ttr.SSZ ♦ ZS. Jahrgang Ausgabe A Nr. 134 Bezugspreis t Biert«l}iarLSO,— SR., monotL 18,— M. frei in» Hau»,»ormi»? dezug: Monatlich 10,—' fteOungsgebiUir. Unter S Deutschland, Danzig. da» Saar- und Memelqediet, sowie die ehemal« deut- scheu Gebiete Polen». Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 20,— SR, für da» übrige Autlaud 27,— SR. Post» bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tschecho- Slowakei. Düne- mach, Holland, Lmemburg, Schweden und die Schweiz. De».Vorwärts� mit der Sonntag»- deilage.Boll und jjeit*. der Unter- daItung»beUage �eimnelf und der Beilage.Siedlung und Kleingarten� erscheint wocheutäglich zweimal. Sonn» tags und Montag, einmal. •*<>} Seletttotmn• BhtesTes »zioldemokrak Oer Bern«- Morgen Ausgabe wv-f Vevlinev Volksblstt (30 Pfennig) AuzeigeupretS» Di««chtgesvalten, Nonoareillezeile tostet d�V M«»tri«» rluzoig»»� da, teitgedruckt« Wo« UM M.(zulässig zwei sengedruckte Wo«e>. sede» weitere Wo« U— 9DL Stellengesuch» und kchlasstellenanzeige» da» erst» Wo« U— SR. sede» weitere Wo« 80 Psg. Wo«e üb« l» Buchstadea zählen sstr zw««v«e. jsaunlien-An- zeigen sstr Abonnenten Aeile SR. Die Preise oersiehen sich emlchlietzlich Teuerungozuschlatz Anzogen tüt die Nächste Rümmer wüsten di, 6 Uhr nachmittag, in Hauotgeschüst. Berlin SW SS. Linden» kratze B. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr srüh bi» d Uhr abend«. Zcntralorgan der rozialdemokrati feben partei Deutfcblands Redaktion und Expedition: EW öS, Ändeastr. Z Äe-rrrkur-if,«»» Redaktion Morttzplatz 18105—97 lyerniprcajrr» �ebitiou Moritzvlatz 1X753—54 Dienstag, den 7. Juni 19Ä1 Vonvärts-Verlag G.m.b.H., Sw dS, Lindenstr. Z Aornktti-ool,«-?- Bering, Expedition und Inseraten» Morihplah 11753-54 Stegerwalüs»Voraussetzungen�. Im Preußischen Landtag hat der Ministerpräsident S t e- g« r w a l d gestern eine Erklärung abgegeben, die sich neben anderen Dingen auch mit der Frage der Regie» rungsumbildung in Preußen beschäftigte. Steger- walds Vortrag zeichnet sich weder durch hinreißenden Schwung noch durch sachliche Tiefe aus, alles, was er sagt, klingt zum äußersten nüchtern und geschäftsmäßig. Aber die eine Fähigkeit kann Herrn Stegerwald zugestanden werden, daß er der Sprache jenen Borteil abzugewinnen weiß, den ein französischer Diplomat einst mit den Worten kennzeichnete: „Die Sprache ist das beste Mittel, um seine Gedanken zu v e r» bergen". Die Erklärung Stegerwalds über die Regierungsumbll» tmng sagte nämlich im Kern das genaue Gegenteil desien, was sie äußerlich auszudrücken schien. Die Erklärung begann mit den Worten:„Eine Regierungsumbildung halte ich für politisch erwünscht und sachlich notwendig". Wer aber darob gemeint hätte, daß Stegerwald in Konsequenz dieser Anschauung sein Amt zur Verfügung stellen würde, der wurde bald eines anderen belehrt. Nämlich sehr bald klang die Erklärung in die Tonart um: Ich denke gar nichl daran zurückzutreten, hier bin ich, hip* bleibe ich! Herr Stegerwald macht nämlich seinen Rücktritt von zwei Voraussetzungen abhängig: erste Loraussetzung ist ihm. daß sich eine M e h r h t i t im Hause noch v a? feinem Rücktritt darüber verständigt, auf welcher Grund- läge die neue Regierung gebildet werden soll; zweite Vor- aussetzung, daß sich die gleiche Mehrheit über die Person des Ministerpräsidenten einigt. Herr Stegerwald begründete diesen Standpunkt damit, daß er der Welt nicht wieder dos Schauspiel langer unftucht- borer Verhandlungen bieten wollte, wie man sie vor seiner Wahl erlebt habe. Das klingt sehr menschenfreundlich. Aber in Wirklichkeit steckt eine ganz andere Absicht dahinter. Die beiden Regierungsparteien, Zentrum und Demokraten, haben nämlich bereits durch ihre Sprecher erklären lassen, daß ihr Ziel die Regierungsbildung„auf breiter Grundlage" sei. Was sich hinter dieser Redensart verbirgt, ist hinlänglich bekannt: die Sehnsucht nach dem Block von der Deut- schen Voltspartei bis zur Sozialdemokratie. Nun wissen aber die beiden Mittelparteien sehr genau, daß dieses Ziel von der Sozialdemokratie mit aller Schärfe abgelehnt wird. Und bei einiger Ueberlegung sollten sie sich auch sagen, daß die Gründe, aus denen die So- zialdemokratie schon im Frühjahr 1921 trotz wochen- langen Werbens den unnatürlichen Bund ausgeschlagen hat. inzwischen durch ein politisches Ereignis ersten Ranges noch an Gewicht bedeutend gewonnen haben: nämlich durch das Verhalten der Deutschen Volks- partei in der Frage des U l t i m a t u m s. Die Mittelparteien sollten gemerkt haben, daß seit der Flucht der Strese- männer vor der Verantwortung die Geschlossenheit. mit der die Sozialdemokratie jedes Zusammengehen mit dieser Partei ablehnt, die denkbar vollständigste gewor- den ist. Wenn die beiden Regierungsparteien des Ministeriums Stegerwald also die Regierungsbildung„auf breiter Grund» läge" anstreben, und wenn Herr Stegerwald darauf erklärt, er werde nicht zurücktreten, bevor die Einigung über die neue Regierung erzielt sei, so heißt das auf deutsch, daß Herr Ste- gerwald nur dann zurücktreten will, wenn die Regie- rung des Blocks von der Deutschen Volkspar- teibiszurSozialdemokratiezustandekommt. daß er aber überhaupt nicht an Rücktritt denkt, solange diese Regierung nicht gesichert ist. Und da ja Herr Stegerwald zur Genüge weiß, daß die Sozialdemokratie sich nicht in diese Sprengstoffkoalition hineinmischen lassen will, so sagt seine Regierungserklärung im Grunde nur, daß er überhaupt nicht zurücktretenwill. Vielleicht meint Herr Stegerwald auch, durch sein Ver- bleiben eine Pression auf die Sozialdemokratie nach der Richtung hin ausüben zu können, daß diese ihren Widerstand gegen die Blockgemeinschaft mit der Deutschen Volkspartei aufgibt, sobald sie erkennt, daß anders als durch diese Koali- tion das Ministerium Stegerwald nicht zu beseitigen sei. Diese Rechnung hätte ja insofern etwas für sich, als tatsächlich das jetzige Kabinett Stegerwald mit seiner inneren und äußeren Abhängigkeit von der Rechten in unseren Augen eine sehr unerfreuliche Erscheinung ist, deren B e s e i t i- g u n g wir für eine der wichtigsten politischenAuf- gaben der Gegenwart hallen. Aber Herr Stegerwald irrt sich sehr, wenn er meint, daß die Sozialdemokratie diese Beseitigung durch ein Opfer ihrer Ueberzeugung erstreben wirb. Die Sozial- demokratie will das Kabinett Stegerwald beseitigen, weil sie in ihm einen h e m m s ch u h für die wichtigsten Aufgaben der preußischen Politik, namentlich für. die Durchführung der V e r- waltungsreform erblickt. Daß Herr Stegerwald tat- sächlich diese Reform auf die lange Bank zu schieben gedenkt, zeigt seine Erklärung an anderer Stelle. Die Sozialdemo- kratie will ferner das Kabinett Stegerwald beseitigen, weil es in den wenigen Wochen seiner Existenz schon gezeigt hat, daß es den mit vieler Mühe begonnen Umbau des Ver- waltungsapparates durch eine ganz und gar ver» kehrte Personalpolitik im Sinne des alten Systems wieder rückwärts revidieren will. Aber man beseitigt nicht ein unerfreuliches System, um ein anderse unerfreuliches System an feine Stelle zu setzen. Die Beseitigung des Kabinetts Stegerwald hat in unseren Augen nur dann politischen Zweck, wenn an seine Stelle eine mehr nach links gerichtete Regierung tritt. Es müßte dies zum mindesten eine Regierung sein, die in ihrer Zusammensetzung der jetzigen Reichsregie» rung entspräche. Eine solche Regierung würde in Preußen sogar, anders als im Reich, eine unbestreitbare Mehr- heittz regierllng sein. Und wenn fortwährend von der Notwendigkeit geredet wird, die Regierungsbasis zu verbrei- tern. so möchten wir daraus hinweisen, daß selbst demokratische Bläfter bereit« zu der Einsicht gekommen sind, daß es auch VerblMerungsmöglichkeiten n a ch l i n k s gibt. • Wenn Herr Stegerwald etwas sehr selbstbewußt sich den Zeitpunkt für seinen Rücktritt vorbehalten hat, so sollte er nicht vergesien, daß es in einer Demokratie nicht ganz im Be- lieben eines Ministeriums steht, sich seine Sterbe- stunde selber auszusuchen. Namentlich nicht im Belieben eines solchen Ministeriums, dessen parlamentarische Basis nur aus einem Viertel der Gesamt abgeordnetenzahl besteht. Trotz der schönen Versicherungen des Herrn Stegerwald, er werde erst dann und dann zurücktreten, wenn er es für gut befinde, bzw. er werde überhaupt nicht zurücktreten, kann schon sehr bald der Moment kommen, wo er zurücktreten muß, ob er will oder nicht. Und wenn Herr Stegerwald vielleicht sich auch der Unterstützung der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei in Preußen s o s i ch er glaubt, daß er meint, mit Hilfe der beiden Rechts» Parteien sich unbegrenzte Zeit im Sattel zu halten, so kann trotzdem sehr leicht eine Situation entstehen, wo selbst die glühende Liebe desherrnvonderOsten und seiner Ge- folgschaft das Ministerium nicht mehr rettet. Ob Zentrum und Demokraten dauernd darin einwilligen werden, sich durch Herrn Stegerwald unter deutschnationales Kuratel stellen zu lassen, wollen wir ganz unerörtert lassen. Jedenfalls hat Herr Stegerwald eine Situation verpaßt, in der er die für die Dauer unhaltbare Stellung seiner Regierung mit Anstand hätte beenden können. Der» paßte Gelegenheiten pflegen in der Politik selten wiederzu- kehren, uyd man wird dem Ministerium Stegerwald ein wem» ger angenehmes Ende prophezeien müssen, als es jetzt hätte haben können. Schade fürwahr, denn Herr Stegerwald gehörte einst zu den Leuten, die einen guten Ruf als Politiker noch zu ver» l i e r e n hatten. Nun wird er bald zu denen gehören, von denen man zu sagen pflegt, sie hätten eine große Zukunft— hinter sich. In seiner Red: zur preußischen Etatdebatte im Land- tag führte/ Abg. Braun(Soz.) weiter aus: Wir hoben in der Rede des F i n a n z m i n i st e r s Vorschläge darüber oermißt, wie er sich die Deckung der Fehl- betrag« denkt. Die einzige ergiebige Steuerquelle, die Grund- st e u e r, hat er sich ja selbst verschlossen, indem er sie den G e- m e i n d e n überlassen will. Er macht sich seine Aufgabe zu leicht, wenn er sich auf die Hilfe des Reiches dabei verlassen will. Das besagt doch nur, daß ein Zahlungsunfähiger sich auf einen anderen Zahlungsunfähigen verläßt. Bei der Notlage des Reiches belügt man sich selbst, wenn man sich auf Reichshilfe verläßt. Wir müssen eigene Steuerquellen finden. Ich hätte wenigstens eine Andeutung des Finanzministers darüber erwartet, welche Steuer- quelle für ihn als die erste vor allen anderen in Betracht kommt. Sehr viel herauszuholen wäre ja aus den Domänen gewesen. Leider hat die vorige Landcsversammlung die Selbstbewirkschafiung der Domänen abgelehnt. Ich glaube aber, daß die Rot der Zeit auch die Rechts- Parteien zwingen wird, auf diese Einnahmequelle später noch zurückzukommen. Im Interesi« des ganzen deutschen Volkes muß die Demo- tratisierung des Lerwaltungswefens durchgeführt werden. Der verfassungsmäßige Ausnahmezustand muß in o in der Rot steckenden Den Kreisen, vle heute den Teilen Preußens, in denen er noch besteht, so schnell als möglich aufgehoben werden. Di« Verfassung muß vor allen Dingen gewahrt bleiben. Die Behauptung, daß die Orgesch ein« Selbstschutz- organisation sei, ist falsch. Aus der Vernehmung eines kürzlich ver- 'ästeten Hauptmanns hoben wir erfahren, daß die Orgesch ihre "äffen sich von den Entwafsnungsstellen, die dem Entwaffnungs- tommifsar unterstehen, wieder abholen können. Es geht nicht an. daß derartige Organisationen den Schutz der Bevölkerung über- nehmen. Das ist alleinige Aufgabe des Staates. Hinter den Orgesch- orgaolsatioaen flehen gewisse Kreise, die die Monarchie allzu gern wieder au der Regierung sehen. Werden die Selbstschutzoraani- sationen nicht aufgelöst, so könnte das Bolk zur Eigenhilfe greifen, was doch auch Sie(nach rechts) wohl lieber vermeiden würden. Auch die Auseinandersetzungen mit dem Hohenzollernhause müssen so schnell als möglich betrieben werden. Ich möchte hierzu noch einen Rat geben: Wenn man 1 Milliarde, die man den hohen» zollern nachzuwerfen gedenkt, für Kriegslasten ausgeben würde, so würde das dem Gerechtigkeitsgefühl des deutschen Voltes entschieden mehr entsprechen. Denn ein Herrscherhaus, wie das der hohen- zollern, dos die größte S.ch uld an der Verlängerung des Krieges und somit auch an den furchtbaren Folgen trägt (Großer Lärm rechts), kann von einem st'' Volke nicht noch Großmut verlangen. noch monarchistisch gesinnt sind, und da« ist ein größer Teil des Beamtentums, muß ein für allemal klar gemacht werden, daß in Deutschland die Monarchie abgewirtschaftet hat.(Wider- spruch rechts.— Lachen bei den Soz.) Ein so blutbeflecktes System kann und darf nicht weiterregieren.(Lebhafter Beifall bei den Soz. — Stürmische Entrüstung«- und Pfuirufe rechts.— Zuruf Das war die Visitenkarte bei den Unabhängigen!— Gegenruf: Sie haben Ihre längst bei den Kommunisten abgegebenl) Abg. von Papen(Z.): Die hohen Ausgaben für soziale Zwecke sind sehr erfreulich. Mit Genugtuung begrüßen wir die Uebernahme der Entschädigung der in O b e r s ch l e s i e n ausscheidenden Be- amten durch die Regierung. Oberschlesien darf kein Schacherobjekt der internationalen Politik werden.(Lebhafter Beifall im Zentrum). Abg. von der Osten(Dnat.): Das alte System hat in Preußen und Deutschland während der SllOjährigen Regierungszeit eine große Menge Errungenschaften gebracht. Die Ausführung des Abg. Braun bedeuten Kampf nach innen an Stelle der notwendigen Zentralisierung aller Kräfte nach außen.(Sehr richtig! rechts.) Wir werden den Haushalt genau prüfen und für baldige Verabschie» dung sorgen. Eine Blankovollmacht können wir jedoch n i cht ausstellen. Ohne Oberschlesien ist die Erfüllung unlerer Berpflich- tungen unmöglich. Ein Mann, wie General Le Rono, müßte unbe- dingt verschwinden.(Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Dr. v. Richter(D. Dp.): Wir werden nicht abgehen von dem Grundsatz: Keine Ausgabe ohne Deckung. Alle Parteien haben an der Erfüllung des Ultimatums mitzuarbeiten, aber Herr Braun lehnt jede Zusammenarbeit mit der Deutschen Dolksparte! ob.(Sehr richtig! rechts.) Die Mahnung zur Sparsamkeit unterschreiben wir; dock soll sie nicht ausgedehnt werden auf das soziale Gebiet, insbe- ndere auf die Jugenderziehung. Dr. Meycr-Ostpreußen(Komm.): Unser Finanzelend be- weist, wie notwendig die Bereinheitlichung der Verwaltung und die Aufhebung der ganzen Kleinstaaterei gewesen wäre. Nach der von der Rechten vertretenen Logik, daß Schalem für olle zivilrechtlichen Folgen des politischen Aufrufes verantwortlich zu machen sei, der in dem von ihm redigierten Blatt gestanden hat, müßte man Herrn D o m i n i c u s für diese Gefühls- rohheit seiner Beamten ins Gesicht speien.(Vizepräsident v. Kries ruft den Redner zur Ordnung.) Abg. Leid(U.Soz.): Die Arbeiter erkennen schon, daß die Kom- munisten gegen ihre eigenen Interessen kämpfen. Bei der Ablehnung des Ultimatums haben die Kommunisten mit den Deutschnationalen an einem Strange gezogen, und zwar aus der gleichen politischen Tendenz. Aus der preußischen Klassenjustiz ist jetzt eine Schandjustiz geworden, wie sie in der ganzen Welt unerhört ist.(Lebhaftets Sehr richtig! bei den U.Soz.— Widerspruch und Lärm auf der Rechten.) Das schon im Vorjahre angekündigte Gesetz über die neu« Gemeindever- f a s s u n g muß endlich vorgelegt werden mit der Beseitigung de» B e st ä t i g u n g s r e ch t s der Oberpräsivrnten. Die Reform der Finanzen darf nicht zu einer weiteren Belastung der breiten Masse führen. Dagegen muß das vermögen der hohenzollern restlos herangezogen werden.