ZS.�ahrgasg Msgabe B Nr.ios Bezugspreis: SiertdiöljtL 30,- M.. monatL«. frei ins Saus, voraus zahlbar. Postbezug! Monatlich 10,— M.einschl.Ku- stellungsgebühr. Unter«Ireuzdand für Deutschland, Danzig, das Saar- u»a Weselgebiet, sowie die ehemals beut- Ichen Gebiete Polens, Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 20,— M., flu das übrige Ausland 27,— M. Postbestellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn, Tschecho- Slowakei. Däne- Marl. Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der„Soraörts" mit der Sonntagsbeilage.Boll imd gein, der Unter- haltungsbeilaqe �eimwelt" und der Beilage.Siedlung und Kleingarten» erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: �Sozialdemokral Berlin" Abend-Ausgabe � UV Devliner Volksblnit (eOPfenitSg� Anzeigenpreis, SM» achtgespalten» Zlonpareillezeil» tost« 8,50 M.fileine Anzeigen- da« fettgedruckte Wort lcho M. szu- lässig zwei lettgedruckt» Worte), lebe» weitere Wort t— M. Stellengesuch« und Echlasstellenan, eigen da, erst, Wort 1-— M. fede, weitere Won SO Dfg. Wort, Uber 15 Buchstaben zählen für zwei Wort«. ssannlien-An- zeigen für Abonnenten geil, 3,— M. Di» Preis, verstehen stch einschließlich Seueruniszuschlag, Anzeigen fllr di, nächst, Nummer müssen bis» Uhr nachmittag, w, Hauptgeschäft, Beriin SW«. Lenbidi. st raste S, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr lriih dl» 8 Uhr abend». �entralorgan äer fo�ialäemokratifcken Partei veutfcklancks Reöaktion unS Expeöition: SW öS» Linöenstr. Z Kcrusprecher: Amt Morttzvlatz. Nr. IS! SV— ISIS?[r �■ T Montag, den 9. Mai 19�1 vonvärts»verlag G.m.b.H., Sw b8, Linöenstr. 2 iyerusprecher, Amt Morihvlatz, Nr. ll7SZ— K4 '-GWh Deutfthe Hilfe abgelehnt. Berlin, g. Mai.(MTB.) Die franzSsiiche Regle- cvng hat aus die deutsche Rote bezüglich Oberschlefieu unter dem Z. Mai folgende Antwort erteilt: Herr Geschäftsträger! Ich habe die Ehre, Ihnen den Empfang Ihres Briefes vom 6. Mai 1921 zu bestätigen, durch welchen Sie die Güte hatten, von den ernsthaften Unruhen mir Mitteilung zu machen, die In Oberschlcsien entstanden sind, anfragten, od die i n t e r alliierten Besahnngstruppen im stände seien, die Ordnung wiederherzn st eilten und mir zur Kenntnis| brachten, daß die deutsche Regierung bereit sei. jede ver- langte Hilfe zu leisten. Ich beehre mich, Ihnen mitzuteilen, dah die übermittelten Meldungen aus deutscher Quelle ln lenden- z i ö s e r weise die im übrigen bedauerlichen Vorgänge darstellen, dte sich in einem Teil des oderschlesischen Abstimmungsgebiets zu- getragen haben. Der Grund der Unruhe Ist ohne Zweifel zu sehen in den aus deutscher(?) Quelle veröfsenttichten Rachrichten, die unzntreffen- verweise meldeten, daß die Alliierten sich entschieden hätten, den größten Teil des Industrie- und Vergwerksge- biels Deutschland zuzuteilen. Diese falsche M e l- d u u g hat den Aufstand der Insurgenten entfesselt, wie dem auch sei, die Iateralliierte Kommission, die mit der Verwaltung des Abstimmungsgebiets beauftragt ist. hat ln einmütiger Ueberein- stimmung die energischsten Maßregeln zur schnellen Wiederherstellung der Ordnung und zur Wiederherstellung der Sicherheit der Einwohner aller Rationalitäten, die in dem Abstimmungsgebiet leben, getroffen. Die alliierten Truppen haben voll ihre Pflicht getan, die fetzt einlau- senden Meldungen lasten eine wesentliche Besserung der Lage in den wichtigsten Zentren der Grubenreviere feststellen. Die Interalliierte Kommission hat an Ort und Stelle die notwendigen Retrutierungs maßnahmen angeordnet. um die Lücken wieder auszufüllen, die in der Polizei durch den Ab- gang polnischer Elemente entstanden sind. Sie hat dadurch der D e- oölterung die veruhlgang verschafft, die sie wünschte. Von irgendeiner der InteraMierlen Kommission für Oberschleflen J'fffp außerhalb zu leistenden Hilfe kann nicht die yi de ,eim Genehmigen Sie, Herr Geschäftsträger, die Versiche- ).ag meiner vorzüglichsten Hochachtung. gez. D r l a u d. Ein englischer Vorschlag. Abgelehnt? p rr l s. 9. Mai. swTV.) wie.Petit Parisien" mittellt. hat in der Sonnobendsitzung des votschafterrots ein Vorschlag der englischen Regierung vorgelegen, um angesichts der Lage in Ober- fchlesieu zu einer provisorischen Regelung zu gelangem Die englische Regierung wünsche, dah unverzüglich die südlichen Bezirke Pleß und Rybnik den Polen und die Bezirke aus dem linken Oderufer Deutschland zugesprochen werden. Der strittige industrielle Bezirk solle indessen unter a l l i e r l e r Verwaltung bleiben, und in diesen Bezirk sollen sich sämtliche InteraMierlen Truppen zurückziehen, da es augenblicklich unmöglich fei, zur Wiederherstellung der Ordnung Verstärkungen nach Ober- schlesien zu entsendem Räch dem.Petit Parisien- soll dieser Vor- schlag geprüft werden; der Botschafterrat wolle sich am Montag "bieder mit ihm beschäftigen. Das Blatt meint jedoch, es sei z w e i f e l- "n." f k. ob er für annehmbar erklärt werde, denn durch eine der- .-jt-.ge halbe Lösung würde man die Gemüter erregen und außerdem Me alliierten Truppen ln eine schwierige Lage bringen. Schließlich berichtet.Petit Parisien-, daß zwei Vorschläge fllr die Grenzfestsetzung in Oberschlesien von der Interalliierten Som- Mission in Oppeln eingegangen sind, ein Bericht von General Le Rond, der sich auf den polnischen Standpunkt stellt, und ein Bericht vom englischen Oberst Percival und vom italienischen General de Marini, der vorschlägt, daß nur die Kreise Pleß und Rybnik den Polen zuge- sprachen werden sollem Der Botschafterrat hat nunmehr die beiden Berichte an die Interalliierte Kommission zurück- gegeben und diese aufgefordert, sie solle versuchen, zu einer ein- heitlichen Lösung zu gelangem Me der.Temps- mitteilt, hat das militärische Komitee von Versailles die Vorschläge der englischen Regierung abgelehnt. Die milltärischen Sachverständigen seien der Ansicht, daß die vorge- schlagenen Maßnahmen nicht ergriffen werden sollten, da sich im fifee�en auch die Lage in Oberschlesien zu bester« scheine. Die Wahrheit. Sattowktz, S. Mai.(MTB.) Das P�ebiszitkoimniffariat für Deutschland, die Leutschnationale Dolkspartei, die Deutsche Volks- Partei, die Katholische Volksportei(Zentrum), die Deutsche Demo- kratstch« Partei, die Sozialdemokratische Partei, der Allgemeine Deutsche Gewertschaftsbund, der Deutsch« Gewerkschaftsbund und der Deutsche Gewerkschaftsring haben folgendes Telegramm an Lloyd George, Briand, Giolitti, Präsident harding, Lord Ciirzon und Graf Sforza gesandt: Mit unerhörter Dreistigkeit hat es der bisherige polnische Ple- biszitkommissar Korsanty gewagt, am 3. Mai 1921 den Ver- tretern der Westmächt« eine Ver Wahrheit ins Gesicht schlagende wirklichen, Darstellung der Entstehung des Polenputsches in Oberschlesien zu unterbreiten. In Oberschlesien hat weder ein Pole noch ein Deutscher auch nur den leisesten Zweifel daran, daß korsanty die Seele dieses verbrecherischen Unternehmens und einzig und allein für das furchtbare Unglück verantwortlich ist, das er über unsere Heimat bringt. Der Putsch war bis in die kleinste Einzelheit vorbereitet. Die Pläne waren der Interalliierten Re- gierungs- und Plebiszitkommission vorher bekannt.' Die„Ober- schlesische Grenzzcitung", die am 1. Mai den alarmierenden Bericht über den Vorschlag der Interalliierten Kommission in einer Sonder- ausgäbe brachte, ist das offizielle Organ Korfantys. Unwahr ist die Behauptung, daß am 2. Mai sämtliche Gruben und Hütten mit einemmal stillgelegt worden seien. Es streikten nur ein Teil der Gruben, während die Hüttenbetriebe unverändert vor sich gingen. Die allgemeine Arveiiseinstellung vom 3. Mai ist durch die Aufständischen erzwungen worden. Eine ungeheuerliche Lüge ist die Behauptung über die Herkunft der Waffen der A u f st ä n d i s ch e n. Die Aufständischen sind mit Gewehren und Minenwcrfern, leichten und schweren Maschinen- gewehren und sogar mit Geschützen in einem Umfange ausgerüstet, der monatelange Zufuhren voraussetzte. Es ist erwiesen und der Interalliierten Kommission bekannt, daß diese Waffen aus Polen stammen. Der erste an die Aufttändislben vom 3. Mai 1921 gerichtete polnische Aufruf sagt wörtlich:„Mit den während der Sklaverei erworbenen Gewehren, mit den von beiden vorangegangenen Aufständen übrig- gebliebenen Waffen seid Ihr in den Aufstand getreten.