El flg. 339 4 ZS.�abrgattg Musgabe A Nr. 122 Bezugspreis, Dicrtrljiihrl. 30,— M.. monatt 10,— 3H. frri ins Sau», rotcus zahlbar. Pog- fcfzug: Monatlich 10,— Sil. einschl. gu- (leEunasgebttht. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, da» Saar» und M-nielgebiet, sowie die«hemal« beut- scheu Gebiete Polen«, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 20,— M, für da» übrige Ausland 27,— M. Polt- bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tkhecho- Slowakei, Düne- maich Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der.Vorwort»* mit der Eonntag»- beilage»BoU und gelt", der lluter- haUungzbrilage �>iimwelt* und der Vellage.Siedlung und Kleingarten* erscheint wochenlüglich zweimal. Sonn- tag» und Montag» einmal. Morgen Ausgabe Seil «Sojl Adresse: i, Berti«- Devlinev Volksblstt (30 Pfennig) Anzeigenpreis, Dt» achtgespallen» Nonvaretllezelle toitet b�O M.ttlstne Nnzelgen- da» lettgedruckr« Wort IchO M.(zu- lässtg zwei sengednickle Wone>, jede, weiter« Wort l,— M. Stellengesuche und Echlasstellenanzetgen da» erst» Wort ch— M.>ede» weitere Wort « Dsg. Worte über 19 Buchstaben Ziihlen für zwei Worte. Familien-An. «eigen für Abonnenten geile Sr- M. Die Preise verstehen(ich einschließlich Teuerungszuschlag, «nzetgen für die nächste Nummer müssen dl» S Ahr nachmittag, tm Hauptgeschäft. Berlin EW SO. Linden» straße 3, abgegeben werden. Gedffnel von 9 Uhr früh bis 9 Uhr abend». Zentratorgan der rozialdcmokratifcben parte» Deutfchlands ReÜaktion und Expedition: SV 6$, Änöenstr. Z • Redaktion Morihplaq 13195—97 »Ycrnlyri-nfFr. Expedition Moritzplatz 11753-34 Dienstag, den Ä4 Mai 1921 vorwärts-verlag G.m.b.H., SV SS, Linöenstr. Z Äkernsveelkter« Verlag, Expedition»nd Inserate». »tfernfprcryer. Abteilung Morissplai, 11753-54 Grgefthöienst für Joch. Die Lage in Oberschlesien ist in diesem Augenblick so ver- worren wie möglich. Die im Sinne des Friedensvertrags rechtmäßige Gewalt der Interalliierten Konnnission hat zu existieren so gut wie ausgehört, die tatsächliche Gewalt aber wird von den verschiedensten Gruppen aus- geübt, deren Verhältnis zu- oder gegeneinander ungeklärt ist. Die Extreme von beiden Seiten bilden die polnischen In- surgenten mit ihren nach Warschau reichenden Verbindungen und die unstatthafterweise gebildeten und über die Grenze ge- schmuggelten Freikorps. Öb sich diese der Selbstschutzorgani- sation und damit dem General H o e s e r unterstellt haben, ist ebenso unklar wie das Verhältnis der Selbstschutzorgani- sation zu den Engländern und Italienern. Auf keinen Fall wird man annehmen dürfen, dieses Verhältnis sei ebenso gut wie das der Franzosen zu den polnischen Insurgenten. « Was sich in Oberschlesien abspielt, liegt außerhalb der Reichweite deutscher Regierungsmacht. Man kann von Berlin aus weder befehlen noch oerbieten, sondern nur raten. Die Deutschen Oberschlesicns werden ihr Interesse am besten wahren, wenn sie alle Versuche, die vertragsmäßige Regie- rungsgewalt der Interalliierten Kommission wiederherzu- stellen, tatkräftig unterstützen, und alles zu tun unterlassen, was dazu Anlaß geben konnte, sie auf gleicher Stufe mit den polnischen Insurgenten zu behandeln. In dieser Beziehung ist das Orgeschtreiben, das von der deutschnotionalen Presse als.nationales Erwachen" gefeiert wird, die allergrößte Gefahr. Wie aus dem Notenwechsel zwischen Berlin und Paris zu ersehen ist, trägt die deutsche Regierung schwerste Bedenken dagegen, Geld- und Lebensmitteltransporte nach Oberschlesien zu senden, wo sie möglicherweise in die Hände der Insurgenten fallen können. In der Tat: wenn Polen Leute und Waffen schickt, Deutschland aber Geld und Lebensmittel, dann hat Korfanty alles, was er braucht. Ueber- all in der Welt, auch in England, sollte man begreifen, daß Deutschland zu einer solchen Art von Arbeitsteilung wenig Neigung empfindet. Deutschland hat aber kein Interesse daran, die oberschlesische Bevölkerung Not leiden zu lassen oder der Wiederherstellung der Ordnung durch die Inter- alliierte Kommission Schwierigkeiten in den Weg zu legen. Man darf daher annehmen, daß sich ein Ausweg finden lassen wird, wozu aber auch die interalliierten Mächte das Ihre bei- tragen musien, indem sie so rasch wie möglich in Oberschlesien wieder vertragsmäßige Zustände herstellen. * Der Berliner Berichterstatter des„Da i l y Herald" drahtet seinem Blatt:„Offenbar will Frankreich die deutsche Regierung zu Unvorsichtigkeiten in Oberschlesien provozieren, um einen Vorwand zur Ausführung seines Ruhrprogramms zu schaffen. Solchergestalt hofft Frankreich, die Fragen von % U" Ruhr und Oberschlesien miteinander verquickt zu haben. Doch ist anzunehmen, daß die Regierung Wirth die Absichten der französischen Regierung durchschaut und nicht in diese Falle geht. Sie tut ihr Bestes, die Tätigkeit der Orgesch zu beenden, die mit ihrer Organisation für Oberschlesien der beste Agent und Helfer Frankreichs ist. Frankreich will in England den Eindruck erwecken, daß die deutsche Regie- rung für das Treiben der Orgesch unter dem Protektorat der bayerischen Kahr-Regierung verantwortlich sei." Mlliierte Intervention in Warschau. Pari». 23. Mai.(IM.) Das„Echo de Paris" meldet, daß die französische, englische und italienische Regierung gemeinsam bei der Marschauer Regierung vorstellig geworden sind. Glelchzeilig hat die Kommission in Oppeln sich ebenfalls ins Zeug gelegt, Korfanty und andere Polenführer zur Dernunst zu bringen. Das„Echo de Paris" glaubt zu wisien. daß diese Vorsitzenden des polnischen Vollzugsausschufles sich bereit erklärt hätten, grundsätzlich eine Ge- bietszoue zu räumen, die dann von den alliierten Truppen beseht werden könnte. Man hofft damit, die Gegner auseinander zu bringen. Dieser Vollzugsausschuß hat folgende Bedingungen ge- stellt: Deutschland soll die Verpflegung Oberschlesien». die seit geraum« Zeit naterbrochen ist, wiederaufnehmen und auch die not» wendigen Mittel zur Verfügung stellen, um die Arbelterlöhne aus- zuzahlen, fvie Mewß�iu«.Rzeczpospollla" bestreik jede Rilv- wungsäbsicht.) Paris. ZZ. Mal.(TU.) Es verlautet, daß die ZnkerMierke Kommission in Oppeln den deutschen Dehörden in Oberschlesien eine Rote überreicht habe, die ihre Aufmerksamkeit auf die Gefahr lenkt. die für Deutschland in dem Vormarsch der deutschen Arelwilligen- lruppen besteht. Der englische Vertreter in der Kommission, Oberst percival, hat sich persönlich mit Erfolg bei den Führern dieser deutschen Freiwilligensormatiouen dafür verwendet, daß diese auf Angriffe verzichten. Man vermerkt hier die Mederaufnahme der Tätigkeit de» Obersten Percival in der Znteralliierten Kommission mit besonderer Vefriedigung. da seine Enthaltung von oller Tätig. keit in der Kommission seit einigen Wochen ihre normalen Arbeiten gelähmt habe. tandon. ZZ. Mal.(Reutet.) E» ist beschlossen worden, vier senden. Die Truppen sind aber noch nicht abmarschiert. Die An. Ordnungen hierfür sollen erst nach einer Besprechung mit den französischen Mlitörbehörden getroffen werden. Es muß mit der Ernährung in Oberschlesien böse aussehen, da General H a l l e r in der Warschauer Presse um Geld- und Lebensmittelspenden für die Aufftändischen bittet. Damit wird wieder einmal der Zusammenhang des Aufstandes mit dem offiziellen Polen klargelegt, dann aber auch der Schluß erlaubt, daß alle Lebensmittellager im Aufftandsgebiet geleert find. Uebrigens weist Polens Haushaltsplan für 1321 einen Fehl- betrag von 80 Milliarden auf— der neugegründete„Sstgerstaat" hat also das gleiche Defizit wie das geschlagene und unter türm- hohen Lasten seufzende Deutschland, mit dem Polen ja auch an Volkszahl nicht entfernt zu vergleichen ist. Der Besitz ganz Ober- schlesiens soll die Staatsfinanzen heben— was wieder den offi- ziellen Charakter des Aufstandes beweist. Die Pariser Hetzpresse fordert bereits den Einmarsch in Deutsch- land, wenn der oberschlesische Selbstschutz nicht verschwindet. Lagebericht. Oppeln, 2Z. Mai.(WTB.) Auch heute war es nicht möglich, telephonisch oder telegraphisch Nachrichten aus dem von den In- surgenten besetzten Gebiet zu erholten. An der Nordgrenze des Kreises Kreuzburq gegenüber Neinersdorf-Koftau sind auf polni- schem Gebiet starke Bondenansammlunqen beobachtet worden. Die heftigen Zusammenstöße im Kreise Rosenberg dauern an. Auf feiten der Aufständischen griff ein Panzerzug in den Kampf ein. Dort, wo die Polen bisher gehaltenes Gebiet räumen mußten, wurden die Dörfer von ihnen geplündert. In der Gegend von Londsberg und Altrosenberg ist sämtliches Vieh weggetrieben wor- den. Die Einwohner wurden mißhandelt. Aus Dupine und Kofel- witz wurden deutschgesinnte Oberschlesier über die Grenze geschleppt. Im Kreise Ratibor gelang es den Polen anläßlich eines Vorstoßes, Angehörige des örtlichen Selbstschutzes auf tschechoslowakisches Gebiet zu drängen, die Deutschen sind dem Vernehmen nach entwaffnet worden. Aus Grund von Nach- richten, die auf besonderem Wege von Beuthen nach Oppeln ge- langt sind, kann mitgeteilt werden, daß Kattowitz und Beuthen bis heute noch nicht in die Hand der Aufständischen gefallen sind. Die Lebensmittelnot ist bisher noch nicht behoben worden und hat besonders im Landkreise Beuchen erschreckende Formen an- genommen. Eine italienische Mahnung. Turin, 23. Mai.(DA.) Die Biolitti nahestehende Turiner „S t a m p a" schreibt an aufsallender Stelle: Italien verlange von Frankreich, daß e» ein für allemal auf den Plan der europäischen Vorherrschaft Verzicht leiste, auch sei es für Frankreich am Platze, eine Einigung mit Deutschland anzustreben und in der Wiedergut- machungsfrage möglichst M a ß zu halten, sonst gebiete es das Inter- esse Italiens, die Politik Englands zu unterstützen. Weygand bei Korfanty. Warschau, 2g. Mai./,j Uhr wurde auf den Vorortzug 2S04 in Lichten« berg in der Nähender Schlichtallee ein Schuß abgegeben, durch den eine Scheibe zertrümmert, aber keiner der Fahrgäste verletzt wurde. Das Gelände, von dem der Sckuß au? abgegeben worden ist, wurde sogleich abgesucht, der Schütze wie immer nicht ermittelt. Zu der«festnähme de» Flieger» Eakil Zeannin teilt uns die Argus, Motorengesellschaft, mit, daß deren früherer Geschäftsführer Henrh Jeannin mit dem verhafteten Flieger Emil Jeannin nicht identisch ist. Ein schwerer Autounfall ereignete sich Montag nachmittag auf der Havelchaussee. Hier fuhr ein Kraftwagen am Kilometerstein 2,2 infolge Versagens der Steuerung in den Chauffeeqraben. Die beiden Insassen, der Arzt Prof. Dr. Emil Klein aus Weißensee, Amalienstraße 1, und der Schriftsteller Bernstiel aus Charlottenburg, Hohen- zollernstr. 