Nr.SS64ZS.�ahrga«s Ausgabe A Nr. IIS Bezugspreis: Mirteljährl. 30,— M.. monatl. 10,— SR. Konntags Ausgabe frei ms Haus, voraus rnhibor. Post- bczug: Monatlich W.— Ii.. einschl. Zu- stelluugsgebütir. Unter Kreuzband für ?eu!ichland, Danzig, das Saar- und Memelgebiet. lotste die ehemals baut- ichen Gebiete Polens, Oesterreich Ungarn und Luxemburg 20,— M.. für das übrige Ausland 27.— M. Post- be iellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn Tichecho- Slowakei, Dane- maru Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der.Vorwärts� mit der Sonntagsbeilage„Voll und Zeit", der Unter* baltungsbeilage �eimwelt" und der Deilage.Siedlung und Kleingarten' erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm- Adreffe! �Sozialdemokrat verlla- Devlinev Volksblstt (40 Pfennig) AnzeigenpretS: Die achlgespallene NoitparelUezetl» tonet 5,50 M„aiclnt llnjolgea" da« letlgedruckte Wort ILO M.(zu- lässig zwei fettgedruckte Worte», sede« weitere Wort i,— M. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen da« erst, Wort ts~ M. sede« weitere Wo« 50 Pfg. Won, über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. ffaunlien-An- zeigen für Abonnenten geile i— M Die Preise oerslehen sich einschließlich Teuerungszufchlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 0 Ahr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW W Linden» straße Z. abgegeben werden. Geössnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokrati(eben parte» Deutfcblands Neüaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 gfernfprecher: Amt Morthvlah, Nr. ISl SV— 1ZIV7 Sonntag, den 13. Mai 1921 Vonvärts-Verlag S.m.d. h., Sw 68, Lindenstr.Z Kernsprecher i«m« Morihvla», Nr. U7SZ— S4 Kundgebung der Gewertfthaften. Die Verhältnisse in Oberschlesien und die bevorstehende Entscheidung über die Zugehörigkeit dieses Landes haben den deutschen Gewerkschafte n Veranlassung gegeben, bei den Botschaftern von England, Frankreich und Italien vorstellig zu werden, um ihnen die Auffassung der deutschen Arbeiter in der oberschlesischen Frage persönlich vor- zutragen. Als Vertreter des Allgemeinen Deutschen Gewerk- schastsbundes, des Deutschen Gewerkjchaftsbundes(München), des Gewerkschaftsringes(Hirsch-Duncker) und des All- gsmeinen freien Angestellten-Verbandes(Afa) wurden die Herren Baltrusch, Sassenbach und W i s s e l l im Laufe des Sonnabendnachmittag von den drei Botschaftern empfangen. £n der Aussprache wurden die verschiedenen Seiten der ober« schle fischen Frage berührt, vor allem wurde auf die dringend« Not- wendigkeit hingewiesen, die deutsche Bevölkerung gegen die droheli- den und zum Teil schon eingesetzten Plünderungen und gegen die verübten Gewaltmaßnahmen der Polen zu schützen. Es ergab sich die übereinstimmende Auffassung, daß der Oberste N a t in seiner Beschlußfassung über die Zugehörigkeit Oberschlesiens sich nicht durch den Aufstand der Polen beeinflussen lasten werde. Den Herren Botschaftern wurde folgende vom 13. Mai dotierte, von den beteiligten Gewerkschaften unterschriebene Denkschrift übergeben: In der gestrigen Tagespress« war behauptet, daß die Lnter- alliierte Kommission In Oppeln mit den aufständischen Polen«ine vorläufige Vereinbarung getroffen Hab«, die nach der ganzen Sachlage von den Aufständischen selbst als eine endgültige angesehen worden wäre, da ste ihr« Wünsche fast restlos erfüllt hätte. - Wenn schon heute die Tagesprcste berichtet, daß die behauptete Vereinbarung nicht getroffen fei, so gibt doch die Tatfache, daß solche Behauptungen offenbar von polnischer Seite in die Well gesetzt werden, den unterzeichneten deutschen Gewerkschaften Anlaß, den be- tciligten Mächten folgendes mitzuteilen: Durch Annahme des Londoner Ulllmalums wird das deutsche Wirtschaftsleben mit ungeheuren finanziellen Der- pflichtungcn belastet. Wenn auch das gesamt« deutsch« Wirtschafts- diese Bürden einheitlich zu tragen hat, so gibt sich die deutsche Arbeiterschaft doch keinem Zweifel darüber hin, daß derartige Beträge nicht aus der Substanz gewonnen werden können, sondern durch Mehrleistung der werktätigen Bevölkerung erbracht werden müsten. Jede Schmälcrung des deutschen Gebietes erhöht diese Lasten. Die deutsche Lrbellerschaft ist der Ansicht, daß selbst beim Verbleiben Oberschlesiens bei Deutschland Arbellsleistungen zu vollbringen sind, die über das hinausgehen, was nach dem Sinne des 13. Teiles des Friedensvertroges billigcrweise der Arbeiterschaft zugemutet werden kann. Im 1?. Teile des Friedensvertrages sind der Arbeiterschaft, der gesamten Well und damit auch den beut- schcn Arbeitern Versprechimgen gemacht, deren Inhalt dort zu be- kannt ist, als daß wir hier darauf näher einzugehen brauchen. Wenn nun ein so überaus wichtiges Gebiet wie das o& e r s ch l e s i s ch e von Deutschland losgelöst wülde, würde die auf den deutschen Ar- iiellern ruhende Last eine un erträgliche werden. Es ist immer und vor der Abstimmung auch von den Polen von einem ungeteilten Oberschlesten gesprochen worden. Die Abstimmung in Oberschlesten hat eine über- wiegend« deutsch« Majorität ergeben, daß, wenn eine ähnliche pol- Nische Majorllät zu oerzeichnen gewesen wäre, kein Zweifel gegeben wäre, daß die Polen dieses zum Anlaß genommen hätten, die Zu- Weisung von Oberschlesien ungeteill an Polen zu fordern. Das gleiche müssen die deutschen Arbeiter verlangen, um so mehr, als die ihnen obliegenden Pflichten viel größer sind, als die den pol- nischen Ardestern zufallenden und weil die Abstimmung ergeben hat, daß gerade in den Industriegebieten die deutsche Arbesterschast die weitaus überwiegende ist. Wenn auch die unterzeichneten deutschen Gewerkschaften glauben annehmen zu dürfen, daß bei der vorstehenden Entscheidung über Oberschlesten. die beteiligten Regierungen die Sachlage objektiv prüfen, hallen ste es aus Sorge für die deutsche Arbeiterschaft für ihre Pflicht, auf das dringendste darauf hinzuweisen, daß eine w e i- tere Her abdrückung der Lebenshaltung der deutschen Arbeiterschaft eintreten muß und der 13. Teil des Friedensvertrages in Deutschland nicht durchgeführt werden kann, wenn die Regelung in einem Sinne erfolgen würde, wie er gestern als Beschluß der Interalliierten Kommisston behauptet worden war. Hrianös Antwort an lllopö George. Paris, 1-1. Mai.(MTB.) Ministerpräsident D r i a n d erklärte als Antwort auf die gestrige Rede Lloyd Georges im Unterhause einem Vertreter des„Tsmps", der Auszug aus der Rede des eng- tischen Premierministers, den er besitze, fei zu unvollständig, als daß er ein endgülliges Urteil abgeben könne. Er fei jedoch nicht erstaunt gewesen, daß der französische Standpunkt von dem Lloyd Georges wesentlich abweiche. Der eng- tische Standpunkt werde beeinflußt von der Ansicht des b r i- tischen Kommissars in Oberschlesien, die von der An- stcht des ftanzöfifchen Vertreters und auch in gewisser Beziehung von der des italienischen Kommisiors abweiche. Es fei wünschens- wert— und das fei auch die Ansicht der ftanzöfifchen Regierung—, daß man den drei Kommisiaren � unbedingt nökige Zeit lasse, um ihre verschiedenen Ansichten auszugleichen und gemäß dem Vertrage einen einheitlichen Vorschlag hinsichtlich der Grenzlinie zu machen. Es sei sicher ein Irrtum gewesen, von der Kommission in drei oder vier Tagen(?) einen Bericht über eine so heikle Frage zu verlangen, der erst in Angriff hätte genommen wer- den könne, nachdem das Ergebnis der Abstimmung Gemeint für Gemeinde endgüllig habe bestimmt werden können. Es seien drei verschiedene Berichte erstattet worden, die die Alliierten noch nicht gemeinsam hätten prüfen können. Das sei der Grund der Un- ruhen, aber auch die falsche deutsche Nachricht(!) über den end- gülligen Charakter der Zusprechung des Industriegebiets an Deutsch- land entgegen dem Ergebnis der Vollsabstimmung trage Schuld daran. Briand vertritt den Standpunkt, daß dos Uebel noch vollständig wieder gutgemacht werden könne, denn die Interalliierte Kommission habe ihre volle Pflicht getan, ohne in irgendeiner Weise mit den Aufständischen zu paktieren, noch einen Wassenstillstand mit ihnen abzuschließen, wie es die tendenziöse deutsche Propaganda(I), die die Well überflute, gesagt habe. Die französischen und die italienischen Truppen hätten Verluste an Toten und Verwundeten gehabt und ihren ganzen Einfluß aufgewandt, um die Unruhen zu bekämpfen. Die Ruhe sei beinahe wiederhergestellt, man habe einen dirckten Kampf zwischen Deutschen und polnischen Banden ver- hi-idcrt. Eine ähnlich« Erklärung gab Briand Vertretern der ouswär- tigen Presie. Rur daß er noch ein wenig dicker auftrug. Er sagte unter anderem: Di« ftanzöstsch« Regierun» unternahm einen Schritt bei der polnischen Regierung. damll diese ihre Staatsangehörigen daran hindere. Schritte zu unter. nehmen, die nur dazu angetan wären, der polnischen Sache in Ober. schlesien zu schaden.... Die ftanzösische Regierung hat ihre Pflicht in jedem Falle unter den schwierigsten Umständen erfüllt, indem sie mit 12 000 Soldaten Leben und Eigentum der Deutschen gegen mehr als 100000 polnische Insurgenten verteidigt hat. Paris, 14. Mai.(EE.) In seinem Interview mit dem Re- dakteur des„Temps" sagte Briand weller: Jetzt hat man aber neuer- dings Beunruhigung durch deutsche Banden zu befürchten, die sich an der ganzen oberschlesischen Grenze, die gegen Deutschland völlig offen ist, in großer Zahl bilden. Es ist sicher, daß, wenn die Deutschen die Ermächtigung erhalten, gewaltsam in Oberflchesien zu intervenieren. eine sehr schwere Situation geschaffen würde. So tadelnswert auch dos Vorgehen der polnischen Insurgenten ist, so wird es doch nur im Innern von Oberschlesten ausgeübt. Die polnische Regierung zeigt sich auch der Einladung der Alliierten willfährig und unterließ es, sich mit den Insurgenten solidarisch zu erklären. Das Ergebnis der Abstimmung sowie der Friedensvertrag würden verletzt werden, wenn man«in« Organisierung der deutschen Truppen außerhalb Schle- s i e n s zum Zwecke einer direkten Aktion, durch die eine Lösung der schlesischen Frage durch die Gewalt der Waffen herbeigeführt werden sollte, dulden würde. Der Friedensvertrag bildet die einzig« Grund- läge zur Regelung des Problems für die französische und englische Regierung. Die ftanzösische Regierung verfehlte auch nicht, die Aufmerksamkeit der Deutschen aus deren Berantwortlichkeil zu lenken. Die so schwierige Lage resultiere hauptsächlich daraus, daß die Verantwortlichkell und die Leistungen, die zwischen den vier alliier- ten Mächten geteilt werden sollten, einzig und allein auf den sran- zösischen und italienischen Truppen beruhen. Es sei daher nicht billig, daß man diesen, da man ihnen eine so schwierige Aufgabe über- tragen Hab«, den Vorwurf mache, sie seien ohnmächtig, während doch die ftanzösischen und italienischen Truppen ihre Pflicht bis zum Aeußerften täten. Briand polemisierte dann ausführlich gegen Lloyd C-eorges historische Exkurse über Oberschlesien und wie» darauf hin, do� laut Friedensvertrag, auch wenn Oberschlesten an Polen fiele, der deutsche Kohlenbezug von dort für IS Jahre gesichert sei. Man dürfe also die t ReparationSftog« nicht mit dem oberschlesischen Problem verwickeln. Sozialismus und Christentum. Im Wandel der Zeiten. Pfingsten ist das Fest der christlichen Intet» nationale wie der 1. Mai das der- sozialistischen. Die Ausgiegung des heiligen Geistes auf die Apostel, die in fremden Sprachen zu reden begannen und auszogen, die Völker zu lehren, symbolisiert den historischen Vorgang, in dem die jüdische Glaubenslehre, mit Elementen der griechi- fchen Philosophie vermischt, die nationale Kapsel sprengte und ihren Samen in Hirne und Herzen der ganzen Menschheit ausstreute. Es war ein gewaltiges Ereignis, die Entstehung einer Peligion, die alle Schranken der Sprache, der Abstam- mung, der staatlichen Grenzen überwand und über ihnen ein geistiges Weltreich aufrichtete. Was den römischen Imperatoren auf die Dauer miß- lungen war, ein alle Völker des zivllisierten Erdkreises um- spannendes Reich aufzurichten, dos der Menschheit den Frie- den gewährleistete, dieses Werk sollle nun das Papsttum vollbringen. Auch dieses ist in seiner weltlichen Mission ge- scheitert, wie seine Anhänger meinen infolge dex Glaubens- spalwng durch die Reformation— aber auch die Zeit vor ihr ist von blutigen Bölkerkämpfen voll gewesen. Trotz alledem bleibt es auch für den ferner Stehenden ein spannendes Schauspiel, wie das Papsttum alle Stürme der Zeit überdauert und sich auch in den Ereignissen der neuesten Zeit als moralische Macht geltend gemacht hat. Der Krieg fand die Sozialisten und jene Christen ohne Unterschied der Konfession, die es mit ihrem Glauben ernst nahmen, in eine gemeinsame Defensive gedrängt Und hier ist wieder die Tatsache festzustellen, daß sich die k a t h o? l i s ch e Kirche, wenigstens im Umkreis unserer Beobach- tung, gegen die nationalistische Seelenvergiftung Widerstands- fähiger erwies als die evangelische. Den tapferen Mänyern, die innerhalb der evangelischen Kirche für die über- natwnalen Ideale des Christentums eintraten, gebührt perfön- licher Dank und Anerkennung. Sie taten es mit mehr Energie als irgendwelche ihrer katholischen Amtsbrüder, aber die größere Stärke ihrer Leidenschaft erklärt sich aus den stärkeren Widerständen, auf die sie stießen, und aus der fast hoffnungslosen Isolierung, in der sie sich befanden. Der Katholizismus fand sick dagegen von vornherein in eine mil- dere Atmosphäre versetzt, dank seiner geschichtlich gewordenen internationalen Organisation und ihrer Leitung durch einen Mann, der sich durch die Reinheit seines Wollens auch in den Kreisen anders Glaubender und anders Denkender Respekt gewann. Praktisch blieb die christliche Internationale ebenso ohnmächtig gegen das Toben des Krieges wie die sozialistische. Rom versagte in seinen Bemühungen zur Friedensstiftung, ebenso wie Stockholm. Der große Völkerkrieg zeigte aber zugleich, wie sehr alle Glaubens st reitigkeiten hinter neuen brennenden Konfliktstoffen in den Hintergrund getreten waren. Noch' ein man der Sieg der deutsch-englisch-rufsischen Allianz von 1815 war ein Sieg der kirchlichen Reaktion. Im Weltkrieg war es zunächst ausschließlich die nationale Ideologie, die dem imperialistischen Machtkampf der kapitalistischen Staaten das Mäntelchen lieh, mit dem Eintritt Amerikas in den Krieg traten moderne Ideen von Humanität und Freiheit, die schon in den napoleonischen Kriegen eine bedeutsame Rolle gespielt hatten, jener zur Seite. Mit Wilson kehrten Rousseau und Kant nach Europa zurück, aber nur um ihre Unkrast zu beweisen, sie mußten kapitulieren vor Ludendorfs und F o ch. Das Christentum blieb aber in allen nationalistischen und pazifistischen Bestrebungen nur noch Begleitmotiv. Es stand nicht mehr im Brennpunkt der geistigen Kämpfe, es war in keiner seiner Formen konzentrierte politische Kraft. Soweit es sich nicht zum Feldprediger des Militarismus erniedrigte, blieb es in der Rolle des Duldenden. Man sah nichts von der streitbaren, geschweige denn der— im Weltlichen— triumphierenden Kirche. Das Ergebnis ist eine bedeutsame Milderung der Glaubenskämpfe und in der inneren Politik. In der Presse und auch auf den Kanzeln sind die Strafpredigten gegen ...... Sozialdemokratie die„glaubenzerstörende", seltener geworden. Die „materialistische" Sozialdemokratie hält sich ferner denn je von aller Pfafsenfresserei. Ein katholischer Priester sitzt als Arbeitsminister neben sozialdemokratischen Ministern, und keiner Seite fällt es ein, an diesem Verhältnis Anstoß zu nehmen. Das sind Verhältnisse, wie sie vor zwanzig, selbst vor zehn Iahren noch ganz unmöglich waren. Mögen sie von Dauer sein oder nicht, auf jeden Fall be- weisen sie, daß auch das Verhältnis zwischen Christen- tum und Sozialismus im Fluß der Entwicklung steht und Veränderungen unterworfen ist. Sie zeigen vielleicht auch, daß diejenigen letzten Endes nicht zum Wohle ihrer Kirche wirken, die nur denjenigen als echten Gläubigen an- erkennen, der zugleich ein hartgesottener politischer Reaktionär ist. Und daraus entsteht ein großer Vorteil für jene, die meinen, daß auch die protestantische Kirche nicht bis auf die Knochen monarchistisch und deutschnational zu sein braucht, wie sie es in Preußen zum allergrößten Teile noch ist. Man kann sich vorstellen, daß das VerhZflnis zwischen dem Christentum und dem seinen Wesen nach jenseits aller Religionen stehenden Sozialismus statt das eines Gegensatzes das eines Wettbewerbs sein kannte, lind von diesem Standpunkt aus dars man fragen, was das Christentum bis- her geleistet hat, um nach dem materiellen und moralischen Triimmerfall des Weltkrieges den Gedanken einer i n t e r- nationalen Menschlichkeit und Gerechtig- k e i t wieder aufzurichten? Sicherlich sind die Anfänge, die von sozialistischer Seite auf diesem Felde gemacht werden, so bescheiden man sie einschätzen mag, immer noch weitaus mehr erfolgversprechend als das, was. hier von christlich- religiöser Seite geleistet worden ist. Unzerstörbar bleibt in der sozialistischen Arbeiterbewegung der hohe Glaube an eine sittlich höhere, menschlich reinere Zukunft. Indes mag zugestanden werden, daß solche Gedanken. wie die hier entwickelten, am heutigen Tage den großen Massen des Volkes nur unter der Schwelle des Bewußtseins schlummern. Nur wenigen verleiht die rote Ziffer im Ka- lendcr den Impuls zum Nachdenken über religiöse Dinge und das, was mit lhnen zusammenhängt. Die wenigsten denken auch an diesem Tage, so sehr der bittere Ernst der Zeit auch dazu drängt, über politische Probleme nach. Die meisten ziehen, ohne sich weiter viel Gedanken zu machen, mit Weib und Kind ins frische Grün hinaus— und wahrlich, sie tun recht daran, denn in diesem Trieb, sich einmal in freier Natur des Lebens zu freuen, liegt eine stärkere Moni- festation des von aller Vernichtung unberührt gebliebenen Lebenswillens des Volkes, als in allen geschwolle- nen nationalistischen Leitartikeln. Fern von den Luxusorten, in denen das Schiebertum seine Pfingstfeiern hält, kann man an Wald