,>.2Z7 4ZS.�ahrgattg Tillsgade Ä Nr. 12? Bezugspreis« BlkrtegThrl-ZV,— M.,«onatl. 10,— M. frei ins Sans, voraus zahlbar. Post- 'HI. Zu- Sonntags Ausgabe Dan�ig. d Memelaebtst, sowie die ehemal» beut- scheu Gebiete Polens, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 20,— M, für da» übrige Ausland 27,— M. Post» bestellungeir nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho- Slowakei, Däne- mark, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz, Der„Borwärts* mit der Sonntagsbeilage»Volk und Reit", der Unter- hallungsbkilage.Helmwe't" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten� erscheint wochentaglich zweimal, Sonn- tag, und Montag» einmal. Telegramm- Adresse: »Lozioldemolrat Uerlln" Verlinev Volksblatt (40 Pfennig) Anzeigenpreis» Dt» achtgespaltene Ronparrtlezetl, «öltet d„bv M.Nietn» Anzeigen- da, setigedruckte Bort lcho M. i zulässig zwei fettgedruckt, Wortes, lebe» weiter- Wort L— M. Stellengesuch« und kchlasstellenaazetgen da» erst« Wo« u— M. lebe, wettere Wort 60 Pfg, Worte über lb Buchstaben zählen für zwei Worte, ffawilien-An. zeigen für Abonnenten geile M Die Preise oerstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag, Anzeigen sitr die nächst» Nummer wüsten bi» S Ahr nachmittag, n» Hauptgeschäft, Berlin SW SS. Linden- straße z. abgegeben werden. cheSffnet von 9 Uhr srüh dt» 5 Uhr abend». Zentralorgan der rozialdemokrattTcben parte« Oeutfcblands Neöaktioa und Expedition: SW 63, Ändenftr. 3 C?«»rMffar<»rh»r« Redaktion Moritzplatz 15195—97 »vrrii?vrerlirr. Exp�itio» Moritzplatz 11753-54 Sonntag, den ZA. Mai 1931 TlF vonvarts»verlag G.m.b.H., SW 68, Eindenstr. 3 �ornttiroi-si-'»" Verlag. Expedition und Inseraten. »yerniprecner. Abteilung Morttzplatz 11753-54 die Saat von /lmfteröam. Loucheur für deutsche Arbeitskraft in Frankreich. Verlin. 21. Mm.(MTV.) Im Wiederansbauminl- st e r i u m fand heute eine Besprechung der beteiligten Reichs- restorks mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern über den Stand der Wiederausbaufrage statt. Der Vertreter des wieder- oufbauministcriums bei der Sriegslastenkommissieu in Paris. Wolf, erstattete Bericht über eine mit dem französischen Minister Lau- chcnr in dieser Angelegenheit gehabte persönliche Bespre- ch u n g. Es wurde mitgeteilt, daß Loucheur auf das in der deutschen Reparalionznote enthaltene Angebot der deutschen Regierung auf Lieferung von 25 00!? provisorischen Häusern insoweit eingegangen sei. als er sich bereit erklärt habe, über die Liefe- rung von 25 000 Danerhäusern zu verhandeln, zugleich habe er die sofortige Entsendung von Sachverständigen erbeten. Die Sachverständigen werden bereits in den nächsten Tagen nach Paris abreisen. weiterhin wurde mitgeteilt, daß Minister Louckzeuc sich grnnd- sählich mit der Zuweisung eines Abschnittes in den zerstörten Gebieten an Deutschland einver- standen erklärt Hobe, in dem Deutschland die erforderlichen hoch- und Tiefbaulen und die Aufsorstungsarbelleo ausführen könne. Das wiederausbauministerlum ist sofort mit dem Reichewirlschastsrat wegen Benennung der Sachverständigen in Verbindung getreten, deren Aufgabe es fein wird, die B e f i ch t i- gu-n g des von französischer Seite noch näher zu bezeichnenden Gcbietstcifes vorzvnehmen und die ersten grundsöhlichen Verhandlungen mit der Gegenseite zu führen. * Diese Meldung ist pls der Beginn des Sieges der Vernunft zu begrüßen. Bisher hatte sich Frankreich allen praktischen deutschen Vorschlägen gegenüber taub gestellt und sich lediglich darauf beschränkt, mit Milliarden» Ziffern zu jonglieren. Die voraussichtliche Annahme des deutschen Lieferungsangcbotes von 25 000 Holzhäusern ist schon ein beachtenswerter Erfolg der deutschen These, wonach es im Interesse des französischen Volkes selbst, namentlich der beklagenswerten Bewohner der zerstörten Gebiete liegt, durch sofort in Angriff zu nehmende deutsche Sachlei st un» gen der dringendsten Not abzuhelfen. Noch wichtiger erscheint uns aber die Tatsache, daß die französische Regieruli� ihren bisherigen grundsätzlichen Wi- derstand gegen die Verwendung von deutschen Ar- b e i t s k r ä s t e n an Ort und Stelle endlich aufgegeben hat. Selbst Loucheur, der bisher die Seele dieses Widerstandes war, scheint sich mit diesem Gedanken befreundet zu haben. Wir begrüßen dies im Jnteresie der so notwendigen V ö l- kerversöhnung, die durch die aufbauende Arbeit beut- scher Hände auf den Plätzen der früheren Metzelei sicher beträchtlich gefördert werden wird. Die deutschen freien Gewerkschaften werden sich zweifellos der ge- waltigen und schwierigen Organisationsaufgabe gewachsen zeigen, die ihnen bevorsteht. Wir dürfen diese wichtige Wendung in der Frage der Wiedergutmachung als einen greifbaren Erfolg der I n t e r n a t i o n a le mit stolzer Genugtuung verzeichnen. Sowohl die deutschen wie die französischen G e- werkfchaften, sowohl Me deutschen wie die fron- zösischen Sozialisten haben seit Monaten unermüdlich für diese Lösung gekämpft und sind dabei auf den zähen Wi- derstand eines mit engstirnigem Chauvinismus gepaarten gewinnsüchtigen Kapitalismus gestoßen. Die Scrat der Amsterdamer Konferenzen beginnt zu keimen! Neue Heweife warschauer Nlitschulü. Kattowitz' kritische Lage. Oppeln 21. Mai.(WTV.) Zufolge der Zerstörung �»er Telegraphen- und Zernsprechleilungen durch die Zniurgenlen ist die Rachrichtenvermittlung aus den größeren ZndustrieslSdten des Zentralreviers, soweit sie noch nicht von den Aufruhrern beseht sind, unmöglich gemacht worden. Heute gelang es dem deutschen Pleblszitkommlssar Dr. Urbauek, Oppeln zu erreichen. Der deutsche Plebiszitkommisiar erstattete der Zuteralliierlen Kommission einen eingehenden Bericht, der den ungeheuren Ernst der Lage widerspiegelt. Die belagerten Städte sind auss schlimmste bedroht. Es de- stätigl sich, daß der Stadt K a t t o w i h seit dem 20. Mai, abends g Uhr. durch die polnischen Aufruhrer die Versorgung mit Wasser und Licht unmöglich gemocht worden ist. Räch den eingelaufenen Berichten über den Vorstoß der Polen bei Costau ist einwandfrei sestgeslclll worden, daß der größte Teil der Angreifer über die polnische Grenze gekommen ist. Die deutscheu Verteidiger mußten vorerst zu- rückwcichen; es gelang aber später, den Ort vor den polnischen Ein- dringlingen wieder zu säubern, die wieder über die Grenze zu- rückwichen. Die polnischen Mllitärposkiernngen an der Grenze haben die Angreifer ungehinderldurchgelossen vnd hoben ebenso auch die Zurückweichenden an der lieber- schreitung der Grenze nicht gehindert. Die auf oberschlesischem voden sestgeoommeneu Znsurgenleu haben überein- stimmend ausgesagt daß sie im Lager Kroloschln bei Posen zur Teilnahme am ooberschlesischen Ausstand ausgebildet war- deu seien. Die Ausbildung fei von einem französischen Major geleilet worden.— Roch erfolglosen Vorstößen der Insurgenten ln der Gegend von Krappih wurden diese heule gezwungen, mehrere von ihnen bisher beseht gehaltene Orte zu räumen. Die Ausrührer mußten einige Geschütze, mehrere Maschinengewehre und andere Massen zurücklassen. Hilferuf der Oberschlefier an das Internationale Rote Kreuz. Kie MTB. aus K a t t o w i tz meldet, haben die deutschen Parteien und Gewerkschaften Oberschlesiens an die Internationale Oereinigung vom Roten Kreuz in Genf ein Telegramm gerichtet, in dem auf die blutige» Gewalttaten, die von den Insur- genten begangen wurden und aus die furchtbaren Zustände, die seit 18 Tagen in Oberschlesien herrschen, hingewiesen wird. Sie rufen das Rote Kreuz im Namen der Menschlichkeit an, sich der Gefangenen zu erbarmen und durch eine neutrale Kommisston sofort ein Untersuchung?- und Hilsswert einzuleiten. Gegen die Parteilichkeit der alliierten Zensoren. Ein zweites Telegramm wurde an die Interalliierte Plebiszitkommission z. H. der Generale L e Rand und D e M a r i n i sowie de» Obersten Porcival gerichtet, w dem die ParleÄchteL der Zcnsurbehörden zugunsten der polnisch gesinnten Blätter und gegen die deutschen Zeitungen scharf gegeißelt wird und das mit den Worten schließt:.Die bisher geübte Handhabung der Zensur muß auch den lehien Rest des Vertrauens zu der Interalliierten Kam- Mission töten, der jetzt noch etwa in der deutsch gesinnten Bevölkerung vorhanden sein könnte. Keine englischen Verstärkungen. Englischerseits wird die Nachricht ausdrücklich dementiert, daß britische Truppen, die sich jetzt am Rhein befinden, nach Oberschlesien befördert werden sollen. Deutsche Note wegen der oberschlesischen Kohle. Verlin. 21. Mai.(WTB.) �Die deutsche Kriegslosten- k o m m i ss i o n in Paris hat der Reparationskommission folgende Rote übergeben: Seit Ausbruch des Aufruhrs in Ober- s ch l e s i e n im Anfang Mai hat Deutschland von dort aus keine Kohle mehr erhalten. Die Kohlenlage in den östlichen Landcstcllen Deutschlands wird dadurch von Tag zu Tag u n h a l t- barer. Der Eisenbahnverkehr, namentlich der Kleinbahn- verkehr, hat eingeschränkt werden müssen. Zahlreiche Gas- a n st a l t e n stehen vor der Betriebseinstellung. Die aus dem Westen vorgenommenen Aushilsslieservngen können dos Erliegen selbst von wichtigsten Betrieben nur noch wenige Tage auf- halten. Auf einigen oberschlesischen Gruben wird zeitweilig etwas gefördert. Diese geringen Mengen werden aber auf A n o r d» nung der Leiter des Aufstandcs teils nach Polen, teils nach Ungarn, der Tschechoslowakei und dem von d«u Aufrührern besetzten Teil Oberschlesiens abbefördert. Deutsch- land behält bisher keinen Zentner oberschlesische kohle und muß sogar den von Aufrührern freien Teilen Oberschlesiens m i t niederschlefischer Kohle ausHelsen. Dieser Zustand stellt nicht nur eine schwer« Schädigung der deutschen Wirt- schaft dar, sondern widerspricht auch den Zusicherungen, welche die alliierten und assoziierten Regierungen im Friedensvertrage von Versailles Deutschland gegeben hoben. Die deutsche Regierung muß daher dringend ersuchen, daß der interalliierten Plebiszit- kommission die erforderlichen Weisungen zugehen, um die erforder- lichen Maßnahmen zu treffen, welche die Wieder au fnahme der Kohlentransporte nach Deutschland ermöglichen. Die deutsche Regierung bittet um Mitteilung des in dieser Hinsicht Per- anlaßten. Gefterreichs �nschlußwille Privatsache. Prag, 21. Mai.(WTB.) Wie das Tschechostowakische Presiebureau erkährt, hat das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten bei der hiesigen österreichischen Gesandschaft in Angelegenheit der An- s ch l u ß a b st i mm un g, die in Oesterreich stattfinden soll, einen Schritt unternommen und angefragt, was der Gesandtschaft von der Bolksabstimmung bekannt ist, und welchen Standpunkt die öfter- reichische Regierung zu derselben einnimmt. Der Vertreter der österreichtschen Republik teilte mit, daß die Regierung der öfter- reichischen Republik die Aktion als ein Priqatunternehmen betrachte, an dem die österreichischen Behörden in keiner Weise be« das Ende einer helsserichlegende Nach dem Zusammenbruch war im deutschen Dolle die Frage allgemein, ob nicht Deutschland vor dem Unheil be- wahrt worden wäre, wenn es rechtzeitig und folgerichtig einen Verständigungsfrieden angebahnt hätte. Die Rechte hatte ein > Interesse daran, diese nachträgliche Wirkung der F r i e d e n s- refolution vom Juli 1917 im Volksbewußtsein zu ! zerstören. Sie hatte im Kriege den Hauptkampf gegen diese � Resolution geführt. Nach Versailles den in ihr enthaltenen Verständigungswillen anzuklagen, war aussichtslos. Die Notwendigkeit, rechtzeitig eine Verständigung im Kriege her- beizuführen, lag nach dem schließlichen Ergebnis zu sehr vor aller Augen. Deswegen mußte eine neue Taktik gewählt werden: Das Verbrechen der Resolution lag nicht darin, daß sie die Verständigung erstrebt, sondern daß sie die Berständi- gung verhindert hatte. H e l f f e r i ch machte die ersten An- deutungen darüber, und es war wohl kein Zufall, daß Beth- mann vor dem Untersuchungsausschuß die neue Deutung aufnahm. Seitdem spann Helfferich den Faden eifrig weiter. Im Erzbergerprozeß war das gut vorbereitete Bill» fertig. Erzberger war nicht nur der Korruptionshäuptling, nicht nur der Steuerdefraudant, er war vor allem der Sabo- teur des Friedens. Die Reichstagsresolution erschien in einem neuen Licht. Der Verstündigungsfriede war durch Vethmann, Helfferich, Hindenburg und Ludendorfs angc- bahnt. Nicht die Niederringung Englands, nicht die goldene Kette der Kriegsentschädigungen, auch nicht die durch den U-Boot-Krieg herbeigeführte Weltenwende waren jemals das Ziel und der Glaube, sondern nur die Verständigung. S i e wäre gekommen, wenn nicht die Reichstags- refolution die Brücken zu ihr abgebrochen hätte. Nach den Urkunden, die Scheidemann jüngst in einer Schrift„Papst, Kaiser und Sozialdemokratie�(Verlag ür Sozialwissenschafts 1921) vorgelegt hat, wixd nun auch ür die Gegner der Reichstagsresolution der Beweis erbracht ein, daß Helfferich nicht nur im Krieg dem deutschen Volke Legenden erzählt hat. Bisher kannte das deutsche Publikum nur die am 14. August 1917 veröffentlichte Friedensnote des Papstes und unsere Antwort darauf. Wer sich an den Wort- laut der deutschen Antwortnote erinnert, weiß, daß in ihr eine bestimmte Erklärung über Belgien nicht abgegeben, daß also gerade der für den'Frieden wesentliche Punkt über- gangen worden ist. Wir wissen jetzt, daß sowohl vor der päpstlichen Friedensnote, als auch zwischen ihr und unserer Antwort wichtigste Mitteilungen des Papstes an die deutsche Reichsregierung über die Voraussetzung des Gelingens der Friedensaktion ergangen sind. Als diese Voraus- setzung wurde wiederholt und nachdrücklich die freimütige Erklärung über die Freigabe und Wiederher st ellung Belgiens angegeben. Es ist erschütternd, an der Hand der verschiedenen Berichte und Mitteilungen, die Scheidemann urkundlich zur Kenntnis bringt, das sich steigernde Bitten des Papstes oder seines Der- treters zu vernehmen, durch die gewünschte Erklärung die allein mögliche Grundlage für die Einleitung von Friedens- Verhandlungen zu schaffen. Am 30. August 1917 berichtet der Botschaftsrat von Hindenburg aus Bern über eine Unterre- dung mit einem päpstlichen Vertrauensmann. Wenn die Note, besonders bezüglich Belgiens, befriedigend ausfalle, so sei er überzeugt, daß auch England dem Papst entgegen- kommend antworte. Der U-Boot-Krieg bilde eine sehr pein- liche Erschwerung der Operationen, aber der ausschlaggebende Faktor sei er nicht und könne den Krieg nicht zu unseren Gunsten entscheiden. Die päpstliche Note stelle die letzte wohl- begründete Aktion dar, um dem erschöpften Europa endlich, wenige Schritte vor dem Abgrund, Rettung zu bringen. Scheitere diese Aktion, so könne man sich die Zukunft gar nicht dunkel genug ausmalen, und besonders das Schicksal der Zentralmächte würde ein schreckliches fein. Er hoffe daher vor allem, daß die deutsche und die österreichisch-ungarische Antwortnote die erlösenden Worte enthaften werde, auf dle Hunderte von Millionen sehnsüchtig warteten. An demselben Tage noch richtet der Vertrauensmann des Papstes einen Brief an Michaelis, in dem es wörtlich heißt:„Darum hat mit Seine Eminenz beauftragt, die Aufmerksamkeit Eurer Exzellenz in besonderer Weise auf den Punkt hinzulenken, welcher sich auf Belgien bezieht... Sei diese Erklärung befriedigend, so meint Seine Eminenz» sei ein bedeutsamer Schritt zu weiterer Ver- Handlung gemacht... Meinerseits möge es mir ge- stattet sein, der festen Ueberzeugung Ausdruck zu geben, daß Eure Exzellenz sich unsterbliche Verdienste erwerben wird um das Vaterland und um die ganze Menschheit, wenn mit einer versöhnlichen Antwort der gute Fortgang der Friedensunter- Handlungen erleichtert wird." Immer noch läßt die Antwort Deutschlands auf sich warten. Der Papst drängt weiter. Am 6. September 1917 macht der Gesandte von Bergen Mitteilung von einem Bericht des päpstlichen j Vertreter»:«Ich halte M für möglich. Kurse Exzellenz veriraulich mitzli�silek,.x./ daß Seine E'minenz der Kardinal-Staatssiekretär in ennem an mich gerichteten Kriejf lebhaft auif einer günstigen Antwort bezüglich Belgrens be- st e h t. Der e» g l i s ch e.'G e/s a n d t e, G r a f v. Salis, fagtemirheutemor'g en.dahdiesfün England der wichtigste Puntit sei." Abredegemäß wird das deutsche Antwortschreiben zunächst dem päpstlichen Vertreter zur Kenntnisnahme vorgelegt. Und nun beschwört der päpst- liche Vertreter die deutsche Regierung, diese Antwortnote, in der angeblich der deutsche LerständigungswMe klar zum Ausdruck kam, nicht zu verSffentlichen. weil in Ermangelung der gewünschten Erklärung über Belgien das Scheitern der Friedensaktion gewiß sei. Am 20. September 1917 wird aus München amtlich mitgeteilt, der päpstliche Vertreter habe die „inständige Bitte" ausgesprochen, ob man Vicht doch noch den Text im Sinne der gewünschten Erklärung abändern könne lS. 24).