flc«M5 ♦ ZS.?tchrgang Musgabe B Hr. III BezvgSpreiS: SSlcttdtüDtU 30,- M„ monotL 10,— St frei in»»aus, voraus»ahlbar. Post- tJfSuB: Monatlich 10,— ÄIH, einschl. stu- stcllunasqedllhr. Unier Kreuzband für Deutlchiand, Danztg, das Eaar- und Meuiei-lediet, Wune die ehemals beut- ichen Gebiete Polens, Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 20,— SDt, für das Übrige Ausland ZI.— M. Post- be'tellungen nehmen an Oesterreichs Ungarn. Tichecho-Sloroakei, Däne» mar!. Solland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Der.Vorwärts" mit der Sonntag«- beilage.Volt und Zeit", der Unter- baltungsdeilage„K-imweli" und der Btilage.Siedlung und Kleingarten" erjchciut wochentäglich zweimal, Eonii- tags und Montags einmal. Telegramm- Adreffe: �Sozialdemokrat öertte" Abend Ausgabe Oevlinev Volksblstt Anzeigenpreis, St» achrgespalten« Nonparetllezetl» kostet lichO M.SIetne Itazeigea-- da« tettgedruckt« War« lcho M.(zu- lässig zwei tettgedruckle Warte), sede, weitere Won l,— M. Stellengesuch» und Schlasstellenanzetgen da« erst, Wort t— SU sede, weitere Wort 30 Psg. Wort» über 15 Buchstaben zählen tllr zwei Worte. ffamilien-An- zeigen sür Abonnenten geile S,- 31 Die Preis» verstehen sich einschltegltch Teuerungszuschlag. Anzeigen tllr die nächste Nummer müssen bt« S Uhr nachmittag» nn Hauptgeschäft, Berlin SW K». Linden. ltrahe b. abgegeben werden Geöffnet von g Uhr srüh bi» 5 Uhr abend» Zcntralorgan der fozlaldemokrati fchen parte! Deutfchlands NeSaktion und(Expedition: SW 68»£inden(h. 3 flcrn spreche»: Amt Mortupla«. Nr. lKlSv— iälv? Llopö George als Ankläger. Aus den heftigen Angriffen Lloyd Georges im Unterhaus gegen die französische Politik in Oberschlesien werden durch WTB. folgende weitere Einzelheiten mitgeteilt: Polen habe geschichtlich kein Recht auf Schlesien. Der einzige Anspruch, den es aus ganz Schlesien oder einen Teil davon haben könnte, wäre, daß sich dort eine überwältigende polnische Bevölkerung befände, die verhältnismähig kürzlich dorthin kam, um in den Bergwerken zu arbeiten oder zu anderen Zwecken. Lloyd George erinnerte an die Bedingungen des Der- sailler Vertrages und an das Ergebnis der Volks- abftimmnng. Er sagte: Die Kommissare traten zusammen, um zu erwägen, was im Hinblick auf die Volksabstimmung zu tun sei. Die britischen und die italienischen Kommissare nahmen einen Standpunkt ein, die französischen einen anderen. Die ZN e h r h e i t der Kommissare, nämlich die britischen und die italienischen, waren dafür, die überwiegend polnischen Gebiete P o l e n zn geben, und die Gebiete, wo— Städte unv Landkreise zu- sammengenommen— die Mehrheit deutsch ist, Deutschland zu geben. Die Alliierten sollten diesen Bericht beraten. Unglück- l icherweise traf er nicht rechtzeitig genug für die Londoner Konferenz ein, aber die Alliierten waren schon im Begriff, darüber zu beraten. Ohne die Beratung oder die Erörte- rung zwischen den Regierungen abzuwarten, brach der polnische Aufstand aus. mit dem Zwecke, die Alliierten vor eine voll- endeteTatsachezu stellen. Dies war eine vollkommene Verhöhnung des Berfailler Vertrages Lloyd George fuhr fort: Die eine Hälfte von Polen, die auf feiten der Alliierten kämpfte, wurde durch die andere Hälfte eatkrästet. Wenn die Alliierten von den Polen, die auf ihrer Seite kämpfien. abhängig gewesen wären, so würde Polen heute entweder eine deutsche oder österreichische Provinz selu. Die Hälfte, die gegen die Alliierten kämpfte, kämpfte bis zum Ende. Die Alliierten nahmen polnische Soldaten in deutschen Schühengräbeu ge- fangen; Polen fielen in deutschen Uniformen, si� schössen Franzosen. Engländer und Italiener nieder, die für Polens Freiheit kämpften. Die Freiheil Polens war Italien. England und Frankreich zu danken. Es gibt keinen Buchstaben de» Vertrages, der nicht ein junges englisches Leben und nahezu zwei französische Leben bedeutet. Polen hat feine Freiheit nicht selbst gewonnen. Unter diesen Umständen mühte es vor allen Ländern jede» Komma des Vertrages achten. Ieht. da Deutsch- land durch das Vorgehen der Alliierten entwaffnet und hilflos ist, sagt Polen, es wolle für Oberschlesien sogar gegen den vcr- trag kämpfen. Sorfanty sagt, die Polen in Schlesien wollten eher sterben, als sich ergeben. Wenn sie früher so gedacht hätten, als die Schlacht für Polens Freiheit ge- kämpft wurde, so wären weniger englische, franzö- fische und italienische Leben verloren gegangen. Aber die Polen kamen auf diese Anschauung erst, als Deutschland enl- wafsnet und hilflos war. Lloyd George führte weiter au», das einzige, was er vorauszu- sagen wage, sei, daß im Hinblick aus den Vertrag von Versailles G e- walt viel, viel weniger und die Ehre und der Kredit Deutschlands und die Unterzeichnung seiner Verpflichtung well, weltmehrinsGewicht fallen werde. Es sei ein Fehler in der Rechnung, wenn Deutschland sagen dürste: Ihr verlangt unsere Ehre i und unsere Verpflichtung, was habt Ihr mit der Euren gemacht? 2Ns � es gegen uns ging um Wiederaufbau oder Abrüstung, da habt Ihr auf der Blockadedrohung bestanden und habt andere Mah- nahmen ergriffen, denn Ihr wolltet uns zwingen und den Vertrag von Versailles durchführen. WashabtIhrgetan.alsPolen Euch in Oberschlcfien herausforderte? wäret Ihr damals ebenso hartnäckig? Lloyd George erklärte feierlich, für England und die Alliierten handele es sich nicht bloh um eine Angelegenheit ihrer Ehre, obwohl das sicherlich nicht nnterschäht werden dürfe, es fei eine Angelegenheit ihrer Sicherheil und ihrer Ruhe, zu zeigen, daß sie am vertrage festhielten, möge er f ü r sie oder g e g e n sie sprechen. Mehr, als er sagen könne, m i h- billige und fürchte er die Tändelei, das Spielen mit dem vertrage, indem man sage, schliehllch seien es ja nur Deutsche. . Lloyd George schloß seine Rede mit der Erklärung, man müste ar pz?.telisch urteilen mit strengem Sinn für Gerechtigkeit, sei es für tlbdc gegen die Deutschen. Es gebe z w e i w e g e. um die Lage zu behandeln. Der eine sei, daß die alliierten Truppen für die wieder- Herstellung der Ordnung sorgten. Es fei eigentlich nicht seine Sache. ein militärisches Urteil abzugeben.„Wir waren gezwungen," fuhr der Premierminister fort,„unsere Truppen zurückzuziehen. Des- halb sind die Alliierten berechtigt, zu den Deutschen zu sagen:„Es ist nicht Sure Sache, darauf zu bestehen, daß das Leben unserer Soldaten auss Spiel geseht wird." Der Premierminister sagte weiter, er bestehe n i ch t aus diesem Argument. Aber er sei berechtigt, aus dem Zlllernakivvorschlag zu bestehen: Entweder sollten die Al- liierten darauf bestehen, dah der Vertrag geachtet wird, oder sie sollten den Deutschen gestatten, da- für zu sorgen. Deutschland zu sagen. hier ist Eure Provinz, hier ist etwas, worüber durch den verfailler Verlrag entschieden werden soll, entweder für oder gegen Euch: den P o l e u aber soll es erlaubt sein, in Verhöhnung des Vertrages sie wegzunehmen, und Such soll es nicht erlaubt sein. Euch selbst in der Provinz zu verteidigen, welche zweihundert Zahre lang die Eurige gewesen ist. wäre schimpf- llch und der Ehre eines Landes unwürdig. Es sei vollkommen sicher. daß die Miierken eine solche Haltung nicht einnehmen würden. Das einzige, was er im Ramen der Regierung sagen möchte, sei: Was sich immer ereigne, wir könnten keine vollendete Tat- fache annehmen. Dies würde eine Herausforderung be- deuten, welche zu den verhängnisvollsten Folgen führen könnte. Dies würden wir nicht annehmen. Er wage es, die Aufmerksamkeit auf eine Talsache zu richten, die es nokwendig mache, daß wir uns alle bei der Regelung der Frage an den Vertrag hallen. R u ß l a n d fei wohl seht eine niedergebrochene Macht, die sich erschöpft in den hän- den von. wie er glaube, hoffnungslosem Despotismus befinde, aber es sei ein großes Land, das über unerschöpfliche Hilfsquellen verfüge. und das von einer tapferen Raffe bevölkert sei, wir es die ersten Tage des Krieges gezeigt haben. Das Land werde nicht ewig so bleiben, wie es augenblicklich Ist, sondern es werde eines Tages ein m S ch t l- ges, überragendes Land sein und sein wort werde in Zu- kunfi in Europa und in der Well Geltung haben. Er bitte diejenigen, welche den Friedensvertrag von Versailles zer- reißen wollen, wenn er ihnen nicht zusagt, an diese Tatsache und an andere Mögllchkeiten in Zentraleuropa zu denken. In aller Feierlichkeit, mit d.'m ciKstesten Wunsche, den Frieden in Europa wiederhergestellt zu sehen, und in dem Bewußtsein, daß die» nur auf dem Grundsatz strenger Gerechtigkeit geschehen könne, appelliere er an alle Beteiligten, nur das zu tun, was recht und billig sei, jede voreingeuommenheit aufzugeben und gerecht zu sein. Englische Befürchtungen. London, 14. Mai. Reuter keilt mit: hier besteht der ernste Eindruck, daß diepolnischeRegierungbeider Erfüllung ihrer Verpflichtung, die Grenze nach Oberschlesien zu schließen, versagt habe, wie verlautet, sind deshalb weitere vor- st e l l u n g e n bei Polen erhoben worden. Man hält an der Ansicht fest, daß, wenn nicht eine wirkliche Kontrolle der Grenze eingerichtet wird, die polnische Regierung sich einer schweren veraul- Wartung nicht entzieheu kann. Der peinliche Eindruck in Frankreich. Paris, IS. Mai. sWIB.) Philippe Millel veröffentlicht aus Anlaß der gestrigen Rede Lloyd Georges einen heftigen Artikel im»Petit Parisien". Lloyd George habe recht, wenn er die ge- naueste Erfüllung des Friedensvertrags von Versailles verlange. Aber u nz ulä f si g sei es, wenn er behaupte, in Oberschlesien sei die deutsche Bevölkerung autochthon, und die polnische Bevölkerung sei von außerhalb gekommen. Dadurch spiele man das Spiel Deutschlands und nicht das Spiel der Wahrheit.(!) Der zweite Irrtum liege darin, daß Lloyd George gesagt habe, er sehe keinen Grund, der die Alliierten verhindern könne, Deutschland zu ermächtigen, sein Heer anzuwenden, um Ruhe in seiner eigenen Provinz herzustellen. Lloyd George habe sich von der verhäng- uisvollen Wirkung eines derartigen Ratschlag» in Frank- reich keine Rechenschast abgelegt. Man dürfe deshalb er- warten, daß es sich bei diesen bedauerlichen Ausführungen Lloyd Georges nur um einen Fehler handle. poincares Mißvergnügen. Poris, 13. Mai.