Kr. 255 ♦ ZS.�ahrgang Ausgabe A Kr. 12� Bezugspreis» Vierteil Zhrl. 30,— 9JL, monalL 1(1— SS. frei in« Haus, voraus zahlbar. Post- bezug: Monatlich 10,— M. einschl. Fu- stellunasgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Dauzig, das Eaar- und Memelgebiet, sowie die ehemals beut- scheu Gebiete Polen», Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 20,— für das übrige Ausland 27,— M. Post- bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho» Slowakei. Düne- mach Holland, Luxemburg, Schwede» und die Schweiz, Der„SSorwtirts* mit der Sonntagsbeilage.Volk und sZeir'. der Unter- hallungsbeUage.Heunwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn- tag» und Montags einmal. Telegramm. Adresse: »Sozialdemokrat Sectio* Morgen Ausgabe Verlinev Volksblstt � Z0 Pfennig) AnzeigenpretS» Dt» achtgespalten, Vonvaretllezelle kältet MO M„ttlelnv tlnzelgcn" da»»ettgedrurkte Wort lchO M. lzu- lässig zwei tettgedrurite Wortes, sede, weiter» Wort l.— M Stellengesuche und Schlasstellenanzelgen da« erst, Wort\s~ M. lede» weitere Wort 30 Pfg. Won» llbn lb Buchstabe» zählen für zwei Wone, ffaintlien.An- zeigen für Abonnenten Zeile ir- SR. SU Preise oerstehen sich«inschlietzlich Teuerungszuschlag, Anzeigen sür die nächste Stummer wüsten bis A Ahr nachmittag» tan Hauptgeschäft. Berlin EW W. Linden- stratze st abgegeben werden Geöffnet von 9 Uhr srüh dl» d Uhr abend». Zentralorgan der rozialdcmokratifcben parte» Deutfchlands Neüaktioo und Expedition: SW 68, Lindenstr. Z Sk-»«rttftor<»rfi«,r- Redaktion Morttzplatz 15195—97 ,hrrntvrrr»,rr. Expedition Moriyplatz 1175Z-K4 Mittwoch, de» 1. Juni ISS» Vonvärts-Verlag G.m.b.H., SW 68,£lndenstr. 3 SScrttt'änerfiov ivurlag, Expedition und Inseraten» " lispren,' Abt.iluug Morinplata 11753-54 Auflösung öer Einwohnerwehren. Berlin. Zt. Mai.(MTB.) Ueber die Auflösung der Sclbsischuhorganisaliouea ist der Znleralliierien Mlllkär-Kon- lrollkommission zu Händen des Generals Ballet die gefor- d e r t e Liste vor Ablauf der dafür gefehten Frist vorgelegt worden. In der Liste find die ostpreußlschen Grenz- wehren, die bayerische Einwohnerwehr und die Organisation Escherlch bezeichnet. Gleichzeitig sind Schritte unternommen worden, um die Gründe gegen die Austösung. die von den hauptbekeiligteu Landesregierungen teils aus rechllichen. teils aus tatsächlichen Verhält- nisfen geltend gemacht worden sind, den alliierten Mächten unter der Voraussetzung der Waffenabgabe zur Bachprüsung zu unterbreiten. Entwaffnungsüebatte im bapristhenLanütag München, 81. Mai.(MTB.) Nach der RegierungserNärung des Ministerpräsidenten v. Kahr vertagte sich der Landtag um eine Stunde. Sodann gab der Abg. Stanz(Bayer. Dp.) eine Erklärung dahin ob, daß die Koolitionsparteien ihr Einverständnis mit der durch den Ministerpräsidenten gegebenen Darlegung er- klären. Die Koalltionsparteien sprechen der Regierung ihr Der- trauen aus. Abg. Timm(SPD.) bemerkt: In der Frage der Entwaffnung der Einwohnerwehren haben sich der Ministerpräsident und die Koalltionsparteien nunmehr in vollständiger Aenderung ihrer bisherigen Politik zu den Anschauungen bekannt, die von der Sozialdemkratisck)en Partei in der Erkenntnis der durch das Machtgebot der Entente geschaffenen Zwangslage und ein- gedenk der staatlichen Notwendigkeit vertreten wurden. Die Sozial- demokratische Partei hat an der Durchführung der von der Regierung eingegangenen Entwaffnungsverpflichtungen konsequent mitgear- bettet. Trotz der klaren Sachlage leidet aber die heutige Erklärung des Ministerpräsidenten an Widersprüchen und Unvoll» ständigkeiten, weil für die Auflösung der Einwohnerwehren der Reichsregierung die alleinige Verantwortung zugeschoben wird. Meine Partei, sagte der Redner, verlangt, daß nunmehr alle Per- pflichtungen restlos und entschieden durchgeführt werden. Abg. Aenderl(Komm.) spricht gegen die Regierungserklärung. Die E.-W. feien nur ein Instrument für die Regierung, um das Proletariat niederzuknüppeln. Abg. Garel«(USP.) bekämpft die angebliche Auffassung der SPD., als ob der Ministerpräsident seinen früheren Standpunkt geändert habe. Seine Partei habe von Ansang an die Auffassung vertreten, daß die E.-W. gemäß Artikel 177 des Friedensvertrages aufzulösen seien. Redner kritisierte die Duldung der DUdung von Freikorps für Oberschlesien und erklärte, daß die USP. zum Ministerpräsidenten nicht dos Vertrauen habe, daß er die Entwaffnung der E.-W. durchführe. Schließlich wandte sich Ministerpräsident Kohr noch gegen eine Bemerkung des Dorredners, daß die bayerische Regierung in der E.-W.-Frage Sonderoerhandlungen mit Privatper. sonen der Entente gepflogen habe, und sich besondere Rück- versicher«ngen unter der chand habe geben lassen. Er stellte fest: Alle Schritte, die unternommen worden sind, wurden im Einvernehmen mit der Reichsregierung unternommen. Irgendwelche besondere Abmachungen und Rückoersicherungen kommen nicht in Frage. Tie dickfellige Einwohnerwehr. München, 3». Mai.(TU.) Der.Bayerische Kurier� bringt fol- gende Meßmng: Die Kreis- und Gauhauptleute der Ein- wohnerwehren hielten gestern vormittag und nachmittag Be- sprechungen mit dem Landeshauptmann, Forstrat E s ch e r i ch, ab, sprechungen mit dem Landeshauptmann, Fnrstrat E s ch e r i ch, ab, um zu beraten, bis zu welchen Opfern die Einwohnerwehr gehen könne, damit Ministerpräsident v. Kahr und seine Regierung dem Lande erhalten bleiben könnten. Bon Anfang an war man sich darüber klar, daß dos, was die bayerische Regierung der Reichsregierung angeboten hat, das Acußerfie von dem darstelle, was der Einwohnerwehr überhaupt noch die Möglichkeit gibt, ihre Aufgabe, Ruhe und Ordnung im Lande aufrecht- zuerhalten, zu erfüllen. In einer gemeinsamen Nachmit- tagssitzung wurde einstimmig«ine Entschließung angenommen, die ebenfalls zum Ausdruck bringt, daß das von der bayerischen Re- gierung dem Reich und der Entente Angebotene die Grenze des Möglichen darstelle. Dem Ministerpräsidenten und dem Landes- Hauptmann wurde erneut das Bertrauen der Führer aus- gesprochen. Escherich läßt die Maske fallen. Nichts mehr von„un- politischer Einwohnerwehr�, nichts mehr von„treuem und ge- horsamem Werkzeug" der Regierung. Escherich und seine Gauhauptleute bestimmen die Politik, sie setzen fest, wie weit gegangen werden soll, kurzum: sie proklamieren sich selber als Regierung! Sforzas Teilungsvorschläge. Malland. 31. Mai. EP.) Die Vorschläge des Grafen Sforza für die Lösung des aberschlesischen poblems lauten«ach der Darstellung des„Eorriere della Sera" folgendermaßen: Polen erhält die südlichen Bezirke östlich der Oder, d. h. Teile der kreise Rybmk und Ratibor, ausgenommen jenes Gebiet, durch das die Eisenbahn führt, die Oberschieflen mit Posen verbindet, ferner die kreise Satto- witz, Sänigshütie, veuthen. Tarnowitz und einen Tell Lubllnih. Deutschland bleibt sozusagen vollständig das Bergwerksgebiet von G'eiwih und hiudenburg, und die Eisenbahn Ratibor— Gleiwitz. Der zweite Vorschlag geht von der Voraussetzung aus, daß Polen die Bahn von Beutheu vollständig erhalten soll. In diesem Falle habe Deutschland eine weitere Ausdehnung feine» Industriegebiet» zu ge- wärtigen. Es würde ihm ein Teil von Sänigshütie und jener von Benthe« und Sattowitz zugesprochen, der zwischen hindeuburg vnd Königshülle liegt. Polen erhielte zwecks Sicherung seiner Bahn einen Teil von Lublinitz und Rosenberg. Ter französische Standpunkt. Paris, 31. Mai.(MTB.) Ueber den Inhalt der französischen Antwort auf die letzte englische Note, die gestern dem englischen Bot- schafter in Paris übergeben wurde, berichtet das„Journal des Debats", die französische Regierung erkläre darin, daß sie bemüht sei, das englisch« Gefühl nicht zu verletzen und trotz ernster Einwendungen den Dorschlag, Oppeln als Sitz der Sachverständigen zu be- stimmen, nannehm«. Indessen sei sie dem sofortigen Zusammentritt des Obersten Rates abgeneigt. Es seien In erster Linie Schwierigkeiten praktischer und persönlicher Art, die dem entgegenstünden. Lloyd George sei während eines Teiles der Woche abwesend, Briand werde in Paris durch die Senatsver- bandlungen festgehalten und auch Sforza könne nicht rechtzeitig nach Boulogne abreisen. Die französische Regierung habe den Eindruck, daß ein Zusammentritt des Obersten Rates eine Erregung der öffentlichen Meinung hervorrufen würde, die der Ruhe der Beratung wenig günstig fei. Die Wiederherstellung der Ordnung in Ober- schlesien müsse desKalb als Bor bedingung für eine Zusammenkunft der Regierungschefs bettachtet werden. Die französischen A n r e- g un gen in der Rote wünschen nach dem„Temps": 1. ein gemeinsames Borgehen der alliierten Vertreter in Berlin und Warschau zum Zweck« der taffächlichen Entwaffnung der Deut. schen und Polen in Oberschlesien und Beendigung der Feindseligkeiten. 2. eine Proklamation oder etwas Aehnliches der alliierten Kommission in Oppeln an die oberfchlesische Bevölkerung, worin der Wille der Regierungen zum Ausdruck kommen soll, mit strenger Gerechtigkeit den Friedensvertog anzuwenden. 3. sofortige Bildung der Sachver- ftäodigenkommission, die an vort und Stell« ihr Erhebungen vor. nehmen soll. Bisher ist der Dorschlag, einen Sachverständigenaus- schuh zur Prüfung der aberschlesischen Frage zu ernennen, noch nicht formell angenommen worden. Man ist hier der Ansicht, daß die Ernennung von Sachverständigen, bevor die allgemeinen Richr- linien für ihre Arbeit vom Obersten Rat bestimmt worden sind, kaum eine Lösung der aberschlesischen Frage fördern würde. Die brttische Ansicht geht dahin, daß der Oberste Rat z u e r st zusammen- tteten muß, und zwar sobald wie möglich. London, 31 Mai.(Reuter.) Der letzte Dorschlag der englischen Regierung geht dahin, daß die nächste Zusammenkunft des Obersten Rates in der Mitte nächster Woche in Boulogne stattfindet mit der Tagesordnung: Oberschlesien, möglicherweise auch Prüfung der Sank- liouen, die durch die Regierung von Angara geschaffene Loge. Die Vereinigten Staaten und Japan werden vertreten sein. Hilfegesuch. Das Deutsche Rote Kreuz hat dem Schlesischen Provinzial-Derein vorläufig eine größere Geldsumme aus eigenen Mitteln uberwiesen. Verbands- und Scmitätsmaterial wird alsbald übersandt werden. Den übergroßen Anforderungen im Notstandsgebiet in Oberschlesten kann das Deutsche Rote Kreuz nur dann gerecht werden, wenn ihm aus breitesten Kreisen des deuffchen Volkes Unterstützungen zugehen. Deutschlands Grenzsperre. Nach einem Bericht des Staatssekretärs Dr. Freund, der die Grenze bereist hat, ist unbefugter Uebertritt vom nichtbesetzten Deutsch- land nach Oberschlesien kaum noch möglich und die Entwaffnung zu- rückkehrender Freikorps gesichert. Das Statut üer Garantiekommijlion. pari», 81. Mai(DA.). Die Blätter veröffentlichen das provi- sorische Statut der neugebildeten Garanliekommission. Daraus ist zu entnehmen, daß ausschließlich die Vertreter Großbritanniens, Frankreichs. Italiens und der Vereinigten Staaten das Recht haben, st ä n d i g an den Sitzungen teilzunehmen und Beschlüsse zu fassen. Für die Vertreter Japan?, Belgiens und Serbiens gilt dieses Recht nur bedingt. Das Statut hebt ausdrücklich hervor, daß der Sitz der Garantiekommission nur provisorisch nach Paris verlegt sei, daß er jedoch jederzeit nach Deutschland oder auch anders- wohin verlegt werden könne, wenn die Reparationskommission dies für zweckmäßig erachte._ Schnelle Justiz. Wegen der Borfälle vom Sonntag in Paris wurden schon am Montag 6 Personen zu mehreren Monaten Ge- sängnis und zu größeren Geldstrafen verurteilt. dervertragmitSowjet-Nußland Don A. Grigorjanz. Am 6. Mai dieses Jahres wurden von Vertretern Deutsch- lands und Sowjet-Rußlands zwei Abkommen geschloffen. Das Hauptabkommen behandelt in der Hauptsache die Regelung der gegenseitigen Beziehungen zwischen den Regierungen Deutschlands und Sowjet-Rußlands, der Handelstätigkeit der Sowjetdelegation in Deutschland, der Wiederaufnahme des gegenseitigen Verkehrs u. dgl., während das gleichzeitig abgeschlossene Zusatzabkommen die Kriegs- gefangenen- und Zioilinterniertenfragen regelt. Bekannt- lich bestehen schon seit 1920 mit der Sowjetregierung ver- schiedene Abmachungen in bezug auf die Abwicklung der Kriegs- gefangenengeschäfte, so daß das am 6. Mai unterzeichnete so- genannte Zusatzabkommen nur die Weiterentwicklung der schon früher bestehenden Beziehungen betrifft. Anders ist es mit dem Hauptabkommen vom 6.