(Sehr richtig! links.) Die Kämpfe um das Finonzpro» ! gramm werden für die Arbeiter nur dann von Nutzen sein, wenn die arbeitenden Klassen sich nicht mehr gegenseitig zerfleischen, sondern ihre geeinte Macht den Ausbeutern gegenüberstellen.(Lebhafter Beifall bei den U.Soz.) Abg. Oeser(Dem.): Um eine Erhöhung der Grundsteuer werden wir nicht herumkommen. Den Weg der Zwangswirtschaft darf man nicht wieder beschreiten.(Zustimmung bei den Dem.) Ministerpräsident Stegerwald: Die Vorwürfe des Herrn von der Osten,' daß die Regierung in Oberschlesien nicht ihre Schuldigkeit getan hätte, sind unbe- rechtigt, ich werde aber den Reichskanzler auf diese Wünsche hinweisen. Das Gesetz über die Provinzialautonomie ist bereits angenommen. Die Landgemeindeordnung ist fertig, die Städteordnung wird demnächst mit den Städtevertretern besprochen werden. Zur Sanierung unserer Finanzen müssen wir zunächst einen gewissen Anteil an der Einkommensteuer bekommen. Ferner muß die Grundsteuer sowohl sür die Gemeinden wie für die Lcinde? durchgeführt werden. Es wird notwendig sein, irgendeine kleiner« Steuer zu erhöhen oder einzuführen. Eine Regierungsumbildung halte ich auch heute noch für politisch erwünscht und fachlich notwendig. Der soziale und wirtschaftliche Teil der Revolution befindet sich erst im Ansang.(Sehr richtig! links) In den letzten SX> Iahren haben wir ja nur mit der P u m p w i r t- f ch a f t gearbeitet. Bei der«normen Schuldenlast kann nicht fo wie bisher Politik gemacht werden, vielmehr müssen die sozialen Umwälzungen von allen Schichten des Dolke» getragen wer- den. Wir müssen aus unserer Wirtschaft herausholen, was heraus- zuholen ist, und alle Schichten müssen einsehen, dah sie ihre bisherige Lebenshaltung nicht beibehalten können.(Große Unruhe bei den U. Soz. und&omm.) Wenn«in Volk einen solchen Ärieg liquidieren soll, können nicht die B« fitzenden allein die Lasten auf« bringen.(Lebhafter Widerspruch und Unruh« links.) In der Frage der Regierungsumbildung kann ich migenblitflich nicht viel tun. Erste vorausfehung für eine Umbildung ist. daß sich eine ZUehrheit im Haufe zusammenfindet and sich darüber verständigt, aus welcher Basis eine Regierung gebildet werden soll, und zweite Vor- ousjehunz ist. daß sich die gleiche Mehrheit darüber verstäudigt. wer Ministerpräsident werden soll. Dann erst kann der Ministerpräsident die Initiative ergreifen. Vorher ist es unmöglich zurückzutreten und der Well das Schauspiel zu bieten, daß wir wieder wochenlang ohne Regierung sind. Nur wenn die Parteien Opsergeist bekunden, kommen wir aus der schwierigen Lage heraus. Finanzminister Sämisch: Die Grundsteuer muß den Ländern und Gemeinden überlassen bleiben. Bei einer Besprechung der Landesfinanzmmister mit dem Reichssinanzminister soll eine Aus- spräche über den möglichen Grad der Anspannung der Grundsteuer herbeigeführt werden. Abg. Biester(Welfe): Die Behauptung Leiner ts, daß die Deutsch- Hannoveraner sich des Landesverrats schuldig gemacht haben, ist unhaltbar. Ueber die Zukunft Hannovers werden wir im ge- gebenen Augenblick entscheiden, denn das hannoversch« Volk bat ebensoviel Anspruch auf Freiheit, wie ein anderes.(Zuruf de» Abg. L e i n e r t(Soz.): Sind Sie denn das hannoversche Volk?— Große Heiterkeit.) Unsere Losung bleibt, wir wollen gute Deutsche, aber keine Preußen sein.(Gelächter rechts.) Abg. Leinert(Soz.) spersönlichs: Ich stelle fest, daß ich die Zu« mutung der Welsen abgelehnt habe, bei meiner Tätigkeit als Friedensdelegierter in Versailles für die Selbständigkeit Hannovers zu wirken. Das Haus vertagt sich auf Dienstag II Uhr: Kleine Anfragen, Wciterberatrmg. Schluß 6V4. Uhr. Ein Erfolg üer Sozialdemokratie. Als vor einigen Wochen, unmittelbar noch dem Eintritt der Sozialdemokratie in die neue Reichsregierung, die Frage der Amnestie in einer Berliner Funtlionärversammlung der SPD. angeschnitten wurde, da stellte der Vorsitzende unter einmütigem Beifall fest, daß von einer allgemeinen Be- gnadigung aller durch die Sondergerichte Verurteilten, von der auch Plünderer, Brückensprenger und sonstige gemeine Verbrecher profitieren würden, nicht die Rede sein könne, daß sich aber die Partei für die R a ch p r ü f u n g der Urteile und für eine möglichst weitgehende Begnadigung der bloßen M i t- l ä u s e r einsetzen würde. Das gegebene Versprechen ist nicht nur eingehalten worden, sondern— und darauf kommt es vor allem an— die Bemühungen der sozialdemokratischen Frak- tion sind auch von E r f 0 l g g«krönt worden. Politik ist die Kunst des Möglichen. Die kommunistischen Abgeordneten, diese eigentlch Schuldigen am Unglück der Ver- urteilten und ihrer Angehörigen, hatten sich während der Rede des Kanzlers mit„Amnestie"-Rusen die Kehle heiser geschrien. Dieses Verhalten wirkte nur abstoßend auf den gesamten Reichs- tag, denn olle Parteien sind sich darüber einig, daß die wirk- lichen Verführer eben jene Schreier sind, die unter dem Schutze der Immunität andere Klassengenossen in Tod und Verderben gejagt hatten. Das Auftreten der Remmele, höllein, Adolf .hoffmann und Co. konnte somit höchstens den Erfolg haben, den Reichstag im Sinne der Unnachgiebigkeit zu beeinflussen. Der sozialdemokratische Nachprüfungs- Das paraSies von Sali. Di« Sehnsucht nach der Natur, nach der Schdnhett und Unschuld primitiver Zustände lebt in unserer Kultur besonders stark und läßt die Phantasie wie die Kunst nach jenen fernen Landen flüchten, wo der Mensch noch eng mit der Mutter Erde verbunden ist und heran- blüht als ihr liebste» Kind. Ein solcher paradiesischer Erdslecken ist die I n s c l B a l i, die westlichst« der Sudaninseln, über deren Natur- und Menschenleben uns ein zweibändiges, im Folkwang-Veriag zu Hagen erschienene» Prachtwerk unterrichtet. Der bekonnte Kenner der östlichen Kunst, Dr. Karl With, hat sich mit dem Arzt Dr. G. Krause, der auf Bali gelebt hat, vereinigt und in einer Fülle von photographischen Aufnahmen eine lückenlose Anschauung von dem Gesamtdasein der Insel mit ihren Menschen geboten. Was die reine Schönheit diese» Paradiese» dem Europäer heut« bedeutet, hat With in seiner Einleitung formuliert..Die insulare Abgegrenztheit, die Fülle tropischer Sonne, gemildert von Wind und Küste, die Frucht- barkeit der vulkanischen Schlacke, der physische Reichtum der malaiischen Rasse, erhöht durch die Mischung mit dem kräftigen Hindutum, die ursprüngliche Reinheit der menschlichen Veranlagung, die Ueber- höhung ihres seelischen Horizontes durch Berührung mit indv-java- nischer Kultur— all das bedeutet«in außerordentlich günstiges „Korperkonzert* zum Lebenswachstum, zur Entfaltung und Blüte dieses Volkes. Der Brutalität tropischer Natur setzt der balinesische Mensch seine Sanftmut, seinen Stolz und seinen Fleiß entgegen. Au» Urwäldern unheimlicher Dichte werden Gärten: aus Waldhängen wird«in ununterbrochenes Gefälle von Terrassen: aus der Ebene ein ungeheures Schachbrett mit spiegelnden Feldern. Aber nur so weit geht hier die Arbeit und Belastung des Bodens, als der eigene Dedarf geht, als die Existenz der Familie und des Dorfes es fordert: wird nichlzu Handel. Besitz. Bereicherung: nicht zum Lohnträger und Herrentum. Den Natur- gegebenheiten von Boden. Klima und Wachstum steht der einzelne gegenüber wie einem unbezähmbar riesigen Koloß. So erwächst als eine Notwendigkeit— wie ein Bodenprodukt— die Gemeinschaft der Arbeit: im Offenhalten und Freilegen der Wege. im Roden der Wälder, im Anlegen des Bewässerungssystems für den Reisbau: die Gemeinschaft der Bedürfniffe: von Land für die Familie, von Waller für dir Reisfelder. Gemeinschaft in der Arbeit aber ist zugleich Organisation der Kräfte, ilt Verteilung und Zu- Messung. Diese Menschen find ebenso stark im freiwillig stolzen Gehorchen, wie rein in der Verpflichtung de» Gebietens, Ordnen» und Schlichtens." So leben die Balwesen tn bescheidenen, aber sehr harmonischen Verhältnissen. Wie sie maßvoll sind inmitten der sinnlichen Glut der Atmosphäre, voller Disziplin in der Grenzenlosigkeit der Natur, so entfalten sie auch eine höchste Schönheit des Leibes und des Weltgefühls. Nach den Schilderungen Krauses erblicken sie in Menschen und Dingen denselben göttlichen Seelen- und Lebens- stoff, der so fein und«mpfindungsvoll ist. daß man sich hüten muß, ihn zu erschrecken oder zu beleidigen: er entflieht dann und läßt die körperliche hülle zurück. Das wirkt schon aui die Erziehung der Kinder ein.„Mit einem Kinde muß man, da seine Berbin- dung mit dem Körper besonder» zart ist. besonder» rücksichtsvoll sein. und Begnadlgungsantrag war das Höchstmaß dessen, was gegenwärtig zu erreichen war. Das hat auch seine Annahme mit einer knappen Mehrheit bewiesen. Ein Teil des Zentrums hat dafür gestimmt und damit den Ausschlag gegeben. Es ist uns eine besondere Genugtuung, feststellen zu dürfen, daß außer den meisten Arbeitervertretern des Zentrums auch der neue Reichskanzler Wirth den Antrag unlerer Fraktion unterstützt hat. Allein diese Tatsache sowie der Umstand, daß der frühere Kanzler Fehrenbach g e g e n den Antrag stimmte, hat eine symbolische Bedeutung: ja, sie ist sogar ein k 0 n t r e t er Beweis für den weiten Unterschied, der zwischen dem Geist der früheren und dem Geist der neue« Regierung besteht. Durch sein Verständnis» volles und humanes Verhalten hat der neue Kanzler der so» zialdemokratischen Arbeiterschaft bewiesen, daß das Vertrauen. das sie ihm entgegenbringt, durchaus gerechtfertigt ist. Um so eigenartiger berührt es, daß die Demokraten geschlossen gegen den Antrag stimmten, ohne jedoch seine An- nähme verhindern zu können. Vom Reichsjustizminister Schiffer hatten wir es allerdings nicht anders erwartet, ebenso van Herrn Koch, dem bisherigen sogenannten Vor» gesetzten des Staatssekretärs Lewald im Reichsministerium des Innern. Wir wundern uns aber aufrichtig darüber, daß Männer wie Professor Schücking, wie der Arbeitervertreter Erkelenz und andere kein Verständnis für unseren Antrag ge- zeigt haben. Dos„B. T." fühlt sehr wohl, daß die demokra- tische Fraktion sich eine politische... Engherzigkeit zuschulden hat kommen lassen und es versucht diese mit j u r i st i s ch e n Bedenken zu erklären. Allerdings fügt das demokratische Organ selbst ausdrücklich hinzu, daß der Antrag a u ch r e ch t- l i ch durch Präzedenzfälle gerechtfertigt ist und betont, daß der vom Reichstag angenommene Antrag geeignet ist,„zu einer Beseitigung von Härten und Ungerechtigkeiten zu führen". Deutlicher kann man vom Verhalten der eigenen Parteifreunde kaum abrücken. Wir indessen bedauern auch bei dieser Getegenheit feststellen zu müssen, daß sich die Demo- kratische Partei immer mehr und ganz im Gegensatz zu den Zeiten der Nationalversammlung zum rechten Flügel der Rcgierungskoalition entwickelt. Der Kampf um Sie Getreidewirtschaft. Im Reichstagsausschuß für Bvkkswirtschaft wurde am Montag der Gesetzentwurf über die Neuregelung der Browersorgung weiterberoten. Dbg. Wieber(Ztr.): Die Einführung der freien Wirtschast und die damit verbundene Anpassung de» Getreidepreises an den Weltmarktpreis würde wegen der entstehenden Teuerung große Unruhe in all« Kreise der Arbeiterschaft tragen. Redner kritisiert heftig die ablehnende Haltung der Rechtsparteien gegenüber dem llmlageoerfahren, die zu dem alten System mit oerschärften Bestlm» munaen führen müsse. Abg. Käppler(Soz.): Die Brotpreissteigerimg belastet alle Waren ohne Ausnahme. Der springende Punkt ist, ob die Regie- rung im nächsten Jahr imstande ist. bei freier Wirtschaft die erforderlichen Mengen Getreide aus dem Auslande einzuführen. Da dies angesichts unserer ungeheuren Reparationsleistungen nicht wahr» s ch e i n l! ch ist, so kann auch die freie Wirtschaft unmöglich durchgeführt werden. Das Ablieserungskontingent ist von der Regierung gegen« über dem Jahre 1S1K um volle 100 Proz. herabqcminderi worden, während die Ernte nur um etwa 43 Proz. zurückgegangen ist. Der Ernährungsminister läßt ofsenbor aus Neigung zur freien Wirtschaft die Zügel immer lockerer schleifen. Das Umlage- verfahren sieht gegenüber dem alten Verfahren um ein« halbe Mil- lion Tonnen weniger vor. Das ist kein Vorzug des neuen Sklstems. Die Begleiterscheinungen der Korruption, der Berfütte- rung von Getreide usw. werden übrigens auch durch das Umlage- verfahren nicht beseitigt. Die Aussichte- und Exekutiobehörden haben bisher vollkommen versagt. Zum Ueberfluß kommt der Gesetz. «nrwurf auch noch zu spät, da die Ernte schon im Gange ist. Nach meiner Meinung stellt der Entwurf des Umlageverfahren» lediglich einen verschleierten Uebergang zur freien Wirt- s ch a s t dar und ist daher abzulehnen. Reichsernöhrungsminister Herme«: Durch das Umlageverfahren Es darf nie gestraft werden, in feiner Nähe darf fein harte« Wort fallen, nichts Unziemendes geschehen. Nirgends auf der Welt sieht man Kinder so sanft, so lernbegierig, so voll Der- trauen. Wo ist sonst noch«in Land, wo ohne Schulen fast jeder lesen und schreiben kann, wo Knaben Ornamente in den Sand oder auf die Mauern zeichnen, um die sie mancher, der sichchei uns ein Künstler nennt, beneiden würde, wo kleine Mädchen aus Lontar- blättern und Blumen den schönsten Schmuck stechten. Mit Tieren und Pflanzen spricht der Baiier wie mit Menschen. Ein Jüngling, der die Zuckerpolme erMmmt um ihren Soft zu zapfen, umarmt den Stamm zuvor und redet zu ihm. So offenbart sich hier«ine Einheit von Natur und Mensch, ein harmonisches Blühen und Neifen in höchster Schönheit, wie es dem zivilisierten Menschen verloren gegangen ist. Eine neu« elektrische Kraft baden zwei sung« schwedisch« Ge- lehrke, Alfred Johnsen und Knud R a h b e t entdeckt, die sie zum erstenmal in dem Londoner Institut für elektrisch« Ingenieur» icchnik vorführten. Di« Sachverständigen dieleZ Kreises erllänen, daß die Entdeckung die wichligste sei, die in den letzten lO Jahren aus vielem Gebiet gemacht worden ist. Die neue Feststellung der beiden Schweden beftebl darin, daß, wenn ein außerordentlich schwacher elektrischer Strom durch«in Stück Achat over Schiefer und ein dainil in Verbindung gebrachte» Stück Metall gebt, die beiden Stücke so fest aneiuaiiderbastcn. wie ein Slück Skahl an einem Magneten. Da« Wichtigst« bei dieser Erscheinung ist aber, daß die Anziehung schon durch ein Millionstel Teil des elektrischen Stromes ausgelöst wird, der im Falle des Magneten und Stahls notwendig ist. Daher kommt die große Bedeutung der neuen Kraft kür Telephonie und Telegravbie, besonder« für die drahtlose, so daß vielleicht dadurch eine ganz neue Epoche der drabtloken Telepbonie und Teleqrapbi« eiiigeleitet wird. Der Entdecker de» Anlipyrlas. Professor Ludwig Knarr, ist im Alter von V2 Iahren in Jena gestorben, wo er als Do» zent und Leiter des Chemischen Instituts an der Universität seit 1880 tätig war. Schon vorher, als er noch in Würzburg lehrte, hatte er. und zwar durch einen Zufall, das wirksam« Fiebermittel entdeckt. das dann bald in die praktisch« Medizin eingeführt wurde, in der es trotz der Konkurrenz des Antifebrins und Pyramidons bis heute feinen Platz behauptet hat. Da» unsterbliche hühnerherz. Die amerikanischen Zeitungen berichten, daß e» dem zranzöstschen Gelehrten Dr. Tarrel, der dem Rockeseller-Jnstitut von New jjZork angehört gelungen sei,«in Hühnerherz so zu kaiiserdicren, daß S acht Jahre nach dem Tod« des Tiere? immer noch schlage. ES soll sich um die Verviellälti- stiing eines Herztragmente?' handeln, da» nicht einem lebendigen Huhn, sondern dem Embryo eine? Hühnchens im Jahre 1013 e»t- »ommen wurde. Tin Arzt und zwei Wärirrinne« überwachen diese» lebendige Iellengewebe, da» sich in einem GlaSgehäuie unter einer konstanten Temperatur von 40 Grad Eelsiu» befindet. Alle 48 Stunden wächst das Zellengewebe auf das doppelte Volumen, und der Arzt vollzieht unter den rigorosesten vorfichtsmotzreg-ln den Schnitt, der die jungen Zellen von den alte» trennt. Die alte» Zellen werden entfernt und nur die neuen der gleichen«uf» wird der Apparat der Relchsgetreldestelle nicht größer, sonder» kleiner. Präsident Rlerz(Reichsgetreidestelle): Durch die Hinausschi?