Nr.22y>3S.�ahrga«»g Ausgabe A Nr. 117 Bezugspreis: «iertililhrl. z«�- M., monatl. VI,— s, irei ins Saus, voraus zahibar. Po!i- i�sMg: Monatlich 1V,— SBU einfdjLSu» stellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutichiand, Danzig, das Saar- und Memelgebiet,>on>ie die ehemal» deut- chen Gebiete Polens. Oesterreich, Unoarn und Luxeindura 20,— M., iiir da» iibrige Ausland 27,— M. Pok» bellellungen nehmen an Oesterreich Ungarn Tscheche-Slowakei. Dane» mari. Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der„Vorwärts� mit der Sonntag» beilage.Volk und Zeit", der Unter- haltunosdeilage.�»eimwelf und der Beilage �Siedlung und Kleingarten� erschein' wochentaglich zweimal. Sonn- ' lags und Wontags einmal. Telegramm- Adresse: �ozialdemotrot Berlin" Morgen Ansgabo Derlinev Volksbleitt � 30 Pfennig) AuzeigeupreiS, Die achtgespalten, Nonoareillezeil, tollet äLv M„ftletne Uazeigen" das fettgcdcutft, Wort 1�0 M,(zu- lasstg zwei fettgedruckt, ffiotte), fede» weiter, Wort l.- M. Stellengesuch, and Echlafslellenanzeigen da» erst, Wort l.— M. tede» weiter, Wort dd Pfg, Wort, über>b Puchstadev zählen slli zwet Dort,. ffamilien-An- zeigen sstt Abonnenten Zeile%r--Hl Sie Preis,»erstehen sich emschliesjUch Teuerungszuschlag, Anzeigen fllt die nächste Ziumme, müssen dt» i Uhr nachmittag» IM Hauptgeschäft, Berlin EW 68, Linden- straste 3. abgegeben werden. Geofinel von ll Uhr scüh dt» ä Uhr abend» �entralorgan der fozialdemokratifcbcn parte» Deutfcblanda Neöaktion und Expedition: SN) 68, Lindenstr. 3 Kernsprecher: Amt Morthplap, Nr. lal S0— 37 Mittwoch, den 18. Mai 19Ä1 vorwärts-verlag G.m.b.H., SM 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher> Amt Morihplah, Nr.»17»-»— 24 Rorsantps Oppeln, l7. Alai.(WIR.) Der polnische Exckukvausschuh, ZT. Jahrgang Heilage öes Vorwärts Mitt«sch, IS. Mai 192 l GroßSerün Das betrogene Postscheckamt. ZOoCfClZ 211. erbeutet. Ein PvstscheLschwindel, bei dem es sich um einen VuroA von -TO OOO ÜS. handelt, führte gestern 6 Angeklagte, nämlich die srüheren Postaushelfer Werner Sommer, Erich Jahnke, Rudolf Stecher und die Kausleute Watter Schäfer und Fritz Sittel, sowie den Maschinenarbeiter Richard Mau vor die Strafkammer ' des Landgerichts I. Die ersten drei Angeklagten waren als Post- auzhelfer bei dem Postscheckamt in Berlin beschäftigt. Anfang 1920 war aus dem Postscheckamt eine Aahlkartenfäkschung vorgekommen. Sommer sprach hierüber mit Jahnke und letzterer regte im Gespräch an, einen Post'check'chwindel in Stene zu setzen. Als Teilnehmer an dem Schwindel gewannen sie Stecher. Dieser wußte, daß die Inhaber des Rechtsburaus Schäfer u. Sieg ein Postscheckkonto be- laßen und darauf wurde die Ausführung des Schwindels begründet. Sommer brachte auf dem Kontobogen der Firma Schäfer u. Sieg ohne jede Unterlage 120 000 M. als angeblich« Ueberweisung aus Köln gut. Der Betrag wurde dann von Sieg, der auch angeklagt, aber weaen Krankheit nicht erschienen ist. abgehoben und es er- hielten Sommer und Stecher je 40 000 M, Schäfer und Sieg je 20 000 M. Jahnke bekam von diesem Geschäft nichts ab. Roch ehe dieser Schwindel entdeckt war, wurde ein neuer Betrug gleicher Art ausgeführt, zu welchem Jahnke den Sitte! gewann,' von dem er wußte, daß er ein Pesticheckkonto besaß. Diesmal heimsten Ne zufawmen arbeitenden Betrüger 180 000 M. ein. Don dieser summe ließ Sittel durch den in den ganven Pinn eingeweihten An� a»klagten Mau am 23. April 1020 120 OOO M. und am 24. April 38 000 und 20000 M abheben. Die restlichen 2000 M. wurden bei der Entdeckung des Betruges gesperrt. Ein großer Posten des erbeuteten Geldes ist sinnlos verjubelt worden. Die Post ha! nur einen kleinen Betrag zurückerhalten. Bon den Rechtsanwälten Dr. W i s» loch, Iustizrat Auerbach, Dr. Mar Kantorowicz und Dr. Broell wurden für die im ollgemeinen geständigen Angellachen mildernde Umstände erbeten, zumal einige von ihnen, wie der Soch- ve ständige, Sanitätsrat Dr. Lehnfen, zum Teil bestätigte, geistig minderwertig sind. Der Gerichtshof verurteilie Sommer zu 3 Iahren Gefängnis, Jahnke zu 1 Jahr 9 Monaten, l�'echer zu 1 Jahr 6 Monaten, Schäfer zu 1 Jahr 3 �onaten, Sittel zu 10 Monaten und Mau zu 1 Jahr 3 Monaten E Mit Beginn der Sommerspielzeit hat der Verband der Berliner Bühnenleiter(Ortsgruppe Berlin des Deutschen Bübnenvcreins) an daS Ministerium des Innern daS Ansuchen ge- richtet, die jetzt auf ll Uhr abends festgesetzte Polizeistunde aus« zuheben, damit die Theater in der Lage sind, ihre Borstellimgen später beginnen zu können. Die Bühnenleiter begründen da§ da- mit, daß ein namhafter Teil des Berliner TheaterpublikumS und die Theaterangestelllen, die größtenteils keine eigene Häuslichkeit besitzen, auf die Verpflegung im Gasthaus« angewiesen sind. Die Theatervorstellilnqen müßten deshalb schon um 10 Uhr schließen, weSbalb ihr Beginn wiederum auf 7 Uhr, spätestens auf VzL Uhr angesetzt werden müsie. Die arbeitende Bevölkerung aber könne sich vor Beginn der Vorstellung weder die nötige Ruhe' für ein Abend- eisen daheim, noch einen GasthauSbeinch zeitlich gönnen. Mit Rück- ficht auf die schwere wirtschaftliche Lage, in der sich die meisten Berliner Theaterleiter befinden, wird um rasche Erledigung der Eingabe gebeten. „Gerechtigkeit für Oberschlesien." Am gestrigen Dienstagnachmittaq fanden in der Philharmonie, im Lehrervereinshous und in den Spichernfälen drei große Kund- gedungen statt, in denen gegen die letzten Vorgänge und gegen den Versuch einer Teilung Oberschlesiens von bekannten Parlamen- tariern protestiert wurde. In der Philharmonie sprach Genosse Giebel. Das deutsche Volk in Oberschlesien habe durch die Abstim- mung sein Urteil gesprochen und der Oberste Rat habe nur noch dieses Urteil zu vollziehen. Man suche in Frankreich trotz der An- nähme des Ultimatums nach einer Ursache zum Kriege und geniere sich nicht, gegen das wehrlose deutsche Volt zu marschieren. Deutschland werde freilich Herrn Fach keine Gelegenheit geben, die Zustände des Dreißigjährigen Krieges zu erneuern. Es ereignete sich dann ein merkwürdiger Zwischenfall. Ms unser Genosie davon sprach, daß der Appell an das Weltgewisien bei der französischen und englischen Arbeiterschaft Widerhall finden werde, begegnete er bei einem Teil der Versammlung Widerspruch, der sich in zum Teil recht unparlamentarischer Weise äußerte Vor dem Gcnosien Giebel hatten der Zentrumsabzrordn.te Dr Fleischer und der Demo- krat Naschte gesprochen. Genosse Giebel hatte im übrigen selbst- verständlich gegen die AbtrennungOberschlesiens von Deutschland protestiert Es wuros ein« Entschließung angenommen, in der gc- fordert wird, daß die Entente, die Oberschlesien übernommen habe, auch für Sicherheit im Lande sorgen solle. Wenn die Interalliierce Kommission zu schwach dazu sei, so solle sie deutsche Kräfte dazu anfordern. Nur wenn Oberschlesien bei Deutschland verbleibe, könne es an der europäischen Aufbauarbeit teilnehmen. In zwei anderen Versammlungen spräche» die Genossen Ed. B e r n st e i n und Ernst H e i l m a n n.« Am Tode vorbei. Vorgestern nachmittag erschien der Krastdroschkenführer Wilhelm Heland aus der Wache des Bahnbofs in Potsdam und teilte mit. daß zwei Fahrgäste, die er von Spandau nach dem Hotel Sanssouci ge- fahren habe, ihn um dos Fahrgeld geprellt hätten. Auch sei ihm die tfahrt unheimlich gewesen, da die beiden sich ihm gegenüber äußerst verdächtig benommen hätten. Zwei Beamte begaben sich sofort nach dem bezeichneten Hotel und nahmen die beiden jungen Leute, den 18 jährigen Händler Alfred Krüger aus Hamburg und den 20 Jahre alten Hochschüler Ludwig Wessel aus Geismar, in ihrem Zimmer fest. Bei der Durchsuchung des Zimmers fanden die Beamten eine Aktentasche mit einer Eierhandgranate, eine Armeepistele, 30 Pa- tronen, eine 6,5 Millimeter-Selbstladepistole, Meißel, Stemmeisen, Fellen und mehrere verdächtige Papiere. Die beiden Sistierten waren durch die schmlle Verhaftung so völlig überrascht worden, daß sie, nachdem auch noch die Waffen und Einbruchswerkzeuge gefunden worden waren, ein Geständnis über einen beabsichtigten Raubmord an dem Ehaufseur ablegten. Wie sie selbst angaben, wollten sie He» fand aus der Spandauer Chaussee erschießen und berauben, sind aber durch den regen Verkehr aus der Chaussee daran gehindert worden. Mit oller Offenheit gestanden sie ferner ein, daß sie, wenn sie die An» tunft der Beamten geahnt hätten, diese ohne weiteres über den Hausen geschossen hätten. Zu dem Raubmordanschlag in Reukölln erfabren wir. daß in dem Befinden des überiallenen 73 Jadre allen ZigarrenhändlcrS Kegel aus der Hobrecbtstr. 8 zum Glück eine Bcsiming cingclreien ist, so daß Hoffurina vorhanden ist, daß er doch noch inn dcni Leben davonkommt, ein Umstand, der für die Aufklärung des BeibreckenS ohne Zweifel sehr wesentlich sein wird, weil der Mann wichtige Angaben wird machen können. Bisher konnte er jedoch noch nicht vernommen werden, weil er immer noch sehr schwach ist. Der Posfen des Berliner Städkebaudirekfors. Die städtisch« Deputation für SiedlungS- und Wohnungswesen bat jetzt die Stelle eines Slädtcbaudirektors öffentlich ausgeschrieben. In der A»S- ichreibung dieses bedeutungsvollen Postens heißt es: Die Gemeindebehörden hoben die Schoffung der Stelle eines Direktors für Städtebau. SiedlungS- und WobnnngSweicn beschlosien. Der Slädtebaudiiektor soll Generaldczernent für da§ gesamte Ausgaben- gebiet der Deputation für da§ SiedlungS- und Wohnungswesen und Leiter des ZentralamtS für Städtebau und Sied- liingSwesen werden. AIS Bewerber kommen nur solche Kräfte in Betracht, die auf dem Gesamtgebiete des Städtebaus, des Sicdlunas- und Wohnwesens in jeder Beztebling erfahren, oigani'atoriicb be- säbig», volkswirtschaftlich vorgebildet rind mit dem VerwaltungS» dienst vertrant sind. Die Anitellung soll ans Privatdienstverlroa mit der Aussicht ans lebenslängliche Anstellung bei Bewährung ei- folgen. Bewerbungsgesuche sind bis zum 30. Mai d. I. an die Deputation für das SiedlungS- und Wohnungswesen in Berlin zu richten. Zur Eröffnung der Städtischen Radeanstakt Lärwoldsiraße ver- anstaliete der KreiS I de§ Arbeiler-Wait erspart- Ver- b a n d e s am 8. Mai ein Hallenschwimmfest. Stadtrat D i t t m e r, der Vertreter deS Bezirks Hallesches Tor, betonte in seiner Er- öffnungSrcde, daß die städtiilben Behörden alles daran setzen weidtir, um die Badeanstalt iin nächsten Winter offenzuhalten. Wir hoffen, daß die Arbeiter-Schwimmvereine gegen die dem Deutschen Schwimm- verband angekcblossenen Vereine mehr Berücksichtigung bei der nächsten Winlerbade'aison bei der Berteil ring der. reservier t« n Bade stunden finden, da die Arbeiter-Schwimmer nach der Statistik regeres Interesse für diesen gesunden Sport zeigen. Bei den Vorführungen und Wettkämpsen waren die„Freien Schwimmer-Chorlottenbiirg' im gemischten Neigen und die Damen von„Welle"' ini Figurenliegen ganz ausgezeichnet. Die Wetlkämp'e zeigten, auch ohne D>p!ome, daß die Ärbeiterschwimmcr in nich's zurückstehen und sollte allen noch in bütgerlichen Schwiminoereincn besiudlichen Arbeiterkindern und Gcnosien zu denken geben. Einen scharfen interesianien Kampf gab es i» der Männerbnislstafette, die 65] Sline Menschenkind. III. Der Sündenfall. Von Martin Andersen Nexö. „Was ist mit dir?" fragte Karl, als sie zur Mittagszeit nach Hause kam, mit gerötetem, verweintem Gesicht. „Ich möchte so gern die zu Haus besuchen." sagte sie. „Dann lauf nur, wenn wir gegessen haben." sagte er. „Ich werd' schon das Vieh besorgen. S i e ist nicht zu Hause. sie ist in der Stadt." Er liebte es nicht mehr, Mutter zu sagen. Sörme stand in der Küche und wusch, als Stme kam. Ihre sommersprossigen Arme waren unheimlich mager und hantierten so seltsam unsicher mit der Wäsche, als hatte sie früher nie zu waschen versucht. Hohlwangig war sie geworden. bleich und fleckig: das Gesicht ließ das Licht nicht zurückstrahlen. Mit fremden Augen starrte sie Stine an.