaube— auch andere, lasse ich unberührt, Geändert ist die Vorschrift, daß Deutschland für die zu zahlende Schuld vom 1. Mai 1921 bis dahin 1926 nur 2y2 Proz, Zinsen zu zahlen hat. Der Zinssatz ist auf 5 Proz. heraus» gesetzt. Aufgehoben ist auch die Vorschrift des Art. 237 des Friedensvertrages, der die Berücksichtigung der Wirtschaft lichen Leistungsfähigkeit Deutschlands vorschreibt. Diese Be- rücksichtigung ist durch die Festsetzung der Summe von min, destens 132 Milliarden ausgeschlossen. Deutschland soll 132 Milliarden Goldmartz zahlen. Diese Ziffer wird klar genannt. Sie ist aber in Wirklichkeit höher. Denn es tritt hinzu die von Belgien wStp- rend des Krieges und zu Kriegszwecken bei Amerika, England und Frankreich gsmachten Anleihen. Der Betrag dieser dürste zirka 5 Milliarden Goldmar? einschließlich der aufgelaufenen Zinsen betragen. In Abzug von dieser Gesamtsumme kommen jedoch die Beträge, die aus dem Staatseigentum Deutschlands in den abgetretenen Gebieten gutgebracht werden können, also z. B. für die Bergwerke in Schanwng. Weiter kommen in Abzug auch die Summen, die von anderen feindlichen oder früher feindlichen Mächten eingehen und über die die Repara» tionskommifsion entscheiden kann, daß sie Deutschland gut» gebracht werden sollen. Wenn z. B. Amerika das in Be» schlag gelegte deutsche Eigentum aus dem Sequester entlaßt, würde der Betrag desselben auf die Gesamtschuld Deutschlands angerechnet werden. Welche Wirkungen das für die Rah- rungsmittelversorgung der nächsten Zeit haben wird, soll hier jetzt nicht erörtert werden. Der Betrag der Deutschland in Anrechnung zu bringenden Summe ist ganz unübersichtlich, ist aber sicher wesentlich niedriger wie die belgische Schuld, die wir zu übernehmen haben. In Abzug von der Gesamtschuld kommt werter auch die von Deutschland auf Reparationskonto gezahlte Summe, die von Deutschland auf 20 Milliarden angegeben wurde. Die Entente rechnet erst 8 Milliarden Goldmark heraus. Für die von Deutschland geforderte Summe soll Deutsch« land nun Schuldverschreibungen ausgeben, und zwar zunächst bis zum 1. Juli 1921 in Höhe von 12 Milliarden Goldmark. bis zum 1. November 1921 weitere 38 Milliarde« Goldmark. Bezüglich des Restbetrages soll die Ausgabe von Schuld» vsrfchreibungen von dem Ermessen der Reparatianskommission abhängen. Sobald diese Kommission überzeugt ist, daß für die erstgenannten 50 Milliarden die Zinsen und Amortisationen sichergestellt sind, sollen weitere Schuldverschreibungen ausgegeben werden. Für die 50 Milliarden soll Deutschland jährlich 6 vom Hundert des Nominalwerts, das würden also 8 M i l l i a r- den Goldmark sein, zablen. Davon sollen 5 vom Hun- dert als Zinsen und die restlichen 1 vom Hundert für einen Amortisationsfonds zum Rückkauf der Schuldverschreibungen durch jährliche Auslosung zum Nennwert dienen. Die von Deutschland geforderten Zahlungen sollen in einer festen Summe, die auf 2 Milliarden Goldmark bemessen wird, und durch einen vom Werte der deutschen Ausfuhr abhängigen Betrag geleistet werden. Dieser schwankende Betrag ist auf 25 vom Hundert des Wertes der deutschen Ausfuhr festgesetzt worden. Deutschland soll jedoch für diesen in der ziffernmäßigen Höhe nicht festen Betrag auch nach einem anderen Inder zahlen können, wenn es dafür Vorschläge macht, die von der Reporationskommissioii angenommen werden. Schließlich aber wird noch eine weiters Summe, entsprechend 1 vom Hundert des Werte« der deut- schen Ausfuhr, verlangt, deren Berwendungszweck nach dem vorsiegenden deutschen Text des Zahlungsplanes der Repa- rationskommisston unklar ist. Wenn Deutschland alle seine Verpflichtungen i« Laufs eines Jahres erfüllt, soll der in einem Jahr nach den oben mitgeteilten Forderungen der Sieger zu zahlende Betrag um soweit vermindert werden, als für die Zinsen und die Amorti- sation der noch ausstehenden Schuldverschreibungen erforder- sich sst. Dies« Erleichterungen kommen in absehbarer Zeit n i ch t zur Wirkung, denn es dürste gewiß sein, daß, wenn die fest» Summe von 2 Milliarden Goldmark und der Zoprozentige Wert der Ausfuhr die Verzinsung und Amortisation der .tO MMonsn sichert, die Repltrationskonnnlssion von Wem Recht Gebrauch machen und die Ausgabe von Schuldverschrei- bungen für die restlichen 82 Milliarden Goldmark fordern wird. Das dürfte schon in absehbarer Zeit der Fall sein. Deutschland hat im Jahre 1320 eine Ausfuhr von etwa 5 Milliarden Goldmark gehabt. Der ZSprozentige Wert stellt sich also auf 1,25 Milliarden. Zuzüglich der fasten Zahlungen von 8 Milliarden Goldmart würde also, wenn im laufenden Jahre die gleiche Ausfuhr zu verzeichnen sein wird,«in Betrag van 3,25 Milliarden Goldmark zur Begleichung von Zinsen und Amortisationen für die Fordsrungen der Entente zu zahlen sein. Das ist ein Betrag, der zur Verzinsung und Amortisation der erstgesorderten 50 Milliarden nicht voll aus- gebraucht wird. Für den Rest würden demnach neue Schuld- .werschreibungen ausgegeben werden. Innerhalb 25 Tagen vom 6. Mai ab gerechnet, also vom 1. Juni ab, soll Deutschland 1 Milliarde Goldmark in Gold oder anerkannten Devisen oder in deutschen Schatz- anweisungen mit 3 Monaten Laufzeit zahlen, welcher Betrag als die beiden ersten Vterteljahrsraten der oben erwähnten Jahreszahlen angesehen werden soll. Aus der im Zahlungsplan vorgesehenen Vorschrift, daß der Gegenwert der Auefuhr von 25 vom Hundert in deutscher Währung von der deutschen Regierung an den Exporteur bezahlt werden soll, ist zu schließen, daß diese 25 Proz. vom Wert der deutschen Ausfuhr wenigstens in den Ländern der alliierten und assoziierten Staaten vom Empfänger der Ware einbehalten und der Regierung des betreffenden Landes über- wiesen werden sollen. Es kehrt also hier der Gedanke wieder. wie er in den Gesetzen Englands, Frankreichs und Belgiens nach den Londoner Verhandlungen zum Ausdruck gebracht , worden ist, nur daß es sich jetzt nicht um 50, sondern um -25 Proz. des Wertes der deutschen Ausfuhr handelt. Im übrigen ist auch mit der Möglichkeit gerechnet, daß diese eben erwähnten Sanktionsgesetz« aufrechterhalten bleiben. Wo es der Fall ist, werden diese 50 Proz. auf die Schuld Deutschlands gutgeschrieben. Sie dürften auf den Ge- samtbetrag des 25prozentigen Wertes der deutschen Ausfuhr in Anrechnung gebracht werden. Deutschland muß auch für die Ausfuhr nach den Ländern» in denen die Sanktionsgesetze ; in Kraft bleiben, den Gegenwert in deutscher Währung dem v Exporteur bezahlen. Deutschland soll überhaupt jede notwen- dige Maßnahme gesetzgeberischer oder verwaltungsmäßiger Tätigkeit ergreifen» um die Handhabung dieser Sanktions» gssetze zu erleichtern, solange sie in Kraft bleiben. Auf die Leistungen Deutschlands soll auch das angerechnet werden, was Deutschland an Material und solcher Arbeit, wie sie jede der alliierten Mächte zum Zwecke der Wiederherstellung der zerstörten Gebiete für den Fortgang der Wiederherstellung oder der Entwickelung ihres industriellen oder wirtschaftlichen Lebens bedarf und verlangt, liefert. Der Wert solchen Materials und solcher Arbeit soll gemeinsam durch einen von Deutschland und einen von der beteiligen Macht ernannten Schätzer festgestellt werden und, im Falle eine? Nichteinigung, durch einen vom Garantiekomitee zu benennen- den Schiedsrichter.— Das fktd im wesentlichen die von Deutschland geforderten Leistungen. Ob Deutschland sie wenigstens zunächst wird .„leisten können, ist die Frag«, die für die Beurteilung der An- nähme oder der Ablehnung des Ultimatum« ausschlaggebend ist. Aus sie soll hier nicht näher eingegangen, aber doch .»ÄlHendcs zur Deinteiluno mitgeteilt werden: Der Wert der deutschen industriellen Produktion wurde ziemlich übereinstimmend für das Jahr 1313 auf 60 Gold- Pfennig pro industr'wll-gewerblichs Arboitsstunde berechnet, was bei einer Lrbeiterzahl von etwas über 8 Millionen bei 300 Arbeitstagen etwa 16 Milliarden ausmachte. Diese 16 Milliarden stellten nicht den Gesamtwert der ganzen deut- schen Produktion dar, ebenso hoch war der Wart der landwirt- schastlichen Produktion zu schätzen, und es kam der Wert der Leistungen des Handels, de? Schiffahrt, der Verkehrsunter- Cm braver Sürger. Bon Hans Bauer. Es ist Sonntags nachmittag. In«inem behäbigen, gutbSrger- lichen Eafs sitzen rauchend, Männer, feiertäglich herausstaffiorte Frauen. Langsam sickert die Zeit. Plötzlich hebt an einem Tisch«in Gciuschel an:„Sie, Herr Meyer! Drehen Sie sich mal um. Hinter uns, der da fitzt, das ist der... Der Sprecher rückt noch näher an das Ohr des Herrn Meyer und flüstert einen Namen. Meyer dreht den Kopf ruck- weis« nach rückwärts:„Was Sie nicht sagend „Ja, freilich ist er's. Ich kenne ihn doch von den Bildern her." „Wer, wer ist das?" fragt Frau Meyer. Der Name fliegt von Mund zu Mund. Alle kennen ihn, bis auf Fräulein Günther, die völlig un- politische.„Nun," wird sie belehrt,»chas ist doch der große Kommunistenführer." „Der Kommu....?" Fräulein Günther erstickt das Wort im Munde. „Ist das se ne Frau, die neben ihm sitzt?" fragt die Meyern. „Ich glaube."—„Und neben ihm, da« ist wohl fein Sohn?"— „Ach wo, der hat doch keinen Sohn." Jetzt spricht der Kommunistenführer etwas zu der Frau. Sie lächelt. Und fetzt dann die Taste an den Mund. Am Mcyer-Tifch ist Stille eingetreten. Eine einzige, riefen- große Frage lagert über ihm: Was hat« wohl gesagt? Die Hirne kombinieren. Etwa« über die Weltrevolution? Etwas über Lenin? Oder nur etwas über das Stückchen Kuchen auf dem Teller? Nach k-rzem ruft Er den Ober. Bestellt sine Ei-fchokolode. Am Tische gucken sie sich an.„Eine Eisschokolade......" flüstert Fräulein Günther. Meyer nickt. Cm bitteres, galliges Nicken. Sein Geschäftsfreund Schrumpfer lächelt satanisch:„Die Eisschokolode schmeckt ihm! Iawolll Die Msschofolade gehört wohl etwa nicht mit zu unserer bürgerlichen Weltordnung, Herr Kommunist?" Das heißt. Schrumpfer apostrophiert nur den Kam- munisten vor seinen Bekannten. Er richtet keineswegs die Frage direkt an ihn. Er sogt den Satz sogar sehr, sehr leise. Aber er segt ihn dach wie einen Trumpf hin. Man wundert sich ordentlich, dag es von diesem Satze an noch Kommunisten geben kann. Ein Zigarren verkauter geht jetzt am Nebentische entlang. Biet-N seine Ware an: Zigarren, Zigaretten gefällig? Der Tisch spannt. Wird er? Schrumpfer legt sich schon zurecht: Wenn er nicht kauft, der Kommunist, dann wird er, der Schrumpfer, sagen: „Ich denke, er hält so auf die armen Leute? Aber abkaufen tut er nichm! Seinetwegen könnte der Boy verhungern." Aber imn. nein: der Kommunist kauft. Zwei Zigarren. Auch für diesen Fall ist Schrumpfer gewappnet.„Scheint nichts leisten zu können," kulkft« heraus.„Der kvisgt auch jsden Monat ein« Million au« netzmunaen hinzu, so daß der Gesamtwert der deut- schen Produktion etwa �OMilliarden G o ld- mark betrug. Auf Gebietsabtretunglm und Raubbau der deutschen Wirtschaft muß heute ein erheblicher Abzug gemacht werden. Heute beträgt er erheblich unter 30 Milliarden Goldmark. Der eben erwähnte Raubau und die Gebietsabtretungen haben bei der Landwirtschast noch ver- wüstender als bei dgr Industrie gewirkt. Der landwirtschaft- liche Ertrag ist auf etwa 57 Proz. der Vorkriegszeit zurück- gegangen, der Wert des Ertrags der Schiffahrt und der Ver- kehrsunternehmungen um noch viel mehr. Wie wir also die Lasten, die uns das Finanzdiktat auf- erlegt, auf die Dauer tragen sollen, ist nicht zu sehen. Es ist ober auch ernstlich zu prüfen, ob nicht die Besetzung des Ruhrreviers die Wirtschaftslage noch rascher verschlsch- tern, die Arbeitslosigkeit noch stärker steigern würde, als sin Versuch, mit der Erfüllung des Finanzdiktats zu beginnen. Strefemann für Sülow. In den„Hamburger Nachrichten" veröffentlicht Herr Stresemann einen Aufsatz, in dem er sich lebhaft für die politische Wiederoermendung des Fürsten V ü l o w einsetzt. Er bezeichnet ihn als„den einzigen großen Diplomaten der Vergangenheit". Wer den Fürsten kennt, wird überzeugt sein, daß der Weltkrieg ihn nicht in die trostlose Lage vorgefunden hätte, in der wir im August 1914 standen. Die Kriegs- erklärung an Rußland wäre von ihm nicht ausgegangen. Italiens und Rumäniens hätte er sich versichert oder zu- mindest ihre Neutralität ermöglicht. Ein Zusammenbruch, wie wir ihn erlebten, märe unter seiner Führung unmöglich ge- wesen. Er wäre bereit gewesen, im Juli 1317 an die Spitze des Reiches zu treten und diejenigen Politiker, die sich damals für den Abgang Vethmanns einsetzten, taten dies nur, well sie glaubten, daß B ü l o w sein Nachfolger werden würde. Kleinliche Hofintrigen hätten das damals verhindert. Die Menschen, die es verhindert haben, müßten es vor ihrem Gewissen verantworten, daß sie einen Michaelis einem Fürsten Bülow vorzogen. Stresemann schließt mit dem Wunsche, daß dem Fürsten Bülow Gelegenheit gegeben wer- den möge, seinem Volte noch einmal in jenem vaterländischen Geiste zu dienen, der das Ziel seines ganzen Lebens und Wesens gewesen sei. Es ist menschlich sehr hübsch von Herrn Stresemann. daß er an seiner Jugendverehrung für Bülow festhalt. Daß er aber in ihm heute noch einen„großen Diplomaten" sieht, spricht nicht für die Schärfe seines kritischen Urteils. Und sollte gar dieser Hymnus auf den alten Fürsten das Programm eines neuen Reichskanzlers sein, der nicht Bülow heißt, so würden wir uns erst recht bedanken.„In Bülows Spuren", das ist wahrhaftig kein Programm für einen führenden Staatsmann einer neuen, ganz anderen Zeit! ttachfpke! zur Nsichstagssitzung. Der Aeltestenäusschuß des Reichstages beschäftigt« sich in seiner Sitzung am Sonnabendnachmittoa zunächst mit der Form, in welcher der Präsident Lab« die Plenarsitzung am Freitag schloß. Der Präsi- dent hat die Sitzung selbständig auf Grund des§ 61 de? G s- f ch S f t s o r d n u n g geschlossen, nach welcher er dazu berechtigt ist, wenn eine störende Unruhe in der Versammlung entsteht. Die Unabhängigen erhoben zwar Bedenken gegen das Verhalten des Präsidenten und konnten es nicht als parlamentarisch richtig anerkennen, aber alle übrigen Parteien einschließlich der Kommuni st on stellten sich aus den Standpunkt des Präsidenten und billigten seine Geschäftsführung, Darauf beschloß der Aeltestenausschuß, für Montag nachmittag 4 Uhr»ine Plenarsitzung anzusetzen. Es soll jedoch die Regierung nech befragt werden, ob st« dann in der Lage sein wird, weitere Mitteilungen über die Vorgänge in Oberschlesien zu machen und ob sie damit einverstanden ist, daß ein« Besprechung daran ge- knüpft wird. Sollte die Regierung diesem Verfahren nicht zu- stimmen, so wird der Aeltestenausschuß am Montag abermals zu- fammentreten, um zu entscheiden, ob die Sitzung abzuhalten ist. Moskau," zischelt Herr Meyer und scheint es ganz genau zu wissen. Dann gibt es etne neue Sensation. Der Kommunisten fiihrn sucht vergeblich nach Feuer. Er hat seine Streichhölzer vergesien. Herr Schrumpfer bemerkt es. Und plötzlich faßt er einen titanenhaften Entschluß. Er steht von seinem Stuhle auf, geht an den Nebentisch und hält dem Kommunisten seine brennende Zigarre hin. Dazu stottert er, während sein Herz Im Fiebertatte schlägt, ein«Litte schön" heraus. Der Kommunist bedient sich. Herr Schrumpfer tappt daraufhin auf seinen Platz zurück. Mit geröteten Wangen. Sein Tisch ist aus dem Häuschen.