- bung der Fristen kann die Durchführung der Umlage noch crmög- licht werden. Ein Vertreter der bayerischen Regierung ersucht namens der bayerischen Staatsregierung um Ablehnung der Vorlage und befürwortet den sofortigen Uebergang zur freien Wirtschaft. Staatssekretär Hirsch(Reichswirtschastsministerium): Das Interesse der Deoisenwirtschast muß in erster Reihe berück- sichtigt und zwecks Ersparung von Devisen die Gj: treibe- einfuhr auf das mindestinöglickie Maß eingeschränkt werden Die Zuschußwirtschaft muß nach den Erklärungen des Reichskanzlers künstig im Interesse besonders der Lohn- und Gehaltsempfänger beseitigt werden Abgg. Molkeabuhr(Soz.) und Schmidt(Soz.) warnen vor dem Uebergang zur freien Wirtschaft. Schmidt(Soz.) führt die Gegnerschaft der Landwirte, die sich früher für die Umlag« erklärten, auf die im Gesetz vorgesehenen Haftbestimmungen zurück. E» sst ungerecht, die Deputat« der Landarbeiter heranzuziehen, weh- rend die bürgerlichen Parteien immer die volle Abgabe der Deputate verlangten.— Weiterberatung Dienstag. Sapern entwaffnet! Mönche«, S. Inn«.(MTV.) Der Landeskom- misjar für Elltwasfnung der Zivilbevölkerung erläßt eine Vekannkmachung betr. die Waffenabgabe der Einwohnerwehr. Danach muß bis zum 10. Zuni auf Grund des Ultimatums der Entente die Ablieferung der Geschütze und Maschinengewehre der Selbstschuhorganisatio- n en. ferner bis 30. Znni die Ablieferung s a m t l i ch e r übrigen Waffen, die unter das Entwafsnungs- g e se h fallen, sowie der zugehörigen Munition der Interalliierten Militärkommission in Berlin amtlich angezeigt sein. Die bayerische Einwohnerwehr beschloß, die Entwaffnung freiwillig durchzuführen und die Ablieferung an die Reichslreuhandgesellschafl so rechtzeitig erfolgen zu lassen, daß die von der Interalliierten Militärkommissioa vorgeschriebenen Fristen gewahrt werden können. An die Mitglieder der bayerischen Einwohnerwehren ergeht die Aufforderung, die in Ihrer Hand befindlichen auf Grund des Entwassnungsgesetzes abzuliefernden Mililärwoffen nebst Munition nach Maßgabe der von der Leitung der Einwohnerwehren bereits bekanntgegebenen näheren Weisungen an ihre Organisation unverzüglich einzuliefern. Ttichtbefol- gung der Anordnung wird gemäß 8 13 des Entwassnungsgesetzes beftrafk. Rücktritt Escherichs? In großer Aufmachung teilt die„Deutsche Zeitung", ein« der Hauptsörderinnen der Orgelchorganisation, mit, daß in Kreisen, die Escherich gut kennen, versichert werde, dieser trage sich mit dem Ge- danken, angesichts der Not de« Reiches von seinem Posten als Leiter feiner Organisation zurückzutreten. Die„Deussche Zeitung" ist selbstverständlich über diese Absicht außerordentlich betrübt. Man gewinnt jedoch au» ihrer Meldung den Eindruck, daß Eschcrichs Rücktriusabsichten nur eine schöneGeste sind, die zwar allerhand Hoffnungen erweckt, tatsächlich aber zu nichts verbindet. In allen den Kreisen, die mit banger Sorge die ständige Bedrohung der deutschen Republik, hervorgerufen durch dos provokatorische Austreten der Cscherich-Garden, oerfolgt haben, würde der Rücktritt des Forstrats Escherich«in tiefes Aufatmen hervorrufen. Es wäre das erstemal, daß das deutsche Volk in seiner großen Mehrheit sich mit einer Handlung des bayerischen RcaktionärhäupUings einverstanden erklären könnte. Kundgebung der bayerische» Aozialdemokratie. München,<5. Juni.(TU.) Eine von Delegierten aus 70 bayeri- schen Orten beschickte Bezirkskonferenz der Sozialdemokrati- f ch e n Partei nahm einstimmig ein« Entschließung dahin an. daß die Regierung Kohr durch ihre Haltung in der Einwohner- wehrfrog« der Entente den Vorwand zur Androhung von Gewaltmaßnahmen geliefert habe und daß die Konferenz «in aufrichtige, und vorbehaltloses Zusammenarbeiten der b a y c- rischen mit der Reichsregierung fordert. ___ M-_____» betvahruna unterstellt. Da»„Herz", da» Dr. Tarrel aufbewahrt. ist also streug genommen die 1ö00. Generation, und die Fori' entwicklung de« Zellengewebes kann sich noch beliebige Zeit fortsetzen, vorausgesetzt, daß der Arzt nicht durch irgendein nngeschickle» Manöver dem Leben de» Gewebe» ein Ziel setzt. Dr. Carrel rrklärt da» Wachstum der Zellengewebe mit der Fort- dauer einer bestimmten chemischen Funktion oder Reaktion, in dcc er da» eigentliche Kennzeichen de» geheimnisvollen Vorgänge» ge- funden zu haben glaubt, den die gewöhnliche ungelehrte Mensch» heit als„Leben" zu bezeichnen pflegt. Aawrschnhpark Sylt. Der D ü r e r b u n d hat an die Pteußi'ch? StaatSregierung eine Eingabe gerichtet, die die Erklärung von Nord- sylt zwischen Kamven und List, womöglich aber auch von anderen hervorragenden Stellen auf den nordsriefischen Inseln und den Halligen zu Naturschutzgebieten erbittet. S» gilt, dieie durch ihre unberührte, ganz eigenartige Schönheit auLgezeichneleii Gegenden vor der Spekulation zu retten, die damit umgeht, au» Kampen oder List ein sogenanntes Weltbad zu machen. Schon vor Kriegsausbruch ist übrigen» eine solche motivierte Eingabe von AvenariuZ verfaßt und von einer großen Zahl Sylt kennender hervorragender Persönlichkeiten au« ganz Deutschland unterzeichnet worden. Wir nennen nur: Karl und Gerhart Hauptmann. Ääte Kollwitz. Max Liebennann. Hans Poelzig. Paul Schultze-Raumburg. Der Slcwierverbrauch de» Sinos. Welche gewattige Anforde- rungen da» Kino an ein Klovier stellt, kam dieser Tage bei einer englischen Gerichtsverhandlung zur Sprache. Ein Zeuge erklärte, daß ein Klavier nach dreimonatigem Gebrauch in einem Kino un- brauchbar sei, und der Richter berechnete daraufhin:„Vier Klaviere in jedem Jahr bei 4000 Kinos macht 16 000 Klaviere im Jahr. Ein gutes Geschäft für die Klavierfabriken!" Aber der Haken ist der, daß die Klaviere im Kino, auch wenn sie unbrauchbar sind, noch weiter gebraucht werden. Das Grab Virgil, mitsamt dem Grundstück auf dem sich die letzte Ruhestätte des römischen Dichter, befindet, wird nach De- richten au» Neapel für 100 000 Lire zum Verkauf gestellt. Gin neue» Werk von Arno Holz. Im Verlag von Alfred Richard Meyer. verliti-WilinerSdorl, erscheint demnächst, jedoch nur sür Subskribenten. ein großes, bisher uno-röffentlichte» Gedicht von Arno Hol,„Li-Tai-Ve". Der Dichter betchästigt lich darin mit einer neuen myitiichen' Zahlrntheorie, die er al» praltlsch notwendig zu erweisen versucht. »Salvation- nennt sich«ine neue Berliner Au»st«llung«r>ereiiiigi,ng. deren Jury nicht au» Künstlern, sondern ou« Kunltlachverständigen besteht Sie will sich keiner bestimmten Richtung anichließen und nur kleine Au». ftellungen von böchften» 300 Kunstwerken verailstalten. Die erst« lost Ansang Sedtemdrr stattfinden. Der geschästlichc Leiter ist Verlagsbuch. Händler Echtermeier. Am Ruptergraben Die Kunsthandlung Fritz Gurlitt. Potsdamer Straß« 113, eröffnet am Dienstag, den 7. Juni, ihre neue?lusstellung mit Kolletttonen von Gemälden von Lorn» gormiij, Erich Heckel. Ludwig Kirchner, Otto Rüster Heinrich Ronen. Max Pechftew, Schmidt Rottluff. Ferner werden Zeicht vnngen und Aquarelle von Jowlensky, Koloschka, Scharst, Ionlhur, Klein usw. gezeigt. Tie �idllothek des KuusigewerbemuscumS stellt im Juni in ibrem L« k« I a a l Entwarse zu Eigenmarten von MttglUdern des Bunde« Deutscher GedrauchSgraphil«. Lande-gruppe Berlin-Lrandeaburg, au«. Nr. 2SZ«ZS. Jahrgang Beilage öes vorwärts dienstag, 7. Inn! 1921 ZTmI Mglieder-SersammluM« der SPS, in Groß-Verlin! E>roß'�erlln Der weiße Sarg. Sirahenbahnen, Autoniobile, Wagen, Radfahrer, alles jagt und tobl die Straße entlang. Aber mitten durch diesen Lärm zieht ein schwarzer Wagen seine einsame, stille Spur. Langsam und dennoch mit einer gewissen Unrast strebt er vorwärts. Schwarz ist der Wagen, schwarz sind die Pferde, schwarz sind die Männer, die ahn begleiten. Hinterdrein geht ganz einsam ein hochgewachsener Mann. Er hält den Blick zu Boden gesenkt. In der Hand trägt er einen Busch blutroter Rosen. Und mitten über diesem Schwarz schwebt ein leuchtende» Gehäuse, ein weißer Sarg. Es ist lein kleiner Sarg, der einen kleinen Menschen bergen würde, ein Kind. Der weiße Schrein ist groß und lang und den die weißen Bretter umhüllen, da» war ein Erwachsener. Die Sitte des Nordens kennt nur schwarze Särge. Da» reine Weiß der Un- schuld blieb den Kindern und den Jungfrauen. So kündet auch dieier Sarg, daß er den Leib eine» Mädchens einschließt. Mehr verrät er nicht. Bielleicht ruht in ihm ein einfaches Schicksal, nur gramvoll für Eltern und Geschwister. Eine Krankheit rafft einen blühenden jungen Leib dahin. Vielleicht ober sargte man mit dem jungen Leib auch ein junges Geheimnis ein, nur diesem Menschen bekannt, und— einem einzigen anderen, der jetzt fern. Weiß der einsame Mann hinter dem Wagen von dem Geheimnis? Ahnte er es? Oder wußte er nichts? So wölkt sich schweres Sinnen um das seltsame weiße TotenhanS. Ter Wagen hält vor dem Friedhofsportal. Der weiße Sarg wird herabgehoben. Der Mann hinter dem Wagen entblößt das Haupt. Als der Totenschrein an ihm vorbeigleitet, sieht es aus, als wolle er sich auf ihn stürzen. Dann reißt er sich zusammen, bückt sich nach den Rosen, die ihm entfallen sind und geht gebeugt hinter dem Sarg auf den Friedhof. Er wird noch einmal den Deckel heben lassen und in starre weiße Mädchcnhände blutrote Rosen drücken. Und indem man wieder den Blick wendet, sieht man überall, straßauf und-ab Menschen stehen, Frauen und Mädchen. Sie haben Tü-ber in den Händen und trocken heiße Augen. Frauen und Mädchen, die Hüter der Geheimnisse de� Lebens: sie ahnen und begreifen die Tragik, die darin liegt, daß ein weißer Sarg durch den sommerhellen Tag fährt zur Zeil der blutroten Rosen. Zum Tode Harry Waldens. Die Gattin Harry.Maldeps. ist jetzt auch ihrem. Gottey-und Sohn in den Tod gefolgt und ihren schweren Ersetzungen er, legen.-5» einem Brief, den sie zurückließ, schreibt sie, daß sie es w är, die i hre m Ma n n u n d i hmetn So hm na ch Verabreichung von mehreren Morphiumspritzen die Pulsadern öffnete, um dann selbst Hand an sich zu legen. Ms Motiv für ihren Schritt erklärt sind, sie habe ihren ' Mann, den Sohn und sich selbst von dem schrecklichen Anblick des körperlichen Verfalls befreien wollen. Die Leichen liegen zurzeit noch im Krankenhaus Westend, wohin die drei Schwerverletzten gestern gebracht wurden._ Ter Konflikt im Lazarett Schlosi CHarlottenburg. Wegen der Vorkommnisse im Lazarett Schloß Charlottenburg, über die wir am Sonnabend berichtet haben, fand am Sonntag aus dem Luisenplatz vor dem Schloß eine Versammlung statt. Die Lazarettinsasscn wollten öffentlich Klage über die Behandlung führen, die ihnen in diesem Konflikt zuteil geworden. ist. Einem uns darüber zugehenden Bericht entnehmen wir folgendes c Acht Leuten hat man die notwendige Nahrung enizogen, und einigen verweigert man ärztliche Behandlung. Einer ist vor kurzem operiert worden, der Beinstumpf ist noch offen, einem anderen ist der Stumpf angemachten— keine H'Ife I Käme« raden, die Nahrung reichen, sind mit Strafe bedroht; Pflegekräfte haben für jede Linderung des ärztlichen Boykotts die Enllassung zu gewärtigen. Diese Angaben wurden von den bedauernswerten Leuten in der Versammlung form- und kunstlos, aber in bitterer Erregung vorgebracht �Die Vorgänge— fährt der Bericht iort— find nur einzelne Kampfhandlungen mit dem Ziel: Auflösung des Lazaretts. Dieser behördliche Krieg geht schon lange. Die Opfer des Weltkrieges sollen aus dem herrlichen Park heran?, sollen hinein in ein enges Haus in der Alexandrinenstraße, das sie einen Stall nennen. AuS den Kreisen der Lazarettinsasien geht uns noch eine ans« führliche Darstellung zu, die jene Angaben bestätigt. Sie betont im übrigen, daß die Lazarettinsassen in ihrer Gesamtheit ruhig und friedlich sind. Wenn Vertrauenspersonen das Recht der Kameraden und auch ihr eigenes mit Entschiedenheit gewahrt baben. so könne man ihnen das nicht verübeln. Wirkliche Uebergriffe, die vorgekommen sein sollten, seien natürlich zu be« dauern. Der Vorfall, bei dem ein Arzt und ein Patient sich prügelten. bedürfe noch der Ausklärung, Gegen die Verfügungen, die rücksichts- loses Vorgehen anordnen, habe die Mehrzahl der Kameraden sich ausgesprochen. Noch am Sonntag ist eine neue Verfügung gekommen, die für den ll.Juni die Auflösung des ganzen Lazarettes androht, falls die zur Entlastung verurteilte Patientengrnppe nicht bis zum 8. Juni da? Lazarett verlassen hat. Zwei davon sind übrigens inzwischen schon ausgeschieden. Allem Anschein nach wird sich ein Weg finden lassen, den Konflikt beizulegen, ohne daß zur Auflösung des Lazaretts geschritten werden muß. Zu gönnen ist es den Insassen des LazarertS Schloß Eharlottenburg, daß sie ihre weitere Behandlung da draußen in dem herrlichen Park abwarten dürfen. Leider kann ja bei den meisten dieser Unglücklichen, von denen viele schwer verstümmelt sind, von Heilung keine Rede sein. Verliebte oder hypnotisierte Frauen? Die in medizinischen und juristischen Kreisen viel erörterte Frage, in wieweit die Hypnose strafbare Handlungen auslösen könne, beschäftigt jetzr die SraarSanwaltschaft beim Landgericht III. Der bekannte Hypnotiseur L o Kittag ist unter der Beschuldigung verhaftet worden, zwei Ehefrauen durch seine hypnotische Kunst veranlaßt zu haben, ihre am Kurfürstendamm befindlichen kostbaren Wohnungseinrichtungen zu verkaufen und den Erlös auf einer gemeinschaftlichen Vergnügungsreise nach Schierke zu verjubeln. Nachdem der Beschuldigte aus Antrag seines Verteidigers aus der Hast enitässen worden ists trimmt das Verfahren nunmehr durch Vernehmung medizinificher Autoritäten seinen Fortgang. Aus Veranlassung des R.-A. Dr, JuloisM e'y er I sind die Akten durch den UnrersuchangSrichter Lemke» nunmehr an den bekannten Psychiater Geheimral Dr. Moll übermittelt worden zur Erstattung eryeS Gutachtens, ob, wie die Staatsanwaltschaft behauptet, die Damen durch Hypnose in unzurechnungsfähigen Zu- stand versetzt worden sind oder ob, wie der Verteidiger behauptet, eine der üblichen weiblichen VerHebthetten vorliegt, wie sie heutzutage am Kurfürstendamm vorkommen sollen. Die Dezirksversmnmlung des 19. Bezirks(Pankow) beschäftigte sich mit dem diesjährigen Etat, der eine Einnahme von 21 488 000 M. und eine Ausgabe von 58 398 000 M. aufweist, so daß noch ein Bedarf von 36 910 000 M. notwendig ist. Sämtliche Redner aller Parteien gaben ihrer Unzufriedenheit über den Etat Ausdruck. Die sozialistischen Redner kritisierten die ollzuniedrige Einsetzung von Mitteln für soziale Aufgaben. Namentlich war es der Redner der SPD., der besonders auf die Aufgaben der Jugend- fürsorge und Gesundheitspflege hinwies, wie verheerend der Krieg in dieser Beziehung unter den Menschen gewütet hat. Nach einem Appell an den Magistrat, bei diesen Positionen Streichungen nicht vorzunehmen, klangen seine Ausführungen aus in den Wunsch, alle Kräfte zusammenzufassen, um durch praktische Arbeit Groß- Berlin aus den schwierigen Verhältnissen herauszubringen.