1, sowie der Chauffeur, Gustav Sprotta, wurden aus dem Kraftwagen herausgeschleudert, kamen aber mit mehr oder weniger erheblichen Hautabschürfungen davon. Nachdem sie den Kraftwagen wieder flott gemacht hatten, fuhren sie weiter. Ein schwerer Unfall ereignete sich Montag mittag an der Bau- stelle Ecke der Hermann- und Prinz-Handjery-Straße in Neukölln. Hier wollte der 38 Jahre alte Schneider Berthold Saffe aus der Neuen Kochstraße 53 in Neukölln einen Straßenbahnwagen der Linie 2g in der Richtung nach Berlin besteigen. Beim Auf- Springen stieß er mit dem Fuß an einen dort stehenden Schub- arren, um ihn bei Seite zu schieben. Der Karren fuhr dabei gegen die Elektrische, wurde umgeworfen und riß gleichzettig eine Straßen- walze, die daneben stand, mit um. Hierdurch wurden drei Arbeiter, die daneben standen, getroffen und schwer verletzt. Die drei Ver- unglückten, der 57jährige Arbeiter Fritz Borchardt, der 36jährige Arbeiter Hans Merke und der 23jShrige Arbeiter Alfred Bimder, mußten nach der nächsten Rettungsstelle und dann nach einem Kran- kenhause geschafft werden. Einen eigenartigen Fund machten gestern nachmittag ein Herr und eine Dame, die einen Spaziergang durch den Tiergarten unter- nahmen. An der Kreuzung des Großen und Kleinen Weges fanden sin in einem Gebüsch für etwa 6006 Mark Schreibpapier, da» allem Anschein nach gestohlen und zur späteren Abholung ver- steckt war. Der Fund wurde der Schutzpolizei übergeben. Aenderung der Berliner lvohnungsinspektlonen. Die Ilm- stellung der 10 Berliner Wohnungs-Znspektionen aus die 6 Bezirke hat folgende Aenderungen notwendig gemacht: Für jeden Dermal- tungsbezirk werden zwei Wohnungsämter eingerichtet, die ent- sprechend der Ziffer des Bezirk» mit dem Zusatz a und b benannt werden. Ihre Diensträume sind folgende: Wohnungsamt 1 a Alexan- derstr. 24, 1 b Chausseestt. 131, 2 a Potsdamerstr. 40, 2 b Bremer Straße 9, 3 a Utrechterstr. 31, 3 b Badstr. 35/36, 4 a Weinbergs- weg 12, 4 b Prenzlauerstr. 35, 5 a Ebelingstr. 17, 5 b Stralauer Platz 30/31, 6 a Kottbuferstr. 19, 6 b Hollmannstr. 15. Die örtliche Zuständigkeit ist in den Wohnungsämtern und Polizeirevieren zu erfragen. Dle 10. Brokkommission, Genthiner Str. 4, wird auf die 8. und 9. Brotkommisnon aufgeteilt. Die Einwohner des Stadtbezirks 37 erhalten ihre Lebensmittelkarten in der 9., die der Stadtbezirke 38 und 39 in der 8. Brotkommission; die vergrößerte 8. Brotkommission wird der Fabrikbesitzer Ephraim führen, die vergrößerte 9. Brot» kommission Rektor Sachse. Da» Befahreu de» Sacrower See» sowie da« Baden in ihm ist ohne schriftliche Erlaubnis der Oberförsterei Potsdam verboten. Frisckmtlck. Am DIenStag, den 24., und Mittwoch, den 25. b. MtS.. erhalten die v 1-, D il- und I) IN-Kinderkarten je>/, Liter Frischmilch. Die übrige Belieferung bleibt wie bisher. Di« angegebene Belieferung de- zieht sich nichi auf die seit dem 1. Oktober 1320 neu zu Berlin Hinzuge« kommenen Gemeinden, soweit sie»icht bereit« dem Milchamt Berlin ange- Hroß-öerlkne? parteknachrichtea. heute, Dienstag, den 24. Mal: 47, Abt. Sitzung des Abteilungsvorstanbc« mit deu Bezirksfllhrern bei Aadzan, Brüsseler Slr. 43. 78, und TS.«bl. SchSneberg. Mitgliederversammlung 7l4 Uhr in der Aula der Semeindefchuie sieurigstr. 57. Thema:„Die Entente und wir�. Res. Rechtsanwalt Dr. Halpert. Frei« Aussprache. 85. Abt. Tempelhos. 7Vi Uhr Oesfentliche Versammlung im Realgymnasium Naiserin-Augusla-Stratze. Thema:„Regierung und Sozialdemokratle'. Ref. Den. Hermann Müller. 28. d. R. Achtung Trept»»! 101. Abteilung. 7 Uhr. Die Tagesordnung der Mitglieder» Versammlung lautet: 1. Bortrag unsere» Bürgermeister» Genossen Karl Wermuth:„Die Sozialdemokratie und der Aufbau der Grotz-Berliner Be- meindeverwaltung. 2. Bericht von der ltreisvertrrterversammluug. Morgen, Mittwoch, den 25. Mai: 4.»reis. Preuzlauer Zar. Elternversammlung der Gemeindeschule Prenzlauer Allee 228. E» spricht ein Gegner der Schulreform. Di« Abteilungsleiter müssen für starten Besuch sorgen. 8» Abt. 7zh Uhr Mitgliederversammlung in den RZumen der„Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3(Porwärtsgedäude). Thema:„Die politische Lage". Ref. Gen. Erich ltuttner, M. d. L. 4. Abt. gahlabend 7'/, Uhr im„Nationalhof", Bülowstr.»7.'- 8. Abt. 7s., Uhr gahlabend in den brannten Lokalen. 8. Abt. gahlabend in den bekannten Lokalen. lo. Abt. 7 Uhr gahlabend bei Mai, Reichenberger-, Ecke Ratiborstrahe: Bvlft, Forster Str. 44; Hebestreil, Reichenberger Str. 127; Bratz, Lausitzer Str. 52. lZ. Abt. gahlabend in den bekannten Lokalen. 13. Abt. 7 Uhr gahlabend in folgenden Lokalen: Steinke, Ritterstr. IIb, Nirzpodzlant, Brandendurgstr. 54, z check, Alexandrinenstr. 137. IS. Abt. 7 Uhr g abladende. 1. Gruppe bei Siewers, Langestr. 22, 2. Gruppe bei Schuckert, Rüdtrsdorfer Str. 3. Zahlreiche» Erscheinen unbedingt er- forderlich. l». Abt. 7zj Uhr Mitgliederversammlung bei Schulz«, Eamariterstr. SS. Tages- ordnung: l. Bortrag über„Wert und Nutzen de« Baugenossenschaften, für Lebung der Wohnungsnot und Durchfvhrung de» praktischen Sozialismus für die Ardeiler". Ref. Gen. Otto Hanke. 2. Diskussion. i». Abt. 7'4 Uhr gufainmenkunnft sämtlicher Funktionär« bei Rohnsdorf, Petersburger Str. 88. Thema:„Die Beamtenorganisation, ihre Entstehung und ihre Weiterentwicklung". Ref. Gen. Blei». 34. Abt. T.i Uhr gahlabend. Gruppe l bei RSsner, ZmmanueMrchstr. 25, Gruppe 1« bei Wulf, Marienburger Str. 37, Grupp« 2 bei Winzer, Ehrist. burgerstr. 9, Gruppe 3 bei Schütz, gelterstr. 2. Ueberall wichtig« Tage». orbnung. 38. Abt..>,4 Uhr Elternpersammlung Schulaul- Prenzlauer Allee 227. Der gahlabend findet diesmal für die gesamte Abteilung am Donnerstag, den 26. d. M., in den bekannten Lokalen statt. 8». Abt. Di« Bezirk»,-hlabende finden in folgenden Lakaien statt: H. Petsch. Pappel-Alle« 80, E. RLper, Stargarder Str. 19, A. Earl, Wichertstr. 69, E. Schub«, stanzowstr. l. 82. Abt. 7>4 Uhr g-hladende bei Blessin, Stargarder Str. 8, und de, statter, SIeimstr, 45. In beiden Lokalen Vortrag. IS. Abt. gahlabend« bei Schrepeld, Srünthalerstr. 18, Gitlwald, Putbuser Str. 24, Wiesner. Gleimstratze. Der Bezitk Swinemünder Straße tagt mit bei Wiesner in der Gleimstraße. 84. Abt. gahlabend« bei Golddach,»inetapla» 7. Opitz. Bernauer Str.»4, Greulich, Gartenstr. 46. 15. Abt. gahlabend in den bekannten Lokalen. 36. Abt. 714 Uhr gahladend« bei Döll. Bergftr. 71, Opitz,»ernauer Str. 14. Bärwalde, Schlegelstr. 8.»eirau. Pflugstr. l, Diek«, Boyenstr. 19. Er- scheinen aller Genossen erforderlich. 87. Abt. 7 Uhr gohl- und Diskutieradend im Lokal»an Otto Schreiber. Per- lebergcr Str. 52. Thema:„Regierungsbildung". 88. Abt. 714 Uhr bei Trümver, Flensburger Str. 8. Diskussionsabcnb mit kurzem Referat des Genossen Eisfelder. 89. Adr. 7>4 Uhr bei Bcrger, Iagowfteaße, Eck- Levetzowstraße, gahladend. Thema:„Die neue Mietergefetzgebung". Ref. Gen. Sroneseld. 43. Abt. 714 Uhr gahladend- bei Utnehmer, Triftstr. 49, und«ehren». Tegeler Straße 22. 48. Abt. 7 Uhr g-hlabend- bei Giebel, Pankstr. 82, Schade, stisliner Str.», Sachse, Lindower Str. 26. 48. Abt. 7 Uhr gahlabend- bei Pose, st-loniestr. 18, Z-rick, Schw ebenste. 11«. 47. Abt. 714 Uhr gahlabend in folgenden Lokalen: Zllmer, Buchstr. 8, R-dz-y, Brüsseler Str. 43, Senkel, Utrechter Str. 10........ 81. Abt. Eharlottenbneg. 714 Uhr Ableilungsversammluna bei Schellbach, stäni- gin-Elisabeth-Str. 6. Referat de««enoffea Dr. Rosbachee:„Der Sozialismus und die neue Epoche".__._. 54. Abt. Sharlottenbnrg. Mitgliederversammlung>48 Uhr im Restaurant Birnbaum. Salranistr. 18. Thema:„Die politische Lage". Ref. S«nosse 77. Ab5°�chäneb«rg. 714 Uhr Ritgli-terverf-mmlung im Z-ichenf-al der Comeniusschul«. Fronkenstr. 10. Thema:„Die politisch« Lage. Ref. Den. 89.«üt�Renkbl». 7 Uhr Abt-ilungsvers-mmlung in der„ftottdnfer«laufe*, «ottbuser Damm 90. Ref. Gen. Siering. 188. Abt. starow. 8 Uhr Lokal Berndt, Dorfstraße. Thema:„Dl« politische Lage". Ref. Gen. Bierbüchee. � m. Abt. Reinickendvrf.Oft. Mitgliederversammlung 714 Uhr in der 8.»e- meideschule, Lette. All-,. Thema:„Die politische Lage". Ref. Gen. Heller, l». steei». 714 Uhr in Riederschäneweide im Lokal von Thiele,«erNner Str. 38, Ecke Fennstraße, stonferenz sämtlicher weiblicher Funktionäre des 15.«reifes. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen unbedingt notwendig. Achtung! stasseeha»»-»nd Gastwirtsgrhilfe»! Rachmittag» 3 Uhr Persamm- lung aller auf dem Boden der SPD. stehenden Kaffeehaus» und Gastwirts- angestellten in der giegelstraße 2. 1 Treppe. Tagesordnung:�!. Bortrag de» Genasten sturt Heinig über Aussprache. „Unsere wirtschaftlichen Aufgaben". 2. Freie Der SPD.»Werbeaitsschub. Irauenabeaöe. Dienstag, den 24. Mai: 181. «reis .>«neniii»i« srauenveriaminiung.-r-,.«otn,«er. Aufhebung de» sogenannten Abtreibungsparagraphen und dessen gesund- heitliche Wirkungen" 58, Mittwoch, den 25. Mai >. Abt. Eharlottenbneg. Lokal Straub«, Ansbach«- Str. 89. Thema:„z 218". Referentin: Genossin Dr. Wvgadzinsky.. 11». Abt. Lichtenberg. Frauenoersammlung, zu der alle PorwirtsleseriNnen eingeladen sind. Th«ma:„« 218". Reserentin Gen. Mari« Zuchacz, M. d. R. Potsdam. 8 Uhr bei Becker, Lindenstr. 20, Bortrag über„Gemeinschaft». erziehnng". Ref. Gen. Philippsborn. » Sszialistifcher MSnnerch«:«eelin-Mitte. Jeden Donnerstag 8 Uhr im „Pstrgerheim, Alte Echänhanfer Str. 24, Uebungsftunde. Der Rännerchsr„Harmsnir" übt am Freitag in der Aula Schloßstr. 27. Vorträge, vereine und Versammlungen. Republikanische« Fahre«»«,-». Ortsgruppe Hallesche» Tor. Monatsver» fammlung am 2». Mai, abend» 7 Uhr, im Lokal Oranirnstr. 180. Tagesord- nun«: Anträge zum außerordentlichen Bundestag.— Der Mieterbnnd Berlin» Steglitz, E. Horst-stohl-Straß« 1, veranstaltet am Donnerstag, den 26, Mai, 8 Uhr, ein« Ssientlich« Versammlung in der Aula der Oberrealschule in Steg» litz, Elisenstr. 8. Rechtsanwalt Dr. Götzel spricht über„Da»»eue Reichs» mietengesetz".— Ehaelottenbnrg. PoUsfenerbestattnngsverein vrotz-Perli». Donnerstag, den 26. Mai, 7 Uhr, im staiser-Friedrich-gelt, Berliner Straße 88, Lichtbildervortrag über Feuerbestattung. Ref. stollege Millhah».— Bund eeli» giäser Soziallste». Earl Mennick« spricht am Mittwoch, den 25. Mai, �8 Uhr, n der Aula der Slisabethschule, stochstr 65, über„Die religiöse Bedeutung de» Marxismus".— Frei« Slenageaphifch« Bereinigung Stol,»»Schrei) Berlin. Bezirk Elld-Ost. Uebungsstunde Donnerstag, den 25. Rai, von 614-«>4 Uhr, Gemetndefchiile stäpenicker Str. 125. Sämtlich« Teilnehmer de« Anfänger- und lortschritiskursu» werden gebeten, fich einzufinden, da wichtige Besprechung. Bezirk Osten. Freitag von 148—1410 Uhr Geineindeschule Straßmannftr. 