ZS.�ahrgasg Ausgabe B Nr. 125 Bezugspreis» BIerteljSbrI.Z0,— 3SL. monatl KV— KL frei ins»aus, voraus zahlbar. Pofb- bezug: Monatlich lg,— M. einschl. Y» siellunasgibühr. Unier Kreuzband für Deutschland. Danzig, das Saar- und 'otwe die ehemal» I Abend-Ausgabe Memelflebiet. foroi fchen Gebiete Polens, Oesterreich. Ungarn und Luxemburg 20,— M, für das übrige Ausland 2?,— M. Post» bestellungen nehmen au Oesterreich. Ungarn, Tfchecho- Slowalei, Dilne» mach Holland, Lurcmburg, Schwede» und die Schweiz. Der.Vorwärts" mit der Sonntag»- deilllgs„Volt und Zeit", der Unter- haltungsdeilage.Lcimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adreffe: «Soziaidemotrak Serli»- W'* evliner Volksblstt Zentralorgan der rozialdcinohratlrchcn partd Deutfcblands (�20 Pfennig) Anzeigenpreis t Dt» achtgespaltene Roimaretllezell» tostet HLV M.„Kleine Anzalgaa- da» lengedrnckte Wo« lchv M. lzn- läwg Zwei fettgedrulit» Worte!, sed«, weitere Wo« l.— M. Stellengesuch« und Schlafstellenanzetgen da» erst, Wo« l,— M. lebe» wettere Wo« « Big. Wo«e über lb Buchstaben zählen für zw« Wo««. ffamilien-An- zeigen für Abonnenten geile a,~ 3IL Die Preise verstehen stch einschliehlich Teuerungs, Uschlag, Anzeigen für die nächste Numuiei müssen bt» 5 Ahr nachmittag» im Hauptgeschäft. Berlin SW 6S, Linden. drohe 3, abgegeben werden. Geöffnet von L Uhr srüh bi» b Uhr abend» tteöaktion unü Expedition: SW HS, Linüenstr. Z Äli-rnsABe-ifie-n- Redaktion Morttzplaq lS»S»—»7 Expedition Moritzplatz 1»7»S-S4 Montag, den 30. Mai 1921 vorwärts-verlag G.m.b.H., SV S8, Linöenftr. Z Äkernktzre�i«?- Verlag, Expedition und Inseraten- �. Abteilnng Morttzplatz n75Z-St Krankreichs Verzögerungspolitik. Paris. Z0. Mal.(ES.) Sin« offizielle Reutermeldung besagt, daß die englische Regierung darauf behorrt. daß die ZnieralliierteSonferenz noch im Laufe dieser Woche zusammenireke. Paris, 30. Mai.(MTB.) Wie chavas mitteilt, wird in der Note, die die französische Regierung gestern dem Foreign Office über die oberschlcsische Frage überreichte, bemerkt, daß, wäh- rend die Polen den Vorstellungen entsprochen hätten, die Deutschen ihre Operationen fortsetzten.(!) Briand glaube deshalb, daß es vor- zuziehen sei, bevor man die Frage regele, zu warten, bi» die Ruhe wiederhergestellt sei und die englischen Soldaten in Oberschlesien angekommen seien. Briand glaube ferner, daß, da die alliierten Oberkommissare sich nicht hätten auf einen Bericht einigen können, es besser sei, die Prüfung der Frage der Aufteilung einer besonderen Kommission von Juristen, Diplomaten und Militärs anzuvertrauen. Der Oberste Rat werde dann die Frage prüfen, wenn diese Kommission ihre Vorarbeiten beendet habe. Der Dreiteilungsplan. Paris, 30. Mai. lWTV.) Der diplomatische Berichterstatter der„Chicago Tribüne", Henry Wales, teilt mit, daß der Bot- f ch a f t e r r a t am Sonnabend Anweisungen an die Jnter» alliierte Kommission in Oppeln habe ergehen lasten, einen einheitlichen Vorschlag zur Teilung des strittigen Gebietes in drei Abschnitte vorzulegen. Di« Zustimmung des französischen Delegierten im Botschafterrat zu dem Plane der Dreiteilung Oberschlesiens bezeichne den ersten Schritt zur Annahme des Kompromisses durch die Franzosen. General L e R o n b habe dem telegrophischen Bericht des englischen und des italienischen Mitgliedes der Interalliierten Kommission, auf Grund dessen die Votschafterkonferenz gestern tagte, einen Zusatz beigefügt, in dem er sich außerstande erklärte, sich an dem Bericht zu betelligen, da die französische Regierung einen gleichen Dorschlag früher abgelehnt habe. Die Tatsache jedoch, daß das französische Mtt» glied der Botschafterkynferenz sich den Anweisungen an die Abstim- mungslommission angeschlossen habe, führe zu der Annahme, daß auch Le Rond den neuen Vorschlag unter st ützen werde, obwohl man in gewissen Kreisen glaube, daß er es vorziehen werde, zurückzutreten. Der Erfolg des englisch-italienischen Entwurfs, nachdem dieser mehrfach in Frankreich abgelehnt worden war. werde als Anzeichen dafür angesehen, daß man am Quai d'Orsay sich überzeugt habe, daß die Bereinigten Staaten den Plan der auto- nomen Zone unterstützen. Diese Regelung solle bis zum nächsten Zusammentritt des Obersten Rates in Boulogne in 14 Tagen als vorläufige Lösung des Problems getroffen werden. Drei Fragen für Le Rond. Paris. 30. Mai.(EE.) Das„Echo de Paris" ist in der Lage, den Inhalt des Fragebogens bekanntzugeben, den die Botschafter- konferenz an General L« Rond gerichtet hat. Die Punkte desselben lauten: 1. Welche Maßnahmen will General L e Rond er- greifen, um eine Besetzung der Zonen zwischen der deutschen und polnischen Front durch alliierte Truppen sicherzu st eilen? Kann General Le Rond diese Zonen rasch besetzen ohne dos Ein- treffen der zugesagten englischen Truppen abzuwarten? 2. Ent- spricht der Vorschlag Percioal-Martini der gegenwärtt- gen Lag« und bietet er Frankreich irgendwelchen Nutzen? 8. Ist K o r f a n t y und sein Exekutivausschuß Herr der Lage oder sind Fälle von Disziplinlosigkeit unter den Angehörigen der polnischen Arme« vorgekommen? Neue Kämpfe in(dberschlesien. Aus den Lageberichten des MTB. geht hervor, daß in den Kreisen Rosenberg und Kosel heftig e Kämpfe zwischen polnischen Insurgenten und deutschem Selbstschutz stattfinden. Reu- dorf wurde von den Polen durch Artillerie und einen Panzerzug beschossen. Polnische Angriffe bei L a p p a k s ch wurden abgewiesen. W a ch o w i tz und ein Waldstück östlich Lowochau wurden von den Polen geräumt. Der Ort Rosenberg ist noch wie vor in polnischer Hand. Im Kreise Kosel versuchten die polnischen Insurgenten mehrfach vergeblich, über die Oder vorzustoßen. Ein Angriff aus N i e w k e an der Straße Gogolin— Groß-Strehlitz wurde abgewiesen. Auf der Strecke Groß-Strehlitz— Tarman wurden vier polnische Panzerzüge festgestellt. K a l i w o r i tz wurde von den Insurgenten geräumt. Bei Kreuzenort im Süden des Kreises R a t i b o r wurde ein feindlicher Vorstoß abgewiesen. Ein bezeichnender Vorfall wird aus Hindenburg berichtet. In der Nacht vom 26. zum 27. Mai haben etwa 50 bewaffnete Insurgenten aus dem Lyzeum, in dem ungefähr 200 Flücht- linge untergebracht sind, 134 Deutsche Hera us geholt, viele fürchterlich mißhandelt, und dann in das polnische Hauptquartier Bielschowitz verschleppt. Die Franzosen schritten nicht ein, ob- wohl das Lyzeum zu dem kleinen Häuserblock des inneren Stadt- teils gehört, den sie besetzt halten, und obwohl dem französischen Kreiskontrolleur das Bevorstehen eines Angriffs auf da» Lyzeum bekannt war. Am nächsten Tage verwandte sich der französische General deBrantes aus Gleiwitz dafür, daß die Flüchtlinge nach Gleiwitz gebracht würden, jedoch mußte der zwecks V e r h a n d- lungen mit den Polen nach Bielschowitz gesandte französische Generalstabsmajor unverrichteter Sache wieder zurückkehren. Die polnischen Anführer erklärten dem französischen Kreiskontrolleur in Gleiwitz, daß ihre Leute den Angriff auf das Lyzeum ohne Be- fehl ausgeführt hätten. Ein Reichstagsabgeoröneter verschleppt. Der deutschnationale Abgeordnete Hartmann, leitender Arzt des Knappschaftslazaretts Königshütte, ist von den Polen ge- fangengenommen und nach unbekanntem Orte v e r> schleppt worden. Es handelt sich um einen 6S Jahre allen Herrn. Der Reichspräsident hat, wie wir hören, bereits über das AuswärtigeAmt Schritte getroffen, um die Interalliierte Kom- Mission zur Ermitttung und Befreiung des Abgeordneten zu ver- anlasten. Die sozialdemokratischen Abgeordneten von Oberschlesien, die schon während der letzten Sitzungsdauer des Reichstages nicht in Berlin erscheinen konnten, hatten sich nach den letzten Nachrichten in den von den Polen eingeschlossenen deutschen Städten auf. Sie leiten dort die Maßnahmen zur Verteidigung der deutschen Städte. Salzburger flnschlußabftimmung. Wie». 30. Mai.