- Es ist eine unerhörte Anmaßung, dah Korsanty im Namen des ober- schlesischen Volkes zu reden wagt, desselben Voltes, das am 20. März mit gewaltiger Stimmenmehrheit seine deutsche Gesinnung bekannt hat. Es ist eine lächerliche Phrase, wenn Korsanty von einer Entschlosienheit zum Tode bis auf den letzten Mann zu sprechen wagt. Schreckschüsse reichen hin, um die auf- geputschten Insurgenten unter Wegwersung der ihnen aufgedrungenen Waffen in die Flucht zu schlagen. Es ist eine ungeheuerliche Un- Wahrheit, daß dieses Volk zur Vernichtung der Produktionsstätten schreiten wolle, wenn es nicht dazu aufgehetzt wird. Mit derselben Dreistigkeit spricht Korsanty von einer elemen- taren Bewegung. Diese Bewegung, die künstlich entfacht worden ist, wird getragen von den Söldnern korfantys, die mit Gewalt große Mengen der friedlichen Bevölkerung zu den Waffen und zur Teilnahme an dem verbrecherischen Putsch zwingen. Die Worte, wie Gewalttätigkeiten und Plünderungen be- weisen den Geist, von dem dies« augenblickliche Volksbewegung ge- tragen ist. Korsanty will mit maßlosem Ehrgeiz das polnische Spiel von Wilna wiederholen und wagt es, sich auf das Interefle der Menschheit und das Interesse des Wirtschaftslebens Europas zu berufen. Die Taten der Aufständischen sind ein Hohn aus die Gesetze der Menschheit, und die verbrecherische Lahmlegung des Wirtschaftslebens Oberschlesiens schlägt der Bevölkerung die tiefften Wunden. Die Interalliierte Kommission zu Oppeln hat in ihrer Bekanntmachung vom 3. Mai anerkannt, daß der Putsch nur von gewissen Teilen der oderschlesischen Bevölkerung getragen ist. Selbst unter den heutigen Verhältnissen ist die ü b e r- wiegende Mehrheit des oderschlesischen Volkes friedlich und arbeitswillig. Aber sie wird von den zum großen Teile landfremde n Insurgenten von der Arbeitsstätte sernge- halten oder zurückgetrieben. wir fordern vou den für die Entscheidung über Oberschlesien verantwortlichen Rationen, daß sie sich durch die der Wahrheit wider- sprechenden Darlegungen jenes Mannes nicht beeinflussen lassen, der Oberschlesien mit allen Mitteln eines gewisienlosen Demagogentunis feit zwei Iahren in Furcht und Schrecken hält, sondern dah sie nach den unveränderlichen Grundsähen des Rechtes und der Gerechtlg- keit entscheiden, die ausnahmslos für uns spricht. Die �age. Breslau, S. Mai.(WIB.) In hindenburg wird di« Macht der Polen immer größer. Die Verhaftungen deutsch- gesinnter Einwohner nehmen zu. Ganze Straßen sind von den Polen abgesperrt und werden nach Heimattreuen durchsucht. Die Stadt Cosel wird von überlegenen polnischen Kräften schwer be- droht. Die Aufständischen verwenden in diesem Abschnitt Ar- tilleri'e und Minenwerfer. Anfrage der deutschen Parteien. Oppeln, S. Mai.(MTB.) Das Plebiszitkommiflariat für Deutsch- land. die Deutschnational« Volkspartei, die Deutsche Volksportei, die Katholische Bolkspartei, die Sozialdemokratische Partei, der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund, der Deutsche Gewerkschaftsbund und der Deutsche Ge-werkschastsring hoben an di« Intera liierte Kommission in Oppeln ein Telegramm gerichtet, in dem sie anfragen, was dieKommission zu tun gedenke, um ihre Zusage vom 3. Mai 1921 zu ver« Einnehmen heißt weiterkämpfen! Von Friedrich Stampfer. Die bayerische Einwohnerwehr steht jetzt vor der Frage, ob sie Frankreich den Krieg erklären und das Ruhrrevier beschützen oder nicht lieber schleunigst ver- schwinden will. Daß man mit der Flinte in der Hand sein Land gegen feindlichen Uebersall verteidigt, begreift auch ein Pazifist. Aber daß es einfach idiotisch wäre, das Reich zer- reißen zu lassen, damit die Bürgerwehren von Aibling, Tutzing und Partenkirchen an Sonntagen mit Militär- gewehren auf Scheiben schießen können, sollte zur Not auch ein Militarist begreifen. Gewehre, die den Feind nicht fern- halten, sondern ihn nur wie ein Magnet ins Land ziehen, müssen sofort verschrotet werden, sie nützen zu gar nichts, sie schaden nur. Die Lage ist heute anders als vor zwei Iahren. Ich habe Grund zu glauben, daß damals viele Feinde Deutsch- londs eine Ablehnung fürchteten. Sie waren damals ihrer Sache nicht so sicher, wie sie es heute sind. Würden heute die französischen Imperialisten und Militaristen eine Abstim- mung unter sich veranstalten, ob Deutschland annehmen oder ablehnen soll, so würden sämtliche Zettel auf Ablehnung lauten. Genau ebenso würde auch eine Abstimmung inner- halb der Deutfchnationalen Bolksvartei ausfallen. Sollte das nicht zu denken aeben—- selbst in dor Deutschnationalcn Volksvartei? Wenn Deutschland ablehnt, werden die französi- schen Nationalisten jubeln, denn dos deutsche Nein trägt sie rasch und mühelos zum ersehnten Ziel. Dieses Nein ' M' 5 9tt..... pftsc! >>_. i K» ürtschaftsgewalt vereinigt,"das unbesetzte Gebiet dein wirt macht sie zu Herren nicht nur des WMWl itifch abgeschnürt, Erz und Kphle unter französischer uhrreviers, sondern der en Fahnen vom Reich Welt. Westdeutschland unter zollpolit"--- Wirtschi schaftlichen Verfall und ihrer Gnade preisgegeben— können sie mehr verlangen? Aber das ist noch nicht alles! Das deutsche Nein bindet die Alliierten aufs neue an den französi- schen'Siegeswagen, es sichert Frankreich die Führung in der Entente. England, Italien, Belgien, Japan haben sich ver- pflichtet, die Besetzung des Ruhrreviers so lange zu dulden und durch militärische Machtmittel zu unterstützen, bis Deutschland die Bedingungen des Ultimatums erfüllt. Das nationalistisch beherrschte Frankreich wird dafür sorgen, daß diese Verpflichtung nicht vergessen wird. Es wird mit Hoff- nung auf Erfolg fiir ein ungeteilt polnisches Oberschlesien plä- dieren und zu immer neuer Verstärkung des auf Deutschland lastenden gewalttätigen Druckes anspornen. Wenn wir nun wissen, daß unsere schlimmsten Feinde aus guter Berechnung unser Nein wollen, und wir sprechen es trotzdem aus, handeln wir dann nicht wie Schafe, die ins Feuer rennen? Dürfen wir Ja sogen, wenn wir die wirtschaftlichen For- derungen des Ultimatums für unerfüllbar halten? Auf diese Frage ist zu antworten: Das Ultimatum fordert von uns kein volkswirtschaftliches Gutachten, sondern bestimmte Handlungen. Wir sollen vor allem SV Millionen Gold- mark mit 5 Proz. verzinsen und mit 1 Proz. tilgen. Wir sollen jährlich 2 Milliarden bezahlen und dazu nock) einen Betrag, der dem Wert eines Viertels unserer Ausfuhr entspricht. Die Frage ist nicht, ob wir das In zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren noch werden tun können, die Frage ist, wie lange wir das aushalten können, um jetzt dem Todesstoß auszuweichen und ein besseres Weltwetter abzuwarten. Nachdem die deutsche Regierung in ihrem Vorschlag an Harding eine Milliarde„alsbald" und 200 Mil- l i a r d e n in weitern— allerdings ganz unbestimmten— Zeiträumen angeboten hat, müßte man annehmen, daß es vielleicht doch nicht ganz unmöglich sei, die Beträge aufzu- bringen, die uns über die ersten 1 bis 2 Jahre hinweghelfen. Schon die«ine Milliarde, di« wir„alsbald" angeboten haben, hilft uns über das erste halb« Jahr. Zahlen wir sie zur rech- ten Zeit, gelingt es uns, noch ein paar Vierteljahresraten später rechtzeitig aufzubringen, so werden die französischen Eroberergenies Wut schnauben. Sie wissen— besser als mancher hierzulande—, warum jeder Aufschub ihren Plänen gefährlich ist. Nehmen wir die Zahlungen auf! Wenn wir sie nicht aufnehmen— welches Kind glaubt, daß wir damit von ihnen losgekommen sind? Man wird uns dann wie Zechpreller be- handeln und wird sagen, dah wir uns wie Zechpreller benom- men haben, da wir nach so viel Versprechungen mit dem Zahlen gar nicht begonnen hätten. Die Aufnahme der Zahlungen wird voraussichtlich mit der Zeit dieselben wirtschaftlichen Folgen haben, die mit der Besetzung des Ruhrreviers sofort eintreten. Wir werden dann das Recht haben, die Garantietommission zu fragen, was sie zu tun gedenkt, um zu verhindern, daß die deutschen Schuldverschreibungen zum Tapezieren der Wände verwendet werden. Wir werden dann durch das Experiment— nur dieses gilt noch, Sachverständigengutatchen nicht mehr!