(MTB) Raymond Poincare schreibt in der Revue des Deux Mondes", die Londoner Konferenz habe leider weder die Hofnungen Briands noch die seinigen(Poincares) erfüllt. Die neuen Opfer, die Frankreich gebracht habe, seien nur bei genauen Studium der Dokumente erkennbar. Der Gedanke sei peinlich, daß bei diesem neuen Mißgeschick nicht nur der„böse Wille Deutschlands" mitgewirkt, sondern daß der französische Mini st erpräsident auch bei einigen Alliierten auf den Willen zu Zugestand- Nissen an Deutschland gestoßen sei Bezüglich der Entwaffnungsfrage bemerkte Poincorö: Deutschland bediene sich der ungesetzlichen militärischen Organisation, um Polen zu bedrohen,(lj Wenn aber Deutschland doch zu extremen Taten übergehe, was würden dann die Alliierten be- schließen? Solle Frankreich trotz der Einberufung der Johresklasse 1S19 und aller für die Besetzung des Ruhrreviers getroffenen Vorbereitungen bis zum 30. Juni untätig bleiben? Zur Annahme der Bedingungen der Alliierten durch den Reichstag bemerkt Poincare: Es wäre nur natürlich gewesen, wenn die Alliierten als Gegenleistung für die Deuffchland ge- währten Zugcständnisie sofort materielle Opfer in Besitz genommen hätten. An der persönlichen Ehrlichkeit des Reichskanzlers Wirth könne man nicht zweifeln, werde er aber imstande sein, die zustandegekommene Mehrheit, auf die er sich stütze, gufrechtzu- erhalten? vorwärts-verlag S. m.b.H.. SW 68,£indenstr.3 Fernsprecher- Amt M-rtvPla», Rr. U7SZ— 1>4 Für Rede Llopd Georges. Die große Bedeutung der gestrigen Rede Lloyd Georges im Unterhaus über die oberfchlefifche Frage wird auch von unserer nationalistischen Presse anerkannt. Die„Tägliche Rundschau" bringt den Bericht über sie unter der Ueberschrift „Bedeutsame Erklärungen Lloyd Georges über Ober- fchlefien". In der„Post" heißt es:„Lloyd George gegen Frankreichs P o l e n p o l i t i t". In der„Deutschen Tageszeitung":„Unser Recht auf Selbstverteidi- g u n g. Lloyd Georges Erklärungen über Oberschlesien". Einst- weilen müssen diese Ueberschriften als Kommentar dienen. Nur der„Berliner Lokalanzeiger" findet unter der Ueber- fchrift„Lloyd George gegen die Polen" einige Worte der Erläuterung indem er schreibt: Diese Ausführungen des englischen Premiers find desholb be- sonders interessant, weil er in einem Augenblick, in dem sich die Franzosen offen auf die Seite der Polen stellen, Worte der Ge- rechtigkeit für Deutschland findet. Man soll diese Worte natürlich nicht überschätzen, denn bisher haben sich bei allen Dlffe- renzen die Franzosen noch immer stärker als die Engländer er- wiesen. Diesmal ist das, was Lloyd George sagt, aber so prägnant, daß er der Lächerlichkeit anheimfallen würde, wenn er wiederum umfallen sollte. Wir haben schon heute morgen gemahnt, die Bedeutung der Rede Lloyd Georges nicht zu über schätzen. So gewiß sie nicht hätte gehalten werden können, wenn Deutschland das Ultimatum abgelehnt hätte, so gewiß sie eine Erleichterung unserer Lage und damit einen Erfolg der von der Sozialdemo- kratie eingeleiteten Politik darstellt, so bedeutet sie noch keine endgültige Entscheidung. Am allerwenigsten darf aus ihr gefolgert werden, daß nun Deutschland zur Verteidigung Oberschlesien? freie Hand bekommen hätte. Vor solchen über- eilten Schlußfolgerungen kann gar nicht genug gewarnt werden. So klar es aych ist, daß die Interalliierte Kommission infolge ihrer inneren Spaltung nicht imstande ist, den polni» schen Aufruhr niederzukämpfen, so steht ihr doch noch immer völkerrechtlich die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in Oberschlesien zu. Ein deutscher Einmarsch in Polen würde aller Voraussicht nach den Krieg mit Polen und Frankreich zur Folge haben, und daß dieser Krieg England dann auf feiten Deutschlands finden würde, wagt auch der kühnste Optimist nicht anzunehmen. Noch weniger natürlich, daß eine steundlichs Neutralität Englands und Italiens dazu ausreichen würde, das entwaffnete Deutschland einen Zwei- frontenkrieg gewinnen zu lassen. Es darf weiter nicht übersehen werden, daß auch Lloyd George nicht für ein ungetelltes deutsches Oberschlesien ein» tritt, sondern für eine Teilung des Landes zwischen Deutschland und Polen. Der Streit zwischen den Alliierten geht nur darum, wie diese Teilung erfolgen soll. England und Italien wollen die polnischen Ansprüche in gewisien Schranken halten, während Frankreich alle matzlosen Ansprüche Polens mitvertritt und ihre gewaltsame Geltendmachung unverhohlen unterstützt. Der Sieg des englifch-italienifchen Standpunkts würde daher auch noch nicht die Erfüllung oer deutschen For- dening nach einem ungeteilten deutschen Oberschlesien be- deuten, sondern nur eben soviel, daß die oberfchlefifche Frage die relativ günstigste Lösung finden würde, die bei dem gegebenen Kräfteverhältnis denkbar ist. Der englische Premierminister erklärt w seiner Rede: Es gibt kernen Grund, warum die Alliierten etwas dagegen haben sollten, daß Deutschland seine Streitkräfte gebraucht, um in seiner eigenen Provinz die Ordnung herzustellen. Das ist kaic (ehrlich). Und für kair play(ehrliches Spiel) steht England. Ich hoffe, es wird bis zum Ende dafür ein st ehe n. Diese Auffassung wird in Deutschland ohne weiteres als richtig anerkannt werden. Und ebenso auch die, daß die Kor» fanty-Wirtschaft aus Oberschlesien ein Chaos macht, von dem weder Polen noch Deutschland, noch Europa etwa« hat. Lloyd George kann aber eben nur für England sprechen, das auf dem europäischen Kontinent die erste Geige eben nicht spielt. Es ist noch keine Woche her, daß der französische Ministerpräsident B r i a n d das Angebot Deutschlands, Hilfe für Oberschlesien zu leisten, in ganz unmißverständlicher Weise abgelehnt hat. In seiner Note vom 9. Mai erklärte er die deutschen Berichte über das Chaos in Oberschlesien für „tendenziös übertrieben" und fuhr fort: Der Grund der Unruhe ist ohne Zweifel zu sehen in den aus deutscher(?) Quelle veröffentlichten Nochrichten, die unzutreffen- derweise meldeten, daß die Alliierten sich entschieden hätten, den größten Teil desdIndustrie» und Bergwerksgebiets Deutschland zuzuteilen. Diese falsche Mel- dung hat den Ausstand der Insurgenten entfesielt. Wie dem auch sei, die Interalliierte Kommission, die mit der Verwaltung des Ab- stimmungsgebiets beauftragt ist, hat in einmütiger Uebereinstim- mung die energischsten Maßregeln zur schnellen Wiederherstellung der Ordnung und zur Wiederherstellung der Sicherheit der Ein- wohner aller Nationalitäten, die in dem Abstimmungsgebiet leben, getroffen. Die alliierten Truppen haben voll ihre Pfllcht getan, Vit jetzt einlaufenden Meldungen lassen eine wesentliche Kesse» rung der Sage kn den wichttgsten Zentren der Grubenreviere fcstftellen� Die Interalliierte Kommission hat an Ort und Stelle die not- wendigen Retrutierungsmaßnahmen angeordnet, um die Lücken wieder auszufüllen, die in der Polizei durch den Abgang polnischer Elemente entstanden sind. Sie hat dadurch der Bevölkerung d i e Beruhigung verschafft, die sie wünschte. Don irgendeiner der Interalliierten Kommission für Oberschlcsie» von außerhalb zu leistenden Hilfe kann nicht die Rede sein. Ge> nehmigen Sie usw. Der Gegensatz zwischen Lloyd George und Briand liegt also offen zutage. Der eine hält den Einsatz deutscher Streit- kräfte in Oberschlesien für„tsir play", der andere sagt, von ihm könne gar nicht die Rede sein. Dieser Gegensatz muß innerhalb der Interalliierten Kommission ausgetragen werden, und bis dahin muß Deutschland— so schwer es auch fällt, den Leiden der oberschlesischen Bevölkerung zuzusehen— Gewehr bei Fuß stehen. Es wird aber erlaubt fein zu sagen, daß die Entscheidung in positivem Sinne nicht aufgeschoben wer- den darf, wenn nicht noch mehr Unheil entstehen und nicht zugleich das Ansehen Englands auf dem Kontinent einen ver- nichtenden Schlag erhalten soll. Lloyd George sagt, er h o f f e, daß England für seinen Standpunkt bis zuletzt einstehen werde. Es ist uns erlaubt, uns dieser Hoffnung anzu- schliefen. Bielleicht kann diese Hoffnung verfrüht sein. Aber auch dann bleibt das Wort des- englischen Premierministers be- stehen, daß England in Oberschlesien„vollendete Tatsachen" nicht anerkennen werde. Niemand wird sich wundern, wenn Deutschland für sich dieser Erklärung mit vollem Herzen bei- tritt. Und bestehen bleibt die Tatsache, daß der Lenker des englischen Weltreichs das Wort„Gerechtigkeit für Deutsch- land" in die Welt hinausgerufen hat. Es wird weiterklingen, und ihm Flügel zu verleihen, muß die Aufgabe der deutschen Politik sein. In französischen Blättern haben wir zu Napoleons hundertstem Todestage fein berühmtes Wort zitiert gefunden: „Es gibt mir zwei Mächte in der Welt: den Säbel und die Idee. Am Ende hat sich aber die Idee stets als die stärkere erwiesen." Auch das entwaffnete Deutschland ist nicht wehr- los, den Säbel hat man ihm aus der Hand geschlagen, die Idee kann man ihm nicht nehmen. Wir wollen in Ober- schlesien und überall in der Welt Gerechtigkeit für Deutschland und nichts als sie! Korfantps wahres Gesicht. Paris, Ii. ZNai.