— Bei der Abstimmung fanden sich Deutschnationale und Kommunisten zusammen und stimmten gegen den Etat, der mit den Stimmen der andern Parteien schließlich angenommen wurde. Einen Sängerlag in Pankow veranstaltete am letzten Sonn» abend das Volksbildungsamt dieses Bezirkes. Bei dem prachtvollen Wetter hatten sich die Gäste zu Tausenden im Bürgerpart ein- gefunden, der für solche Massenveranstaltungen wie geschaffen ist.- Mit Ausnahme eines einzigen Vereins nahmen sämtliche Gesangs- Vereinigungen Pankows an dem Abend teil, dessen umfangreiches. künstlerisch beachtenswertes Programm den einzelnen Chören gute Gelegenheit bot, ein hohes Maß choristischen Könnens zu zeigen. Chollisdsr von Beethoven, Mozart und Silcher gaben dem stim- mungsvollen Sommerabend die rechts Weihe. Einen erfreulichen Be- weis dafür, welch vorbildliche Leistungen gerade unsere Genossen in der Gesangskunst aufzuweisen haben, boten die Vorträge des „Sängerchors SPD. Pankow*, die vorzüglich einstudiert und ge- leitet waren. Der große Erfolg des Abends sollte anderwärts zu ähnlichen Veranstaltungen anspornen. Zum Keichsschulgesetz. Die Bezirksgruppe Groß-Berlin der „Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Leh- r e r" beschäftigte sich in ihrer stark besuchten Sitzung am 4. Juni mit dem Entwurf zum Reic�sschulgesetz. Nach eingehender Erörterung wurde eine Entschließung angenommen, in der eine großzügige Propaganda gegen den Entwurf, der eine Bedrohung unserer'Volkskultur bedeute, gefordert wird. Es wird darauf hingewiesen, daß die weltliche Schule die einzig wirkliche Gemeinschaftsschule ist und daß sie daher als Normaltyp im kommenden Reichsschulgesetz verankert werden müsse. Für die Propaganda stellt sich die Arbeitsgemeinschaft bereitwilligst zur Per- sllgung. Die Eröffnung einer zweiten Girokasse durch die Lichten. b e r g e r Städtische Sparkasse, jetzt Bezirkssparkasse für den Verwaltungsbezirk 17, erfolgt am 13. Juni im Haute Boxhagener Straße 55, Ecke Wühlischstraße. Die Kasse, die der in demselben Raum untergebrachten Sparkaffenzweigstelle I angegliedert ist, hat die Aufgabe, den Depositen-, Kontokorrent-, Scheck- und Girover« kehr zu pflegen und ermöglicht den Geldüberweisungsverkehr nach ollen Plätzen des In- und Auslandes. Gtntrittsfrcie Tage im Kaiser- Friedrich- Museum sind von jetzt ab Mittwoch und Sannabznd(statt bisher Mittwoch und Freitag). — Das Schloß am Lustgarten wird neuerdings in immer sleigendenr Maße von Personen ausgesucht, die der irrigen Meinung find, daS daselbst im Entstehen'"Gegriffene Schloßmuseum sKurlfigew-rbemuleum) sei~ bereits zu besichtigen. Demgegenüber wird daraus bingcwicsen, daß dieses'" Museum noch nicht e r ö s s n e t ist, und die Eröffnung auch vor dem Monat.. Juli b. I. nicht zu erwarten steht. Diese wird seinerzeit rechtzeitig- bekanntgegeben werden. Zugea�peihe Eöpenick. Im Herbst d. I.(voroussichtlich am Sonntag, oen 18. September) findet wieder für alle diejenigen Kinder, die die Schule rerlassen und deren Eltern auf die Zere» monien der Kirche verzichten, eine würdige„Jugendweihe* statt. Es ergeht hiermit an alle freidenkenden Eltern von Eöpenick, Friedrichs- Hägen, Rahnsdorf, Grünau, Bohnsdorf usw. die Aufforderung, die Anmeldungen ihrer in Frage kommenden Kinder sofort, spätestens. jedoch bis 15. Juni, in Cöpenick, Kietzer Str. 6(Schlag), Laden, oder in den Unterrichtsstunden der Freireligiösen Gemeinde, jeden Diens- tag von 3—6(Schule Wilhelmstraße), jeden Donnerstag von 3— 5 '(Schule Borgmannstraße) bewerkstelligen zu wollen. Der Bor- bereitungsunterricht sowie die Teilnahme an der Jugendweihe ist kostenlos. 8Zj Sline Menschenkind. III. Der Sündenfall. Don Martin Andersen Nexö. Die meisten Frauen waren vom Vormittag an im Kruge und halfen Kaffeebrot backen, Bier und Branntwein abzapfen und Brot schneiden. Bon allen Sorten war eine unbegreif- liche Menge aufgestapelt: es war nicht zu fassen, wie der Krug- wirt das alles hatte auftreiben können. Brot, Aufstrich und olle Arten von Belag— man hätte meinen sollen, daß für ein ganzes Jahr genug Essen da war. Er selber leitete das Ganze— er und Martha! Sie hatte nach dem Tode der Frau das Regiment im Haufe übernommen und ersetzte ihm die Frau so gut wie ganz. Jedenfalls zankten sie zusammen, wie nur Eheleute es tun dürfen, und bissen einander gehörig. Punkt zwei Uhr waren alle Bewohner des Dorfes ver- sammelt. In kleinen Gruppen standen sie in der Nähe des Festplatzes, starr vor Spannung und Befangenheit, und war- teten darauf, geladen zu werden. Die Feiertagskleider, die man selten anzuziehen Gelegenheit hatte, bewirkten Zucht und Anstand; wenn eines von den Kleinen den Platz betrat, winkte man ihm mit feierlichen Gebärden, zurückzutreten. Lars Peter und seine Kinder standen etwas abseits.„Man soll sich nie vordrängen!" sagte er ermahnend und hielt sie zurück. Sörine war nicht mitgegangen: sie fühlte sich nicht wohl und hatte sich ins Bett gelegt, und Stine half ja beim Auftragen. Sie stand unter den anderen Frauen am Anrichtetisch und sah ganz ver- gnügt aus. Sonst waren alle hier versammelt. Mit Aus- nähme der beiden Alten aus dem Pfannkuchenhaus: die Frau war freilich wieder auf den Beinen, aber die beiden beteiligten sich nie an dergleichen.— Selbst Kinder, die konfirmiert und im Dienst waren, hatten sich heute frei genommen, um das Scheunenfest mitzumachen. Auch der alte Fischer Lau, der das letzte Jahr wegen Gichtschmerzen zu Bett gelegen hatte, war erschienen: sie hatten ihn hergetragen und bis auf weite- res auf das Dünengras gelegt: er glich einer Kartoffelschale in der Wärme, so zusammengeschrumpft war er infolge der Gicht. Und der Bornundhinten-Jakob mit seiner Flinte war auch da. Es zog sich in die Länge, bis zu Tisch gebeten wurde: der Krugwirt ließ auf sich warten. Endlich kam ein Bursche vom Hof her gelaufen und redete etwas mit Martha: da ging sie an die Gruppen heran und sagte:„Bitte schön!" Es war ganz drollig, so im Freien bei Tisch zu sitzen— die ganze Bevölkerung! Oben vom Tischende her, wo Lars Peter mit seinen Kindern saß, konnte man den ganzen langen Tisch übersehen, mit allen den Stapeln von Schnecken und Zuckerbrot— und konnte verfolgen, wie die Frauen sich von beiden Seiten mit den Kaffeekannen heranarbeiteten.„Wir sind die letzten!" flüsterte Schwester Else. „Die Reihe kommt auch an uns," sagte Lars Peter be- ruhigend..„Bloß Geduld!" Nun entdeckte Stine, daß sie noch nichts bekommen hatten, und brachte die Kanne.„Sieh den Jakob an," flüsterte sie lachend, wählend sie dem Pater einschenkte. Der Vornund- Hinten-Jakob hatte einen ganzen Stapel Kaffeegebäck zu sich herangezogen, aß wie ein Hund— mit der einen Seite des Schlundes— und knurrte, wenn jemand etwas von dem Stapel nehmen wollte: die Flinte hatte er zwischen den Knien. Auch den alten Lau hatte man auf einen Stuhl nieikergesetzt. Es waren wohl mindestens hundert Menschen hier bei- sammen, und doch war für noch mehr gedeckt. Das ganze andere Tischende war frei; dahinter sah man das Feuer mit dem gewaltigen Kupferkessel, der zwischen drei Stützen hing. Rasmus Olsens Frau war Koffeewirtin. Sie sorgte für den Kessel, ohne sich von irgend etwas stören zu lassen! Mit einer großen Schöpfkelle in der Hand, mahlte sie die Bohnen— ein Pfund war es wenigstens. In dem Augenblick, als das Wasser ins Kochen kam, streute sie den Kaffee mit sicherem Wurf darüber hin.' Er sank zu Boden und das Wasser hörte einen Augenblick auf zu kochen. Dann wallte es wieder auf — und nun war der entscheidende Augenblick gekommen! Madam Olsen schleuderte wie der Blitz drei Flundernhäute in den Kessel, stieß ihn vom Feuer hinunter und reckte sich. j5o, das wäre geschehen!" sagte sie. Keiner im Dorfe konnte Festkaffee kochen wie sie! Als die ersten drei, vier Tassen getrunken waren, spürte man den Drang, den Mund auch zu etwas anderem zu ge- brauchen: die Männer begannen einander zuzurufen.„Na, wie geht's, Lars Peter, kriegst du bald mebr Leut' an den Tisch?" fragte Rasmus Olfen.„Es wird leichter— wie das alte Weib sagte, als es die Buren verlor," erwiderte Lars Peter. Am ganzen Tische wurde aelacht, und die Unterhal- tung kam in Gang— über das Wetter heute und das vor acht Jahren beim Scheunenfest. Die Männer schritten einer nach dem andern über die Bank weg und versammelten sich mitten vor der Stelle des Tisches, wo der Bornundhinten-Jakob immer noch gierig drauflos aß. Er hätte längst den ganzen Stapel verzehrt, aber die Zunächstsitzenden fuhren fort, ihm Kaffeegebäck zuzuschieben. Drüben auf dem Anrichtetisch stan- den die Zigarren— ganze fünf Kisten; beabsichtigten die Frauenzimmer etwa, sie selber zu rauchen? Na, nun besann Martha sich und brachte sie.„Nehmt zwei," sagte sie um ihren Fehler wieder gutzumachen und ging in der Runde herum. Geizig war sie jedenfalls nicht— denn das Ganze würde ja doch einmal ihr gehören! Etwas Besonderes mußte anläßlich des Tages geschehen: so schlenderten denn die Männer langsam in geschlossenem Trupp zum Hafen hin; es war eine Art Ausflug, den sie unternahmen, während die Frauen abdeckten und den Abendtisch zurechtmachten. Am Spritzenhaus trafen sie den Krugwirt in Gesellschaft von ein paar Männern, die aussahen wie Vertreter der Obrigkeit. Vielleicht war man gekommen, um ihm das Ganze abzuneh- men, besonders vergnügt sah er jedenfalls nicht aus! Und er wollte auch nicht haben, daß die Fischer an den Hafen gingen.„Ihr solltet einen kleinen Spaziergang ins Land hinein machen und euch die neue Anpflanzung mal ansehn," sagte er, während er an ihnen vorüberging,„das gibt Appetit fürs Abendbrot." Sie blieben eine Weile steben und über» legten es fich� dann schlenderten sie in den Dünen umher. um ein Schläfchen zu tun. Der Gedanke, anderswohin zu traben als zum Hafen, erschien ihnen ganz unfaßbar. Die Rednertribüne fand nun also keine Verwendung—> dank dem unwillkommenen Besuch, den der Krugwirt bekom- men hatte. Es war eigentlich beabsichtigt gewesen, daß er zwischen den beiden Mahlzeiten eine Betstunde mit Predigt und Gesang veranstalten sollte. Run bekam man ihn den ganzen Nachmittag nicht zu sehen: auch als die eigentliche Festmahlzeit ihren Anfang nehmen sollte, war er noch nicht gekommen. Die Handwerker von der Villa waren jetzt mit unter den Gästen, sie brachten sofort Leben in die Bude.„Laßt uns lange Burschen an dem einen Tischende sitzen," sagten sie zu den Fischern— sonst müssen die Flaschen sich die Seele aus dem Leibe rennen, um herumzukommen." Sofort wurde der Umzug bewerkstelligt, und ganz ohne Gelächter ging's dabei nicht ab. Die Kopenhagener wollten unbedingt baben, daß einet von ibren Leuten zwischen die Kinder gesetzt wurde; er sei noch nicht entwöhnt, behaupteten sie. Er setzte sich auch dorthin, nahm aber eine ganze Flasche Branntwein mit. drückte sie an sich, zum großen Vergnügen der Kinder und Frauenzimmer. Die Sache endigte damit, daß seine Käme» raden ihn anbetteln mußten, wieder zurückzukehren. (Forts, folgt.) Clnc gefährliche kiuderfremidin ist in Neukölln aufgetreten. Nor dem Haus« Emserstraße 109 sprach sie die dort spielende fünf- Mrige Erna des Bureauangestellten Theedorf an, fragte noch der Wohnung der Eltern und bat die Kleine mit hinaufzukommen, da sie ihr ein neues Kleid schenken wolle. Auf der Treppe nahm sie dem Kinde Maß, zog ihr dabei dos Kleidchen aus, steckte es in eine mitgebrachte Markttasche und hieß das Kind einen Augenblick warten. Natürlich ließ sich die Schwindlerin nicht mehr blicken. Nach der Beschreibung des Kindes ist die Gaunerin etwa 2b Jahrs alt und war mit schwarzem Rock und ryeißer Bluse bekleidet. Alle Ellern werden vor dieser Person dringend gewarnt. Friedeosbter. Berliner Brauereien bringen, wie im Inseraten» teil der heutigen Nummer bekannigegeben wird, vom 8. Juni d. I. ob nur noch Bollbiere in alter ftriedensqualität in Fässern und Flaschen zum AuSstotz. Damit ist den vielfachen und dringenden Aünsiben des biertrinkenden Publikums und der Brauereien nach Bieren in Kriedensgualität endlich Rechnung getragen. Sltidfllche Werke mit ZMllioncnüberschuß. Bei den Charlotten- ourger städtischen Werten hat stch nach Abschluß des Rechnung?- ,ahres ein G-samtüberschuß von 26 555 000 M. herausgestellt, der sich sogar noch um 1823000 M. aus rückständigen Beilrägen der Hausbesitzer für Bassergeld erhöben wird. Di« Gaswerke haben «inen Reingewinn von 17 058 600 M. ergeben, bei den ElektrizitätS- werken berrägt der Reingewinn 8 ISO 000 M. und bei den Wasier- werken 279000 M.. hierzu kommen die bereits erwähnten 1 828000 M. aus Wassergeldern. Dillige Mich tu Spandau. Die Mlchbändler in Spandau wollen von heute ab die Mrlchkarten abichosfen und haben davon das Ber« liner Milchamt verständigt und wollen die Milch«jZ.iOM. verlausen. ®t« verweisen auf die großen Milchmengen, die täglich wegen der hohen Milchpreise nicht verkaust werden können. Die Scala, Lutherstrahe, hat in diesem Monat eine Reih« erst- klasstger iitteriiationoler Artisten verpflichtet. Au« der Fülle des Gebotenen möchlcn wir zunächst JennieundElliSÄmaranth. diemitibren manchmal elwas grotesk wirkenden amerikanischenTänzen stürmischen Beifall ernteten, hervorheben. Die edle Tanzkunst wird außerdem noch vertreten durch die schmiegsam« und teurige Svanierin Carmen Rosa. Hervorragende Leistungen auf dem Gebiete der Gymnastik und Akrobatik zeigten das Bernhard-Trio und die b�umazetti. Chos. Hera verdient den Nomen eines Meisters der modernen Jongleurkunst mit Rechi; mit fabelhafter Sicherheit übt er sein« Künste mit allen denkbaren Obsekten. Als erstklalstg« Kraftmenschen erwiesen sich die zwei Red am«, die auch im Stellen plastischer Kampsgrupven Hervorragende? leisteten. Lobende Erwähnung verdienen auch die schwedischen Komödianten Johnson und Johnson, die humoristische Nadfahrerfamilie Artur Klein und der Kammersänger Anton Bürger. Biel belacht wurden die Borführungen der Zauberer und Aniisviritisten Hermez und Cortez. Während der eine die verblüffendsten Zauberkunststücke verbezste. ließ uns»ein komischer Partner einen Blick hinler die Kulisien der.Zauberei' werten. «erleg, in« von«Dienftsteaen in stsriedrichskelde-Karlshor«. Di« Bureaus der DirtschaftSabtetlung griedrichsieide. WIlbelmttr. g, sowie dl« KarienaiiSgab« helle in Sarlsbortt. Dzlibokntr. gl. find am S. d. SR. nach dem Dienslaebälide in Karlsdorfi, Tresckowalle« 44. verlegt. Pom Dienstag. '• Juni, ab erfolgt die Slbsertigung der Einwohner ans den Ortsbezirken FriedrichSselde und Karksborlt in Angelegenheiten der Milch- und Zucker. verkorgung, Krankenernährung. Fullerverteilung sowie die Ausgabe der rroch bestehenden Lebensmittelkarte» im Dicnstaebäudc TreSckowallee 44 1 Trepp«. Zimmer 6. .. Bebäck auf Villchkarien. Im Monat Olunt gelangen auf ifie lür diesen Monat gültigen Milchkarten AI, All, B1 und B II je 260 ®*a,Bat Gebäck an Kinder im 1. Bis 4. Lebensjahr« zur Berteiwng. Di« SlnSgab« erfolgt durch die Krankenkofioerkauisfiellen gegen Ablrennung der oberhalb de« MittelslllckS der Mllchkacten befmdlicheil Ab. schnitte A I. A ll. B l und B II. Sozialdemokratikche«rbeiterjugeud Lichterfelde. Am Mittwoch. den A Juni, abends 1l}7 Uhr, ipricht Genosse Paul O lb erg im Äugend- beim über die„Republik Georgien�. Anschließend daran rezitiert die nomn Altvme V ellm a n» einige Gedichte bedeutender»georgischer Dichter. Tin Rucksack ist am Sonntag in einem Zug d-?r Strecke Strous- Berlin gefunden worden und gegen Ausweis abzuholen bei Hübner, Nostizstr. 