und Wasser beobachten, wie rührend wenig arme Leute brauchen, um froh zu sein. Und kann es eine, schönere Aufgabe geben als die, ihnen trotz aller Not der Zeit dies wenige zu erhalten, und denen emporzuhelfen, die so tief gedrückt sind, daß für sie auch dieses leuchtende Fest hinter grauen Sorgenschleiern vorüberschleicht? Draußen spricht Natur ein machtvolles„LebeP zu Baum und Wald, zu Mensch und Volk. Und diese gewaltige Sinfonie des Lebenswillens, nach so viel Vernichtung und Zerstörung, stählt auch unsere geistige Kraft, als Sozialisten den Kampf auszunehmen gegen alles, was die Menschheit quäll und bedrückt. Die fpröüe Schöne. Während namentlich die Demokraten immer noch mit Feuereifer auf die Verbreiterung der Regierungstoalition nach rechts hinarbeiten, erläßt die Deutsche Voltspartei nach Meldung der Dena ein Rundschreiben, in dem die Mit- glieder darauf hingewiesen werden, daß die Partei nicht beabsichtigt, aus das Projekt der Verbreite- rung der jetzigen Koalition einzugehen, und daß im Zusammenhang damit die einzelnen Mitglieder darauf aufmerksam gemacht wurden, daß es nicht angängig sei, in diesbezügliche Einzelbesprechungen mit Mitgliedern der Par- teien einzutreten. Wir sind nichtsdestoweniger überzeugt, daß die Deutsche Volkspartei sich sehr schnell würde erweichen lasien, wenn da nicht die böse Sozialdemokratie wäre, die gar nichts von dem Bündnis mit den Leuten wissen will, die so mannhaft für ihre Ueberzeugung eintraten wie Herr S t r e- fe ima n n, indem sie„ja" dachten und mit„nein" abstimmten. Nach Meldung derselbe Quelle haben die Streitigkeiten in der Deutschen Volkspartei, namentlich die Fraktionsaus- einandersetzungen über die Abstimmung in Sachen des Ulti- matums der Entente noch weitere Konsequenzen nach sich ge- zogen. Seitens des Vorstandes der Partei ist an die Ab- geordneten ein Zirkular herausgegangen, in dem diese gebeten werden, die in den Fraktionsberatungen zum Ausdruck ge- Pfingsten. Im Glänze prahlender Laterne» Bricht aus das Land der letzte Schein. i. Die Wasser steigen zu den Sternen. Zerstören Bähe, fressen Fernen, Und Sintflut schluckt die Erde ein. An unentschiedneu ZNihgestalten Springt Element aus Sturz und Fall, Läßt feindlich dumpfe Uuform walten, Und die entbundenen Kräfte halten 3n ihrer Faust das leere All. Somm. Schöpfer Seist, du Kraft van innen, Und füge deine Erde neu! Das Feste mache fest gerinnen, Laß jeden Strom sei» Bett gewinnen, Und sei uns nahe, sei uns treu! Flamm wieder auf den Vergesspttzen Und such' un» heim mit deinem Licht! Don deinen nicgeschauten Sitzen Laß Form und Freud« niederblitzen, Erhelle dunkle» Angesicht! Atlantis, lang im Meer versunken. Reißt sich von schwarzen Riffen lo». Wenn, von uralter Sendung trunken, Du. Schöpfer Geist, den neuen Funken Schlägst aus zerspaltner Rächte Schoß. Dort steigt es herrllch aus den Fluten Und winkt uns neue Heimat zu. Die wir aus tausend Wunden bluten. Wir wandeln bald tm hochgemute» Und brüderlichen du und du. Karl vrSger. Ungarns Tragik. Auf dem Umschlag van Ludwig h a t v a n y s Buch„Das v« r. wundete Land"(im Wiener Verlag von E. P. Tal u. To. er- schienen) schaut man das srühere(und geographlich durch die Um- rahnnmg von Karpathen und Donau wohtbegründete) Landkarten- bild Ungarns und darin einen weißen Fleck, der wohl noch nicht die hälft« davon ausmacht— das Ungarn von heute. Alles Uebrige, die Slowakei, die Nordostkarpathen, ganz Siebenbürgen, das Danat, die Batschka, das ehemals durch Personalunion damit verbundene Kroatien und Slawonien und schließlich das Burgsnland hat der Machtspruch zu Trianon abgerissen und die Nachbarstaaten haben es sich längst vor Inkraftsetzung des �vertrage»" eingegliedert. Nur kommenen Gesichksptckt« in sier Deffentkichkeii nicht zu verwerten und insbesondere die Frage der Gründe f ü r u n d g e g e n die Abstimmung möglichst nicht in die Parteiversammlungen hineinzutragen. Da- bei sind insbesondere die Abgeordneten, die f ü r Annahme gestimmt haben, in eine nicht sehr angenehme Lage gekommen, da sie ihren Wähler gegenüber ihre Stellungnahme nun nicht vertreten können.— Diese Meinungsfreiheit innerhalb der Deutschen Volkspartei grenzt schon bald ans— Kommunistische! • Die„Vossische Zeitung", die fest der Bildung der neuen Reichsregierung eine lebhafte Agitation für die Hinzuziehung der Deutschen Volksvartei in die Koalition entfaltet, kritisiert die Annahme des Zusatzantrages durch die Groß-Berliner Funktionärversammlung der SPD., der sich gegen jede ge- meinsame Regierungsbildung mit der Deutschen Volkspartei ausspricht. Das Blatt meint spöttisch: „Dersammlungsresolutionen sind immer sehr„entschieden" und man soll ihre Trogweite nicht überschätzen. Immerhin besteht die Ge- fahr, daß in der Atmosphäre der Zahlabende eine Stimmung entsteht, die das notwendige Zusammen- wirkenschließlichverhindert. DieLösungdarfdes- halb nicht auf die lange Bank geschoben werden, well jeder Tag die Gefahr der parteipolitischen Verzankung vergrößert." Die Geringschätzung, mit der die großen politischen Stra- tegen der„Vossifchen Zeitung" von der„Atmosphäre der Zahlabende" sprechen, ist uns gänzlich gleichgültig. Es haben schon ganz andere Leute als die Ullstein-Schmocks über die „Politik der Hasenheide" und über die„Politik der Straße" gespottet und es ist ihnen nicht gelungen, die unverwüstliche Kraft, die in der sozialdemokratischen Partei Organisation selbst liegt, auch nur einen Augen- blick zu schwächen. Und es sind jedenfalls nicht die Schreib- künstler der liberalen Berliner Presse, die in den kriti- schen Märztagen 1920 ihre Haut zu Markte getragen haben, um die Republik vor dem kappistischen Anschlag zu retten. Wir meinen jedenfalls, daß innerhalb der sozialdemokratischen Parteimitgliedschaft, auf ihren Zahlabenden und Funktionär- Versammlungen tausendmal mehr realpolitischer Sinn zum Ausdruck kommt, als in dem kontinentalpolitischen Ge- wäsch der„Vossischen Zeitung". Auch in Frankreich beginnt man sich mit dieser Frage zu beschäftigen und weil die„Voß" der Hinzuziehung der Volks- Partei das Wort geredet hat, erhält sie vom„Temps"— ausnahmsweise— einen leichten Rüffel. Der„Temps" er- klärt: Wir sind im Gegenteil der Ansicht, daß das nene Kabinett viel weniger Kredit verdiente, wenn es an Stelle oder an der Seite der M e h r h e i t s s o z i a l i sie n, die gut daran getan haben endlich wieder in die Regierung einzutreten, die Vertreter der Partei umschlösie, der Herr Stresemonn vorsitzt, ohne sie tat- sächlich zu führen. Diese Partei, die sich vor dem Kriege und während des Krieges nationalliberal nannte, und die sich vergebens bemüht, an eine Wandlung glauben zu machen, indem sie sich jetzt den Namen Dolkspartei bellegt, ist viel zn sehr mit der Schwerindustrie verknüpft, um den Frieden aufrichtig zn wollen. In Wirtlichkeit will sie die Revanche, und die Meinungen ihrer Anhänger gehen nur über die Mittel zu ihrer Durchführung aus. «inander.... Es ist weit mehr vorzuziehen, daß Deutschland eine wirlich parlamentarische Regierung habe, in der ein jeder eine seinen Prinzipien entsprechende Politik verfolgt. Soziali st en. linksstehende Katholiken, republikanische Demokraten können anfrichkig die Entwaffnung der Einwohnerwehren«ollen. Schützlinge de» Herrn Stiune» können es nicht. Die Aeußening des„Temps" beweist zum mindesten den Irrtum der Auffassung, daß man d rübei allgemein in dem Eintritt der Volkspartei in die Koalition eine Garantie für die Erfüllung der deutschen Verpflichtungen erblickt. das Burgenland weigert man dem noch schwächeren und dabei(oder darum?) friedliebenden Krüppel Deutschösterreich. Aber wenn hotvany auch die Wiedereinsetzung des ungarischen Militarismus in scheußlichster Gestalt— die nur im zarischen und Habsburgischen henkrtum, in Moskau und Budapests rotem Terror schwächere Vorbilder hat— zum Teil auf diese gewaltsame. Zerreißung uralter Landosgemeinschoft zurückführt, so spricht doch aus jeder Zeile feines Buches ein feelenticfer, verzweifelter Pazifismus, der alle 500 Seiten an Romain Roll and richtet und ihn immer wider anredet. Hilfe wird hatvany von dem französischen Dichter nicht erwarten, dessen Stimm« in dem Hetzgeschrei nutzlos verhallt. während der.F«u"-Dichter Henri Darbusse sich Hot in das Lager drängen lasien, das von der„proletarischen" Gewalt die hellung der Wunden erwartet. Wir lesen dieses Ungarnbuch mit um so größerem Interesse, als es, über die bekannte Zeitgeschichte von früher und später hinaus, uns mit dem madjarischen Volt und seinen geistigen Führern bekannt- macht. Schwerer als zu West- und Rordvölkern, schwerer selbst noch als zu den Slawen konnte der Deutsche eine Brücke zu ugro- finnischem Volkstum finden, hatvanys Buch kann uns da viel er- setzen. Um so bezeichnender für die ungarische Diktatur von Entente- und Moskaus Gnaden, daß gegen dieses Werk, das Ungarn dem Westen näherbringt, von den horthy-Trabanten ein« hetz« getrieben wird, weil es die Unnatürlichkeit einer Wiedereinsetzung des Fcu- dalismus nachweist. Auf Gewalt gebaut war das alte Ungarn, auf Gewalt das rote wie das weihe; zwar wird auch dieses einmal zugrunde gehen, aber was ist damit für«in« wahrhast friedliche Weltgestaltung gesogt in einer Zukunft, die aut den Geist von Versailles, St. Germain, Trianon, Reuilly und Moskau gegründet sein soll? r. d. 3n der Volksbühne Hot es am Pfingstvorabend entzückend ge- geistert. Man spielte Raimunds phantastische Zauberposs« vom „Bauer als Millionär". Die Ausführung war mit vielen Zierlichkeiten und wunderschönen Einfallen geschmückt. Es war ein starker Erfolg für Herrn Fehling, den Regisseur, und Herrn Guido h e r z f e l d. Von der genialen Banalität dieser Posse gingen aber so viele Anregungen, ästhetische Freuden und Gedanken aus, daß in ruhigerer Stunde von dem Ganzen eingehender Bericht ge- geben werden muß. M. h. Lefsing-Theater:„Rofenmontag." Das Stück ist Hartlebens erfolgreichstes, wenn auch nicht bestes Bühnenwerk. Der Geist und die fatirisch.humoriftifche Laune, die das Grundelement seines Wesens bilden, leuchten Heller und eigenartiger in den Szenen seiner„Sitt- lichen Forderung" und feiner„Erziehung zur Ebe". Wohl der übermütigsten Persiflage bourgeois-konventioneller Geschlechtsmoral in der ganzen deutschen Literatur. Dos Lesiing-Theater brachte die hartlebenfche Offizierstragödie, die heut nach dem katastrophalen Zusammenbruch des preußischen Militarismus und seines privilegie"ten Edrenkodexes schon beinah« historisch anmutet, in ausgezeichneter Darstellung heraus. Die sauber«, fein abgetönte Formkultur, die auch in diesem Drama steckt, empfand man nach so vielen zerfahrenen„expressionistischen" Das Urteil öee parteigenojfen. Steltin. 14. Mai.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Eine am Frcilag abend abgehaltene Versammlung der Parier- fnnklionäre Stettins nahm nach einem Referat des Reichslagsab- geordneten Kunze einstimmig folgende Entschließung an: „Die Funktionäre und Betriebsvertranensleute der Stettiner Parteiorganisation billigen den Eintritt unserer Genossen in die Reichsregiernug. Sie sprechen die Hoffnung aus, daß unsere Ge- nossen alle ihre Kraft einsetzen werden, um zu erreichen, daß di» besitzenden Kreise zur Erfüllung der Ententeforderungen das leisten, wozu sie nach ihrer KriegSpolitik und ihrem Können verpflichtet sind. Insbesondere verlangen die Funktionäre, daß die Entwaffnung sofort dorchgeführi wird. Die Funktionäre lehnen eine Erweiterung der Regierung nach rechts ganz entschieden ab.____ flu* dm alldeutschen Irrenhaus. Die olldeutsche Politik zeichnet sich seit jeher durch ein auffallendes Maß von Geist und Klugheit aus. Waren es doch die„Alldeutschen Blätter", die bei Kriegsausbruch den Gegnern ausdrücklich bekundeten; daß die Alldeutschen den Krieg schon immer gewollt und h e r b e i g e- sehnt hätten. Durch den Kriegsverlust sind unsere All- deutschen kein Haar klüger geworden. Ihre Tobsucht schlägt jede Vernunft in Stücke. So muhte z. B. die alldeutsche„Post" gerade in einem Augenblick, als die Tschechoslowakei in beut- lichem Gegensatz zu"Polen sich ehrlich neutral zu Deutschland stellte, dieses Land als„R a tz i s a l l i- M a u s i s a l l i- Staat" beschimpfen, womit der deutschen Sache sicherlich außerordentlich gedient war. Jetzt hat Lloyd George unsere Gegner in schärffter Weise ermahnt, daß der Bertrag von Versailles auch z u- gunsten Deutschlands gelte. Ausdrücklich unter Berufung auf diesen Vertrag hat er die Heber- griffe der Polen energisch zurückgewiesen. Grund genug für die„Alldeutschen Blätter", in ihrer neuesten Nummer vom 14. Mai folgendes Geschrei zu erheben: „Deutsches Volk, wirf dich den Feinden in einmütigem Wider- stand entgegen. Schrei den Räubern nicht nur ein„Nein" ins Ge- stcht, fondern wirf ihnen den Verfailler Bertrag, den sie selbst längst brachen, nun auch deinerseits zerrissen vor die Füße. Ruf deine Botschafter zurück und gib den ihrigen samt allen„interalliierten Kommissionen" ihre Pässe, handle mit ihtml um keinen Groschen mehr, sondern verweigere kurzweg, da sie den Vertrag so oft und schmählich brachen, überhaupt jeden Groschen, jedes Pfund Kohle, jeden Kahn und jede Pistole. Nichts gib ihnen mehr, als die Fetzen des von ihnen selbst zerrissenen verfailler ver- htigc#, und rufe ihnen dabei zu:„So, nun macht mit uns, was ihr wollt, und Gott wird zwischen uns richten." Der schwedische Kanzler O x e n st i e r n a hat vor einigen Jahrhunderten den Satz geprägt, die meisten Leute wüßten nicht, mit wie wenig V e r st a n'd die Well regiert werde. Heute würde er sich wohl anders ausdrücken, er würde etwa sagen müssen: die meisten wissen nicht, wie viel komplett Irrsinnige sich heute berufen fühlen, Politik zu machen. Die bayerischen„Demokraten". Der Landesaiisschlih der Deutschdcmokratischen Partei Bayerns nahm einstimmig eine Eni- schließung an, in der er anerkennt, daß die Abstimmung für oder gegen das Ultimatum einzig und allein nach ehrlicher Selbstprükung jedes einzelnen als Gewissensfrage und nicht als Gesinnungsfraae entschieden werden konnte und in der er die Erwartung ausdrückt, daß an die Stelle dieser Regierung baldmöglichst eine den Mehrheits- Verhältnissen und der politischen und wirtschaftlichen Gesamtlage Rechnung tragende Regierung(?!) auf erweiterter Grundlage (Deutsche Dolkspartei!) treten wird. Der Vorsitzende der Demokratischen Partei Bayerns vr. höh- mann ist aus Gesundheitsgründen und berustichen Rücksicblen zurück- getreten. Letztere werden wohl für den Rücktritt ausschlaggebend gewesen sein. Versuchen doppell erquicklich. Der erkrankte Theodor Laos war soweit hergestellt, daß er, wie der Regisseur um Nachsicht bittend mitteilte, trotzdem die Rclle des Hans Rudorfs spielen werde. Doch keine Spur von Schwäche und Ermüdung war ihm anzusehen. Man hätte keine lebens- und seelenvollere Verkörperung des jungen warmblütig-leidenschoftlichcn Menschen, der schließlich mit der Lieb- sten aus dem Leben flüchtet, denken können. Alles schloß sich einheitlich zusammen und weckte tiefe Snm- pathien. Käte haack war eine prächtige Traute, ganz schlichte Ein- fachhell, ohne irgendeinen Einschuß tränenselig-süßlicher Sentimen- talität. Farbig und Frisch wirkten' die Milieuszenen. Unter den Militärs trat namentlich 5)ons Marr in der Figur des älteren und besonnenen Freundes eindrucksvoll hervor. 6t. Das Friedrich-Dilhelmsiädllsche Theater sprang mit einem mu- sikalischen Schwank:„Die Kleine aus der Hölle" von Okonkowski in die Sommersaison. Der verheißungsvolle Titel bezieht' sich auf ein Fräulein vom Kabarett. Außerdem fpiell eine Art Kriegs- gewinnler darin eine Rolle, der Pröpke heißt und mit einem zeit- gemäßen Aristokratenfimmel belastet ist. Es wird verhältnismäßig unterhaltsam geschildert, wie besagter Pröpke durch die höllenkleine in Gefahr gerät, mit Hilfe eines fingierten Schuldscheines seinen Reichtum zu verlleren. Das Ganze ist reichlich mit Tanzevolutioncn durchsetzt, die, je mehr sie sich der Grenze des Geschmacklosen nähern. um so reichlicher Beifall finden. Die Musik von Sprinqefeld zehrt von ollem, was modern ist. vom Walzer bis zum Jazz. Man glaubt sie tausendmal gehört zu haben. Es wurde mit allen Kräften, aber nicht nach Noten gesungen, aber sonst ganz temperamentvoll gespiell. Sehr burschikos war L i l l i F l o h r, die unter ihrer bleckzernen Stimme nicht sehr zu leiden hatte. Als ebenbürtige Partner seien Richard Senius und Max W i l l e n z genannt. l?. Die Generalversammlung des Deutschen Bühnenvcreins. die Sonnabend in München begann, beschäftigte sich zunächst hauptsäch- lich mll dem Verhältnis zur Bühnengenossenschm't. Der linier- nehmeroerband, der zurzeit 830 Unrernehmer- und 180 persönliche Mitglieder zählt, sprach sich gegen di«(angeblichen) Verletzungen des mll der Genosienschaft geichlosienen Vertrages durch diese aus(Ab- letzung von Direktoren. Streiks), verlangt strikte Innehaltung und droht mit Abwehr._ «unstchrouik. Die Arbeiter-KunitnuSstellulig, Petersburger Str. 30. eröffnet am lö. Mai. vormittags_ 10 Ubr, eine neue Schau.«Otto Nagel. Max Schäfer und Gasbarra). Die Ausstellung ist wochentags j bis 7 Uhr. Sonntags von 10 bis 7 Uhr geöffnet.'> Luxus steuern und Künftlerschaft. yn der Lurussteuerfrage beftebt jetzt Aussicht ans Sesseruncy di« den Interessen der Kflnstlerschast Rechnung tragt. Tie matzgebenden Stellen baben anerkannt, daß KuniiauSstellungen kulturelle Pcranilaltungen sind, die teinen Prosit bringen und die deshalb steuerlich nicht so angesagt werden können wie Kunsthändler. Ter Kilm tm ewigen/, Uhr: Paul Wegener in Das Privileg An beiden Feiertagen V,4; l.ady Winäermer. Fächer TrianoH-Tieater 8 Uhr: ROSEN von Hermann Sudermann. Olga Limburg, Karola Toclle, Wilhelm Bendo» An beiden Feiertagen 4 Uhr: R o s e n WVarletö.Cale oritzplatz Oranl.natraße 53 54 Täglich 8 Uhr: Elite-Programm Volksbühne.'bS. 2'/, Uhr: Wallensteins Tod 7 U.: Der Bauer als Millionär Morgen 7: Wallensteins Tod 7V, Uhr: Anilgone__ Lessing-Theater 3 Uhr: Frau Warrens(iewerbe 7',uhr:Rosenraontag Montag 3 Uhr; Frau Warrens Gewerbe. 