„Was hat er denn gesagt?" prasseln die Fragen auf ihn nieder. Schrumpfer tut sehr gleich. gültig. Aber er fühlt sich als Held des Tisches. Und wenn immer von nun an das Besprich irgendwo auf Politik springt, wird Herr Schrumpfer erwähnen, daß er dem Kommunistensührer einmal Feuer gegeben hat. Wie ein Löwe wird Herr Schrumpfer auf der Lauer liegen und den Anknüpfungs. punkt zu finden wissen. Gewiß, gewiß: Jener ist ein Bolksver- führ« und sonst etwas. Zlber immerhin: Herr Schrumpfer hat ihm Feuer gegeben und er hat es angenommen. Sein ganzer Tisch ist Zeuge gewesen. Trotz allem und allem: Schrumpfer hat das dumpf« Gefühl, daß ex eine interessante Persönlichkeit fett diesem denkwürdigen Augenblicke ist. Die Not öes ösutsthen Schriftstellers. Eine öffentlich« Versammlung des Schutzverbanbes deutscher Schriftsteller im Herrenhaus eröffnete der Vorsitzende Dr M o n t y Jacobs mit dem Hinweis darauf, daß Deutschlands Krise nicht nur eine Gefahr sei, in noch größere polltische und wlrtlchoftllche Niedrigkeiten zu verfallen: nicht minder schwer sei die Gefahr, daß wir um alles Erbe unserer geistigen Vergangenheit betrogen, und daß uns die Quellen der neuen und lebendigen Schöpfung ver- schlössen werden. Dann legte Genosiin AdeleSchreiber dar, wie der geistige Arbeiter im weitesten Sinne, wie der Schriftsteller besonders, immer mehr proletarisiert wird. Sie suchte nach Auswegen, damit dem aeiftigen Arbeiter Gelegenheit gegeben wird, in einiger Ruhe und Behaglichkeit die Pflicht zu erfüllen, die thrn fein Talent auferlegt, die ihm aber auch bis Verantwortung vor seinen Mitbürgern ge- bietet. Sie regte an, und sie dielt es nicht für unmöglich, Siede- lungen für geistige Arbeiter in der Nähe der Großstädte einzurichten und iu den Großstädten selber Zellen Häuser zu bauen, die jedem bedürftigen, aber ia seiner kulturellen Nützlichkeit erkannten Schriftsteller einen kleinen, friedevollen, lichten und warmen Raum gewähren könnten. Alfred Döblin. einer von den stärkste» Dichtern unserer Gegenwart, forderte von dem Schriftsteller unser« Zeit das innige, nicht zu erschütternde Gefühl der Verantwortlichtest, et forderte von ihm hingebende Liebe zum Volke, die diesem lautere« Dichter gleich- bedeutend ist mit weitgreifeuder, allgemeiner, die Lanvesgrenzen sprengender Liebe. Hone Kyser, der geschSstsführende Direktor d«« Schutz« verbavde«, leitete zu dem rein Praktische» all der schwierig« Witt- fSussthußwah! im Staatsrat. Der Preußische Staatsrat genehmigte am Sonnabendnachmittag ohne Aussprache eine Aenderung des Berggesetzes und anderer kleiner Dorlagen.— Das Gesetz über das Wahlprüfungs- gericht wurde angenommen. Zum Staatshaushalts- plan für das Jahr 1921 beantragt der Aeltestenausschuß: Fchls der Vorsitzende durch die politischen Derhältnisse veranlaßt wird, mit Rücksicht aus die Mitglleder aus dem Westen und Osten die Vollversammlung des Staatsrates während des Monats Mai nicht einzuberufen, wird er ermächtigt, in Uebereinstimmung mst der Mehrhest des Haushaltsausschusses die nach der Verfassung vorge- sehene gutachtliche Aeußerung über den Staatshaushast an das Staatsministsüum bzgl. den Landtag weiterzugeben. Der Haus- Hastsausschuß wird gewähst: er besteht aus 4 Soz., 1 U. Soz., 1 Komm., 1 Dein., 4 Zsntr., 6.Arbeitsgemeinschaft"(veremlgfe Rechte): ebenso ein Ausschuß von IS Mitgliedern zur Vorberatung einer Geschäfteordnung, der zugleich die Wahlpcüfungen über- nimmt.— Ein Antrag der Arbeitsgemeinschaft auf Einsetzung eines Ausschusses, der während der Ferien die Regierung in der ober- schlesischen Frage beraten soll, wird mit den Stimmen der Arbeits- aemeinschaft und des Zentrums gegen die Stimmen der Demokraten, die Stimmen der Soz., Komm, und 11. Soz. angenommen, die den Antrag ablehnen, well er die oberfchlesssche Frage nur kompliziere und über die Zuständigkeit des Staatsrates hinausnehe. Er soll aus 10 Mitgliedern bestehen.— Nächste Sitzung am 27. Mai. Es geht auch ohne Einwohnerwehr! Aus Brannschweia wird uns geschrieben: Forflrat E s ch e r i ch zieht aus dem Kommuniftenaufftand.»sie Lehr«, daß Unruhen nur dort vorgekommen seien, wo seine Selbst- schutzorganisationen fehlten oder„nur schwach vorhanden" waren. Diese Behaupwna macht seinem agitatorischen Talent alle Ehre, nicht aber seiner Fähigkest, gegebene Tatsachen richtig zu beutteilen. Insbesondere kann der Freistaat Braunschweig als Ge- genbeispiel dienen. Die reinsoziakistisch« Regierung dieses Staates ist nämlich in ihrer„verbrechettschen Tollkühnheit" so weit gegangen, die Londeseinwohnerwehr schon im vorigen Herbst schlankweg aufzulösen. Den Schutz der Braunschweiger Bürger versieht lediglich die stark republikanisch„durchseuchte" aber tadel- los disziplinierte Schutzpolizei, die unter einem sozialisti- schen Polizeipräsidenten und einem ebensolchen Ressott- minister steht. Nach der Theorie Escherichs hätte also im roten Braunschweig alles drunter und drüber gehen müssen! Wer die Braunschweiger taten ihm diesen Gefallen nicht. In der Stadt Heinttchs des Löwen blieb es vollkommen ruhig. Als die ersten Nachrichten von kommunistischen Wahnsinnstaten aus Mitteldeutschland eintrafen, ließ die Regierung in der Presse mitteilen, sie er- warte von der Besonnenheit der Arbeiterschaft, daß sie den Lockungen der Kommunisten nicht folgen werde,— und ihre Erwartung wurde nicht getäuscht. Natürlich versuchten die Kommunisten auch hier eine„Aktion" in Gang zu bttngen, aber sie scheiterte vollkommen. Alle Versuche, den sozialdemokratt- schen Polizeipräsidenten zu provozierenden„Gegenmaßnahmen" zu reizen, mußten sehr bald als aussichtslos- aufgegeben werden. Den Höhepunkt der„revolutionären Betätigung" unserer Kommunisten bildete neben einem verunglückten Umzug ein Zusammenstoß zwischen zwei �unbewaffneten) Reichswehrjünglingen und einigen jugendlichen Anhängern Moskaus, bei dem man aber über den Aus- tausch von Ohrfeigen und ähnlichen Liebenswürdigkeiten nicht hin- auskam. Als trotzdem nachher bei den Demonstranten der Glaucha entstand, zwei der ibttgen feien festgenommen und auf der Wach« I inhaftiett ließ der Polizeigewattiae nicht etwa Maschinengewehre ausfahren oder Handgranaten werfen, wie es nach dem„SyÜem Eicherich" Vorschrift gewesen wäre, sondern er lud die Rädels- führer dazu ein, sich durch Augenschein von der Haltlosigkeit des Gerüchts zu überzeugen Am nächsten Tag war er na- türlich der populärste Mann in Braunsckweig. „Ruhe und Ordnung" ist übrigens in Braunschweig, de» ein- fllgsn„Revolutionsherd" und„Sammelpunkt der Versprengten", fest langem völlig heimisch. Als bald nach der Wahl des jetzigen reinsoziallstischen Kabinetts in ganz Deutschland Lebensmittel- unruhen stattfanden, blheb gerade hier zu jedermann« Erstaunen alle» ruhig. Die Regierung hatte in umfassender Weise für An- liefsrung billiger Nahrungsmittel gesorgt, und vor allem genoß sie das Vertrauen der Bevölkerung. Kurz, wir Braunschweiger brauchen Escherichs Volksbeglückungstheotten nicht. Wir wissen: Das beste Mittel gegen den Bolsche» wismus ist der Sozialismus! >------------ l. I I■! IM« II schaftsfragsn über. Der Buchhändler-Börsen-Perein. d.h. der Zwischen- und Kleinhändler, ist besonders der Verband, der dem deutschen Schriftsteller heute um seinen Verdienst b.ttngt und die geringen Erwerbsquellen des geistigen Arbeilerz magerer fließen läßt, als je zuvor. Während alle Berufsklassen einiger- maßen ihre Einkünfte nach den Zeitnöten regeln konnten, ist der Schriftsteller noch heute weit hinter solchem Ausgleich zurück- geblieben. Dr. Rösch, der Geschäftsführer des Verbandes beut- scher Tonsetzer sst der Verteidiger der sogenannten Kulturab» gäbe, die dem lebendigen Geistesarbeiter einen Mindestertrag an seiner Arbeit sichern, und die von dem Werksarttag« der toten jlünsller und Dichter für ollgemeine Kulturzwecke einen Beitrag liefern soll. Es ist höchste Zeit, daß diese Entwürfe und Pläne greifbare Wirk- Nchkett werden, damit der deutsche Schriftsteller nicht immer ttefer ins Elend gerate, damit die deutsche Geisteskultur nicht immer mehr von der Wirtschaftsnot unserer Zeit zerstört werde. Eine Ausstellung von Dokumenke« zur Geschichte der Natur- Wissenschaften wurde kürzlich im Ausstellungssaal der Staate- b i b l i o t h e k mit< inigen Ansprachen der Veranstalter eröffnet. Der Generaldirektor Fritz Milkau sowohl wie Dr. Schuster, der«rp Mitarbeiter von Prof. Darmstädter, dem Begründer und Lenvaltc.1 der Dokumentensammlung zur Geschichte der Wissenschaften, betonten die Absicht, durch derartige Veranstaltungen die weitesten Kreis« der Bevölkerung für die Arbeit der Staatsbibliothek zu interessieren. Die Schätze der Staatsbibliothek werden sicher viel langer vorhatten als das Interesse des Publikums!— Die Ausstellung zeigt in einigen hundert Dokumenten und Bildern die arohe Zahl der deutschen Männer, die cm den Errungenschaften der heutigen Natt'.rwissenschoft und Technik den hervorragendsten Anteil genommen, und dann auch, wie alle Kulturvölker ohne Unterschied daran mitgearbeitet haben, der Natur ihre Geheimnisse abzulauschen. Die Arbeiterschaft sollte den Besuch der Ausstellung nicht versäumen. Leider steht im Augen- blick der Durchführung dieser Absicht der Umstand entgegen, daß die Ausstellung nur Werktags geöffnet ist: vielleicht läßt sich eine Mög» iichkett finden, die eine oder andere Sonntagssüh-'ung zu veranstalten. Hr. Ginstein-Glirn»-, in England. JCmtf meldet, dag Pres. Smiie« zum auswäcligen Mitglied der Royal Society ernannt worden isy Kie Royal Society(Königliche Eejelllchasn ist die vorneymste und bedeut.--ni>ite wilsenschas'.Iiche Äesilljchajl in England, die den Akademien ans dem Fest- land entspricht. Theater. G-no Volewitzkasa spielt Fr-ttaz in de» K a m m- r- spielen in KossorotoffS„Traum der Liebe-. Vorträge. Dienstag 8 Ubr lieft Broi. Reichel mit Temonftrittionen über da« Wesen der Krastvetteilung(Daiserkräfte) in der Deutschen Hoch. schule für Politi!(Schintelolay s).— Einen Experunentalvo trag über Ilammenlose OberslSchcnverdrennung veranstaltet die Tnrb'.nentechnijch« Gesellkchail am tl. Mai tn der Technischen Hochschule. HZrkaal MI tSrweiterung»bau>. Ihr Erfinder Rudost Schnabel wird da» Vcrsabren praktisch voriüyren. Die erste Kchulmusikwoche in Berlin. Vom 17. BU 21. Mai findet im Konzertsaal der Hochichule für ifuftt die erst« Schulmufikwoche siaU. sln Vorträgen, Vacsäl,runa«» und Lehrprobe» wird-IN Ueberblut über den Stand des Musitunterrichtt an de» verschiedene» Lcyran statten, Volt«- und höhere» Schulen gegeben. Nähere SluSkunft ertM daS Zentral- instltut für Erziehung und Unterricht. Nr. 274 ♦ 38. Jahrgang 7. Seilage öes vorwärts Sonntag, 8. Mai 1927 Sunöestag öer technisthen Mgeftellten und Seamten. Nach den Referaten von Schweitzer und ch e i n z e(Nr. 212 des„Sßorm.") machte am Freitag der Vorsitzende davon Mitteilung, daß als Vertreter der Sozialifierungskommission Herr N o a ck und als Vertreter des Arbeitsministeriums Herr Regierungsrat W e i- gert erschienen seien. Folgende Entschließung gelangte einstimmig zur Annahme: Der Zweite ordentliche Bundestag begrüßt den Beschluß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbündes lvom 23. März 1921), wonach der ADGB. und der Afa-Bund unter Ausrechterhaltung der beiderseitigen organisatorischen Selbständigkeit einen Organi- sationsvertrag zur dauernden Gemeinschaftsarbeit aller sreige- werkschaftlsich organisierten Kopf- und Handarbeiter abschließen. — Der Bundestag empsiehlt dem Asa-Bund, den in der ADGB.- Entschließung vom 23. März 1921 enthaltenen Richtlinien zuzu- stimmen und die Reorganisation des Asa-Bundes beschleunigt durchzuführen. Es folgte nun das Referat Kaufmann über„N« ti v r d- n un g des Bau- und Wohnungswesens." Das mensch- liche Gemüt bedrücke nichts so sehr wie die Mohnungsnot. Redner bringt auf Grund amtlich gesammelten Materials das in vielen Städten und auch ländlichen Orten herrschend« Wohnungselend zur Sprache und die hygienischen wie auch sittlichen Gefahren, welch« für das ganze deutsche Voll hieraus entstehen. Wenn nicht baldigst Abhilfe geschaffen werde, müsse dieser Zustand zum Zusammenbruch führen. Man entrüste sich heut« so sehr über die Verrohung der Jugend, tu« aber wenig, um einen Zustand zu beseitigen, der wesent- lich zur Erzeugung dieses Hebels beitrage. Eine irrige Annahme sei es. daß die Bevölkerungszahl sich im Rückgang befinde, neuere Prüfungen hätten vielmehr ergeben, daß trotz aller Leiden und Ent- behrungen dennoch eine Volksvermehrung stattfinde, die Wohnungs- frage also immer drohender werde. Dabei fehlt es nicht an Arbeits- kräften und Material zum Aufbau', aber die Bautätigkeit kommt nicht in Fluß. Und doch müßten mindestens 299 009 Wohnungen jährlich geschaffen werden, um die Not einigermaßen zu beseitigen. Nur ein großzügiges Bauprogramm kann Hilf« bringen. Die Lösung des Problems kann nur gemeinschastlich erfolgen. Neben der Staats- Hilfe muß die Selbsthilfe stehen. Die Ausführung von Bauten sollt« von Verbänden sozialer Baubetriebe geschehen und durch die Macht der Gewerkschaften unterstützt werden.