- Mai, dem politische Bedeutung beizumessen ist. Das in Rede stehende Abkommen besteht aus 17 Artikeln. Es sieht in Art. 1 vor, daß die bisher ausschließlich auf Kriegs» gefangenenfürsorge gerichtete Tätigkeit der Delegationen— der deutschen in Moskau und der sowjetrussischen in Berlin— eine Erweiterung in dem Sinne erfährt, daß den Delegationen Handelsvertretungen angegliedert werden. Diese Bestimmung schafft nichts neues. Seit über einem Jahr unterhält die Sowjettegierung eine aus sehr zahlreichem Per- sonal bestehende Handelsvertretung in Berlin, die unter Dul- dung der Reichsregierung Handelsgeschäfte mit deutschen Firmen führt. Allerdings ist der deutschen Delegation in Moskau keine gleichartige Institution beigegeben. Dem deut« schen Vertreter, Herrn H i l l g e r, ist erst sei einigen Wochen ein Beamter des Auswärtigen Amtes zum Zwecke Wirtschaft« licher Berichterstattung attachiert. Das ist auch alles, was auf diesem Gebiete bis jetzt von der Sowjetregierung zuge- standen wurde. Auf Grund des neuen Abkommens erhält die deutsche Regierung das Recht, in Moskau eine regelrechte Handelsvertretung— nach der Art der russischen in Berlin— einzurichten. Die Praxis wird lehren, ob und wie diese Be- stimmung durchgeführt werden kann und welchen Nutzen zu bringen sie in der Lage sein wird. Die Vertretungen beider Staaten werden wie d i p l o- matische Missionen behandelt und genießen deren Vorrechte und Befteiungen. Für den Leiter und 7 Mitglieder der jeweiligen Vertretung ist die Unantastbarkeit der Person festgelegt. Es ist in Art. II des Abkommens ausdrücklich der Fall vorgesehen, daß Haussuchungen, Festnahmen und Ver- Haftungen von Mitgliedern der bei den Vertretungen beschäf- tigten Personen vorkommen können. Bei der Bornahme dieser Handlungen muß die Polizeibehörde das Auswärtige Amt des Aufenthaltsstaates in Kenntnis setzen usw. Es leuchtet ohne weiteres ein, daß diese Bestimmung hauptsächlich zu dem Zweck Aufnahme gefunden hat, um die Mitglieder der deut- schen Vertretung in Rußland vor der Willkür der berühmten „Tscheka"(Außerordentliche Kommission zur Bekämpfung der Gegenrevolution usw.) nach Möglichkeit zu schützen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sie praktisch Wert haben wird. Sonst ist in dem Abkommen über die Rechte und Frei- heften von Deutschen im allgemeinen nichts gesagt, so daß deutsche Reichsangehörige in Rußland den Dekreten der Sowjettegierung und der Machtvollkommenheit ihrer Organe unterstellt sind. Das Abkommen sichert den gegenseitigen Vertretungen bestimmte konsularische Befugnisse zu, sieht vor, daß der gegen- seitige Post-, Telegraphen- und Funkverkehr aufgenommen wird, daß der Schiffsverkehr ungehin- dert vor sich gehen kann. Die wichtigsten Bestimmungen be- tteffen indessen die Handelstätigkeit der Delegationen, aller- dings sind sie, wie in vielen Punkten, etwas einseitiger Natur. Von der deutschen Vertretung wird im allgemeinen be- merkt, daß sie„wirtschaftliche Interessen des Deutschen Reiches und seiner Angehörigen wahrnimmt". Da es in Sowjet-Ruß- land keinen legitimen Handel gibt und da Außen- Handelsoperationen ausschließlich mit dem Volkskommissariat für den Außenhandel geführt werden, ist es eigentlich nicht verständlich, welche Interessen hierbei gemeint sind. Ueber die russische Handelsverttetung in Deutschland be- stimmen die Artikel Xll und XIII, daß sie für alle Geschäfte in Deutschland den deutschen Gesetzen, der deutschen Gerichts- barkeit und Zwangsvollstreckung sich unterwirft, ein Vorgang, der bis jetzt im diplomatffchen Verkehr und im Verkehr von Staat zu Staat seinesgleichen nicht hat. Deutsche Firmen haben auf Grund dieser Bestimmung die Möglichkeit, die russische Vertretung zu verklagen mit allen Rechtsfolgen. Praktisch dürfte diese Bestimmung keinen Wert haben. Es kann niemand wissen, wie zahlungsfähig die Vertrettmg ist. Kein Außenstehender hat Einblick in die Vermögenslage der Delegation. Sie wird sich auch hüten, auf ihren Namen mehr in Deutschland zu halten, als sie drin- gend notwendig hat. Aus diesen Gründen dürfte es keinen Kaufmann in Deutschland geben, der so unvorsichtig wäre, um Geschäfte mit der Sowjetdelegation ohne feste Sicherheiten zu machen. Die Kreditfähigkeit der Sowfstregierung wird eben sehr gering eingeschätzt, und die Aussichten auf Beitreibung in ernsten Streitfällen sind gleich null. Bezeichnend ist der folgende Umstand. Für Geschäfte, die von der Sowjetregierung mit Deutschen innerhalb Rußlands abgeschlossen werden, wird auf Grund des Art. XIII die Ee- richtsbarkeit Sowjet-Rußlands ausgeschlossen. Die Sowjet- regierung ist verpflichtet, in Verträge dieser Art eine Klausel über die Erledigung von Streitfällen durch Schieds- gerichte aufzunehmen. Diese Bestimmung bedeutet, daß die Sowjetregierung Deutschland für seine Untertanen gewisser- maßen Exterritorialität zusichert. Auf den trostlosen Zustand der Wirtschast und der Er- nährung in Rußland deutet der Art. IV des Abkommens hin. In ihm wird vorgesehen, daß die deutsche Regierung berechtig! ist, monatlich 4v Kilo Lebensmittel und Bedarfsartikel für jede Person ihrer amtlichen Vertretung in Moskau nach Ruß- land zoll- und abgabefrei einzuführen. Das Auswärtige Amt hat monatlich das Verzeichnis der betreffenden Lebensmittel und Bedarfsartikel den Sowjetrusien vorzulegen. Diese er- teilen darauf die Einfuhrgenehmigung. Erleichterungen des Reiseverkehrs nach Rußland sind in dem Abkommen nicht vorgesehen. Es ist kaum anzunehmen, daß Reisen nach Sowjet-Rußland bald in größerem Umfange ausgeführt werden können. Daß sie praktisch zwecklos und nur mit großen Gefahren für Leben und Gesundheit verbunden sind, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. Aller- dings ist in dem Vertrag vorgesehen, daß Deutsche, die nach Rußland reisen, Schutzbriefe für das mitgefllhrte und dort zu erwerbende Eigentum erhalten. Wie sich diese Bestimmung in die Praxis umsetzen wird, bleibt abzuwarten. Das Abkommen mit Sowjet-Rußland schafft gegenüber dem bestehenden Zustande, wie gesagt, nur sehr wenig Neues. Wie der Handel mit Sowjet-Rußland in den letzten Jahren und insbesondere in dem Jahre 1920 vor sich ging, so wird er auch weiterhin auf derselben Grundlage geführt werden müssen, da die Sowjetregierung den Außenhandel in ihren Händen behalten will. Die Grundlage des Außenhandels der Sawjetregierung bildet bis jetzt nur ihr Goldsands. Dieser aus den Beständen der früheren Staatsbank herrührende Goldvorrat reicht bei weitem nicht aus, um das Notwendigste einführen zu können. Ueberdies muß er über kurz oder lang erschöpft sein. Trotz der vielen Worte hat Rußland Verhältnis- mäßig nur ganz winzige Mengen von Ausfuhrwaren zur Ver- fügung. Ohne sie kann aber auch die Einfuhr nicht gedeihen. Dazu kommt noch die beispiellose Zerrüttung des Transport- wefens, die es unmöglich macht, daß ein einigermaßen ge- regelter Warenverkehr einsetzt. Das ist Sowjet-Rußlands Unglück! Vor üe? Regierungserklärung. Das Kabinett Wirth wird heute um 4 Uhr nachmittag dem Reichstag sein Programm vorlegen, dessen Grund- züge festgestellt sind und das seine endgültige Form in einer Sitzung heute mittag kinden soll. Ueber den Inhalt dieses Programms, namentlich in finanzieller und wirtschastspoli- tischer Beziehung, ist von der Sensationspresse verschiedener Richtungen viel orakelt worden. Wir müssen es ablehnen, uns an diesem Wettlauf der Indiskretionen zu beteiligen. Der Betrogene ist dabei doch gewöhnlich der Leser, dem erhaschte i Gsfprächssetzen oder Bruchstücke vorläufiger Entwürfe als bereits feststehende Beschlüsse vorgesetzt werden. Wir glauben auch nicht, daß das Kabinett heute schon mit einem bis ins einzelne ausgearbeiteten Finanzplan vor den Reichstag treten wird. Ueber die Grundlagen ist man sich einig. Die einzelnen Vorlagen bedürfen noch der genaueren Ausarbeitung. Die Sozialdemokratische Fraktion hat gestern Genossen Wels zum Redner zu der Programm- debatte bestimmt, die heute nach der Regierungserklärung auf morgen vertagt werden wird. Sie hat zugleich beschlossen, auf"den ihr als vierten im Kabinett angebotenen Minister ohne Portefeuille zu verzichten. Da Dr. Wirth als Reichs- kanzler das Ressort des Reichsfinanzministers beibehält, was kein ungewöhnlicher Vorgang ist, ist die Regierungsbildung im Reich abgeschlossen. Nun kann Herr Steger- w a l d in P r e u ß e n an die Arbeit gehen, um die von der Rechten stets so stürmisch geforderte Homogenität des Regie- rungssystems im Reich und im größten Gliedstaat herbei- zuführen._ Aufhebung öes Oelagerungszuftanües. Der Belagerungszustand über die preußischen Ge- bietsteile Groß-Hamburgs ist, wie die P. P. N. erfahren, aufgehoben worden. Die Aufhebung des Belagerungszustandes in weiteren Teilen Preußens(Mitteldeutschland und O st preußen) dürfte in kürze st er Zeit bevorstehen. Die langfristigen Erwerbslosen. Im Volkswirtschaftsausschuß des Reichstags standen am Diens- tag verschiedene Anträge über die Erwerbslosenfürsorge auf der Tagesordnung. Da ein Antrag D i ß m a n n(U. Soz.), der einen Reglerungsbericht über die Lage in den verschiedenen Industriege- bieten fordert, vom Ausschuß angenommen wurde, mußte die Ab- stimmung über die generellen Fragen der Erwerbslosensürsorge zunächst ausgesetzt werden, um der Regierung Gelegenheit zu geben, eine allgemeine Darlegung der nächsten Wirtschaftsaus- sichten vor der Beschlußfassung über die Reglung der Arbeits- losensürsorge dem Ausschuß vorzulegen. Zur Abstimmung gelangte ein als besonders dringlich anerkannter Antrag auf Unter- st ü tz u n g sehr l a n g f r i st ig e r, d. h. mehr als 26 Wochen Er- werbsloser, wonach den Gemeinden eine besondere geldliche Bei- Hilfe gewährt werden soll, die es ihnen ermöglicht, die nötigen An- schassunzen an Kleidung und Schuhwerk für die Erwerbslosen und deren Angehörigen vorzunehmen. Ferner sollen die langfristig Er- werbslosen bei den Notstandsarbeiten der produktiven Er- werbslosensürsorge besonders berücksichtigt werden und die Zuschüsse für die Beschäftigung der Erwerbslosen bei Notstandsarbei- ten aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge bei langfristi-. gen Erwerbslosen höher bemessen sei, als bei anderen Erwerbs- losen. Den Erwerbslosen soll die Unterstützung auch über die Frist von 26 Wochen in allen Fällen fortgewährt werden, in denen es nach Lage des Arbeitsmarktes zur Vermeidung unbilliger Härten erforderlich ist. Dieser fast einmütig unterstützte Antrag wurde vom Ausschuß angenommen. Reform öer Lanötagsgefchastsorönung. Der Eeschästsordnungsausschuß des Preußischen Landtags be- endete die erste Lesung der neuen Geschäftsordnung. Es wurde eine Reihe bemerkenswerter Beschlüsse gefaßt. Reu eingefügt wurden die Bestimmungen über die Wahl des Minister- Präsidenten, die denjenigen über die Wahl des Landtags- Präsidenten analog gestaltet sind. Für beide Fülle soll in Zukunft die Wahl mit verdeckten Stimmzetteln erfolgen. Die Zahl der ständigen Ausschüsse wurde vermehrt durch end- gültige Aufnahme eines Ausschusses zur Wahrnehmung der Der- kehrsinteressen und eines ständigen Beamtenaus- s ch u s s e s. Einem Antrag, einen solchen ständigen Ausschuß auch für sozialpolitische Angelegenheiten einzusetzen, wurde aus Zweckmäßigkeitsgründen nicht zugestimmt, weil mit Rücksicht auf die bereits bestehenden Ausschüsse die Abgrenzung der Zuständigkeit schwer zu treffen sei. Aus demselben Gesichtspunkt wurde ein ständiger Ausschuß für das Verkehrswesen abge- lehnt.— Der Ausschuß war ferner der Ansicht, daß dem Präsi- denten größere Machtmittel zur Verfügung gestellt wer- den müssen, um die Ordnung und Ruhe im Hause besser aufrecht- erhalten zu können. Die Fraktionen sollen dazu noch Stellung nehmen. Es wurde der Vorschlag gemacht, sich mit Diäten- entzichung für solche Abgeordnete zu helfen, die wiederholt trotz Warnungen und sonstiger Maßnahmen des Präsidenten die Ordnung des Hauses stören. Das RevoZutionsmufeum in Petersburg. Der Winterpalast, jenes prachtvolle Barockpalais von St. Petersburg, das den Zaren bis auf Nikolaus II. zur Wohnung diente, birgt jetzt ein Rcvolutionsmuseum. Wie es dort aussieht, das erzählt Wilhelm Herzogs„Russisches Notizbuch" in seiner Zeit- schrift„Das Forum": Wir gehen, so schreibt da Herzog, vom Ncwakai durch den Iordanetngang eine Paradetreppe hinauf, deren Renaissancecharaktcr von grandioser Kitschigkeit ist. In den Sälen viele minderwertige Bilder neuer Revolutionsmaler. Frühere Kriegsmaler klecksen ihre scheußlichen Farben roh naturalistisch auf die Leinwand und malen jetzt revolutionäre Kämpfe in den Straßen Petrograds. Alles ziemlich unmögliche Schinken. Kaum ein wert- volles Bild. Dir Entwürfe zum Ltebknecht-Luxemburg-Denkmal sind fast noch schlimmmsr. In einem großen Saal des Zarenschlosses sind etwa 20 dieser Entwürfe aufgestellt. Kcnventionell, bombastisch, auf die alte Manier zusammengesetzte Tafelaufsätz« oder Steinbau- kästen, die ein von einem Provinzphotographen aufgenommenes Brautpaar darstellen. Ein einziger Entwurf, nicht ohne kubistische Einflüsse, verrät einen Künstler. In einem nnderen Saal sind die Polizeiakten der früheren politischen Abteilung ausgestellt. Lenin hat den dicksten Akt. Nach ihm ist der meist Zitierte der jetzige Menschewikiführer Martoff. Das Polizeibild Lenins zeigt eine seltsame Aehnlichkeit mit Bildern von Dostojewski. Ganz slawischer Typus. Krassins Akt enthält folgende Angaben: Geb. 1870, 1886 von der Kasaner Universität relegiert, 1836 von Rußland fortge- fahren. Von dem sozialrevolutionären Anarchisten Sawinkow, dem jetzigen Freunde Wrangels, gibt es nicht nur Photographien, sondern ein großes Schema, ein Diagram, das mit roten und grünen Kreisen seine Freunde und Bekannten fixiert. Reben Lenin stehen im Verbrecheralbum alle berühmten Führer der Bolschewiki: St- nowjew, Krassi», Tschitscherin, Kamenew, alle photographiert im Profil und en kace; dazu ein sehr ausführlicher Steckbrief mit ge- nanen biographischen Notizen. Unser größtes Interesse erweckte Rosa Luxemburgs Akt. Sein Xitel und die erste Titelseite, die ich mir abschrieb, lauten wörtlich: Akt des Polizeiamts Petersburg. Rosa Luxemburg. Diese Person muß gesucht werde». Wenn sie gefunden ist, muß sie verhaftet werden. Die Person ist die Tochter des Händlers der ersten Gilde, Rosalie Mawrikijcwa Luxemburg. Begonnen wurde der Akt im Jahre 1838. Ein weiterer, bejonders deutsche Genossen interessierender Fund ist ein Brief Hugo Haases vom 28. Dezember 1312 an den Partei- vorstand der russischen sozialistischen Partei. Er ist offenbar schon in Berkin von einem russischen Polizeispion in Verbindung mit dem deutschen Psstamt gcöfnet worden. Der Spitzel hat ihn kopiert! und an das politische Departement der Petersburger Polizei ge-j schickt, das ihn— laut Stempel— am 4. Januar 1313, jedenfalls früher als der Parteioorstand der russischen Sozialdemokratie, der Adressat, empfing. Hugo Haases Brief, den er im Namen des deutschen Partcivorstandes an die russischen Genossen schrieb und den er und Hermann Müller unterzeichnete, beginnt mit folgenden Worten: Berlin, den 28. Dezember 1312. Werte Genossen! Der Gedanke, eine Konferenz zu Verhandlungen über eine Einigung der sämtlichen russisch-polnischen Gruppen einzuberufen, hat auf allen Seiten Zustimmung gefunden. Wir sind bereit, die Konferenz zu veranstalten und die Verhandlungen zu leiten, vor- ausgesetzt, daß das I. S. B. damit einverstanden ist, woran aller- dings nicht zu zweifeln ist.... Mit Parteigruh Haase. Müller. Don dem Saal der Verbrecher in die Prioatgemächer des Zaren und der Zarin. Recht geschmacklos. Im Zimmer des Zaren zahlreiche Bilder minderwertiger Maler, darunter ein besonders ordinärer weiblicher Akt von dem französischen Maler Lesebre. Viele Iagdbilder. Ein Portrait Nikolaus I. Im Boudoir der Zarin nur Kitsch.