— wie ein aufge- scheuchtes Tier, so schien es Stine. Dann trocknete sie sich die Hände an der Schürze und hielt eine klamme Hand hin. Stme ergriff sie. ohne die Mutter dabei anzusehen. So standen die beiden einander eine kleine Weile gegen- . über und wußten weder aus noch ein. Stine war es weich ums Herz: sie war dem Weinen nahe, hätte sich der Mutter an dexi Hals werfen können bei der geringsten Annäherung von Sörines Seite. Aber Sörine regte sich nicht.„Vater und die Kinder sind im Hafen." sagte sie endlich, mit einer Stimme, die weder Blut noch Klang'hatte. Stine ging dorthin, froh über den Anlaß, von ihr weg zu kommen. Lars Peter stand unten im Laderaum des Deckbootes und machte rein; die Kinder saßen auf dem Bollwerk. Er arbeitete sich aus der Luke heraus und kam ans Land.„Das war brav von dir. bei uns vorzusprechen." stzgte er ftoh be- wegt und gab ihr die Hand.„Schönen Dank dafür!" „Ach. Vater, das sollst du nicht sagen," erwiderte Stine mit verzerrtem Gesicht. Sie war nahe daran loszuheulen. Alles stürmt« plötzlich auf sie ein,«eil er es auf diese Weise ausfaßte. „Ja, das war brav von dir,— du hättest ja nicht zu kommen brauchen," sagte er und legte den Arm um ihre Schulter.„Verstehen hätt' ich es können, wenn du fortge- blieben wärest. Hast du der Mutter guten Tag gesagt?" Stine nickte, sie war noch nicht ganz ruhig: öffnete sie den Mund, um zu antworten, so konnte die Gemütserregung sie leicht überwältigen. Und heulen wollte sie nicht mehr, nicht um alles in der Well! Das taten nur Kinder— und halb- erwachsene Mädel! Lars Peter setzte sich auf einen Vertäuungspfahl und zerrte die langen Stiefel ab: sie reichten ihm bis zur Hüfte, und die Prozedur lief nicht ohne Gestöhne ab.„Man sängt an, steif zu werden," sagte er ächzend...„und dann die Gicht in den Gliedern. Entweder meldet sich das Alter, oder man kann das Handwerk nicht vertragen." „Na, was sagst du nun zur Mutter?" fragte ör, während sie zum Hause hinschlenderten.„Sie ist ja allem noch ein bißchen fremd," fuhr er fort, als Stine nicht antwortete. „Aber darüber kann man sich ja nicht wundern— wo sie jo viele Jahre eingesperrt war. Sie hat sich sicher drüber gefreut, dich zu sehn.— Ja, du hast es vielleicht nicht so merken können, sie versteht es noch nicht, die richtigen Worte für ihre Gedanken zu finden. Aber man kann gut merken, daß sie doch ein warmes Herz für uns alle hat. Gott fei Dank, daß wir sie wieder zu Haus haben! Und nun sei du auch ein bißchen freundlich zu ihr,— sie kann's brauchen: die Leute hier im Dorf betrachten sie ja nicht gerade mit milden Blicken. Sie meinen wohl, sie hätte eigentlich drüben bleiben sollen: darum müsien wir andem versuchen, ein bißchen gut zu ihr zu sein." Sörine hatte den Kaffee gemacht. Lars Peter nahm es als eine Freundlichkeit hin und sah sie dankbar an: er war gut gelaunt. Sie ging schweigend umher und sorgte für die Familie: wie eine Fremde, fast wie ein Gespenst bewegte sie sich: eine undurchdringliche Luftschicht war zwischen ihr und den andern. Die Kinder hatten sich noch nicht mit ihr auf oertrauten Fuß gestellt; man sah es ihren Augen an. die jede Bewegung Sörines mißtrauisch verfolgten. Und sie selbst sah beinahe aus, als wäre sie unversehens aus einer Welt herab- gefallen, wo man feine Tage ganz anders zubrachte. Stine fragte sich erstaunt, ob sie überhaupt sehe und höre, was um sie vorging: nicht einmal die Augen verrieten, daß sie der Unterhaltung folgte. Man konnte nicht recht wissen, was für Gedanken sie sich über das Ganze machte. Gegen Abend mußte Stine wieder aufbrechen; Lars Peter begleitete sie ein Stück.„Findest du nun nicht, dan Mutter sich verändert hat?" fragte er, als sie über die Hügel weg waren. „Sie sieht schlecht aus," erwiderte Stine ausweichend; sie war nicht überzeugt davon, daß Sörine pon dem Aufent- halt drüben ein zärtlicheres Gemüt bekommen hatte. „Ja, die Luft dadrin hat sie angegriffen. Aber sie bat jetzt auch einen anderen Sinn,— sie schimpft nicht mehr so." „Was sagt sie zu den Dingen hier im Dorf... zu dem Krugwirt und allem... und dazu, daß wir das Elstsrnnest verkauft haben?" „Ja, was sogt sie dazu? Eigentlich sagt sie ja nichts, sondern schweigt vom Morgen bis zum Abend. Und sie will nicht In einer Stube mit uns liegen,— sie scheut Gesellschaft. Es ist auch schwer, sie ins Freie zu treiben, sie geht nur am Abend aus. Und doch scheint es mir, a's ob sie zufriedener wäre,— auch mit unsereinem." „Und die Nachbarn?" fragte Stine gespannt „Ja, die Nachbarn, die schielen ja tüchtig nach unserem Hause hin. Und die Kinder kommen heran und gaffen zur Tür herein,— vielleicht werden sie von den Erwachsenen ge- schickt. Wenn sie dann Mutter zu sehen kriegen, stürzen sie kreischend davon, als ob der Teufel ihnen auf den Fersen wäre. Das trägt ja nicht dazu bei, daß sie zur Ruhe kommt." „Sie glauben, daß sie ein eingebranntes Mal auf der Stirne trägt," erklärte Stine. Sie hatte es selber geglaubt und war erstaunt darüber gewesen, daß es nicht der Fall war. „Hat niemand euch eingeladen?" fragte sie. „Nein, noch nicht. Aber eines Tages spricht ttiobl der eine oder andere vor und sagt guten Tag,— wenn die Leu«» sich einmal an die Lage gewöhnt haben. Mehr als einer hat Lust dazu; aber der eine getraut sich nicht vor dem an- dern." Lars Peter sah Sttne erwartungsvoll an, um eine Be- stätigung seiner Hoffnung zu erlangen, ober sie schwieg. Und dieses Schweigen war ebensogut wie viele Worte; sehr hell erschien ihr die Zukunft wohl nicht. (Forts, folgt.) nur* VerNn..�rele ZkcuM!!?. und„GM» CW har: umsiritlen wurse, in der„VorwäriS" als erster hervor« k!"'� Eine Vereinigung der Jrctmbc von Religion und Völkerfriede ist kurzlrcd aus dem Gedanken deraus gebildei worden, dag es yeute »nehr Senn se darauf ankommt, Sie Macht des Geiste« gegen die flcifikoic Gewalt zu verkünden. Diejenigen, die beitreten und an den Veranstaltungen leilnediiten wollen, werden gebeten, ibre l'tdtksse uns zukommen zu lassen: Charkolteuburg 4. Weimarer Girage?t6, Tel. Sieiiiplajz 2463, oder dem Vorsitzenden der Vec- rtiiigung, Genossen M umberg, Suarezstr. 43, Garten« bau« pari. Die nächste Zutammenkunsl wnd am 7. I u n: in der Auta der K a t s e r- F r i e d r r w- S ck u l e am Tavtguyvlap stattfinden und eine pazifistiilhe Feierstunde werden, e'.ne GeburlS- tagSteicr süc Rabtndranath Tagore. Der erste devlsche GesnndheilesLrsorgekog findet am Sonn- abend, den Lö. Juni 1921, mvigcns östz llbr. im Höisaol der ärzt- lich-medtzlniiäicii Poliklinik der Charit«, stuiseustr. lg», statt. Bei- bandelt wird über Slufbau, Lrgoniiaiion und Au so oben der Gr- iuiidheitsämter, ihre Stellung in der Jugendwoblsabrispflege. Die Referate werden geholte» von den Herren Prof. Dr. Grotjahn, Prof. Krautwig-Köln, Prändenlen Dr. med. Pteifscr-Hamburg und Sradtmediztnolrat Dr. med. Silberstein- Neukölln. Änfragen und Vnmcldungen sind zu richten an daS Gesundheitsamt Berlin, Sozialhygienische Llbteilung. Mißstände beim Lbsl- vnd Gemllsev erkauf. Tie Arbeits- gemeluichoir zur Prüfung der Preisoerhällnisse auf dem Berliner Obst- und Gemüieinarkr ladet erneut zu einer Sitzung und zwar auf Freitag, den 26. Mai d. I, nachm. 3 Uhr. im Sitzungssaal der Laitdwirtschaftskoinmer. Berlin, Kronprinzenufer S/6, 2, Stockwerk. ergebenst ein. Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Besprechung über die Mißstände beim Obst- und Gemüseverkauf in der Berliner 5sentralinarkthalle. Hierzu ein Reierar des Herrn Pöcichke vom NeichSverband deutscher Obst- und Gemüsehändler. 3. Verschiedenes. Strcikabbruck) im Hoiel Cxcelfior. Bürgerliche Blätter hatten den Äusbruch eines Streiks im Hotel Excelsior gemeidet. Der Streik ist fedoch bereits beendet. Am Dienstag abend um 6 Uhr hat das gesamte Personal in allen Betrieben die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem durch Vermittlung des Vertreters de» Oberpräsidenten als Demobilmachungskommissars, Dr. Körner, die Differenzen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern geschlichtet worden waren. Erhöhte Einnahmen der Spandauer Slraftenbahnen. Zur Hebung der Wirtschaftlichkeit dieser Bahnen sind seit dem 1. April eine Reihe von Reformen durchgeführt worden, die ein sehr günstige- Graebuis gezeitigt haben Die Einnahmen sind je Rechnung»- kilometer van 3,3 M.(im März) auf 4,24 M., d. h um rund 9 5 vom Hundert gestiegen, dies macht im Jahre eine Mehreinnahme von etwa 1.9 Millionen Mark aus. Dagegen haben sich durch die Ersparniffe an Material, Strom und Personal die Betriebskosten um 1,65 Millionen Mark verringert. Die Wirtschaftlichkeit wurde also um 3.5 Millionen Mark jährlich erhöht. Weitere Reformen, wie z. B. die Schaffung einer Straßenbahnverbindung über Slemensstadt nach dem Stadtinnern find!n Aussicht genommen, können jedoch zurzeit nicht durchgeführt werden, weil hierzu größere Aufwendun- gen an Material erforderlich sind. ?aö ttfiel ffc flädtikelie Bolkskonzert bc§ DlüIlwer-OrchesterS ffndct am Molwoch, den IS. Mai, abends 8 llbr, in den taernumiasalen. Tbanssecslrajie, bfltt. Dirigent:®. Meyi owitz, Solist: R. MöbuS k Flöte). Programm u. a. Mafienet, Nubinktein, Grieg. Dvorak, Großmann. Karte» a 1,56 M. im .stiaamnieich äst Horch Engcliiser. Zigarrengeschäst„Moabii", Stromür. 