(EP.) Korfanky erklärte dem Sonder- berichtcrstatter der„Chicago Tribüne", er habe die M ö g- l i ch k e i t und Verantwortlichkeit eines Krieges mitDeutschland wohl erwogen, b e v o r er den Aufstand der Polen in Oberschlesien ausführte. Korfanty drückte aufs neue feine Absicht aus, das von oeu Polen befehle Gebiet nicht mehr freizugeben. Die Aufständischen zählten seht 100 000 ZUann, die nötigenfalls auf 300000 Mann erhöht werden könnten. Im fzalle einer Niederlage würden sie sich nicht zurückziehen, ohne die Kohlengruben, die Fabriken und die hoch- ö f e n vollständig z e r st ä r t zu haben. Die V o r b e rei- l u u ae n hierzu seien schon getroffen. Diese Erklärungen Korfantys enthalten zwar nichts Neues über Korfantys Politik, deren Charakter aus den bis- herigen Vorgängen in Oberschlesien hinreichend bekannt war; sie enthüllen jedoch mit einer unglaublichen Offenheit den Zynismus Korfantys, mit dem er brutal und schonungslos seinen Feldzug in Oberfchlesien durchführt. Von größter Bedeutung ist das Eingeständnis Korfantys, er habe noch vor Beginn des polnischen Aufftandes in Oberschlesien mit einem Krieg gegen Deutscht a.nd gerechnet: hätte sich� Korfanty nicht von vornherein der französischen Hilfe sicher gefühlt, so hätte er es nicht wagen können, mit einer noch so starken Zahl von Insurgenten den Krieg gegen Deutschland, der nach dem Friedensvertrag in Wirk- i>k Große Serliner Kunstausstellung. Am Lehrter Bahnhof ist heute mittag die große Kunstschew eröffnet worden. In 30 Sälen, Zimmer und Kojen oereinigt sie dieses Jahr Arbeiten des Vereins Berliner Künstler, der Freien Sezession, der Nooembergruppe und des Bundes deutscher Archi- tekten— im ganzen gegen anderthalbtausend Nummern. Der Ehren- saal ist dem Gedächtnis Mar Klingers gewidmet und als Glanz- punkt soll hier der„Christus im Olymp" paradieren, der aber noch nicht eingetroffen ist. Daneben erscheint die Kunst der Bühnen- detvration und die Kunst des Porzellans in gesonderten Arrangements: Theaterfiguren und Szenenbilder in Saal 15, neuest« Erzeugntsie der staatlichen Berliner Porzellanmanusaktur in Saal 11. Der Charakter der einzelnen Ausstellergruppen zeigt im wesent- lichen das bekannte Gepräge. Im Verein Berliner Kunst- l e r, der einzelne sehr gute Säle zusammengestellt hat, macht sich unter dem Einfluß der Jüngsten eine kräftigere Farbenfreudigkeit bemerkbar, so daß man nicht mehr allzu stark geblendet wird, wenn man aus bem konservativen Ost- in den revolutionären Westflügel hinüberwechselt. In diesem erscheint die Freie Sezession als die Vertreterin eines bereits gesicherten Besitzes: sie zeigt Arbeiten anerkannter Meister des In- und Auslandes, darunter auch sehr inter- essante ftanzöstsche Werke. Die Novembergruppe ist der Alarmplatz der Stürmer und Dränger geblieben, durch geschickte An- ordnung ist es Ihr aber geglückt, den Eindruck des Chaotischen zu ver. meiden, auch hat sie diesmal verständigerweise allen dodaistischen Ulk ausgeschieden Ein kleiner gedruckter„Führer", den st« den Besuchern ihrer Säle zur Verfügung stellt, soll widerstrebende Ge- müter besänftigen und das Zurechtfinden auf den neuesten Kunst- pfaden erleichtern. Die architektonische Abteilung, die sonst vom großen Publikum gemieden zu werden pflegt, bietet dies- mal zwei starke Anziehungspunkte: Die phantastischen Arbeiten der Allerjüngstm und die Emwürfe zu deutschen„Wolkenkratzern". Auf Einzelheiten der Ausstellung werde ich noch ausführlicher zurückkommen, eine allgemeine Frage aber sei schon heute zur Er- örterung gestellt. Die„Große Berliner" wird wieder bis in den Herbst hiadn dauern und erst nach Eintritt der kalten Jahreszeit. wenn der Aufenchalt in den ungeheizten Räumen eine Tortur ist, wird das Gebäude anderen Zwecken, wia der Iuryfreien Kunstschau usw., zur Versügung stehen. Läge es nicht im Interesie der Künstler wie des Publikums, daß man die Dauer dieser Sommerausstellung in Zukunft verkürzt«? Zwei Monate dürften genügen, und wenn der Eröfsnungstermin stüher, etwa auf Anfang April, angesetzt wird, dann könnte das Landesausstellungsgebäude während der guten Jahreszeit noch mindestens zwei anderen Veranstaltungen Raum gewähren. In jedem Sommer könnte z. B. außer der Großen und d»r Iuryfreien, die hoffentlich nicht mehr verschwinden wird, eine Ausstellung sürangewandteKunst stattfinden. Ich denke Nchkeit ein Krieg gegendieEntenteist, zu entfesseln. Von kommunistischer Seite wurde bekanntlich behauptet, der oberschlesische Aufstand richte sich in gleicher Weise gegen die deutschen wie die polnischen Kohlenmagnaten und Bergherren. Korfantys schamlose Drohung, er werde vor seinem Abzug Kohlengruben, Fabriken und Hochöfen voll- st ä n d i g z e r st ö r e n, ja, er habe hierzu bereits die Vor- bereitungen getroffen, wird auch dem letzten deutschen Ar- beiter zeigen, wie die Dinge in Oberschlesien stehen. Jedoch auch die polnische Arbeiterschaft, die bisher durch Arbeit in den oberschlesischen Hütten ihr kärgliches Brot fand, muß nach diesen Aeußerungen Korfantys klar erkennen, für welche Zwecke sie mißbraucht werden soll. Gelänge es Korfanty, feine Pläne in Oberschlesien zu verwirklichen, so wären die unumgänglichen Folgen Arbeitslosigkeit und Elend unter der oberschlesischen Arbeiterschaft von einem Umfang, von dem man sich im Augenblick überhaupt keine Vorstellung machen kann. Korfantys Ausführungen verdienen in weitesten deut- schen und polnischen Kreisen bekannt zu werden, weil sie auf das eindeutigste Klarheit darüber schaffen, wohin der Weg in Oberschlesien führt. Ter geschäftstüchtige Lockspitzel. Breslau, 14. Mai.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Gegen die„Enthüllungen" der„Roten Fahne", die durch das Ge- ständnis des polnischen Agenten wie die Mittellungen des Reichs- Ministeriums erledigt sind, wendet sich heute mit ergänzendem Ma- terial die„Breslauer Bolkswacht". Sie stellt fest, daß die angeb- lichen Befehle aus dem Reichswehrministerium zur Ermordung Kor- fontys usw. bereits vor vielen Monaten nach der Ermordung des Korfanty-Gegners U p p k a von der polnischen und einem Teil der französischen Presse in wesentlich derselben Form gebracht worden sind. Schon damals ist der Nachweis der Fälschung gelungen. Die polnischen Spitzel haben also demnach dasselbe Material, das sie bereits nacheinander an die Polen und Franzosen verkauft hatten, jetzt noch einmal sich von Moskau be- zahlen lassen! Die doppelte Gefahr. Breslau, 14. Mai.(Eig. Drahtbericht des„Vorwärts".) Die „Breslauer Bolkswacht" weist darauf hin, daß nur die einmütige Bc- solgung der sozialdemokratischen Parolen durch die Ar- beiterschaft, wie sie gestern eine schlesische Bezirkskonferenz der Sozialdemokratischen Partei in Breslau ausgab, vor der d o p p e l- t e n Gefahr retten könne, die Schlesien bedrohe: der Gefahr eines Krieges mit Polen auf der einen Seite, oder der nicht geringe- ren Gefahr, den bedrängten deutschen Arbeitern in Oberschlesien in den Rücken zu fallen oder sie preiszugeben, auf der anderen Celle. Die schlesische Arbeiterschaft lehnt es auf das entschiedenste ab, sich in das Schlepptau der kommunistischen„Arbeiterpolitik" zu begeben. Nsichsregierung unö ilSP. Die„Freiheit" veröffentlicht an der Spitze ihrer heutigen Morgenausgabe eine Kundgebung des Zentralkomitees der USPD. zur politischen Lage. Die Kundgebung ist in ver- hältnismäßig ruhigem Ton gehalten, wendet sich aber mit sachlicher Schärfe gegen die Sozialdemokratie, der wiederum zum Vorwurf gemacht wird, daß sie nicht mit den Unabhängigen zusammen eine rein sozialistische Re- gierung gebildet habe. Der„Vorwärts" hat bereits in einem Artikel auseinandergesetzt, warum eine solche Regierung beim besten Willen nicht möglich war und sich auch nicht einen Tag gegen die bürgerliche Reichstagsmehrheit hätte halten können. Erftaunlicherwelie geht der Aufruf der USP. an diesen Gründen ganz und gar vorbei, offenbar weil er sie nicht widerlegen kann. Sehr schwach ist auch, was der Aufruf sagt, um die Ablehnung des sozialdemokratischen Angebots durch die USP. zu verteidigen, eine gemeinsame Regierung aus Zentrum, SPD. und USP. zu bilden. In einer bürgerlichen Regierung, so behauptet die Kundgebung, seien die Sozialisten stets die Schwächeren und würden nur von den Kapitakisten mißbraucht. Das dabei nicht an prunkvolles Kunstgewerbe, sondern an die moderne, volkstümliche Möbel- und Hausratindustri«, die Textilindustrie, das graphische Gewerbe und ähnliches. Auf diesen Gebieten ist heute auch in Deutschland vieles Reu« und Zukunfwerheißende im Werden, von dem das große Publikum keine Ahnung hat. Zur Hebung der allgemeinen ästhetischen Kultur aber würden solche und ähnliche Ver- anstaltungen gewiß mindestens ebensoviel beitragen wie die Aus- stellungen von Werken der„ihohsn Kunst". I. S. Die neuen Briefmarken. Endlich sind sie da, die schon lange verheißenen neuen deutschen Briefmarken. Manch einer hat es vielleicht schon vergessen, daß der Reichspostminister Giesberts bereits Ende des Jahres 19l9 einen Wettbewerb zur Erlangung von künstlerisch einwandfreien Postwertzeichen ausschrieb, dessen Ergeb- nis zwar keine überragenden Leistungen aufwies, aber doch einen recht erfreulichen Fortschritt darstellte. Seit dem Spruche der Preis- richter bis heute ist mehr als ein Jahr vergangen. Diese Zeit wäre bei dem gegenwärtigen Stande der Wertpapiertechnit reichlich lange, wenn die Verzögerung an der Druckausführung und nicht an anderen Ursachen gelegen hätte. Die Behinderung lag einzig und allein in den sich überstürzenden Portoerhöhungen mit ungezählten Wert- und Forbveränderungen. Erst nachdem der Weltkongreß in Madrid Ende des Jahres l9?0 endgültig Farben, und Baluto- Gegenwerte für den Auslandsverkehr festgesetzt und der Reichstag im März d. I. einer erneuten„Portoregelung" feine Zustimmung er- teilt hatte, konnte ernstlich an die Herstellung der neuen Freimarken gedacht werden. In den wenigen dazwischenliegenden Wochen find nun die ersten drei Werte zu 5, 10 und 30 Pfg. entstanden, die weiteren sollen Zug um Zug folgen. Gleich der Germaniamarke werden auch die vorliegenden neuen Freimarken in Buchdruck auf weißem, mit dem bisherigen Wasserzeichen versehenen Papier in Bogen zu je 100 Stück hergestellt. Das Bild zeigt die große Wertziffer in wünschenswerter Klar- heit, und am Kopfe die Inschrift„Deutsches Reich". Zur möglichsten Sicherung gegen unbefugte Nachahmung ist der Hintergrund mit weißen Linien ornamentiert und beiderseitig begrenzt von einem kräftig wirkenden Farbstreifen. Alle Stempel wurden nach den mit einem ersten Preise ausgezeichneten Entwürfen für Ziffermarken von Willi Geiger in München