Nr.224�ZS.7al>rgottg Busgabe A Nr. 114 - Bezugspreis: NierteljShrl. 30,— M., ntonatL 10,— M. frei ins van», voraus zahlbar. Pos». bezng: Monatlich 10,— M., einschl. Zu» ftellungsgebubr. Unter Kreuzband für ?tentschland. Danach, das Saar- und Memelgebiet, lowle die ehemals deut- ichcn Dediete Polens, Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 20,— M, für das übrige Ausland Z7,— M. Post» bestellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn. Tscheche»Slowalei. Däne- wart. Holland, Luxemburg. Schwede» und die Schwei». Der.Vorwärts" mü der Sonntagsbeilage.Poll und gelt", der Unter- baltungsbeilage �eimwelt" und der Peilage.Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Somi» rag» und Montags einmal. Telegramm- Adreffe: „SojialOemoftof Berlin" Morgen Ausgabe Devlinev Volksblatt ( so pksnnis) Anzeigenpreis, Dte achtgelpaltene Ronparelllezell« h>Net dchO M.Sieine Anzeigen" das fettgedruckte Wort L50 M.(zu- lässig zwei fettgedruckt« Worte!>ed-s weiter« Wort 1.— M Stellengesuch, und Schlafftellenanzeigen das erste Wort U— M, sedes weiter, Wort w Pfg. Worte über lb Buchstade» zählen für zwei Worte ffamtlien-An- zeigen für Abonnenten geile 3/— 9L Die Preise verstehen sich einschliesslich Teuerungszuschlag. Anzeigen für die nächste Rummer wüsten bis 6 Uhr nachmittags tat Hauvtgeschäst. Berlin SW fiS. Linden. ftraste i abgegeben werden. S-öffnet von g Uhr srütz dt» t Uhr abend», Zcntralorgan der fozfaldemokrati Teben parte» Deutfcblands Keüaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Amt Morltzpla«. Nr.»3» SV—»SIS? Sonnabend, den 14. Mai 1921 Vonvärts-Verlag G.m.b.H., Sw 68, eindenstr.Z _ Fernsprecher- Amt Dtorihpla», Nr.»»733-34 §ür Deutschlanös Recht sich zu wehren.' London. 13. ZNal. twTD.) Lloyd George erklärte im llnkerhause, die Alliierten mühten darauf bestehen, dah der Jrledensverlrag respektiert werde. Er erklärte weiter: Zu behaupten, dah solche Truppen, wie sie Deutschland hak. zur Teilnahme an der Wie- dcrherstellung der Ordnung nicht zugelassen werden dürsten, ist unfair.(Beifall.) Fair play ist es. wofür England eintritt und ich hoffe, dah England dafür bis um Ende eintreten wird. Ich hoffe auch, dah. obwohl es fich lm Deutsche handelt, wir immer mehr zeigen werden, dah stir für fair play eintreten und dah wir unsere Autorität in Europa l immer steigendem ZNahe dafür einsehen werden. Dah den Polen ' staktet fein soll. in Verachtung des Friedensvertrages Oberschlesien wegzunehmen, ') dah es euch veulfchenn nicht gestattet sein soll, euch in einer ovin; zo verteidigen, die euch ZOO Ihre gehört hat und die VOO 'ire lang gewih nicht polnisch war, wäre citehrend und unwerk per Ehre jedes Landes. oyd George ist völlig gewih, dah die Haltung der Alliierten nicht zrtig fein werde. Das einzige, was er im Namen der Regierung sogen wünsche, sei. dah, was auch immer sich er- gnen möge, sie ein kait seoompli nicht anerkennen nnien.(Beifall.) Lloyd George erklärte weiter, die polnische Regierung habe ieverantwortungabgelehnt und er sei genötigt gewesen, .iese Erklärung als Ausdruck ihrer wahren Meinung anzusehen; aber eine solche Ertlärung sei einmalzn vielergang• a. Lloyd George erinnerte an die Regelung der litauischen �z«ge, bei der die Bereinigten Staaten, Frankreich. Italien und Eng- fand beteiligt waren. W U n a sei von regulären polnischen Truppen besetzt worden, was eine heransfordernng der Alliierten gewesen sei. Polen sei ersucht worden, die Truppen zurückzuziehen, habe jedoch die Verantwortung für die Besehung a b- gelehnt. Dasselbe habe sich jetzt ereignet. dieselbe Ablehnung der Verantwortung. Die Tatsache, dah Waffen von Polen her eingeführt wurden, dah Offiziere dte Grenze übeeschrillen. mache essehrschwcr, sich dem Gefühl zu verschliehen, dah die Ablehnung der Verantwortung nicht anders als bloß im Worksinn zu beulen sei. Als d'A n a u v z l o lu Herausforderung der italienischen Regie- rung Finme wegnahm, fühlte die italienische Nation, dah ihre Ehre im Spiele war und d'Annunzio und seine Leute waren an» Fiume hinaus. Die Italiener schritten sogar zu bewaffnetem E i n g r e l s e n. denn sie fühlten, dah die Ehre einer grohey Nation ln die Angelegenheit verwickelt war. Er halte Polen diese» schöne Beispiel vor. Das höchste Znkeresie der AMierleu gehe dahin, den | Vertrag von Versailles innezuhalten. Gegenwärtig hätten sie die ttcbermacht auf ihrer Seite und Deutschland habe sich unterworfen. Die Zukunft sei dunkel und ungewih. » Okine uns vorzeitigen und allzu weitgehenden Hoffnungen über die B e st ä n d i g k e i t der englischen Politik hinzugeben, so dürfen wir doch diese energische Sprache Lloyd Georges mit Genugtuung oerzeichnen. Man kann wohl sagen, daß es zum erstenmal ist, daß der englische Premierminister so ein» oeutig seinen Einfluß in die Wagschale zugunsten der deut» s ch e n Ausfasiung des Korfantyschen Aufstandes wirft. Der Satz über die Berechtigung Deutschlands, seine Truppen zur Wiederherstellung der Ordnung zu ver- wenden, richtet sich in nicht mißverständlicher W»ise gegen B r i a n d und dessen bekannte unerhörte Ablehnung jeder „auswärtigen Hilfe". Mit dem Ausdruck„unfair", der bei- naht Mit„unehrenhaft" gleichbedeutend ist, hat Lloyd George die Handlungsweise des französischen Ministerpräsi- denten gekennzeichnet. Und nun fragen wir: Glaubt lemand. daß Lloyd George jemals diese Rede gehalten hätte, wenn Deutschland vor drei Tagen das Ultimatum abgelehnt hätte? Die Entente hätte sich als mit Deutschland im Kriegszustand befindlich erachtet. und auch England hätte keinen Finger mebr gegen einen „ksit aoeompii", gegen eine vollendete Tatsache in Ober- jchlesien gerührt. � Räch dieser Rede Lloyd Georges, die eine nnzwei» deutige Warnung a n die Pariser und Warschau« Mresse bedeutet, besteht visUnchr bis boNnung. daß die eog« lische Politik sich nunmehr in die Richtung jener Ge- r e ch t i g k e i t bewegen wird, die wir Deutschen für die Lösung der oberschlesischen Frage verlangen. Hätte die Politik der Rechtsparteien gegen- über dem Ullimatum der Entente gesiegt, dann würde Ober- schlesien schon jetzt rettungslos den Polen preisgegeben fein. Jetzt besteht die begründete Hoffnung, daß Oberschlesien Deutschland erhalten bleibe. Die Parteien, die für die Unterzeichnung gestimmt haben, voran die S o z i a l d e m o k r a t i e, die in der entscheidenden Stunde in die Bresche gesprungen ist, haben damit Ober- schlesien— und ganz Deutschland vor dem Untergang ge r e t t e t! England stellt Warschau's Teilnahme fest. London. 13. Mai.(Deno.) Die„Westminster Gazette" meldet: Der englische Botschafter in Warschau bestäkigt, daß die polnische Regierung reguläre Truppen in beträchtlicher Zahl gegen Oberschlesien habe aufmarschieren lassen. Es könne deshalb nicht bezweifelt werden, daß ein innerer Zu- sammenhang zwischen diesem Aufmarsch und der Tätigkeit der polnischen Insurgenten in Wirklichkeit bestehe. London. 13. Mai.(WTD.) Im Unterhaus fragte Sir S a- muel Hoare, über die in Oberschlesien durch die polnischen Auf- ständischen geschaffene Lage sprechend, an, ob die alliierten Delegierten an Ort und Stelle die getroffenen V o r b e r e i» tun gen bemerkt, und ob sie. ihren Regierungen darüber Be- richt erstattet hätten.. Wenn dies der Fall gewesen sei, wes- halb dann nicht Dorsichtsmohnahmen getroffen worden seien, um die Durchführung des Staatsstreiches zu verhindern. Sir Samuel choor« forderte, daß ein Druck auf die polnische Regierung ausgeübt werde, um die polnischen Freibeuter zu zwingen, Oberschlesien zu räumen. Kennworth erklärte, daß es besser sei, ganz Oberschlesien würde an Deutschland gegeben. London, 13. Mai.(MTB.)„Pall Mall and Globe"(ein im allgemeinen ausgesprochen deutschfeindliches Blatt. Die Red. d.„D.") schreibt unter der Ueberschrift:„Die Freibeuter und ihre Freunde", die französische Presse sei schlecht beraten, wenn sie, wie dies der Fall sei, die Versäumnisse der französischen Vertreter gegenüber den polnischen Freibeutern bemäntele. Die A u f- richtigkeit Frankreichs sei ernstlich durch die Ereignisse in Oberschlesien angefochten worden und mit ihr auch die Glaubwürdigkeit der Alliierten im ganzen. Wenn gewisse sronzösische Befehlshaber für ihr Benehmen nicht zur Rechenschaft gezogen würden, dann sei das moralische Prestige der Entente in Mitteleuropa für dauernd ge. schwächt. Botschafterrat und Oberschlesien. Paris. 13. Mai.(TU.) Die Bo t s ch a f te r k o n f e r e n z hat heut« vormittag eine Sitzung abgehalten. Sie beschäftigte sich mit verschiedenen Fragen betreffend die Ausführung des Frie- densvertrage s. Außerdem nahm sie Kenntnis von gewissen Jnformalioneu über Oberschlesien, die die deutsche Delegation der Konferenz unterbreitet hatte. Bufruf öer kaktowitzer Deutschen und Gewerkschaften. Oppeln, 13. Wai.(WIv.) Folgendes Telegramm ist an die Interalliierte Kommission in Oppeln gerichtet worden: In der Rächt zum 13. Wai wurden in der Stadt K a l t o w ih von den b e w a f s- netru Insurgenten Plünderungen vorgenommen. Es wurden geplündert das Restaurant Bismarckkeller, nachdem die Ein- gangstür durch drei Handgranaten aufgesprengt wor- den war und die Ortsstelle der Heimattreuen in dem willen in der Stadl gelegenen Haufe Teichstr. 10. Die Plünderer hielten sich dort mehrere Stunden auf. Ferner wurden geplündert zwei Lebens- mittetgefchäfte in der helnzelflraße. Die französische« Truppen sind gegen die Plünderungen in keiner Weise ein- geschrilken. Die Bevölkerung ist vollkommen schuh- los. Es wird um energische Anweisung an den Kommandanten von Kaltowih gebeten, dah er mit allen Mitteln gegen derartige b o l- s ch ew i st i s ch e Ausschreitungen vorgeht. Die deutschen Parteien und Gewerkschaft en. » Oppeln. 13 Mai.(MTB.) Die Lage in der Stadt K a t t o w i tz spitzt sich immer mehr zu. Es laufen ständig neue Meldungen über Plünderungen und Raubzüge der Aufrührer in einzelnen Stadtteilen ein. Die deutschen Kreise rechnen mit einem in den nächste» Tagen bevorstehenden Angriff. Auch aus Nikolai werden Plünderungen der Aufständischen gemeldet, die sich nicht mehr in der Hand ihrer Führer befinden. Ueberaus ernst ist auch die Lage im Landkreis G l e i w i tz. Die Insurgenten requirieren größere Mengen an Schlachtvieh, sowie Pferden. Dse Lebensmittelnot m den Indu- Kristvwf« ha SaMretjw Metwitz wäMt On giRdtttÄuig wurde das Flüchtlingslager von den Aufrühvarn geplündert; 30 Flüchtlinge wurden vertrieben. Im Kreise Groß-Strehlitz wurden den Aufständischen vier Maschin«nge»»hre abgenommen; ein Granatwerfer wurde zerstört. G o g o l i n»>ßte von den Polen geräumt werden. In den übrigen Kreisen ist dte Lage unverändert Lagebericht. Glelwitz, 13. Mai. TU.) Die Stadt Peiskrotsel ist vergangene Nacht von Aufrührern besetzt worden trotz der wiederholten Versicherungen des Kreiskontrolleurs, daß die Stadt frei bleiben würde. Kreuzburg, 13. Mai.(TU.) Entgegen polnischen Pressemel- düngen haben Kreuzburg Stadt und Land und die angrenzenden Teile des Kreises Rosenberg und Oppeln bisher durch eine in vollem Einvernehmen mit den interalliierten Behörden geschaffene Organisationen gehalten werden können. Man hofit, sie auch weiter halten zu können. Französische Truppen find nichtmehr in der Stadt. Warnung vor Unbesonnenheiten! B r e s l a u. 13. Mal.