* Nr. 24» ♦ ZS. Jahrgang Musgabe B Nr. 120 Bezugspreis i BirrHIjad, 90,— HL, montttl rtr- M. frei ins Haus, voraus zahlbar, Post» dezug: Monatlich lO.— M. einschl. Yu» er Kreuzband Nir das Saar- und >i« ehemal» beut- Ichen Sebiete Polens, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg ZO.— M,, mt da» übrige Ausland 27,— M. Post» bestellungcn nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tichecho- Slowalei, Däne» marh Holland, Lureuiburg, Schweden und die Schweiz, Der.Porwän»" mit der Sonntage Ott._________ M___ «rlchrlnt wochentaglich zweimal, Sonntag» und Montag» einmal. Zeiearamm- Adresse: »Sozlaldamalrai Perlt»- Abend-Ansgabe Vevlinev Volksblatt [ 20 Pfennig� SluzetgeupretS, Di» achtgei»alten,«onpareillezeil» laste» d/!0 M,»Alaine Anjaigrn- da» letigedruckr« Varl l/zi M.,— AI Kiellengeluch, UN» Schlalftellenanzetgen da« erst, War» L— vi. ledr» w,»»r, Vor, « vlg. Wort«»de, lb Suchstab, v zildle» iiir zwei Wort»»annlien-An, zeigen für Abonnenten zcil» 3�- M »t« Preis» oerstehen sich»inschttehlich Zeuerungszulchlog, Anzeige» silr die'nllchfte istumme- mststen dt» S Uhr nachmittag» iw dauptg-Ichüft. Berlin SW vb. Linde», strahe st abgegeben werden, Seosinei von 9 Uhr srith hl» S Uhr abend» Zentralorgan der rozialdemokratifcben parte» Deutfdblands Neüaktion und Expedition: SW dS, Lindenstr. Z Fernsprecher:?edanio» Moritzplah ISI VS— y? Expedition Moritzplatz 117ä3-51 Donnerstag, den 26* Mai 1921 Vonvarts-Verlag G.m.b.H., EN) öS, �tndenstr.A »kerllkvreckter' Berlag, Expedition und Inseraten» "„prenier. Abteilung Moritzplatz 11753-54 Srianö wünftht öeutsthe Arbeit. p a r l». 25. Mai.(MTV.) Gestern vormlklag empfing Mnister- prästdenl Lriavd die Mitglieder de» Bureau» des Ziktionsausschustes für die zerstörten Gebiet«, denen stch mehrere Parlamentarier an- geschlosten hatten. Der Präsident de» Ausschüsse», der seinerzeit an- lählich de» von der C. G. T. organisterten Kongresse» gel ildet worden ist. aber eine durchan» selbständige Körperschaft darstellt, wie» auf die traurige Lag« der geschädigten Bewohner hin, die sich mit Be- sprechungen nicht mehr begnügen wollten, sondern von der Regie- rung einen Gesamtplan für den Wiederausbau verlangten. Der Sekretär de» Au»schuste,. Doucedame. verlangte, daß sobald al» möglich in den besonder» schwer verwüsteten Gebieten, der so- genannten.roten Zone", ein Versuch mit der deutschen Teilnahm« am Wiederaufbau durch Lieferung von Materi- allen und Arbeitskräften gemacht werde. Senator Carpenller und vepullerter Vezulse erklärten, ein großzügiger wiederaufbauplan ohne Mitarbeit aller Völker, inibesonder« de, deutsche«, sei unmöglich. Ministerpräsident Vriand erwiderte, er sei ohne Vorbehalt für die Verwendung deutschen Material» und ebenso für dl« hinzu- ziehnng deutscher Arbeitskräfte unker der Voraussehung. daß e» sich um gelernte Arbeiter handele, und daß die Einwohner der fragllchen Gebiete damit einverstanden seien. Die deutsche Mit- arbeil in natura, die unter der vorigen.alldeutschen- Re- gierung nicht in Frage gekommen sei, scheine setzt verwirkllcht werden zu können. Gr glaube tolsächlich an die Aufrichtigkeit der neuen deutschen Regierung, die anerkannt Anstrengungen mache, um ihre Verpflichtungen innehalten zu können. Briand sagte, er stehe einem sofortigen versuch der Verwendung deutscher Arbeitsträfl« in der .roten Zou«- günstig gegenüber. Er schloß mit der Bemerkvag, er wünsche mU dem Ausschuß in Fühlung zu bl-ibea und würde uichl, Unterlasten, ihm die Beschlüste der Regierung mitzuteilen. Die Holzhäuser. Pari», 25. Mai.(WID.) lieb« die Angelegenheit der von Deutschland zu liefernden 25 000 Holzhäuser für den Wiedttausbau in Nord, und Oststantreich bringt der„Jntranstgeant' folgende Mitteilungen: Heber die Auswahl der Häuser, d. h. über ihren Plan und Prei«. sei bis jetzt weder etwas bestimmt, noch verhandelt worden. Am nächsten Freitag werde In Pari« eine Konferenz zwischen Technikern des französischen Ministeriums der bestellen (Sebiete und deutschen Technikern stattfinden, die besonders zu diesem Zwecke von Berlin kämen. Man habe davon gesprochen, Deutschland einen bestimmten Abschnitt zu überweisen, besten voll- ständigen Wiederaufbau e» fest übernehmen solle. Im Ministerium der befreiten Gebiete faste man hierüd« das Tal d« Ancre zwischen Arras und Amiens in» Auge. Dort sollten die Deutschen an Ort und Stelle die Angelegenheit prüfen und schließ. lich Pläne und Preisangaben aufstellen. Dann werde man sich ent> scheiden._ Gberschlesien Ententekolsnie I P a r i s, 25. Mai.(<£<£.) Gegenüber der Darstellung des.Echo de Paris- hält d« Chefredakteur d«.Chicago Tribüne-, Henry Wale,, an fein« Behauptung fest, daß 0b«fchlesten ein auto- nomer Staat werden würde. Danach würde vbetschlesten für einen Zeitraum von dreißig Zahrön od« für eine noch längne Frist ont« die V«waltung des 0b«sten Rates od« des Völkerbundes gestellt w«den. bis Deutschland olle Reparalionsv«pfllchluogen«füllt hätte. AndercrseUs wünsche man ab«, daß Frankreich. Zkallen und Eng- land ihre Vcrtret« in d« Z. S. durch and«e ersetzen. England und Italien begünstigen angeblich die Schaffung eine, unabhängigen Obttschlefiens. Da» Gebiet würde unt« Vnwaltung von ein« Zn!erallII«leu Sommlsflon unl« Mitwirkung deutsch« und pol- nisch« v«kret« gestellt wnden. Parts. 25. Mai.(CE.)„Echo de Paris' meldet, daß man in Paris einen au» suristifchen und wirtschaftlichen Sachoer st än> digen bestehenden interalliierten Rat wünsche, der die oberschlestsche Frage von der technischen Seite au» zu lösen hätte, namentlich soweit stch die technischen Schwierigkeiten auf die Zu- teilung der Gewäster und der Elektrizitätskraft beziehen. Dadurch soll Polen und Deutschen ein Titel gegeben werden, ihrerseits die Arbelten fortzusetzen. Angeblich schließen dt- Italiener sich d« französischen Auffassung an. Der Oberste Rat soll in den ersten Iunttagen in Boulogne sur wer tagen. England und Frankreich. Part», 25. Mai.(CC.) Die Lord Curzon überreichte ftanzö- stsche Note üb« Oberschlejien beweist, baß Frankreich an sein« Politik festhält. Nach Mitteilung des Londoner Berichterstatters de».Journal' werden die Feststellungen der englischen Regierung üb« die Haltung Frankreichs in dies« Note in ironischer und wenig freundlicher Form zurückgewiesen. Gleichzeitig werden in einem zweiten nach England gesandten Dokument die englischen Behauptungen z u r ü ck g c w i e s en, und die Hallung Lord v'Abernon» mlhbilk-. gt. weil dies« es ablehnt-, sich dem Schritte de» französischen Botschaft«» Laurent in Berlin an zuschließen. London, 26. Mal.(MTB.) Da» Memorandum de» Quai d'Orsay in Erwiderung de» Memorandum» Lord Curzons vom Freitag ist gestern morgen in London eingegangen. Die ftanzöstsch« Regierung erklärt darin u. a., mit ihren 550 Beobachtern in Oberschlesten könne sie besser üb« die jetzige Lage unterrichtet sein, als die britische Regierung mit ihren 25 V«tretern. «Dolly Telegraph'«klärt dazu. Genauigkeit sei nicht eine aus Mehrheit beschränkte Eigenschaft. Pari», 26. Mai.(TU.) Die britische Antwortnote tellt mit, daß Lord D'Abernon beauftragt worden sei. da» Borgehen des französischen Botschafter, in Berlin zu unterstützen. Die Kammerdebatte. Pari», 25. Mai. Kammer.(Schluß�) Abg. Regaud interpellierte Vriand über die oberschlesische Frage. Er ist einer der Abgeordneten, dl- In Oberschlesien waren, um der Voltsab- stimmung beizuwohnen. Cr wundert sich, daß ledermann er- kläre, er wolle den Friedensv«trag von Versailles anwenden, und daß er trotzdem Zweifel darüber hege, wem Ob«schlesien nach dem Ergebnis der Volksabstimmung zugesprochen werden müste. E, entsteht eine Diskussion über die außerhalb Oberschlesien Wohnenden zwischen dem Redner, dem Ministerpräsidenten und dem Abg. Tardteu. Briand sagt, er habe nur eine Entscheidung der Interallii«- ten Kommisston zu verzeichnen, das gleiche sei aber nicht der Fall für die Festsetzung der Grenzlinie und für die Auslegung d« Ab- stimmung. Er nehme die Verantwortung für eine Lage nicht auf sich, die n i ch t bestehen würde, wenn man Oberschlesien nach dem einstimmigen Beschluß des Ob«sten Rates seinerzeit Polen zuge- sprachen hätte. Abg. Tardieu will erwid«n. wird ab« vom Kammerpräsi. denken daran verhindert. Abg. Regaud beschwört den Minist«vrSsidenten. energisch dm französischen Standpunkt beizubehalten und den deutschen For- derungen Widerstand zu leisten. Schließlich spricht er von beut- schen Manövern, die angcwcndn worden seien, um die Volks- abstlmmung zu fälschen. Falsche Nachrichten seien namentlich üb« die Batst» der polnischen Mark verbreitet worden, Druckmittel seien angewandt worden auf die verstümmelten, um sie glauben zu machen, Polen w«de ihnen die Pensionen nicht bezahl«. Darauf wird dt« Weiterberatung auf heute nachmittag Z ilhr v«tagt._ Korfantps yungerpeitsche. Breslau, 25. Mal.