— bewiesen haben, daß man uns nicht zum Zahlen zwingen kann, indem man uns zahlungsunfähig macht. Allerdings würden die Sachverständigen von jenseits recht behalten, Pitz behaupten. Paß Deutschland unter solchen Lasten noch ausblühen kann, so wären wir angenehm blamiert, und alles weitere würde sich glatt abwickeln. Da es in Deutschland solche Optimisten nicht gibt, müssen wir uns auf die Stunde vorbereiten, in der die Unausführbarkeit des Londoner Finanzdiktats, trotz Deutschlands bestem Willen, auch den weniger Wohlmeinenden sichtbar werden wird. Nur diese kann die Stunde der Rettung werden. Ist uns so nicht zu helfen, so ist uns überhaupt nicht zu belfen. Jetzt Nein sagen und zusehen, wie das Ruhrrevier be- setzt wird, oas heißt nicht gegen das Schicksal ankämpfen, son- dern sich ihm kraftlos preisgeben. Kämpfen: das heißt jetzt Zahlen und eine vernünftige Politik treiben. Aber ich fürchte, wenn unserem Bürgertum auch das erstere gelänge, das zweite gelingt ihm nicht. Ich darf vielleicht daran erinnern, daß ich kein grundfätz- licher Anhänger weicher Nachgiebigkeit bin. Ich glaube, kein Sozialdemokrat dürfte das fein, denn wem noch etwas Rebellenblut in den Adern fließt, dem kann das Kuschen und Parieren vor plumper Gewalt, heimischer oder fremder, nicht passen. Noch immer bin ich der Meinung, daß ein festes Nein vor zwei Jahren eine Heldentat gewesen wäre. Aber heute wäre es nur noch eine Dummheit und ein Beweis für das Gegenteil von Mut! * Die Sozialdemokratische Reichstagsfraktion tagt seit heute vormittag 10 Uhr in Gemeinschaft mit dem Parteiaus- schuß, uni zur gegenwärtigen Situation Stellung zu nehmen. putsch bereit. In der VKPD. scheint große Neigung zu bestehen, die jetzige außenpolitische Krise zu einer Wiederholung des Märzwahnsinns zu benutzen. Die Sonntagnummer der„Roten Fahne" ist auf Beranlassung der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden, weil darin zur sofortigen Er- Hebung des Proletariats aufgefordert sein soll. Es war uns nicht möglich, ein Exemplar der Nummer zu erhalten, aber auch die Sonnabend-Abendausgabe der Zeitung zeigt, daß die „Rote Fahne" sich zurzeit ganz ähnlich gebärdet, wie in den T a g e n v o m 1 7. M ä r z a b, wo sie täglich einen hysterisch kreischenden Aufruf zu den Waffen an ihrer Spitze brachte. In der Sonnabend-Abendausgabe heißt die Schlagzeile: „Der einzige Ausweg: Proletarische Revolu- tion!". In diesem Aufruf wird u. a. gesagt: In dieser Situation muß man schon die politische Borniertheit eines Hilferding besitzen, um in weisen Ratschlägen an die Urheber dieses Chaos einen Ausweg zu suchen. Alles Geschrei der„Freiheit" und des„Vorwärts" über angebliche Putschabsichten der Kommu- nisten hilft nicht darüber hinweg, daß eine radikale Lösung die'e i n z i g mögliche ist.... Cs gilt nur, die Kräfte des Prole- tariats zusammenzufassen, die arbeitende Bevölkerung zum Kampfe gegen die Ausbeuter und die Herrschenden zu organisieren und in revolutionärer Offensive in den Kampf zn führen. Hier wird wieder einmal die„revolutionäre Offensive", d. h. Angriffs taktik gepredigt. Wenn diese Predigt ihren Zweck erfüllt hat. dann sind natürlich die armen Kommunisten von der Gegensefte nur„provoziert" worden. Mit den Deutschnationalen berühren sich die Kommunisten in der Ein- sali des Denkens. Beide glauben an ihr Allheilmittel. Nach den einen löst sich jede Krise von selbst, wenn man sich be- wafsnet und Krieg macht, nach den andern, wenn man sich bewaffnet und Revolution macht. Aber„mit der Waffe in der Hand" wird das europäische Problem nicht gelöst werden, mag da« Allheilmittel von deutschnationalem oder von kom- munistischen Quacksalbern gepredigt werden. Das Spiel mit üem Jener. Die Deutschnationalen träumen von neuem Krieg. In der Philharmonie sprach am Sonntagnachmittag Graf Reventlow vor den �Vereinigten nationalen Verbünde- ten" über die Schuldfrage am Kriege. Es lohnt nicht, sich mit diesen Gedankengängen zu befassen, deren innerster Kern ist, daß die nationalen Älteressen höher stehen, als die Wahr- Das*Namnsthiff*. Die deutsche Literatur hat erst verhältnismäßig spät Welt- geltung erlangt. Erst in der Zeit des Humanismus beginnen deutsche Gelehrte die Aufmerksamkeit fremder Länder auf sich zu ziehen, und das erste deutsche Buch, das einen internationalen Riesenerfolg hatte, war die mehr gelehrte als dichterische Arbeit eines tüchtigen Humanisten, Sebastian Brants„Narrenschiff". Auch heute noch, da nur noch der Forscher zu dieser weitschweifigen Reimerei greift und die mit Dürers Namen in Zusammenhang stehenden Holzschnitte uns viel mehr interessieren als der Text, lebt unbewußt im Volksmund vieles von der Sprichwörterweisheit und dem gutmütigen Spott fort, den der Straßburger Stodtschreiber über die ewig menschlichen Schwächen ausgegossen hat. Sebastian Brant, dessen Todestag flch am 10. Mai ziun 400. Male jährt, verkörpert den edelsten Typus des deutschen Humanis-. mus. Er hat viel geschrieben, lateinisch und deutsch, Verse und Prosa. Aber unsterblich geworden ist er allein durch sein„Narren- schiff", das 1494 zuerst erschien und der charakteristischste Ausdruck jener geradezu das„Narrenzeitalter" genannten Epoche ist. In Fliegenden Blättern und Traktätchen des Mittelalters, in denen Tod und Teufel die Hauptrolle spielen, tritt allmähllch der Narr auf, und in den Tagen eines steteren Geisteslebens triumphierte der stöhliche Narr über die dunkeln Dämonen. So tritt er in „Nnrrentänzen" auf, wie stüher der Knochenmann in den Toten- tünzen, und wie der unheimliche Geselle, erscheint auch sein lustige- rer Kumpan hinter� allen Ständen und allen Altern, schwingt über dem Säufer wie über dem Geizhals, ja über Kaiser und Papst seine klingelnde Schellenkappe. An diese Bilderbogen hat Brant fein Werk geschickt angeknüpft und die Satire auf alle Stände so- zusagen in ein System gebracht, indem er mehr als hundert Narren auf ein Schiff packte, um sie nach.Narragonien" fahren zu lassen. Wie sehr er das Richtige traf, das bewies der geradezu bei- spiellose Erfolg seines Buches. Es wurde überarbeitet, gekürzt berausgebracht, nachgeahmt, ins Niederdeutsche, Niederländische, Französisch«, Englische und andere Sprachen übersetzt. Seine eigentliche internationale Verbreitung aber gewann es in der latei- nischen Ueb-rtragung des Jakob Locher von 1497. Im Gewände der dnmaiigen Weltsprache hat es den ersten großen deutschen Bucherfolg errungen. Braut hat in diesem Werk zahlreiche Lesesrüchte seiner ausgebreiteten Gelehrsamkeit verarbeitet: er sammelte allerlei Sprichwörter aus dem Volksmund und bot so seinen Zeitgenossen uralte sittliche Weisheit in einer zeitgemäßen Form. Indem er mit gutmütigem Spott die Welt als ein großes Narrenhaus darstellte, gab er der damals die Well durchziehenden Stimmung einer allgemeinen Kritik den stärksten, ja einen klassischen Ausdruck. Valuta.... Die deutsche Mark ist bekanntlich zu dem größten internationalen Spielpapier geworden, das es je gegeben hat, und in allen Ländern mit hoher Valuta hat das Spekulationsfieber die weitesten Kreise ergriffen. Näheres darüber teill Erust Schnitze I sieit und die objektive Feststellung der Dinge. Am Schluß seiner Rede kam Reventlow aber auch auf die gegenwärtige Situation zu sprechen und sagte nach dem vorliegenden Be- richt einer Korrespondenz folgendes: „Wir dürfen jetzt nichts unterschreiben, was wir der Entente gegenüber nicht halten können.(Beifall.) Bezüglich der Entwaff- nung und der Kriegsverbrecher konnten wir auf keinen Fall unsere Unterschrift einhalten und selbst, wenn die Bayern so dumm wären, sich entwaffnen zu lassen,— soweit ich informiert bin, werden sie es nicht tun— würde die Entente doch ein paar alte Gewehre oder ein Flugzeug nach Deutschland holen, um aus diesen„Waffen- funden" ein Recht zum Einmarsch herzuleiten.