(Eigener Drahtbcricht des.vorwärts"). Dte mittelschlesische Sozialdemokratie hatte heute eine Bezirks- parteikonsereuz in Breslau unter Leitung des Landtagsab- geordneten Scholich. Da unsere oberschlesischen parteiorgauifakioucn gegenwärtig untereinander wegen der Isolierung der Städte keinerlei Verbindung halten können, schließen sich auch die oberschlesischen Parteigenossen gegenwärtig mit ihrer Arbeit an die mitlelschtesischen parleiorganlsolionen au. soweit direkte Verbindung Obcrschlesiens mit Mitlelschleflen noch besteht. Aus den Berichten der Genossen, welche aus Oberschlesien kamen, war zn erkennen, daß die gestrigen Erklärungen des Generals Le Rand in Oppeln nicht genügende Be- r u h i g u n g geschaffen haben, da General Le Rond kein Vertrauen mehr bei der deutschen Bevölkerung Oberschleflens besitzt. Die Erregung wächst noch dadurch, daß in den ländlichen Bezirken der Terror der Polen ungehindert weiter wütet. Die großen Städte mit den Nachrichtenzentralen erfahren von dem fürchterlichen Wüten der polnischen Banden au» den kleineren Orten nur den geringsten Teil. Was ruhig urteilende Parteigenossen aus den einzelnen Bezirken glaubwürdig berichten, ist so entsetzlich, dah man e» versteht, wenn die oberschlesische Arbeikerbevölkecung sich immer stärker dem Selbstschntzgedankcn zuwendet. Unser schlesisches Parteiorgan, die»V o l k s w a ch l", warnt nachdrücklichst gerade auf Grund dieser Stimmung der oberschlesischen parteigenosien, deren eigene» Blatt nur noch im engsten Kakkowiher Stadtbezirk verbreitet werde« kann, erneut vor pubesonnenen Handlungen. Die„Volksmacht" schreibt: „Herr L e R o n d Hot sicherlich nicht aus innerer Neigung und auch nicht in erster Reihe zu dem deutschen Selbstschutz und der Streikbewegung seine weitgehenden Erklärungen ob. geben. Augenscheinlich lag auf Grund der Annahme des Ulti« motums und der Bildung einer Neichsregierung, die Vertrauen im Auslände genießt, eine ganz energische Weisung des Bot- schafterrats an ihn vor, und fein Posten steht auf dem Spiel, wenn er den Kampf mit Korfanty nicht aufnimmt. Es ist Auf- gäbe der deutschen Bevölkerung, ihre Geduld nicht zu verlieren und Le Rond keinen Borwand' zu geben, daß er den Weisungen seiner Auftraggeber doch noch ausweichen kann. Das Land außer- halb der großen Städte und der rein deutschen Bezirke ist in der Hand der Polen. Le Rond wird zum Angrist gegen sie schreiten müssen. Er soll jetzt nicht sagen dürfen, daß er seine Maschinengewehre in Oppeln zum Schutze gegen deutsche Demonstranten braucht." Bom Bezirksparteitag ist noch zu erwähnen, daß ollgemein ein Referat des Landtagsabgeordneten Scholich Zustimmung fand, welches die Haltung derReichstagsfraktion billigte. polnische figentenfälschung. Die„Enthüllung" der„Noten Jsfnhne". Das Reichswehrministerium teilt mit: Die angeblichen Befehle des Reichswehrministe- r i u m s in der„Roten Fahne" vom 13. Mai morgens hoben eine rasche und eigenartige Azifklärung erfahren. Wie der Unter- suchungsrichter des Reichsgerichts mitteilt, ist der Buchhalter wozni- kowskl, ein polnischer Agent, gegen den ein verfahren wegen Landes- verrats schwebt, geständig, diese und andere vefehle selbst hergestellt, photographiert und die Photographien dieser Fälschungen als echte Befehle der polnische« Regierung übermittelt zu haben. Die Photo- graphien befinden sich bei den G e r i ch t s a t t e n. Die„Rote Fahne", die sich polnisches Agentemnaterial in die Hand drücke» ließ, hat in dieser Sache unerhört leichtfertig gehandelt. Aber schließlich entspricht diese Veröffentlichung nur der ganzen Art, in der die„Rote Fahne" den n a t i o- nalpolnischen Ausstand in Oberschlesien ihren Lesern in eine x«Marisch�mmunMlÄk Neoolution umlügt, Doppelspiel mit Gberfihleflen. Son Arthur Saternu». Das franzöfisch-polnische Doppelspiel in Oberschlesien wächst sich mit jedem Tage, den der Polenaufstand fortdauert, zu einem völkerrechtlichen Skandal ohnegleichen aus. Polnische Banden halten das Sndustrierevier mit Ausnahme einiger großer Städte besetzt. In den Händen der Insurgenten ist das flache Land östlich der sogenannten Korfanty-Lini«, die südlich läng» der Oder beginnt, dann quer durch den Kreis Großstreh- litz verläuft— die Kreisstadt mit ihrer erdrückenden deutschen Mehrheit natürlich auf polnischer Seite I— und den Kreis Rosenberg teilt. Die stärkste Besatzungsmacht, die französische, sturmbewäbrt in den erlittenen Kämpfen eines mehr als vier» jährigen Krieges und bis an die Zähne bewaffnet, findet die Dinge in schönster Ordnung, leugnet alle Abmachungen mit den Polen, verspricht Ruh« und Ordnung und hält nichts. Seit Wochen schon dauert diese? Zustand. Engländer und Italiener, die mit den Franzosen zusammen in der Interalliierten Kam» Mission sitzen, spüren das himmelschreiende Unrecht. S i e wissen ebenso wie General Le Rond, der es oft beteuerte, daß es die Aufgabe der Besatzungsmacht ist, im Auftrage des Obersten Rates die Verwaltung zu üben. Und sie. besonders die Italiener, sind dafür mit Verlusten an Menschenleben, mit niedrigen Schmähungen ihrer Gesandtschaften in Warschau bestraft worden, weil sie es gewagt haben, den ihnen erteilten Auftrag e r n lt zn nehmen. Bis zum letzten Augenblick haben die deutschen Behörden sich den Weisungen der Interalliierten Kommission unterworfen und die deutschen Interessen wahr- zunebmen versucht. Erst gestern bat der Fürst.Hatzfeld, der deutsche Vertreter bei der Interalliierten Kommission, seinen Rücktritt erklärt und damit gegen die verlogene Haltung L« Ronds und seiner Auftraggeber demonstriert. Nicht die nationale Schmähung, selbst nicht das schreiend« Unrecht, das einem seit Jahr und Tag auf die Folter ge- spannten Loltsteil zugefügt wurde, gibt uns das Recht, gegen das unsaubere Sniel zu protestieren, das mit Oberschlesien ge- spielt wird. Hier liegt einoffenkundigerDrucheines völkerrechtlichen Abkommens vor. der, wird er nicht schleunigst eingerenkt, zu der schwersten Gefährdung des Bölkerfriedens fübren muh. Frankreichs Karten liegen für den, der sehen will, offen. Es hat im ersten Entwurf des Friedensvertroge« Oberschlesien ohne Volksentscheid in die Hände der Polen spielen wollen. Darauf gelang es zu er- wirken, daß die Volksabstimmung stattfand mit dem Ziel, der Oberste Rat sollte unter Verücksicbtigung der gemeindeweisen Ergebnisse und der wirtschaftlichen Zusammenhänge die Grenze festsetzen. Letztere verweisen— das wurde oft genug gesagt— Oberfchlesien als Ganzes an Deutschland. Schwieri- aer ist die Berücksichtigung der Kemeinderesnltate gewesen. Unter dem Druck des polnischen Terrors und unter tatk''äftigsr Förderung eines Teiles der einflußreichen Geistlichkeit stimmte das flache Land polnisch. Die Gesirmtmehrheit aber war deutsch, sowohl im zentralen Industrierevier wie in Ober- schlesien überhaupt. Im Industrierevier hatte sogar ein be- trächtlicher Teil der volkreichen, von einer gut organisierten Zlrbettenchaft bewobnten Dörfer deutsch« Mehrheiten. Dieses ?!bsti«munasergebnis schien den fronzöstsch-polnischen Ab- sichten günstig. Die deutsche Oeffentlichkeit batte, wie üblich, sich vom Auswärtigen Amt und von denjenigen Leuten, db estr''neue Grenzsestfetzuna für vermeidlicb bi-Een. irreleiten lassen und den üblichen Siegesrausch entfaltet, ohne zu be- deuftn. daß die Redensart von dem„unteilbaren" Ober'chlesien o'un einmal gegen Deutschland angewandt werden könnte. AnstaL nun an einer Linienführung mitzuarbeiren die rem Friedensvertrag und— mit seiner Erfüllung'— den deutschen Interessen dienlich war. beschränkte man sich fast allem- halben auf die unfruchtbare Unteilbarkeitsvorol«. Inzwischen arbeitete die polnische Agitation anders. Durch die französische Presse gingen Karten, die das Abstimmungs- m>« m>■>«—■ Robert Gwen. Iu seinem 150. Vebnrtstage am 14. Mai. Friedrich Engels sah in Rsbert Owen, einem vor- läuser der sozialistischen Bewegung im 13. Jahrhundert,«inen „Mann von bis zur Erhabenheit kindlicher Einfachheit des Charak- ters", der„zugleich ein geborener Lenker»on Menschen war". Als Fabrikant stand Owen in der Zeit gewaltigster industrieller Um. «älzung,»a sich in England die Gesellschaft zu scheiden begann..In große Kapitalisten und besitzlose Proletarier". Der Arbeiter aber. noch ohne jeden inneren und äußeren Halt, war schutzlos der fchran- kenlosesten Ausbeutun, preisgegeben. Da griff Owen die Idee auf. „daß der Eharatterdes Menschen da, Produkt fei«wer- seits der angeborenen Organisation und andererseits der de« Menschen n m g«b e n d e n Umstände. In der industriellen Revolution sahen die meister seiner Standesgenossen nur Derwir- rung nnd Chaos, gut, um im Trübe« zu sischen und sich rasch zu bereichern. Er sah in ihr die Gelegenheit, seinen Lieblingssotz zur Anwendim» nnd damit Ordnung in dos Chaos zu bringen". Um die völlige Entartung und Berarmung der vrbeiterschafl aufzuhalten, sei, so meint« er, die völlig« Aenderung der äußeren Verhältnisse und der Umgebung des Menschen notwendig, eine ganz systematische Erziehung des einzelnen. Hinsichtlich seiner Lage und Handlungen sei das Einzelwesen moralisch völlig unverantwortlich. Darum müßten Lob und Tadel, Strafe und Belohnung wegfalltn und jede Herrschaft oder veberlsgenheit, besonders die des Kapitals, beseitigt«erden. Er verlangte eine absolute Gleichheit in allen Rechten und Pflichten: den» nur dies« Gleichheit sei die einzige Vorbedingung fitr die gleicht Moralität und die allge- meine Befriedigung aller Bedürfnisse. In noch jungen Jahren— 1ZO Jahre sind seitdem»erflosie«— ward Owen an die Spitze einer großen Baumwollspinnerei in Schott- land gestellt, dir e, unter seiner Leitung ball» zu hoher Blüte bracht«. Er gründete dann selbst große Fabriken, in denen er so recht die Stätten seiner Wirksamkeit fand. Seine vornehmste Sorge galt zuerst de» Kindern, die d-mal» von frühester Jugend an in den Fabriken beschäftigt wurden. Er errichtete für seine Wert««ine eigene Schnie und stellt« für sie einen eigenen Erziehungsplan auf. der auf der von ihm»ertretenen Lehre fußte. Dos Lehrziel sollt« allein erreicht«erden durch die Anregung des Ehrgeizes, es sollt! allein der Wille geweckt«erden, immer«m« noch größer««ervoll. kommnung ,n erreichen. Seine vielen gemetnnützigen Einrichtungen trugen ihm die unbegrenzte Serehrung seiner Arbeiter«in. und er zeiate an dem ersten praktischen Beispiel, daß in einer erheblich ver- kürzten Arbeitszeit dasselbe und sogar noch mehr geleistet werden kann als in einer unmäßig langen. Damit hatte er in wenigen Jahrs« schon erreicht, daß a» der Hefe de» Dolle» nnd der Verelendung ein« Arbatterschaft«nvuch», ergeSnis«erfälscht en, nachdem Korfaniy auf Grund de» Volksentscheides in den Landkreisen Siegesmeldungen hinaus- posaunt hatte. In den französischen Karten des Abstimmungs- ergebniffes ist es durch geschickte Fälschungen vertuscht, daß das Industriegebiet tatsächlich ein« deutsche Mehrheit hatte. Im Gegenteil. Geschickte Schraffierungen machten dem gläu- bigen Franzosen klar, daß das Land in überwiegender Mehr- heit zu ö0 bis 85 Proz. polnisch gestimmt hätte! Erdrückend« deutsche Mehrheiten in volkreichen Orten, wie Königshütte. Hindenburg, Beuthen, Gleiwitz usw., sind gar nicht verzeichnet. Dagegen zeigen breit angelegte Linien durch das flache Land, daß dieses— zum großen Teil aus oolklosen Wäldern und Feldern bestehende— Gebiet polnisch gestimmt Habel Erst vor wenigen Tagen rafft« man sich in Deutschland dazu auf. diesem Kartenelaborat eine wissenschaftlich durchgearbeitete Zeichnung entgegenzustellen, die die tatsächlichen Verhältnisse wahrheitsgetreu widerspiegelte. Als dieser papierne Krieg in aller Gemütlichkeit geführt wurdr, ginjLder Brand in Oberschlesien los. Lange hatte Kor- fanty gerüstet. Waffen bis zum Minenwerfer trafen langst vor dem Aufstand ein. Die Interalliierte Kommission fand es nicht für nötig, die oberschlesisch-polnische Grenze mit eigenen Truppen zu besetzen. So brach der Aufstand aus. Schnell waren Svrengkolonnen bei der Hand, die De- wegung, über die alle Blätter berichteten, griff um sich, und die Mutter Gottes von Czenstochau sandte sogar Geschütze und Panzerzüge! Polen wußte von der Sache beileibe nichts. Herr Le Rond war kurz vorher nach Paris gefahren, um nicht von dem unangenehmen Geräusch der Brückensprengungen bei Oppeln aus dem Schlaf gestört zu werden. Als er zurück- kehrte, war er bald Herr der Lage. Wie immer, und wie auch vorauszusehen war. Genau so wie während des Polenterrors vor und nach der Abstimmung sahen und hörten die Franzosen nirgend etwas von widerrechtlicher Gewaltanmaßung. In Beuthen, wo viele französische Offiziere Gäste des Herrn Kor- fanty gewesen waren, trompetete die großpolnische„Grenz- zeitung" ihre Siegesfanfaren. Niemand störte sie. Der Ge- neralstreik ging zurück. Die Insurgenten herrschten weiter. Konfanty proklamierte eine Scheidegrenze, die er mit seinen Truppen nicht überschreiten wollte. Die Franzosen haben zwar, wie Herr Le Rond versichert, kein Abkommen geschlossen, überschreiten diese Grenze aber vorsichtshalber auch nicht. Wenigstens nicht in der Absicht, die Regierungs- f(eroalt der Interalliierten Kommission wiederherzustellen. Und o läuft dieses Spiel offen darauf hinaus, vollendete Tatsachen zu schassen, gegen die sich eine erbitterte und fast Hoffnung?