(Eig. vrahtberlcht de».vorwärts'.) In Breslau ist heute eine Reihe von Telegrammen aus dem In find. P o l i t i I ch e r Inhalt dieser Telegramme ist überall durch Zensur beleingt worden. Dagegen sind einige Nummern un- s«e, flotforoi!;« Parteiblatte» milae.ommen. denen wichtige Tai- �____ tgekommen, H.,.... achcn zu entnehmen sind, vor einigen Tagen hatte die Int«. alliierte Kommission aus den Nokschrei der Kottowih« Bevölkerung bin den Oberkommandlerenden General Graci« nach Katkowih geschickt. Aus dem Bericht des.Volksw'.llen- ist zu entnehmen, daß Gracl« dort nur mit den vtttretern d« Entente Besprechungen abhielt. Sewerkschastivertreter hatten«st Gelegenhett, Einzelmeldungen unsere, Parteiblattes zeigen, daß die nsurgenten dl« Verteilung der eintreffenden Leven, mittel verhindern, wast« und Milch w«den an Arbeit«famlNen nur gegen Vorzeigung des polnischen V«. »smilgliedsbuches abgegeben, so daß zahlreiche Arbeit« au» Not In die polnischen Verbände eintreten müssen. Trotz d« äußer ien Notlage der Sattowitz« deutschen Arbeit«schaft schreibt jedoch v«.volkswille' am Dienstag wörtlich:„Auch wir möchten die Orgeschleule, die Serniruppen der bayerischen Desp«adopoNlik«, hi« nicht als Repräsentanten des deutschen Volkes sehen.' Breslau, 25. Mal.(Eig. vrablb«icht des.Vorwärts'.) Die letzten Kämpfe in Oberichlesien wurden von den Polen wieder mehr an die milkelschlesische Grenze herangetragen. So wurde heute vormittag bei K o s e l link» der Od« und bei Malapane wieder scharf von den Polen angegrisfm.» London, 25. Mal.(WTB.) Die.Time»' melden aus Oppeln, daß dle Polen mll systematischen Zerstörungen in d« SlaN Rosenb«g begonnen haben. Die Polen wollen anscheinend den Deutschen und d« Welt im allgemeinen einen Geschmack davon geben, was sie aus dem oberschlesischen Industriegebiet machen würden, wenn man die Palm zwingen würde, es aufzugeben. Seelenfang. Koblenz, 25. Mai. Den neuen Eisenbahntariferhöhungen. die am 1. Juni diese» Jahres in Kraft treten, hat die Rheinland» kommisston nicht zugestimmt. Insolgedesten beHallen inner- halb des besetzten Gebietes die alten Preis« ihre Gültigkeit. Bei Reisen aus dem besetzten ins unbesetzte Gebiet kommen jedoch die neuen erhöhten Tarifs in Anwendung.— Dieser Einspruch soll natürlich den Rheinländern die väterliche Fürsorge Tirards zeigen. Was schi«t es den, daß die Einnahmen des Reiches gedrückt werden. Ab« weh«, wenn es die Goldmilliarden nicht zahlll Der Klein-Kriegsverbrecher. e-ipzig, 25. Mai.(MTV.) Im lung Untergebener zu insgesamt, eh> naten Gefängnis verurteilt. Die gewiß Kteinkauf- ____(1 heynen wurde S Uhr vormittags tias Urteil v e r kündet: Der Angeklagte wurde wegen Mißhand- lung, Beleidigung und vorschriftswidriger Behand- n Mo- erlittene Untersuchungshaft wurde auf die Strafe angerechnet. Die meisten von uns haben bei dem Worts„Aburteilung der Kriegsverbrecher' zunächst wohl an andere Leute gedacht als die des Schlages Heynen. Der zu zehn Monaten Ge- fängnis verurteilte Küfer und preußische Korporal ist auch ein Kriegsverbrecher, aber sozusagen nur Kle mann in dieser Branche. Mit den Kriegsverbrechern steht es nämlich ähnlich wie mit den Kriegsschiebern: es gibt solche eu gros und en detail. Die„Aburteilung der Kriegsschieber" ist uns oft in Aussicht gestellt worden, aber da waren dann auch meist nur die Detaillisten die Opfer der Justiz, kleine Handelsleute. die wöchentlich zehn Pfund Butter von Klein-Zernewitz nach Berlin einschmuggelten, während Schweroerdiener respektvoll in Ruhe gelassen wurden ünd gar zu Ruhm und Ansehen ge- langten. Bleiben wir bei den Kriegs Verbrechern. Da hätten uns die Grossisten in erster Linie interessiert. Die Leute, deren feinbehandschuhte Rechte beileibe nicht selber ohr- feigte und stieß(sowenig ein Trustmagnat Butter durch Bahn- sperren geschoben hat), sondern die nur Befehle erteilten, Befehle, infolge derer dann zehsttausend subalterne Fäuste sich in Bewegung setzten. Es hätte uns interessiert, die Verfasser der Reglements kennenzulernen, hinter denen die Kleinen vom Schlage Heynen sich deckten, offenbar Geistesbrüder des famosen.Sachverständigen" General F r a n s e ck i, der auf die Frage, ob denn auch Schläge ein erlaubtes Mittel gegen Gefangene seien, die ganz Deutschland entehrende Antwort wagt, das wäre Ansichtssache! Eine Zwischenbemerkung über diesen„Sachverständigen": Er erklärt es für M e u t e r e i, wenn sich mehrere Gefangene gleichzeitig trank melden. Wenn die Alldeutschen jetzt fortwährend mit ihrer„Gegenliste" herumfuchteln, so wer. den die darin der Gefangenenmißhandlung angeklagten Fran- zosen, Belgier, Engländer usw. sehr leicht ihre Unschuld be- weisen können— auf Grund desGutachtensdesGene- ra l v. F r a n s e ck i, das die f r a n z ö s i f ch e n Heynen genau wie die deutschen herausreißt! Die Generäle der Franseckischen Denkort,— das waren die G r o s f i st e n des Kriegsverbrechens, sie, die über die Schläge und Kolbenstöße ihrer Korporale hinwegsahen, sie einfach nicht ahnden wollten, wenn sie auch davon wußten. Und indirekte Mitschuldige waren auch sene Ossi- zierskriegsgerichte, ois immer wieder mit der Aus- rede einsprangen, der Angeklagte habe nur die Disziplin wahren wollen, die 14 Tage mittleren Arrestes gegen einen Heynen da für angemessen hielten, wo der Reichsanwalt zwei Jahre Gefängnis beantragte und das Reichsgericht immerhin auf zehn Monate Gefängnis erkannte. Zu den Grossisten des Kriegßverbrechens rechnen wir die Urheber jener Befehle, durch die ganze Landstriche verwüstet, Dörfer in Asche gelegt, Berg- w'erte zerstört, Obstbäume abgehackt wurden. Nicht die Hände, die es ausführten, sondern die K ö p f e, die es ersannen I Und vor allen Dingen dieUrheberdcrbel- ischen Deportationen, des unauslöschlichen chmachfleckens auf der deutschen Ehre. Schlimm genug, daß deutscher Staatsanwalt aus eigenem hatl Eins ist allerdings richtig: Das Treiben der Kleinkriegs- Verbrecher wird durch die Großen keineswegs entschuldigt. Für die Faustschlaa-, Besen- und. Kaltwasserpraktiten des Heynen gibt es im Grunde nur eine Entschuldigung,— auf- die er selber instinktiv versallen ist: daß den gefangenen Eng- ländern nichts weiter widerfuhr, als was Millionen preußischerMuschkoten jahrelang haben durchmachen müssen! Bielleicht war es der innere Höhepunkt des Pro- zesses. als der Angeklagte auf die Frage, warum er nach Ge- fangenen mit Steinen geworfen habe, naiv antwortete:„Das hat unser Feldwebel grad so mit uns gemacht, als w i r Rekruten waren." Das ist das T i e f b e f ch ä m e n d e des Prozesses Heyne» für uns Deutsche: nicht daß die Verurteilung dieses kleinen Menschenschinders auf den Druck oer Entente hin erfolgte, fon- dern daß von zehntausend Menschenschindern nur einer bestraft wird, weil er so dumm war, sich an gefangenen Eng- l ä n d e r n zu vergreifen statt wie die anderen an den noch viel wehrloseren deutschen Rekruten! Müssen wir hier daran erinnern, daß ein Leutnant H i l l e r ,' der seinen Unter- gebenen Helmhake zu Tode peinigte, mit sechs Mo- naten Festungshaft� davonkam, viel milder als jener Heynen, der doch— gehandelt hat, immer noch kein deutschei Antrieb gegen diese Leute Anklage erhoben an Hiller gemessen— fast noch menschlich Ja. deswegen Wimen wir uns: vaß ein preußkstder Soldatenschinder erst an Engländer geraten muß, um oe- straft zu werden. Das ist die wahre Schande bei der Sache! Man könnte es einem deutschen Kriegsteilnehmer nicht verdenken, wenn er bei Lektüre des Reichsgerichtsurteils seufzte:„Stände doch hinter mir auch ein Lloyd George, der so energisch auf die Bestrafung meiner Peiniger drückte!" Gewiß, auch auf F e i n d e s s e i t e hat es Leute des Schlages Heynen gegeben. Gewiß bleibt der Engländer oder Franzose, der deutsche Gefangene mißhandelte, leider ebenso unbestraft, wie der Deutsche, der Deutsche schlug! Jede Stück- gerechtigkeit hinterläßt das gleiche unbefriedigende