67. tbuchbandluna VoirrärtS. Lmdeostiaße, Vuchbandlung Freiheit, Breite Straße, Orch esterburcn», Lützvwstr. 76, sowie an der Abendkasse. Ter Kriedendbund der Kriegsteilnebmer veranltaltct anläßliich de« t. Jahrestages der Srschießung von Hans PaaiÄe am Donnerstag, den 13..ötai, abends llls Uhr, in der Itcibniz-Obcrrealschiile, Tbarlottenburg. Schillerstraße 124/125. einen Kedenkabend. Es sprechen ein persön- licher Freund PaascheS sowie Psarrer Blei er, Karl Better, Georg Helle und Henning Tuderstadt. Ter EinlriU ist jrei. Mitch. Am Mitiwoch, den 18. und Donuerstaa, den 19. d. SR., weiden die D-I-Keu ten mit Silec Friichmilch beiieiert, die D-II- und D-Ill-Karten erdalten keine Mitch. Die übrige Belieferung bleibt wie biSber. Die angegebene Belieferung bezieht sich nicht aui die feit dein 1. Oitoier 1326 neu zu Berlin hinzugetommenen Gemeinden, soweit sie nicht bereits dem Wilchamt Berlin angeschlossen sind. Groß-Serliner parteknachrichten. Heule, Mikkwock), den 16. 2ilai: 15. JlreU. Kreiswertreterversammlung In Treptow. Bikloriogarten am Trep- tower Park, 7 Uhr. Tagesordnung: Bericht des Ztreisuorltande». Z. Neu- wähl des Vorstandes. Vortrag des Ecnossen Wermuch:.,Iö. Bezirk, Sin» heitsgemeinde. es. Abt. TA Uhr Fu nktio närionferenz auck> der Betriebsoertrauensleute bei Bärwalde. Echltnelftr. 8. 82. Abt. Steglitz. Bei der Mtgliederversommlung die befleUten Starte* zur Ausführung von Sisnerz„Eätterprllkung', die am 22. Mai statt findet, in Einpfang nehmen.— Ferner Mitgliederversammlung der 82. Abt. i» Egmnafium Heesestr., 7H Uhr. Themar„Die Reparationen und wir". Rcserent: Senog« Osterath, M. d. L. 83. Abt. Ltchterfclde. Mitgliederversammlung 8 Uhr in der Aula der Ober» realschul« Ringstraße. Tagesordnung: Bericht vom Dresdener Stulturtag. Referent: Dr. Marquardt. 2. Die Paulsensch« Schulreform. 3. Frei« Aussprache. Steukölln,»4. Abt. Funktionärsttzung und Abrechnung 714 Uhr bei Taubel, Veisestr. 24. Die Delegierten zur Kreisgcneralversammlung haben ebenfalls zu erscheinen— Vo. Abt. 148 Uhr bei Kriegel. LcMngftr. t>. Sitzung der Funktronäre und Letriebsvettrauensleutc. Wichtige Tagesordnung. Abrechnung. III. Abt. Lichtenberg. 8 Uhr Funkt lonärkonfercnz der Parteifunktionärs und Betriebsvectrauensleute im lwkal Schlenkrich, Simplonstr. 42., 139. slbt. Tegel, TA Uhr.im Restaurant Schade. Berliner Straße.' Ecke Veit- straße. Bortrag:„Das Echulprvgramm Paulfens. Referent: Dr. Tarsen. Donnerstag, den IS. Mai: I. ftteis Mitte. Alle Genossen, welche gewillt find, dem neuzu gründenden Gesangverein des greises Berlin Mitte beizutreten, werde« gebeten, am Donnerstag, den 19. Mai. 7�4 Uhr. im Restaurant Bllrzerhcim, Alte Schön. hanser Str. 23/24, zu erscheinen. 4. Srei», Prenzlauee Tor. Tlmnbeiräiel 7 Uhr, Danziger Sit. 23. Schul- aulo, Versammlung aller SPD.-Elternbeiräte. Vortrag des Genossen Pastor Froncke über:„Die weltliche Schule". Standidaten und SPD.« Lehrer sind hierzu eingeiaden. Elternbeiräte erscheint pünktlich. 14».?u6.»arsigwalde/Wittena». Lakai Borstguialder Frstsöle, Conrad-, Sek» Spandauer Straß«. Thema:„Dm Paulsenschen Schulpevgrammpläne". Referent: Dr. Ostrowski._ Arauenabcnde, cm Mlllwoch, den 18. Mai: 41.?lbt 7tz Uhr bei Kerfin, Pankstr. W. Thema:„Religion und Sozialis- mus". Referent: Emil Buchholz. «a. Abt. Friedenau, Schöncbergee Ortsteil. 8 Uhr bei Gllrlich, Ecke Ruben.s. und Billiardstraße. Bar'iog. Gäste willkommen. 85. Abt. Tcmpclh»!. 7'4 Uhr bei Bus«, Kaiser-Friedrich-Siraß«. Thema: „Politisch« Lage". Referent: Heinrich Lierbücher. Frauenabssnd am Donnerstag, den 19. Mai: 74. Ab!, stehlendorf. Abend, 8 Uhr Frauenversamwlung. Restourani Kaiser. Hof, Potsdamer Str. Zf. Thema:„Deutschlands Zukunft". Referentin: Hedwig Wochenheim.___ ?llgenüveranftaltungen. iveret»«tbetter-zugea» Groß-Perlt». Seteetariak! RW. 4»,?.« de» Zelte» 23. Mittwoch, den 18. Msi: tstuchholz. Schule Berliner Str. IS. Bortrag:„Humor in der Literatur". — Köpenick. Skvnig. Grün-, Ecke Kictzer Straße. Vortrag:„Adolf Glaßbrennet. Alkberliner Hunior.— Lichtenberg. Parkaue 10. Vortrag:„Wandern und Raturerkenntni«.— Mariendotf. schulbaraik«. Stänigstraß«. Diskusstons» abend.„Unsere Sknltueaufgabe".— Nordost. Schule Pastcnrstraßc. Dortrag: �Organische Entwicklungslehre".— Petersburger Ltertel. schul« Straßm-nn. i.raß.e 8. Mädchenabend.- Stralauer Viertel. Schult Roglerstraß«. Dis» kuffion:.Tlnfer« Ziele".- Prenzlauer Vorstadt. Schule Lenefelder Str. 6/7. Vortrag:„Schönheiten da« Muri.— Staalcn. Dartcnstadttchule. Mädchen» c;-n5.- S.öpcnit'et Viertel. Schul« Wropgelstr. 128. Portrag:„Wa, muß '«oin izriedensorrtrao in Versailles wissen. Südwest. Zeniraliugenoheim, Li:td«nstr. 3. Bortrag!„Tanlariustrm".— Tempalhif. Lyzeum Geemauiastr.«17. Borieng:„Voltssürsorge".— Drddiog. Schul« Triststraßc. Dortrag:„Vom Arbeiter zum Astronomen".— Westen. Vavzewerkfchule. Nurfstrstenstr. 141. Burtrog:„Sewerklchastsfragut". Soziales. MonapoNsicrung der ZlrbLüsvennikklung. Der dem vorläufigen Reichswirtschastsrat zur Begutachtung vor- gelegte Entwurf eines Arbeitsnachweisgesetzes ist nach einer Meldung der„Dena" auf den Boden gestellt, daß die Arbeits- Vermittlung als eine öffentstch-rechtlich? Angelegenheit behandelt wer- den muß. Durch den öffentlichen Arbeitsnachweis soll die bisherige Zersplitterung der in verschiedenen Formen sich betätigenden Vermitllungsstellen vesestfgt werden, indem Angebot und Nachfrage aus dem Ardeitsmarkt einheitlich zusammengefaßt werden. Das Schwergewicht der Arbeitsvcrmittiung und damit der Organisation des Arbeitsmarktcs soll in den örtlichen Stellen liegen, die in der Regel für den Bezirk jeder unteren Derwaltungsbehörde zu er- richten find. Die für größere wirtschaftlich zusammenhängende Bo zirke(Länder, Provinzen) geplanten Landesämter für Arbeits- Vermittlung bilden die sächlichen Aufsichts- und Beschwerdestellen gegenüber den Arbeitsnachweisen: sie haben alle Vorgänge auf dem Arbeitsmarkt sorgsam auszuwerten und stellen die Verbindung mit dem Reichsamt für Arbeitsvermittlung dar. Da diese Organisation lediglich oolkswirtschostlichen und sozialen Gesichtspunkten folgt, wird die gewerbsmäßige Stellen- Vermittlung nach einer Schonfrist bis 1931 völlig beseitigt werden. Die Facharbeitsnachweise, auch die paritätischen und von Berufsorganisationen unterhaltenen, gehen innerhalb zweier ?ahre als Fachabteilungen auf den allgemeinen Arbeitsnachweis über, behalten jedoch durch die Gliederung in Fnchabteilungen ihren streng beruflichen Charakter bei. so daß die Dielgestalttgkeit der Berufs- bedllrfnisse noch Möglichkeit berücksichtigt werden kaum Die sogen. gemeinnützigen Stellenvermittlungen der Verein« und Anstalten, die häufig eine- unentbehrliche Fürsorgearbeit ver- richten, werden der Aufsicht der Landesämter unterstellt, schon um sie in Uebereinstimmung mit dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu halten. Nach dem Grundgedanken des Gesetzes sollen die Beteiligten den ArbeitTnachwei? selb st verwaltend für ihre besonderen beruf- lichen Bedürfnisse organisieren. Demgemäß ist für jeden Arbeitsnach» weis«in paritätisch zusammengesetzter Derwaltungsaussckmß zu bilden, dessen Vorsitzender und Stellvertreter von der Gemeinde er- nannt werden. Die Arbeitsnachweisämter sollen außer der Arbeitsvermittlung und der Mitwirkung bei der Arbeitslosenversicherung auch die B e- rufsberatung, die Kriegsbeschädigtenfürsorge und die A r b e i t sb e s ch a f f u n g übernehmen. Einen Benutzungszwong, d. h. die Verpflichtimg, offene Stellen nur durch den Arbeitsnachweis zu besetzen, sieht der Entwurf nicht vor. Mögen in manchen Berufen Gründe für ein« neu« lose Fühlung mit dem öffentlichen Arbeitsnachweis sprechen, so ist doch nicht zu oerkennen, daß dadurch die lückenlose Durchführung der Monopolisierung in vielen Punkten ernstlich gefährdet werden kann. Die Notwendigkeit einer solchen, unter gewisien Umständen, wie z. B. bei Krisen des Arbeitsmarktes, gibt der Entwurf selbst zu, indem er anheimstellt, die Anzeigepslicht der offenen Ar- beitsgelegenheiten in diesem Fall durch Polizeiverordnungen zu dekretieren._ So�afo Praxi» in England. Der erste Bericht des englischen Gesundheitsmimfteriikms ist, wie in der„Deutschen Medizinischen Wochenschrift" mitgeteilt wird, veröffentlicht worden. Dieses neuartige Ministerium umfaßt acht Unter- abteilungen, darunter Abteilungen für allgemeine Gesundheitspflege, fü rMutterfchutz und Kinderwohlfshrt, Tuberkulose und Geschlechts- krankbeiten, Nahrungsmittel, Infektionskrankheiten usw. Dem Stob des Ministeriums gehören 95 Aerzte an. Die britischen Kon- sulate auf der ganzen Erde liefern regelmäßige Berichte. 82 Mil- lionen Menschen sind in England in Kasten, die von 12 666 Lerzten versorgt werden. Kein Kassenarzt darf mehr als 3060 Kassenpatienten ouf seiner Liste haben. Besonders wird auf die Gefahren des Flecktyphus hingewiesen, die durch die Wiederherstellung normaler Beziehungen zu Rußland und dem Osten drohen, sodon» auf die Verschleppung der Cholera durch Mekkopilger nach Ruhland und von dort nach dem übrigen Europa. Sport. Nlrnnewoltz. 1. Rennen: 1. Son»tag?ruS«(Krilgerl. S. Valonto k?r. Müllerl. S. Crostalia lCosino), 4. Halbmond(Freytag). Toto: 120: 16. Pi. 16, 12, 11:10. Ferner liefen: Berberil, Raiv«, Orlrud II. 2. Rennen: 1. Perlschnur IG. Ja»est, 2. Kamille(Bieule), S. Hellseber(TarraS). Toio: 15: 10 Pl. 11. 15:10. Ferner lies: Flüchmna. 3. Rennen: 1. TardanoS (Jentzich), 2. PeriicuS(Kaiver), 3. Teita(Diejmst. 4. Saiyr(Bleuleur). 5. Einhart 10. Schmidt). Toto: 102: 10. Pl.: 43, 20, 20: 10. Ferner liefen: Rofenritter, Muielmann.?l>ier. Wigamnr. 4. Rennen: 1. König Midao iOlejnii), 2. PerilloS lRaftenberger). 3. Graf Ferry(O. Slimidi). Toto: 13:10. 5. Rennen: 1. Saiiicherin lRaltenberger), 2. Foo(Stau- dinaer), 3. Prüstmq lOlejnist. Toto: 30:10. PI.: 16, 91:10. Feiner lieien: Nigunta, Minestra. 6.Rennen: 1. Romanzo(Tarrau), 2. Kongo (Kaiperst 3. Georgias(O. Schmidt). Toto 13:10. 