(Lebhafter Beifall.) Ein« im Sinn« des Referenten lautende Resolution wurde ein- stimmig angenommen. Hierauf sprach Lustig- Berlin über die Arbeit des Bundes und innere Verwaltung. Um 6 Uhr wurden die Verhandlungen auf Sonnabend vertagt. Am zweiten Uerhandlungskag wurden zunächst mehrere Anträge erledigt. Ein Antrag, daß Bundes. Mitglieder nur im Bund der technischen Angestellten und Beamten gewerkschaftlich organisiert sein dürfen, wurde nach dem Vorschlag der Prüfungskommission abgelehnt. Der Vorsitzende machte davon Mitteilung, daß ein Vertreter des Finanzministers und auch ein Vertreter des Afa-Bundes in der Tschechoslowakei, Herr Hirsch, ferner vom Bauarbesterverband Silberschmidt anwesend sei. Ueber die Fortführung der Rätegesetzgebung referiert« Aufhäuser. Einleitend fchil- derte er die Entwicklunq des Rätegedankens sest den Novembertagen 1918 bis zur Schaffung des Betriebsrätegesetzes, das durch Schaffung von Bezirkswirtschaftsräten und Bezirksarbeiderräten weiter ausgebaut werden soll. Eine Veränderung der Machtverhältnisie weri« dadurch nicht bewirkt. Dies könne nur durch den Ausbau der gewerkschaftlichen Organisationen geschehen. Die Rötegeletzgebung soll uns ober den Abbau der Vormachtstellung des Kapitalismus bringen. Sie soll uns zeigen, wie man die deutsche Wirtschaft plan- mäßig organisiert und wie wir sie durch Schulung unserer Mstglieder in den Fachgruppen vorwärts bringen, sie reif machen für die Fähig- keit, die wirtschaftlich« Macht zur geeigneten Zeit zu übernehmen. Redner streift alsdann die allgemeinen Richtlinien für die Aufgaben und Befugnisse der Räte. Diese müssen nicht nur gutachtlich gehört werden, sondern auch das Recht zur Initiative haben, und ihre Vor- lagen selbst vor dem Parlament vertreten können. Sie beschließend neben den Reichstag zu stellen, würde den demokratischen Grund- sätzen zuwiderlaufen. Nach einem Vorschlag aus der Schwerindustrie sollen die Räte innerhalb ihres Gebietes auch Verwaltungsorgans sein. Darin liege aber eine Gefahr für die kommunale Selbstver- waltung. Nach unserer Auffassung sollen sie ihre Hauptaufgabe in der Kontroll« erblicken. Wir wollen nicht, daß die zentralgeleitete Wirtschaft des Reiches durch autonome Wirtschaftsprovinzen be- seitigt wird. Den Sozialismus werden uns die Räte nicht bringen, aber sie werden eine neu« Machtposition sein, die uns den künftigen Kampf erleichtert.(Stürmischer Beifall.) Eine diesen Gedanken entsprechende Entschließung fand wider- spruchslos Zustimmung. Ueber die Xarifpolitik der technischen Angestell- t e n hielt Gramm das Referat. Seine Ausführungen gipfelten in der Forderung, daß der Lohn dem Arbeitnehmer die Möglichkeit bieten müsse, dl« Kosten seines Lebensunterhalts und des Unter. Holls seiner Familie unter Berücksichtigung des Familienstandes zu bestretten. Durch ein Umlageoerfahren sollen sämtliche Arbeitgeber jedes Gewerbes zu Familienzulagen herangezogen werden, da es dann dem einzelnen Arbeitgeber gleich sein könne, ob er Familien- väter oder ledig« Arbeiter in Beschäftigung nehm«. Eine enb sprechende Entschließung gelangte gegen wenige Stimmen zur Armahme. Mit lautem Beifall wurde die Mtteilung des Vorsitzenden auf- genommen, daß auch ein Gast au» Frankreich, Herr Erett«, als Vertreter der Technikergewerkschaft in Frankreich erschienen sei, der dann in deutscher Sprache einig« herzliche Warte an die Versammlung richtete, die bekundeten, daß die Technikergewerkschast in Frankreich international denke und daß man auch bereits Fühlung mit der Amsterdamer Internationale genommen habe.„Ich kam nach Berlin"— so schloß er—„um Sie alle zu begrüßen und der Hoff- nung Ausdruck zu geben, daß wir in Zukunft gemeinsam für das Volk der Welt arbeiten und uns die Hand reichen werden."(Stllr- Mischer Beifall.) �_ Kaufmann(vom Bundesvorstand) sprach namens des Bun- des feine Freude über den Besuch eines Kollegen aus Frankreich aus und bat den Gast, den dortigen Technikern die Grüße der deutschen Technikerschast zu übermitteln. Nach einer kurzen Ansprache des Herrn H i r s ch aus der Tschecho- slowakei wurde die Sitzung vertagt. Wirtschaft Seine freie Ausfuhr von Sraskfahrzeuge«. Den Wirtschaftspolstischen Ausschuß des Reichswirtschaftsrats beschäftigte eine Eingabe des deutschen Automobilhändlcrverbandes, die die Aufhebung der Ausfuhrtontrolle für Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteste verlangt. Die Antragsteller führten aus, daß die Mengenkontrolle zwecklos geworden fei, da der Inlands- bedarf an Automobilen gedeckt und die Industrie vielmehr auf die Ausfuhr angewiesen sei? die Preisprüfung fei überflüssig geworden, da die deutschen Selbstkostenpreise zum mindesten die Verkaufspreise auf dem Wellmarkt erreicht, wenn nicht über- schrillen hätten, und nur die hervorragende deutsche Qualitätsarbeit überhaupt noch einen Absatz ermögliche; endlich erschwere die Bei- bringung von Lieferwerkbescheinigungen jedes Geschäft sehr, wenn es nicht unmöglich wird. Die Vertreter der A u t o m o b i l i n d u- st r i e erwiderten, daß der Preis heute in der Tat nur die Selbst- kosten decke, darum aber gerade jede Verschleuderung der Ware unterm Preis verhindert werden müsse, um den Markt nicht zu verderben. Die Preisprüfung müsse also aufrecht erhalten bleiben. Die Lieferwerksbescheinigung ist deswegen erforderlich» weil die Industrie für das Inland Wagen zu verbilligten Preisen unter den Selbstkosten abgäbe und nicht zugeben könne, daß solche Wagen dann ausgeführt würden, wobei dem Händler allein ein unberechtigter Gewinn zufallen würde. 94 Proz. der gesamten Ausfuhr erfolgten durch die Industrie selbst, nur 6 Proz. also durch den Handel. Der Reichsbevollmächtigte der Außenhandels- stelle für die Fahrzeugindustrie führte aus, daß diese Lieserwerks, bescheinigung für den legitimen Handel keine Erschwerung bedeute, zumal es genüge, wenn sie hinterher beigebracht werde. Der Auhenhandelsausschuß hat sich mit allen gegen zwei Stimmen des Handels für die Beibehaltung der Kontrolle erklärt. In der Er- örterung erklärten sich Arbeitnehmer gegen die Eingabe. weil von einer Aufhebung der Kontrolle eine wilde Preisunter- bietung zu befürchten sei, die zu einem Druck auf die Löhne führen müsse. Auch ein Vertreter des Handels gab zu, daß der Zeit, punkt zur Aufhebung der Kontrolle nicht gekommen sei, glaubt« aber, daß Erleichterungen für den Einzelhandel etwa in der Form von Kontingenten getroffen werden könnten. Der Ausschuß lehnte es mit 29 gegen 1 Stimme(Vertreter der freien Berufe) ab, Kraft- fahrzeuge auf die Ausfuhr f r e i l i st e zu setzen und beschloß ein- stimmig:„Dem Außenhandelsausschuß für die Fahrzevgindustri« wird anheimgegeben, eine Regelung dahin zu suchen, daß den be- rechtigten Wünschen auf Beteiligung der Händler am Auslands- geschäft stattgegeben werden kann." Bau von Kanälen und Talsperren. Dem Wasserwirtschaftlichen Ausschuß des ReichswirtschastsratS gab das Reichsverkehrsministerium einen Ueberblick über die in Angriff genommenen sowie über die im Projekt beschlossenen Kanal- und Talsperrenpläne. Nach eingehenden Beratungen wurde ein- stimmig folgender Beschluß gefaßt: „Zur Linderung der Arbeitsnot, namentlich in dichtbevölkerten Gegenden oder in der Nähe von Großstädten ist die beschlossen: Inangriffnahme und Fortführung der als bauwürdig befunde- nen Kanal- und Talsperrenpläne dringend zu befürworten. Bei dem Ausbau sind zunächst diejenigen Teilprojekte, welchen in der Gewinnung billiger Kräfte an Staustufen oder Talsperren ein« selbständige wirtschaftliche Bedeutung innewohnt, oder die von be« sonders dringlicher voltswirtschaftlicher Bedeutung sind, vorweg zu betreiben." � Zur Belebung der Bautäfigkeit, die man durch Sperrung der Staatszuschüsse erdrosselt hat. wird bekanntgegeben: Es ist in der Oeffentlichkeit noch nicht allgemein bekannt, daß Wohnungen in Neubauten, gleichviel ob diese mit oder ohne Unterstützung eines Reichs- oder Landesdarlehens errichtet werden, der B e s ch l a q- nähme nicht unterliegen. Auch besteht zurzeit kein Anlag, die Errichtung von Luxusbauten zu verbieten, da der Bedarf an Bau- ftcffen für den gemeinnützigen Wohnungsbau als sichergest.ult be« trachtet werden darf. Die Lage der Kaliindustrie behandelt eine Denkschrift des Reiäis- wirtschaftsministeriums an den Reichswirtschaftsrat. Der Volks- wirtschaflliche Ausschuß hat zur Beratung dieser Denkschrift eine besondere Kommission eingesetzt, der die Herren Bruns, Dr. Frank, Iohannfen, Dr. Kcmpner, Kreil, Dr. Mermuth angehören. Sommer- Katalog kostenfrei Korsette Korsett modef. NeMel 26."- Hüfthalter Weiß Hemdentuch mit I P. Gummihaltern ji.JU Korsett weifi Hemden.'Jf* tuch m. I P. Gummihalt«53." Korsett aus weißem /»C Drell. waschbar....... OD.— Hüfthalter modefarbig. Köper mit I P. Gummihaltern 68.-" Bluse aus weiQem Vost-Voile m. Filet--« Einsätzen......... Ol/.- Handschuhe Damen-Handschuhe Leinen-Ersatz, weiß, Q 7C mit 2 Druckknöpfen.. O. i � D amen- H andschulic Leinen-Ersatz, farbig, schwarz, mit 2 Druck-| O 7C knöpfen............ 1�. L D Herren-Handschuhe Leinen-Ersatz, 1 Q 7l( farbig.............. O tKe"'o. Zipfel-Mütze 8.50 Weiße Schuhe � Regenschirm zum Schnüre» oder mit Spange CQ_ Größe 36-42....... öO." solide Halbseide.f.Damen und£* Q HetrenUO."| "l O'i Frotl«, m. röm. 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V f■'* � V' rThea*er»Uchtspieie etc. Volksbühne, Th"!*' Opernhans Die Walkfire 5 Uhr Schanspielhäns UV«: WohlfStlgkcits-Mitlnee 2»/- uhr: Gespenster 7 Uhr: Flesco BBIowpl. Vit Uhr: Wallenilclns Tod 7 Uhr: Käpltdn BraBhounds __ Bekehrnn»_ Dentsches Theater Z'/j Uhr: Kabalo und Lieb« 71,. U.; PMiaseb u. Perlmutter Pottasch n. Perlmntter kammerspiele TViUhr: Meulliance Mo. V/3 Uhr: Mesalllaaeo Gr. Schauspielhaus (KarlstraBe) 7 U: Ein Somnernachtslratmi (Außer Abonnement) Mo, 7: Kaufmann reo Venedig (13. Abteilung 4. Abend) Theater I./,! Ein Idealer Latte Freitag 7 Uhr: Peer, Uhr: Die selige Exzellenz Adalbert, Junkerntann, BDHcr fingenotten r.Wllheimnt.Tli, Centrnl-Th enter TVjUhr: Jlonka Dentael�es Operntinn* f/tUhr Vrledr iv.«.: Bohelt die Tänzerin Kl.•ebnanpielhana t«/, wir: Reigen teanenplolhann TW. Uhr: Arnold Rleek in Die«pankiclie Fliege Retropel-Thr nter Uhr Die blaue Maznr Xruem Operettentfient. T'/a Uhr: Fritz Werner Der lacteode Ebeinsnn Sfcnea Velkntheater Heute und morgen rvtin Rose Bernd •ehltl rr-Th en t. Chm-I. 3 Uhr: Der Melneldbauer Tv.u.:Ält-HeideIberg Sehlefiaarb• Thea«. StegUts, schloBatraBe 48 Donnerstag Eröttnungsvorst 7 uhr Timon Thnlln-Thcntor (v.uhr: Mascottchen Th.aaiXullendurTplnt« 3'�: Wenn Liebe erwacht Kleines Theater Täglich 7V. Uhr: Kur ein Traum Lustspiel von LotharSchmldt. Olga Limburg, Eugen Burg, Falkenstein, Mameluck Sonntag 4; Casanovas Sohn ' VornteUnngfn t Z'/, u. Kleine Preise .Kind. d. Hllite_ TarTtete-ipititplan 7,15 V. Rauchen gestatten UBTiHH W�W Theater des Wentens JV.Uhr: Raub dar Sabinerinnen uhr: tjorgen wieder iDstik! Tb.l.d.Kuminandanlanstr. Uhr': Die goldene Freibelt WaUlner-Thentcr 7v.ubr:DefTrao(D?oniGI(iek HValhalia-Ttaeater JfcScheldnngsreise Komische Oper Opera aplelxeit Täglich IV. Uhr jllt-Keidelberg Oper von Pacehlerotti ir »i Knr nie dräwgelw PHILHARMONIE, des Philbarm, Orehastars Ding. Prof. R. Hagel. Anfang 7VaUhr Eintritt 4M. Maler am Rollendorfvlah Allabendlich'/»» Uhr: D erodiert aus Optrttte w S 1 Dingsda Haller im» Rideamtu nach einem Lufflplef nee Kempnar-HoduMdi MM aen Eduard KBancüca Dotts-Ztg.:®n Lombeaerfolg. wie VON Anfang an richtig vorausgeahnt. S. Z. a. TJL: Sin Erfolg,»in voller und ganzer. Äoff. Ztg.: Such der VetvShnt«— das darf man ohne llebertretbung fegen— wird die angenehme Setann. schaft dieses gestern mit Jubel begrüßten «Detter aus Dingsda" suchen. Kür die Leser des„Vorwärts" Gültig»am 0. S»13 31. 5. fßr 1-« perfenia Rur Sochenta,« Für alte nochstehenden Plätze halbe Kassen preise: n. Zieng TriSidie u, Ztarg-Salton L Zlen�Salfan ll, ZIaita L Rang parte« aennabend« 4 M. Sluhchlag I Vk, Sonntag Voratellnngen V/t Jeder Erv. I Kind frei ! llsttactic Neuheit j Zm | Reiche der] Venns mit 25 bemalten Frauen (aasl. Sentations- neuheit) Einstudiert von Georges Bianralet AuderdemQastspie. Afra die weltberQhnite Wahrsagerin 1 nnd weitere Mai. I Sensationen Soiiinier- Preise!� Casino Theater Lothringer Str. 37. T3gl. V.» Dar* Berlin spricht-UZa von dem großen Erfolg des Berliner Volkssiilcks Bollrlcli& Sobn. Senntag 3'/.: HBUenqualea. �dmfrals?alast 7Vk Uhr: Abrakadabra KlelnKunstbiihne X Unter den Linden 14 iiuimuiiimmnniuinmuiiniuiiiiiimiiiiroiiiMUinimniiiiinihmaiiaaiiut Das Seosations- Programm Hertha Löwe Franz Thelo Martha Jaeckel Gert Sascha Isabell Herma Henry Lorenzen Berliner Leben Scherz von K. Wiiczynski. Musik von Allred Strasser mit Adalbert Liebaa als geordneter aus Flöha in Sachsen � Mary Zinmernicnn m. ihrem Kinderballett � KUJhr TANZ 10AUbr Mit TanzvorfOhrungcn lMMWWSWZWlMWM yuwfa 47 neueste Attraktionen II John Hagenbecks Raubtier- Schau! GroSes Konzert Musikdirektor Frils Brase Musikdirektor Franz v. Blon SrcS-Höhen Wasser- Feuerwerk Die tailKDhnen Gebr. Wichmann auf dem Jurmsell am See Sarpentlnenbnlui Tentelernrt Sehlaaderznaachiaa Lteb«»w rotte Jnjttranpa Itl-Ra-Rnt«ck Ball-DiLall Jaux-Mnaakln* Gsdeckle iöeln-, Bier-, RondltoreMenassen tirZSOOO Personen, IDN&P&UIS vornehmstes Ballhaus Groß-Berlinsl "Jazz-Band Max deQrooti Geschw. Severus das unerreichte Tänzerpaar rStsdsmer Str.73• HotLb.b.i Baiewsb. 1 Das Geheimnis von SchloQ Holloway. Dtama in S Akten mit Ester Carena. Pemor: JÜOtltC'CEVlO Absntsuer in 6 Akten mit Friedrich Zellnik. 'ß8 folies Caprice uf i Orsnlenb.Tor. Tel. Nd. 8650 Neues Programm: Dar kennch« Jonct Sein Jllodell Am Bnrff-Htranrf mit P«rd. Grunecker Vorverksuf II— 2 u. ab 6 Uhr adt- Theater fr. 21 Jannovltsbr. Tägl 7» Uhr GalaSänger Gr Lacherfolg I„Unglückliche Lieb«» u.