Gefühl wie ein angefangenes Ornament auf einer leeren Fläche. Wir verlangen, daß die Gerechtigkeit gleichmäßig überall sich vollende. Aber Stückgerechtigkeit ist immer noch zehnmal besser als offene Ungerechtigkeit. Und wenn wir bei politischen Ur- teilen deutscher Gerichte letzthin oft genug bemerken mußten: „Dies ist schreiendes Unrecht", so können wir zu dem Leipziger Urteil getrost sagen:„Hier ist R e ch t geschehen." Sofort nach der Urteilsverkündigung im Falle Heynen kam der zweite Fall gegen den Rechtsanwalt und Hauptmann a.D. Emil M ü l l e r- Karlsruhe zur Verhandlung, der gleichfalls wegen Gefangenenmißhandlung angeklagt ist. Die Verteidigung wird von dem Rechtsanwalt am Reichsgericht Dr. S ü p l e und einem anderen Anwalt geführt. Zu dem Prozeß find zwanzig englische Zeugen geladen. Zu Beginn der Verhandlung stellte der Verteidiger den Antrag auf Ladung eines neuen Zeugen, eines ehemaligen Unteroffiziers in Darmstadt, der bekunden soll, unter welch schwierigen Umständen der Angeklagte im Gefangenenlager zu arbeiten hatte. Die Ent- scheidung über diesen Antrag wird ausgesetzt. Die Vorgänge, die zur Anklage stehen, spielten sich im Gesan- genenlager M a r t e l l e bei Mousson an der Oise ab, das auf sumpfigem, völlig zerschossenem Gelände direkt hinter der Front lag. Der Vorsitzende verweist auf das furchtbare Bild, das sich bei der kommenden Verhandlung entrollen werde, und ermahnt den Ei ngeklagten in sehr ernsten Worten, seiner moralischen Verpflich- »'.mg„als gebildeter Mann und ehemaliger Offizier" eingedenk zu fein. Yn den früheren Verfahren habe der Angeklagte die Mög- licnkeit einer Verwechslung mit einem anderen Offizier betont, von dem sich dann herausstellte, daß er durchaus schuldlos war. Aus der Anklage, aus der der Vorsitzende Teile verliest, geht hervor, daß der Angeklagte beschuldigt wird, englische Gefan- g e n e mit der Reitpeitsche mißhandelt zu haben, einen Kranken drei Tage lang an einen Pfahl gebunden zu haben. Diese und ähnliche Dinge, die der Senatspräsident als schwere Greuel bezeichnet, haben sich im Jahre 1918 abgespielt. Zentrum, USp. und Regierungsbildung. Irr seiner Polemik mit Wels hatte L e d e b o u r in der „Freiheit" an das Zentrum die Fragen gerichtet, ob es nach Bildung einer reinsozialistischen Regierung das Ultimatum angenommen und ob es diese' Regierung dann weiter » n t e r st ü tz t hätte. Die„Germania" beantwortete die erste Frage mit Ja, d i e z w e i t e m i t N e i n. Dazu bemerkt nun wieder in der„Freiheit" Ledebour: Das befyjftigt vollauf meine sofort bei Beginn der Derhand- kungen kundgegebene Auffassung, daß ein reinsozialistisches Kabinett als Minderheitsregierung gezwungen wäre, sich im voraus das Recht der sofortigen'Reichstagsauflösung zu sichern, falls die Reichstagsmehrheit versuchen sollte, durch ein Mißtrauensvotum oder sonst eine entscheidende Abstimmung das sozialistische Ministerium zu stürzen. . Für' uns Unabhängige Sozialdemokraten ergibt sich aber aus diesem offenen Eingeständnis des Zentrums ganz klar, wie recht wir getan haben, uns nicht auf eine Koalition mit einer bürgerlichen Partei einzulassen, die dem Sozialismus in so unverhüllter Feind- schaft gegenübertritt. Wollen die Rechtssozialisten sich auf die Stellung eines geduldeten Anhängsels in einem kapi- talistisch orientierten Ministerium einlassen, so zeigen sie damit nur, daß sie aufgehört haben, eine wahrhaft sozialistische Partei zu sein. Diese Schlutzfolgenmgen Ledehours wird sich kein ruhig Ueberlegender zu eigen machen. Ledebour gibt zu, daß die reinsozialistische Regierung gleich nach der Annahme des Ultimatums den Reichstag hätte auflösen müssen, weil sie keine Mehrheit hatte. Statt einer Regierung, die daran geht, die Bedingungen des Ultimatums zu erfüllen und damit das Spiel der französischen Imperialisten zu durchkreuzen, hätten wir ein in der Luft hängendes Kabinett und wachen- lange innere Kämpfe gehabt. Und wenn auch die Neuwahlen keine sozialistische Mehrheit ergaben, was dann? Eine solche Hasardeurpolitik konnte die Sozialdemo- kratische Partei, wo es um den Frieden Europas ging, nicht treiben. Da erträgt sie schon lieber den ein wenig abge- brauchten Vorwurf Ledebours, sie hätten sich zum Anhängsel einer kapitalistischen Regierung gemacht, als daß sie das Ruhrrevier und den Weltfrieden aufs Spiel gesetzt hätte. In- dem sie in eine neue Koalitionsregierung eintrat, tat sie ein- fach das, was der Zwang der Verhältnisse gebot. Die Sache ist so klar, daß auch Ledebour, wenn er sie sich noch einmal ruhig überlegt, zu demselben Ergebnis kommen muß wie wir. Saure Trauben. In der„Tägl. Rdfch." werden heute die Ausführungen des Genossen Hermann Müller- Franken wiedergegeben, die dieser kürzlich in Tempelhof über die Bestrebungen von bürgerlicher Seite machte, die Deutsche Volkspartei zur Re- gierung heranzuziehen. Im Zusammenhang mit der scharfen Kritik, die Genosse Müller an das Verhalten der Deutschen Volkspartei knüpft, bringt die„Tägl. Rdsch." ferner eine Notiz der„Freiheit" zum Abdruck, in der das unabhängige Blatt gegen die Haltung dersozialdemokratischenReichs- tagsfraktion Mißtrauen äußert, und bemerkt hierzu: Die Besorgnis der„Freiheit" ist unnötig. Unseres Wissens hat in der Deutschen Volkspartei niemand Lust und niemand die Absicht, in die Regierung Wirth einzutreten. Die Aeußerung hat eine verzweifelte Aehnlichkeit mit der Fabel vom Fuchs, der auf die für ihm unerreichbaren Trauben verzichtete, weil sie ihm— z u sauer waren. Wer das Vcr- halten der Deutschen Volkspartei nach Annahme des Ulti- matums beobachtet hat, mußte feststellen, daß sie außerordönt- lich interessiert erschien, wieder in die Koalition hineinzu- kommen, nachdem ihr die lästige Verantwortung von der Sozialdemokratie abgenommen war. Eine solche Politik ist zwar für ihre Befürworter außerordentlich bequem, hat aber mit einer sich ihrer Verantwortung bewußten politischen Haltung wenig oder nichts zu tun. Republikanische Notwendigkeiten. Hamburg, 26. Mai.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) In einer von über 3000 Personen besuchten öffentlichen Volksver- sammlung sprach gestern abend der frühere Reichsaußenminister Genosse Dr. Adolf Köster über die innen- und außenpolitische Lage. Er wies darauf hin, wie Wilson den Elemenceauschen Plänen unterlag. Jetzt endlich zeige England etwas Einsicht, und an uns liegt es, die Entwicklung dieser Einsicht weiter zu för- dern. Wenn wir die Gegner wieder zusammenschweißen wollen, so brauchen wir nur die Rezepte Ludendorffs oder Lenins zu befolgen. Nur ehrliche Taten können den Wall des Mißtrauens gegen Deutschland durchbrechen, wie das auch die Erfolge der frühe- ren deutschen Koalitionsregierung gezeigt haben.— Seit Juni sind Versuche gemacht worden, eine andere Außenpollklk zu machen. � Schon in Spa zeigte sich der verderbliche Einfluß S t i n n e s, und seit dem Pariser Ultimatum gibt es eine einzige Anklage, daß die Regierung nichts getan hat. Und da nichts getan wurde, konnte sich die Regierung nur retten durch einen Saltomortale der Verzweiflung und H a r d i n g die bedingungslose Unterwerfung unter seinen Schiedespruch anbieten. � Für einen Arbeiter und für die Vertreter der Arbeiter konnte � die Frage des Unterzeichnens nicht zweifelhaft fein. Wir mußten die Besetzung des Ruhrgebietes verhinderu. Die Milliarden- 1 forderungen bleiben bestehen, auch wenn wir das Ruhrrevier Se, setzen lasten. Annahme oder Ablehnung hieß Friede oder Krieg. Die Sozialdemokratie hat in jenem Augenblick etwas getan, was ihr als h i st o r i s ch e s Verdienst angerechnet werden muß. Die Sozialdemokratie allein ist nicht in der Lage, den Friedensver- trag durchzustihren. Sie ist angesichts der Aufgaben der jetzigen Regierung, die größer und schwerer als je sind, angewiesen auf die Unterstützung aller derer, die erkennen, daß endlich der Versuch zum Erfüllen der Verträge gemacht werden muß. Wir werden keine Gruppe ablehnen, die sich auf den Boden der p r a k- tischen Mitarbeit an der Erfüllung stellt. Die Frage, ob die Volk spart ei an die Regierung kommt, ist eine Frage, die die Völkspartei zunächst selbst mit ihrem Programm zu verein- baren hat. Wenn die Volkspartei ihr Programm mit der PoUtik, die notwendig getrieben werden muß, mit republikanischen Notwendigkeiten in Einklang bringt, dann ist die Frage der Zusammenarbeit mit ihr