„Als ich ihm sagte, dies sei nach meiner Ansicht völlig aussichtslos, baö er, der Weisung d.es Kardinals fol- gend. wiederholt, der Heilige Vater möge ausdrücklich er- mächtigt werden, unsenn Feinden die Worte» d i e auf die Friedensresolutich.n des Reichstages Bezug nehmen, so zu interpretieren, daß sie die Punkte 3 und 4 einschlösse"(die Erklärung Xüber Belgien betreffend). Am 21. September 1917 macht der Papst noch einmal einen ver- zweifelten Versuch, das Unheil'durch die Veröffentlichung der deutschen Antwortnote abzuhalten:„3m Interesse des Friedens wird der Heklige Stuhl die A n t w o r t der deutschen Regie nung nicht veröffentlichen, bis Berlin letztes Wort gesprochen hat über Abschnitt 3 uhd 4 des päpstlichen Vorschlages." Der preußische Vertreter in München wird informiert, daß nichts mehr\ geändert würde und die Rote(trotz des sicheren Fehlschlags) veröffentlicht werden müsse. Darauf bezieht sich ein Telexhongespräch des preußt- schen Vertreters in München, das wie folgt registriert ist: „Habe Papstoertreter mitgeteilt, daß �nichts mehr zu ändern sei. Er schien nach unseren Unterhaltungen keine anderen Ent- scheidungen erwartet zu haben, wiederholte ab er, daß nach Ansicht des Kardinal- Staatssekretärs, wie sie aus heute eingegangenem Tele» gramm hervorging, die Friechensaktion des Papst e s damit als gescheitert>anzuseh ensein dürfte. Am 21. erneuerte er seinen Wersuch zu unserer II m st i m m u n g noch einmal. Er roarl ziemlich aufgeregt. „Die deutsche Antwort wurde veröffentlicht. Die Friedens- aktivn war, wie der Papst vorausgesagt hatte, gescheitert. Der vom Reichstag eingesetzten Siebenerkommission, die mit Michaelis und Kühlmann die Antwort an den Papst abzu- fasten hatte, war kein Wort über alle diese Vorgänge mitge- teilt worden. Warum hat die Reichsregierung diesen Briefwechsel ver- schwiegen? Warum hat sie die vom Papst fast herbeigeflehte Erklärung über Belgien nicht abgegeben? Man erinnere sich zur Ergänzung an die Sitzung der Nationalversammlung vom 28. Juli 1919(Sten. Ber. S. 2020). In dieser Sitzung gab in Beantwortung maßloser Schmähungen der Deutschnatio- nalen der damalige Reichskanzler Bauer den Briefwechsel zwischen Michaelis-Hindenburg-�udendorff aus der damaligen Zeit bekannt. In diesem Briefwechsel wurde Belgien gegenüber als Mindestforderung seine �wirtschaftliche Anglieder-ung an Deutschland, ihre Erzwingung durch mili- tärische Okkupation und die dauernde Besetzung Lüttichs und der entsprechenden Land st reifen aufgestellt. Nach der Helfferich-Legende hat die Friedensresokution des Reichstags die Verständigung mtt dem Feinde vereitelt und das deutsche Volk um den Frieden bettogen. Helfferich wird sein Heldenlied weitersingen. Er bedarf der Legende zu seiner Selbstbehauptung. Große Serlitter Kunstausstellung i. Durch den halbrunden Kuppelraum und den Ehmsaal(2) gelangt man geradeaus in die Riesenhalle(1), wo hoch an den Wänden Architekturentwürfe hängen und unten«ine Plastik vor- wiegend wilhelminischen Geistes sich spreizt. Ein„Gigant"(818) non Z u ch a n t t e, äußerlich Michelangelo, innerlich Siegesallee, fällt durch seine Dimensionen auf. Das übrige find Nippessachen in verschiedenen, meist zu anspruchsvollen Formaten. Arbeiten wie die.Ringergruppe"(SSV), die.Büste eines Verwachsenen"(592) und den.Guitarrespieler"(891) von Pagel» ließe man sich in entsprechender Verkleinerung vielleicht als Briefbeschwere? gefallen. lieber das Durchschnittsniveau erheben sich einige Porttätbüsten, darunter die des Malers Max Schlichting Mb) von Martin S ch a u ß, und der kleine Marmor.Junge Kaninchen"(480) von Alwin Leder, der in seiner liebevollen Raturerfastung und echt plastischen Gestaltung an Gaul erinnert. Nun zurülk zum Ehrensaal(8). Er enthält«Ine Gedächtnis- Ausstellung für Max Klinger. Das Hauptstück, der.Christus im Olymp" ist noch nicht eingettosten, und man muß abwarten, wie der Saal sich später präsentieren wird. Gegenwärtig macht er einen etwas dürftigen Eindruck. An den Wänden ein paar nicht sehr glücklich gewählte Radierungen aus dem Zyklus.Vom Tode" (2), die man jederzeit in der Kupferstichfammlung unsere» Neuen Museums sehen kann. Daneben Plastiken: Porträtbüsten von Nietzsche(Z), Liszt(4), Wagner(5), Cttouß(S). Wundt(7), Brandes (8) und die skizzenhafte Brahms-Stotuette(9). Energischer Schwung lebhaft bewegter Formenrhythmen spricht aus dem.Athleten"(12) und der„Badenden"(18), die kraftvolle Majestät selbstsicherer Ruhe oder beherrschter Leidenschaft aus der.Weiblichen Gewandfigur"(10) und der.Kaffandra"(14). Die letztere, aus getöntem Gips, gibt freilich nur einen schwachen Begriff von der Wirkung des vollende- cen. in weißem Marmor, rötlichem Alabaster, Bronze und Bernstein ausgeführten Werkes im Leipziger Museum. Von dokumentarischem Interesse sind die Totenmaske(18) und die Hände Klingers(19), die der Leipziger Bildhauer H a r t m a n n abgenommen hat, von dem auch die Klinger-Büste(17) gefertigt ist. Der Kuppelraum der Eingangshalle führt uns links in die Säle(3— 18) des„Vereins Berliner Künstler", der übri- gens auch für die im Saal 1 ausgestellt« Plastik verantwortlich ist. Saal 3. Bon Helberger zwei schöne Farbensinfonien „Neuschnee"(339) in gelb-violett und.Frühling"(340) in gold-grün. Durch das Stoffliche und«ine raffinierte, aber oberflächliche Ge- schmackskultur aufsallend: H e i l e m a n n„Der Expressionist"(328) und„Dame in blauem Kleid"(328). Die in sicheren Konturen ein- fach gebaute, in den Farben wie Edelstein« leuchtende.Marien- Sriefwechfel zur Regieetmgsbilöuug. Wie bekannt, hat die sozialdemokratische Reichstags- fraktioir am IV. Mai mit den Unabhängigen über deren Be- teiligunP an der Bildung einer neuen Regierung verhandelt. Den vorläufigen Abschluß dieser Verhandlungen bildet der folgende Briefwechsel zwischen den beiden Fraktionsvor- ständen. Am 10. Mai schrieb C r i s p i e n an den Lorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfrattion: s Wert« Genossen! Wir haben Ihnen heute in Beantwortung Ihrer Anfrage über Beteiligung unserer Partei an der Bildung einer neuen Regierung u. a. folgendes mitgeteilt: Wtt sind zur Beteiligung an einem rein sozialistischen Kabinett unter noch näher zu vereinbarenden Bedingungen bereit. Ueber Hinzuziehung des Allgemeinen Deutschen Gewerk- schaftsbundes sowie der Asa und der ach freigewertschaftlichem Boden stehenden Beamtenorganisationen sind wtt bereit zu be- roten. Wir bitten Sie, diesen Teil ucherer Antwort als ein« Gegen- frage an Ihr« Partei zu betrachten, und wtt legen Wert darauf, von Ihrer Partei eine fchristllche Antwort ach uchere Gegen- frage baldmöglichst zu erhalten. Mit sozialistischem Gruß für die Reichstagsftaktion der VSPD. Crispien. Darauf ist setzt diese Antwort erfolgt: Werte Genossen! Sie ersuchen m Ihrem Schreiben vom 10. Mai um eine schrist, liche Antwort, indem Sie zugleich Ihr« Erklärung als eine .Gegenfrage" an die Sozialdemokratisch« Partei bezeichnen, ob diese zur Bildung einer rein sozialistischen Regierung unter noch näher zu vereinbarenden Bedingungen und Hinzuziehung de« Ge- werkschaftsbundes, der Afa und der auf freiem gewerkschaftlichen Boden stehenden Beamtmorganisationen bereit wäre. Ich erlaube mir darauf den Hinweis, daß die Frage bett. BN» düng einer sozialistischen Regierung nicht, wie es in dem darauf bezüglichen Bericht der.Freiheit" hieß und auch aus Ihrem Schrei- ben den Anschein haben kann, von Berttetern der Unabhängigen Sozialdemokratie angeschnitten wurde, sondern von den Beauf- tragten unserer Fraktion als Frage 2 an die Unabhängige Partei gestellt war. Deshalb erscheint es uns irrig, wenn Sie Ihre Antwort als eine.Gegenfrage an unsere Partei" bezeichnen. Aür die Sozlaldemokrallsche Partei ist und bleibt die Bildung einer rein sozialistischen Regierung da» unausgesetzt erstrebte Ziel. Sie tteibt Koalitionspolitik nur unter dem Zwang der Notwendigkeit und nicht aus Prinzip oder Neigung für eine der dabei beteiligten bürgerlichen Pattelen. Als wir am 10. Mai die Frage an die USP. richteten, od sie bereit wäre: 1. gemeinsam mit uns und dem Zentrum«ine Kvalitwns- regierung zu bilden, und 2. gegebenenfalls ettte reiu sozialistische Regierung zu bilden, handelt« es sich für uns in d« derzeitig gespannte» Situation darum, über alle Eventualitäten bei der notwendigen Regierung»- bildung im klaren zu sein; so auch über die, die eingetttten wäre, wenn dos Zenttum zwar dem Ultimatum zugestimmt, es aber ab» gelehnt hätte, allein mit der Sozialdemokratie die Regierung zu bilden. Dann wäre die Frage akut gewesen, ob da» Zentrum bereit mar. ein« rein sozialistische Regierung, die da» Ultimatum anzunehmen bereit war, durch die entscheidende Abstimmung im Parlament zu unterstützen. In einem bestimmten Stadium der Verhandlungen ist diese Frag« auch den Unterhändlern des Zentrums vorgelegt, jedoch, wie zu erwarten war, ablehnend beantwottet worden. Di« Sozialdemokratische Fraktion ist von dem Beschluß Ihrer Fraktion unmittelbar nach der Unterredung, die der Unterzeichnete mtt den Genossen Ledebour und Crispien hatte, informiett gruppe"(89) und.Pieta"(86) von Blanke zeigen«in erfolg- reiches Stteben nach Monumentalität. Saal 4, Beachtenswert vor allem durch seine vornehme Forbengebung, klare Raumwirkung und virtuose Technik der„Hasen von Wismar"(282) von Gerhard Graf. Daneben Landschaften (348, 346, 347, 349) von Willy t e r Hell, der da» Charakteristische des Naturbildes in große Farbflächen sehr geschickt zusammenzu- fassen weiß. An sich wirkungsvoll, aber unselbständig, nämlich durch Willy Iaeckel beeinflußt, P l o n t k e mit.Maria, das Kind und Ja- Hannes"(610). Bon Schlichting eine»AuKhaltestelle(682), in den blau, orange, grün und violttt gefärbten Wagen und bunt erleuch- teten Fenstern von etwas gesuchter Farbigkeit. Bon Julie W o l f t- Horn ein interessantes»Porttät des Prof. Iabbar Khaire in Delhi" (807). Saal 8. Arbeiten von Graf(„Hamburger Hafen", 281), H e i l e m a n n(.Porttät Bernt Grönvold", 326, mit vergröbettem Anklang an Whistler), P l o n t k e(.Chttftophorus", 612), H« l- b e r g e r(341 und 343) und Schlichting(.Gen Amerika", 681). S o a l 6. Zahlreiche, mit staunenswetter Bravour hingestrichene Impressionen von Hans L o o s ch e n(512— 14, 516— 18). Saal 7. Zwei schöbe Arbeiten von Blanke:.Gesangen- nahm« Christi"(91) und.Mutter und Kind"(92), und E i ch h o r st .In der Scheune beim Flachsbrechen"(212) mtt merkbarer An- lehnung an Liebermanns«Gnnserupferinnen." Saal 8. Die.Saguntiner Obstbauern"(500) von L e y d e, auffallend durch ihre Größe und ihre hellen, reinen Farben, die aber nicht leuchten und nicht leben, und weder das Gegenständliche noch den Raum klar zum Ausdruck bttngen. Saal 9. Beachtenswert nur zwei Bilder von Helberger (337 und 338). Saal 10. Ein feines Aquarell(646) von Robett Richter, dessen diskrete Farbigkeit durch die beiden benachbarten Schinken fast erschlagen wird. Saal 11. Enthält Arbeiten der Berliner Porzellan- Manufaktur, die die Verwendung verschiedener neuer Tech- niken zeigen sollen, künstlerisch ober ziemlich belanglos sind. Bon historischem Interesse die alten Borbilder für Porzellanmalereien aus den Iahren 1838— 56. Saal 12— 14. Diese drei Räume können ohne Gewissensbisse übergangen werden. Saal 18. Der Bühnentunst gewidmet, zeigt Theaterstguren und Entwürfe zu Szenenbildern. Darunter sehr feine und eindruck»- kräftige Skizzen von Strohbach(47 und 48), Cäsar Klein (33) und Araoantinos(20—24), weniger gelungen von Harold Bengen(28) und Kurt Richter(39— 40). Be- sonders originell die schematischen Figurinen von Emil Pirchan (38), die die charakteristischen Farbformen in wettgehender Stili- st erring geben und selbständige klein« Kunstwerke sind. worden, ebenso erhielt sie Kenntnis von Ihrem schriftlichen Bescheil Ihr« Stellungnahme ergab sich aus dem Vorhergesagten. Wenn die erbetene schttftliche Antwort von der Fraktion nicht sofort festge- stellt wurde, so ist das mit den ungleich wichtigeren dringenden Arbeiten jener Tage wohl genügend begründet. Der Unterzeichnete, als der mtt der Antwort Beaufttagte, aber war durch längere Ab- Wesenheit von Berlin an der sofortigen Beantwortung verhindert. Mtt Parteigruß: Wels. Ueber die Frage, die den Gegenstand dieses Briefwechsels bildet, haben wir uns im Leitarttkel des gefttigen Abend- blattes ausführlich ausgesprochen. Die neue Nloral. Um ihren Eitel-Friedrich zu retten, legt sich die reaktiv- näre Presse eine funkelnagelneue Moral(Etikett: nur für Hohenzollern) zu. Die„Deutsche Tages-Zeitung" erklärt, daß die Kapitalverschiebung nach dem Ausland nur dann als sittliche Verfehlung gelten könne, wenn sie dem tweck diene, den Steuerfiskus zu schädigen. Reuester attiotismus! Also die vielen, die ihr Kapital über die Grenze schoben und das Nationalvermögen verminderten, weil ihnen nach dem verlorenen Krieg Kapitalbesitz in Deutsch- land zu unsicher oder zu unrentabel erschien, haben laut Be- kundung der„Deutschen Tageszeitung" sittlich einwandfrei gehandeltl Und dieses Blatt wirft uns— nicht etwa s i ch selber— moralische Verblödung vor. Dieselbe„Deutsche Tageszeitung" zitiert übrigens den Ausspruch ihres Parteigenossen Graes— aber absichtlich falsch! Sie schreibt: Graes habe Steuerhinter- ziehung in jedem Fall als gemeines und ehrenrühriges Verbrechen bezeichnet, dieses Delitt liege aber hier nicht vor. Reichstagsabgeordneter Graes hat nicht nur von Steuerhinter- ziehung, sondern auch ausdrücklich von K a p i t a l v e r- fchiebung nach dem Ausland gesprochen. Wir raten dem Agrarierblatt, statt gegen uns geballte Schimpfwörterladungen zu schleudern, lieber seinen Lesern die Wahrheit zu sagen. Für Eitel Friedrich aber folgender Rat: In Hamburg besteht unter Vorsitz des Kommunisten Reich ein„Bund der Vorbe straf- ten". Vielleicht schließt er sich diesem als Mitglied an. Dott dürften feine Interessen immerhin noch besser vertreten werden, als vqn der„Deutschen Tageszeitung". Der verleumöerfumpf. Vor dem Schöffengericht in Wremen hatte sich am Freitag der Redakteur de».Roten Sand" Paul Koert wegen Beleidi- gung zu oerantwotten. Im Ottober v. I. war im„Roten Sand" ein Artikel erschienen, der den Vorsitzenden des Republikanischen Führerbnndes, Genossen Franz R i e f st a h l, in gemeinster Weise verleumdete. Der Artikel warf Riefftahl, der übrigens irrigerweise als Schwager Roskes bezeichnet wurde, Schiebungen mit Heeres- gut. schweren Mißbrauch seines Amtes beim Berliner Magisttat, ein Drvhnenleben an der Futterkrippe usw. vor. Wegen dieses Artikels hatte Genosse Riesstahl Straf» antrag gestellt. Gleich zu Beginn der Verhandlung gab der An- geklagte Koert die Erklärung ab, daß er nicht in der Lage sei. Beweis für die in dem Artikel ausgestellten Behauptungen anzu- tteten, da ihn sein Gewährsmann im Stich gelassen habe. Das Ur- teil lautete auf 1506 Rl. Geldstrafe und Publikationsbefugnis für den Prioatkläger in fünf Zeitungen. In der Begründung