7". Uhr: Rosenmonta� Di. u. Mi. 7'/, U.; Gespenster (Lossen, Abel, Loos) Freitag bis Montag 71/, Uhr: Rosenmontag. Dentsehes Kiinstler-TIieiiter 3 Uhr: Pygmalion 7i Uhr: Die selige Exzellenz Adalbert,.lunkermann. Büllcr Montag 3 U.: Pygmalion 7.V- U.: Die selige Exzellenz Dienstag bis Montag 7'/, Uhr; Die selige Exzellenz Ontrnl-TJienter 7®/uhrh:JIOIfka IFeutaolioa Opcrnhana 7 Uhr; TOSCa* Morgen 6'/-: Tnnnhfiuscr Friodr.WIlhelinwt.Tli. 7Tf'; Die Kleine aus der Hölle Schniinpiolhixn« I-M- Reigen länntüpi�ninnff Tgl. 7% U.: Arnold Rieck in Die spanische Fliege Metropol-Thcatep Tag lieh u'hv Die blaue Mazur *io«4kft Operettoiitiieat. Zum ersten Male 7 uhr: Affierican-Girl Morgen 7 U: American Olrl \eiips Volkntlioater Heute und morgen 7 Uhr: Rose Bernd Schll Icr-Thervt.Chftrl» An beiden Pfingsttagen 3 Ehr: Der Mjeineldbaucr ■ uhrlOO 000 Taler Hohloßpsirk- Thoat. Steglitz. SchloBstraRe 48 An beiden Pfingsttagen 3 Uhr: Tlmon M Timon Thalin-Tlirator lA'nr Mascottchen rh.nn>>' ollen tlorfplnta An beiden Pfingsttagen 3'/,: Wenn Liebe erwacht Täglich i�Ber Vetter aus Dingsda Theater/, Uhr: Wur ein Traum Ulga Limburg, Eugen Burg, Falkenstem, Mamelock An beiden Feiertagen 4 Uhr: Casanovas Sohn Komische Oper Opernspielzeit Täglich /«/» Uhr jllt-Keidelberg Oper von Päcchierotti An beiden Feiertagen ä'/.: Der Barbier von Sevilla !T WodieSchraallien nisten Grosses Schauspielhaus Abonnement 192�/22 Täglicher Verkauf an der Abonnementskasse(10—2, 6—8) und bei A. Werthelm. Abonnements-Preis für D verschiedene Vorstellungen Parkettlage.. 120.— Ringloge... 120.— I. Ring.... 54.— III. Ring.; 18.— Parkettring.. 90.— Balkon.... 70.— II. Ring.... 36.— Auf alle nach dem 1, Juni gelösten Abonnements erfolgt ein Zuschlag von 20 0/o Abonnementsvorstellung Jeder Abonnent für das Spieljahr 1921/22 hat im Deutschen Theater. das Recht auf eine siebente Abonnementsvorstellung im Deutschen Theater. Gegen Vorzeigung des neuen Abonnementsheftes an der Kasse des Großen Schau- • spielhauses ist diese Vorstellung nachzulösen. Siebente MW Sie Mine M w SM ist in Berti» eingetroffen und seht allabendlich 7Vg Ahr im Friedrich Wilhelmstadi. Theater alle Kerzen in Flammen. Georg Ofonfowski und Will Steinberg haben eine verteufelt lustige Wandlung er- sonnen, und Tilmar Sprmgreld versteht es, mit seiner Musik höllisch einzuheizen. Dazu dag Klasse-Ensemble: Lilly KloHr, Ttichdrö SeniuS, Max Willenz, Grete Seng und Kurt Middenbors. Im Zwischenakt singt alles den Schlager: Alse Mädchen hier auf Erden— möchten gerne Krauen werden— sind sie erst mal Krau geworden,' woll'n sie wieder Kräulein sein. j!mmmmmiiiiiitniiiiii!ii„iiiimiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiimiiiiiiuiiiilii:iiiiimiiiiiimiiiiiiMiiiiMiiiiimiin>y. Deutsche Äartc: Die Aussührung, die sorg- fältifi vorbereitet mar, verhaii durd> die srisdje Laune der Darileller zu einem Erfolg. - Der Beifall war sehr stark. :i n öS Allabendlich: listische Neuheit j 3m Reiche der i Venus mit 25 bemalten Frauen (ausl. Sensationsneuheit) 1 Einstudiert von Georges Blanvalet AußerdemQastspiel Afra die weltberühmle Wahrsagerin und weitere Mal» j Sensationen Sommer-Preise! Theater amKottbuscrTor Tägl 7'/, u. zu halben Preisen am La. 2. Feiert. nachm. 3 Uhr Elite-Sangef D. vollständig neue Mal.Programm VWH-Ä. MESSE FDR BIKtAHE« UND WERBEWSSEW BERLIN VOM 4. BIS 12. JUNI 1921 IM AüSSTELLUNGSGEBAUDE FRIEDRICHSTRASSE 110—112 Polles tJaprice* EckeFriedrich-u.Linienstraäe Täglich 8 Uhr: Da« neue Frlinleln Das wetBc Blatt Bcrledi geEhemann mitferd. Qrllneclscr. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Tägl.'/.S Nur noch bis einschl. 27. Mai Bollrich& Sohn Sonnabend, 28. Mai, z. 1. Male: Freuden der Häuslichkeit Am 1. und 2. Plirtgstfeiertag nachm. 3/,: Höllenqualen �/'Reichsöall.-Ttiealef 7 Heute jgg nachm. 3 Uhr 13Pu.abds.7Vj Uhr �Jstett. Sänger • nachm.halb.Pr. Königstadt- Theater AlexanderstraBe 21. An allen drei Feiertagen: 6.30 Galasänger im Garten................. Bei günstigem Wetter Vorstellung im Garten. Kntfecliüchc ab 4 Uhr geölfnct. Kanlne» HolzmarktstraSe 72. Täglich; Ball für die ältere Jugend. Vornehmer Betrieb. L6> An den ; beiden Feiertagen ?== I" O " Vor« teiln ngen ü ivrir Kleine Preise 17,13 ü« [ Kiml. d. Hälfte Varlei�-S�ieSplan Rauchen gestattet! Zoo logischer Garten. Am 1. u,2. Pfingstfeiertag ah kfhr: Doppel-Friiii-KonzerU nachm.: Doppel-Konzerte Gie Wagen der Großen Berliner Straßenbahn verkehre« Irüh auf allen zum Ganeo führenden Linien. | KöniggrätcerStr.IZi Das große Pfingstprogramm Filmschau: UraulIQhrung: iZnKilfe Sensationsfilm' in 5 Akten mit , Hedda Vernon CharlesWIllyKayser i StuartWebhs; IL Teil: DieDmtaftaBBgf! Emst Reicher\ als Stuart Webb«: { Bahnenschaas ÄmKoeiizeiisaheaä 1 Operette in I Akt v. Betten- Baeckers Musik v. Paul Linke Kassenöffn. 6'/, Unr Beginn 7 Uhr Sonntags 4 Uur 1 Wieder- Ayflret@n 1 HB nach mehrjähriger Abwesenheit G* 53 Direkter Union Kermfeld spielt mit seinem Original-Ensemble täglich SVj Uhr S!) Freitag 20« Mä! in der Schauburg am Potsdamer Platz 8s lebe das Kaehtleben Folgen einer Separ�-Aflärc in 2 Akten von Anton u. Donaf Herrnteld. Der Vorverkauf beginnt Dienstag, den 17. Mai, an der Theaterkasse der„Schanburg" vorm. von 11— l Uhr und an der Abendkasse. Fernspr.: Zentr. 93%. An alle meine Freunde! Ich komme soeben aus dem Ausland zurück. Meine Abwefen- heil hat man dazu benuht, mich in in der Presse in gehässiger Weise anzugreifen. Als Antwort auf diese hetzartikel liefen bei mir ungezählte Zu- ichristen aus Itah und Jem von meinen Freunden und Verehrern ein, die die gehässige Tendenz der Schmähartikel sofort erkannt haben und Gelegenheit nahmen, mir daraufhin ihre Sympathie erneut kundzutun. Es ist mir unmöglich, ihnen allen für ihre Ankeilnahme persön- lich zu danken. Ich tue es deshalb auf diesem Wege und werde be- müht sein, ihr vertrauen auch weiterhin zu rechtfertigen. Ich habe inzwischen in einer längeren Konferenz den Vertretern der Berliner Groß- und Filmfachpresse durch unangefordert bei mir eingelaufene Erklärungen der in den Angriffen namentlich aufgeführten Personen und durch Resolutionen der Filmgcwerkschafk usw. die gegen mich erhobenen Vorwürfe und Beschuldigungen beweis- kräfüg widerlegt. Trotz aller gegen mich, von mir bekannter feindlicher Seile, gerichteten Angriffe verfolge ich mein mir gestecktes Ziel in denselben Bahnen weiter.— Gott erhalte meine Reider t Harry Piel. KU _ rcus Carl «süenlle« Neue Kfinigttraije (am Alexanderplatz) ss beste UNS allerers Massige CifEüs-Prospaniii K 1 f** Jfßttc Wdi»»»s � j ARNOLD SCHOLZ, Hnsenhclde 108-114 A BPBFS- jw Pfingsten;• � 0-1 0) vi) Täglich 73/, Uhr auch 1. u. 2.Feierlag3Lr. Vvkf.: Tietz u. Circusk. % Ereggmmg aerSomnagr-Saisow Am 1. und 2. Pfingstfeiertag: 1 Frau- Konzen?aaag™s: 1 Berliner?raler Kastanien-Allee 7—9 Ab Pfingsten täglich 4V. Uhr; vi) Anfang 6 Uhr. $ \l> V Einlaß S Uhr.>!) Vi) vi) Operette i.3Akt.v.JcanGiIbert Variete-Sensationen Am T. u. 2. Feiertag: Friili-I{oiizertii.¥orslei!ung An beiden Pfingstfeicrtagen x rtphm. bei kleinen Preisen: "/= Die roten Schuhe 7'/. uhr: Abrakadabra Dienst.?1/,: Die roten Schuhe Naehmltiags:_ f Konzert v. Spezialitäl-Vorstellüng S k' zur Eröffnung des Ricssn• Varieteprograirsms ersIMmWe MrQMmmi Anfang 4 Uhr. Einlaß I Uhr. 16 16 Ausserdem: GROSSER BALL »SSSSK-SA-OSSSSSSÄSSSSSSSHSeSSSSS scaia An beiden IQ Oft zu halben aaU Preisen II?'»» ReDoen zu Grunewald (Herlincr Ilcnnvoreln) Plingstmontag, 16. Mal, nachm. 3 Uhr: ........ ii i 7 Rennen................. ,i Rennen zu Grunewald (UnlonUInb) Dienstag, den 17. Mai, nachmittags 3 Uhr mma 7 Rennen Bann Gemälde=Galerie Gelb Potsdamer Str. 27, gegenüb. Lepke Amt Lüuow 6362 Gute Originale— Reelle Preise ptÜTSCHru 1 1,4 fj M m m,, ww' WjL,. 4 MAGIR-UJ" VOMAO W verKauissielle: BIBUMNWI Dnler den Linden 42 Personen- md lastliraitwaiien SnezUlfalirieugerarallgZwette Wanzen«».Brut vertilgt restlos nur Kammerjäger Berz's Nicodaal. Erfolg verbluffend. Kinderl. anzuw. Dankschr. v. überall. Beste Zelt zur Brutvernfchtunjc. Erhältl i. all. Drogerien u. Apotheken u.b. sümtl. Warenhausern A.Wcrtheim, sonst portofrei bei Herrn. A. 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Teil: DerMmt Riteisernen Nenren Turmstr. 12 Mia May in: Der licldennwcs; der Ina/e Krafft Alexonderpl.'Pass. Schloß Vojelod i Spielpla» vcm 13. 5. bisfö.ö.: Zweite Woche! 4, 6 unddUhr Der erfolgreiche Börner- Film „DANTON" Titel rolle: Emil lannings Regie: Dimitri Buchowetzki Vorverkanf von 11 bis 1 Uhr Oer weisse Tod Schauspict in 5 Akten von Dr.W.Volff mit Ellen Richtnr Regie; Adolf Gärtner tfsP; ptaji Die Bergkalze mit POLA NEGRi Paul Heidemann Regie: Ernst Lubitsch Die grosse und die kleine Welt von Max Mack und Adolf Lantz mit Charlotte Ander/ Jlka Grünlng, Alfred Abel/ Eugen Burg Reg ie i Max Mack Herzogin Satanolla (Cherchez la femmc) mit Dvcle Doraine Regie: Michael Kertbsx 9erHannoiiDeNaioen nach dem Roman„Peter Voss, der MilHonendieb" v. Ew. Gerh. Seeliger, verfafit von R. Liebmann u.G.Jacoby Hauptrollen; Harry Ltedtkc• Mady Christians Mitwirkende: G. Alexander ✓ J, Tiedtkc/ P. Otto H- Bender/ A. Panlig/ P. Blensfeldt Regle:<3eors 3acoby VI. Teil Der Sprung über den Schallen V. Teil Der Mann mil den eisernen Nerven Wocbenlsgs ab 7 Uhr /• Letzte Vorführung'1,9 übr/ Sonntags Beginn 4 Uhr/ Letzte Vorführung 8 Uhr Wegen des grossen Andranges empfiehlt eich der Begycb der ersten Vorstellung Erleichterte Zahlunssbedinsungen I -» Herren-Kleidung nach Mass Bah ferarkitaag/ Mässip Preise Julius Fabian, Gr. Frankfurter Str. 37 11 Möbel Anßcraenvühnllcli biliigges Angebott Küchen Schlafzimmer Speisezimmer Polsterwaren Auf Wunsch Zahlungserleichterung. Sfolzmänn Belle Alliartcesir •lOO* Dr. Otto Bournot: Oer Dolkslehrer im voiksstaat Mk. 1,20 Dr. Richard Lohmaun: Nie Arbeit im Elternbeirat Mk. 1,5« chetnrich Aahlke: Die wellliche Schule Mi. 1,5». Dr. Mar Dp-t: Die Volksschule als Einheitsschule Mi. 1,25 20% Zuschlag MMwW Lindenstr. 2 tWMl UoraifittöfirpöenDe nnö Msder (bute Berdiciislmogiichfeiten! Ütufdäcting unb Anregung geben be£cn|chüct: Ein neun (Seift? sendet gratis' j. 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Bericht über die Verhandlungen in der Ferienfrage. 2. Slellungnahme zum Ablauf de« Tarifs. 8. Verbands, und Branchenangeiegenheiten. 4. Berschtedeurs. Mitgliedsbuch leglllmierl! EMv- ii. hllssmGnkme Philharmonie(großer Saal), Bernburger Straße Redner: Dr. Fleischer, M. d. R.; Olto Nuschke, M. d. L.; Carl Giebel, M. d. R. Spichern>Säle(Prachtsäle des Westens), Spichernstr. 3 Redner: Oberstaatsanw. Schütte, M. d. R.; Exz. D».Dernburg, M. d. R.; Ernst Heilmann, M. d. L. Lehrervereinshausy Alexanderplatz Redner: Dr.Rehblnder.M.d.R.; Reg.-Präs.Pohlmann, Magdeburg, M.d.R.: Ed.Bernstetn,M.d.R. MMRIMRRMiMM Tt-b-8-»I_ M m* Dt. Scott, für all» Geschlecht»., 3|5>®il0l■ Zl Haut», Harn», Frauenle'beu, hartuiilfige Ausgüsse, Ausschlag, Lyphiiis. Salvarsanturen, Blut. Untersuchung, Fäden im Urin usw. Röntgen- Durchleuchung. Höhensonne-Bestrahlungen. Schnelle grllnbUche Behandlung, möglichst schmerzlos und ohne Berufsstoruna. Damen separat. A. Löser sen. 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Verlin SG 18, Vrückrnstr. 10 b(Bhs. Ianuowihdr.).| Prof. Dr. med. P. MIstelsky,«rjt, \ approb. im Auslände, v.d.deotscb. Regierung anerk.| 1 Z0>dhrige Praxis J Nr. 226 ♦ ZS. Iahrgaag 2. Heilage öes vorwärts Sonntag, 15. Nlai 1921 BIS3K®S$52E2W5SäI53ia| GroßSerlw Abseits vom Frühling. Man kommt aus dem grünen Land, aus neugekleidetcn ?Äijldern, aus Flächen, wo die Erde Blumen baut, sieht von der Iungfernheide an, wie sich langsam die Grohstadt in sast- volle Wiesen frißt. Es schwingt das Eisen auf, es wuchtet schon bier mit) da der Stein. Kohlendunst drückt sich aus glühenden Massen, Schornsteine wachsen, nackte Erde trägt Schienen. Unter Rauchschatten wird noch spärliches Grün behütet. Dann kommen Holzzäune, Stapclplätze, Berge verbrauchten, zer- beulten Metalls. Immer dazwischen klemmt sich Noch ein aus kahler Erde geborener Baum und blühende Kastanien huldigen mit ihren Kerzen den Resten der Dinge. Dann wächst unvermittelt, alles beherrschend, das Steinmeer auf, das nüch- ternc Gebirge der Häuser, das die Menschen birgt, das ihnen Heimat ist und Ruhe und Erholung. Das Steinmeer zer- kiüftet sich in Straßen, in helle, gerade und schräg verästelte dunklere Straßen. 'Höfe bllden neue, noch dunklere Klüfte, aus denen innner noch einzelnes Grün nach Licht schreit. Schwarze Mauern. fcjc sich in steile Klüfte senken, bröckelnde Wände, Stufen, die Schlünde hinaufführen, Stiegen, die in die Erde glesten— Menschenwohnungen. Hier bei denen, die wirtschaftliche Rot in die Mauern bannt, wächst unbezwingliche Sehnsucht nach den grünen Bäumen, die drauße im fteien Lande den Frühling künden, noch Feldern, die von keiner Mauer begrenzt sich in der Sonne dehnen, nach jenen Blütenbüschen, die die Erde sich selbst schuf. In de« Mauern. Hofwohnung in der Putbuser Straße. Ein« Witwe, die sich mit fünf Kindern mühsam durchs Leben schlägt. Die Wohnung ist sauber, aber die einzelnen Möbel sind nur noch mit Vorsicht zu benutzen. Während der Kriegszeit ist sie ihrem Mann, der als Former eine Zeit lang reklamiert war, aus einem kleinen märkischen Städtchen nach Berlin gefolgt, und während sie dort zuweilen hinausziehen konnten in Feld und Wald, hat sie seit Jahr und Tag kein blühendes Kornfeld gesehen. Die Aelteste, ein vierzehn- jähriaes Mädchen, hat Stellung gegen Kost angenommen. In ihren Mußestunden macht sie kleine Zeichnungen: Bäume, Wälder und Wiesen. Ihre ganze Sehnsucht ist darauf gerichtet, dem engen Höusermeer entrinnen zu können, aber es fehlt ihnen allen dazu am nötigsten, am Geld«. Die Mutter verdient, da sie schwächlich ist, nicht viel und sie muß sich mit einem Einkommen von zusammen 600 M. monatlich begnügen. Don den zwei Zimmern chrer Wohnung hat sie eines vermietet, um wenigstens der Sorge sür die Miete ent- hoben zu sein. In dem anderen Zimmer aber wohnt sie mit ihren fünf Kindern. Sie sind froh, daß der Humboldthain in der Näh« ist, und ein Baum aus dem Nachbarhof bringt eine zärtliche Nuance in die sonst so trübe Gegend. Die Frau erzählt, daß sie im oergan- genen Jahre einmal bis noch Schönholz gewandert fei, aber der kärgliche Wald und die vielen Menschen hätten sie noch um so bitterer ibre Armut empfinden lassen.— Hofwohnung Wilhelmshavener Straß«:«ine Familie von siadsn Köpfen. Di« Mutter befindet sich feit längerer Zeit im Krankenhaus und der Bater ist arbeitslos. S:hr selten nur findet er Gelegenheit, durch irgendwelche Hilfe- lcistungen Geld zu verdienen. Die Leute haben alles versetzt, nur um die bitterste Not zu fristen. Die älteste Tochter, eine Siebzehn- jährige, leidet an Krämpfen, während die übrigen unterernährt sind. Icdoch hatten vier der Geschwister das Glück, im vergangenen Jahre einen Monat Landaufenthalt zu genießen, eine Erinnerung, die nicht vyn Zähnen weichen will. Der Frühlingssonntag sieht sie wie alle Tage zu Hause. Aeußerstes Ziel ein Spaziergang zu einer kleinen Anlage. Eines der Kinder ist noch in Thüringen und wird dem- nächst zurückerwartet. Das sind noch Wohlhabende unter den Armen Krasser ist der Fall eine» Mannes, der mit seiner zahl- reichen Familie in einer fast leeren Wohnung haust, da ihm die Ein- richtung gestohlen wurde. Daß er und die Seinen nicht daran denken können, hinauszuwandern, daß sie den Wunsch gar nicht zu äußern wagen, ist nur zu verständlich.— In der Kanieruner Straße wohnen acht Personen in zwei Zimmern, in die dos ganze Jahr kein Sonnenstrahl dringt. Beilen sind nur teilweis« vorhanden, und die feuchte, kalte Wohnung ist eine unmittelbare Gefahr für die Ge- sundheit der schwer mit dem Dasein Ringenden, die fast vergessen haben, daß es draußen Frühling ist. Beliebig läßt sich diese Schil- derung fortsetzen. Bei allen aber, die wir sprachen, kam der Wunlch zum Ausdruck, wenn auch oft nur zögernd wie etwas doch llnerfüll- bares, die Möglichkeit zu haben» dann und wann die engen Mauern der Großstadt verlassen zu können. Doch erstickt war sie nicht, die Sehnsucht nach Sonnenschein. Unsichtbare Fesseln halten sie ohne Richterspruch eingesperrt in den Mauern. Ja, sie empfinden des Schicksal? Horte oft noch bitlerer als jene, die in Krankenhäusern liegen, denn sie finden keine Mög- Achtung, Genossinnen! ..Das verlsvgl sie um Slfußfion vm Den Stauen r Tagesordnung der Aonklionäriunen-Koutereaz am Vienslag. den l7. Mai, abends 6 Uhr. in der Schulaula Lochumer Straße S, Aufgang 8d(6 Minuten vom Bahnhof Bellevue durch die FlenZburger Slroße). Neferentinnen: Genossin Elfriede Ryneck, M. d. R., und Genossin Klara B o h m- S ch uch, M. d. 3i. lichkeit, ihre Freiheit zu nutzen. Kinder stehen mit großen Augen an den Bahnhöfen, die den Strom der Reisenden kaum zu fossen vermögen.