spruchreif. Die Regierung wird ja in der nächsten Woche ihr Programm darlegen, und die Voltspartei wird Gelegenheit haben, auf diese Dinge einzugehen. Wir dürfen nicht hypnotisiert auf Hilfe von außen hoffen, sondern müsten dte Tatsachen nüchtern gegeneinander abwägen. Keine Wege der Ver- zweiflung, sondern eine Politik der Tat führen uns aus den heutigen. Zuständen heraus. Die Ausführungen Kösters wurden mit stürmstchem Beifall aufgenommen. Ein kommunistischer Redner fand keinen Anklang. Zum Schluß wurde eine Entschließung in der oberschlesisch:n Frage im Sinne der Ausführungen des Referenten angenommen. „Wie Nordschleswig preisgegeben wurde". Bom Genosten Eduard David erhalten wir folgende Zuschrift: Unter dieser und ähnlichen Ueberschriften laufen entrüstete Aus- lastungen durch die Rechrspreste, in denen gegen die RevolutionS- regierung der Volksbeauftragten und den unter ihr amtierenden Staatssekretär des Auswärtigen Dr. So lf, sowie gegen mich als damaligen Unterstaatssekretär, der Vorwurf erhoben wird, ohne Not nords chleswigsches Land preisgegeben zu haben. Die Ankläger stützen sich dabei auf die Mitteilungen von Profestor Aa g e Fr iis-Kopenhagen über ein am 14. November 1918 im Auswärtigen Amt geführtes Gespräch, aus dem heraus« gelesen werden kann, Dr. Solf habe unter meinem Beifall be- stimmte Zusicherungen gegeben hinsichtlich der Grenzziehung im Falle eines Volksentscheides über Nordschleswig. Das entspricht nicht den Tatsachen. Der Zweck jener Unterhaltung war lediglich die zu gebende Zusage, daß die deutsche Regierung mit der Annahme der Wilsonschen Bedingungen auch ihre Zustimmung zu einer von dänischer Seite verlangten Volks- abstimmung in Nordschleswig gegeben erachte. Dem Wunsche des Herrn Aage Friis gemäß wurde sie gegeben in Form eines Briefes an den früheren Reichstagsabgeordneten H an ss en- Apenrade, der veröffentlicht wurde und lautete: „Sehr geehrter Herr Abgeordneter Hansen! Zu dem Inhalt des mir von Euer Hochwohlgeboren freund« lichst übermittelten Aufrufs der Organisationen der dänisch sprechen- den Bevölkerung Nordschleswigs darf ich ergebenst Bezug nehmen auf die Erklärung, die ich am 24. Oktober d. 3. im Reichstag abgegeben habe. Die deutsche Regierung steht danach auf dem Standpunkt, daß auch die nordschleswigsche Frage gemäß dem Friedensprogramm des Präsidenten Wilson auf der Grundlage des SelbstbestimmungS- rechts der in Beiracht kommenden Bevölkerung zu lösen ist. Ich gebe mich der zuversichtlichen Hoffnung hin, daß durch diese Stellungnahme der deutschen Regierung ein reibungS- loses freundnachbarliches Verhältnis zwischen dem deutschen und dem dänischen Volke für die Zukunft gewährleistet wird. Mit dem Ausdruck usw. Solf." Darin steht also keine Silbe über die zukünftige Grenzführnug. AlleS, was darüber gesprochen wurde,-geschah in einer durchaus unverbindlichen Form. Eine Zusicherung dieser Art wäre so auS dem Handgelenk heraus auch gar nicht möglich gewesen. Was aber die Sache, um die es sich handelte, betrifft, so zeigt der Hinweis auf die von Dr. Solf schon unter der Regierung des Prinzen Max von Baden abgegebene Erklärung, daß«. Der Herr Obersteuersekretär. Es klopft.„Bittet" In das kleine Bureau des Leiters der Ab- teilung Stempel- und Erbschaftssteuer tritt ein jüngerer Herr. Knapper blauer Sakko, Lacktöppe, haushoher Stehkragen. Abge- hackte kurze Kasinoverbeugung, kürzere zweite folgt. Die Unter- arme winkeln, die Flosten rudern. Ueber den linken Arm hängt ein Etwas in hellem Leder— zwei Satteltaschen. Auf dem Per- bindungsstück prangt: Lehmann, Oberleutnant d. R. im Inf-Regt. Nr.... Er stellt sich vor:„Lehmann, Obersteuersekretär,©ach» bearbeiter sür Stempel- und Erbschaftssteuern." Verständnisvoll blinzelt der Ueberfallene seinem am Nebentisch sitzenden Hilfs- arbeiter zu. „Verzeihung, Herr Steuerinspektor, ich komme soeben aus Langenstein, wo ich Stempelprjifungen vornahm und bitte in einigen Fällen um Auskunft." Er zückt einen Zettel. In endlos langer Reihe ergießt sich ein Strom von Fragen. Ruhig, sachlich, hie und da Gesetze und Kommentare auffchlagend, gibt der erfahrene Be- omte die Auskunft.. Manchmal spielt er dabei leise ironisch an auf Uebereifer, junge Unerfahrenheit, Direktiven der Oberbehörde vom grünen Tisch. Herr Lehmann gibt klein bei, beeilt sich zuzustimmen, offenbar peinlich berührt. Der Steuerinspektor zieht seine Uhr.„Entschuldigen Sie bitte, meine Zeit ist abgelaufen, um �1 Uhr geht mein Zug." „Verzeihung, noch eine Frage: die einverlangte gutachlliche Aeußerung über den mitgeteilten Fall aus Tarifftelle 4, Reichsstempelgesetz. Offen gestanden weiß ich gar nicht, worum es sich handelt." „Ich gab Ihnen bereits auf Ihr« telephonische Anfrage Descheid. Ucbrigens, wenn es Sie interessiert, hier mein Bericht. Lesen Sie bitte. Ich muß noch zu meinen Herren rüber und dann gehen."— Verabschiedung. Herr Lehmann setzt sich, liest, liest, kopffchüttelnd. Wendet sich schließlich an den Hilfsarbeiter:„Das verstehe ich nicht, das ist mir zu hoch, ist ja direkt eine fachwistenschaftliche Arbeit. Sagen Sie mal, was sind denn eigentlich Effekten und was sind junge Aktien?" Der Gefragte gibt Auskunft. Geht schließlich Satz für Satz des Schriftstücks mit Herrn Lehmaijp durch, Zusammenhänge skizzierend, Fachausdrücke erläuternd. ,, Sagen Sie mal, woher wissen Sie denn das alles?" „Ich habe in Berlin Finanzwifsenschaft und Volkswirtschaft ge- hört und bin bei Banken tätig gewesen." Verbindlich lächelnd: komplimentierend entfernt sich schließlich der Herr Obersteuersekretär. In dem zurückbleibenden Hilfsarbeiter steigen allerlei Zweifel und Fragen auf. II. o.: Ob die Kenntnis des Exerzierreglements und die Qualifikatton zum Oberleutnant neben vorheriger Beschäf- tigung als Aktuar allein schon jemand befähigen, als verantwort- licher Finanzbeamter auf die Menschheit losgelassen zu werden. Ver- bittert denkt er daran, daß auch'heute noch nur nach der formalen Bildung gefragt wird.und nicht nach praktischen Erfahrungen und erarbeiteten Kenntnissen. Sollte auch das neue Deutschland noch so großen Wert legen auf Offiziersgehabe und Chorstudentenmanieren? Er fragt weiter Wäre es nicht bester, den mageren Hafer„der Futterkrippe" wenigstens den Pferden zu geben, die ihn verdienen, und neuen Menschen, jungen fähigen Kräften aus dem Volke Ein- gang zu verschaffen? Der Boykokk der deuffchen Wistenschost. Auf dem Deutschen Hochschultag in Hallg. führte Geheimrat G a st- Aachen aus, daß die deutsche Wissenschaft von den internationalen Unionen, dem inter- nationalen Patentamt und zahlreichen anderen internationalen In- stituten ausgeschlossen sei. Unter dem Fehlen der ausländischen wissenschaftlichen Zeitschriften müsse der Wiederaufbau der deutschen Wissenschaft leiden. An vielen Stellen hat daher in Deutschland die private Initiative eingesetzt, um diesem Mangel abzuhelfen und wieder zu einem regelmäßigen Zeitschriftenaustauschverkehr mit dem Auslande zu gelangen. Alle vorhandenen Beziehungen zu dem Ausland müssen mobil gemacht werden, um her deuffchen Wissen- schaft wieder Einfluß zu verschaffen und sie mit dem nötigen geistt- gen Handwerkszeug zu versorgen. Der Hochschulverband wird sich dieser Frage in erhöhtem Maße annehmen. Weiter betonte der Referent, daß die mannigfachen Bande, die von den Schwesterhoch- schulen des ganzen Reiches zu denen im besetzten Gebiet hinüber- führen, auf das sorgfältigste gepflegt werden müssen. Prosessor Schädel- Hamburg gab außerordentlich interessante Ergänzungen über die Beziehungen zu den latein-amerikanischen Uni- o e r s i t ä t e n. Zur Bearbeitung aller dieser wichtigen Anregungen wurde ein besonder«: Ausschuß eingesetzt.— Es wurde einstimmig geschlossen, vom Jahre 1922 an den 18. Januar als dies acade- micus auf allen Hochschulen zu feiern. Nachdem man so auch seine monarchische Gesinnung angedeutet hatte, beschäftigte man sich mit wirtschaftlichen Fragen.