35. Ttenogrophenverei« Seolze-Schrey. Nordbezirk. Uebungen kür Damen und Herren Dl-nstag van 7>-— g-i, Är 120. Gemünd«. schule, E-rtenstr. 107».' 13. Tit. 71a Ilhr bei®Xie(lM, Dosserthorstr. tS. Thema: auf da» ZffeiUIiche Leben». Ref. Pastor Francke. 14.«dt. .Me Berl rih�chr un Eaol 5 des Otmetffchofuhmifc«, Engelufer K Schema Ref. fflen. Tausendschön. .Die Folgerungen Zilmschau. »Der Gchwur des Peter Hergatz--, ein sünfaktiges Filmdrawa, läuft im Tauen ____„die______________________ «oelter Form, die allzu deuttich den weiblichen Persasser verrät. Daß ein leichttebiä veranlagter Mann sich und andere WS Unglück bringt, W so alt wie die Mensch best selber. Kein einziger neuer Gedänte. kein neuer<»s«- sichtswtnkcl. alles nimmt seinen Gang wie stüher in den Zebnpiennigbesren mst hundert Fortsetzungen. Auch die Riihrseügleit sevlt nicht. Dazu arbeil rt der Regisseur Rau mit übermäßig vielen Grofiausnabmen. vornehm» tich mst Emst JanningS als Hauptdarsteller, die. weil fi« hervorragend nalur- getreu gespielt werten, viel-ack- abstoßend wirken und atS Uebcrregie abgelednl werden müssen. Sinzig erfreulich an dem Film ist, daß er-in ruhige« Durchs chntttStempo hat, nicht da« lon'l übliche SichüSerbaiten der Bilder, die übrigen« recht dübsch« Freiausnahmen au« den Alpen zeigen. Bon emec Usapremier« sollt« man mehr erwarten dürfen. Ein schlechtes Lustspiel zuvor konnte selbst Arnold Rieck mit all seiner Komik nicht heraus- reißen. »Blnt wider Blut» heißt ein Film, der sein« Uraufführung stn Sportpalast erlebte. Magnn« Stüter al« Arzt spielt Parin mit guter Mimst,»äte Haat gibt ew« vortrrffiiche Partnerin. Ganner und Hoch. ftavler bilden bei der Handlung das„betebende-- Element. In der zwcilen Uraufführung„Die Flucht durch Fiammen» ist der Kstiw etwa« reichlicher als erlaubt vertreten. Zwischentexte wie: Durch Hunger mid Durst willig— lprechen für sich. Die.Lila Hölle-- soffen: Freudenbauil lann «an hier kennen lernen. Eines Tage« gebt die Lude in Fiamm'en auf nnd zwei Letdensginähriinnen benu,«n diele Sekegenheit. um zu entfliehen. Erna Bognar sowie Heinz TreSkow hatten sich dem sragwmdizen Stoff gut «g�aßt, während Gertrud Berrh eine würdig« Sesitzetw der.Llla Hölle» Sroß-Serliner parteinachrlchtea. Heute. Dienstag, den 7. Zuni: Zuagsozialigen. tdruppe Ltchtenbeea. Tla Ilhr bei Schlenlrich, Timglonste. 11, Bortrag über„Bodenreform--. Ref. veooffe SSngcr. ss. Abt.?s4 Uhr bei ttößler, Tieckstr. 24, Pvctrag„Weliliche und christlich» Weltanschauung. Ref. Dr. r>ftrows?i. Araveaabeode aw Dienstag, den 7. Zuni: W.«St«dleeshof. 7H Uhr im getchensoal der Schal« Radickestr. Z. Thema: „Wohlfahrtmifleg«-'. Ref. Ben. Elfried« Rgaeck, M. d. R. 1*0.«St«itteuaa.'hi Uhr bei Scholz. Hauptstraß«.' Morgen, Mittwoch, den S. Zuni. Mitgliederversammlungen: L Ilbt.?sq Uhr in ber Schulaula«aguftstr. kg. Thema:„Wohnungsnot und Mieterfraaen». Ref. Gen. Tanger. >.«St Hi Uhr bei Ohngemach, Nonmianbantenftr. W. Thema:„Ultimatum uud Arbeiterschaft». Res. Gen. Richter.Zteumlwster. 4.>St'V4 Uhr im Rationalhof. Biilowftr.«7. Themu:„Die Krise in der Weltwirtschast». Ref. Mar Gru-iwald. S. tSt 7>a Uhr in der Ärndt-Realfchule. Palast. Hinteilreppeuromantii m etwa« oe:» und«rbeiterschast-- . Belle-Alltanee-Str. R>. Thema: Ref. Senossin Kegscheider-Ziegler, Z- Staate». Sartenstadtschul«. Ritglie. Bahnhosstr. 1Z, Mitgliederversammlung. „Ulttmanlm M. d. L. s. tot ni Uhr Paßevhofer Brauerei, Fldlcwstr. 2,8. Thema:„Die politische Saga». Ref. Den. Päßel, M. d. L. 7. tot m Uhr Blücher. Säle, klück) erste.«. Thema:„Die politisch« Lage». Res. Den. Erich ttuttner, M. d. L. s. tot 7J4 Uhr bei Rabe. Fichteftr. 2». Thema:„Deutschland und Amerika». Res. Genosse Eonrad En mann. S. tot TM Uhr im Relchenberger Los. Reichenberger Str. 147. Thema:..DI« wellliche Schule und dl« Elternbeiräte". Res. Een. Lehrer stnief. 11. Abt 7H Uhr bei Pcielcr, Cuorystr. lt. Thema:„Die äußer« und die » sbeN. Arthur HÜUßler. I r. ic„x.uy-w..._w,mLU, uud uui>■. vui..lu...dducuuci.)uuuu. tt tot 7% Uhr Schulaula Wrangelstr. 128. 33,«m«:„Die Aufgaben ber ve» i lung im kleinen Saal des.�tarlegarteu», Neukölln, llarltgartenstratze. Beide «uauuitsse in Rußland' I MW>WWW»> Ii. Abt. 7 ig Uhr bei Schreiber. Holzmarltstr. KZ. Thema: des Ultimatums". Ref. Gen. Regierungsrat Dr. Hohn. II.«St 71a Uhr im Andreos-ltasnio, Anhreasstr. S. Thema:„Die preußische Regierung und die Sozialdemokratie». Res. Gen. Eugen Brückner. 17. Abt. Iii Ilhr in der Schulaula Hohenlohestr. 10. Thema:„Die politische Lage». Ref. Genossin Mari« Iuchacz, M. d. R. 1K. Abt. 7zi Uhr in der Echulaula Littauer Str. 18. Thema:„Kirche und Sozialismus». Ref. Den. Ziarrer Bleuer. II. Abi. Ith Uhr bei Schulze, Samariierftr. S8. 20. Abt 7la Uhr im Echulsoal Betersburger Str. 4. Thema:.Wilhelm Lieb- tnccht. Ref. Gen. Dr. Max Schütte. 21. Abt. 714 Uhr im Poradiesgarten, Landsberger Allee 1ZZ. Thema:„Die Aufgaben unserer Genossen in der Reichsregicrung». Ref. Abg. Strunk. Gossel. 22. Abt 7H Uhr Heinrichs Festsale, Große Frankfurt« Str. 80. Thema; „Bolltische Tagesfraqen. Ref. Gen. Johannes Haß. 23. Abt 7V& Uhr in der Schulaula Pasteurftr. 5. Thema:„Die giele des Pazifismus». Ref. Gen. Semkert. 24. Abt. 7za Uhr in der Schnlaula Ehristburger Str. 14. Thema:„Meine Erlebnisse in Rußland». Ref. Gen. Grimm. 25. Abt. ni Uhr im Bürgerbeim, Alt« Schönhauser Str. 28/24. Thema:„Die politische Lage». Ref. Gm. Peicrs-Hochdonn, 35!. d. 2. 21. Abt ni Uhr Brauerei Bfeferberg, Schönhauser Allee 17S. 27.«St 714 Uhr Schuloula Ruppiner Str. 18. Zief. Abg. Fr. Sge-Franksltrt, R. d. L. >. Abt. 714 Uhr Schulaula Schönhauser Allee IKfa. Thema:„Sozialismus und Religion». Ref. Gen. Pfarrer Döhn. 21. Abt 714 Uhr in der Schulaula Senefelderstr. I. Thema:„Die Paulsenschen Schulreformoläne». Ref. Gen. Kreußiger. 30.«dt. 714 Uhr in der Schuloula Pappel-Alle- 4V-'11. 31. Abt. 7 Uhr Schulaula Schönfließer Str. 7. Thema:.�Unsere Stellung zur Defizitwirtschaft in Reichs-, Staats, und Kowinunaldetrieben». 34. Abt 7>4 Uhr in der Schutaula Bernauer Str. SOiOO. Thema:„Die Kulturaufgaben der Sozialdemokratie». Ref. Gen. Albert Horliß. 35. tot 714 Uhr bei Krüger, Hussitenstr. 34. Thema:„Religioit, Staat und Sozialismus». Ref. Gen. Puls. 37. Abt. 714 Uhr im Artushof, Perleherger Str. 28. Thema:„Die außenpolitische Loge». Ref. Dr. Waller fiechlin. 31. tat..14 Uhr bei Berger, siaqowssraße. Ecke Leveßowstraße. 41. Abt 7 Uhr bei Schmidt, Wicleffstr. 17. Thema:„Regierungsbildung und Sozialdemokratie». Ref. Gen. Littk«. 4t Abt 714 Uhr Arminius-Festsile, Bremer Sir. 73. Thema:„schulfragen». Ref. Gen. Kabeliii.— 12. Abt 714 Uhr Schuloula Tegeler Str. 20. Thema:„Regierungsbildung und Arbeiierfcheft». Ref. Gen. Friedrich Barieis. M. d. L. 13. Abt. 714 Uhr bei Giebel. Ponkftr. 82. Thema:„Ultimatum und Arbeiter- ftboft». Ref. Dr. Kollmann. 44. Abt 714 Uhr in der Grauen Schule. 2. Eingang Sothenburzer Straße. 45. Abt 714 Uhr Schuloula Ghriftiania Str. ZKS9. Thema:„Ultimatum, Regierungsbildung und Arbeiterschaft». Ref. Gen. Robert Breuer. 43. tot Pünktlich 7 Uhr S»ul-ul- Plantagenstr. 1517. Thema:„Die Hel- fershelfer der Reaktion--. Ref. Gen. Siering, M. d. L. 47. Abt 7 Uhr in der Schulausa Lillticher Str. 47/48. Thema:„Arbeiter. schaft und Ultimatum». Ref. Emil Lehmann. 43. Abt 714 Uhr in der Schnlaula MüZerstr. 48. Thema:„Regierungsbildung und Sozialdemokratie». Ref. Gen. R. Fsndel. 41. Abt. Schweihörigrugrupve. 7'4 Uhr bei Paul Reimer, Kommandanten. straße 4K. Thema:„Regierungsbildung und Sozialdemokratie». Ref. Gen. Buchholz. Eharlottrnburg. 5t Abt. 1. Gruppe: 714 Uhr bei Schellback. KZnigin-Elifa» » beth-Sir. K. Thema:„Bctriebsriitegefeß und Gewerkschoftsfragen». Ref. Gen. Reinlnecht. 2. Gruppe: bei Russiu», Frledrich-Karl-Plaß 5. Referent Dr. Beocr, M. d. L.— Z4.«dt. 5. Gruppe: bei Bllhnemann, Helmholß- straße 3L. 0.-7. Gruppe. Restaurant zum Dirnbaum. Galuanistr. 13. Ref. Gen. Felir Kildebrandt.— 5». Abt. 1. Gruppe: 714 Uhr Grupvenverfamm- lung bei Ientfck. Kaifer-Friedrich-Str. K7. Hochwichtiges Referat und sonstige Mitteilungen. 2. Gruppe:-Gruppenoersammlung bei Schneider, Hol- zendvrffstr. II. Res. Gen. Plohn Uber„Wiedergutmocknmgsfrogen— 58. Abt. 714 Uhr bei Stein, Passauer Str. Z5. Thema:„Volkswirtschaftlich« Fragen". Res. Gen. Dr. Foth. � 62. Abt Siemensstadt 714 Uhr bei Bartels in Haselhorft. Thema:„Eozialts- inus". Ref. Gen. Klose. 1».«dt Halens«. 7«- Uhr bei Schwöb. Paulsborner Str. 22, Ecke«chweid- nißer Straße._.—. WUmerabarf.«9. Abt. 714 Uhr im Sigungssaal der Freien Turnerschaft. Württembergisch- Straße. Thema:„Politisch« Tagessragen". Zief. Genosse Otto. Außerdem sind wirblige Rahlen vorzunehmen, daher Erscheinen Pflicht.— 71. tot 714 Uhr bei Rohr. Kallcr-Alle- Klbü. am Stodtp-rk. Tbema:„Die Verfassung Englands". Ref. Dr. Herring.— 72. tot Bezirk»: bei H ander, Augustaftr. 11. Ref. Genosse Petsch. Bezirk d: bei kollock. Heidelberger Bloh 1. Rezitationen de» Genossen Chaim. Schäneberg. 77. tot. 7i.4 Ilhr kahlabenb in folgenben Lokalen: bei Milde. Rollendcrfftr. 1«. Ref. Gen. Rathmann: bei Folger, Kpffdäuserstr. 1k. Ref. Gen. Ros«: bei Wittkowski. Martin-Luther.Str. 7». Ref. Gen. Iustizrat Gottschalk: bei Obst. Mortin.Luthcr-Str. KS, Ref. Gen Sckwers-nz: bei Binte, War-burgstr. 7. Ref. Gen. Kruckow.— 7b. tot. 7�4 Uhr bei Hendel. Dorberqstr. n und bei Srungc, Sustav-Freniag-Etr. 3. Ref. Genossen Ben» dinep,'M. d. L. und Kofpcr Über„Politische Tagesfragen-.— 7». tot. Restaurant„Zum Dothen". Gvlbcnstr. l. Thema: Regierungsbildung und die Arbeiterschaft». Ref. Genossin Dohlgemuth. M. d. L. Friede»-». 81. tot 714 Uhr im Zeichens-«! der RUckertschuI«. Gdt SuSens- straße. Thema:„Die Regierungsbildung in Preußen und im Reich- Ref. Gen. Gustav Heller, M d. L.— 81. tot 714 Uhr bei Sundla». Odenwald- straße 10. Thema:„Staat, Religion und Sozialismus». Ref. Gen. von 3t tot�ü-ukwitz. 714 Uhr im Lokal Lehmann. Kaiser. Wilhelm-Str. 32. Thema:.„»ulturtag in Dresden». Ref. Gen. Becker., 81. Abt«ariendorf. 7-4 Uhr Schnlaula«urfürstenstraße. Ref.. Dr. Sen«. Reuköiln. H. tot. 714 Uhr Kaifer-Friedrich-Str. 1. Thema:„Mieterr-cht und Mietserhöhung. Ref. Stadlroi Brumbr,. Zahlabcnd« in den Bezirken fallen aus. Beitraae werden in der Versammlung entgegengenommen. Gaste willkommen. 91. tot. Bczirksv-rsgmmlungei! 7>4 Uhr. Bez. 20. 21; Glauerl, Wißmannslr. 20: Bez. 37, 42: Sauer. Reutersir. 80; Bez. 39. 40. Lüddecke, Kailsgartenstr. 12; Bei. 11; Hildebrandt. München-r Str. 23, B»,. 18: Sch'-li Boddinstr. 4: Bez. 49: Dombr-wski,, M-inz-r Str. 24; Bez. 50: Schlicht. Mahlower Str. U.- tt Abt..14 Uhr Zahlabend in folgenden Lokalen: SO. u. 57. Bezirk bei Bclgcr. Trept-wer.Str. 2«: SL. Bezirk her Ruppelt, Kgrser-Friedrich-Str. 53: 58. Bezirk bei Kellert, Kaiser. Friedrich. Sir. 88: 81. u. 85. Bezirk Sei Hofsmann, Herzb-rgstraß-: 82. Bezirk bei Bittner, Kaifer-Friedrich-Str. 113: 8b. u. 9-. Bezirk bei Amelungsen, Schwarzastraßc: 81. Bezirk bei Gün-el, M-reschstr. 1«S.Be- zirk bei Buhle. Schöneweider Str. 5: 9«. u. 98. Bezirk brt Schundt. Saole. große 20: 99. Bezirk bei Warnstocdt, Tbürmger Str. 22.-- 91. Abt. 7' 4 Uhr ' fall'»"'»»" zir! Weisestraße, Ecke Leinestraß«.-»7. Abt. 714 Uhr im Klubhaus. Her- mannftr. 111/117, Eck« Schi-rkellraße. Thema:„Reg.erungsb.ldun, und Sozialdemokratie». Ref. Regierungsiat Goslar.— 98. Abt. 71g Uhr d-l Warihund, ktrnnoldstr. 1. Portrag...... v. 10t«bt. Lrevto»». Die Zahlabende finden letzt standig am 4. Mittwoch im Monat statt. Nächster �labend am Mittwoch, den 22. Juni. Das Datum der Funktionär,"ißung wird noch bekanntgegeben. 10«.«St. Riederschöneweidt. 8 Uhr bei Echeps, Grünauer Str. 8. Wichtige Tagesordnung- vorher Beitrogokossierung., 106 Ät. Johannisthal. 7� Uhr im„Waldkater". Saiser»Dtlhelm.Str. 1. 'Thema:..Die politische Lage". Ref. Gen. Pierbvcher. 108.«bt. Köueniik. 7*6 Uhr Aula der«öruerschule. Lindenstrahe. Thema: ..Dir politische Sage". Ref. Gen. Altmaier.. �. Lichtevbera. US. Abt. 7t.i Uhr in der Schulaula Kronprinzen st?. 1«. Ref. Adolf Blum.- 116. Abt. 7U Uhr im Zeichensaal der Schule Ho lteystra he. Res. Hermann Müller.- 117. Abt 714 Uhr im Z-ichensoal der Echule Lockstraßc. Ref. Gen. Sreinert. Thema:„Die s«me>nsch-ft-schul«— 113. tot. 714 Uhr Restaurant Wartburg. Ref. Sen. Erwru Barth.— 119. Abt! 714 Uhr im Sef-nqfaal de» Cäcilien-Lyzeum», Rothausstraße. Tbema:„Arbeiterschaft und Regierungsbildung». R-f. Dr. Ostrawsft,. 12». tot Friedrich.feld«. 714 llhr bei Haberland. Wilhelmstr. S8. Thema. „Wrrisckoftlicher Wi-dcrausbou". Ref. Sans Turs.. �. 12t tot.»ael-hoest. 714 Uhr bei Suth. Treskom-Allee««. Th-mo:„Zukunft der deutschen Bollswirtschaft". İI. Rud. Wissell. M. d. R. n 122. tot. Biesdorf. 714 Ilhr Lokal Thorat, Marzahner Str. go. Thema: „Kulturvolitikcke Bedeutting der S°,ialdem°kiati-» Rch Gen. Otto Ba». to-ft»». 128. tot. 714 Uhr bei Engel. Mühlenstr.«. v-m«i»sam« 3-hl. abend aller Abteilungen.- 129. tot. 714 Uhr Zahlabend in solaenden Lokalen: 1. Gruppe de, Lindemanu, Grunawstr. 1: 5. Gruppe bei Mosolf. Flora.. Eck« Müblenstr-ß«!«. Gruppe bei Stuwe. Dammerowstr.»0. 131. tot«iederfchönbanfe». 714 Uhr im Restaurant Wilhelmshof,«alser- 131. nick-�dori°cst° 8 7 Uhr Zahlabend« in �lg-�en Lokal-n: 1. Be. zirk im..Bstro.ergarlen», Hauutftr. 51: 2. u. 3. Bezirk bei Smdstebt. Rest» denzstr. 120121; 4.. 5., 6. u. 7. Bezirk bet Dölfchuer. R-ssdanzstr. 51: 8.«. 9. Bezirk bei Reßer. Prooinzftr. 108. Eck« Pankower Allee- 1".. 11- und 12. Bezirk bei Riemer...Bilrgelheim», Provinz»«. 83. Eck« Hovv-straß«. Für den 12. Bezirk wichtig: NeiiwaM des Bezirksführer«. I» Lokal Riemer.„Düig-rh-im». Provinzstr. 8«, Dortrag de» Genossen Paul Gursch über Sowieirußland..... 1«. tot«psenthat 8 Uhr bei Petra». Haupt ftr. 1o. Wildau. 714 Uhr Zahlabend im Kasino. Vortrag. �,c Tagung öer öeutjchen Sergarbeiter. 7. verhandlungskag. Gießen, den 4. Juni 1921. Ein« lebhafte und ausgedehnt« Debatte setzt über den Punkt So.iialisierung des Berqbaues ein. Man protestierte energisch gegen die Verschleppungspolitik und oerlangte umgehende Sozialisierung der Bergbaues. Sachse pertrat die Ansicht, daß mit den jetzigen Gemeinwirt- schaftsgesetzen die Arbeiterschaft nicht zufrieden sein könnte. Diese Art Soziaiisieru.ng, wie sie in den Gemeinwirtschaftsgesetzen vorgesehen sei, könne nur ein Notbehelf bedeuten. Zudem werde diese winzige Art der Sozialisierung von den Unternehmern sabotiert. Da müsse gründlich Wandel geschaffen werden. Die K l e i n a k t i e n würden nichts anderes werden als eine Zuchtstätte gelber Pflanzen. Wenn allerdings die SoZialisierungsfrage zu einer Lohnbewegung gemacht werde, dann sei die ganze Sache oerhunzt Zur wirksamen Durchführung der Sozialisierung gebrauche man aber auch die Intelligenz; leider seien nur 20 Proz. der technischen Angestellten und Beamten sreigewerkschaftlich organisiert. Die Arbeiter müßten mehr daran setzen, um sich mehr zu bilden und zu schulen, um den großen Aufgaben der Zukunft gewachsen zu sein. U m b r e i t- Berlin führt aus, daß auch der ADGB. rückholrlos für di« Sozialisierung eintritt. Nach einem Schlußwort Hues wird einstimmig ein« Entschließung angenommen, die besagt: „Die 23. Generalversammlung erklärt, daß sie an dem Beschluß der Generaloerlammlung in Bielefeld 1919. über di« Sozialisierung des Bergbaues und an der gleichgerichteten Entschließung de, Intcr- nationalen Bergarbeiterkongresses festhält. Wir verstehen unter Sozialisierung die llebertragung der Der- fügungsgewalt über die Gewinnung und Verteilung der Bodenschätze auf eine durch die Reichsgesetzgebung berufene Vertretung des Volks- ganzen. Die in jüngster Zelt rapid« fortgeschrittene privatkapitalistische monopolistische Vertrustung der Bergbauindustrie bedroht di« Jnter- «sien des Volksganzen im steigenden Maße. Der notwendige Schutz der«öffentlichen Interessen gegen diese privatkapitalistisch.