„Moderne" Kinderbilder, französische„schöne" Frauen- Portrait» in zuckrigster Manier. Neben dem Boudoir ein sehr kom- fortables Badezimmer. In den anderen Räumen eine große An- zahl alter kostbarer Möbel und Gegenstände aus dem 17. und 13. Jahrhundert, die von großer Schönheit sind, sehr erlesenen Ge- schmack verraten und wohltuend von den„modernen" Kostbarkeiten abstechen. Eine republikanische Hymne. Der 1320 gegründete gemischte Chor„G r o ß- V e r l i n" gab, noch ein bißchen früh, sein zweites Konzert in der Philharmonie. S ch e r ch e n leitet mit gewohnter Energie und Straffheit. Die Neigung zum Scharf- und Zu-hoch- Singen wird in den Mädchenkehlen überwunden werden müssen: im begleiteten Gesang kann das zur Katastrophe führen. Die Tenöre sind dank ihrer baritonal-dunklen Stimmen kaum hörbar. was der Harmonie des Quartetts gefährlich wird. In a capella- Chören leichten Formats(Woyrsch, Silcher, Stahl) standen alle be- herzt ihren Mann, sangen auswendig und mit rechter Frühlings- lust. Die„Republikanische Hymne" von Lendway nach einem Gedicht Vrögers wurde Dakapo verlangt. Da sie durch die Dis- crcpanz zwischen Reinheit der Menschen- und Orgelstimmen zuerst gelitten hatte, wirkte sie zum zweiten Male um so elementarer. Diese Hymne aus einem Zyklus von Männerchören, hier eigens sechsstimmig umgearbeitet, ist aus flammendem Herzen und glühen- der Seele geschrieben, einfach, voiksmäßig und mit dem freiheit- lichen Schwung, den auch das Gedicht atmet. Ein wirklich reiner polyphoner Satz, ungekünstelt und mitreißend in der Geradheit seiner Linien und Stimmen: in der Lendwayschen Vertonung könnt« Brögers Weckruf und Gelöbnis Nationalhymne werden mit dem Ausklang:„Freie Republik, wir alle schwören: Letzter Tropfen But soll dir gehören!"— In dem Konzert spielte zwischen den Ge- sängen Walter Fischer auf einer qualvoll aufbegehrenden, herzhaft 'bürgerliche Gbstruktkon in braunjchwekg. Brauuschweig, 31. Mai.(MTB.) Zur heutigen ersten Sitzung der Landesversammlung nach der Vertagung war die Fraktion des Landeswahlverbandes nicht erschienen. Nach Beginn der Sitzung wurde die B e s ch l u ß u n f ä h i g k e i t des Hauses festgestellt und die Sitzung auf morgen vertagt. Danach scheint der Landeswahlverband, der die Nechtsbeständigkeit der gegenwärtigen Landesversammlung nicht anerkennt, mit der onge- kündigten Obstruktion beginnen zu wollen. Geschmeiß. Der„Lokal-Anzeiger" beginnt einen Artikel über die Mücken- plage mit folgenden geschmackvollen Sätzen: Alles Geschmeiß der Welt scheint sich auf Deutschland? Boden ein Stelldichein zu geben. Senegalesen, Polen, Galizier, gewöhnliche und Bisamratten, exotische Ameisen und neuerdings auch Mücken. Das Hauptgeschmeitz ist in dieser Aufzählung bergessen' das deutschnationale Federvieh. Der wieöeraufbau in Norüfrankreich. Paris. 31. Mai.(WTB.— Senat.) In der Nachmittags- sitzung verteidigte Minister Loucheur das Regierungsprogramm für den Wiederaufbau und die bisherige Tätigkeit. Die Berechnung der Schäden solle in gerechter Weise vorgenommen werden.� Der Koeffizient müsse herabgesetzt werden, denn die Preise für die Baumaterialien seien mit den Kohlenpreisen gesunken. Er habe immer den Standpunkt vertreten, daß die Verwendung deutscher Arbeiter in großem Umfange aus den verschiedensten Gründen a b- ■ gelehnt werden müsse, namentlich aber deshalb, weil man einen erheblichen Teil der Arbeitslöhne in Mark bezahlen müsse. Aber Deutschland könne sehr gut durch seine Arbeiter auf deutschem Gebiet Materialien vorbereiten, die in Frankreich für den Wiederaufbau verwendet werden würden. Die Beschäftigung deutscher Arbeiter müsse sich auf die absolut verwüsteten Gebiete, die von der Bevölkerung verlassen seien, beschränken. Er müsse zugeben, daß durch eine derartige Begrenzung die Frage ihr tatsächliches Interesse ver- l i e r e. Die Deutschen hätten die Lieferung von 25 000 provisorischen Häusern angeboten. Er habe verlangt, daß man fester gebaute Häuser liefere; darüber werde verhandelt. Etwa 1500 Häuser konnten im Monat geliefert werden, die Zahl lasse sich in kurzer Zeit auf 2500 monatlich steigern. Durch die Holzhäuser würde eine Erspar- nis von 20 bis 25 Proz. gegen Steinhäuser erzielt. Wenn die Deut- schen keine annehmbaren Preise machten, so sei man nicht gezwungen, ihnen einen Auftrag zu erteilen. Er hoffe, von den Deutschen Mate- rialien zu erlangen, aber nur in d e m Maße, als dadurch die naiio- nale Industrie nicht gefährdet werde. Aber die Industrie Jfrank- reichs dürfe sich auch nicht der Faulheit hingeben, sie müsse sich vielmehr auf den Kampf mit der deutschen Industrie vorbereiten. Zum Schluß erklärte Loucheur, er hoffe, daß von 1322 an keine Staatsarbeiten in den verwüsteten Gebieten mehr vorgenommen würden. Eine übermenschliche Arbeit müsse verrichtet werden. Wenn man in zehn Iahren damit fertig werden wolle, dann�hätte Frank- reich ein Werk vollbracht, das kein anderes Land hätte vollbringen können.(Lebhafter Beifall.) Tie Holzhäuser. Paris, 31. Mai.(WTB.) Wie der„Intransigeant" meldst, soll heute abend die letzte Sitzung der deutschen und französischen Bau- sachverständigen, die über die 25 000 Holzhäuser verhandeln, statt- finden. Unter den Dutzenden v-n deutschen Modellen hätten die franzosischen Sachverständigen drei Typen herausgesucht, eins für ein Arbeiterhaus, eins für das Haus eines Meisters und eins für die Wohnung eines Ingenieurs. Nachdem gestern die Deutschen die Preise für diese Typen angegeben hätten, seien sofort Vertreter des französischen Holzbaus aufgefordert worden, einen französischen Konkurrenzpreis aufzustellen, der als Preisgrundlage dienen soll. Die Entscheidung werde heute abend getroffen werden. Nach einer Beschreibung der deutschen Modelle schließt das Blatt mit der Be- merkung. es sei nicht unwahrscheinlich, daß diese Häuser, die an Ort und Stelle zunächst probeweise von den Deutschen auf- gestellt werden, den Bewohnern, für die sie bestimmt sind, ge- fallen werden. verstimmten Orgel, Lambinon und Zeelander mühten sich mit Transkriptionen bekannter Werke Bachs, Handels, Beethovens. K. S. Die grüne Steiermark. In der Urania wird jetzt den Be- fuchern die Steiermark in Wort und Bild anschaulich vor Augen ge- führt. Diese südöstlichste Mark Groß-Deutschlands ist wenig bekannt. obwohl ihr großer Sohn, Peter Rosegger, überall gelesen wird. Und doch verdient diese Grenzwacht, von der man zu Unrecht deutsche Bezirke an Südslawien ausgeliefert hat, dank ihrer wundervollen landschaftlichen Schönheiten und ihrer mannigfachen Mischung ver- schiedener Kulturkreise, allgemeines Interesse. Wilhelm M a r k s zeichnete den geographischen Charakter: die Ost-Alpenkette, die am begletscherten Dachstein zu imposanter Höhe aufsteigt, verläuft ins balkanische und ungarländische Hügelland und bietet eine Fülle ge- waltiger und lieblicher Schönbeiten. Kulturell stellt das Land ein Ineinander von Mittel-, Süd- und Osteuropa dar. Viele Rassen und Kulturen haben hier ihre charakteristischen Spuren hinterlassen. Durch mehr denn hundert vortrefflich gelungener Aufnahmen von Land und Leuten wurde der fesselnde Vorttag aufs glücklichste illustriert und ergänzt. Das schöne Land, das Hoch- und Mittel- gebirge, Seen, Schluchten l e s i e n seit Anfang Mai bestehenden Unruhen und durch den kürzlich in Niederschlesien au-gebrochenen Streik der Bergarbeiter ist die Steinkohlenversorgung der Mark Brandenburg fast vollständig ins Stocken geraten. Die anderen Kohlenreviere sind bei weitem nickt in der Lage, den ganzen Auslall aller scklesifcken Kohlen zu decken. Jnfolgedesien muß die Industrie gewärtig sein, daß sckon in den allernächsten Tagen einzelne Betriebe zum Still st and kommen, falls eine Streckung der bei ihnen etwa noch vorhandenen hock- wertigen Kohlenmengen mit minderwertigen Brennstoffen nicht durchgeiührt wird. Alle Neueingänge und die nock vorhandenen kleinen Vorräte mästen für die Aufrechterhaltung der lebenswichtigsten Betriebe. wieElektrizitälS- und Gaswerke. LLasterwerke, Kanalisations- werke. Lebensmittelbetriebe, Krankenhäuser, Verkehrsunternehmungen vorbehalten bleiben. Der Verbrauch an Gas und Elek- trizität ist weitestgehend einzuschränken. da andernfalls das teilweise Abschalten ganzer Strombezirke sckon in allernächster Zeit eintreien müßte, um die Elektrizitätswerke über Master zu halten. postwagenberaubung im v-Zuge. Der Täler in Siegen verhaftet. Ein Postdiebstahl, bei dem der Dieb für mehrer« Mil- lionen Mark Werte erbeutete, wurde am 12. April bei Stendal verübt. Die Werte wurden aus dem Postwagen eines v-Z u g e s von Berlin noch Hannover auf der Strecke kurz vor Stendal gestohlen. Der Kriminalpostdienststelle in Berlin ist es jetzt in Verbindung mit dem Untersuchungsreferenten der Ober- postdirektion gelungen, den Diebstahl aufzuklären, den Töter hinter Schloß und Riegel zu bringen und dos gestohlene Gut wieder her- beizuschaffen und sicherzustellen. Nachdem festgestellt worden war, daß zu der Beute des Diebes außer Diamanten auch Wertpapiere und Schecks gehörten, wurden sofort all« Banken benachrichttgt. Durch diese 77] Skine Menschenkind. III. Der Sündenfall. Von Martin Andersen Rex ö. „Ich bin erst neunzehn Jahre," sagte Karl.„Aber wir können uns verloben." „Ach so, aha! Ja. das ist denn gleich was anderes. Lars Peter war wieder abgekühlt. Am liebsten hätte er ein gehöriges Donnerwetter auf den Sohn vom Bakkehof Hernie- dergehen lasten, aber die Gelegenheit war nicht mehr geeignet dazu, Donnerreden zu halten, sie hatten sich schon zu weit in Verhandlungen eingelassen. „Weißt du. du hast dich recht garstig benommen, sagte er und blieb stehen.„Aber wir armen Leute können von euch Bauern wohl nichts anderes erwarten." „Das darfft du nicht sagen," erwiderte Karl.„Ich Hab' keinen Grund, auf irgend jemand herabzusehen. Und es ist mir nie eingefallen, euch schädigen zu wollen." „Nein, das mag schon sein." Lars Peter reichte halb wider Willen seine Hand hin— er konnte nie lange zürnen. Das war ein rechter Zyaschlappen! Aber was sollte er machen! „Na. denn adjüs! Bielleicht läßt du von dir hören?" „Ich hätte Stine gern guten Tag gesagt," sagte Karl zögernd. „So. soso!" Lars Peter lachte.„Und das sollt' unser» eins nun also besorgen— närrisch gut, wie man is! Nein, Schweine find wir ja, aber wühlen tun wir denn doch nicht!" Lars Peter ging ein paar Schritte vorwärts, kehrte aber dann wieder zurück.„Mißversteh' mich nicht! Wenn das Mädel Lust hat, die Bekanntschaft fortzusetzen, dann meinetwegen! Aber darüber hat sie selbst zu bestimmen." Mit diesen Wor» ten ging er nach Hause, um sich schlafen zu legen. IS. Der Sohn vom Bakkehof. Als Lars Peter nach Hause kam und ein Wörtlein mit dem kleinen Brandstifter reden wollte, war dieser verschwun- den. Er hatte durchs Fenster Reißaus genommen. Lars Peter ging auf den Speicher und legte sich hin, konnte aber nicht einschlafen. Die Begegnung mit dem Sohn � vom Bakkehof hatte nicht gerade ermunternd auf ihn gewirkt; das war ja ein gaz sonderbarer Schlappschwanz, mit dem das Mädel sich da eingelassen hatte, ein recht verschrobener Bursche. Einen Augenblick hatte er den Gedanken gehabt, daß Karl ihnen vielleicht Genugtuung geben werde, so daß sie den Leuten wieder in die Augen sehen könnten; aber da hatte es sich also herausgestellt, daß der Bursche noch nicht einmal alt genug zum Heiraten war. Sich selber konnte er wohl auch kaum versorgen, und er besaß nichts. Das war also eine schöne Geschichte! Lars Peter grübelte und grübelte: und unten aus der Stube der alten Doriom hörte er das unauf» hörliche Weinen des Zwillings.„Großmutter schläft die ganze Zeit, o— ho, ho, Großmutter schläft die ganze Zeit!" weinte das Kind unaufhörlich. Es klang wie ein Klagegesang. Er stand auf, ging über den Speicher und stieg die Treppe des Nachbars hinab. Der Zwilling saß, jämmerlich verheult, oben auf dem Deckbett im Alkoven der Alten und wiederholte seine Klage, und in dem Bett lag die Alte und war tot. Sie war es bereits eine ganze Zeit; sie war kalt, und die Ratten waren schon an ihr gewesen. Das Kind sah beinahe aus, als hätte es die ganze Nacht auf ihrem Bett gelegen und gebrüllt. Es war eine Schande, daß niemand den Jungen gehört hatte. Aber die Ohren waren so vollgetränkt mit Kinderschluchzen von hier drinnen, daß sie nichts mehr hörten. Lars Peter nahm den Kleinen mit zu sich. „Ich Hab' hier ein kleines Wesen, das niemanden in der Welt hat, an den es sich halten kann," sagte er.„Die Mutter läßt sich ja nie mehr sehen, und nu is die Alle drin gestorben. Meinst du nicht, daß wir für den da noch einen Bissen Brot und ein Betteckchen übrig haben?" Sörini antwortete ihm nicht, aber sie nahm das Kind an der Hand und führte es in die Stube hinein. Lars Peter sah ihr dankbar nach.