7. Rennen: 1. LIladar lssaitenberger), 2. Olala(Fentzfch), 8. Kätbi iBebi), 4 Sarnot(Heidt). Toio: 27: 10. Pl. 12, 13, 13: 10. Ferner liefe»: Prophetin, Ton Bixiou. Glückskind. Auf dem Gankag des Arbeiker-Radfahrerbundes„Solldarlläk" (Gau 9, Brandenburg) erstattete nach Erledigung der üblichen Wahlen Gauleiter Deinert den Geschäftsbericht der letzten beiden Jahr«, der ein erfreuliches Anwachsen des Gaues konstatieren konnte. Im Jahre 1919 zählte der Gau 267 Ortsgruppen mit 11358 Milaliedern, während dos Jahr 1920 mit 377 Ortsgruppen und einer Mitgliederzahl von 17 466 abschloß. Auch dos angefangen« Jadr 1921 zeigte ein weiteres erfreuliches Wachstum. Bei der Wahl des Gauvorstandes wurde der» selbe einstimmig wiedergewählt, und zwar als Gauleiter Genosse Deinert-Mariendorf, ferner die Genossen Legero, Seeger, Karras, Wegner, Oberländer-Berlin._ Aufruf an die Arbeiter-Ruderer. An alle freigewerkschaftlich organisierten Rudeter Grvß-BerlinS ergeht ein Ausruf in dem eZ u. a. heißt: Auf allen Gebieten deS Sports hat sich die Albeiterfckiaft ackttunggebielende Organisationen geschaffen, die wohl in seder Beziehung den Vergleich mir den bürgerlichen Organisationen aushallen tonnen. Nur auf dem Ge- biete de» Ruderivort» zeigt sich ein ungeheure» llebergewicht der iogenannie»„bürgerlichen" oder angeblich„neutralen" Ruderver- vereine uiid-verbände. Fn diesen Vereinen bildet Ihr den aktiven Siamm. Während die Borstände Eurer Vereine Euch dauernd ver- sichern, der Verein treibe keine Politik, kann man immer wieder eine deiiiliche Stellungnahme für deulschnaiionole Politik konstatieren. Irgendwelche Rücksichten auf einzelne ältere Mitglieder oder, gesellschaftliche" Bedenken h'ndern Euch, ost-n in Reih und Glied z» trelen mit Euren Kollegen aus Bureau, Kontor und Werk- stoit. die schon frühzeitig die Koniegiumzen ihres Denkens auch für die sportliche Bciätigi'.ng gezogen babc». Glaubt nicht, daß in uniere» Reiben Politif und wieder Politik aetrieben wird. Siein! UnserAielist: Hohe ,'partlrcheTüchtigleit unter Vermeidung aller Auswüchse, Pflege edler Ge- selligkeit, Förderung deS volkStümlichenWander- r u d e r n S, kurz: Erziehung aufrechter, starker Mcn'ch-n. die unbeirrt pon der Phrase deS TageS ihren geraden Weg in gleichem Schrill und Tritt m:t ihren Arueitsbrüdern gehen. Der Freie Rudcrbund Berlin, welcher durch ieuie Mitgliedschair im Arbener-Wasseriport- Derband der Aenlraikommiiston für Sport und körperpstegc, der obersten Vertretung der deutschen Arbeiteriportler. angehört, ist die berufene Vertretung unserer sportlichen Jnkeresten. Darum, Ge« werkichaslSgenosten, die ihr noch Vereinen angehört, die tm» fernstehen. werbt in deren Reiben für«niere Idee, für die Fördernng der Arbeileriporibewegung! Nähere Auskünfte. Material niw durch die Geschäftsstelle der Ruderergruppe im AWB. Paul Stüglmater, Vornvender de« Freien Rudrcbundes Berltu. Berlin- Stralau, Frievrich-Junge-Slr. 7. WirlstHafi SCH. Die GroßeinkoufSgesellschaft deutscher Konsumverein« detöffent- lickt ihren 27. Jahiesbericht für das Geichätt-jobr 1020. Der Warenumsatz hat sich in diesem Jahre Uon 352,6 Will. M. ouf 1352.2 Milliouen erhöht. Zum Teil ist das immer noch auf die weiter gestiegenen Warenpreise zurückzuiühren. zum erheblichen Teil jedoch ivird Meie Umsatzsteigerung als ein Gradmesser sür d>e Erhöhung der umgesetzten Warenmenge bezeichnet. Die Lockerung der Zwangzwittscha'i ist den Genofienschasteit, damit auch der GEG. zugute kommen. Daher verficht auch der Bericht wiederholt den liberalen Gedanken de« freien Handels, obwohl«r seine Nachteile nicht verkennen sollte, lieber die Entwicklung de» Geschäftsjahre» gibt der Geschäftsbericht folgende Uebersicht: „DaS Jahr fetzte mit einer ungeheuren Nachfrage nach Waren aller Art ein. Der große Bedarf in Zusammenhang mit dem weichenden Kurse der Mark trieb diePreiie sür alle Artiiel-» die Höhe, und trotzdem fand jede Ware reißenden Absatz. Auw Ausfuhr war sehr lebhaft, denn der Tiefstand der Mar! drängt« die deutsche Ware«n« Ausland. Di« Einfuhr follle grundsätzlich nur noiwendige Lebensmittel, Rohstoffe und Halbrabrikale um- fassen. Tatsächlich kamen aber erhebliche Mengen von LuxuSgegen- ständen und enibehrlichen Waren mancher Ärt herein, da das Lew im Westen fast daS ganze erste Vierteljahr hindurch noch nicht Fr- jchloflen war. Als Ansang März der Morkkur» anzog, ging da» AnSiubr« geschäst sofort zurück, und die Nachfrage im Inland f l a n i e ab. Der Kavp-Piltsch am 13. März brachte zunächst alle Betrieb« zum Stillstand; aber auch nach Wiederherstellung der Ruhe lastele lähmende Ungewißheit auf allen Kreisen von Handel und Industrie. Verbraucher und Wiederberkäuicr hielten mit ihren Einkäufen zurück in Erwartung eines weiteren Rückganges des Preises. Es trat eine allgemeine Geschäft« st ocknng ein. die erst behoben lourde, als die Warenbefitzrr sich zum Verkauf der Vorräte zu niedrigeren Preisen entschlosien und die Hoffnung der Konsumenten auf einen weiteren Preisrückgang sich nicht verwirklichte. Anfang Herbst ent« wickelte sich dann auf der Grundlage ermäßigter Vreise ein lebhafter Verkehr, an dem besonders die Textil-, Leder«. Schuhwaren« sowie einzelne Teile der Maschinenindustrie beteiligt waren. Aber auch da war eS nur eine scheinbare Aufwärtsbewegung, die keine reale Grundlage hatte und an die keine Erwartungen geknüpft werden konnten." Die Zusammenfaflung der Konsumvereine in Bezirken zu Ein- kaufSvereinigungen hat im letzten GeichäftSjahr weitere Fortichritle gemacht. ES wurden 6 neue Einlaufsvereinigmtgen gegründet. Die Umsätze in den Einkaufsvereinigungen stiegen von 36 auf 129.6 Millionen Mark, ihr Anteil an dem Gesamtumsatz der BSG. betrug aber nur V.0 Proz. gegen 10, i Proz. im Jahre 1919 und 87.» Proz. im Jahre 1918. Da« liegt daran, daß wichtige Artikel wie Mehl»nd Zucker infelge der ZwangSbewittschaftung für den g-meinsamea Warenefnkauf ausscheiden. Der Warenbezug von genossenschaftlichen Organisationen stellte sich auf 45 gegen 13,6 Milliarden Mark im Vorjahr. In den Produktionsbetrieben der GEG. warder Beschäftigungsgrad bei schwankender Marktlage sehr na« g I e i ch. Im allgemeinen find die Steigerungen der Umsätze dieser Betriebe auf die erhöhten Warenpreise zurückzuführen. Bedeutend gestiegen ist der Umsatz bei den Seifenfabriken in Gröba „nd Düsseldorf. Do» hat seinen Grund darin, daß im Gegensatz zu früheren Jahren nur gute vollsette Seife hergestellt und zu hoben Preisen aus den Markt gebracht wurde. Der Bericht muß hierbei auch die nachteiligen Folgen der freien Wirtschaft verzeichnen, indem er feststellt, daß mit Einsetzung der freien Seifenwirtschoft„ein Teil unserer Freunde e» an der genossenschaftlichen Treue sehr fehlen läßt". Ein Produktionsrückgong wird in der Teigwarenfabrik Gröba- Riesa, eine bedeutende Produktionssteigerung in der Zündholzfabrik Lauenburg vermerkt. Di« Bankabteilung der GEG. hat sich im allgemeinen günstig entwickelt. Die Fortführung deS Programm», das vor dem Kriege für den Ausbau der Eigenproduktion aufgestellt war, konnte noch nicht erfolgen. Noch immer stellen sich nach dem Bericht der Errichtung neuer Fabriken fast unüberwindliche Schwierigkeiten entgegen, doch konnte für den Ausbau der bestehenden Betriebe mancherlei getan werden. Die Leistungsfähigkeit verschiedener Fabriken durch Vergrößerung der maschinellen Einriibtung wurde io geföldert, daß eine höhere BeschäfiigungSmöglichkeit sofort, wen» diese eintritt, auSgenützl werden kann. Beschäftigt wurden in allen Betrieben zusammen 2427 Personen gegen 2041 Personen im Vorjahr. Der U e b e r s ch n ß der GEG. ist von 2 Millionen auf 4,4 Millionen gestiegen. Freie Einfuhr von Kaffee und Tee. Durch eine in den nächsten Tagen zur Veröffentlichung gelangende Bekanntmachung wird die Einfuhr von rohem Kaffee, sowie Tee, auck Mate freigegeben. Von dem Tage deS JnkrafitrefenS der Bekanntmachung ab bedarf c« einer besonderen Einfuhrbewilligung für die Waren nicht mehr. DaS Einfuhrverbot sür nicht rohen Kaffee sz. B. gebrannten, gerösteten, auch gemahlenen Kaffee, für Kaffee- Pulver uiw.) bleibt nach wie vor besteben. Einsuhrbewilligungen dürfen grundsätzlich für diese Waren nicht erteilt werden. Die Einfuhr ausländischer Duftet wurde vom Reichscrnöh- rungsministerinm freigegeben. Zur Nachahmung empfohlen. Eine wichtige Entscheidung, die voraussichtlich viele Millionen Dollar in die Slaatskaffe der Vereinigten Staaten wird strömen lasten, ist von dem Obersten Gerichts« Hof in Waihinglon gejällt worden. In einem Urleil wird ausge- iprochen, daß seder Wertzuwachs irgendemes Aklivpostens einer Geiellichaft oder eines ShndilatS in steuerlicher Hinsicht al» Gewinn betrocblet werden muß.— In Deutschland nnterstützt der Sieichsfiuanzhof. der oberste Richter in Steuerlachen, die Praxi« der Alliengesellschaften, die abenteuerlichsten Gewinne in Rück-' stellungen auf ErneuernngSsondS verschwinden zu lassen und der Steuer zu entziehen. Die Einfuhr Sowjeln'ßfands im April, �ie.Ekonemistches» kaja Shisn", dos sowjetamtlich- Wirtschaftsorgan. r>:tcffent!lchj eine Reihe von statistischen Daten über die russische Einsuhr im Lause der ersten Hälfte des April d. I. Wie bisher immer, ist nur da» Gewicht, nicht aber der Wert der eingeführten Waren angegeben. Die ganze Einfuhr vollzog stch ausschließlich über Zwei Grenz- stationen: Jamburg(Estland) und Sebcsh(Lettland) und betrug 1,045 Millionen Pud, woocn 166 000 Pud auf eingeführte S t e i n k o h le entfallen. Der größie Teil der Einfuhr besteht aus Me t a l f fabritaten. und zwar 366 000 Pud. d. i. über 35 Proz. der Gesamtimport». Diese Menge seßt sich wiederum fast ausschließ. sich au» Eisenbahnmaterial und landwirtschaftlichen Maschinen zu- sammen, während andere Maschinen, wie Motoren, Werkzeug- Maschinen. Pumpen und Werkzeuge, nur einen unbedeutenden Teil der Einfuhr ausmachien(gegen 33 000 Pub). Zu bemerken fit noch, daß die eingeführten Lebensmittel(gegen 140 000 Pud) einen großen Teil der sowjetrussijchen Einfuhr im April betrugen. oe, Ms aller Welt. Haussuchang bei einem Steuerschieber. Hagen, 14.!Nai.(WTB.) Nock ei!i?r Meldung der.Hnaeuer Leitung" lvurde bei einem hiesigen Golditmrerihmidler, dessen Steuererklärung das Mißtrauen der Debärde erweckt halte, in Gegenwart ciiieS RegierungSrateS und eines ObersteuersekreiärS eine H au s su ch u n g vorgenommen. Es wurden in einer Holz- Verschalung versteckt KÖOOOO M. Goldgeld, rnekrcre Pakete mit Goldringen und Silbergeld gefunden. Geld und Ringe wurden beschtagnahmt und verfalle n dem Staat. Dalddrond. Am 1. Pfiugstfeiertage brach aus preußischem Geb eie. dicht an der a n h a l l i i ch o n Grenze, bei dem Dorfe S e l l n i tz ein Waldbrand ans, der etwa 830 Morgen 1.8- bi» 16jährigen Nadelholzhestand vernichtete. Die Vrandfie?