führte der Borsitzende aus, daß der Artikel so schwere Beleidigungen ent- hatte, daß der Angeklagte, wenn er selbst der Verfasser wäre, unbedingt ein« Gefängnisstrafe hätte erhatten müssen. (Sozialdemokratische verantwortliche Redakteure werden meist ohne wettere« dem Verfasser gleichgestellt.) Dr. Peler Spahn, der Borsitzende der Zenttumsfroktion des Reichstags, begeht heute bei voller körperlicher und geistiger Rüstig- kett seinen 75. Geburtstag. Saal 16. Ein schlichtes Landschastsbild„Vereinsamt"(82) von Bruno Bielefeld, dessen eigenartig«, kräftige Sttmung in diesem Milieu besonders angenehm auffällt. Saal 17. Enthält«ine Kollektion von Arbetten Ludwig Dettmanns, unter denen die kleinen, sehr frischen und lebens- vollen Skizzen aus dem Felde(191, 193, 194) mehr Beachtung verdienen als die anspruchsvolleren Werke(150, 152, 156 u.a.), in denen.expressionistisch«" Ausdrucksformen gesucht, aber nicht ge- funden werden. Saal 18. Ein sehr starkes, farbig delikates und brillant ge- maltes.Stilleben"(550) des Dresdeners Ludwig Muhrmann mag hier den Schluß unserer Wanderung durch den„konservativen" Flügel de« Ausstellungsgebäudes bilden. Der zweite Besuch wird den Lrchitetten und der malenden und bildhauenden Jugend gelten. Dr. John Schikowski. StaaiSoPer. Der Richard-Stranß-Zyklu« beginnt em Sonntag, den 29. d. M.. mit einer Aufführnng der.Jostfilegende" und der L>r«bester-Suite„Bürger ali! Edelmann". C« folgen am 31. Mai „Salome", am 1. Juni„Ariodne aus RaroS", am 3. Juni„Frau ohne Schatten" am 5. Juni„Der Rvscnkavalin in teilweiser Neuinszenierung. De» Beschluß bildet eme Mederholung der„Oseftlegettde" am 7. Juni. sturtwängler ist ans Wetter« 4 Jahre aI4 Leiter der Sinfoniekonzerte der Sapelle der Staatsoper verpflif. Brauer-Hamburg-Eppendorf gibt kurze Leitsätze über die operative Behandlung der Lungentuberkulose bei Kindern, ie Lusteinblasung in den Brustfellraum(Pneu- mothorax) zum Zwecke des ZuZsammenfallens der tuberkulös er- krankten Lunge für Monate und Jahre kann bei Kindern mit dem- selben Erfolg angewendet werden wie bei der Schwindsucht der Erwachsenen. Die leichten Formen sind ebenso auszuschließen von .dieser Behandlungsmethode wie die schweren. Die Resultate sind noch nicht zu übersehen, da die Zeit der Behandlungsdauer noch gu kurz ist. Dr. Kisch-Berlin-Hohenlychen sprach über Sonnenbehandlung der sogenannten chirurgischen Tuberkulose Nnd zeigte an einer größeren Anzahl von Lichtbildern, besonders mit Hilfe der Röntgenphotographien, die— leider zumeist Jahre erfordernde— Heilung der Knochen- und Gelenktuberkulose, ohne daß operative Eingriffe oder fixierende Verbände oder Gipsbetten zur Anwendung gelangten. Im Kurpark ist eine Musteranlage für die Sonenbehandlung der chirurgischen Tuberkulose nach Bier- K i s ch mit Baracken und Apparaten aufgestellt. Dr. Simon-Aprath trat für ausgiebige Anwendung der Frei- luftkur in Kinderheilstätten ein in seinem Vortrage: Klinische Behandlung der Tuberkulose mit besonderer Berück- sichtigung der Ki n d e r h c i l st ä t t en. Er fordert auch für den Winter ausgedehnte Kuren, warnt vor übermäßiger Sonnenanwen- dung und vor Ueberschätzung der„künstlichen liöhensonne", der Quarzlampe. Die wirksamsten Strahlen für die Behandlung der Tuberkulose sind die Röntgen st rahlen, ober weniger für die Lungenschwindsucht. In der anschließenden Diskussion tritt Dr. Schröder-Schömberg für die alte hygienisch- diätische Behandlung der Tuberkulose ein und ordnet dieser Hauptfrage alle anderen Methoden, auch das Tuberkulin, unter. Er warnt vor dem Hochgebirgs- und Seeklima, die sich nur für wenige Fälle und nur vorübergehend eignen, ebenso schränkt er die Bedeutung der Quarzlampe ein, die nur indirekt, nie auf die kranken Lungen selbst wirke: die Röntgen st rahlenbehandlung lehnt er ab. Dr. Klare-Scheidegg will die Heilstättcnbetten für Kinder nur für ernstlich Kranke reserviert wissen: die leichten Fälle gehören in die Erholungsstätten, die schweren in die Krankenhäuser. Auch er warnt vor Ueberschätzung der natürlichen Sonnenbehandlung, da- neben käme das Klima als gleichwertiger Faktor der Behandlung in Betracht. Schließlich betont Prof. Daemeister-St. Blasien, daß die R?nt- genstrahlen für die Behandlung der Lungentuberkulose eine diffe- rente Methode darstellen, aber doch die an sich gutartigen Fälle rascher zur Heilung bringen. Die Röntgenstrahlenbehandlung darf niemals ambulant, sondern muß in Kliniken usw. unter genauer Temperoturkontrolle durchgeführt werden. Z— t Mus öer Partei. SrünSung öer Mrbeiter-Iugenö-Internationale. Nach vorbereitenden Besprechungen in Kiel und Hamburg wurde am 12./13. Mai 1921 in Amsterdam die Arbeiter-Jugend- Internationale gegründet. Angeschlossen sind ihr die Arbeiter- Jugend-Organisationen: von Holland, Schweden, Dänemark, Deutschland, Belgien und eine sranzöstsche Gruppe. Sie hatten sämtlich Vertreter entsandt und zwar Holland: Voogd, Vorrink, Werthoven: Schweden: Lindström und Hovberg: Dänemark: Christiansen und Norgard: Belgien: Hoyaux: Frankreich: Vailland und Barbe: Deutschland: Albrecht, Rüdiger und Wei- mann. Die Konserenz beschloß, ein M a n i f e st an die a r b e i- tende Jugend aller Länder zu richten. Sein Wortlaut wurde von einer Kommission ausgearbeitet und durch die Kon- ferenz einstimmig gutgeheißen. Ebenso einstimmig erfolgte die Annahme der Satzungen für die neue Iugend-Jnternationale, einer Prinzipienerklörung, sowie eines internatio- nalen Erziehungs» und Schutzprogramms für die arbeitende Jugend. Zum Kampf gegen den Militarismus lagen zwei Entschließungen vor— von holländischer und belgischer Seite—, die sich gegenseitig ergänzten und nach eingehender Aussprache an- genommen wurden. Zum Vorsitzenden der Arbeiter-Jugend-Jnter- nationale wählte die Konserenz einstimmig den bisherigen provi- sorischen Vorsitzenden Gen. Voogd- Holland. Dagegen wurde einstimmig beschlossen, den Sitz des Bureaus von Holland nach Deutschland zu verlegen, vorausgesetzt, daß der Hauptvorstand des Verbandes der Arbeiter-Jugendvereine Deutschlands sich hiermit einverstanden erklärt. Der Geschäftsführer und Kassierer des Bureaus sollen dann von der deutschen Organisation gestellt werden. Beschlossen wurde ferner, den ersten Internationalen Jugendtag mit dem Reichs-Jugendtag der Deutschen Arbeiterjugend in Bielefeld Ende Juli zu verbinden. In dem Manifest heißt es: Die Arbeiter-Jugend-Jnternationale nimmt scharf Stellung gegen die kommunistische Jugend- Internationale, die als einseitiges politisches Organ nicht die Ziele der Jugend, sondern ausschließlich die politischen Ziele der russischen Kommunisten verfolgen muß. Nicht auf falschen Kam- munismus wollen wir bauen, sondern auf den Sozialismus. Die Arbeiter-Jugend-Jnternationale ruft die arbeitende Jugend der ganzen Welt auf, sich unter ihr Banner zu scharen und gleichzeitig die Front sowohl gegen die kapitalistische Diktatur als gegen den bolschewistischen Terror zu richten. (Schluß dcs redakiionellcn Teils.)' Gicht, R�uma» Ischias. War nach einer Schachtel Togal von seinen Schnr erzen befreit. Herr Pfarrer I. M., Steinbacb, schreibt u. a.:„Auf die guten Wirkungen der Togal-Tablctten wurde ich durch Herrn Lokomolivführer H. in Schwandorf aufmerksam gemacht, der seit Gebrauch Ihrer Tabletten von gichtischen Beschwerden befreit wurde. Daraufhin inachte ich einen Versuch mit einer Schachtel wegen meine? Leiden? im Rücken. Nach Gebrauch der ganzen Schachtel war ich davon befreit." Ebenso schnell wie Herrn Pfarrer M. hals Togal vielen, vielen Andern I EL hat sich großartig bewährt bei Rheuma. Gicht, Hexenschuß, Schmerzen in den Gelenken und Gliedern, sowie bei allen Arten von Nerven- und Kopfschmerzen. Togal« Tabletten wurden klinisch erprobt und ärztlich glänzend be- gutachtet! Jir allen Apotheken erhältlich. auch mit Cisen-Kalk als Kräftigungö mittel für Rekonvaleszenten und Unterernährte ist wieder lieferbar. Niederlagen in den Apotheken und Drogenhandlungen. Scherings Grüne Apotheke, Berlin JI4,(Ehauffeestr. 24 Man verlange den Somja&erl&alalo g Vamen-Wäsche Tagkemd mit Langetten 19.50 —,., mit Stickerei nr 1 agnemd und Langetten.«-O.4- , T.|, mit Ein- and(«q Nachthemd Anaatz.... Of.- Beinklcui mit Stickerei,. 26.-- Prinzessrock m:t breitem qj Stickerei-Ansatz......... Ol."- Weißer Unterrock-q mit breit. 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SchctuspicJhaus V/2 Uhr: ReigCll ViUStHptclhau« Uhr: Arnold Rieck in Die spanische Fliege -Hctropol-Tlieator JhnDie hiaue Mazur Neues Operettcntbeat. j'AUhrAmerican-Girl Kcrck Volkstlicater 7 Uhr: Rose Bernd Morgen 7U.: Jugendfreunde Mehl llor-Tiicni.C'liarl* 3 Ü|ir; Der Meineidbauer H u.: Die versilliefie Braul Schloßpark- Tlicat. Steglitz, Schloßstraße 48 IVjUhr: Timon Thalia-Tlieatnr fv, Uhr.- Mascottchen T h.am X o 11«'ixlorfp iat« 3'/s: Wenn Liehe eovacht u';�: Der Vetter aus Dingsda TSieutcr de« Westens 3»/« Uhr: R�ub der Sabinerinnen uVr: Morgen wieder lustlk! Th.i.d.Kommandantenstr. 7V, uhr Die goldene Freiheit Wallner-Theater �uhrlerlraumvoni Glück Walhulla-Theatcp ■'•;.'f ,••'/ w � r#..-.... � v~-v v'•''.........- ~-t TTt....-r,,.t'.. Uhr: Bedkiduugsreise ZtsmizetlsöM Opernspielzeit Täglich /ty» Uhr jUt-Keideltierg Oper von Pacchierotti Stg.31/:: Der Barbier v. Sevilla WodieSeMben nisten Casino-Theater Lothringer Str. 37. Tägl.'/.S Nur noch einige Aufführungen des Schiager-Volksstückcs Boltrich& Sohn Volkstümliche Preise. �tATe� | VI,*'*'**""»!1/?, Allabendlich; , listische Neuheit j Zm I Keiche der| Venus mit 25 bemaiten Frauen (ausl. Sensationsneuheit) Einstudiert von Georges Blanralet 1 AiißerdemQastspiel 1 Afra die weltberühmte Wahrsagerin [ und weitere Mai»| Sensationen Soinmer- Preise! Sondervergünstigung für die Abonnenten des„Vorwärts" Täglich gültig bis inklusive 31. Mai Serlinerprater Kastanien-Allee 7—9 Täglich 4", Uhr: Die Schönste v. allen Operette i.3Akt.v.Jeanüill)«rl Variete-Sensationen AosflliBCiflCB KOÜlfAtie OpCT Ausfdineidcn Tägl. 7V« Uhr Osf gPOß© Opspnev f oig Tfifll.TVsühr Alt-Heidelberg IIiiIWIWII>>»II>>I>>I»iiiliWWII>IIi>>IIl>MW>>MII>«>l>Ili!!iiliii!iii!iii>iüIMIMMMlIii>I>>>>!!>l!li!liill!>>>!I!>>i>Iii!!i!!lli!!!i>!!!!i!!!>l!i>i>iW»!!il»IllIWIIIWWW>I>IlII»iIIlIIIII!>lI!i!l!>l!!i! mit Marie Escher, Katharina Carden, Kammersänger Richard Tauber, Kammersänger Franz Egenieff, Kammersänger Arnold Gabor, Hans Batteux, Hermann Kant, Fritz Blankenborn, Edgar Lissner- Badrian Vorzeiger dieses Inserats zahlt im Vorverkauf an der Tageskasse von 10'/, bis 1'/, oder an der Abendkasse ab o'/g Uhr folgende Preise: II. Rang..: II. Rang-Balkon III. Rang... statt M. 16.— nur M. 8— .. 22.60„„ 10.- »«!> 51 Parkett und I. Rang. statt M. 32.50«ur M. 15.— I. Rang Mittelloge..»» 27.50„ s 12.— Sonntags 2 M. Aufschlag. •...... 7*' fv-JV■■•.••V5Ä; J;. f �.! ■••'Ii'__ ¥5 ZHeatsr am MllendorAatz Allabendlich V--6 Uhr: DerdJetiermfÜingsda Cpereffe in 3 Aken von Hermann Halier und RSdeamat nach einem Uullfpiet von Kcmpncr-Hochstadl Musik von Bduard Künneke Thalia-Theaier yj5 Andauernder stürmischer Erfolg y[5 des Opercttcnschlagrers Dolks-Ztg.: Gin Äombeiierfolg. wie von Anfang an richtig vorausgeahnt. B. 3. a. Dl.: Ein Erfolg, ein voller und ganzer. Voss. 3tg.: Auch der Verwöhnte— dos darf man ohne llebertreibung sagen— wird die angenehme Äekanntschaft dieses gestern mit Zubel begrüßten „Vetter aus Dingsda" suchen. Lommer-Zonäervel-xuastiZunx fui- die Abonnenten des„Vorwärts". Gülfie bis 30. Juni(auch Sonntags) für 1—6 Personen. 3>BF~ Ausschneiden! Sperrsitz.»». 3 ÖL Balkon..... 6> Rärkett..... 6„ Orchester-Fauteuil 15, Parkctt-Faut. Ii. ,10 Uli, - I.. 12„ Ranglogen Seite. 10 (einschl. Lustbarkeitsst) Sonntags 2 M. Aufschlag. Originalkarten 8 Tage im voraus von 10—2 u. ab 6 Uhr abends an der Theaterkasse. Für die Leser des ,, Vorwärts" »uffig Bora 23. 5. Sit 4 6. für 1—6 ptrfontn Tlur Wochtnfoz« Für alle nachstehenden Plätze halbe Kassenpreise: II. Aonq-IrlbSne II: Ztong-Seifo« I. fBonz-iSoifon IL Zionz I. Tiang Porftit Cennabenoa 1 M. Zlustchla» -s iisue Uelt Arnold Schol? Hasenheide 108-114 Sonntag, den 22. Mai 1921; Konzert u. Spezialitäten- Vorstellung 16 erstkl. Attraktionen Werdern; GfOßefBa!! Anfang« Uhr (Stransberger Ronnvcrcln) Montag, den 23. Mai, nachm. 3 Uhr: 7 Rennen i�rt-teiäuraiit! Rennen zu Karlshorst isudencse* • Sonntag 22« Mai: d •Gr.Gartenkonzert! t mit| » Feuerwerk« • am See ♦ ♦(Pyrotechniker Nieland) 9 ♦ Täglich außer Montag:# * Tanzabende* • Dezente Musik— Solide! I Preise— 4 Kegelbahnen—! , Ruderboote— Schießhalle, G••••••»••••••♦ Rennen zu Grunewald (Vnlonlitnl») Sonntag, den 22. Mai, nachmittags 3 Uhr WWW, 7 Rennen mmm Kur noch harze Zeit das heitere Mai-Progr. Revin mit seinem urkomischen fiund Pimple Jlse Bois Neue Parodien Harry Hauptmann Der Humor am Klavier Jrail Gadescov Marie Warhnus Soli und Pas de deux Chasyer Faßspringer Harry u. Jack Excentriks , Ein musikalisch. Spitzweg-Bild' Quartelt von August Bernhard Schrey 3 Thomas Sportakt Geschw. Margot Trapez Melani-Duo Straßensänger RaucUen g estattet! S?ÄAlogiseher £00 Garten. Täglich Großes Konzert AQUARIUM geöffnet bis zur Dunkelheft Admirals-�alasi 7V, Uhr; Abrakadabra Nr. 237 ♦ 3S. �ahrgaag 2. Seilage öes Vorwärts Soaatag, 22. Mai 1921 GroßSerlw Sonntagsdienst. Wie war doch das Pfingstfest schon! Sonne, Wärme, Blüten, Düste, stohe Menschen. Tausende zogen hinaus, konnten hinaus- ziehen, weil andre da waren, die sie hinausbeförderten. Fernbahn, ljSrortzüge, Hochbahn, Straßenbahn, Autobusse, Dampfer, alles schwoll an von Menschen, quoll über, barst und— schaffte es dennoch. Wie froh waren draußen die Menschen, wie jauchzten und sangen sie. Wieviele sagten:„Die Sonne meint es gut". Wer ober hat das Wort gesprochen:„Die Menschen meinen es gut!" ?sne Menschen, die dafür sorgten, daß die andern hinauskamen, die Verkehrsangestellten und Beamten. Während alle Männer ihre Frauen und Kinder hinausführen konnten, mußten Frauen dieser Männer zu Hause bleiben, denn der Boter hatte Sonntagsdienst, mußte arbeiten, und zwar angestrengter und verantwortungsvoller als in der Woche. Ringsum lachte, scherzte und sang eine befteite Menschheit. Diese Männer aber standen ernsten Blickes auf der Lokomotive, der Straßenbahn, im Führerhäuschen, im Stellwerk und im Kohlenlager. Mit unendlicher Geduld mußten sich die Be- amten und Beamtinnen der Fahrkartenschalter und der Kontroll- stellen wappnen. In doppelter Hitze arbeiteten die Heizer der Dampfer. Den Chauffeuren wurde besohlen:„Schnell hinaus!" Und weiter: Mußten nicht die Kellner laufen und springen? Mußten nicht die Köche ihre Pflicht tun? Mußten nicht die fleißigen Mäd- chcn reinigen und auswaschen? Und abends der Ansturm auf alle Fahrangestellten noch einmal, noch viel stärker, noch viel ungedul- diger, und sie dazwischen mit ihren eigenen Angelegenheiten, Sorgen und Nöten, und doch für Arbeit und Dienst verpflichtet. Und weiter. Log in der Zwischenzeit die Riesenstadt vereinsamt? Keineswegs. Elektrizität, Gas, Wasier und Kanalisation mußten in Gang bleiben. Luch da arbeiteten Menschen, von denen keiner etwas sah und hörte, in stiller Pflichterfüllung. Auch die tapferen Feuerwehrleute fanden keine Sonntagsruhe und verharrten in Alarmbereitschaft. Die Po- lizeibeamten mußten gleichfalls Dienst tun. Die Hausverwalter mußten Häuser, Banken und Fabriken beobachten und die armen, geplagten Telephonfräulein wurden selbst an den Festtagen be- stürmt.' So war es an den Pfingsttagen. Run ober liegt der ganze weite Sommer vor uns, und die Berliner brauchen die Sonntags- erhclung nötig, sie wollen und müssen hinaus. Mit um so größerer Dankbarkeit und Anerkennung aber müssen sie dann auch aller derer gedenken, die an diesen sommerlichen Tagen nicht hinauskönnen, sondern im Gegenteil erhöhten Dienst tun müssen. Es ist ein stiller, eindringlicher Dienst am Boll, den all diese Männer und Frauen leisten. Und alle die, die diese Leistung in Anspruch nehmen, mögen sich Mühe geben, den anderen die Sonntagsarbeit nicht zu erschwe- rcn. In unseren Seelen muß steudige Dankbarkeit sein für alle, bin uns helfen, einen Sonntag der Erholung und der Freude zu verleben.» »« • In der Zeit von Mittwoch, den 11. Mai, bis einschließlich Sonn- abend, den 14. Mai, sind in Berlin 334 233 Fahrtarten im Fern- verkehr(gegen 885 665 im Borjahr) verkauft worden. Die höchsten Verkehrszahlen weift in diesem Jahre wieder der Stettiner Bahn- Hof auf, von dem an den vier Tagen insgesamt 61 4A> Personen eine Fernreise antraten. An zweiter Stelle steht der Anhalter Bahn- bof, von dem insgesamt rund 50 000 Fahrkarten vertauft wurden. Mit diesen Leistungen im Fernverkehr ist sogar der Verkehr zu Vfingsten 1013 erheblich, und zwar um rund 44 000 Fahrkarten überboten worden.