„Wir müssen eins von den Kindern zum Krugwirt schicken und den Todesfall anmelden," sagte er und ging wieder zu Bett. Nun konnte er endlich einschlafen. Als er wach wurde und um die Mittagszeit herunterkam. war Christian zu Hause; er drängte sich fast an den Vater heran, als wolle er lieber gleich feine Prügel haben. Lars Peter sah es wohl, wußte aber nicht recht, wie er die Sache angreifen sollte. In alten Zelten, ja— da hätte ihn die Tat einfach in Erregung versetzt; nun dachte er hauptsächlich an das Risiko, das die Sache brachte— und diese Seite war ja in Ordnung. Lars Peter hatte in den letzten Jahren feine Erfahrungen gemacht; was ihm zustieß, lief nicht mehr ob von ihm wie Wasser von einer Gans, sondern drang durch und veranlaßte ihn, über das Dasein nachzudenken. Dauern- den Rückgang hatte die Zeit ihm gebracht— ohne daß er irgendwie schuld daran gewesen wäre. Sein Haus war ihm genommen worden— und auch das Geld, das er dafür er- hielt— und der große Klaus auch! Und Sörine— ja, die hatte er nun wieder, aber wie? Arm wie eine Kirchenmaus war er geworden infolge aller seiner Anstrengungen, seiner Rackerei und seines Strebens, ein rechtschaffenes Leben zu führen. Er war ein braver Tropf, der bis auf die Haut ent- kleidet worden war. Eine leere Tonne, das war das ganze Ergebnis! Und Stines Mißgeschick schlug dem Faß den Bo- den aus. Es gab keinen Grund, vorsichtig zu sein und die Hand über Leben und Besitz um derentwillen zu hallen, die freigebig all das Seine verschwendeten. Dankbarkeit gegen- über denen, die in der Gesellschaft über ihm gestellt waren. hatte Lars Peter nie empfunden— es war kein Anlaß dazu gewesen, gerade dieses Gefühl zu pflegen. Aber er hatte sich in die Zustände gefügt und für alle Teste das Bestmögliche daraus zu erzielen gesucht. Manchmal hätte er wohl Lust gehabt, hart zuzupacken. Er würde nicht geweint haben. wenn der Bakkehof ganz in Flammen aufgegangen wäre— vorausgesetzt, daß nichts auf dem Burschen und ihnen sitzen- geblieben wäre. Nach einigen Wochen tauchte der Sohn vom Bakkehof abermals im Dorf auf, diesmal, um sich dort niederzulassen. wie es schien! Er schämte sich noch nicht einmal wie andere Menschen! Mit einem Bündel Arbeitszeug unterm Arm und Schaufel und Spaten auf dem Nacken kam er zum Kruge und fragte nach Arbeit: eine wohlwollende Seele überbrachte Lars Peter die Neuigkeit.„Setzt er seinen Fuß hierher, so fliegt er kopfüber wieder hinaus." sagte Lars Peter drohend. Als Stine eines Morgens an die Fenster trat, um sie zu öffnen, sah sie ihn draußen in der neuen Gartenanlage bei der Bstla Erde fahren. Sie hätte beinahe aufgeschrien, als sie ihn erblickte: niemand hatte ihr gesagt, daß er hier sei. Noch saß es in ihr, das alle Grauen-- alle Schrecken des Dakkehofs erwachten bei seinem Anblick zum Leben. Er trug nicht die Schuld, stand vor ihr als hilfloses Opfer wie sie selbst, aber er erinnerte an jene Schrecken. (Forts, folgt.) Maßregel fand man die erst« Spur in Si e g e n in Westfalen. Krimmaloberkommissar Flieger, der Leiter der Kriminalpostdienst- stelle, fuhr nach Siegen und stellte fest, daß ein Mann, der sich Dietrich aus Berlin nannte, Schecks zur Einlösung vorgelegt hatte. Dietrich hatte von dem Hotel aus, in dem er wohnte, ein Ferngespräch mit einem Dienstmädchen geführt. Diese neue Spur wurde weiter oerfolgt, das Dienstmädchen ermittelt und außer einem Test der gestohlenen Werte auf dem Boden eines Hauses Dietrich selbst zutage gefördert, der von dem Mädchen verborgen gehalten worden war. Der Mann wurde ver- haftet und bald entlarvt al» ein 22 Jahre alter, aus Duisburg gebürtiger Otto K o t h, Der schon allerlei auf dem Kerbholz hatte. Wegen Urkundenfälschungen und Unterschlagungen zu 1% Jahren Gefängnis verurteilt, war Koth aus der Strafanstalt entsprungen, hatte das unterschlagene Geld aus dem Versteck auf einer Ziegelei herausgeholt, war in Deutschland umhergcfahren und endlich nach der Schweiz gekommen. In Zürich wurde er wegen Paßfäischung bestraft und dann über die Grenze zurückgeschoben. Mit Ausweis papieren, die er einem jungen Manne abschwindelte, ausgestattet, lebte er jetzt noch eine Wecke unter falschem Namen. Wieder mittel los geworden, sann er auf einen neuen Streich, für den er den Postwagen eines v-Zuges auswählte. Seine Absicht gelang ihm denn auch. Um möglichst rasch wieder bares Geld in die Hand zu bekommen, verkaufte er äMkaratize Schleifdiamanten, die eine Diertelmillion Mark wert waren, in Hanau an einen JuttM.'rr für 40 000 M. Hierauf machte er den Verluch, auch einige Schecks in Geld umzusetzen. Der Verhafte wurde rech Berlin georacht und sieht hier seiner Aburteilung entgegen. Transportarbeitcrvcrband gegen Kraftdroschkensteuer. � Der Deutsche Tran»nortarbe>terverband wendet sich in einer Zuschrift an iiiiS gegen die vom Magistrat geplante Kraftdroschken- sieuer unter Hinweis daranf. daß bereits i» eitler Denlichrifi an den Magistrat vom 10. Februar d. I. der Meinung entgegengetreten wurde, daß die Kraildrofchke keineswegs nur ein BeiärderungSmiilel Tiit Schieber und Kriegsgewinnler iei. Der größte Teil der Fahrten werde heule für Aerzte, Rechtsanwälte und Geichäitsieule auSge- tflbrt.■ Der Fahrpreis ist durch die außerordentlich hoben Betriebs- stoffe uitv. derartig hoch, daß bei einer zehnprozentigen Erhöhnng eine Abwanderung der Fahrgäste eintreten werde. Die Folge wäre, daß ein großer Teil der Unternehmer, die größtenteils aus Einzelbesitzern bestehe», ihren Wagen selbst fahren, die Fahrer entlasten wiiiden»nd diele dann arbeitslos wären. AuS allen dieien und anderen wichtigen Gründen haben die Kraftfahrer in mehreren Versammlungen«instinimig beschlossen, gegen die Sreuer anzukämpfen. Schmiergelüer und Saumwolle. hinter den Kulissen einer Kriegsgesellschaft. In die Millionen gehende Bestechungen eines Leiters einer Kriegsgesellschaft kamen in einer Verhandlung vor dem Schöffen- gericht Berlin-Mitte zur Sprache. Wegen Vergehens gegen die sog. Schmiergelderverordnung vom S. Mai 1917 war der Kaufmann Artur Mensche! aus Schöneberg angeklagt. Die Anklage legt dem Angeklagten zur Last, nachdem er auf die gcwisienhofte Erfüllung seiner Obliegenheiten bei einer Kriegs- gesellschaft verpflichtet worden war, sich für eine Handlung, die eine Verletzung der ihm übertragenen Obliegenheiten enthielt, Vor- teile sich haben versprechen lasten. Der Angeklagte war Abtei- lvngsletter bei der Reichsverteäkungs stelle für Baum- wolle, bei der sich, wie es so schön heißt, verschiedene Angestellte „gesund gemocht" haben sollen. Er stellte hier gegen das Ver- 1 sprechen, an dem Geschäft beteiligt zu fein, einem Fabrikanten Paul Simon in Chemnitz widerrechtlich einen Zuteilunqsschein über 4800 Kilogramm Baumwolle aus.— In der Verhandlung kam die bis jetzt ziemlich unbekannt gebliebene Tatsache zur Sprache, daß ein bei derselben Kriegsgesellschaft beschäftigt gewesener Kaufmann H e ck e l mit Bcstechungsgeldern in Höhe von vielen Millionen Mark noch rechtzeitig das Wette gesucht hatte und jetzt als sorgen- loser Rentier in Italien lebt. Vor Gericht machte Rechtsanwalt Dr. Löwenthal als straf mildernd geltend, daß der Angeklagte ein Opfer der Verführung durch den flüchtigen Heckel geworden sei. Das Gericht beließ es bei einer Geldstrafe von ganzen S00 M. Der Amtsanwalt hatte 1000 M. Geldstrafe beantragt. Tie Teltower Krcistagswahleu für ungültig erklärt. Der Bezirksausschuß von BotSdom erklärte die Kreis- tagswahlen vom 20. Februar für ungültig. Bekanntlich war von verschiedenen Seiten Widerspruch gegen die Mablen erhoben worden. In der gestrigen Sitzung des BezirksanSickusseS wurde festgestellt. daß eine große Anzahl Zetielverteiler auf Wahlscheine ge> wäblt hatten, die iür die KreiStagSwahlen nicht gültig waren. Dadurch wurden 90 Stimmen falsch abgegeben. Ferner kam zur Sprache, daß in Petz die Wahlurne offen gestanden habe. Streik der Mineralwasserarbeiter. Die in den Mineralwasterfabriken beschäftigten Arbeiter, Ar- Heilerinnen und Kutscher haben infolge des ablehnenden Ver- Haltens der Arbeitgeber beschlosten, den Kampf aufzunehmen. Das Zentralstreiklokal befindet sich bei Fcnfara, Melchiorftr. IS, Mpl. 1854: Rebenstreiklokale: Norden: Kerfin, Pankstr. 60, Nrd. S344, Süden: Blenkle, Schönleinftr. 26, Mpl. 105 33, Westen: Petri, Charlbg., Nehringstr. 9, Wilh. 1821. Heut« abend 7 Uhr Streikversammlung, Versammlungslokal ist in den Abendausgaben der Arbeiterblätter angegeben.'— Die StreiNeitung. Sezirksverfannn'.unget». Die DeUrksverfammlung des 9. Bezirks fWilmersdorf) befchöf- tigte sich in ihrer letzten Sitzung mit dem diesjährigen Etat. Stadtrat Franke wies darauf hin, daß der vorjährige Etat eine Einnahme von 33 Millionen Mark und eine Ausgabe von 93 Millionen Mark, mithin ein Defizit von 60 Millionen Mark oufzuweifen hatte, wöh- rend im diesjährigen 44 Millionen Mark Einnahme gegen 114 Millionen Mark Ausgabe stehen, so daß ein Defizit von 70 Millionen Mark vorhanden ist. Er sowohl wie einige bürger- liche Etatsredner bedauerten, daß dos Bezirksamt keinen Einfluß auf die Einnabmelelte des Etats Hobe und in bezug auf die Aus» äaben nur Wünsche äußern dürfe. Bemängelt wurde auch, daß kein Vertreter des Magistrats Berlin bei der Besprechung des Etats anwesend war. Bemerkenswert ist noch das Eingestand- nis de s Volkspartcilers Dr. Leidig, daß bei einer etwaigen Auflösung Groß-Berlins und Wieder» einführ» ng der früheren selbständigen Gemein- den die frühere ausgezeichnete Finanzlage nicht wieder hergestellt werden könne. Die Rechte muhte sich von demokratischer und sozialistischer Seite sagen lassen, wie sehr in früheren Zeiten Wilmersdorfs die reaktionäre Vertretung sich an der Allgemeinheit versündigt hat, so daß jetzt noch mancher Posten auf der AusgabeseUe des Etats erscheint, der früher wesent- lich geringere Mittel erfordert hätte. Bezirk 11 f Schöneberg-Friedeaau). Die Fraktionen der Rechten hatten, nachdem sie in der Berliner Stadtverordnetenversammlung wegen des Straßenhandels und der angeblichen Mißstände, auf den Wochenmörkten abgefallen sind, einen neuen Borstoß unternommen. Dr. E n g e l b r e ch t begründete den Antrag, indem er alle Laden» Hüter hervorholte, die von seinen Parteifreunden schon vor Jahr» zehnten über die Warenhäuser vorgebrocht wurden. Ihm wurde vom Genosten F r i tz s ch gebührend geantwortet. Dem leicht- fertigen Behaupter von Mißständen in der Kommunalen Wurst- für seine Ausführungen zu erbringen. Da er dazu nicht in der Loge war, soll ihm hierzu Gelegenheit gegeben werden. Ein wer- terer Antrag, die V a l t sb i b l i v t h e k von der Hedwigstraße nach dem Rathaus Friedenau zu verlegen und dafür eine Zweigstelle in der Kolonie Lindenhof einzurichten, fand einstimmige Annahme. Eine Anfrage unserer Genosten wegen der Instandsetzung der 6. und 7. Gemeindeschule wurde vom Genossen C z e m i n s k i begründet. Baurat Lassen beantwortete die An- frage dahin, daß'das Wohnungsamt in der Lage sei, in kürzester Frist die Schule zu räumen und daß dann mit den Arbeiten sofort begonnen wird, so daß die Schule zum Oktober ihrem Zweck über- geben wird. Hierauf trat die Versammlung in die 2. Lesung des Haushalts ein. Durch die sonderbare Geschäftsführung des Vorstehers wurde die erst abgelehnte Generaldebatte zugelassen. Genosse E r d m a n n bedauerte, daß recht viel Aufgaben kultureller und sozialer Hinsicht bei der ungünstigen Finanzlage der neuen Stadtgemeinde nicht so berücksichtigt werden können, wie wir es immer oerlangt haben. Die werbenden Anlagen müsten bester ausgebaut und im Interesse der Allgemeinheit gerührt werden. Bestehende Verträge, die noch zu den Friedenssätzen bestehen, müsten durchgesehen und den heutigen Verhältnissen angepaßt werden. Im übrigen habe man dem neuen Berlin von bürgerlicher Seite aus das'Leben recht sauer gemacht. Gegen diese Bewegung, die aus Lokalpatriotismus von einzelnen Gruppen der westlichen Vor- orte in Szene gesetzt wurde, um ihre eigenen finanziellen Inter- essen dahinter zu verbergen, werden unsere Genossen und mit ihr die gesamte Arbeiterschaft auftreten. Hieraus wurde der Etat gegen die Stimmen der beiden Kommunisten angenommen.— Der Rest der Tagesordnung wurde abgesetzt und die Versammlung vertagt. 13. Bezirk sTempelhof). Eine Anfrage Richter und Genosten OISP.) betreff- der Mehl- und Brotkartenverschie- bung in Mariendorf wurde vom Stadtrat Küter dahin beant- wartet, daß die Notiz, die durch die Tagespreste ging, derzufolge die Gemeinde Mariendorf einen Schaden von 1 bis 1 H Millionen Mark gehabt hätte, nicht zutreffend sei. Das Mehl, das die Bäckermeister auf den verschobenen Brotkarten durch den Magi- stratsbearr.ten Philipp erhalten haben, sei bezahlt worden. Es liegt allerdings eine Schädigung der Allgemeininteressen vor. Wenn die Untersuchung abgeschlossen sei, werde der Bezirksversammlung Bericht erstattet werden. Eine Anfraqe unserer Fraktion, betreffend die Ouäkcrspeisung am Tage der Lutherfeier, die Genoste G e r l a ch kurz begründete, beantwortete Stadtrot Küter dahingehend, daß die Ouäkerspeisung am Tage der Schulfeiern nicht deshalb abbestellt worden ist, weil am nächsten Tage die Beerdigung der ehemaligen Kaiserin erfolgte, sondern weil eine ganze Anzahl von Kindern an der kirchlichen Feier beteiligt war und infolgedessen Esten übriqgebliaben wäre. Brandt sKamm.) verurteilt ein derartiges Verfahren. Wenn eine Anzahl von Kindern in die Kirche gehen wollen, so dürfen die anderen nicht darunter leiden.