„Er muß taub sein- _ logischer üarteu. TS glich Broßes Konzert AQUARIUM geOtfnet bis zur Dunkelheit liliIHMii idgi. i, �oiim. auch 3 Uhr Die ausgezeichneten Circus» Seosatloaen I „Das denkende Pferd" .dla-JItsu-MelsterkOmpfe* Z. Schluß; Manegeschaust, Krone und Fessel Jota. Rlemann ais Gast Vorverkauf Werthelm q, Z rkuskas.e | KSniggratzer Str. 121. nimBehaa: Stuart Webbs : 9» M[hl alt fräst Reicher. BUkBoaaohAn Opeiett« Ib l Akt vua Balttn-Bawkera. Moeik vou Paai Unke tUlahuld Pasch& Q, Lotlw D*nntr. I Hüde Böhm. Eiujt Friedrlob. Potsdamer Str. 3> Schloß TogelÖd Turmstr. II 1 Fortsetzung des graBen Abenteurerfiims pef Mann otae lamei I Prladeoau, Rhejnstr.14 IV. Teil:(« | Die goldene Flut Alexandci pl..Pasa. Fern Andra in: )letreibendeKraft Nr. 214 ♦ 5$. Iahrgaag 2. Heilage öes Vorwärts SoavSag, 8. Ma! 1421 GroßSerlln AvWen Spree und Irieörlchsbahnhof. Ät» d«r©die, wo einst die„Pepiniere" stand, sollten ein Atnpfangsgebäud« für den Bahnhof Friedrichstraße und ein mo- Vernes chotel errichtet werden. Der Krieg hat diese Pläne durch- kreuzt, und an Stelle der geplanten Bauten macht sich ein Rummel- platz breit, der den stolzen Namen �Zentralpark" führt, und der hoffentlich verschwinden wird, wenn die großen Verkehrsbauten in der Friedrichstraße beendet sein werden. Augenblicklich aber fügt er sich in den Charakter der Unaufgeräumtheit dieser Umgebung Sin. Zuweilen geschieht es, daß die Polizei im Zentralpark eine Razzia veranstaltet. Der Platz wird gesperrt und die Besucher werden tn Lastautos hinwegbefördert. Der unbefangene Leser muß den Eindruck qewinnen, daß sich dort die dunklen Elemente der Großstadt ein Stelldichein gäben, und daß die Polizei diesen Platz als Derbrecherfalle benutze und ihn aus diesem Grunde viel- leicht gar nicht so ungern sähe. Der Platz gehört dem Eisenbahnfiskus und ist an einen Troßunternehmer verpachtet, der an sechzig Personen beschäftigt. Die Bergmlgunaen, die dort geboten werden, sind natürlich nicht solche der edelsten Art, aber sie sind harmlos. Das Karussell ist dg-�rnd im Gange, und sowohl die Zuschauer, als auch diejenigen, die sich auf den Stühlen im Kreise schwingen, kommen auf ihre Rechnung. Im chivpodrom laufen etwa ein Dutzend ganz gut im- stände gehaltener Pferde nach den Klängen einer Kapelle, und alle, die gern retten möchten, ohne sich den Lurus eigener Pferde leisten zu können, finden hier einigen Ersatz. In einem anderen Zelte, in dem viel getrommelt und geblasen wird, zeigen Lillivutaner ihre Leistungen, deren Wert ihrer Größe entspricht. Das Beste leisten hier noch die„Anreißer*, die unermüdlich auf das Publikum ein» wirken und oft genug die„letzte* Lorstellung ankündigen und häufig erklären,„daß der Beginn der Doritellunq gleich beginne*. Aber das muß man den kleinen Leuten lasten, daß sie es ousge, zeichnet verstehen, auf Posaunen und Pistons zu blasen, und sicher- lich sind sie froh. Arbeit und Perdienst auf diese Weise gefunden zu haben: aber sie erwecken Milleid, und man wünscht, daß sie andere Arbeit leisten könnten, als auf Rummelplätzen durch Ausstellung ihrer Körvergröße Geld zu verdienen. Eine dichte Menschenmenge drängt sich um ein anderes Zelt, in welchem Max und Moritz, die lustigen Avfeldiebe, zu sehen sind, eine Attraktion, die früher im „Lunapark* gezeigt wurde. Zwei junge, bunt herausgeputzte Burschen sitzen in zwei Käfigen, deren Dorderwond gemalte Aepfel- bäume zieren und die gegen die Zuschauer hin mit Drahtnetzen ab» aesperrt sind. Es ist nun Aufgabe derjenigen, die sich für fünfzig Pfennige das Recht dazu erkaust haben, mit einem Ball nach einem beweqllchen Dorne zu werfen, der in der Mitte über jedem Käfig angebracht ist. Wenn der Boll sein Ziel erreicht hat, stürzt der eine der Apfeldiebe herunter, was jedesmal aroße Heiterkeit erreat und zu neuen Würfen anreizt.(In den Käsiaen befinden sich federnde Schutzvorrichtungen, die den fallenden Körper auffangen.) Natürlich fehlt es nickt an ulkigen Redensarten der beiden Burschen, wenn die meisten Bälle fehlgehen und einige der tapferen Werfer in Erregung geroten. In einer anderen Bude kann man sein Glück mit japanischem Fadenziehen versuchen. Eine Umnenne von Fäden — wohl mehr als hundert— hängen von einem Gestell herunter, und wenn man an einem derselben zieht, erscheint ein Schildchen. das den Gewinn oder ein« Niete anzeigt, i�ür jeden Zug darf man fünfzig Pfennige zahlen, und wenn man Glück hat, zieht man auch mal keine Niete und bekommt alsdann ein Tößchen oder eine Nipvesfache. An faulen Witzen fehlt es auch hier nicht.„Sie* möchte gern an dem Faden ziehen, darauf erklärt„er* ibr:„Wo.t, Faden willst« ziebn, den Zahn laß Di? man ziehn, sonst kannst« Leine ziehn*. Die bekannten, auf keiner Vogelwiese fehlenden Schieß- und Würfelbuden sollen nur nebenbei erwähnt werden, und wer für geheimnisvolle Dinge begabt ist, der kann sich auch noch über das große Weltwunde?„Dana* feine eigenen Gedanken machen.' Das Publikum des Platzes ist so, wie es in der ganzen Friedrichstratze ist, weder besser noch schlechter. Die Polizei sucht hier hauptsächlich nach den„kseinen" Durchbrennern aus der Gattung der Rortokassendiebe,.die sich hier oft mit dazugehörigen Bräuten ein unterhaltsames Stelldichein zu. geben pflegen. Auf dem Platz herrscht aber strenge Ordnung. Bier Angestellte haben für die Auf- ficht zu sorgen, und sie widmen sich dieser Aufgabe in einwandfreier Weis«. Zum Schluß noch einige Worte über die Schausteller. Früher wurden Gaukler und fahrende Gesellen im Gegensatz zu den ehr- baren Handwerkern für Menschen niederen Ranges erklärt. Und auch heute noch wirkt diese Einschätzung nach. Die Technik hat jedoch begonnen, hier Wandel zu schassen. Viele Rummelplätze sind wahrhaste Großbetriebe und eine Riesenindustrie beschäftigt sich mtt der Herstellung von Karussells, Schaukeln, Wagen. Zeven usw. Die Darsteller kämpfen ebenso wie die übrigen Arbeiter um ihr Dasein, und sie sind genau so wie diese einzuschätzen. Sie stehen moralisch auf der gleichen Höhe und haben Anspruch auf die gleiche BeHand- lung. Auch die Reichsarbeitsgemeinschaft der Vereinigungen reisender Gewerbetreibender Deutschlands hat an den Reichsarbeits- minister eine Eingabe gerichtet, in der sie fordern, daß eine Reihe von Bestimmungen der Reichsgewerbeordnung, dem modernen Geist der Zeit entsprechend, geändert werden möge. Es ist eben nichts beständiger als der Wechsel. f UWMzm rolrenö iet ZWMMise 1 3—————————————————————— g Unsere Abonnenten, welche CClcrt auf regelmässige I t-ieferung des„Vorwärts" während ihrer I Sommer- refp. Urlaubs reis« lege«, bitten wir€ «■= naebTtebende Zeiten su beherzigen:------------ % poftbezieber mütten die Umleitung an die neue J HdreKe mindestens SCage vor Reise- beginn bei ihrem poftamt beantragen und W ebenfo vor der Rucfereise bei der polt rechtzeitig M die Rdefcübcrwcifung veranlassen, für diele Um- - leitung verlangt die polt eine einmalige Gebühr J von z Hlarh. Abonnenten, die ihre Zeitung durchdießotcnfrauen bezieben, hSnnen A sieh den„Vorwärts" unter Streifband nachschicken lallen, wobei für porto und Versand täglich 4.0 pf., nach dem Ausland täglich 70 pf.| W berechnet werden. Die Lieferung kann inner--J halb Deutschland« auch durch poltüberweihing � erfolgen, aber nur bei längerem Aufenthalt(Ober 8 Cage innerhalb eines Kalendermenats an einem Ort). Aufträge für solche postÜberweisungen A müssen uns spätesten« 8 Cage vor Reilc- J antritt gegeben werden, da foult nicht mit einem pünktlichen Sinketzen der poltlieferung| W zu rechnen ilt. CUtr bitten untere Leier, diese€ | Aufträge direkt in ihrer zuständigen Filiale unter I. gleichzeitiger Zahlung der Gebühren zu erteilen. J ? 1 i Ein neuer Naubmorö bei Strausberg. Durch 5 Revolverschüsse getötet.— Wer ist der Tote? Die Berfiner Kriminalpolizei wurde gestern nachmittag nach Strausberg gerufen, wo ein neues Kapitalverbrechen entdeckt worden ist. Im Walde bei Wefendahl, das zwischen Strous- berg und Werneuchen liegt, wurde gestern vormittag die Leiche eine« etwa 40 bis 48 Jahre alten noch unbekannten Mannes aufgefunden, der durch fünf Revolverschüsse getötet worden ist. Der Erschossene ist sodann von seinem Opfer ausgeraubt worden. Nach den ersten Feststellungen der Orts- Polizei wurde die Berliner Kriminalpolizei von dem Verbrechen be- nachrichtigt. Die Nachforschungen, die im Laufe der Nachmittags und Abends dort angestellt wurden, ergaben, daß unzweifel- Haft Raubmord vorliegt. Der Ermordete log, völlig bekleidet, auf einem Reisig- Haufen und neben ihm eine weiß und schwarz karierte Sportmütze. Ein großer vernickelter amerikanischer Trommel- revolver mtt schwarzen Hornschalen war dem Toten von dem Mörder in die Hand gedrückt worden, um einen Selbstmord vorzutäuschen. Aus der Waffe sind fünf Schüsse abgefeuert worden, die den Ermordeten alle in Brust und Kops getroffen haben und aus allernächster Nähe ab, gegeben sein müssen. Alle Gegenstände, die der Tote bei sich trug und die zur Feststellimg seiner Persönlichkeit dienen könnten, sind geraubt. In seinen Taschen wurden nur noch eine stark abgenutzte Tobakspfeife, eine große Blechschachtel mit amerikanischem Tabak, Marke„Prinz Albert*, ein Stück Kautabak, zwei große Türschlüssel und ein großes Talchenmesser mit einer Klinge und Holzschale ge- fanden. In der Nähe des Tatortes lagen«ine lange, sogenannte russische Drahtschere und zwei Säcke, die Federspuren aufwiesen. Die Ermittlungen ergaben, daß am Freitag abend gegen 11 Uhr mehrere Schüsse gehört worden sind. Um diese Zeit scheint danach das Derbrechen verübt worden zu sein. Alle Nachfragen in der Umgebung ergaben, daß der Täter nicht von dorther stammt. Seh? wesentlich für die Aufklärung des Der- brechens ist die Feststellung seiner Persönlichkeit. Der Tote ist etwa 1.80 Meter groß und ziemlich korpulent, hat rotblondes, an den Sckiläfen ergrautes Haar, da, hinten sehr kahl geschoren ist, einen rotblonden Schnurrbart, blaue Augen und lückenhafte Zähne und trug einen blauen Anzug, gelbe Schnürschuhe, unter dem Rock ein« braune Miliiärjoppe und Mssitärunierhosen. Besondere Kenn» zeichen sind viele Täkvwierungen. Auf der Brust trägt er die Inschrffi„Behüt Dich Gott*. darunter eine Krone und unter dieser„Treue Liebe bis zum Grabe*. Außerdem noch eine Frau und einen Mann. Auf dem rechten Oberarm ist ein Athlet, der eine Kugel stemmt, auf dem rechten Unterarm ein Dolch mtt dem Zeichen E. W. 1877 und zwei ver- fchlungene Hände mit den Worten„Treue Liebe*. Auf dem Unken Oberarm endlich hat er einen Matrosen mit einer schwarz-weiß- roten und einer amerikanischen Fahne, die Buchstaben E. T. und eine Krone mit dem Zeichen P. B. 2. Wer über die Bersönfichkeit des Toten irgendwelche Angäben machen kann, wird ersucht, sich bei Kriminalkommissar Trettin im Zimmer 103 des Berliner Polizeipräsidiums zu melden. Schaff! MewhoussieKlungen! In einer Berfammlung der Deutsche« Gartenstadt, gesellschaft wurde gestern die Frage der Kleinhaussiedlunge« erörtert. Architekt F. Pa ulfen zeigte in einem Vortrag über: �kleinhaus- und Großhauswirtschaft*, wie sehr das Leben in einem Klempau« mtt Garten den Vorzug vor dem Leben in einer Mietkaserne verdient. Nach dem Krieg von 1870/71 habe der Fortschritt der Indu- strialifierung Deutschlands uns die Blüte der Mietkaserne gebracht. Nach dem Krieg von 1914/18 sei eine Vermehrung der M-etkosernen unmöglich geworden, well das Baukapital fehlt. Jetzt müsse das noch unbebaute Bauland in der Umgebung der Großstädte, dessen fiktiver Wert bedeutend zurückgegangen sei. mit Kleinhäusern besetzt und durch Gartenbau für die Nohrungsmittelbeschasfung genutzt werden. Das Leben in solchen.Kleinhaussiedlungen sei nicht nur aus ökonomischen, sondern auch aug ethischen Gründen vorzuziehen. Eine in körperlicher wie geistiger Hinsicht zweckmäßige Aufzucht des Nachwuchses sei in großstädtischen Mietkasernen unmöglich. Em sehr beträchtlicher Teil der Frequenz unserer Krankenhäuser und Gefängnisse müsse auf das Konto der Mietkasernen gesetzt werden. Leider glaubte der Referent. seinen Dorttag mtt Ausfällen gegen die Sozialdemo- k r a t i e„schmücken* zu sollen. Er behauptete, die sozialistische An- ichouung habe mit dazu beigettagen, die Entwicklung der Klein- haussiedlungen bisher zu hemmen. Eine seßhafte Bevölkerung eigne sich nicht zur Abstimmungsmaschine: hierzu habe man eine Meitschenmaije gebraucht, die hin und her geschoben werden konnte. Herr Paulsen leistete sich auch- folgenden Ausspruch:„Wir kennen jene dummfreche Aeußerung eines feit längerer Zeit verstorbenen sogenannten Dichters:„Es wächst. hienieden Brat genug für alle Menschenkinder usw.* Es genügt, diese Anpöbelung niedriger zu hängen. Die richtet sich selber. In der Diskussion fanden die Grundgedanken des Referenten allgemeine Zustimmung. Dgr Bor- sitzende D r u n f e l vom Töpferverband erwiderte dem Referenten, daß die Angriffe gegen die Sozialdemokratie durchaus im- berechtigt sind. Gerade die Sozialdemokratische Partei hat das Mietkafernenwesen stets scharf bekämpft. „Ring" statt„Vollring". Zur schnelleren Unterrichtung der Reisenden und zur leichteren Unterscheidung der einzelnen Züge auf der Bertmer Ringbahn sollen mtt Einführung des Sommerfahrplans, also vom 1. Juni ab, die 58s Skine Menschenkind. IN. ver Sündenfall. Von Martin Andersen RexS. Vor Ihrer Tür miaute etwas, jämmerlich rufend. Das ist Mis, dachte sie. Ihn friert, und er will zu mir hmein— oder er langwellt sich blaß.„Geh in die Scheune und fang Mäuse, Mis!* sagte sie nach der Tür hin. Aber der Kater miaute bloß noch stärker und kratzte an der Tür. Sie sprang auf und öffnete. Wind und Schnee stoben herein. Aber Mis sputete sich nicht genügend, er hatte die Ängemohnhett, sich immer an den verkehrten Stellen zu bedenken: Stine mußte den Kater am Nackenfell packen und hereinziehen. Sie kroch , schleunigst ins Bett zurück, und der Kater sprang auf ihr Kopfkissen und spann dicht neben ihrem Gesicht.„So komm doch zu mir unter die Decke, Dummkopf!* sagte sie und lüftete das Deckbett für das Tier. Aber Mis sprang mit einem Plumps wieder auf den Fußboden hinab und war im Nu an der Tür. Da stand er und miaute. Sie mußte aufstehn und ihn wieder binauslaffen— und dann ging draußen aber- mals die Geschichte los. Stine begriff nicht, was dem dummen Tier heute nacht fehlte. Auf einmal aber wußte sie den Grund: er hatte heute feine Abendmllch nicht gekriegt,— das harte sie vergessen. So eins Unordentlichkeit von ihr; sie verstand nicht, wo sie ihre Gedanken gehabt hatte. Und Unrecht war es. großes Unrecht gegen Mis, der die ganze Nacht Ratten fangen sollte. Wenn Rattenkatzen ihre süße Milch nicht bekamen, kriegten sie die Räude! Morgen sollte er zwei Portionen haben, und sie wollte recht, recht gut zu ihm sein. Aber so billigen Kaufs sollte Stine keinen Frieden finden. SDlffl miaute immer noch da draußen, und der Laut wurde immer dringender. Sie hatte ein Wesen vernachlässigt, das ihrer Fürsorge anvertraut war. Darum kam sie nicht herum. Der Kater weinte es aus, immer jämmerlicher und jämmer- licher,— sie war nicht gut zu ihm! Stine stand in ihrer Kammer. Sie hatte die Holzfchuhe an und hatte die Klinke gefaßt, aber sie zauderte; sie zitterte vor Kälte und wemte leise. Draußen peitschte der Wind, und| es war pechfinster. Sie öffnete die Tür«in ganz klein wenig, ' der Wind packte das alte Gebäude und rüttelte an Tore« und Luken.