(«ig. Drahtber.) Bei der heutigen Abstim- mung über den Anschluß haben von 126 000 Slimlnberechiigieu l02 000 Stimmzetkel abgegeben, während bei der Rationalratswahl die Zahl der abgegebenen Stimmen nur gl 000 betragen hatte. Das allein ist für die Begeisterung kennzeichnend, mU der die zumeist bäuerlich« Bevölkerung des Salzkammergules für den Anschluß ein- krikt. Es sind etwa 4000 Abstimmungsberechtigte von auswärts zur Wahl gekommen, von den 102 000 abgegebeneu Stimmen zählte man nicht weniger als SS 000 g ü l t i g e Za-Skimmen, gleich 93 Proz. Die Gesamtzahl der Za-Stimmen ist noch etwas höher, aber es wur- den tausende Zettel abgegeben, die das ,3a" mit bekräftigenden Wo» len der Begeisterung unterstreichen zu müssen glaubten— und da- durch nur die Ungültigkeit ihres Votums herbeiführten. Die Zahl der Rein-Stimmen ist dagegen ebenso lächerlich gering wie bei der Tiroler Anschiußabstimmung. wenn nicht gar noch geringer. Die außerordentlich starke Wahlbeteiligung und noch mehr der erdrückende Prozentsatz der anschlußfreudigen Stim- men sollte den Ententeregierungen endlich zu bedenken geben, daß ihre auf die Unterdrückung des Anschlußwillens Deutsch- österreichs an Deutschland gerichtete Politik nicht allein häßlich, sondern vor allem lächerlich ist. Sie erreichen damit nur. daß die Zahl der Anhänger des Anschlusses sich täglich vergrößert. Die Drohung der Ententegesandten mit Sperrung der Kredite und Einstellung sonstiger Hilfsaktionen wirkt weniger ein- schüchternd als vor allem erbitternd auf die deutschöster- reichische Bevölkerung. Wenn auch diese Drohung insofern Erfolg gehabt hat, als das gestrige Plebiszit lediglich als ein privates Unternehmen bezeichnet wird, so ist dies doch nur eine Formsache. Ein neues Mal ist der Anschluß- wille unserer Brüder im Süden zum Ausdruck gekommen; und der freudige Widerhall, den diese Tatsache bei uns erweckt, ist derselbe, gleichviel, ob die gestrige Salzburger Ab- stimmung als o f f i z i e l l e oder als p r i v a t e Beranstaltung gilt._ Kommumstenkrawal! in Paris. Part«. 29. Mai.(EP.) Heute fanden kommunistische Kundgebungen zu Ehren der Opfer der Pariser Kommune im Jahre 1871 auf dem Friedhof Peve Lachaise und Moni Parnasse statt. In Pere Lachaise war die Zahl der Manifestanten etwa 20 000. wogegen aus dem Moni Parnasie nur 200 bis 300 waren. Alles schien ruhig zu oerlaufen, doch als die Kommu- nisten den Pere Lachaise verließen, kam aus der Gegenrichtung ein religiöser Zug unter Führung von Priestern mit der blauweißroten Fahne. Einige Kommunisten versuchten, diesen De- monstranten die Trikolore zu entreißen und durch die rote Fahne zu ersetzen. Schutzleute eilten herbei. Bald war jedoch eine regelrechte Schlacht auf dem Gambetta-Platz im Gange. Es gab einige Verletzt«, doch kein« Toten. Unter den Ver- letzten Ist der kommunistische Abg. Ernest Lafont. Rathenau Mieüeraufbaummifter. Berlin, 30. Mai.(MTB.) Amtlich wird bekanntgegeben: Der Reichspräsident hat auf Vorschlag des Herrn Reichskanz- lers Herrn WalterRatHenau zum Wiederaufbau- mini st e r ernannt._ Das Urteil gegen Hauptmann Müller. « Monate Gefängnis. Veipzig. 30. Mal.(WTB.) Das U r k e i l im Prozeß Müller vor dem Reichsgericht ist heute nachmittag 1 Uhr ver- kündet worden. Der Angeklagt- Hauptmann Müller wurde wegen Mißhandlung Untergebener. A u- lassung einer Mißhandlung sowie wegen Vorschrift»- widriger Behandlung und Beleidigung Unter- gebener zu einer Gesamtstrafe von sechs Monaten Ge- f ü n g n i s verurteilt. Im übrigen erfolgte Freisprechung. Saperns Entwaffnung. Aus München wird uns unterm 28. d. M. geschrieben: Als vor Pfingsten der Aeltestenrat des Landtags den Be- fchluß faßte, Herrn v. K a h r durch den Landtagspräsidenten fragen zu lassen, wann er der Volksvertretung Aufklärung zu geben gedenke über die Stellung der bayerischen Regierung zu der neuen durch die Annahme des Ultimatums entstandenen Situation, da antwortete er,„es feien keine weiteren Nachrichten aus Berlin eingetroffen".'Er hoffte je- doch, am Freitag oder Samstag dieser Woche in der Lage zu sein, im Haushaltsausschuß darüber eine Erklärung abgeben zu können. Sie erfolgte heute morgen. Aber was bot sie? Wiederum ein Spiel mit Worten: Die mit Berlin eingeleiteten Verhandlungen sind infolge der Abwesenheit des Reichs- kanzlers noch nicht zum Abschluß gelangt, der Ministerrat und die Koalitionsparteien konnten daher noch keine abschließende Stellung einnehmen. Sobald der Stand der Verhandlungen es gestattet will Herr v. K a h r dem Ausschuß das Nötige mit- teilen. Er hofft, daß es am nächsten Montag geschehen kann. Besagen die Worte nichts darüber, welche Absichten oder Ent- schlüsse auf feiten der Regierung stehen, so besitzt das, was Herr v. Kahrverfchwiegen hat, um so mehr Bedeutung. Man bedenke: am 31. Mai läuft der erste Termin zur Ein- reichung der im Ultimatum vorgeschriebenen Erklärung ab, und Herr v. K a h r hofft, drei Tage vorher, 24 Stunden vor jenem Termin, in die Lage kommen zu können, seine Ab- sichten oder Entschlüsse kundzugeben. Und es wäre doch nichts leichter gewesen, als schon heute zu sagen, Bayern ist bereit, die Forderungen des Ultimatums zu erfüllen, aber die Modali- täten sind noch nicht festgestellt. Handelt es sich doch bei der Entwaffnung und Auflösungs- frage der Einwohnerwehr um Entschlüsse der Reichsregierung, die durch ihre Unterschrift keinen Spielraum für Abweichungen lassen konnte. Für die bayerische Regierung und ihre Mehrheit aber gilt es, einen Ausweg aus der Sackgasse zu finden. in die sie ourch ihre Politik der Hinterlist und Hartnäckigkeit geraten ist. Die bayerischen„Staatsmänner" befinden sich wirklich in einer bedauerlichen Situation. Erklärte doch einst Herr v. K a h r, er stehe und falle mit der Einwohnerwehr. Run soll sie fallen, ober Herr v. Kohr will stehen bleiben. Denn wenn der Kohr fällt, muß auch der deutschnationale Mantel nach, und dann käme der Verfall der Koalition, da die deutschnationale Lücke von der Sozialdemokratie nicht aus- gefüllt werden wird. Das System Kohr wird also mit dem bisherigen Firmen- träger die bayerische Politik weiter beherrschen, trotzdem es politisch und moralisch längst in sich zusammengebrochen ist. Jedoch ist es das ungewollte Verdienst des bayerischen Mi- nisterpräsidenten, diesen Zusammenbruch jedem Denkfähigen klar vor Augen geführt zu haben. Es kann deshalb nicht oft genug daran erinnert werden, wie klar und deutlich der„Treu- händer" seine mit Reichstreue verbrämte Renitenz der Welt verkündete. Mehr als einmal hat er sich dazu bekannt, daß er zur Entwaffnung der Einwohnerwehr nicht die Hand bieten werde. Am 15. März 1921 sagte er im Landtag: Ich kann bei den gegebenen Verhältnissen weder an der Auflösung und Entwaffnung unserer Einwohnerwehr mitwirken, noch die Männer verurteilen, die sich nicht entwaffnen lassen wollen. Und am 17. Februar d. I.: Sollte die Reichsregie- rung zu der Anschauung gelangen, sich diesem Standpunkt (nämlich dem bayerischen) nicht anschließen zu können, so müßte sie für alle Maßnahmen... auch die ausschließliche Verantwortung nach jeder Richtung tragen. Auch sonst nahm der bayerische Ministerpräsident mit Vorliebe die Pose des Kraftmayers ein. Dazu paßt freilich das nun zu Ende gehende Spiel sehr schlecht. Denn die Ursache des jetzt mit der Volks- Vertretung wiederum getriebenen Versteckspielens bildet nicht die fehlende Uebereinstimmung mit dxr Reichsregierung, fon- dern der noch nicht gebeugte Wille der Oberregiening Esche- r i ch und Kanzler. Daß sie wenig Neigung zeigen, wieder zu ihren früheren Berufen als Forstmeister und Gsometer zu- rückzukebren, erscheint verständlich. Außerdem ist der Wille dieser Männer dank der Gruselpolitik des Herrn v. K a h r so stark geworden, und sie besitzen in den Wehren eine die Staats» macht so überragende Bedeutung, daß die bayerische Regierung ihre Abhängigkeit von diesen Condottieri nicht länger verber- gen kann. Bis heute sind die Widerstände der Einwohnerwehr gegen ihre Entwaffnung und Auflösung noch nicht überwun- den. Daher die jetzt beliebte Ausschweige- und Prolongations- taktik. E s ch e r i ch, für den Herr v. K a h r„voll und ganz" eintrat,„daß ihm die Absichten einer Nebenregierung oder eine Gegenaktion gegen die Regierung vollständig ferne liegen", bestimmt heute die politische Situation, und indirekt beinahe das Geschick des deutschen Volkes. Neben ihm figuriert immer noch der Geometer Kanzler,„ein tatkräftiger Mann". Mit dem einst im vollen Brusttone verkündeten„das treue Verhältnis zwischen Regiening und Einwohnerwehr ist unantastbar" steht es jetzt so, daß Herr v. Kohr gezwungen ist, diese Versicherung auf Gegenseitigkeit