(! I) Irland sollte uns in seinem Kampf um die Freiheit ein Borbild sein. Noch dazu, wenn wir bedenken, daß Frankreich heute keinen Napoleon mehr hak und Deutschland nicht mehr das kleine Preußen ist." Graf Reventlow, der als ausgebildeter ehemaliger Be- rufsoffizier die 4� Jahre des� Weltkrieges am Schreibtisch verbracht hat, wird allerdings auch den von ihm gewünschten neuen Freiheitskrieg so zu inszenieren wissen» daß ihm per- sönliche Unannehmlichkeiten erspart bleiben. Diese Sorte Kriegshetzer ist stets bereit, in Strömen das Blut— der andern zu opfern, und fei es für das wahnwitzigste und aussichtsloseste Unternehmen. Denn etwas anderes ist der von Graf Reventlow gepredigte Revanchekrieg nicht. Wenn Frankreich auch keinen Napoleon hat, Foch be- sitzt noch immer größere Aehnlichkeit mit diesem als R e v e n t- low mit einem Freiherrn v. Stein! Der Sensationsmacher. In dem Prospekt seines neuen Blattes hat Herr Walle, der abgesägte Chefredakteur der„Deutschen Zeitung", stolz verkündet: „Jede Nummer«in politisches Ereignis." Die politischen Ereignisse sind Herrn Wulle aber schon in kürzester Zeit ausgegangen, und so hilft er sich mit dem beliebten Surrogat: aus den Fingern gesogene Schw.indelsensationen. Unter der Ueberschrift „Polizeioffizier« als Führer der Roten Anne?" behauptet Herr Wulle, den Schleier lüften zu wollen, der„um die hochverräterischen Umtriebe des Polizeimajors M ü Her- B ra n den b u rg" gehüllt ist.— Wir haben anläßlich des Falles Müller-Brandenburg mehrfach darauf hingewiesen, daß die deutschnationalen Denunziationen gegen den Chef der thüringischen Sicherheitspolizei unter der amtlichen Unter- suchung fortgesetzt in weniger zusammenschrumpfen. Noch toller als die gegen Müller-Brandenburg ausgeheckten Beschuldi- gungen deutschnationaler Spitzel ist das, was Herr Wulle zu be- richten weiß: „In der Sitzung des Aktionsausschusses der Roten Armee vom 27. Dezember 1920, nachmittags 3 Uhr. im„Englischen Hos" in der Alexanderstraße zu Berlin, wurde beschlossen, den Oberst Lange, den Letter der Sicherheitspolizei in Mecklenburg- Schwerin, sowie den Polizeimajor Müller-Brandenburg, den jetzigen Chef der. Thüringer Staatspolizei, zu Führern der Roten Armee zu bestellen. Später wurde dann das Oberkommando der Roten Armee noch durch die Zuwahl folgender früherer Offiziere ergänzt: des Hauptmanns a. ,D. Wege, des Begründers der Ossiziervereini- gung der Deutschen Republik", des Oberleutnants a. D. Krüger, des Leutnants a. D. B i e w e g, sowie der Hauptleute a. D. Koppen und von Behrfeld«. Die Meidung trägt an sich schon den Stempel der Sensation und des Schwindels an der Stirn. Wir wollen aber noch folgende Tatsachen hinzufügen: der angebliche Rote-Armee-Führer Müller-Brandenburg hat vom 9. Dezember bis 8. Januar schwer krank in Weimar im Bett gelegen, kann also an einer Sitzung am 27. Dezember in Berlin nicht teilgenommm haben. Dar Gründer der„Ossiziersvereinigung der deutschen Republik" ist kein Hauptmann Wege, sondern ist der unfern Lesern bekannte Hauptmann Meyer. Wenn die übrigen Genannten sich bisher nicht geäußert haben, so wohl deswegen, weil ihnen die Existenz des Wulleschen Sensationsblattes unbekannt geblieben sein dürste. Namentlich ist es mit dieser Hetznotiz wohl auf den Oberst Lamge abgesehen, dessen republikanische Gesinnung den monarchistischen Ehrenmännern längst ein Dorn im Auge ist. Offizier« mit republikanisch- demokra- tischer Gesinnung darf es eben nicht geben, deshalb wird jeder repu- in„Rcclams Universum" mit. So erklärte in einer Arbeiter- Versammlung in London ein Abgeordneter, daß eine große Menge Leute für ihre Spargroschen deutsches Papiergeld aufkauf- ten, das in Riesenbelrägen über Köln hereinkäme. In den a m e r i- konischen Zeitungen findet man überall Anzeigen:„Wollen Sie schnell reich werden? Dann kaufen Sie schleunigst durch uns deutsches Papiergeld." In manchen Ländern beschäftigen sich große Organisationen mit der Valutaspekulation. So wurden in Nor- wegen Zentralstellen geschaffen, die für ihre Kunden in großem Umfang Versicherungen bei deutschen Lebensversicherungen ab- schließen. Ein Teil der Prämie wird sofort bezahlt, und so er- halten diese Spekulanten bei dem niedrigen Markkurs eine sehr billige Versicherung. In Spanien bildete sich aus dem Banco Hispano Americano und sechs anderen Banken ein Valutatrust, der die großen, dort vorhandenen Massen ausländischer Banknoten nicht weiter anhäufen will, sondern dafür Industriewerte in den betreffen- den Ländern erwirbt. Die von dieser Gruppe finanzierten Valuta- Gesellschaften gewähren den Einlieferern der ausländischen Werte entsprechende Beträge ihrer eigenen Aktien und verwenden die so erlangten Zahlungsmittel zu Beteiligungen an der ausländischen Industrie. Dabei steht natürlich Deutschland im Vordergrund. Würde unsere Valuta plötzlich wieder aus den normalen Stand gelangen, so könnte es passieren, daß ein Reisender nach vergnügt verbrachtem langen Aufenthalt— mit noch mehr Geld nach Hause kommt, als er von dort mitgenommen. So wird von einem jungen Amerikaner berichtet, der vor dem Kriege mit 10 000 Dollars eine Reise durch England, Frankreich, Spanien, Italien und Deutsch- land machte und in den einzelnen Ländern je 400 Pfund, 10 000 Frank. 5000 Pesetas. 7000 Lire und 12 000 M. ausgab, worauf ihm noch 500 Dollars übrigblieben. Er macht noch dem Kriege mit 10000 Dollars dieselbe Reise und verteilt sein Geld nach dem Wäh- rungsunterschied nun folgendermaßen: England 633 Pfund, Frank- reich 36 000 Frank, Spanien 3800 Peseten. Italien 27 000 Lire. Deutschland 185 500 M. In Deutschland läßt er sich nieder und wartet ab, bis die Währung normal wird. Erfolgt dies nach einem Jahre, in dem er 85 500 M. ausgegeben hat, so könnte er mit 100 000 M. nach Amerika zurückkehren und dort 20 000 Dollar er- halten, also das Doppelte von der Summe, mit der er die Reise antrat. Die neue« Reichen. Nachdem es die französischen Kriegsge- winnler müde geworden sind, ihre höhere Kultur durch den Ankauf von Kunstgeaenständen zu erweitern, haben sie sich neuerdings dem Sport des Sammelns von seltenen Ausgaben und kunstvoll ge- bundenen Bückern zuqewandl, zum nicht geringen Verdruß der sachkundigen Bibliophilen, die den Wettbewerb mit den geldmächti- gen Protzen natürlich nicht aufnehmen können. Die Folge dieses Kamvfes bringt sich auf den Bücherauktionen durch die Steigerung der Prelle ins Fabelhafte zum Ausdruck. So erzielte kürzlich bei dem Verkauf der Bibliothek Gomsel ein Exemplar von Baude- laires„Fleurs dn Mal" einen Preis von 16 000 Frank. Ein neun Seiten umfassendes Heft von Ana tote France, das dieser mit 15 Iahren geschrieben hat, und das den Titel„Die Leaende der heiligen Radegunde" fühtt. fand für 4500 Frank einen Lieb- blikanifchs Offizier in einen Rote-Armee-Führer umgelogen.— Wenn Herrn Wulles„politische Ereignisse" alle von dieser Art sind, so zweifeln wir keinen Augenblick, daß er gewissen Berliner Skandal- blättern mit der Zeit erfolgreiche Konkurrenz machen wird. Kommunisten an öer Arbeit. Graz. 9. Mai.(WTB.) In einer von der ChrifitichsoMen Partei nach Sankt Lorenzen bei Kapfenberg in Steiermark einbe- rufenen Wählerversammlung, in welcher der Landeshaupt. mann bon Steiermark Professor Dr. R i n t e l e n und Landesrct P r i e s ch i n g sprechen sollten, kam es heute vormittag zu schweren Ausschreitungen. Im Saale waren in großer Anzahl Kommu» nisten aus dem in der Nähe gelegenen Bergwert Parfchlug er- schienen, die auf den Tisch, an welchem der Landeshauptmann saß, eindrangen. Schließlich stürzten sie den Landeshauptmann vom ersten Stockwerk auf die Straße. Der Landeshauptmann konnte ssch trotz der erlittenen Verletzungen wieder erheben, doch die Menge lief ihm nach und schlug ihn zu Boden. Er wurde schwer verletzt und bewußtlos im Automobil noch Graz gebracht. Auch Landesrat Priesching wurde von den Kommunisten mißhandelt. Graz, 9. Mai.