— Auf der diesjährigen Jahresversammlung der amerikanischen Therapeutischen Gesellschaft am 3. und 4. Juli unter Vorsitz von Prof. E. H e m m e t e r- Baltimore in Washington wird ein Vortrag des Privatdozenten Dr. Grote-Holle über die Ziele der modernen Therapie gehalten werden. Er ist dazu einge- laden worden. Der Abtshof in 3ü vffentlichungen vorgegangen sei. In 30 Strafsachen wurden Geld strafen und in 2 Fällen Gefängnisstrafen verhängt. Besonders be- merkenswert waren die Verfahren gegen den Prokuristen Plate von der Reichsgemüsestelle und gegen den Leiter der Feueroersiche- rungsstelle der Kriegsgesellschaften. Direktor Dr. M ü n tz e, der in 13 Monaten durch Provisionsabgaben über 1 Million Mark erworben hat. Eine besonders gefährliche Form von Bestechung ist das ver- kappte Bestechungsinserat. Es wird oft täuschend den Vertreter- gesuchen nachgeahmt, es ist jetzt in vielen Offertenblättern zu finden, namentlich in den Industrierevieren. Die Verfolgung ist oft recht schwierig, weil es schwer ist, das Vorliegen des§ 12 zu beweisen. In zwei Fällen konnte nachgewiesen werden, daß Angestellte syste matisch verleitet wurden, Geschäftsgeheimnisse zu verraten oder Auf träge zu verhindern. Es erschienen sogar Inserate, durch die aus- ländische Fabrikspionage in unserer chemischen Großindustrie be- trieben wurden. Im Eisenbahnbetriebe wurden ganze Beraubungs organisationen festgestellt. Bei der Verwertung des aus der Kriegs zeit stammenden Reichsgutes hat sich die Korruption in hohem Maße gezeigt, so sollen sich jetzt noch für S Milliarden He er es gut in den Händen unauffindbarer Schieber befinden. Ein trübes Bild zeigt sich auch auf dem Gebiet der Ein- und Aus- fuhrbewilligung, ferner bei den Wohnungsämtern, den Kohlen- wirtschaften, den Milch- und Mehlverteilungsstellen. Unlautere Vermittler melden sich bei großen Kohlenver- brauchern, um ihnen gegen eine Gebühr von 60 bis»0 M. pro Tonne eine Verbesserung ihrer Kohlenzuweisung zu schaffen. Ver- treter großer Kohlenhandelsfirmen im Westen und auch Zechen sollen dahinter stecken. Bedauerlich ist es, daß sich auch Stadtver- waltungen dazu hergeben. So soll eine niederschlesische Stadt 000 M. zur Verbesserung ihrer Kohlenbelieferung ausgesetzt hoben. Ein ganz schwerer Fall betrifft die Beschasfungsstelle der preußi- schen Sicherheitspolizei. Die Art, wie für 30 Millionen Mark Auto- mobile an zwei unberufene Automobilhändler vergeben worden seien, fordere schärfste Kritik heraus. Es sei dabei nicht bloß bei goldenen Zigarettendosen, als angebliche Reklameartikel geblieben. Es Handell sich bei der Sipo um Aufträge von über 200 Millionen Mark. Iustizrat Fuld- Mainz besprach noch die Beamtenbestcchungen im Entwürfe des neuen Strafgesetzbuches und dann wurde eine Entschließung angenommen, in der Maßnahmen gegen die Korrup- tion der Beamten und Angestellten gefordert werden, auch die aktive einfache Beamtenbestechung müsse mit Strafe bedroht werden. Was Me Milchhänöler sagen. Die Milchhändler der Stadt Potsdam und Umgegend hallen gestern eine große Versammlung, um über die Freigab« der Milch ab 1. Juni Stellung zu nehmen. In dieser Versammlung kamen Dinge zur Sprache, die für die ganze Oeffentlichkeit von größter Bedeutung sind. Die Milchhändler stellten an Hand von schriftlichen Belegen und Verträgen und in Gegenwart von Magi- stratsmitgsiedern fest,— was besonders im Hinblick auf unsere Aus- führungen im heutigen Morgenblatt interessant ist— daß der hohe, vom Ernährungsminifter geduldete Preis einzig und allein der Landwirtschaft zugute kommt. Viele Landwirte sind über den hohen Preis um so verwunderter gewesen, als das Grünfuller in diesem Jahr eine Fülle zeigt, wie seit 48 Iahren nicht. Die allen Vorräte sind noch lange nicht aufgebraucht, und die neue Futterernte kann kaum bewälttgt werden. Die Milchhändler der Stadt Potsdam haben sich daher tontraktsich verpflichtet, für die fteie Milch nicht höhere Preise zu nehmen, als für Karten milch. Soviel steht fest, daß jeder einzelne vom 1. Juni an seinen Einviertelsiter Bollmllch und noch weit darüber erhalten wird. Besiefert«in Händler keine bei ihm eingetragene Karten- milch, so hat er eine Konventtonalstrafe von 3 Mark an den Ma- g istrat zu zahlen. Nach Ansicht der Händler ist der bewilligte Preis von 3,20 bis 3,40 M. nicht anders als ein Wucherpreis anzusehen. » In unseren Ausführungen im heutigen Morgenblatt über die Mllchverforgung ist eine falsche Zahl unterlaufen. Es soll heißen: Von den täglich Berlin zur Verfügung stehenden 400 000 Litern Milch entfallen 140000 Liter auf Kinder und Kranke und 2 6 0000 Liter stehen dem freien Verkauf zur Ver- fügung._ Der Parmas- Graf wieder entwichen. Ein Auslieferungsankrag der französischen Regierung. Vor etwa drei Monaten erregte die Entlarvung und Festnahme eines Ausländers, der in der Lebewell Berlins kurze Zeit eine nicht unbedeutende Rolle gespielt halle, großes Aufsehen. An den Stätten, « dmmh man sich in Berlin vor und auch nach der Ptzfizeistunde nicht zu langweilen pflegt, war damals ein Ausländer, der sich G r a f d e Aarmas ummte, ein gern gesehener Gast. Eine besondere Dar«! Wirth über Deutschlands Aufgaben. Auf der süddeutschen Reise des Reichskanzlers Dr. Wirth fand gestern in Karlsruhe bei dem Staatspräsidenten Trunk eine ausgiebige politische Aussprache statt. Die Be- grüßungsansprache des Staatspräsidenten erwiderte der Reichskanzler mit folgenden Ausführungen: Er hoffe, daß, wenn er in den nächsten Tagen Gelegenheit haben werde, die Regierungen wellerer Länder auszusuchen, er dort dieselbe einmütige Auffassung über die Notwendigkeiten der Stunde finden werde. Wir haben das llllimatum mit ja beantwortet; es war notwendig, und zwar notwendig, um der Freiheit des deutscheu Volkes willen. Es war kein an formelle Konstruktionen geknüpftes Ja, es war«in aufrichtiges, ein deutsches Ja. und nicht etwa akademische Erörterungen. Akademische Erörterungen sind'ein Jahr hindurch gerade genug auf allen Konferenzen der Welt gepflogen worden. Sie haben zu nichts geführt. Es war ein Ja, das ein Zeitalter der Leistungen einschließen sollte. Wenn wir zwei Jahre zurückblicken, dann wäre es wirklich unrecht, �nicht anzuerkennen, daß inzwischen sich doch einiges gebessert hat. Gewiß sehen wir auch jetzt noch Not und Elend um uns herum, aber etwas hat sich die gesamte Lage des deutschen Volkes wieder gehoben, und wenn es uns nun glückt, die Wiederbelebung der Wirtschaft und des Handels durch Förde- rung der Produktion, insbesondere auch der landwirffchaftlichen Produktion zu erreichen und in Deutschland dem hungernden Magen wieder genügend Nährstoffe zuzuführen, so wird— davon bin ich überzeugt— das deutsche Volk auch fteiwillig beachlliche Leistungen aufbringen. „Um der Freiheit willen", so habe ich mich eben aus- gedrückt, haben wir Ja gesagt. Ich könnte mir nichts Schrecklicheres vorstellen, als daß sich die großenIndu st riegebiete Deutsch- lands, Rheinland und Westfalen, wo doch das Herz un> serer ganzen Produktion schlägt, unter die Gewalt ftemder DaZonetle gestellt sehen. Ich glaube, daß die deutsche Arbeiterschaft, insbesondere die Arbeller von Rheinland und Westfalen selbst, uns dafür dankbar sein werden, weil wir ihr dadurch die Möglichkeit gegeben haben, in freier Arbeit als freie politische Staatsbürger das deuffche Volk gerade an der Stelle retten zu helfen, wo es am verwundbarsten ist. U m d e r F r e i h e i t willen haben wir Ja gesagt, und dabei handelt es sich um die wirtschaftliche Freiheit der leben- den Generation wie der kommenden. Wohl weiß ich, daß das Ja Unbarmherziges in sich schsießt. Es muß daher an den Willen Aller appelliert werden, die überhaupt den Gedanken der Freiheit in sich aufnehmen können. Die Waffen werden wir zum großen Teil aus den' Händen geben. Um so mehr aber werden wir in jedem Augenblick der kommenden Monate und Jahre den Standpunkt des Rechtes für das deuffche Volk betonen. Von diesem Gedanken ausgehend, habe ich auch im Reichs- tag erklärt, daß es für uns unerträglich wäre, wenn die oberschlesische Frage durch die Diktatur eines polnischen Insurgenten gelöst werden sollte. Wir verlangen, daß das durch den Friedensvertrag, der uns doch wahrhaft an Freiheit und Rechten kaum etwas gibt, gewährte Recht zur Geltung komme, wonach das Plebiszit in Oberschlesien als Ausdruck des intim st en demokratischen Lebens in Deutschland von allen Völkern geachtet werden muß. Wir haben das Echo gehört, das insbesondere aus England gekommen ist, daß mit Deutschland ein faires Spiel gellieben werden sollte. Wir nehmen das Wort auf. Wir wollen unsererseits zeigen, daß wir gewillt sind, aufrichtig und ehrlich auf klar vorgezeich- neter Bahn Politik zu führen, unterstützt von dem größten T'il unseres Volkes. Nun kommen in den nächsten Wochen die Beratungen des Reichstags. Sie