— Der Etat des 13. Bezirks ist mir 32 Millionen Mark in Ansatz gebracht. Vom Berliner M a g i st r a t ist ein Ab- strich von 8 Millionen Mark vorgesehen. Der Haushaltans- schuß des Bezirks ist nach dem Bericht des Bezirksverordnetenvor- stehers Jung zu dem Ergebnis gekommen, daß ein Abstrick) von 4 585 702 M. vorgenommen worden ist. Infolgedessen vermindern sich auch die Einnahmen, so daß im ganzen eine Abschreibung von 3 825 181 M. übrig bleibt. Mehr ist unter keinen Umständen zu entbehren. Es wurde sofort in die Spezialdebatte eingetreten, die durch eine ganze Anzahl von Slbänderungsontrögen und Vorschlägen der USPD. so ausgedehnt wurde, daß die bürgerlichen Vertreter die Versammlung verließen, wodurch diese beschlußunfähig wurde. Gcldspielantomaten verböte«! In letzter Zeit hat sich die Zahl der Geldspielantomatenhallen in Groß-Berlrn ungeheuer vermehrt. Außerdem sind in zahlreichen Schankwirtschaften Geldipiclautomaten neu aufgestellt worden. ES wird deshalb daran erinnert, daß nach einem Urteil der 3. Strafkammer des Landgerichts I vom 18. März 1910 die Aussteller von Geldspielautomaten jeder Art, bei denen ein Einsatz auf Gewinn geleistet wird, besonder« auch die Schaniwirte sich strafbar machen. Die Polizeiämter sind ersucht worden, die auS- nobmslose Ausfübrung der Verftigung der Abteilung IV des Polizei« prändiumS vom 19. März 1910 umgehend zu d eranlasten, soweit es sich um die in S ch a n k w i r t s ch a s t e n und auf Rummel» Plätzen aufgestellten Geldspielautomaten handelt. Hinsichtlich der Geldivielautomatenhallen werden noch besondere Bestimmungen ge- troffen._ Da# Großfeuer in der Mühlenstraße bei der Papierengros. Handlung konnte im Laufe des gestrigen Tages gelöscht werden, doch dürften sich die Aufräumungsarbeiten noch mehrere Tage hin- ziehen. Die Höhe des Schadens ließ sich noch nicht feststellen, zw nächst muß der Wert der geretteten Papieroorräte ermittelt werden. Die neuen Bororkstreckea. In dem Berliner Vorortverkehr werden mit dem heuligen Tage zwei Vororislrecken neu in den Verkehr einbezogen: die Strecken Wannsee— Beelitz- Heil st ä t t e n und Spandau— Wustermark. Auf beiden Strecken galten bisher die Fahrpreise für den Fernverkehr, die wesentlich böber find, als die Vororttarife. Auf beiden Strecken wird nun infolge der Verlegung des Termin« zur Einsstbrung der neuen Bororttarife aus den 1. Juli die sofortige Einführung des VororttarifS noch nicht möglich. Daber hat die Eiienbahndirektion Berlin in einer Bekanntmachung soeben bestimmt, daß die bis- h e r i g e n knickt erböfiten) Fahrpreise des Fernverkehr« auf diesen beiden Strecken im Monat Juni noch unverändert bestehen bleiben, während gleichzeitig mit der Tariserhöbung im Vorortverkehr am 1. Juli dann auch die neuen Fahrpreise für Einzel- und Monatskarten zu den Sätzen des Vorortverkehrs auf diesen beiden Strecken zur Einführung gelangen sollen. Zum Landrat des Kreises Osthavelland wurde der bisherige kommissarische Landrat G i e s e mit 15 gegen 10 Stimmen gewählt. Eine SrIcgsbeschädIgten-Selbstfahrer-5chau. verbunden mit einem Vergleichsfabren. veranstaltet der Reichsbund der Kriegsbeschädigten am Sonnabend, den 11. Juni, im Tiergarten. Im Anschluß an das Vergleicksfahren. dein an- erkannte Fachleute beiwohnen, und an dem sich alle Kriegs- beschädigten mit Selbstfahrern beteiligen können, findet eine Preis- Verteilung statt. Es stehen Preise von 50 bi« 500 M. zur Ver- fügung. Die Selbstfabrer-Zckcni und da« Vergleichsfabren wird sicker von den schwerbeschädigten Kriegsteilnehmern, die sich zu ihrer Fortbewegung eines Selbstfahrer» bedienen müssen, in ihrem eigenen Interesse lebhast begrüßt werden. Bedingung zur Teil- nähme an der Veranstaltung ist, daß die Anmeldung bis um 4. Juni schriftlich an den Bundesvorstand des Reichsbundes, Berlin 81V 29, Belle-Alliarree-Str 16, erfolgt. Der Pläilkcller als Nachtlokal. Ein harmloser Plättkeller im Hause S t e i n m e tz st r. 6 5, in dem am Tage fleißig gebügelt wurde, vcrwandelre sich seit einiger Zeit nock Sonnenuntergang in o»*» 4« S ryy S e» v__ S» o � l-s-„C. ,» 0"7 K CtW � o gnädig seilt, so werden der Wvhlsahrtseinrichtung der Schutzpolizei reiche Summen zufließen. Gegen das Reichemietengeset» veranstaltet der Mieterverein Eharlottenburg E. B. in dieser Woche iüns öffeMlicke Proleslveriommlungen in folgenden Lokalen: Mittwoch, 8 Ubr, Sckulaula, Sophie-Charlotten- Straße KK; Donnerstag. 8 Uhr. Schnlanla, Svbelftr. 2/4; Kieitag, 8 Uhr. Hobenzollern-Festsäle, Berliner Straße IVö; Sonnabend, 8 Uhr, Schm- aula, Guerickestr. 32. In» Apollo tbeater findet heute die Erstauisübrung der Ausstattung?- Sportschau„Trp Tck Hurra" statt, in der Wilhelm Hartslem die Hauvtrolle darstellt und in der außerdem von bekannten ilräjten noch die Herren Albert Paulig. Heinz Sarnow und die Damen Erna Atberty uns Elle Schieicka beschästigt find. Eme besondere Neuheit bietet die AuSstatlungs- schau im zweuen Bilde, in dem ein Originaipserdcrennen sraUsuida. fius unseren öerüner Kreisen. In der Vertreierversammlnng für den 14. Kreis gab Ge- noste Heitmann den Tätigkeitsbericht des Kreisoorstandes. Er- wähncnswert ist, daß die Kreisorganisation zurzeit 5295 männliche und 1217 weibliche, zusammen 6512 Mitglieder zählt. Der Jugendorganisation gehören 302 Mitglieder an. Die Neuwahl des Kreis- Vorstandes ergab: Paul Fell er, 1. Vorsitzender: Fritz Brink- mann, 2. Vorsitzender: Arndt und Renner- Britz, Schrift- führer. Ein Antrag Ashölter, der verlangt, daß die SPD.-Stad:- und Bezirksverordneten bei Vergebung kommunaler Arbeiten ge- meinnützige Firmen bevorzugen, wurde dem Kreisvorstand zur weiteren Erledigung überwiesen. In der letzten Vertretersitzung des 16. Kreises(Köpenicks hielt Genosse Ernst H e i l m a n n das Referat über die politische Lage, bewies die Notwendigkeit der Annahme des Entente-Ullftnö- tums und begründete unter einmütigem Beifall der Versammlung seinen Standpunkt, daß wir an einer Regierung mit Einschluß der Deutschen Lolkspartei nicht teilnehmen könnten. Der Lortrog wurde mit großem Beifall aufgenommen und soll in den einzelnen Abteilungen des Kreises in nächster Zeit weiter behandelt werden.— Aus den sonstigen Verhandlungen ist zu erwähnen, daß der Vor- sitzende, Genosse Schubert, den Jahresbericht erstattete. Die Vor- standswahl hatte folgendes Ergebnis. Da Genosse Schubert aus Gesundheitsrücksichten sich leider gezwungen sah. von einer weiteren Kandidatur abzusehen, wurde zum 1. Vorsitzenden der Genoste Emil W i ß l e r- Köpenick gewählt. 2. Vorsitzender wurde der Köpenicker Abteilungsvorsitzende Genoste Ferdinand Breitenborn: 1. Schristführer' Genoste Otto W a l d o w- Köpenick, 2. Schriftführer Genoste Hermann B l u h m e- Grünau. Hroß-Lerlmer Parteinachrichten. den i. 2unl: hettte. ZNittwoch, llZ. Abt. Lich»enbc-g. 7 Uhr bei Stöber, Iungllr. 2g, Ecke Odcrstrahe, Sitzunz der Parieiiuitttionitre und Betriebsvertrauenslcute. Morgen, Donnerskag, den 2. Juni: J. Jtrcis Ritte. T.i Uhr Eihung des Arei-,oorsrandcs mit den Abteilungd. lcitungcn im Restaurant S-iirgsrheim, Alle Schönhauser Str. 23124. 4. Kreil- Prenzlauer Tor. 7 Uhr«reisvertreterversammlung in der Schulaula Seneselderftr. 6. m 8. Ar ei, Hallcsche, Ter. 7 ANems Zestsälen, Kasrr. Heide 13, dildung— und die Rechtaparteicu »2. Abt. Stezliz. Sm Hresestraße cm igieruassbildunz— Avals Braun. Uhr vefseatliche B-llauersammlung i» Thema:„Ullimatnm— Resrieruags- . Rcjerent Senafie Willi Rammebrack. 8 Uhr v-stenttiche Bolkau-rsamiulu-a im Ghm-a. Bahnhof in Slcfllifc. Schema:„Ultimatum— «nd die Rechtsparteien". Aefercut Veaasse 114.-11». Abt. Lichtenberq. m Uhr Ellernverfammlung im stcftsaal de- Eitcilien.Lyzcums, Rnthlmaftraße. Thema:„Das Paulscnfche Schnlmu- ornnim". Referent Genosse Prof. Oestrcich. 1ZZ. Abt. Weißeasee. 8 Uhr Sitzuna Zriedcnszarten, Pislariu»., Ecke Rl.—,—■.,-,, Achiuun. Angr(teilte ja fandet nud Judustrie! 8 Uhr im Rasenthaler ßvl. Rosenthalcr Str. 11,'12, wichtige Besprechung. Aeilgliedsbuch legltimiert. Der EPD..Wcrbeausichuß für Sandel und ng des Biiounqeausschnsse« im Restaurcr.t RaeUestrahe. Wichtige Tagesardnung. lind»karte Industrie. Fraueuabende am Donnerskag. den 2. Ztmi: 187. Abt. Alt-SIienicke-Enllenbeea. 7% Uhr bei«lingenb-r-!. Sessnauer Straße 2S. Thema:„Wohlfolirldpfl-ge". R-fer-ntiu. Senofnn Scheiben. huher. 83. Att. Lichterfeld«. Die Mitgliederversammlung fSN im Juni aus ein Nachtlokal, in dem der Sekt— die Flasche zu 275 M.— aus gegeben wurde. In der Nackt zum Dien-ltog bereitete die Polizei dem Jdpfi ein frühzeitiges Ende, indem sie die anwesenden Per- sonen ieststellle und den Betrieb schloß. Für die Wiederkehr des Tages de« Kriegsausbruches ist vom Friedcnsbunde der Kriegsteilnehmer(wie im vergangenen Jahres eine große Demonstration für den Völker frieden in Aussicht genommen ivorden. Da» Meeting wird am Sonntag, den 31. Juli, vormittags 101/, Uhr, im Lustgarten stalisinden. Die Teilnahme aller verwandten Organisationen ist besichert. Als Refe- renken sind namhaft« sozialistische und demokraiiicke Politiker und Völkerrechtler gewonnen worden. Di« Kundgebung wird, wie am 1. Anglist 1920, unter dem Zeichen de» Programmwortes.Nie wieder Krieg" stehen. - �„--—-- i®a8 beuflg- Sommerfell der Groh-Berllner S6)uhpoNzel im sabnk Neukölln, Herrn Lange, forderte unser Redner auf. Beweise t L u n a p a r t beginnt um L Uhr nachmitrag«. Sollt« der Wettergatt �ugenüveranftaltungen. Berki» Lebeitn-Iugeud Sraß-Berlt». Sekretariat: RB. 48, Ja bea Zellen 33 ZMkkmoch, den 1. Juni, abends Uhr: Bohuadorf: Schule Dahmestraße, Mitgliederversammlung.— vuchhdlz: Kemeindeschulc Berliner Str. 1», Mitgliederversammlung.—«.Ipenlckt Grün». Ecke Nietzer Straße, hei König, Mitgliederversammlung.—«rsuutdrunn.'n: 203. Eemeindeschule,(öatenbu-ger Str. Z, Mitgliederversammlung.— Sr-t-. Lichterfelde: Albrech tstr. 14a, Mitgliederversammlung.— Nauladorf: Adolfstr. 2a, Mitgliederversammlung.— Lankwig: Sehdlitzstr. 6, MZdchenabend.— Lichtenberg! Parkaue 10. Mitgliederversammlung.— Mahlsdorf: Gemeinde. schule Walderseestraße. Leseadeud:„1 inna von Barnhelm".— Rotlxn: ochule Putbusee Str. 3—6, Mitgliedern erfammlung.— Ostin— Petersburger«Irrtet: Straßmannstr. 8, Mildchenabend.— Peen, lauer«orssadt: Senefetderstr. 6/7. Mitqlicderversamailung.— Staaken: Gartenstadtschule, Mädchenabend.— Sndou tKSpeniiker Vierteil: Wrangelstr. 128, Mitgliederversammlung.— Siidwelt: Lindcnstr. 9, Vortrag:„Diktatur oder Demokratie?".— Tem,elh»f: Germania. straß« 6/7, Mitgliederversammlung.— Wessen: Nurfilrsienpr. 141, Mitgl. rder- Versammlung.________ Wirtsch-afi Zum TLicdergutmachungSprogramm. Die konservative Presse nimmt zu den von uns veröffentlichten Forderungen nach einem Wiedergutmachungsprogramm Stellung, das neben einer großzügigen Produktionspolitik für die Uebergangszeit die Beteiligung des Reiches an den Goldwerten verlangt. Während die„Kreuz-Ztg." dabei noch einigermaßen fach- lich vorgeht, eröffnet der unsterblich blamierte Kriegsfinanzminis' er Dr. H e l f f e r i ch eine regelrechte Propaganda gegen die Leistung der Wiedergutmachung, indem er die Urheber dieses Planes als Zwangsvoll st recker der Entente hinstellt. Dabei be- hauptet er trotz Kenntnis unseres Artikels, also wider besseres W i s f e n ,' das Produktionsprogramm sei nur ein der Vermögens- beschlagnahme umgehängtes„durchsichtiges Mäntelchen", nur um zu dem Vorwurf kommen zu können, ein« solche Politik steuere aus eine beabsichtigte Veräußerung der deutschen Vermögenswerte hin. Nach dieser Kraftlcistung ist es unnötig, aus die errigen Rechnungen des Herrn Helffcrich einzugehen, der seine Rechentunststücke ja schon einmal mit vernichtendem Erfolg an der deutschen Finanzwirt- schaft erprobt hat. Nur müsten wir uns gegen die Unterstellung verwahren, als hätte irgendein Parteigenosse je beabsichtigt, ohne Not auf die Ver- mögenssubstanz zurückzugreifen. Bekanntlich war vorgeschlagen, zu- nächst die lausenden Einnahmen an Zinsen und dergleichen aus dieser Beteiligung zur Wiedergutmachung zu verwenden. Der Fehlbetrag sollte nach Möglichkeit eben durch die Produktionssteige- rung und, wo es irgend angängig war, durch Steigerung der alten und Schaffung neuer Steuern aufgebracht werden. Erst wenn, wie schon heute vorauszusehen ist, diese Maßnahmen noch nicht ausreichen, sollte zur Verpfändung oder Veräußerung deutscher Vermögenswerte geschritten werden. Herr Helffcrich dagegen be> hauptet, der ganze Fehlbetrag sollte ohne weiteres zur Deckung des Jahrestributs durch Verkauf der enteigneten Goldwerte aufgebracht werden. Das ist eine U n t e r st e l l u n g, wie sie nur einem Deutschnationalen z».zutrauen ist, der aus agitatorischen Gründen A, eine Erfüllung der Wiedergutmachung htnterireibeo möchte. vortrZZS, Vereins und verband i>«r Lungcu- lind T'.>d�!?nlo>c-Er?:anltkU Tkiltschleildz. Dcz'.rli VI, VII und VIII. Kid iüt heute angesetzte PersammhiZta sällt aus und findet MM"... Ändoii" MM bandstaa. Verfchicdcns. Anwesenheit jedes ZililLUedes im eigenen Interesse criarderlich. Gasts herzlich willkorumen.— Sieichsvereinigung ehemalige.' Äriegsgelangener. Bezirlsgruxpe Eildmest. Donnerstag/ den 2. Juni, Iii Uhr, Bsrsammlung In den Blücher-Sitlen, Dtttcherstratze KI, öer NsZaktwn. Schrifltiche 2iil� nft wird nicht erteilt. Den!?!.).! s'.enien» der durch Paßschwierigkeiten zum Gall. nl ld enden»» -?c!U dreht, müssen wir anhcimstetlsn, erst Namen und Anschrift»u ne..... Ans Anonymes gehen wir nicht ein. s. L. 1. Rur durch Klage auf Unterlassung. 2. Ja, falls der Tarif. rcrtrag filr allgemeinverbindlich erklärt worden ist. Z. An da« Wohnung-. amt.«erztlichcs Attest dürfte nickt erforderlich fein.— Abonnent in«nrtaw. Ja, richten Sie ein Gesuch an die zustandige Landcsversichernngsanstatt.— Kaiser SS. 1. Ja. 2. Ja; innerhalb 14 Tagen.— S. 200. Nein.— A. D«g (Si-!' �«.'.'"'■•r, Sf. W ba« Mielefniaiingsamt wenden.— B. K. w. Nein,.--i o hei),.ch.icu nur zu. wenn Cie ihn vertraglich vereinbart haben ! hd.r nenn ter uaiuiertrcg einen solchen vorsieht.— A. S. Auslnnftsstelle >?° �rii�ederrr nach Bcaftlien, Tsrlin, Luifenstr. lila.— L. 24. Rein nur die Üblichen Anelagen.— G. B. 70, Die Polizeibehörde muh Ihnen die Siev.. nennen wo sich d/e LniiinngsbÜcher befinden! Evtl.«Lhr?n Äe Beschwerde' «'.r lltt Kbert. Es handelt sich natürlich wieder IHN eine i'.r melen elenden Echinierercien nationalistischer ssederstrolche, an denen keil, Wort wahr is�— K.«. Wenden Sie sich an die Zentrale Ost. IranzöNs che Sirahe-0.— N. 0. 68. Serssn, Bülowstr. 82.