— überall feufzte und ftNmte es. Mitriß; fetnanb ihr die Tür und schlug die ZV? gegen die Wand; sie schrie und lief über den Hofplatz. Sie wußte, daß es der, Sturm sein mußte, und bekam doch Angst. i Auf dem Treppenstein vor der Waschküche stellte sie die Holzschuhe hin und schlich hinein. Sie tastete sich zu der Schale und dem Mllcheimer vorwärts; der Kater schmiegte sich an ihr nacktes Bein,— das übte eine beruhigende Wirkung aus. Sie füllte feine Schale, indem sie in den Milcheimer damit hinabtauchte. Es war Schweinerei, aber was sollte sie tun? „Komm, Misl* flüsterte sie und zog sich zurück. Lorsichtio trat sie von dem Treppenstein hinunter, um die Milch nicht zu verschütten, und suchte sich im Dunkeln ihre Richtung. Die Kälte brannte in ihr, und ihren Rücken auf und nieder lief die Angst— bis ganz oben hin— und übte einen Reiz auf ihre Nackenhaare aus. lind plötzlich stand sie still, steif vor Schreck; vor cht stand eine dunkle Gestalt, kaum wahrnehmbar in der Finsternis. Sttne wollte schreien und die Schals hinwerfen, machte sich aber auf einmal klar, daß es die Pumpe sei. Diese Entdeckung machte sie ganz keck, und sie schlug die Richtung nach der Scheunentür ein. Die Milch- schale des Katers hatte des Nachts ihren Platz in der Scheune, — damit er sich dort aufhielt. Während sie die Scheunentür öffnen wollte, fiel ihr der Erhängte ein, und wieder packte sie die Angst und jagte wie ein Windstoß über sie bin. Sie wollte flüchten, aber dann oer- schüttete sie ja die Milch des Katers. Einen Augenblick stand sie ausgerichtet da, die Schale mit beiden Händen umfaffend, — gelähmt. Dann lehnte sie sich hart gegen die Scheunentür,! damit niemand herauskommen und sie fassen könnte, während l sie die Schale in den Schnee stellte. Alz sie sich wieder aufrichtete, war Licht im südlichen Tell des Wohnhauses, wv die Bäuerin ihre Kammer hatte. Das beruhigte Stine— tmd zugleich machte es sie auch ein wenig neugierig; sie ließ sich letzt Zeit, obwohl es sie fror, daß die Zähne ihr im Munde zusammenschlugen. Karen kam in der Tür zur Vorratskammer zum Vorschein, mit einem flackernden Licht in der Hand. Sie war im Hemde, ihr Haar war in einem Nackentuch aufgebunden. Langsam und mit toten Bewegungen schritt sie durch die vordere Stubenreihe. Die Kerze hielt sie vor sich hin, und in der andern Hand hatte sie einen Gegenstand,— ein Messer vielleicht. Sie war wohl hungrig geworden und wollte gewiß in die Speisekammer, um ein Butterbrot mit Lammkeule zu essen! In der Wohnstube machte sie halt und hob das, was sie m der Hand hatte, vor sich in die Höhe. Sttne sah, daß es ein Strick war. und wieder gewannen alle Schrecken Gewalt über si«: Sie zo-z sich über den Hvfplatz zurück rücklings und leise: heulend nre ein nächst ranker Hund: den Rücken getraute sie! sich dem Bilde dort nicht zuzuwenden, ßkun ging Karen durch den Waschraum und trat in die Tür; da stand st«, fühlte stch> mit dem Fuße vor und starrte in die Nacht. Die Kerze flackette hoch auf und erlosch. Wie Stine ins Bett gekommen war, wußte sie nicht; sie lag zusammengerollt und zitternd tief unter dem Deckbett und wünschte, sie möchte einschlafen, von all dem Entsetzlichen fort, und morgen wieder aufwachen, so daß nichts gewesen war. Das kam ja manchmal vor. Als sie am nächsten Morgen hinauskam, stand die Schale an der Scheunentür im Schnee, und daneben lag ein Strick; im Schnee sah man die Spuren von großen nackten Füßen. Karen selber aber hörte man im Waschhause schimpfon,— Gott sei Dank. 8. Der öde Winter nimmt seinen Lauf. „Freude macht einem das Leben hier auf dem Bakkehos nicht,— man wird ganz nervös hier," sagte Sine zuweilen. Und doch schien gerade sie sich am besten von allen zurecht- zufinden, rund und in sich gefesttgt, wie sie war. Es hatte den Anschein, als wäre auf dem Hof das Dunkel schwerer und die Kälte schärfer; alles Beschwerliche machte sich stärker geltend, mehr gesättigt mit seinem eigenen Wesen. Das Dunkel war hier manchmal so schwarz, daß Sine sich kaum hinein getraute; jeden Augenblick suchte es die Beine unter ihr wsazuschlagen, mit seltsamen Lauten und auf andere Weise. Sie kannte ja sonst die Angst vor der Finsternis nicht, aber hier befiel sie sie zuweilen; oann wagte sie nicht, ohne Laterne in die Scheune zu gehen, aus Angst vor Karls Vater, der sich da drinnen erhängt hatte. Für gewöhnlich wurde sie auf handfeste Art damit fertig. Aber es gab Zeiten, wo die böse Luft sich verdichtete— das hing mit Karens Unwesen zu- sammen—, und wo alle Dinge zu spuken begannen. Karl litt wohl am meisten darunter; es gab Tage, an denen er nicht dazu zu bewegxn war, ein Stück Tau in die Hand zu nehmen. Aber auf alle wirkte es. Die alten Bettücher, die sich vielleicht hundert Jahre hindurch vererbt hatten, rochen immer so wunderlich; und wenn das Grauen über dem Hofe lagerte, verwob sich der Geruch mtt Stines Träumen und er- füllte sie mtt Schreckensbildern. Der Gestank nach Tabak und Krankheit löste sich aus dem alten Bettbezug und führte sie hinüber in die Kammer, wo der schwindsüchtige Mann über dem Bettrande lag und hustete, daß ihm der rote Schaum vor dem Munde stand. Auf dem Betttand saß eine dicke Frau und blies ihm den Rauch ins Gesicht— und sie lachte, wenn es feine Wirkung tat. und auf dem Fußboden lag ein kleiner Kuabe i'nd zeichnete mtt de» Finarrn Fifture* in das Rote. Dann schrtt sie auf und erwachte, strich im Dunkeln ein Stteichholz an. obwohl es streng verboten war, und beruhigt« sich dann wieder.-.-(Forts, folgt.) tax her Lokomottve brftnbSdten Lauskchilder sowie auch die Arme der Richtungs�eiger auf deu Lahnhöfen der Ringbahn eine zum Tell geänderte Aufschrift erhalten. Die bisherige Bezeichnung„Vollring über Westend, Stratau»RuiMnelsburg bzw. Potsdamer Bahnhof hat zu zahlreichen Mißverständnissen Anlaß gegeben. Es soll daher bei den Zügen, die den Nin-d- und Südring befahren, ohne die Stationen Schöneberg und Potsdamer Ringbahnhof zu berühren, die also in Wirklichkeit eine kreisähnliche Strecke durchlaufen, wie bisher die Aufschrift ,.D a l l r i n g" lauten. Die Züge, die die ganze Strecke des Nord- und Südringes, also auch die Stationen Schöne- berg und Potsdamer Dahnhof bedienen, werden in Zukunft die Bezeichnung„Ring" trägem Die Beschilderung dieser Züge wird auf den einzelnen Abschnitten der Ringbahn verschieden lauten. Für die Strecke Potsdamer Rmgbahnhof— Westend heißt die Aufschrift der Schilder„Ring über Westend", für die Strecke Potsdamer Ringbahnhof— Stralau-Rummelsburg„Ring über Stralau- Rummels bürg". Auf dem Nordring wird die Bezeichnung je nach der Richtung, in der die Züge fahren, verschieden lauten, ent- weder für die Strecke Westend— Stralau-Rummelsburg„Ring über Stralau-Rummelsburg" oder fiir die Richtung Stralau-Rummelsburg— Westend„Ring über Westend". Die Züge, die von Stralau-Rummelsburg und von Westend nach dem Potsdamer Bahnhof verkehren, erhalten die Bezeichnung„P o t s- damer Ringbahnhof". Sämtliche übrigen Züge, die nur einen Teil der Ringbahn befahren, oder auch auf die Cörlitzer Bahn übergehen, werden nur durch die Angabe der Zielstation gekenn- zeichnet. Miichpansiher. Tätliche Angriffe auf Milchkontrolleure. Der raffinierte Trick eines MilchfSlschers, mit dem er sich vor unvermuteten Kontrollen schützen wollte, spielte eine Rolle in einer Verhandlung, die das Wucherqericht beim Landgericht I beschäftigte. Wegen Nahrungsmittelfälschung, Abgabe von Milch ohne Karten, Widerstands gegen die Staatsgewalt und Nötigung waren der Malkerechefitzer Valentin Man o k und dessen Ehefrau Agnes M. angeklagt.— Die zu der ständigen Milchkontrolle ge» hörenden Kriminaloberwachtmelster Raab« und Haselein hielten eines Tages auf der Straße ein Dienstmädchen an, das zwei schwere Kannen Milch schleppte. Als sie sich als Beamte legitimierten, be- kam es das Mädchen mit der Angst zu tun und gab zu, die Milch von den Angeklagten ohne Marken den Liter zu 4 Mark erhalten zu haben. Die Beamten begaben sich sofort nach dem Kuh- stall der Angeklagte» und hier entstand eine toll« Szene, bei der die Frau M. besonders rabiat wurde. Als die Beamten eine Probe ent- nehmen wollten, rief sie ihrem Sohne zu,„ob heute schon aufgewaschen sei". Als eine bejahende Antwort kam, erklärte Frau M., daß die Milch schon verkauft sei, denn das Wort„auf- gewaschen" bedeutete, ob die Milch schon mit Wasser ver- panscht fei. Frau M. versuchte nun den ganzen Kübel Milch um- zuschütten, hierbei kam es zu einem Handgemenge, bei der sie und die Beamten zu Boden stürzten und sich die weiße Flut über sie ergoß. Eine Probe ergab, daß die angebliche Vollmilch für 4 M. entrahmt und außerdem stark verwässert war. Der Staatsanwall beantragte gegen Frau M. 1 Monat Gefängnis und 2500 M. Geldstrafe und gegen den Ehemann 1000 M. Geldstrafe. Das Gericht folgte den Ausführungen des Lupizrats G o l tz e n, daß bezüglich des Ehemannes der Widerstand nicht festzustellen sei, da sich die Beamten zu spät legitimiert hätten und erkonnte gegen ihn nur wegen der Milchfälschung auf 3 00 M. Geldstrafe. Gegen die Ehefrau lautete das Urteil auf 500 M. Geldstrafe._ Bürgarlich-komumnistische Kampffront. 5n der letzten Bezirksversammlung des Verwal- tungsbezirkz 14(Neukölln, Britz, Nudow) wurde eine Anfrage der kommunistischen Fraktion über die Betriebzeinschrän- kp a g s n in den Neuköllner Betrieben zusammen verhandelt mit «ner Anfrage der bürgsrlichen Fraktion betreffend die Borlage der Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen sämtlicher städtischen Betriebe und Verkaufsstellen. Die bürgsrlich-kommu- nistische Kampffront gegen die derzeitig« Verwaltung wurde aller. ding? von recht unglücklichen Strategen geführt. Während der Kommunist sich abmuhte, in endloser Siede nichts zu sagen, erhob der bürgerliche Vertreter Vorwürfe, die hernach der 2. Bürger» Meister Radtke als belanglos oder, soweit sie von Bedeutung waren, wie z. B. beim Braunkohlenwerk, als Erbtell der bürgerlichen Verwaltung bezeichnen konnte. Der Bezirksomtsvertreter meinte, die Ctadiväter möchten sich lieber mal die Betriebe anschauen. Sie würden dann ohne weiteres zu der Usberzeugung kommen, daß derartige Kritik unberechtigt fei. Noch schlechter schnstten die Koni. munisten ab bei einer Anfrage bezüglich der Anschuldigungen der Ortsgruppe Neukölln des Mieterverbandes Groß-Berlin . gegen den Stadtrat B r u m b y. Nachdem dieser den kommunistischen Redner auf den Sand gesetzt, mußte zu allem Ueberfluh der der- zeitige Dezernent des Wohnungswesens, der bürgerliche Stadtrat Treffert, erklären, daß Drumby gar nichts vorzuwerfen fei. Bei einer wetteren Anfrage der Kommunisten betreffend Maßnahmen zur Erleichterung der Lage der Arbeitslosen vertrat unser Genoffe Heitmann den Standpunkt unserer Fraktion, der dahin geht, daß unbedingt und unverzüglich der Not der Arbeitslosen gesteuert werden müsse durch Arbeitsbeschaffung. Der Redner machte eine ganze Reihe von Vorschlägen, so z. B. Wiederaufnahme des Baues der Nor d— S ü d b a h n, Beseitigung des Verkehrshinder» nifles im Industriegelände, Vornahme weiterer Bautätigkeit usw. Ausnahmsweise erklärten sogar oi« Kommunisten ihr Einverständnis mit unserem Redner. Ferner wurden die Wahlen für 14 Bezirks deputattonen erledigt. Die Wahlen für weitere zwei Deputationen, Bezirkefchuldeputation und Bezirksschulausschuß, wurden vertagt. Einem Antrage, betref- send Cingruppierung von Britz. Buckow und Rudow in die Orts- gruppe A sowie dem Antrage, die Bezirksversammlungen vom Man» tag auf den Mittwoch zu verlegen, stimmte die Versammlung debattelos zu. Zwei Skodiverordnekenflßungen. Die nächste außerorbent- kiche Sitzung der Berliner Stadtverordnetenversammlung findet am nächsten Dienstag, dem 10. d.M., und die ordentliche Sitzung am 12. d.M. mit recht umfangreichen Tagesordnungen statt. Es sollen 61 verschiedene Sachen beraten werden. U.a. stehen wieder zahlreiche Anträge und Anfraaen sowie Vorlagen zur Be» ratung, darunter Bewilligungen von Mitteln für Quäkerspeisungen, für Fcuerlöschzwecke, für Notstandsarbeiten und dergleichen mehr. Am die„Gitschlner" Gasanstalt. Der Stadtverordnetenausschuß, der zur Vorberatung der Borlage über die Stillegung des veralteten Gaswerks II in der Gitschiner Straße und die Herstellung einer Berbindungsleitung mtt dem Gas» wert Neukölln eingesetzt war, hat gestern nach einer allge- meinen Aussprache seine Verhandlungen vertagt, da wegen der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens noch nähers Unterlagen bei. gebracht werden sollen. Auch die Frage, wie die mehr als 700 Arbeiter des Gaswerk» II, die bei der Umstellung des Gaswerks entbehrlich werden, anderwettig beschästtgt werden, bedarf noch der Klärung. Neue städtische Klelsch-Verkaufsflelle«. Außer den bisherigen Verkaufsstellen für städtisches Fleisch richtet der Magistrat setzt noch neue Verkaufsstellen ein, die ausschließlich für den Verkauf von städtischen Fleischwaren bestimmt sind. Zunäht werden Ende dieser Woche nachstehende Verkaufsstellen eröffnet: Markt- halle II, Lindenstraße, Stand 08/04: Markthalle V, Magdeburger Platz. Stand 20 und 13; Markthalle VIII, Andreasstraße. Stand 54; Markthalle X, Arminiusvlatz, Stand 50: Markthalle XI, Mar- hemeckeplatz, Stand|7, DU Ware wird zu denselb« Preis««i« in den bisherigen städtischen Fleischerläden abgegeben. Mit Stück- ficht auf die besondere Preiswürdigkett und gute Qualität der Borräte. und zwar besonders des Eornedbeef als Brotbelag, wird die Bevölkerung auf diese neue Einrichtung hingewiesen. Lrikekks und Kok» wieder teurer. Mtt Rücksicht auf die im allgemeinen wesentlich gestiegenen Betriebsunkosten(Handlungsun- kosten. Gehälter. Löhne usw.) hat der Wogistrat Berlin nach ein- gehenden Verhandlungen mit Vertretern des Handels beschlossen, diesem daraufhin eine angemessene Abgeltung zuzubilligen. Die Verkaufspreise für Briketts und.Koks sind dementsprechend vom 2. Mai d. I. ab wie folgt festgesetzt worden: Für Küchen- und Ofenbrand: Briketts ab Lager 16,60 M. le Zentner, frei Keller 17,60 M je Zentner; für Koks, Gaskoks gebrochen, ab Lager 26,20 M. je Zentner, frei Keller 27,20 M. je Zentner. F ü r L i e f e- rungen an das Kleingewerbe, sowie für Zentral- heizuugs- und Wormwafferbereitungsanlagen in Fuhren nicht unter 30 Zentnern: Briketts ab Lager 16,60 M.