— Auf den Stationen der Stadtbahn wurden am Himmelfahrtstag und am 1. und 8. Pfingftfeiertag etwas mehr als eine Million Fahrkarten verkauft, während auf den Ringbahn- stationen rund 1,14 Millionen Fahrkarten ausgegeben wurden. Insgesamt verkauften sämtliche Stationen des Stadt-, Ring- und Vorortverkehrs 4 188 615 Fahrkarten. Schüsse auf Mutter unö Kinö. Schreckenstat eines entmenschten Vaters. Wegen gefährlicher Körperverletzung hatte sich vor der Straf- kammer des Landgericht» II der Kutscher August Hen ningse n zu verantworten. Der schon wegen Körperverletzung vorbestrafte Angeklagte lebte seit dem Jahre 1911 mit einer Arbeiterin Erlich in wilder Ehe. Diesem Verhältnis war ein jetzt sechsjähriges Kind entsprossen. Zwischen H. und seiner Geliebten kam es häufig zu Zank und Streit, da sie sich stets gegenseitig der Untreue bezich- tigten. Wiederholt kam es auch zu Prügeleien, und eines Tages zeigte die E. den Angeklagten wegen Körperverletzung an. Als H. am 11. Juni v. I. wieder einmal unter schweren Todesdrohungen von der Erlich die Rücknahme des Strafantrages verlangte, kam es zu einem Streit, den die E- dadurch beendete, daß sie sich mit ihrem Kinde zu Bett legte. Der Angeklagte gab nun aus nächster Nähe auf beide mehrere Schüsse ab, welche Mutter und Kind in den Kopf trafen und schwer verletzten.— Staatsanwaltschaftsrat Dominik beantragte eine Gefängnisstrafe von 8 I a h r e n, während Rechts- anwalt Dr. Marx unter Bezugnahme auf das Gutachten des Sanitätsrats Dr. Friedrich L e p p m a n n, der den Angeklagten als einen stark nervösen, leicht reizbaren Menschen bezeichnet hatte, um eine mildere Strafe bat. Das Gericht erkannte auf 1(4 Jahre Gefängnis unter Anrechnung der fast ein Jahr betragenden Untersuchungshaft._ Wer ist der erschossene Verbrecher? Zu demRaubmordversuch an dem Juwelier Guschke in der Warten- burgstraße, über den wir vor einigen Tagen berilbteten. wird uns noch mitgeteilt, daß es bisher noch nicht gelungen ist, des flüchtigen Täters habhaft zu werden. Es liegt dies wohl in der Hauptiache daran, daß man die Persönlichkeit des erschossenen Spießgesellen noch nicht feststellen konnte. Gewisse Spuren deuten zwar darauf hin. daß eS sich um Mitglieder einer Weddingkolonne handelt, doch sind die Ermittelungen noch nicht geschlossen. Unter Hinweis auf die Belohnung werden alle Personen, die irgendwelche zweckdienliche Angaben machen können, ersucht, sich bei Kriminalkommissar Dr. Anuschat im Zimmer 52 de« Berliner Polizeipräsidiums zu melden. — Eine weitere Meldung besagt, daß die Kriminalpolizei bestimmte Spuren verfolgt. Die Frau des Juweliers Guschke, die bisher in Zinnowitz weilte, ist dort von Beamten der Berliner Kriminal- Polizei vernommen worden und ist inzwischen in deren Begleitung in Berlin eingetroffen._ Jugend-Nachtlager im Sandkaste«. Am Pappelplatz steht ein Sandkasten der Städtischen Straßen- reinigung. AIS Sonnabend früh eine Streife der Schutzpolizei an dem Kasten vorbeiging, hörte sie ein kräftiges Schnarchen. Die Beamten hoben den Deckel hoch und sahen zwei junge Burschen, die im tiefen Schlafe lagen. Sie weckten die beiden Schläfer, fragten nach dem Woher und Wohin und nahmen sie schließlich beide mit zur Wacke, da eS sich herausstellte, daß sie— die 16- bzw. 16 jährigen Gebrüder Kurt und Erich Sch.— aus der Jugend« bewahranstalt in Pankow entwichen waren. Sie wurden der Anstalt wieder zugeführt.._ Kinder aufs Land! Mit Unterstützung der Stadtberordnetenfraktion der SPD. und anderer Fraktionen hat die Stadtverordnetenfraktion der USP. der Berliner Stadtverordnetenversammlung folgenden Antrag zugehen lassen: Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat, in den Haushaltsplan für 1921— Jugendamt— fünfzehn Millionen Mark für Verschickung. von Kindern aufs Land einzustellen. Reichskagspräsidenk Löbe wird in der Prvtestoersammlung gegen die Vergewaltigung Oberschlesiens, die, wie berests mitgeteilt, am Sonntag, den 82. Mai, vormittags um 11 Uhr, im großen Saale der, Philharmonie stattfindet, persönlich den Vorsitz führen. Eine Gedenkfeier der Verkehrstruppen wurde gestern in Berlin veranstallet. Man könnt« sie«in« Totenfeier nennen, denn die Der- kehrstruppen haben auf Anordnung der Entente aufgelöst werden müssen. Die Feiernden begingen die fünfzigste Wiederkehr des Tages, an dem im Jahre 1871 das Eisenbahnbataillon I, die erste Verkehrstruppe, gegründet wurde. Bei dem Gsnrrolappell und Feldgottesdienst, die am Vormittag aus dem Hof der Kaserne des ehemaligen 1. Eisenbahnregiments(Schöneberg) stattfanden, wurden die chauvinistischen Phrasen noch ziemlich vermieden. Desto reichlicher strömten sie aber bei der Festsitzung, die am Abend in der „Neuen Welt"(Neukölln) folgte. Einer der Redner, Oberst Laube, 'Vorsitzender des Vereins ehemaliger Offiziere der Eisenbahntruppen, gedachte auch„u n s e r e S K a i s« r s". Er mahnt«:„Treue wollen wir halten, zur Treue gehört aber die Kameradschaft." Und er schloß dann mit einem Hoch auf— aie Kameradschaft. Derständni» innig stimmte die Festversammlung ein. Auf dem Festprogramm stand u. a. auch ein Ball, der abends um 8 Uhr beginnen und(wie das Programm ankündigte)„bis 6 Uhr morgens" dauern sollte. Das läßt auf eine Tanzlust schließen, die eigentlich schlecht zu der von den Rednern hervorgehobenen„tiefen Trauer um Deutschlands Schmach und Not" paßt. Hochbahn-Rennzüge. Zu den heutigen Rennen im Grunwald werden, wie wir hören, auf der Berliner Hock» und Untergrundbahn wieder direkte Züge nach dem Bahnhof Sradion gefahren werden. Der direkte Zugverkehr beginnt mir dem Zuge ab Nord« ring 12,11 mittags, während weitere Züge in Abständen von 5 bis 10 Minuten bis um 2.21 nachm. folgen. Ter Zugverkehr in der Gegenrichtung, der alsbald nach Schluß der Rennen beginnen soll, wird nach Bedarf direkt nach dem Stadtinnern durchge'ührt oder durch Umsteigen in Bismarckstraße bis um 7.56 abends vorgesehen. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung, die ihre nächste Sitzung am Donnerstag, den 26. Mai. abhalten wird, wird eine Tagesordnung von 47 Punkten zu erledigen haben. Davon sind 29 Magistratsvorlagen und 7 neue Anträge. Ueber die Entlassung städtischer Angestellter und Arbeiter wird es wahrscheinlich zu einer lebhaften Aussprache kommen. Streik im Eafe Tivoli, Chausseestraße 85. Wegen willkürlicher Entlassung von sechs Angestellten ist das gesamte Personal dieses Etablissements am Sonnabendabend in den Streik getreten. Die angebahnten Verhandlungen scheiterten an dem Herrenstandpunkt des lherrn Richard Weise, der auck Inhaber des Zell Nr. 1 ist. Kollegen, übt Solidarität. Verband der Gastwirtsgehilfen. Im Zoologischen Garte» findet am Sonntag von 4 Uhr nachm. ab großes Doppettonzert der Kapellen der Obermusikmcister Änoch und Loeser statt. Eintritt 4 M., Kinder unter zehn Jahren die Hälfte. Das Aqua- rium ist Sonntags von 9— 8, in der Woche von 9—7 Uhr geöffnet. Brot und Mehl. In der Woche vom 23. bis 29. Mai darf Brot und Mehl nur auf die Brotkarte abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitte das Stichwort Sarotti„Hochfein" tragen. Brot und Mehl auf die Karte mit dem Stichwort Sarotti„Hochfein" darf erst von Montag, den 28. Mai, ob verkauft«erden. Tonbstummenderanstaltnng. DaS Pflegamt für die wissenschaftliche Weiterbildung der Schwerhörigen veranstaltet am Sonntag, den 22. Mai, vorm. 11 Uhr, in der Urania, Taubenstr. 48/49, wieder einen Lichtbilder- Vortrag, lautend: Thüringen. Die Worte werden den Zuhörern mittels eines elektrischen BielhörerS klar und deutlich zu Gehör gebracht. Der„Freh-Unnd", dessen Aufgabe in der vlonniäßigen Zusammen» ziehung nicht nur oller kuIMrwilligen Einzelpersönlichkeiten, sonder« euch bereits bestehender Bereine und Verbände zu gemeinsamer KnIMrarb'it liegt, veranstaltet am Sonntag, den 2 2. Mai,71ö Uhr abend», im großen Saale de? Künstlerhauses, Bellevuestr. Z, eine Frev-Lund-Feicr Leitung: Heinrich Nienkamp. Ueber das Haupt-Thema des Abends:„Was bringt der Frey-Bund der Menschheit?" spricht Willv Schlüter. Studenten und Mitglieder von Jugendverbänden ermäßigte Preise. Zilmsthau. „Mann über Bord." In dem U.T. Surfürstendamm laust neben dem flotten Lustspiel„Leo und seine Kammerjungsra u", dem Lotte Werkmeister und Leo Peukert durch ihr gutes Spiel Leben und Bewegung verliehen, dos(leider) vieroktige Schauspiel„Mann über Bord" von Georg Frank und Karl Grüne, unter der Regie Karl Grünes. Ganz abgesehen von einigen groben Regiesehlern ergeht sich das Thema in einer unoloublichen Hintcrtrcppenromantik. Um die Sentimentalität auf der Höhe zu halten, griff man auch noch zur Mitwirkung eines kleinen Kindes(das m vier Jahren auch nicht um einen Zentimeter wächst). Mit Ausnahme einiger guter Naturausnahmen im ersten Akt schleppte sich die Handlung träge und ohne Steigerung durch die anderen drei Akte. Grit tegesa, Erich Kaiser-Titz und Alfred Abel gaben sich Mühe, durch gutes piel das öde Bild zu beleben. I« Sport-Palaft ficht man den dritten Teil des Films„Der Man« ohne Namen"„Gelbe Bestien", den wir bereits besprochen haben. Er verfehlte auch hier nicht seine Anziehungskrast auf dos Publikum. Ferner amüsiert ein reizendes Lustspiel, betitelt„F o x t r o t t s i m m e l", in dem der urwüchsige Albert Paulig die Lacher wieder aus seiner Seite hat. I« der Schauburg käust„Der Schützling de! Todes". Tie Idee, die diesem Sensationssilm zugrundeliegt, ist insofern gut, als gezeigt wirb,. wie die Derhältniss« den Lebenslauf zweier Menschen bestimmen. Dos Gastspiel des Herrnfeld-Theaters war ein voller Erfolg, der sich auch äußerlich in zahlreichen Blunienspendcn kundtat. In zwei Akten persi- slieren sie die Moral der modernen Gesellschaft in so witziger und tress- sicherer Weise, daß das Haus von den Lachsalven geradezu erschüttert wurde. 691 Stwe Menschenkind. III. Der Sündenfall. Bon Martin Andersen NexS. Karl war so beschwerlich, er war das beschwerlichste Wesen, dessen sie sich je anzunehmen gehabt hatte. Er hatte niemanden, an den er sich halten konnte, und hing eifersüchtig an ihr; immer mußte er wissen, wie es um sie stand, und immer suchte er sie mit seinen Sorgen auf. Wie ein allzu nc aoohntee Kind war er. das sich nicht dreinreden ließ. Er war krank im Gemüt, war mit sich und der Mutter, mit allem unzufrieden. Nur Stine konnte ihn dazu bewegen, den Kopf zu heben und zu lächeln. Sie war stolz über diesen Schlag auf die Schulter und gab sich weiter Mühe mit ihm, suchte sich zu winden und dem Ganzen das Beste abzugewinnen,— für sich und für ihn. Ihre kleine Kammer betrat er nicht mehr, auch nicht am Tage: er hatte Angst davor. Aber manchmal kam er in der Nacht und klopfte leise an. und sie mußte aufstehen und sich ankleiden, so todmüde sie war.„Ich Hab' solche Schmerzen hier," sagte er und hielt sich mit beiden Händen den Hinter- köpf. Dann schlichen sie durch die Schlucht an den Strand hinab und saßen da unten auf den großen Steinen, hörten auf das einförmige Geplätscher des Wassers und plauderten. Sehr gesprächig war er nicht; hauptsächlich führte Stine das Wort, sie schwatzte von diesem und jenem. Er hörte inter- essiert zu, hin und wieder aber kam das Göttliche über ihn. und er erteilte ihr eine Zurechtweisung.„Du bist so voll von welllichen Dingen," sagte er ernst. „So laß mich doch bitte in Ruhe!" erwiderte Stine dann gekränkt. Und ein jeder hing den eignen Gedanken nach. Eines Sonnabendabends war Schlußtanz beim Krug, der eine halbe Stunde ins Land hineinlag. Die hellen Nächte waren vorbei; es war mitten im August, die Nächte waren dunkel und stürmisch, mit dem Sommertanz war es für dieses Jahr vorbei. Stine durfte sich zurechtmachen, sobald das Abendbrot erledigt war: Sine schonte sie bereitwillig und übernahm selbst alle Hantierungen am Abend. Stine zog ihr neues halbwollnes Kleid an, das sie noch nicht getragen hatte, flocht sich ein blaues Band in die Zöpfe und legte sie um den Kopf. Heut abend wollte sie fein sein— und erwachsen! Karl war glücklicherweise zur Versammlung gegangen, aber um ganz sicher vor ihm zu sein, schlug sie einen Feldweg ein, der land- einwärts und hinten herum zum Dorf führte. Sie war so ftoh und summte im Gehen vor sich hin. Ganz zu innerst saß ein dunkler Schatten; aber der war wie ein böser Zahn. der sich beruhigt hat. Wenn man ihn nur nicht anrührte, so störte er nicht. Das Spiel war in vollem Gange, als sie kam. Der Musikant war nicht erschienen, darum veranstaltete man allerlei Spiele mit eingeflochtenem Tanz und Gesang. Da waren ältere und ganz junge Leute von den Höfen, Gesinde und ein paar Junge aus den Dorfwerkstätten: die Hof- bauernkinder ließen sich nie sehen, sie hielten sich für zu gut dazu. Man bildete einen Kreis und fang: Seht ihr den, der im Kreise steht I Stine reihte sich der Kette ein und faßte zwei Hände; sie war zwischen zwei Burschen geraten, aber heut abend war sie gar nicht bange oder scheu,— sie war jetzt erwachsen. Sie sang laut mit und wartete gespannt dar- auf, ob einer der Männer im Kreise kommen und sie wählen werde: ihr Herz klopfte, so spannend war die Sache. Daran, wie oft man aufgefordert wurde, konnte ein jeder deutlich sehen, wieviel man galt. Es gab Mädchen, die die ganze Zeit über auf dem Rasen waren und kaum Zeit finden konnten, ihre Schuhbänder straff zu ziehen! Es traf sich so, daß Stine sofort ausgewählt wurde. Diel- leicht war es nur ein gutmütiger Zufall, aber sie flammte vor Freude, als sie wieder in die Kette eintrat. Dieses Auf- flammen, der Glanz der Augen, die Freude und Keckheit und das Selbstgefühl, mit dem sie frank und frei aufs Gras hin- trat,— das alles machte sie schön. Ein jeder konnte es sehen! Hier trat eine Neue in den Ring ein, eine, die bis heute nicht nach viel ausgesehen hatte; wieder hatte so eine längliche Dirn die Haut gewechselt und war in den Kreis der schönen Jungfrauen eingetreten, um sich um den ersten Posten zu be- werben, um zu versuchen, diejenige zu werden, auf die alle sich zustürzten, wenn es galt. War Stine heute abend größenwahnsinnig? Dielleicht sprangen nicht so viele nach ihr hin, wie sie sich selber ein- bildete. Aber jedenfalls war sie unter den jungen Mädchen. die von den Burschen zum Kaffee eingeladen wurden. Als sie wieder hinauskam, war es ganz dunkel. Der Krugwirt hatte eine Lampe in das Giebelfenster gestellt, da- mit sie die Wiese beleuchten sollte; bei diesem Licht wurde getanzt. Ein rotbackiger Bursch hatte sich während des ganzen Abends in Stines Nähe aufgehalten, aber nicht mit ihr ge- tanzt; jetzt im Dunkel getraute er sich heran. Stine mochte ihn gut leiden: er hatte feste, warme Hände, die ohne Hinter- gedanken Zugriffen, sein Atem war jung und roch nach Butter- milch wie der eines Kindes. Aber der Bursche war verlegen und trieb allerlei Narrenspossen, um sich Mut zu machen, so daß alle andern im Tanz innehielten und lachend dastanden. „Nun wollen wir aufhören," sagte Stine; sie lachte selber auch über seine Allotria. Er wollte sie nicht loslassen, sondern fuhr fort, sie herumzuwirbeln,— und plötzlich küßte er sie. Er bekam selbst einen Schreck, ließ sie los und sprang aus dem Hellen in die Dunkelheit, während die übrigen lachten. Sie hörten, wie er noch lange weiterlief. Stine stahl sich vom Tanze weg, bevor er zu Ende war, um nicht genötigt zu fein, sich von jemandem nach Hause be- gleiten zu lassen. Derjenige, der einen nach Hause brachte, hatte ein Anrecht an einen, das wußte sie,— und sie wollte ganz ihr eigner Herr sein. Ein Ende weit erhob sich der rot- wangige Bursche— Mogens hieß er, glaubte sie— vom Graben und kam auf sie zu; es sah aus, als schösse er aus dem Erdboden hervor. „Darf ich dich heute abend nach Hause begleiten?" fragte er in etwas unsicherem Ton. „Ja, das darsst du," erwiderte Stine. Vor ihm hatte sie keine Angst. Schweigend gingen sie den Weg entlang; er hätte sie ja unterhalten sollen, aber er gasfte bloß zur Seite. Stine fand, er hätte sie recht gut bei der Hand nehmen können. „Darf— darf ich dich auch an einem andern Abend nach Hause bringen?" fragte er schließlich. „Das weiß ich noch nicht, aber es kann ja sein," er- widerte Stine ernst.» „Darf— darf ich es auch jemand erzählen?" Nein, das gefiel Stine nicht.