6. Bezirk Reulälln Gemeindeschule Boddinstr. 52—54, Donnerstag von 7—9 Uhr. — Hanptnerei» für Gabelsvergerfch« Stenographie In Berlin E. B. 148 Uhr Luisenstädtisch« Oberrealschule, S. 14, Dresdener Str. 118, und Hotel„Deutscher Hof", Luckauer Str. Ii._ Sport. Renne« z» KarlShprft. I. Preis von Site Rühle, Hürdenreimen, Lehriingdreiten, 16 000 M. 3000 Meter, 6. am EnbeS 4jähr, H. Poet 53, Senlpeil 1., S. Wagner» 4iäbr. S. Marietta 55'/„ Mihan 2., B. v. Hevdcn-LtndenS»jähr, s. Teterinchen 53, Schneider 3. Tot. 58: 10, PI. 15, 13, 19:10,'/.—Weile, Ferner liefen: Scylla, Spinne, Kanlinier, 11.— II"'*"------- Werwolf 16 000 R I Preis vom A u s s i ch t« I u: in. llagdrennen. 3400 Meter. M, KlanteS Kjähr. H.«allipoli II, 5a1/,, Fibr 1., Stall BollenSdorssS öjäbr. H, Marmolata, 64'l„ F. Nash i, L. LewinS Siöhr. H. Slarabae, S3-/„ P. Lewicki 3. Tot. 4«: 10. PI. 15. 1t: 10. Kops— 4 Lg. Ferner liefen: Liese, Mare Aurel fges).— III Neide- krug-AuSgleich, Herrenreiten, Jagdrennen. Ehrenpreis und 16 000 M. 3700 Meter. M. Liflau« 4jShr. W. Narr. Ilft» K. o. Western- Hagen 1., M. Slanie» 4jähr. H. Pan Demo». 711/,, Hr. v. Pelze, 2,, O. Traun» a. H. CbarleyS Tonsin, 75, Hr. v, d, Recke 3. Ferner liefen: Barbar, Patella, Fulvia. Alarich, Sandale Willehart,— IV. Rennen, SIegeSIaut(Bismarck) 1„ Fabrwohl(E, Lüneberger) L., Rio(Preisler) 3., Flieg erHeld(Leier) 4.. Alex,»(Mihan) 5. Tot. 119: 10. PI. 21. 15. 23: 10. Ferner liefen: Prise, Saint Ayl, Friedensbote.— V. R e n n«». Feuer, dach(RUtmftr. Krüger) 1., Wetterscheide(St. v. Westernhagen) 8., Lilly (LewinSki) 3. Tot. 14: 10, PI 11, 13: 10. 3i lies außerdem: Domiducu»,— VI. Rennen. Einhart(Nash) 1., Äaselcr sSt»inarck) 2., Fern« (Wegener) 3,, Signorelli(Buchholz) 4., Polonia(E, Weberl 5. Tot. 48: 10, PI, 21, 26, 17: 10, Feiner liefen: Belladonna, Sankt Martin, Erasmus, Peiidltö,— VII. Rennen. Rappelkops(Kasper) 1., Augur(Tarra») 2,, Pitznau(E. Schmidt) 3., Rose Marie(Staudinger) t.. Min» Fish(Cbriit- lieb) ä. Tot, 23:10� PI 13, 1� ItilC Fem« lief«! Ordensritter. IDietschast d!e beweglichen Wieüergutmachungszahlungea. Die Ausfuhrtaxe, die Deutschland nach dem Ultimatum«den den festen Zahlungen an die Entente zu enttichten hat, soll lediglich ein Maßstab für die Höhe der veränderlichen Leistungen fern, der in Uebereinstimmung mit der Wiedergutmachungskommission durch ein« geeignetere Meßzisser für Deutschlands Leistungsfähigkeit ersetzt werden kann. An Deutschland ist es, dazu Dorschläge zu machen. Die Erhebung einer Abgabe, deren Höhe nur durch die Größe der deutschen Ausfuhr bestimmt wird, muh aus die Dauer große Härten für Deutschland mit sich bringen. Das Anschwellen der Aussuhr, wie es etwa im Frühjahr 1919 als Folge der rapiden Balutaoerschlechterung einsetzte, kann unter Umständen«her ein Maß- stab für die Zahlungsunfähigkeit als für die Zahlungsfähigkett eines Landes sein. Gerade die Geschichte des großen deutschen„A u S Verkaufs'— der übrigens ganz ähnlich in Deutschösterreich mit dem Balutarückgang eintrat—, zeigt, daß eine Steigerung der Aus- fuhr unter gewissen Voraussetzungen als ein oolkswirtschaftliches Krankheitssymptom angesehen werden muß. Tritt auf Gruud einer solchen Ausfuhrsteigerung automatisch eine erhöht« Wiedergut- machungsrat« in Kraft, so trifft sie das Land im Zustand« der wrrt- schafllichen Erschöpfung, während es in Zeiten größerer Leiswngs- fähigteit nicht so stark in Anspruch genommen wird. Auch aus ande» ren Gründen ist die Erhebung der Ausfuhrtax« in der rohen Form, wie sie das Entente-Ultimawm vorsah, äußerst bedenNich. Der Exporteur, dem 26 Proz. als Zoll einbehalten werden, um sie von der deutschen Regierung zurückzuerhalten, wird versucht sein, den Rechnungsbetrag feiner Ausfuhrware künstlich höher zu halten als der Wert der Ware ist. Bei den Folgen, die em solches Gebaren für das Reich haben würde, wäre das offener Landesverrat, Aber der Fall Eitel Friedrich-Gruffer hat erst wieder bewiesen, daß auf diesem Gebiete nichts unmöglich und doch für gewisse Kreise ent- schuldbar ist. Es muß also nach Mitteln gesucht werden, die Aus- fuhrabgab« durch einen zweckmäßigen anderen Index zu ersetzen. In der.Bert, Börsenzeitung' macht nun Wilhelm B o g« l den Vorschlag, eine Reihe von Faktoren zu einem Index zusammenzufassen. Er schreibt: „Für d!« Beurteilung des Wohlergehens eines ganzen Volkes könnte man auch bis zu einem gewissen Grad« die Gesichtspunk!« gelten lassen, nach denen man im täglichen Leben die wirtschafttichc Lage des einzelnen begutachtet. Das würde bedeuten, daß der Verbrauch gewisser Güter bei der Ausstellung eines Leistung»- index mit zu berücksichtigen ist. Natürlich müßten dabei alte die- jenigen Rohmaterialien und Halbfabrikate aus der Berechnung aus- scheiden, die in Deutschland einer weiteren Beredlung unterworfen und wieder exportiert werden. Daneben müßten unbedingt der Beschäftigungsgrad der deutschen Industrie, gemessen an der allmonatlich geleisteten Zahl von Arbeit« st unden sowie der jeweilige Stand der Arbeitslosigkeit in Betracht gezogen werden. Einen sehr wesentlichen Index würde auch der S r a n d d e r deutschen Mark an den auswärtigen Börsen bilden, denn der Markkurs zeigt besser als alles andere, wie die internotio- nal« Geschäftswelt die wirtschastliche Lage Deutschlands beurteilt und wie sich die Zahlungsbilanz im Berhältnis zum Auslande von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde verändert. Auch die Beränderungen in der Förderung von Bodenschätzen, wie Kohl«, Kali usw. sowie der stark schwankende Ertrag des ländlichen Grundbesitze« können nicht einfach mit Pauschalquoten In die Berechnung eingestell» werden. Der Gesamtbetrag der deutschen Volkswirtschaft ist bei weitem nicht mehr so groß wie vor dem Krieg«, infolgedessen fällt jede Verminderung der Produktion aus irgendeinem Gebiete um so stärker ins Gewicht.' Diese Beurteilungsweise unter Hinzuziehung der Ergebnisse de? Außenhandels würde zweifellos einen gerechteren Zahlungsmaßstab ermöglichen als die Ausfuhrtaxe. Auf welche Angaben man sich aber auch stützen mag, immer wird es daraus ankommen, den Index so zu wählen, daß die Zahlungen im großen und ganzen nicht hinter den von der Entente geforderten Summen zurückbleiben. Ein« g e- rechtere Berteilung der Lasten auf die einzelnen Jahre muß das Ziel sein, nicht«in« Herabminderung der zu zahlenden Betröge. Solange die Reichsstattstik schon mit den wichtigsten Angaben für den Außenhandel um«in halbes Jahr nachhinkt, wird es natürlich schwer sein, die Grundlagen für die einfachste Meßziffer so jeitlf, herzustellen, daß nicht der Vorwurf einer Zahlungsverzögerung ent- stehen kann. Daher muß die Regierung zunächst einmal aus eine gründliche Reform und«in« Beschleunigung der amtlichen Statistik Hinwirten—«her wird die beste Absicht nach einer gerechten Ab- ändening der beweglichen Zahlungen kaum durchführbar sein. Allgemeine Berliner Omnibus-Aktien-Gesellschafi. Nach dem soeben zur Versendung gelangten Geschäftsbericht bettugen die Be- triebseinnahmen 13 975134 M. gegen L 964 009 M. im Vorjahr. Hinzu traten 309 217 M. Kursgewinn. Während im Vorjahr zur Deckung des Berlustes 514 217 M. aus Rückstellungen entnommen werden mußten, brachte da« Jahr 1920 nach Abzug der Betriebs- tosten, erhöhte Abschreibungen und Zuweisungen an die Ruhege- haltskafl« einen Reingewinn von 543 098 M. Di« Generalversammlung hat belchlosien, hieraus auf das Grundvermögen einen Gewinn von 4 Proz. zu verteilen. Der Bericht schreibt ferner: Wir beteiligten uns an der Gründung der„Wagenbouwerke" G. m. b. H., Berlin, die am 1. Mai 1920 ins Leben trat, und schlössen zu gleichem Zeitpunkt unsere eigen« Karofleriewerkstatt. Außerdem richteten wir im September auf einem unserer früheren Kraftwagen- Höfe eine Ladestelle für stemde Elektrofahrzeuge ein. Die Entwick- lung beider Unternehmungen entspricht den Erwartungen. Der Pferdeomnibus betrieb darf als für immer aus dem Weit- bewerb der großstädtischen Derkehismittel ausgeschaltet betrautet werden. Der Rachtpferdeomnibusbetrieb wird einstweilen in geringem Umfange aufrechterhalten aus Rücksicht auf das alt- gediente Personal, das bei Einstellung dieses Betriebes zumeist be- schästigungslos werden würde. Die Güter-An- und Abrollung mit Pferdefuhrwerk, ,die eine Zeitlang befriedigende Ergebnisse ab- warf, hat infolge der Ungunst der allgemeinen wirtschaftlichen Ler- hältniffe eine wesentliche Einschränkung erfahren müssen. Die oberschlesische Steinkohlenförderung vor dem Polenaufskand. Durch die Ansang Mai eingetretenen Unruhen in Oberschlesien sind die endgültigen Zahlen für die oberschlesische Steinkohlenproduktion im Monat April erst jetzt sestgestellt worden. Die Gesamtförderung belies sich noch dem„Industrie-Kurier' an 26 Arbeitstagen auf 2922699 Tonnen gegenüber der Förderung vom Mörz mit 2 696 072 Tonnen. Mit der Hauptbahn konnten 1964 762 Tonnen (März 1 700 047 Tonnen) abgefordert werden, wovon 768 430 Tonnen, also zirka 70000 Tonnen mehr als im März, noch dem Ausland versandt wurden. Im einzelnen erhielten Polen 283 737 Tonnen(März 305 315 Tonnen), Deutschö st erreich 886 503 Tonnen(März 202 215 Tonnen). Tschechoslowakei 66 702 Tonnen(März 55 270 Tonnen), Italien 92 053 Tonnen(März 100 160 Tonnen), Ungarn 30161 Tonnen(März 26 005 Tonnen), D a n z! g 15 288 Tonnen(März 7752 Tonnen), M emel 3626 Tonnen(März 2262 Tonnen). Rotwehraktton der deuffchen BaamwoMndustrI«. Wie der „Konfektionär' mitteilt, hat sich in der deuffchen Baumwollindustri« eine Organisation zur Abwehr überflüssiger Auslondsimporte gebildet, die sich insbesondere gegen das Hereiiisträmen englischer und französischer Boumwollgewebc durch das Elsaß richtet. Es soll damit eine Stärkung der heimischen In- dustrie, insbesondere«in« wirksam« Bekämpf img d« Arbeitslosig. Mi W da Tpxtilindustri« erreicht MCfen öevölterungspolitifiher Kongreß in Köln. Am Freitag ging der fünftägige bevölkerungspolitische Kongreß der Stadt Köln zu Ende. Das Gesamtergebnis positiv ist leider nicht ein großes, trotz guter Referate im einzelnen und stellenweise auch wohl sachlich fördernder Diskussion. Der Grund hierfür kann kaum in anderem als darin gesucht werden, daß die W e l t a n s ch a u- ung des Zentrums gegenüber anderen Anschauungen die Herr- schende war und auch der großenteils gänzlich ungeschulten chörer- schast die Grundstimmung lieh, so daß eine objektivem Erkennen hinderliche Einheitlichkeit entstand. Es mag das im Rheirfland natürlich sein, beeinträchtigte jedoch die umfassende geistige chöhe der Verhandlungen wie ihre tatsächlichen Ergebnisse gegenüber früheren allgemeinen Wohlfahrtskongressen nicht unwesentlich, so daß mancher Teilnehmer eine gewisse Enttäuschung empfand. Der Grundplan, der den verschiedenen Verhandlungen richtung- gebend war, ist wohl dahin zu charakterisieren:„Wie ist das Ge- schlechtsleben und die Fürsorge, insbesondere die Jugendfürsorge zu gestalten im Hinblick auf eine günstige Zukunftsentwicklung des deutschen Volkes?