}e Zentner, frei Keller 17,55 M. je Zentner; Goskoks, grob, 25,85 M. je Zentner: Gaskoks, gebrochen, 26,15 M. je Zentner: Westfälischer oder Lichtenberger Schmelzkoks 28,30 M. je Zentner; Oberschlesicher Schmelzkoks 28 M. je Zentner: Niederfchlesischer Schmelzkoks 33,10 M. je Zentner: Sächsischer Hüttenkoks 32,55 M. je Zentner. Das Brottartenstichwort lautet Woche vom S. Bis 15. Mai Engelhardt Caramel-V ollb WM Brot und Mehl auf die Karte mit diesem Stichwort darf erst vom SWiiag, den 9. Mai, ab vertaust werden. Rasieren und Haarschnelden keurer. Der Verband der Friseure Groß-BellinS teilt uns mit. daß auf Grund des neuen Tarifs der Gehilfen die Friseure Groß-BerlinS sich gezwungen sehen, die Preise um 20 Proz. zu erhöhen. „Die Höblenbewohuer von Lpreenhage«-. Ueber dieses Tbema, das in der Oeffeullichkeit die verfchiedensle Auffassung gefunden hat. spricht morgen(Montags abend, lückenlose �lufllärung gebend, Dr. Heimich Gold- berg,(Filareto Karvenido), im Blüthner-Jaal. Ueber die soziale Hygiene der Geschlechlskrankhelke». der Wohnung, Ernährung. Arbeit, des KindeSalterS Alkoholismus und der Tuberkulose beginnt am Montag, den 9. Mai. abends Nbr. in der Hohenzollernschule in der Martin-Luther-Straße 22/23, ein Voltshochschulkursus des Genossen Professor CSajes. Es liegt an den Parteimitgliedern, durch rege Beteiligung den Kursus zustande zu bringen und glerchzeitig dafür zu sorgen, daß im nächsten Semester ein FortietznngSkursus statrfinden kann. Hör- gebühr 7 M. Karten in der.Vorwärts"-Buchhandlung, bei dem Schulwart und Vorbergstr. Sa, rechter Aufgang, 4 Tr. DaS letzte DonutagSkonzert deS Philharmonische» Orchesters (Dirigent Prof. R. Hagel) in diesem Winter findet hente statt. Im Zoologische» Garte» findet an diesem Sonntag von 4 Uhr nachmittags ab großes Konzert von zwei Kapellen unter Leitung der Obermufikmeister Knoch und Loei'er statt. Das Aquarium ist bis 8 Uhr abends— in der Woche bis 7 Uhr— geöffnet. An beiden Pfingstsciertagen werden die seit Jahren beliebten Doppelfrühkonzerte von 6 Uhr morgens an veranstaltet. Im Berliner«qtrartam find zurzeit viele sogenannte Große Meer- spinnen in dem Doppelbecken S der Seewafferabieilung zur Schau ge- stellt. Die Tier« entstammen dem Miilelmeer und find mächtige Kurz- schwanzkrebse. die mit ihren fast«inen balben Meter langen Beinen eine gewiffe Aehnlichkeit mit Spinnen habe». Sie kommen häufig wegen ihre« schmackhaften Fleisches auf den Markt. Aufruf für die Geschädigken in Oberschleflen. Durch die pol- Nischen Gewalttätigkeiten in Oberschlesien sind vor und während der Abstimmung Hunderte von deutschen und deutschgesinnten Ober- schlesiern ermordet, an ihrer Gesundheit schwer geschädigt und aus- geplündert worden. Ein„/jilfskomttee für die Geschädigten in Oberschlesien" hat sich gebildet und veröffentlicht im Inseratenteil einen Aufruf: eine Totenllste von nicht weniger als 74 Ermordeten, und wettere Listen werden folgen. SIesköll». Elteruversammluug der 36. Gemeindeschule. Richard- platz, am Montag, den 9. Mai, 7!/„ bei Schmidt, Saalestraße. Ecke Un- strutstiaße. Ahle Ellern, die aus dem Boden der Schulreform stehen, find emgelade». Borloren nmrden am Freitag zwischen 5— st.« naSmittag» Beim Ver- lassen des Bahnsteiges ein Mllglledsbuch der EBD. und drei Mitglieds- karten anderer Organisationen mtt 20L W. BerbandSgeldern. Da der Der- lierer ersatzsflichtig ist. wird der ehrliche Finder gebeten. Karten und Seid bei Goffow, R SS, Guineastr. SS, l. Sellenfi. II, gegen Belohnung abzugeben Zilmschau. Die Gchanbnrg bringt den neuesten Stuart- W ebbs-Film„Der große Ebes". versaßt von Ernst Reicher und Aisred Schuokauer. mtt allen Wirrnissen und Verwicklungen, obne die nun einmal ein Detettiofilm nicht denkbar ist. Di» Hauptrolle wird durch Trust Reicher in geradezu vorbildlicher Weise dargestellt, der nach Neberwindung unendlicher Gefahren schließlich doch zum Ziele gelangt.„Die Kameliendame-, nach dem be- kannten Drama von Alexander DumaS, gelangt als Einlage zur Bor- führung. Die Bübnenfchau sorgt für den heileren Teil des Abends mit einer Operette von Bolten-BaeckerS. betitell»Am Hochzeitsabend", deren mufilalischer Part noch Melodien von Paul Linck« beltrilten wird. Der nichtssagende Inhalt hielt da« zahlreiche Publikum nicht vor starkem Applaus zurück. .Ei« Erpressertrkck". Krfmimllsensation in 4'Akten von Georg Schmidt-Rudow und Erich Schönfelder, erfreut die Zuschauer im Tauentzien-Palaft. Eine Sensation jagt die andere. Jagden über Dächer, Bersolgung eineS Auws im Flugzeug, aufregende Szenen im Raubtierläfig und anderes mehr. Ferdinand v. Alten, Willy SchässerS, Franz Sutten. Eharly Berger, Bruno K'r e t s ch m« r, Jaco Fürth machten ihre Sache ausgezeichnet und die klein« L o n i Nest war geradezu enizückend. Ferner laust.Die ScheidunqSehe«.-in Lustspiel w drei Allen, über die Leinwand, das sich durch hübsch« LandichastSbilder, die immer gern ge» sehen werden, auszeichnet. Zwei, die fild nicht wollten, verlieben sich schließlich sterblich in einander. Hilde Hildebraudt und Karl Heinz Klubertanz waren gute Darsteller. „Der Sprung über be« Schatte»" betitelt sich der sechste und letzte Teil des lumgen DeletlivfiimS.Der Mann ohne Namen-. Bis zum Schluß gelingt«s dem„Berühmten Meisterdetektiv" Bobby Dodd nicht, den an- geblichen Millionendied Peter Voß in Fesseln zu schlagen. Was Bobby Dodd nicht vermag, gelingt einem tleinen Fräulein mit Leichtigkeit. Letzten Endes schmachtet der Held in Ltebessefseln. Auf die szenische Turchsllbrung des lrchslen Teiles ist ganz belonderer Wert gelegt worden. Winterlandschaften im Hochgebirge von entzückender Pracht wechseln mtt prachtvollen Karnevals- Bildern. Abichlicgend darf vom Mm.Der Manu ohne Namen' gesagt werden, daß er«wer der besten Unterhaltungsfilme ist, die bisher auf die Lewwand geworfen wurden. GroK-Serllner parteknachrkchten. Morgen. Montag, den 9. Mai: Ui. fttei« Treptow. VA Uhr bei Rüth et, Ri-derschöneweid-, Srllnauer Str. 8. Verlammlunz säuUlicher Abteilungs-Bildunavausschllsse. t«.«rel, Beißense». Va Uhr bei tblnnve, Lichtenberger Str. 8, Areio-Funk. nouärtonferenA. 8» Abt. 7� Uhr bei«chinu, llharlottenstr. 7/8, Vorstanbvfitzuna.— Um 8 Uhr gunkttonärversammlluig. J- Abt. 714 Uhr Sitzuilg der«btetlunasleitun» mit den Bezirk«Mhr-r». t». Abt. 7 Uhr be, Walff, Farster Str. St, Sitzung sämtlicher gulUtiauür«, B-mebsoertrauettsleut«, Frauenverteeterinneu und Eltenbeirat«. Ii»bt. 7 Uhr bei Sross-r. llöpemcker Str. 20*, Sitzung sämtlicher»ejirfe. 18.«bt. 7 llhr bei Zatzeck. Alerandrtneustr. 137, Sitzung sämtlicher Funttionüre �...—------------- Sitzung der S»zirf»illhr« mit der Adteilungsleitung. 82.«bt. VA llhr Sitzung der Bezirtsführer mit der Abt«tu»g»leitung. Er- scheine« unbedingt erforderlich. s&'.y tuosM und gttrtewBemmjnttteuw. SS.«it. VA Uhr bei ftrüger, Kusfitenfir. 84, Sitzung ber«eziridillhr«. 37. UM. 8 Uhr bei Tschammer, Rathenomer Str. 74, Sitzung der Aunktionünt und Detriebsvertrauenelente. Wichtige Tagesordnung. 88. Bdt. VA Uhr bei Trllmper, Flensburger Str. 3, Sitzung bor fftucktionte. 42.«bt. 7 Uhr bei Behrens, Tegeler Str. 22. Sitzung der Bezirl-Mhr-r und Betriebsvertrauensleute. Stellungnahme zur Äeumahl de» Adteiliingsvor- st-ndes. FuuktionSrl-rten find mitzubringen. 43.«bt. 7 Uhr bei Giebel. Pantstr. 82. Sitzung sämtlicher Bezirks fllhrer und Betriebsvertrauensleut«.-.. ,,. 44.«bt. 7 Uhr bei jt-rfin, P-ntstr.«0, Sitzung der B-zi-ksführer mtt dem Abteilungsvorstand.._....._ 46.«bt. 7 Uhr bei Fuchs, Weddwgstr. s. Sitzung der Sunktronäre und Be- triebsvertrauensleute. 48.«lt. 7 llhr bei Grunwalb, Kameruner Str. IS, Funktionärkonferenz. SS.«bt. Thmlntteniurg. THJttr bei Schneider, Haltzendorffstr. 14. Borftanbs. »nh Funktionärfitzung. Dichtige Tagesordnung.. 88.«bt. Marie-d-ri. 7� Uhr bS Hoch, Eh-uss-eftr. 44. Sttzung sSmtvche- Funktionäre. Bllnktliches Erscheinen notwendig. �, 89.«bt. NeulZIlr. VA Uhr bei Warntk«, Ransenstr. 1, Sitzung der Funkttvnärr. »2.«bt. StcuklMll. 7% Uhr bei D-Iff. Kaiser. Friedrich., Eck« Roseggerst-atz«, »3.$M.'Rentäll-��z Uhr bei Kellert, KaileioFriedrich�Ztr. 83, Funktionär- igt, Tteptom. 7 7�" Uhr�dei�Zacke?,' Bouch»-., Scke«iefholzfiratze. Funk. 106. �tbr�KSpenia. ��7� Uhr" b< �AuMti n��senw'. 10. Funktionlrloniere»» 114v�l/«°«Ö? Lichtcnbergl��'uhr"b°i Zturkowoki, Pf-rrftr. 74, Funktionär. lonfercnz. Uebermorgen, Dienstag, den IL. Mal: 2. Kreis Tiergarten. 7 Uhr in der B-tz-nhof-r Brauerei, TurtNj, ffifc«twm. strafte, Ccffcntilche Etternversammlnna. Referent Seuofie Professor Sest- reich:„Unser Kampf um die Gemein�zaftsschule, Erscheinen aller Eltern unbedingt erforderlich. 4. Kreis Prenzlauer Tori! 7 Uhr bei Koldschmidt� Swlpifch« Str. B£, Sitzung des Sreisvorstandes und der«bteilungsvorstande, sowie der Stadt» und 14. KÄ''R°ÄZlln°«tttz.Buck-w.»»t>»-. Sie vertagte �nitionärversammlun g findet um 7 Uhr wieder ixt der Aula Emser Stratze statt. Alle Funktionäre müssen erscheinen. müsse 19. Äreis Pankow. ...... �9 Uhr i« Restaurant Engel, Pankow, Mühl� Versammlung sämtlicher Biiduugsksmmisfionsmitglieder des 19. Arei.�O, außerdem Mitglieder der Agitations-, Bildungs-, Aeituugs. und Zilg�td- 20. Kr ei» � Re�iu i cte ndvrf!- 7�' Ä? im' Rathaussaal, Reinickendorf.Ost,«ttis. 27. M��7��r�b?i�Do�rohUu��Swinemü»der Str. 11, Sitzung der Funktionäre 38.«bt! w" Kühler« Festsälen. Tieckstraße. Referent Gtlsta» Heller, W. d. L.:„Wirtschaft und Sanktionen�...___ � 107,«bt.«lt.Slie»icke.F-lke»derg. 7 Uhr bei Klingenberg, Gronauer Str. 29, 136.��Ka»w?�S�'uhr�'Fra>»«»ab«ud. Riferentw Seaosfin Scheidenhuber: „Wirtschastsfragen des Friedensvertrages". * 51,«bt. Tharl-tte-bnrg. 2. Grnpp«: Achtung! Die«bieiltmgsverfmnmlirns findet nicht am Mittwoch, den ll. Mai. sondern erst am Donnerstag, den 12. Mai, swtt. Stehe Partctnachrichten in der Dienstag-Rorgenausgabe. Mus aller Welt. Di« Zufiandsehuua uud Pflege der Sriegergräber fit Sache des kürzlich a>>« der Dorotheenstr. 48 in Berlin nach der Schmidt-Knobels» dorf-Strahe in Spandau verlegten Zentralnach w e i f e am t e s. Es hat den Nachweis über die genaue Lage aller Kriegergräber im Gebiet des Deutschen Reichs und der deutschen Kriegergräber im Aus- land zu führen, die Umbettungsftagen und den Gräberbesuch zu regeln, sowie Auskunft über alle die Kriegergräber betreffenden Fragen zu geben. Außerdem obliegt ihr die einheittiche Regelung einer einfachen und würdigen Herrichtung und Pflege der Kriegergräber. Da jedoch diese amtliche Tätigkeit nicht imstande ist. die Fürsorge ganz zu leisten, die dem Gefühl des Volkes für leine Toten entspricht, hat sich seinerzett der Volksbund Deutsche Kriegsgräber. fürsorg e e. D., Berlin W. 10. Matthäikirchstr. 17. gebildet, als die einzige von den beteiligten Reichs- und Staatsbehörden hierfür anerkannte Organisation. Er bezweckt: Herrichtung, Schmuck und Pflege der deutschen Kriegsgrabstätten im Ausland und der Kriegs- grabstätten im Reichsgebiet dem Volksempfinden entsprechend zu fördern: den Angehörigen der Gefallenen und Verstorbenen in allen Angelegenheiten der Kriegsgräbersürsorge behilflich zu sein, soweit sie über die vertraglich geregelte, amtlich zu leistend« Tättgkett hinaus- gehen; Derbindimg mtt den glcichstreb enden Organisationen des Aus- landes aufzunehmen. Zur Möderau sreife der Auslanddeuksche» will die„vereinigte Fürsorge für das Auslanddeutschtiun" in sozialer Weise durch Ge- Währung von Unterstützungen zur Reise und von Vorschüssen helfen. Die Organisation ist von ollen früheren Interessengemeinschaften der Auslanddeutschen und den großen Fürsorgeorganisotionen begründet als Nachfolgerin der bekannten.Rückwandererhilfe, Berlin SB., Sleiftstr. 43. Für die hungernde» Eisenbahuerkinder Tirols werden Mark- spenden m Geld- oder eingeschriebenen Briefen an die Staotsbahn- dttettionskasse in Innsbruck erdete«. w, Mllhlenstr. 43. Sport. Anktveff««» van epvrtplöste«»ei Grunbftllcktzumlessnnsen Der ZevIrolauSichuß für Polis« und Iugendspicle in Deulichland hat an daS Preußische VoikSwobisahltsministerium ewe Eingabe o«richtet, bei Um legung von Grundstücken eine dem allgemeinen BebütsniS voll ent. sprechende Ausweisung von Turn- und Svielplatzgelände nach den Fol de- rungcn deS ReichSipielplatzgeietzeS veranlassen zu wollen. Den Turn, und Spielplätzen fteben WSbeiondere Badeplätze und Plätze sür Wintersport (EiSlausbahn. Rodelbahn, Sprunghügel) gleich. Seschästttche Mitteilungen. Einem Teil unserer beutiae« Auflag« von„Volk und Zeit" liegt ein Pro. Schtchhause» Vehr»«, Mlnzfte. 23," und vom Schahhauo„»ren- öriefkaften öer Reöaktkon. Schriftliche' AuStuuft wird nicht erteilt. M.«. 80. Fragen Sie beim geutral-erdanp der Film- und KwoangehZri- gen,«W. 88, llharlottenstr. 3, an. (Schluß de, redaktione»-» Tekla.)_ Rheuma. Nervenschmerzen» Gicht«. dgl. Schwört auf Togal, war nach 3 Tagen ihre Schmerzen loS. Frau E. Krüger. Cottbus, schreibt u. a.:.Vorige Woche bekam ick furchtbar« Schmerzen in der Seite, die sich über den ganzen Rücken verbreiteten; schnell besann ich mich auf Togal und Gott sei Dank, ich brn meine Schmerzen los. Sie waren so groß, daß ich kaum die Arme heben konnte. Ich nahm drei Tage täglich 8 mal 2 Tabletten und zur Vorsorge noch ein paar Tage täglich 2 Tabletten. Nach dem dritte» Tag war ich zu meiner größten Freude die Schmerzen los. Also ich schwöre auf Togalll Schon 1015 hatte ich Rheumatismus im rechten Bein, so daß ich keinen Schritt gehen konnte, und ichon nach 6 Tabletten merkte ich, daß ich wieder gehen konnte, und am andern Tage lief ich. als ob Pichls gewesen wäre. Haben Sie Dank für Ihr hervorragende» Ziftftrl. Ich empfehle es, wo ich nur kann." Gleiche Wirlungen wurden mit Togal nicht nur bei Nheuma. Schmerzen in den Gelenken und Gliedern, sondern auch bei JslbioS, Hexenschuß. Gicht und alle» Arten von Nerven- uud Koptschmerzen erzielt. Togal- Tabletten sind klinisch erprobt und wurden ärztlich glänzend beautachietl In allen Apotbeken erhältlich.