(WTB.) Die Bezirkshauptmannschaft Bruck sandte eine Abteilung Gendarmerie nach Sankt Lorenzen, wo Verhaftungen oorgenomiüen wurden. Die gemeldeten Verletzungen des Landeshauptmanns Dr. Rintelen sind schwer. Es sind hauptsächlich Kopfverletzungen. Wie verlautet, lag die Absicht vor, Rintelen zu töten. Gegen ü!e Sanktionen. Paris. 9. Mai.(WTB.) Der Allgemeine«»bester- oerband C.G.T. hat den Nationalrat auf den 12. und 13.. Mai nach Paris zusammenberufen, um gegen die Politik der Sanktionen Stellung zu nehmen. Der Verwaltungsrat will aufs neue eine praktische Lösung der Probleme suchen, die zu einem wahren Frieden führen solle, außerdem will er sich nochmals mit dem Wiederausbauprogramm beschäftigen. Am Sonntag fand in Paris eine große Kundgebung der Kommuni st en unter freiem Himmel statt. Als die Manifestanten das Weichbild der Stadt wieder betraten, kam es zwischen ihnen und der Polizei zu Zusammen st ößen, wobei beide Parteien Verwundete zu beklagen hatten. Eine große Zahl der Kommu- nisten wurde verhaftet._ Antrag Knox zurückgeftellt. London, 9. Mai.(WTB.) Reuter meldet aus Washington, daß jetzt, da die Vereinigten Staaten angenommen haben, sich inoffiziell im Obersten Rat, in der Reparationskommission und im Botschafter- rat vertreten zu lassen, die Führer des Repräsentantenhauses an- regen, die Resolution des Senators Knox, die den Krkgs. zustand mit Deutschland für beendet erklärt, solange zurückzu» stellen, bis die größeren Probleme, die aus dem Krieg hervor- gegangen sind, geklärt sind. Die Führer des Repräsentantenhauses erklären, daß diese Haltung die Zustimmung der Senats- kommiffion für auswärtige Angelegenheiten finde, und,«is einige behaupten, auch die Zustimmung des Präsidenten H a r d i n g. Paris. 9. Mai.(WTB.) Nach einem Kabeltelegraum der „Chicago Tribüne" aus Washington herrscht im Senat große Niedergeschlagenheit infolge der Zurückstellung der R-so- lution Knox. Einige Mitglieder des Senats würden sich wahrichein- lich in h e f tig en"K r i t i k e n gegen den Präfid enten und den Staatssekretär Hughes ergehen, der zusammen mit seinem hauptsächlichsten Parteigänger, Handelssekretär Hoover, als bestin:- inende Persönlichkeit in der auswärtigen Politik der Bereinigen Staaten betrachet wird._ Sunpatfen präjlöent von Ghina. Paris, S. Mai.(WTV.)„Chicago Tribüne" berichtet, daß Sunyalsen am S. Mai. von einer begeislerleu Menge begrüßt. als Präsident von China eingeführt wurde. 3n eiuer Ansprache habe er erklärt, daß die chinesische Politik unter seiner Leituvtt sich der amerikanischen mehr als bisher anpassen werde. Haber. Exemplare Baudelairefchcr Bücher mit der handschriftlichen Widmung des Versassers, der in seinen Lebenssahren ein ständiger Gast der Pariser Krankenhäuser war, wurden mit mehreren tausend Frank bezahlt. Für die oft recht bedürftigen Erben der Verfasser, deren Werke heute mit Gold aufgewogen werden, fällt natürlich nicht ein roter Centime ab. So verbringt beispielsweise der Sohn Paul Verlaines seine Tage im Schatten der Pariser- Unter- grundbahn als Bahnsteigschaffner, damst beschäftigt, die Karten der Fahrgäste zu knipsen. Die unsittliche„Carmen". Daß der Prophet in seinem Vater- lande nichts gilt, hat auch Georges Bizet schmerzlichst er- fahren. Es bedurfte erst der Rehabilitierung im Auslande, ehe dos genialste seiner Bühnenwerke in Frankreich bodenständig werden konnte. Aus Anlaß einer Gedächtnisfeier, die in Paris angesichts der 46. Wiederkehr des Todestages des„Carmen"-Kompontsten stattfand, veröffentlicht der„Menestrel" einige interessante Einzel- Helten aus der Bühnengeschichte der Oper. Sie ging am 3. März 1875 auf der Bühne der Opera Comique in Paris zum erstenmal in Szene und wurde vom Publikum mit eisigem Schweigen emp- fangen. Man entrüstete sich merkwürdigerweise über einige Szeney des Librettos, deren Verismus die an die leichte Kost der zeitgenössischen komischen Oper gewöhnten Zuschauer verletzte. Man zic., Bizets Werk allen Ernstes der unmoralischen Tendenz, und selbst der Direktor des Theaters, Du Locle, tadelte den steten Ton und die allzu derben Wahrheiten des Textbuches. Deshalb hatte er es auch für angezeigt gehalten, einem Minister, der für die Erstauf- führung eine Loge bestellt hatte, eine Einladung zur Generalprobe zu senden, mit der Anheimgäbe, sich zunächst erst einmal in der Probe davon zu überzeugen, ob er es wagen dürste, sein« Familie den Gefahren der Erstaufführung auszusetzen. Nach dem Durchfall in Baris begab sich die Gesellschaft mit der„Carmen" auf eine Gast. spielreise ins Ausland. Zuerst wurde in Genua Station gemacht, und hier wäre bei der Aufführung Frau Galli-Mari, die die Titel- rolle gab, um ein Haar von Don Jose getötet worden. Iw letzten Akt hatte nämlich der Tenorist die Richtung des Stoßes seines Messers fcklecht abgemessen, und so aeschah es, daß die Klinge seiner „Naooja" die Wange der ersten Darstellerin der„Carmen" auf- schlitzte. Overnhans. �-uke, Montag, wegen mebrsaLcr Evkranklmg« „Cosi fan tutte".Figaro« Hochzeit". Ansang«'/, Uhr. Lelsing-Theater. Die Sommersdielzeit beginnt am Sonnabend. 14. d. Mts., mit Otto Erich Hartleb eu«.Rosenmontag". Kunftnachrickten. Di« Eriffnung de« Berliner Schloß. m u l e u m« dürste sich noch um ewige Monate verzögern, da die Maurer- arbeiten an mehreren Stellen noch nicht fertig find. In der Protestversammlnng. die am Dienstag ist. Uhr km Ober- I'chstaal der Philharmonie gegen die neuerliche Bedrohung der Freiheit in Kunst und Wissenichait Perwnhrnna einleacn soll, werden Vertreter der Vereine, die(ich dein Goeihc-Bund für die Einberufung angelchlofien haben, zu Warte kommen. Namen« des Moethe-Bundc« wird Wolsggug Heina den in lcmrn Grundzügen bekannt gewordenen Gesetzentwurf»ach der rechtlichen, ethischen und literarische» Seite beleuchten. Hcac Rcöe Äspö Georges. Lovdar, 8. Ma».(EP.) Lloyd Georg« hielt in Mmdftone vor der Rationaloersinigung d« Unionisten in der Grafschaft Seat eine gro&e palirifche Sfieie, wo er sich vor allem dagegen rechtfertigte, daß er als Liberaler in einer unionMschen Vereinigung erscheine, und er erklärte, er fühle sich bei den Unionisten als Daniel in der Wwengrube. Aber wenn man ihm vorwerf«, daß er feine An- ficht geändert habe, so halte er dem entgegen, er habe nur sein Kleid gewechselt, so wie die Soldaten Kftcheners in Zivilkleidern die Kaserne betreten und diese dann in der Umform wieder verlassen hätten. Die LageEnglandsfei heute ebenfobedrohtwie in Kriegszeiten. Deshalb müßten Konservative, Liberale und Arbeitervertreter Hand in Hand gehen. Englaich stehe vor der Eni- scheidung wichtiger Fragen. Die Lage in Deutschland, die Kriegs- csohung in Oberschlesien und Kleinasien, der Aufruhr in Irland und der Kvhlenstreit ließen die Lage sehr ernst erscheinen. Lloyd George erklärte, die Forderungen der Bergarbeiter könnten nicht erfüllt werden, da England sonst nicht aus dem Kohlen- markt konkurrenzfähig sei. lieber die Lage in Deutschland führte Lloyd George aus: Ich hoffe, daß in Berlin die Vernunft den Sieg davonträgt. Es ist nicht nur für England, sondern auch für Deutschlaad notwendig, daß es diese äußerst mäßigen Be- dingungen, die ihm vorgeschlagen sind, annehme. Wenn Deutschland gemäß den Bestimmungen des Verfailler Vertrages abrüstet, wird es das Recht haben, von den Alliierten zu fordern, daß auch Polen den Vertrag einhält. Großbritannien ist der Anficht, daß man auch den geschlagenen Fcind anständig behandeln soll. Wenn man will, daß der Friedensvertrag respektiert werde, ist es notwendig, daß di� ion ollen geschieht, nicht nur von einem. polen und Gbersthlesien. London, 9. Mai.(125 DB.) Me der Venchkerslakke? der „Times" weiter meldet, besagen die aus Warschau eingckrofsenen Nachrichten, daß die polnische Regierung die Führung im Lande vollkommen verloren hat. In Warschau fand eine große Kundgebung statt, in der verlangt wurde, daß den polui- scheu Truppen der Befehl gegeben werde, sich dem Aufstand in Oberschlesien anzuschließen. Es gebe PerfSnlichkeiken in verant- wörtlicher Stellung, die bereit seien, die Volksskimmuug ohne Rückficht auf die Folgen auszunutzen. Die polnische Regierung fei auch nicht in der Lage, die Schließung der Grenze gegen Oberschlesien durchzusehen. Warschau, S. Mai.