„Dann wird bloß geklatscht, daß du mein Schatz bist," sagte sie. (Forts, folgt.) Hroß-Serlkner Parteinachrichten. Heute. Sounkag, den 32. Mai: Z gtHB XUrenittt. Sie für Sonntag. d«n 22. Sttoi, geplant« ÄinSer« dimonstralion für die Gemeinschaflsfchule findet nicht statt. Die Eltern- beirüte und sozialdemolratifchen Lehrer dersanimeln sich Dienstag, den !t. Mai. abend« 7li Uhr. Bei Schmidt. Ticleffftr. 17. It. Kreis NenrilUn. Kinderarudve. Trefipunkt 2 Uhr Richardvlap. Ml« schul- Pflichtigen Kinder stnd eingeladen. Wahlhelfer der SS. Geinemdeschule der- sammein sich um S Uhr bei Schmidt. Taaleftr. 20. ü. Ahr. Waldfpiele in der Iunafernbeide. Die Genossen und ihre Familien treffen sich um 1 Uhr mittags Stromftratzc. Ecke Mrlenstratze lan der Normaluhr). Für Nachzügler Paddenwiefe, hinter der Pldtzenseer Schleuse. Morgen, Montag, den 23. Mai: 8. Steil Sedding. 7 Uhr KreiSdertreterversammlung Humboldtsäle, Husslten- ftraße tv. Delegiertenlarte und Mitgliedsbuch legitimiert. IS. Kreil. Konferenz der Elternbeiräte in Copenick. Aula der Aörnerschul«. Lindenftraße, Ecks Bahnhofstraße. Thema: Die Arbeitsschule." Ausspräche. Bericht van der Obmännerlonferenz. 17. Kreis. Kreisvertreterderfammlung in Lichtenberg. Schulaula, Marlt- ftraße 10/11. Tbema:..Die politische Sage." Referent: Senoste Franz Krüger. Bericht deS KreiSvorstandeS. Neuwahl desselben. Verschiedenes AI«. l>». 7W Uhr Funktionär lonseren, bei Scheim. Charlottenftr."JS. 6. Abt. 6 Uhr Funktionär- und BetriebsderirauenSleutestPung bei Kevfnsr. Hagelberger Str. 20». Ausgabe der Tternwartsbilletts zum 2S. Mai. S. Abt. T,i Uhr Furcktianärsitzung bei Schuldt. Mariendorfer Str. ö. S. Abt. 7 Uhr bei Bcuhn. Gräseltr. tl. Bezirlsfübrersipung. 8Z. Abt. Trmpelhof. TA Uhr treffen sich die KreiSdertreter und der Borstand zu einer Borbesprechung bei Schmehle. Kaiser-Wiloelm-Str. 90. SS. Abt. Mariendors. 7>,h Uhr Funktionärschung Sei Hoch. Ehaulseestraße. Er- scheinen aller Funktionär« ist Vflichr. 27. Adr. Renkolln. 7 Ubr Sei Schulz. Emserstr. 102. Sihung sämtlicher Furck- twnäre und KreiSderireter sowie Abrechnung sämtlichen Materials. IIS. Abt. Scisensee. 7�5 Uhr Sitzung des engeren AbteilungSvorstandeS im Lokal Witstruck. LangbanSstr. Sl. KreiS Prenzlauer Ter. Z0g. und Z10. Semeindeschule. DuiAerstr. 04, abends 7 Uhr. in der Schulaula. Tagesordnung:..Die Paulensche Schulreform." Referent: Studienrat Marauardt. Alle sozialistischen bzw. aus dem Boden einer tatkräftiaen Schulreform stehenden Eltern müssen ertchelnen. geutrolarbettaaueschuz der STD.�lternbcirite Berlin. 6 Uhr Sitzung Zit den gelten 21, Zimmer 10. Zeder Kreis mutz vertreten sein. Achtung! Schuhpolizei! Montag, den?Z. Mai. adendS 7 Uhr. in HaderlandS Festfilen. Neu« Friedrichstr. ZS sam Bahnhof Aleiauderplatz). Funktionärdersaminwng. TageZ- ardnung: I.„Die politische Organisation und die Schutzpolizei." Referent: Genosse Arthur AkbinuS. 2. OrganisatianSträgen. Z. Freie SluSiprache und DerschiedencS. Mitgliedsbuch und Funktionärlorte legitimiert. Zu dieser Ber. fammlung f»» die KreiS- und Abteilungsleiter der Barteorganilation einge- laden. Erscheinen aller Vertrauensleute der Schutzpolizei unbedingt erforder- lich. Bei Verhinderung ist Vertretung zu senden.. Ilebermorgen, Dienstag, den 24. Mai: 1«. Krei«. Kreisvertreterversammlung 7 Uhr in Köpenick, Stodi-Theater, kleiner Saal. Tagesordnung:„Die politische Lage". Res. Genosse Ernst H-ilmann, M. d. L. 2». Krri».« Uhr erweiterte«reisvorstandssitzung im Rathaus zu Wittenau. Die Stadt- und Bezirksverordneten sind hierzu eingeladen. 14. Abt. SIternversammlung 7 Uhr Aula der 2S1. Gemeindeschul«, Stralsun- der Stratze 54. Thema:„Das Paulfensche Schulprvgramm. Ref. Dr. Loh. mann. S5. Abt. Tewpelhsf. Srotze öffentliche Bersammlung IM Uhr im Realgpmna. Rum,-Kaiserin, Augusia. Straße. Thema:„Regierung und Sozialdemokratie". Nif. Genosse Hermann Müller, M. d. R. 121. Abt. Treptow. 7 Uhr Mitgliederversammlung im gelchensaal der Schul« S. Wildenbruchssratze. Bericht über die Tätigkeit der Bezirks- und Stadioer. ordnebenfraktion. Ref. Genosse Ivh. Hätz. Achtung Sisenbahuer! K Uhr im Rosenthalei Hos, Rosenthaler Str. 11/12, Ber- sammlung samtlicher im DGB. organisierten Eisenbahner, die auf dem Boden der SPD. stehen. Erscheinen ist unbedingt erforderlich. Mitglieds. buch ber Partei und Wewerkschast legitimiert. 5rauenabenüe: Montag, deu 23. Mai: t. Abt. Schitlaul» Papestr. 72, Bortrag:„Geschlechtskrankheiten". Ref. Den. Dr. Wehl.— 7. a. 8. Abt. bei Höhlte, Bergmanustr. Stz. Thema:„Die Ber- fassung". Ref. Gen. Robert Zrtzuer— 18, Abt. im Andrea-kasiNo, Andreas. stratze Z. VA Uhr, Thema:„Krankenkassen und Versicherungswesen". Ref. Gen. Bockhau«.— 17. Abt. 7M Uhr im Konferenzzimmer der Schule Hohen» lohestratze 11. Thema:„Die Freiheitsdichter". Ref. Gen. Dr. Schütte.— 22. und 28. Abt. 7V, Uhr in der Echulaula Schönhauser Allee ISSa. Thema: „Die oolitifche Lage". Ref. Gen. Mtmaicr.— 22. Adt. Konferenzzimmer der schule Senefelderstr. 8, Thema:„Die politische Lage". Ref. Gen. Vier» Bücher.— 32. Abt. 714 Uhr bei Blossin, Stargarder Str. 3, Tbema:„Jugend. fragen". Ref. Gen. Schönfelder iun.— 45. Abt. 714 Ubr bei Pose. Kola- niestratz« 15, Tbema:„Die politisch« Lage". Ref. Dr. Kallmann.— 48. Abt. bei Taube. MWerstr. 82«. 714 Uhr. Thema:„Genossenschaft und Soziales. mus". Ref. Genosse E. Buchholz.— 57 Abt. Eharlottcvburg. 714 Uhr bei Arndi. Kanistr. 57. Frauenncrsammlung.— 83. Abt. Steglitz. Der für Montaa, den 23. Mai, angesetzte Frauenabend fällt aus, weil am gleichen Tage im Lnzeum ein Liederabend der Genossin Annes Schulz stattlindet lzuqunsten der Steglitzer Kindernothilfe). Die Genossen werden gebtsn. lich an dem Liederabend zu beteiligen.— 89. und 90. Abt. Neukölln. 71s Uhr in der Aula der Gemeindefchule Kaifer-Friedrich-Str. 4, am Hermannolatz, Thema:„Gemeinschaftsschule". Gäste willkommen.— 92. Abt. Reukolln. 714 Uhr Bei Günzel. Marckchstr. 1, Thema:„Kultur und Sozialismus. Ref. Gen. Pfarrer Bl-n-r.— n. Ahl. 714 Uhr bei T-ubel. Welsestr."">. Thema:„Zuge.ndwohlfahrt". Ref. Genossin Rnncck, M. d. R.— 128. bis 130. Abt. Pankow. Florasir. 73 b-i Kwiaikowsko.� 71? Uhr, Thema: ..Warum ginnen wir in die Regierung?" Ref. A. SSutzler.•— 137. Ab». Reiuickcudsrf.Kcft. 714 Uhr in der 5. Gemeindefchule. Biktoiia-Allee 3i, „Paulfensche Schulreformvläne". R-k. Dr. Sstrowski.— Scrlia.Lderfchonr. weide. 7 Uhr, Vortrag, Gen. Medemann. Dienskag, den 24. Mai: 75.«dt. Oeffenilich« Frauenversammlung. Vortrag des Genossen Dr. Ltul, über„Die Aufhebung des sogenannten Ahtreibvngsparagraphen und dessen gesundheitliche Wirkungen.— 51. Abt. Ebarlottevburq. 714 Uhr Frauen- nersammlun» hei Rossiu,. Friedrich-Korl-Blatz b. Rcf. Gen. Dr. Llssouer. Gafte, insbesondere die grauen der Genossen, willkommen. IZl.?ht. Riedeifchönhause«. Bei Beraemann, Eichenste. 12, 714 Uhr. Thema: oemeinsame Erziebuna der Geschlechter". Ref. Gen. Kreiitztger.— 1 tz e n i e,(8 Uhr), Pistorius.. Ecke Rölkestratze.— Donnersiag. Sänaerchor SPD.. P a n k o w fTK-IO Uhr) bei Engel. Müblenstr. 45.- Freier Mönnerchor R e, n i ck e n. d o r f(714-10 Ubr) der Lindstedt. Residenzstr. 120. ES« Grüner Weg.- Soz. Mönnerchor Mariendorf(8—10) bei Niendorf. Ehausseestr. 19.— Freitag. 714 Uhr: Soz. Männerchor Prenzlauer Tor, Dotzow-Brauere«, Prenzlauer Allee. Sport. Gruuewald-Rennen. Die durch den starken Reisen hervorqerufene frische Kühle hatte Tausende zur Rennbahn gelockt, so daß sich ein bewegtes Leben ent- faltete. Die Stimmung war sehr angeregt, da guter Sport geboten und die Rennen stark bestritten wurden. l. Rennen, l. Sonnenrose(B-Hr), 2. Minoitra(Slaudinger), 3. wnn iWenzel), 4. Strpmon(E. Lüneberger), 5. Ringau Blume). Toto: LIZ: 10, Pl. 4L 27, 23: lv. Ferner liefen: Offensive, Salgir, AlNneister. Frcdegunde.—' 2. Nennen. 1. Merkur(Vehr), 2. Glückskind(Mihan). 3. Parsimonio kB. MnNer), 4 Princivalli(Kratzmann), S. Letzter Heller (F. Kichnke). Toto: 123: l0, Pl. 23, 17. 10: 10. Ferner liefen: Deckung. Berber II, Saloppe. Lnca.— 3. Rennen. 1. Ordensjäger(Oleinik), 2. Sepenmeister II(Tartan). 3. Schalk(Zimmermann), 4. Finnländer Jentzsch). 5. Omen(€. Schmidt). Toto: 29: 10, Pl. 21, 27: 10. Ferner lief; Rosendorn II.— 4. Rennen. 1. Chalzit(®. Janek), 2. Mein- hart fOlejnik). 8. Provinzler(Rastenberaer). 4. Jameno(Zimmermann), 5. Mazeppa(Bleuler). T-w: 34: 10. PL IS. 21. IS: 10. Ferner liefen: Nihilist, Dunst, Weser.— S. Rennen. 1. Rabenlocke iTarratz), S. Parzö (Rastenherger), 3. Achene(Zimmermann). Toto: 22: 10, PL 12, 12: 10. Ferner lies: Trauerweide.— S. Rennen. 1. Parther iRostenderger). 2. Einspruch(G. Janek). 3. Rosenritter(Kasper). Toto: 56:10— 7. Rennen. 1. Casstan(Ol-fnik), 2. Combattant(Rastenberger), 3. Wachtel (Jentzsch), 4. Goldstrom(Stielau). 5. Humboldt(Stauding), 6. Clvntst (p. Herder). Toto: 32: 10, Pl. 17. IS. 19: 10. Ferner liefen: Morava II. Salas h Gomez, Leonis, Elcmer. Ter Arbeiter-Wasserspori-Derband Krei? I Berlin-Brandenburg) wird am Mittwoch. 25. Mai, in einer Gründungövcriammlung in Friedriche. Hägen einen Schwimmpcrcin ins Leben rufen. Die Bersammlung findet abends pünkllick 71? Uhr im Restaurant zum Branstubl, FriedrichSbagen. Secstr. 22, statt. Interessenten, welche die Abstcht haben, dieicm Bercin bcizutrelen. werden ersucht, zu erscheinen. An Zachlschwiinmer wird uneni- aclllicher Schwimmunterricht erteilt. Die Schasjuna billiger und guter Badegelegenheiten zahlt zur Seldstverständlichkeit. Neben der tverteren ?1usbildung itil Schwimmen soll und wird dem Rettungöwescn besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Auch sollen Männer-. Frauen. Jugend- und Ki»hcrabtcilungcn eingerichtet werden. Anfragen sind an Walter Schulz, Friedrichshagen. Kirchstr. 28, zu richten. Ansschcidungsspicl über die Buudcsmeistcrschast. Am Sonntag, den 22 Mai, nachm. 5 Uhr. findet aus dem Gemeinde sportplay in Pankow. Pichelswcrder Stratze, dal Am s s ch« i d u n g I s p i el um die B u n d c s m e i st e r s ch a s t des Ztrbeitcr-Tnrn. und Sportbundes zwischen„Breslau" und„Nordiska 13" statt. Ad 1 Uhr nachm. Spiel- verbot sür sämtliche der M. S. V. angeschlossenen Bereute. Ar- Bettet Grotz-Berlins, beweist bei diesem Spiel euer Interesse an der Arbeilersportbewegung. (Schluß de» redaktionelle» Teil».)_ Wie befreie ich mich von ilh@ymafiismus? Rheumatismus und Gicht sind StoffwechselkrankheUen. Das BTut ist bei diesen schmerehaften Leiden nicht imstande, alle Schlacken, die aus dem Verbrennuncsproeess des Körpers als Rückstand bleiben, hinwegiuspülen. Deshaln lapern sich diese Rückstände, besonders die schädliche Harnsäure in den Muskeln und Gelenken ab. Dort erzeugt sie die so schmerzhaltcn und die Bewegung hindernden Gichtknoten oder iheumauschen Verdickungen Sie sind nur dauernd zu beseitigen durch die Abtragung dpr Harnsäure- Ablagerungen. Zweckmäßig geschieh Idas durch die an( die alten unschädlichen und bewährten Vorschi ilten des verstorbenen Dr. med. Olaf loft zurückgreifenden Levathol-Tabletten. 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ILO. l14SK' Erfinder, Tatenidureau Packfcher, Geriraudienstratz« Ii. Lenttwn 7800. 7ZK« pür Durchgchfeid- und Kohiepspier! Erf. Wertführer od. zuverlässige Rezepte gesucht Off. mit Ang. der di»h. Tästgleit und Muster unter T. 22 b. b. Exped. erbeten. S«erhischias '.Hüft.OesäB u. Bein. Da schw. Fälle In 15 Tag. beseitigt, hicr- Qb. unamastb.tlelleriDlee best. u. Referenz. Inraliden- Iinnhl/ strafle 106, ton 10—2. JÜLUUj kllcddgMllg'.'erwans G. m, b. H. Berlin SW 89, LiodensiraOe 3 Sonntage eines Großstädters in der Natur VonKurt Grotte witz. Mit einem Vorwort vonWilhelmBöIsche br. 6.—, geb. 10.80 M. Ratten und Mäuse oertilgt unter Garantie rabital nur „LXIIW Umchiidlich für Menschen, hausstere und Gessügel. gü haben tn Berti»: Central-Drogerie, Oranien- platz. Dresdener Str. 18; Friedrich P e r f» h N. Friedrichstr. 121: Bictoria-Dloserte. SW. Biücherllr. 15: Dre q srie Wimmer, O. 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Ildlandstratze 153. Fadrtknnt: Adolortn-tVerl-c, Esse». Gen.-Bertr.». Hellmuth» Ea., Hamburg 22.(Pofloersanh) Nr. 257 ♦ ZS.�ahrgakg 5. Seilage ües vorwärts Sonntag, 22. Niel 19 21 Mus aller Welt. r Einen erneuicn Ausbruchsversuch unternahmen in der vergan- genen Nacht Gefangene des Görlitz er Zuchthauses. Sie durchbrachen die Wand des Schlafsaales, überwältigten den wach- habenden Beamten, der glücklicherweise nicht verletzt wurde, ent- rissen ihm die Schlüssel und öffneten die Türen der Zellen. Sie drangen weiter vor, bis sie von Sipo-Beamten mit Feuer empfangen wurden. Verletzt wurde keiner der Ge- fangenen. Die Ruhe wurde wiederhergestellt. Gegen die Rädels- führer find die schärfsten Maßregeln ergriffen worden, entflohen ist keiner der Gefangenen. Eisenbohndiebslähle. Die Mainzer Strafkammer verurteilte sieben Eisenbahndiebe aus Heidesheim und Wackernheim, die längere Zeit hindurch aus Güterzügen auf der Strecke Mainz— Bingen ganze Ballen Weißzeug und andere Stoffe stahlen, zu Gefängnisstrafen von vier Monaten bis drei Jahren. vortrage, vereine und Versammlungen. MosUinstrumentcnarbeitcr. Montag, 5 Uhr, Mitgliederversammlung in Andreas- Zefisiilen, Andreassir. 2t,„Syndikalismus und freie Eewerkschaften." Ref. Kollege Wilms. Verband der Steinsetzer nnd Bernssgenofse». Betriebsräte und Ncr- trauensmänner. Montag. 7 Uhr, Linicnstr. 202, wichtige Aussprache. Zentralveeband der Angestellten. Behörden: Mitgliederversammlung Mon» tag, 7 Uhr, Musikersäle, Kaiser'Wilhelm. Et rage ZI.— Zigarrenhaudcl: Mit- gliedcrversammlung Dienstag, 8 Uhr,„Ci»i>edIer»Bicrhallen", Neue Promenade 9/10.— Einzelhandel Optische und Photographische Artikel: Mitglieder- Versammlung Dienstag, 7lH Uhr, Havellands lseftlalc. Neue Fricdrichstrahe 35. — Textil-, Kurz-, Galanterie- und Spielwaren: Mitgliederversammlung Dienstag, 5>,� Uhr, Prachtsäle Alt-Berlin, Blumenstr. 10. Angestellte der Zigaretten-Zndustrie(Asa-Bund). Montag, 7V6 Uhr, Sophien-Säle, großer Saal, Sophienstr. 17/18, Ocsscntliche Bcrsammlung sämt- lichcr Angestellten. Berichterstattung über die Echlichtungsverhandlung. Deutscher Bekleiduugsarbeiter-Verband. SPD.-Fraktion. Dienstag, 7>,l Uhr, Bersaminlung im„Englischen Hos", Alexanderstr. 27b. Vortrag des Genossen Schulze über„Die Ausgaben der Gewerkschasten". Bcrbandsduch und Mit» gliedsbuch der SPD. dienen als Legitimation. Zentraloerband der Schuhmacher. Dienstagabend 7 Uhr Dcrsammlung oller jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen der Schuhindustrie bei Bökcr, Weber- strafte 17.