- lose Bevölkerung wehrt, wo noch eine Abwehr möglich ist. Paris ist weit und die französische Diplomatie ist klug. Nicht umsonst hat sie dauernd versucht, die oberschlesische Frage mit der Wiedergutmachung zu verknüpfen. Jetzt hat Deutschland die schwersten Opfer auf sich genommen und das Ultimatum doch unterjchrieben. Run kann es nur noch Zweck des passiven Verhaltens General Le Ronds sein, die unhaltbaren Zustände zu verewigen, bis in Paris eine Teilung durchgesetzt ist, die der Korfanty-Linie entspricht. Schlimmer aber noch wäre es — und darauf scheint man es offenkundig anzulegen—, wenn die deutsch« Bevölkerung aus ihrer Reserve herausträte und sich mit den letzten Mitteln selbst zu helfen suchte. Dann wäre die Voraussetzung für einen polnischen Ein- marsch gegeben, und Le Rond, der ewig Lächelnde, hätte seinen Auftrag erfüllt. Es kann nicht dringend genug gewarnt werden, und die Reichsregierung wird hoffentlich Mittel und Wege finden. Unbesonnene davon abzuhalten, daß sie in letzter Stunde eine Entscheidung heraufbeschwören, die ein Unglück für ganz Deutschland wäre! Soeben hat L l o y d G e o r g e die Haltung der englischen Regierung dahin erklärt, daß sie eine Bl-rgewalngung Ober- schlesiens nicht zulassen, vollendete Tarsachen nicht aner» kennen würde. Das berechtigt zur Hoffnung, daß man in Paris eine oerechtere Lösung der Frage finden wird. Was aber würde mit einem General geschehen, dessen Truppen meutern, obwohl er von dieser ihrer Absicht die nicht nur zu den höchsten Leistungen befähigt war, sondern auch durch Lebenshaltung und Sittlichkeit im ganzen Lande helle Be- wunderung erregte. Owen trat nun dafür ein, im ganzen Lande „Mutual Cooperation»"«inzurichten, Arbeitsgemeinschaf- t e n, die für die darin Beschäftigten olle notwendigen Bedarfsarttkel selbst herstellen sollten. Ihnen sollten all« durch gemeinsame Arbeit erzeugten Waren auch gemeinsames Eigentum sein. Die Frauen sollten gemeinschaftlich all« häuslichen Arbeiten verrichten und die Erziehung der Kinder übernehmen. Welch« Gefahr für die kapi- talistische Ausbeutung! Robert Owen sah sich verfolgt und verlästert und an der wei- teren Durchführung seines Zieles behindert. In Amerika hofft« er «in neues und dankbarere«'Feld für sein« kommunistischen Associa- tionen zu finden. Er taufte die Kolonie New-Harmony im Staat« Indiana und forderte Kapital, Kopf- und Hondarbeiter auf. in sein allen gemeinsames Unternehmen einzutreten. Was aber seinem Rufe folgte, waren nur verlumpt« Abenteurer und verkam- mene Landstreicher, die das an sich schon gewagte und nur mit völli- ger Hingabe zu erfüllende Unternehmen vollends zugrunde richteten. Der Versuch mißlang, schwächte aber keinesfalls den Mut de» Idea- listen. Aach London zurückgekehrt, gründete Owen dort eine Bant zum Austausch der Produtte nach dem In ihnen steckenden Ar« b e i t s w e r t. Aber auch dieser Versuch, inmitten de« Brennpunkte« der kapitalistischen Welt gleichsam wie auf einer Insel den Kommu- nismus zu errichten, mißlang und mußte mißlingen, genau wie auch heute der festeste Wille in einem einzelnen Lande, sei es auch noch s» groß und reich an Ratiirschätze». nicht von heute auf morgen die sozialistische Produkttonsweise durchzusetzen vermag. Die Anhänger der von ihm begründeten„Vereinigung aller Klassen aller Völker", die einige Bedeutung erlangt«, nannten sich von 1853 an Sozialisten. Unter dem Einfluß von Owens Lehr« gründeten sich in England die ersten Arbeiterverein« mit weitgehenden politischen und wirtschaftlichen Forderungen, und es kam zu den ersten Riesenausständen und Massenbewegungen. Von diesen Unternehmungen hielt sich Owen fern. Er verlangte die Gründung von Produkttvgenoflenschaften, und so wurde er der eigentliche Vater de» Genossenschoftsgedankens. Rur wenige Wochen vor seinem Tode, al« 87jährigcr Greis, versuchte er aus einem Kongreß in Liverpool noch einmal die Kapilalisten zur Durchführung sozialer Reformen zu überreden, mußt« sich aber wieder überzeugen, daß nur der Kampf der Arbeiter um ihr« Rechte gegen die Macht des Kapitalismus zum Ziele führt. Dr. Ha n s R oh d« n. Ein vierkeljahrhunderk Tuberkulose-Vckämpfvng. Da«„Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfuna der Tuberkulose" begeht in diesem Jahre die Gedenkfeier seine» 26jährigen Bestehens. Me A. Gott- stein au» diesem Anlaß in der„Deutschen Medizinischen Wochen- vorher Kenntnis gehabt und nichts dagegen getan hat?—> Nicht 24 Stunden langer würde er im Amte bleiben. DaS Ansehen seiner Regierung duldet es nicht. Herr Le Rond aber handelt als Sachwalter der Völkermacht, die nach dem Völkerbund die mächtigste der Well ist, und spielt den Bock als Ziergärtner— seit Monaten schon! Hat der Oberste Rat, in dem ja nicht nur Franzosen sitzen, nichts von dem. was man sonst als„nationales" Ehrgefühl so pcin- lich genau nimmt?_ programmatische Forderungen» Billigtmg der Regiernngsuberuahme. Brcslav, IS. Mai.(E'g Drahtbericht de»„Vorwärts".) Eine sozialdemokrattsche Mitgliederversammlung in Breslau nahm av. Donerstag unter stärkster Beteiligung der Parteigenossen Stellung zur Annahme de» Ultimatum« und zum Eintritt in die R e i ch s- regierung. Die schwere Belastung der Partei durch die über» nommen« Verantwortung wurde von allen Sellen festgestellt. Trotz- dem wurde gegen wenige Stimmen folgende Entschließung angenommen: „Die Sozialdemokratisch« Partei Breslau« stellt fest, daß die Soztoldemokratte m die Reichsregierung eintreten mußte, weil Deuffchnationale und Deutsch« Volkspartei das Schicksal Oberfchlesien, und des Ruhrgebiet» und damit da« Schicksal Deutschlands aus Partei egoismu« aufs Spiel fetzen. Di« Parteigenossen sind sich be- wüßt, daß auch nach der Annahme des Ultimatums die wirtschaftlich- Lag« sich äußerst schwierig gestatten wird. Den Parteigenossen er- wächst die Pflicht, die Bevölkerung darüber aufzuklären, welchen noch viel furchtbareren Gefahren besonders für Oberschlesien durch entgegengetreten wurde. Die Porteigenossen erwarten, daß die neu« Regierung jeden Versuch macht, durch eine energische W i r t s ch a f t«- und Steuerpolitik die neu entstehenden Lasten denjenigen Sästchten aufzubürden, die sich den Folgen der außenpolitischen Ereignisse ent- ziehen wollen. Die Parteigenossen fordern, daß dieser Regierung-- turs unzweideutig schleunigst zum Ausdruck kommt in sofortiger Ein- leitung der Einziehung des Reichsnotopser», in sofortiger Einlellung der Besteuerung der Uebergewinne, besonders auch in der gemeinwirtschaftlich organisierten Industrie, ferner in Neuregelung der Gesetzgebung über den �Belagerungszu- stand. Ein Zusammengehen mit der V o l k» p a r t« i kommt nach ihrer neuen Flucht vor der Verantwortung in Deuffchlands Schick- falsstunde weniger als jemals in Frage." Er genießt vertrauen. Die„Ratlonalliberale Korrespondenz" dementiert»ll« Meldun- gen, wonach der Abgeordnet« Dr. Ltresemnnn wegen seiner Haltung in der Frag» des HIHrnamm» das Vertrauen setner Fraktion nicht mehr genieße. Sie betont demgegenüber, daß in der letzttn Fraktionssitzung, die sich mit der Ultimatumfrage beschäftigt«, au» der Mitte der Frattton«ine Erklärung abgegeben und von der g e- samten Fraktion einmütig gutgeheißen wurde, daß Dr. Stresemann in allen Stadien der Verhandlung das Ver- trauen der Fraktion hinter sich gehabt habe, und daß er sowohl in seiner Haltung zum Ultimatum wie zu den übrigen Fragen das volle Vertrauen der Fraktion genieße. Warum sollte auch Herr Stresemann das Vertrauen seiner Partei nicht genießen? Ein Mann, der innerlich„ja" denkt und mit„nein" absttmmt, ist sozusagen der geborene Vertrauensmann für die Deutsche Volkspartei._ Aenderung der produkkweo Erwerbslosenfürforge. Der gemein- same Wirffchafts- und sozialpolitische Unterausschuß des Reichswirtschaftsrats beschäftigte sich, wie die PPR. melden, in seiner Sitzung am 12. Mai mit einem neuausgearbeiteten Vorschlag für die produktive Erwerbslosenfürsorge, der den oeränderten Ver- hälmissen, insbesondere noch der Annahm« des Ultimatums der Entente Rechnung trägt. Der Vorschlag wurde in erster Lesung«rledigt: da jedoch verschiedentlich von einem Teil der Ar- beitgeber noch Abänderungsvorschläge gemacht wurden, wird am 18. Mai ein« zweit« Lesung gehalten. schrift" ausführt, gebührt dem Komitee da» Verdienst, das Interesse für die Wichtigkeit der Tuberkuloseftag« als Angelegenheit des ganzen Volkes stets wachgeholten zu haben und als Mittelpunkt aller vrakttschen Arbeit fortdauernd zu wirken. Von diesem großen Brennpunkt gehen Anregungen und Hilfen aus: in ihm finden sich zugleich alle die verschiedenen Organisationen zusammen. Einige Gebiete, die gesondert, aber im festen Zusammenhang mit der Haupt- stelle arbeiten, sind abgezweigt, so daß Fürsorgewesen, die Luxus- bekämpfung, die Tuberkulose-Bekämpfung im Mittelstande, die San- derfragen der Heilstättenörzte. Die Mittel, die da» Komitee für da, Heilstättenwesen aufgebracht hat, sind sehr beträchtlich. Nicht minder Wichtig aber als die praktischen Vorkehrungen sind die in einem Vierteljohrhundert gesammelten Erfahrungen, die auf den Haupt- Versammlungen ausgetauscht und in den Jahresberichten zusammen- gestellt werden. Das deutsche Zentralkomitee hat auch für die inter. nattonal« Bekämpfung der Tuberkulose viel geleistet und besaß bei der Einberufung des ersten internationalen Kongresses 1833 die Führung. Jetzt freilich ist diese internationale Zusammenarbeit unterbrochen. Die vorstawische Zeit in der Mark. Prof. Carl Schuchhardt. der Direktor der vor- und frühgeschichllichen AbteUung am Berliner Museum für Völkerkunde, unternimmt seit einigen Iahren Aus- grabung«, in den ostelbischen Provinzen, um die Kuttur dieser Gegenden in der oorslawischcn Zeit zu erforschen. So untersuchte er 1313 den Burgberg bei Reetz in Pommern und den Lossower Ring- wall bei Frankfurt a. d. 0 Hier fand er westdeutsch« Schädeltypen. 1320 grub er den Schloßberg bei Wietzen und den Palshebbel,(Bahnstrecke Sommerfeld— Breslau) aus, ferner grub er im Dorf« Dettersfelde, tn Lichterfelde und auf dem Höhbeck an der Elb«, wo Karl der Groß« 783 über die Elb« ging und das Kastell Hohenbüchen anlegte. Gemeinsam mit Koldewey hat dort Schuchhardt Rest« der Befestigung wie die Tore freilegen können. die einem römischen Loger ähnlich war. Im übrigen galten sein« Untersuchungen namentlich der Art der Besiedlung. Der Wietzener Schloßberg. ein« Ganderhebung im weiten Schwemmlande mit einem Durchmesser von 150 Meter, zeigt« Spuren alter Holzbefestigung. Die Häuserreste auf der Burg, lassen sich nach einem Bronzefund ins 7. bis 8. vorchristliche Jahrhundert datieren, die Häuser aus dem Palshebbel» etwa 100 Jahre später. In Berlin-Lichterfelde grub Schuchhardt. angeregt Curch den Fund römischer Kaisermünzen, ein Pfostenhaus aus, mit einer großen Herdgrub« in der H» fte. Der Typus diese« Hause«, der schon in der jüngeren Steinzelt auf- tritt, hat also hier»on der Zeit der sogenannten Lausitzer Keramik bis in die römisch? Koiserzeit geherrscht. Die wendischen Siedlungen Z. B. am Burgwall in Reetz haben dagegen Gruben- Häuser mtt einem Dach auf ebener Erde. Jene Funde deuten also auf eine oorslawische Kultur.__ 8««eNina-Mnsen« spricht Donner«»«, den 1». M-i. fl�Mr. Kck Georg Droelcher über.Weber und den hunt-rtjjhrigeu Freischütz" «luichlietzend: Aussührmig de» 2. Altes. -Die»ltouaer»heaterkriie. Ra« lZngeren«usiübrunzen de, Direktor» und de« Oberbürgermeister« beschlossen die jtädüsch«« Kollegien. Altona« gegen die Stwnnen der Rechtsparteien Äe O-re-mguuz de« Stadt. t)eaterS mtt de« Schill etth ent er. Nr. 224 ♦ 38. Jahrgang Heilage öes Vorwärts Sonnabenö, 14. Mai 1921 GroßGerlln Markt im Zrühjahr. Di« Heller Trompetentusch klingt's über den Markt, klingt's durch den hellen Sonnenschein, der scheinbor vom dicken Kirchturm b:rlmtersteigt. Es flattern Buden und Bänder. Tausend Weiber- stimmen hängen in der Lust, durchschritten vom ernsten Männerbaß — und tausend gelb«, rote und grüne Früchte liegen leuchtend in den Körben. Dazwischen spreizen sich bunt die Blumen, liegen die Brote, schmiegt sich der Heringsdust. An den Haken der Schlächter hängen schwer und rot die Fleischstücken, zappeln die Würste. Irgendwo kollert«In Hahn, gluckst eine Henne, poltert ein Topf zu Boden. Töpfe! viel«, viele Töpfe: in heller und dunkler Glasur, braun und bunt. Wenn da ein übermütiger Münchhausen über den Platz tappeln würde. O weh! die Dienstmädchen würden singen vor Lachen und die Karpfen in den Fässern mit den Schwänzen schlagen. „Eier sind billiger, Eier sind billigerl"„Gnädige Frau, nehmen Sie einen Blumenkohl mit, der ist halb geschenkt!"