(WTB.) Am Sonnabendabend fand auf dem Theaterpllch eine von mehreren tausend Personen besucht« Dersamm- lang der polnischen sozialistischen Parter statt, in der die Sympathie für den Aufstand in Oberschlesien und der Wille, den letzten Blutstropsen für Oberschlesien zu vergießen, kund- gegeben wurde. Im Anschluß daran wurde ein Umzug durch die Stadt veranstaltet. Ebensalls wurde vor dem Schlosse Beloeder« eine Studentenoersammlung abgehalten, bei der Kund- g-bungen für Oberschlesien bejchlosien und»Nieder mit Deutschland" gerufen wurde. Gro&veGu Ausbau üer Schulgejunöheitspfiege. Die gesundheitliche Fürsorge für die Schulkinder ist in Berlin bisher dürftiges Stückwerk geblieben. Wir haben hier Schulärzte in den Gemeindeschulen seit mehr als zwei Jahrzehnten (die ersten wurden„probeweise" im Jahre 1898 angestellt), aber noch beut« müssen über, 309 Gemeindeschulen sich mit nur 59 Schul» arz'en behelfen, so'daß auf jeden Schularzt durchschnittlich S bis 7 Schulen mit über 4999 Kindern entfallen. Infolgedesien konnte bisher die Fürsorge für Schulkinder sich nur auf Untersuchung der Schulanfänge? und Ueberwachung der Kränklichen beschränken, aber auch das ist zusammen mit der ständigen Kontrollierung der Schul- Häuser eine reichliche Arbeitslast. Da die Schulärzte ihre Tätig- Int nur im Nebenamt ausüben und ihre private Arztpraxis die .Hauptsache für sie bleiben muß, so kann man sich denken, mit �tchem Maß von„Gründlichkeit" sie die gesundheitliche Schulauf- saht betreiben. Der Magistrat hat jetzt beschlossen, endlich einen weiteren Schritt zum Ausbau her Schulgesundheitspflege zu tun. Er will die schulärztliche Aufsicht auch auf höhere Schulen, sowie auf Fach- und Fortbildungsschulen ausdehnen, die 59 neben- amtlichen Schulärzte beibehalten, ihnen aber höchstens je 3599 Kinder überlassen, außerdem 9 hauptamtliche Schulärzte für die 9 Verwaltungsbezirke des alten Berlin anstellen und diesen je 9999 Kinder zuweisen. Die Fürsorge für die Kinder soll, was längst nötig gewesen wäre, erweitert werden. Geplant sind periodisch wiederkehrende Durchmusterungen sämtlicher Schul- linder, serner die Einführung eines Gesundheitsscheine» für jedes Kind, den der Arzt durch die etwa notwendigen Eintra- aungen ständig ergänzt. Auch wird beabsichtigt, schulärztliche Sprechstunden einzuführen, die wöchentlich zweimal im Schul» banse stattfinden sollen. Auch eine Vermehrung der Schulschwestern soll erfolgen, denen die Verbindung zwischen Schularzt und Familie ovlieat. Mit der Ausführung dieser Pläne wird eine Reihe Forderungen erfüllt, die schon seit vielen Iahren immer wieder erhoben worden sind. Als es vor mehr als zwei Jahrzehnten zur Einführung von Schulärzten in Berlin kam, war das dem unermüdlichen Drängen unserer Genossen in der Stadtverordnetenversammlung zu danken. iktt ist es unser„roter" Magistrat, der zum Ausbau der Schuloesundbeitspflege schreiten will. Auck das ist einstweilen noch nicht Vitt, aber er wftd ja auf diesem Wege nicht stehenbleiben. Ausgeßodene Spielklubs. Beamten des Spielerdezernats der Abteilung W. des Berliner Polizeipräsidiums ist es gelungen, mehrere große Spielklubs aus- zuHeben, so in der Kantstraße, in der Achenbachstraße, der Lützow- und der Neuen Winterfeldtstraße. Trotz der großen Borsschtsmaß- regeln, die die Spielunternehmer angewandt hatten, gelang es den Beamten, überraschend in die Spielräume einzudringen. Die Sicherheits-Vorkehrungen", die die Spielklubs zu treffen pflegen, lim vor unerwünschtem polizeilichen Desuch geschützt zu sein, bestehen in der kauptsache darin, daß die Spiellustigen von den Schleppern erst nach drei oder vier Deckadressen und von dort erst nach dem merklichen Spiellokal gebracht werden. Bei der Aushebung der Spiel-rgeselllchaften wurden von den Beamten auch zwei ihnen als"«o erbsmäßige Falschspieler bekannte Personen angetroffen, die ieiori hinter Schloß und Riegel gesetzt wurden. All« anderen Be- l tttligten wmden festgestellt. Das zum Teil f-hr wertvolle Spiel- � nerät und auch bares Geld wurden beschlagnahmt. Gegen dl« Wohnungsinhaber. die Unternehmer und auch gegen die Spieler werden Strafverfahren eingeleitet. Em Raabübersall im Lade» ist am Sonnabendabend in dem .flaufe Neue Friedrichstraße 48 verübt worden. Dort betreibt eine Frau Rosa Danelius ein Zigarrengeschäft. Als sie um 7 Uhr allein war, kamen drei junge Männer in den Laden, die sie als vermemt- liche Kunden nach einließ. Plötzlich fielen alle drei über die wehr- lose Frau her, fesselten und betäubten sie. Die Ueberkallene kam erst um oies Uhx wieder zur Vcjdumna und stellte fest, daß lhr 1999 M. aus der Ladenkasse und ein Posten Zigarren geraubt worden waren. Sie rief die Polizei an, die den Befund aufnahm und die Ermittelungen noch den Räubern einleitete. Für Paulfen. In einer vom 14. Kreis« einberufenen Eltern- Versammlung sprach in der Aula der Oberrealschule in ber Emserstr. in Neukölln Genosse Dr. K a r s e n über:„Das Schulprogramm des Oberstadtschulrates Wilhelm Paulfen" Seine Ausführunasn wurden von der gutbefuchien Versammlung mit lebhaftem Beifall aufge- nommen. Nach kurzer Diskussion wurde gegen zwei Stimmen bei einer Stimwenenthaltung(Pfarrer Zöllner) eine Entschließung an- genommen« die sich für Paulfen ausspricht. In einer gutbesuchten Elternversammlung der 295. Gemeinde- schule referiert« Genosse Dr. Ostrowski über das Thema„Unsere G emeinschaftsschule" und ging insbesondere auch aus das Pro? grainm des Oberstadtschulrats Paulfen ein. Es wurde folgende Re- solution einstimmig angenommen:„Die am 9. Mai in der Schulaula der 295. Gemeindeschule versammleten Eltern des Kreises Wedding erklären nach dem Portrag des Genossen Dr. Ostrowski, sich mit aller Kraft für die Verwirklichung des Planes der Gemeinschaftsschule einzusetzen und versprechen, an dem organisatorischen Ausbau der- selben mitzuwirken." Unser langjähriger Kollege Hans Weber ist gestern aus unserem Redaktionsverbande ausgeschieden, um feine ganze Persönlichkeit in den Dienst der Groß-Berliner Kommunalpolitik zu stellen. Seine Wahl zum besoldeten Stadtrat im 4. Verwaltungsbezirk raubt uns die schätzbare Kraft des Genossen Weber, der seit 1903 zumeist den gewerkschaftlichen Teil des Blattes mit Geschick leitete. Wir wünschen dem Ausgetretenen in seiner neuen Wirkungsstätte ein gedeihliches Arbeiten im Interesse des sozialistischen Groß-Berlln. Genosse Eduard Berustein spricht am Mittwoch, den 11. Mai. abends? Uhr, in einer öfser.tlichen Versammlung der 28. und 24. Ab- tnlimg in der Schulaula, Pasteurstr. 44/43 über das Thema „Innere und äußere Politik". Der Kursus de» Geaossea Schulz über materialistische Geschichls- ausfassung. der auf heute abend im Jugendheim angesetzt ist, muß heute wegen dienstlicher Verhinderung des Referenten ausfallen. Bei den Elternbeiratswahlen, die in N e u k ö l l n a m 22. M a i stattfinden, dürfen alle, die mit Paulfen übereinstimmen, nur die Kandidaten der Sozialdemokratie wählen. 59 jähriges Bestehen einer Reichsanstatt. Am Dienstag, dem 19. Mai, kann die„Reichsanstalt für Maß und Gewicht", Char- lottenburg, Werner-Siemens-Straße 27/28, auf-in 50 jähriges Pc- stehen zurückblicken. Im Anschluß an die übliche jährliche Voll- Versammlung findet eine Festsitzung statt, bestehend in einer Be- grüßung durch den Direktor Plato, Festvortrag und Rundgang durch die Räum«. Zirkus Busch. Die Einladung lautete zu 7(4 Uhr, die Vor- stellung begann aber bereits um 7 Uhr. Man kann nicht über etwas berichten, was man nicht gesehen hat. Die Schulreiterin Fräulein Martha Mahnte ist in ihren vorzüglichen Leistungen bekannt. Der„Kluge Haus", ein„denkender Pony", machte seine Sache recht nett, während sein Herr so ungeschickt war, eine aus dem Publikum geliehene Uhr hinfallen zu lassen. Elown Jansen führte wirklich drollige Hundedressuren vor und Dankmar S ch i l l e r zeigte die Griffe und Kniffe der japanischen Selbstver- teidigung Jiu-Jitsu. Dann aber kam„Krone und Fessel"; auf dem Zettel als„Gewaltiges Menageschaustiick" bezeichnet. Eins wie das andere traf nicht zu. denn es war eigentlich ein teilweis« für die Manege zurechtgestutztes Theaterstück. Der Zweck schien zu sein, eine Gelegenheit zu bieten, um. wie es im letzten Akt geschah, die alte deutsche Kriegsslagge zu hissen. Außerdem mußte sie ein in der Fremde sterbender junger deutscher Adliger zum letztenmal inbrünstig küssen. Es wimmelte von Leutnants, balkanischen und orientali- fchen. Aus Serbien wurde Serbonien, aus Montenegro Monte- blanko. König Moritz von Serbonien piesakt aus Eifersucht einen in seinen Diensten befindlichen deutschen adligen Offizier. Dreimal wird der Deutsch« erschossen und dreimal bleibt er lebendig. Zum Schluß kriegt er sein« Prinzessin Iris von Idalie. Den deutschen Grafen spielte Johann«, Riemann feurig und fesch: Husaren- ottila, goldene Portepee, goldene Epauletten. Rose M ö n n i g gab die Prinzessin Iris reizend, Friedrich L e n a r einen glaubwürdigen Fürsten von Serbonien und Ilka Illis ein vollhüstiges Gräslein.