- W. Sch. 71. Welü er-, Unr: Rosen montag (Hauck, Loos) Mittwoch, den 1. Juni und Sonnabend, den 4. luni findet bei eintretender Dunkelheit(9 Uhr) ein Riesen-Feuerwerk im Stadion statt Qer Ausbruch des Vesuv, Untergang von Pompeji Front von 40 Meter LHnoe, 5000 Lichter und 50 Bomben Ausführung von Pyrotechniker C. Amrhein, Hannover-Brink. Beginn v,7 Uhn Großes Militärkonzert Beginn Va7 Uhr Vorverkauf an allen Theaferkassen von A. Wertheim. 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Die Beerdigung findet rgenDonneritag, 2.Iuni. «ichmtttagS< Uhr. von der nhalle des Sarnifon- esinderHasenheide Stege.Beteiligung erwartet? wird 91/3 Waahnif Den Kollegen zur Nach. eicht, daß unser Kollege, 2 er Mechaniker Angnst Päschke Ottenburg, ße 24, am 2 storben ist. Englische Mai ge» Ferner verstarb Kollege, der(Bürtlae unser Paul Bracks Die dritte®i hat die Kene�migung dur, das Oberverstcherungsamt am 2. Mai er. erhalten. 21/11 Berlin, den 31. Mai 1921. M. Siuiilmano, Narllt-sndrr. Von der Reist rurßck Dr. Freymann Charlotlbt-. KnobelsdorHitr. 4 Spezlalarzt ■ Dr. med. Koeben Sofort sichtb. Syphilis- Nach w. durch Dunkelfeld-Unteisuch. Harn-, Frauenleid.. Schwäche, Salvarsan-Kur. Behandlung schnell, sicher g schmerzlos ohne ßerufsstör., Bhitunleis., Fäden im Harn usw. Höhensonne. Frlfiilriclislr.81. �egeoQber Panoptikum K8iilgstr.§HUÄer 10—1,5— Vz8 i a. Sonnt. 10— 1. Tellrahl Separ.DamenzImmer Brandenburgftraße 55, am 1 26 Mai. Ehre ihrem Andenken! Die Vrtsverweltnng. I Zeslrlisverd. ür.-kerlin SPS. 43. Abteilung Am Mittwoch, 18. Mai, starb im 50. Lebenajahrc an Unn.«.Zmeigd Einrichtungen fomie Cfinjelmabel gegen Zlnsoergstkung bei mcijiiger »alenzahluugea. long und gertage« moualttcheu attelOr------ en.�On. po?tlagerkarle 102, Postamt O 27. fteioe Kassterer. ivrSftle»ulanz. IJllWUUöfß&U' Zur Ausscheidung aller scharfen und kranken Stoffe aus Blut und Säften, gegen Blutandrang, rotes Besieht, Haut- onreinigkeiten Ist mein Blut« rcialKunnpulTerSaltaria seil 30 Janren wirksam erprobt. M.4J0, Ohl. 3 Sch. 13.00, Otto Reichel, Berlin 43, SO, Eisenbahnstr. 4, MgmMe. Hnforaortföie Uiitolen uftv.. Antaut, B erkaut. Umtausch chemeHr-Zabrit* finstav Rfltzel, wrts" Sarkfratenatr. SO Parzellen _ Sag», verkauft MHlg IteuereinneHm. Mtmtr, Bahn- Hof Strausberg, Eonstauttnstr. 7 VerkZuke Bettwäsche billig! Deckbett- bezüg« 33�-, Kissenbezüge 12,—, Bettlaken 23,—, Inlett» 90,—. Riefige Auswabk, reell« Bedienuno. 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Aber er Hab« geglaubt, damit seine Pflicht zu tun. Die Instruktion über die Behandlung der Gefange- n?n vom 17. April 1917 sei ihm zwar bekannt gewesen, ober i n de r Praxis sehe es anders aus als auf dem Papier. Neumann gibt zu, daß er als energisch galt, und daß ihm Gefangene zur Aurechtweisung überlassen wurden. Damit ist die Vernehmung des Angeklagten beendet und es wird in die Beweisaufnahme eingetreten. Der erste englische Zeuge, Thomas hayes. ist wegen angeblich schlechter Behandlung durch Neumann und den Unteroffizier Triake mit zwei anderen Gefangenen aus dem Loger geflohen. Nach zwei Tagen wurden die Flüchtlinge«ingefangen und erhielten 14 Tage Arrest. Der Zeuge will von dem Angeklagten wieder- holt mit dem Kolben geschlagen worden sein. Er mußte auf Befehl des Unteroffiziers stillstehen. Reumann habe ihm dabei aber Erleichterungen gewährt. Der Unteroffizier habe ihn auch sonst wiederholt mißhandelt. Der Angeklagt« habe sich immer heroorgetan, wenn es sich darum handelte, die Gefangenen zur Arbeit zu zwingen. Der Zeuge erzählt dann«inen Vorfall, bei dem Neumann einen Gefangenen niedergeschlagen habe. Ihn selbst habe Angeklagter mit der Faust mißhandelt. Neu- mann habe offenbar Freude daran empfunden, die Gefangenen h.'rumzustoßen. Zeuge Samuel James hat sich im Lager Pommerenvdorf mit anderen Kameraden geweigert, schwere Arbeiten zu leisten. Einem direkten Befehle des Unteroffizers Trinis leisteten die Ge- -changencn keine Folge. Der Zeuge gibt zu, daß dies ungehörig war, betont aber, daß sie dadurch hätten protestieren wollen. Darauf- hin seien sie von den Wachmannschaften mit dem Kolben be- arbeitet worden. Der Angeklagte habe aber nur mit der Faust geschlagen. Gegen Neumann habe er eigentlich gar nichts einzuwenden, fondern nur gegen den Unteroffizier Triake. Neumann habe allerdings gelegentlich mit dem Kolben nach- geholfen, aber nur, wenn er Grund dazu hatte. (Der mehrfach erwähnte Unteroffizier Trinks befindet stch nicht in Deutschland, fondern hält stch in Polen aui.) Zeuge Thomas Valley war einer der drei Ausreißer. Er erzählt von Stößen, die ihm Neumann verfetzt habe, und von der Begrüßung durch die Worte„Englische Schweine". Neumann habe ihn mit dem Kolben geschlagen, als er nicht schnell genug arbeitete. Zeuge William Kirkbride sagt aus, Neumann Hab« ihn u. a. mit dem Kolben auf Arm, Kopf und Schultern geschlagen, so daß er in- folaedessen mehrere Monate im Lazarett habe zubringen müssen. Der Angeklagte bestreitet entschieden, diesen Zeugen mit dem Kolben auf den Kopf geschlagen zu haben. Die Aussagen der Zeugen Vriver und Oliver fördern ähnliche Delikte zu Tage. Nach einer Mittagspause werden die Aussagen von vier in London kommissarisch vernommenen Zeugen verlesen, die das bereits bekannte Bild ergänzen. Mehrere deutsche Zeugen entlasten den Angeklagten und sagen aus, daß die englischen Gefangenen stch provozierend benommen hätten. Ein Zeuge E r d m o n n will von einem Engländer einen Schlag erhalten haben, was der frühere Landsturmmann Robert List bestätigt. Dagegen be- künden noch mehrere englische Zeugen, daß sie von Neumann ge- schlagen worden seien. Daneben wird der mehrfach genannte Unter- wfl o ssizier Trinks schwer belastet. Hierauf wird die Verhandlung auf Mittwoch vormittag 9 Uhr vertagt. Keine vorherige Verfahrenseinftellung. Eine dem WTB. aus Leipzig zugegangene Nachricht wollte wiffen, daß das Verfahren gegen den Kapitänleutnant o. D. Karl Neumann wegen Versenkung des Schiffes»Dover Castle" eingestellt werden würde, weil die Voruntersuchung die völlige Unschuld Neumanns ergeben habe. Diese Nachricht ist unzu- treffend. Darüber, ob Nemnann schuldig oder unschuldig ist, hak allein der Spruchsenak des Reichsgerichts in mündlicher und öffenilichcr Verhandlung zu entscheiden. Das Verfahren gegen ihn wird sich in keiner Weife von dem gegen die ersten drei Be- schuldigten unterscheiden. Es wird keinesfalls mit einer Einstellung, sondern entweder mit einer Verurteilung oder Freisprechung enden. Wenn in dem Prozeß keine Zeugen vernommen werden, so liegt das daran, daß der Tat- bestand feststeht. RuPfthe Proteste. £ o n d o b. 31. Mai.(BIV.) Aus Teheran wird der„Times" imkerm 25. gemeldet: Der russische Gesandte hat amtlich gegen die Anwesenheit britischer Ossiziere bei den persischen Truppen Einspruch erhoben, weiche in der Umgebung von Rescht vorgehen, sowie gegen die Reuoraanisation der Truppen durch diese Ossiziere. Reoal. Z0. Mai.(BIB.) Die Volkskommissare für aus- wärtige Angelegenheiten Sowjet-Ruhlands und der Ukraine haben bei der rumänischen Regierung gegen die Aortsetzung feindlicher Handlungen rumänischer Truppen in Vessarabien gegen russische und ukrainische Truppen protestiert. Am 11. Mai hat bei Moghilew- Podotsk rumänische Artillerie über den vnjestr auf russische und ukrainische Truppen gefeuert. London, 31. Mai.(BIS.) wie an» Tokio gemeldet wird. haben bolschewistenfeindtiche Streitkräfte unker General Kappel Bladiwostok kampflos eingenommen. Die Japaner verhielten sich neutral. Leval, 31. Mai.(EE.)„Krasttaja Gazeta" veröffentlicht eine Verordnung der Sowjetregierung, die die Unantastbarkeit der Per- sönlickikeil wieder herstellt. Jeder Verhaftete muß innerhalb 24 Stunden verhört werden. Von der Berbaftung eines Arbeiters muß innerhalb derselben Frist sein Gewerkschaftsverband benach- richtigt werden, auf dessen Bürgschaft der Häftling auf freien Fuß gesetzt werden kann. Die Verhaftungen und Durchsuchungen dürfen nur auf Grund einer schrisklichen Order ausgeführt werden. Lenins Tamaskns.� HcPngfors. 31. Mai.(05.) Auf der Moskauer Veschwichti- gungstonserenz der Kommunistischen Partei führte Lenin�ous, die frühere Formel der„Verständigung mit dem Bauerntum" sei zu unbestimmt, sie müsse durch einen„Bund der Arbeiterschaft mit dem Bauerntum" auf der Grundlage des Warenaustausches ersetzt werden. „Was wir brauchen, ist ein Barenfonds. zu dessen Auffüllung uns die Handelsoerträg« mit dem Auslande dienen sollen. Die Ertei- lung von ausländischen Konzcsstonen ist ebenfalls notwendig, denn ohne eine entwickelte Großindustrie ist der Sozialismus unmöglich. Um die Arbester zu ernähren, brauchen wir einen Getreidefonds. Deshalb muß beim Bauern das wirtschaftliche Interesse geweckt werden. Diesem Zwecke dient die Naturalsteuer, die jedoch nur als Maßnohme der Ueberaongszeit gedacht ist. Um der Bauern- schaft die von ihr benötigten Waren zu geben, muß man die kleine und mittlere Industrie van ihren Fesseln befreien. Wir wollen die Ausrüstung mit Maschinen und Werkzeugen durch Verträge mit Kapitalisten beschleunigen." Reval, 30. Mai.(WTB.) Lenin beabsichtigt laut Nachrichten aus Sowjet-Rußland eine Reihe von Dekreten über die Zurückgabe der Aobrikim und Unternehmungen mit weniger als 300 Arbeitern an ihre Besitzer zu erlassen. Die Einnahmen sollen durch den Staat kontrolliert werden. Ferner wird beabsichtigt, alle örtlichen Der- Anfragen im Reichstag. Vor E-ntrist in die Tagesordnung ehrte der Reichstag in seiner gestrigen Sitzung das Andenken der verstorbenen Abgg. Tuch(D.Vp.) und Dr. T i e b e l(Dnatl.). Weiter jagt Präsident£öbe: Leb, haste Empörung hervorrufen muß die Mitteilung, daß die polni- schen Insurgenten den Abg. Dr. H a r t in a n n(Dnatl.) ge- fangen genommen und an einen unbekannten Ort verschleppt haben.(Lebhafte Pfuirufe.) Ich habe mich sofort mit dem Aus- wärtigen Amt verständigt, damit die Interalliierte Kommission auf diesen Eewaltstreich hingewiesen wird, und damit sofort Anstatten getroifen werden, um den Abg. Hartmann zu befreien. Ich nehme an, daß die Regierung uns möglichst bald mitteilen wird, weich« Schritt« unternommen worden sind. Der Präsident spricht dann dem Abg. Dr. Spahn(Z.) zu seinem 7 5. Geburtstag die Glückwünsche des Reichstages aus. Ein Antrag auf Strafverfolgungdes Abg.Remmel« (Kom.) wegen Beleidigung geht an den Geschäftsordnungsausschuß. Anträge der Kommunisten, die kommunistischen Anträge aus Be- seitigung der Sondergericht« und Anträge über die Erwerbslosen- fürsorge auf die Tagesordnung zu setzen, werden abgelehnt. Darauf beantwortet Reichskommissar künzer ein« deutschnatio- nale Anfrage über die Angelegenheit des MajorsMüller- Brandenburg von der Thüringer Staatspolizei. Er bespricht die Vorwürfe gegen Müller, wegen derer eine Kommission nach Weimar geschickt wurde, welche in vollem Einvernehmen mit der Thüringischen Landesregierung und unter Teilnahme eines Vertreters derselben eine Reihe von Angehörigen der Thüringischen Landespolizei vernahm. Das Er- gebnis dieser Vernehmungen hat dazu geführt, daß die Thürin» gische Landesregierung vor mehr als 3 Wochen selbst eine eingehendeUntersuchung eingeleitet hat, bei der das Reichs- Ministerium des Innern durch einen Vertreter beteiligt ist. Vor Abschluß dieser Untersuchung ist die Reichsregierung nicht in der Lage, weitere Mitteilungen zu machen. Was die Beschuldgiung gegen Personen wegen hockioerräterischer Umtriebe anbelangt, so ist das Material der zuständigen Justizbehörde zugeleitet worden. Ent- sprechend dem Wunsche der Thüringischen Staatsregierung wird ferner mitgeieill, daß die Thüringische Staatsregierung folgende Er- klärung hierher abgegeben hat: Mitglieder der Thüringischen Staats- regrerung haben mit der Angelegenheit nichts zu tun, und die Hand- lungen, die den Gegenstand der Beschuldigungen bilden, sind ohne Kenntnis der Thüringischen Staatsregierung, insbesondere des Thüringischen Ministeriums des Innem, dem die Landespolizei untersteht, vorgenommen worden. Auf die Anfrage Dr. Moldenhaurr(D. Vp.) über A u s s ch r e i- tungen französischer Soldaten in Köln-Mühlheim teilt die Regierung mit, daß tatsächlich«ine französische Abteilung in die Menge hineingeschossen hat und daß Passanten auch mit dem Bajonett angegriffen wurden. Deutsche und englische Polizei schritt ein, ober erst durch das Eingreifen französischer Offiziere konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. Die Einstellung des Betriebes auf der Zeche Maximilian bei Hamm, über die Abg. Ionjchek(Soz.) Auskunft verlangt, ist der Regierung bekannt, und sie hat sofort die Anwendung der Verordnung vom 8. November 1920 beantragt. Die Bestimungen dieser Verordnung sind eingehalten worden. Für den arbeitslos gewordenen Rest der Belegschaft hat man sich um Schaffung von Arbeitsgelegenheit bemüht. Zwei Drittel der Belegschaft sind inzwischen anderweitig untergebracht worden 85 Bauarbeiter bleiben bis auf weiteres auf der Zeche selbst beschäftigt, wo die begonnenen Baulichkeiten fertiggestellt wer- den sollen, um seinerzeit den Betrieb der Zeche wieder ausnehmen zn können. Abg. Frau Schreiber-Kriaer(Soz.) verlangt Auskunft über die Begünstigung der„Mitropa". Die Regierung erwidert, daß die„Mitropa" 1916 gegründet wurde, um den überragenden Einfluß der Brüsseler internationalen Schlaswagengesellschaft zu brechen. Deutschland muß sich dieser Hilfsmittel zur Abwehr der Auslandskonkurrenz auch weiterhin bedienen. Der 1316 abgeschlossene Vertrag ist zeitgemäß geändert worden. Von dem Ueberschuß über 8 Proz. Dividende hinaus erhall die Reichskasse die Hälfte, von 12 Proz. ab Dreiviertel, außerdem erhall die Reichskasse ein Siebentel des Aktienbesitzes. Abg. Hemeler(Dnall.) beschwert sich über das Verbot der „Höllischen Zeitung". Die Regierung erwidert, daß Ober- Präsident Hörsina mit dem Verbot im staatlichen Interesse zu handeln glaubte, daß aber nach einem Beschluß des zuständigen Ausschusses des Rsichsrates das Verbot als unbegründet zu betrachten ist und daher die Aufhebung veranlaßt wurde. Genügender Schutz gegen Uebergriife von Regierunasvertretern ist durch die Verordnung des Reichspräsidenten gewährleistet. Auf eine Anfrag« des Abg. Dr. Moses(U. Soz.) wird erwidert, daß die Heilstätte Beelitz aufrechterhalten werden soll. Das Gesetz über den Volksentscheid wird dem Reichsaus- s ch u ß überwiesen. Wirklicher Legationsrat Maltzahn gibt Auskunft über die Ver- schleppung des Abg. Hartmann. Aus die Nachricht von der Ver- schleppung ist mn 30. Mai ein« Note an die Interallierte Kommission gerichtet worden, mit der Forderung der sofortigen Befreiuno des Abg. Hartmann. Der deutsch« Vertreter in Ober- schlesien P r a s ch m a bat diese Forderung heute morgen mündlich wiederholt, ein« Antwort liegt noch nicht vor. Die Regierung wird erneut mit ollem Nachdruck auf eine beschleunigte Erledigung dränaen.