*— Die Frage wurde am ersten Vormittag von Prof. Scheler von der Kölner Universität und dem Genossen Prof. Lindemann vom Standpunkt der Weltanschauung aus behandelt. Obschon der, soweit mir bekannt, katholische Professor gegen die sozio- listische Auffassung polemisierte, daß der Aufstieg der Arbeiterklasse mit einer Einschränkung der Kinderzahl zusammenhänge, betonte er selbst, daß es auf Qualität der Gezeugten, nicht auf Q u a n t i- tät ankomme, bestätigte also im letzten Grunde, daß es besser ist, weniger Kinder zur Welt zu bringen, dieser aber unter günstigen Bedingungen für Geburt und Aufzucht, als umgekehrt. Er will dies jedoch nicht durch Vorbeugungsmittel erreichen, sondern durch Askese, durch sehr weitgehende Enthallsamkeit des Mannes, dem wirklichen Leben gegenüber wohl eine reichlich naive Forderung Genosse Lindemann behandelte die Frage wesentlich Wirtschaft- lich und hob hervor, daß qualitative Bevölkerungspolitik die G e- burtenzahl nicht hochtreiben und vor allem die Sterbe- ziffer niedrig halten müsse. Der Nachmittag galt der E r b l i ch k e i t s f o r s ch u n g. Es ist sicher, daß in weiten Kreisen der Bevölkerung die Fragen der Ge- sundheit, der erblichen Belastung, der Schädlichkeit von Ehen zwischen Verwandten im Hinblick auf die Gefahren für die Nachkommenschaft nicht ernst genug genommen werden bei Eheschließungen. Wenn die Forschungen über Eugenik, über gesunde Zeugung, vertieft wissen- schaftlich erörtert werden, so wird das ein Gewinn sein. Aber die Forderungen des bekannten Professor Gruber, der die Gelegenheit benutzte, um gegen die Sozialdemokratie zu polemisieren, würden das menschliche Eheleben ähnlich gestalten wie ein Pferdezüchter seinen Stall für Rassepferde. Das müßte die Liebesbeziehungen zwischen Mann und Frau jedes Idealismus berauben. Einen etwas anderen Ton schlug der nachfolgende Redner, Prof. ZNuckermann, in seinen nicht uninteressanten Ausführungen an. Er appellierte stark an die Gefühlsseite. Dieser Naturwissenschaftler im Rock des Je- fuitenpaters, der mit einer nicht unwirksamen, etwas koketten Be- redsamkeit wiederholt in den Diskussionen intimste Dinge des ehe- lichen Geschlechtsverkehrs erörterte, gab überhaupt den Verhandlun- gen ein seltsames Gepräge. Am nächsten Tage bei Behandlung der Frage der k ü n st l i ch e n Beseitigung der Leibesfrucht platzten die Geister scharf aufeinander. Der ärztliche Vertreter wie die katholischen Redner setzten sich ein für unbedingte Beibehaltung von Strafbe- stimmungen gegen Verbrechen gegen das keimende Leben. Der j u r st i s ch e Referent Landgerichtsdirektor Bohn-Köln in seinem vorzüglichen Referat vertrat den einzig möglichen Standpunkt, daß, wenn ein Gesetz dem Volksempfinden nicht mehr entspreche, es zu ändern sei, und schlug vor, den Strafgesetzbestimmungen solche hin- zuzufügen, nach denen in festgestellten Fällen der Notzucht und bei sozialer Judikation— wirtschaftlicher Notlage— die Abtreibung straffrei sei. Verschiedene sozialdemokratische Vertreter, die unsere Einstellung zur Frage betonten, fanden wenigstens bei einem großen Teil der Versammlung lebhaften Beifall. Nicht minder scharf gestaltete sich die Diskussion über die P r o st i t u t i o n. Es soll doch hier festgenagelt werden, daß der katholische Redner des. ersten Abends, Prof. Scheler. den Standpunkt des heiligen Augustinus be- tonte: Eine Beseitigung der Prostitution könne die Welt nur in Ver- wirrung bringen, deshalb müsse man sie belassen und regeln! Die glänzenden Ausführungen des Genossen Dr. Ouarck über die Notwendigkeit der Beseitigung der unwürdigen Reglementierung der Prostitution und Anzeigepflicht bei geschlechtlichen Erkrankungen fanden den allgemeinen Widerhall in der Versammlung. Zur Frage der Geschlechtskrankheiten fand ein vorzügliches Referat der Genossin Frau Hanna-Berlin über„Den Kampf gegen die Ani- mierkneipe* leider in so vorgerückter Stunde statt, daß der Raum nur noch wenig besetzt und die Zuhörer ermüdet waren. Eigen- artigerweise traf dieses Mißgeschick gerade sozialdemokratische Redner auch in den Diskussionen mehrfach. Bei Besprechung des Jugendwohlfahrt gesetzes erhob sich ein Streit wesentlich zwischen Aerzten und Juristen darüber, ob ein eigenes selbständiges Gesundheitsamt geschaffen oder dies dem Jugendamt eingegliedert werden solle. Die von einigen ärztlichen Vertretern geforderte Zerreißung des Jugendamtes in drei Ab- t e i l u n g e n, wirtschaftliche, erzieherische, gesundheitliche, wäre überhaupt nur bei ganz großen Jugendämtern möglich und müßte auch dort die Einheit der Arbeit beeinträchtigen. Interessant waren die Ausführungen von Dr. Vlaum-Stuttgart über praktische Ersah- rungen mit dem Jugendamt. Den Schluß der Veranstaltungen, der wohl als glanzvoller Gipfel gedacht war, bildete ein Abendoortrag des Ministerpräsidenten Ske- gerwald, der bezeichnet wurde als„Ausblick in die Ausgestaltung der bevölkerungspolitischen Gesetzgebung*. Der Redner brachte— übrigens in nicht unsympathischer Weise— eine Uebersicht über Vor- handenes, die leider allzu wenig vertieft war und Eigenes und große Ausblicke vermissen ließ. Neben diesen Haupwerhandlungen gingen Verhandlungen von Sonderorganisationen einher, von denen die des Bundes der Kinderreichen, der deutschen Zentrale für Jugendfürsorge, der Psychopathenfürsorge und der Allgemeine Fürsorgeerziehungstäg hervorgehoben zu werden verdienen. Sie zeichneten sich meist vor den Hauptverhandlungen aus durch Sachlichkeit, die nicht in einem Strom von Phrasen ertränkt wurde. __ H en n! Lehmann. Soziales. Tuberkulosekongreß 1921. Die Nachmittagssitzung des zweiten Verhnndlungstages brachte eine sehr ausgedehnte und lebhafte Diskussion über die Vorträge dos Bormittags. Die Reichstagsabgeordnete Adele Schreiber-Krieger sprach als Abteilungsvorsteherin des Zentralkomitees vom Roten Kreuz unter allgemeiner großer Aufmerksamkeit über E r h o- lungsfürsorge für Kinder. Sie betonte die Notwendigkeit einer besseren ärztlichen Auslese der zu verschickenden Kinder und bittet durch Verteilung von Fragebogen möglichst viele Aerzte um Beantwortung strittiger Punkte zur Ausstellung e i n h e i t- licher Richtlinien für die Erholungsheime: da diese nicht unter ärztlicher Leitung, sondern nur unter ärztlicher Beratung stehen, ist das Mitbringen einer Gesundheitskarte jedes Kin- des, die prinzipiell wichtige Frage, ob man weniger Kinder längere oder viele Kinder kürzere Zeit in den Heimen aufnehmen sollte, zu klären notwendig. Auch hält Frau Schreiber eine gewisse p S- dagogische Fürsorge und Voraussetzungen für seelische Für- sorge der Kinder für unbedingt notwendig. Einheitliche, von der leitenden Schwester innezuhaltende Ernährungsvorschriften, gesund-' heitsfördernde Spiele und Anweisungen über Sonnen-Luftbäder er- bittet sie von den Aerzten. Prof. Petruschky-Danzig betonte die immer mehr zutage tretende Umstellung der Kampffront von den Erwachsenen aus die Kinder. Sanitätsrat Dr. Soch-Hohenlychen demonstrierte ein Wechsel- atmungsverfahren, mit dem durch abwechselndes Einatmen warmer, feuchter und kalter, trockener Lust außer bei Lungentuber- kulose auch bei anderen Lungenkrankheiten günstige Erfolge erzielt wurden. Dr. Gärkner berichtete über eine neue Anwendung des Tuberkusin durch vorherige Anwendung von Blasenpflastern auf die Haut. Prof. Seller-Königsberg bringt ebenfalls eine neue Mo- difikatton des Tuberkulins, das er Vital-Tuberkulin nennt. Prof. Drigalski-Halle tritt für Einrichttmg von Schlafstellen für Kinder in hygienischen Räumen ein, da in den engen, über- füllten Schlafräumen der Wohnungen eine große Gefahr der Tuber- kuloseinfektton liegt: in Halle sollen bereits gute Erfahrungen gemacht sein. Am Schluß der Sitzung wurde ein Teil des neuen T u b e r- kulofefilms der Kulturabteilung der Unioersum-Film-A.-G. vorgeführt. Referent hat daran nur das auszusetzen, daß der für den Laien bestimmte Aufklarungsfilm durch die Vorführung zu krasser Bilder zu starken Tabak vorsetzt, der beunruhigend wirkt. Unter dem Vorsitz des Berliner Stadtmedizinalrats Rabnow fand Freitag abend eine Sitzung der Stadtärzte statt, bei der be- schlössen wurde, am 25. Juni in Verlin einen Gesundheitsfürsorge» tag abzuhalten. Die soziale Bekämpfung der Tuberkulose. Der dritte und letzte Verhandlungstag war der sozialen Bekämpfung der Tuberkulose gewidmet. Der Präsident des Reichsversicherungsamts Kauffmann-Berlin gab in einem sehr langen Uebersichtsrcferat einen geschichtlichen Rückblick und Ausblick. Er fordert erhöhte Beiträge für die Landesversicherungsan- stalten, da diese sonst die Bekämpfung der Tuberkulose durch Ver- schickung in die Heilstätten aufgeben und sich auf die Rentengewäh- rung beschränken müßten. Die Heilstättenwiederholungs- kur könnte unter den heutigen Verhältnissen nur nach frühestens 4 Jahren bewilligt werden: kürzere Behandlungsdauer von zirka 6 Wochen wird angeregt, da die Landesversicherungsanstalt West- f a l e n damit gute Erfahrungen gemacht habe. Auch Liegekuren in den Wohnungen sollten erwogen werden. Notwendig erscheint K a u f s m a n n die Durchführung der Arbeit in den 5)eilstätten, auch bei Bettlägerigen(Handarbeiten). Dr. Gräss-Freiburg sprach über die Bedeutung der Einteilung der Lungentuberkulose nach pathologisch-anatomischen Gesichtsp unkten und glaubt, Lungenfchwindsüchtige mit Hohlräumen(Cavernen) in den Lungen nicht für die Heilstättenbehand- lung empfehlen zu sollen, da sie nie ausheilen können. Der Chirurg Prof. Sauerbruch-München erörterte die Bedeu- tung der chirurgischen Behandlung der Lungentuberkulose für die soziale Fürsorge, weil er glaubt, bei den nicht we- nigen schwerkranken, einseitigen Lungenschwindsüchtigen durch eine eingreifende Operation, die an Gefahren neuerdings viel verloren habe, Heilungen erzielen zu können. Notwendig sei aber das Hand- in-Hand-Arbeiten der neueren Mediziner, besonders der Fürsorge- ärzte, mit den Chirurgen. Prof. Peiruschky-Danzig empfiehlt in seinem Vorttage„A m- bulante spezifische Behandlung der Lungentuberkulose* die von ihm angegebene Methode der Tuberkulinanwendung für Massenimpflingen. Der Direktor der Berliner Allgemeinen Ortskrankentasse A. kohn gab einen kurzen geschichtlichen Rückblick über den Eintritt der Ortskrankenkassen in den Kampf gegen die