werden neue Belastungen uns aufzeigen müssen. Alle Kreise werden Opfer bringen müssen. Ich weiß nicht, ob alle kreise des deutschen Volkes während des Krieges und nach dem Krieg wirklich Opfer gebracht haben. Wenn man da und dort durch die deutschen Lande geht und den ftechsten Luxus— es gibt keioen anderea Ausdruck dafür— sich breitmachen sieht, dann darf man füglich verlangen, daß in der beginnenden Zeit der Arbeit, wo der Hammer entscheidet, der aus den Ambost niederfällt, alle Kreise unseres Volkes sich, was die Lebenshaltung bellifft, in solchen Vahnen bewegen, daß es erlläglich ist gegenüber den Leistungen, die alle auf sich nehmen müssen. Ich glaube, so ist eine Bahn möglich, die zur Freiheit führt. Das ist der große Gedanke, wie man durch Arbeit zur Freiheit wiederkommen kann, zu diesem töstsichen Gut, das der Mensch hat. Ich rufe also nicht auf zum Schmieden neuer Waffen, sondern ich rufe auf zu einem Bekenntnis des Rechts und einem Bekenntnis zu einer freien und großen Arbeits- l e i st u n g. Ich bitte Sie oll«, die Sie guten Willens sind, die Regierung auf diesem klaren, wenn auch steinigen und dornenvollen Wege zu unterstützen, und wenn ich weiß, daß ich in der Heimat Männer und Frauen hinter mir sehe, die dem(Dedanken der Freiheit durch Arbeit dienen wollen, dann wollen wir die begonnene Arbeit durch alle Stürme und durch alle Fährnisse der nächsten Wochen hindurchtragen. Jeder ist willkommen, keiner ist ausge- schlössen; die Türen sind für niemand zu, wer an des Vaterlandes Freiheit durch Arbeit mitarbeiten will. Aber irgendwelche wilde Formen des Ausdrucks politischer Betätigung außer- halb des Rahmens des Gesetzes gar, die außenpolitisch uns nur in Schwierigkeiten bringen, müssen wir unbedingt ab- lehnen. Auf dem Boden des Rechts, auf dem Boden der Arbeit vorwärts, und so Gott will wieder einmal aufwärts einer neuen Zeit entgegen!(Beifall.) Gegen 3 Uhr nachmittags fuhr der Reichskanzler nach Freiburg, um dort seiner Mutter einen Besuch ob zu- statten. Er wird sodann nach Berlin zurückkehren. siebe zeigte der Ausländer für den„Zickzack-Foxtrott", an- gebsich deshalb, weil dessen Komponist ihm persönlich den Tanz ge- widmet habe. Plötzlich bsieb der ausländische Gast weg und es wurde ruchbar, daß der Lebegraf ein berüchngter internationaler Millionenschwindler, ein Schiffahrtsagent, Andre Florian D i g r a n, war, der aus S m y r n a stammt. Nachdem nun die Spur des Verschwundenen in Berlin wieder- gefunden war, besuchten Pariser Kriminalbeamte, die eigens über Athen hierher gekommen waren, mit Berliner Kollegen auch die Ber- liner Lcbelokale. Sie hatten unterdessen ermittelt, daß der Komponist seinen Foxtrott nicht dem Grafen Parmas, sondern Herrn Digran gewidmet hatte. Der vermeintliche Graf war also der von ihnen ge- suchte Schwindler. Seine Vorliebe für den Foxtrott verriet den Ver- folgten auch in Berlin sehr bald. Als man ihn jedoch in dem vor- nehmen Hotel, in dem er abgestiegen war, festnehmen wollte, war er gerade wieder abgereist, und zwar mit einem Polizeihunde, den er sich zu guter Letzt noch zugelegt hatte.„Gras de Parmas" hatte eine Fahrkarte nach V l i s s i n g e n durch den Hotelvförtner be- zogen und war mit dem Auto, das ihm ständig zur Verfügung hatte stehen müssen, angeblich nach dem Potsdamer Bahnhof abgefahren. In Wirtlichkeit hatte er unterwegs den Wagen nach dem LehrterBahnhof bringen lassen. Deshalb vermutete man, daß er nach Hamburg gefahren wäre. Die Pariser und Berliner Be- amten fuhren dorthin, ermittelten in einem Hotel erst den Polizei- Hund und dann den Verfolgten selbst, den sie noch im Bett fanden. Bevor er noch zu dem bereit liegenden Revolver greifen konnte, nahmen sie ihn fest und brachten ihn nach Berlin. Wegen eines Leidens mußte der Verhastete hier in ein Kranken- Haus gebracht werden. Aus diesem ist er jetzt wieder ent- wichen. Seine Auslieferung war von der französischen Regierung bereits beantragt._ Mr Kinder, die zu Hause bleibe«. Bei der verhältnismäßig geringen Zahl von Psiegestellen in den ländlichen Bezirken ist es, wie bereits im vorigen Jahre, den städti- schenBehörden nicht möglich, allen bedürftigen Kindern den dringend notwendigen Landaufenthast zu gewähren. Den Zurückbleibendetz soll deshalb auch in diesem Jahre ein Erholungsaufenthalt auf den städtischen Außenspielplätzen ermöglicht werden. Es kommen dafür die Plätze Grunewald, Tegel, Blankenfelde I und II, Buch. Wartenberg, Hohenschönhausen, Plänterwald und Wuhlheide in Frage. Die Einrichtung wird in erweitertem Umfange in der Weise getroffen werden, daß eine Gruppe von ungefähr 20 000 Kindern vier Wochen vor und eine ebenso aroße die gleiche Zeit nach den Sommerferien unter zuverlässiger Aufsicht werktäglich von mor- gens bis abends auf den Spielplätzen untergebracht und verpsiegt wird. Es kommen demnach die beiden Zeitabschnitte vom 13. Juni bis 0. Iusi und vom 19. August bis 17. September in Betracht. Die Kinder der Michaelis-Schulklassen sollen möglichst schon im Juni zugelassen werden, da nach den vorjährigen Erfahrungen Wert darauf gelegt werden muß, daß ihnen die Unterrichtszeit nach den Sommer- ferien unverkürzt zur.Vorbereitung auf die Versetzung bleibt. �Dix im Vorjahre gemachten Versuche, den Kindern auf den Spielplätzen täglich zwei Kurzunterrichts st unden zu erteilen, haben sich bewährt. Für die Ernährung sind genügende Vorräte in Aus- ficht gestellt. Die Kinder erhalten in der üblichen Weise Morgen, k a f f e e mit Milch, Mittagessen und nachmittags Kaffee mit Milch und Gebäck. Die Eltern unterernährter und schwächlicher Schulkinder werden aufgefordert, diese bald bei den Rektoren ihrer Schulen anzumelden, damit hier die Untersuchung durch den Schularzt veranlaßt�werden kann. Auf Grund des ärztlichen Befundes entscheidet dann über die Zulassung des Kindes zum Erholungsaufenthast die Schule. Die Teilnehmer am Erholungsaufenthalt haben an jedem Tage einen Beitrag von 1 M., die zweiten Kinder der gleichen Familie 30 Pf. zu entrichten. Die dritten und weiteren Kinder derselben Familie sind ftei._ Wie soll man Zyilmschund bekämpfen? Im„Groß-Berliner Ausschuß zur Bekämpfung der Schmutz- und Schundliteratur und des Kinounwesens" sprach Dr. Paul Mahlberg über„Filmreklame und Voltsbewußtsein". Die Filmreklame bezweckt, teils die Kinounternehmer zur Entleihung der Filme und teils das Publikum zum Besuch der Kinos anzuregen. An den A u s w ü ch s e n der Filmreklame ist nach Ansicht des Dorttagenden das Publikum mitschuldig, weil es sie so haben will. Auch den Schund unter den Filmen erklärte er daraus, daß gute Filme kein Publikum fänden. Er bedauerte, daß die Kinos von demjenigen Publikum, bei dem solche Filme Erfolg haben könnten, überhaupt gemieden werden. Die Wirkungen der Filmreklame sind weitteichend und tiefgehend. Diese Reklame gelangt bis in die kleinsten Orte, wo oft schon der aus ihr sprechende Großstadtgeist sensationell wirkt. Sie wechselt in kürzesten Zwischen- räumen, lockt in den Straßen die bilderhungrige Bevölkerung an und kommt einer großen Masse von Beschauern vor Augen.� Aus- wüchse der Filmreklame will der Vortragende nicht lediglich durch Verbot des Schlechten, sondern vor allem durch Förderung des Guten bekämpft wissen. Unter- ftützung mit Rat werde die Industrie allmählich dazu bringen, Ge- schmackloses und Verrohendes durch Geschmackvolles und Verfeinem- des zu ersetzen. Dr. Mahlberg betonte zum Schluß nochmals, daß gegenüber dem Film die prinzipielle Gegnerschaft zu verwerfen sei. Man solle Filme, die wirklich gut sind, auch ansehen. Das Ver- an t w o r tl i ch k e i t s g e f ü h l der Film- und Kino- Unternehmer müsse mehr als bisher entwickelt werden. Zu wünschen sei ihnen die Einsicht, daß ihre Betriebe ein Kulturfaktor fein können und sollen.— Leider kam es zu keiner Diskussion, ab- gesehen von einer zustimmenden Aeußerung des Vorsitzenden Dr. Häußler._ Die politisierende Charitck. Großes Erstaunen erregte am Mittwoch in der Poliklinik der Chartts das Auftteten einer Assistentin. Aus Anlaß einer Untersuchung ttat eine Patienttn an die diensthabende Assistenttn Frl. Thel mit der Frage heran, was die Untersuchung kostet. Prompt gab die Vertreterin der ärzllichen Kunst zur Antwort:„Ja, früher, wie wir noch unfern Kaiser hatten-, kostete die Untersuchung nichts, aber jetzt, in der glorreichen Republik, ist ja alles teurer geworden." Die Patienten, die ausnahmslos dem Arbeiterstande angehörten, waren empört über das Auftteten dieser Dame, die ihre deutschnationale Propaganda in den öffentlichen Untersuchungsraum der von der Arbeiterschaft stark ftequentierten Charite verlegt; und auch wr möchten die Frage an die Charit-- verwallung richten, ob es nicht ratsam ist, im Interesse des Zu- ftandes der Patienten, Frl. Thel eine zeillang mit„unserem Kaiser" allein zu lassen._ 3n der Neuköllner Vezirksverlammluog hatte die USP.