« liegt etwa acht Kilometer nördlich der Gegend, wo vor ungesäbr drei Wochen ein Watdbland auf preußischem und anhaltischem Gebiet nahezu 860 Morgen ivcrlvollen Kiefernbestand vernichtet hatte. Ücm Dlih gelötek. Eine Gruape von Nenischeidcr Ausflüglern. die am 2. Pfinaslfeierlag während eines EewiltcrS in der Nähe der Sind: iiutcr cmcr Eicve Schutz gesucht Halle, wurde von, Blitz gclrossen. Zwei Frauen wurden sofort netvlet, drei andere Persoucii erlitten Lähinuugen und schwere Brand- wunden. Eine schwere Explosion ereignete sich in der Nacht zum ersten Pfingstfcierlag in der Biikcltiabrlk des staatlichen Kohlen- Werkes Hirschselde bei Zittau. Da die Belegschaft bereits die Fabrik verlassen hatte, ist ein Verlust an Menschenleben nicht zu beklagen, lieber die Ursache der Explosion ha: die Untelsuchung bisher keine Klarheit schaffen können. Schwerer Iknglffckssall i» Tirol. Aus dem D ch e n s e c ereignete sich an: Pfingstsonntag ein tchwereS Unglück.?iuk dem Landungssteg bei Ereipitz warteten hunderte voii Personen auf den Dampfer. Plötzlich gab der Landungssteg nach und oll? Personen fielen in den See. Acht Frauen und cm K> n s und ertrunken. Acht Personen erliUe» schwere, hundert Personen leichte Verletzungen. vortrZge. Verews unö Veesammlimsen. Die TumultgeschStigt-n D-rciaigi-ag Sioh-Berün, I,Zlt am Daoner-taz, den Id. Mai. abends 7'� Uhr, Echulnaia Tilliro? Str. 4, ihre Mitaliederoer» fammluna ab. Tcacscrdnong: Verschiedenes. Aiie ZZerssnen. metchc beim Tumult Schaben erlitten hoben und ihre Interessen wahren, bilteii wir, sich in unsere Lerelnigunz aufnehmen ju lassen. Gleidizeitie, bitten mir um iehl■ reiches und pünktliches Ersckzeinen der Mitglieder.— Arb.-Samariter.Kolsnnc Berlin E. V., Abt. Echöncberg.Hricdeita». Der am Donnerstag, den Id. d. M., stattfindende Lehrabcnd wird nicht mehr in der Äubensftrahe, sondern in der XI. Volksschule, Lichtenberg. Fcurigstr. S7, abgehalten. Aus edelsten Grundstoffen nach einem Spezial-Fabrilaisons-Verfaliren in stets unveränderter Zusammen sehung, frei von allen schädlichen Äestandtetlen hergestellt, besitzt Gunlicht Seife erfahrungsgemäß und verbürgt die Gigenschaften der Reinheit: Unerreichte Schaumkraft Größte Ausgiebigkeit leichteste Löslichkeit Garantierte Neutralität. Sie verringert die Arbeit, erhält die Wäschefaser geschmeidig und spart Zeit und Geld. 7kSsSe?,UcKtspieIv etc. Opernhaus Josephlegende rill Eulenspiegel/ Silbouetten 7 Uhr S€liauspleihaus Coriolan 7 Uhr fffl deutsches Theater J'/jU.: Potasch u. Perlniulter do.TVs: Potasch u. Perlrnuiter Kainmerspiele ? Uhr: Mcsalllcnco Do. 8 Uhr: Mesalliance Br. Schauspielhaus (Karlsiiaüe) r II: Ein Sornmcrneclitstrauni (27. Abi»iung S. ABcna) Oe. 7 ü.: Sommernachtstraum 729. Abteilung S. Abend i Theater i. d. KSnisor�tzer Str. I.W Uhr: ilujrby Don nerstag: iialome(Orska) Preitag: Runby Sonnab: hatana Maske und Mit dem Feuer spielen (Orska, iliemann, Blidl, Poinincr, Karba, Veldtkirch, Rosscrt, Römer) Sonnta ,; Satans Maske und Mit dem Fcugr spielen Bsrlißer Theater: Allabendlich 7.30 Uhr. Hilde V.'örner, Ralph Arlur Roberts. Uschi Elleot, Herbert Klper, Fnnl Rehkopt Romßdieniiaus; Heute 7 Uhr UrauHShcnnEt Der blnllöe Engel von Robert Wlntcrberji; j Paul Heidemann a. G, fosefine Dorav Staatsih. I a.G.IngevanderStraaten, j isa Atarsen, Georg Baselt. Kurt Busch. Julius Rogg. Alfred Walters Volksbühne Theater am Büloivplati i'/iUbr: Antlgone Lessino-TtiBater 7/suhr:ßoseaniontag Do. 7 Vt Uhr: Gespenster (Loosen. Abel, Loos) Freita? bis Montau 7l/t Uhr: Roscamontas:. Deatsehes Rilnsller-Mer Allabendlich V s Uhr: öle selige Exzellenz Adalbert, Junkermann, BUlicr Residenz- Theater Täjlich 7 V. Uhr: va, Pmileg Triaaon-Theater Zum I. Male 7 Uhr; UmToeitsch Alfred Ab«! Auf Cgode-Nissen Qcors Alexander« Oentrnl-Tl» eatcr 7i/,uhr:JIonka l>enti»oheo Operalmna »uhr: TfonhadGiir PpIc«! r. WlIlielnif�.TIt. uh?. Hit Kleine ans der Hölle Kl. Srhnn�piclhauH t«/, uhr: Reigen Tinstnpiolhmia T'/a Uhr: Arnold Rfecfc In D!e spanische Flieg© Wefropol-Th«' At�r Jhnßfe hlaue Mazur Venns Onerottonihent. v/.uhr Ämerican-Ölr! Wenen Volltsitlieater 7 Uhr: Nora McUlIIor-Thont.dtlinrl. 100000 Taler Schloßpark• Thcat. Steglitz« SchieCstraß© 48. 71/, uhr. Timon Thal In-Th out of iv. uhr Mascattchea Tli.nm Voll«»*idopfi»lÄt« ZV, Uhr: Genoveva u�.üer Ms!' ausGingsda { Thcat.«r«lom Woaten* 1 Uhr; Borgen wioileplflstik! Th.l.d.Kommnndantenstr. t5/. uhr Die golilsne Freiheit WaHn�T-TheatrF 7v,uhr:flefTpanif0in Glück ■Walballa-Thentcr Jhr'Scheldnngsreise Folies Gaprice' KckcPr! edrich- u.Lin ienstraBc Täglich S Uhr: Das neue Frttulein na« TveiUe Blatt Der Icdtgellheniann mitPerd. Grünecker. » Park-Restaurant] jSudendej J SQdrlng 1224« I Tanz- Jbende i täglich | anßer Montag J Kleines Theatsv Täglich 7'/. Uhr: Mrsw??AUM Ulpa Llmburt, Eugen Burg, Fallienilein, Mamclock An beiden Feiertigen 4 Uhr: Crisnora! Sohn Kstmuhe 6psr Opernsplelaolt Täglich'V, Uhr Alt-Heidelberg Casino-Theater Lothringer Str. 37. Tägl.1/� Nur noch bh einschl. 27. Mal Bollrich& Sohn Sonnabend. 2*. Mai, x. 1. Male; Freuden der Häusllcbkeit Sonnt 3�/fi ROIlennnnlen m £imberUnmt.Oast Konreil Gebhardt r. Df. Schaujpielh. Hamb. im lanege-Selirastllck .Krone s, Fessel' 7 U. Vorher die 7 U. Cra-Seosatione!] Vvkf Wertheim u.Circusk. Gastspiele erster Künstler BALL Gewöhn U Eintrittspreise Theater am Eottbuser'toi Täel 7V, u m h a I b e n P reisen Sonntag nachm.«5 Uhr Ellts-S&iger I). vollständig neue I MobProRrnrnm »ä~ jeder Art bei kleiner Anzahlung und | bequemer Abzahlung| Möbelhaus Andreasstr. 28 ,- Strengste Diskretion. Konzerl nnd Spezialität.-Vorsteilong (16 Attraktionen). 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Abteilung/ »nsbescmdere auch Herrn Barth für seine überaus erhebenden Worte des Trostes meiner: auf- richtigsten Dank. 3445b VWtwe Berta Flttlng. Spczlal.Arzl Dr. raei!. Orlitering Haut-, Harn-, GeschlcchtsIeicJ d.Männ, u.Frauen, Blutunters. Itivalidenstraße 35, Ecke Chausseestr� Stctt. hhl. Spr. wocheniägHch 11-1, Vp-Vs?. Komöopatit.InsUtut Sxnit., Harn- u. Geschlrchtsl�ld. Tpe» veralt. Fälle bei schneller, ! äier. u. schmerzlos. Behanälg., lnöqlichst oäne Berusollörnnq L. Zül'ligs. Mi RöniaM, am Üllexandcrpictz.' Svrech, 10-1.4 8. 6105. 10 12. Die Graphologie >•>» F. Becker. Piei« 1,'li M., �>orto l.lOM. AncsuhrlicheAn» Innungen zur Beurteiluna der Handschrift, um au» derselben Cbarallcr. seelische Zustände, Temperament. Fähigkeiten ukw zu erkennen, mit>27 Tchrist- proben und ErNärungen. Jeder ? auf. d.Buch. erhält aus Wunsch b unser Institut eine genaue Beurteilung seiner Handschrift ». 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MimsNte uns MMWkMer aller UiMt, ffiiadi dieselben m ötlslrantentnsse ber Nkkcniier. lldttnadier. Gpüfer und vem. Berufe aMsWssen finö. TR o n f a b, ben 23. Mat 1921, abends 6 llhr. im Gewertfchaftshaus, Engewfer 15, Saal 5; VersammSung Tages ordnnng: 1. Desamtausstellung der Aste aller Betriebe. Z. Stellungnahme zur Wahl. 90/7 Alltgliednbuch legitimiert. Sk«.SelleiMWUi>eMMl!iiÄ Ziliale Verl!»- Sebostlanstr. 3Z 3S Achtung! Achtung! vanoerntag, den IS. Mal lSII, nachmittag» 5 Ahr, bei Schulz, Clisabethstr. S0: Mitglieder-Bersammlnng der Zuschneider und Zuschneiderinnen der Herren-, Knabe»-, Burschen-, Gummi- und Fantastewesten-Konfektton. ngen»Iii dem t Bericht von den zentralen Bert tlrbettgederverbcmd.— 2. Diskusfion. In Anbetracht der Wichtigkeit der Abmachungen ersucht die ikommilsion sllr unbedingt vollzähliges Erscheinen. Mitgliedsbuch oder-karte legitimiert; ohne dies« oder mit mehr ai»« restierenden Wochenoeiträgeu kein Zutritt. Die vrancheatammisston. Wir weisen anschließend noch einmal darauf hin, daß la demselben Lokal um 7 Ahr abend» die Bctricbsrätc-Bersammlung sllr die oben angeführten Branchen stattfindet. IN/7 Nutzeisen jeder Art: Rund-, s?lach-, Quadrat- u. Bandeisen,| Gas-Ticde-Rohre, T-Trägern. 0 Eisen, Feldschmieden und Ambosse sofort ab Lager lieferbar Felix Kohls, Berlin C. 25, Dircksenstr. 12, I Morißpiaß 12072. Ecke Boltairestraßc. Marigplan 12072. j I X I. schwarz und leder, Gr. 3■ I 3150 4200 IT Herrengarnituren �.ßoo jacke u. Beinkleid, färb., alle Gröss.\JCj 1650 hlupfhöschen 1750 amen, Baumw., weiss u. färb. I/ 2100 21 Damenhemdchen weiss, ohne Äermel............ Sc für Damen, Damenhemdchen Baumwolle, makofarblg, mil Vi Arm Hemdhosen Damen Baumwolle, weiss, ohne Arm 50 Fortsetzung des grossen Verkaufs Wasch-, Kleider- u. Seidenstoffe Nur Leipziger Strasse: Reisebüro Vertretung det Mitteleuropäischen Rehebüros und der Mitropa Ämtl. 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Verkehr A.. n demagogische Politik der beiden Ertreme, daß Kommunisten wie Deutschnationale die Ärage der prcußiichen Verwaltungsreform, in der nicht zuletzt der Kampf um die politische Macht sich entscheidet, nur unter dem Gesichtswinkel der Stellenjägere! sehen können oder zum mindesten so tun, als sähen sie nichts anderes dahinter. Die edlen Seelen finden sich immer wieder! Pichl rechlmachen kann es ein sozialdemokratischer Obcrpräsi- dent den Blättern der Reaktion. Vor ein paar Wochen wurde Ge- nofse H ö r si n g von der gesamten reaktionären Presse beschimpft und angepöbelt, weil er ein deutschnationales Blatt in Halle(unter dem Ausnahmezustand) wegen seiner hetzerischen Tätigkeit v e r- boten hatte.„Wo bleibt die Preßfreiheit?", war die unaufhör- liche Frage der reaktionären Blätter, denen es natürlich nur um Aufrecbterhaltung dieser domo kralischen Errungenschaft zu tun war. Fetzt ist dieselbe reaktionäre Presie— voran die„Tägliche Rund- schau"— über denselben Hörsing entrüstet, weil er eine in Halle neu«scheinende kommunistische Zeitung— nicht verbietet. Die Preßsreihett ist dielen Porkämpfern demokratischer Errungenschaften auf einmal gänzlich Wurst. Verboklme Zcttschrsfien. Die Interalliierte Rheinlandkommission hat den Vertrieb der Zeitschriften„Deittscblands Grneueruna" imd „Kladderodatsch" im besetzten rheinischen Gebiet für drei Monate verboten. Pene» Operettentheater:„American Girl". Schon wieder etwas Amerikanisches. Ab« die Amerikaner kommen von unseren Ententefreunden. immer am schlechtesten weg. Dieses, American Girl" verlangt z. B. von ollen Mitwirkenden eine Arm- und Bein- kunst, eine Puste, außer dem Orchester, daß wir nur mit Staunen das Ausbleiben eines Ohnmachtsanfalle? konstatieren. Aber bald wurde daraus«in Stückchen Poesie? Nein, neben seiner eigenen, vernünftigen, intelligenten Frau unmöglich zu genießen, für einen Strohwitwer geht es noch zur Rot. Oscar Blumenthal hat nebst anderem Fehlenden seinen Doktor sicher nicht in Völkerpsycholopie gemacht. Seine Kalauer sind manchmal gar nicht übel. Seine Typen(von Charakteren darf man nicht sprechen) zerbröckeln schließlich zu nichts, selbst wenn sie zuerst noch etwas aassthen. Die Handlung kennen wir schon. Die Musik von Karl Z o r l i g hat den einzigen Vorzug. daß ihre Banalität einen Zug brutaler Animalitöt in sich trägt. Diese Animalität scheint dem Publikum zu gefallen, das an den Da-capo-Rufen nicht sparte.