„Wunderbare Saaaije—.' Es plärrt und girrt, klappert und irrt. Gleich einem Riesen- käsig mit Riesenmenschen wächst der Markt in die Mittagsstunde hinein. Wie Lochen klingt's über den Platz, um den die Häuser mäßig stehen, mit den Fensteraugen blinzelnd. Alles kaust und ver- kauft, feilscht und kreischt, nimmt und gibt mit frohen Augen, als wenn das Geld scheffelweise in den Taschen läge. Und dabei.... siehe links den Bettler und rechts die Alte, die in den Abfällen wühlt und welche gar keine lustigen Marktmusikanten sein mögen. Aber heut ist Markt; er brüstet sich Hochaus in seiner nahrhaften Herrlichkeit und schenkt uns ein Bild, wie es eine gut gelaunt« Großstadt nur zu geben vermag. Gut gelaunt? „Gnädige Frau, warum nehmen Se nich den Hering, der is doch wundcrscheen.. der fthwierige Groß-Serliner Etat. Der städtische Haushalt 1921 von Groß-Berlin wird, wie dos Bachrichtenamt des Magistrats misteilt, in den nächsten Togen vor« beraten und festgestellt werden. Dos Kommunalabgabengesetz ver- langt den Beschluß der Stadtverordnetenversammlung und die Ge- nehmigung der Steuerverteilung noch im Juni. Nachdem der unter ganz außergewöhnlichen Schwierigkeiten nachträglich aufgemachte Haushalt 1920 einen Fehlbetrag von �00 Millionen Mark erbracht hatte, lag aus der Hand, daß für 1921 nur unter schärfster Sparsamkeit in allen Ausgaben ein Gleichgewicht hergestellt werden kann. Die ersten Entwürfe liegen jetzt vor. Wenn alle in sie eingestellten Ausgaben geleistet werden sollten, so würde nach einer ersten überschläglichen Schätzung im Jahre 1921 der Fehl- betrag sich auf nicht weniger als auf 750 Millionen Mark erhöhen. Dieses unmögliche Ergebnis hat den Magistrat ver- anlaßt, die gesamten Voranschläge einer nochmaligen Be- arbeistung unterwerfen zu losien. So schmerzlich es fein mag, so muß man sich damit abfinden, daß in diesem Jahre alle Ausgaben der Verwaltung auf dos unbedingt erforderliche Maß beschränkt wer- den müssen. Auch in der dieswöchigen gemeinsamen Verhandlung des Ma- oistrots mit den Bürgermeistern der Bezirke ist diese Notwendigkest eingehend besprochen worden. Die Aufgabe der Bezirke und Ber- malttingen der nächsten Wochen wird es sein, in den bisherigen Vor- onschlägen in solchem Umfange Beschränkungen vorzunehmen, daß das Gleichgewicht des Haushalts unter allen Umständen erreicht wird. Die Verhandlungen in den städtischen Körperschaften werden im Juni beginnen. Probefahrt öerlin— Lichterfelöe-Gst. Die Vertreter der Berliner Presse waren zu einer Besichtigung»- und Probefahrt mit zwei neuarstgen Triebwagen eingeladen, die vor kurzem zwischen dem Potsdamer Vorortbahnhof und Lichter- selde-Ost und zurück stattfand. Die Einrichtung der Wagen ist in- sofern neu und ungewohnt, als die quergestellten Bänke sich nicht wie in Stadt- und Vorortzügen auf einer Seite befinden, sondern daß immer abwechselnd eine Bank rechts, eine Bank links steht, so daß, wenn man durch den ganzen Wagen gehen will, man sich in Schlangenlinie bewegen muß. Auch faßt jede Bant nur drei Sitze, während die Bänke der Vorortwagen vier Sitze haben. Da sich 6 Doppelbänte im Wagen befinden, so fallen nicht weniger als 12 Sitzplätze aus, da der ganze Wagen nur 40 Sitzplätze saßt. Man glaubt aber diesen Verlust an Sitzplätzen riskieren zu können, well man damit bei dem auf der Untergrundbahn stattfindenden schnellen Personenwechsel auf kurzen Strecken, besonders in der Innenstadt mehr Raum für Stehplätze gewonnen hätte. Ein weiterer Vortell kommt hinzu: An jeder Längsseitc befinden sich 4 Schiebetüren, dagegen in den jetzigen Untergrundbahnwaqen nur zwei. Diese Schiebetüren, die bedeutend breiter sind als die Klapptüren der Stadtbahn, lassen ein sehr schnelles Ein- und Aussteigen zu. Auch würden jene Unfälle fortfallen, die fortwährend dadurch entstehen, daß die Klapptüren, wenn sie zu früh geöffnet werden. Draußen- stehende treffen. Da nun aber diese Wagen besonders für den Vor- ortverkehr und nicht für die Untergrungbahn benützt werden sollen, so ist bei den langen Strecken des Vorortverkehrs der Ausfall an Sitzplätzen doch so erheblich, daß man dem Publikum, besonders der arbeitenden Bevölkerung, nicht gut zumuten kann, diesen Verlust zu tragen. Will man deshalb den neuen Wagentyp nicht ändern, so müßte man unbedingt dazu schreiten, eine Anzahl leichter Klapp- sitz« anzubringen. Unzureichend ist zurzett auch die Lüftung der Wagen. Da die Fenster nicht heruntergelassen werden können und sich auch an d» Decke keine ausreichende Bcntilatton befindet, so entsteht bald eine unerträgliche Temperatur. Hingegen müßte für den Winter un- bedingt eine Heizung gewährleistet werden. Die Holzbänke, und zwar die Sitze wie die Rückenlehnen sollten in modernen Wagen doch unbedingt den menschlichen Körperformen angepaßt werden, wie das vielfach bereits in den bekannten Vorortwagen der Fall iftz Gerade Sitze und Lehnen führen zu einer vorschnellen Er- müdung des Körpers. Herr Eisenbohndirektionspräsident Wulff, der die Fahrt selbst mitmochte, wird die Härte der Bänke gespürt hoben. Im übrigen ober mochten die Wagen in ihrer Neuheit und mit ihrem ruhigen sicheren Gang einen durchaus angenehmen und erfreulichen Eindruck._ Um die Ungültigkeit der Stadtverordnetenwahl. Bekanntlich hatte der Bezirksausschuß die letzte Berliner Stadt- nerordnetenwahl als ungülttg erklärt. Dagegen hat die Berliner Stadtverordnetenversammlung durch den Rechtsanwalt Dr. R o s e n- selb Berufung eingelegt, lieber diesen Einspruch findet nun a m 16. Juni Termin vor dem Oberverwaltungsgericht statt. Die Berufung der Stadwerordneienverfammlung hat jetzt eine erhebliche Stütz« erfahren durch ein Gutachten, das der Ober- regierungsrat v. Dultzig erstattet hat, der die U n h al t b a r k« i t der Entscheidung des Dezirksausschusses nachweist. Der neue Raubmorüverfuch in Neukölln. Der Aeberfallene schwer verletzt, der Täter flüchtig. Der bereits im gestrigen Abendblatt kurz mitgeteilte Raubüber- fall auf den Zigarrenhändler Friedrich Kegel in der Hobrechtstr. 5 zu Neukölln stellt sich als eine Tat von außerordentlicher Brutalität dar. Der Ueberfallene, der bereits 73 Jahre alt ist, liegt infolge der erlittenen Verletzungen noch vernehmungsunfähig danieder. Der Greis lebte ganz allein und bewohnte ein Zimmer hinter dem Laden, was das Zustandekommen der Tat, über die uns noch folgendes be- richtet wird, erklärlich erscheinen läßt. Eine Tochter, die in der Hagelberqer Straße wohnt, erschien fast jeden Tag, um dem Greis die Wirtschaft in Ordnung zu bringen. Als sie gestern zur gewohnten Zeit, in der neunten Morgenstunde, wieder erschien, fand sie im Laden ihren alten Vater aus schweren Kopfwunden blutend besinnungslos vor. Geld aus einer leeren Kassette lag verstreut umher. Ein Arzt stellte mehrere Kopfver- letzungen fest, die von einem Messer oder einem anderen Werkzeug herzurühren scheinen. Der Verwundete wurde nach dem Kranken- haus Am Urban gebracht, wo er noch vernehmungsunfähig danieder- liegt. Nach Lage der Sache handelt es sich um einen versuchten Raubmord, der von einem Kunden, vielleicht auch mehreren, verübt worden ist. Bald nachdem der alte Mann seinen Laden auf- gemacht hat, ist jedenfalls der Verbrecher in der harmlofen Maske eines Kunden erschienen und hat Zigaretten verlangt. Darauf läßt der Umstand schließen, daß auf dem Ladentisch ein Päckchen mit 10 Zigaretten fertig gemacht dalag. Wahrscheinlich in dem Augen- blick, �als Kegel im Begriff war, Geld zu wechseln und zu dem Zweck sich über die Ladenkasse beugte, ist der Verbrecher über ihn her- gesollen. Er hat sich dann des Inhalts der Ladenkasse bemächtigt und wahrscheinlich auch in den Taschen des Ueber- fallenen noch größere Beute gefunden. Um sich gegen Ueberraschun- gen zu schützen, hatte er die beiden Türen von innen abgeschlossen und nahm nun seinen Ausgang durch dos Küchenfenster. Der alte Mann soll 15 000 bis 20 000 M. in seiner Brieftasche gehabt haben. Ob das richtig ist und was dem Räuber in die Hände gefallen sein kann, muß auch erst noch festgestellt werden. Auf die Ergreifung des Flüchtigen ist eine Belohnung von 5 000 Mark ausgesetzt. Mitteilungen nimmt Kriminalkom- missar Gennat im Berliner Polizeipräsidium entgegen. Ein Frauenmord? Gestern vormittag wurde am L u i s e n u f e r, gegenüber der Michaelkirchwache der Schutzpolizei, ein menschlicher Unter- schenke! aus dem Wasser gezogen, der anscheinend von einer Frauenleiche herrührt. Er ist dicht über dem Knie abgetrennt worden und scheint mit einer Säge durchschnitten zu sein. Die Kriminalpolizei ist mit der Aufklärung des Fundes beschäftigt. Die juristische Sprechstunde fällt am Sonnabend, den 14., und Dienstag, den 17. d. ZI?., aus. Die Goldzähne als Verräter. Der dreiste Diebstahl auf der Reichsbank, bei dem am 16. August vorigen Jahres dem Postbetriebsassistenten Starke bei der Ein- zahlungskasse für Papiergeld aus der Reichsbank ein P o st b e u t e l mit 143000 Mark Inhalt ge stöhlen wurde, beschäftigte die 2. Strafkammer des Landgerichts 7. Als Diebe waren die Kauf- leute S ch y g a K w i a t, der sich auch Leo Pfeffermann nannte und Peisach Lewkowicz ongeflagt. Am Tage des Diebstahls benützte ein jüdisch aussehender Mann in einem unbewachten Augenblicke die Gelegenheit, mit dem Beutel zu verschwinden. E- wurde beobachtet, wie er auf einen in voller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen aufsprang und alsdann einen anderen Mann heranwinkte, der ebenfalls den Straßenbahnwogen bestieg. Am Dönhoffplotz verschwanden die beiden spurlos. Die An« geklagten sollen nun die beiden Leute, die auf dem Straßenbahn- wagen gesehen wurden, sein. Mit fünf anderen sind sie in Danzig verhaftet worden, von wo aus sie nach Amerika reisen«olllen. Während die 5 wieder aus der Haft entlassen wurden, hatten sich die beiden Angeklagten wegen des Diebstadls zu verantworten. Beide bestritten ihre Schuld und traten einen Alibibeweis an. Kwiat wollte in Köln gewesen sein. Ein Zeuge bekundete jedoch, daß er an dem Tage nach dem Diebstahl in einem Lokal gehört habe, wie jüdische Männer sich erzählten, daß Kwiat eine„große Sache" gemacht habe. Er habe die ganze Nacht durchgezecht und alle freigehalten. Lewkowicz versuchte den Nachweis zu führen, daß er sich zu jener Zeit in einer Krankenanstalt aufgehalten habe. Das Gericht nahm auf Grund der Zeugenaussagen an, daß diese Alibibeweise mißlungen seien, um so mehr, als einer der Zeugen mit voller Bestimmtheit bekundete, daß er Lewkowicz sicher als den Mann wiedererkenne, der auf die Elektrische gesprungen sei, da er wie dieser den g a n z e-n M um d voller goldener Zähne hatte. Die Verteidiger hielten trotzdem die Belastungsmomente für eine Verurteilung für nicht ausreichend. Dos Gericht erkannte jedoch gegen den vor- tusij bestraften Angeklagten Kwiat unter Versagung mildernder Umstände auf 2 Jahre Zuchthaus und gegen Lewkowicz auf 2 Jahre Gefängnis und außerdem zu je 5 Iahren Ehroerlust. „Pikatite" Presse. Wegen versuchter Erpressung stand der Herausgeber der„Neuesten Nochrichten" und der„Großstadt- b i l d e r", Detektiv Arthur Keil, vor dem Schöffengericht. Der Angeklagte paradiert in seinen Zeitungen vorwiegend mit Sensa- tiovsortikeln über allerlei Berliner Krebsschäden. Aufdeckung von geheimen Sünden, Kuppeleiasfären und mit sogenannten pikanten Enthüllungen. Er wurde beschuldigt, in zwei Fällen mit der Der- öfsentlichung solcher Artikel gedroht zu haben, wenn ihm nicht i n dem einen Falle 2000 M., in dem anderen 1000 M- als Kaufpreis für die Artikel gezahlt würden. Der Angeklagte bestritt diese Beschuldigung, der Gerichtshof sah sie SSj Skine Menschenkind. III. Der Sündenfall. Von Martin Andersen Nexö. Aber ihre Aufmerksamkeit wurde auf vielen Wegen von ihrem Aeußern auf das Innere gelenkt. Eines Tages stellte sie fest, daß sie runde Knie habe— sie würde also gut zu ihrem Manne sein! Das war an und für sich etwas Selbst- verständliches: daß sie schlecht zu jemand sei. hatte ihr nocy niemand vorgeworfen; aber es war angenehm, wenn's einem handgreiflich bestätigt wurde. Sie wurde sich mancher Seiten ihres eigenen Wesens bewußt, und daran erlebte sie zuweilen wirkliche Freude. An falscher Bescheidenheit Iltt sie nicht, das Dasein war arm genug, ohne daß sie selbst es noch ärmer zu machen brauchte. Der Vergleich mit andern fiel hier nicht gerade zu ihren Ungunsten aus,— sie meinte tm wesentlichen bestehen zu können. Es war bloß der langweilige Umstand dabei, daß die Leute meistens nach dem Aeußeren gingen! Aber als sie so in sich hineinschaute, sah sie auch Dinge. die sie nicht mit Freude erfüllten, sondern nur mit Vefremven und Erstaunen. Und manchmal bekam sie Angst. Sonne und Wind spielten mit ihr, und das Resultat war merkwürdig. Es war ein Lachen in ihrem Sinn, das lag da sozusagen auf Lager, war dauernd zu spüren als kribbelndes Gefühl, als Antrieb, selbst in ernsten Situationen loszuspru- dein. Aber außer diesem Lachen spukte auch manches andere in ihr, beunruhigende Gedanken, Empfindungen, die sie auf nichts Vekanntes zurückführen konnte. Von Tag zu Tag be- gegnete't ihr Worte und Handlungen, die etwas in ihr ver- schoben. Eine Hand hatte gedankenlos ihre Flechten umfaßt! von diesem Tage an schenkte sie ihrem Haar Beachtung, sie