von der Reichsdruckerei in Stahl geschnitten. Die durchweg kräftigen und leuchtenden Farben sind rotlila für den 3-Pfennig-, grünoliv für den 10-Pfennig- und grün für den 80-Pfennig-Wert: die nächsten zur Ausgabe gelangen- den Werte von 15, 25, 40 und 50 Pfg. sind grünblau, rot- braun, dunkelorange und lila. Im großen und ganzen ist der Eindruck der Marken ein sehr guter und übertrifft die Ger- maniamarke in jeder Hinsicht. Der jetzt ausgegebene Teil der neuen Marken kann neben den Germaniamarken verwendet werden, jedoch sind die Postanstalten angewiesen, sich den vorherigen Aufbrauch sämllicher Werte der Germanioausgabe besonders angelegen sein zu lassen. Aus diesem Grunde werden in Berlin die neuen Marken zunächst nur in be- schränkten Mengen durch dos Briefpostamt Berlin C 2 abgegeben, an das jeder Liebhaber sich wenden mag. kommt doch sehr darauf ack. Wenn natürflch ew Tell de*! Sozialisten, wie jetzt die USP., sich von vornherein ausschließt, so werden die Sozialisten in der Regierung nicht die Stärkeren sein. Im übrigen könnten wir das Zentralkomitee der USP. auf Ausführungen von Karl K a u t s k y in einem jüngst geschriebenen Borwort zu einer älteren Broschüre verweisen, worin Kautsky ausdrücklich be- tont, seinen vor dem Kriege eingenommenen Standpunkt. daß Sozialisten in eine bürgerliche Regierung nicht gehen dürften, nicht mehr aufrecht erhalten zu können, weil es sich vor dem Kriege immer nur um einen isolierten sozialistischen Minister in einem rein bürgerlichen Kabinett gehandelt hat, während heutzutage die Sozialisten als wirk- l i ch e Macht ins Kabinett eintreten. Trotz aller Vorbehalte geht aber die USP. nicht auf den Sturz der jetzigen Koalitionsregierung aus, sondern sucht sie offenbar zu halten. Denn der Aufruf sagt: Frankreich liegt auf der Lauer, um beim ersten Stocken in du Erfüllung der Verpflichtungen seine Soldaten marschieren zu lassen. Im Osten ist die Kriegsgefahr nicht minder drohend. Die Deutschnationale Volkspartei hat die Führung übernommen. um die Ja-Regierunz zu st ü r z e n. Diesem Treiben darf das Prolet arial nicht tatenlos zuschauen. Die Kundgebung richtet dann weiter eine Reihe von Forderungen an die neue Regierung. Sie verlangt: 1. Direkte und weitgehende Heranziehung der Gewinn« der Industrie, des Handels und des Großgrundbesitzes für die finanziellen Leistungen an die Ententemächte. 2. Restlos« Durchführung der Entwaffnung, Aburtei'r—! der Kriegsverbrecher. 3. Mannschaftsersatz für alle nach dem Friedensvertrag zu- iäffigen bewaffneten Formationen aus den Reihen der o r g a n i» sierien Arbeiter, Angestellten und Beamten. Bestellung poli- tisch zuverlässiger Führer. 4. Herbeiführung freundschaftlicher Beziehungen zu allen Völkern. 5. Erlaß einer A m n e st i e für alle Straftaten, die aus poll- tischen Beweggründen verübt worden sind. Aufhebung des Aus» nahmezustandcs in allen Gebietsteilen Deutschlands. B« s e i t i» gung der Sondergerichte. 6. Durchführung der S o zia lis ie rung. de- ginnend auf dem Gebiete des Bergbaues, der Energieerzeugung — Kohle, Wasser, Kraft, Elektrizität—, Weiterführung der Sozioli- sierung der konzentrierten Eisen- und Stahlproduktion, des Trans- port- und Berkehrswefens sowie anderer hochentwickelter Industrien. 7. Ueberführung des Großgrundbesitzes und der großen Forsten in gesellschaflliches Eigentum. Die gesamten landwirt- schaftlichen Betrieb« sind durch Bereitstellung aller technischen und wirtschaftlichen Hilfsmittel, durch Förderung von Genossenschaften zur höchsten Leistungssähigkeit zu bringen. 8. Sicherung der Lebensmittelversorgung. Schärsste Bekämpfung des Lebensmittelwuchers. 9. Umfassend« soziale Fürsorge, insbesondere für Ar- beitslos«, Witwen. Waisen, Rentner und Kriegsbeschädigte. Be- schafsung von Arbeit, besonders durch Herstellung von Wohnungen. Anpassung der Löhne, Gehälter, Renten und Unterstützungen an die Kosten der Lebenshaltung. Schutzmaßnahmen zur Erhaltung der Arbeitskraft. 10. Vergesellschaftung aller öffentlichen Er. ziehungs- und Bildungseinrichtungen. Oessenlliche Einheitsschule mit weltlichem Charakter. Die Schule ist nach sozia- listisch-pädagogischen Grundsätzen auszugestalten, die Erziehung mit der materiellen Produktion zu verbinden. Als Sozialdemokraten können wir uns mit dem Hauptteil dieser Forderungen durchaus einverstanden erklären. Kleine Abweichungen in einzelnen Punkten würden nichts daran ändern, daß das Gesamtbild der hier verlangten Politik unseren eigenen Wünschen entspricht. Ob sich diese Forderungen aber sämtlich in einer Koalitions- regierung mit bürgerlichen Parteien, der sich obendrein die Unabhängigen ausgeschlossen haben, werden ver- Wie groß muß ein Nachtgeschirr sein? Nämlich für einen belgi- schen Hauptmann. Diese Doktorsrage hat im besetzten Gebiet eine erhebliche Rolle gespielt. Ein amtlicher Briefwechsel, der darüber gepflogen wurde, sagt alles nötige. Das Hauptstück lautet nach dem „Frankfurter Mittagsblatt": Der Bürgermeister. Dormagen, den 12. April 1921. An das Reichsvermögensamt C r e f e l d. Am 19. v. M. wurden vom dortigen Amt mit Waqgonladung Kattowitz Rr. 17 729 12 Kohlentasten. 13 Feuereisen usw. für das Barackenlager und ein Nachtgeschirr für den Kapitän A s p e s l a ch geliefert. Das Nachtgeschirr, das 1� Liter faßt, war für den Kapi- tän zu klein. Der Kapitän beschwerte sich, und ich hatte mich bei meiner verantwortlichen Vernehmung vor einem Offizier der Suretä Militairs u. a. auch über die Mißachtung eines belgischen Offiziers, begongen durch die Lieferung eine« zu kleine Nachtgeschirrs, zu äußern. Bon einer Strafver- folgung wurde Abstand genommen, da ich die Lieferung eines größeren, den Bedürfnissen des Offiziers entsprechenden, zusagte. Es wurde infolgedessen ein Nachtgeschirr, das 2)4 Liter faßte, beschafft: dies genügte. Es dürft» zweckmäßig sein, von dem den belgischen Offizieren gebührenden Maß der Nachtgeschirre Kenntnis zu nehmen, um zu vermeiden, daß durch zu kleine Gefäße dieser Art Anstoß er- regt wird. « Gekostet hat das unentbehrliche Möbel nur 11,25 M., was hoffentlich keine neue Mißachtung des Kapitäns bedeutet. Vielleicht hätte man doch lieber eins mit hübschen Blumenmustern oder auch (Kovitäns-)Goldstreifen nehmen sollen. Bielleicht ist der Herr auch musikalisch und hätte lieber eins mit einer Spieluhr genommen. Man soll auch in solchen Kleinigkeiten taktvolles Entgegenkommen zeigen: schließlich ist es selbst für einen belgischen Kapitän keine Kleinigkeit, die Beweise seiner viellitrigen Trinkfestiqkeit m einer Urne von 1)4 Liter zu sammeln.— Uebrigens hat Rabelais einen ähnlichen Fall durchaus ernst und sachlich in einem leider in den meisten Ausgaben des Gargantua fehlenden Kapitel über die „Entclechie der Nachttöpfe"(als Anhang zur„Transzendenz der Hosenlätze") behandelt._ Grstaussübrungen der Woche. TienSt. Echlller.Tveater:.Die seriilbertcBrailt". KommödienkmuS:.Der blonde Enzel". Mittw. Trinnon-Tbeater:.Am Teetilch". Do. StaatSoper; .Turaudot". Zonnab. Königgr. Theater:.Satans MaSke»..Mit d-m Feuer spielen". Nrania-Vorträge. Allabendlich:.DerHarz". Nachmittag« wird am Sonntag. Montag. DienZtag.In den Bergen Tirols", Mitt- wach, Donnerstag»Von der Zugspitze znmDatzmann" zu kleinen Preisen wiederbolt. Eröffnung der Deutschen Knnstansftellung. In Stuttgart wurde beule vormittag im Kunftgebäud» die von der Allgem deutschen Kuullgenosseuschast vermitaltete Deutsche Kunstausstellung eröffnet Der würuembergische Staatspräsident Dr. Hieber tagte tu seine: BegrüszungS- rede u. a:.Je mehr die Rat unsere« Volkes, die Not unseres Staate» uns niederdrückt, um so deutlicher sollen wir alle die gcisliacn NtAer bogen, welche lein Feind und kein Krieg, keine Niederlage und kein FriedenSdiltat übermächtiger Sieger uns rauben oder stürze« löunem" wtrMhea lassen, ssk eine andere Frage. Wir haben am Tage der Regierungsbildung erklärt, daß die Sozialdemokratie in die Negierung eingetreten ist, umdieKatastrophe des feindlichen Einmarsches von Deutschland ab- zu wehren, und daß gegenüber diesem Hauptgesichtspunkt olle anderen Bedenken zurücktreten müssen. Wir haben damals klar ausgesprochen, daß wir große positive Reformen im Innern von der neuen Regierung, in der das bürgerliche Element stark überwiegt, leider nicht erwarten können. Aber solange diese Regierung ihren Hauptzweck erfüllt, Deutschland vordemäußer st enUnglück zu bewahren, in das die vereinte Wahnsinnspolitik der deutschen und fran- zösischen Nationalisten unser Volk zu stürzen droht, so lange müssen wir hierbei mithelfen, mag auch mancher andere be- rechtigte Wunsch nicht in Erfüllung gehen, und die Unabhän- gigen sollten ebenso Handelm_ De? gekränkte Knüppel-Kunze. Eiu Patriot im Kriege. Dar dem Schöffengericht Berlin-Mitte fand am heutigen Vor- mittag die erste Verhandlung in dem Beleidigungsprozeß statt, den der Herausgeber der„Deutschen Wochensckrift", Richard Kunz«, gegen den politischen Schriftleiter des„Berliner Tageblatts", Erich Dombrowski, angestrengt hatte. In Nr. 245 des„Berliner Tageblatts" vom 27. Mai v. I. erschien unter der Ueberschrift:„Der Held von Gardelegen", ein Artikel, der sich mit der Tätigkeit des Klägers während des Krieges beschäftigte. Kunze fühlle sich durch die in dem betteffenden Ar- tikel gestellten Fragen beleidigt, und zwar in folgenden Punkten: Der Arttkel behauptete, daß Kunze trotz feiner patriotischen Ge- sinnimg nicht an der Front, sondern im Gefangenenlager Gardelegen als Dolmetscher und als Kriegspropagandaredner be- schäftigt war. Anstatt in einem Unterquartier habe er in einer B i l l a gelebt. Kunze habe auch nicht, wie die anderen Soldaten, sein Essen aus der Feldküche bezogen, sei vielmehr S e l b st v e r- l o r g e r gewesen und habe einen von ihm gepachteten Acker durch russische Kriegsgefangene bestellen lassen. Weiter wurde ausgeführt, daß der Kläger in Gardelegen in einem solchen Umfang„g c h a m st e r t" habe, daß sogar der Lagerkommandant Oberst Gruener ihm mit Einsperren drohte. Schließlich legte der Artikel Herrn Kunze zur Last, daß er zusammen mit Möbeln ein Engroshomsterlager nach Berlin zu bringen versucht babe, daß jedoch eine Beschlagnahme seitens der Gsmsindebehörden erfolgte. In der heuttgen Verhandlung erklärte der Privatkläger, daß er sich vor allem durch den Vorwurf der„Drückebegerei" getroffen fühle, den man aus der Behauptung des Artikels, er habe in Gardelegen für das Vaterland„geblutet", folgern müsse. Er sei nicht kriegsverwendungsfähig gewesen und habe auch deshalb nicht ins Feld gehen können.