- Sie gebührten und galten wohl ollerdinzs zumeist der trefflichen Aufführung und ihrem flotten Tempo. Ein Fritz Lan- Nendorfs als Lajos von Erdädij, den halben Abend allein wert. Heinz Solfner mußte feine rassigen Kräfte an eine halbe Idiotenausgabe verschwenden. Rudolf H il b ej g mimte einen famosen Schwerenöter. Van den beiden entzückend revrä- sentierenden Freundinnen L o l o G r a h l und Agni Wille dürste die«stere gesangliche Studien betreiben. Auch R. Pasch geht an seinen känagezogenen Kantilenen fast zugrunde, zumal die diesmalige Aufgabe ihn stch«üch nicht reizt. I a f e f! n e Klein und Ida Verry Icien nicht vergesien. Dr. I. Reu- m o r n leitete das Ganze als Dirigent nicht feinfübliger. als es verlangt wird, aber auch nicht schlechter. Die Dekoratianen. namentlich im zweiten Akt, erletzten vieles von der fehlenden Poesie in der Handlung und der Musik. Heinrich Maurer. E. Bardo Vazcm>. Im Alter von»9 Jahren starb in Madrid die Gräfin Emilia Pardo Bazan. die in ihrem L�nde als Meisterin sv-"nischcr Prosa und E'.zöblunaskunst galt. Ihre Werke sind in fast eile modernen Sprachen übertragen worden, auch in Deutschland ist die große spanische Schriftstellerin daher kein? Unbekannte. Die Gräfin Pardo Bazan war die Freundin fast all« führenden Poll- tiker des Landes und nahm auch am volitifchen Leben regen Anteil. wobei sie stth zu einem maßvollen Feminismus bekannte. Durch ihre Norlefungstätiakett an der Madrider Universität, an der sie einen Lehrstuhl für Literatur innc hatte, vermachte sie auch auf die jüngere Generation Spaniens tiefgehenden Einfluß auszuüben. GlflcklickieS London. Die nenellen Angaben aber da« PerbZNniS der ffleb' rtS- und Sterbeziffern in?andon»einen, daff die'gafll der(Geburten die der Toten im Iadre lötv!o ilgrk übciv'eal wie üuiw ie»>uor. lagv üimookmer kamen-5 Geburten und 13 TodetUAle. Die Sl-lbli-d'cir der Kinder unter einem Jahr betrug k! Pro,. Uebcrbauvt nimmt die Kinder- ft-rblichkeit in England sortdauernd ob, und das mar auch während de? Kriege» der Fall. d:'e EktwaffttungssoröerungeQ Ze? EntLttfe. In der EiitWaffnuntzsforderung der Entente im Ulti- nratum ist der deutschen Regierung nunmehr eine Ausführungsnote zugegangen, die wesentlich neue Punkte nicht enlhäit, aber die Termine für die einzelnen von der deutschen Regierung zu treffenden Maßnahmen sehr genau festlegt. Einzelne Ausstände, die die Interalliiert« Miliiärkommission an der Organisation der Reichswehr und ihrer Derwaltungs- stellen zu machen hatte, müsicn bis zum IS. Juni aus der Well ge- schafft sein. Kriegsmaterial, das über die Höchstzuweisun- gen. hmansgeht, ist bis zum 10. rcsn. Si). Juni abzuliefern. Bis zum 2Z. Mai ist ein striktes Beförderungsverbot für Waffen und Material mit Ausnahme des zur Zerstörung, Ablieferung oder Außergcbrauchstellung gelangenden erlassen war- den. Die Wasfenadlieferung der Bevölkerung muß bis zum 10. Juni vollständig beendet sein. Die Ablieferungsfrist für nichtgenehmigte Ausriistungsgegenstönde der Landbefesti- gungen läuft am 81. Mai, die für nichtgenehmigte Ausrüstungs- gegenständ« der Küstenbefestigungen am 10. Juni ab. W'.chkig sind die Desstmmuvgen über die Auflösung aller Selbstschutzorganisationen. Sie muß nach den Bestimmungen der Pariser Rote z u m 80. Juni bewirkt werden. Ilm die rechtzeitige Sonkrolle über diese Aus- lösung zu gestatten, muß die Oiste der Orgauisatiouen. welche die deutsche Begierung in Anwendung des Gesetzes vom 22. JTlärz 1921 aufzulösen beabsichkigk, der Kommission vor dem 31. Mai 1921 milgcle'.lt werden. Die Waffen- nud Muni- tionsabltesernngen. welche, den Bestimmungen der Da- riser Rote enstprecheud. am 31. März hätlen bewirkt werden müssen, müsse« vor dem 10. Z u« i 1921 vollständig beendet sein. Bei der Ablieferung sind die van der Bevölkerung, den Selbstschutz- oraanisastouen, der Polizei und der Rclckzswehr herrührenden Dassen gesonderk anzuführen. hinsichklich der Polizei will sich die Enkenle vor ollem Sicherheikcn dafür schaffen, daß sie nichk als mobile militärisch« Truppe ausgebildet wird. Sie verlangt deshalb im einzelnen, die Probezeii und die kurzfristige vienstzeik abzuschaffen, jeden Personalauslausch zwischen Polizei und Reichswehr zu unkersagen, die Polizeiwachen herabznseh-r und ihnen den Borkriegscharakler zurückzugeben, die Pollzeistiegerforma- stonen abzuschaffen und die Gcfamkstärkcn oller Palizeikalegoncn, der uniformierten und nichtuniformierten, auf die Zahl vou ISO 000 Wann herabzusehen. 3u dicscr Hinsicht scheint eine gegensätzliche Meivang zwischen Rdchsregierung und Entente dahingehend bestanden zu haben, daß die Reickisregierung die Sriminalbeam- l e n nichl zur Polizei im engeren Sinne zählte. Heber die Bewaffnung stellt die Pole neue Höchstanweisungen In Aussicht. Ob die Aordervngen der Reichsregierung auf Zubilligung einer besseren Bewaffnung bewilligt werde» sollen, ist damit nicht gesagt. Die notwendigen Umbildungen müsicn bis zum 1ö. Zuli durchgeführl sein. Auch in das deutsche Wirtschaftsleben greift die Note ein. So muß die deutsche Regierung bis zum 20. Mai die Liste der Fabriken, die Kriegsmaterial her- stellen dürfen, anerkennen. Da wir diese Fabriken nicht selbst an- geben dürfen, ist die Eignung der Fabriken nicht immer in vollem Umfange berücksichtigt worden. Weit« hat die deutsche Regierung dir Pflicht, schnellstens, b's spätestens zum 80. Juni, ein Gesetz zu«lassen, das dem Ein- und Ausfuhrverbot von Kriegsmaterial Geltung verschafft. Die Freiheit der Kontrolle für die Militärkommission muß bis zum 20. Mai sichergestellt werden. Die Schreiben und Ersuchen der deutschen Regierung in dies« Materie sind durch die Note«lcdigt. * Berlin, 17. Mai. Die Interalliierte huftfahr- kontrollkommission hat unter dem 13. Mai eine Note an das Auswärtige Amt gerichtet, in der in Perfolg der Annahme des Protokolls von London vom 8. Mai 1921 durch die deutsche Regie- rung folgende Entscheidung d« alliierten Reg'.«ungen über das Luftfahrwesen mitgeteilt wird: 1. Die Nachforschungen nach verstecktem Mate- rio! sind van der deutschen Regierung zu erleichtern und alle im Ariikel 202 vorgesehenen Ablieferungen.müssen vor dem 13. Mai 1S21 beendet sein. 2. Deutschland muh die Ausführung der Entscheidung van B v v l o g n e sicherstellen, wonach die Fabrikation und Einfuhr von Luftfahrmaterial«st drei Monate nach dem Tage Wied« aufgenommen werden darf, an dem die interalliierte Luiifahrkontrollkommission anerkannt haben wird, daß der Artikel 202 vollständig ausgeführt ist. 3. Deutschland muß die für die Z e r st ö r u n g von Zeppelinen verlangte Entschädigung leisten. Die Einzel- hcitcn dieser Entschädigung werden durch einen besonderen Vertrag bestimmt. 4. Deutsci'lond muß vor dem 31. März 1921 die obengenannte Summe von 23 Millionen Mark zahlen.(Zahlung ist bereits«rfalgt. Die Red.) 3. Deutfcblcmd muß die Entscheidung der Votschaiterkonierenz vom 8. Rooembere 1S20 befolgen, wonach die Verwendung von Flugzeugen bei leinen Polizeiformationen unter- sagt wird. Um die Anwendung des Arttk-els 138 des Vertrages, der ihm den Vesitz aller Ln'tstreitkräfte für Heer und Marine unter- sagt, sicherzustellen, muß Deutschland außerdem diejenigen Begrisss- bestimmungen anerkennen, die von den Alliierten Regierungen auiae. stellt werden, mn die zivile Luftfahrt von der durch Ar- tikel 138 verbotenen militärischen Luftfahrt zu unter- scheiden. Die Alliierten Regierungen werden sich durch stän- d'a? fleberwvchung versichern, daß Deutschland diele V«r° pflichtimg«riüllt. Das Auswärtig« Amt hat diese lltot der Kontrollkom- Mission wie folgt beantwortet: In Ibrer Not« vom 13. Mai 1321 fordern Sie, daß Ihnen bis zum 18. Mai die Maßnahmen mitgeteilt werden, die die deutsch« Regierung ergriffen hat, um die. Durchführung d« Borschnsten zu sichern, die in den Nummern eins, zwei, drei und fünf der Luftfahrt- klauiein der Rot: vom. 23. Januar 1321 enthalten sind. Ich beehre mich dazu das Folgende zu bemerken: 1. Die deutsche Regierung wird bemüht sein, das in Dsuflch- land noch versteckte LuftfohrtaerSt mit größter Beichleu- niguna zu erfassen: sie wird die Nockssor'chungen der Kontroll- kommiisivn nach solchem G«gt in jeder Meile erleichtern und ist bev.it. deren etoaig- Wünick-Z in jeder Hinsicht zu berücksichngen. 2 Es werden in kümester Zeit die geieklichen Maßnahmen aetroffen werden, um die Ausstibrung dar Ensscheidung von Boulogne über Herstellung und Einfuhr von Luftfahrgerät sicherzustellen. 3 Die denssche Remerva wird die für die Zerstörung von Kevpeiinen gesord-rte Entschädigung leisten und liebt der HeberhnRma«ine» en'lvrechenden Bertraosentwurls entgegen. 3 Die deutschen Polizeisormationen sind nicht im Besitze von Flugzeugen und werden auch in Zukunft nicht mit solchen ausgestattet werde». Die deutsch e Rea'ervng wird die Begrissttbeftlmmungen a n« r» kennen, die von den alliierten Regierungen ausgestellt werden, um die Zivilluftfahrt von der durch Artilel 138 verbotenen mili- tärischcn Luftfahrt zu untcrschcideu. Die ltaliem'scksn Wahlen. Mailand, 17. Mai 1921.