— Donnerstag, 614 Uhr, Allgemeine Mitgliederversammlung in der Köniasbank, Große Frankfurter Sic. 117. Deutscher Musiler-Dcrband. Gruppe der Ensemblemuslker. Dienstag, vormittag lOlh Uhr, in den Musikersälcn, Kaiser-Wilhelm-Str. 31, Bollversamm- lung. Bericht über die Lohnbewegung im Kasseehausgcwerbe und Vortrag. Kabelindnstrie. Betriebsröte nnd Vertrauensleute. Dienstag, 5/4 Uhr, im Lokal von Krüger, Engeluser 13, Funktionärlonserenz. Erscheinen ist Pflicht. Ortsverwaltung der Fabrikarbeiter. Traneporarbeiter-Verband. Altmetallhai, del, Branche Zt. Montag. 6 Uhr, bei Feytara, Melchiorstr. 15, Branchenversammlung.— Glas und Keramik, Branche 3b. Dienstag, 6 Uhr, bei Fenfara, Melchiorsir. 15, Branchcnversämm- lung.— Apothekenarbeilerbranche. Dienstag, 7/4 Uhr, bei Prasser, Michael- kirchstraße 2ga, Versammlung. Stellungnahme zum Tarif. Bekleidnngsindnstrie-Betrlebsrätcl Mittwoch, den 25. Mai, 5/4 Uhr,„Fest- fäle Max und Moritz", Kommandantenstr. 57, Gruppenvcrsammlung. Tages- ordnung: 1. Bortrag„Wirtschaftliche Tagezsragen", Res. Emil Barth. 2. Grup- penangelcgenheitcn. Freigcwcrtschastliche Bctricbsrätezentrale, Gruppenrat Bekleidungsindustrie. I. A.: Petzke. Verband der Lithographen, Stcindrucker und»erwandten Berufe. Mitt. woch, 5 Uhr, Allgemeine Mitgliederversammlung. Vortrag von Paul Levy über„Die gegenwärtige wirischastspolitisäie Lage". Konditoren! Donnerstag, 7/z Uhr, in den Musikerfälen, Kaiser-Pilhclm- Straße 31, Versammlung. Ministrrialdirettor Robert Breuer spricht über„Die Erfüllung des Friedensvertrages und feine Wikung auf die Arbeiterschaft". Mit» glicdsbücher oder-karten am Saalcingang vorzeigen. Gewcrksibastskommission Berlin» und Umgegend. Am Donnerstagabend 7 Uhr bei Beiernhof, Köpenick, Rndower Straße, Versammlung der Kranken- kasscnausschüssc-sowie Vorstandsmitglieder der Adlershoscr und Köpenicker Krankenkassen sowie der Unterkommissioncn der Gewertschastskommission und der Betriebsräte der einzelnen Betriebe. Tagesordnung:„Die Verschmelzung der Krankenkassen", Pünktlich erscheinen! Der Ausschuß: I. A.: C. Vollmerhaus. » Reichsbund der Kriegsbeschädigten,' Bezirk Süd-Ost. Montdg, 23. Mai. ohne Mitgliedsbuch kein Einlaß.— Reichsvcreinigung ehemaliger Kriegs- Montag, 23., 7 Uhr, Generalversammlung, Dresdener Garten, Dresdener Str. 15. — Bund der Arbeiter. Muflkvercine sMandolinengruppel. Montag, 23., 7/4 Uhr, Spielabcnd im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 12.— Der Mieterbund Bcrlin-Steglitz, E. V., Horst-Kohl-Str. 1, hält am Dienstag, 24., 8/4 Uhr, im Restaurant Ernst Beckmann, Berlinickestr. 13, Ecke Mittelstraße, eine Mieter- ratsschule ab.— English Debating Club Krügers Konditorei, Reste Robstr. 16», Montag 8/4 Uhr. Gäste(Damen und Herren) willkommen. >56' �- 0� He ist zSi 2if iehr 28300 b/tteg" »"■ pjt .s« ■ ckdÄ «Äsgfe M ki#?. SKr-�chstb' Hgt» ee/ne«� tliV* VaSMK, '%$iz"Z'rsfuK *>'»>***'■'ÜS* ISS'o „ Ö««,,""""'Jlfro r'-ssSs?« ®<*njen. � IQ300 "'f- 43300 flm Vonnerstag, den 26. Mai 1921, vormittags 10 Uhr, lasse ich öurch üen gerichtlich vereiöigten Sachverständigen für das Kammer» und Landgericht l, Taxator und öffentlich angestellten Versteigerer, Herrn August Wekwerth, Serlin SW 47, auf meinem Lagerplatz in Serlin-Zrtedenau, Hauptstraße 81/82, Ccke Iregestraße, gegenüber dem Friedenau er Rathaus, zirka 250 verschiedene teils fahr fertig, teils weniger oder mehr reparaturbedürftig, versteigern. Konsumenten können hier auf billigstem Wege fahrfertlge Wagen erwerben. Zerner bietet stch für Händler und Reparaturwerkstätten und Zabriken der Metallbranche, um ihre Arbeiter zu beschäftigen, eine günstige Gelegenheit, mit üen geringen Mitteln von wenigen taufend Mark Last- oder Personenwagen zu erwerben, die nach Zertigstellung der Reparatur entweder außerordentlich vorteilhast für üen eigenen öedarf stnö, oder auch vorzügliche Hanüelsobjekte darstellen, welche mit gutem Gewinn jederzeit unterzubringen find. Sesichtigung am Dienstag, den 24., und Mittwoch, den 25. Mai, von 9—5 Uhr, Mark 500,— Sietekaution, die nach der Auktion verrechnet oder zurückgezahlt werden. Zahlung auch durch Scheck gestattet. Unter diesen Wagen befinden stch ca. 75 reparaturbeüürstige Personenwagen, ca. 75 reparaturbedürftige Vlr-2 to Wagen, sowie ca. 80 reparaturbeüürstige 4 und 5 to wagen der Marken: Daimler, öüffing, Mulag, öenz und fl.I.G. Mf Die VMiMWMise etWien legitime WM. Damit Dielen MgenDell geDatea mitD,(8t Ute finnDen z» steiget». 10% Watt. MW: MMN WiNW HO. 164 »t MW. Beti W 18, Betl. WWststMe 6 M:GeWsfMl!l Ein außergewöhnliches aus'reinwol lenen feinen Sporrsroffen in dPeilveßschiedenep Sporrfarben l�lefdeP-Pock florre Soorrfopm mir Oürrei, 5/epperei..u. Knopfqarnitur Man t e L weire Form,120 bis 130cm ianq's u. 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Jacoby Hauptrollen: | Harry Lledtke• Mady Christians Mitwirkende: G. Alexander r J. Tiedtlic/ P. Otto H. Bender/ A. Paulig, p, Bieneleldt Regie: Georg Jacoby VI. Teil Der Sprung über den Schalten ö/ 3. Die Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung/ 4. Kommunismus und Diktatur des Proletariats/ 5. wie die Entwicklung des Kapitalismus zur kommunistischen Revolution führte/ 6. Die Zweite und die Dritte Internationale./ Die Diktatur des Proletariats und der Aufbau des Kommunismus: I. Bedingungen der kommunistischen Aufbautätigkeit in Rußland/ 2. Die Sowjetmacht/ 3. Die nationale Frage und der Kommunismus/ 4. Das Wehrprogramm der Kommunisten/ 5. Proletarische Gerichtsbarkeit/ 6. Schule und Kommunismus/ 7. Religion und Kommunismus/ 8. Die Organisation der Industrie/ 9. Organisation der Landwirtschaft/ 10. Organisation der Verteilung/ 11. Organisation der Banken und die Geldzirkulation/ 12. Die Finanzen im proletarischen Staate/ 13. Programm der Kojnmunisten in der Wohnungs- Arbeiterschutz und soziale Fürsorge frage/ 14, 376 Seiten / 15. Schutz der Volksgesundheit. Preis 8 M.(geb. 15 M.), Organisationspreis 5 M. Bestellungen sind zu richten an die 3447bX Verlagsbuchhandlung Carl Hoym Nfl. Louis Cahnbley, Hamburg 1 1 Von weit und breit kommen die Paare zu Richard Bonneck, um sich zu verloben. Deutsciilands größtes Spezial- Geschäft für Trauringe. I Ring Oukat. 0,900 gest. v. 145 M. an 1„ l'/s« 0,900„ Stck. 303 M. 1„ 2'„ 0,900„„ 406 M. 1, 0,585 gest. von 100 bis 210 Ist. (e nach Gewicht. t, 0,333 gest. v. 38,50 bis 120 Ist. |c nach Gewicht. Alles fix und fertig zum Mitnehmen. Sämtliche Preise i nkl. Luxussteuer Yersand nach anSerbalh. Rlesennugwahl aller in d. Uhren- u. Juwelenbranche vorkommenden Waren. Stets Gelegenheitskäufe in Brillanten. Diese Ringe Ornament Rose u. Myrthe sowie mit Inschnlt„Du bist mein",„Mit Willen dein Eigen" in 0,585 Gold von 240 Ist, an. Alle Weiten stets vorr. 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Abteilung Den Genossen zur Nach- richl, dass unser langjähriges Mitglie», unser pflichllreuer Genosse 17S/1S Kustsv vroske verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Einäscherung findet Dienstag, vorm. IC Uhr, ■im Krematorium Sericht- straße statt. Um zahlreiche Beteiligung bitiet Die Bbt.-Leitung. -Nach langem, schweren| Krvntenlagcr verschied am g IS: Mai d: I. unser Kollege ■undclllitardeitcr«7/ö KU8tSV Vrv8llk Wir betrauen! in ihm einen treuen, licbens- wUrdigetiund pffichtcisrigen Kollegen, dessen Andenken un» stets in Erinnerung bleiben wird/ Vorstand und Angestellte im Hauptbureau des Deutschen Transport- arbeiterverbandes. BnOUDli(et Mi. Mietet, WteidieruÄ Montag, den 23. Mai 1921, abends von 6—9 Uhr: Stichwahl sei»gierten m Seneiniliertliininlnnz In Zinnlsnrt n. m. kt. Swiuemiiuder Str. vs bi0. Wiussrr. 12 O. Grosse Frankfurter Str. 7 SO. Skalitzer Str. 51152 SW. Lankwitzstr. 5 W. St-inmegstr. 36 a NW. Stephaastr. 31 wodding: ivlalplaquetfir. 7 Gesundbrunnen: Prinzen-Allee 88 weihensee: Friedrichstr. 37 Lichtenberg: Scharnweberstr.«0 Zleutölln: Prinz-Handjery-Str. 3 i Tempelhos: Mariendorf, Ehaussccstr Um rege Beteiligung ersucht folgenden Lokalen: 137/20 IBUmecaborf: Pfalzburger Str. 55 Ehurlottendnrg: Krumme Str. 86 Steglitz; Düppelstr. 7 Gr.-Lichkerseld«: Hindenburodamm 55 Zehleudorf: Potsdamer Ehaussee, Restaurant Micklei Karl» Horst: Oberschöneweide, Siemensstr, Eue Denistrasse Kdpeuict: Rosenstr. 10 Ariedrichnhagen: Scharmoeberftrahe. «dlerohof: Helbigstrass-�bei°«-ul�"'° ■. 27 Peutscher Melallarbellirterb. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- recht, dass unser Kollege, der Schlosser 00,12 Franz Trabalski Pankow, Florastr. 26 am 19. Mai verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 23. Mai. nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Pankower Friedhofes in Schönholz, Germanenstr., aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsoerwaltung. SttsküLttkenlasse üer Glirtler zu öerlln y Oranieuslratze 1 33. gu der am Arolfug, den 3. Znni». Z., Ulbends'/yi Uhr, im Restaurant Drcsdeuer Garten, Dresdener Str.45, stattfindenden - auhcrordentlichen WM-5lfm .werden die Herren Vertreter der ■Arbeitgeber und der Kassen- Mitglieder hiermit ergebcnft ein- geladen. Tagesordnung: l, Beschlussfassung Uder die 10. Abänderung der Satzung ■ betr. die 23, 30 und 32 und Wiedereinführung der Mehrleistung des§ 18 Abs. 5. !. Verschiedenes. - Berlin, den 25. Mai 1921. Oer vorstand. A. Rösener, A. Künicke, .. Dorfitzender. Schriftillhrer. Einladungskarte dient als Ausweis. 21/1 jeder Art bei kleiner Anzahlung und | bequemer Abzahlung| Möbelhaus Ändreasstr. 28'• Strengste Diskretion. Die Ortsverwaltung. Deutfcher Transportarbeiter- Verband Vezirksverwaltung Grost-Berlin. Delegierte zur örtlichen Generalversammlung! Montag, den 23. Mai 1921, abend« 7 Uhr, im Saal 4 de»«ewerkschastshause», Engelufer 14/15' Oilientl.@enetalDeiiiiininlnniipiol.fittO((oll92l Tagesordnung: 1, Mitteilungen. 2. Geschält»-, Kassen- und Arbeilsnachweisbericht pro 1. Quartal 1921. 3. Erledigung eingegangener Anträge. 4. Eeschästliches. Mitgliedsbuch und Legitimationskarten find am Eingang des Saales vorzulegen. Ohne Buch und Karte kein Zutritt. Wer mit seinen Beiträgen über 8 Wochen im Rll-kstaudc ist, hat ebenfalls keinen Zutritt. 67/6 via vezirksleltung. Auf unser Wahlausschrciden vom 17. April 1921 ist von den Versicherten und Arbeitgebern nur se ein Wahlvorschlag ein- «ereicht worden, weläie gemäss 9 der Wahlordnung vom Vorstand als gültig anerkannt worden sind. Die vorge- fchlagenen Bewerber auf der Liste der Arbeitgeber, de- ginnend mit dem Namen Gustav Wolf und endigend mit B. Pannle, und der Ber- sicherten, anfangend mit Richard Iekusch und endigend mit Mar Nicolas, gelten daher gemäss S 10 a. a. 0. als gewählt. Die fiir Sonntag, den 12. Juni, und Montag, den 13. Juni 1921 angesetzten Wahltermine werden hiermit aufgehoben. Berlin, den 22. Mai 1921.» Der Vorstand 21/3 der Orfsfranfenfaffc der Gürtler zu Verlin. A. Rösener, Borsttzender. A. Künicke, Schrlftfllhrer. Handwaxen mit und ohne Federn in verschied. Größe u. Auslührung. Großes Lager. Mäßige Preise. fieorg Wagner, CSpcnlcker Str. fl. Kein Ladengeschält. SeutscherBetallarbeiterverband berwaltungsitelle Berlin N 5t, Cinienitraße 83—85 Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr Telephon: Amt Zlorden 185, 1239, 1987, 9714 verkMensleule. SelnevsrSke und MsM- tüßüiDflten aller Miede, die der öttslraalea- lasse der klemvaer aagesidlossea Ad. Montag, den 23. Mai, nachmittags 4'/. Uhr, im Lokal.Zum Alexandriner�, Alexandrinenstrasse 37a: Versammlung. Tagesordnung: Stollungnohm« zu dar am Mittwoch, den 26. Mai, stattfindenden Mahl dar Ansschntzmitgliedar._ ZsttWZc- Jeder Funktionär muß anwesend sein.-H» MMnMelWWMimerMi Filiale Verlin. Sebastianstr. 37/38. öerrea-, Snadea-. öursldea-. Zaakasielveslea- and Guiamimäakelkoaselllav! Rontag, den 23. Mai, abend» 7 Uhr, in den Germaniasölen, Ehausseestr. 110: Mitgliederversammlung !e in den oben genannten Branche» beschä für die Zuschneider und Lstigten Schneider und Achtung: Zeleglette uad ZualtioaSre. Achwng; Montag, den 23. Mai, abend» 6 Uhr, im»Patzenhofer-, Fidicinstr. 2/3: Fortsetzung der Generalversammlung vom 18. Mai. Dienstag, den 24. Mai, abends 7 Uhr, in den.Mustkerfälen', Kaiser-Wilhelm-Strasse 31: Branchen-Bersammlung aller in den Eisenkonstruktions-, Fahrstuhl- und Stell- wcrksbetrieben beschäftigten Kollegen. SV Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt."MWgss Dienstag, den 24. Mai, adende 5 Uhr, im Gewerkschastshan», Engciuser 15(Saal 1): Vranchen- Versammlung der Mekalldrilller wb vollerer. Tagesordnung: 1. Bericht. 2. Berbando- und Branchenangeiegenheiten. 3. Verschiedene».___ DSP" Mitgliedsbuch legitimiert. Wf» Achtung! Klempner. Achtung! Dienstag, den 24. Mai, abend» 6 Uhr, in den Schultheiss- Festfälen, Neue Iakobstr. 24/25(Ecke Schmidstrasse): Allg. Branchen-Versammlung der klemner. Silssarbelker vlldArbeikerivnen. Tagesordnung: l. Vortraa: Der Rahmenvertrag ftir die Berliner Metallindustrie. 2. Diskussion. 3. Brandicnangciegcnhciten. 4. Verschiedene». 90/Uj vu: SriAvernMilunh. Zuschneiderinnen, Zltlherinnen. Tagesordnung: Bericht von den zentralen Verhandlungen mit den � ja- r...« 2. dhutDal]! öer 3. Verschiedenes. Arbeitgebern iider den Reickisstundentarif Kommission und des Branchenieiters.' lloiforM'cieWügS'Sldneiderei! Dienstag, den 24. Mai, abends 7 Am Königsgraben 2: Uhr, bei Schulz, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: I. Unsere Aufgaben nach den letzte» zentralen VerHand- lunaen. 2. Neuwahl der Kommission und de» Branchenieiters. 3. Verschiedenes. 165,8 In Anbetracht der Wichtigkeit beider Tagesordnungen ist es Pflicht jedes Einzelnen, für recht regen Besucki zu agrftcren. Mtgliedsbucki oder-karte legitimiert, ohne dies oder mit mehr als sechs resticrenden Beliragswochen kein Zutritt. vle Kommissionen. In Oindon». Krei» Ruppiu, sind die von der Stadt mit Reichs- und Staatszuschllssen erbauten Siedlungshäuser m/i2 13—4 Zimmer nebst Stall usw.) nunmehr zu verkaufen. Sie sind bezugsfcrlia. Ein Bert. z. Epekulationszw. ist ausgeschl. Vorzug»- weise berllcks. werden Minderbemittelte, unter ihnen Kricgsbesch. u. Kriegshinterdl. Erfordert. Uebernahmetapital 45—65 000 M. Näh. Beding, unter Rückporto u. 1 M. Kopialiengeb. sind von dem Magistrat zu erfordern. Magistrat Oindorn sMark). OogrUnckst lSS4, . f., Engeos-| spare/j �C'l At»* 25 bis 50•/, ' herabgesetzt I O IMiMI... W 300 230 tovertoat-PaleUSQ 175 120 Stritkjatken mo 1«» 150 5!!iijMaMWo225 ftlpakaniaiitel 350 250 145 mm...... 550 350 250 IJniprägn. Lodenmäntel u. Capes 350 250 ISO■ MJosczytz, lMkm» Str. 59, rTm™Äae. q SnnnatMinit« u.finniitnau anar.hinesMuJ— KeRiglieh jlollän" Aimterdam Transatlantischer Dampferdienst via Spanien nnd Portugal für Passagiere, Fracht nnd-Post nach SUD-AMERIKA Rio de Janeiro, Santos, Montevideo, Buenos Aires CUBA/ MEXICO Havana, Vera Cruz NORD-AMERIKA New Orleans mit modernen Drei- n. Doppelschranben-SdmeHdam- plcrn regelmässig in kurzen Abständen ab Amsterdam Moderne schnelle Frachtdampler nach obengenannten Häfen sowie nach Pernambnco nnd Babla Spezieller 14 tätig. Frachtdienst nach New York Alle Auskünfte über Passage durch Passageagentur Dr. W. J. van Baien, Berlin, Unter den Linden 68a, für Fracht durch Internationale Transporte Seb. Böser G.m.b.H., Berlin W 57, und die in den meisten Großstädten befindlichen Vertretungen Kriegsanleihe wird zu 84% in Zahlung genommen. Zwei grolje Verkaufslage! Ganz besondere Auspahme-Preise! Strickjacken Z9.�, 159, reine Wolle 160, Kunstseide 259. Feine Tuchmäntel 375, 498. 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In„Material Nr. 3 wird festgestellt, daß die Behaup- tung der Zentrale, nach der Märzaktion habe sich eine Kräf- tigung der Partei eingestellt, nur„ein erneutes Be- schwindeln der Mitgliedschaft" ist. Zum Beweis dafür dient folgender Bericht über Groß-Berlin. Verlln Vrandenkmrg: Vor der Aktion etwa 35000 M i t g l l e- der, nach der Aktion etwa 20000 Mitglieder.