Tuberkulose. Er fordert die F a m i l i e n o e r s I ch e- rung(unter allseitigem Beifall der Versammlung) und eine A r. beitsgemeinschaft der Arbeiter- und Angestelltenversicherun- gen, der Berufsgenossenschasten und Krankenrassen zum ökonomischen Kampf gegen die Tuberkulose, da heute schon wegen der fi- nanziellen Notlage eine Zersplitterung der Kräfte ein Luxus sei, den wir uns nicht leisten können. Prof. Kehrer-Dresden fordert im Referat: Schwanger« schaft und Tuh er kulose die Heilstättenbehandlung der leichttuberkulösen Schwangeren, von der sie unbegreislicherweise noch immer ausgeschlossen würden. Er stellt in verteilten Leitsätzen Richt- linien für die Unterbrechung der Schwangerschaft auf und erinnert die Aerzte an die ungeheure Verantwortung einer Ab- lehnung der Schwangerschaftsunterbrechung bei Lungentuberkulösrn, bei denen oft ganz plötzlich eine Verschlimmerung auftreten kann. Prof. Veschorner-Dresden spricht über B er u f sberatung und Tuberkulose und betont in warmherzigen Worten, daß schwerkranke, arbeitsunfähige Schwindsüchtige mit den gewährten Unterstützungen heutzutage nicht auskommen könnten: auch erwächst dem Staat die Pflicht, den Tuberkulösen, die überall aus ihren Be- rufen herausgeworfen würden, eine Entschädigung in Arbeits- Möglichkeiten oder Geld zu gewähren. Prof. ZNarttneck-Berlin bespricht die Versorgung tuber- ku löser Kriegsbeschädigter. Durch die Kapitalabfindung wird die für die Tuberkulösen so notwendige S i e d e l u n g gcför- dert. Die Heilstättenbehandlung hat das Reich übernommen. In- folge ihrer Lage(Klima!) geeignete Militärlazarette werden jetzt für schwerkranke Tuberkulöse modern eingerichtet, wozu die Verständnis- volle Mitarbeit der Kommunen erforderlich ist. Prof. Moellers-Berlin erörtert die Bekämpfung der Tu- berkulose durch die Gesetzgebung und betont die Schmie- rigkeiten, da die Tuberkulose überall verbreitet und eine chronische Infektionskrankheit sei. Das Hauptziel ist die Fürsorge für den Kranken einerseits, der Schutz der Gesunden vor Ansteckung anderer- seits. Zum Schluß spricht Prof. Thiel-Dresden über Betriebsräte und Tuberkulose. Die Betriebsräte find not- wendig zur Aufklärung._ ?ugenüveranftaltungen. «etrin«rieit«-.Iuz«nt>«r-ß.Berlin. Sekretariat! RB. 4«, Z« de« Zelte« 23. Dienstag, den 24. ZNai: >«t»ickc»d»rs-vst. Restaurant Rheingold, Hausotterstr. tS, Bortrag:„Sc schichte der Pariser Kommune".— Staaken. Martenstadtschule, Vartroa:„KSr ------»»--------------- A,«. perpslege".— Tegel. Bahnhofstr. 15, Dislussionsabend:„Das Volkslie! Mus aller Welt. Unglück beim Arbeiterausflug. Am Sonntag stürzte ein Auto- mobil bei einem Ausflug der Arbeiterschaft des Kalkwerkes der Firma Schubert in H u n d o r f bei Teplitz infolge Reihens der Kette eine Böschung hinab. Von den vierzig' Insassen wurden drei getötet und sechzehn schwer verletzt. Auf dem Wiener Hauptpostamt haben sich große Unter- schleife ereignet. Waren, die als Transitwaren erklärt wurden und infolgedessen zollfrei durch Oesterreich gehen sollten, sind in Wirklichkeit hier mitt els gefälschter Dokumente ver- kauft worden. Wiener Großtaufleute, Exporteure und auch Beamte des Hauptzollamts wurden verhaftet. Valutaschmuggel in Oesterreich. Die Wiener Polizei verhaftete vorgestern einen bulgarischen Staatsbürger türkischer Nationalität namens Rissim Presenti, der im Auftrage einer Wiener Gesandtschaft einen großen Valutaschmuggel für eine auswärtige Gesandtschaft durchführte. In dem Gepäck PeefsntiS, das die Siegel einer Gesandtschaft trug, wurden zwölf M i l- lionen österreichische Kronen vorgeiunden. Es wurde festgestellt, daß Presenti auch für einen italienischen Staatsbürger Valutaschmuggel durchführte. Die Polizei hat weiter festgestellt, daß der betreffende Gesandte selbst die Siegelung der Gepncknilcke vorgenommen und daher an dem großen Schmuggel, welcher größtes Aufsehen erregt, direkt beteiligt ist. Der Gesandte ist der Vertreter einer außereuropäischen Macht. kohle und Erdöl im Grazer Becken. Oberbaurat Dr. Wagner von der geologischen Reichsansialt und der bekannte Wiener Wünschelrutengänger Ingenieur Karl Reuschl haben vor einigen Wochen da« südliche G r a z e r B e ck e n einer«in» gehenden geologischen Untersuchung unterzogen und ein a»Sge« dehnte? Kohlenlager, sowie das Vorhandensein von Erdöl und Erdgasen in einer Tiefe yon 540 Metern bei einer Schicht- Mächtigkeit von 12 bis 15 Metern durch Wünschelrutengänge festgestellt. Aremdenpogrom in Alcxandria. Infolge de? Gerüchtes, daß ein Grieche einen Eingebor-nen umgebracht habe, griff ein Haufe die Griechen und anderen Europäer an. zahlreiche Personen wurden g e t ö t e t, und die Krankenwagen hatten die Rächt zu tun, um Verwundete in da? Hospital zu bringen. Die Menge ging auch gegen europäische Geschäftshäuser vor und warf die Fensterscheiben ein. Europäer verlangten vom Gouverneur Schutz oder die Er- laubnis, sich selbst zu schützen. In einzelnen Distrikten kani es auch zu Brandstiftungen, wobei ebenfalls Menschen umgekommen sein sollen. Britische Truppen haben die Bewachung der Stadt über» nommen. Bei den Unruhen sind fünf Europäer getötet und 72 verwundet worden. Eine 500 voo-Dollar-Spends der amerikanischen Katholiken. Der Generalvikar von Chicago, Mgr. Franz A. Rempe, überbrachte im Auftrage der amerikanischen Bischöfe eine 500 000= Dollar-Spende, die durch die deusschen und deutschösterreichifchen Bischöfe zugunsten der notleidenden Kinder zu verteilen ist. Kinderhilfe«-» Venezuela. Ein im Februar d. I. an die Deutschen in Venezuela gerichteter Appell, zur Linderung des Kinderelends in Deutschland beizutragen, ist von großem Er- folge begleitet gewesen. Bis jetzt wurden in den Städten Caracas, Valencia, La Guaira, Maracaibo und Puerto Eabello über 2ö0 000 Mark gezeichnet. Gemeinnützige SiedliiiigsgeiiossensiM „IMenberger Gartenhelm" E. G. m. d. H. Bilanz per»I. Dezember 1920. 170/8 Aktlra. An Kassenkonto. „ Bankkonto.. _ Guthaben bei Lieferanten.. „ Warenkonto. .4 2 901 22 054 1 258 3('98 Pastira. Per Genossensch.- Anteile.... „ Datlehnskonto „ Lief- Schulden „ Gewinnkonto. 29 322 79! Gewinn- und Verlustrech nanj«. 14 200 5 000 576 9 545 29 322 79 Debet An Drucksachen- konto...... Bureau-Materi- alienkonto... » Verwaltungs- konto a Reingewinn.. Jt 187 272 1 120 9 545 Kredit Per Zinsenkonto. , Eintrittsgelder „ Sonstiges... Jt 119 10175 832 11126 11 120179 Mltgllederbewegung« Eingetreten im Geschäftsjahr 1920......... 411 Ausgetreten durch AusschluB....... 1 Mitgliedsbestand am 31. 12. 20...... 410 411— 411 Blru-Uchtenberg, den 27. Januar 1921. Der Aukslchtsrat Oer Vorstand. gez.: Wilhelm Gierscbner. gez.; ArthurTOlg Kapitän-Kautabak Bieber reichlicher in bet früheren guten Qualität ju beziehen durch die befanntea SechmfafteHen fr»—«.»wdL. ttitürt—w tu«.«W»»» Peek& Cloppenburg Berlin C, Gertraudfen-StraBe 25- 26- 27 O. m. b. H. Fertig am Lager: Mäntel aus Kameelhaarloden für Damen sehr geeignet als Brunnen- und Touren-Mäntel TKTxHilfsmolör jL!�>fon jedem Fahrrad anzubringen IVeis 3500 M fitospehi gratis!Vatfüheung jederzeit!Ä Sofort lieferbar 1 PrSBisionsarbelt für Dauerbetrieb Eingebaute Magnetzündung Fabrikat Zschopaner Maschinenfabrik Generalvertrieb für Groß-Berlin n. Uragebaog: Kleinmotoren-Vertrlebsges. mlH. Berlin, Potsdamer Str. IZZ d. Tel. Knrf. 6919 T'L Ju TeilSkblang.SJ.Garant. Kronen I8M. Plomb /ahnP iL 3,—. Zahnziehen m.Einspr. höchst schmerz l-QIIUUV.Tan nn-LLInurb......" lind. Unurb. schlechtsitz. Gebisse. Rep. sof ----------------- 8mMCfa.9-T DeS Rauchers Sorge. Bon der Verteuerung des Tabaks soll hier nicht die Rede sein, obgleich diese Wohl zurzeit jeden Raucher am meisten interessiert. Dennoch ist die größte Sorge-deS Rauchers die Gefahr für seine Gesundheit. Doch dies wollen sie sich nur ungern eingestehen. ES bilde sich nremand ein, daß die Pfeife oder eine leichte Zigarre weniger Nikotin enthalte als Zigaretten oder schwere Zigarren. Einwandfreie Versuche haben dargetan, daß selbst sogenannte nikotinfreie Zigarren ebenso schädlich sind wie die übrigen. Schon mäßiges Rauchen ruft bei manchen Per« sonen unangenehme Beschwerden hervor. Vielleicht haben auch Sie schon Schädigungen ihrer Gesund- heit hin und wieder nach dem Rauchen bemerkt, wie Schlaslosigkeir, Halsentzündung, Flecken vor den Augen, saures Aufstoßen, Schlucken, Magen« Verstimmung, Appetitlosigkeit, Herzklopfen, Hände- zittern, Gedächtnisschwäche, Schwindelanfälle usw. Mit diesen Unannehmlichkeiten will die Natur Sie warnen vor ernsteren Folgen. Beachien Sie diese Winke Ihrer« Körpers. CTheater.lichtspiele etcl Opernhaas Rigoletto 7 Uhr Der Sturm _ 7 Uhr__ Deutsches Theater 8 Uhr: Potasch u. Perlmutter Mw. 8: Potasch u. Perlmutter Kammerspiele R führ: Mesalliance Mittwoch 8 Uhr: Mesalliance 6r. Schausnielhaas (Karlstraüe> 7 U.: Ein Sommernachistraum (AuS. Abonnement) Mittw.7: Sommernachtstraum (1. Abteilung 5. Abenu) Theater l. d. KUnigprStzer Str. T UhrJO; Maria Orska, lUemann, Bildt In Mit d.Fener spielen dazu: Satans Maske Berliner Theater: Allabendlich 7.30 Uhn DAS Hilde WSrner, Ralph Artnr Roberts, Uschi Blleot. Herbert Klper, Paul Rebkopl Romödienhaus: Allabendlich 7.30 Uhr: Der blonde Engel von Robert Winterberg Paul Heidemann a. G, Josefine Dorav. Staatsth. a.a., Inge van derStraaten, Isa Marsen, Georg Baselt, Kurt Busch, Julius Rogg Residenz-Theater Täglich 7«/j Uhr: Carola Toelle Hermann Vallcntln in Lad; Windermeres Fächer Stg.'/fi: L. Windcrm. Flcher Trianon-Theater Täglich>/i8 Uhr: Jim Testisch Altred Abel Olly Boehelm Georg Alexander Sonntag 4 U.; Am Teetisch Volksbühne Theater am BOlowoIatz uhr Der Eanerais Millionär Lessing-Theater Allabendlich 71/j Uhr; Rosenmontag; Deolsches KDnstler-Tliealer Allabendlich 7', Uhr: Die selige Exzellenz Adalbert, Junkermann, Billler Oentral-Theater f gebäube.____ 183«| Schlaszimmer, eichenes, komplett 8850,—, weißes 8000,—, "«rrenzimmer, rundgebaute Warum 1000 Mar« für «inen Anzug oder Paletot? Ei« kaufen die modernsten Iackettanzüg«, Gehrockanzüge, Iünalingsanzllgc, Cutawah. anzlige, Covercoats, Ma. , mer, ' 4500, 1200,—. 