-Fraktion folgende Anftage gestellt:„Ist dem Bezirksamt bekannt, daß am Lyzeum l, entgegen dem Verbot, in den Schulen Trauerfeiern für die ehemalige Kaiserin zu veranstalten, eine solche im Rahmen der Lutherfeier stattgefunden hat? Welche Schritte gedenkt das Bezirksamt gegen den Urheber derselben zu unternehmen?" Stadtrat Dr. L ö w e n st e i n antwortete, daß das Bezirksamt den Fall verurteilt habe, weil der betteffende Lehrer sich in Widerspruch zu einer Verfügung des Unterrichtsministers und auch der Reichsver- fassuna gesetzt habe. Es werde untersucht werden, ob das Gesetz Groß-Berlin Handhaben enthalte, beim Magistxat Berlin Ber- setzung'zu beantragen. Jugendweihe Lichtenberg! Die Eltern deS 17. Verwaltungsbezirk Lichlenberg, deren Zlinder zum Herbst die Schule verlassen, werden ersucht, unverzüglich die Anmeldung zur Jugendweihe vorzunebmen. Anmeldungen bei M. BaranowSIi, Niedcrbarnimstr. 8, v. IN. Die Einschreibegebühr beträgt 2 M. Drei Führungen durch Groß. Berlin, von der Grossstadt bis fast zum imberiibrten Dorf, veranstaltet Professor Dr. Heinrich Fischer an der tumboldthochichule. Einleitungsvortrag am Sonnabend, 28. Mai, 8— 91/, eorgenstr. 30/31. Karten vor dem Vortrag. Freie Tornerschaft Tchöneberg-Berlin.(Mitglied des A.-T. und Sp.-B.) Zur Demonstration am Sonnabend lrcfien sich die Bezirke, soweit nicht anders angeordnet, in ihren Berkehrslotalen. Dort umkleiden und in Sportkleidung zur nächsten Sammelstelle. Die Bezirke bleiben bei der Demonstration geschlossen. Am Sonntag ist frühzeitiges Erscheinen im Stadion notwendig. Die Sportler usw. melden sich beim Sportwart Wasmuth._ Sroß-Serliner partelnachrichten. 10, ftrti*. Zehleudorf. Heute abend 8 Uhr: itreiodele „ftaiferhos�, Potedaiuer Str. 50. Da» Erscheine» der Kreises ist unbedingt erforderlich. wr de» GewerMajwbeVegung Die gastwirtschaftlichen Angestellten gegen MoSkan. In zwei Versammlungen de« Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Kaffeeangestellten nahmen die G e n e r a l o e r- lammlungsdelegierten Stellung f>u der von der Branche IV �Kaffeekellner) beantragten Delegation zum Moskauer Weltkongreß der rcvolutionSrcn Gewerkschaften. Z i s k a, 1. BevollmZchtlgter der Verwaltungsstelle Berlin des Deutschen Metallarbeiterverbande«, hatte da, Referat im Sinne der Amsterdam r Gewerkschafts-Ynter nationale übernommen. Seine sachlichen und überzeugenden Aus� führungen zeitigten als Resultat d>« einstimmig? Annahm« gachsolaender Entschließung: »Die heute In den Germania-Sälen versammelten General Versammlungsdelegierten des Zweigvereins Groß-Berkin de»»Zen- tralverbandes der Hotel», Restaurant, und Kaffee-Angestellien sehen in dem Versuch der internationalen Zusammenfassung der Gewerkschaften durch die Moskauer Zentrale eine z w a n g s- weis« Dienübarmachung der gesamten Gewerkschaftsbewegung für ein» bestimmte politische P a r t e i r i ch t u n g. Die Folge hiervon witre e>ne vollstiindige Zerstörung der Gewerkschaften, der einzige noch bestehende Wall geaen Kapital und Reaktion. Gestüht auf die Erfahrungen durch die Zerstückelung der politischen Macht der Ar» beiterklaste«rklören die Versammelten, mit allen ihnen zu Gebot« stehenden Mitteln für die Aufrechterhaltung und Stär, kung der gewerkschaftlichen Einheit einzutreten. DI« Versammelten erblicken im Internationalen Gewerkschaft«» bund(Amsterdam) mit seinen 23 Millionen Mitgliedern die gegebene international« Organisation der Gewerkschaften und weisen jeden Versuch der Sprengung dieser organisatorischen Einheit energisch zurück! Die Versammelten geloben, im Sinne der bestehenden Or> ganisationsform stets für den Klassenkampf des P r o l e- tariats mit allen Kräften einzutreten. Aus diesen Erwägungen heraus lehnt die Generalversammlung den Antrag der Branche IV ab, ein» Delegation zu dem am 1. Juni in Moskau stattfindenden Weltkongreß der revolutionären Gewerkschaften zu entsenden." Eine vorher zur Abstimmung gebrachte Entschließ»«« de» Kor, referenten Schlör, die den freien Gewerkschaften Halbheiten in ihren Aktionen vorwirft und dadurch die Verelendung der Massen betreibt, sowie zur Beteiligung am Moskauer Weltkongreß auf- fordert, wurd« mit allen gegen 29 Stimmen abgelehnt. Hlchon wieder Demobilmachmtstskommissar! Am 20, Januar 1921 fällte der Schlichtungsausfchuß Groß- Berlin einen Spruch, der die Rüdersdorfer staatliche Bergwerksverwaltung dazu verurteilte, Ihren alten Ar- bcitern eine Lohnerhöhung von durchschnittlich 0—3 M. pro Schicht zu gewähren, da Arbeitern, die auf eine lange Dienstzeit bei einer Staatsbehörde zurückblicken können, nicht der Lohn für Minder» »rwerbefähtge gezahlt werden darf. Ein Grundsaß, der im übrigen In kommunalen Betrieben auch bezüglich der Arbeite? all» gemein anerkannt wird. Der vemobilmachungskommissar hat ab, gelehnt, diesen Spruch als verbindlich zu erklären. In dieser Ablehnung heißt es. daß dj« alten Arbeiter mindererwerbs- fähig seien und daß auf Grund der schlechten finanziellen Lag« des Unternehmens, diesem nicht zugemutet werden könne, höhere Löhne an diese Leute zu zahlen. Dieser Entscheid des Demobilmachungskommisfars gehört zu den »ohlreichen U n b e g r e i f l i ch k e i t e n, die in der letzten Zeit an dieser Stelle geschehen sind._ Einigung Im steierischen Srubensireik. Mittwoch haben die Verhandlungen zwischen den Vertretern der steierischen Kohlenwert, Unternehmungen und der Arbeiterschaft zwecks Beilegung des Kohlenorbelterausstandes zu einem teilwcisen Erfolg geführt. Mit den größeren Unternehmungen wurde eine Einigung erzielt. in Lavnland, ftefttä!,«. N«u- ffricdrich'tr. köl,„Aü-Bnlm"»mmtnftr, 10. »erltftr. 7, 7 Uh«. tttttrauenstnimntti ctftftt. 7. S Uhr.— d-r S-schitf»,st«g.. Wirtstchaft Eine Besserung am Eisenmarkl stellte der bekannte Schwer- industriell« Peter Klöckner aus der Generaloersammlung des Lothringer Hütten, und Bsrgwerksvereins fest, die eine Erhöhung de, Aktienkapitals von 72 auf 122 Mill. Mark beschloß. Cr führte aus, daß infolge der Bedrohung des Ruhrgebiets und in» folge der Sanktionen das Geschäft so sehr zurückgegangen sei, daß man Feierschichten einlegen mußte. Seit einigen Tagen zeige sich nun eine stärkere Nachfrage. Die Beschäftigung hat infolgedessen z u- genommen und ein leichtes Festerwerden der Preise ist unver- kennbar. Ob dieser Zustand anhalten wird, hänge in der Hauptsache von dem raschen Abbau der Sanktionen ab. Das im Reichstag zur Annahme gekommene Diktat unserer' Gegner wird unser ganze« Wirt» schaftsleben beeinflussen, da die Zwangsmaßnahmen die Schaffens. steudigkxit. die zur Belebung des Wirtschaftslebens durchaus not- wendig ist, nicht aufkommen lassen. Wir werden deshalb schweren Zeiten entgegengehen, welcke nur getragen werden können, wsnn Unternehmer, Arbeiter und Angestellte einmütig zusammenhalten und sich nicht scheuen Wörden, durch Uebernahme von mehr Arbeit die Unternehmungen in den Stand zu setzen, dem Auslanoe die Arbeit die bestehende Goldzahlung in nur ____,........,. die Arbeit auf die große Zahl der Arbeitslosen zu verteilen, anstatt mit Ermäßigie Torifkcmmission ein« Verlängerung der Arbeitszeit zu spielen. Weiter ist dafür Vor- aussetzung, daß die Wicdergutmachungsleistungen nicht ähnlich wie die Krlegilieferungen zu T o n d« r p r o s i t e n für die Unternehmer führen. Sein Gekreldemangel. Gegenüber der Befürcktung, daß die vorhandenen Getreidevorräte bis zur nächsten Ernte nicht reichen würden, wird vom Landwkts6)afrsministerium mitgeteilt, daß zu Befürchtungen kein Grund vorhanden ist. Die zur Verfügung stehenden Getreidevorräte reichen bis zur nächsten Ernte. Eifenbahntarlf« für Lebensmittel. Die Ständige hat vor wenigen Tagen die Frage erörtert, in welchem Umfange dle Tarife für den Versand von Lebensmitteln ermäßigt werden können. Dorschläge hierfür werden vom Reichs- verkehrsminister in allernächster Zeit vorgelegt werden. Der