auflösen zu müssen. Da steht ibm natürlich sein eigenes Treuegelöbnis als un- bequemes Hindernis im Wege. Und so eifrig seit 14 Tagen in den Konventikeln der Koalktionsparteien beratschlagt wird, den in Bayern so beliebten„goldenen Mitielmcg" haben sie bis jetzt noch nicht gesunden. Zu allem Unglück haben die Auguren der Bayerischen Bolkspartei die Front der treuen„ehrlichen Arbeit" schnöde verlassen. Dr. Heim, sonst immer mit guten Einfällen und Ratschlägen ein willkommener Helfer, schmollt in Regcnsburg, und der eigentliche Diplomat der Koasi- tion, der Abgeordnete Held, war krankheitshalber verhindert. So mögen denn die Kahr-Leute in ihrem stillen Kämmer- lein ihre Hausgötter E s ch e r i ch und Kanzler bis zum 30. Mai beschwören, um(Rottes und der bayerischen Separat- Politik wegen Gnade vor Recht ergehen und die Entwaffnung und Auflösung der Einwohnerwehren(freiwillig) vornehmen zu lassen. Wird ihr Flehen erhört, dann dürfte sicher ein neues Evangelium von der Reichstreue und Opferwilligkeit bayeri- scher Frondeure verkündet werden. Dann dürsten die separa- tistischen Beschützer aller Rechtsumstürzler im Vlendlichte wah- rer Reichsfrcundschaft erscheinen und die Polltik des Fortwur- stelns bis zu den nächsten Wahlen weiter erfolgreich betrieben werden können. Wie wir erfahren, steht die Frage der bayerischen Ent- waffnung zurzeit im Mittelpunkt der Erörterungen des Reichs- kabinetts. Die Reichsregierung ist bestrebt, das von ihr an- genommene Ultimatum gewissenhaft auszuführen. Der Erfolg dieser Bemühungen aber wird dadurch verhindert, daß i n Bayern starke Kräfte am Werk sind, um die Auf- lösung der Einwohnerwehr zu verhindern. Wegen dieser Schwierigkeiten hat am gestrigen Sonntag eine Sitzung des Reichskabinetts stattgefunden. Ueber ihr Ergebnis wird amtlich nichts mitgeteilt. Räch einer uns zugegangenen Information hat die Reichsregierung noch- mals einen st arken Druck auf die bayerifcheRe- regierung auszuüben gesucht. Nach den PPN. handelte es sich am Sonntag um keine förmliche Kobinettssitzung, sondern um eine Besprechung der beteiligten Ressorts._____ Relchswehrparaöe vor Elte! Schieberich. Am vergangenen Sonntag hat auf dem Exerzierplatz Moabit eine Gedächtnisfeier des 4. Garderegiments stattgefunden. Noch den vorliegenden Berichten war es ein einziger großer man- archistisch-militaristischer Klimbim. Zunächst fand ein Festgottcsdienst statt, dann hielt her berüchtigte Oberst R e i n h a r d t eine Ansprache, gespickt mit monarchistischen Reminiszenzen, und schließlich formierten sich die ehemaligen Angehörigen des Regiments zum Vorbeimarsch im Stechschritt mit klingendem Spiel vor dem anwesenden Zollernsprossen Eitel-Friedrich. An diesem Vorbeimarsch beteiligten sich auch die Angehörigen der frühe- ren 7. und 8. Kompagnie, die jetzt in das 9. Infanterieregi- ment der Reichswehr als sogenannte„Traditionstompagnie" eingereiht sind. Offenbar sollte durch diese Parade dem Prinzen Eitel-Schieberich zu Gemüte geführt werden, daß er es jetzt nicht mehr nötig habe, Geld ins A s!and zu verschieben. Dem Ausland aber, das Deutschland nicht freundlich gesinnt ist, wird diese Parade will- kommeneren Agitationsstoff gegen Deutschland liefern, als ihm die ganze Hohcnzollernmilliarde wert wäre, wenn sie ins Ausland käme. Wir würden noch Herrn Geßler fragen, was er zu dieser Höh�nzöllernparade seiner Reichswehr meint, wenn wir nicht wüßten, daß er auf solche Fragen grundsätzlich keine Ant- wort gibt. Staötverorünetenwahlen in öraunschweig. Vrannschweig, 39. Mai.(Eigene? Drahtbericht des„Vorwärts".) Am gestrigen Sonntage haben im Staate Braunschweig die Wahlen zur Gemeinde- und zu den Kreisvcrtrrtungen stattgefunden. Im allgemeinen ist große Wahlmüdigkeit zu bemerken. Geradezu lata- strophal ist der Zusammenbruch der Unabhängigen, die z. B. in der Stadt Braunschweig von 34 099 Stimmen bei der letzten Reichstagswahl auf die Hälfte, auf rund 17 009 Stimmen zusammengeschrumpft sind. Die Kommunisten haben nur einig« Mafeumsreform. Seit mit icr staatlichen Umwälzung frühere Rücksichten fort- fielen und die' Schlösser für Sammlungszwecke verfügbar wurden, mehren sich die Stimmen der Kritik an unseren Museen. In der „Museumskunde" veröffentlicht jetzt Dr. Alfred Kuhn Ausführungen über die Aufgaben der Museen in der Gegemvart, die er in ganz anderem Sinne als bisher lebendig und populär machen will. An die Stelle einer magazinortigen Aufbewahrungshalle für Kunst- gegenstände muß. so heißt es da, ein Zentralinstitut für Kunstpflege treten, dessen Hauptwirksamkeit da anfängt, wo feine Museums- räume aufhören. Diese hat sich in den großen S t a a t s s a m m- l u n g e n anders zu vollziehen, als in den kleineren städtischen Sammlungen. In höherem Maße als diese haben jene noch die Aufgabe der Magazinierung als„Gelehrtenmufeu m". Aber aus diesem muß sich eine Schausammlung ablösen. Das Monstermuseum mit seinen Riesensälen und Kabinettschluch- len muß oerschwiuden. Seine Größe ist schuld an dem Durch- rennen der Museen und der oft verspotteten Feststellungsmanie, an der typischen Angst, nicht alles„erledigen" zu können. Der Mensch ist schlechterdings nicht imstande, solche gigantischen Häufungen von Kunstwerken zu bewältigen. Sie können vielleicht als Tatsächlich- leiten von ihm festgestellt werden� also fein Wissen vermehren, aber menschlich auf ihn wirken können sie nicht. Und gerade darauf käme es an. Die Schausammlung dürfte 19 Räume nicht über- schreiten, nur mit Werken, die ohne jeden Kommentar allein durch ihre Existenz wirken, vielleicht in Abwechslung von. Malerei und Plastik, wenige Dinge auf jeder Wand gegenseitig gut isoliert, in von einander getrennten Räumen. Mit reichlichen bequemen Sitz- gelegenheiten, denn nur entspannte Menschen können Kunst auf- nehme». S» wird jene Feierlichkeit der Stimmung- erzeugt, die im Munchsaal des Museums zu Christiania den Besuchern überwältigt. In der Schausammlung vertritt den Katalog, der in die Gelehrten- abteilung gehört, die Bezettelung. Natürlich sollte man das Museum auch abends bei künstlichem Licht offenhalten. Es ist doch besser, der Bureauangestellte oder Arbeiter sieht auf einem Bilde das Blau etwas schwärzer oder das Grün etwas blauer, als wenn er gar nichts sieht. Viele Bilde?«der passen überhaupt nicht in Museen, sondern gehären in Festsäle, in öffentliche Repräsentationsräume, in Kirchen. Die Provinz und die Kleinstädte müßten ganz anders aus den Zentrolmuseen gespeist werden. Die städtischen Museen können noch weit mehr kultur- polstisch erziehen. Hier hat man damit anzufangen, schon die Jugend zu erfassen, ehe der Kitsch von ihr Besitz ergreist. Hier ist nicht Halbbildung zu züchten— die Bildungsaufgaben des Museums liegen im Rahmen der Geschichte, es sollte ausgewählte tausend Stimmen gewonnen. Die Bürgerlichen hatten in den meisten Orlen Einheitslift en aufgestellt, die aber auch sehr oit nicht das Resultat der bürgerlichen Parteien bei den letzten Reichstagswahlen erreichten. Gewonnen hat unsere Partei. Sie hat fast in ollen Orten zum mindesten ihre frühere Zahl erreicht. In der Stadt Braunschweig hat- sie 2999 Stimmen gewon- nen, was in Anbetracht dessen, daß dort alle anderen Parteien einen Stimmennachlaß haben, infolge der geringen Wahlbeteiligung, hoch zu werten ist. Wahxscheinlich wird infolg« der Verschiebung der politischen Machtverhältnisse, insbesondere des Zusammenruches der Unabhängigen um über 59 Proz., sich ein« Neuwahl des Landtages nicht lange wehr hinausziehen lasten können, um so mehr, als die Bürgerlichen mit allen Mitteln die Auflösung des Landtages anstreben. Braunschweig, 29. Mai.