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Di- Dezirk sgeneralversammlung Berlin- Brandenburg der Unabhängigen Partei, über deren Verlauf die„Freiheit" am Montag abend berichtet, ist durch die Tatsache beachtenswert, daß auch im unabhängigen Lager der Ruf noch Wiederherstellung der Einigkeit sich zu erheben beginnt. Ein Redner namens Winter hatte '",en Mut, offen zu erklären, daß die USP. den E i n i g u n g s-- » e g m i t d e r SPD. suchen müßte, und ein zweiter Redner namens Pinow rang sich zu der Erkenntnis durch, daß'die ÜSP. konsequenterweise indieRegierungeintreten müßte, nachdem sie für die Annahme des Ultimatums ge- stimmt hat. Gegen beide Redner erhob sich freilich lebhafter Wider- spruch, und namentlich Ledebour war es, der die Eini- gnng bekämpfte. Aber seine Argumentation war eigentümlich und entspricht nicht der Tonart, die man früher im Lager der USP. horte. Ledebour meinte nämlich, der Erfolg der Eini- gung würde nur sein, daß die SPD. ein paar tausend Mit- glieder erhielte, die KPD. aber künstlich ins Leben zurückgerufen würde. Ledebours Bedenken gegen die Einigung zielen also weniger gegen die SPD. als gegen die KPD. Ueber diesen Standpunkt läßt sich wenigstens reden, wenn wir auch meinen, daß es immerhin ein S y m p- tom von großer Bedeutung ist, wenn in der USP. wieder Stimmen von Einigkeit laut werden, was vor einem Jahre noch ganz undenkbar gewesen wäre. Freilich mußte auch der Referent Brühl eingestehen, daß sich in dieser Jahresfrist ein großer innerer Umschwung in der USP. vollzogen hat. Brühl propagierte den Gedanken der sozialistischen Regierung und bemerkte dazu: Bei der Forderung der sozialistischen Regierung, die sich auf die freien Gewerkschaften, die freien Angestellten- und freien Be- amtenorgenisationm stützt, müssen wir feststellen, daß wir eigentlich im Kreise herumgegangen sind. Als während der Kopp-Toge ein Teil unserer Genossen diese Forderungen oertrat, wurden sie beinahe gefleioigt. Das ist das Bedauerliche bei den Unabhängigen: sie kommen immer erst dann zu der richtigen Einsicht, wenn es zu spät ist und sie selber durch ihre vorherige Einsichtslosig- keit den Zeitpunkt zur Durchführung vernünftiger Forde- rungen verpaßt haben. Nach dem Kapp-Putsch hätte sich die rein sozialistische Regierung am Ende durchsetzen lassen, aber damals wollte ein großer Teil der Unabhängigen nicht und drohte, wie Brühl richtig bemerkt, die zu steinigen, die dafür eintraten. Heute will die USP. die sozialistische Regierung, aber heute ist die Situation nicht mehr die alte und die Mög- lichkeit verscherzt. Aber so ist und war es mit allem. Heute finden die Unabhängigen richtige und treffende Worte gegen den P u t s ch i s m u s der Kommunisten, der nur die Reaktion stärkt. Aber die„Marneschlacht der Revolution", der Ja» nuarpuffch 191S, der zunächst der Reaktion wieder vom Boden emporhalf, kam auf Konto der USP. Für die rein sozialistische Regierung hat es 1918, 1919 und selbst noch 1929 manchen Zeitpunkt gegeben. Damals lehnten die Unab- hängigen stets entrüstet ab. Jetzt, wo kaum noch eine Möglichkeit besteht, möchten sie haben, was sie selber ver- urteilten., Grgesch im porzellanlaüen. vayernexzeff« im unbesetzten Schlesien. In Ergänzung der bereits von uns gebrachten Meldungen über die Ausschreitungen bayerischer Orgeschmannen im un- besetzten Schlesien meldet uns ein eigener Bericht aus Breslau: Im unbesetzten Schlesien haben sich aus Bayern kommende Freikorpsleute in R a m s l a u und Neiße schwer« Uebergriffe zu- schulden kommen lasten. In Namslau haben sie, wie aus den Be- richten unserer Parteigenosten, die amtlich nicht dementiert werden konnten, hervorgeht abgelieferte Waffen ans dem Rathause mit Gewalt geraubt. In Neiße haben Angehörige eines bayeri- sehen Freikorps„Oberland" unseren Partei grnosten herlwig, den Redakteur de« dortigen Parteiblattes, bedroht, weil er unter »oller Anerkennung de. Recht« der Oberschlefier aus Selbstabwehr die Zureise der bayerischen Oegeschleut« kritisierte. In beiden Orten haben sich die Behörden korrekt verhalten. In Namslau haben sie energischen Widerstand gegen die Uebergobe der Waffen geleistet. Anscheinend ist aber die Sicherheitspolizei im Grenzgebiet trotz eingetroffener Berstärkung nicht stark genug, um dem Treiben der Freiwilligen entgegenzutreten. Abgesehen von den boyerffchen Orgeschleuten sammeln sich die Freiwilligen hauptsächlich nicht im unbesetzten Schlesien, sondern im Hoheitsgebiet der Inter- alliierten Kommission selbst, wo sie vor amtlichen Belästigungen anscheinend weit sicherer sind. Ganz Aehnliches weiß ein Spätabendblatt zu melden, das außerdem schreibt: Bedauerlich bleibt, daß sich unter den Selbstschutztruppen auch bayerisch« Orgeschmänner befinden, die in Unkenntnis der ober- schlesischen Verhältnisse auch gegen Bevölkerungskreise vorgehen, die deulschfreundlich sind. So haben sich bayerische Freikorps- angehörige Uebergriffe gegen Personen zuschulden kommen lassen, die sie wegen ihrer wasterpolokischen Mundart al» Anhänger der grohpolnlschen Zdee Korsaulys ansahen. Dazu kommt noch die scharfe antisemitische Richtung, die die Bayern in die Freikorps hineingetragen haben, trotzdem die jüdische Bevölkerung Oberschlesiens aufopferungsvoll für die Sache Deutschlands kämpft. Bezeichnend für die reaktionäre Gesinnung der bayerischen Freikorps ist es, daß sie jüdische Freiwillige, die sich bei ihnen an- meldeten, wegen ihrer Konsession abgewiesen hoben. Die bayerischen Freikorps stellen weiter nichts dar als bewaffnete Haufen be stimmte? politischer Rich- t u n g e n. Es braucht wohl kaum hervorgehoben zu wer» den, welche Gefahr für die Republik wie überhaupt für jedes geordnete Staatswesen entsteht, wenn bewaffnete Haufen ganz einseitiger politischer Zusammensetzung und obendrein o b n e jede Kontrolle des Staates ihr Unwesen treiben können. Ddzu sind diese Haufen nur geeignet, der deutschen Sache schwer st en Schaden zuzufügen, für ihren eigentlichen Zweck aber so ungeeignet wie möglich. Jedenfalls haben die Bayernhaufen w Dresden, Nams- lau und Neiße gezeigt, daß ihr angeblicher Kampf für Ober- fchlesien nur Maske ist zur Entfefselunjj neuen Bürgerkrieges. Wir verlangen, daß die Reichsregie- rung mit allem Ernst gegen diese Landplage und Gefahr vorgeht. Eine Beschlagnahme. Breslau, 23. Mai.(WTB.) Die heutige Ausgabe der„Schle- fischen Tagespost" ist beschlagnahmt wor.den, weil sie ein« Meldung unter der Ueberschrift„Mehr Freiwillige für Oberschlesien" oeröffent- licht hat. Der erste Kriegsi Die Vernehmung de Nach Eröffnung der gestrigen Verhandlung in Leipzig gegen die wegen Kriegsverbrechens angeklagten Personen durch Senats- Präsident Schmidt erfolgt der Zeugenaufruf. Hierauf gibt der Angeklagte H e y n e n, zur Person befragt, an, daß er am 20. Juni 1875 in Barmen geboren und dort seit 23 Jahren bei derselben Firma zuerst als Kutscher und dann als Küfer tätig sei. Der Inhaber der Firma hat ihm wegen seiner Zu« oerlössigkeit und Arbeitssamkeit dos beste Zeugnis ausgestellt. Der Präsident ermahnt ihn, rückhaltlos der Wahrheit die Ehre zu geben und keinerlei Ausflüchte zu machen. Mit Rücksicht auf eine Reihe ihm zugegangener Zuschriften erklärt der Präsident, daß für p o- litische Erörterungen in diesem Saale, der nur der Ge» rechtigkeit diene, kein Raum sei. Heyne» soll in der Zeit vom 13. Oktober bis zum 2(5. November 1915 im Gefangenenlager Herne in 3g Fällen sich der Gcsangenenm! ßhandlung schuldig gemacht haben. Neuerdings sind noch 7 Fäll« hinzu- gekommen, so daß es sich im ganzen um 45 Anklagefällr hon» delt. Es kommt dabei ein« Verfehlung gegen Z 122 des Militär- strafgefetzbuches(Mißhandlung Untergebener) in Frage. Ein Teil der dem Angeklagten zur Last gelegten Handlungen ist bereits früher vom Kriegsgericht Münster abgeurteilt und mit 2 Wochen Mittel- arrest geahndet worden. Diese Strafe ist durch die militärische Am- nestie vom 7. Dezember 1318 erlassen worden. Der Vorsitzende macht den Angeklagten darauf aufmerksam, daß mit Rücksicht auf das Gesetz über Kriegsdelikte diese Fälle nochmals aufgerollt werden müssen und daß Verjährung und An- nestie der Aburteilung aller unter Anklage gestellten Fäll« nicht entgegenstehen. Änf Befragen erzählt der Angeklagte, wie er als Unteroffizier an das Gefangenenlager Herne versetzt wurde und daß ihm dort 230 Engländer und 40 Russen unterstellt waren. Der Präsident hält dem Angeklagten vor, daß noch den bestehenden Vorschriften die Gefangenen genau so zu behandeln waren, wie deutsche Soldaten. Die Anklage beschuldigt ihn. Gefangene mit Fäusten, mit verschiedenen Gegenständen und durch Fußtritte mißhan- delt zu haben. Auch mit Steinen soll er nach Gefangenen ge- warfen haben. Gefangene, die sich krank melden wollten, soll er daran gehindert haben. Der Angeklagte bestreitet im allgemeinen sich bewußt straf- bar gemacht zu haben. Auf Befragen des Reichsanwalts gibt der Angeklagt« er- neut zu, die Vorschriften, welche die Mißhandlung van Gefangenen verbieten, gekannt zu haben. Nach den bestehenden Vorschriften sei er berechtigt gewesen, von der Waffe Gebrauch zu machen, wenn seinen Befehlen nicht Folge geleistet wurde. Von den englischen Zeugen wird zunächst John P a r r y vernommen. Er sagt, die Betten im Gefangenenlager seien gut gewesen, die Nahrung aber war schlecht. Der Zeuge ist am 21. Oktober 1914 in Gefangenschaft geraten und am 23. Oktober 1315 in das Gefangenenlager Herne gekommen. Die ihm und feinen Landsleuten zugemutete Arbeit im Bergwerk hätten sie nicht leisten wollen, da sie darin«in« Kriegsarbeit erblickten, die ihre Landsleute in Gefahr bringen könnte. Der An- geklagte habe feinen Befehl, die Arbeit aufzunehmen, mit G e» wolt durchzuführen versucht. Wegen seiner Verweigerung der Arbeit habe ihn der Angeklagte mit dem Gewehrkolben ge- schlagen, so daß er besinnung-los niedergefallen sei. Der Zeuge sagt weiter aus, er habe eine Wund« am Bein ge- habt und habe«inen Arzt verlangt. Der Angeklagte habe aber er- widert, da genüge ein Bad. Einen anderen Gefangenen namens C r o ß habe der Ange- klagte absichtlich abwechselnd unter eine kokte und eine heiße Brause gestellt und ihn lange Zeit darunter gelassen. Heyne» bestreitet dos Der Zeuge bekundet dann weiter, der Angeklagt« habe ihn beim Heruntersteigen einer Treppe gestoßen. Der nächst« Zeug« ist der Engländer H e n r y A b e l. Er gibt an, 12 Engländer feien bei ihrer Ankunft im Lager vom Ange- ------ ran-i i i--- 1---■- �msteröam und Gberfchlesien. lieber die Dorstandssitzung des Internationalen Gewerkschafts- bundes am 20.. Mai in Amsterdam, die sich mit dem oberschlesischen Aufstand befaßte, sei noch folgendes nachgetragen: Wie der Sekretär Ondegeest mitteilte, hatten sich die von de« deutschen Gewerkschaften eingereichten Beschwerden über den polnischen Terror so sehr gehäuft, daß das Bureau sich entschloß, die Zentralkommission der polnischen Gewerkschaslsverbände in Dorschau und eine Kommission au» Oberschlesien zu der Dorstandssitzung zuzuziehen. Die oberschlesische Kommission konnte jedoch nicht nach Amsterdam kommen, weil, wie t e i p a r t namens des Allgemeinen Deutschen Gewerkschostsbunde« in der