— Maien schmücken die Tender einiger Lokomotiven und bilden einen schroffen Gegensatz zum Schwarz der Maschinen, in deren engem Führerhaus Führer und Heizer werken: sie eilen hinaus ins weit« Land und sind auch gebunden: nicht der Natur, die blitz- artig vorüberfliegt, gilt ihre Aufmerksamkeit, sie haben tausenderlei zu beachten, die Signale an der Strecke und das glänzende, endlos scheinende Band der Schienen. Sie dienen allen, die mit dustenden Blumen, mit Flieder und Maien geschmückt aus dem steinernen Meer hinausjubelten in die Psingftfonne. volchmesser unü Salzsäure. Die Tragödie einer proletarischen Ehe. Bor den Geschworenen des Landgerichts II fand ein furcht- barer Mord seine Sühne: Der Angeklagte wurde zum Tode verur- teilt. Man darf, da es sich hier um das Martyrium einer wehrlojeu Frau handelt, annehmen, daß das Urteil dem Bolksempfinden ge- recht wird. Andererseits soll ober nicht außer Acht gelassen werden, daß der Täter erst durch die Not der Zeit, die Arbeitslosigkeit, auf die abschüssig« Bahn gebracht worden ist. Wegen Ermordung seiner Ehefrau stand der Maschinenarbeiter Alwin W i e l a n d aus Neukölln, 24 Jahre alt und unbestraft, vor dem Schwurgericht des Landgerichts II. Im Oktober 1919 ver- heiratete er sich mit der Schneiderin Anna Zippe l,«ine ordentliche und arbeitsame Frau. Di« Eh« gestaltete sich bald unglücklich, da der Angeklagte arbeitslos wurde, dann immer mehr verkam, so daß schließlich seine Frau diesen Zustand nicht mehr oushielt, den Mann unter Mitnahme ihrer Möbel verließ und zu ihrer Schwester zog. Wielvnd versuchte wiederholt, sich der Frau von neuem zu nähern, um Geld zu bekommen. Dabei schlug er die in anderen Um- ständen befindliche Frau, so daß sie einen Zahn verlor. Als die Frau daraufhin die Ehescheidungsklage anstrengte, war sein Haß grenzenlos. Am 17. September 1920 begab er sich, ausgerüstet mit einem Dolchmesser und einer Flasche Salzsäure, in die Wohnung seiner Schwägerin Frau Schulze in der Reuterstraße 36. Er wurde dort eingelassen und fragte seine Frau, ob sie wieder zu ihm zurück- kehren wolle. Die Frau lehnte ein weiteres Zusammenleben mit chm ob. Der Angeklagte drängte sich im Laufe des Gesprächs immer näher an sie heran, zog blitzschnell das Dolchmesser aus der Tasche und stieß es seiner Frau in die Brust, so daß es darin stecken blieb. Dann trank er, nachdem er noch gesagt hätte:„Du bist erledigt, jetzt komme ich hcranr die Flasche Salzsäure aus und fiel zu Boden. Die Frau wurde ins Krankenhaus Buckow überführt und starb dort am nächsten Tage. Der Anoeklogte selbst ist nicht aus dem Leben geschieden, sondern nach achttägigem Aufenthalt im Krankenhouse wieder gesund geworden. Daß er die Tat mit voller Ueberlegung ausgeführt Hot, beweist die Tatsache, daß. in seiner Wohnung Auf- Zeichnungen von seiner Hand über die„Motive zur Tat" vorgefunden wurden, ebenso ein Zettel, in welchem die„Mordkommission' auf- gefordert wurde, seine Papiere zu lesen.— Di« Geschworenen bejahten die Swuldsrage wegen Mordes, woraus da» Gericht die Todes st rase über den Angellagten verhängte. Ver �aubmoröversuch in öer hobrechtstraße. Eine Spur des Täters? Die weiteren Zeugenvernehmungen in der Angelegenheit des Raubmordversuchs auf den Zigarrenhändler Kegel in der Hobrechl- stroße zu Neukölln, die gestern nachmittag siattsanden, ergaben ein« für die weiteren Nächforschungen vielleicht wichtige Spur des Täters. Ein Zeuge hat beobachtet, wie kurz nach der Tat, am Freitag früh gegen 9 Uhr, an der Urbanstraße, in der Nähe de? Hsrmannplatzes ein Mann versuchte, feinen hellen Paletot von Blutflecken zu m- nigen. Dieser Mann, offenbar der Täter, wird beschrieben als etwa 28 bis 32 Jahre alt, mit einem schwarzen, gestutzten Schnurr- bort. Der Verdächtige trug einen hellgrauen Filzhut mit schwarzcin Band, einen hellen Paletot und braune Schnürschuhe. Eine Zeugin, die kurz vor 8 Uhr an dem Laden des Überfallenen Ziäarrenhändlcrs Kegel vorübergekommen ist, hat beobachtet, wie ein Mann an dem Schreibpult stand und sehr laut mit dem alten Manne sprach. Sie hatte den Eindruck, als ob beide Männer eine heftige Auseinander- fetzunq hatten. Dieser Mann wird dringend ersucht, sich sofort bei der Kriminalpolizei zu melden, da er vielleicht wichtige Angaben machen kann. Für die Täterschaft knmmr er nicht in Frage, weil der Greis nach dieser Zeit noch gesehen worden ist. Auch alle an- deren Kunden des Zigarrenhändlers, die diesen am Freitag früh aufgesucht haben, werden im Interesse der Aufklärung des schweren Verbrechens ersucht, sich zu melden. Die Ermitkelungen der Kri- minalpolizei erstrecken sich auch auf Angehörige der Familie des Ueberfallenen, da in dieser ein durch die zweit? Ehe Kegels hervor- gerufener Zwist bestand. Wer darüber noch Mitteilungen machen kann, wird gleichfalls gebeten, seine Aussogen zu machen. De« Ueberfallene liegt im Urbankrankenhause noch besinnungslos danieder. Do er aber die Operation gut überstanden hat, so besteht die Möglichkeit, daß er mit dem Leben davonkommen wird. Mol- düngen an Kriminalkommissar Gennat int Berliner Polizeiprässdium. Hausangestellte, nicht„Tienstboten"! Bor einiger Zeit hatte der„Vorwärts' eine Plauderei sein?» Mitarbeiters Wanzsr.„Dienstboten" detitelt, gebrocht. Dazu er- halten wir die folgende Zuschrift, der wir gern Raum geben: Der Einsender der kleinen Abhandlung mit der gleichen Heber- schrist meint es herzlich gut, seine Ausführungen sind auch zu unter- schreiben. Bei manchem habe ich allerdings eine andere Meinung, doch darauf kommt es jetzt nicht an. Es soll hier einmal auf die Be- Zeichnung Dienstboten, Dienstmädchen und auf die Redensart, ein Dienstmädchen halten, hingewiesen werden. Es wäre doch an der Zeit, daß alle Freunde der Hausangestellten sich endlich an die B«< Zeichnung„Hausangestellte" gewöhnen möchten. Auch sollte wmi Hauspersonal beschäftigen und nicht halten. Man kann sich Tiere und Gegenstände zu irgendwelchem Zweck halten, aber bei Menschen sollte man sich doch hüten, von„holten" zu sprechen. Auch ist es eine Unsitte, wenn die Zeiiungen von„diebischen, unehrlichen, verbrecherischen" Hausangestellten berichten. Es heißt in anderen derartigen Berichten ja aüch nicht: diebische Schlosser, Bäcker, Kauf- leute, sondern man bezeichnet diese als verbrecherische Männer oder Frauen, die den einen oder anderen Beruf ausüben oder gusgeü'ü haben. Ebensogut könnte. es doch heißen:. Mädchen oder Fronen, die Hausangestellte sind, haben sich dies oder das zuschulden komme l lassen, oder haben sich, was sehr häufig vorkomnit, als Hausangestellte ausgegeben. Es würde meiner Meinung nach sehr viel dazu bei-.'< tragen, den Hausangestelltenberuf zum höheren Ansehen zu ver- helfen, wenn den obigen Anregungen entsprochen würde.-in. m. Protest der Beelitzer Pfleglinge. Die Notlage der Landesoersicherungsanstalt Berlin ist auch in einer Bersommlung von Pfleglingen 0er Heilstätten Beelitz erörtert worden. Begreiflicherweise hat die Absicht, die Fürsorgeeinrichtnn- gen der Landcsversicherungsonstalt einzuschränken und hierbei auch die Bettenzahl der Heilstätten beträchtlich zu verringern, große Erregung unter den Pfleglingen heroorgc- rufen. Eine von ihnen angenommene Resolution protestiert auf das entschiedenste dagegen, daß die Heilstätten Beelitz durch die finanzielle Notlage der Landesversicherungsanstolt Berlin in abseh- barer Zeit zum Abbau bzw. zur Schließung ge- bracht werden sollen. Protestiert wird auch gegen einen vom Borstand der Landesversicherungsanstalt gefaßten Beschluß, allen Beelitzer Pfleglingen die Butterration von wöchent- l i ch V? Pfund a u f% Pfund herabzusetzen. In einer Darstellung, die der Borsitzende des Verbandes der Lungen- 64] Sttne Menschenkind. Iii. Der Sündenfall. Bon Martin Andersen Nexö. Stint stand oben auf dem Hügel und schaute ihnen nach. itährend sie wieder nach Hause trabten. Sehr oft kam es zu Zank zwischen ihnen, aber dann wandten sie unwillkürlich den Kopf und schielten nach hinten; und sobald sie sahen, daß Htine immer noch da oben stand, faßten sie einander wieder bei der Hand. Stine lachte.„O ja, ich kann euch recht gut sehen," nickte sie. Stine war ganz in Gedanken versunken über die Kleinen. als sie drüben von der Landstraße her einen merkwürdig be- konnten Laut vernahm. Auf dem Hügel sah sie eine Erschei- nung auftauchen und sich abwärts bewegen, ein Fuhrwerk, das vorwärts holperte, und vor das ein großes phantastisches We- sen gespannt war, ein Gespenst van einem Pferde. Behutsam stolperte es vorwärts auf zottigen, gewaltigen Gelenken, die verschlissenen Reisigbesen glichen, die den Wegstonb zusammen- fegten, und dahinter wackelte dos Fuhrwerk dahin-, es be- wcgte sich von der einen Seite des Weges zur andern. Und oben auf dem Wagen saß eine schwer' in sich zufammengesun- kene Gestalt und hantierte automatisch mit einem langen. dünnen Stock durch die Luft. Stine sprang vor Freude auf ihren bloßen Füßen quer über Stöppeln und Felder; sie lief, wie von Sinnen. Lars Peter hob den Kopf, als sie rief, und der große Klaus hielt unmerklich an. „Bist du es, Mädel?" sagte er und lächelte sonderbar ernst.„Ja, nun will ich also zur Stadt, um Mutter zu holen." „Aber dann ist es ja der verkehrte Weg!" Stine lachte, ihr klingendes Lachen. Es war zu komisch, daß der Vater sich in der Richtung irrte, er, der die Wege kannte, wie kein an- derer.„Hier kommst du immer nur weiter weg!" „Ja, das weiß ich recht gut. Aber die Sache ist die, daß deü groß« Klaus unmöglich die Fahrt aushallen kann,— er ist ja jetzt fertig mit seinen vi?.rzig." Lars Peter lächelte traurig.„Und da wollt ich versuchen, mir ein anderes Pfero zu leihen; man weiß bloß nicht, wo man sragen soll,—«an kennt ja beinah keinen Menschen. Bei euch vorzufragen, hat doch wohl keinen Zweck?" Rein, Stine meinte, daß es zwecklos sei, da Karen vom Vakkehof alle Menschen hasse. „Es könnte höchstens sein, daß dos mit Johannes sie uns freundlicher stimmen könnte." „Rein, das glaube ich ganz und gar nicht,— im Gegen- teil. Dann hättest du es lieber auf dem„Sande" versuchen sollen," sagte Stine.„Da ist sicher einer, der dir ein Pferd leihen würde." „Ja, es mag sein, daß sie eine andere Meinung von uns bekommen haben, seitdem wir sortgezogen sind. Ick weiß nicht... ich hotte mir das mit dem Bakkehof nu mal in den Kopf gesetzt; aber vielleicht Host du recht. Dann ist es nur schade, daß der große Klaus die Fahrt umsonst hat machen müssen." Ja, der Gaul hatte wirklich seit dem letzten Mal, als Stine ihn gesehen hatte, viele Kräfte eingebüßt. Er stand da und schlief mtt hängendem Kopf. Stine rupfte etwas Gras für ihn aus dem Graben, aber er roch nicht einmal daran. „Es fällt ihm immer schwerer, Nahrung zu sich zu neh- men," sagte Lars Peter.„Das Beste, das ihm widerfahren könnte, wäre ein Schlag vor die Stirn!" Er selber war sehr schweigsam heute,— fast in feierlicher Stimmung, wohl weil er Sörine holen sollte. Er verstummte vollständig, während Stine den großen Klaus liebkoste und versuchte, etwas Leben in ihn hineinzubringen.„Ra. dann muß ich gewiß umwenden und landeinwärts fahren," sagte er endlich und raffte die Zügel auf.„Du sprichst wohl zu Hause bei uns vor, sdbald du kannst?" Stine nickte, sie konnte nicht anders, so wie er war. „Deine Bäuerin führt einen sonderbaren Krieg," sagte er, während er das Pferd wieder in Gang brachte. „Wieso?" fragte Stine voll Interesse. Sie ging ein Ende neben dem Wagen her, sich am Kasten festhaltend. „Ja, sie verbreitet üble Gerüchte, auch über sich selbst. Ein merkwürdiges Vergnügen! Man sollte meinen, daß sie genug hat, womit sie sich herumschlagen muß. Aber zu dir benimmt sie sich doch wohl ordentlich?" O ja. Stine hotte sich über nichts zu beklagen. „Aber jetzt mach, daß du zu deinem Vieh zurückkommst, damst niemand sieht, daß du weggegangen bist. Du weißt ja. wie die Bauern sind; sie helfen einander, Gericht über uns zu halten." Behutsam löste er ihre Hände von dem Wagen- kästen. Widerstrebend ließ Stine los und lief über die Felder; joden Augenblick drehte sie sich um und winkte. Aber der Vater war schon wieder ganz in seine Gedanken versunken; er sah es nicht. Rein, Stine hatte eigentlich nicht vor, nach Hause zu kommen und von der Heimkehrenden Notiz zu nehmen. Diese Tränen, viel Schande hatte die Mutter ihr und ihnen allen verursacht; Stine glaubte, es überwunden zu haben, aber tief in ihrem Gemüt saßen immer nach Reste davon, und nun kam all das Alte wieder an die Oberfläche. Die Mutter war schuld daran, daß die Familie so verachtet und ausgestoßen war,— als VcrbrecherbrutI Irgendwelches Verlangen da- nach, heim zu kommen und sie zu begrüßen, verspürte sie nicht. Aber damit war die Frage jetzt nicht mehr gelöst. Früher, ja, da hatte man das einfach beiseite geschoben gegenüber so vielem andern, das wichtiger war, aber jetzt drängte es sich von selbst in den Vordergrund. Man konnte dem Heim doch nicht immer fern bleiben,— das allein gab zu denken. Die Mutter saß nicht länger im Gefängnis eingesperrt, sondcru kam nach Hause und sollte wieder den Haushalt übernehmen. Wie würde sie sich dabei verhalten, und wie würde sie zu den Kindern sein? Das waren schwere, ernste Fragen. Sie ließen Stine keine Ruhe. Und da tauchte etwas Neues in ihr auf, der Gedanke daran, daß sie schlecht sei und unrecht tue. Es kam ganz plötzlich über sie im Zusammenhang mit dem Worte Sünde, das von den Unterhaltungen mit Karl in ihrem Gemüt hasten geblieben war; von dieser Seite hatte sie das Verhältnis zur Mutter frühe? nie betrachtet. Und sie mußte an den Vater denken, an seinen feierlichen Ernst oben auf der Landstraße, und an seine traurige Zärtlichkeit iu ollem, was Sörine be- traf; und sie stellte Vergleiche an. Lars Peter lehrte einen nicht, daß man denjenigen, dem es schlecht ging, schlagen sollte. Zum ersten Male erkannte sie so recht den Umfang der Ver- söhnlichkeit des Vaters, und sie schämte sich. Was hatte er um Sörines Millen erduldet! und doch hielt er das Heim be- reit zu ihrem Empfange, hütete es durch oll die Jahre hin- durch für sie als Zufluchtsstätte, wo sie Ausnahme finden würde.— Eines Tages befiel die Sehnsucht nach Hause sie so stark, daß sie in Tränen ausbrach.(Forts, folgt.) itnb Tuberkulosekranken uns übersendet, wird gesagt, daß Mcrr> garine als Ersatz für das fehlende Butterquantum geliefert werden fall. Die Resolution sagt, daß die Pfleglinge in der Verkürzung der Butterration eine Gefährdung ihrer Heilung erblicken. Sie seien einig in der Meinung, daß die verabreichten Lebensmittel dos Minimum der Ernährung in einer Heilstätte bedeuten und daß deshalb keine Kürzungen der Lebensmittelrationen ohne körperliche Schädigungen der Patienten gemocht werden können. Rektor Rock geistig gesund. Eines der, letzten Gutachten des verstorbenen Geb. Medizinalrats Dr. L e p p m o n n betraf den Rektor o. D. Bock, gegen den bekanntlich ein umfangreiches Strafverfahren wegen Beleidigung des Kriminalkommissars Toussaint schwebt. In dem letzten Verhandlungstermin unter Borsitz des Landgerichtsdirektorz SS e x hatte das Gericht, entgegen dem Ein. spruch des Rechtsanwalts Bahn beschlossen, den Rektor Bock aus seinen Geisteszustand untersuchen zu mssen. Diese Untersuchung hat durch den verstorbenen Geh. Rot Leppmann stattgefunden, der zu dem Schlußgutochten gekommen ist, daß Bock geistesgesund ist. Die Verhandlung gegen letzteren wird nunmehr Mitte Juni statt- finden. Die sozialistischen EUernbeiröte des Kreises Tiergarten hielten am Dienshag eine öffentliche Volksversammlung im großen Saale der Patzenhofer Brauerei. Turmstraße, mit dem Thema:„Unser Kamps um die Gemeinschaftsschule", ab. Der Saal wurde schon eine Stunde vor Beginn von den Zlnhängern des evangelischen l t i„Bitter" tragen. Brot und Mehi auf die Karte mit dem Stichwort Sarotti„Bitler' darf erst von Montag, den 16. Mai, ab verkauft werden. Wallnertheater: Pfingstsonntag und Pfingstmontag, nachmittags Z Uhr' .Iphigenie" von Gostbc, veranstattet vom OrtSverband freier Bilbnen- liinstler der Gen. D.B.A. Volkstümlich« Porstellung, Bedeutend ermäßigte Preise, Das VarietS Tauenchicn-Palast bringt ein sehr retchhaltiges und gut zviammengesetzteS Maiprogramm zur Aufführuna. Von den vielen tünitlmschen Darbietungen feien einige crwäbnt, Eiste und Willi Blesfing, die eleganten Salonakrobaten, vollführten großartige Leistungen. Auch Scnta Söncland als Straßenkebrer und Tänzerin verstand eS, durch Ihren etiogK derben Humor twS Publikum zu fesseln. Hanna Hermanowa und Norbert Darewsii find rhvthmiich durch] chuite Tänzerpaare. Als hervorragend« Keuleiijongleure zeichneten sich die zwei Klerks, ebenso die vier Franklin Standards als Akrobaten aus. Der lächfifche Komiker Paul Gäbe! sowie die beiden urkomischen ReeveS fanden lebhasten Beifall. Zilmschau. »Die Dunkelkammer", 2. Teil d-S DeteltiofllmS.Ter große Chef" versaßt von Ernst Reicher und Alfr. Schirotauer, ist baS Hauvtftück des dieSwöchigen Spielplans der Schauburg- Lichtspiele. Was ein fenfationshungrigeS Kinopublikum von einem rechten Tetelttvfilm verlangt, wird hier in mehr als ausreichender Fülle geboten. Eine Häutung spannender und ausregender Vorgänge, die in wilder Hast einander folgen, läßt den Zuschauer kaum zu Atem kommen. Auch wer das tolle Gewirbel schließlich komisch findet, bewundert die Leistung deS Regisseurs und der Darstellenden, vor allem E r n st R e i ch e r S in der Rolle deS Meister- detekiws Webb.— Peinlich weit kommt dem AufregungSbedürsniS deS Kinobesuchers auch ein« zweite von den Ächallburg-Lichtlpielen gebotene Gabe entgegen, ein von Siegfried Carlsen und Harry Sänger verfaßter Film„Zu Hilfe!"— Für unmoderne Leute, die über dem Kino immer noch nicht ganz das Theater vergessen haben, bringt der Spielplan noch die ewaltige Operette„Am HochzeitSabend' von Batten- Bäckers mit Paul L i n ck e'S Mufil. Hochstapler. Kriminal-SensationS-Schauipiel ln 5 Alten von Jarofh' Uramführung in Richard-OSwald-Sichtipiele,' Atso, um eS kurz zu machen: Richard Oswald Hai besseres herausgebracht und kann besseres heraus- bringen. Der Titel kennzeichnete den Inhalt. Bau! Hartm ann, Albert P a t r v. Werner F u n ck und Olga T I ch e ch o s s gaben sich redliche Mühe. Guido Seebor pbotographieit« wie immer gut. > Der weiße Tob. Drama in 5 Men von Dr. Willt S-lss im Tauentzienpalast der Ufa. Der Film hat eine verbältmSmäßig einfache. dennoch aber spannende Handlung. Dadurch batte die Regie die Möglich. lcit, alles aus den mimischen Ausdruck inneren Erlebens z« stellen. Dieses böchst« Ziel deS FilmS ist hier glänzend gelungen. S. v. Winterftein- A. v. S ch m e t t o w, Ellen Richter und F. Achterberg Solen wunder- bareS Zusammenipiel. Albert Gärtner muß nicht nur ein sehr sein emvfindendcr Regisseur, sondern auch ein tieser Sectentundigcr sein. Seine blrbcit atmet Vornehmheit und Rembeit. Die HochgebirgSbiider sind von unvergleichlicher Pracht.