— Sommerzirkus! Die Mieleiniguugsämler ZNahlsdorf und kaulsdorj haben ihre Geschäfte an das Pezirkemietamt 17 in Lichtenberg abgetreten, so daß die bureaumäßigt Bearbeitung der Mahlsdorfer Mieteini- gungssachen in der Geschäftsstelle des Bezirksmietamts 17 in Lichten- berg, Möllendorfstr. s, stattfindet. Dorthin sind auch in Zukunft Anträge zu richten. Zur Erleichterung des Verkehr» mit dem Publikum werden die Sitzungen der Mahlsdorfer und Kaulsdorfer Kammern des Mieteinigungsamt» im Rathaus in Mahlsdorf, Köpenicker Allee 1, abgeholten werden. Die regelmäßigen Sitzungen des Bezirksamts 17 find neuerdtngs auf Dienstag, vormittags 19 Uhr, festgesetzt worden. Die Dezernate im Verwaltungsbezirk 10(Zehlendorf. Wannsee. Dahlem) sind einstweilen festgesetzt worden. Demnach fällt unserem Genossen Stadtrat Matern nicht nur die größte Arbeitslast, sondern auch die stärkste Verantwortung zu, denn er leitet die Rechnung«- abteilung mit Kassen- und Rechnungsprüfung. Schuldenverwaltung, Darlehn. Voranschlag, Gemeinde- und Stcuerkasse, Kassenabschlüsse, Zwangsvollstreckungen, außerdem da» BezirkSgartenamt, das Be- stattungSamt und das Kleiugartenamt. Stadtrat He cking fllSP.) hat die Lebensmittel- und Futtermittelstellt, Kart-nauSgabe. Be- IleidungSstelle. Bemerkenswert ist, daß die WohliahrtS», Armen«, Erwerbslosen-, Kriegshinterbliebenen- und Ferienkolonieangelegen- Seiten nicht in den Händen eines Sozialisten liegen, sondern einem Bürgerlichen, dem Stadtrat Höge, anvertraut sind. Roch be- fremdliSer ist. daß selbst die VersicherungS- und Arbeiterangelegen- heiten, da? Arbeitsamt und die Berufsberatung der Bearbeitung durch einen Sozialisten entzogen sind. Stadtrat D a n k w a r d t ist hierfür Dezernent. Dem ehemaligen Gemeindevorsteher, setzigen Bürgermeister Dr. Köster obliegen die Personal- und Organi- sationSangelegenheiten: ferner ist«r Dezernent für Fernsprecher, Müllabfuhr und Jmpfsachen. Jagdpacht und Marktpacht. Bücherei und Botenmeisterei, auch hat er da? Jugendamt unter sich. »Die HSblenbewobner von Spreenbagen." Ucber dieses Thema spricht beute sMontag) abend Dr. Heinrich Goldberg(Filareto Karvenido), im BIÜthner-Saab Vicht identisch. Unter Bezugnahme auf den Artikel„Die geheimnis- dolle Druckerei" über die Aushebung der Werkstatt für polnisches Falsch- gelb in Lichtenberg werden wir um Aufnahme folgender Zeilen gebeten: „Die fünf Söhne Friedrich, Richard Cw.il, Ernst und Maller S y d o w des kürzlich verstorbenen Schlosiermeisters Fritz Svdow, Lichtenberg, Wik- Helmstraße 45, stehen zu diesem Vorkommnis in keiner Beziehung, auch in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis zu dem benannten Sydow." Srotz-Serlmer Parteinachrichten. d«. Att.(Eharlotteadurg). Mittwoch, II. Mai. 7»/, Ahr, I.Gruppe: Gruppen- oersammluna bei Ienlsch. Naiser-Friedrichstr 07. Referat: Die politische Laae Referent: Genosse Dr. Mohü-s— 2 Gruppe: Gruppenversammlung bei Schneider, Holgendarflstr. U. Referat mit sonsttge wichtige Beratungen. Sport. Rennen zu Grunewald. Dom herrlichsten Wetter begünstigt, hatte die Bahn einen Massenbesuch aufzuweisen. Der Sport brachte viele interessante Momente. M a l n a- R.(16 000 M., 1466 Meter): l. SklarekS FamuluSlH. Braun) 2. Fetmzauber(Freyagi; 3. Ndjusout(Debr). Tot.: 17, PI. 25, 15 Ferner: Pension tiy, voller, Qrlelet, Faneoictcht— Steiueck-AuS- g leifi slö 1650 Meterl: 5. r. Kruse« Reinweiß(Blume), 2. Olaia(ltentzjch); ch 2andral!e®. Schlürfet). Tot.: 26, Pl. 13, 21, 14. Ferner: Schwei zerwühle.(4.), Hourla, Pglmnr lzurückgez.), Valiasar Traumdeuter. GillckStind. Leicht 2— 1 Lg.—. Feftino- 3t.(22 000 St.. 1800'Roter): 1. Gest. PtydlingSbovcns Feldgrau l Rastenberger); 2. Zinn- Inn der(Jerttzsth); ch Terek(v. Müller). To.'.:; 73. Pl. 19, 34, 39. Ferner: Magelone(4.),. Trip hin, Madam, MaitoUeu. Leicht, 2—1'/.— 2 Lg.— P r e i S o o ii D a b l w t-tz(27 000 M.. 1600 Meter): 1. L. Lewins König Midas lOlciliiy; 2. Schalk(Zimmermann); 3.'Sras Ferry(O. Schmidt). Tot.: 40, Pl. 13. 33. Ferner: Blau und Weiß lt.). Leicht, 3—5— 8 Lg.— Ehamant-R.(40000 M.. 2000 Meter): t Frbr. S. A. v. Oppenheims Der Mohr(Zimmeimann); 2, Palleuberg(O. Müller); 3. Nihilist(Kasper). Tot.: 15, Pl. 13, 18. Feiltet: Geargios Sehr leicht, 3— 2—4 Lg.— Pontres i n a- R.(23 000 M.. IN.« Meter): 1. E. v. Bennigsens RoS- Marie(Daneft; 2. Aurora(Zimmermann): 3. Lauicherin lRastenborger); Tot.: 1öS, PI. 37, 15, 15, Ferner: Miuestra(4.)» Zto§ mundo, Bel-pade, Primadausa, Cleanor B. Leicht, 3—>/z Kops.— Zierow- Ausgleich 27 000 M.. 1400 Meter): t. E. Suckows Mgzeppa(Bleuler); 2. Ulan II lE. Wnebcrger); 3. Tasstcu tOl-snift. Tot.: 60. PI. 21. 36. 16. Ferner: Armenier 14.), Germa. Douschka, TeuselSrose, Lotse, Don Binjou, Marc Aurel, Käthr, Dolde. Leicht, 1'/.— Im Stadiou fanden gestern Rad» uud Motorradrennen de? Bundes deutscher Radfahrer statt. Die Motorsabrer zeigten gute Gclchwindig.keiten, ebensa die Radsahrrr. Den 7000 Besuchern wurde guter Sport geboten, wobei das Radballspiel„Groß-Lichterseide— Adler-Spandau', das die ersteien mit 3: 0 gewannen, größtes Interesse fand. Die Resultate sind: Cr sts ahren: 1000 Meter. 1. K. Packebusch(Germania).— Punkt- fahren: 10 Kilometer. 1. Blauck tR.E.89)— StadionvreiS: Mowriennen über 10 Kilometer mit Porgabe: 1. R. PulkowSII— b» r u n e w al d p r e i S: Motorrennen 35 Kilometer, Maschinen über 4. TS. PulkvwSki.— Tandemjahren: 3000 Meter. 1. Kottschalt- Genz.— SOKilometer Mannschaftsfahren: 1. Adler-Lichten- berg.— Fußball: Vorwärts— Preußen 3; 1. Hertha— Union 92. 4:3. Dem Goldenen Nad tu Treptow war herrliches Eommerwetter und ei» Rekordbesuch beschert Der sportliche.Extrakt dagegen war«ur ein recht magerer. Der Sieger Appelhans verbesserte den Stundenrekord der Trep- tower-Bahn. Ergebnissei„DaS goldene Rad», 1 Stunde: 1. AppelbanS 80,090 Kilometer i alter Rekord 85,510 Kilometer). 2, Lcivanow 61,630 Kilo» Nieter, 3. Sawall 60,110 Kilometer. 4. Sn»e! 59,470 Kilometer.— Haupt- fahren,»00 Meter: t. Kendttbacher, 3, Lehrend, 3. Hievet, 4. Seel.— ä«. Kilometer- Dauerfahren. 1. Lauf über 30 Kilometer: 1. Techmer 18 Min. 53-/, Sek., 2. Brummert 340. 3. Schrefeld 610, 4. Gölls 3250 Meter zurück. 3. Lauf über 30 Kilometer: 1. Kolle 28 Min. 47'/, Sei, 3. Techmer 90, 3. Schrefeld 600, 4. Brnmmert 610 Meter zurück. Gesamtergebnis: 1. Techmer 49,910 Kilometer, 2. Brummert 49,050 Kilometer, 3. Schrefeld 48,790 Kilometer, 4.(Solle 46 750 Kilometer.— Prämien fahrea für«lasse 3, 20 Ruit. de«: 1. Kendelbacher, 3. Am ort, 3. B«hrend„ 4. Schulz. Wrftliogswettkiimpse der Berliner Schutzpolizei. Am 10. 5.. mittags 2 Ahr, und am 11. 5., mittags 3 Uhr, veranstaltet die Schutzpolizei Berlin zum ersten Mal sei) ihrem Bestehen.EriUingsweltkämpse" aus dem Sportplatz in der Sehdlitzstraße(Lehrter Bahnhos). ES gelangen folgende Konkurrenzen für alle Dienstgrade zur Austragung: 100, 400, 1500 und 3000 Mcter�auj. 4 X 100, 10 X 100. 