Sitzung mit- teilte, infolge der polnischen Besehung keine Verbindung mit den Genossen in Oberschlesien herzustellen war. L e l p a r t erhob lebhafte Beschwerden über die polnischen Gewalttätigkeiten und deren Begünstigung durch die französische Besatzung, ober auch über die polnischen Gewerkschaften in Oberschlesien, die schon in einem Rundschreiben vom 2Z. ZNärz gegen alle deutschen und polnischen Arbeiter, die bei der Abstimmung am 20. März für Deutschland votiert hatten. die Drohung richteten, daß„diese Renegaten damit ihr eigene» wirtschaftliches Todesurteil gesprochen hätten". Das sollte heißen, wie es weiter in dem Rundschreiben auch offen ausgesprochen war. daß man ihr« weitere Beschäftigung Im oberschlestichen Industriegebiet nicht zulassen werde, ver Vertreter der Gewerk- schaften Polens, Z u t a w s k y aus Warschau, bezeichnete die polnische Organisotiou. die dieses Rundschreiben erlassen hat. als eine gelbe und nationalistische Ge werkschaft. Er bedauerte die vor- gekommenen Gewalttätigkeiten und hielt den gangen Aufstand für überflüssig und daher zwecklos, lehnte es aber ab. die beteiligte« Leute schon zu verdammen,«eil man sie erst hören müsse. Wetter behauptete der Vertreter Polen», daß auch die deutschen Arbeiter nicht schuldlos seien, sonder« baß auch ihuen Gewalt- täliakeilen gegen pelnifchc Arbeiter nachgewicse» werden könnten. So war seiue Red«, wie der Vertreter Deutschiond» iu seiner Er- widerung feststellte, im Grunde geuvmmen doch nur ein« V e e t« i d i. gung de» polnischen Aufstandes. Auch Oudegeest meinte deshalb am Schlufie der mehrstündi- gen Aussprache, er hätte gewünscht, daß Zutawsty weniger nationalistisch gesprochen hätte. Wix wir bereits meldeten, war das Ergebnis dieser Besprechung der Beschluß,«in« Kommission, bestehend au» Iauhaux, F i m m e n und Williams, nach Oberschlesien möglichst bald zu entsenden. Wir hoffen, daß diese Kommission glücklicher sein wird als ihre Vorgängerin, welche Ansang März nach Oberschsesien ge- langen wollt«, jedoch nicht weiter als bis Breslau kam, weil Herr L e R o n d ihr aus leicht zu erratenden Gründen die Ein- reijeerlaubui» verweigert hatte! r englischen Zengen. klagten eingesperrt worden, weil sie die Bcrqwerksarbeit«er- weigerten Von dem Angeklagten selbst will der Zeuge gelegentlich mit einem S.t o ck geschlagen worden sein. Demgegenüber behauptet der Angeklagte, er habe überhaupt keinen Stock gehabt. Der Zeuge bleibt bei seiner Behauptung und bekundet weiter, daß der Ange- klagte einen Mann mit dem Seitengewehr auf die Nase geschlagen babe. Auf Vorhalt gibt der Zeug« an, dies fei geschehen, als die Gefangenen sich weigerten, sich anzustellen. Sodann wird die Aussage des Zeugen Parry im Prozeß gegen den Angeklagten vor dem Kriegsgericht in Münster verlesen, nach der der Zeuge selbst Mißhandlungen Gefangener durch den Ange- klagten nicht wahrgenommen hat. Aus Gerichtsbeschluß werden nunmehr die Aussagen der vor dem Polizeiaencht in London eidlich vernommenen Zeugen ver- lesen. Die Vernehmung ist erfolgt in Anwesenheit eines Vertreter» der Reichsanwaltichast und eines Verteidigers des Angeklagten. In den Aussagen ist die Red« von der Weigerung der Engländer, Berg- werksorbeit zu leisten. Der erste Zeuge hat bekundet, daß der An- geklagte ihn mit der Faust in» Gesicht geschlagen habe, so daß Blut floß. Die Wachmannschaften hatten die Gefan- genen mit ihren Bajonetten bedroht und ihnen die Bajonette vor den Leib geholten. Der zweite Zeuge, von Berns Gärtner, hat nie ein Bergwerk gesehen und weigerte sich, die Arbeit auf der Grube„Friedrich der Große" in Herne zu leisten. Er bekundet ebenfalle, daß der Angeklagte einzelne Gefanaene geschlagen hat, um sie zur Arbeit zu zwingen. Ein dritter Zeuge hat die Miß- Handlungen des Eroß mit angesehen. Um 2 Uhr wird die Verhandlung auf VA Uhr nachmittag» vertagt. Ncich der Pause wird die Vernehmung der Zeugen fortgesetzt. Der frühere englische Kriegsgefangene Erneft Jones will von dem Angeklagten mißhandelt und beleidigt worden sein. Er gehört zu denen, die die Bergarbeit verweigerten, und gibt an, daß der An- geklagte ihm auf den Kopf geschla gen habe. Eine Krank- Meldung habe der Angeklagte zurückgewiesen. Der Angeklagte wen- det ein, daß der Zeuge ihn angerempelt Hab«. Der Zeuge Wi l l i a m Lenard Gothord Hot ebenfalls den Bergmannsdienst ver- weigert und erklärt, er sei vom Angeklagten vor die Brust und ins Gesicht geschlagen worden. Andere Gefangene seien mit Kolben- st ö ß c n mißhandelt worden, als sie sich sträubten, Bergarbeit zu leisten. Der unter die Brause aeitellte Croß sei schon vorher geistig nicht normal gewesen. Zeuge Charles Burrage spricht eben- falls von der Arbeitsverweigerung und dem Fall Croß. Der Be- hauptunq des Zeugen, der Angeklagt« Hobe einen Revolver ge- tragen, tritt dieser mit Entschiedenheit entgegen. Auch dieser Zeug« bekundet, daß der Angeklagte kranke Gefangene verhindert habe, sich krank zu melden. Der Zeuge Sidny Smart macht bezüglich der Vorgänge bei der Arbeitsverweigerimg und bezüglich des Falles Eroß ähnliche Angaben wie die früheren Zeugen. Das Essen im Gefangenenlager bezeichnet er als ungenießbar: in der Suppe fei überhaupt kein Fleisch gewesen. Der Präsident bezeichnet diese Aeußerung al» leichtfertig, da bereits ein anderer Zeuge ausgesagt habe, daß das Fleisch zerkleinert in der Suppe gewesen sei. Zeuge William Gi- l e r t hat sich über die Behandlung im Bergwerk bei dem Ange- klagten beschwert und behauptet, deshalb von ihm geschlagen warben zu sein. Er betont, es seien in dem Lager Strafen bis zu 56 Tagen bei Wasser und Brot verhängt worden.-• v Der Präsident stellt einen Widerspruch dieser letzteren Aussage mit einer früheren protokollarisch festgelegten Aussage des Zeugen fest und ermahnt diesen, streng bei der Wahrheit zu bleiben. Der Zeuge Alfred B r i e r s sagt aus, er fei mit dem Gewehr- kalben gestoßen worden und dabei zu Boden gefallen. Wer in der 9tähe des Angeklagten gewesen sei, habe immer Stöße bekommen. Unten im Bergwerk seien die Engländer von den Zivilarbeitern mit Revolvern bedroht worden Um Uhr abends wird sie weitere Verhandlung auf Diens« tag, den 24. Mai, vormittags 9 Uhr, vertagt. Lanötagswahlen in ttorötirol. Innsbruck, 22. Mai.(MTB.) Bei den heutigen Wahlen für den Landtag wurden in N o r d t i r o l für die Tiroler Volks- partei 57 958, für die Grotzdeutsche Volkspartei 12 698, Sozial- demokraten 24 739, Nationalisten 1227 und für die Gruppe der Kriegsopfer 475 Stimmen abgegeben, 14 Gemeinden stehen noch aus. Don den 36 Mandaten für Nordtirol dürften 24— 25 die Tiroler Volkspartei iEhriftiichsoziale), 8 die Sozialdemokraten und 3— 4 die Großdentschen erhalten. Osttirol dürste 3 Vertreter der Tiroler Volkspartei und einen Führer der Ofttiroler Wähleroereinigung entsenden. Steiermarks Abstimmung. Graz. 23. Mai. tEF.) Morgen wird der steirische Landtag über die Frage der vollSabslimmung wegen des Anschlusses an Teursckland endgültig Beschluß fassen.-Die Festsetzung deS 29. Mai wird wegen der Kurze der Zeit abgelehnt werden. Voraussichtlich soll der 3. Juli festgesetzt werden. Gestern fand eine große Demo». stration für den Anschluß statt. » Wien. 23. Mai. r d n ii n g der Verbandsvorsitzende Schräder..Was die Po- lizei b'-iucht, um Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten, was( nötig ist. um Vertrauen zur Polizei zu gewinnen, dazu sührte der Redner im wesentlichen folgendes aus: Erforderlich sei dringend, daß der Beamte auch das Volksempfinden verstehe, selbst � dann, wenn es sich um ein festes Zugreifen handeln sollte. Rur; die Besten aus dem Volke sind für den Polizeiberuf gut genug, i Wie die Polizei Vertrauen zur Staatsregierung, so müsse diese auch � volles Lertrauen zur Polizei haben. Es müsse möglich sein, die Staatsautorität zu schützen, auch ohne jedes Blutver-� gießen, indem das Volk Vertrauen zur Polizei gewinn«, indem es wisse, daß es bei dieser Schutz, Rot und Hilfe finde. Andererseits müsse auch der Polizcibeamte wissen, daß er nicht bloß als Stief- k i n d de« Staates angesehen werde. Seine Gegenwart und ebenso seine Zukunft müssen sichergestellt sein. Wenn man das System be- i folgen wolle, die Anstellung bloß auf 12 Jahre zu bcmesien, dürfe es i schwer werden, die besten Kräfte für den Polizeidienst zu gewinnen.■ Die Ausführungen fanden lebhaften Beifall. Zweiter Referent war Polizeikommisiar Heimannsberg, � de? sich über Fragen der kommunalen Polizei verbreitete. Er sprach der Regierung das Vertrauen aus, daß sie den Beamten helfen und auch ihnen gerechte Forderungen nicht versagen werde. Als dritter Referent sprach Polizeiinspektor Bäcker zu dem. selben Punkt. Er wies in seinen Ausführungen darauf hin. daß e? außer der staatlichen auch eine kommunale Polizei gebe, die ebenso Anspruch auf staatliche Fürsorge habe. In der kommu- nolen Polizei sei der Betrieb so eingerichtet, daß kein Rechtsnchen- der von Pontius zu Pilatus laufen müsse, sie arbeit« auch viel ein- facher im Bureaubetrieb und es sei höchste Zeit, auch in der Staats- volizsi gesunde Reformen eintreten zu lassen. Es müsse auch ge- fordert werden, daß der Staat die Pflicht anerkenne, die kommu- nalen Polizsibeamten mit allen Rechten und Pflichten in den Staats- dienst zy übernehmen. Ministerialdirektor A b e g g erklärte, daß die Behauptung, der Staat sei nicht geneigt, die kommunalen Polizeibeamten aufzu- nehmen,'unzutreffend sei. Hinsichtlich der Anstellung liege der Be- ichluß noch nicht vor. Man möge der Staatsregierung bei der schweren Aufgabe helfen, die Neuordnung des Polizeiwesens zu er- füllen. Magistratsrot Dr. Fälsche bemerkte, daß für llebernahme■ von kommunalen Polizeibeomten in den Staatsdienst der Grund« fatz aufgestellt worden sei, hie Differenz bei der Gehaltsfrage seitens der Stadt zu tragen. Hierauf folgte eine rege Aussprache, die den restlichen Teil des Tages für sich in Anspruch nahm. Tarifverhandlungen im Steindrnckgewerbe. Während die Gehilfenorganisation den am 31. Mai ablaufenden Reichstarifvertrag für da» deutsch? Lithographie- und Steindruck- .«werbe um ein Jahr verlängert wissen wollte— bei Beseitigung einiger mangelhafter Bestimmungen—, haben die Unternehmer den Vertrag gekündigt. Wie sie versicherten, nur um die ihnen notwendig erscheinende Ellenbogenfreiheit zu ?