(EP.) Die ersten Wohlerzebnisse können nach dem„Eorriere della Sera" für den Block der natio- n a l e n Parteien als befriedigend betrachtet werden, wenn auch die Katholiken und S o z i a l I st e n nicht so viel Sitze zu verlieren scheinen, wie die Pessimisten voraussagten. Bemerkens. wert ist die um 3 Prcz. regere Wahlbeteiligung als bei den letzten Wahlen.' Geschlossen siegten die Deutschen in Südtirol und die Slawen in I st r i e n. Es steht beretts fest, daß die Sozialisten in verschiedenen Zentren Mittel- und Nord- ilaliens an Zahl eingebüßt haben. Zluffallend ist die Ueberlegenheit des nationalen Blocks gegenüber den Sozialisten in Genua, Ferrara, Florenz und Perugia. In Rom«hielten die Sozialisten mehr Stimmen als erwartet wurde, sie bewahrten ihre Stimmen auch in Mai- land, Venedig und Bari. Einen unverhofften Er- folg erlangten sie in Neapel, wo sie an zweiter und dritter Stelle stehen. D« frühere Ministerpräsident S a l a n d r a ist wiedergewählt. Der Kampf wurde in- S ü d i t a l i e n mehr zmis.yen den Regierungskandidoten und der b ärger- lichen Opposition unter der Führung Rittis ausgetragen. Diese hatten einen ansehnlichen Erfolg in S a l e r n o zu verzeichnen, wo sie vier Mandate erlangten. Völlig geschlagen wurde die Opposition Nittis dagegen in den Abbruzzen.- Der nationale Black siegte ferner in Padua, Rodigo, sowie in Stadt und Provinz Florenz. In Reggio Emilia wurden wegen der Stimmenthaltung der Sozialisten nur 3830 sozialistische gegen 21 270 des nationalen Blockes und 13 830 Stimmen der Katholiken abgegeben. In Bergamo, S- ondrin und mehreren Wahlkreisen Venetiens sind die Katholiken in der Mehrheit gMieben. Außer in Mailand siegten die Soziali st en in Mantuo, P a o i a, Pisa und mehreren anderen Stödten. » Es dürften noch einige Tage vergehen, ehe die Ergebnisse der am Sonntag vorgcnomuicnen Wahlen vollständig und endgültig vorliegen. Die bisher gemeldeten Zahlen sind jedoch umfassend und. eindeutig genug, um eine Beurteilung der neuen politischen Situation in Italien zu gestatten. Was mit Sicherheit vorauszusehen mar und hicr ort genug vorausgesagt wurde, ist eingetroffen. Auch in Italien verliert das Proletariat durch eigene Schuld, oder vielmehr durch die Schuld feiner Führer an Boden. Einen glänzenden Aufschwung hatte die Sozialistische Partei bei den Wahlen im November 1919 erlebt: 156 Sozialisten aller Schattierungen waren als Vertreter einer geeinigten Partei in Montecittorio eingezogen, und es schien, als ob geraüs in Italien die Tage der bürgerlichen Gesellschaftsordnung gezählt wären. 2lber durch ihre Erfolge übermütig geworden, glaubten die radikalen Führer des linken Flügels der Partei, ihre Zeit sei schon jetzt gekommen, und sie ver- suchten nun, nach bolschewistischem Muster die Macht zit ergreifen. Sie fühlten sich hierzu um so mehr verpflichtet, als die italienische Partei, die während des Krieges aus rein pazifistischen Gründen aus der Zweiten Inteniationale. ausgetreten war, inzwischen der Moskauer Internationale beigetreten war. Es folgte nun eine Zeit ununterbrochener politischer Streiks und sonstiger Aktionen, von denen di-i meisten mißlangen Gesteigerte radikale Phraseologie mit weiteren krampfartigen Gewalterperimenten war die Folge dieser ersten Enttäuschungen. Und die weiteren Folgen er- gaben sich sodann von selbst: Enttäuschung und Entmutigung. d. h. Zunahme der politischen Gleichgültigkeit im Lager der Arbeiterschaft,„Berrats"-Geschrei der Links- radikalen, der e i g e n t l i ch e n S ch u ld i g e n an diesem Niedergangs gegen die„brenisenden", d. h. erfahrenen Führer des rechten Flügels, wie Turati und Treves, deren Aus- s ch l li st bald verlangt wurde, und schließlich die S p a l t u n g von Livorno, bei der auch das„Zentrum" unter Führung von Serrati ebenfalls als„konterrevolutionär" auf Moskauer Befehl von der kommunistischen Internationale ausgestoßen wurde. Aber die gleichzeitige, unvermeidliche und schlimmste Folge dieser blödsinnigen Taktik war, daß sich das B ü r- gertum zur Wehr setzte, sich zusammenschloß, eigene be- waffnete Organisationen, die F o s c i st e n- Verbände bildete, die sehr bald in ganz Italien das Feld beherrschten. Bon der proletarischen Revolution ist man jetzt in Italien weit mehr entfernt als vor zwei Iahren. Das ist der netteste „Erfolg" der kommunistischen Theorie und Praxis, der nur eine B e st ä t i g u n g aller sonstigen in sämtlichen Ländern Europas gemachten Erfahrungen bildet. Der Fluch des Florian Geyer, den Paul Levi als Motto seiner bekannten Schrift zitiert:„Die beste Sack)«, die edelste Sache, in Euren Händen ist sie gewsst wie das Kleinod im Saustall!" trifft die italienischen, evenso wie die deutschen, die französischen und olle anderen Kommunisten Europas, die nur der Reaktion geholfen haben, wieder empor» zukommen. Es ist unter diesen Umständen sogar ein Wunder, daß die Sozialisten nur ein Drittel ihres Best an- des verloren haben. Zur völligen Bedeut'mgslosigkeit herabgesunken sind die Kommunisten, die bis zur Spaltung in allen Partsiange'egenheiten und taktischen Fragen das grnze Wort führten. Insofern wird die Lehre dieser Neuwahlen vielleicht doch heilsam aus die italienische Arbeiterschaft wir- ken und wird nun unter vernünftigerer Führung der italienische Sozialismus einen neuen Aufstieg erleben können. Saararbeiter für enaiistbe Kohlenblockaöe. Saarbrücken, 17. Mai.(WTB.) Bei d«n heute in der Berg- werksdi'.ektton zwischen den Vertretern der Arbeilgeber und der Berg. arbeirer- und Metallarb«itero«bände abgehaltene Lohnver- Handlungen erklärten die Vertreter der Arbeiter, daß sie den Versand neu Saarkahle nach Evawnd nicht dulden könnten. Das S o li d a r< tä t s g« f ühl sei b«i den Bergarbeitern sehr stark aus- geprägt, und sie zögen es vor. Feierschichten zu verfahren, a? i Stieikbreckerdienstc zu leisten. Die französische Direktien erklärte, daß ein direkter Verfand noch England nicht statt- fände, daß sie aber durch den Streik neue Absatzgebiete ge- mannen hätte, und daß die Vcrgarbeiter, fall? diese Absetzgebiet« nicht gewonnen worden wären, im Monat Mai nur 17 Schichten hätten ven'ahren können._ Die dänische Regiervna hat beschlossen, alle deutlchen Denkmäler in Rordschleowig zu«halten, darunter darf auch das große Vis- marckdenkmal in Knivsbjerg nicht zerstört werden. GöVerHschQftsbsVSgung Arbeiter und Münzverbcechen. Du§ der Reiitisdruckcret wird uns iieichricben: Ueber die Bekämpfung der Miin�verbrechen und llrsadfien der Banknolenfälichung brachie Herr!ir>mjnalkommisiar v. Liebermnnn vor einigen Tagen im„Berliner TageblaU" einen Artikel, dessen Erdlugfolaerung bezüglich der Einstellung von Arbeitskräften in der Reichrdrulikerei nicht uiiwlder'procben bleiben dürfen. Herr V. L. sagt, der Arbeiterssamm war früher ein kleiner, die Arbeitsstelle vererbte sich vom Vater auf den Sohn, die Beichäf- tigung in der Reichsdruckerei wareine Empfehlung, der selten Schande gemacht wurde. Es sei ein gutes Zeichen� für den Geist, der noch in der Reichsdrutferei waltet, dast noch in keinem Falle das dorr verwaltete Material von Gelddruckplatlen und Banknoienpapier 5» Fälichungen mistbraucht worden wäre. Dann wird weiter gesagt, es sei ein Unding und müstte sich früher oder späler rächen. dast die Direktion keinen mastgebenden Einflust aus die Auswahl des Personals mehr hat. Mit dem Einstellen durch den Arbeitsnachweis müsse unter allen Umständen gebrochen werden. Die'e Ausführungen bedeuten letzten Ende? eine sehr schillere Beleidigung des vom Arbeitsnachweis übermittelten Personals, einen E ngriff eines Austen- stehenden in Abmachungen gwi'chen Direktion und Arbeiter- Vertretung und verraten totale Unkenntnis der Vorgänge bei Ein- stellungen des Perioiiaks. Scbon der Wideripnich in dem Artikel must auffallen. Der> Verfasser bestätigt selbst, dast nach te.n Platten» und Papiermaienal gu Fälichungen mistbrauchl worden sei. Ein glängenoes Zeugnis für das zum gröstten Teil vom Arbeitsnachweis vermittelte Personal. Warum spricht denn Herr v. L. Zukunfrsverdächtigiingen ans? Es dürfte doch dem Herrn Kriminalkomm'siar hinreicheiid bekannt fem, dast selbst die Herkunst auS Beamtenfamilien keinerlei Gewähr dafür bietet, dast ein Kind in Veriuibung kommt. Es sei nur an die Diebstähle an der Eisenbahn und Post(siehe Postamt öt, Fall Antoch) erinnert, wo langjährige Beamte.in Frage kommen. Auch dürsten sich die älteren Leute des Falles G r ü n- rbal, kaiierlicher Oberfailor in der Sieichsdruckerei, erinnern, der doch sicher nicht vom Arbeitsnachweis kam. Es wird deshalb niemand einsallen zu sagen, die Beamten im allgenteinen eignen sich nicht für Vertrauensposten. Bei Einstellung in der Reichsdriickcrei wird ein polizeiliches Führungsalleit verlangt, dem- zufolge können nur Personen von makelloser Führung beschäftigt werden. Die Weiieivererbung in der Verwaiidschail veiurteilte man immer mit Recht als V e l t e r n w i r t s ch a s t, die nun durch die Arbeitsnachweise ausgeschaltet ist. hatte, forderte der Betriebsrat deren Wiedereinsiellung und prokla- mierte, als diese verweigert wurde, am ersten Psingstseierlog den Streik für die etwa 450 Belr'ebsangestcllte. Der Jjwletdelneb wurde aufrechterhalten, der Küchenbetrieb mustte geschloffen werden. Verhandlungen sind zunächst ergebnislos verlaufen. SchwerarSeitsbetricbe der Berliner Gemeinde, Bei den Verhandlungen vor dem Schlichtungsauzi i).■ st orn 9. Februar wurde von den Parteien der Wunsch ausgesprochen, den schwankenden Begriff des Schwerarbeiters durch den bestimmteren der Betriebe festzulegen, in denen Schwerarbeit geleistet wird. Der Schlichtungsausschuß �ab in seinem Schiedsspruch den Parteien auf,„bis zum 1. März 1921 diejenigen Betriebe festzustellen, in denen Schwerarbeit geleistet wird". Soweit die in diesen Bc- trieben Beschäftigten die Zulage von 10 Pf. als Schwerarbeiter nicht bereits bezögen, sollte sie ihnen vom 1. November 122 ab- nachgezahlt werden.' Do es hierüber zu keiner Verständigung kam, wurde der Schlichtungsausschuß ersucht, diesen Teil des Schieds- spruckzs zu erläutern. Dies geschah am 26. Februar dahingehend: „Unter Betrieben, tn denen Schwerarbeit geleistet wird, sind technische Betrieb« und technische Abteilungen der Anstalten und Kämmereibetriebe zu oerstehen. Die Feststellung dieser Betriebe bleibt don Parteien überlassen. Der Zuschlag von 10 Pf. für die Arbeitsstunde vom 1. November 1920 ab ist allen Arbeitern der Betriebe, auf die sich die Feststellung erstreckt, zu gewähren." Wie nun die„Freiheit" berichtet, Hot der Magistrat die Durchführung des von ihm anerkannten Schiedsspruchs bis zum heutigen Tage verhindert, indem er die von ihm mit veran- laßte Erläuterung eines Teils des Schiedsspruchs, worüber der Schlichtungsausschuß sicb von vornherein klar war, als einen neuen Schiedsspruch erklären möchte, den ex nicht anerkennt. Daß über dieses Gebaren, das den Begriffen vor. Treu und Glauben nicht ge- recht wird, unter den bet-lligten Arbeitern große Erregung besteht, ist leicht erklärlich. Es wäre wirklich an der Zeit, daß die städti- schen Körperschaften hier eingreifen und dieser für den Magistrot keineswegs angenehmen Situation, in die ihn das Verhalten etlicher Ucbereifrigcr gebracht hoben mag, ein Ende macht. Es kann keine Rede davon sein, als sei die Erläuterung zum Schiedsspruch vom 9. Februar ein neuer Schiedsspruch. Vorsintflutliche Zustände. Bis zum 3. Mai gab es bei der Firma M. I. Emden Söhne, Eehdelstr. 