(Beifall.) Schluß 4 Uhr.— Nächste Sitzung: Mittwoch 4 Uhr. waltungsbehörden dem Volkskommissariat des Innern und alle Tschreswytschaikas(außerordenlliche Kommisstonen) dem Obersten Tribunal zu unterstellen.(Eine Abkehr vom willkürlichen Terror, wie ste Stekloff und Krylenko gefordert haben.) Antibolschewistenkongrch i« Bayern. In Reichenhall tagt ein antibolschewistischer Russenkongreß, der aus allen möglichen Ländern beschickt ist und vorgibt, rein wirt- schafttiche Dinge besprechen zu wollen. Die Verhandlungen sind geheim, die Beschlüsse sollen nachher veröffentlicht werden. �erzteftreik in Wien. Bicn, 31. Mai.(EP.) Heute mittag setzte in ganz Deutsch- ö st e r r e i ch der Aerziestreik ein. Er dauert vier Stunden und stellt eine Demonstration dar gegen die Hintansetzung der Acrzteschaft. In den Spitälern, Ambulatorien und Geburlkliniken wurde nur für lebensgefährliche Erkrankungen ein beschränkter Dienst aufrechterhalten, während sonst jene Hilfeleistung während dieser Zeit unterbleibt. Heute mittag fand eine Rieienversamm- lung der streikenden Aerzte statt. Der Streik macht sich besonders ans dem Lande fühlbar und vor ollen Dingen auf dem Lande in Niederösterreich, da sämtlicke Landärzte Niederösterreichs nach Wien zur Versammlung abgereist sind. Um üie weltliche Schule. In Köln ist zwischen den Anhängern der weltlichen Schule und den Behörden ein Konflikt ausgebrochen, der bereits zu Schul st reiks geführt hat. Der amtliche Pressedienst der preußischen Staatsregierung erfährt hierzu folgendes: Durch Erlaß des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volks- bildung vom 9. Mai ist die besondere Zusommensassung der am Religionsunterricht nicht teilnehmenden Kinder in Köln aus- D!e Kommunalkeuerreform vor dem Landtag. Der Preußische Landtag nahm gestern seine Sitzungen wieder auf Nach Erledigung einiger kleiner Anfragen folgte die große Anfrage der Sozialdemokraten über eine baldmöglichste � berunS öes Kommunalabgabengesetzes und des Kreis- und Provinzialabgabengesetzes. Abg. Müller-Hameln(Soz.): Es ist nötig, daß die Ge- mein den vor allem neue Steuerquellen flüssig machen, vor allem darf das Gemeindevennögen nicht bloß, wie das vielfach der trall ist. eine Quelle des Gewinns für Privatinteressen sein. Eine gründliche Reform ist nötig. Wir richten an die Regierung die Frage, ob sie zu einer schleunigen Vorlegung eines Gesetzes zur Abänderung des Kommunalabgaben- und des Kreis- und Provinzialabgabengesetzes bereit ist.— Der Redner bespricht dann. gej.utzt aus reiches Material, dos ihm feine Beobachtungen in der Provinz Hannover lieferten, die krassen Steuernngerechsigkeiten. die durch das vielfach geradezu unglaubliche Verhallen der Finanzämter herbeigeführt werden. Das Verholten der Finanz- amter läuft in vielen Fällen auf eine Sabotage der Ein- kommen st euer hinaus. Wir richten deshalb an die Staats. regterung die Frage, ob sie bereit ist, bei der Reichsregierung dar- auf hinzuwirken, daß sofort Schritte qegen die Sabotierimg des Einkommensteuergesetzes getan werden?(Beifall b. d. Soz.) Im Anschluß daran folgt die mit der großen Anfrage Sierma, Mutter und Genossen(Soz.) im Zusammenhang stehende Beratung des Antrags der Abgeordneten Wegocr und Genossen(Zentt.) über die R e a l st e u e r n und ihre Erhebung durch die Gemeinden. Abg. Allegoer(Zentt.): Wir beantragen, daß die Gemein- den und Gemeindeverbände das ausschließliche Recht der Erhebung von Rcalsteuern(Gewerbe-, Grund- und Ge- baudesteuern) behalten. Wir verlangen, daß eine einseitige Heran. Alehung oer Erwerbsstände durch die Gemeinden vermieden wird. Ein verlretec des Mnisterinms des Innern: Eine Verschärfung der Realsteuern ist unmöglich.(Beiiall rechts.) Der städtische Haus- und Grundbesitz kann sie unter der Zwangswirtschaft im Wohnungs- wesen so gut wie gor nicht abwälzen. Durch eine Abänderung des Kommunalabgabengesetzes usw. lassen sich die Finanzen der Ge- meinden, der 5kreise und der Provinzen schwerlich ordnen. Hier stehen wir erst in den allerersten Ansängen einer F l n a n z r e f o r m. Auch die Erschließung neuer Steuerquellen wird es kaum verhindern können, daß die Gemeinden die Durch- fuhrung der Aufgaben, die bisher ihr Stolz gewesen sind. wesentlich einschränken müssen.(Hört, hört! links.) Ohne «ne genaue Abgrenzung des Finanz- und Steuerrechtes zwischen Reich, Staat und Gemeinden läßt sich keine gerechte und systematische Verteilung der Finanzqnellen durchführen.(Beifall.) Zurzeit ist ein abschließendes Programm nicht möglich. Für die Uebergangszeit wird die Regierung eine Novelle zum �sijsi��bgabengesefc vorlegen. Dabei werden zum Teil wieder die Gedanken aufgenommen, die bereits in der Novelle zum Kom- munalabgabengesetze verarbeitet waren, die der früheren Landes» Versammlung vorgelegen hat: zum Teil bringt die Novelle für die Gemeinden Erleichterungsbestimmungen für die Durchführung ihrer Verwaltungsausgaben. Auch die Gewerbesteuer verträgt keine neue Steigerung meiu. Auch dieser Punkt muß geregcll werden. Dag Haus ttritt m die Besprechung. Abg. Bollras(Dnat.) beanttagt Ueberweisung der großen An- frage an den aus 29 Mitglieder verstärkten Gemeindeausschuß. Abg. v. Eynern(D. Ap.): Daß von feiten der Regierimg über den notwendigen Lastenausgleich nichts gesogt worden ist, ist bedauerlich. Die Gefahr einer Ileberbürdung mit Realsteuern darf nicht unterschätzt werden. Abg. kah(Komm): Die Realsteuern sind sehr schnell zu M i e t- steuern entartet. In Hannover wurde ein Magistrats- bcschluß gefaßt, nach dem alle Kommunalgebühren, die den' Haue- besitz ern auferlegt werden, auf die Mieter abgewälzt werden sollen. Diese Steuerpolitik bürdet dem Proletariat alle Losten auf. Man tttzt sogar eine Milch st euer in Aussicht genommen. Die ganze Finanzfroge kann nur gelöst werden, wenn dos Proletariat selbst die Macht in Händen hat. Abg. Vrecaur(Soz.): Auf der rechten Seite vergißt man, wie sehr die Kreise des Gewerbes und der Landwirtschaft in der Lage sind, bei der Einkommensteuer sich zu schonen. Die Hauptlast wird von den Arbeitern und Angestellten getragen. Wenn hier von Popularitätshasch er ei gesprochen wurde, dann möchte ich betonen, daß doch gerade die Rechtsparteien es hier im Hause und auch bei den Ausschußberatungen an Popularitätshascherei wirklich nicht fehlen lassen. Ich erinnere nur an die Beratungen über dos Beamtenbesoldungsgesetz, in welchem van den Rechtsparteien immer neue hochqeschraubte Forderungen gestellt wurden. Im übrigen können die Gemeinden nicht warten, bis das Allheilmittel des Herrn Katz, das große Wunder der Räterepublik, eingetreten ist.(Beifall b. d. Soz.) Nach einer längeren Geschüftsordnungsdebatte über den kommunistischen Antrag, den Bericht über die Vorgänge in Mittel- deutschland auf die Tagesordnung zu stellen, der gegen die Stimmen der drei sozialistischen Parteien abgelehnt wurde, vertonte sich das Haus auf Mittwoch 12 Uhr. Schluß 6 Uhr. ...• II...................."'■ llll drücklich grundfählich genehmigt. Es ist damit zu rechnen, daß die über die Einzelheiten der Einrichtung schwebenden Verhandlungen bald in einem billigen A u s g te i ch zum Abschluß kommen, und daß damit wie in anderen Städten des Industriegebiets, in denen die Einrichtung schon länger besteht, auf beiden Seiten B e- r u h i g u n g eintritt. krcisttrbeiksnachweis und oberschlcsische Werbung. In der „Roten Fahne" ist vor kurzem behauptet morden, daß im Kreis- arbeitsnochweis Finsterwalde Leute für Oborfchlesien ange- worden wurden. Wie der Leiter des Kreisarbeitsnachweises, Ge> nosse Schubert, uns mitteilt, ist diese Meldung absolut u n- richtig. Im Kreise Luckau wird wohl von einigen Offizieren a. D. geworben, dieser Bewegung wird seitens der Sozialdemokratischen Partei die größte Aufmerksamkeit gewidmet. Das Gerede über den Kreisarbeitsnachweis dürfte dadurch entstanden sein, daß ein Teil der angeworbenen Leute am Tage der Abfahrt in der Stadt- küche zu Mittag aß, die sich im selben Hause wie der Kreis- arbeitsnochweis neben diesem befindet. Die Stadtküche verkaust Essen an jedermann, ihr Leiter erfuhr auch erst während des Essens gesprächsweise, daß die Leute nach Oberschlcsien wollten. Der Kreisarbeitsnochweis hat aber mit der Sache nicht das mindeste zu tun. Der Prozeß gegen Heinrich Vrandler wegen des bekannten HetzaukrusS in der„Roten Fadne" vom 24. März, der auch als Flugblatt verbreitet wurde, beginnt am Montag vor dem Sonder« gerickt de» Landgerichts L Die Anklage lautet auf Hochverrat, Aufreizung zum Klasienhaß und Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze.» ver Abttanspork der russischen Internierten geht nach Mit» teilungen des ReichSwehrministeriumS in letzter Zeit glatt von» statten. In kurzer Zeit sind auf verschiedenen Linien 80000 Per« s o n e n in ihre Heimat befördert worden. Die Jnterniertenlage« von Saqan, Minden, Hameln, Erlangen und andere sind bereits geräumt. vke Tagung üer öeutfihen Sergarbeiter. Gießen, ZV. Mai. Zweiter verhandluugskag. In der heutigen Sitzung wurden zunächst noch eine Reihe Be- grüßungsansprachsn entgegengenommen.. Die Grüße der Bergarbei- ter der Tschechoslowakischen Republik überbrachte Pohl- Teplitz. Die dortigen Bergarbeiter ständen in einer Krise. Aus der Kohlen- not sei ein Kohlenübersluß geworden. Die Regierung habe wohl die Sozialisierung des Bergbaues in ihr Programm aufgenommen, ober noch nichts getan. Jetzt wolle sie aus das Drängen der Organi- sation eine Probesozialisierung vornehmen. Für die holländischen Bergarbeiter sprach D e w e t- Holland, der ebenfalls eine Schilderung der dortigen Verhältnisse gab. V m b r e i t- Berlin begrüßte die Generalversammlung namens d's ADGB. Werner- Berlin überbrachte ein herzliches Glüauf vom Bund der technischen Angestellten und Beamten. Rudolph- Essen spricht für den deutschen Werkmeisterverband, und Oster- r o t h- Berlin bringt die Grüße des Reichswirtschaftsministers Robert Schmidt. Dieser sei sich bewußt, daß er das Vertrauen der Bergarbeiter brauche, um seine Wirtschastspläne durchzuführen. Die Annahme des Ultimatums zwinge zu großen Opfern, aber nicht m r die Bergarbeiter, sondern alle müssen Opfer bringen. Die Er- füllung des Ultimatums kann nur durchgeführt werden durch eine entsprechende Umstellung unserer Wirtschaft. Nicht Abbau der Löhne, sondern Eingriff in die Substanz des VolksvermSgeus. Dorum braucht gerade der sozialistische Minister die Untersrützung der Bergarbeiter. , Frau Köhler- Berlin ist besonders beauftragt, die Grüße und Wünsche des Ernährungsministers Hermes zu überbringen.— Der- Präsident des hessischen Arbeitsamtes, Raob-Darmstadt, be- grüßte den Kongreß namens der hessischen Regierung. Hierauf gab Löffler-Berün einen Situationsbericht über Oberschlesien. Dieses berge Ist? Millionen Tonnen Kehlen, nach denen die Polen streben. Auf Grund des Selbstbestim- mungsrechts der Völker habe Polen kein Anspruchsrecht auf Ober- schlesien: Oberschlesien müsie ungeteilt im Rabmen des Deutschen Reicbes bleiben. Das Abstimmungsergebnis wäre ohne den Terror der Polen viel günstiger für Deutschland gewesen. Löffler bespricht dann die Aufstände in Polen und begründet hierzu eine S y m p a- t h i e- K u n d g e b u n g für Oberschlesien, in der es heißt: „Die Generalversammlung des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands vermißt auf das Schmerzlichste die gewählten Delegier- ten der oberschlesischen Mitglieder, die durch den bewaffneten Auf- stand polnisch-nationalistischer Korfanty-Banden am Erscheinen ver- hindert werden. Die Generaloersammlung entbietet den von roher Gewalt heim- gesuchten oberschlesischen Mitgliedern und ihren Angehörigen die herzlichsten Grüße, verbunden mst dem heißen Wunsch, daß die Besatzungsmächte die übernommenen völkerrechtlichen Pflichten er- füllen und der polnisch-chauvinistischen Gewallherrschaft mit allen Mitteln entgegentreten, um Leben und Eigentum der bedrohten Bevölkerung zu schützen und wieder geordnete Zustände im Aufstandsgebiet herzustellen. Die Generalversammlung erklärt, daß die übernommenen finan- ziellen Lasten von Deutschland nur erfüllt werden können, wenn die wohlhabenden Volkskreise zu den größten Opfern herangezogen werden und ihm das oberschlesische Abstimmungsgebiet zugesprochen wird. Würde das oberschlesische Jndustrierevier Polen zuerkannt, so wäre das nicht nur für Deutschland, sondern für die europäische Wirtschaft eine empfindliche Schädigung. Ohne die oberschlesischen Rohstoffquellen ist eine wahrhafte Erfüllung des Friedensvertroges und der sich aus ihm ergebenden Lasten unmöglich. Um dem Frieden der Welt und ihrem. vollen Wiederaufbau zu dienen, und unter Hinweis auf das feierlichst verkündete Selbst- bestlmmunqsrecht der Völker und das Ergebnis der oberschlesischen Volksabstimmung bekundet die Generalversammlung, daß, wenn nicht die Gewalt, sondern nur das Recht triumphieren soll, Oberschlesien ungeschmälerk bei Deukschland belasten werden muß." Die Generalversammlung stimmte ohne Debatte gegen Z Stim- men(Pfui-Riife) der Resolution zu. Erster verbanöstag öes Zö�. Weimar, den SV. Mai ISSI. 2. verhandlungskag. Nach einer mit großem Beifall aufgenommenen Begrüßungs- anspräche Leiparts, des Vorsitzenden des ADGB. sowie Fest- setzung der Diäten begonnen am Montag morgen die Verhandlungen mit der Erstattung des Geschäftsberichts durch Giebel. In einem Ausblick in die dunkle Zukunft der deutschen Wirtschaft nach dem Gewaltfrieden von Versailles begründet Giebel, wie schon heute die wirtschaftlichen Kämpfe der deutschen Angestelltenschaft außerordent- lich schwierig sind und noch werden. Die verhältnismäßig leichte, erfolgreiche Führung der Lohn- und Torifkämpfe der ersten Nach- kriegszeit sei jetzt nicht mehr möglich, obwohl die Löhne absolut sehr gestiegen, doch in ihrer Realität zurückbleiben gegenüber der früheren Zeit. Große Teile von vordem nicht von der Arbeiterbewegung er- faßten Angestellten wurden die Veule eines unfruchtbaren Radikalismus. Aber schon jetzt ebbt manches in der sogenannten radikalen Ideen- welt ab, so auch der Kampf von links gegen die Gewerkschaften. Nicht überlebt haben sie sich, sondern größere Aufgaben für sie be- ginnen erst.