__ Z »Im» 4 u. 7 Ml. mit Tritdenskanttctrab 5 Jahre schriftl. Garantie. Zahnziehen mit Bctluhnng bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spez.: Zähne ohne Gaumen. Keine Loxuspreise. aha-praxls Katvanl, flaaziger Straje t. Nr. 214 ♦ 38. Jahrgang 5. Seilage öes vorwärts Sonntag, ö. Mai 1921 Dle/lkaöemie öer/lrbeit in Frankfurt a.M. Ueber die Akademie der Arbeit in Frankfurt, die jüngst eröffnet wurde, bestehen fallche und widerspruchsvolle Meinungen. Das ist natürlich bei einer Einrichtung, die langsam entsteht und nicht aus Grund eines festformulierten Dekret» plötzlich ins Leben tritt. Die Akademie de. Arbeit ist enrstanden auf Grund«ine» Der. trag», der zwischen dem preußischen Kultusministerium und den großen Spitzenverbänden der deutschen Arbeiter und Angestellten geschlossen wurde. Der Staat ermöglicht es, daß vier Dozenten hauptamtlich die Lehrtätigkeit an der Akademie übernehmen und daß nebenamtliche Dozenten der Hochschul« ihre Fachgebiete lehren. Die hauptamtlich tätigen Dozenten beruft da« Ministerium, die nebenamtlich tätigen werden durch den Leiter der Akademie im Ein» vernehmen mit dem Dozententollegium aufgefordert. Die großen Verbände wählen nach freiem eigenen Ermessen die Hörer der Akademie aus ihre« Reihen aus und bestreiten ihren Lebensunter» halt für die Dauer eine» Jahres, ein Opfer, das für sich selbst spricht. Die Hörerschaft besticht somit aus Männern und Frauen, die sich mit einer reichen Lebens, und Berufs- erfahrung einer geistigen Arbeit vollkommen frei zuwenden. Das Akademiejahr dauert vom 1. Mai bis zum IL. Februar oes folgenden Jahre». Es ist ein Jahr angespannter geisti» her Arbeit. Länger« Ferien im Lauf» dieses Jahre, sind im» tunlich, sie liegen nicht im Interesse der Arbeit. Pfingstferien fallen gänzlich fort, ein« Sommerpause von vier Wochen, die den Monat August umfaßt, ist die einzige länger« Unterbrechung der Arbeit. Die geistige Arbeit der Akademie baut sich im Gegensatz zu allen anderen Schulen und Hochschulen auf die Lebenserfahrung des ein» zelnen Menschen auf, die sich vor allem auf Erfahrungen rechtlicher Art(Tarifvertrag, Betriebsrätegefetz, Schlichtungsausfchuß), wirt» scha flllcher Art(Betriebs- und Bolkswirtschaft), politischer Art(Par- tei und Staat) erstrecken. Jeder, der zur Akademie kommt, sieht außerdem schon auf ein wechselreiches seelisches Leben und Schicksal zurück. An die Erfahrung und dies Schicksal wendet sich die Lehre. Die Erfahrungsgebiete des Rechts, der Wirtschaft, der Politik, des sonstigen geistigen und seelischen Lebens werden in abgeschlossenen Zeiträume» ruhig und stetig durchgearbeitet werden. Jeder Zeit- räum ist ganz einem Gebiet zugewandt, ein Zersplittern des Jnter- esie» unterbleibt. Die Erfahrungen werden im Lichte Wissenschaft- licher Theorien der einzelnen Gebiete erörtert, die von Fachwissen- schaftlern dargestellt werden. Reben der Arbeit, die der einzeln« Hörer zu leisten hat, läuft die ständige gemeinsame Arbeit der Do- zentenschast, den weiteren Lerlauf der Richtung des Jahre« zu de» stimmen. Di« Fachvorlesungen werden von allen Mltarbestern gemeinsam besucht, die Dozenten sind nicht davon ausgenommen. In Sonder- gruppen, deren ständiger Leiter je ein hauptamtlich tätiger Dozent ist, vollzieht sich die eigentliche Arbeit der Akademie, die geistige Durchbildung des Tatsachengebiets eigener Lebenserfahrung und eigenen Schicksals in selbständiger Gestaltung oder die Durchgestal- tung von Gebieten materiellen Wissens zu selbständiger und sicherer Derantwortung. Die Arbeitsgruppen sind Werkstätten eigener Forschung, wie Stätten eigener geistiger Gestallung. Der Form der Vorlesung, der gemeinsamen geistigen Arbell schließt sich als dritte Form die selbständig« Studiengruppe an, die eigenem Willensent- schluß einzelner entspringt. • Di« Arbell der Akademie grenzt sich klar von der Arbell der Hochschule und der Volkshochschule ad. Van dem Bettleb der Geisteswisienjchofteu auf den Hochschulen unterscheidet sich dl« Art der Arbeu durch die unmittelbare Em» Wirkung der Erfahrung auf die Wisienschast, der Wissenschaft auf die Erfahrung. Sie muerscheidet sich serner durch die Verbindung, in der Hörer und Dezent niittinander leben. Dozentenschaft und Hörer- schaft sollen eine Universitas im wahren Sinne des Wortes bilden, einhelllich gerichtet auf die Gestaltung der Gebiete geistigen Lebens. Nicht Theorie und Praxis im landläufigen Sinne solle» in dieser Einheit in Wechselwirkung treten, dafür ist in den Wissenschaften schon lange gesorgt. Der sogenannte Praktiker ist noch immer ein selbständiger, die Verhältnisse ordnender Mensch und damll dem so- genannten Theoretiker ebenbürtig an Freihell, aber der unter den Verhältnissen leidende Mensch, dem weder die Tat noch die Theorie, sondern die Arbeit aufgetragen ist, er ist es, der in der Akademie der Arbell zu Gehör und zu Worte kommen soll. Dozent und Hörer geben und nehmen voneinander, nicht ist einer von beiden der schweigend« Empfangende. Nach all diesem wird es nicht wunder nehmen, daß die Akademie Zeugnisse und Diplome nicht ertellt. 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Feldmann behandelt schnell, gründlich, möglichst schmerzlos u.ohne Berufsstörung Syphilis, Haut., Harn., Praaenlelden, Schwäche. Erprobteste Methoden. Rani, und Blutuntersuch. Hnl!!Str.lfM,Äheo;l. Sprechstunden 10—1 u. 5—8, Sonntags 10—1.* SPEZIMARZT i Dr. med. coleman hiiedrlcbstr. 91/92, Übt Haut-, Geschlechts-,- ; Frauenl. sex. Neurasth.- individ. Behandig nach: den neuest wissensch. 1 Methoden. Modernste � � Einrichtungen t Unter- I suchung U.Behandlung, i 10-1. 5-8, Sonnt, 10-12.? Spezialarzt Or. med. Kochen Sofort sichtbarer Nachweis der Syphilis durch Dunkeltcld-Ünteisuch., Haut-, Harn-, PrauenleitL, Schwäche, Salvarsan-Kur. Behandlung schnell, sicher n schmerzlos ohne Berufsstör., Blutunters. Fiden im Harn usw. Xfibensonne. MiMedztr.SI. Köiilgstr. 56-51, latSSÜse/r 10— 1,5— a. Sonnt 10— 1. Tellzahl. Separ.DamenzImmer Befrtndef 1894. « m e O sparen w fr'*p. Geld t.r Nach beendeter Engros- Saison MrQnzMaDt'v« Tnchmäntei A 250 M. Cowtcoat-M 125 H. Imprägmertemiw'IZOM. 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Mal 1S21. aachmlNag» S Ahr Im gr. Saal der Sammersäle, Xelforoec Str. 1/4 (Ecke Belle-Alliance-Sirage): Große Milglirdkronsammllliig Tagesordnung: 1. Was sagt die Berliner Sollegeuschafi zu der srift- losen Amtsenthebung des Beoollwächilgten Kaspar durch den Verbandsvorstand? 2. wassagt die Berliner Milgliedschass zu den übrigen Ansschluhgeiüstea des verbaodsoorstandes? Berdandsvorstand und Betrat find zu dieser Bersammlnna geladen Kolleginnen und Kollegen, erscheint in Masten und betundet Euecn Protest gegen diese Maßnahmen de» Verband»- Vorstandes. 145 Ivs Sie Otlsoernialiaag. mit-, nrn-, «WS'4-! 0i >>WW>W» Unterleibsleiden, Syphilis, frisch und veraltet, bei Männern u Frauen; ohne Berufsstöruna. Heilversahren über 20 Jahre bewährt durch 1 Hunderte Geheilte.— Sprech- u. Behandtunaszeit: 9—1, 4— 7>/z, Sonntag: 9— t— Heilanstalt f. eiektro- vhystf. und Lichi-Thcrapie- und Nattir-HeUberfahren. | Berlin SO 16, BrUckenstr. 10 b(Bhs JaiurowiHbr.).| Prof. Dr. med. 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Den Hinterbliebenen dieser Ermordeten sowie den an Leib und Gut Geschädigte» tatkräftige Hilfe zu leisten, ist ein Werk der Nächstenliebe. Das unterzeichnete Komitee hat sich die Aufgabe gestellt, Geldspenden zu sammeln und in zweckentsprechender Weise zum Wohle der Hinterbliebenen und Geschädigten zu verwerten. Es wird gebeten. Zuwendungen zu richten an die Direktion der Tisconto- «seseltschcjft. Verlin W 8, Unter den Linden'd5, Sonderkonto„Ober- schlcsien". Auch der kleinste Betrag ist willkommen. L-antisberger Str. S3, Sö, 87. Dis aaßergetoMelien ünpbots oeräieaea eine nngebenre und entiiasiastisehe KacMrage alter vsrsiehtigen Kaujsr. Bedeutende neue Eingänge!!! Auffallend schöne Sommer- Konfektion wie: welßs Voiie-Kieider mit echten PUet-§ ep'tzeji und Handstickereien verziert, Volle Crepe u. 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Trotzla: Terrorismus und Kommunismus, Anti-Kauteky.(2. Auflage.) Preis M. CBO. Karl Radok: Theorie und Praxis der 2,/f Internationale. Preis M. 1.50. W. Newski und S. Rawitsch: Arbeiter- und Bauern Universitäten in Sowjetrußland. Preis M. i. I!cr Evsto Kongreß der Kommunistischen Internationale.(Protokoll der Verhandlungen.) P L. ä argaj Die wirtschaftspolitisohen Probleme der proletansehon Diktatur. Preis M. 3.50. Preis M. 0.- proletariscl Preis M. Preis M. ü.- N. Lenin: Der Imperialismus als jüngste Etappe des Kapitalismus. A. Losowski: Der Intern. Rat der Fach- und Industrieverbände(Moskau gegen Amsterdam). Preis M. 2.—, Karl Radek: Die auswärtige Politik Sowjetrußlands. Preis M. 2.60. W. P. Miljutin: Die Organisation der V olkswirtechaf t in SowjetruSUod. Preis IL 1.50. Demnächst erscheinen: N. Bucharin und E. Preobraschensky: Das ABC des Kommunismus/ N. Lenin: Der„Radikalismus", die Kinderkrankheit des Kommunismus.(Zweite, durchgesehene Auflage)/ d. Darin und N. Kritzmann: Wirtschafteleben und wirtschaftlicher Aufbau Sowjebrußlands 1917-1920/ N. Lenin und G. Sinowjew: Gegen den Strom/ G. Sinowjew: Der Krieg und die Krise im Sozialismus/ Protokoll des Ersten Kongresses der Völker des Ostens/ Protokoll des Zweiten Kongresses der Kommunistischen Internationale/ O. W. Kuusinen: Die Revolution in Finnland/ S. I. Gussow: Die Lehren des Bürgerkrieges /• M. Tomski: Abhandlungen über die Gewerkschaft»* bewegung in Rußland. 3382b• in bezielten durdi die Veria�sbadihandlun� Carl Nadil. louis Cabnblcy, Banibarg 11 T � SKSIIiGL !«! Dirndl ItleicBer ����■IMfürqroA u. klein aus echrem Dirndisroff in hellen u.dunklen Mustern mil- farbiger Schürze Kimlerikielei OröQe SO C SreiQenunq für jede weifere Größe 5°OM,<) Oberhemdbluse aus feinem hellqrur> diqen Barisr m»f PunUrmuster �berhemdbluse aus feinstem weißen Opal, elegante Sportform Qra n le n s r r. löS CEcUe Oranieo otarz.) Seiden-Unterrock ganz plissiert 125, Unteifaille aus feinem Väschpstoff mir. 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Die Verfassung(das Grnndgesetz) der Russischen sozlallstlscfaen föderativen Sowjetrepublik. , 23/24. Drei Kundgebungen aus dem Jahre 1918: N. LENIN; Ein Brief an die amerikanischen Arbeiter/ Ein diplomatischer Notenwechsel über den weiden und roten Terror/ Offener Brief an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Herrn Wodrow Wilson. „ 28. N. LENIN: An die russische Jugend. Rede auf dem 3. Allrussischen KongreB des russischen kommunistischen Jugend- Verbandes. Moskau, 4. Oktober 1920. „16. W. POSNER: Die Einheits-Arbeitssehule. „ 27/28. ANIKST: Organisation des Arbeitsmarktes., „ 29/30. SINOWJEW: Die Sowjetmacht nnd der OWUleisstaad/ S. RAKOWSKI; Die Seele des Sieges. „ 31/32. KARL RADEK: Das dritte Jahr des Kampfes das Sowjetrepublik gegen das Wcltkapital Weitere Hefte in Vorbereitangl Nr. 33. KARL RADEK: An der Schwelle der graben Aufbauarbeit in SowjetruSland. „ 34/83. N. LENIN: Die auswärtige und innere Politik Sowjetrußlands (Rede auf dem VIIL Sowjet-KongreB. Moskau, Dezember 1920). » 36/37. J. STEPANOW: lieber ausländische Konzessionen. „38. N. LENIN; Die gegenwärtige Lage Sowjetrußlands(Rede auf dem X KongreB der Kommunistischen Partei RuBlands. Moskau, März 1921.). „ 36/48. KARL RADEK; Die äußere und Innere Lage Sowjetrntlands und die Aufgaben der Kommunistischen Partei RuBlands. „ 41/42. N. LENIN: Das Verhältnis der Arbeiterklasse zum Bauerntum (Rede auf dem X. KongreB der Kommunistischen Partei RuBlands. Moskau, März 1921.) „ 48. L. KAMENEW: Die Sowjetrepublik hl der kapitalistischen Dm tinglung. „ 44/45, A. RYKOW: Resultate der aufbauenden Tätigkeit da- Sowjet- regierung. Jede Nummer 50 Pf. Zu beziehen durch: FRANKES VERL AQ G.m.b.H., LEIPZIG :huhha rrTfiiififiiiiiifiiifiiiuuijiiuuiiuiuiiJiiiuiiiiti)iuuiiuiiiiuiiuuiuiii(uuuuuiii(iiuuiiiiriiiiJiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiijiuuiiiii/i]miintiiiiiiiiiiinuiiinaHUin Selten günstiges Pflngst-Angebntl Schuhe in Qualitätsware Herrenstiefel... mm. mM. jmm. 12580 Herrenstiefel.... 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Der Rolschaflerrat schlag außerdem der ZuteroMierlea Sommlssiou für Dberschlefleu vor, eine Kundgebung a« die BeoSlkerung zu richten, welche alle Anordnung verdammt und zu erkevven gibt, daß keinerlei Avweudung von Gewalt die Beschlüsse der verbandsregierungen be einsiussen kann oder sie daran hindern wird, w vollkommener Freiheit die Zuteilung der einer Abstimmung unterzogenen Gebiete uach Maßgabe des Friedensvertrages von Versailles vorzunehmen. Da die geplanten Maßnahmen nicht näher bezeichnet werden, wollen wir keine Betrachtungen darüber anstellen, was die Entente z. B. getan hott«, wenn Deutschland ew von ihr noch besetztes Ab« stimmungsgebiet insurgiert hätte. Wir wiederholen mit aller Schärfe unseren Protest gegen seden ungerusenen Einmarsch deutscher Streitkräfte m Oberschlesien, der den Deutschen dort wie in Wcstpolen und im lsteiche nur schaden fönri«. Wir hoffen, daß auch die am Sonnabendmittag erfolgt« Verladung deutscher Diposoldaten auf dem Potsdamer Bahn- Hof nicht derartig irrsinnigen-Plänsn dienen sollt«. London. 7. Mol. lDZU In Veavlworluva mehrerer parla. menlarischer Anfragen stellte der Staatssekretär des Auswärligen Harmsworth fest: Es läßt sich nichts Verhänqvlsoollere» denken, ms daß dieser Aufruhr ausgebrochen ist. Eine Volksabstimmung hak soeben unter vedlnqungen strengster AnparteUIchkeU stattgefunden. Die geqeuwärtiqen Unruhen scheinen aus Gerüchten in polnischen Zeitungen entstanden zu sein, daß die Alliierten bereits eine Ent- kcheidung hivsichtlich der Tellunq gefällt hätten. Eine solche Entschei- duna siegt jedoch nicht vor. Die Gremsestseßung ist eine Frage, die ledlqlich dem Obersten Rat angeht. Die Bewegung in Oberschlesiev tst sehr ausgedehnt, die Unruhen haben inzwischen dle Form offener Rebellion angenommen. Dean die Alliierte Kommission die Ruhe wieder hergestellt hat. wird zur Demarkation der Grenzen geschritten werden, was im Interesse de» Friedens so dringend notwendig ist. 8e Rrmd wieder in Oberschlesien. Oppeln., 7 Mai.(WTV.) General Le Rrmd ist in Oppeln wieder eingetroffen und hat die Geschäft« der Interalliierten Kom- Mission übernommen. Heute nacht werden«ine größere Anzahl Familienangehöriger von Mitgliedern der I. K. Over- schlesten verlasien. Ein..Frontbericht". Krenzburo. 7. Mai.(MTB.) Im ollgemeinen ist die Sage mi» nerän�-ert. Uschütz ist in deutscher Hand. In Mittel-Eeichwitz mschsekt der Besitz. Schierke. Giunowitz. Wendrin, Audowa und Sausenberg sind zurückgenommen. Thüle und Dudkowitz sind � benialls in de u t s ch« r Hand. Die ganze Nordfront des „, Preises Kreuzburg ist unversehrt. In Kreuzburg ist alle« ruhig, auch in>en umliegenden Dörfern ist die Nacht rußig verlaufen. Auf der ssiri!?' Klein-Lassowitz— Skockau— Grunowitz ist in der vergangenen Nacht gekämpft worden. Die Linie wurde vorgetragen und vormüsi wie oben angegeben.......".......... Kattowih. 7. Mai.(MTB.) Kreuzburg ist noch unbesetzt. Rvb- nik ist auf Grund von Verhandlungen von den Aufrührern geräumt. Im Iuliushospital in Rnbntt liegen SO Zivilpersonen und IS koke Italiener, im Knoppschoftslazarett?Z Verwundete und 8 Tot«. Bei den Kämpfen dt Ezerwionka am S. Mai hatten die Italiener IL Tote und 18 Verwundete, bei den Kämpfen am Z. Mat bei Iostrzernb hat die italienisch« Kompagnie 1 Toten und 1 Verwundeten verloren. Groß-Etrehtitz ist von Aufruhrern frei, df« einige Kilometer östsich der Stadt siegen. Kosel ist frei, große Teile des Kreises sind im Besitz der Aufrührer.