8,13, einen Angestelltenrat. bestehend ans zwei Herren, von denen der eine P e r s o n a l ch e f mit Einstellung?» und EntlassungsbesugniS. der andere Bureaucbef war. Vor etwa vier Worden kam es zur Ausicbreibung einer neuen Betriebs- raiswahl. Der Wahlausschuß lourde indessen nicbt gesetzmäßig ein- gesetzt, vielmehr war dem alten A n g e st e I l l e n r a t von der Firma die Funktion des Wahlanssäiusses übertragen worden. Dieser sah seine Aufgab« darin, alle vom Personal eingeretchien drei Listen zu entfernen und nur eine vierte welche die lieben Kinder des Arbeitgebers umicdloß und von Fabrikanteniöhncn auf- gestellt war. bestehen zu lasten. Angestellte, welche die anderen Listen durch ihre Unterschristen unterstützt halten, wurden so lange, teils sogar durch Drohungen bearbeitet, bis sie ihre Unterschriften zurück iogen und damit einen.fortnelleu Grund zur Anlitilliening der anderen Listen gaben. Als die Angestelltenschaft in eurer Ver- sammlung gegen die ganze Wahlhandlung protestierte, antwortete die Firma mit Massenkündigungen. Am Wahltage er- klärte die Firma, daß nur eine der eingegangenen Listen Gültigkeit bäite und somit gewählt sei! Außer diesen idyllischen Znsländen läßr die Firma ganz nach Willkür Uebersinnden machen, weil über die gesetzliche Anzahl hinaus. Die organisierten Angestellten seien hiermit ausdrücklich vor dieser noblen Firma gewarnt. Auch die zuständigen Behörden werden sich noch mit dieser Firma zu be- schästigen haben._ proleslstreik im fjokel Exzelslor. Da die Titeltion zwei Ange- stellte, angeblich ihrer kommuniilischen Gesinnung wegen entlassen Reichskongrest der Siemens-VetriebSröte. Am IS. und 16, Mai tag'e im Berliner Gewcrkschaftshaus der Reichskongreß der Siemens-Betriebsräte. Das hohe Interesse, welches die einzelnen Belegschaften der Belriebsratssrage entgegen- bringen, kam durch die gute Beschickung zum Ausdruck, lieber 80 DeRgierte aus allen Teilen des Reichs waren anwesend. Im Verlauf des Kongresses wurden lebhafte Klagen laut über das Verhallen einzelner Betriebsleitungen den Betriebsräten gegen- über. Es kam klar zum Ausdruck, daß die einzelnen sonst selbslän- digen Geschäftsstellen in Betricbrätcangelegenheitcn strenge An- Weisungen des Berliner Hauses haben, welches seinerseits aber voll und ganz unter dem Zwange des Verbandes Berliner Mctall-In- dustrieller handelt. Cm Interesse der Produktion und des Wirtfchaftsaufbaues, welcher unter dem Druck der Lasten der Wiedergutmachung steht, und daher nur unter Msiwirkung aller Bolkskreise erfolgen kann, wurde zum Schluß einstimmig bcschlc-ssen, den Ausbau des heute noch in vielen Teilen unzulänglichen Betriebsrätegesetzes mit allen gesetz- lichen Mitteln zu erstreben._ Buchbinder und Buchbindereiarbeikerinnen! Die am Sonntag mitgetesite Entscheidung des Taussamls bezieht sich nicht aus die Feierlage, sondern aus die F e r i e n t a g e. Für diese ist der Arbeitslohn zu zahlen wie bei normaler, voller Arbeitszeit. Deutscher Derkmelster-Vc�aut.'§aägtuppe: Papier-Industr!«. Buch» binderci-Werlineistcr. Mittwoch 5 Uhr Betfarantlung,„Handelsstiitte, Fricdrichstr. 16. Wichtige Tarifdesprechungen. Deutscher Tranrportircieiter.Deriand, Deltliin N. Mittwochabend 7 Uhr, in den Kesidenz-Feftsälen. Landsberger Str. 31(nahe Aleranderplatz) Allgemeine Milgliedernerfammlung. Wirtschaftliche und politische Tazessragen. Referent: Emil Barth.— Brauch« Vau. rvd Arbeitakutscher! Dannerstag. abeud 7 Uhr, im Locol van Boeker, Teberstr. 17, Branchenversammlung. Beschwßkassung iiber den gefällten Schiedsspruch.— Sektion l, Gruppe Bode». leder. Donnerstag 7 Uhr bei Witte. Voltstr. ZS, Versammlung.— Handels» Hilfsarbeiter, B.anäie Siuzelhaudel. Mittwochabend 714 Uhr, Brancherrver- sammlung, Gewerkschastshaus(großer Saal), Engelufsr Ib. /ins öe? partes. Ein JuvfZigjöhriger. Am 14. Mai konnte unser Braunschweiger Bruderbkoit, der. V o l k s f r e u n d sein Svjähriges Bestehen seiern. Aus diesem Grunde erschien da? Blait in einem festlichen Gewände, seine Titelseite trug das Bild des schönen Braunichweiger„Volts- freund"-Hauses. Alle Parteigenossen, die in Blaunichwzig vor, während und nach dem Sozialistengesetze wirkten, haben an diesem Tage in den Spalten„ihres" Blattes Etinnerungen erscheinen lassen, die nicht nur für die Biaunsckiweiger. sondern für die garze Parteibewegung von Interesse sind. Es ist nicht möglick, hier auch nur einen Teil olles dessen wiederzugeben� was das Blatt in den Stürmen der Zeit und insbesondere seit der Zeit der unseligen Spaltung der Arbeiterschaft durchzumachen halte. All diesen Stürmen und Kämpfen zum Trotz hat es sich nicht nur behauptet, sondern seine Abonnentenzahl und damit seinen Einfluß ständig erweitert. Im Nachstehenden sei kurz der Entwicklungsgang deS Jubilais geschildert: Äm 13. Mai 1871 wurde der«Volksfreund' in einer Volks- Versammlung gegründet. Wie heute das französische, so lebte da- mals daS deut'cbe Bnrgettum in einem Siegesrausch und die große Masie de? Volke- stand den sozialistischen Ideen indifferent gegen« über. Dazu kam die Uneinigkeit der Arbeiterbewegung, die heiligen Kämpfe zwischen„Ei'enachcru" und„Laffaleancrn". Aber trotzdem wurde die Tat vollbracht und bis zum Sozialistengesetz konnte der „Volkkfieund" wirken. Tonn aber fiel er sofort als erster im VraunsSweiglschcn dem Schandgesetz zum Opfer. Aber es wan möglich für ihn, daS.Braunschweiger Unterhaltungsblatt" erscheinen zu lasten, das wöchentlich erschien und schwer um sein Leben zu kämpfen halie. Nach dem Fall deS Sozialistenge'etzes erschien der„Volksfreund" sosoit wieder auf der Bildfläche und baryc mehr als 3000 Abonner.len. Deren Zahl stieg ober sehr sangi'am und beirug im Jahre 1897 nur 4400. Im selben Jahre ging der Verlag in P a r l e i e i g c n t u in über. In der Herstellung des„VoUssreuudcS" in einer eigenen Druckerei sahen Verlag und Preßkommiision die beste Gewähr für einen Aufschwung des Blattes. Nach Schaffung der finanziellen Grundlage gelang es dann am 1. Januar 1907 die Druckerei als offene Handelsgesellichasr zu eröffnen. Der.Erfolg sollte nicbt ausbleiben. Der Umfang des Blattes'und auch die Zahl der Abonnenten wurden immer größer. Im Jahre 1918 lourde dann das eigene H e i in für den„Volksfreund' zubauen begonnen. Im März 1914 konnte es bereits bezogen werden. Nicht nur die Druckerei, die Redaktion und die Buchhandlung haben>u ihm Unterkunft gefunden, in ihm sind da« Partei- und daS Gc- werkschaslsickretariat, das Jugendheim und die Bureaus sämtlicher Gewerkschaften untergebracht.— Das Geschäft wird heute vom Genoffen Kämpf geleilet, während die Genossen Haupt und D o m n i ck die Nedaltron führen. All den Gcnoffen, die in jahrzehntekanger, unermüdlicher Arbeil für dieses stolze Werk gearbeitet und geopfert haben, wird die deutsche Arbeiterschaft steten Tank wtsicn. Dem Jubilar wünschen wir zu seinem Geburtstage noch manches halbe Jahr- hundert zu seinem ersten, in der Hoffnung, daß er wie bisher auch ,n Zäkunit in alter Treue stehen wird zur Sache der Partei und der Arbeiterschaft. Vercmttp. TU warts ar- 3. £ier«tt 1 Beilage. s_5i�Lä beseifigf schnell, siesier und schmerzlos 2� Hühnerauqen Homhaul.Schwielen-.Warzen, Jn ßoollieken» Drogerien ernaiJIkh. sa—s Elektrische Kochtöpfe mit ZuieKung, Messing vernickelt i/j Ltr. 1 Ltr. 75Mk. SOnik. � eWE RTH Elektrische Clzgeleisen mit Znlehung fflorieUsm 3imger VerJta Die 93 Pfg.-Artikel sind von der Zusendung ausgeschlossen. 1 Obertasse weis 1 Kompottschale.«uj 1 Eierbecher wem, dopp. 1 Zuckerdose weiß 1 Sauciere weiß 1 Kompotteller weiß 1 Buttersauciere we» 2 Eisschalen weiß 2 Messerleger weiß 2 Messerleger tiau 2 Biergl.- Untersetz, 3 Milchtöpfe massiv 1 Zuckerschale massiv 95 4 Untertassen weiß 2 Seifeschalen weiß 2Terrinendeckelwdß 2 Kartoffelnapfdeck. 1 M 1 Ichtopf konisch, weiß 1 Aschebecher weiß 1 Milchtopf Streublumen 1 Mokkatasse bunt 2 Kinderbech, m. bim. 1 Teller 13cm, Roseumust- 1 Kindertasse„z-Oeh." 1 Obstteller bunt, iß«m 1 BarttaSSe Rosenmustw 1 Kompotteller Hansa 1 Wasserglas giatt 1 Likörglas gepreßt 1 Salzstreuer 1 Teebecher giatt 1 Einmachehafen 6 St. Einmache- bindehafen ©fej" «55 9f. 1 Kompotteffer gepreßt 1 Wasserglas gepreßt 1 Klavieruntersetzer 1 Bierbecher giatt 1 Kinderflasche 1 Einkochglas„Rex" '/» und>/- Liter 20 Gummiringe weiß Teller üet und flach..... 4� Dessertteller...... 295 Kompotteller...... I95 Tassen......... 295 340 Kaffeekannen 625 b.1100 Teekannen... 975 1450 Milchtöpfe von 193bis 575 Butterdosen 875 1050 Saucieren......... 1475 KartotfelnäpfeD""k.1950 Bratenschüss. von 650an Salatschüss. 6�»1.12� Ta/elgeadtirr Veilchenmuster Speiseteller tieto.fiachS40 Dessertteller...... 525 Kompotteller...... 390 Kartoff el näpfe... 3600 Saucieren......... 24S0 Kompottschüss. 1300 Bratenplatten von 1250 an Gemüseschüss. 2150 Kaffeeservice dekor. fürßPers,, von SS�bl' 89®® für 12 Personen...... 125°® für 2 Per,.210° 27°° 36®® Butterglocken giatt 8®° Käseglocken gia«.. 6®® �/einrömer......... 575 Sturzflaschen mitoias 97S Blumenvasen gia-t.. 335 Blumenvasen g-sci. 575 Wassergläser gescw. 475 Wassergläser�"«; 265 Bonbongläser S�IO00 T aschenflaschen 33». Kompottschüss. von 2� für Resiauraicure Bierseidel Amttikmtr "» Ltr. 425•/* Ltr. 460 Bierseidel Tübinger., 425 Bierbecher viktöria 225 I Kaffeebecher weiß 1 Milchtopf weiß, Va Ltr. 1 Kompottschüssel 1 Spülkumpen weiß 1 Tasse m.Untertass. 1 Suppenschüss.weiß 1 BrafenschUsselovai 1 Zuckerdose weiß 1 Teller braun glasiert 1 Milchtopf braunglasiert 1 Milchbech. bmunglas. 1 Zuckerschale a.Fuß 5f. 2 Zuckerschalen klein 1 Seifscha'e bunt 1 BUrstenschale bunt 1 Essigflasche bunt 1 Kaffeebecher bunt 1 Blumentopf-Unter- Setzerbraun, 18, 20, 22 cm 1 Mitchkrug braun, 2 Or. 1 Milchkasserolle 1 EinmachebUchse I Milchtopf sott. Größen. 3 Blumentöpfe Irdene Küchenschüss. v.S�an Randschüss."�13®® an Satz Schüsseln 1950 7 stück 225® weiß 6 Stück bunt 26®° 7 Stück 29®® 6 Stück 1 Konservengläser„Globus" von........ 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