— Teilnahme an der Aktion: verschwindend gering! Die Situation in den Großbetrieben: Konsum. genossenschast: Vor der Aktion Fraktionsstärte etwa 350, jetzt keine 100 Mitglieder mehr. Siemens-Sonzern: Bisher sehr starke Fraktion. Jetzt sehr schwacher Einfluß. Im Werner-Werk Char- lottenburg von 2000 Mann etwa 200 herausgegangen, die jetzt gemaßregelt! Turbine AEG.: Dies Werk war bisher eine un- serer Hochburgen. Ging einen Tag in den Streik. Dann mit großer Majorität Abbruch beschlossen und Wiederaus- nähme der Arbeit gewaltsam erzwungen. In der Formereiabteilung, die bisher überwiegend kommunistisch, die Hälfte der Mitglieder verloren. Niemand will mehr Betriebsfunktionär werden. Slemens-Charlotkenburg: Es war nach der Aktion nicht mehr möglich, eine eigene Betriebsratsliste aufzustellen! Slock-Molorpflug und Daimler-woloreu: Ueberhaupt keine Streikbeteiligung! In allen Betrieben, wo ein Teil der Belegschaft herauszu- bringen war, liegen die Nertrauensleute jetzt draußen. Die Groß-Berliner Metallarbeiterfrattion der VKPD. verurteilt die Aktion aufs schärfste. In unseren bisher stärk- sten Hochburgen hängen wir in der Luft, da die meisten Funktio- näre entlassen. In den Branchenkommissionen gingen viele unserer Funktionär zur USP. über oder wollen austreten. Noch niederschmetternder lauten womöglich die Berichte aus dem Reich. Im Bezirk Nnterweser streitten von 12 000 werstarbeilern 500. Die Mitgliedschaft ist größtenteils zur Sozialdemokra- t i e und USP. übergegangen. In Hannover streikte von 3000 Mit- gliedern— einer, der gemaßregelt wurde. In Hamburg ver- weigert ein großer Teil der Mitglieder die Beitragszahlung. In Magdeburg streikte niemand. In Mitteldeutschland ist die Organisation vollständig zusammengebrochen, bei den Betriebs- ratswahlen erzielten: Bergarbeiterverband 222, Kommunisten 11, Arbeiterunion S Mandate. M i t t e l r h e i n lehnte Beteili- gung einstimmig ab. Elberfeld: Massenflucht aus der Partei. Ruhrrevier:„Unser starker Einfluß auf die Bergarbeiter ist völlig zum Teufel." Opladen 1200 Mitglieder ausgetreten. Württemberg, Bayern, Baden, Sachsen, Ostpreu» ßen, Mecklenburg: Keine Streitbeteiligung. Ein weiteres Kapitel mit der Ueberschrist:„Wie g e- logen wird" schildert näher das wahrheitswidrige Trei- den der Zentrale. Das Schändlichste daran ist die von den Rechtskommunisten selbst so genannte Hörsing-Legende. Die Zentrale behauptet bekanntlich, der Kampf in Mittel- deutschland sei ihr durch„Provokationen" des Genossen Hörsing, des Oberpräsidenten von Sachsen, aufgezwungen worden. Die Rechtskommunisten stellen in ihrer Denkschrift nun selber fest, daß dies eine niederträchttge Lüge und Ver- leumdung ist. Wörtlich schreiben sie: Immer wieder behauptet die Zentrale, die Märzaktion sei eine Folge des Vorgehens Hörsings in Mitteldeutschland ge- wesen. enbruch»er vkpv. Sein Wort davon ist wahr! Die wärzakllon war beschlossen, ehe irgend etwa, von den März» Vorgängen in ZMtteldeutschland bekannt geworden! Vier Tage vor der Zentralausschußsitzung am 7. März, in der die Zentrale ihre neue Putsch- und Provokations» theorie entwickelte, hatten sowohl Genossin Zetkin wie Levi eine Unterredung mit dem Vater dieser neuen taktischen und grund- sätzlichen Führung der Partei: einem Vertreter der(Moskauer. Red. d.„V.".) Exekutive! Dieser entwickelte den beiden Genossen das, was später im Zentralausschuß die Mitglieder der Zentrale als neue Linie der Partei, als Bruch mit der bihserigen Vergangen» heit bezeichneten. Erst im Lause dieser Zentralausschuhsitzung wurde Hörsings vorgehen bekannt! Levi und Zetkin haben sofort gegen diesen Wahnsinn protestiert! Leider erfolglos. Jetzt weiß man es also: Der Genosse Hörsing mußte zum „Bluthund" und„Arbeitermörder" gestempelt werden, damit die wahren Arbeitermörder von der Zentrale ihre Hände in Unschuld waschen konnten! Die Denkschrift beschäftigt sich dann ausführlich mit der unheilvollen Rolle Moskaus. Bei dem Eintreffen Kurt Geyers in Moskau äußerte S i n o w j e w wiederholt:„Ich fürchte, wir haben schon zuviel in die 3. Internationale aufgenommen!" Die Exe- kutive billigte die Taktik der KAPD., die auch um den Preis derProvokationderGegner Aktionen erzeugt. Geyer wurde von zwei Vertretern der Exekutive ins Kreuz- verhör genommen, die früher in Deutschland waren, von dort lügenhaste Berichte nach Moskau geschickt hatten, und die jetztwiederinDeutschland sind! Von einem dieser Ehrenmänner wird dann weiter erzählt: Aus seiner Unkenntnis der Dinge in Deutschland heraus kam dann dieser Genosse zu der Auffassung, in Deutschland sei es mög» lich, durch Provokationen der Reaktion und Ofiensivbewegungen eine revolutionäre Aktion zu erzeugen. Er sagte z. B., daß die VKPD. die bayerische Orgesch provozieren müsse. Im übrige» entwickelte er die Theorie, die dann in der Zentralausschußsitzung vom 17. März von den Mitgliedern der Zentrale der VKPD. als die neue, notwendige Offensivtaktik und Provo- kationsmethode zur Förderung der deutschen Revolution an» gepriesen wurde. Trotz des energischsten Protestes Kurt Geyers stimmte die Exekutive seinen Ausführungen zu und sandle ihn nach Deutschland, damit er sie in die Tat umsehe. Die März- attion war damit(am 22. Februar in Moskau! Red. d.„V.".) geboren und eingeleitet. Die glorreiche Exekutive hat sich ganz nach zaristischem Muster ein umfassendes S p i tz e l s y st e m geschaffen, das über ganz Deutschland hin funktioniert. Darüber berichtet die rechtskommunistische Denkschrift: Diese(die Spitzel) berichien vielfach so, wie es die Moskauer Genossen auf Grund ihrer vielfach vorgefaßten Meinung zu höre» wünschen. Die Exekutive unterhält z. B. in fast allen deutschen Parteibezirken Vertrauensleute, die ohne Wissen und Kontrolle der deutschen Zentrale der VSstD. nach Moskau berichten. Kein Wun- der, daß bei einem solchen System Mißtrauen hüben wie drüben entsteht. Das Verderblichste ist, daß die Vertreter der Exe-- kutive große Mittel zur Verfügung haben, über deren Verwendung innerhalb der Parteien die nationalen Zentralen keine Kontrolle besitzen. Das ist Brüderlichkeit! Das ist Kameradschaft! Für diese!» Gesindel haben Hunderte deutscher Arbeiter gurgläubig Lebeft und Freiheit geopfert, ihre Familien in? Unglück gebracht. Das sind die Folgen der Zersplitterung, des Kampfes mit ver- gifteten Waffen gegen die olterprobtsn Ratgeber und Ver- trauensmänner der Arbeiterbewegung, daß man sich in Kadavergehorsam ftemden Menschenschlächtern zum Kanonen- futter hergibt! Wie ein Schrei müßte es heute durch die Arbeitermassen gehen: Fort mit dem Kommuni st enschwinde l! Einigkeit! :f Vertagung üer Ententekonserenz. La udoa. 21. Mm.(WTV.) Reuter«fährt, es sei uu- wahrscheinlich, daß d« Oberst« Rat vor Ende uächsier Woche zusammenkreteu werde. Solange der Zeil- puntl seines Zusammentritts»och unentschieden sei, sei eiue Zu- sammenkunft zwischen Lloyd George und vriand nicht vereinbart. Die Umrechnung der Wiedergutmachungsdevise». Parts, 21. Mai.(WTB.) Der„Temps" teilt mit, daß die R e. parations kommisfion die Verhandlungen üb« die bis zum 31. Mai fällige deutsche Zahlung von ein« Milliarde Goldmark fortsetzt. Was die Zahlung der ersten 150 Millionen an- lange, so werde die Umrechnung d« ausländischen Devisen in Dollar von Deutschland vorgenommen und alsdann der Re- parationskommission in Schecks in einem Bettage übergeben werden, der 150 Millionen Goldmark gleichkomme, lleb« die Zahlungsweise, die für die übrigen 850 Millionen Gold» mark Anwendung finden soll, werde noch zwischen d« Repara- tionskommission und d« Kriegslastenkommission verhandelt werden. Der russische Gewerkschaftskongreß. Reval. 21. Mai.(EE.) An dem in Moskau am 17. Mai er» öffneten vierten ollrussischen Gewerkschaftskongreß nehmen 450 Delegierte teil. Unter den Gästen befinden sich Ab- ordnungen aus Amerika. England, Deutschland sowie anderen Ländern. D« Kongreß nahm in sein« ersten Sitzung folgenden Aufruf an das ausländische Proletariat an:„Der Kongreß, d« in Moskau in dem denkwürdigen Augenblicke des Ueber- ganges Rußlands von der Verteidigung zum friedlichen Auf- bau tagt, sendet den Arbeitern d« ganzen Welt seinen brüd«- lichen proletarischen Gruß. In d« tiefen Ueberzeugung, daß die gewerkschaftliche Bewegung aller Land« in der nächsten Zeit re- volutionäre Weg« betteten wird, fordert der allrussische Kon- greß alle Proletarier jenseits der Grenzen auf, auf das energischste für die Kampforganisation ihr« Mitglied« einzutteten und sie auf den nahenden Zusammenstoß mit dem weltkapilal vorzubereiten. Die Arbeit«klasse Sowjetrußlands hält fest wie bis- her die rote Fahne der Weltrevolution in d« Hand, aber sie zählt auch die Tage und Minuten, bis die Arbeiter der ganzen Welt ihr zu Hilfe kommen werden. Der vierte allrussische Kongreß fordert aüe Arbeiter des Auslandes auf, den festen Entschluß zu unbarmh«zigem Kampf mit d« inl«. nalionalen vourgeoisie zu fassen und den Weg der Diktatur der Arbeiterklasse entschlossen zu betreten. Außerdem beschloß der Kon- greß, einen Auftus an die streitenden englischen Arbeiter." * Der„unbarmherzige Kampf mit der internationalen Bourgeoisie", wie ihn Lenin seit einiger Zeit auffaßt, besteht bekanntlich für Rußland darin, Konzessionsverträge mit Bänder- lip, Stinnes und anderen Häupten de« internationalen Kapitalismus abzuschließen. Für das deutsche Proletariat soll er aber darin bestehen, sich auf irgendeine verrückte od« verbrecherische, von-schalem oder Stöcker ausgegebene Parole totschießen zu lassen..__ Der �ftark angegriffene" Jagow. Auf eine Anftage der.Frankfurter Zeitung"«klärte d« Ober- reichsanwalt auf dos bestimmteste, daß von«in« Amnestierung kes früheren Berlin« Polizeipräsidenten von Iagow nicht die Rede sein könne, daß die Untersuchung gegen ihn vielmehr ihren Fortgang nehme. Gegenwärtig befinden sich die Akten b-eim Unter- suchungsrichter. Richtig fei, daß Iagow gegen Zahlung einer Kaution von 500 000 M. auf freiem Fuß gelassen worden sei. Die Annahme der Kaution sei erfolgt, um Iagow mit der Hast zu verschonen, da er gesundheitlich stark angegriffen sei. Ueber den Aufenthaltsort des früheren Berlin« Polizeipräsidenten machte d« Reichsanwalt kein« Angaben: angeblich, weil« darüb« nicht informiert sei. Kappisten sind stets gesundheitlich stark angegriffen, sobald sie zur Verantwortung gezogen werden sollen, ob sie o. Kessel, o. Iagow oder v. L ü t t w i tz heißen. Nur wenn es ans Putschen geht, sind sie auf einmal kerngesund. Um so rührender ist es, daß die Justiz in ihrer unüberttefflichen Unparteilichkeit auf die Leiden dieser wackeren Männer zarteste Rücksicht nimmt— wie sie es bekanntlich auch bei jedem Arbeiter macht!!!— und den Genesungs- prozeß nicht einmal dadurch stört, daß sie sich nach dem A u j e n t- holt des Angeschuldigten erkundigt. Der gute Mann könnte ja dadurch in Aufregung g«aten und noch kränker werden. Ob o. Iagow am Ende zu einer Erholungstur im Ausland weilt? Der vraunfchwelg« Verfasinngskonflikl. Das Presseamt des Staotsministeriums verbreitet eine Mitteilung, daß irgendein Kon- flikl zwischen dem Landtag und der Regierung nicht bestehe. Eine Meinungsverschiedenheit bestehe nur zwischen der Mehrheit der Landesveftommlung und der Opposition. Die Anrufung des Staatsgerichtshofes durch die Minderheit des Parlaments« n t- behre jeder juristischen Grundlag«. Konferenz d« preußischen Polizeipräsidenten. Wie den PPN. von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, findet am Dienstag, den 24. Mai, auf eine Ende vorigen Monats«gangene Einladung des preußischen Ministers des Innern eine Sitzung mit sämtlichen Pol«. zeiprasidenten Preußens über allgemein« Fragen des Polizeiwejens statt. Hierdurch soll in Uebereinstimmung mit den Wünschen der beteiligten Beamten eine in der Dorkriegszeit ständig gepflegte Uebung wieder ausgenommen werden. Diese olljährlichen Sitzungen sind erfahrungsgemäß in besonderem Maße zur Förd«ung des Polizeiwesens geeignet. Ein sonstiger Anlaß, insbesondere politisch« Art. liegt der Zusammenkunst nicht zugrunde. Auf der Tagesord- nung stehen Fragen der Dienstemrichlung sowie vor ollem auch der Beamtcnbesoldung im Hinblick auf die Neuregelung d« Zuständig- keit der Polizeipräsidenten. Derläng«ung de« Sapitalfluchlgesehes. Nach Meldung d« TU. ist beabsichtigt, eine Vorlage an den Reichstag einzubringen, die eine Verlängerung des gesamten Kapitalsjuchtgesetzes bis auf weiteres zum Gegenstand hat. Damit würden die Sperrvor- schristen für die Errichtung neu« Depositen, Banken usw. noch eine allerdings unbefristete Verlängerung erfahren. Ueber die Gründe, die Regierung zur Schaffung dieses Ueb«gangszustandes zu bestimmen, verlautet der„Frankfurter Zeitung" zufolg«, daß sie vor ollem a«'f steuertechnischem Gebiet liegen, da die Finanz- ömter mit der Veranlagung zum Notops« und zur Vermögens- zuwakhssteuer noch zu weit zurück sind, um jenen Schutz, den 'dos Kapitalfluchtgesetz dem Fiskus gegenüber hoben muß.«nt- dehren zu können. v« Rcichstagsabgeorlmete Tuch, Mitglied der Deutschen Volkspartei, ist plötzlich gestorben. Er war für den Wahlkreis Leipzig geroählt. A.i leine Stelle rückt, nachdem Frau Voigtländer- Nochern als nächste Listennachfolgerin abgelehnt hat, Landgerichts- rat Wunderlich. Kahr-Demokraleu. Der Gesamtausschuß des deutschdemokra- tischen Vereins in München«klärte einstimmig die Unt«zeich- nung des Ultimatums als ein große« nationales Unglück und den Eintritt der Demokraten in die Regierung als einen Fehl«. In Münchener Demokratenkreisen ist man oisenbor schon wieder bei der Ansicht gelandet, daß Demokraten mit Sozialdemokraten zusammen . uicht in»iaer Regier»«« Ptz« dürfeu. Wirtschaft Interessenteuurteil unü Missenlchafi. In der Hauptversammlung des Verein« Deutsch«? Che- m i k e r zu Stuttgart, die den Charakter einer wissenschaftlichen Tagung ttug, sprach Prof. Dr. Bosch. Ludwigshafen a. Rh. über Sozialisierung und chemische Industrie. Die Frage einer Sozialisierung der Stickstofiindusttie stehe heute znjar nicht mehr zur Diskussion, sei aber trotzdem von Interesse. Di« Soziali- sierungsidee sollte nach der Revolution aus rein politischen Erwä- gungen heraus venmrtlicht lverden, ohne daß man die praktische Trag- weite klar ins Auge faßt«. Wohin das führen könnte, Hab« man ja aus den bisherigen Erörterungen über die Sozialisierung d« Kohle gesehen, wobei die zuerst ausgeworfene Frage der Verbilligung und Produktilmsvermehrung schließlich ganz in den Hintergrund getreten sei. D« Vorrtogende ging dann auf die vor einiger Zeit aufgetauchte Frag« der Sozialisierung der Stickstoffindustrie ein. Eine Verwirk- lichung dies« politischen Forderung würde gerade in dieser Industrie ganz wesentliche Schädigungen nach sich ziehen. Welch« Schädi- gungen dws sein sollen, sagt der Bericht nicht. Dann ging der Redner im einzelnen auf die chemische Industrie«in und zeigte an der Hand von Beispielen, die er aus der Geschichte der Badischen Anilin- und Sodafabrik entnahm, daß gerade die chemische Industrie absolut frei und uneingeengt bleiben müsse. Durch Bevormundungen von Kommissionen, Ausschüssen, Landesoerttetungen usw., die naturgemäß (1 D. Red.) sachunkundig sind, würde sie höchstens Schaden«leiden. Die einzigartige Entwickelung der chemischen Industrie wäre nie möglich gewesen, wenn nicht für die nötigen Entschlüsse absolute Freiheit vorhanden gewesen wäre. Ein groß« Stab von tüchtigen Fachmänner sorge lausend dafür, daß neue Wege erschlossen und die alten ständig verbessett würden. Diese Entwickelung sei noch keines- wege abgeschlossen Man mühte es als geradezu absurd bezeichnen. einen der wichtigsten Zweige diejer Industrie dadurch zu lähmen, daß man aus politischen Gründen ihn in Abhängigkeit von fach- unkundigen Körperschaften bringen will. Zum Schluß wies der Redner darauf hin, daß Deutschland In der Welt durch den freiesten Wettbewerb groß geworden sei, und daß wir heute auf den Trüm- mern unseres Wohlstandes darauf angewftsen seien, uns wieder in die Höhe zu arbeiten. Das aber wäre unmöglich, wenn wir selbst uns«« freien Betätigung Fesseln««legen würden. Wenn wir aber fröhlich wieder an die Arbeit gehen, dann wird es uns an nichts fehlen.