(WTB.) Bei der heutigen Stadt- verordneten wähl hatten die bürgerlichen Parteien(Demokraten. sämtliche rechtsstehenden Parteien und Mittelstandsvereinigungen) eine„wirtschaftliche" Einheitsliste aufgestellt. Wie die„Broun- schweizer Neuesten Nachtrichten" melden, erhielten die Bürgerlichen 32 410 Stimmen, Sozialdemokraten 8132 Stimmen, die Unabhängigen 17 296 Stimmen und die Kommunisten 4118 Dtim- wen. Auf die Mieterliste entfielen 345 7 Stimmen. Stresemann beschwert sich. Auf der Tagung der Deutschen Bolkspartei Sachsen referierte der Vorsitzende der Partei Dr. Stresemann über die allgemeine politische Lage. Nach Bericht der TU. wandte sich Stresemann in scharf er Form gegen die Art, wie die Regierung dem omerika- nischen Präsidenten das Schicksal des deutschen Volkes zu Füßen gelegt habe. Dos sei in würdeloser Form geschehen. — Die von Stresemann angefeindete Regierung war aber das Kabi- nett Fehrenbach-Simons, in dem die Deutsche Bolkspartei die erste Geige spielte! In einer angenommenen Resolution beschwert sich der Landes- Parteitag, daß die heutige Lage dazu ausgenutzt werde,„eine Herr- fchaft der linksgerichteten Parteien im Reiche herbeizuführen". Da- neben bietet sich die Deutsche Bolkspartei zu„positiver Mitarbeit" an. Wenn eine sozialdemokratische Organisation eine solche Reso- lution faßt«, würde die gesamte voltsparteiliche Presse von „Futterkrippensehnsucht" schreiben. Zmönch Leopolö klagt. TaS Testament Friedrich Wilhelms Iii. Bor der Zivilkammer de» Landgerichts Schneidemühl lond am Sonnabend unter dem Vorsitz des Geheimen Iustizrats Sasse die erste Verhandlung in dem Prozeß statt, den der ehemalige Prinz Friedrich Leopold von Preußen gegen das Preußische Fi- nanzministerium ous Anerkennung seines Eigentums an den Herr- schaften Flntow- Krojankc angestrengt hat. Friedrich Leopold be- hauptet, daß der frühere Finanzminister Lüdemonn sich den Bc- sitz an diesen Herrschaiten rechtswidrig angeeignet habe, nachdem die von dem Finanzministerium unterstützten Bestrebungen zur Herbeiführung einer Entmündigung des Prinzen ge- l-heitert waren. Das Flnonzminillerium booeaen bebauotst, erll nach Zurückweisung des Entmündigungsantrages zu der Erkenntnis gekommen zu sein, daß infolge eines Formmangels das Testament Friedrich Wilhelms III. unwirksam sei und daß demgemäß auch die Besitztitel des Prinzen an den Herr- schaften Flatoiv-Krojanke, die auf diesem Testament beruhen, hin- fällig geworden seien; die Eintragung des Prinzen, sowie seines Vaters und Großvaters als Eigentümer in das Grundbuch sei zu Unrecht erfolgt. Durch diese Anfechtung des Testaments Friedrich Wilhelms III. gewinnt der Prozeß eine Bedeutung, weit über das ursprüngliche Maß hinaus, da auf diesem Testament die Erbnach- folge Friedrich Wilhelms IV. und Wilhelms I., die Bildung des Krernfideikommifses und des Kronentresors, die Auseinandersetzung zwischen Friedrich Milbelm IV. und dem preußischen Staat, die Ab- fiildung der prinzlichen Nebenlinien und eine überaus große Zahl von Zuwendungen an den Staat und an Private beruht. Der für das Finanzministerium erschiene Rechtsanwalt Rothe (Berlin) sprach dem Testament die Gültigkeit ab, weil es nicht in den Formen de» alten preußischen Landrechts er- richtet, insbesondere nicht mit dem vollen Namen des Herrschers Sammlungen besonders moderner Kunst durch die Schulen der Stadt senden, daneben lehrhafte Ausstellungen mit gedrucktem Text, modernes Kunstgewerbe, auch Architektur, Gegenüberstellungen guter und schlechter Formen mit Derspotwng des Kitsches in den Schulen veranstalten. Auch zur Einführung in die Kenntnis der Techniken kann das Graphische Kabinett die Mittel bieten. Durch Vermittlung klaren handwerklichen Verständnisses wird markloser Aesthetisiererei am wirksamsten der Boden abgegraben. Die Massen der Erwachsenen kann man dadurch heranziehen, daß man Samm- lungs. und' Festraum verbindet. Das städttsche Museum kann ver- suchen, mit besonders ausgewählten Kunstwerken einen Saal zu Festzwecken auszugestalten, und darin wöchentlich kleine Konzerte, Vorträge, Leseabende abhatten. Nicht Bildung, sondern qualitattv hochstehende Genüsse sollen hier geboten werden, um Kino und Kaffekonzert Konkurrenz zu machen. Nicht indem weiten Kreisen neuer Bildungsstoff in Form von Borlcsungen zugeführt wird, kann das geistige Niveau des Bolkes sich heben, sondern wenn man die Qualität seiner Vergnügungen bessert. Der Augenblick, wo das Museum auch ein Kino in Regie bekommt, wäre, so utopisch es auch heute noch klingt, die Krönung des Werkes. Diese Gedanken sind ja keineswegs neu, aber da so gut wie gar nichts in unseren Museen geändert wird, ntüssen sie wieder ins Gedächtnis gerufen werden. Ein neues Vraunkohleninfiitut. Die Gesellschaft für Braun- kohlen- und Mincralölforschung an der Technischen Hochschule zu Berlin, dje seit drei Jahren für die Gründung eines Lehr- und For- fchungsinstituts eintritt, hat jetzt mit der praktischen Verwirklichung dieses bedeutsamen Planes beginnen können. Ein Mineralöl- chemisches Institut mit einem für Klein- und Großbetrieb eingerich- teten Laboratorium begann unter Leitung von Dr. Frank auf dem Gelände der alten Gasanstalt am Charlottenburger Ufer 59— 62 zu arbeiten. Der Gelellschaft wurden bis 31. März 1922 erhebliche Mittel bewilligt. Die Absicht, fiir Bergbau- und Verbrennungstechnik Institute zu errichten, wird vorläufig noch zurückgestellt, weil die Mitte! noch nicht ausreichen. Solche Forschungen werden zunächst auf Großwerten, aus den Drountohlenbergwerken, in Britettfabriken durchgeführt werden. Das Mineralölchemische Institut hat eine be- sonders hohe Bedeutung angesichts unseres hohen, vor dem Kriege aus dem Auslände zum großen Teil eingeführten Bedarfs an Mi- neralölen. Alkägypllsche Wäsche. Ein merkwürdiger Fund ist bei den jüngsten Ausgrabungen der Expedition des New Porker Metropolitan Art Museum gemacht worden, die auf der Stätte des alt- ägyptischen Theben stattfänden. Man brachte eine Mumie ans Licht, die augenscheinlich mit der ganzen Wäsche ihres Haushalts begraben worden war. Wie eins der Mitglieder der Expedition, der Archäo- löge Waller Hauser, berichtet, befanden sich darunter etwa 49 pracht- volle leinene Tischtücher, die sehr groß und alle mit Fransen geziert sind. Das Leinen hat einen schönen goldbraunen Ton angenommen unterzeichnet worden sei. Das vorliegende Testament könne mrr als Entwurf zu einem solchen gelten. Iustizrat Lubszynski(Berlin), als Vertreter des Prinzen Friedrich Leopold, führte demgegenüber aus, die Erörterungen über das Testament seien so alt, wie das Testament überhaupt. Noch den Borschristen der Preußischen Haus. Verfassung sei eine Form für die Testamente der Landesherren über- Haupt nicht vorgeschrieben gewesen. Das Gericht hat, um sich zu- nächst Kenntnis von dem vorgebrachten Material zu verschaffen, die weitere Verhandlung vertagt. �anögranaten statt Regenwürmer. Aus Potsdam wird uns geschrieben: Unweit der Kaserne der 1. Gardeulanen suchte vor einigen Tagen ein Mann Würmer als Angelköder. Beim Aufstöbern des Fallaubes entdeckte er eine Kiste, in der sich Eierhandgranaten befanden. Der von dem Funde verständigte Truppenteil barg die Kiste und veranlaßte eine Nachprüfung der Bestände. Dabei stellte sich das Fehlea von vier weiteren Kisten heraus. Der Sucher Mühe wurde bald be- lohnt, denn nicht weitab vom Bersteck der ersten waren auch die fehlenden Kisten verborgen. Um in Erfahrung zu bringen, wer an dem Versteck ein Interesse hatte, wurde der Fundort umstellt und beobachtet. Nach Einbruch der Dunkelheit erschienen drei Männer mitRucksäcken, die zwei Kisten entleerten und die Handgranaten in den Rucksäcken verstauten. Bevor sie sich cm- fernen konnten, wurden sie verhastet. Drei weitere Personen entkamen. Wie berichtet wird, gehören sämtliche Verhaiteren uer Kommunistischen Partei an. Die Potsdamer Kriminal- polizei hat weitere Ermittlungen angestellt. Regierung unö ErWerbslofenfürforge. Der volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages beriet am Montag üb» verschiedene Anträge, die die Erwerbs» losensürsorge betreffen. Abg. K ö r st e n(Soz.) referierte zu» nächst über einen gemeinsamen Antrag der Sozialedmokraten und der Unabhängigen, der einem Unterausschuß zur Prüfung überwiesen war. Diese Anträge fordern insbesondere eine sofortige In- angriffnahme öffentlicher Arbeiten im weitesten Um- sei uze vorzugsweise Berücksichtigung der von der größten Arbeits- lostgkeit betroffenen Bezirke und Belebung des Baugewerbes durch Bereitstellung öffentlicher Mittel für den Wohnungsbau. Ministerialdirektor Dr. Weigert(Reichsarbeitsministerium) erklärte, besondere Berücksichtigung der Gebiete mit hoher und lang- andauernder Erwerbslosigkeit fei notwendig. Hierbei sei Vergebung der Aufträge auch an bisher nicht beteiligte Betriebe nötigen- falls unter Umstellung durchaus angängig. Der Unter» nehmergewinn bei öffentlichen Arbeiten müsse aus sozial- wie aus finanzpolitischen Gründen in angemessenen Grenzen gehalten werden. Wie schon im Reichsverkehrsmini st erium vor- gesehen, sollen zur Unterstützung der Reichsressorts bei Vergebung der öffentlichen Aufträge Vertreter der Arbeitnehmer und Arbeitgeber hinzugezogen werden. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns hob die Bedenken hervor, die durch die Frage der allgemeinen Arbeitsstteckung in der Privat- industtie besonders durch zwangsweisen Schichtwechsel in wirtschaftlichen Kreisen vielfach entstanden seien. Die Reichsregie- rung lehne den Gedanken nicht schlechthin ab. halte vieim-hc eine Prüfung für die einzelnen Erwerbszweige für erforderlich. Die Zsntralarbeitsgemeinlchoften hätten auf Anfrage bin» rcichen�e Unterlagen für. di: Entscheidung brchn"icht erbracht, weshalb jetzt der Reichswirtschastsrat um ein Gutachten ersucht worden sei. Die Belebung des Bau Marktes fei im Gange. Die Unterstützung der Erwerbslosen könne allerdings nicht als hoch be- zeichnet werden, hier feien aber Grenzen dadurch gezogen, daß die Löhne mancher beschäftigten Arbeiter und insbesondere der Kurz- arbeiter auch nicht wesentlich höher lägen. Besondere Derücksichti- gung verdienten die langfristig Er w erb slsosen, denen eine einmalige Beihilfe, zugebilligt werden könne und die bei Rot- standsarbeiten bevorzugt zugelassen werden sollen. Bayrische Königsparlei und Hochverräter. Gegen den Grafen Bothmer von der bayr. Kvnigspartei ist, wie das in Würzburg erfchem-mde„Neue Boll" mitteilt, von der Münchener«Staats- anwalttchast das Verfahren wegen Hochoerrats ei.igelestet war- den. Bis zum Abschluß dieses Verfahrens ist der pon Bothmer an. gestrengte Prozeß gegen den Herausgeber des„Neuen Volk", Vitus Heller, in dem die Beziehungen führender Persönlichkeiten der bayerischen Königspartei zu den separatisttschen Bestrebungen gericht» liche Körung finden sollen, abermals vertagt worden._ und befindet sich in vorzüglichem Erhaltungszustand. Bei einigen der Tücher wurden Spuren sorgfälttger Ausbesserung festgestellt. Die kostbarste Briefmarkensammlung unter dem Hammer. Eine Sammlung seltener Briefmarken, die als die kostbarste in der ganzen Wett bezeichnet wird, soll demnächst in Paris ver- steigert werden. Sie ist von dem Philatelisten Ferrari de la Renautisre zusammengebracht worden und wird von Sachoerstän- digen auf einen Wert von 659 999 bis 1 Million Pfund beziffert. Die letztere Schätzung würde nach unserer Valuta etwa Vi Milliarde Mark betragen. In den Kreisen der Briefmarkensammler ist der Wunsch ausgetaucht, daß nur die Dubletten verkauft werden sollen, und daß mit den dadurch gewonnenen Summen ein be- sonderes Museum in Paris eingerichtet werde, in dem die übrigen Exemplare dieser einzigartigen Sammlung der Oeffentlichkett zu- gänglich gemacht werden. Rhrinbesetzung und Vogelwelt.' Die Besetzung des Rhein- gebietes hat nichl nur ihre traurigen wirtschaftlichen und politischen Folgen, sondern mit ihr stedt auch manche Veränderung in der Natur selbst in Zusammenhang. So macht Hugo Otto im„St. Hubertus" auf die außerordentliche starke Zunahme verschiedener Vogelarten aufmerksam, die früher abgeschossen wurden. Durch die Besatzungsbehördcn sind nämlich am Nicderrhein die Schuß- waffen sehr oermindert worden, und die Iagdberechtigten müssen infolge der hohen Pattonenpreise mit der Munition sporsam um- gehen. Die großen Kolonien der Saatkrähen, die in der Dar» kriegszeit im April zu Tausenden abgeschossen und manchem ahnungslosen Reisenden alz leckerer Braten vorgesetzt wurden, können sich jetzt ungehindert vermehren.' Früher war es eine selbstverständliche Pflicht dec Jagdaufseher, die Rabenkrähen zu vermindern: Prämien für Vögel und Gelege dieser Art spornten den Abschuß an. So ist es gekommen, daß'jetzt am ganzen Nieder- rhein die Krähen allenthalben brüten. Jedes Feldgehölz, ja jeder einsame Daum, die Parkanlagen der Städte und andere günstige Oertlichkeiten beherbergen Rabenkrähen, die der Saat bedeutenden Schaden zufügen und auch den Brüten der Singvögel nachstcllen. Wenn auch hier und da Nester ausgenommen werden, so findet doch der früher so eifrig betriebene Abschuß der alten Krähen nur noch höchst selten statt. Aus dieielben Ursachen ist die große Ver- mehrung der Eichelhäher und Elstern zurückzuführen. Ihre An- Wesenheit verkünden in allen Landschaften der Niederrheftrischen Ebene die Kugelncster tn den Pappeln, von denen wan an einer Stelle bisweilen ein halbes Dutzend feststellen kann. Die ungeheure Zunahme der Sperlinge, droht zu einer Gefahr für die Kornfesder zu werden.__ Neues Rolkstbeater. Erslauffüblung deZ LegendenlpielS ,D 1 1 Dt. SakobSfahr!« von D i e tz e n s ch m i-d t am Dienstag, 31. Mai. um 7 Uhr. Teun'ches OPerubauS. Am 31. Mai.Listige Weiber von W i n d l o r" mit Frau S t c a u jj vorn Stabil>ieater w Stiel als Frau Reich; am 1. Juni„gibelio"; am 2. Juni gastiert Frau Strauß als Carmen: am 3. Juni Herr K i p n I s vom Wiesbadener stadtthcater als Stardinal in der.Jüdin"; am Sonnabend, 4. Juni Gastspiel Georg BnIlaaossF als Rigoletto. Jur das ungetei Don ollen bisherigen Kundgebungen für Oberschlesien war die cm- gestrigen Sonntag die gewaltigst«. Die Beteiligung überstieg sürmlichs früheren. Um 4 Uhr wogte im Lustgarten schon eine unabsehbare Menschenmenge und bald war jedes Plätzchen auf den Stufen um Museum und dem Dom sowie auch am Reiter- dcukmal und dem alten Eckstosse voll besetzt. Und immer noch marschierten unter Vorantritt eines Mustkkorps neue Züge herbei. bis endlich der weite Raum des Lustgartens ganz von den Massen besetzt war. Im hellen Sonnenschein boten die farbigen Kleider der überaus zahlreich anwesenden Damen ein prächtig leuchtendes wechseloolles Bild, das, von den im lichten Grün pran- gendcn Anlagen geschmackvoll eingerahmt wurde. Punkt S Uhr verkündeten laute chornsignole den Beginn der Redezeit.. Es sprachen außer einigen in den letzten Stunden aus Oberschlesien angelangten Flüchtlingen Mitglieder aller Parteien, u. a. Genosse Erwin Borth, ferner die Kommunisten Dr. Wein- b e r g und M i ch a l s k i, der Demokrat E o t h e i n. Alle Redner wandten sich mit voller Schärfe gegen den polnischen Terror und brandmarkten die Greueltaten der polnischen Banden sowie die Betzen ihres berüchtigten Führers Korfanty und das Verhalten der iranzösilschen Besatzung der Gebiete, das die Banden zu ihren Grau- scmteiten geradezu ermutigt habe. Und alle Reden klangen schließ- Nch in die Forderung aus:„Oberschlesien deutsch und ungeteilt!� Brausender Beifall folgte dieser Forderung, die von stürmischen vochrufen auf Oberschlesien begleitet wurde, während ein Flieger Tausende von Zetteln aus den Lüsten herabflattern ließ, welche fol- gende Entschließung in gedruckter Form bekanntgaben: Eino von den Rednern vorgelesene und unter donnerndem Applaus angenommene Entschließung fordert, daß an die Spitze der Interalliierten Kommission endlich eine Persönlichkeit tritt, die die Bürgschaft'für die ehrliche Durchführung des Friedensvertrages bietet, daß durch die beschleunigte Entsendung ausreichender eng'ischer und italienischer Truppen der gesetzmäßige Zustand in Oberjschlesien sofort wieder hergestellt und daß durch diese die Grenze gegen Polen lücken- los abgesperrt wird; ferner, daß die Deutsche Regierung nach wie vor mit größtem Nachdruck für das bedrängte oberschlefische Volk und für das Verbleiben des ungeteilten Obcrschlesien bei Deutsch- iand eintritt. Dann intonierte die Musik das Volkslied:„Ich Hab mich er- geben, mit Herz und mit.fyind"— und langsam ordneten sich die Scharen zu einem Demonstrationszug, der sich in vier Abteilungen unter Vcrantritt je eines Musikkorps durch die Eharlottenstraße bis zum Belle-Alliance-Platz bewegte, wo sich die Teilnehmer in Gruppen auslösten. Ansprache öes Reichskanzlers. Im Anschluß an die Kundgebung begab sich eine A b o r d- nung von Oberschlesiern in die Reichskanzlei, wo sie vom Reichskanzler Wirth im Beisein des Reichsministers des Auswärtigen Rosen empfangen wurde. Der Führer der Delegation überreichte dem Reichskanzler die im Lustgarten ge- faßte, bereits gemeldete Entschließung, woraus der Reichskanzler u. a. folgendes erwiderte: cheute