«!�?»- listisch« Beherrschung unserer wichtigsten Rohstoffindustrie ist dir Hauptgrund für unsere Sozialisierungsforderung. Di« Soziclisierung ist keine spezielle„Bergarbeiterftage", sondern eine Bolksangelegenheit. Die Unternehmeroorschläge beabstchtioen keine Sozialisierung. sondern eine außerordentliche Unterstützung der Vertrustungsbestrebungen. Der Vorschlag,„Kleinaktien" herouszu. geben, will die krasse mammonistische Gewinnsucht noch verstärken. Der Bergarbeiterverband lehnt sie entschieden ab. Wir fordern von der Reichsregierunq, daß sie die in Verfolg der am 5. August und 22. September 1920 gegebenen Versprechen, einen Gesetzentwurs vorzulegen, der die tatsächliche Sozialisierung des Bergbaues dezweckt, ohne Verzögerung einlöst. Ferner begrüßt die Generaloersammlung den Beschluß des Aus- fchusies des Allgemeinen Deutschen Gcwerkschaftsbundes vom 19. und 20. Januar zur Frage der Sozialisierung der Kohlenwirtschaft. Sie erwartet von der Reichsregierung, daß st? alsbald der systematischen Verschleppungspolitik der Soziaiisierungsfeinde ein Ende macht und dem. Reichstag ein Gesetz vorschlägt, durch welches den privaten Trustkapitaltsten die Verfügung über unsere mineralischen Boden- schätze entzogen wird." Hierauf referiert« W i ß m a n n über Sozialpolitik im neuen Deutschland. Notwendig sei ein immerwährend«; Drängen, daß die Sozialoersicherung immer weiter ausgebaut werde, denn auch das sei eine Vorbedingung für das Wiederaufkommen, das Gesunden des deutschen Voltes. Wißmann gibt ein« Schilderung der entsetzlichen gesundheitlichen Schädigungen des Voltes, die aus dem Kriege resultieren. Der Verbandsvorstand habe versucht, für die Bergarbeiter in der Sozialgesetzgebung zu schassen, was im Bereiche der Möglichkeit lag. sowohl auf dem Gebiete des Knappschaftswejens. als auch in der Fürsorge für die Rentner und Kranken. Auch die verqgewerbegerichke müßte« abgeschafft werden, well die Rechtsprechung dort viel zu wünschen übrig ließe. In etner- Eingabe sei gefordert, die Lerhandlungssachen in Zukunft von Oen Arbeitsgerichten zu erledigen.. Räch einer eingehenden Aussprache wird«instimmig eine Eni- schließung im Sinn« des Referenten angenommen. Weiter wird eine Entschließung angenommen, die di« umgehende Aushebung der Berggewerbegerichde und Ersetzung durch Ar. b« i t s g e r i ch t e fordert. Weiter, wurde beantragt und einstimmig beschlossen, der Verbondsoorstand möge bei den in Betracht kommenden Stellen wegen Berbilligung der Arbeiterfahrkarte« vor- stellia werden. Vor Schluß der eigenllichen Verhandlungen versuchte nochmfls ein Redner der Opposition unter stürmischem Protest des Verbands- tage? für sein« kommunistische Ideen Propaganda zu machen. Bei der hierauf vorgenommenen Dorstandswahl gab dl« Opposition die Erklräung ab, daß sie sich nicht an der Wahl beteiligt Die Mitglieder des alten Vorstandes und der Redaktion wurden wiederaewählt. Mit einem kurzen resümierenden Rückblick auf die Verhandlung en des Lerbandstages schloß Verbandsvorsitzender H u s e m a n n mr: einem anfeuernden Appell zum weiteren Auf- und Ausbau den Tkn bandstag. Er betonte nochmals unter stürmischer Zustimmung, daß das Gebot der Stunde die Einigkeit und Geschlosienheit der deutschen. Arbeiterschaft, insbesondere der deutschen Bergarbeiter- schalt s«'. Unter Absingen des Bergmannsliedes und einem„Glückauf wurde die Generalversammlung geschlossen. ?ugenüveranstaltungen. veeriii Citettct.Hugenb»roß-Berliu.«eleetaeiat! KB. 41, z» den gelte» 23. heute. Dienstag, den 7. Zuni: Reulllln. Rord. Friedelstr. 58, RitgtsederpersammüNig.— Panloi». «allookstr. 181. Mitgliederpersammlunq.—«ll»icke»d,rs.vff. Sausottersti. 4«, ..«tjeingoTb".«ortrag:..Schundliteratur».- Roseulh-Iee Vorstadt ctri-rchtt Straße 42/48, Mitgliederversammlung"»''' betpetfajnmlung.— Tegel.~'' Vorträge, vereine und Versammlungen. Der Reich, lm>> t> der Krleaabeschädlgte», vrlegruppe ReuNZn, Geschäft«. stelle Foritanestr. 22. däl» im Munal Zuni 2 Bersamnilungen ob, und zwar cm 10. Zuni Mitaliederversammluiia in der Aula des Kaiser-Kriedrich.Realgqmua- I stums, Kaifer.Friedrich-Stt. 209:210, und am>5. Juni Hmterbliebenenversamm. lu&Krudnet» in Lejiicksamt ä". Res. Sen. Sichnam. I SSecsamalunflen beginnen in 144 llhr. Sport. Rennen z» Rnhleben. I Brei»«on Sbarlittenburg. l Kammorfritz(». Freundt), 2. Matador(5. IreuBerj). 8 Rautendelein I lLichtenseldl. 4. Nros. Tot.: 07: Ist, W. IS, 18, 18:10. Ferner liefert: Harald T, Srlka III diSq. Eckant, Walnußtern, Irrfahrt. Derfflinger I. Franzi Chelfea I, Diana VII.— II. Bürgerpreis. 1.«HlückSmädel IG. Neuettteid), 3. Edbill. Der wichtigen Tagesordnung wegen, wie Urabstimmung über den Anschlug an den Arbeiter, Turn« und Sportbund sowie Beltragserhöhung ist das Eiichemeu eines jedm Mtgliede» unbedingte Pflicht. Ms aller Welt. Wetterkatastrophea. Tis btitzersehiiie Abkühlung, der wir unS zu erfreuen haben, hängt natürlich mit schweren Gewittern zusammen, von denen ja einige über Berlin gezogen find, ohne sich hier zu entladen. Schon vor einigen Tagen hatte e§ eine Welterkaiaslrophe in Colorado lZkord« amerika) gegeben, der IZvo ZNeuschen in Pucblo und anderen Städten den Fluten des Arkansas zum Ovfer gefallen find, während iinolge der Vernichtung der Elektrowerke alles«m Dunkeln lag. Blitze zündeten und ganze Strafen weggerissen wurden... Wir hallen das gräßliche Ältenburger Schachiunglück mit 17 toten Bergarbeitern. Schwer« Hagelschläge werden aus Ostpreußen, Süddeutschland, Maingebiet. Hannover' Provinz, und Sachsen gemeldet; die Schlosse» waren hier so stark, daß die Eisenbahnreisenden das Entzweigehen der Scheiben befürchteten. Ileberall hat das Hagelwetter schwere Schäden an Wachstum und Gebäuden angerichtet. voppelhrnrichlung lm besehien Geblek. Die im April vorigen Fahre« vom Koblenzer Schwurgericht wegen verschiedener gemem- schaftlicher Morde, darunter an dem amerikanischen Soldaten Pegg, zum Tode verurteilten Klavierbauer Joses Hahn in Koblenz und Äommistin Franziska Ackermann in Elberfeld find in Köln durch Enthauptung hingerichtet worden.— Die Hinrichtung einer Frau ist selbst in unserer neuen Kuliurepoche sehr selten. Da» Alkeuburger Bergwerksunglück. Unter Führung des Berg- rateS Schreiber dal am Freitag vormittag die Untersuchung über de» Wafiereinbrnch in den Union-Schacht begoniien, dem>7 Arbeiter erlegen find. Trotz der ununterbrochenen Tätigkeit von S Pumpen war es noch ntdit möglich, den Scbacht wasserhei zu machen, so daß wabricheinlich noch mehrere Tage vergehen werden, ehe mau zu den Verunglückten gelangen kann. Achill« Aouroler, Geperaldirektor der Waffenfabriken Schneider- Creuzot, wurde an einem Bahnübergange auf einer Antomobilfohrt von dem Expreßzug Pari»— Caen eifaßt. und mir seinem Chauffeur getötet. Da« größke Duftschiff der Welk wird in nächster Zeit den Flug von England nach Amerika unternehmen. ES entwickelt eme Schnellig- keit von 1l0 Kilometern in der Stunde und kann 8000 Kilometer zurücklegen, ohne zu landen. Alassenwahnfinn. Laut„Daily Telegraph" meldet die bolsche- wistische Presse von einem Massen-Selbstmord in einem großen Dorf im Gouvernement T a m b o f f. Mehr als 300 Männer, Frauen und Kinder versammelten sich im Bodehaus, das zugenagelt wurde, hierauf steckten sie das Haus in Brand und kamen in den Flammen um. ZS-Alillioaev-Erbschasl für die zerstörten Gebiete. Ein reicher Amerikaner namens Frank H. Buhl auS Orche City lPennsylvanienj bat in seinem Testament der französischen Regierung ein Legat von 2 Millionen Dollars auSgeietzt mit der Bestimmung, diese Summe zum Wiederaufbau der zerstörten Gebiete zu ver« wenden. Der Wiederaufbauminister Loucheur prüft im Augenblick die Möglichkeiten, um auf schnellstem Wege iu den Besitz dieser nach heutigem Kurse 25 Millionen Francs betragenden Summe zu gelangen. S:kplM!M>!IIWI!!!!IIMNMMIMNIIIIIlIIMI!NINNMNIIIIllMMMlI>W!!IS SOENNECKEN BONNA- FEDER Oebcrall erhältlich SOENNECKEN• BONN.»tryn W, TMMtiMr. IM» iiH'.IIHIlHIIilllllllinilllMllillillllllllllllllllimillllllllllllUlllllllllllllllllliHtluSS_ Spezial«Arzt Dr. Scottl, Rosen thalcnt. 69-70 für Olle Oeschicchts-, Haut-, Harn-, Frauenleid. Syphili»-., Salvarsan.Kuren Blutunters. Damen aeoarat. in— 1. 5—7, tilerin Da« Abstimmuagsmakeri al ist für die Luch- drucker auf der Verwaltung, Engelufec 14/15, für die Hilfsarbeiter Alte Zakobstr. 5 am Dieuatag abzuholen. Das Refultot der Abstimmung muh bis Mittwoch, den S. Fuul. vorm. 10 Uhr, au deu vorbczclchoetc» Stelle« abgeliefert sein. «l/f Maflini. Gtofft, ÄeuffcheMetallarbeilerverband Perwaltangsftdle Berlin.. N SH, ClnlenflraBe 85— SS Geschäftszeit von norm. 9 Ufte bis nachm. 6 Uhr Zeltfilm: Amt Stoben 18Ö, 1230, 1987, 9714 An» MiNrnoch, b«n 6.3tia!] 021. nachmitfaes 4', Ahr t« de» MuglersSlen,«alscr-wUhetM-Str. S1: MerMküll. NssSjmersMMmg derZigarettcumaschluellsührer u. Lelriebshaudwerter Tag ksvrdnuug: Stellungnahme zum Taritadschwh. W~ Ohne Mitgliedsbuch(ein Autritt. UtzlZi Ooimeteiag. de» 9. ZunI 1021, abends 5 Uhr MlllUllMg m in Der mmmv, Sfljicütz- bleS' uqö WbMlllßSlllMe Bewältigten Im vresdeuer«vesellschastshaus. Dreet bener Str. 110. Tagesordnung! 1. verteht Aber de»«ahme». «erfrag und das«cbcltsaatfireeiaabtommciu— 2. Braiichenangelegendetten.— Z. Verschiedene». Um Donnerstag, de» 0. Z»n> 1021, abends S Uhr im«osenkhaler yos,«oseathaler Str. ll/>2: GNWev'BeMMlm der VerkzellgsSlelfer Tagesordnung: l.«raa»i»»gsn»ahl zur Sruppe»- eommilflon.— 2"Barum fordern wir die Alisgteichszulage? — 8. Hruppenangelegenhetten und Verschiedene». Am Donnerstag, de» 0. z»»> 1021« abends Z Uhr im Cofal oon Hummel, Sophien str. 8: BtamDen-Beifatnilung Ui Bananl�läger Tagesordnung: X. Verdandoangelegenhetten.— 1 Vranchcnangelegenbeltcn.— S. Verschiedene»._ MV~ Sa» Mitglledsduch legitimiert."MG Arn Seaaocslag, den 0. Zani 1021, abenbs X Uhr bei parnelet», Zasthstr 2: Brnnlhen-BersWmWg nker in äenMMl- demeven deWftiglen Kollegen 9110 Ohne Rttgliedsbnch kein Anlritt." Die Ortsoerwatiuag. Ver den KapItlHsKaUtabak einmal ver ucht hat, wird wegen seine» eigenartig feinen Oe- chmacke» stets ein treuer Kunde bleiben. Man verlange berall ersten KnoltEn-Kantabak In den Cesehäfien. larl«Setter, Berlin, LlchtenberyerStr. 22.(Kest. 3961.1 Deelsciüf Mstirarb: item erb, Verwalwngsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nach» richt, daß unser Kollege, der Presser»1,0 Ferd. Tledtfee Maria mienstt.24, am Z.Znni gestoben ist. Thr« seinem Andenken I Die Beerdigung swdel heute Dienstag, den 7. Zun!. nachmittaa» 4 Uhr, von bei Leichenhalle desEtThomas» .girchhoies tn Neukölln, Zermannttrahe, au» statt. Rege Beteiligung erwartet Die Orioverwattmig. Mili für IWel und Industrie (Oarmstädter Bank) Bericht über das LS. Geschäftsjahr 1920 Asthma kann geh. werden. Ganz neues Verfahr. Sprechstunden dch, Spei.- Arzt C Berlin-Steziltz, Jed. MIttwocIj v 9-1 u. 4-7 Ohr. Jed. Frelto j v. 4-7U.,S0dend- straße 3 II Prof. Lcche's Ingtltnt, Frelbcrg I, Sa. ffflimiiwiiiiüininnmiffiiiiiR;!!'� a SPEZÜUARZI 1 SDr. med. COLEMANi g Fried r I chst.91/92, n. Bah n h.2 sHaut-,(ielchl.-.Frauenleid.n D Sexuelle Neurasthenie. Z Söpr. 18-1,5-8. Sonnt. 10-12§ it'r Frieden in den ersten Tagen des Zahres I grschlossen wurde, blieben die poFitischen und wtrtichaftltdien BerhSItniffe nndnrchstchlig und trflV. Troh! des sich allmählich steigernden Eingangs der nach dem Kriegsende beschlossenen ungeheuren Vermögensabgaben und Stenern tonnten die dauernden Fehlbeträge der Strtchsftnanzen nur durch dt« Noten presse gedeckt werden, Die hierdurch geschaffene Seldflllssigteit erhöhte sich weiter durch das Nachlassen der industriellen Tät'.gleit, da die Produktion durch Kohlenmauael und der Absah durch den Bis Milse fiMeiiiaüs Jeder Herrenanzug M.SSO.- lichirltate�Äy «btfslatrpnmpen, Druck- pumpen. Sauger, Rohre, gebrauchte, neue, spottbilllg. Echrocder. bochstrasic IM sörMNund Mistrie (Bannsiädter Bank) 68. ordentl. Generalversammlung. Wir beehren uns, unsere Aktionäre nach g§ 24 bis 27 der Satzung zu der am Montag, den 27. Juni d. J., nachm. JVs Uhr, in unserem Geschattslokale zu Danustadt stattfindenden .achtundsechzigsten ordentlichen Oenetalversainmlung mit folgender Tagesordnung einzuladen: 1. Bericht des Vorstandes und des Auftichtsrats Uber das Oescbäftsjalir 1920, 2. Genehmigung der Bilanz und Gewinn- und Verlust- rethnung sowie der Oewinnvcrteilunc, 3. Eiteilung der Entlastung an die Mitglieder des Vorstandes und des Aussictusrais, 4, Wahl von Atrfsichisratsmitgliedern. Die Hinterlegung der Aalten bzw. des ordnurgsmäBigen Hinterlegungsscheines eines deutschen Notars, der Reichs bank oder der Bank des Berliner Kassenvcrcins in Geträß- heit des§ 26 der Setzung bat spätestens gm 23. Juni d. J. während der Obllchen Geschäftsstunden zu erfolgen, und zwar entweder bei der Bank für Handel und Industrie Berlin und Darmaladt, den sämtllclien übrigen Niederlassangen unserer Bank oder in Cassel bei den Herren Florino& Sichel, , Coblcnx bei Herrn Leopold Sellrmann. „ Dresden bei den Herren Albert Kantze& Co., » Essen a> d. Ruhr bei Herrn Simon Hirschland, , Franfcturt a. M. bei den Herren Otto Hirsch A Co., „ COttlngen bei den Herren H. F. Kletlwig & Reibstein, , Ologau bei Herrn H, M. Plleshaeh's Wwe., Trunbers; I bach1» Wwo „ Grünberg I. Schi, bei Herrn H. M. Flies- , KSnlgsberg I. Pr. bei der Ostbaak für Handel and Gewerbe, , München bei den Herren Merck, Plncfc A Co., . Stuttgart bei den Herren Stuber A Co. Berlin und Darmstndt, den 4. Juni 1921. Bank Kr Handel und Indusirin. V, Simeon. Andreas. Dr. med. H. Schmidt, Spezialarzt + Berlin NW 108, Kirchstraße 24 (Sprochotuade II— I,(—7, Sonntag 10-12) bebend. Syphilis, GeBchiechtskrankheften, sexuelle Schwäche, Frauen- und Unterleibsleiden nach eigenem bewährten Verfahren auf giftltelcm Wege ohne Einspritzung und ohne Beruls- störung. Belehrende Broschüre vollständig diskret ohne jeden Aufdruck kostenlos gegen . Rückporto. Leiden angeben. 188/12 Die nächste Ziehung beginnt schon heute! DM 7, bis 13. Juni DU Kfilnn field-lotterle »»TO Gowlaa» im Betrag« von I Million Mark »200000 I lOO OOO Zlehnng I. KUsss 13. n. 13. Juli pM.Ml.Mie zSeaer T«rbc8aerter Spielplan: Fast Jedes zweite Los gewinnt! Hdchstgewlnn Im glückL>'«11. . l'iHllloneiill, Vs LOS 10'A LOS ZOMdu V» LOS 40 H. Vi LOS 80 M./1 Schwarz Staali. Lottbrie-Elnnehmap Berlin NO 43. Neue KüniMr. LS. Poetacheckkonto: Beziin 31150. W> 17.». 18. Juni WW Fürsorse- Lotterie 2542 Gewinn« i. W. r. Mark lOOOOO *50 OOO I lOOOO losezn 3.60 M.&VJSS: 10 Lsm 30 U. InkL Porto». Li»» Lose zn 6 M. 10 Leo» 31 M. iukL Porte n. Litte. 0 KSinor and• FUrsorg»• Laos 60 M. InkU Porto und 2 Lielon. Gustav Haase Nchfg.(tnh. K. Schwarz) Berlin NO 4t, lieue KBnlgstr. 88. Weitere Verfc«u(ut«Uen: Kbandaratr, M und Alt-Moabit 61, Ecke Gotik»»»kyttraee». Postscheckkonto; Berlin 275 50. XBjegP.vUa OWoHPfott.