(Lebhafter Beifall.) Der Vortragende, der sich hier anmaßt, im Namen der Wissen- schast zu spvechen, ist Vorsitzender des Vorstande« der B a d i s ch e n Luiti». und Sodajabrik, Seme ständig« Behauptung aber. daß die Sozialisierung aus politischen Gründen gefordert werde, während sie in Wirklichkeit in erster Linie aus w i r t- s ch a f t l i ch e n Gründen gefordert wird, zeigt eine bemerkenswerte, für Wissenschafter geradezu erstaunliche Ignoranz. Uns scheint, daß Prof. Dr. Bosch sich selbst außer von seinem Interesientenurteil noch von politischen Gegenbedenken leiten läßt. Wenn in den sozial!- sierten Betrieben dieselben Kräfte, die gleichen Fachleute, die hmte im Dienste der Aktionär« stehen, im Dienste der Allgemeinheit ständen, so würden sie dadurch„naturgemäß" nicht sachunkundiger werden und sicherlich mindestens die gleiche Freiheit der Entschließung haben wie heute auch. Die Arbeitssreudigkest würde bei ehrlichem Wollen freudiger werden, kann man doch auch von den geistigen Arbeit«« m d« chemischen Industtie voraussetzen, daß das Be- wußtsein, nur im Interesse des Allgemeinwohls zu wirken— naturgemäß— erhebender ist, als die Erkenntnis, daß all« Anstrengungen unter den heutigen Produktionsverhältnissen letzten Endes nur daraus hinauslaufen, den Dividendenfegen zu mehren für Leute, die mit der eigentlichen Produktion nichts weiter zu tun hoben. Die vor- gebrachten Auffassungen'zeugen von einer interessierten Borein« genommenheit gegen die Sozialisi«ung, die eine objektive Be- urteilung unmöglich machen. Reichswlrtschastsministerium und Reichswirftchaftsrot. Ilna wird geschrieben: Folgender Borgang beweist, daß der Reichswirt» schaftsrat als bloß: Kulisse aufgebaut> ist, um dahinter desto ungenierter das zu tun, was im Interell« der Kapitalisten gelegen ist. Hier die Tatsachen. Am 12. Januar 1921 hat der volkswirtschaftliche Ausschuß des RWR. einem Antrag des Deutschen Transportarbeiter- Verbandes mit großer Mehrheit zugestimmt, der dahin ging, daß die Benzolbewirtschaftung Deutschlands neu ausgebaut werden soll. Unter Konttolle der Betriebsräte und Gewerkschaf- ten soll die Produktion und Verteilung des wenigen, nach der monat- lichen Ablieferung von 300 Tonnen an die Entente, noch übrig ver- bleibenden deutschen Betriebsstoffes erfolgen. Der Ausschuß hat diesen Antrag der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen. Und die Antwort des Reichswirtschaftsminifteriums? Nach vier- monatlichem Schweigen, ein Antrag auf A u f h e b u n g der Be- wirtschaftung des Benzols an denselben Reichswirtschaftsrat. Ohne daß auch nur der leiseste Versuch gemacht worden wäre, mit den Interessenten in Verbindung zu treten, um dem Beschluß vom 12. Januar zu entsprechen, setzt sich dos Reichswirtschaftsministerium über den Beschluß des RWR. einfach hinweg und macht gerode da« Gegenteil von dem, was diele Körperschaft ihm zur Berücksichtigung empfiehlt. Jedenfalls muß dieses eigenartige Vorgehen rücksichtslos in der Oeffentlichkeit zur Debatte gestellt werden. Accumulatorensabrik A.-G„VeriIn. Die ordentlich« Gen«gl- Versammlung setzte die D! v i d e n d e auf 20 Prozent fest und be- schloß, daß die gewerbliche Betätigung der Gesellschaft auf dem Gebiete der Elekttotechnik und des Maschinenbaus sich auch auf verwandt« technische Gew«be ausdehnt, OewerMofisbewegung Sie Kurse öer Setriebsrätefchule. Nachstehend sieben wir den Beginn und die Unterrichtslokole der einzelnen Kurse der Betriebsräteschule der freigewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale für das Wirtschastsgebi-t Graß-Berlin wieder. Wir bitten alle Interessenten, sich diesen Plan aufzuheben, da eine abermalige Veröffentlichung nicht angängig ist. Montag, den 23. Mai. Sophien-Lyzeum, W e i n m e i st e r st r. ia/17: Die weltwirtschaftliche Lage auf Grund des Friedensvertrages". 7 Uhr, Zimmer 25..._ Leibniz- Gymnasium. Mariannenplatz:„Das Betriebsrötegesetz". 7 Uhr. Zimmer 18:„Valutaprobleme", 5 Uhr. Zeichcnsaal:„Wie liest der Betriebsrat eine Bilanz?" 7 Uhr, Zeichensaal. Friedrich. Werde rsches Gymnasium, Bochumer Straße 8b:„Die rechtlichen Aufgaben der Betriebsräte noch§ZKS bis 72 des BRG", 7 Uhr, Zeichensaal._. Reform-Realgymnasium, Neukölln, B o d d i n- st r a ß e 34/38:„Volkskrankheiten und ihre Bekämpfung", 7 Uhr, Gesangsaal. Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale, Engelufer 14/15, 2. Hof, I: ,£)er Betriebsobmann im Kleinbetriebe", 7 Uhr, Sitzungssaal. Dienstag, den 24. Mai. Sophien-Lyzeum, Wein meist er st r. 15/17:„Dos Existenzminimum und feine Errechnung", 7 Uhr, Zimmer 25. Leibniz-Gymnasium, Mariannenplatz:„Die rechtlichen und wirtschaftlichen Aufgaben der Betriebsräte", 5 Uhr, Zeichensaal:„Dolkskronkheiten und ihre Bekämpfung", 7 Uhr, Zeichensaal. Friedrich-Werdersches Gymnasium, Bochumer Straße 8b:„Tarifwesen", 5 Uhr. Zeichensaol:'„Das Existenzmini. mum und seine Errechnung", 7 Uhr, Zeichensaal. Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale, Engelufer 14/15, 2. Hofl:„Wie liest der Betriebsrat eine Bilanz?" 7 Uhr, Sitzungssaal. Donnerstag, den 26. Mai. Sophien-Lyzeum, Weinmeisterstr. 16/17:„Kon- zentrationsbestrebungen in der Groß-Jndustrie", 7 Uhr, Zimmer 25. Leibniz. Gymnafi-um. Mariannenplatz:„Der Betriebsobmann im Kleinbetriebe", 5 Uhr, Zeichensaal:„Die recht- lichen Aufgaben der Betriebsräte nach ZZ 66 bis 72 des BRG.", 7 Uhr, Zeichensaal. Friedrich-Werdersches Gymnasium, Bochumer Straße 8b:„Wie liest der Betriebsrat eine Bilanz? 5 Uhr, Zeichensaol. Reform-Realgymnasium, Neukölln, Boddin- st r a ß e 34/38:„Die weltwirtschaftliche Lage auf Grund des Friedensoertroges", 7 Uhr, Gesangsaal. Freitag, den 27. Mai. Sophien-Lyzeum, Weinmeisterstr. 16/17: Der Betriebsobmann im Kleinbetriebe", 7 Uhr, Zimmer 25. Leibniz-Gymnasium, Mariannenplatz:„Die «isienfchaftliche Betriebsführung(Taylor-System)", 5 Uhr, Zeichen- soal:„Konzentrationsbestrebungen in der Groß-Jndustrie", 7 Uhr, Zeichensaal. Fachschule für Textil- und Bekleidungsgewer- be, Warschauer Platz 6/8:„Vom Werkzeug zum modernen Großbetrieb", 7 Uhr, Hörsaal I. Montag, den 36. Mai. P s y ch o l o g i s ch e s Instit ut, ehemaliges kgl. Schloß, Ein- gang Schloßfreiheit:„Wirtschaftspsychologie", 5 Uhr. Anmeldungen aller gewerkschaftlich organisierten Arbeiter. An- gestellten und Betriebsräte bei Beginn des Kursus in der Schule. tirten können nachträglich bis zum 2. Kursusabend gelöst werden im ureau der Betriebsrätezentrale, Engelufer 14/15, 2. Hof I. Streikgefahr im Bankgewerbe. Eine vom Allgemeinen Berband der deutschen Bankangestellten am Freitag nach den Germania-Pracht- sälen einberufene öffentliche Bonkangestelltenversammlung, die von mehreren tausend Teilnehmern besucht war, nahm zu der ablehnen- den Haltung des Reichsverbaodes der Bankleitungen gegenüber dem im Reichsarbeitsministerium gefällten Schiedsspruch zum Reichstarif für das Bankgewerbe Stellung. Nach Referaten der Herren T e i ch m a n n und E m o n t s, die beide die durch den Reichsverband vorgenommen« Ableh- nung einer Erhöhung der Teuerungszulagen um 7 5 Mark monatlich als eine bewußte Provokation aller Ange- stellten durch das Bankenkapital bezeichneten, entwickelte sich eine lebhaste Diskussion, in der der wiederholt ausgesprochene Appell an die gewerkschaftlichen Machtmittel der Angestelltenschast in der Bersammlung starken Beifall fand. Immer wieder kam zum Aus- druck, daß die ablehnende Haltung des Reichsverbandes um so pro- vozierender sei, als sie zusammenfalle mit Gewinnen, wie sie das Bankgewerbe bisher niemals erlebt hat, da trotz ungeheurer Abschreibungen und Rückstellungen sich die Reingewinne der Institute im Jahre 1920 gegenüber den schon immer gestiegenen Erträgnissen des Jahres 1919 mehr als verdreifacht haben. Es fei nicht zuviel gesagt, wenn behauptet wird, daß das Wirtschaft- liche Erträgnis der Bankinstitut« in dem abgelaufenen Geschäfts- jähre in allen Fällen mehr betrüge, als das gesamte Akttenkapttol ausmache. Schließlich fand eine Entschsießung einstimmige Annahme, in der der Allgemeine Berband der deutschen Bankbeamten aufgeforderi wird, in den kommenden Wochen Bankangestellte und Betriebsräte in Berlin und dem Reich auf den unvermeidlichen Kampf gegen das rückständige Unternehmertum vorzubereite». Lohutarifkündigung im Einzelhandel. Die HandelShilfSarbeiter, die im Deutschen Transportarbeiter« Verband organisiert sind, haben beschlosien, den bis zum 30. Juni d. I. geltenden Lohntarif zu kündigen. Sie fordern einen EinheitS- lohn für alle über 20 Jahre alten männlichen Personen von 300 M. pro Woche. Für jugendliche Männliche weiden 80—210 M. pro Woche gefordert. Diese Gruppe ist während des letzten Streiks unberücksichtigt geblieben. Die weiblichen Personen über 20 Jahre fordern pro Woche 225 M. Trotz des erst vor einem Monat geführten, zweieinhalbwöchigen Streiks sahen sich die HandelShilfSarbeiter jetzt schon gezwungen, den Lohntarif zu kündigen, um eine andere Klaisinzierung und eine Erhöhung der durchaus, unzureichenden Löhne durchzusetzen. Ter Tarifvertrag im Berliner Kaffeehausgewerbe ist auf Antrag des Kartells der im GastwirtSgewerbe vertretenen Arbeitnehmerorganisationen vom ReichSarbeitSminister mit Wirkung vom 1. Februar 1921 für allgemein verbindlich erklärt. DaS bedeutet, daß die Tarifbedingungen in allen Punkten auch für d i e Arbeitgeber zwingendes Recht sind, die dem Verein der Kaffee- Hausbesitzer von Groß-Berlin und der Probinz Brandenburg nicht als Mitglied angehören. Arbeitnehmer in Kaffees und den diesen Betrieben angeschlossenen Bars. Dielen, Kabaretts, Varietös, Tanz- stätten und ähnlichen Unternehmungen, die nicht nach Tarif bezahlt werden oder sonstige Beschwerden über die Einhaltung des Tarifvertrages haben, können sich, auch wenn sie nicht organisiert sind, beim Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Kaffee- Angestellten, Ortsverwaltung Berlin, Elsaffer Str. 83, melden.— Mit Wirkung vom 1. April 1921 sind inzwischen auf die Lohnsätze des Tarifvertrages feiten? des ArbeitgeberverbandeS Zulagen bewilligt worden. Der Tarifvertrag sowie der Nachtrag, auS denen alles Weitere zu ersxhen ist, sind in der vorgenannten Geschäftsstelle käuflich zu haben._ Metallindustrie-Betriebsräte! Mittwoch, den 25. Mai, abends 6 Uhr, in den Residenz- Fest- sälen, Landsberger Str. 3t. Gruppenversammlung. TageS- Ordnung wird durch die Tagespresse noch bekanntgegeben. Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale. Zum Ausgang des Streik» iu der Aärberbranch« wird uns mit- geteilt, daß die Streikenden den Kampf abgebrochen haben unter folgenden Bedingungen. Für die Stückfärbereien und Bleichereien wurden 10 Proz. Lohnerhöhung er- reicht: in einem Betrieb rückwirkend ab 1. April, in den anderen Betrieben, zahlbar vom Tage der Arbeitsaufnahme an. Ein Be- trieb zahlte außerdem an jeden Streitenden 100 M. außergewöhn- liche Aufwandsentschädigung. In den Färbereien und chemischen Reinigungsanstalten fand keine Lohnerhöhung statt, es wurden aber 28 Stundenlöhne als Aufwandsentschädigung gezahll. Der Krnnpf mußte abgebrocheu werden» well bis Sipo unb ftrtette nalschutzleute sich mit allen mägllchen Mitteln die größte 3Mf" gaben, den Streikenden den Streit unmöglich zu macheu, um dadurch zu beweisen, daß sie nur die Schützer des Kapitals und nicht auch zum Schutze der Arbetterschoft da sind. Wir werden hier- über noch ein Wörtchen zu reden haben. Der Streik wurde in einer guten Kampfstimmung abgebrochen und gemeinsam die Arbeit wieder aufgenommen, trotzdem sind in einzelnen Betrieben Streikende nicht wieder eingestellt worden, womit sich noch die Tarifschlichtungs- kommission beschäftigen muß. „Aus einer Roßschlächterei." Die Aufdeckung der Mißstände in dem Betriebe des Herrn Kleß, Reinickendorfer Straße 34, hatte zunächst die Wirkung, daß am Freitag, sofort nach dem Erscheinen der Zeitungen, einige Rollwagen in Betrieb gesetzt wurden, um das stinkende Zeug fortzuschaffen. Die Geschäfts- führerin konnte dann sagen:„Zu uns kann jeder kommen, bei uns ist alles in Ordnung." Der Reinigungsaktion sollte eine Rache- a k t i o n gegen den verdienstlichen Urheber der Veröffentlichungen folgen. Zu dem Gewährsman des Verbandes kam abends um 9 Uhr ein Angestellter des Herrn Kleß, um ihn aus seiner Wohnung zu locken. Im Hausflur lagen noch vier Mann auf der Lauer. Der Bedrohte war zum Glück gewarnt, so daß die ganze Bande verhaftet werden konnte. Auf der Wache wurden die Personalien derselben festgestellt: Roßschlächter Kleß, Dront- heimerstr. 40, E. Schiemann, Beußelstr. 38, M. Lange, Emdener Straße 43, H. Siebert, Chausseestr. 57 und P. Buchwold, Blanken- burgerstr. 70. Alle waren bewaffnet. Sie wurden dann wieder entlassen. Der Gewährsmann des Verbandes wurde von zwei Beamten nach seiner Wohnung geleitet, unter ständiger Bedrohung der Genannten. Geschehen ist ihm nichts, obgleich Kleß aufforderte: 5000 M., wer den B. heute oder in den nächsten Tagen totschlägt. Die Sache hat noch ein gerichtliches Nachspiel. Dies zur Infor- matton der Arbeiterschaft, die es sich überlegen wird, bei Kleß etwas zu taufen. Achtung. Häute- vnd Fellarbeiter! Bei der Häute- und Fellfirma Hermann Schlesinger u. Co., Klosterstr. 45, sind Differenzen ausgebrochen. Herr Schlesinger verlangt von feinen Arbeitern, daß sie jetzt zur Sommerzeil statt wie bisher bis 5 Uhr abends, bis 6 Uhr arbeiten sollen. Wenn er auch seinen Arbeitern gestattet, die Mittags- pause dafür zu verlängern, stellte sich doch der Schlichtungsausschuß auf den Standpunkt, daß im. gesundheitlichen Inteveffe der Arbeiter bis 5 Uhr abends der Fron Genüge getan sei. Herr Schlesinger anerkennt aber weder einen Betriebsobmann noch den Schlichtungs- ousschuß, sondern fft ein prominenter Vertreter des Herr-im-Hause- Standpunktes. Er droht seinen Arbeitern, wenn sie nickt abends länger arbeiten, werden olle entlassen. Man bedenke, daß der älteste Arbeiter 45(fünfundoierzig) Jahre in dem Betrieb« tätig ist. Die Beschäftigten hoben die Arbeit niedergelegt und bitten alle Kollegen sowie sonsttge Leute, welche von der Firma auf evtl. Annonce bestellt werden, die Arbeit bei der Firma Hermann Schlesinger und Co. nicht aufzunehmen. Achkung. AEG.-Konzern! SPD.-Arbeiter und Angestelltenröte. Vertrauensleute, Dienstag, 7 Uhr, Versammlung bei Gillwald, Putt- buser Stt. 24. Der Aktionsausschuß: B. Krüger. Maler, Anstreicher und Lackierer! Montagabend von 6— 9 Uhr in den Bezirkslokalen Stichwahl der Delegierten für die General- Versammlung. Es ist Pflicht der Kollegen, sich an dies«? Wohl zu beteiligen und ihre Stimme unseren Kandidaten zu geben: F. Klotz. Ioh. P l u m und Paul Hammer. Transportarbeiker-Vekriebsräte, Arbeiterrät« und Betriebsobleuke der Sektionen 3, 4, 5, 6, 7 und 8. Dienstag, 7 Uhr, im Gewerk- schaftshaus, Engelufer 14/15, Saal 1, Vortrag des Kollegen Backhaus: „Das' zurzeit geltende Arbeiterrecht". Ohne Mitgliedsbuch resp. Karte und Ausweis als Betriebsrat kein Eintritt. Der Verwaltung»- ausfchuß der Betriebsräte._ Jugenöveranstaltungen. tkrcin Albeittt.Zsgcvd®rnf). Berlin. CklceUrül: SO. 40, 3» dcn Zellen 93. Montag, den 23. Mai, abends 7� Uhr: »esnndbrnnae». Eotenburger Str. 2, 208. Gemeindeschule, Eingang 2 rechts, Iugendzimmer, Vortrug:„Nikotin und Alkohol".— Johannisthal. Iohannes-Werder-Straße(Jugendheim), Mädchenadend, Vortrag:„Was ist Bildung?"— Groß. Lichterfelde. Albrechtstr. 14»(Jugendheim), Madchen abend. — Teltow. Hohenfteiner Weg 10, Lokal von G. Nupsch, Lese- und Diokulfions- abend. ich Verantlv. für den redakt. Teil: Tr. Werner Peiser, Charlotlenburg: für»nzelgen: Tb. Glocke, Berlin. Verlag: VorweirtS-Verlag G. m. 6. H., Berlin. Druck: Vor- wärtS-Buchdruckerei u. VerlagSonstalt Vaul Singer u. Co.. Berlin. Lindenstr. 3. Hierzu 3 Beilagen. A. WERTHEIM LEIPZIGER STRASSE KÖN1GSXRASSE ROSENTHALER STR. 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