möchte in Kürze nur das eine zu Ihnen sagen: Räch den Wünschen der Polen ist das Abstimmungsgebiet Oberschlesien aus der Provinz Oberschlesien herausgeschnitten worden, weil sie glaubten, bei der Abstimmung in diesem willkürlich abgetrennten Teile einer Mehrheit sicher zu sein. Auf polnische Initiative hin ist ferner den nicht in Obcrschlesien wohnhaften Abstimmungsberechtigten seinerzeit das Stimmrecht zuerkannt worden; hinterher freilich, als die Polen sahen, daß diese Karte geaen sie schlagen würde, wollten sie sie sür ungültig erklären. Das ist das Gegenteil von jenem fair play, dos in diesen Wocstbi von hervorragender Stelle in England für Oberschlesien verlangt worden ist. Die Bevölkerung hat sich mit fast % Millionen für Deutschland erklärt, viele auch von Ihnen, meine Herren, haben mit dazu beigetragen, daß der 20. März ein Ehrentag für Oberschlesien und ein Ehrentag sür das gesamte deutsche Volk geworden ist, trotz des von den Polen vor und bei der Wahl aus- geübten unerhörten Terrors: die vor aller Welt offenkundige Aus- spräche des cberschlesischen Volkes für Deutschland, gegen Polen, läßt sich durch nichts fortdiktieren und durch nichts fortdiskutieren. Die von mancher Seite aufgestellte Behauptung, die Arbeiter- l ch a f t hätte sich für Polen erklärt, steht in schroffstem Wider- spruch zu den Tatsachen. Hunderttausende und aber Hundert- tausende von Arbeitern sind sür Deutschland eingetreten. Dos eine ober ist richtig— und das hat noch bald nach der Abstimmung ein großes englisches Blatt als bezeichnend hervorgehoben: unter den für Deutschland abgegebenen Arbeiterstimmen befinden sich vor- wiegend die Stimmen der geschulten und damit leistungsfähigeren Arbeiter. Gerade die gesamte hochstehende Arbeiterschaft hak für Deutschland gestimmt. und ich füge hinzu: je größer der Stamm deutscher geschuller und leistungsfähiger Arbeiter, desto rascher wird Deutschland und damit ganz Europa von den schweren Wunden genesen, die ihm der Krieg geschlagen hat. Das ist eine Lebensfrage Europas. Deshalb sollte gerade die Haltung der geschulten Arbeiter Oberschlesiens den Männern, denen die Entscheidung obliegt, als Fingerzeig gelten; und ich sage weiter: eine Welt, in der die Tüchtigkeit des Arbeiters als ein Grund zu politischer Minderbewertung und damit als ein Makel gelten würde, eine solche Welt wäre eine verkehrte Welt. Der jetzige Aufstand und seine blutigen Folgen können uns unser gutes Recht nicht nehmen. Wir empfinden auf das tieffte die unsäglichen Leiden, die das oberschlefische Volk durchmacht. Seien Sie überzeugt, daß nichts, was in unserer Krast steht, Unterlasten wird, was zur Beseitigung der Korfantyschen Dilta- tur führen und die gesetzmäßige Wiederherstellung der Orb- nung gewährleisten kann. Wenn die Polen geglaubt haben, die Well vor vollendete Tatsachen zu stellen, so haben sie sich getäuscht. Es wäre auch der Gipfel der Ungerechttgkeit, wenn aus brutaler Gewalt ein Recht gefolgert werden könnte. Lasten Sie uns hoffen, daß diese Waffen, auf die wir hier hin- weisen, die Mehrheit und das Recht, sich schließlich stärker und siegreicher erweisen werden als die Maschinengewehre und Bomben fanatisierter und irregeführter Aufftändischer. diese Aufgabe sah sich der Bankbeamte nach einem geeignet»« Manne um und glaubte, ihn in.Lollmann" gefunden zu haben. Der „Ukrainer" nahm den Auftrag mit Freuden an und setzte sich mit Äeensdragen, den er von seinen früheren Güterschwindeleien her schon kannte, in Verbindung. Nachdem alles vorbereitet war, kam Veensdragen persönlich nach Berlin, um mit Kollmann zusammen das Geld in Empfang zu neh- men und über die Grenze zu bringen. Da griff die Kriminalpolizei ein, nahm die beiden fest und beschlagnahmte das Geld. Die Mühlenbesitzer wären es auch bei Gelingen des Planes losge- worden, denn der Schwindler Kollmann-Reich hätte sich ohne Zweifel nicht mit der ihm zugesicherten Vergütung begnügt, sondern die Eigentümer um den ganzen Betrag geprellt. Gegen diese wurde ebenfalls ein Strafversahren eingeleitet. Prenzlau. Wir bitten alle unsere Abonnenten, welche die Zeitung bisher vom Genossen Kersten bezogen haben, ihre Adressen sofort beim Genossen Loose, Schnelle 72, abzugeben, weil dieser die Verteilung der Zeitung vom 1. Juni ab besorgt. Vorwärts-Berlag G. m. b. H. Sport. Tus Traber-Derby, da? der Ruhlebener Bahn einen Mastenbesuch braKte. be- rettete den Favoriten-Wcttern eine arg- Enitäuicbung; denn der Adbell Toddington-Sobn Frundsberg wurde Zweiter. Die Snite Graphit, die im Endkampf noch scharf von dem Hengst angegriffen wurde, hielt ihn aber sicher mit 3 Längen. Wäbrend es auf Graphit 105:10 gab, hätte FrundSberg glücklich 10:10 gebracht. Nachstehend die Resultate: I. Prüfungspreis. 1. Trautenschön(I. Mills), S.Matador iE. Treu- herz), 3. Erita III(Tenpel). Tot.: S7, PI. 14, 18. 85. Ferner: Rautende- lein(4.), Eduard I. Handlest, Flora Bingen, Kronvrmz I. Pontresina, Wicht, Harald I, Wilhelmina, Erbschasl, Morganat, Xaver, Zita, Hinden- bürg II.— 2. B ü r g e r p r e i s. I. Friedensbote/, Uhr bei KriiSke, Hubertusstr. 6 statt.' Reierentin: Genossin Wachenhetm. 101. Abt., Treptaw. Heute abend T-U Uhr bei Iaeckel: Frauenabend. Thema: Dle Btldungsarbcit unserer Partei. Referentin: Genossin Todenhagen. OewerGhQjwbewegung Eine schwere Niederlage der Kommunisten. Die Buchbinder gegen Moskau. Im Buchbinderverband hatte bekanntlich bisher die radikale kommunistische Strömung die Oberhand. Bei der letzten Wahl der Ortsverwaltung gelang es den Kommunisten, mit Hilfe der Unab- hängigen noch einmal die Leitung in ihre Hand zu bekommen. Seit langer Zeit wird, wie die Leser unseres Blattes wissen, in dicseip Verbände heftig darum gestritten, ojd der Vorsitzende der Berliner Zahlstelle Kaspar zum Moskauer Polygraphischen Kongreß entsandt werden soll oder nicht. Die Mitglieder hatten sich für die Beschickung dieses Kongresses entschieden und Kaspar war schon auf der Reise dorthin, mußte aber. seine„Studienreise" unterbrechen und zurückkehren. Der Verbandsvorstand hat Kaspar infolge seines Verhaltens von feinem Amt als Bevollmächtigter der Berliner Orts- verwallung enthoben. Dagegen protestierte am 9. Mai eine Mit- gliederversammlung der Buchbinder und Papierverarbeiter, die be- schloß, der Einladung nach Moskau doch Folge zu leisten und darüber eine Urabstimmung vornehmen zu lassen. Noch am Sonn- abend, am Tage dieser Slbstimmung, verkündete die„Rote Fahne" siegesgewiß: „Die große Masse der Mitglieder des Verbandes der Buchbinder und Papieroerarbeiter teilen jedoch diese aus- gesprochene Angst vor Moskau nicht, weisen die Partcivcrhetzung entschieden zurück und setzen sich ein für d i e B e s ch i ck u n g diesesKongresses." „Die große Masse der Mitglieder" hat nun anders enffchicden, sie hat mit 3134 gegen 2119 Stimmen Moskau abgilchnl. Diese Nie- derlage der Kommunisten zeigt, was„die große Masse" will. Sie zeigt aber auch gleichzeitig die bedauerliche Taffache, daß die Gegner der Mostauer Gewerkschaftspolitik sich viel zu wenig am Gewerkschafts. leben beteiligen, sonst könnte dieser Streit in der Berliner Ortsver- waltung des Buchbinderverbande- gar nicht erst zum Ausdruck ge- komnien sein. Wir oerstehen es sehr wohl, wenn sich alte, in der Ar- beiterbewegung grau gewordene Kämpfer mit Ekel abwenden von dem Treiben der Kommunisten und sich nicht deren Terror aus- setzen wollen. Aber durch diese A b sti n e n z p o l i t i k wird nichts besser gemacht. Die Abstimmung im Buchbindervcrband hat gezeigt, daß der große Teil selbst der Berliner Mitglieder eine v e r n ü n s- tige Gewerkschaftspolitik will. Das sollte allen, die bisher beiseite standen, Veranlaffung sein, nunmehr an jeder Versamm- lung teilzunehmen, um den Kommunisten zu zeigen, daß sie in Zukunft nicht mehr gewillt, sind, die Meinung einer Handvoll Radaumacher und Schreihälse als die der Mehrheit der Verbandsmitglieder in die Welt hinausgehen zu lassen. Erster Verbandstag des Zdfi. K. r. Weimar, den 29. Mai. Mit einem wohlgelungenen Begrüßungskommers am Sonn- abend bot die Weimarer Kollegenschaft den Delegierten ein herzliches Willkommen. Am Sonntag, vormittags 10 Uhr, wurde der Ber- bandstag durch den Vorsitzenden Urban- Berlin eröffnet. Er tonnte an deuffchen