empfand es als etwas für sich selbst, als ein Wesen, das Auf- merksamkeit beanspruchte. Sie mußte es aufnehmen und fühlen, ob es richtig saß. mußte es lockern, wenn es zu tot auf dem Kopfe lag, und es neu flechten! Und aus Dankbarkeit darüber, daß sie sich damit beschäftigte, begann es zu wachsen, wurde dicker und weicher. Und in Stine wuchs es auch. Sie hatte seltsame Empfin- düngen, bald hier, bald da, als ob Säfte schnell zu einer Stelle im Körper strömten und nun zu einer andern. Manchmal tat ihr der ganze Körper weh— und ihr wurde schwindlig: das feien Schmerzen, die vom Wachs«, kämen, meinte Sine. De» lang« Tag konnte sie still dasitzen und dieses Sefühl ver- folgen: in chren werdenden Brüsten war solche Unruhe. Sie hörte das Reden der Erwachsenen, ihre versteckten Andeutungen, und lauschte auf eine eigene Art: und sie sah den Verkehr der Knechte und Mägde in einem neuen Lichte. Am Sonn- abendabend versammelten sie sich auf einem der Höfe weiter landeinwärts und tanzten im Grünen zur Harmonika: Stine hatte Herzklopfen, wenn sie in der Kammer stand und sich zurechtmachte, um hinzulaufen und zuzusagen. Es kam vor, daß der eine oder andere Bursch auch nach ihr griff. Sie schlug nach ihm, war aber nicht mehr aufgebracht dabei wie früher, nur erschrocken. Das Verhältnis der Bäuerin beschäftigte sie stark. Sie sing an, manches zu verstehen,— ahnte, daß in der starken Bauersfrau verborgene Kräfte gärten, die das Licht des Tages nicht vertrugen und jahrelang im Zaume gehalten worden waren, nun aber unwiderstehlich hervorbrachen. Karen fei im gefährlichen Uebergangsalter, fagts Sine,— ein mystisches Wort, das allerlei enthalten konnte. Wenn die Bäuerin mit ihren Kleidern in Stines Nähe war, durchrieselte diese ein seltsames Frösteln, und sie verspürte einen Reiz an den Haar- wurzeln. Alles und alle wurden beherrscht von diesem Seit- samen, von dem Karen besessen war, Sine und die Arbeits- leute,— und auch der Sohn auf seine Art: ihre Blicke wurden so sonderbar, sie sprachen und taten so verstohlen, hatten ver- blümte Zeichen und Augenbewegungen. Dieses merkwürdige Grauen spukte bis weit ins Kirchspiel hinein: wildfremde Leute näherten sich und begannen, Stine auszufragen— und hielten dann inne und sprachen von Wind und Wetter. Es kam ihr so vor, als hielte die ganze Welt ein Auge auf den Bakkehof. Sein Schatten wirkte bis in die Ferne. Kam bei Zu- fammenkünften die Rede auf den Hof, so blieben die Gemüter daran hängen und beschäftigten sich nur mit dem einen: der Liebe in allen ihren geheimen, verhängnisvollen Schattierun- gen. Ein eigenartiger Glanz kam in die Augen, und alles mögliche Versteckte wurde hervorgezogen. Geheimes wuchs in jedem Winkel. Stine sog ein mit Augen und Ohren, bis sie in eine nervöse Spannung versetzt wurde: rein physische Angst er- griff Besitz von ihr und zerriß ihr Gemüt, so daß das Grauen sie packte, ohne allen Grund. Eines Tages, als sie vor dem Hof beim Mittagsmelken saß. entdeckte sie ihr eigenes Blut auf dem Melkschemel. Ein Schwindelgefühl ergriff sie; niemand hatte mit ihr davon ge- sprachen, was kommen würde, keine Mutter hatte sie behut- ja« i» das Mysterium des Leb«» eingeführt. Nim wurde sie brutal hineingeworfen, sein Symbol, das Blut, verband sich in ihrer aufgeschreckten Phantasie mit so viel anderem Grauen. Weiß vor Schreck, wankte sie hinein. Im Tor traf sie Karl. Er fragte, was ihr fehle, und be- kam mit Mühe so viel aus ihr heraus, daß er die Ursache ihrer Angst erriet. Er lächelte gutmütig, und dos beruhigte sie: es war fast das erstemal, daß sie ihn lächeln sah. Aber dann wurde er ernst.„Daraus darfst du dir nichts machen," sagt» er und streichelte ihre Wange,„denn das bedeutet ja nur, daß du nun im Begriff bist, ein erwachsenes Weib zu werden." Stine war ihm aufrichtig dankbar für seinen Trost: sie war nicht ärgerlich darüber, daß er hierin ihr Vertrauter ge- worden war. Für sie war er nicht gerade irgendein Mann, sondern ein menschliches Wesen, ein Hilfloser, der oft s i e nötiW gehabt und nun dafür ihr wieder eine Handreichung getan hatte,— das war so einfach. Eine Aenderung in beider Verhältnis trat nicht ein, abgesehen davon, daß es Gegen- seitigkeit im Trösten schuf. Stine hatte nun auch einen, an den sie sich vertrauensvoll wenden konnte, wenn sie nicht weiter wußte. 10. Sörine kehrt heim. Stine hatte gerade die vier Buben abgefüttert, und es war gut gegangen. Auf einem kleinen Hügel hatte sie dos Vesperbrot angerichtet, und die vier hatten sich im Kreise darum lagern müssen: sie sollten lernen, hübsch still am Tisch zu sitzen und nicht umherzuspringen, mit dem Butterbrot in der Hand. Und sie sollten lernen, einander etwas zu gönnen und aus der gemeinsamen Schüssel zu essen,— damit haperte es hauptsächlich. Am liebsten wollte jeder seine Portion für sich haben und gierig dreinhauen oder am allerliebsten damit beiseite schleichen und sie ganz für sich verzehren, wie ein herrenloser Hund. Stine zwang sie, sitzen zu bleiben und aus dem gemeinschaftlichen Troge tzu essen. Gab sie einem von ihnen ein Stück, so verfolgten die drei andern das mit gie- rigen Blicken, sie hatten die Augen mehr beim Essen des an- dern als beim eigenen. Dann war sie immer wieder binter ihnen her. Neid konnte sie nicht leiden. Auch wenn sie selber satt waren, wollten sie mehr haben. Stine erkannte, wie wahr Großchens Worte waren, daß der liebe Gott den Magen vor den Augen satt macht.„Ihr sollt richtige kleine Menschen sein, wie Paul, Else und Christian," sagte sie.„Die teilen immer msteinander. wenn sie etwas haben." Und nach und nach nahmen die Kinder Lehre an. Die größeren liefen den kleineren nicht mehr fort, sondern hielten sie hübsch an der Hand»--- wenigstens solange Stine sie beobachten konnte. (Lorts- folgt.) iwttH 5'te BiWKisüfir»?«».«Ts ffluTeT?««*. Tiif SifrlifBÄ#R Zu. daß das Vorgehen des Angeklagten vom journalistischen Standpunkt als nkl�t fair anzusehen sei. bestritt aber aus rechtlichen Gründen, daß sich dSr Angeklagte einer versuchten Nötigung schuldig Hobe. Dos Schöffengericht verurteilte den Angeklagten mit Nuasicht auf dessen Borstrafen zu 1 Jahr Kefängnis. 5ür ldo ooo ZN. Vrillanke« geraubk. Einbrecher drangen gestern abend gejjen CH Uhr in die Wohnung der S8 Jahre alten Ftau Louise pirsch in Friedenau. Rheinstr. 35. ein. knebelten und banden Ueborroschte an ihrem Bettgestell fest. Sie durchwühlten sämtliche Behältnisse der Wohnung und raubten neben anderen Wertsachen für etwa 150 0c>l> M. Brillanten. Dann ergriffen sie die Flucht und sind unerkannt entkommen. Frau Hirsch wurde erst nach mehreren Stunden völlig erschöpft aufgefunden. Zwei andere Diebe statteten gestern nachmittag gegen Kl- Uhr der Wohnung des Majors Georg Bern er, Wilhelm- stragc 1, einen Besuch ab, nachdem sie festgestellt hatten, daß dorr niemand anwesend war. Alz sie gerade bei der besten„Arbeit" waren, orschien nichts ahnend das ZZjähriae Dienstmädchen Maria Durschiniak, über die die beiden Männer herfielen. Sie knebelten, fesselten und steckten es, nachdem sie ihm noch eine Decke über den Kopf geworfen hatten, ins Bett. Dann rafften sie ihre Beute. Silbersachen und mehrere Uhren, zusammen und suchten da« Weite. Es gelang dem Mädchen, sich nach einer Stund« zu befreien, worauf es die Polizei benachrichtigte. Vrolefi gegen die Schließung der SZ. Semeindeschule erhob eine Elternversammlung dieser Schule. Es heißt in der gefaßten Entschließung, daß Gerüchten zufolge Bestrebungen im Gange seien, die 92. Gemeindeschule zum 1. Ortober aufzulösen, um in ihrem Schulgebäude die Humboldt-Mittelschule unterzubringen. Bei Uebernahme dieser früheren Privatschule durch den alten Ma- gistrat sei seinerzeit verabsäumt worden, gleichzeitig das für sie nötige Schulgebäude mitzusrwerben. Die Auflösung der 92. Gemeindeschule bedeute für 48S Kinder ein« Zerreißung aller seit Jahrzehnten sowohl zwischen Haus und Schule als zwischen Lehrerschatr und Schüler geknüpften Beziehungen und eine Hemmung und Schädigung des Bildungsganges der Kinder. Skraßenbahnnerkebr nach den Rennplößen. Zur Erleichterung des Besuchs der Rennbahnen verkehren zu Pfingsten Straßenbahn- ionderzüge nach den Rennplätzen.- Ab Alexanderplatz(und Chor- lottenburg-Knie) nach R u h l« b e n über Spittelmarkt, Potsdamer Plast, Lützowplatz, Zoologischer Garten, Knie, Westend. Di« Züge verkehren am Sonntag, den 15. d. M. Ab Alexanderolast nach Bahnhof Heerstraße(Grunewald) über Königstraße, Lindentunnel, Dorotheenstraße, Brandenburger Tor, Ebarlotten- burger Chaussee. Bismorckstroße am Montog, den 16. und Dienstag, den 17. d. M. Ab Alexanderplnst nach K a r l s h o r st über Alexander- slraße, Brückenstraße, Köpenicker Straße. Schlesisches Tor, Treptow, Baumschulenweg, Oberschöneweide am Donnerstag, den 19. d. M. Die ersten Züge fahren vom Mexmiderplatz an den genannten Tagen etwa 2 Stunden vor Beginn der Rennen. Der Psingftreiseverkehr. Der Hauptsturm auf die Fernstrrcken der Silenbahnen Hot aestern den ganzen Tag über angehalten. Auf sämtlichen Fernbahnhöfen entwickelte sich schon zu den ersten Früh» zügen ein außergewöhnlich starker Verkehr, so daß auch dies« Züge meist überfüllt von dem Berliner Ausgangsbahnhof abfuhren, trost- de« die Eisenbahnverwaltung in weitgehendster Weise für die Be- förderung der Psingstreisenden gesorgt hatte. Es waren überall«ine größere Anzahl von Bor- und Nachzügen bereitgestellt und im Falle, daß diese nicht zur Bewältigung des Berkshrs ausreichten, auch ncch Bedarfszllge vorbehalten, die dann den Rest der Reiselustigen beförderten. Billiges Mngslkartenporlo. Der„Schustnerband für die Post. kerrtenindustrie E. V.". Berlin NO. 18, macht darauf aufmerksam, daß iestt erstmalig auch zu Pfingsten das billig« Ansichtskortenporto gilt. Man darf auf ollen bunten Karten, die man nur mit 15 Pf. frankiert, bis zu fünf Gruß« oder Höflichkeitsworte auf der halben freien Adreßseite, außerdem Datum, Namen, Stand, Wohnort und Wohnung des Absenders schreiben: Unterschriften können beliebig viele noch dazugesetzt werden. Di« vlerke stSdkische Volksbücherei(Gtollschreiberstr. 54»), die wegen Erneuerung ihres Raumes länger« Zeit geschlossen gewesen ist, wird vom 18. Mai ob wiedereröffnet. Geöffnet: werk- tags von 5— 8 und Sonntags von 10— 12 Uhr. Körperschaftssteuer und ßaplWl eickragst euer. Die heutige Nummer enthält eine öffentlich« Aufforderung zur Abgab« der Steuererklärungen zum Zwecke der ersten Deronlagung zur Körper- schafts- und Kapitalertragsteuer, auf die wir besonders hinweisen. Die Milchbeltefernnq der v-Karten für heute Senntgg, den 15., Stontag, den 16. und Dicnitag, den 17. d. M. ändert sich wie solgt: Tie O-k-Kartcn erhalten an den genannten Tagen je Liter, die D-II- und D>171. Karten fe 7.', Liter Frischmilch. Tie Ärige Belieferung hkeÄt wie bisher. Ein Frühkonzert mit sporklichen Vorführungen(Turnen, Leicht- othletik, Hockey, Fußball) veranstaltet die„Freie Turnerschaft Wilmersdorf" am 1. Pfingstfeiertag früh 6 Uhr auf ihrem Turnplast in der Württembergischcn Straße, zwischen Fehrbelliner und Olivaer Plast. Die Genossen werden um rege Beteiligung ersucht.— Kinder frei._ Zilmfchau. Die»abgeSrüftten Leute« der SleichSfilmzentnrktelle. De« Klevicrv mit«einem»erurteilensiverten Schund bat f» mancher Unberuiene fibon Kampf bis zur Vernichtung angesagt. So auch neuerdings ein Ver- baiidsdireilor der katholischen Knappen- und Arbeiteroereine Dr. Müller- München. Gladbach, der au! einem iirühjahrsdelegiertentag der katbolischen Knavvcn- und Arbciterocleine wörtlich gesagt bat:.Besonders rücksichtslos tei der Kampf gegen die SchmutzUterawr und das Kino zu sübren. Zur Betämpsung des letzteren mühten bobs Steuern, mindestens 1(0 Proz., ver- langt werden, auch aus die Gesahr hin, dasi alle Kinos ichließen müßten. Denn es könne nicht zugegeben werden, daß das Kino einen Erwerb dar- stelle, wenn durch Unmoralität Familienelend geschaffen werde. Di« Reichs- zeusur genüge nicht, sie cntserne nur das Gemeinste, während gerade das Lüsterne, das Gcsährliche bliebe. Außerdem seien die Mitglieder der Reichs. zenlurstclle.abgebrühte Leute».