(Es gab aber auch Leute, die trotz schwerer Leiden sich freiwillig an die Front gemeldet haben und auch ohne weiteres genommen wurden! Red. d. V.) Als Zeugen hierüber sollen Generalarzt Röttger-Gardelegen und Dr. Krüger-Friedenau gehört werden. Weiter wandte sich der Kläger gegen den Vorwurf, er habe in Gardelegen„engros ge- hamstert". Zu diesem Punkt der Beweisaufnahme sollen General- major Gruener-Halberstadt und Kriminalwachtmeister Post gehört werden, der mit fünf anderen Beamten den Wagen unter- sucht habe, in denen sich außer Möbeln auch Lebensmittel be- sundcn haben sollen. Von dem Beklagten, Schriftletter Dombrowski, wurde die Ladung der Zeugen Ingenieur Behrends und Albert Klein, des Bürgermeisters Sohle, des Maurers Hirsemann, sowie anderer Zeugen aus Gardelegen beantragt. Das Gericht gab den Beweisanttägen statt und vertagte darauf die Verhandlung. Ein verstorbener Kapplst. In Breslau ist der frühere Landtagsabgeordnete v. Kessel, der sich von Kapp zum Oberpräsidenten der Provinz Schlesien er- nennen sieh, an den Folgen einer Operation gestorben. Obwohl die Preußische Landesversammlung seine Immunität aufhob, wurde er dennoch vom Reichsgericht auf Grund des Amnestiegesetzes außer Verfolgung gesetzt, da er„n u r" den Oberpräsidenten mimte und außerdem kein Arbeiter war. während„Führer" be- kannllich nur Arbeiter sein können. An seiner Bahre bescheinigt ihm nun die„Deutsche Zettung" seine F ü h r e r qualitäten. Aber sie schreibt außerdem: Das von vornherein zun Mißsingen verurteilte Unternehmen konnte er nicht reiten. Aber wenn Schlesien sich langer hielt als die anderen Provinzen und wenn dort auch nach seinem Rückttitt ernste Unruhen ausblieben, war das ihm zu danken. Damit wird nun in einem deutschnationalen Blatt ausdrücklich die Unterstützung des Kappunternehmens als dankenswerte T a t bezeichnet. Noch jüngst behaupteten die Deutschnationalen im Landtag wieder einmal, daß sie dem Kapp-Putsch ferngestanden hätten. Hier sieht man ganz deutsich ihre wirkliche Gesinnung. Echt baperische Politik. Der schon öfter von uns zitierte.Miesbacher Anzeiger", den 21. a. Ludwig Thoma zur Ablagerung seiner radaupolitischen Stilübungen benutzt, schreibt in seiner Nummer vom 13. Mai zur chtwaffnungsstage: Die Franzofen sollen kommen mit ihren s ch m a ch b e- ladenen Berliner Handlangern und uns die Waffen nehmen. Prügel können sie haben, aber keine Schießprügel. Man könnte achselzuckend daran vorbeigehen, wenn nicht der „Mesbacher Anzeiger" amtliches Organ der Regierung .Kohr wäre. Die Regierung Kohr ist bis jetzt kein einziges Mal von der Sprache und Tonart ihres Amtsblattes abgerückt, sie denkt auch nicht daran, ihm den amtlichen Charakter zu ent- ziehen. Daher ist diese Sprache als die offizielle Sprache der Regierung Kahr zu betrachten. Ein Interview mit Dr. tVirth. Paris. 14. Mai.(EE.) Der Verliner Korrespondent des „New Park Herald" hatte eine Unterredung mit dem deutschen Reichs- kanzler Dr. D i r t h, der ihm erklärte, daß die Zahlungen Deutsch- lands mit der Lösung der oberschlesischen Frage im engsten Zusammenhang ständen. Die Zahlungen seien nicht nur ein m a t e- r i e l l e s, sondern auch eiu psychologische» Problem. Venn die deutsche Regierung die Unterstützung der Großindustrie erringen solle, um die Zahlungen durchzuführen, dann müsse zunächst ein? iltmosphäre der Ruhe geschaffen werden. „Rem Park herald fügt dieser Unterredung folgende An- werkung hinzu: Als der Inhalt dieses Interview? gestern in Pariser politischen Kreisen bekannt wurde, erklärte man. daß dadurch wieder eiu neuer Beweis dafür erbracht sei, daß Deutschland das Ultimatum nur angenommen habe, um Zeit zu gewinnen und um die Sympa- khlen der Neutralen und Alliierten zu erlangen, damit der größte Teil Oberschlesiens Deutschland zugesprochen werde, aber die sranzö- zische Regierung sei nicht gewillt, den deuffchen Sprüchen Rechnung zu tragen. Sie erkläre, daß die deutsche Majorität in den Städten Oberschlefiens nichts auf sich habe, sie könne nicht als Ange- legenheit für das betrachtet werden, sondern als Teil eines großen Ganzen, das aber zunguusteu Polens abgestimmt habe. Ein Verbreche« gegen de« Weltfriede». London, 14. Mai.(WTB.) Die Rede Lloyd Georges über Oberschlesien im Unterhause nennt„Dolly Expreß" ehrlich und staatsmännisch. Die P o l e kr hätten sich der größten U n- dankbarkeit gegen die Alliierten schuldig gemocht und ein Verbrechen gegen den Weltfrieden begangen, für dos sie zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Polen müsse ein für nllemal darüber belehrt werden, daß es als U n r u h e st i f t e r in Europa keine Zukunft habe. „Daily News" schreibt: Es bestanden maßgebende Beweise für die vorsätzliche Weigerung der französischen Streitt- kräste in Oberschlesien, der Aufstandbewegung entgegenzutreten in einem Augenblick, wo das noch hätte geschehen können. In einem Pariser Blatt stehe sogar, daß die französische Regierung beschlossen haben, den Industriebezirk Obcrschlesiens Polen zuzuweisen; es heiße dort: wenn die anderen Alliierten diesen„Be- schluß" nicht annähmen, würden B r i a n d und seine Kollegen an der nächsten Sitzung des Obersten Rates nicht teilnehmen.—„Daily News" fügt hinzu, es bestehe Grund, sich lieber eines Kommentars zu enthalten, als die Lage ausführlich zu erörtern. GroMerlw Wallfahrten nach Sanssouci. Die Jugend soll hinaus ins Freie, lebendiger Anschauungs- Unterricht soll ihr zuteil werden, und das weiche Kindergemüt soll Eindrücke empfangen, die fürs ganze Leben haften. Schwatzende, lachende und singende Jugend füllt darum auch die Züge der Wannseebohn, und sie freut sich auf die Wanderung in Potsdams naturschöncr Umgebung. Die Augen leuchten! Der verantwortungslose Lehrer, dessen Horizont durch die seminaristische Erziehung des alten Systems eng geblieben ist, erzählt vom Alten Fritz und von Sanssouci.„Und mitten im Park steht dort der Antike Tempel, in dem unsere Kaiserin verlassen von aller Welt ruht", sagt er. Die.Kinder werden ernst, Mitleid wächst empor und in ihnen wird der Wunsch lebendig, gerade diesen Tempel zu sehen. Bielleicht suchen sie zuvor noch Blumen, um ihn zu schmücken. In einigen höheren Schulen wurden offizielle Sammlungen zur Beschaffung von Kränzen für das Grab der früheren Kaiserin veranstaltet, und als es eines Tages regnete, schickte die Lehrerin die Klasse bis auf die Kranzttägerinnen heim, mtt denen sie dann die Wanderung zu dem Grabe der toten Fran von Sanssouci anttat. Ja, die Republik ist außerordentlich tolerant! Was wäre wohl geschehen, wenn zu Wilhelms des Letzten Zeiten Schulkinder unter der Leitung ihrer Lehrer hinausgegangen wären nach dem Friedhof der Märzgefallenen im Friedrichshain, um das Andenken dieser Toten zu ehren, die für eine bessere Zukunft ihr Leben geopfert hatten? Diesen Lehrern wäre zweifellos die sittliche Reife zur Erziehung der Kinder abgesprochen worden, und man hätte sie mit Schimpf und Schande davongejagt. Ein jeder möge seiner politischen lleberzeugung treu sein. Lehrer aber haben, wie die Wissenschast, die sie vertreten sollen, objektiv zu sein. Sie sollten nach dem Ausspruch eines großen Sozialisten handeln, der erklärte:„Wenn die Sozialdemokraten eigene Schulen einrichten, werden sozialistische Lehrer das Wort Sozialismus vor ihren Kindern nicht erwähnen, sondern sie viel- mehr zu jener Geistesfreiheit erziehen, die sie befähigt, sich ihre eigenen Anschauungen zu bilden." Gross-Berliner Wohnmigsnotrecht. Der Magistrat veröffentlicht«ine neugefaßte Verord. nung über den Schutz der Mieter und über Maß- nahmen gegen den Wo h n u n g s m a n ge l. Sie gttt für das ganze Gebiet der neuen S t a dt g e m e in de Berlin und tritt sofort in Kraft. Gleichzeitig werden alle in den bisher selbständigen Groß-Berliner Gemeinden ergangenen diesbezüglichen Verordnungen sowie die des Wohnungsverbandes außer Kraft gesetzt. Hervorgehoben sei, daß Klagen auf Wohnungsräumung sowie Voll- streckungen von Räumungsurteilen, einstweiligen Verfügungen und Vergleichen über Wohnungen nur mit Zustimmung der Mieteini- gungsämler möglich find. Verboten sind jetzt öffentliche Offerten der Vermietung oder des Tausches von Wohnungen(auch von möblierten) ohne Erlaubnis des Wohnungsamtes, ebenso Mietung leerer oder möblierter Wohnungen zum Zwecke gewerbsmäßigen Weitervermietens. Es war längst eine dringende Notwendigkeit, den durch Zeitungsinserat« betriebenen Wohnungsschiebungcn ein End« zu machen. Opfer einer Spiritusexplosion- In dem Fabrikgebäude, das sich auf dem Hofe des Hauses Weinmeisterstr. 