— Die Phoiographie von Arpad Airagh tadellos. „Um den Sohn". Decla-Licht spiele, Unter den Linden. Der Film spielt in der„guten" Gejellschoit und wurde nach einem Roman von Landsberger bearbeitet. ES spielt mal wieder das Mädel aus armer, aber achtbarer Familie eine große Rolle. BiS nun daS arme Mädel feinen reichen Verebrer endlich heiraten darf, gibt eS im Film viel Handlung, viel Spannung, viel Rübrsamkest und packende Aktschlüsse. Anna, so heißt pgS arme Mädchen. Carola To e 1 1 e in ihrer vornehmen Art spielt sie. Ernst Hosmann war ein guter Partner. Die Mütterrollen lagen bei Jlla G r ü n i n g und Frieda Richard in den denkbar besten Händen. Hroß-Serliner Partemachrichten. Dienstag, den 17. ZNai: Jnagsozialiste«. Erngpe Lichtenberg: Besuch der Trevtower Sternwarte. Treis- Punkt abend« 6i4 Uhr Bahnhof Stralau- Nu mmelzburg. Mittwoch, den IS. Mai: 7. Ktfh. Tharlotkenbnrg.(Orfemi-fchich für Brbeiterwohlfobrt.j T Uhr Brr- sanimlung aller in der Wohlfahrrspf.ege tiitigen Genossinnen und Genossen im Naihous. Aimmer 4. Gäste willtommen. v.»reis. Wilmersdors, Grunewald nnd Schmargendaef. 7 Uhr grelsvertreter- Versammlung in der 4. Geweindeschule in Wilmersdorf, Äodlenjer Straße. Tagesordnung: Borstandedericht und Neuwahl des Vorstondes. 18. Ahl. Für die Genossen ver 18. Abteilung Beginn des kostenlosen Steno- graphieunlerrichis abends 8 Uhr bei Seele, Msmeler Str. 63. 33. Abt. 7U, Uhr bei tlatter, Glkimstr. 4o, Sitzung sämtlicher Ztrcisdelcgierten und der Abteilungsleitung._, 82. Abt. Reukölln. 7io Uhr Funktionärsttzung. Abrechnung der Bei>r!sfi!hcer. Die Delegierten zur Krcisvertreterversammlnng müssen auch erscheinrn. Wichtige Tazesordnurg:„Sieltungnahme zur Sreizvertrclerversammlung. 4Z». Abt. Ncinichendsrl-Vst. 7 Uhr Funktionärsttzung bei Lindstedt, Nesidenz, ltraßc 120/131. Referat des Genossen Scharff. Arauevabende am Dienstag, den 17. Zstai: 38. Abt. 7Vj Uhr bei Darwalde, Schlegelstr. 8. Thema:„Die weltliche Schule". Res. Dr. Ostrowski. Frauenabende am ZNittwoch. den 18. Mai: 43. und 48. Abt. 714 Ubr bei Groll, Hennigsdorscr Strotze. Thema:..St: Sanktionen und ihre Felgen für die Frauen". Ref. Gen. Robert Fendel. 44. Abt. 7U. Uhr bei gerfin, Pankstr. 80. Thema:„Religion und Sozial!«» mus". Ref. Genosse Puls. 78. Abt. Schönebelg. 7>ö Uhr im stlassciizimmer der Schule Fcurigstr. 57, Bor» trag der Genossin Westphal:„Famil:«nrecht". SZ. Abt. Tempelhof. 7>b Ubr bei Buie. Kaiser-Friedrich-Straß«. Thema:„Die politische Lage. Ref. Genosse Haussier. -• 9. Keei« Wilmersdorf. Di» von der Maifeier her noch nicht abgeholten Ge, genstände von der Verlosung liegen im Parteitmreau Wilmersdorf nur noch is Sonnabend, den 2l. Mai, aus. Alle Gewinne, die bis dahin nicht ab» geholt sind, find verfallen. Rrnkill». Für„Gättrrvrüsung" von Kurt Gisner am Sonntag, den 22. Mai, vorm. u. Ahr, im Theater am Bülowolatz lVolksbühnc) find Villrtts beim Genossen Zacod», Jdeat-Passage, Auigang 10 lll, sowie im Sekretariat» Zäaerstr. 80. ,u haben. 73. Abk. WUmersdors. In der letzten FunNionärkonferenz im Lchrervereins» hau» ist einem Parteigenossen der Hut vertauscht worden. Der betresfcnd« Genosse wird gebeten, sich an Etaak«. Wilmersdorf, Forckenbeckstr. 5, zu wenden. Sport. Arbeiter-Radfohrer-Vereis Grrss.Bervu. 15. Mai, nachm. 1 Uhr. Aichwald«(Witte). 18. Mai, nachm. 1)4 Uhr, Lichtenrade, Dorfstr. 10. 17. Mai, nachm. 1 Uhr, Zadeburg bei Bernau. Ardeiterfchwimmer. Resultate vom Hallenschmimmsest in der Bärwald- strasse. Männerstafette, 4X40 ra, beliebig: l. Vorwärts, Berlin, l,43,\. 2. Fr. Schtn. Neukölln 1,48fb. Hauptspringen, 4 Svrünge: 1. klöhlev. Fr. Llhw. Neu. kölln, Punkte. 2. Lesch, Vorwärts, Berlin, 2Zi� Punkte. 3. Rhlnsw, Potsdam. 281,'s Punkte. Elreckentauchen: 1. W. Ztessler. Fr. Schw. Ghartottssh- bürg 50 m 45*; Sek. 2. H. Pasch,„Güd-Oft" 48 m 4!ssi Sek. S.«. Rhinow, Fr. Schw. Potsdam 30 m zs Sek. Männerbruststafette, 4X80 m, 1. Lorwöris. Berlin 4,46% Sek. 2. Fr. Schw. Neukölln 4,50 Sek. Z. A. S. V.„Süd-Otz" 450tztz Sei. Zugendstafette, 4X40 m, beliebig: 1. Borwärts, Berlin 1.511» Sek. 2. Neukillln Sek. Wasserdalliviele. Borwärts-Rvrdcn— Welle-Bcrlin 4: 0. Freiheit-Berlin— Neptun-Deitzense« 4: 3. Sriefkaften üee Reöaktion. «. F. 79. Za.— 3. Ja. Der Antrag auf Srlass de» Fahlungsbe- fehl» ist an da» Amtsgericht zu richten.— L. B. Pankow. 1. Ja, sofern die. Verkäuferin ein Verschulden trifft. 3. Kaufmannsgcricht.— A. Zt. fü Ä 3, Wenn die beiden Raum« mit vermtetct sind, so können Sie gegen den Saus- wirt Älaze auf die Uebcrlassung erheben. 2. Verlangen Sie von dem Haas» wirt Schadenersatz. Evtl, gehen Sie gegen ihn ebenfalls Im Klagewez« vor. Lomwer-Ilstaloz Kostenfrei CMO Abb.) Abb. 2 Abb. I. Herren- Bademantel Schlafrock ru benuteen, grauer 9 KräuseUtofi mit farbig. Besatz Xl U." Abb. 2. Damen- Bademantel, moderne Form, aus gestreiftem oder gemustertem Kräuselstoff, halsfrei oder Q � C Kochgeschlossen zu tragen.» i) ,*• Derselbe einfarbig 2X0."» Badatrikot mit Rock, schwarz m. färb. Gamierg. wie Abb. 2. 1 QT MittelgrSCe... Jl-"j T nkot-Bade-Anzujf f. Herren, schwarz»«« •••«MtMIKIIII II,,»,,»,, I Kissen7üSge''88.- 1 Nr. 226 ♦ Zs.Iahrgaüg 3. Seilage öes vorwärts Sonntag, 15. Mak 1�21 ' Wirtschaft verhmöerung überflüssiger Einfuhr. Die Durchführung der Außenhandelskontrolle wird, wenn Deutschland die Wiedergutmachungslast aufbringen soll, ver- schärft werden müssen. Mehr als je ist es erforderlich, daß Waren, die ausgeführt werden, im Ausland den höchsten erzielbaren Preis einbringen, daß die Kapitalflucht mit Hilfe der Warenaussuhr ver- hindert wird. Ebenso ist es eine unabweisbare Notwendigkeit, zu ver- hüten, daß die dringend benötigten Devisen verschleudert werden durch Einkäufe von Luxus- und Fertigwaren aller Art. Die Aufgabe, zu verhindern, daß lebenswichtige Erzeugnisse der heimischen Industrie und Landwirtschaft ausgeführt werden und unnütze Waren, deren Einfuhr verboten ist, das Land überschwem- men, versucht zurzeit der Reichsbeauftragte für die Ueberwachung der Ein- und Ausfuhr, eine Dienststelle, die noch vom Reichswirt- fchaftsministerium geschaffen wurde, als es dem Genossen Robert Schmidt unterstand, zu lösen. Längs der ganzen Reichsgrenze hat der Reichsbeauftragte auf Inspektionen und Kontrollstellen verteilte Beamte sitzen. Im Laufe des Monats April hat er für 14 Millionen Mark Waren erfaßt und als unrechtmäßig eingesllhrt für verfallen erklärt, darunter allein für 1,7 Millionen Mark Schmucksachen. Ge- rode Juwelen und Schmuckstücke eignen sich ihres geringen Um« fanges wegen besonders zu Schmuggelware. Große MengNr davon sind sicherlich noch der Erfassung entgangen, ein Beweis dafür, daß es noch in Deutschland genug„kaufkräftige" Kreise gibt. Ferner wurden in diesem einen Monat Zigarren und Zi- garetten für 850 000 M. sowie Weine und ander eSpiri- t u o s e n für 1 760 000 Mk. unerlaubt eingeführt. Diese Zahlen würden sich noch bedeutend erhöhen, wenn man die sogenannten sichergestellten Waren hinzurechnen würde, d. h. solche, bei denen ein dringender Verdacht der illegalen Aus- oder Einfuhr vorliegt. Das bei der Sicherstellung von den vielen tausend zu bearbei- tenden Fällen hin und wieder ein Mißgriff vorkommt, ist selbstver- ständlich. Eigentümlich aber mutet es an, wenn bei jedem Ver- sehen, das dem betreffenden Großhändler einen manchmal nur ge- ringen Nachteil bringt, ein ungeheurer Lärm geschlagen wird. Weite Kreise der Handelswelt aber unterstützen den Schmuggel indirekt, in- dem sie sich Firmen gegenüber, die das Gesetz überschritten haben und die Allgemeinheit um Millionen schädigen, nicht die nötige Zu- rückholtung auferlegen. Die Razzien, die in Leipzig und Dresden kürzlich abgehalten wurden, zeigten, wieviel Luxusartikel(Parfümerien, Seife, Deli- katessen aller Art, Champagner usw.) noch ins Inland dringen, ohne daß es den Beamten gelungen wäre, dies zu verhindern. Deshalb ist es notwendig, daß die Beaniten in ihrer schweren Tätigkeit von den betelligten Kreisen und von den Behörden weitgehend unter- stützt werden, soll nicht das ganze Volk durch Schwächung seiner Zohlungskrast zugunsten weniger Begüterter schweren Schaden er- beiden. Die reformbedürftige Luxussteuer. �AuS Kreisen der Lederarbeiter wird unS geschrieben: Unter den vielen Steuern, die die Finanznot der NachkricgS- z�st uns in Reich, Staat und Gemeinde gebracht hat. wird bei rem äußerlicher Beurteilung die LuxuSsteuer wohl alS die ge« rechteste und die shmpalbischste von allen erscheinen. Denn wer sich beute in Deutschland bei der allgemeinen?tot noch Luxus leisten kann, der soll auch Steuern bezahlen. So ist die landläusige Meinung, ihr müßte man auch zustimmen, wenn die Luxussteuer wirklich eine Steuer auf den eigentlichen Luxus, auf den Verbrauch von Sachgütern zum flüchtigen Genuß"der Stunde, wäre. In Wirklichkeit ist sie heute aber etwas ganz anderes. Die deutsche Gesetzgebung hat den Namen„Luxussteuer" vermieden, es ist darin nur von einer„erhöhten Umsatz- st.euer� die Rede. Schon dieser Umstand muß stutzig machen. Warum spricht denn der Gesetzgeber nicht von.einer LuxuSsteuer? Weil»r eben gesuhlt hat, daß die übcwiegende Mehrzahl der von ihm mit der erhöhten Umsatzsteuer belegten Gegenstände absolut keine Lux usgegen stände sind. Wer würde etwa auf den Gedanken kommen, daß der Linoleumbelag auf dem Fußboden eines Zimmers oder ein gerahmtes Bild an der Wand der LuxuSsteuer unterliegen? Auf eine so tiefe Kulturstufe sind wir doch noch nicht herabgesunken, daß wir schon in den einfachsten AuSstaltungSgegen- ständen eineS Zimmers einen kräftig zu besteuernden LuxuS erblicken müssen; in einem Kinderwagen mit vernickelten Eisenteilen kann doch höchstens ein hartgesottener Junggeselle einen Luxus sehen. Die lederne M a rk tta s che, deren sich die Hausfrau für die Ein- kaufe bedient, die Lederbose, die der bayerische Holzknecht in den Alpen trägt, alle diese Gegenstände rmterliegen der LuxuSsteuer. Diese wenigen Beispiele möge» genügen, um zu zeigen. waS der Gesetzgeber alle? als LuxuS angesehen hat. Die Entwicklung unserer Steuergesetzgebung auf dem Gebiet der sogenannten Luxusbesteuerung hat aber eine sehr ernstliche wirtschastliche Kehrseite. Gute Onalttätswaren aller Art werden hier so außerordentlich belastet. Ihr Absatz auf dem In- londsmarkt wird auf das alleräußerste erschwert. Denn wer hat heutzutage noch Geld, um sich überflüssige Dinge zu kaufen? Wer aber doch noch in der Lag« wäre, sich einen Gegenstand zuzulegen, der zwar auch nur ein alltäglicher BedarfSoriikel ist, aber doch immerhin wieder die Merkmale der in In- und Ausland rühmlichst bekannten deutschen Qualität an sich trägt, der wird durch eine solche außerordentliche Besteuerung genötigt, auf die geplante An« schaffung zu verzichten. TaS bedeutet schlechten Geschäftsgang und Betriebsstillegungen für viele Fabriken, Kurzarbeit. Arbeits« st o ck u n g und Arbetterentlassung für zahlreiche Betriebe. Die Zuschrift berührt einen wunden Punkt der Steuergesetz- gcbung. Zweifellos ist eS ungerechtfertigt, aus Waren des täglichen Bedarfs die erhöhte Umsatzsteuer von 10—15 Proz. zu legen, wie überhaupt der Grundsatz der Umsatzsteuer als einer indirekten Steuer gefährlicher Art abzulehnen ist und sich nur in der Zeit größter Finanznot durchsetzen konnte. Falsch aber wäre eS, wollte man in ihr ein wesentlich preisverteuerndes Moment sehen, das die Krise der Oualitätsindustrie herbeigeführt hätte. Gerade die Leder« sabriken haben selbst an Waren des dringendsten Bedarfs Riesen« gewinne erzielt und wurden darauf infolge ihrer zügellosen Preispolitik zuerst von der Weltabsatzkrise betoffen. Es muß mindestens fraglich erscheinen, ob Preisabschläge von 10 bis 15 Prozent die Nachfrage so sehr anregen werden, daß die Krisen- erscheinungen in diesen Industrien damit beseitigt sind. Außer Frage aber steht eS, daß die erhöhte Umsatzsteuer eine große Zahl von Waren belastet, die nicht als Luxuswaren angesehen werden können. Hierin Abhilfe zu schaffen, ist Aufgabe des Reichs« tages, dem Anträge in dieser Richtung bereits vorliegen. Allerdings ist es unbeschadet dessen Aufgabe der Betriebsräte, dahin zu wirken, daß auch die übrigen preiserhöhenden Momente, vor allem die Unternehmergewinne, in diesen Industrien eingeschränkt oder aus« geschaltet werden. Die unerhört schwierige Lage, in die die Reichs« finanzen durch die erzwungene Annahme der Ententeforderungen gekommen sind, macht eS zur gebieterischen Pflicht, auch drückende Steuern nicht eher abzuwälzen, als bewiesen ist, daß sie nicht von den Unternehmungen ohne Belastung der Verbraucher getragen werden können._ Großhandel und Ultimatum. Nachdem der Zentralver- band des deutschen Großhandels mit anderen Unter- nehmeroerbänden gegen die Annahme des Ultimatums der Entente Stellung genommen hatte, veröffentlicht jetzt sein geschästssührendes Mitglied Otto K e i n a t h in Nr. 10 des„Deutschen Großhandels" einen Artikel, den er mit folgenden Worten schließt:„Nachdem nun die Entscheidung für die Annahme der Bedingungen gefallen ist, werden auch Handel und Industrie mit aller Kraft bemüht sein müssen, soweit als es menschenmöglich ist, an der Erfüllung der Bedingungen zu arbeiten, um dem Feind nach Mög- lichkeit selbst vorgeschützte„Rechtsgründe" für neue Gewalttaten zu nehmen, und dem eigenen Volke und der eigenen Wirtschaft wenigstens möglichst viele Monate eine ruhige, durch auswärtige gewalttätige Eingriffe ungestörte Entwicklung zu ermög- lichen." Es wäre nur zu wünschen, daß dieser Standpunkt auch in den Taten des Großhandels zum Ausdruck kommt. Dieser wird sich mehr noch als früher den Erfordernissen der Gesamtwirtschaft anpassen und dabei die herkömmliche Redensart von dem Segen der absoluten„Freiheit des Handels" eine Weile vergessen müssen. Reichsschuhversorgung und Altlederverwertungsstelle. Gegenüber unberechtigten Angriffen auf diese Stellen erklärt das Reichs- wirtschastsministerrum u. a., daß ein der Altlederverwertungsstelle gewährter Kredit von den beiden Reichsfinanzressorts nach reif- licher Prüfung aller Verhältnisse unter.Hinzuziehung der Reichs- Kredit- und Kontrollstelle bewilligt worden ist. Wie hoch die Warenbestände unter Berücksichtigung der heutigen Konjunktur zu b-werten sind, wird ebenfalls festgestellt. Unrichtig ist, daß die Alt- lederverwertungsstelle für französischen Schuhbruch 40 Fr. je Kilo bezahlt hat, tatsächlich wurden 40 Fr. je 1 0 0 K i l o bezahlt. Irrig ist auch die Behauptung, daß nach einer Prüfung die Bestände der Altlederverwertungsstelle kaum ein Viertel ihres Einstandspreises wert seien, daß Einsuhrbewilligungen für die Altlederverwertungs- stelle vom Reichswirtschoftsministerium unmittelbar unter Umgehung der Außenhandelsstelle der Lederwirtschaft erteilt worden seien, daß zur Sanierung der Altlederverwertungsstelle ihre Verschmelzung mit der Reichsschuhversorgung beschlossen worden sei und ähnliches. Die Absicht, Bestände der Altlederverwertungsstelle durch die Reichsschuh- versogung vertreiben zu lassen, geht darauf zurück, daß man die Schuhnotstandsversorgung oereinheitlichen und den Abbau der Altlederverwertungsstelle beschleunigen will. Vor ihrer Durchführung sollen jedoch noch Sachverständige gehört werden. Das Kalisyndikat bestreitet in einer Zuschrift zu unserer Notiz „Die Machtpolitik des Kalisyndikats"(Nr. 21g des„Vorwärts"), daß die Sperre für die Abgabe von 40prozentigem Kalidüngesalz deshalb erfolgt sei, um die Preiserhöhung abzuwarten. Die Verkaufspreise für die verschiedenen Kalffalzsorten hätten bis zum 21. April durchschnittlich 80— 90 Proz. unter den Selbstkosten gelegen. Bei dem 40prozentigen Kalidüngesalz war die Differenz am höchsten. „Aus diesem Grunde allein sah sich das Syndikat gezwungen, damals die Lieferung von 40prozentigem Kalidüngesalz einzustellen, da der Industrie nicht zugemutet werden konnte, über 100 Proz. bei der Lieferung von bestimmten Sorten zuzusetzen. Bon einer Schädigung. der landwirtschaftlichen Produktion durch diese Maßnahme konnte aber deshalb keine Rede sein, weil als Ersatz für das 40prozentige Düngesalz üOprozentiges Salz(Chlorkaliuin) den landwirtschaftlichen Abnehmern in genügendem Maße zur Verfügung stand und jederzeit bestellt und geliefert werden konnte." Von«inem wahlweise» An- g-bot anderer Salze war in dem von uns zitierten Schreiben des Kolisyndikats mit keinem Wort die Rede. Im übrigen hat die Kali- Industrie mit ihrer Demonstrationspolitik tatsächlich ihren üRawtstand» punkt durchgesetzt und die Preiserhöhung erwirkt. Auf ihre Gründe und die Vorgänge bei ihrer Beratung kommen wir noch zurück. Abbau der Kriegsgefellschaften. Die Dienstaufsicht über die K r i e g s-M e t a l l- A.- G. ist, nachdem sie keine hewirtschastende Tätigkeit mehr ausübt, mit Wirkung vom 15. April 1921 auf das Reichsschatzministerium übergegangen. Engelhardt-Brauerei Akt.-Ges., Berlin. In der außerordent» lichen Generalversammlung teilte der Aufsichtsratsvorsigende Direk- tor Bodenheimer mit. daß die Interessengemeinschaft des Unter- nehmens mit der C. A. F. Kahlbaum A.-G. zur Auslösung gelangte und durch ein ähnliches Abkommen mit der Firma I. A. Gilka er- setzt worden sei. Die Generalversammlung genehmigte die Fusion mit der Schlefischen A.-G. für Bierbrauerei und Malzfabrikation, deren Kapital von 2 250 000 M. von der Engelhardt-Brauerei gegen 1125 000 M. Engelhardt-Aktien über- nommen wird. Die hierdurch in Schlesien, Hirschberg, Gottesberg, Waldenburg, gewonnene Position sei inzwischen durch den Erwerb der Genossenschaftsbrauerei des Riesengebirges in Warmbrunn noch verstärkt worden. Die Gottesberger Brauerei, welche vor einigen Jahren stillgelegt wurde, wird von der Engel- hardt-Brauerei neu in Betrieb genommen. Es wurde beschlossen, das Gesellschastskapital um weitere 3 Millionen Mark auf insgesamt 18 Millionen Mark zu erhöhen. 