Easlleilnehmern begrüßen: Leipart vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund, A u f h ä u f e r und Süß vom Afa-Bund, Marx vom Deutschen Bankbeamten-Verband Urban sprach die Hoffnung aus, daß der diesmalige Verbandstog vor allem auch das Bündnis mit dem Afa-Bund noch fester als bis- her gestalte. Auch die internationalen Verbindungen sind wieder angeknüpft. Vom Internationalen Bund der Privat- angestellten ist anwesend Sekretär S m i t- Amsterdam, Hirsch von der dem Bund angeschloffcnen ffchechoslowakischen Organisation, Dr. Freund vom Oesterreichischen Bankbeamtenverband. GroßSerlm Der Sonntag üer �rbeitersportler. Zum erstenmal haben die Arbeitersportler gemeinsam in der ganzen deutschen Republik gestern große örtliche Sport- seste abgehalten. Eine Heerschau der Massen sollte es werden, eine Propaganda für die Kulturziele des Arbeitersports und ein Mahnruf an die hunderttausende sportliebender Ar- beiter in den bürgerlichen Verbänden, die sich noch für einen coiistischen Einzelkuit begeistern. Die Arbeitersportler wollten .' iger: dort ist nur bürgerlicher Sport mit Preisverteilung und Kränzen für erstklassige Einzellei st ungen im kapi- talistischen Sinne. Hier zeigen wir auch den Arbeitersport mit dem Ziel, die durchschnittliche Leistungsfähigkeit des ganzen Volkes zu heben— als höchstes sozialistisches Kulturziel. Bei euch unter dem Deckmantel der Neutralität nationalistifch-kapitalistische Einlullung des Volkes— bei uns bewußte sozialistische Kulturarbeit. Wie ein Sturmruf sollte der Reichs-Arbeitersportcag es allen Arbeitern zurufen: Hin- ein in die Arbeitersportverbände!— vie Jeier im Lustgarten. Bereits am Sonnabend, lange vor 5 Uhr, trafen die Arbeiter- sportlcr aus den Sammelplätzen ein. Die Kinder erschienen stolz mit strahlenden Gesichtern, die Mädchen zur Feier des Tages mit roten Haarschleifen geschmückt, sie gaben dem Ganzen ein fröhliches Gepräge. Jugendliche Turner, Ruderer und Radfahrer ließen die fesliche Sporttracht nicht vermissen. Männcrturner und Turne- rinnen sowie einige andere Gruppen erschienen nur zum Teil in Sportkleidung und beeinträchtigten dadurch etwas das im allge- meinen schöne sportliche Bild. Mit zahlreicher Musikbegleitung, Ncrcinssaiildern und Fahnen setzten sich dann die Züge in Bewe- gunq, in allen Straßen von dem zahlreichen Publikum mit sym- pathilierenden Zurufen aufgenommen. Im Lustgarten war bereits um Uhr eine nach Zehn- taufenden zählende Menschenmenge anwesend. Kurz nach 0 Uhr rückten von allen Stcdtgegenden die einzelnen Züge an und be- letzten fast den gesamten Platz. Eine über 100 Köpfe zählende Mandolinen- und Violinenkapelle leitete stimmungsvoll die Feier ein. Dann folgten von sechs Stellen die Festreden. Die Rad- fahrer fiihrten vor dem Schloß einen mit großem Beifall aufge- nommenen Kunst reizen auf. Dann gaben die Musikvcreine vor dem Dom eine gute Probe ihres musikalischen Könnens. Sehr vcrrrißt wurde, daß die Turner nicht auch durch eine kurze Masten- Vorführung vor den zehntausenden Zuschauern ihre Kunst zeigten. Mit Musik und Gesang zogen die einzelnen Demonstrationszüge wieder geschloffen ab, und damit war die wirkungsvolle Vor- seier für das Stadionfest beendet. Bemerkt sei noch, daß die Pro- paganda des„Vorwärts" für den Reichs-Arbeitersporttag allgemein anerkannt wurde. Das StaSionfest. Wie eine Völkerwanderung ziehen bei dem prächtigen Wetter die Massen die Heerstraße entlang. Bald füllt sich das ganze Stadion bis auf den letzten Platz: die Arbeitersportler haben ihren Glückstag. 1200 Kinder erscheinen in Festkleidung auf dem grünen Rasen zu Freiübungen, ihnen folgen 700 Turner und Turnerinnen mit der gleichen Vorführung. Dann folgt das Massenaufgebot der Radfahrer: flinke Gestalten beleben den gewaltigen Platz, Massen- und Kunstncigen, Spiele und ein Motorradrennen zeigend, alle? wird mit lebhaftem Interesse aufgenommen. Er folgt der Auf- marsch der Wanderer, Jugend und Kinder iv großer Zahl in Volkstänzen und Spielen. Nun erscheinen wieder die Turner, Geräteturnen und Leichtathletik vorführend. Bei den Wettläufen werden Zuschauer und Sportler zu lebhaftester Begeisterung hin- gerissen. Wieder wechselt das Bild: Schachspieler erscheinen in prächtigen bunten Kostümen und zeigen auf dem grünen Rasen einen Schachwettkampf mit lebenden Figuren. Aber auch die Lachmuskeln der Nichtfachleut« werden durch die humorvollen Bewegungen der Retter(Springer) in dauernder Be- wegung gehalten. Die Athleten zeigen Wettkämpfe im Ringen und Heben. Während des ganzen Nachmittags haben die Schwimmer ihre Künste im Schwimmen, Springen und Wasierballspiel gezeigt und das Publikum der Schwimmtribüne in dauernder Spannung gehalten. Ein von den besten Spielern der Märkischen Spielvereinigung vorgeführtes äußerst spannendes und mustergültiges Fußballspiel beschließt den Reigm der mannigfachen Vorführungen, die bei Zuschauern und Sportlern Freude und Befriedigung ausgelöst haben. Lampionreigen auf der Spree. Eine eigenartige Demonstration für den Reichsarbeitersporttag fand am Sonnabend um 9 Uhr abends an der Charlotten- burger Schloßbrücke statt. Trotz des Gewitterregens tanzten 20 farbige Irrlichter von Schwimmmern getragen, auf der Wasserfläche und bildeten durch die Lichtreflexe seltene Figuren und Sterne. Viele tausend Zuschauer, darunter die Insassen des Schloßlazaretts, wohnten dem Schauspiel bei. Der deutsche Arbettersporttag wurde vom Sportkartell des 15. B e zi r t s auf dem Gemeindesportplatz in Ober- schöneweide an der Spree begangen. Ein gewaltiger.F est- z u g, den Oberschöneweide und Niederschäneweide-Johannistyal wohl noch nicht gesehen hat, setzte sich um 1 Uhr von Nieverschöne- weide aus zum Sportplatz in Bewegung unter Vorantritt eines Trommlermustkkorps Sämtliche Arbeitersportvereine des 15. Be- zirks, die dem Kartell angehören, waren zur Stelle. Es wurde durchweg guter und flotter Sport gezeigt. An den sportlichen Aufführungen beteiligten sich Z'rka 1000 Sportler, an der Per- anstaltung selbst eine nach Tausenden zählende Menge. Gezeigt wurden Massenfrciübungen, Stafettenlauf, Kunstradsohren, Radball- spiel. Wasserballspiel, Athletik, Ringkämpfe, Fußballspiel. Mit- glieder des Oberschönewsider Dolkschors und des Sängerchors Riederschöneweide-Johannisthal verschönten durch Gesang die Feier. Die Resultate der gesamten Wettkämpfe bringen wir in der Dienstag-Morgennummer._ vereitelte Millionenfthkebung. Eine große Kapitalverschiebung, die unchittelbar vor der Aus» führung stand, konnte von der Kriminalpolizei verhindert werden. Beamte der Kriminaldienststelle zur Bekämpfung der Kapitalabwan- derung hörten davon, daß 18 Millionen Mark, die im De- pot einer Berliner Großbank lagen, nach Holland oer- schoben werden sollten. Sie gingen der Sache nach und ermittellen, daß dabei ein Holländer, ein Edelstcinhändler Hartöch B e e n s- d r a g e n, und ein ukrainischer Großgrundbesitzer Kurt. K o l l- mann, ein Flüchtling, der gegenwärtig in Liebenwalde lebte, ihre Hand im Spiel hatten. Beensdragen wurde in einem hiesigen Hotel ermittelt und festgenommen, Kollmann in Liebenwalde ebenfalls verhaftet. Veensdragen hatte den Aufttag, das Geld, das zwei Müh- lenbesitzern aus der Provinz gehörte, über die hollän- dische Grenze zu bringen, von Kollmann erhalten, und stand im Begriff, ihn auszuführen. Die weiteren Ermittlungen brachten eine überraschende Aufklärung. Der Ukrainer, Möllmann" wurde von der Kriminalpolizei entlarvt als ein enffprungener Güterschwindler Karl Reich, der es durch Vorspiegelung von guten Verbindungen und schwindelhafter Darstellungen seiner Verhältniffe verstand, ein Rittergut nach dem andern ohne Zahlung zu kaufen. Wegen dieser Schwindeleien von verschiedenen Gerichten, zuletzt in Leipzig ver- urteilt, entsprang er auf einem Transport. Der Ent- wichcne kam nach Berlin zurück, verschaffte sich hier Papiere auf den Namen Kurt Kollmann und ließ sich dann als ukrainischer Flüchtling in Liebenwalde nieder. Zu seiner Liebenwalder Bekannffchaft ge- hörte auch ein Dankbeamter, der wußte, daß zwei Mühlenbesttzer 12 Millionen dem Steuerfisku» verheimlicht und die Absicht hatten, diese Summe nach Holland zu bringen. Für Jnternationaser Sekretär 6 ni 1 1 Oberbrtngl herzktch« vom Sntcrnctieinalen Bund. Er