— Das Kino in seinen Zluswüchsen ver- dient allerdings schärfste Bermcketlung, aber aus die banalen Anschuldi- snmgen des Herrn Müller, dem jedenfalls der Kienlopp billigen Stoff zu einer'chönen Red« geben mutzlc, näher einzugehen erübrigt sich, zumal«S ja gcwiffsrmaßen Brauch geworden ist, den Kienlopp jür alle Verbrechen verantwortlich zu machen. Auf das eine dürfte man aber gespannt sein, wie die.abgeblühten Leute" der Reichssilmzemurftelle dieje für sie wohl wenig schmeichelhafte Bezeichnung aufnehmen werden. als„Berufsunfähigkeit� anzusehen ist bzw. zu einer solchen führen wird, werden daher häufig Beiträge gezahlt, um den Anspruch nicht zu verlieren, in der Hoffnung, daß die Rückforderung noch binnen 10?ahr«n erfolgen kann. Für alle solche Angestellte ist daher ein» kürzlich vom Obcrschiedsgericht für Angest-llten Versicherung gefällte Entscheidung von Bedeutung. Diese lautet dahin, daß— im Gegensatz zu den Bestimmungen für irrtümlich eiitrichtete P f l ich t- bciiräge(§ 209 des Versicherung-gesestes für Angestellte)— irrtümlich gezahlte freiwillige Beiträge nicht binnen 10 Jahren, sondern nur noch binnen ü ZNonaien nach Ablauf des Kalender- jahres, in dem sie entrichtet worden sind(§ 228 des Gesetzes) zurück- gefordert werden können. Rat in allen Fragen der Angestellten- Versicherung erteilen die Ortsausschüsse der Vertrauensmänner für die Anzestelltenversichcrung(für Berlin: W. 8.. Taubenftr. 33 IT, Sprechstunden: Montag, Mittwoch. Donnerstag, Sonnabend von 10—12 Uhr, Dienstag und Freilag von 4—6 Uhr). Sroß-Serliner parteinachrichten. Morgen, Sonntag, den 15. Mal: S Ferdinand Ludwig, Berlin, Gnetsenaustr. OB. F»rn«pr.: Am« Woriinnl. 3583 Ritters Parkhotel• Kurpark-Sanatorium te-�v- r.ri,,, Viktoria-Kotal• Sanatorium Dr. Baumstark tletropol-Hotel Deutscher Hof(Hotel Bellevue) Hotel Minerva Hotel Kaiserhof Prospekt« durch di* Hotel Braunschweis Sovoy- Hotel»tSdt. Kurverwallung Vilis NOVA 1/j-stOnJL«lektr. BahnverbWung frankfurt-Bad Homburg• for Auatlnder kein Vaiata-Zusehl. Alle Metalle 5»rdserhöhnngl Lötzinn IWeiCmeiall aliUll Dldl Dring. l.£pezl«I- gebrauch! Kuoier. RotguB. 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Köniogrätzer Str. 130 U: Rugby Steinrück, GtüBner, Bltdt. Pointner, Richard, Botz. Pfingstsonntag; Hu�by Pfingstmontag; Salome Maria Orska, Ernst Oemburg H. H. v Twardowski Berliner Theater: Allabendlich 7.30 Uhr; Volksbühne Theater am Bülowplatz. Zum erstes Male: Der Bauer als Millionär Uhr Lessing-Titeater Neueinstudiert 7 u.; Rosenmontag Eine OifUierstragödie in 5 AKt.v Otto Erich Hartleben Sonntag und Montag 3Uhrt Frau Warreas Ueverbe 71/, Uhr: Rosenmontag Deulsches Kiinslier-TIieater Allabendlich 7t-, Uhrt Die selige Exzellenz Adalbert, dunkermann, voller Sonntag und Montag 3 Uhr: Pygmallen_ ■Ilde W3rner, Ralph Artur Roberts, Uschi Elleot, Herbert Kiper, Paul Rehkopf Komödienhaus: Heute, Sonnabend 7 Uhr; Uraufführung Der blonde Sngel von Robert Winterberg Paul Heidemann a. Q, Joseline Dorav. Staetsih. a.G.IngevanderStraaten, Isa Marsen, Ooorg Baselt, Kurt Busch, Julius Roge, Alfred Walters uentrut-Theater r/,Uhr; Jtonka neataehoa Opernlinn. 5'/, uhr: Parsilal Frledr.tVIlhelmst.Tli. Zum I. Male uhr Die Kleine sos Der Bälle Kl, SRb&nnplelhsiia f/» Uhr; Reigen Uuntnplclhnun T*/. Uhr: Arnold Riech In Die spanische Fliege Xctrwpol-Thcatcr uhr vis blaue Mazur hauen Operettentbcat. Geschlossen Soimtag tum ersten Male AtnertcacGirl Keaea VolUnthcater 7 �r: Rose Bernd ■ ehiller-Theat.t'linrl. 7. uhr 100 000 Taler Schlofinark■ Thest. Steglitz, SchloßstraEe AS p/,u.; Timon Thalla-Tlienter "/.uhr Mascottchen rh.amXoUendorfiilatn 31/. Uhr; Das bemooste Haupt Jhf.Der Vetter aas Dingsila Dteater den Wentenn u'hA Morgen wieder lustik! rh.ted.Kommandaiitcnstr. uur Die goldene Freiheit tVallnor-Thenter ".uhr:DerTraE!i!0!r.OIIlek Wnlhalla-Tbeater Jh�Scheidungsreise Residenz- Theater Täglich 7>/, Uhr: Paul Wegenep Das Privileg An beiden Feiertagen 'M: Lady Wlndermer. Fächer Trianon-Theater 8 Uhr: ROSEN von Hei mann Sudermann. Olga Limburg,(Carola Toclle, Wilhelm Behdow An beiden Feiertagen 4 Uhr; Rosen Kleines Theater Täglich TV, Uhr: Kur ein Traum Ulfa Limburg, Eugen Burg, Falkenstcin, Mamelock /, Uhr: Operette 1. 3 Akt.vJcanQllbert Variete-Sensationen Am 1. u. 2. Feiertag; Fröh-KonzertD. Vorstellung Reieiisball.-Tlieater abends TV. Uhr und Sonntags nachm. 3 Uhr Stett.Stioger Sommer-Theater „SchwetBCPsartcn" Am Prledrlcbshaln 29/82 An allen 3 Pfingstfeiertagen: Das große Erßffnungs-Speila- litätenprogramm u. Ball mit der Ausstattungsoperette ..Die Fahrt In s Clflchsland" Am 1. u. 2. Pfingstfeiertag: Großes Frühkonzert Vorstellung und Ball Anf. morg. Frühkonzert 5 Uhr Kassenölfnung morgens 4 Uhr Anf. nachm. 4, KassenSffn.ZU. Billettvkf. von 9 Uhrvorm, ab. CIRCUS BUSCH 2 Beide Feiertage O große Vorstellungen 6 l eig. U-l Kind frei! Circos-SeDsationen Zum Schluß I beiden Vorstellungen das gewaltige ManegeschaustQck _ Krone 4ll, In. i>»»el( —— � m. J, Rieman n- Vvkf. Werthelm u.Circusk. Schal# »ad Bauest Bler-fabareff Im Großen Schansplelbaus Am Zirkus 1. Norden 8643 rTÜhr | tttttutnntmiumtttiutuu mit Satcha Gura Paul Stelnitz Lotte Mannst 10 Uhr I PoddanyJarz-Band BALL und Vorführungen Kart. 4,- 6,— 8.-U. Steuer Tücher and Pilsner Warmes Abendbrot U M. Kahlbanro.Bar. köniastadt Theater Alexanderstraße 21. An allen drei Feiertagen; o-» Galasänger im Qarten. Bei günstigem Wetter Vorstellung im Garten � Knffeeküch*»b 4 Uhr geStlaet. Kasino Holzmarktstraße 72. Täglich: Ball für die ältere Jugend. Vornehmer Betrieb. Keue Welt ARNOLDS C H O L t. Raaenhcide 108-114 J Pfingsten t iSrOMnang der Sominer-§aison| Am 1. und 3. Aflngstfelertag t � früh- Konzerf Anfang 6 Uhr. ElnlaO 5 Uhr. � ''' 1 1......... 1" 11 im- Nachmittags 3"HW v Konzert- o. Spezlalität-Vorstellima| zur Erßftnung d.a Riesen.Varletäprogramms W 16 Anfang 4 Uhr. I erstklassige 1 Altraldlonen 16 EinlaB 2 Uhr. � OBOSSKR BALL � Hltriiuutuiiiiimniuuiiirnii BKmnensfp.I Frankfapfei». Alke 350 Koffbasäer». Damm 103. Gfioriöfterfl 6cbamnsfß tG flbOberbaumbrfi(ke 1.. 2. tt. 3. pstngstfag und j«d. Sanntaa ____ Dampferfahrt nach Zlan Seringnborf u. Zvalfaraborfcr Schleuse. Abf. 3" norm., l a,'2 Übt nachm. Aubcrdem: Dienstag, 17. 2!ai, und Mittwoch. 18. Mai. durch die herrlichen Havelseen über Poisbam nach ?»rch am»chwialamfee. A»f. W Marschalldrücke. F-iedrichstr.. 9- EharL. regele- Veg. ' tkUd. Falckenstetnstr. 48, MaritzpL 8197. Trabrennen zu Ruhleben Pflnfatsonntair, nachm. S Uhr 8 Rennen.*• Preise 122000 M. Diutselier ütttllvlKltsnerh. Berwaltungsstclle Berlin. Den Aollegen zur Siach. richt. dah unser Kollege, der Former Bruno Kriebel «ottschedtstr. 9t oa. ll.d.M. gestorben ist. Obre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 14. b. M.. nachmittag» 3 Uhr. von der Seichenballe der Irren an- stalt Dalldorf an» statt. Rege Beteiligung er- wartet 90/4 Die vrtsverwalfung. DriLwukEllk�eöEi'DRli- iiluiler uuil nm. Gewerbs zu Berlin. Bekanntmachung Äligem.OrtskrankeBkasse in Adlersbot. Bekanntmachung. 3« der am Dienstag, den 24. Mai 1921. nachm. 5 Uhr Im Familienrestmiran! Baschin, Adlershas, Sedanstratze 3 statt» sindenden lade ich die Vertreter der Arbeit- nehmer und der Arbeitgeber hiermit ein. Tagesordnung: I. Annahm« derRechnung de» Borjahres. willig« Mitglieder).§ i sorge fflt Tea-f-nde). fiss 79 Iii. Nachtrag. 91 IV. Nachtrag (Erhöhung der Entschlldlgungen für Teilnehmer an Siduiigen �UBWW���tßSBn usw. an Borstands» und Aus- fchußmitglieber) der Satzungen. 3. Sonstige Sassenangelegeu heiten. Adlershof. den I«.»si 192l. Dar Sorstanb. 19/8 Mar knappe, Vorsitzender. betr. treter und Erl die Wahlen dcr Der rfatzmßnner zum Atwschuh der Ortsfcanfcafosfc der Buchbinder zu Berlin. Auf unser Wahlausschreibeu vem 9. 4. 21 Ist von feiten de. Arbeitgeber mir ein Wahlvoi- schlag der Vertreter und Ersatz' männer zum Ausschuß einer reicht und dieser vom Varstar.d gemäß$ 8 der Wahiotdnuog als gültig anerkannt worden. Semäß z 9 a. ck. O. gelteit di- darin»erzeichneten Personen al» gewäbit und zwar, daß die von 1—30 Benannten ni» Vertreter, die von 31—98 Bc- nannten als Ersatzmänner zu gelten haben. Für die Vertreter der Bei. sicherten find zwei Wahloo» schlüge, bezeichnet al« Liste und 2, eingereicht und findet dementsprechend die Wahl au dem festgesetzten Tage stalt. Die Stimmzettel müssen von weißer Farbe in der(Briitz von 9X12 cm sein. Stimmzettel, die von diesen Bestimmungen abweichen, find ungültig, wenn da» Abweichen die Absicht einer Kennzeichnung N'ahrscheiniich macht(z 12 de. Wahlordnung). 19, 14 Der Bocflonb. K. Gottesmann, Fr. Keesc, Vorsitzender. Schrillt. F- E Höchste Sclethmtg jeb. Werts« che Leihhaus Krimnruftr.' Avfauf und Verlauf Zinn u. Blei sowie alle Altmetalle kauien au Tagespreisen Mstalisctimelzwerks, Waldemarstr. 74. Telephon: Moritzplaiz 99J' SeMerMelMMtklijelliMZ venvsltungZltelle Berlin x N. st. Clnlenltr. 8J~-S5. fflejchöftsjeit von norm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norde» IBS, im, 1997. 9714. Mouwg, de» 14, Mal(2. Pfingstsetsrtag), vormMsgsB/» Uhr Versammlung sSmMer Mwttmskevre m(Sroh-Betlin i» Schulz' Pracht! Sien. König«grabe» 2. am Alexander»d e- Tagesorbnunq: 1. Bortrog de« Kollegen ll eich:?t« wichtigfatf der Organisation bei den Anhonmonfeurc I Z. Montenr-Angelegenheiten und Verschieben««. Montag, de» 18. Mai<2. Pfingstfeiertag), vormittag» 1« Uhr Konferenz m ausmfitiigen onf Rioniage Menden Mhrleger, öelzumnmkeme und Delfec im Sewerkschastshau», Engelufer 18. Tagesordnung:!,»fand unserer cohndonegunq 2. Lerband». und Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein gutritt. Wegen der auherord-r- lichen Wichtigfeit dteser Konferenz ist„ Pflicht aller au Montage arbeitenden Branchenfollegen. unbedingt zu«rsch-inea 90/8 Die OefanenvaUorr.. — y' iv i'f M Ab Pfingsten zweimal tägllch außer Freitag» i~�"j-------' und Sonnabend» S»U>|ll-M«Neii Schmetterlingshorst am Langen See Adf. Schillingsbrücke, a 2 Uhr. Rückfahrt 8 Uhr 8437 b am Tchles. Bahnhof, vorm. 9 Uhr, nachm. abd». Fahrpreis enifachc Fahrt 3.50 M. 0. 8lsholz, Knbertnshans, Keanderstraßs; Junge Hambarger Gänse, Pfund 18 Mark Gänsekiel», junge Tauben, 8,50 Mark, Perlhülini- Fette SnppenbQhaer, Kapaune, j. Huhner Spießer»Rücke»,»Keulen,»Blätter, Pfund 12 Mark Spottbillig nur 14 Taset Soeben einen Posten MM" Herren-Mäntel"W hereinbekommen. PHmn Dualität and boote Verarbeitung. Preis<80 Mk. pro Stück. Nutzt die Gelegenheit, spart keine Zeit und Uber* zeugt Euch von der Wahrheit! VBBKAFF»STEI»Ll!Sr: Berlin W., Elslebener Str. 11, Ecke Rankestr. Berlin NO., FranseckystraBc 28, Ecke Rykcstr. 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Di« nach 8 1 de« Körperschaftssteuirgesche« der A8rper> schaft.steuer unterliegenden Steuerpflichtigen, die im Bezirle ftet Landeestnanzamls Graß-Berlin den Ort der Leitung oder, wenn der Ort der Leitung im Ausland liegt, ihren Eitp einen nach§ 71 der R-ichsabaadenordnung bestellten Vertreter ode> den größten Teil ihres inländischen Vermögens haben, werdet aufgefordert, die Steuererklärungen für die Neranlaguns zur UörperfchaftSftener abzugeben. störperfchaftssteuerpflichtig sind: 1. die Erwerbsqefellschaften lAltiengesellschaften. Sommandw aesellschasten auf Aktien, golontalgesellschaften, b«rgbau< ireibendc rechtsfähige Dererniaungen und nicht rechts- fähige Verggewertschaften, Gesellschaften mit beschränkter schaftlicher i. die Erwcrbs- und rungsoereine auf Geg« '" mit teien uird Bereine mit eigenem_____. 