2a befindet, explodierten heute früh 6 Uhr mehrere Spiritusbehälter. Durch die Gewalt der Explosion war eine Deck« eingestürzt und hatte vier Menschen unter sich begraben, die von der herbeigerufenen Feuerwehr uur mit großer Mühe geborgen werden konnten. Einer von ihnen war sofort tot. Der Student Gott- s ch a l k aus Lodz ist im Hedwigskronkenhaus gestorben, während der Schuhmacher Moritz K l o tz k y aus der Rosenthaler Str. 23 und ein 27 Jahre alter Gottlieb Alfred so schwere Verletzungen er- halten haben, daß ebenfalls mit ihrem Tode gerechnet wird. 5o!ge« eines Zechgelages. Sein Raubmord in der Frankfurter Straße. Die Annahme, daß es sich bei der Ermordung des Cafetiers Belitz in der Frankfurter Straße um einen planmäßigen Raubanfall handelt, kann noch den Feststellungen der Kriminalpolizei nicht mehr aufrechterhalten werden. Die Zeugenaussagen haben ergeben, daß Belitz sowohl wie seine Braut und die ihn begleitenoen Freunde, zwei polnische Schie- der, im Cafe tüchtig gezecht und aus der Straße die Vorübergehenden grundlos angerempelt hatten. So stürzte sich einer der Beglei- ter, der eine Schnapsflasche in der Hand hatte, auf einen Wurst- Händler und versuchte dessen Wurstkessel umzuwerfen. Er fiel dabei selbst hin und die Flasche ging in Scherben. Darüber wurde er außerordentlich erregt und lärmte noch toller. Der andere Pole schlug mit einem Handkoffer, den er bei sich trug, auf einen Droschkenkutscher ein. was diesen natürlich zur Abwehr veranlaßt«. Eine größere Menschenmenge, die sich alsbald angesammelt hatte, nahm für die Angefallenen, die aus die Berrunkenen einschlugen, Partei. Während die beiden Polen alsbald verschwanden, setzte sich Belitz mit einem Messer zur Wehr und wurde, als er davonlaufen wollte, von seinen Gegnern ebenfalls mit dem Messer bearbeitet. Es liegt also nach diesen Vorgängen ein geplanter Raubmord nicht vor. E s i st auch sehr fraglich, ob Belitz wirklich die große Summe bei sich gehabt hat, wie seine Braut behauptete. Der Krimmalpolizei'st es im Laufe des gestrigen Tages gelungen, sechs Teilnehmer an der Schlägerei zu ermitteln und festzunehmen. Wer von ihnen den Besitz getötet hat, ist jedoch noch nicht fest- zustellen gewesen. Alle bestreiten entschieden, die Brieftasche mit dem Geld geraubt zu haben. Kein Psingstsonderverkehr in Berlin. Der Reichskohlenkommissar hat sich zu etner für den Berliner Verkehr während der Pfingstfeiertage sehr einschneidenden Maß- nähme veranlaßt gesehen. Nachdem durch die bekannten Vor- gängeln Oberschlesien die Zufuhr von Steinkohle ans diesem Gebiet völlig ins Stocken geraten ist und infolge des Defekt- werdens eines Transformators der Golpa-Werke bis auf weiteres nur etwa die Hälfte der regelmäßigen Strommenge von Golpa nach Berlin gebracht werden kann, hat der Reichskom- missar für die Kohlenverteilung sich veranlaßt gesehen, den V e r- kehr mit Sonderzügen aus Anlaß des Pfingst- f e st e s oder sportlicher Veranstaltungen jeder Art auf der Hoch- und Untergrundbahn sowie im Betriebe der Berliner Straßenbahnen zu untersagen. Pfingsten scheint das wettmachen zu wollen, was Ostern ver- dorben hatte. Nach den Meldungen der Wetterwarten ist damit zu rechnen, daß der herrliche Sonnenschein auch während der Festtage anhalten wird. So dürfen denn die Mädchen mit weißen Schuhen und duftigen Kleidern hinausziehen ins Grüne und die Freibäder werden zahlreichen Besuch aufweisen. Nur schade, daß nach oll der Erholung in der schönen Natur die Rückfahrt in überfüllten staubt- gen Eiscnbahnzügen angetreten werden muß und die Aussicht auf den Aufenthalt in diesen„Bazillenkutschen" verleidet zweifellos manchem die schönste Pfingstwanderung. Die Jugend aber wird ihrem Tatendrang zuliebe alles Ungemach auf sich nehmen und sich ihren Frohsinn nicht rauben lassen. Klcingartensiedlung auf dem Tempelhofer Feld. Die städtische Deputation für das Siedlung?- und Wohnungswesen hat in ihrer gesttigen Sitzung der Ver- teilung von 25 Millionen als Baukostenzuschüsse sür 1K größere Siedlunqsunternehmungen und für 200 Einzelantragsteller in Groß-Berlin zugestimmt. Damit hat die Siedlungs- deputation die ihr für dieses Jahr zur Verfügung stehenden Mittel im wesentlichen erschöpft. Von größeren Darlehen und Zuschüssen sind hervorzuheben: 8 Millionen für die städtische Kleinhaussiedlung in der Jungfernheide mit 160 Wohnungen, 4,6 Millionen für Be- amtenwohnungen nach besonderer Angabe des Oberpräsidenten, 917 000 M. für den Gemeinnützigen Bauverein Kriegerheim in Lichterfelde, 860 000 M. für die städtischen Bauten am Südpark in Spandau, 568 200 M. sür die Arbeiterheimstätten in Lankwitz und 576 000 M. für die Pankower Heimstätten an der Galenusstraße. — Von besonderer Bedeutung ist der von der Deputation verab- schiedet« Entwurf einer städtischen Kleingartenkolonie auf dem öst- lichen Tempelhofer Feld, die in einer Größe von 58,2 Hektar zwischen den geplanten Neuköllner Sportplatz und der jetzigen Eisenbahner- kolonie angelegt werden soll. Es kommen 1270 Kleingärten von 300 bis 600 Quadratmeter in Bettacht. In der Mitte der Siedlung ist ein großer Weideplatz für Kleinvieh und an weiteren vier Stellen sind kleinere Spielplätze vorgesehen. Die ganze Sied- lung wird von zwei Hauptwegen von Ost nach West durchzogen, die mit Obstbäumen bepflanzt werden sollen und hübsche Spazier- weg« bieten werden. Ferner stimmte die Siedlungsdeputatton den Haushaltsplänen für das städtische Zenttal-Kleingartenamt und das Kleinqartenamt der Bezirke 1 bis 6 zu und beschloß, enffprechend den Beschlüssen der städtischen Körperschaften, die Stelle des Generaldirektors für Städte- bau, Siedlungs. und Wohnwesen in mehreren Tageszeitungen und Fachblättern öffentlich auszuschreiben. Im ZkomSdienhimS ist die Uraufführung deS mufikaMchen Schwant« „Der blonde Engel' technischer Schwierigkeiten halber aus Dienstag o erschoben. Genosse Pfarrer Bleier hält am Pfingstmontag, den lg. Mai, eine rellgiöle Feierstunde in der Trinitatiskirche Charlottenburg ab. Er wird svrechen über die Gemeinde des Geistes. Die Parteigenossen find herzlichst dazu eingeladen. Der Sondesverband Berlin- Brandenburg des R.F.B, der. a nstalict eine Vorlesungsreihe de» Herrn Prof. Dr. Herbert Hirschberg: „Die weltgeschichtliche Entwicklung der republikanischen Staatsform von den ältesten Zeiten bi» zur Gegenwart." ES werden sechs Vorlesungen gehalten, und zwar am 23. und 80. Mai, am 6„ 13,, 20. und 27. Juni abends 7.30 bis S Uhr im GesangSsaal de« Kölnischen Gymnasiums zu Verlin, Jnselstr. 2. Für die Unkostendeckung werden erhoben: Für R.F.B.- Mitglieder sür alle sechs Vorlesungen 3 M., sür Nichtmitglieder für alle sechs Vorlesungen 6 M., sür arbeitslose Kameraden kostenlos. Karten können durch die Ortsgruppenvorstände oder durch den Kameraden Kluth- mann, Steglitz, Altmarkstratze 15, bezogen werden. Folies Gaprices. Das kleine Theater am Oranienburger Tor hat sich zu Pfuigsten ein neues Programm zugelegt. ES find die gewohnten drei Einakter, die dieSmal den hier beliebten Pikanterien nicht ganz soviel Spielraum lassen. Nr. 1„Das neueFräulein" geht noch die g-, wohnten Bahnen..Herr',„Sohn" und.Hauslehrer' bemühen stch mtt mehr oder weniger Erfolg inn bewuhtes neues Fräulein. Nr. 2. D a s weihe Blatt' ist ein Nokokospiel deS Direktors Ettobl, daS den Stil der Zeit nicht ungeschickt verfolgt und bei weichlicher Sühe aber doch seinen Beisall findet Nr. 3„Ein lediger Ebemann' ist daS, waS man hier sucht: Groteske mit einem tollen Wirbel von Geschehnissen, komvliziertefter, er- schütternd ans die Lachmuskeln wirkender Ehebruch. Die Vorstellung war sehr flott. Bor allem zu nennen: Marie Grünecker-Jolli, Ferdinand Grün- ecker, Georg Alexander._ Hroß-öerllner Parteinachrichten. Frtedrsthohage». Montag früh gemeinsamer Dormitt-gsansslug. Treffpunkt 5 Uhr Theater öer Woche. Bom IS. Mai bis 23. Mai. VoSobShuei 15., 17., 18., 20. u. 22. Der Bauer als Millionär. 18. Auti- gonc. IS. Das Postamt. Die Komödie der Irrungen. 21. TZallensteins Tod.— Opcruha»«: 15. Frau ohne Schatten. 18. Die Meistersinger. 11. CavaUeria rusticana, Bajazzi. 18. Iosephs-Legend«, Till Eugenspiegel, Silhouetten, 19. u. 21. Tourandot Alechino. 20. Tstona Lisa. 22. Tristan und Isolde. 28. CVmi van tutte.— Schouspielhau«: 15., 16., 19., 22. Fiesco. 17. Sturm. 18. Eorio- Ion. 20. Peer ffiijnt. 21. Maria Magdalena. 23. Kranprinz.— S rohes Schau. Ipielhau»! Ein Sommernachtstraum.— Deutsche» Theater: Pottasch und Perl- mutter.— Kammerspicle: Mesalliance.— Lesfing. Theater: 15.— 18., 26.— 22. Nosenmontaa. 19. Gespenster.— Theater in der Koniggrätzer Straße: 15., 17., 18. u. 20. Rugby. 16. u. 19. Salome. 21. u. 22. Satans Maske. Mit dem Feuer spielen.— Deutsche» Opernhau»: 15. u. 20. Tosco. 16. Tannhäuser. 17. Die Meistersinger von Nürnberg. 18. Der Troubadour. 19. Margarethe. 21. Der Zigeunerbaron. 22. Lohengrin.— Schillcr-Thcater: 15., 16., 18. u. 20. 100 000 Taler. 17., 19., 21. u. 22. Die versilberte Braut.— Reue« Boll»- Theater: 15., 16., 21. u. 22. Rose Bernd. 17. u. 18/ Nora. 19. Jugend. 20. Jugendfreunde. Täglich. Die Tribüne: Der Teufel.— Dentschc»«Ünstler-Theatcr: Di« sclige Exzellenz.— Komödienhau»: Der blonde Engel.— Berliner Theater: Das Milliarden.Souper.— Kleines Schanspielhaus: Reigen.— Tria»«»- Theater: Rosen. Ab. 18. Am Teetisch.— Resivenz-Theater: Das Privileg.— Zeutral-Theater: Ilonka.— Theater in der KomrnandantenstraKe: Die golden« Freiheit.— Friedrich-Wilhelmslädtische, Theater: Die Klein« ans der Söll'.— Komische vp-r: Alt-Heid-Iberg.— Luststiielhall»: Die spanisch- Fliege.— Mctropol-Thcatcr: Die blaue Mazur.— Rene» Operetten-Theater: American. Girl.— Thalia-Theater: Mascottchen.— Theater am Rollcndorfplaj: Der Vetter aus Dingsda.— Theater des Westens: Morgen wieder lustik!— Kleiue, Theater: Nur ein Traum.— Wallne,.Theater: Der Traum vom Glück.— Walhalla-Theater: Die Scheidungsreise.— Rosc-Thcater: Wo die Schwalben nisten.— Kasino-Theater: Bollrich und Sohn.— Luiscn-Thcatcr: Muttersegen. Am 22. Die Macht der Liebe.— Bolksbühnc Rerdeu: 17., 18. u. 19. Die Lokal- bahn. 20. Torguato Tasso.— Folie» Eapricc: Das neue Fräulein. Da, meist« Blatt. Der ledige Ehemann.— Schlostpark-Theater, Steglitz: Timon.— Admiralspalast: 16., 16., 18., 19., 21. u. 22. Abrokadabra. 17. u. 20. Die rote« Schuhe. Rach»ittag»»»rsten»»g«». Volksbühne: 15. u. 16. Wallen. stein» Tod. 22. Das Postamt. Die Komödie der Irrungen.— Schanspirl- Haus: lö. Flachsmann als Erzieher. 16. Die Rabensteinerin. 22. Maria Magdalena.— Graste» Schauspielgans: 15., 16. u. 22. Ein Sommernachts- träum.— Dentschc» Theater: 15. u. 16. Pottasch und Perlmutter.— Kammer. spiele: lö. Die deutschen Kleinstädter. 16. Frühlings Erwachen.— Lesfing- Theater: 15. u. 13. Frau Marrens Gewerbe.— Theater iu der Kiniggrager Straste: 15. Salome. 16. Rausch.