spricht den Dank der Holländer au» für die besonderen Lehren, die sie durch die deutsche Gewerkschafts- bcwegung erhalten, deren zentral! st ische Methode die holländi- schen"Berufskollegen übernahmen. Mit einer Darlegung des Zwecks der internationalen Angestelltenbewezung, deren Mitgsiederzahl jetzt schon über eine Million beträgt, schließt Smit seine mit großem Beifall ausgenommene Rede. In ebenfalls mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen überbringt Aufhäuser die Grüße de» Afa-Bunde», im besonderen betonend, daß es gelte, nicht nur die Stärkung der Zahl, sondern auch jenen Geist im Auge zu behalten, von dem die Vorkämpfer im Berns getragen waren, d>? den Kampf gegen Vorurteile, wie sie sich auch jetzt wieder in der Bewegung bemerkbar machen, bahnbrechend aufgenommen haben. Hirsch, betonend, daß er jetzt nicht mehr Oesterreicher, son- der T s ch« ch o s l o w a k sei, gibt ein Bild der tschechoslowakischen Organifation deutscher Zunge, die sich unlöslich verbunden fühle mit den Zteichskollegen und auf eine immer festere Berbin» d u n q mit ihnen hinarbeite. In demselben Sinne sprach Dr. Freund, dann noch Reese als Vertreter des Deutschen Werkmeisterverbandes. Dann erfolgte die Vornahme der Wahlen(fünfgliedrige Man» datsprüfungslommisfion), Festsetzung der Geschäfts- und Tagesord- nung usw. Borsitzende mit gleichen Rechten wurden Giebel, Urban und Rausche r-München. Die Tagesordnung wurde an- genommen. Die Sekretärin Ersetz und der Iugendleiter Maschke im Hauptvorstand werden mit beratender Stimme zu den Derhand- lungen zugelassen. Heute wird in die Behandlung des Geschäftsberichts eingetreten. 23. Generalversammlung öes Sergarbelterverbanües. Bon der Tagung der Bergarbeiter liegt uns leider noch kein Spezialbericht vor. Die TU. meldet über feine am Sonntag erfolgte Eröffnung: Vorsitzender H u s e m a n n bedauerte besonders das Fern- bleiben der Oberschlefier. Man wisse überhaupt nicht, wie es mit der Mitgliedschaft und den Bezirksleitungen in Ober- schlesien aussehe. Die treuen Oberschlefier werde der Verband mit allen Mitteln unterstützen. Er schloß mit der Aufforderung, sich weder unter das Joch der deutschen noch der ausländischen Kapita- listen zu beugen. Die Bergarbeiter wollten als freie Männer an der Wcltarbeit teilnehmen. Die englischen Kollegen wurden mit lebhafter Anteilnahme begrüßt. Die Versammlung stimmte ein- stimmig einem Vorschlage der Leitung zu, den kämpfenden Engländern eine Alilllou aus der deutschen Verbandshauptkasse und aus den Bezirkskasien fürjedes Mitglied drei Mark zu überweisen. Auch seien Abmachungen getroffen worden, die Reparationskohle nicht nach Cnaland gelangen zu lassen. Die Franzosen hatten ein Be- grühungstelegramm gesandt. Der Belgier de I a r d i n bedauerte, daß der Geist des Militarismus in manchen Ländern, die schon aus dem Wege znr Demokratie gewesen feie«, wieder erwach». Er begrüßte die Amsterdamer Wiederaufbauverein- b a r u n g und wandte sich dann gegen die bolschewistischen Träume» reien. Man sei heute in ein neues Zeitalter der»rbeiterbewe- gung eingetreten. Nur praktische Arbeit führe zum Sozialis- mus. Vn seinen Worten war keine Spur vergangener Dölkergegnerschaft zu spüren.» Heute werden zunächst die Begrüßungsansprachen fortgesetzt. Streikmeldungen aus aller Welt. In den am Sonnabend zwischen Lloyd George, den Berg- arbeitern und Grubenbesitzern stattgefundenen Verhandlungen unter» breitete der Premierminister beiden Parteien Dorschläge, die ein vorläufiges Abkommen vorsehen, das eine stufenweise Herabsetzung der Löhne fordert und als Zuschuß de» Schatzamte» zur Deckung des Fehlbetrages 10 Millionen Pfund Sterling nennt. Die Grubenbesitzer würden in den Bezirken, in denen die Staatshilfe in Anspruch genommen wird, auf die Dauer von drei Monaten einen bestimmten Gewinnsatz abtreten. Ein an- derer, für die Dauer berechneter Plan schlägt die Regelung des Streites durch ein L o h n a m t, das sich zu gleichen Teilen aus Ar- beitern und Arbeitgebern zusammensetzt und unter Leitung eines neutralen Vorsitzenden steht oder durch einen Gerichtshof mit drei Mitgliedern oder durch einen einzigen Schiedsrichter vor. Der Be- schluß fall für 12 Monate bindend sein. Es wurde beschlosien, die Vorschläge Lloyd Georges den Bezirksversammlungen vorzulegen und sich am 3. Juni zur Beratung der Antworten wieder zusammen- zufinden. Die Besitzer der englischen Baumwollspinnereien haben beschlossen, die Löhne um 30 Proz. herabzusetzen, was die Ar- beUer abgelehnt haben. Wenn es nicht gelingt, bis zum Sonnabend ein« Einigung zu erzielest, weichen rund 500 000 Arbester in den Ausstand treten. Im norwegischen Generalstreik droht ein« Derschär» fung. Die Landesorganisation ist von mehreren am Streik beteiligten Verbänden aufgefordert worden, mit einer Frist von 24 Stunden auch das Post- und Eisenbahnpersonal in den Streik treten zu lassen. Von den Zeitungen erscheinen nur„Social-Demo- traten" und„Tidens-Tegn, während die anderen nur hekto- graphierte Blätter versenden. In Wien sind die Chauffeur« der Präsidentschaftskanzlei und der Ministerien wegen Lohnforderungen in den Streit getreten. In Graz fand am Sonnabend eine Konferenz der Betriebs- räte und Vertrauensleute der Bergarbeiter stall, die den Verschlag der Verbandsleitung zur Kenntnis nahm, daß in den steierischen Kohlenbergbaubetrteben, wo der Regiernngsvorschlag angenommen oder sonst ein« Einigung erziell würde, die Arbeit heute wieder aufzunehmen ist. Bei den verschiedenen Werken der Alpinen Montagesellschaft dauert der Streit unverändert an. ü-rami». fllr den redalt. Teil: Dr. Werner Veller, Tharlotlendurg: silr«nzeiqen � Td. wlo-ke. Berlin. Bering: BonrSrti-Verw» iL. m. b. H., Berlin. Truck: Bor- i»Sr>«-?u>tdnickerei o. VerlaaSanttakt Paul Elnoer u. Eo.. Berlin. Cmdoftr. 8 17 Odos niHR n#pm svrttch.» SLdd.(243. Preith.) Massen sBover« 8.«lalle. 1«. Nlfdnnattafl.___ 28. Mai ml._ aiuf l»Se gezogene Nummer flod jtoel gleich hohe 6 an» ztrme Je ctucr auf die Los» gleicher Nrärnv Gewinne gefallen. er in den beiden Abteilungen I und ll 10360 16776 20161 48000 46»74 61743 61333 62167 64001 78174 83862 34368 33786 63462 66718 88078 Odne Stwähr Nachdruck»erdetr». 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Band 13 der Bibliothek der Kommunistischen Internationale: N. Bucharin und E. Preobraschensky Das ABC des Konununisinns Aus dem Inhalte: Entwicklung und Untergang des Kapltalismust 1. Unser Programm/ 2. Die kapitalistische Gesellschaftsordnung/ 3. Die Entwicklung der kapiialistischen Gesellschatztsordnung/ 4. Kommunismus und Diktatur des Proletariats/ 5. Wie die Entwicklung des Kapitalismus zur kommunistischen Revolution führte/ 6. Die Zweite und die Dritte Internationale. I Die Diktatur des Proletariats und der Aufbau des Kommunismus: 1. Bedingungen der kommunistischen Aufbautätigkeit in Rußland/ 2. Die Sowjetmacht/ 3. Die nationale Frage und der Kommunismus/ 4. Das Wehrprogramm der Kommunisten/ 5. Proletarische Gerichtsbarkeit/ 6. Schule und Kommunismus/ 7. Religion und Kommunismus/ 8. Die Organisation der Industrie/ 9. Organisation der Landwirtschaft/ 10. Organisation der Verteilung/ 11. Organisation der Banken und die Geldzirkulation i 12. Die Finanzen im proletarischen Staate/ 13. Programm der Kommunisten in der Wohnungsfrage/ 14. Arbeiterschutz und soziale Fürsorge/ 15. Schutz der Volksgesundheit. 376 Seiten Preis 8 M.(geb. 15 M.), Organisationspreis 5 M. Bestellungen sind zu richten an die 3447b* Verlagsbuchhandlung Carl Hoym Nfl. Louis Cahnbley, Hamburg 1 1 der Bibliothek der Kommunistischen Internationale S. I. OUSSEW; Die Lehren des Bilrgefkrienes Ans dem Inhalte» 3448a* Die Front des Bürgerkrieges./ Die Armee des Bürgerkrieges./ Die besondere Charakteristik der Armeen des Bürgerkrieges./ Die Reserven im Bürgerkriege./ Dei Bürgerkrieg als Bewegungskrieg. /Das Partisanentum Im Bürgerkriege./ Die alte und die neue Disziplin./ Die Rolle der Kavallerie und Infanterie im Bürgerkriege./ Die Heeresleitung im Bürgerkrieg./ Das Milizsystem. I Das Hinterland im Bürgerkriege./ usw. 96 Selten Preis 2,50 M.(xed. 5 M.) 96 Seiten fttWüi'Fl'IfWB Rehre. Filter. ftächlin »esthtl«.__ Srsatztetle. ftächlin& Co., iBertt». 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