[«Winnen. Am 7. Mai begannen die Verhandlungen. Dabei uchten auch die Christlichen, die kaum 70 Arbeiter erfaßt haben, mitzuwirken, was der 23erbond der Lithographen und Steindrucker ablehnen mußte. Die wesentlichsten Punkte der dreitägigen, außerordentlich scharfen Auseinandersetzung bildeten Arbeitszeit, Arbeitslohn, Stück- lohn, Prämienorbeit und Fsrienfrage. Dem Antrag der Unter- nehmer auf Einführung der reinen 48stündigen Arbeitszeit stand ein Antrag der Gehilfen auf Einführung der 46stündigen Arbeits- zeit gegenüber. Wie sich in der späteren Auseinandersetzung ergab, war ein Antrag auf Abbau der Löhne von den Unter- nehmern nur deshalb nicht gestellt worden, weil man unter allen Umständen die Anerkennung der 48stündigen Arbeitszeit durchdrücken wollte. Man glaubte, auf diesem Wege sowieso zu einem Abbau der Löhne zu kommen. .Beschlossen wurde schließlich, es von einigen aus der Praxis hervorgegangenen Notwendigkeiten bei der bisherigen 4 7 st ü n- digen Arbeitszeit zu belassen. In der Lohn frage wurde vereinbart: Bei Abschluß des Tarifs erhalten ab 1. Juni 1S21 eine wöchentliche Teuerungszulage: Gehilfen unter 24 Jahren 1» M., über 24 Jahre 1ö M. Die Wochengeldsätze für Lehrlinge wurden wie folgt festgesetzt: im ersten Lehrjahre 20 M., im zweiten 30 M., im dritten 4S M. und im vierten 60 M. Die übrigen Positionen des bisherigen Vertrages, wie Uebcrstunden, Ferien, Entschädigung aus Z 618 des BGB und allgemeine Bestimmungen erfuhren in der Haupt- fache nur Aenderungen mehr redaktioneller Natur. Trotz wiederholter Vorstöße der Gehilfenvertreter, in der Ferienfrage und auch im Lchrlingswssen weitergehende Forderungen durchzusetzen, konnte ein Mehr nicht erzielt werden. Immer wieder be- tonten die Unternehmer, daß sie nur bei einem Entgegenkommen in der Arbeitszeit weitere Zugeständnisse. machen könnten. Laut Statut unterliegt nun das Ergebnis dieser Verhandlungen der U r a b st i m m u n g der in den Berufen Beschäftigten. Erst die Abstimmung wird ergeben, ob ein neuer Tarif auf der Grund- läge des Berhandlungsergebnisses abgeschlossen werden soll. TaS Berliner Arbeiter-Tekretariat im Jahre 11)20. Das Arbeiter-Sekretariat wurde im Jahre 1920 von insgesamt 113S2 Ratjucl'enden in Anspruch genommen, denen in 12768 Fällen Auskunft erteilt wurde. Von den Auskunftsuchenden gehörten 9 6 71 Personen gleich 8 5,20 P r o z. den gewerkschaft- lichen Verbänden an. Von den Auskunstjuchenden wohnten 10 3 4 9 in Berlin, 10 0 3 in anderen Orten. Insgesamt wurden 3950 Schriftsätze angesertigt. Davon entfallen: auf die Arbeiterver- sicherung 235 2: auf den Arbeits- b.zw. Dienstvertag 101: auf das bürgerliche Recht 151: auf das Strafrecht 112: auf Gemeinde- und Staatsangelegenheiten 81: auf Militäroersoroung bzw. Militärwefen 1001: auf Privat- bzw. Angestelltenversicherung 9: auf sonstige Sachen 83. Von den Auskünsten entfallen: auf die Arbeiterversichc- rung 7 2 9 0 gleich 5 7 P r o z. aller Auskünfte. An erster Stelle auf dem Gebiete der Arbeiterver sicherung steht auch in diesem Jahre die Unfallversicherung mit 4898 gleich 67,18 Proz. Dann folgt die Invalidenversicherung mit 1195 gleich 16,33 Proz.: die Krankenversicherung mit 1118 gleich 1 5, 3 2 P r o z.. Die persönliche Vertretung ersolgte in 380 Fällen mit 420 Terminen. Davon enffollen auf das Reichsversicherungsamt 81: auf das Ober- versicherungsamt 2 01: auf das Gewerbe- bzw. Kaufmannsgericht 4 8: auf das Amtsgericht 2 1. Der Ausgang des Rechtsstreits wurde dem Sekretariat in 400 Fällen bekannt. Das Resultat war in 3 23 Fällen für die Arbeiter bzw. Arbeiterinnen erfolgreich, in 77 Fällen— hier find die am Jahresschluß noch unerledigten Fäll« mij eingerechnet— erfolglos. Bon den mit Erfolg vertretenen Fällen entfallen, nach der Art des Rechtsstreits gegliedert: auf die Unfallversicherung 2 4 2: auf die Krankenversicherung 15: auf die Invalidenversicherung 5: auf d«n Arbeits- bzw. Dienstvertrag 2 1: auf Schadenersatz bzm. Hoitpslichtsachen 4 0. Di« letzteren Fäll« wurden bis auf wenige Ausnahmen durch dos Sekretariat im Wege des Vergleichs mit deu Parteien geregelt. In einem Fall« wurden für den Beschädigten 14 000 M.(gegen 500 M. Angebot) erwirkt. Die B« s u ch s z i f f« r ist gegen das Vorjahr um ein Geringes zurückgegangen. Der Rückgang kann einwandfrei durch die Ver» lsgung der Bureoustunden erklärt werden. Die Bureau stunden des Sekretariats sind jetzt täglich von 4— Uhr nachmittags; an �Sonnabenden vormittags von 11—%1 Uhr. Buchbinder! Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, in der Schulaula Annenstr. 1 b Versammlung der auf dem Boden der SPD. stehenden Kollegenschaft, die zu den letzten Vorkommnissen str der Zahlstelle Stellung nehmen soll. Gleichzeitig erinnern wir daran, daß Sonnabend, den 28. Mai von 1 bis 7 Uhr die Ausschußwahlen zur Ortskrvnkenkasse der Buchbin- der stattfinden. Alle über 21 Jahre alten männlichen sowie weiblichen Mitglieder der Kasse sind wahlberechtigt,_ jedoch nur gegen Wohlausweis. Die letzteren müssen bis spätestens 26. Mai von dem Bureau der Ortskrankenkasse, Stralauer Str. 7/9, durch die Vertrauensleute der Betriebe oder von den einzelnen Mit- gliedern persönlich angefordert werden. Wahllokal ist das Bureau der Krankenkasse sowie das Lokal von Rathmann, Wilhelmstr. 118. Wir bitten die Kollegenschoft, nur Liste 1 zu wählen, die mit dem Namen Franz Schmidt beginnt. Die Liste 2 ist von der Kommunistischen Ortsverwoltung aufgestellt, und unbekümmert um die Fähigkeit der einzelnen Kandidaten nur nach Parteigrundsätzen aufgestellt. Wer nicht will, daß die kommunistischen Zänkereien auch bei der Krankenkasse wie in unserer Zahlstelle einreißen, der gebe am 28. Mai seine Stimme der Liste 1.— Der Aktionsausschuß der SPD. Forkschriklkursus für Techniker, Ingenieure, Werkmeister und Angestellte! Heute beginnt ein Fortschristkursus über„Betriebs- kontrolle durch Buchhaltung und Bilanz". Er umfaßt 5 Doppel- stunden und findet abends von 7 bis 9 Uhr an folgenden Tagen statt: Dienstag, den 24. Mai: Freitag, den 27. Mai: Dienstag, den 31. Mai: Freitag, den 3. Juni: Dienstag, den 7. Juni. Unter» richtsftätte: Städtische höhere Fachschule für Textil. und Beklei- dungsgewerbe, Warschauer Platz 6/8, Zimmer 115. Die Hörer» gebühr beträgt 6 M. Anmeldungen werden im Kursus entgegen- genommen.— Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale. Das Bezirksamt Tharlottenburg teilt uns zu unserer Notiz in Nr. 220 betr. das Charlottenburger Jugendheim mit, daß der im April zwischen der Arbeiterschaft und der Leiterin des Jugendheims getätigte neue Tarifvertrag„ohne Kenntnis und ohne Zustimmung des Bezirksamts" abgeschlossen und daher vom Bezirk Charlottenburg nicht anerkannt wurde. Weiter sagt die Zuschrift, daß eine Erhöhung der im Etat vorgesehenen Löhne, die von uns mitgeteilt wurden, nicht möglich ist. Die belgischen Seeleute haben die vorgeschlagene Lohnerhöhung angenommen. Demzufolge wurde mit großer Mehrheit be- schloffen, die Arbeit wieder aufzunehmen. S«!tscher EWS- und Siivsbandranche! Heute «>4 Uhr im„Dresdener Ättfino", Dresdener Str. 96, Versammlung. Die Kol- legen der Seltionsleitung sowie der Streikkommtssion müssen ein« halbe Stund« früher zu einer Besprechung erscheinen. Betriebsräte der Bcileidnngaiudnstriel Di« für Mittwoch angekündigt« Gruppenversammlunq findet nicht statt Freigcwerksch. Betricbsrätezendrale. Wach- und s sdmtl.M areniiäuseru A.SVerttsfm.sonsi portofrei bei Htrm. A. Oroesel, Berlin, KOnigsrätzerbir. 49 Wahloorfchiäae der«rd-itaeder müssen von mindestens 10 Wahi Allg.Oi'lsMeiikasA BerliD-Teispeiliol. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 91 der Satzung find für die Wahl- Periode vom L Januar 1922 bis 31. Dezember 1925 in ge- trennter Wahlhandlung zu wählen: 15 Arbeffgebervertreler und 30 Ersatzmänner: 30 Berstcherienoerfreter und 30 Ersatzmänner. Die Arbeitgeber wählen am Ittonfag, beu 1. Uugafl 1921. von nachmittags 1 bis 7 Uhr, im Sitzungszimmer der Allgemeinen Ortskranlenlasse sür BerNn-Tempelhos, Theodor- stratz« 5a, die Verficherten wählen am Dienstag, den 2. August 1021, von vor- mittags 10 Übt bis nachmittags 7 Uhr, im Restaurant Hermann Schulz, Beriin-Tempilhos, Ber- linsr Str. 125. Die Wahlberechtigten werden hiermit auigesordert. Wahlvar» schiäge, gejondert für Arbeit- geber und Versicherte, bis spä- testens 3. Juli 1921 dem Kassen- vorstand einzureichen. Di« -* �" ttaed berechtigten mit zusammen 30 Stimmen, die Wahlvor- ichläge der Verficherten von mindestens 30 Wahlberechtigten unterzeichnet fein. Die Stimmabgabe ist an diese Wahlvor- schiäge gebunden. Die au» den eingereichten Mail vorschlagen sich ergebenden Anstände müssen bis zum 17. Juli 1921 beseitigt sein. Die Arbeitgeber- und Mtt- giiederverzeichnisse Tonne» werk- täglich von 8 bis 1 Uhr im Kassenlofal eingesehen werden. Einsprüche gegen die Richtig- fett find bis spätestens 3. IÜU 1921 beim Kassenoorstand ein- zulegen. Die Wahlvorschläge liegen vom gleichen Tage ab von 8 bis I Uhr im Kassen. lokal zur Einsicht aus. Aus die einschlägigen B»- stimmungm der Sagmag und Wahlordnung wird besonders hingewiesen. Der Wahlausschuß ist befugt, die Wahl- und EXimmber-chN. gung jedes Wähler, zu prüfen, und wird daher die rechtzeitige Beschassung eine» Ausweises empfohlen. Berlin-Tempelhpf, den 20. Mai 1921. Der Vorstand der Allaem. Ortskranlenlasse für Berlin-Tetnpelhof. Paul KOIImer, 1. Borfitzeyber. Carl SchmUIlIng, Schriftführ. llezichsverb. Gr.-Berlln j 30. Abteilung Noch langem, schwerem i Leiden ist unser langjäh- riger, treuer Parteigenosse j Karl BSnniger «uglerftr. 149, am Freitag, 3 den 20. Mai, im 50. Lebens- r, jähre verstorben. 175/17 Ehre feinem Andenke»! Die Einäscherung findet am Miitwoch. den 25. Mai. nachm. V*4 Uhr, im Krematorium Derichtstrass« statt. zahlreiche Beteiligung er- mattet Di« Abt.. Leitung. Deutscher lietallirbeltmerli. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- recht, dass unser Kollege, der Preffer 90/16 Hermann KHx (Bubenet Str. 1 am 21. Mai verstorben ist. Die Einäscherung findet amDonnersMg, den 26 Mai, nachm. 5 Uhr, im Kiema- torium lSettchistraßc statt. Ferner starb am 21. Mai unser Kollege, der Schlosser klorian Birnstiel Unechter Str. 22. Die Einäscherung findet amDonnersiag. den W.Mai, nachm. 4 Uhr, im Krepta- torium lsterichtstraße statt, Ehre ihrem Andenke»! Rege Beteiligung ermattet Die Ottsverwaltung. 0r. Scatti, Rosrnthalcrst. 69-74 für alle Geschlechts-, Haut- Harn-, Frauenleid. Syphiiis- Saivarsan-Kuren Blutunters Damen separat. 10—1. 5— 7. WMMiMWWWNSIiS I SPEZIALARZT 1 ÜDr. med. COLEMAN 1 3Frfedrfslist91�2,n.Bahnb,3 gnaot., Oefchi.-, Frauerleid.:. = Sexuelle Neurasthenie. Z Ispr-lO-l-M. Sonnt. 10-12 3 Zurückgekehrt:[2970 Dr. Zadek OranienstMCQ. Moritzpt.döBI « Tnehlabrik-ltiederlage a von M. I stnprecht. Beelin- Treptow. Daurfjistr. 17 i-ertauti Oott m-. Berrenstoste zu ssabrikpr-iien an Prioal« Düte dauert, aiw Herreustoste van 45 M. an auswarf