Mi» nister hat bereits setzt angeordnet, daß die Tarise für den Versand von Seefischen ermäßigt werden. Bei weiten Entfernungen wer- den die jetzigen Frachlsätz« auf ein Drittel Herabgemindert werden. Der Reichsverkehrsministcr beabsichtigt, auch für ein« Reihe von anderen Lebensmitteln Tarifermdhigungen zuzulassen. Die Gablonzer Glasindustrie beginnt nach Deutschland auszu- wandern, da Kohlenmangel die nordostböhmische Glasproduktion häufig stillegt und der Staat diese hochstehende, teilweise ein Welt- Monopol besitzende bevtschböhmisch« Industrie nicht genügend fördert, Wiederaufbau französischer kohlengrubea. Die Kohienberg- werke von L e n e und<£ o u r r U r e s, die von den Kohlenvcrg- werken des Pos de Talai» am meisten durch den Krieg gelitten haben, konnten erst End« 1920 die Förderung wieder auf- bereit» IS 000 To. und im März 22 844 Tonnen. Di« durchschnitt- liche monatlich« Friedeneförderung von Lens betrug 320000 To., die von Courriörcs 2S0 000 Tonnen. Rußland, Wlrkschaftsreformen. Die Moskauer Regie- r u n g bereitet ein Dekret üb« die Freigabe und Förderung der Klein- und Hausindustrie sowie die Regelung der Verpachtung von einzelnen Betrieben an Privatpersonen, Arveit»- gemeinschaften und Kooperativgenossenschaften vor. Soziales. Zugendwohlfahrk. Gerade zur rechten Zeit, um In der breitesten Oeffentllchkeit das MW' zu s- ........|........ von D r. Sofie Schoefer. Auch In Zukunft wird ja, was d«r Cnt- wurf des Reichsjugendwohljahrtsgesetze» keineswegs übersteht, der Schwerpunkt der praktischen Jugend hilf« bei den Gemein» den liegen und nicht etwa bei den zentralen Organen, den Landes- sugendämtern und dem Reichsjugendamt. Der glückliche Ausbau der kommunalen Jugendämter sollte heute eine der dringlichsten. Sorgen aller Männer und Frauen sein, welch« an der Jugenderziehung in irgend einer Form mitzuarbeiten berufen sind. Dazu gibt ihnen die oben genannte Arbeit wertvoll« Hilfe und Anregung. Ausgehend von den Ursachen der ungeheuerlichen Kinder. not, schildert die Verfasserin das Ungenügende der heutigen Jugend- Hilfe, welche hauptsächlich unter dem Mangel der Zusammenfassung und der organischen Regelung leid-t, zum Teil aber unter der sinan- ziellen Ueberlastung zusammengebrochen Ist. Auch darin wird man der Verfasserin nur folaen können, daß die KindersürsorHe nicht den Zweck hat,„da» Wohltätigkeitebedürsni« einzelner Vereinzdamen und-hervm", sondern„das erzeugte Menschenleben bis zum Eintritt in das Lebensalter der Erwachsenen in gesundheit- licher. erzieherischer und wEischastlicher Beziehung zu erhalten und zu fördern. Dies« ausdrückliche und sehr notwendig« Feststellung hält Dr. Lchoeser aber durchaus nicht ab, der bisherigen freiwilligen Jugendwohlfahrlearbeit in vollem Maße gerecht zu werden. in der ruhigen sachlichen Art, in welcher versucht wird, die l'g Und Rot- wendigkeit und den Weg des Jneinandergreifens aller vorband«» nen Kräfte aufzuzeigen, liegt«in« Hauptstärk« der vorliegenden Arbeit. Dem Bestreben, die Jugendwohlfahrt zu sozialisieren, stellt die Verfasterin als nächstes Ziel die Kommunalisierung der Jugendwohlfohrt gegenüber, wobei sie mit Recht betont, daß von einer Sozialistmmg der Jugendhilfe erst dann mit Fug gesprochen awrden kann, wenn alle Teil« der Bevölkerung, namentlich aber die fürsorgebedürftigen Schichten selbst an dem Ausbau und der Durchführung der Wohlfahrt so starken Anteil haben, daß die amtlichen Stellen nur Ausführungsorgane des össentlichen Für- sorgewillen» sind. Dabin hat es heute freilich noch weite Wege und ein gutes Stück sozialistische Erziehungsarbeit wird noch zu leisten lein, bis wir von einem„össentlichen Fürsorgewillen" werden sprechen können. Die Schrift gibt in bezug aus Organisation einen guten Ueberblick über bereits bewährte Einrichtungen und viele be- achtenswerte Vorschläge, die um so wertvoller sind, als sie sich auf aründliches Studium der Materie und reiche praktische Erfahrung stützen. Wer ober an dem alten Einwand fest hält, daß die amtliche Jugendsürsorge die Jugend noch Schema? behandle, dem empfehle ich einmal das Kapitel über„Förderung der Jugendpfieg« und Jugendbewegung durch die Gemeinde" zu lesen und er wird mir zu- stimmen, daß selten in so wenigen schlichten Worten soviel gütige Einfühlung in die seelische Verfassung unserer Jugendlichen zu finden ist. Aber es wird einem auch klar, was Frau Dr. Schoefer immer wieder In den Vordergrund stellt, wie außerordentlich wichtig bei der Besetzung der Jugendämter in allen Ihren Abteilungen die Per- sonensrage ist. Allen, di« in Gegenwart und Zukunft in der praktischen Jugendarbeit stehen, vor allem aber auch den prole- tarlschen Eltern selbst wird die kleine Schrift»in vorzüglicher Berater sein._» p- Ms aller Welt. Wald- und heidebrönde. Cw gewaltiger Wald- und Heidebrand wütete hinter Neugroben bei Harburg in der Nähe de» Rosen- gartens. 400 Morgen und 40 Morgen Wald sind vernichtet worden. — Ein anderer großer Waldbrand äscherte gestern die ausgedehnten Waldungen der Oberförsterei Bederkesa bei Bremerföhrde ein. Ins- gesamt sind dem Feuer über tausend Morgen bester Fichtenwald und über»00 Morgen Heide zum Opfer gefallen. Bombenallenlat gegen Kinder. 18 Frauen und Kinder in Sofia (Bereinigte Staaten) wurden bei einem Bombenattentat verwundet. Bei einer Prozession der Schulkinder anläßlich des Nationalfeler. tages wurden Bomben geworfen. Mehrere verwundete Kinder find bereits gestorben. horkhy will sich populär machen. Der zur Belohnung tapferer Soldaten au, dem Kriege gegründete ungarische �H e l d t2> o r d e n" hat sein« Tätigkeit aufgenommen. 24 Personen, zumeist Bauern. wurde Grundbesitz von 10— IS Joch verliehen. Vorläufig wurden nur Personen des Mannschaftsstandes bedacht. Die Eidesleistung der „Stabskapitäne des Heldenstuhles", dle die neuen Besitzer in ihr Eigentum einführen, fand am Sonntag unter großer Feierlichkeit in der Kavelle der Köniasburg statt, wo der Reichsverweser die Stabskapitäne zu Rittern schlug. Letztere sind Generale und Stab». offiziere.— Die Spekulation auf Ruhm- und Landsucht kann ver. dämmt schief ausgehen, wenn dle meisten Helden nichts kriegen. Da die Junkerherrschaft neubefestigt ist. wird es wohl so kommen. Die Pest im Osten. Der russische Dolkskommissar für Gesunde heitswesen S e m a s ch t o veröffentlicht einen Bericht über die Maßnahmen zu? Verhütung der Pestepidemie in Sowietrußland. Aus der Mandschurei seien in das Gebiet der Republik des fernen Ostens 39 Fälle eingeschleppt worden. Die Pest habe sich bis nach Wladiwostok ausgebrettet, wo 228 Erkrankungen festgestellt worden sind. An den Grenzen der Republik de» fernen Ostens mit Sowjetrußland und mit Turkestan sind Quarantänestattonen errichtet. Desgleichen ist die sowjetrussische Grenze mit Persien vollständig gesperrt, da auch in Persien Pest festgesteM worden sein soll- Anders lautenden Meldungen entgegen, seien in Eowe jetrußland bisher keine Pestertrankungen vor, gekommen. Biurtatn: ras; Bot« Lindeislr. 8. Gewinn-Auszugs der 17. Preuß.- Südd.(243. Prettft.) Klassen- Lottert« t.«lass,.». ZiehungZIa». 25. Rai ISN. aiuf Itfcf g- sofl-nc otiunmtr stnv»»et plrtg) hov* dieurtaM MtaNnk an» zwar je rtnet auf 5t« Los» giela.cf Nominor in twn 6*15*« SlbtcUangra i nnO U 05«i Vcivihr. 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Kronen Svenska Ekonomiaktiebolaget ZwitgnUäerlassuns: Berlin NW 7, Unter den Linden 68a Telegrammadresse. f-erasprecher. SchwedeabMak Berlin Zentrum 1281! und 1314 Der kleine Jan •WNiniMuinnMiiiMifiiiiiuiniiiiitiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiit Von Heinrich Schub Für Bitern und Klndertreundelst dieses neue entzückende Buch mit künstler. Einband und Text» Zeichnung, ein ausgezeichnetes GBSCHENKWERK PreU gebunden M. 10,80 Buchhaadltqzg Vorw&jts, Oft UndewfcS Meine Flechte filt deren veseitiaung mir von 21er, ten all« möglichen Mittel verschrieben wurden, die aber nicht» halfen, ist seht durch Relchel'o FlechteNdaisam fast verschwunden. Do schreiben viele. M. 19.50. OttoRetchal. Berlin 13, SO, chiseabahnsrr. 4. WlgtslsllssMml! Ii* :i K" s Bei starkem Haarausfalian, Haarschvruad, Haargrisipe, Kopfjucken usw, findet man erfolgreiche, gewlssenhafie Behandlung In meiner tiaar-KHaili. Brono Welgt, HaarspezUI., Berlin W, Nette bcckstr. 14. tattcherdankü Cl Das sicherst. 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