- Dentschc» Opernhaus: 15. u. 16. Dar Zigeuncrbaron. 21. Fidelio. 22. Die Fledermaus.— Schiller. Theater: Ii, 16. 22. Der Mcineidbauer.- Rr»-,«oU».THc-t-r: 15., 16. u. 22. Jugendfreunde.— Dentsche» KLustler-Theater- 15. u. 16. Pygmalion.— Somodienhan»: 15. u. 16. Die Sache mtt Lola.— Berliner Theater: 15. u. 16. Der letzte Walzer.— Triauon-Theater: 15.. 16. u. 22. Rosen.— Residenz-Theater: 15., 16. u. 22. Ladv Windermeies Fächer.— Fricdrich-Wilhelmstödtisches Theater: 15., 16. u. 22. Sans Hnckebein.— Komische Oper: 15., 16. u. 22. Der Barbier von Sevilla. — Theater am Rollendorsplatz: 15.. 16. v. 22. Wenn Liebe ermacdt. 18.. l«. u. 21. Genoveva.— Theater de« Westen«: 15.. 16 u. 22. Der Raub der Soliinc- rinnen.— Kleiaci Theater: 15., 16. u. 22. Easanonas Sohn.— Walluer, Theater: 15. u. 16. Iphigenie auf Taurr«.— Rosc-Theater: T-iglich Gartenvorstellung.— Kasino-Theater: 15. u. 16. Höllenqualen.— Luisen-Theater: 22. Häusel Und Gratcl.— Schlostpark-Thcatrr, Steglitz: 15. u. 16. Timon,— «dMirglspalaft: 15. a. 16. Die roten Schuh«. GewerGhaDbewegung Generalversammlung der Buchdrucker. Eine Generaloersammlung des Vereins Berliner Buchdrucker und Schristgießer, die am Freitag im großen Saal der Bockbrauerei tagte, nahm den Bericht M a s s i n i s über die Neuregelung der Lokalzuschläge entgegen. Diese erfolgte in der Sitzung des söge- nannten verkleinerten Tarifausschusses, die vom 2 bis S. Mai in Berlin stattfand. Nach der letzten Regelung von 1S11 durften die Lokalzuschläge im ganzen Reich die Höchstgrenze von 20 Prozent nicht überschreiten. Eine Ausnahme machen nur Berlin, Hamburg und Helgoland mit 2S Prozent. In der jetzigen Tagung des Tarif- ausschusies wurde nun die Höchstgrenze fürs ganze Reich auf 25 Prozent festgelegt, ohne daß diesmal für Berlin und Hamburg eine höhergehende Ausnahme gemacht wurde. Das Verlangen der Gehilfenvertreter noch einer Höchstgrenze von 30 Prozent scheiterte am Widerstand der Prinzipalitat Somit gehen Berlin und Hom- bürg diesmal leer aus. Dagegen wurden innerhalb des gezogenen Rahmens Erhöhungen der bestehenden Lokalzuschläge für mehr als lK00 Ort« mit mindestens 00 000 Kollegen festgesetzt. Diese Cr- höhungen werden sozusagen in zwei Dosen verabreicht. Bis zu einer Höhe von 12 M. wöchentlich sind die Erhöhungen in der ersten vollen Woche des Juni zum erstenmal zu zahlen. Wo sie mehr betragen, ist der zwölf Mark überschießende Betrag in der ersten vollen Woche des November zum erstenmal zu zahlen. An- gesichts der Nichtberücksichtigung Berlins und Homburgs bei den Lokalzufchlagserhöhunaen entstand für die Gehilfenvertreter die Fraae, ob nicht die Möglichkeit vorliege, für Berlin und Hamburg im Wege der Verständigung mit der örtlichen Prinzipalität eine Erhöhung des Verdienstes in Form einer Sonderzulage zu er- zielen. Mafstni hat sich bemüht, für Berlin solche Berhandlungen anzubahnen. Die Berliner Prinzipalität ist aber dagegen, und dem- gemäß haben deren Kreisvertreter Verhandlungen mit diesem Ziele abgelehnt. Redner bedauerte selber aufs tiefste, vor die Berliner Kollegen diesmal mit leeren Händen treten zu müssen. Er könne leider nur darauf vertrösten, daß bei den Beratungen im Juli, wo die Abmachung über die Wirtschaftsbeihilfe abläuft, etwas mehr auch für die Berliner Kollegen herauskommen möge. Die Diskussion eröfnete V i e r r a t h. Er begründete eine Re- solution, die im Hinblick auf die Nichtberücksichtigung von Berlin und Hamburg von den Kreisvertretern verlangt sofort in Verhandlungen zwecks Gewährung einer Sonderzulage für Groß- Berlin einzutreten, unter Zugrundelegung einer Forderung von wöchentlich 30 M. und unter Berücksichtigung der Klasse A. Für den Fall der Ablehnung verlangt die Resolution den Eintritt in eine Ak- tion.— Barbknecht tritt für eine von ihm gestellte, im wesent- lichen gleichartige Resolution lohne Einstellung eines bestimmten Satzes)«in Schulze sprach gegen diele zum eventuellen Kampfe auffordernden Resolutionen, und Massini wandte sich in feinem Schlußwort ebenfalls dagegen, wenngleich er die Entrüstung über die ablehnende Haltung der Berliner Kreisvertretimg der Prinzipalität als durchaus begreiflich erachtete. Die ganze Situation spreche aber gegen einen Kampf. Beide Resolutionen wurden abgelehnt, die von Vierrath mit 277 gegen 109 Stimmen, die von Barbknecht mit 208 gegen 228 Stimmen. Nunmehr erklärte M a s s i n i: Zweifellos feien alle Kollegen, auch diejenigen, die gegen die Resolutionen stimmten, für ein noch- maliaes Verhandeln, wenn die Möglichkeit bestehe. Er werde mit dem Vevbandsvorstand Rücksprache nehmen, um einen Weg zu finden. Sollte doch noch eine Verhandlung möglich sein, dann werde alles geschehen, die Interessen der Berliner Kollegenschaft wahrzunehmen. Antröge des Gauvorstandes, betreffend Karenzen für den Extrazuschuß bei Arbeitslosigkeit, die bereits von den Bezirksver- fammlungen genehmigt worden sind, wurden auch von der General- Versammlung angenommen. Die Versammlung erklärte sich ferner »it dem von Massini«mvfohlenen Dorschlage einverstanden, daß die Bezirksoersammlungen über Anträge diskutieren und abstimmen, die auf Beseitigung der„Hängeparagraphen" des Entwurfs der Gchlichtungsordnung(Streikerschwerungsbestimmungen) abzielen.— Ein von Engelhardt gestellter Antrag, die Generalversammlungen außer im„Vorwärts" und der„Freiheit" künftig auch in der „Roten Fahne" zu inserieren, wurde ebenfalls angenommen. Gewerkschaften nicht anerkannt würden. Mit zäher Verbissenheit halt« man an den alten Formen fest. Sogar dem Völkerbund hätten fich die Amsterdamer unterworfen, um die Arbeiterschaft zu- frieden zu erhalten. Das Problem der Beseitigung der Arbeits- losigkeit könnten sie nicht lösen. Die weiteren Ausführungen ließen aber nicht erkennen, wie dieses Problem nun eigentlich gelöst werden soll. Der Korreferent, Genosse Ramsbrock, verwies darauf, daß es allerdings bequem sei, die Vertreter der Amsterdamer Internatio- nale für alle mit der kapitalistischen Wirtschaft verbundenen Miß- stände verantwortlich zu machen. Tatsächlich bilde Amsterdam für die internationale Arbeiterschaft eine gewaltige Machtposition, durch die bereits vieles für das gesamte Proletariat erreicht worden sei. Redner hob weiter in seinen leichwerftändlichen und sachlichen Aus- führungen hervor, daß durch die kommunistischen„Aktionen" nichts für die Arbeiterschaft erreicht werden könne, und daß es zunächst dringend erforderlich sei, die Proletarier zum Klassenbewußtsein zu erziehen. Wieviel hierzu no chgeschehen müsse, habe sich aus den Wahlen ergeben. Die kapitalistische Entwicklung und die Prole- tarisierung der Massen habe noch nicht den Grad für die Erpro- priation der Expropriateure erreicht. In Rußland werde die Mehr- heit des Volkes nur durch die Diktatur einer winzigen Anzahl z niedergehalten. Von einer wirklichen Freiheit könne in diesem Lande die Rede nicht sein. Wer eine Meinung vertrete, die den l Diktatoren nicht gefalle, werde gewaltsam unterdrückt.— Die Aus-' j führungen des Redners fanden lebhaften Beifall. Noch einer längeren, lärmenden Geschäftsordnungsdebatte; wurde mit großer Mehrheit eine von Funktionären des Verbandes � eingebrachte Entschließung angenommen, die sich für A m st e r- � d a m ausspricht. Mit gleicher Mehrheit wurde hierauf die Be- schickung der Gewerkschaftskonferenz in Moskau abgelehnt. Achtung, Konditoren! Unsere Mitglieder in den Kaffeehausbetrieben, deren Inhaber dem Verein der Kaffeehausbesitzer angehören, haben bei dem bevor- stehenden Kampf im Kaffeehausgewerbe strengste Solidari- tät zu üben und sich den Weisungen der Streikleitung zu fügen. Wir ersuchen unsere Mitglieder aus diesen Betrieben, sich unoer- züglich auf unserm Bureau zu melden. Gleichzeitig bitten wir die Betriebsräte und Obleute aus dem Kaffeehaus-, Hotel- und Gostwirtsgewerbe, uns«ine Liste der beschäftigten Bäcker und Konditoren zu übermitteln. Zentralverband der Bäcker, Konditoren o. v. B„ Berlin. Beziehungen, wie sie schon bor dem Kriege üblich waren, nunmehr erst recht und besonder« zwischen französischen und deutschen Prole« tariern wieder möglichst zahlreich angeknüpft werden. Man wird es aber unserer Redaktion nicht verdenken, wenn sie eS für künftige ähnliche Fälle schon jetzt ablehnt. BermittlungSbureau zu spielen. In diesem Falle stellt die Gewerkschaftliche Redallion deS„Vorwärts" etwaigen Reflektanten die Adresse des Pariser Kollegen zur Verfügung._ �us öer Setriebsräte-praxis. Mtwirkung der Betriebsvertretung bei Verkürzung der Arbeitszeit. Das auf Grund der Verordnung vom 12. Februar 1920 selbstverständliche Recht der Betriebsvertretungen, bei etwaiger Einführung von Kurzarbeit mitzuwirken, wird von den Unter- nehmcrn den Betriebsvertretungen bestritten. Die Gewerbeinspek- toren und Schlichtungsausschüsse nehmen erfreulicherweise den gegenteiligen Standpunkt ein, wie es auch die folgende Entscheidung des Schlichtungsausschusses Groß-Berlin— Aktenzeichen 20 357 H(21) J. 10. 9. 20— erkennen läßt: „Der Schlichtungsausschuß entscheidet, daß die Firma nicht be- rechtigt war, die Arbeitszeit zu verkürzen, ohne vorher den Be- triebsrat hiervon in Kenntnis zu setzen gemäß Betriebsrätegesetz." ?erantw. für den redali. T-ll: Dr. ZSerncr Pclser, Cdarlottenbura: für Silzeiaen: Th. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwürts-Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vor- Wärls-Buchdruckerei u. Verlagscmslnll Paul Singer u. Co., Berlin. Lindenftr. 