3. D. Riedel Aktiengesellschaft, Berlin-Britz. Nach dem Ge. schäftsbericht betrug im Jahre 1920 der Reingewinn 2 666 644 M. gegen 1 806 043 M. im Vorjahr. Es wird vorgeschlagen, wiederum wie im Vorjahre 26 Proz. Dividende aus 7 Millionen Mark Aktienkapital zu verteilen, 350 000 M. gegen 200 000 M. für Wohl» fahrtsrücklagen zu verwenden und 292 644 M. gegen 189 532 M. auf neue Rechnung vorzutragen. Ferner wird beantragt, das bereits im Juni 1920 aus 12 Millionen Mark erhöhte Aktienkapital weiter auf 18 Millionen Mark zu vermehren. Der Geschäftsbericht verzeich. net den Konjunkturrückschlag am Auslandsmarkt, der ihr aber immer noch die Möglichkeit ließ, den Umsatz zu o e r d o p p e l n. Zusammenschluß der Betonschifsswersten. Die seit dem Kriege in Deutschland ständig an Boden gewinnende Betonschiffsbauindustrie hat sich zu einem Verein der Betonschiffswerften zusammengeschlossen mit der Begründung, daß ihr Anschluß an die Fachvereinigungen des Eisenschiffbaus wegen der Verschiedenartigkeit der Baustoffe. Arbeiterverhältnisse und der besonderen Aufgaben— gemeinsame Versuche hinsichtlich der Verbesserung des Baustoffs und der Bau« weise— nicht in Frage kam. Dem Verein sind die führenden Werf» ten und Betonschiffbau treibenden Ballgesellschaften Deutschlands und Oesterreichs beigetreten. Ein Ausschuß für Montanindustrie bei der Berliner Sowjet� Vertretung. Bei der Berliner Soyijetvertretung ist ein Ausschuß für Montanindustrie geschaffen worden, dessen Leitung der kürzlich in Berlin eingetroffene Bergingenieur S u j e w inne hat. Sujew Hot den Austrag, alle Bestellungen und Einkäufe für die Montanindustrie Sowjetrußlands zu tätigen und die deutschen Fachkreise zur Aus- arbeitung von Entwürfen für die Wiederher st ellungder russischen Montanindustrie heranzuziehen. (Schluß de» r«dakti«nelen Teil».) An! MALZEXTRAKT L auch mit EisenKalr als Krä st igungö mittel sür Rekonvaleszenten und Untereruährtc ist wieder licserbar. Niederlagen in den Apotheken und DrogenhanMungen. Schering» Grüne Apotheke. Berti« IT 4. Thausseestr. 24 ärztlich empfohlen gegen: Gicht Rheuma Ischias Hexenschuß Nerven« und Kopfschmerzen Togal stillt prompt die Schinerzen, scheidet die Harnsäure aus und hebt direkt zur Wurzel des Uebels. Keine schädlichen Neben- Wirkungen. Klinisch erprobt! In allen Avotheken erhältlich.* 4 yvni Billige Sonderangebote iOo efer ---'S '�283<>o SSMS195 bto�. ©oo' S'ÄsSlB 00 K»" 1 D l««<*• cq50 - roö 00 VKMM ©»«SS 00 6 5?/*4 rt''0 �'IdS00 Ä-'i« •"O0 "'"•TS* JiS*1 '■«Usf. ! 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Für den Verwaltungsbezirk IBicvbnbe»— Tthcingem— Unlexfnunuc, Eitz Wiesbaden, wirb zum soforttgen Antritt ein erfahrener 138. 10 Parteisekretär gesucht. In Frage kommt nur eine erste rednerische«rast, die vollkommen seidständig Agitation und Perwaitung führen kann»nd mit dem Wesen unserer Partei und der pol. Segner linsbes. Zentrum) durchaus vertraut ist. Bewerbungen sind mit der Aufschrift„Bewerbung" bi, zum 23. Mai untre Beifügung eines Lebenslaufe, und der Gehalisanfprüche zu richten<>■-,: Paul«Ohle, Bezirkssekretär, Frankfurt n.M., AllerHellignisiT>7 Erste ausländische Versicherungsgesellschaft, die in Berlin eine Direktion für das Deutsche Reich errichtet, sucht tüchtige üukenbeZmte bei höchsten Abschlilßprovisienen und kulanten An- stellungsbebiitgungen. Rlibtsachleute werden eingearbeitet. Offerten unt. E. A. 1380 an Hubolf Masse, OeeHn S 42, Moritzplatz. 8819 Ansfchreibnng der Stelle eines Städtebandirektors. Die Gemeindebehörden haben die Schaffung der Stelle eines Direttoes sllr Städtebau», Siedlung»- und Wohnwelen beschlosseic Der Etädtebaudireltor soll Gcnera'.dezernent für da» gesamte Aufgabengediet der Deputation für da. Sied- Iiings- und Wohnungswesen und Leiter des Zentralamies für Städtebau und Etediungsweien werden. Ais Bewerber kommen nur solche Kräfte in Betracht, welche auf dem Seiamtgebiete des Städtebaus, de» Siedlung»- und Wohnwesens in teder Veziehima erfahren, organisnH'rnch besähig!, volkswirtschaftlich vorgebildet und mit dem Berwottunae-- dienst pertraut sind. Die Anstellung soll aus Privatdienst. vertrag mit der Aussicht auf lebenslängliche Anstellung bei Bewährung erfolgen. Bewerbungsgesitche sind bis zum 30. Mai d. I. an die Deputation für da» Siedlung»- und Wohnungswesen zu richten. Berlin, den 13. Mai 1921. OepukMlon für da, Siedlung»- und Wohnungswesen ____ wuhk'I._ nampnmilT Y Tacht-Garniererinnen UalllvlIIIUlu. und Zuarbeiterinne.. ii ii i(Salär u. Akkord) stellt sofort ein Siegmund Hangen, Wallstr. 11/12 Soziales. Iugendwohlfahrlsgesch und Vormundschaft. Der Entmurf des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes, desien H». stÄndÄrmmen mau wohl größere Beschleunigung müchchcn mochte. bringt eine grundlegende Neuerung auf dem(gebiet der Bor- m u n d s ch o f t. Er geht nicht mehr grundsätzlich von der Einzel- Vormundschaft aus, wie es das Bürgerliche Gesetzbuch von 1900 tat. Dies ließ nur den Landesgesetzen die Freiheit, unter gewissen Be- dingungen den Vorstand von Anstalten oder einen Beamten zum Vormund für in den Anstalten erzogene Kinder oder aus öffentlichen Mitteln unterstützte Minderjährige zu bestellen. Daraus entwickeU« sich die Einrichtung der Sommelvormundschaft. der Generalvormundschaft, der Berufsvormundschaft. Letztere gewann wachsende Bedeutung für die unehelichen Kinder insbesondere, und daran knüpfen die Bestimmungen des Entwurfs zum Reichsjugendwohlfahrtsgefetz an in der Bestimmung, daß das Jugendamt des Geburtsorts mit der Geburt eines unehelichen Kindes die Vormundschaft erlangt. Auf seinen Antrag kann es auch zum Vormund für nicht nur vorübergehend aus öffentlichen Mitteln versorgte Minderjährige bestellt werden. Ferner ist es Gcmeindewoisenrat. .Zu diesen Bestimmungen haben ungünstige Erfahrungen ge- führt, die man mit der Einzelvormundschaft gemacht, insbesondere vel den Unehelichem Es verging rine gewisse Zeit bis*nr Bestellung des Vormundes, wieder Zeit, bis er sich um das Mündel kümmerte. Mancher, der nicht Luft zur Vormundschaft hatte, bekümmerte ssch auch nicht sorgsam darum.(Jeder Mann hat ja die Pflicht, eine Vor- mundschaft zu übernehmen, die Frau nur das Recht, sie kann ab- lehnen.) Es ist fraglos ein Gewinn, wenn sofort ein Bormund vor- Händen ist, und der Amtsvormimd ist auch nicht geübter und ener- gischer im Tintreiben von Alimenten. Bedenken muß aber die grundsätzliche Beschränkimg der Amtsoormundschasl aus Uneheliche und auf aus öffentlichen Mitteln versorgte Minderjährige erregen aus zwei Gründen! Zunächst find diese beiden Kategorien von Kindern in gewisser Art Minder- berechtigte und gewissermaßen Deklassierte innerl>alb der Ge- sellschaft, die man sehr mit Recht als die„bürgerliche" zu bezeichnen pflegt. Kommen nur diese Kinder in die Amtsnormundschoft, so wird diess selbst gewissermaßen in Mißkredit gebracht wid dis- kreditiert die ihr Unterstellten noch weiter. Der zweite Grund für ein Bedenken liegt im Interesse der ehelichen Kinder. Es ist auch für sie wünschenswert, daß möglichst sofort ein Vormund vor- Händen ist. Das ist mit Sicherheit nur bei der Amtsvormundschajt der Fall. Da das Jugendamt die Bestellung eines Einzelvvrmundes beantragen kann, würde immer die Möglichkeit, hier eine« Einzel- oormund zu bestellen, bleiben. Und man könnte auch der geltenden Bestimmung des Bürgerlichen Gesetzbuches Rechnung tragen, nach der zunächst von den Eltern bestellte Vormünder oder die Großväter väteNichev- Nnd mükterlichersests zu bestellen sind, wem»«an diesen das Recht gäbe, selbst an Stelle des Jugendgerichts ihre Bestellung zum Bormund zu beantragen. Eine weitere Neuerung bringt der Entwurf darin, daß auch für eine Leibesfrucht weitergehend, alz das Bürgerliche Gesetz. buch es zuläßt, ein Pfleger bestellt werden kann, der mit der Geburt des Kindes Vormund wird. In diesem Falle tritt aber kein« Amts- Vormundschaft des Jugendgerichts ein. Wenn es bisher nur den Landesgesetzen überlassen war, An stalts- oder Tcreinsoormundsckaft anzuordnen, so fall dies nach dent Entwurf allgemein zulässig fein. Daß dos Jugendamt auch die Aussicht über Pflegekinder führt — es sind dies fast ausschließlich uneheliche—. ergibt sich atme wo teres als notwendig. Anfechtbar ist aber die Bestimmung, daß die» auch der Fall sein soll, wenn das imedeUche Kind sich bei der Mutter befindet. Diese soll van der Aussicht befreit werden können, wenn ihre Person Genöhr für eine geeignete. Pflege bietet. Es ist fraglich, ob nicht richtiger umgekehrt die uneheliche Mutter von der Aufsicht befreit wäre, falls nicht ihre Person zu Bedenken hinsichtlich einer geeigneten Pflege Anlaß gibt. Hier würde eine gewisse Deklassierung der unebelichen Mutter vennieden. Aber wann kommt das Reichssugendwohlfohrksgesetz? Obschon die Frauen oller Parteien gemeinsam seine Vorlegung beantragten. scheinen einzelne bürgerliche Parteien jetzt mindestens eine gewisse Berschleppungsthev-ic zu befolgen. H e n n i Lehma»». MWimWMerMfA? Der moderne Grudeherd mit patentiertem Well« "siebe nach Rislchel stellt im Gegensatz zu den alten Grudekästen eine sinnreich konstruierte Maschine dar, die wie das Herz stets ohne Unterlatz Tag und Nachi arbeitet; in gewissem Sinne ein Perpetuum mobile. Sie brät, backt, kocht, heizt und stellt warmes, heitzes und kochendes Wasser stets zur Verfügung. Was diese» aber in der jetzigen Zeit der Kohlenmisere, der Gassperre und der Streik- geiahr für Haus und Familie und gewisse Berufe bedeutet, braucht nicht weiter ausgesührt zu werden. Dieser Herd erfordert zu seiner Wartung und Pflege nur geringe Intelligenz und noch weniger Kraft. Er lvirb zudem mit einem billigen Heizmaterial, sogenanntem Grudeloks, einem Abfallprodukte der Braunkohle, der früher meist achtlos fortgeworfen wurde, in Betrieb gehalten, der auch den hygienischen Anforderungen durchaus entspricht. Aber nicht mir das! Der Herd ist auch ein treuer Diener der modernen Hygiene insofern, als er in stets williger Weif« durch das beständig vorhandene warme und heiße Wasser die Handhaben für Sauberkeit und Reinlichkeit abgibt. Der von den Alten geprägte Satz„DaS Wasser ist das Beste" kommt im Riekchel- Hcrd für die Gesundheitslehre zur vollen Geltung. Infolge der ununterbrochene» BetriebSfähigkeit des Herdes hat besonders der Arzt leichtes Spiel bei seinen Verordnungen in der Säuglings- und Kranken- pflege. Man denke an die Bäder und an die mannig- lachen warme» und heitzen Umschläge. Nicht minder aber leistet der Herd zweckmäßige Dienste bei der Sterilisation der Instrumente und Verbandsstoffe; ganz besonders treten diekelbsn auch in Erscheinung airf dem Lande, wo der Arzt gezwungen ist, auf dem Gebicre der Chirurgie und Geburtshilfe rasch einzugreifen. Auch da, wo der Arzt bei magendarm- schwachen und hermriergekommenm Kranken auf leicht verdauliche, gut zubereilete Speisen bcdochi sein muß. sinder er im Riestel-Herd einen sms bereiten Helfer. Aach allen dies«» Boizügen!ami man mit Recht behaupten, daßder Rieschel-Grudeheri'' die soziale Lekonomie und Hygiene voimärtS bring!. Wie man früher den Kultiirzustaiid eine» Volkes nach dem Verbrauch an Seife beurteilie. kann mau jetzt weiter gehen und ihn nach der Verwendmig eine» modernen„Rieschel"*) einschätzen. Leipzig. Februar lS2l. Dr. med. Th. H. ') Alleinizer.sserftcCec: DeuisKc Patent-Ävrdeefen-gsadri! Walter Ri e sck, r I S Co. m. d. H., Ruderlaz« Berlin C lo. llcrufaleinct Stratz« 15. Dt e(tt'ens�urGre�citeis iee-Yitermalb'dCJ«iw« inli.<>)tatörtun. Orcfle Erfolge bei Krankheiten des Herfens und der Gofäflc(AderverkalUung), des Nervensystem«, der Verdauungsorgane und Luftwege, sowie der Stolfwechselerkrankungcn, Frauenkrankheiten, Rheumatismus, Skrotuiose. Sommer- und Winterkur. 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Provinz- ktrofte 50 fLadeni Reinickrndorf.Rofenthal: 33. Büro, Prittz.Heinrich.Sir. 84. Schmargendorf: Rehab. Breite Str. 4. Schöneberg! Belzigcr Sir. 21. Geöffnet von 8—0 Uhr. Senzig, Friedewal» Edausteeltr, 54, SieincnOstabi: Stein Ronnendomm-Allee 02 e. Spandau: B u ll a ck, Rnritzstr. 14. Sarih, 3 Tr, Staalcu: Frau Küfer au, Staaken, Scheidtstr. 12. Südende: Ludwig. Salstsstr. 30. Sieglitz: Gehricko, Sdülobornftt, 12. Tegel, Borsigwalde, Reinickendorf-Bep. Lllaidmannelnfl. Freie Scholle. Kermsdsrf, Blekenwerdei. Bergleide. Stolpe und Botgodorf: Borsigwalde. Räufchstr. 10. Geöffnet von 9-0 Uhr. Teltow: K r ll g e r, Schönow, Dorfstr. 8. Tempelhof: Katfer-Wilhelm-Str. 13. Tempclhof: kandier. Hohenzollorniorlo 5. Trebbin: W ö r i n g. Bahnhofstr. 02. Treptow: vtramon» kirfholzsir. 412. vor» I T: Weißrnfre: Berliner Allee 54. Wllban-Sshenlehme: Rud. Setto». Wilhelmshag»!!. Hesienwinkel: Schulze. 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LOeOWSKI: Die Gewerkschaften In SowJetruEland. , IL Churchill als Verschwörer(Ooiowina Memorandum an Sasanow). , 12. A. BOGDANOW: Was ist proletarische Dichtung» „ 13,14, N. LENIN: Erfolge und Schwierigkeiten der Sowjetmacht. , 15/15. LEO TROTZKI; Die Arhelterklasse und ihre Sowjetpelitlk. _ 17. Die Tätigkeit des Russischen Metallarbeiter-Verbandes in den Jahren 1917—1920. _ 18. Die Probleme der Sowietukraine(Beiträge voa LENIN, " RAKOWSKI und PA WLOW1 TSCH), Weitere Hefte in Vorbereitung! Nr. 19/21. N. BUCHARIN: Der Klassenkampf und die Revolution in RuS- land. , 22. Ol« Verfassung(das Grundgeseti) der Russischen sozialistischen föderativen Sowjetrepublik. , 25-24. Drei Kundgebungen aus dem Jahre 1918: N.LENIN: Ein Briet an die amerikanischen Arbeiter/ Ein diplomatischer Notenwechsel über den weisen und roten Terror/ Oilener Brief an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Herrn Wodrow Wilson. „25. N. LENIN: An die russische Jugend. Rede auf dem 3. Allrussischen Kongret des russischen kommunistischen Jugend- Verbandes. Moskau, 4. Oktober 1920. „76. W. POSNER: Die Einheits-Arbeitsschule. „ 27/28. ANIKST: Organisation des Arbeitsmarktes. . 29/30. SINOWIEW: Die Sowjetmacht und der Ofiiziersstand/ S. RAKOWSKI: Die Seele des Sieges. „ 31/32. KARL RADEK: Das dritte Jahr des Kampfes der Sowjetrepublik gegen das WeltkapitaL Zu beziehen durch: FRANKESVERLAG G.m.b. H., LEIPZIG Nr, 33. KARL RADFK: An der Schwelle der groBen Aufbauarbeit in Sowjetrußland. - 34/55, N. LENIN; Die auswärtige und innere Politik SowjetruBIands (Rede auf dem VIIL Sowjet-KongreS. Moskau, Dezember 1920.). „ 36/37. J. STEPANOW: lieber auslindische Konzessionen. .38. N. LENIN! Die gegenwärtige Lage SowjetruBIands(Rede au» dem X. KongreB der Kommunistischen Partei RuBlands. Moskau, Mäiz 1921.). . 39/40. KARL RADEK; Die SuBere und innere Lage SowjetruBIands und die Aufgaben der Kommunistischen Partei Rußlands. - 41/42. N.LENIN: Das Verhältnis der Arbeiterklasse zum Bauerntum (Rede auf dem X. KongreB der Kommunistischen Partei RuBlands. Moskau, März 1921.) „ 43. L. KAMENEW: Die Sowjetrepublik in der kapitalistischen Um- zlnglung. „ 44/45. A. RYKOW: Resultate der aufbauenden Tätigkeit der Sowjetregierung. Jede Nummer 50 Pf. V Notruf*'""" an die Schuizpolizei bietet polizeilichen Schutz ■MMwiii— für Ihr Leben, Hab und Gut. Bei eintretender Gefahr haben Sie sofort wiii»iiii»mMiiiim» polizeiliche Hilfe zur Steile, mbwiiw»»»!!»!!«« Sie sind nicht mehr auf das Telephon und Verbindung durch das Fernsprechamt angewiesen, Die polizeilichen Notruf-AnschlUsse vermietet die Berliner Nolrul-AKliengescllseliafl MarkgrafenstraBe 30. Telephon: Zentrum 12769. J Die 3381b» Kommunistische Internationale Organ des EKeKntlvhomfiees der Kommnnlsnsclien internaflonslc Als Nachdruck der Originalausgabe sind bereits erschienen Nr. 1 bis 15 Zu beziehen durch die Verlagsbuchhandlung Carl Hoym Nachf. Louis Cahnbley, Hamburg II. jeder Art bei kleiner Anzahlung und | bequemer Abzahlung| Möbelhaus Andreasstr. 28 Strengste Diskretion. taucherdankü T- mm Das sicherst. Mittel, das BfL Rauchen ganz od. tellw. ftll einzustell Wirkg. ver- ■ blüfiend. Auskunltums. Vers San.Artik-Gg.Engibreclit, München R6, Kanuzinerstr. m Haupt sitz: Stockholm Svenska Ekonomiaktiebo läget Zweigniederlassung: Berlin NW 7, Unter den Linden 68a T elegram madresse: Fernsprecher. Schw edeobaak Berlin Zentrum 128JJ und 1514 BiUMfeck der Kommunisflsdien Hiiemanonale ------ Es sind bereits folgende Bände erschienen:———— Band 1: Manifest, Richtlinien, Beschlüsse des Ersten Kongresses, Aufrufe und offene Schreiben des Exekutivkomitees bis zum Zweiten Kongreß. Preis M. 10.— Band 2: Die kapitalistische Welt und die Kommunistische Internationale.(Manifest des Zweiten Weltkongresses der Kommunistischen Internationale. Preis M. 1.— Band 3; Leitsätze und Statuten der Kommunistischen Internationale. Preis M. 2.50 Band 4: L. Trotzld: Terrorismus und Kommunismus, Anti-Kautsky.(2. Auflage.) Preis M. 1.50. Band 5: Karl Radek: Theorie und Praxis der 21/, Internationale. Preis M. 1.50. Band 6: W. Newski und S. Rawitsch: Arbeiter- und Bauemuniversitäten in Sowjetrußland. Preis H. 1.—. Band 7: Der Erste Kongreß der Kommunistischen Internationale.(Protokoll der Verhandlungen.) Preis JI. 6.—. Band 8: E. Varga: Die wirtschaftspolitischen Probleme der proletarischen Diktatur. Preis M. 3.50. Band 9: N. Lenin; Der Imperialismus als jüngste Etappe des Kapitalismus. Preis M. 4.—. Band 10: A. Losowski: Der Intern. Rat der Fach- und Industrieverbände(Moskau gegen Amsterdam). Preis M. 2,—. Band 11: Karl Radek: Die auswärtige Politik Sowjetrußlands. Preis M. 2.50. Band 12: W. P. Mjljutin: Die Organisation der Volkswirtschaft in Sowjetrußland. Preis M. 1.50, Demnächst ersdieinen: N. Bucharin und E. Preobraschensky; Das ABC des Kommunismus/ N. Lenin: Der„Radikalismus", die Kinderkrankheit des Kommunismus.(Zweite, durchgesehene Auflage)/ J. Larin und N. Kritzmann: Wirtschaftsleben und wirtschaftlicher Aufbau Sowjetrußlands 1917-1920/ K. Lenin und G. Sinowjew; Gegen den Strom/ G. Sinowjew: Der Krieg und die Krise im Sozialismus/ Protokoll des Ersten Kongresses der Völker des Ostens/ Protokoll des Zweiten Kongresses der Kommunistischen Internationale/ O. W. Kuusinen; Die Revolution in Finnland/ S. I. Gussew: Die Lehren des Bürgerkrieges/ M. Tomski: Abhandlungen über die Gewerkschaftsbewegung in Rußland. 3382b» Zu beziehen durdi die Tcrladsbudihandlnnd Carl Boym Nadil. Louis Cahnblcy, Bamburg Ii für Sic, auch einen weiten Weg zu machen, um bei uns zu kaufen Die ganz gewaltige Auswahl, die Sie bei uns finden und unsere immer wieder Staunen und Bewunderung erregenden niedrigen Preise werden Sic für alle aufgewandte Mühe und Kosten überreichlich entschädigen! KönlgstraBe 33 Chsusseestr. 113 Am Bahnhof Alexende rplat* Belm Stettiner Bahhof V r '■•'•ig Um Gbe Deutjchlanös Antwort. Berlin. 14. Mai.