•mK» des Jahres 1919 gebracht hatten, steigerte sich tu her ersten Hälft« be» Berichtsjahre» dergestalt, daß ihr«. Bewältigung nur mit Anspannung aller straft unter groben schwierig» 'eiten möglich war: dir im pneiten Halbjahr eintretende uerhältnismäsiig« Ruhe hennstten wir, um die Mangel im inneren Betriebe, die man während des langen Krieges und der Reusluttanszeit al» unucrmeidliche lledel hinnehmen mußte, wieder auszugleichen. Wir nehmen gern Ver» anlassung, auch an dieser Elclle zum Ausdruck zu bringen, daß die Ardettsluü und die Arbeitsleistung unserer Beamten sich im allgemeinen wieder gehaben hat. Dies gibt UNS die Hoffnung, daß die Auiwärtshewegung der Untssten, welche durch den gegen Ende des Jahres erfolgten Abschluß«ine» Rcichstarlfsuertrage» eine neue starke Steigerung erfahren habe» und deren Umfang uns fllr minder ertragreiche Jahre mit schwerer Sarge erfüllen muß, ihren Höhepunkt erreicht hat, zumal die Indexzifser der Kosten der wichtigsten Lebensbedürfnisse seit einigen Ro- naten«ine Neigung zum Heradgehen zeigt. Die in der Dencralverlammluna oom!«. Juli 19Z5 beschlossene Erhöhung unser« Ättlenkapital» um ftd M!U tonen Mark wurde im Lause de» Sommer» durchgeführt und da» erzielte Agio uon IS Rilltanen Mark in voller Höhe der„Allgemeinen(gesetzlichen) Reserve" zu- gewiesen. Da« nach sarafillttscr Bewertung aller Risiten und Ab- tuchung der Unkosten der stapitaleerhöhung verbleibende Orlrägni» gestattet un», die Verteilung einer gegen da» Borjahr wiederum um Z Proz. erhöhten Dividende vo�u- ..: daneben beantragen wir, der„Besonderen etne" 18 000 ODO M., einem Rllckstclluna-konto für Bau -----*"-1 on----------——------------ igen cme Erträgnisse eines Fonds von wetteren"2 OOst 000 M. zu bestimmen, und der zu Lasten de« Handlungsunkonenlontas im Berichtsjahre bereits mit rund 2 800 000 Ä. dotierten Penstonsiasse 1 000000 M. sowie dem Benstonsverstchcrungs- verein für höhere Beamte der Bank 1 500 000 M, zu über- weisen. Wie in den Lörjahren sind die Gewinne au» Wert- papicreii und Ftnanzsperätionen zu Abschreibung«» ver. wandt worden. Nach Genehmigung de» Abschlusses dusch die General- versau! mit, ng weroen stavttal und offen« Reserven der Bank 285(XX, 000 betragen. Unser Programm, die Geschäfte der Bank durch Ausbau unseres Filialnchcs auf eine breiter« Grundlage zu stellen, ist im adgclaujcnc» Jahre r�eiter verfolgt worden: Außer den im Borjahrsderichte berett» erwähnten Tochtcranstallen in Glberseld, Duisburg, Chemnitz, Bielefeld, Bonn, Wald IRHld.), Tegernsee, Bad Salzschlirf und Friedberg(Hessen) crb.fuetrn wir Ziliaten in Barmen. Cassel, Crifeld und München-Gladdach. Niederlassungen in Aalen(Wstrttbg.), Bruchsal, Jena, Iserlohn, Reacnsburg, Brißenfels a. d. S. und Ulm, gweigstellen in Dülken, Hcrsfeld, Speyer und Stade, ferner Depofitenkassen in Franifurt a. M.-Bocken- hriw, Fürstcnwalde a, d. Spree, Halle(Leipziger Straß«), Hannooer-Killfel und Mündien(Dachauer Straße). Dage- gen wurden die Geschäfte einer unserer Breslauer Depo- sttenkassen aus Zweckmäßigieitsgründen mit denen einer henachbarten Stelle vereinigt. Mit der Firma Etuder n. Co. m Stuttgart schlössen wir einen stommanditvertrag. Wir können mit Befriedigung feststellen, daß die Cntwicklunz unserer Tochteranstalten tm abgelaufenen Jahre ein« recht befriedigende war: auch unsere stommanditen, insbcson- dere die Firma Otto H'.rsch u. Co. in Franifurt a. Di., haben crsreultche Erträgnisse geliefert. Zm neuen Zahre errichteten wir Filialen in Bremen, Essen, Li-gnitz und Magdeburg, Niederlassungen in Bern- bürg. Düren, Hanau. Harburg(Elbe), Lindau i. B., Rheydt und Stralsund, Zweigstellen in Alfeld(Leine), Hohenstein- Ernstthal, Münsterberg(Säst.), Saardurg(Be,. Trier) und Uerdingen, Deposttenlasten in Cannstatt und München (Marienploß)- ferner beteiligten wir uns kommanditiftifch an d-n Firmen H. F. stlcttwig u. Reibftcin in Söttingen und Fiorino u. Sichel in Cassel. Wir hoffen, unser Aue- dchnungsprogramm in absehbarer Zelt zum Abschluß ge- bracht zu haben. Wir erwarben zu Bankzwecken Grundstücke in Aug«- dura, Biebrich, Chemnitz, Cottbus, Duisburg, Hohenstetu- Srnftthal, Halberftadt, Jena, stehl. Lauban. Ludwigshafen, Mainz, Michelstadt, Nsgensburg und Wiesbaden: ferner sichert«» wir un» unseren bisherigen Bankacbäuden benach- parte Grundstücke in Freiburg und Mannheim. Den Reu- bau unserer Filiale Hamburg am R-thausmartt, der nach Bollendung der Fuudamentierungsarbetten auf behördUchr Anordnung während de» striege» liegen bleiben mußt-, haben wir. im Berichtsjahr wieder in Angriff genommen. Wir hoffen, da« nrue Gebäude in einigen Wochen beziehen zu sönnen. Sa» in Gera fReusi) im Aorjahre gekauf:« Grundstück erwir, sich für die sich gut entwickelnden Ge- fchäfte unserer Niederlassung als ungeeeignet und wurde da- her wieder oeräußcrt. Der Bilanzposten„Dauernd« Beteiligung bei anderen Banken und Bankfirmen' erfuhr dadurch ein« stärker« Erhöhung, daß wir unsere inzwischen vollgezahlte Beteiligung an der„Reichsanlcihe A.-E." auf diese» Äonto llbtrtrugen. Unseren Brüh an Aitten der Bon« u. Wechfelstuben-Actien- Gesellschafl.Älercur' in Wien, mit der wir seit langen Iahren in intimer Verbindung stehen, haben wir erheblich vermehrt. In Gemeinschaft mit ruffilchen Freunden be- testligten wir uns an der Nordischen Bank fllr Handel und Die auf 28% festgesetzte Dividende sowie ein Bonu» vor. 10°« gelangen vom 6. d. M. ab gegen llivldendenschein Nr. 38 bei dem Bankhause Georg Promberg ACoMBcrllatJägerstr.O, zur Auszahlung. Berlin, den 4. Juni 1921, Berliner Spedition«- n. hngerbmnm- Akt.-GesellHeii.(rorm. Barts A Co.) Der Vorstaad. —Clarderobe. auf bcqnemste Teilzahlang H E K K E X- 1 DAMEX- Anz&s6« Hosen« Paletots« Kostüme» Sport*P aletots«| Rftcke« Kleider« Burschen• Anzage Oute Ware- Solide Preise- Grob, Auswahl M. Oeiser, Ulhrluger Str. 67 Industrie Aktiengesellschaft in Berlin, deren Hauptausgabe die Pfleg« der Beziehungen zu Rußland und den Randstaaten sein soll. Fllr unsrren Gcwinnverteilungsvorschlag ergibt sich fol- gende Berechnung: Der Bruttogewinn beläust sich(einschl. de» vortrage» von M.K28 805.64 aus dem Jahre 1910) auf...........$!. 268674036,18 davon ob: a) Gelchäftsunkoften. M. 177 415 953.67 b) Steuern....., SC 759994.06 c) Abschreibungen auf Immobilien u. Mo- bilien....... 6 499 347.56 d) Rückstellung fllr die Talonsicuer...„ 594000.—,»05169 295.29 M. 58 594 740110 Wie oben gesagt, beanunaen wir zuzufllhrrn: der besonderen Reserve.. M. 48000900.— einem RUckstellungstonto f. Bauzwecke..... r 120C0000.— einem Fonds II fllr Alt» Pensionäre....., 5000000,— demPenswnsverstcherungs- t verein f. höh. Beamte» 1500000.— derPensionsk. f. d.Angcstellt tOOOOOO.-„ 34 5«« 600- M. 24004 740 8» davon find zu zahlen: die Tantieme d. Borstande,, de« stollvet tretend. Bor- stände» und der am Reingewinn der Bant beletligten Direktoren. M. 3226800.— Mt fatznngsgemäßen Tantiemen f. d. Allfstchtsrat„ 1 140 000.-. 4 866 806.- verbleidt ein Ueberfchuß vsn...... M. 19687 940.8# aus welchem die beantragte Dwtdenbe von 10«/, auf die alten Aktien in Sähe von 3R. 160000000-..„ 16000 000.- und von 5°/o auf die jungen Attien in Höhe van M. 60 000000.-.... 3000000.- olfo im Gefamtbetragc zu entnehmen ist mit.. �_ 19000 000.- während der Rest von......... 33..6.i7«40«9 auf neue Rechnung übergeht. Es würden somit 100 M. auf die alten Aktien von 1000,— M., 50,— 3)i. auf die jungen Aktien im gleichen Betrage und 42.85 M. auf cie Alttett von 250,— Fl. zur Scrteilnng kommen.-- gu einzelnen Posten unserer Bilanz haben wir noch folgende Erläuterungen zu geben: Grunökspilai und Reserve« Da» Erundkapitnl setzte stch am Anfang de» Bericht». jähre» 1920 zusammen au» 3617 Aktien a Ft. LB.-...= nom. M. X 568 000.- 158437, d». 1000.—...—.„ 158 437 000 zusammen Dl. 160 000000- Im Jahre 1920 haben Inhaber von alten Gnldenakjien ndÜ der Befugnis, dieselben in Attien z 1000,— M. umzu mulchen, zu einem Betrag« oon 966 Stück gleich nom. 414 OOO,- Mark Gebrauch gemacht. Das gesamt« Grnndtapital de- stand sonach Ende 1920 aus: 268lA!tirn HFI. 250--!N0M.Dl. 1 449000.— 168851, ä M. 1000=r,„ 158 851 00(1- M.1 00 000 000.-- hierzu kommen die im Jahre 10A neu oezogcue».....„ 6ooo0<>00— mit'/zSHu.lOSO in Summa 951220 000 000.— Die Reserven unsere» Instituts werden sich nackt Genehmigung der Gewinnverteilung durch die Generaloer- sammlung per 31. Dczrmber 1920 wie folgt stellen: 1. Die Allgemeine Reserve(geletzliche Zteierve. gemäß z 262 H. G. B.) beziffert sich am. SR. 31000 000.— 2. Die BeiondereReserve(fttlherHaupt: eseroe) beträgt................ 34 000 000.— zusammen SR. 65 000 000.— Dauernde Reielllgvn.ze« bei anderen Danken und Lankfirmen Die untec obiger Ileberschrist laufenden Engagement» dezisserten stch Ende 1920 auf: M. 26 6812l2Bu Attien von Banken und Reichsanleihe A.-G. „ S65000l.— stommandittftische Beteiligmig bei Bank- _ gescksäften M. 3033 t 273.89 Laakgebäude Diese» Konto umfaßt unsere Bank-Grundftücke und Ge- bllude(einschließlich Mobiliar und Einrichtung), weiche unter Berüastdittgung der dishertaett und der per 31. Dezember 1920 vorgenommenen Abschreibungen mit SR. 37 274 721 41 abzligllch Hypothclen und Resttaufgeldcr im Bettage von.........„ 2 275 000— d. h. per Saldo mit. r...... M. 34999721.41 in der vorliegenden Bilanz erscheinen. Der Vorstand Durch den von uns bestellten Ausschuß ist die in dem Anlagen dieses Berichts wiedergegebene Bilanz sowie die Gewinn, und Berlust-Nechnung eingehend geprüft worden: wir finden dagegen nidsts zu erinnern und erklären un« mit dem vorstehenden Bericht de» Borstande». dem wir nicht» hinzuzufügen haben, in allen Teilen einverstanden. Der Aussichtsrat Möbel-Angebot. Solide Mödelfirma liefert Speziat-Eln- n. Znoelzlenmer- Einrickituagen sowie ElazeiwSbef gegen Zlnnvergütung bei uiaftlaer«azabtting und gerlugen monalttcheu »akenzahlungen. Vff. postlezerkartr 102, posla»« O 27. Sei«* Kassierer. Gräfila ftolauj. Unreines Blut und desszn Folgeerscheinungen wie Hautjucken. Hautkrankheiten jed. Art, Oeslchtsplckel werden beseitigt durch Anwendung einer Früh)ahr»kur mit Dr. Hoffbaucr's gas. gesch. Arsen- LedthSn- Pillen 106 Stck. 15 Mk., Kurpackung M a. M Mk. — Ausführliche Literatur gratis!—- Elefanten-Apotheke, Beplln SW. Leipziger Sir. 74(Dönhoffpl.) "penispr�tT'TlÖz" Opernhans!, Rlch.-StrauU-Zyklus, 6. Abend Die Frau ohne Schatten __ 6_Uhr__ Schauspielhaus Der Marquis v, Keith 7 Uhr Deutsches Theater T'/iUhn Potasch u Perlmutter Mw.71/»: Potascli u, Perlmutter Kammerspiele 8: Die BQchsc d. Pandora Mittw. 8; Frühlings Erwachen Gr. Schauspielhaus (Karlstraße) 7 U.■ Ein Sommernaclitstraum (S. Abteilung S. Abena) M w. 7 U.: Sommernacht> träum (6. Abteilung fe. Abend) Theater 1. d. KSniggrützer Str.: läglich 7.30 Uhr: Mit dei» Zsencr spielen g Uhr: Satan» 7(taste iVisris vrska Johannes Riemann, Paul Bildt Berliner Theater: Allabendlich 7.30 Uhr:| ons Hilde Wörner, Ralph! Artur Roberts, Uschi Blleot, Herbert Kiper, Paul Rehkopf Komödienhaus: Allabendlich 7.30 Uhr: Der blonde Sngel von Robert Wlnterberg Paul Heidemana a. G, Josefine Dora v. Staatsth. a.G. Inge van derStraaten. !sa Marsen, Georg Baselt, Kurt Busch, Julius Rogt Friedensbier Vom 8. Juni d. J. ab bringen die unterzeichneten Brauereien nur noch Vollbier in alter Friedensqualität in Fässern und Flaschen zum Ausstoss Actien-Gesellschaft Schlossbrauerei Schöneberg Berliner Kindl-Brauerei Aktiengesellschaft Böhmisches Brauhaus Aktiengesellschaft £ngelhardi«Brauerei Aktiengesellschaft Löwenbrauerei Aktiengesellschaft Schultheiss-Patzenhofer Brauerei Aktiengesellschaft 413 Centrnl-Thttnt«T 7t/, Uhr: JlOllkH Deutsches Opernhani« 7 uhr: Mignon Frlcdr. Wllteelmst.Tli. Jh'r'Die Kleine ans der Bolle Kl. HchniiNpiellinus 7'/, uhr Reigen ?'/. v. Nur ein Traum LßSSiflO-Ttlßätßr Volksbühne Theater am BQIowplatz. m, WallensteinsTod fdiistsplellintiM 1*1 i Uhr: Arnold Rieck in| Die spanische Fliege, 3letropol-Xhcu,ter � Die blaue Mazur Meues Opercttentheaf. 1 "/.uhr American-Girl Neue« VulkHtheater 7 uhr: Die St. Mobsfatirt Resldcnx-Theat�r 7'/,uhn Ab dafür SchlUer-Thpnr.Cihnrl. 7, uhr: 100 000 Taler SchloBpurk- Theat. S�glltz. SchloSstraUe 48 u.•. Donna Diana Tkalla-TbeHter 7'/. uhr. Mascottchen Th.am ollen dorrplutr. J�Jer Vetter aus Dingsda Theater«Ion Wcatena i/hr*: Morgen wieder lustik! Triauon-Theator 71, uhr: Am Teetisch Th i.d.Kommandantenstr. 7v, uhr Die goldene Freiheit Walhalla-Theater Jhr*: Scheidungsreise Sommersplclielt Allabendlich 7l/jUhr: die Ballerina des Königs (Konstantin, G8tz) Oeulsehes Rilnstler-Theater Allabendlich V, Uhr: Rosenmontag (Haack, Loos, Schroth) Mittwoch 7Vi zum 28. Male Itoaenmontaic Kojnische Oper Opernspielzeit Täglich 1*1 1 Uhr illt-Keidetbern Oper von Pacchierotti Stg.S1/.: Der Barbier«.Sevilla Hehren, traße 54 Präzis IV. Uh:: Internat. Damen-Boxkämpfe und der unübertreffliche JunU�rHcTplar��� WodieSchma ben nisteu Felles Gaprice EckeFrledrich- u.LInlenstraße Täglich 8 Uhr Das neue Fränleln Das welBe Blatt Der ledlgeEhemann mit F e r d. Qrunecker, Variete- Rauchen gestattet! Soeben erschien Nr, 41/42 der Kleinen Bibliothek der Russischen Korrespondenz: N. LENIN Das Verhältnis i«i Arbeiterklasse zw Bauerntum (Rede auf dem X. 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Nicht etwa durch die Schandtaten der Berbrecherbanden, die diesmal— im Gegensatz zu Vorkriegszeiten— unter dem Vorwand eines nationalen Befreiungswerkes über die polnische Grenze her- eingebrochen sind, und das von Korfanty begonnene Werk auf ihre Art fortsetzen, sondern durch ein Ultimatum der En- tentekommisiion an den Führer des deutschen Selbstschutzes, General v. Hoeser. Es wird ihm die Zurücknahme seiner letzthin etwas vorgegangenen Streikräfte befohlen, widrigen- falls die Ententebesatzungen aus den noch von ihnen gehalte- nen Städten zurückgezogen würden. Hoefer hat diese Forderung abgelehnt, weil er nicht die Macht zu ihrer Durch- setzung habe; der Selbstschutz und noch viele andere Deutsche könnten und würden die preisgegebenen Deutschen in den Städten nicht im Stich lasten können, und was also aus der Räumung der Städte entstehen würde, sei unabsehbar. Dies ist leider nur zu wahr. Man kann sich schwer zu ruhiger Betrachtung zwingen, wenn man sieht, wie die Oppel- ner Kommission auch den letzten Rest von Schutz, den sie ge- mäß ihrer feierlichen Pflicht den deutschen Oberschlesiern noch gewährt, freiwillig hinwerfen will. Hat sie Sicherheit, daß nach dem Zurückgehen des Selbstschutzes die Polen Ober- ichlesien räumen? Wenn ja— warum teilt sie das dem Selbst- schütz nicht mit? Es wäre das beste Mittel, ihn zum Rückzug zu bewegen. Trotzdem muß an den Selbstschutz appelliert werden, über alle Leidenschaft den Verstand triumphieren zu lasten, mag das zunächst auch noch als ein Opfer erscheinen. Mit Gewalt kann Deutschland nichts erreichen, es würde damit die Deutschen in Polen— und vielleicht auch bald im Ruhr- gebiet, zu denen im besetzten Gebiet— nur der härtesten Rache aussetzen, die in Ostrowo schon angefangen hat. Von den britischen Truppen darf man erwarten, daß sie das Recht in Oberschlesisn wiederherstellen werden— nicht unseres, sondern auch das der Entente, das heute unter die Stiefel der Korfanty-Banden getreten ist. Von Berlin aus wird, wie wir hören, alles versucht, um eine friedliche Lösung herbeizuführen. Die Reichsregierung bemüht sich seit Sonntag früh darum und man hofft auf günstigen Erfolg. Der Kattowiher Bahnhossraub. Saktowib. S. Sunt.