8. sonstige juristische Personen de« bitrgerli. besondere eingetragene und Stiftungen; >en de« bürgerlichen Recht», In«» Verein«, rechtsfähige Anstalten i. juristische Personen de« öffentlichen Recht», insbeso tirchltch« Körperschaften, Anstalten und Stiftungen; 8. nicht rechtsfähige Personenvereinigungen und j insbesondere 8. nicht rechtsfähige Personenvereinigungen und'gweck- vermögen mit Ausnahme der offenen Handelsgesellschaften, al» Untere anzusehen find, der Kommanditgesellschaften und der sonstigen Erwerb»- gesellschaften, bei denen die Gesellschafter a nehmcr(Mitunternchmer) de» Betriebe» Die Abgabe der Ertlärung liegt ob: bei juristischen Personen den gejetzlichen Vertretern. bei Personenvcretnigungen und gweSvermögen, die eigen« 'feit nicht bcschen, rklärungen sind die Personenverewigungen verpflichtet, deren Steuerpflich« am Tage > Sörperschastssteuergesetze»(15 April 1920) Rechtes den Vorständen oder S«schSst»fShrern und, sowest solche nicht vorhanden sind, den Mitgliedern oder Beteiligten(§ 84, 86 der Reichsabgabenordnung). Prokuristen und Handelsbevollmächtigte find zur Abgabe der Erklärung nicht berechtigt. Steht nach der Saßung, Stiftung oder sonstigen Bersaffung die aesetzliche Vertretung nur mehreren Personen gemeinsam zu. so ist zur Abgabe der Steuererklärung die Mitwirkung der fstr die Gesamtvertrewng vorgeschriebene Anzahl von Personen irforderlich. gur Abgabe der Erklärungen sind die Personenverewigungen und Zweckpermögen v>—-- de» Inkrafttretens de» bestanden hat. Die Steuererklärungen müssen umfaffen: 1, da- Einkommen der Geschäftsjahre(WirtschaftSjahrc). deren Ende in die Zeit vom l. April 1919 bi, 31. März 1920 fällt,»der, wo ei» besondere» Geschäftsjahr nicht vorliegt, da» Einkommen de» Kalenderjahre» 1919(fi 20 des Körpcrschaftssteuergcseßes); J. das Einkommen der Geschäftsjahre(Wirtschaftsjahre), deren Ende in die Zeit vom l. April 1920 bi» 31. März 1921 fällt, oder, wo ein besondere» Geschäftsjahr nicht vorliegt, da» Einkommen de» Kalenderjahres 1920, ffilr jede« nach dem 31, Mär, 1919 abgelaufen« Geschäft». fahr ist«In« besonder« Steuererllärung abzugeben. Di« Steuererklärungen find in der Zeit »am 2. Zun« dl» St. Zu« 192t, soweit jedoch am 31. März 1921 der Geschäftsabschluß durch die zuständigen Organe(Mitglteder, Gesellschasterversammlung) noch nicht sestgesf-lli ist, binnen drei Monaten nach der Feststellung bei dem unterzeichneten Fwanzamt schriftlich einzurnchen oder zu Protokoll deS Amtes im Dienstgebäude Berlw C. 2, Züden- s'raße!lg abzugeben, daß die darin enthaltenen Angaben nach bestem«isien und Gewissen gemacht sind, Die Einsendung der schriftlichen Erklärung durch die Post n0 Defahr des Absender» und sinschrcibebrieis. Mündlich« ftärungen werden von dem unterzeichneten Finanzamt während der Geschäftsstunden von U bi» 1 Uhr zu Prowkoll entgegen- ist zulässig, geschieht aber aus halb zweckmäßig mittel, Einschrcibebriei». Mündlich« Er- Der etwaige Geschäftsbericht(Jahresbericht) und Mit- g tiederoersammlungsbeschluß sind w doppelter Ausfertigung anzuschließen. Falls Bücher im Sinn« de» Handelsgeseßbuche« geführt werden, ist eine Abschrist der unverttirzten Bilanz sür die maß- gebenden Geschäftsjahre ewzureichen(§ 174 der Reichsabgaben, ordnnng). Ist eine Gewinn- und Beriustrechuung aufgestellt, >0 ist auch dtese beizufügen. Liegen leine kauftnänntsche« Abschlllffe vor, so sind die sonstigen Rechnungen, Abschlvff«, Rechenschast«- oder Geschäft»- berichte anzuschließen, Au« der Bilanz oder den Erlänierungen soll klar hervor-. gehen, wie Gegenstände de» Gebrauch« und Lagerbeständ« de- wertet und welche Beträge darauf und auf zweifelhaste und uneinbringliche Forderungen oder sonst abgrschrieben un sind Wenn Au,gabcn für Anlagen als Unkosten gebucht find. ist der Betrag w der Steuerertlärung und in den Erläute- rungen anzugeben. Al» Schuldposien dürfen Berpfflchtungen au» Bürgschaft«,, Gefälligkettsakzepten und dergleichen in der Bilanz nur auf- geführt werden, wenn die Rückgrifferechte berückstchttgt sind. Di« Vertreter de« Steuerpflichtigen haben auf Verlange» die Richtigkeit ihrer Angaben nachzuweisen: sie können von dem Fwanzamt und dem Steuerausschuß zur mündlichen Ver- Wer die Frist zur Abgabe der Steuererklärung versäumt, kann mit Ordnungsstrafe« zur Abgabe angehalten, auch kann dem Steuerpflichtigen ew Zuschlag bi» zu 10 Proz. der end- |EiDEL*t&AIIHANN Vertreter: Emil Halbarth BEBLINW8, Frladrlchstraßa 55a TSIiBFHOK: Zentrum 10440 Tuehfabrih- Niederlage cht, Berlin- yarrennaife Herrenstasf« von H. Lamprecht, Berlin- Treptow, Bouchäftr. 17, verkauft vamen-, Herrenstaffe zu Fadritpreiscn an Privat-, Gute bauerhaste Harrenftoff. von 43 M. au aufwärts «rose fluswahl! Bülific Preise! v-f lnsdiönstcnPh«nta8lc8foffcn.Tuehand �- Mantel co«rt.coat............ m. 1 95 bi» 875 1_ j J___ Voile, welÄ tmd farbig, tu den mo-<, A— � t\ IClClCr d ernsten Formen.......... M. X 23 bf» 450 tt 1 Ä• 1 Ä_ Frotfa. wclfc, farbig und gemustert. In 4 zr.«- l\ 1€ 1 0 e F Kittel- und Kossakformen...... M. 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Di, Steuerpflichtigen werden ferner darauf hingewiesen, daß für die nach dem 31 März 1921 abgelaufenen Geschäfts. jähr« die Steuererklärungen binnen zwei Monaten nach Zu- ftellung de, Stcuererttärtingsvordrucks, wenn jedoch ew Bor» druck nicht zugestellt wurde, binnen drei Monaten nach Ablauf des Tage«. von' II. Di« unter I, 1 bis 4 genannten körperschaftssteuer� Pflichtigen Personenverewigungen und Zweckvermägen werden aufgefordert, gleichzeitig mit der Körperschastssteuerertlärung die auf Grund der Perordnung vom 3. Juni 1921 über bi« Abgab« der Kapttalertrogsteucrerkläning(Zentralblatt für da» Deutsch« Reich S, 41) vorgeschriebene SapitolertragsleuererklSrung geben. Die Steuererklärungen müssen umfassen folgend« w der Zeit vom 31. März bi» 31 Dezember 1920 fällig gewordenen Erträge: r 1 Diskontdetriige von Wechseln und Anweisungen ew» schließlich der Schatzwechsel soweit es sich um Kapital» anlag« handelt, 2. all« Erträge ans ausländischen Kapitalanlagen(auch au» Wertpapieren). «leichzeittg sind zum Zwecke der Nachprüfung einer richtig oargenommenen Besteuerung die In der genannten Zett fällig gewordenen Kapitoleriräge der in z 2 Nr. I, 4 bis« des Kapltalertragfteusrgesetze» bezeichneten Art tZinsen und Hypo- theken, sonstige Forderungszinscu, auch au« Warenforderungen usw.) anzugeben. Grundsätzlich sind hier der einzelne Zins- betrag und der Name de« betreffenden Schuldners gesondert a-fflussth: jji..- Met- den jedoch 3i" linsen in einer Summe ohne Rennung de« Namen» der ew» er«we genannten Zinsen vir zelnen Schuldner angegeben werden und serner«we Erklärung darüber abgegeben wird, ob die genannten Zinsen versteuert ob die sind oder nicht, Berlw, den 11 Mai 1921. Zentral-FüuwzaM(I). 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Gehalt 8400 bis ll 000 M. w 16 Dienstjahren hierzu Ausgleichszuschlag nach staatlichen Sätzen. FSr die Schwester«: Staatliche Anerkennung al, Krantin. und Kleinkinder, bzw. Säuglingspflegerl». gür die Hortnerinnen: Anerkennung einer Fachschul, al» Hortnertn. Gehalt sür Schwestern und Hortnerini!?» 8000—9900 M. in 1« Dienstjahren, hierzil Ausgleichszuschlaz nach staatlichen Sätzen. Für da« gesamte Personal ein Probejahr: während desselben 73 Proz. de» Gehalts und der Zulagen, alsdann bei Bewährung Anstellung auf Prwatdlenstvertrag mit Rechtsanspruch aus Ruhegehalt und Hinterbliedenenversorgung. Schwestern und Hortnerinnen, die bereit« w ähnliches Siellungen mit Erfolg tätig gewesen sind, erhalten den Verzug Gesuche mit Lebens lauf und beglaubigten Zeugnissen stnt bis zum 22. Rai 1921 einzureichen. Neukölln, den 13. Mai 1921. Bezirksamt Berlin XIV. Fugenbamt. Schneider. Ä Stadtarzt gesucht! wird w hauvtamtlicher Stellun, est !er obliegl ' sen Zum 1. Juni d. Z.___... Stadtarzt gesucht, dem u. a. die Schwangeren, und Mut berntnug, die Säuglinas, und Kl-Wtiuberfstrsora« odli Zu seinem Tätigkeitsdereiche gehört serner auch die Tubertuio/ Fürsorge und die Wohnungshygieae. Die Bewerber müssen ihre Ausbildung nach den Pas schristen des Wohlfahrtsmimstenums nachweisen. Bevorzug werden solche Aerzte. die dem aaturgemäßen Heiloerfahr« nahestehen. Gehalt nach Klaffe ll der B-soldung-ordnunz- bei B« wähning Anstellung mit Beamteneigenschaft. Frühere im Kommunalbienst»erbrachten Dienstjahre lönnei angerechnet werden. 287D Stadt. Wohlfahrtsamt Remscheid Ebert unO Grgesth. Die»Freiheit' und natürlich noch mehr die„Roie Fahne". versuchen immer wieder, den Reichspräsidenten gewissermaßen als einen Gönner der Orgcsch hinzustellen, weil er die V e r» � o r d n u n g vom 30. Mai 1920 aufgehoben hat. Er soll damit, wie die„Freiheit" im gestrigen Abendblatt schreibt. „die bewaffneten Geheimverbände der Gegenrevolution legal gemocht" haben. In Wirklichkeit liegt die Sache so. daß die Verordnung erst aufgehoben wurde�als das Gesetz über die Ent> w a f f n u n g vom 22. März d. Ä. in Kraft getreten war. Die» ses Gesetz verfügt die Auflösung aller Dereine, die gegen die Art. 177 und 178 des Friedensvertrages verstoßen, d. h. die sich mit militärischen Dingen befassen und ihre Mitglieder im Gebrauch von Militärwaffen ausbilden. Uebertretungen dieses Gesetzes werden mit Geldstrafe bis 50 000 2R. oder Freiheits» strafe bis zu drei Monaten geahndet. Reben diesem Gesetz konnte die Verordnung nicht bestehen bleiben, weil sonst doppelte Bestrafung vor zwei ver- schiedenen Gerichten— nach der Verordnung von Sonder- gerichten, nach dem Gesetz vor den ordentlichen Gerichten— wegen desselben Deliktes erfolgt wäre. Die Aufhebung der Verordnung ist übrigens seinerzeit auch von der sozialdemo» kratischen Fraktion gewünscht worden, da die Wirkung der Erwartung nicht entsprach. Gegen Bereinigungen junger Ar» bciter. die sich einer Eselei schuldig machten, wurde sie mit aller Strenge angewendet, während man bürgerliche Dereine durch ihre Maschen schlüpfen ließ. Sehnt man sich trotzdem vom Gesetz zur Verordnung zurück, so beweist das höchstens, daß die Verordnung besser war als das Gesetz, daß also der Reichspräsident strenger gegen die Orgesch vor» gehen wollte, als der Reichstag es getan hat. Hieraus aber «ine Begünstigung der Orgesch durch den Reichspräsidenten herleiten, heißt die Dinge auf den Kopf stellen. Schwere Vorwürfe gegen SenStiimestottzern Stuttgart. 13. Mai.(Eigener Drahtbericht des �.Vor- wärts".) Unser Bruderorgan in Stuttgart, die„Schwäbische Tagwacht", bringt in seiner heutigen Nummer einen Artikel, worin folgende Mitteilung gemacht wird: „Aue zuverlässiger Quelle sind wir unterrichtet über den Plan, der von der S t i n n e s g r u p p e, die sich nach der Besetzung des Ruhrgebietes sehnte, ausgestellt war. Man rechnet« in den ersten Wochen und Monaten nach der Ruhrbesetzung mit einer aus der enormen Preiserhöhung sich ergebenden nahezu völligen Unterbindung der Kohlenzufuhr ins unbesetzte Deutsch- land. Während dieser Zeit sollt« die Kohlensörderung u n t e r d e m Schutz« der französischen Truppen im Hochbetrieb fortgesetzt, die holden sollten bis zum Brechen vollgefüllt werden. Wenn so ein gewaltiger Vorrat angesammelt war. sollte die Lohnherabsehung und SchichtverlSngemng dekretiert und mit Hilfe einer Aussperrung unter dem Schuhe des General» Fach durch- gesetzt werden. Nachdem der B« r g a r b« i t« r s ch a f t das Rück» g r o t gebrochen war, hoffte man, mit der übrigen Arbeiterschaft leichtes Spiel zu haben. Die enge Verbindung der Bergherren von der Ruhr mit den Bergherren Lothringens hätte weiterhin dafür gesorgt, daß das Ruhrgebiet auf alle Zeit für Deutschland ver- lorcn gewesen war. Das war der Plan der„arbeiterfreundlichen" Patrioten. Sie werden ihn ableugnen. Das ändert nichts daran, daß er entworfen war und die Basis zur Ablehnung des Ultimatums seitens der Schwerindustrie bildete. Versklaven wollte sie die deutsch« Ar» beiterschaft mit Hilfe der französischen Soldateska, zer- stückest» wollte sie Deutschland. Der Plan ist vorläufig vereitelt. Daß er nicht wieder hervor- geholt werden kann, dafür ist jetzt zu sorgen." Die Ableugnungsversuch« werden natürlich nicht lange auf sich warten lassen. Aber überzeugend werden sie nicht wirken. Es hat sich ia auch sonst gezeigt, daß der deutsche Kapitalismus unter französischen Bajonetten ganz gut zu leben weiß._ Hergt, der Mann der Straße. Di«„Deutsche Tageszeitung" Hot es darauf angelegt, ihren Parteivorsitzenden, Herrn H« r g t, bös« zu blamieren, daneben auch die ihr nahestehenden militärischen Kreis«. Sie beginnt nämlich einen Artikel über Lloyd Georg« mit folgenden Sätzen: „Politik ist zum großen Teil auch angewandte Psychologie. Und auf diesem Gebiete haben wir uns als arg« Stümper gezeigt. Der Mann in der Straße ließ sich bei uns nicht vom Glauben abbringen, daß«in europäischer Krieg„ausgeschlosien" sei: daß die Franzosen„degeneriert" und triegsunbrouchbar: daß England niemal» groß« Heere nach dem Festland schicken werde und für den Landkrieg nur als große Null an» zusehen sei." Dazu ist zu bemerken, daß der Glaube von den„degenerierten Franzosen" und den„festlandsscheuen Engländern" ausschließlich von alldeutschen militärische» Kreisen gezüchtet worden ist, um das deutsche Volk besser in den Krieg hineinrennen zu können. Außerdem gab es dann aber auch noch einen Mann, der ließ sich nicht von dem Glauben abbringen, daß die amerita» nische Armee weder fliegen, noch schwimmen, noch überhaupt nach Deutschland kommen könnte. Dieser Mann war Herr H e r g t. der deutschnationale Parteioorsitzende— offenbar auch„ein Mann in der Straße", oder noch einige Grad« unwissender. Nach der Annahme deutfchlaads. Optimismus i» Amerika. Washingion. 12 Mai.(MTV.) In amtlichen Kreisen wird der Ansicht Ausdruck gegeben, daß die L a g« in der Repora» tionsstage nunmehr befriedigend ist. und daß ein großer Schritt in der Richtung auf die Rückkehr zu normalen verhällnlsseu getan worden ist. Einer der Vorzüge de» setzigen Abkommens be- stehe darin, daß die Berbandsregierungen die ihnen zustehenden Re> parationsleistungen erhalten werden, während c« Deutschland ermög» licht wird, die Zahlungen entsprechend seiner Leistung». fähigkeit zu bewirken. Miuifterrak i« Paris. Parts. 13. Mai.