(WTV.) In Beantwortung der Note Briands über den Aufruhr in Oberschlesien ist der französischen Regierung heute folgende Note übergeben worden: »Der Herr MnlsterprSsident glaubt in seiner Note vom 7. d. At. den Ursprung des Aufstandes einer falschen deutschen Zel- iungsmcldung zuschieben zu sollen. Demgegenüber muh festgestellt werden, dah es sich um die.Oberschlesische Greuzzei. t u o g", das Organ des bisherigen polnischeu Plebiszilkommissars Sorfanky. handelt. Diese absichtlich gefälschte Derösseutsichung sollke offenbar als Alarmsignal für die seil langem vorbereitete pol- uische Aufstandsbewegung dienen. Die Note geht mithin von einer falschen Voranesetzung aus, was übrigens auch Herr General L e 7l o u d dem deutschen Bevollmächtigten in Oppeln gegenüber ausdrücklich anerkannt hat. ?n der Note wird ferner gesogt, dah die aus deutschen Quellen stammenden Meldungen über die Lage in Oberschlesien t e n d e n- ziös gefärbt feien. Demgegenüber muh die deutsche Regierung mit Nachdruck feststellen, dah die tatsächlichen Zustände in Obcrschlesien einen viel ernsteren Charakter tragen, als sie ia der Note vom?. d. M. dargestellt sind. Trotz Wieder- aufnähme der Arbeit an manchen Stellen ist irgendeine Besserung der Lage nicht sestznstellen. Der Znsur- gei.tea.ührer K o r f a n l y ist nach wie vor absoluter Herr der Loge, und es gelingt ihm täglich, seinen Machtbereich weiter auszudehnen: so Ist am 10. Mai sogar der wichtige Eisenbahn- knotenpunkt Sandrzin durch einen mit modernen Kampfmitteln und unter Verwendung von Artillerie durchgeführten Angriff in seine Hände gefallen. Die Znteralliierte Kom- Mission verfügt in dem gröhten Teil von Oberfchleflen über keinerlei Macht. Die in der Note erhobenen schweren Anschuldigungen sind dem- nach, wie dies auch bereits von Herrn General Le Rond ausdrück- lich anerkannt worden Ist, durchaus unbegründet." Lloyd George vom Zensor verboten! Gleiwih. 14. Mai.(III.) Die franzSsische Zensur hat den Gleiwiher Zeitungen die Wiedergabe der Rede Lloyd Georges nicht gestattet. Katlowitz. 14. Mai. Der Beuthener französische Divisions- generol hat die„O b e r s ch l e s i s ch e Landeszeitung" aus die Dauer von vier Tagen verboten, weil sie«inen Bericht über die Begünstigung von bewaffneten Haller-Eoldaten durch französisches Militär in der Stadt Beuthen veröffenllicht hat. Des Verbot ist um so willkürlicher angesichts der Tatsache, dah die ..Oberschlesische Landeszeitung" vorher die Zensur unbean- standet passiert hatte. Breslau, 14. Mai.(Eigener Drahtbaricht des..Vorwärts".) Der„Oberschlesische Kurier" Hot neben den Bekannt- machungen der Interalliierten Kommisiion auch die Bekannt. mochungen der Insurgentensührer gebracht und zwar wahrscheinlich als Inserat. Gegen ihn soll eine Anklage wegen Hochverrots erhoben werden. Polnischer Terror. Oppeln. 14. Mai. Aus dem Srelsc Kreuzburg werden an mehreren Stellen örtliche vorstöhe der Aufrührer geweidet. .~m Kreise Rosenberg kam es bei Sohle zu eluem Zusammeustoh. In der Stadt Kattowih Ist von den Insurgenten erneut geplündert worden. Der Hafen von Sasel befindet sich nach wie vor in den Händen der Aufrührer. In I w o r o g. kreis Gleiwitz. ist der Gemeindevorsteher von den Aufständischen abgesetzt worden. Mehr als hundert Deutsche wurden sestgenom- wen. Aus dem kreise hindenburg wird ebenfalls die Verfolgung denlschgesinnter Oberschlesier gemeldet. Zm kreise Oppeln scheiierle csu vorstoh der Aufrührer, der aus der Richtung klein- S o t t o r z erfolgte. Weiler eingetroffene Meldungen bestätigen. dah infolge Mangels an Geld und Verpflegung die Aufrührer au mehreren Orlen nicht mehr in der Hand ihrer Führer sind, sondern auf eigene Faust plündern und rauben. Breslau. 14. Mai.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Aus Oppeln wird von sozialdemokratischer Seite geschildert, daß die Erregung auch nach den Erklärungen des Generals Le Rand fortdauert, denen niemand mehr Glauben schenkt. Die Annahme, daß die Truppenoer st ärkungen der Interalliierten Kommission wegen der politischen Lage in England und Italien doch nur aus Franzosen be- stehen könnte, wird in der gequälten Bevölkerung mit furchtbarer Erregung besprochen. Von den Terrorakten der Polen in den ländlichen Bezirken dringt nur der kleinste Teil nach Deutschland. da die Prcsicberichterstatter in den eingeschlosienen Städten naturgemäh nur wenig davon erfahren. Die Berichte der nach Mittelschlesien durchkommenden taufenden von Flüchtlingen sind, wenn man selbst ihrer Erregung starke Ucbertreibung zurechnet, erschütternd. Aus Kattowitz wird der Breslauer.Voltswocht" gemeldet: Der � o h n des schlesischen Landtagsabgeordneten Ge. nassen Winzer, der aus der Ferdinandgrube als Praktikant tätig ist, wurde vorgest'rn in Kattowitz auf der Reichsbankstraße von polnischen Insurgenten festgenommen und nach Bogut» schütz verschleppt. Er wurde in furchtbarer Weise geprügelt und mißhandelt, jj. a. mußte er auf Erbsen knien. Gestern kam er wieder zurück. Anscheinend vermutete man in ihm einen deutschen Stoßtrupplcr. kattowitz, 14. Mai. Der Tierarzt Metzner in Kattowitz wurde heute mittag auf einer Dienstsahrt in Bogutschütz von Aufrührer» aus seinem Wagen geHoll und nach Schoppinitz verschleppt. TaS Spiel geht weiter. Breslau, 14. Mai.(Eigener Drahkbericht des.vorwärts".) Die„Grenz-Zeikung". das Organ korfantys, schreibt so, als wenn Obkcschlcsien schon vollständig dem polnischen Reiche cinverleibk sei. Verfügungen der Insurgenten durchkreuzen die Verfügungen der Entente, trotzdem gehen sie an staadslos durch die Zea- s u r. Anscheinend hat die Interalliierte Kommission jede Macht gegen die Zusucgenten verloren. Es sieht so aus, als wenn sie sich mit einer Regierung Korfantys in Oberschlesien abfinden. Breslaa. 14. Mal.(TR.) Die Eisenbahnbrücke über die K l o d n i tz ist heule nacht vou den Polen gesprengt worden. Breslau. 14. Mai.(TU.) Wie die Telegrophen-Union von zu- verlässiger Seite erfährt, hat im Landkreis Oppeln der kom- mandierende General Sonnet unter der Begründung, daß schon genügend deutsches Blut geflosien fei, den Befehl gegeben, daß die A p o und der Selbstschutz endlich durch französische Truppen abgelöst werden sollten. Der englische Major E c a t t i n und der Apo-Oberleutnaut Kosmalla protestierte n gegen diese Maßnahmen. Darauf nahm der General diesen Befehl zurück. Die französischen Truppen, die in Richtung Gegoiin ablösen sollten, konnten noch angehalten werden, während die beut- schen Apo-Postierimgen und der Selbstschutz in Rakel und W a r n a u tatjächlich abgelöst wurden. Diese Orte wurden kurz darauf von den Polen kampflos besetzt. Wie die Telegraphen-Union aus durchaus zuverlässiger Quelle erfährt, ist einwandfrei festgestellt, daß der französische Kommandeur von Gleiwitz, General dcBrantes, am chimmelfahrtstage in Laband an der Weihe polnischer Fahnen teilgenommen hat. Am letzten Donnerstag ist General de Brantes zunächst nach Oppeln, von da nach Bendzin und von dort nach Sosnowice gefahren. An letzterem Orte haben zwischen ihm und Korfanty Verl) and- l u n g e n stattgefunden. Ter Sohnfonnabend. Man sah dem Sonnabend in Oberschlesien mit einer gewissen Unruhe entgegen, da die zur Entlohnung nöligen Gelder infolge des Korfanty-Ausstandes nicht flüssig gemacht werden konnten. Die Reichsbankneben stell« in Oppeln hotte ursprünglich den verständlichen Beschluß gesaßt, keine Gelder in das von den Aufständischen besetzte Gebiet zu schicken. Einer bisher allerdings nicht bestätigten Nachricht zufolge hat sich die Reichsbanknebenstelle nunmehr doch entschlossen, ihren Filialen im Industriersvier größer« Betröge zu übersenden, um die Entlohnung der Arbeiter« lchaft zu ermöglichen. Wie der Telegraphen-Union aus London be- richtet wird, spielt hierbei ein Schritt der alliierten Gesandten in Berlin eine Rolle. Den PPN. wird aus Kattowitz gemeldet, daß der Geschäftsführer des Bergwerkhüttenmännisehen Vereins, Bergrat Geisenheimer, im Auftrag« Korfanty» die industriellon Werke Oberschlesienz zu Mitteilungen und Unterlagen für die Löhnung der Arbeiter und für die Namen der leitenden Beamten zwecks Ausstellung polnischer Ausweise für sie ersucht hat. Noch den Mitteilungen Korfantys könnten solch? Ausweise Nur sicheren und zuverlässigen Leuten gegeben werdzn. Bergrat Geisenheimer stellt den Werken anHeim, die zuverlässigen Leyte zu benennen. Die Nachricht wurde den PPN. von einwandfreier Seite bestätigt. Wie die PPN. weiter hören, hat die gesamte Gleim i tzer und Hin- denburger Industti«, sowie die gesvmten dortigen Grüben es entschieden abgelehnt, dem Ersuchen des Bergrats Geifenheimcr nachzllkotmnen. Hingegen sollen einzeln« Kattowitzer Werk« die Namen ihrer Beamten oufgegcben haben: doch liegt eine Bestätigung dieser Angabe noch nicht vor. * Wir nehmen an. daß es sich auch in dem von den PPN. gemeldeten Fall vor allem darum handelt, die Entlohnung der Arbeiterschaft und die Bewegungsfreiheit der Beamtenschaft sicherzustellen. An der Gesinnung des Geschäftsführers dos Berg- und Hüttenmännischen Vereins darf man jeden- falls nicht ohne weiteres zweifeln. Im Gegenteil, es verdient Anerkennung, daß sich hier ein Mann findet, der sich unter.Hintanstellung der nationalen Emp- findlichkeit bemüht, zunächst einmal wieder die Ruhe und Ordnung in Oberschlesien wiederherzustellen und die Leide'i der Arbeiter und Beamten in Oberschlesien nicht unnüy zu vermehren. Die„vollendeten Tatsachen" eines Korfanty braucht man deshalb nicht anzu- erkennen, um so weniger, als Lloyd George von neuem feierlich die Rechte der deutschen Bevölkerung und Deutsch- lan!.s in Oberschlesien verbrieft hat. Nichts wäre verderblicher, als derartigen Akten der Vernunft und Besonnenheit einen die Unruhe noch mehr schürenden Chauvinismus entgegen- zusetzen, der nur dazu beitragen könnte, das klare deutsche Recht zu trüben und die Einheit zu stören. Englanü gegen die alten Sanktionen. Frankreich natürlich für Beibehaltung. London, 14. Mai.(WTB.) Reuter meldet au« Berlin: Während die Alliierten bisher zu keinerlei Beschlüssen bezüglich der ventschland nach der Londoner Konferenz Im März auserlegten Zwangsmaßnahmen gekommen sind, erfährt Reuters Berichterstatter, daß die britische Regierung im hin- blick ans die Annahme des Ultimatums der Alliier- ken t.nrch Deutschland für die Aushebung der Zwangsmah- nahiaen ist; besonders über die Rheinzölle und die Besetzung von Düsseldorf. Duisburg und R u h r o r t fei ein Meinungsaustausch zwischen den Alliierten im Gange. Paris, 14. Mai.(WTB.) Ein Telegramm des Berliner Be- richterstatters von Reuter erklärt, daß die britische Regierung einer Aufhebung der im Verfolg der Londoner Konferenz im März verhängten Zwangsmaßnahmen günstig gesinnt sei. Der diplomatische Mitarbeiter von Hava» glaubt zu wisien, daß die französisch- Regierung ganz im Gegensatz hier- zu Anhängerin der Beibehaltung dieser Maßnahmen ist, welche gemeinsam in London beschlossen wurden, und daß sie diese Auffassung in London bekanntgegeben hat. Kohlenblockaüe gegen Englanö geforüert. London. 14. Mai.(Reuter.) Eine Versammlung der Voll- zugsansschüsse der Eisenbahner und Transport- arbeiter nahm eine Entschließ nag an, in der es heißt: Nachdem beschlossen worden ist. die S p e r r« auf eingeführte kohle zu vcrschärsen, lenken wir die Aufmerksamkeit der hollöodischen und französischen Transportarbeiter besonders aus die Entschließung des Internationalen Transportarbeilerbuudes auf dem Genfer Kongreß hin, der eine SohlenblockadefürEnglaud vorsieht, und fordern, daß der Genfer Entschließung die weitest. gehende Wirksamkeit verliehen werde. Lloyd George greift nochmals vermittelnd ei«. London, 14. Mai.(WTB.)„Daily Expreß" zufolge wird Lloyd George voraussichtlich die Führer der Bergarbeiter und die Grubenbesitzer' auffordern, mit ihm in der nächsten Woche in Ehequers zusammenzukommen, um ganz« lich neue Borschläge zu prüfen. London, 14. Mai.(Reuter.) Nach erregten Erörterungen Hot eine Massenversammlung der Eisenbahner in Glas- g o w sich mit überwiegender Mehrheit gegen einen Ausstand ausgesprochen. Rechtsgarantien bei Sonöergerichtc«. Neue Berordnullg deS Rcichspräsidcnten. Berlin, 14. Mai.(WTB.) Nachdem der R« i ch s t o g in feiner Sitzung vom 12. d. M. auf Porschlag des Rechtsaus schusfes (in Gemäßhcit eines sozialdemokrotiichen Antrags. Red. d.„A.".) die Reichsregiernng ersucht Hot, zur Verbesserung der Rechts- sicllung des Beschuldigten einige Aendernygen der Verordnung des Reichspräsidenten vom 2S. März über die Bildung außerordenb» sicher Gerichte zu veranlass«!,, hat der Herr Reichspräsidem unter dem heuttgen Tage eine Verordnung zur Abänderung seiner früheren Becordnung betteffend die außerordentlichen Gerichte erlassen. Nach den neuen Bestimmungen soll die Anklage vor den außerordentlichen Gerichten nur dann erhoben werden, wenn die Tat mit der aufrührerischen Bewegung aus aus dem März d. I. in Verbindung steht. Straftaten von Personen unter IS Jahren sollen vor den außerordentlichen Gerichten uicht verfolgt werden. Die Verteidigung ist in ollen Fällen not» wendig, die ohne diese Verordnung vor dem Reichsgericht in erster Instanz oder vor dem Schwurgericht zu verhandeln wären. An Stelle der bisherigen nur L4stündigen Einlassungpfrist zwischen Ladung zum Termin und dein Termin selbst tritt nunmehr eine Frist von 3 Tagen, auch muß in Zukunft jedem Angeklagten eine Auklageschrist vor dem Termin zugestellt werden. Die wesent- lichste Abweichung von dem bisherigen Verfahren besteht darin, daß die Beweisaufnahme künftig nicht mehr in das Ermesse» des Gerichts gestellt ist, sondern die Vorschriften der Strafprozeßordnung für das Verfahren vor der Strafkammer Anwendung finden. • Gegenüber den leeren Demonstrationen der Lintsradikalen ist es der positiven Arbeit der Sozialdemokratie gelungen, wenigstens die gröbsten Rechtsmängel des sonvergerichtlichen Verfahrens zu beseitigen. >» Erfurt. 14. Mai.(WTB.) In dem Prozeß de« Erfurter Sondergerichts gegen Z4 Angehörige der Roten Zlrmee, tie in dem Dorfe Bachra von der Erfurter Schutzpolizei gefangen ge- nommen wurden, ist heute vormittag noch achttägiger Verhandlung des Urteil gefällt worden. 11 Angeklagte wurden zu Zuchthaus- strafen von 2 Jahren 3 Monaten bis zu 6 Jahren, die übrigen zu Gefängnisstrasen oerurteilt. Hamburg. 14. Mai.(TU.) Das außerordentliche Gericht in Hamburg setzte am Freitag die Verhandlung wegen des Kommu- nistenputsches auf der Vulkan werft fort. Nach beendeter Be- weisoufnohme wurde dos Urteil gefällt. Das Gericht verurteilt? den Angeklagten G ö l d n e r zu drei Jahren sechs Monaten Zucht- Haus, während die übrigen Angeklagten zu Gefängnisstrafen von sechs bis fünfzehn Monaten verurteilt wurden. Sieben Ange- klagte wurden freigesprochen. verftänümslos. In der„Betliner Dörsenzeitung" reibt sich ein Mitarbeiter mit, wie er glaubt, geistvollen Bemerkungen an der Sozialdemokratie, well sie im Kabinett Wirth mit einigen der bürgerlichen Minister zusammenarbeitet, deren Tätigkeit sie scharf bekämpft hat, als jene noch Minister im Kabinett Fehrenbach wären. Das Er- staunen des geistvollen Mannes wäre vielleicht weniger groß, wenn er gelesen hätte, was der„Vorwärts" zur Bildung des neuen Kabinetts am 11. Mai 1821 schrieb. Wir wiederholen unsere damaligen Ausführungen: So ist denn dos neue Kabinett von vornherein nur als ein Nvtkabinett zu betrachten, dos zu dem Zwecke gebildet ist. durch Annohm« und Ausführung des Ententsultimatums das deutsche Volt vor der Katastrophe, vor dem Untergang zu de- wohrea. Hinter diesem Ziele mußten alle anderen Be- denken zurücktreten, auch die Bedenken, die von sozial- demokratischer Seite mit Recht gegen einzelne Vertreter der bürg«. llchen Soalilionsparkeie« erhoben werden können. Wir find auch heute noch überzeugt, daß der gesunde Sinn unserer Parteigenossen diese Erwägungen ohne weiteres be- greift. Witzige Leute allerdings, denen die Anbringung ihrer Geist- reicheleien bedeutender erscheint als der ungeheure Ernst der Situation vom 10. Mai,»lögen dafür kein Verständnis haben. Wir oerlangen es von ihnen auch gar nicht. „Das teuerfts Ministerium üe? Welt�- In dem neuesten Heft des von Stephan Großmann heraus- gegebenen„Tagebuch" setzt sich der ehemalige Reichsminister Erz« b e r g e r erneut mit der Politik des gewesenen Kabinetts Fehrenbach-Simons auseinander, das er das„teuerste Mi» nisterium der Welt" nennt. Das teuerste Ministerium, weil es uns nach seiner Meinung durch die betriebene Politik und dos dadurch hervorgerufene Londoner Ultimatum zirka 50 Milliarden Goldmnrk gekostet hat. Um dies zu beweisen, gibt er einen knapp zusammen- fassenden Ueberblick über die Entwicklung der Reparationsforderun- gen der Entente.„5m Juni 1920 verständigten sie sich in London auf 42 Iahreszahlungcn von je 3.7 Goldmilkiarden.... In Spa schwiegen wir hierüber.... Im Herbst kamen englische und französische Unterhändler mit dem ganz gesunden Vorschlag eines Pcvvi- soriumz für 6 Lahre: statt mit beiden Händen zuzugreifen» sagte das Kabinett Simons steifleinen: Wir haben nach dem Frie, densvertrag das Recht, die G e s a m t v e r p f l i ch t u n g zu er- fahren, ober wir haben nichts gegen eine vorläufige Abmachimg... Dann kamen Ende Januar 226 Milliarden Galdwarkforderung in 42 Jahren und 12 Proz. Ausfuhrabgobe— ein deutsches Nein... Am 1. März endlich unser ganz ungenügender Gegenvpr- schlag: 30 Milliarden verzinsbare Goldmork. In den Stunden des Ultimatums kamen zwei Aorschläge von Lloyd Gearge: Die Dauer der Annuitätsperioden zu erörtern oder 30 Jahre mit 3 Milliarden nebst 30 Proz. Ausfuhrobgab« von Sendungen an die alliierten Länder. Verlegenheit erzeugte ein neuer deutscher Borschlag, ein Provisorium für 5 Jahre zu schaffen gemäß den Pariser Annuitäten. Abbruch... Würdeloses Unterwerfen unter Hardings Schiedsspruch, der äußerst kalt ablehnt, obwohl die Regierung nunmehr 50 Milliarden Goldmark Ietztwert oder 200 Milliarden Goldmork Annuitäten anbietet... bis die Rcporotionskommission 132 Galdmilliarbea Jehtwerl fordert.— Dazu eine ganze Reihe Sicherungen.