(MTB.) Bei einem früheren anderen Versuche der Insurgenten, den hiesigen Bahnhos zu besetzen, wandte sich die Tisenbabndirektion an Herrn C h o q u e t, der die Erklärung abgab, die Insuraenten dürften den Bahnhof nicht besetzen, so- lange er in der Direktion sitze. Weiter erklärte er, die deutschen Eisenbahner trügen an der Stillegung des Eisenbahnverkehrs die Schuld. Sie seien nicht sähia und nicht willig. Es wurde entgegnet, die Eisenbahner seien von Ansang an bereit gewesen, den Verkehr im ganzen von den Insuraenten besetzten Gebiet aufzunehmen, so- bald Gewähr für die Sicherheit der Züge, der Beamten und der Reisenden besteht. Die alliierten Behörden hätten diese Bürg- schafi bisher stets abgelehnt, und deshalb habe der Verkehr nicht aulaenommen werden können. Arn 4. morgens zwischen 6 und 7 Uhr fuhr dann ein Zug von Idoweiche aus mit etwa IM un- bewaffneten Insurgenten in den Bahnbof ein. Am Vormittag folgten bewaffnete Ausständisch« und der Bahnhof befindet sich seither in ihrer Hand. Am 4. Juni vormittags begab sich eine Abordnung der deutstb-n Bürgerschaft zum Kreiskontrolleur, Maior Salerou und zum Stadtkommandanten. Obersten Ardision, die den letzteren daran erinnerte, daß er wiederhost versichert habe, die Insurgenten würden die Stadt oder Teste der Stadt nicht besetzen. Der Kreis- kontrolleur und der Stadtkommandant erwiderten, daß der Bahnhof nicht von Aufrührern besetzt worden sei. sondern dntz es sich um arbeitswillige polnische Eisenbahner handele, die den Bahnhof besetzt bätten. weil die deutschen Eisenbahner unfähig und unwillig seien, den Verkehr aufzunehmen. Die deutschen Herren betonten, daß der Bahnhof ein Test der Stadt Kattowitz sei, und daß die Besetzung entgegen der französischen Ansicht durch die polnischen Aufrührer vollzogen sei. Am Nachmittag erklärte Oberst Ardision. dafi er bereit sei. den Bahnhof zurückzuerobern, aber di- Stadt müsse sich damit ablinden, kein Licht und kein Wasser zu erholten. Die deutsche Ab- vrdnting lehnte ab. auf diese Auskunft eine Antwort zu aeben, und verwies den Stadlkommondanten darauf, dah es fem« D sticht und die der alliierten Behörden fei. die Stadt zu schüren und dafür zu sorgen, daß sie von Insuraenten frei bleibe und daß ihr die Lebens- möglichkett nicht abgeschnitten werde. Das.ausgelieferte Lattd. Hiudenburg, 5. Juni. lWTB.) sBerlvätet eingetrossen.s Am 4. Juni erschienen etwa 200 bewaffnete Aufständische in der Händler- schen Brauerei, stehen ztmächst die Fernsprechapparate besetzen, durch- suchten dann die ganze Brauerei und die Wirtschaftsräume und er- klärten, die Vorräte abfahren lasten zu müssen: sie seien für das polnische Rote Kreuz bestimmt. Widerspruch gegen di« Gewalt- maßnahmen war zwecklos. Es wurden nicht nur die Biervorräte, sondern nahezu alles, was man sonst an Eh», Trink- und Rauch- waren vorfand, auf Wagen fortgefahren, soweit die Aufständischen die Waren nicht in ihren Taschen und Rucksäcken verstauen kannten. Unter den Aufständischen befanden sich auch polnische S t a d t v e r- ordnete aus Hindenburg. Königshütte, 3. Juni.S2l findet die Wahl der Berliner O r t S v e r w a l t u n g des Deutschen Eisenbahner- verbände» statt. An diesem Tage haben sich die Eisenbahner für eine zielbewußte und klare Gewerkschafts- Politik oder für verruckte kommunistische Experiment« zu ent- scheiden. ES ist zu wählen zwischen der Diktatur und dem d e m o- kratischen Selbstbestimmungsrecht, zwischen GeWerk- schaftSzerstörung und wirtschaftlichem Fortschritt durch«ine der- nünitig betriebene gewerkschaftliche Politik. Die Wahl kann nicht schwer werden. Allzu groß sind die Sünden der Kommunisten. Jeden Fortschritt haben sie gehemmt. Immer wieder haben sie sich als die Helfer der Reaktion gezeigt. Schwer ist die gewerk- schaftliche Einheitsfront von den Moskowitern bedroht. ES gilt darum alles daran zu setzen, den ungeheuren Schaden, den die Kommunisten bisher der Arbeiterbewegung zugefügt haben, nicht noch größer weiden zu lasten. E« gilt, den D.E.B, zu einer wirk- lich machtvollen, achtunggebietenden Organi- s a t i o n auszubauen. Wer den Fortschritt und damit den Aufstieg der Eisenbahner will, wähle am 9. und 19. Juni die Liste Wilhelm Schulz t Wird Gompers abgesägt? Bei dem noch in diesem Monat in Denver stattfindenden Delegiertenkongreß de» amerikanischen GewerkschastSbunde« steht ein erbitterter Kampf um die Führerschaft deS Bundes zu erwarten. Es heißt nach der FPS., daß John Lewi», der Präsident der United Mine Workers(Vereinigter Bergarbeiter- verband) mit einem genügenden Rückhalt von Stimmen zum Kongreß kommen wird, um Gompers von seinem lange innegehabten Platz zu verdrängen. Abgesehen von den Bergarbciterdelegierten dürfleti auch die Eisenbahner für Lewis eintreten. GomperS zeigt einstweilen keine Geneigtheit abzutreten. Einstweilen führt er mit der alten Entschiedenheit seine antisozialistische und antibolschewistische Propaganda fort. Das Abkommen lm niederschlefischen Bergbau hat folgenden Wortlaut:„1. Nachdem die Reichsfinanzverwoltung auf die Abliefe- rung des Betrages von 2 M. je Tonne abgesetzter Kohle aus dem niederschlefischen Bergrevier vFrzichtet hat, werden diese Beträge von der Wiederausnahm« der Arbeit an nach näherer Vereinbarung in der Bezirksarbeitgemeinschoft in voller Höhe zur Lohn- erhöhuug verwendet werden. 2. In der Annahme, daß der den� Reichsrat vorliegend« Entwurf zur Abänderung der Kohlen. steuer bis spätestens 1. Juli Gesetz sein wird, wird von dtesem Zeitpunkte an eine Lohnerhöhung in Aussicht genommen. Zurzeit beträgt die Kohlensteuer des niederschlefischen Reviers gegenüber Westfalen 2,59 M. mehr je Tonne abgesetzter Kohle. Um jede voll« Mark, um die sich durch Veredlung der Kohlensteuer dieses Der. hältnis zugunsten des niederschlefischen Bergreviers ändert, wird ein Betrag von 39 Pf. je Schicht zur Lohnaufbesserung verwandt werden, bis ein durchschnittlicher Betrag von 5 M. je Schicht erreicht ist, wobei die unter Ziffer 1 genannte Lohnerhöhung einzurechnen ffL Da» Reichswirtschastsmknfsterlmn und da» Reich»- arbeilsministerium werden sich dafür einsetzen, daß die für diese Lohnerhöhung exforderlichen Maßnahmen seitens der gesetzgebenden Körperschaften und des Reichskohlenverbandes getroffen werden.' Streik auf den westdeutschen Sanälen und am Rhein. Da, ge- samt« Maschinen, und Sestelpersonal der staatlichen Schleppämter aus den westdeutschen Kanälen steht seit dem 31. Mai im Streik. Ihn mit den Mitteln der bürgerlichen Press« zu verdächtigen, wird nicht gelingen, verlangen doch die Maschinisten und Heizer nur die zehnstündige Arbeitszeit, oder Bezahlung der zwölfstündigcn Arbeitsleistung. Bekanntlich arbeiten alle anderen Arbeitergruppen nur 8 Stunden. Diese selbstverständliche Forderung werden die Streikenden mit dem nötigen Nachdruck vertreten. Auch die Maschi- nisten und Heizer sämtlicher Schlepp- und Güterboote des Rhems stehen in Lohnbewegung. Die Verhandlungen mit den Unternehmern sind gescheitert. Daraus beschlosten die Maschinisten und Heizer den sofortigen Eintritt in eine Teilaktion, welche zum Ziel hat, die Fahr- zeit täglich um zwei Stunden zu verkürzen und die vollkommene Arbeitsruh« an Sonntagen auf allen Schlepp- und Güterbooten des Rheins durchzuführen. Teilflreik in der saarländischen Metallindustrie. In Völklingen. Hostenbach, Dillingen, Brebach wurden die Arbeiter der Metall- industri« ausständig, weil der Arbeitgeberverband einen Lohn- abbauvon29bis25Proz. beabsichtigt. Da es zwischen Ar- beitgebern und Arbeitnehmern zu einer Einigung nicht kam, wurde der Schlichtungsausschuß angerufen, der sich den Gründen der Ar- bettgeber zwar nicht ganz verschließen tonnte, aber eine Milderung der Härten des Abbaues empfahl. Die Metallarbeiker in Mähren hoben dieser Tage Forderungen gestellt, in welchem ein achttägiger bezahlter Urlaub im Jahre, Revision der bisherigen Löhne, sowie Anteil am Rein- gewinn verlangt wird. Die Arbeitgeber haben die Forderungen der Arbeiterschaft abgelehnt, so daß es zu einem Streit kommen dürste. Die belgisch« Sewerkschaftikommtssion hat den Beschluß der Kommunisten in Belgien, da».berühmte' System der kommunisti- schen Zellen einzuführen, mit einer sehr scharsen Erklärung gegen die Zellenbauer beantwortet. Sie billigt den von un» bereit« mitgeteilten Beschluß de» Vorstandet des Internationalen GewerkschastSbunde» vom 18. Mai und fordert alle der GewerkschaftS- kommission angehörenden Organisationen auf,.sofort die erforder- lichen Maßnahmen gegen alle jene zu ergreifen, welche e» versuchen, die vollkommene Einigkeit der belgischen Gewerkschaftsbewegung zu unterminieren, durch welche unser Einfluß und unsere Macht heran- wachsen'. Die belgischen Spinnereien werden infolge der Krise während einer Woche geschlosten. Kürzung der Arbeitslosenuakerstützuag in England. Infolge der hoben unerhörten Anforderungen an den Fonds für Arbeits- losenversicherung ist dieser jetzt vollkommen ausgebraucht. Di« Re- gierung beschloß daher, die Arbeitslosenunterstützung zu verringern und die Beiträge von allen Parteien zu erhöhen. Die wöcheniliche Auszahlung beläuft sich jetzt auf 1 899 999 Pfund Sterling, während die Einnahmen nur 699999 Pfund betragen. Zur Streikloge in England wird berichtet, daß die Gesamtzahl der feiernden Arbeiter ungefähr vier Millionen beträgt, wovon 1 529 999 Bergleute und 699 999 Baumwollespinnereiarbeiter. Zur Erleichterung des Lohnabbaues der Bergarbetter will die Regierung 19 Millionen Pfund bereitstellen: dieses Anerbieten ist auf 14 Tage befristet. Der Vollzugsausschuß der Bergwerksoesitzer hat den der Bergarbeiter zu einer Besprechung hierüber eingeladen.— Da der Streik in der Baumwollindustrie schon drei Wochen währt, hat der Handelsminister ihre Vertreter zu einer Besprechung aus Dienstag eingeladen. Die Verhandlungen im englischen vergarbeiterstreik sind Montag um 12 Uhr wieder aufgenommen worden. Mit Ausnahme des.Dailn Herald" ist die gesamte Londoner Preste der Ansicht, daß die Inttiative der Be:gwerksbesttzer. die die Bergleute zur Wieder- aufnahm« der Verhandlungen eingeladen haben, das Ende der Streikbewegung bedeutet, und alle Zeitungen beglückwünschen die Bergwerksbesitzer zu ihrer Initiattve. Deutlcher»«rtmeisterverbaod, Bezirtso-rein 23— Cfiftni«. Mittwoch 7 Uhr Mitglieder okrlammlung, pooctlont)« FenIcUe. Reue Friedrichstr. 33. «rauche der PriaatwSchter. Mittwoch.». Juni, morgen» S Uhr, im Lokal von Echirm. Edarlottenftr. 7—8. Branchenversammlung aller aus Bauten. Solz- und Lagerplitzen, Fabriken, cheschüst». und Zndustriehiusern beschäftigten Bächler. Wirtschaft Sanierung der Reichsfiuauzen. In der letzten Sitzung des Finanzpolitischen Ausschustes des Vorläufigen Reichswirtfchaftsrats erstattete der Borsitzende Bernhard Bericht über die Arbeiten des Unterausschusses, destn Aufgabe es ist, Mittel und Wege für eine Sanierung der Reichsfinanzen einschließ- lich der Reparationskosten zu finden. Bisher hat der llnteroueschuß in einer großen Reihe von Sitzungen die notwendigen Borsragen geklärt und zunächst festgestellt, daß durch die oft geforderte W ä h- r»»g»refor«»ine Sanierung der R«lch»finanz«n nicht ein- treten kann, well die Wähnrngszustände ein« gewiss« Rückwirkung auf die wirtschaftlichen und stoatsfinanziellen Verhältnisse üben, aber im allgemeinen die Folge und nicht die Ursache wirtschaftlicher Erscheinungen sind. Wenn es gelingt, wirksame Mittel zur Ordnung der Staatsfinanzen und eine wirtsame Steuerkontrolle zu schaffen und damit innerhalb eines gewissen Zeitraumes«in ge- ordnetes Finanzsystem zu ermöglichen, so braucht eine vorüber- gehende Vermehrung der Notenausgabe für eine kurze Ueber- gangszeit nicht mit besonderer Sorge betrachtet werden.(!) Voraussetzung für eine Ordnung der Reichsfinanzen ist noch Ansicht des Unterausschusses zunächst: äußerste Sparsamkeit im Reichshaushalt. Um eine Konttolle des Haushalls zu ermöglichen, sei es notwendig, den ordentlichen Verwaltungsetat vom Reparatienskriegslastenetat zu trennen, da die Aufbringung der Mittel für die Ausgaben beider Etats verschiedene Wege erfordere. Da die Steuerpolllik heute noch viel mehr Wirtschaftspolitik sei als früher, müßten die beiden Grundsätze der zukünstigen Finanz- reform sein: wirtschaftliche Sparsamkeit durch Einengung des Verbrauchs auch subjektiv notwendiger Artikel, Einschrän- kung der Einfuhr fremder Verbrauchsartitel und sparsamste Aus- nützung der eingeführten oder im Ausland erzeugten Rohstoffe: außerdem Steigerung der Produttion und Produktivität auch durch die Steuergesetzgebung, Steigerung der Produktivkräfte durch Förderung der Neubildung von Produktivkapllal und durch die möglichste Beeinflussung der Produktion im Sinne einer technischen Rationalisierung, gleichfalls auf dem Weg« der Besteuerung. Dies habe der Mehrheit des Ausschusses als Ziel vorgeschwebt. In Uebereinstimmung mit der an den Reichswirffchastsrat gerichteten Aufforderung des Reichskanzlers Dr. Wirth will der Aus- schuß jetzt daran gehen, die Einzelheiten der zukünfttgen Finanz- reform festzulegen. Da eine zweckentsprechende Steuergesetzgebung ttefgehende Wirkung auch auf die Derhallnisse des Konsums und der Produttion haben müsse, sei beabsichtigt, den Unterausschuß durch eine entsprechende Zahl von Mitgliedern de5_ Wirtschaftspolitischen Ausschusses des Relchswirtschaftsrats zu ergänzen. Diesem Bor- schlage stimmte der Finanzpolitische Ausschuß nach einer kurzen Er- örterung zu, in der besonders auch die Porfchlöge zum Ausbau der Umsatzsteuer behandelt wurden. tebenshallungskosten. Die R« i ch s i n d e x z i f f e r für die Lebenshaltungskosten umsaßt bekanntlich wichtige Derbrauchsartikel nicht und kann daher auch einer Ermittlung des Existenzminimums nicht zugrunde gelegt werden. Doch ermöglicht sie für den be- schränkten Kreis der von ihr erfaßten War« einen Vergleich, der auf dem engen von ihr umfaßten Gebiet— Ernährung, Heizung, Beleuchtung und Wohnung— die Preisbewegung kennze>chnet. D:e Reichsinderziffer hat sich nach den Berechnungen des statistischen Reichsamts im Monat M a i auf 889 ermäßigt. Im Vormonat hatte sie 894 betragen. Im Monat Januar d. I,. dem bisher teuersten Monat, 924. Die seitdem für den Durchschnitt des Reichs eingetreten« mäßig« Senkung der Gesamtausgaben für die von der Teuerungsstalistik erfaßten lebensnotwendigen Bedürfnisse(Ernah- rung, Heizung, Beleuchtung und Wohnung) hat sich also weiter fort- gesetzt. Im Derichtsmonat trugen hauptsächlich wieder Preisruck. gänge für Fette, Hülsenfrüchte, Rindfleisch. Heringe und einige Ge- müsesorten zu der Ablchwächung der Indexziffer bei. Andererseits zogen die Preise für Schweinefleisch, Speck, Eier, die bewirttchaftet« Milch, für Kohlen und die von der Kohlenpreiserhöhung beeinflußten Leuchtmittel etwas an.— Die Senkung der Lebenshaltungskosten. soweit sie aus den vorstehenden Ziffern hervorgeht, ist überdies nur vorübergehender Natur, well die bevorstehenden Er- höhungen der Steuern, insbesondere der indirekten, in kurzer Zeit zu Preissteigerungen führen müssen.__ ettanl». für ben tetmlt. teil; Ir. Veraer«etfer. Ctzarlottentziira: für ttmeigen; t».«ladt. Berlin. Berta«: Bor»ärt«-Brtlns®. m. fr.$., Berlin. trnJ:»tr- «iktt-Buchdruckerei«. LeriagSansiait Bau!€infl«t Setfuu ümbenftt. 3. Hierzu 1 Vellage-_. anflflöin- Vaslillen lief,«eiibützli jut Desinfektion der INund- und Rachen hähke besonder» bei filrinna Heiserkeit, halsenkzünduaa. Vtt* UlCiPllv» schleimung. Erhältlich In den Apotheken u. Drdgetlell. 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