3 X 1000 Meter und Chargen- Stafjel. Ferner Deitsprung, Hochsprang, Kugelstoßen und Drcikcunpl. GewerGhostsbeVegung Sunüestag der technischer» �gestellten unö Seamten. Schluß der Tagung. Am dritten Verhandlungstag wurden die Wahlen- für die Bunbesl«iturrg vollzogen bzw. bekanntgegeben. In den Bundes» vorstand wurden gewählt: Mahlow, Reichelt, Liebler, Pintsch, Schliebener, Heinze, champf, Rogatz, Klein, Reichel. Cosmus, Kopplin, Werner, Arndt und Schöberlein. Als Geschäftsführer wurden bestätigt: Aufhäuser, Bote, Gaedk«, Geiser. Gramm, chändeler. Kausmann, Lenz, Lustig, Schwedt. Schweitzer, Eshlich und Werner. In den Bundesausschuß wurden gewählt: Gau Bayern: Obermayer-München und Baeder-Nürnberg; Gau Brandenburg: Krug-Berlin, Lütgemeier-Derlin, cheine- Berlin und Senger-Berlin: Gau Hannover-Braunschweig: Voshagen-Hannover: Gau Hessen: Stäblsin-Kasiel: Gau Mitteldeutschland: Kruse-Magdeburg und Klostermonn-Jena: Gau Nvrdostdeutjchiand: Nielsen-Königsberg; Gau Nordwestdeutschland: ffiettemgcWiamburg; Gau Rheinland- Westfalen: Schwiefurth-Elberseld. Hglbfell-Buer, Plappert-Langen. dreer, Eser-Essen und Daihof-Bottrop: Gau Sauerland: Meinhardt- Ludwigshafen und Leciere-Saarbrücken: Gau Sachsen: Nietzsche- Dresden und Kahne-Leipzig: Gau Schlesien: Stülpel-Breslau und Michallek-Kattowitz: Gau Südweftdeutlchiand: Hamm-Mannheim; Gau Westdeutschland: Mosblech-Köln. Den Schluß der Verhandlungen bildeten Erörterungen und De- schließungen über intern« Bundesangelegenheiten. Der Friede im Schuhmachergewerbe gesichert. Ein« außerordentliche Branchenversammlung der Groß-Berliner Schoß- und Reparatur schuhmacher nahm den Bericht der Verband- lungskommisfion. di« zum Abschluß.eines Tarifvertrages nieder- gesetzt ist. entgegen. Der Referent Schüler betonte einleitend. daß das Resultat her Verhandlungen durchaus nicht den Erwar- tungen der Arbeiter entspreche, aber man müsse sich in Annetracht der augenblicklichen wirtschaftlichen Lag« mit dem Erreichten zu- iriedengeben. Der Mindeststundenlohn für Schoßarbeiter betrag« 5.25 RI. für Arbeiterinnen 3,85, für mechanische Betriebe 9 M. und 4.59 M. Akkotdarbeiter erhalten einen Lohnzuschlag von 19 Proz. Beim NeichZarbestSministerium ist von beiden Kontrahenten die BerbindlichkeUSerklärung zu beantragen. AIS Entschädigung sür Furnituren sind dem Arbeiter 8 M. die Woche zu gewähren. In der Ferienfrage konnte kein« Einigung erzielt werden. Dagegen wurde das Kontrollrecht erneut festgesetzt. In der Debatte wurde von verschiedenen Rednern das Be- willigte als durchaus ungenügend bezeichnet. Da aber bei einem«tlvaigen Streik kaum mehr herauszuholen ist, stimmte die Versammlung dem neuen Tarifvertrage zu. der somit ab 1 Mai in Kraft getreten und vis zum 39. September d. I. gültig ist. Die Filmindustriellen wollen nicht verhandeln! Di« ffilmgewerkschast und der geutralvcrband der Angestellten haben den Arbeitgeberverbänden neue Tarifforderungen unter- breitet. Die Arbeitgeber lehnten Verhandlungen darüber ab, da sich die Kosten der Lebenshaltung gemindert hätten. Sache der Arbeitnehmer ist«s nun. sich geschlossen hinter ihpe Organisation zu stellen, um ihren Forderungen Geltung zu verschaffen. Abschluß des Lohnkampfe» in den Kqrosieriebetricben Die in den Karosseriebetrieben beschäftigten Arbeiter wareiz am Soffntag zahlreich in Voekere Festsälen versammelt, um einen Bs- richt über den Abschluß ihrer Lohnbewegung entgegenzunehmen./ Dieser wurde von Henschel erstattet. Redner erklärte, daß der ochtwöchige Streik durch Zubilligung einer Lohnerhöhung beendet worden sei. Nachträglich zeige sich aber, daß die Vereinbarung seitens der Arbeitgeber eine Aus- legung erfahre, die nicht gebilligt werden könne. In einigen Be- trieben weigerten sich die Arbeltgeber, den Hilfsarbeitern die ver- einborte Zulag» von 95 Pfg. zu gewähren, wo der Lohn schon vor dem Streik etwa» höher war al» der Tariflohn. Und das geschehe, obgleich der Spruch des Schlichtungsousfchusse» ausdrücklich dahin laute, daß sowohl den Handwerkern als auch den Hilfsarbeitern auf die bestehenden Löhne eine Erhöhung von 89 Pfg. zu zahlen fei. Um jedoch zu einer endgültigen Einigung zu kommen, sei dann in einer Verhandlung mit den Arbeitgebern die Zu läge für Hilfearbeiter auf YS Psg. festgesetzt und sthnftlich festgelegt worden. Ferner sei vereinbart worden, daß Maßrege. lungen nicht stattfinden sollen. Es werde sich aber als notwendig erweisen, daß die Torifkommisston eine präzisere Abfassung der schriftlichen Vereinbarung herbeiführe Leider sei auch eine größer« Anzahl von Kollegen nach txm Streik nicht wieder eingestellt t worden Die Einstellung habe man abgelehnt, weil es an Auf- trägen fehle.— D r e n d e l und andere Redner schilderten die Be- mühungen, welche aufgewendet wurden, um die nicht wieder ein- gestellten Kollegen unterzubringen. In einem Falle habe der Schlichtungsausschuß bereits dahin entschieden, daß betriebsfremde Kräfte erst dann beschäftigt werden dürfen, wenn die Einstellung der bisher in dem Betriebe beschäftigt gewesenen Arbeiter erfolgt sei. Ueber andere Fälle sei noch zu entscheiden. Inzwischen möge jeder Kollege mithelfen, die Arbeitslosen unterzubringen. Der Streik in der Alabasterbranche ist seit dem 14. April 1321 mifgehoben. Die ehemaligen Streikenden haben sich auf ihren zu- ständigen Arbeitsnachweisen eintragen zu lassen und sind berechtigt, sich anderweitig vermitteln zu lassen. Die bestreikten Firmen: Deutsche Marmor- und Alabästerwerke G. m. b. H., Lichtenberg, Rittergutstr. 45/46, Wilhelm Gutter, Ritterstr. 114, Alb. Habild u. Co., Kottbuser Damin 70/71, Petersohn u. Knoll, Stralau, Markgrasen- dämm 14, sind für Mitglieder unterzeichneter Organisationen nach wie bor gesperrt, weil sie es ablehnen, mit den in Frage kommenden Organisationen tarifliche Abmachungen zu treffen und beabsichtigen, Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen einzuführen. Vor Zuzug nach obigen Betrieben wird gewarnt. Deutscher Trans- poriarbeiterverband, Deutscher Holzarbeiterverband. Für die Angestellken und Werkmeister der Texkilindustrie fanden am 27. April Vergleichsverhandlungen vor dem Demobilmachungs- kommiffar über den am 14. März gefällten Schiedsspruch statt. Es kam eine Einigung dahingehend zustande, daß in den Färbereien und chemischen Waschanstalten den Angestellten ein Zuschlag von 5 Proz., den Werkmeistern ein solcher von 10 Proz. und in der Textilindustrie den Angestellten ein Zuschlag von 13 Proz., den Werkmeistern ein solcher von 20 Proz. auf die tarifmäßigen Gehälter ab 1. Februar d. I. bis 30. Juni d. I. gewährt wird. Die SpD.-Anhänger des Gemeinde- und Siaoksarbeikerver- bandes müssen morgen abend 614 Uhr im Patzenhofer, Fidicinstr. 3, Mann für Mann zur Stelle leins Rohrleger, SPV.-Sollegen! Morgen abend 614 Uhr Kons« renz In den Zelten 23. Da wichtig. Erscheinen aller notwendig. Berbaad der Fabrikarbeiter. Gruppe Seifenindustrie. Dienstag abend 6Vi Ilde in der Echulauia der 123. Gemeindeschule, Annenstr. 1 d: Brancheuverfammlung für die Kolleginnen und Kollegen der Seifenindustrie Groß-Berlins. Bericht über die Tarifverhandlunaen. Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist vollständiges Ericheinen notwendig. Verbandsbücher bezw.-karteu sind zur Ab» stempelung mitzubringen. Die Branchenleitung. Dgutscher Portierperband. Funktonäre aller Branchen, Dienstag abend s Uhr im Gewerrichaitshaus>MMK Giublampeo Halbwattlampen und f4>ntl. Cület(co-3nfia0.- INukerial kauft Schröder, sÄ i«. • ssabritged. iH. Frackverleihinstitnt, ssrie. drichstraße 122/3. Frack, 6mo- king, Geyrockanzüge. Moderne elegante Sachen. Jede Größe vorrätig. 15251� Ltammeln. lispeln A r s m n o t und A.nZStxvtübI vorn: Lprsebon bsssiligi gründlieb Dp. Schradera Spezialinstituf Berlin W, LQtzowstr. 30. fSpr. 4-7. auß. Sonnabends u. Sonntags.) NEVEN&CO. Spezialhaus für Holz-Anfwaschtische Marmor-Waschtische Bade-Einrichtungen Sanitäre Steingutwaren Berlin C 19 Untergrundbahnhof Wallstr. 25 Spittelmarkf-lnselbrücke Dukaten-Gold 900 gest."1 14 kaxat. Gold 585 gest. 8 karat. Gold 333 geet. Stück von 35.00 Mark Trauringe Stets vorratig am Leger Trauringfabrik Minoga Berlin O, Grüner Weg 69 Telephon Alex. 2430 Filiale: BEELIN S. 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