— Dem- gegenüber hebt Erzberger hervor, daß„der Gegenwartswert der P y- r i s e r Forderung von 226 Milliarden Mark 33 Milliarden Mark ist. dazu treten 12 Proz. Ausfuhrabgabe: an Bürgschaften und Garan- tien war so gut wie nichts neues gefordert. Nur die Zölle sollten ein besonderes Pfand bilden. Er kommt in seinen Berechnungen zu dein Resultat, daß in Paris der feste Faktor die Vorhand hatte, in London dagegen der bewegliche, ferner, dah London wohl in den einzelne» Iahren mehr Rücksicht aus unsere Leistungsfähigkeit nimmt, uns aber insgesamt viel rücksichtsloser anfaßt, als Paris.„Aber nicht nur finanziell haben wir das ttuerstc Kabinett gehobt— auch politisch..." Erzberger Hot schon rocht. Wir fügen nur hinzu, daß dieses teuerste Kabinett dafür auch ein Kabinett der bürgerlichen Intelligenzen und Fachminister warl Gewer�schQstsbsWegunH pfingstgeift! Die Festbetrachtungen m der G e m e r k s ch a s t s- presse gehen davon aus, daß das Evangelium des Sozia- lismus mehr denn je verkündet werden muß. seine Apostel nicht müde werden oder aus Feingefühl sich zurückhalten dürfen, weil der Tagesstreit— Moskau oder Amsterdam— vielfach unleidliche Formen angenommen hat. Sie beleuchten d i e Unkultur der noch so stark unter den Kriegsverheerungen leidenden Gegenwart; das Treiben der neuen Reichen und der Schmarotzer am Gesellschaftskörper auf der einen, die große Not der Arbeitslosen und die nicht geringe Not vieler Arbeiter und Angestellten, deren ein ganzer Tell in diesen Tagen um die Sicherheit seiner bescheidenen Existenz in Sorge schwebt, auf der anderen Seite. Sie verweisen auf all die besonderen sozialen Uebelstände, Wohnungsmangel, Kinderelend, auf die„A b b a u"- V e r s u ch e der Unternehmer am Achtstundentag, an den Löhnen, wie auf all die heißen Bemühungen, dem Proletariat die volle Last der Sanktionen aufzupacken. Sie ziehen die alte, jetzt so viel vergessene Lehre daraus, des einmütigen Zusammen- s ch l u s s e s und Zusammenhalts. Für die tieferen Ursachen des Bruderzwists als dämo- nifche Nachwirkungen der Kriegspsychose bekunden diese Be- trachtungen volles Verständnis und klingen in die zukunfts- freudige Hoffnung aus, daß eine Wiedervereinigung kommen wird. Nicht durch gegenseitigen Haß, sondern durch unermüdliche Verbrestung der aus dem Wissenschaft- l i ch e n Sozialismus geschöpften Erkenntnis, daß wir weder dem Fatalismus eines besseren Jenseits, noch dem Fanatis- mus moskowitifcher Verheißungen auf einen besseren Gewalt- morgen versallen dürfen. Verstehen und verzeihen, aber auch bekennen, für unsere als richtig erkannten Auffassungen aller- orts und jederzeit unerschrocken eintreten, Begeisterung wecken für unser Ziel, die Verwirklichung des Sozialismus— dieser Pfingstgeift soll uns neu erfüllen U Der Schlachtruf öer Unternehmer. Nieder mit der Sozialpolitik! Di«„Arbeitgeber-Zeiwnz" zieht aus der Annahme des Ulti- matums der Entente für die Arbeiterschaft bedeutsame Schlußsolge- rungen. Sie schreibt: „Wenn der Sozialdemokratie der Entschluß zur Annahme im stillen dadurch leicht geworden sein sollte, daß sie damit rechnet, daß die ungeheuerlichen Lasten der Erpressung letzten Endes doch vom Kapital allein getragen würden, so dürste die Zukunft sie darin bitter enttäuschen... Selbst der stärkste Wirtschaftsorganismus könne eine solche Blutobzapfung nicht vertragen. Von dem Siechtum unserer Wirtschast werde die Lebenshaltung der Arbeiter fraglos stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Hauptlast werde auf die Industrie abgewälzt werden.„Ob diese die Last wird tragen können, haben Sachverständige bezweifelt. Sie wird es ganz gewiß n i chst können, wenn sie gleichzeitig weiter wie bis- her durch die in Massen hergestellten sozialen Ge- setze und Verordnungen gefesselt wird, die einseitig dem Standpunkt des Arbeitnehmers Rechnung tragen. Es wird sich als unabweisbar herausstellen, wenn die Industrie unter dem Druck des Feindes nicht ersticken soll, daß Gesetze und Verordnungen wie das Betriebsrätegesctz, Einstellungen und Entlassungen von Arbeit- nehmern usw. einer Durchsicht(? Red. d.„V.".) indemSinne unterzogen werden, daß der die Verantwortung für die Rentabilität des Betriebes und damit für die Existenz seiner Arbeiter tra- gende Fabrikleiter wieder Herr in seinem Betriebe wird. Für sozialistische Experimente ist die Zeit zu ernst." Man kann dem Blatte nur dankbar sein, daß es so deullich die Absichten enthüllt, die in den ihm nahestehenden Kreisen gehegt tverden. Bei einigem Nochdenken freilich müßte aber auch diese geschätzte Stelle sich sagen, daß die Zeit wirklich zu ernst ist, um das Experiment zu machen, den alten Herr-im-Hause-Stand- Punkt wieder aufrichten zu wollen. Bei aller Kräftezer- splitterung der Arbeiterschaft geht das wirklich nicht mehr. Doch schon der Gedanke daran, daß es dennoch möglich sei, die Spaltungen des Proletariats zu diesem Ziel erfolgreich auszuschlachten, müßte allen Gewerkschaftsmitgliedern klar machen, daß sie Besseres zu tun haben als sich um Moskau zu kümmern, daß sie sich den ange. kündigten Anschlägen auf ihre Rechte nur dann mit Erfolg ent- gegenstellen können, wenn sie eine geschlossene Kampf. front bilden. Konfliktstoff in den städtischen Betriebe«. In der Lohnstreitsache des Tarifkartells der in den Gemeinde- betrieben vertretenen Gewerkschaften hatte der Schlichtungsausschuß im Februar einen Schiedssvruch gefällt, der unter anderem den Parteien aufgab, bis zum 1. März diejenigen Betriebe festzustellen, in denen Schwerarbeit geleistet wird. Den dort beschäftigten Arbeitern sollte ab 1. November 1920 ein Zuschlag von 10 Pf. gezahlt werden, soweit sie einen solchen in ihrer Eigenschaft als Schwerarbeiter noch nicht erhalten hatten. Obwohl der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung dem Schiedsspruch zu- st i m m t e n. ist die angezogene Bestimmung immer noch nicht durchgeführt worden. Als der Schlichtungsausschuh zu dieser Bestimmung des Tarffverirages eine Erläuterung gab, die besagt«, daß Betriebe, in denen Schwerarbeft geleistet wird, die technischen Betriebe und technischen Abteilungen der Anstaften und Kämmerci- betriebe zu verstehen sind und daß allen dort Beschäftigten ab 1. November 1920 der Zuschlag von 10 Pf. pro Arbeitsstunde zu zahlen ist, sah der Magistrat das als einen neuen Schieds- s p r u ch an und lehnte Verhandlungen auf Grund des Spruches vom Februar ab. Daraufhin wurde der SchlichtungsauSschuß vom Lohnkortell ersucht, selbst die Bestimmung de? Schwerarbefts. betriebe vorzunehmen. In einem Beschluß vom 20. Aprft d. I. er- klärte er, daß die Ansicht des Magistrots betreffend die gegebenen Erläuterungen falsch ist, daß es sich nicht um einen neuen Schiedsspruch, sondern um«ine Erläuterung zu Absatz 7 des Schiedsspruchs vom 9. Februar handelt Er gab den Parteien er- neut auf, alsbald wegen der Festsetzung der Betriebe, in denen Schwerarbeit geleistet wird, zu verhandeln. Falls es dabei zu keiner Einigung kommt, so soll auf Antrag ein neuer kurzfristiger Termin anberaunft werden. Seit dieser Entscheidung des Schlichtungsau sfchusses sind alle Bemühungen, die Angelegenheit endlich zum Abschliß zu bringen, am Wider st and des Mo gistrots gescheitert. Diese Haftung des Magistrats hat noch einer Zuschrift des Gemeinde- und Staatsarbefterverbandes lebhaften Unwillen in der städtischen Ar- beiterschaft hervorgerufen. Der Verband erklärt, daß die Organi- sationen, die an diesem Tarif beteiligt sind, fortan nicht mehr in der Lage sein werden,„die begreifliche und berechtigte Erregung der Arbeiterschaft zurückzuhalten und es besteht die große Gefahr, daß, falls nicht umgehend die städtischen Körperschaften der Situation Rechnung tragen, die schwer st en Komplikationen zu er- warten sind"._ Drohender Streik im Bankgewerbe. Wie der B.«.-Korrespondenz vom„Allgemeinen Verband der deutschen Bantangkstellten" mitgeteilt sind, haben die geiamten, im Reichbverband der Bankleitungen zusammengeschlossenen Arbeitgeber des BankgewerbeZ den am 2Z. April im Reichsarbeitsministerium unter dem Vorsitz dcS Genossen Süd« tum gefällten Schiedsspruch abgelehnt. Sie haben sich damit die Stellungnahme der Arbeit- geberbe'sitzer im Arbeitsministerium zu eigen gemacht. Der Bank- angestelltenverbaiid beabsichtigt nach den Feiertagen in Berlin und im Reich zu dieser ablehnenden Haltung des Reichsverbandes der Bankleitungen Stellung zu nehmen. Der Streik im Kaffeehausgewerbe wurde durch eine am 13. Mai zwischen den Parteien erfolgte Einigung oermieden. Zur Medergutmochungsfrage nahm eine Versammlung der Fachgruppe„Metoll" des ZdA. nachstehende Resolution an:„Die Mitglieder der Fachgruppe„Metall" des ZdA., Ortsgruppe Groß- Berlin, erwarten vom ADGB. und dem Afa-Bund, daß sie bei den maßaebenden polftischen Parteien dahin wirken werden/ daß für die ungeheuren Wiedergutmachungslostsn nicht etwa allein die Arbeit-' nehmer, sondern vor allem die besitzenden Klassen, insbe- sondere die Industrie mit ihren Riesengewinnen, auszukommen haben. Gerade diese Kreis« sind am besten in der Lage, die not- j wendigen Summen aufzubripgen; nicht die Arbeiter und Angestell-! ten, die trotz aller Einschränkungen kaum in der La« sind, ihre Leben zu fristen.— Ebenso muß der sinnlosen Betriebs st ill« legung Einhalt geboten werden, denn nur durch restlose Aus- tiützunsr aller Kräfte können die Wert« geschaffen werden, die zur Wiedergutmachung erforderlich sind. Ter Lohnabbau im Saargebiet. Trotz deS Widerstandes der Atbeiterorganisotioven erklärte die Schwermduslrie am 12. Mai. ab 1, Juni einen Lohnabzug von 20 Prozent eintreten lassen zu wollen. In einem Anschlag in den Werken erklären dir Unternehmer, daß jeder Arbeiter, der mit dem Lohnabzug nicht einverstanden sei. seine Arbeitsstelle lündigcn könne. Die Erregung unter den Arbeitern über diesen Vorgang ist sehr groß. Da unter der Bergarbeiterschaft wegen der Lyhnverhältnisse sowie wegen des entzogenen Erholungsurlaubes eine starke Erregung herrscht, ist der Ausbruch eines all- gemeinen Ausstandes nicht ausgeschlossen. Die neueu Surfe der Delriebsräteschule. Am 23. Mai beginnen die neuen Unterrichtskurse der Betriebsräteschule. Es werden Kurs« über das Betrisbsrätegesetz und seine Anwendung eingerichtet, und ferner Kurse über Einzelsragen abgehalten, die im bisherigen Unter- richt nicht genügend berücksichtigt werden konnten. Wir machen hieroan folgende bekannt:„Die weltwirtschaftliche Lage auf Grund des Friedensvertrages".—„Das Existenzininimum und feine Er- rechnvng".—..Valutaprobleme".—„Tärifwefen".—„Die rechtlichen und wirtschaftlichen Ausgaben der Betriebsräte".—.Konzen- trotionsbestrebungen in der Großindustrie".—„Bom Werkzeug zum modernen Großbetrieb"—„Die �wissenschaftliche Bctriebsführung" (Taylor-Syfteift).—„Wirtfchaftspfychologie".—„Volkskrankheiten und ihre Bekämpfung". Wir fordern alle Arbeiter und Angestellte auf. die'e Kurs« zu besuchen. Der immer schärfer werdende Kampf mit dem Unternehmertum verlangt nicht nur genaue Gesetzes- kenntnis, sondern auch besondere Schulung des Urteilsvermögens über alle volkswirtschaftlichen und sozialen Fragen. Hörerkarten zum Presse von b M und Unterrichtsverzeichnisi« sind bei allen frei- gewerkschaftlichen Verbänden erhältlich. Für Arbeitslose ist der Unterricht unentgeltlich. Sie können Hörerkarten gegen Vor- .zeigung ihrer Arbeitslofenlegitimation in der Freigewerkschaftlichen Betviebsrätezeiftrole, Engelufer 15, 2. Hof, I, erhalten. Der Unter. richt findet in verschiedenen Gegenden von Berlin statt, so daß jedem die Möglichkeit zur Teilnahme gegeben ist. „Der Betriebsrat" der Afa bringt in feiner Mai-Rummer wiederum die Artikelserie:„Die Kontrolle der Produktion". Kurt Heinig und Lisa Haimann hoben hierzu wertvolle Beiträge geliefert. Reu als Mitarbeiter hinzugekommen ist der Ingenieur Otto Künftter, welcher die technischen Angelegenheiten bearbeitet. Außerdem ent- hält die Nummer einen Artikel über die Bedeutung des Deutschen Versicherungsgemerbes, sowie eine große Reihe von für die Betriebs- 'rate wertvollen Besträge und wichsige Entscheide der Gewerbeinspek! wren, Schlichtungsausschüsse usw. Der Abonnementspreis beträgt pro Vierteljahr 3 M. Der Tarifvertrag für die Angestellten im Einzelhandel ist am 12. Mai unterzeichnet worden und im Bureau des Zentraloerbandes der Angestellten, Belle-Alliance-Str. 7/10, ab 20. Mai zu haben. Buchbinder und Bu6)binderdarbefterinnen! Roch der Entscheidung des Tarijomts erhält der Arbeitnehmer für die Feiertage den Arbeitslohn, den er bei voller normaler, unverkürzter Arbeitszeit für diese Tage erhalten würde. Deutscher Eifenbahnerverband. In der am Sonnabendmorgen erschienenen Bekanntmachung muß es heißen:„Alle arbeitslosen Mitglieder, die bis zum 1. April d. I. ausgesteuert sind, werden aufgefordert, sich in der Zeit vom 18. bis 31. Mai auf dem Verbandsbureau, Bethanienufer 10 I zwecks Erhebung einer einmaligen iluterstützung zu melden." �lus öer Letriebsräte-Praxis. Ein gekündigtes Mikglied der Bekriebsverkretung kann seine Rechte aus dem BRT. in Anspruch nehmen, auch wenn der Betriebs- rat seiner Maßregelung zugestimmt hat Der SchlichtungsauSschuß Groß-Berlin(Aktenzeichen 2S874/K 20. Me. 29. 11) hat in einer Streftfroge folgenden Schiedsspruch gefällt: „Der Angestellte K. ist über den Entlassungstag hinaus weiter zu beschäftigen. Begründung. Nach Beendigung des Srreiks im Zeittingsgewerbe, der mit einem Bergleich und Wiedereinstellung ohne Maßregelung endete, stellte sich der Antragsteller der Firma zur Verfügung. Der Bevollmächtigte der Firma, Herr Direktor H., sagte bei dieser Meldung ungefähr folgendes: Nach dem Vergleich sind wir zwar gezwungen, Sie wieder einzustellen. Da aber oerschie- dene Angestellte, die nicht gestreikt hoben, uns erklären, mit Ihnen nicht weiter arbeiten zu wollen, so kündigen wir Sie... und be» Urlauben Sie sofort." Dieses ist als Maßregelung anzusehen und verstößt gegen 8s Abs. 1 und 4 BRG. Der Schlichtungsausschuß hat festgestellt, daß der Betriebsrat die Angelegenheit zwar geprüft, aber nicht objektiv erledigt hat. Da Antragsteller Betriebsratsmit- gtied ist, greift eine Entschädigung nicht Platz." Bund der technische» Angestellten und Beamten. Mittwoch, Mitglieder- Versammlung Chemische Industrie im„Nordischen Los", Invalidenstr. 12S tBlauer Saal), 7t- Uhr, sowie Bcrfammlung der erwerbslosen Bundcsmitgliedcr ebenda mittags IS Uhr.— Freitag, Pertrauensmännerversammlung des Bun- des im„Nordischen Hof", Invalidenstr. 12k, 7 Uhr.— Bersammluug der Fach. gruppc Bermessungswesen im Berliner Clubhaus, Ohmstr. 2, M Uhr. gentraloeriand der Angestellten. Leder: Dienstag, K Uhr, Sektionsleitungs. und Funktionärnersammlung in„Alt-Berlin", Blumcnstr. 10.— Mitgliederversammlungen: Cinielhandel Schuhwaren: Mittwoch, IV: Uhr, Haverland» Fest» säte. Neue Fricdrichstr.— Donnerstag: Rechtsa:iwastsdureaus: 714 Uhr, „Dngli scher Hos", Alexanderstr. 27c.— Seisenhandel: 8 Uhr, Haverlands Fest- jale, Neue Fricdrichstr. 25.— Buttcrllcinhandel: 8 Uhr,„Prachtsäle Al:»Ber- lin", Blumsnsir. 10.— Einzelhandel Norsettgeschöfte: 714 Uhr, Neue Philharmonie, Köpenicker Str. 90/07.— Schrc/b. und Burcaumaschinenvertrrebe, Bureau- und E>esä?ästsbedarf°Svczinlgeschästc: 714 Uhr, Ocffentliche Bersemm- lung„Prachtsiilc Alt-Berlin", Btumenstr. 10.— Freitag. Berband- und Zell- stoffe: 714 Uhr, Haverlands Festsiils, Neue Friedrichstr. 30.— Einzelhandel terren», Damen- und ltinderbellcidung! 714 Uhr,„Prachtsöli Alt-Berlin", iumenstr. 10.— Einzelhandel Luzus-, Galanteriewaren, Bijouterie und Bazarc: 7>4 Uhr, Oeffcntlichc Versammlung Haverlands Festsäle, Neue Fried- richstratze 30. Betriebsräte Graphisches Gewerbe»nb PapicrinbustrI«. Donnerstag, 014 Uhr, in den„Mar- und Morifc-Festsälen", Aommandantenstr. 57,'58, Grup- penvollversammlung. Tagesordnung:„Stinncsicrung und Navitnlsbildung im Graphischen Gewerbe unb in der Papierindustrie". Ref. Dr. Pfirrmann. Freie Aussprache. Auswcislarte der FBRZ. und Bcrbandsbuch legitimieren. Frcigawerkschaftliche Betriebsrätezentrale. Deutscher Metallarbeitcr-Periand. Mittwoch, vorm. 10 Uhr, Bersammlung der wegen Presserstreit ausgesperrten Schallplatten- und Sprechmaschinen» arbefter. Branche XX(Easelcllner) de« gentralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Ease-Angestellten.� Außerordentliche Mitgliederver- Gastwirts gehilsea. sammlnng Mittwach, nachts 11-30 Uhr, im Eafe Stern, Oranienburger Tor. ttommunale Betriebsräte de- Diputatlon-Derke. Donnerstag. 5 Uhr. Margareten- Lnzeum, Ifflandjtr. 9/11, Persammlung, unter Hinzuziehung der Gewerkschaften und der Vertreter der lozialistischen Stadtverordnetenfrattion. Vortrag des Herrn Stadtdaurats Horten:„Die Zukunft unserer Werke". Verantw, sür den redalt. Teil: Dr. llScrncr Peiscr, Charlotten durg: für Anzeigen: M. Glocke. Berlin Bering: VorwärtS-Verlan G. m. b. H.. Berlin. Druck: Bor- wärts-Buchdruckerei u. Terlggsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin. Lindenstr, 3, Hierzu 2 Bcilaaen Wie befreie ich mich von �heymalismys? Rheumatismus und flicht sind Stoffwechselkrankheiten. Das B'ut ist bei diesen schmerrhaften Leiden n'cht imstande, alle Schlacken, die aus dem Verhrennuncsproress des Körpers als Rückstand bleiben, hinweßiuspülen, Deshalb lagern sich diese Rückstände, besonders die schädliche Harnsäure, in den Muskeln und Gelen»en ab Dort erzeugt sie die so schmerzhatten, und die Bewegung hindernden Gichtknoten oder rheumatischen Verdickungen. Sie sind nur dauernd zu beseitigen durch die Abtragung der Harnsäure- Ablagerungen. Zweckmäßig geschieht das durch die auf die alten unschädlichen und bewährten Vorsch.iften des verstorbenen Dr. med. Olaf Xoft zurückgreifenden Levalhol-Tnbletten. Diese Levalhol Tabletten haben(olgende Zusammensetzung: rad. sarsapanlfae 5, amm. spiric. 5, potass jodid. S, f. leg, art tabl. 100. Dieselben sind leicht und bequem zu nehmen. Fordern Sie ausdrDckllcii Levatholpräparate. weisen Sie Nachahmungen zurück. Levaihol ist in den Apotheken zu haben. Alleinige Far ri- kanten C F. Asche& Co.. 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