(Sehr richtig!) Aber die Grundlage der Gewerkschaften sei bis jetzt noch immer die Berufsorganisation. Wenn man auch dem Gedanken der Betriebsorganisotion Konzessionen mache, so doch nicht dem Gedanken der Zusammenfastung von Arbeitern und Ange» stellten in ein und derselben Organisation. Redner schildert die Entwicklung der eigenen Oraanstatwn. Eine Streitfrage haben die Arbeitsgemeinschaften gebildet Doch durch sie sei der Abschluß von Tarifverträgen begünstigt worden. (Beifall und Widerspruch.) Auch die Frage der Technischen Nothllfe führte zu Auseinandersetzungen. Redner schildert, wie auch die gegnerischen Organisationen gezwungen sind, dem Soizasismus zwar Konzessionen zu machen. wie sie aber immer wieder in für sie günstiger Weise die Streitige leiten der sozialdemokratischen Arbeiterschaft gegen den Sozialismus ausnutzen. Die Unternehmerorganisationen sind in den letzten zwei Iahren um das Doppelte erstarkt. Ihre Parole ist: Abbau der Löhne, Verlängerung der Arbeitszeit. Schon jetzt treten Kündigungen von Tarifverträgen durch Arbeitgeber mehr und mehr in Erscheinung— hoffentlich eine Warnung und ein Ansporn für die Angestelltenschast Redner schildert die zahlenmäßige Stärke der Organisation in den einzelnen Angestellten- Gruppen, wie sie kürzlich festgestellt wurde auf Grund einer Statistik, bei der 138 Ortsgruppen, darunter solche mit Verbandsangestellten, jeqliche Zahlenangabe schuldig geblieben sind. Es bestehen in allen Berufsgruppen starke Prozentsätze im Zentraloerband Organisierter, so daß man sagen könne, der Ge- danke des Zusammenschlustes der kaufmännischen und Bureauange- stellten ist auf fruchtbaren Boden gefallen.— Redner bespricht die Statistik der Tarifverträge, bei der die gleiche Lückenhaftig- kell wie bei der vorgenannten Statistik zu beklagen ist. Er geht dann über zur Besprechung der Sozialpolitik, wobei er im beson- deren streift die Produktive Erwerbslosenfürsorge, die Handelsaufsicht(die auch in anderen Ländern sich durch- setzt), das Betriebsrätegesstz, das leider nicht im Sinne der Anträge und des parlamentarischen Kampfes der freien Gewerk- schaften ausgefallen, sondern von den bürgerlichen Parteien ver- schlechtert wurde, das aber auch von vielen Arbeitern ganz falsch gehandhabt wird. Mancher Betriebsrat sei zum simplen Kantinen- vermalter herabgesunken. Die Betriebsräte können ihre Aufgaben nur erfüllen in steter Verbindung und im festen Rückhast mit den Gewerkschaften.— Redner bespricht kurz die Frankfurter Ar- b e i t e r- A k a d e m i e, zu der der Verband einen Kollegen ent- savdt hat, und zum Schluß die Verbandspensionskosse, die eine befriedigende Entwicklung nahm, in ihrer sozialen Bedeu- tung aber van vielen Kollegen noch nicht erkannt wurde.— Im allgemeinen, so schließt der mit starkem Beifall aufgenommene Bericht, könne es jeden Mitarbeiter mst berechtigtem Stolz erfüllen, well über 300 000 Angestellte für die freigewsrkschafllichen Grundonschau- ungen und den Verband gewonnen zu haben. OewerMastsbeweg u ng 25 Jahre Verbandskassierer der Maschinisten»nd Heizer. Heute sind es 25 Jabre her. seit der Genosie Wilhelm Klein als VerbandSkaifierer deS Zentralverbandcs der Maschinisten und He'zer sein Amt übernahm. Er hat eS in dieser Zeit wie kein Zweiter verstanden mit den früher so geringfügigen Mitteln, hau?- zuhalten und dem Verband über alle Fährnisse mit fortzuhelfen. Neben seiner Amtstätigkeit hat er nie versäumt, seinen Partei- pflichten an erster Stelle nachzukommen. Der Jubilar ist noch recht rüstig und so dürfen wir hoffen, daß ihm noch recht viele Lebens- jähre beschicden sind._ Ueberstundenwese» bei der Gasbetriebsgesellschaft. Seit Bestehen der achtstündigen Arbeitszeit führen Betriebsrat und Gewerkschaft um deren Einhaltung einen erbitterten Kamvf mit der Direktion der Gesellschaft. Wenn es in den übrigen Werken der Geiellichakt nach und nach gelungen ist, den Uebelstand de« UeberstundenwefenS abzustellen, so wird er von dem Herrn Direktor Pohmer im Gaswerk Maztiendorf geradezu gefördert. Es ist diesem Herrn schon sehr oft klargemacht worden. daß ein Monopolbetrieb wie die Gaswerke die allergeringste Ursache hätte, bei der großen Arbeitslosigkeit Ueberstunden zu leisten. Doch all diese Vorhaltungen sind bei dem Herrn in den Wind geschlagen. Dabei besagt der für die Gesellschaft zurzeit bestehende Tarif im z 5 Abs. 2,.daß jede über über die normale Arbeitszeit hinaus geleistete Ueberzeiiarbeit binnen 14 Tagen ausgeglichen werden mutz". Das stört den Herrn offenbar nicht, viel- mehr sieht er darin eine Beschränkung der persönlichen Frei- heit des einzelnen Individuums. Eine Klage bei dem zu- ständigen SchlichtungsauSsibutz der Gesellschaft endete mit der Erklärung der Direktion, daß sie gewillt sei, den Bestimmungen deS TarifeS nachzukommen. Im Gaswerk Mariendorf aber ist es n i ch t g e s ch e h e n. In einer Gesamt- belriebSratSsitzung am S. September 1920 wandten sich die Arbeiter- Vertreter an die Generaldirektion mit dem Ersuchen, das Unwesen abzustellen. Dabei wurde ihr das neue Zahlenmaterial über die ge- leisteten Ueberstunden vorgelegt. Der Herr Generaldirektor erklärte, da Direktor Pohmer zurzeit im Urlaub ist, werde er bei besten Rückkehr die Sache untersuchen lassen und für Abstellung sorgen. Unterm 20. Okiober wandte sich die Organisation schriftlich an die Generaldirektion; leider ohne Erfolg. Denn Herr Direktor Pohmer läßt bis heute noch Ueberstunden in großer Zahl im Gaswerk Mariendorf machen. Freilich mutz auch gesagt werden, daß Kollegen sich zu solchem Mißbrauch auS rein materialistischen und egoistischen Jnteresten hergeben. Sie sind mit Blindheit geschlagen; denn Herr Direklor Pohmer wird ihnen bei hastender Gelegenheit mit ihrem Einkommen um die Ohren schlagen, ohne anzugeben, in welcher Zeit das Geld verdient ist. Die organisierten Arbeiter können natürlich diesem Treiben nicht länger untätig zusehen. Sie haben alle Beranlastung. schon mit Rücksicht auf unsere arbeitslosen Brüder, die obendrein teilweise noch Abnehmer der Erzeugniste der Gesell- schaft sind, dem Gesetz der 48 stündigen Arbeitswoche wie dem Tarifvertrage Geltung zu verschaffen. Ritts der englische» Bergardeiterbewegmig. In einer Ansprache in London teilte der Se'retär de« Berg« arbeiterbundeS HodgeS mit, daß die Bergarbeiter eine'ehrenvolle Regelung wünschen, welche ihnen einen Lohn entsprechend der hohen Kosten der Lebenshaltung sichere. Die Regierung müßte eine Unter« stützung bis zum 30. September versprechen.— Die Re« gierung will anscheinend die der Kohlenindustrie zu- gesagte Unterstützung von 10 Millionen Pfund Sterling über vier Monate hinaus, also bis Ende September verteilen. Die Besitzer haben die Regierung daraus aufmerksam gemacht, daß bei einer Regelung auf Grund des Vorkriegslohnes zuzüglich der seit l3l4 eingetretenen Mehrkosten zu dem Lebensunterhalt auch der heutigen geringen Produktion Rechnung getragen werden müsse.— Im Unterhaus hat Lloyd George auf eine Anfrage mitgeteilt, bei der Konierenz am Sonnabend zwischen Regierung. Bergarbeitern und Besitzern habe er nicht gesagt, daß die Regierung eine Ge- setzeSvorlage zu einem Zwangsschiedsgericht einbringen werde, falls der Regierungsvorschlag nicht angenommen werden sollte.— Also ein Mißverständnis. Standes- oder Lohnsragen? Das Besoldungsgesetz bezeichneten die Vertreter der Maschinenbetriebsbeamten des Deutschen Reiches auf dem Lerbandstage der Reichs- und Staatsmaschinisten am 27. und 28. Mai in Berlin als e i n e u n- würdige Unterschätzung ihres Standes, gegen die sie mit aller Schärfe protestieren. Sie wollen mit allen Mitteln den festen Zusammenschluß des gesamten Standes herbeiführen, um eine gerechtere Würdigung ihrer Arbeit und Verantwortung zu erzielen.— Daß die Gehaltsfragen in weiten Kreisen der Beamten noch immer als„Standessragen" umschrieben werden. ist eine Gewohnheit, mst der man brechen sollt«. Dadurch wird unter Umständen der Eindruck erweckt, als sei man mit einer Er- höhung des„Ranges", anstast mit einer Erhöhung des Gehasts zufriedenzustellen. Im vorliegenden Falle lief diese Annahme sicher auf eine Beleidigung des Standes der Maschinenbetriebs- beamten hinaus, die gleich vielen anderen Angestellten eine bessere Bezahlung erstreben. Die Spediklonsangestellten im Zentralverband der Angestellten hatten am 27. Mai eine Versammlung wegen der N i ch t b« w i l l i- gung ihrer Forderungen. Die gefaßte Entschließung erklärt, die von den Vertretern des Lokaloereins Berliner Spediteure geschilderte Notlage der Arbettgeber nicht anerkennen zu oermögen. Um alle Vorbereitungen zur Erkämpfung der zum Lebensunterhalt notwendigen Gehälter zu treffen, soll durch Aufklärung der An- gestellten die nötige einheitliche Kampffront geschaffen werden. Neuwahlen im Vezlrksverband Berlin der Dühnengeuosseuschaft waren nach dem seinerzeit gemeldeten Rücktritt des Berliner Vor- standos notwendig geworden. Dr. Czemptn, der bisherige Be- zirksobmann, wurde durch Karl Meißner(Komische Oper) ersetzt. Zu Beisitzern wurden Ludwig Körner(Deursches Theatech und Alfred Braun(Schillertheatech gewählt.— Di« Sperre über das Neue Volkstheater, über die wir berichteten, ist auf- gehoben. Di« bestehenden Verträge sind um emen Monat ver- längert und drei der gekündigten Mitglieder wieder engagiert worden. Eine Erhöhung des Gogenetats hat die Direktion zugesagt. Der Verband land- und forskwirkschafMcher AngesiMen hatte seine Aufnahme in den Afa-Dund nachgesucht, derselben konnte bis- her nicht stattgegeben werden, da zwischen ihm und dem Zentral- verband der Angestellten Grenzstreitigkesten bestanden. Diese sind nun dahin behoben, daß alle Angestellten, die in landwirtschaftlichen Neben betrieben wie Brennereien, Ziegeleien, Molkereien und Zuckerfabriken, die selbständig von landwirtschaftlichen Haupt- betrieben geleitet sind, im Zentralverband der Ange stell- ten und olle sonstigen landwirtschaftlichen Beamten einschließlich der Förster und Forstgehstfen im Verband der land- und forstwirtschaftlichen Angestellten zu organisieren sind. Die Leuua-Werke feiern! Wie aus Merseburg berichtet wird, sind seit Montagabend die Arbeiten in den Leuna-Werkcn bis auf die Notstandsarbeiten vollkommen eingestellt. Di« Arbeiter fordern eine Lobnerböbung von 25 Proz., worüber noch keine Einigung erzielt werden konnte. Aus vauzlg wird berichtet, daß der am Sonnabend begonnene treik der Straßenbahner beendet ist. Die Direktion bewilligte die gestellten Forderungen zur Hälfte. Der Verkehr wurde gestern aus sämtlichen Linien wieder aufgenommen.— Der Streik der Friseurgehilsen dagegen, der Freitag vor Pfingsten begann, dauert fort. Um die.Arbeitsfreiheit" tu Buenos Aires. Wie wir am 14. Mai berichteten, traten die Hafenarbeiter in den General« streik ein, weil ihre Forderung abgelehnt wurde, daß nur orga« visierte Hafenarbeiter eingestellt werden sollen. Jetzt wird mit- geteilt, daß Truppen nach dem Hafen geschickt würden, um die Arbeitsfreiheit" zu sichern.— Freiheit, die die Unternehmer meinen I Traniportalbcltervttiaud. Bezirk Berlin. Ziolliutfcher und Spedition»- nrbeiter: Donnerstag s Uhr bei Böker, Weberstr. 17, Bersammlung. Erscheinen notwendig. Mitgliedsbuch legttiuliert. gcntraloerband der Töpfer. Freitag« Uhr Mitgliederversammlung bei F. Wille, Sebastianstr. 89. Verhalte» der Kollegen bei der Stadtbaugeselllchast Neukölln. werlmelsterperbanb. Fachgruppe 8», Automobil» und Karosseriebau! Donnerstag 7 Uhr Bersammlung im Schultheiß, Neue Ialobstraßi. Deutsch« Werke«.-S.. Spandan. Donnerstag 4 Uhr im Hotel Stern Der- sammlung fiimtlicher SPD.-Funktloniire. Vollzähliges Erscheinen notwendig. Der Fraktionsoorstand. I.A.: Friedrich. verlin tw. für den red alt. Teil; Dr. Werner Peiser, Charlottenburg: für Anzeigen: Tb. Blocke. Berlin. Berlaa: Borwürts-Berlag B. m. b. H.. Berlin. Druck: Bor- wSrts-Buchdruckerei n. Lerlagsanilalt Baul Singer». Co., Berlin. Lindenltr. 8. Hier», 1 Beilage. ute.ir'CBB beseitigt schnell, sicher und schmerzlos � Hühneraugen HomhaulSchwtelen aWarzeiv Jn /boiheken«. Drogeneo erhalHidx l- bis IsFamüiensLandhaus j et» neu solid q ebaut, herrlich gel.im Erho ungsort Berkenbrück lBabna. hinter Fiirstcuwalde, Spree, t Std. v. Schief. Bahnh.), 5 zirnmer, h. Mädchen- u. Speiset, eo. 2 Kiichen, 4 h. Kamm., 2 Korridore, Keller, gr. 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