(Havas.) In dem heute vormittag obgehal» tenen Ministerrat berichtet« B r i a n d über die auswärtige Lage. Der Polizeipräsekt Raux wurde zum beoollmäch» t igten Minister ernannt und erhielt den Sonderauftrag. Frankreich bei d« Interalliierten Reparation, kommission zu ver. treten.__>. Der frühere franiöfischc Kriegsminlsler Menne. Senator von Oran. ist in Paris gestorben. Etienne war Krieasminister im Mi» nistenum Poincare und hat alt solcher die Wiederemführung der dreijährigea Militärdienst,»it durchgeführt. Trufte Sendling im englistben Streik. London. 13. Rlal.- schen Zentralen als Spitzel bezeichnet werden müßten. Die Vorgänge in Eisleben und Hettstedt, wo einfachen Arbeitern die kleinen Hütten, die sie von ihren Vätern ererbt hotten, zerstört wur- den, bietet Beweis genug, daß dieser Putsch mit Klassenkampf gor nichts zu tun hatte. Im Leuna. Werk hatten sich Ver- hältniffe herausgebildet, die ein Eingreifen der Schupo notwendig machten. Krüger kritisierte das Verhalten einiger Kommunisten- führer, die nicht nach den Worten einer großen Dorkömpferin ge- handelt haben, die vor Gericht erklärte:„Ein Revolutionär stebt zu seinen Taten! Es ist unverantwortlich, zu solchen Putschen aufzumuntern und nachher seine werte Persönlichkeit in Sicherheit zu bringen. Di« Arbeiterschaft muß aus den traurigen Vorkommnissen die Lehre ziehen, daß durch die Putsche nur die Reaktion gestärkt und die Arbeiterbewegung geschwächt wird. Wir können uns diesen Luxus nicht wieder leisten, sondern müssen klar aussprechen: noch ein derartiger Putsch und die Ar- üeiterbewegung ist rettungslos niedergeschlagen. Heber„Gewerkschaftsfragen" sprach Genosse Kittel- Berlin. Er hob einleitend den unlösbaren Widerspruch zwi- schen den Worten und den Taten der KPD. in der Gcwerkschafts- frage hervor und wies nach, daß die Zellenbildung und die Unter- ordnung unter dem Diktat von Moskau zweifellos zur S ch w ä- chu n g und in weiterer Folge zur Spaltung der Gewerk- sch asten führen mutz. Auch Kommunisten, die jahrelang in der Gewerkschaftsbewegung tätig waren, erklären rund heraus, daß sie das, was die Reichsgewerkschaftszentrale der KPD. erstrebt, nicht mitmachen können. Die Angriffe des Unternehmertums auf Ar- beiterrechte werden nur durch die geeinten Gewerkschaften obgeschla- gen. Deshalb die Gefährlichkeit der VKPD., deshalb müssen wir die Zellenbildung der KPD. und auch anderer Parteien, ganz gleich, welchen Nomen sie führen, auf dos schärfste bekämpfen. Auch in Mitteldeutschland muß die Arbeiterschaft diesen Weg gehen. Folgende Resolution wurde e i n st i m m i g angenommen: Die heutige Gewertschaftskonferenz für den Industriebezirk triebsräten gesetzlich zustehende Mitwirkung bei der Fe st- setzung der Arbeitszeit im Bankgewerbe sicherzustellen. Die Notwendigkeit zur weiteren Ausdehnung der verlängerten Arbeitszeit im Bonkgewerbe können wir keineswegs anerkennen. Die Zahl der Arbeitslosen ist so groß, daß es nicht schwer fallen dürfte, so viel geeignete Kräfte zu finden und einzustellen, daß ein so hohes Maß von Ueberstunden wie die Unternehmer es wünschen, nicht notwendig sind. Wir erwarten daher, daß dos Reichsarbeits- Ministerium einer Verlängerung der Arbeitszeit für das Bank- gewerbe nicht zustimmt, sondern darauf hinwefft, daß nur durch Schaffung von Arbeitsgelegenheit für möglich st alle Arbeitslosen die Produktivität des Landes gesteigert und damit erst die Möglichkeit geschaffen wird, die ungeheuren Lasten zu tragen, die wir eben unter dem Zwange der Entente- bcjonette auf uns genommen haben. Um de« frühere« Ladenschkuß. Auf der Tagesordnung der Sitzung des Sozialpolitikchen AuS- söblisses des RcichSwinschastSratZ vom 13. Mai stand ein Antrag Beckmann(Wilyelms, der eine Aenderung der Bestimmung des ß 13Sf der Reichsgewerbeordnung bezweckt. Wie dieP. B. N. melden, erfolgte die Annahme veS Antrages in der ersten Lesung. Der Antrag, der in einer zweiten Lesung nochmals behandelt werden soll, lautet: „Der Soffalpolitische Ausschuß wolle beschließen, die Reichs- regierung zn ersuchen, auf schnellstem Wege durch eine ent- sprechende Aenderung der Bestimmungen de? ß 139 t der RcichSge- Werbeordnung den Gemeinden die Möglichkeit zu geben, durS oits- statutarische Borsöbriften einen früheren alS den7-Uhr- Ladenschlutz herbeiführen zu können." Lohnabbau im TchlichtungSansschuß. Die große Mehrzahl der Angestellten des Schlichtungsausschusses Groß-Berlins(zirka 190 Personen) erhielt am Donnerstag folgendes bezeichnende Schreiben vom Demobilmachungskommiffar: „Die Lonbeszentralbehörde hat Ihre Einreihung in die bis- herige Vergütungsgruppe beanstandet. Da der Angestelltenrot des Schlichtungsausschusses es abgelehnt hat, in eine erneute Derhand- lung über Ihre anderweite Eingruppierung einzutreten, so sehe ich mich genötigt, Ihr Dienstverhältnis zum 30. Juni d. I. zu kün- digen. Ihre Weiterbefchäftigung bei dem Schlichtungsausschuß unter anderweiter Regelung Ihrer Dergütungsbezüge stehen dies- feits aber keine Bedenken entgegen und stelle ich Ihnen anHeim, einen Antrag auf Wiederannahme bei der dortigen Gefchäftslei- tung zu stellen. I. V. gez. von H o f f m a n n." Nach Inkrafttreten des Reichstarifs für die Angestellten der Reichs- und Staatsbehörden erfolgte die Eingruppierung der An- gestellten des Schlichtungsausschusscs mit ausdrücklicher Zustimmung des Demobilmachungskommiffars. Die Auszahlung der Gehaltssätze geschah demgemäß rückwirkend vom 1. April 1920 ab. Noch der Be- stimmung des Tarifvertrages hat die Eingruppierung der Angestellten im Einverständnis mit der Angestelltenvertretung durch die Dienst. stelle zu erfolgen, und durch die schriftliche Bestätigung seitens der Dienststelle erlangt sie bindenden Charakter. Das Berhalten des De- mobilmochimgskommissars ist also ein glatter Tarifbruch, gegen i den schärffter Protest eingelegt wird. Dies ist stcher nur der Anfang des großen Schlages, der gegen die Angestellten der Reich,- und Staatsbehörden insgesamt geführt werden soll. Dieselben Angestellten, die in zähestcr und ausdauerndster Arbeit und unter den schwierigsten Raumverhältnissen den Schlichtungsausschuß aufgebaut haben und deren jüngere Kollegen und Kolleginnen auch heute noch geradezu jämmerliche Gehälter beziehen, sollen aufs Pflaster geworfen werden, um den erklärten Lieblingen hoher Behörden, Militäranwärtern und sonstigen„wohlverdienten" Leuten, Platz zu machen. Besonders be- achtenswert ist, daß man eine derartige Herausforderung der An- gestellten gerade an der Stelle wagt, dir überall als vornehmstes Werkzeug des Wirtschastssriedens bezeichnet wird. Es zeigt sich an diesem Beispiel, welch furchtbarer Ernst in der Forderung nach De- mokratisiemng der Verwaltung liegt. Es wird Sache der Gcwerk- schaffen und aller Angestellten sein, den Herren, die den„Wirtschans- frieden" so oft und so salbungsvoll im Munde führen, zu zeigen, daß sie sich eine derartige Provokation unter keinen Umständen gefallen lassen._ Preispolitik und Löhne im Mseurgewerbe. In der Mitgliederversammlung des Arbeitnehmerverbandes für das Frifsurgewerbe wurde der Bericht über die stattgefundenen Ber- Handlungen mit den Arbeitgeber-Jmnmgen und-Vereinigungen vom Kollegen Motu sch ke gegeben. Der Berichterstatter wies darauf hin, daß die Verhandlungen nun schon seit dem 6. November 1929 gehen und zu einem Vergleich vor dem Schlichtungsausschuß ge« führt haben. Dieser Bergleich wurde ober n i ch t unter der Bedin- gung abgeschlossen, daß die Arbeitgeber gleich eine Preiserhö- hung von 40 Prozent vornehmen sollen. Die Löhne der Ge- hilfenschoft, welche nur um 14 Prozent erhöht sind(d. h. 20 Mk. euf den Mindestlöhnen ob 2. Mai), müssen also unter dieser Voraus- setzung mindestens noch eine Aufbesserung erfahren. Die Gehilfen- schost verlangt zumindest eine gleichlaufende Aufbesserung, wie die der Arbeitgeber, nämlich auch 40 Prozent. Die Diskussion bewegte sich im selben Sinne. Die Versamm- lung nahm einstimmig eine Entschließung an, in der hervor- gehoben wurde, daß die Arbeitgeber unverzüglich mit der Tariskom- Mission des Verbandes verhandeln sollen zwecks weiterer Zu- schlage auf alle Lohnpositioncn. Sollten wieder Erwarten diese Verhandlungen erfolglos ver» laufen, so wird sich die Gehilfenschaft an die Oeffentlichkeit wenden, um dadurch eine Abänderung berbeizuführen. Die Löhn« von 135 Mk. für Herrenfriseure und 16? Mk. für Damenfriseure und die gelernten Friseusen stehen, wenn die nicht unbedeutenden Un- kosten für Wäsche und Handwcrkzeug und das heute so teure Fahr- geld abgezogen werden, noch weit unter den von der Er- merbslosenfürsorge gezahlten Unterstützung?- s ä tz e n der gänzlich arbeitslosen Kollegen. Die Friseurgehilfenschaft erwartet deshalb ein Entgegenkommen von feiten der Arbeitgeber- schost._ Achtung, Einsetzer und Bantischler! Wegen Nichlbezahlung der Tariflöhne und Ueberschreitung der ArbeilSzeit ist der Bau„Oeltrust", Slböneberg, Mühlen- st raste, für die Einsetzer und Bautischler der Firma R a a b e, Berlin, Usedomstraße, gesperrt. Deutscher Holzarbeiter-Verbanb. Zahlstelle Berlin. Lohnabbau in der Saar-Eisenindustrie? Der Arbeitgeberverband der Saarindustrie hat die GewerkschasiZ« führer gestern eingeladen, über einen Abbau der Hüttenarbeiter- löhne zu verbandeln, lieber die vorgeschlagene Höhe ist noch nickus bekannt. Die Metallarbeiter sind sich aber darüber einig, mit aller Macht vorläufig eine Lohnreduzierung abzuwehren, mir der Be- gründung, daß der gestiegene Frankenkurs bzw. da? Fallen der Mark eine weitere Preissteigerung im Saargebiet herbeiführen werde. Einzelne Arbeitgeber der weiterverarbeitenden Industrie haben in letzter Zeit höhere Mark-Löhne bewilligt, die aber noch nicht tariflich festgelegt sind._ Erzwungenes Zusammenarbeiten mit lliiorganisierken in Amerika. Berichte aus den Vereinigten Staaten besagen, daß der Widerstand der organisierten Arbeiterschaft gegen die Dpen-shop-De- wegung erfolglos bleibt. Zuletzt haben 106 Betriebe im Bau- gewerbe ihre Arbeiter auf Grund des Open-fhop-Prinzips wieder eingestellt. Die Unternehmer erklärten, daß sie nicht mehr geneigt sind, mit den Gewerkschaften Torifverträoe zu schließen. Die infolge der Wirtschaftskrise entstandene Arbeitslosigkeit ermöglicht den Ar- beitgebern, die Sabotage der Gewerkschaften durchzuführen.— Wobei es allerdings auf den Grad der Widerstandsfähigkeit der Ge- werkschaften mit ankommt.'. Parteigenossen. Ausflügler! Die gastwirifchaftlichen Angestellte??. der Ortsgruppe Potsdam des Zentralverbondes der Hotel-, Rc- stauront- und Cafe-Angcstellten befinden sich seit längerer Zeit mit den Unternehmern in Dsss-renzen. Wir bitten alle Genossen und Aus- flügler, die Potsdam und Umgegend besuchen, darauf zu achten, daß da. wo die Forderungen bewilligt sind, die Kellner mit einer gelben Ausweiskart« mit rotem Querstreifen, der die Buchstaben ZDH. enthält, versehen sind. Wer nicht im Besitze eines iolchen Ausweises ist, gehört dem Zentralverbond nicht an. Man weife die Bedienung zurück. Gewcrkfchaftskartell Potsdam. Deutscher Eisenbahnerverbond. Mitglieder, die mindestens seit dem 1 April 1921 arbeitslos find, werden aulgefordert, sich in der Zeit vom 18. bis 31. Mai auf dem Derboncsbureau, Bethanien- ufcr 10, I. zwecks Erhebung einer einmaligen Unterstützung zu melden. Die Angestellten des Ruhrgebieks in der Arbeitskammer für den Kohlenbergbau ersuchen den Reichsarbcitsminister, den Vierzehner- ausschutz, der die Vorarbeiten für dos Reichsknoppfchaftsgesetz leistet, zu veranlassen, seinen Personenkreis um einen Vertreter aus der Gruppe der Angestellten aus der Essener Arbeitskammer zu er- weitern. Streit der Dockarbeiter in Buenos Aires. Die organisierten Hafenarbeiter haben den Generalstreik erklärt, um ihre Forderung durchzusetzen, daß nur gewerkschaftlich organisierte Arbeiter eingc- stellt werden sollen. Der Hasenverkehr ist lahmgelegt. v-ranlw. für den redakt. Teil: Dr. Werner Pelscr, Charlottendura: für Zlnzeige«: Dd. Elocke, Berlin. Bering: Vorwärts-Vcrlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Bnr- würtS-Buchdruckerei u. BerlogSanstalt Pnui Singer u. Co., Berlin. Lindenltr. 3. Hierin 1 Beilage. veutsrkrr Wnnbmnü ßmgen a/ßl).. Ii irtetttiirm« 1 � I T)ie OTlorfe bes vevwo tintesten fiemschmecFer#� m s. MMN.»MNR,»n M. Z.!ei.«« 521 WliMemml SAklWer« G.«I.d.S.. BIbikb m Will_ KEfiiljfi Dich billia fiifiaanftV Is«kstt»�nrüss, Cutaways, Ulster �-WA Atee m-2\ä WXM■ K B■■ IG» teils auf Seide, früher bis 1200 M, feixt für 400-500 H. Ein Posten Cumntimanlel Stück 300 H> Ferner Oamen-Kosliimei•Mäntel, enorm billig' Pelzwaren nach ♦ ♦ im LEIHHAUS MORITZPLATZ 58a ♦ ♦ b«,*..,