3. Generalversammlung der Staats- und Gemeindearbeiker. Die Generalversammlung der Berbandes der Staats- und Gemeinde- arbekter Berlins am Freitag befaßte sich ausschließlich mit dem Thema: Moskau oder Amsterdam? Der Referent Lieste (Kommunist) pries in etwa einstündigen Ausführungen die angeb- lichen Vorzüge der Moskauer Internationale, die nur von den Spitzenvertretungen der zur Amsterdamer Internationale zählenden Zufriedene Arbeiter. Ein Arbeitgeber, der nur zufriedene Arbeiter hat, ist nach seiner Meinung der Inhaber der Firma E. I. H o f m a n n. Kolonial- warengroßhandlung, Wallstr. S7. Im Auftrage einiger seiner Mit- glieder wandte sich der Transportarbeiterverband mit dem Ersuchen an die Firma, die äußerst niedrigen Wochenlöhne von 210 M. auf- zubessern. Da kein« Antwort erfolgte, begab sich ein Vertreter des Transportarbeiteroerbondes zu dem Geschästsinhaber. Ms er seinem Bedauern Ausdrück gab, daß auf sein Schreiben keine Antwort er. folgt sei, äußerte Herr Hofmann:„Solche Schreiben werden von mir überhaupt nicht beantwortet, die wandern sofort in den Papier- korb. Meine Leute sind schon jahrelang bei mir und sind all« zufrieden. Ich habe ihnen erst neulich 10 M. zugelegt(bis dahin betrug der Wochenlohn 200 M.), zu Weibnachten habe ich jedem 200 M, gegeben, wem das nicht genug ist, kann sofort aufhören. Von Ihnen lasse ich mir überhaupt nicht dreinreden, machen Sie, daß Sie rauskommen." Don einer größeren Anzahl Firmen im Nahrungsmittelgroßhandel wird schon seit Ende vorigen Jahre, ein Wochenlohn von 270 M. gezahlt. Die Arbeiterschaft und jeder sozial denkende Mensch wird die Firma E. I. Hofmann, Wallstr. 57, in weitgehendstem Maße unter- stützen, damit dies« noch weiter in so„fürsorglicher" Weise für ihr« Arbeiter sorgen kann._ Berstandigmrg. Au« Paris erhalten wir die Zuschrift eine« Handlungsgehilfen und ehemaligen Kriegsteilnehmers,„der während deS Kriege« und seitdem nachgedacht bat". Von der durchaus richtigen Erwägung ausgebend, daß„der Haß, der die beiden großen Völker trennt, verschwinden wird, sobald Deutsche und Franzosen sich besser kennen werden", mö»te er mit einem deutschen, gleichgesinnten Kollegen in freundschaftlichen Briefwechsel treten. Kollegen von seiner, der Nahrungsmittel branche, bevorzugt. Briefberkehr in deutscher Sprache nickit ausgeschlossen. Wenn wir au» für gewöhnlich unseren Raum solchen Zuschriften und Wünschen leider nicht zur Verfügung stellen können, so haben wir dieses in den gegenwärtigen haßerfüllten Tagen besonder« er- freuliche Zeichen internationaler Gesinnung linieren Leiern nicht vorenthalten wollen. Wir wünschten nur. daß solche brieflichen Gewinn-Auszua der 17. Prcuß.-Südd.(243. Preuß.) Klassen- Lotter>. 6. RIalfe. 4. Aiehunglla�. 13. Mai 192X. I3Iuf Ird» gezogene Mummer find zwei gleich hohe Sewlnne gefallen, I an» zwar je einer ouf vi» Dos» gleicher Nummer w ve» beiden I Abteilungen I und 0 Ohne lSewiihr. Nachdruck verboten. In der Vormlitaglziehung wurden Gewinne über 390 Mart gezogen� 4 rn 30000 M 100389 183218 8 ZU 10000 M 33908 136571 143248 144348 8 za 5000 M 108582 163448 185858 233720 78 za 3000 M 1789 2535 24160 33088 34238 42828 46481 81833 8486» 68063 68805 72605 73410 76508 85706 98450 99434 112285 121349 128971 138514 142367 142960 160170 165885 167924 172165 188895 189691 192560 208971 212608 212742 216385 217947 223116 228836 233312 188 za 1000 M 1732 2541 3836 5980 7329 11333 12312 15883 18110 18631 17968 19372 19998 22845 23238 30165 32072 34112 36336 38772 38947 40497 42924 43348 48722 49951 50328 64036 64242 63071 64912 68138 70803 70954 83282 83457 87805 89848 91001 93870 94596 98164 9871, 98974 101033 101648 102272 308266 108671 110518 113630 122723 12744 183678 135849 1-0588 1433-9 344144 146013 149441 1-9997 152718 165338 '67343 16i7r3 163380 168957 174449 179001 180027 180325 183066 1368-2 180316 191868 195510 196759 198:63 204391 205800 213185 213817 214138 2X4223 214781 215345 221951 222784 226162 226701 239408 232631 235348 287993 212 za 600 II 258 1459 3049 3898 8150 10783 12174 19867 19902 26228 27110 80720 34113 35099 38318 37344 38785 41732 43182 45622 80860 61087 61341 61760 66748 60597 67877 61177 62287 86015 72740 74383 74576 75504 80329 81287 83029 88337 95030 107865 108638 110415 110439 111000 118917 118181 117712 118261 120367 120608 124397 126165 131839 132420 133550 183693 136157 137768 140237 141358 142462 143698 145011 145416 146436 146665 148323 150423 163367 153963 168049 169459 183016 103271 184836 173160 174807 178265 176311 176067 177397 177459 178618 180428 184681 185976 190179 192264 192374 192455 195095 200443 203371 205745 205769 206079 207242 213831 217020 219343 219946 220836 228430 220031 230279 23181» In der Rachmitlogszlebung wurden Gewinne über«90 Mark gezogen. 4 za 10000 Ii 21076 34382 12 za 6000 II 26293 33793 118173 137738 169073 181431 103 za 3000 M 3963 4304 6478 11158 19638 22180 26778 29417 30939 31380 32387 33111 37700 38067 38178 39862 42038 43847 44121 49378 47557 48551 61481 69361«7972 72487 74606 81000 91825 113306 118183 116363 117018 117831 119834 131645 107838 150641 164981 170683 173265 175386 181689 189561 192243 193688 196932 207998 209615 212343 222070 223105 225363 232868 194 za 1000 M 1568 11460 13811 17788 20208 21703 ,4784 26141 25788 38734 28142 ,9664 29026 33685 86848 33971 43868 45062 60533 62788 63162 64963 65184 60178 61799 66006 68818 71697 71973 77470 78589 84616 83691 84880 90204 91288 02888 93054 05373 97678 98663 102333 102881 106035 106544 117368 118685 118992 122786 123092 126497 129958 130724 137170 137909 138718 140098 140908 143038 146157 153643 166052 157157 160660 161143 364097 166813 172766 173803 177151 177341 178 95 179109 183829 186063 189267 190903 193972 198422 20 038 208479 209486 212134 214119 216323 216044 222422 223092 223813 228406 220201 227633 230309 232258 234737 233421 237573 216 za 600 J1 4176 6024 6916 9126 13232 14023 17908 23033 2403, ,4008 24793 28673 29684 30702 36083 36174 40320 40817 41327 42289 43548 448! 9 45031 46068 49079 60462 62890 61424 34783 66463 66073 73653 73691 74391 76677 76203 01939 82699 90125 92848 94004 05662 103870 114935 114058 115691 117064 117601 120220 121714 123953 123993 126112 129320 136607 139648 140114 144933 144964 149472 149891 160848 160904 162608 165078 167483 168203 168634 161240 167060 170047 173397 176641 184329 186647 106710 187637 136430 188876 189247 100713 194149 106621| 196719 198843 200642 201882 204116 206180 207147 207657 207867 21071» 211068 213764 214492 218164 219043 219781 222161 222480 222718 224131 224607 2.7917 229664 220776 234389 � t Glühlampen md den 8 74 bei toabuna sind für die Wadlzerlode.» Auf(Stund des§ 71 der Satzung lind für die Wahlperiode M» 81. Dezember 1925 in getrennter Wahlhandlung zu wühlen 2V Vertreter und 40 Ersatzmänner ans der Mitte der Arbeitgeber und 40 Vertreter und 80 Eriatzmänner aus der Mitte der Versicherte«. Me Arbeitgeber wählen am Dienstag, ben 28. Juni 1921, nachmittag« von 4 bis 7 Uhr und die Arbeitnehmer am Montag, den 27. Zuni 1921, von 5 bis 9 Uhr abend» im Kassen lata!, Hankettr. 4, vorn>. Treppe, Dt« Wahl wird durch den Borstand geleitet. Bezüglich der Wahlderechtigung sowie Wählbarkeit der Ber- sicherten und der Arbettgeber verweisen wir aus die Besttm- münzen tm§ 74 der Satzung. Die wahlderechiigten Arbeitgeber und Versicherten«erden hiermit aufgefordert, Wahioorschläge gesondert lilr die de- teiiialen Arbeitgeber und 5---- tetllalen Brdeitgeber und P-rstcherten dem unterzeichneten Bor- stand b>« spätesten» zum 80. Mai 1921 unter der Adresse: Wahlbureau der vriskrankenkasse für da« Maurergewerd« zu Berlin, Berlin S. 25, Hankrstr. 4 einzureichen.«435b Di« Stimmadaabe Ist an diese Wahlvorschläge gebunden. Verbundene Wahlvorschiäge werden nicht zugelassen Ueber die Ausstellung, Unterzeichnung. Prüfung und Au- lassung der Wahlvorschläge, über den Gang der Wahl Stimm- abgab?, Stimmzettel und Schluß der Wahlhandlung gelten die Bestimmungen der SS 7, 9, 11 bis 14 der Wahlordnung, welche im Kasseniolal erhältlich ist. Stimmzettel müssen 10X8 genti- Meter groß und von weißer Farbe sein. Die au» den eingereichten Wahlvorfchlägen(ich ergebenden Anstände müssen bis zum>8. Zuni 1921 beieiligl(ein. Bis zu diesem geitpuntte können Wahlvorschiäge auch zurückgenommen werden. Die zugelassenen Wahlvorschläge liegen während der Zeit vom 18. Juni 1921 bis 25. Juni 1921 im Kassenlokai während der gelt von 8 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags zur Ginstchtnahine für die Wähler aus. Daleidst können auch die Arbeitgeber- und Mttgliederver- zeichnisse eingesehen werden und etwaige Einsprüche gegen die vlichtigkett der sich aus dem MUgliederverzeichms ergebenden Wahl- und Slimmberechtigung bei Vermeidung des Ausschlusses spätesten, vier Wochen vor dem Wahltage unter Beifügung von Beweismitteln geltend gemacht werden. Der Wadlausschuß ist desuat, die Wahl, und Stimm- hmchtiguna jede» Wählers bei der Wahlhandlung zu prüfen. Wahlauswelse werden auf Antrag der Wahlberechtigten in der geit vom 13. bis 25. Juni 1921 von vormittag» 8 bis 1 Uhr im K-ssenIotal ausgestellt und sind zur Wahlhandlung mitzu- driiigeil. Desgleichen können sich während dieser gett die Arbeitgeber belcheinigen lassen, wieviel Stimmen sie führen. Da» Wahlrecht kann nur in Person durch Abgabe de» Stimmzettel» ausgeübt werden. Zum Wahlraum habe» nur die wahlberechtigten Arbeit- »eber und Sassenmttgliedcr Zutritt. Im übrigen gelten für die Wahl die entsprechenden Bestimmungen der Satzung und der Wahlordnung. Berlin, den 14. Mai 1921. Der Vorstand der DrlsttMWe für Das Maurergmerde zu Berlin A. Bogel, Borfitzender. R. Freund, Schristsührer Halbwattlampen und farall.«leltro-Zustall.. Material kaust Carl Pesehmaiiii III Fabrikgeb. III. Str. 101 Ehaiseloague, 200__ 575.—, Äuflagematr Patentmatratzen 110.—. dt, Jematratzen, .0.-. Wal- ter. Stargarderstraße achtzehn. vi« elegantesten Osmenküte zu den billigsten preisen! finden Sie bei un».: Reichhaltige Auswahl in l Damen-, Backjifch- u. Kinder- hüten stets am Lager. Umpressen von Damen- und terrenhuten auf die neueste» ormen in kürzester Zeit bei Un» Krüger Neuküllo, Siegfricdsrr. 25/28 vio-a-vi» dem Bhi Hermannstr. Aheumaciiin Xartt„Sldaia" ist nicht nur schmerzstillend, sondern behebt die Kranlheckserlchelnnngen bei Rheumatismus, Gicht, ZSchias, Gelenkrheumatismus. Pelikan-Apotheke, �Telefon: Zentrum 2755. 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