— Es sind bisher Idtw Deutsche in Ovpeln ringestillt worden. Es fehlt jedoch cm Bewaffnung und Bekleidung. Vfi-. Strafzenschlachten in KönigShütte. Söniashüsie, 7. Mai. lTU.) Bereits in der Nacht gegen S Uhr drangen schwerbewaffnete Insurgenten in den nördlichen Test der Stadt ew. Die französische Besatzung war zu schwach, um den Ein- fall abzuwehren. Es gelang jedoch den Osflzieren, die Iizsm"'enten durch Verhandlung«» zum Abzug zu bewegen. Gegen Mittag machte sich eine Gegenaktion der Deutschen bemerkbar. Die Arbeiter. schaft versammelt« sich vor dem Reichshof, in dem ew polnisches Dnreau untergebracht worden war, stürmt« die Näumsichkeiten und warf die Akten auf die Straß«. Die anwesenden Polen wurden ver- vrügelt. Es wurden Lieder gesungen wie„Deutschland hoch in Ehren",„Deutschland. Deutschland über alles". Di« Post, die von Insurgenten besetzt war wurde durch französisches Militär geräumt. Bor dem Rathaus sammelten sich gegen ein Uhr mittags groß« Mengen von Arbeitern an und verlangten bewaffnet zu werden.. Kurz vor drei Uhr drangen neue Scliaren bewaffneter Polen in die Stadt ein. überrumpelten die französischen Wachen und drangen bis auf den Rathausplatz vor. Die Stadt befindet sich augenblicklich in der Gewalt der Insurgenten. Verhandlungen? Mit allem Vorbehalt melden die PPN. aus Hwdenburg. daß der Bergrat Geifsnheimer vom Berg- und Hüttenmännischen Bor- Pein, versehen mit einem Ausweis, der von Korfanty unterschrieben sei. mit dem polnischen Rechtsanwall Kuwilwski über swanziell« Fragen«ine Besprechung gehabt habe. Ms Bergbausachverftändiger Korsantys soll der gasizische Bergreoierbeamt« Brolsti anwesend ge- wesen fem..- Der aufrichtige Niesiel. Warschau. 7. Mai.(OE.) Die polnische Regierung fetzt ihr dilatorisches Verfahren fort, indem sie die Korfanty-Grenze zwar diplomatisch verteidigt, aber die Unterstützung der Aktion den Par- teien und Organisationen überläßt. Die letzteren betätigen sich sehr regsam, namentlich in den Grenzgegenden, in der Provinz und unter der Hochschuljugend. Eine eigentliche Kriegsstimmungsmacho�wird noch nicht betrieben, wenn auch am Napoleonstag« der französisch« General Niessel ein Hoch auf ein größere« Polen au?» gebracht hat, wofür er von der Menge auf den Schultern getragen wurde. Die Berichte aus Oberschlesien geben vielfache Mordtakeu an D'w'ttoren und Werkbesitzern zu. Für den heutigen Sonnabend fehlt if äs Bargeld für die Lohnzahlungen.— Die deutsche Mark ist seit Montag von 1214 auf 13� gestiegen. Warschau. 7. Mai.(III.) Vom Außenminister S a p i e h a ist aus London w Warschau ein« Depesche ewgetroffen, nach der der Ausstand in Oberschlesien bei den Westmächten eine sehr ungünstige Stimmung hervorrus«. Ewem Vertreter des„Datly Expreß" gegen- über erklärte Sapieha, daß er die Ereignisse w Oberschleflen sehr be- dauere und die entschiedene Haltung der polnischen Regie- rnng begrüße. c EW sislnisiher Borsch«. Der..D zienvik Berlfnski" bringt solaenden E-genbericht aus Oppeln: Im Bereich der sogen. Korkanty-Linie wird lVer!chlesisn von. den Insurgenten- Abteilungen regiert. Die Abstim- »wngspoliz« ist dort entwaffnet und durch Aufständische ersetzt war- den. Einzig in den Städten haben sich die Lbstimmungsbehörden im Lanötag. Tomiulcus berichtigt. Bor Eintritt in die Tagssordnung der gestrigen Sitzung des Preußischen Landtages erklärt der Minister des Innern Dominicas: Gestern ist berichtet worden, daß w Reiß««in fron« zösischsr Offizier, ein französischer Kreiskontrolleur und ew Pole von Eisenbabnbeamten gefangen genommen worden sind, weil s« dabei erwischt wurden, wie sie eine Cisenbahnbruck« über «inen Nebenfluß der Oder ernew zu sprengen versuchten. Mir geht soeben eine telegraphische Meldung des Regierungspräsidenten zu, die lautet: Di» Meldung über ein« Beteiligung zweier Fron-! zasen bei der Brückensprengung wird von der Glsenbahnbehörd« widerrufen.(Tosender Lärm bei den Kommunisten.— Abg. Schulz (Komm.) ruft: Lügner! Zuhälter!— Stürmische Pfuiruf« rechts und in der Mitte.) Präsident Leinert: Herr Abgeordneter Schulz, Sie haben soeben einen Ausdruck gebraucht, der so tief sieht, daß ich sagen mutz: Es geschieht dem Ausdruck zu viel Ehre, wenn ich ihn mit einem Ord- nungsruf beleg«.(Lebhafter Beifall.— Neuer Lärm und Gelochter bei den Kommunisten.) Ich bitte Sie, sich doch hier zu benehmen, wie es unter gebildeten Menschen üblich ist. Minister Dominicus forlfahrend: Der verhaftete(«s war der französische Kreistontrolleur Hauptmann de Blois und man hatte ihn nach Neustadt und dann nach Neiße gebracht, wie Havas schon oerbreitet. Red.) ist inzwischen freigelassen worden. Es ist für mich ew selbstverständliches Gebot der Loyalität. diesen Irrtum hier alsbald vor aller Oeffentlichkest zu berichtigen. Die Mitteilung beruht auf einer amtlichen Meldung.(Zuruf bei den Kommunisten: Es wird amtlich gelogen, wie immer!— Daraus bittet Präsident Leinert das Haus, die Plätze emzunehmen.) -Die Staatsregierung konnte nicht loyaler handeln, als daß sie hier eine Meldung, bie sich bedauerlicherweis« als Irrtum erwies...! (Zuruf links: Bedauerlicherweise! Erneuter Lärm.) Daß die Mel- dung absichtlich unrichtig abgegeben ist, muß ich durchaus b e- streiten.(Zuruf: Das haben Sie immer getan!— Was geschieht mit dem Oberpräsidenten, der gelogen bat?) Di« Zustände in Oberschlesien sind nach wie vor e r n st. Die Meldungen über den freiwilligen Eintritt in die Apo haben erfreulicherweise einen solchen Umfang angenommen, daß die von der Ententetom- Mission zugelassene Höchstzahl dieser Freiwilligen bereits überschritten worden ist.(Lebhafte Bravorufe!— Unruhe bei den Komm.) Gegenstand besonderer Beunruhigung bildet die Nachricht aus den oberschlesischen Städten über eine beginnende Lebens- mittelnot. Es besteht die Gefahr einer großen Lebensmittel- knvppheit mit anschließenden Plünderungen. Die Staatsregierung hat sich mit dem Reichstommisiar für Ernährung und Landwirtschaft in Verbindung gesetzt und vereinbart, daß er im Cwverständnis mit der Interalliierten Kommission die notwendigen Lebensmitteltrans. porte nach Oberschlesicn Einleite. Abg. Meyer-Ostpreußen(Komm.): Im Namen meiner politischen Freund« stelle Ich den Antrag auf Besprechung der Regierungser- klarung.— Von unabhängiger Seite wird der kommunistisch« Antrag unterstützt. Präsident L.e i n e r t erklärt unter anhaltendem Lärm| der Kommunisten und der Unabhängigen, daß nach der Geschäfts»! ordnung ein Antrag mst der Unterfchnft von 15 Abgeordneten ein»' gereicht werden muß. Er will aber diesmal davon absehen. Abg. Scholich(Goz.): Der Minister muh untersuchen, wen die Schuld an der falschen Meldung über die franzäsische Beteiligung trifft. Es ist außerordentlich bedauerlich, daß man auf der äußersten Linken selbst bei dieser ernsten Frage den Parteistandpunkt nicht' zurückzustellen vermag. Ich fühle mich ein« mit allen Deutschlühßen» den, wenn ich das Vorgehen der Kommunssien zurückweise. Hieraus wird Schluß der Auesprache beantragt, der Antrag wird mit allen Parteien gegen Unabhängige und Kommunisten ange» Nammen. Ad dos Haus in die Tagesordsmrg eintreten und de« Antrag Dr. Borsch(Z.) über die Dienstaufwandsentschädigung der Gene» ralsuperintendenten beraten will, verhindern die Kvnummiste» durch fortgeseipez Schreien und Zwischenrufe die Weite rverhandlung. Schließlich vertagt Präsident Leinert di« Sitzung. Schluß 2 Uhr. Zweite G!tzm»g« Wg. Dr. Züeyer-Ostp-ceußen(Komm.)(zur Geschästso rdnung): Wir beantragen, die Besprechung der Regierungserklärimg über Oberschlesien als ersten Punkt auf die Tagesordnung zu setzen. Di« Besprechung ist deshalb.notwendig, well die Sivo...(Präsident Lemsrt unterbricht den Redner mid macht ihn darauf aufmerksam, daß er nicht zur Sach« sprechen darf.) Abg. Meier-Berlin(U. Soz.): Auch wir beantragen Besprechung der Erklärung. Präsident Lcinert: Nach der Geschäftsordnung kann«ine A b» ander uns der Tagesordnung nur vorgenommen werden, wenn kein Abgeordneter widerspricht.(Zahlreiche bürgerliche Abgeordnete erheben Widerspruch.) Abg. Kiosk(Z.): Die ernsten Verhältnisse und die Schwierigkeiten der Lage verbieten es, fetzt in ein« Besprechung...(die übrige» Worte gehen in dem tosenden Lärm der Kommunisten unter). Präsident Leinert: Wir kommen somit zum ersten Gegenstand der Tagesordnung, Beratung des Antrages Dr. Porsch.(Die weiteren Worte gehen' in dem Geschrei der Kommunisten unter, die fortgesetzt rufen: Oberschlesien! Sie Schieberl Für die Pfaffen gebt Ihr Oberschlesien Hins) Es gelingt dem Präsidenten Leinert nicht, die Ruh« im Haufe wiederherzustellen. Der Lärm auf der äußersten Linken wird schließlich so groß, daß die Sitzung wiederum abgebrochen werden muß und die Abgeordneten den Saal verlassen. Dritte Sitzung. Präsident Leinert eröffnet die Sitzung um 3,55 llhr und schlägt dem Haus« vor, sich zu vertagen und die nächste Sitzung auf Montag 1 Uhr mit der Tagesordnung festzusetzen: Westliche Schulen. Wohnungsnot, Kommunalabgabengefttz. Abg. Käß(Komm.) beantragt.zur Geschäftsordnung am Montag auf die Tagesordnung zu setzen den mündlichen Bericht des Rechts» ausschusses über die kommunistischen Anträge betreffs Ausnahme- zustand in Ostpreußen. Ausnahmegerichte, über den sozialdemv. kratisch en Antrag betreffend die Stellimg der Jugendlich», vor den Sondergerichten, die kommunistischen Anträge betreffend Entschädigung der kommunistischen Zeitungen und der Bestattungs- tosten für Sült. Abg. Schul,»Neukölln(Komm.) beantragt zur Geschäftsordnung als ersten Punkt auf die Tagesordnung der Montaysttzung zu fetzen. Die Vorgänge in Oberchcsien. Wir werden einen Antrag zur ober- schlesischen Frage schriftlich einreichen und erwarten, daß Sie nicht zum.zweiten Male einer Besprechung feige ausweichen werden. (Präsident Leinert erteilt dem Redner wegen der Beleidigung des Hauses einen Ordnungsruf und verweist darauf, daß schriftliche Anträge, die nicht vorliegen und verteilt worden sind, nicht auf die Tagesordnung gesetzt, werden können.) Der kommunistische Antrag betreffs Oberschlesien wird gegen die Stimmen der Unabhängigen und Kommunisten abgelehnt. Der kommunistische Antrag, betreffs des mündlichen Berichts des Rechts- ausschusses wird gegen die drei saziälistilchen Parteien abgelehnt.— Es bleibt also beim Vorschläge des Präsidenten. Schluß 4% Uhr. • Wie uns Genosse B u b e r t mitteist, hat er in seiner RsSe�iM Preußischen Landtag am Frellag nicht, wie irrtümlich gemeldet, von dem Regierungspräsidenten von Merseburg gesprochen, sondern sein« Angriff» wegen der«Hstlasiung verheirateter.Hufskräfte, q' dam Zentralverband der Angestellten angehörten, richteten sich gegen den Regisrungspräschenten m Osnabrück. behauptet, aber in einigen, wie z. D. in Beutheu, bestehen neben» her Behörden der Aufständischan, die für Ordnung sorgen. Wie schwach di« Gewalt der Interalliierten Kommission ist, charakterisiert die Tatsach«, daß ihr« Feldgerichts, die einmal mtt dem Kraftwagen, ein anderes Mal mtt der Bahn entsandt wurden, zweimal zurückkehren mußten und, da sie van den Ausständischen nicht durchgelassen wurden, endgültig nach Oppeln zurückzukehren ge» zwungen waren.(DA.) Korfanty redete einem»New Tor? Herald"-Mcmn was von Lebensmitteln aus dem hungernden Polen vor-, da« Bargeld für die Bergarbetteelöhne will er durch Bon« aufbringen, die die Unter» nehmervereinigung gegenzeichnen sollen oder sonst durch Beschlag- nähme der Btmkengelder. Ein unparteiischer Nachruf. Katicnvitz, 7. Mai.(DIB.) Dt-„Oberschltstsche Post" in Rybnik bringt heute folgende« Inserat: „An der umstrittenen Front in diesem gigantischen Freiheits- kämpf Oberschlesiens starben durch die Hand ver größten Feinde des polnischen Volke«, tells ou» dem Hinterhalt, teils an einer be- refts erlittenen Verwundung, folgende Brüder den Ehrsntod des Freiheitskämpfers: von der 5. Hundertschaft der Abstimmung«- polizei Rybnit, Gruppe Gleiwitz, der Hundertschoftsführer und Hauptmann Watt« Larisch(folgen drei wettere Namen). Auf feiten der polnischen Kampforganisation fielen ferner:(folgen sieben Namen). Bewegten Herzens gedenken wir dieser loten Freiheitshelden. Wir stehen an ihrem Grabe nicht in tieffter Er- gebung, sondern mit kaltblütiger Entschlossenheit, auch unser Leben für die endgültig» Befreiung des polnischen Volkes in Oder- schlesien einzusetzen. Diese Todesfreudigkeit wird gewinnen Much die Liebe zum oberschlesischen Volt, zur oberschlesischen Erde und zu . unserem Mut'.crlande Polen. An der Bahre unserer toten Brüder schwören wir. das Freiheitewerk in Oberschlcsien fortzusetzen bis zum letzten Atemzuge, komm« was da will! Die polnische Kampf- orgonisation dar polnischen Offiziere und Beamten der Abstim- mungspollzei Rybnik." Dieses Inserat ist nicht zensiert morden, wohl ob« der Appell der Deutschon an dt« Gerechtigtett der Ententeregierungen. Kovlmuniste« für Korfauiy. Breelav. 7. Mai.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Während die oberschlesische sozialistische Presse illcht erscheinen kann. liegt die kommunistische Gleiwitz«„Rote Fahne", die schon vor der Abstimmung wiederholt indirekt die polnische Sache unterstützt hott«, auch heute vor, wenn auch in verkleinertem Umfange. Das Kommunistenblatt, dem seine eigenen Parteigenossen vor der Abstimmung Bestechung von polnischer Seite vorgeworfen hatten, bringt den Generalstreikaufriii ebenfalls, während Gewerkschaften und loziolistische Parteien zur Wiederaufnahme der Arbett auffordern, da der Streik rerroristischeu Charakter habe. Der Zweck, o«n die Kommunisten mit dieser Unterstützung der polnischen Sache oerfolgen, geht aus ihrem Ausruf hervor, die Betriebe zu besetze» und«inen Zentralarbeilexrat zu bilden. E« Ist sehr unwahrscheinlich, daß sich größer« Arbeitenno sie» dieser Parole anschließen. In verschiedenen Orten haben heute die Belegschaft«» bei den Sr«iitontrolleuren durch di« Betri«bsvertrau Sehutteckenu.zwel guten Sehlfiasem DOMk. DOMk. 72Mk. fOMk. Reise-Handtasch. Lan08c.��——55_ 55—. 60. aus eol. Leder m. Aufspannb. loOMk. IdOMk. 225Mk.250Mk, Mod.Be8uchstaschen0/n 0„ �_0— Leder, in verachladenea Farben24Mlc. 2/50 33Mk. 58Mk. 6; a�Ic. 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