Ztr.SSS ♦ ZS.�ahrgattg Musgabe Ä Nr. 135 BezngSprriSt Viertel! Sh rl. SV,— M.. monatL 10,- St fiel ins Kau», voraus zahlbar. Post» bezug: Monatlich 10,— M. einschl. gu- fiellungsgebühr. Unter Kreuzband mr Deutschland. Danzig, da» Eaar- und Memelaediet. sowie die ehemals deut- fchen iSediete Polens, Oesterreich, Ungarn und Luxemdura 20.— M.. sür da» Ildrige Ausland St.— M. Polt- destellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho- Elowatei, Däne- March Holland. Luremburg, Schweden und die Schweiz. Der.Poruiärts� mit der Sonntag»- betlage„Noll und Zeit", der Unier- haltungsbrilage Leimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erjcheint wochentSglich zweimal, Sana- tags und Montags einmach Tsleararnm- Adresse: »Sojiafoemotcai Bettlet* Devlinev VolksblsN (�30Pf«nnla) SlnzetlsenchretS» Dt« achtgespalten, Ronvarelllezetl« toltei ijO M„tchlelne Anzeigen" da, iellgedrultt» Wort IchO M. sz». lässig zw«' letigedrnitt, Worte), led?» eveirer« Wort ch— M Stellen gel ua,» und kchlasstellenanzelgen da» erst» Wort ch— M. sede» wettere Wort io Nlg. Wort, Uber IS Buchllaten zählen stii zwei Worte. ffannlien-An- zejgen litr Abonnenten Zeile 3,- M. Die Preis« verstehen sich«inschliehlich Teuerungszulchlag Anzeigen w> die nächste Nummer müssen di, 6 lihr nachmittag, im Hauvigeschäst. Berlin SW KS. Linden. straße S, abgegeben werden. Dcoffnet von S Uhr früh bis ö Uhr abends. Zentv&lovgan der rozialdemohratifcbcn Partei Deutfcblands Reöaktisn und Expedition: SV) HS, Ltndenstr.Z Redaktion Moritsplay lä1i»S-S7 �ernspreairr.(�„ttion MoritzUlatz 11753-54 Mittwoch, den 8. Juni 1921 Vorwärts-Verlag G.m.b.H., SV 68, Linüenstr. Z Qe�nt»,tei<,ee-- Verlag. Expedition und Inseraten- s�rrryrr' Abteilung Morippla« 11753-54 Neutrale Zone in Gberfthlefien. Vreslau. 7. Zunl. lEigener vrahlberlchi des.Vorwärts".) Die Bildung einer neutralen Zone zwischen den deutschen und polui- scheu Strelkkrösten beginnt sich praktisch zn vollziehen. Im Vörden haben englische Truppen jetzt Rosenberg besetzt, das bis vor kurzem durch die polnischen Insurgenten besonder» Übel helmgesucht worden war. Im Süden ist ein Dalaillou Itallener in Kramnitz eingerückt. In der Mitte der Front schieben sich enztische und sranzöslsche Truppen zwischen deulschcn Selbstschutz und polnische Insurgenten. Dadurch Ist es wohl auch zu erklären, daß während eines Gefechts zwischeu deutschem Selbstschutz und Polen Franzosen ins Gefecht ruckten und dabei Z verwundete und 7 uvverwuudete Franzosen durch den deutschen Selbstschuh gefangen genommen wurden. Die Franzosen wurden sofort dem nächMegeu- den sranzSsischen Kommando zur Verfügung gestellt. Es ist zu be- fürchten, daß ähnliche Vorkommnisse während der Bildung der neu- tralen Jone durch die alliierten Truppen sich wiederholen werden. Eine gewisse Beruhigung dürste allerdings dadurch herbeigeführt werden, daß die Engländer im Laufe der letzkeu 74 Stunden auch größere Abteilungen in der Richtung des Industriegebiets iu Be- wegung gefetzt haben, die heute in Glelwitz eintrafen. Von den drei in Gieiwitz angelangten eugllschen Kompagnien wurde ein Teil sofort weitergeschickl. Ans der polnischen Seite kämpfen seht nur noch verhältnismäßig wenig Obcrschlesier. Aus dem südlichen Bezirk Pleß und Rybnlk wird dementsprechend auch gemeldet, daß die polnischen Lergarbeiler meistens tu die Betriebe zurückgekehrt sind. Die oberfchlefische polnisch gesinnte Bevölkerung ist kampfesmüde geworden. Die polni- scheu Sampflinlen bestehen jetzt überwiegend aus Sougreßpoleu, darunter zahlreiche geschlossene Verbände von akttven Formationen dex polnischen Armee. Um Wirths Mehrheit. Don Hermann Müller- Franken. Der Reichstag hat sich auf Wunsch der Regierung bis ium 14. Juni vertagt.■ Die Reichsämter sollen eine Reihe Zwischen dem Britengeneral Henneker und dem Selbstschutz- führer yoefer wird verhandelt, ho'.ntlich gelingt es dort und in den alliierten Hauptstädten, das fatale Ultimatum aus der Well zu schaffen. Es ist doch schließlich das Versagen der interalliierten Staatsgewalt' in Oberschlesien gewesen, das diese ganze Krise so groß hat werden lassen. An den Selbstschutz muß die dringende Mahnung gerichtet werden, seinen deutschen Sinn durch Selbstbeherrschung im Interesse des deutschen Volkes zu betätigen. Die Verantwortung für Leben und Un- verfehrthell der Deutschen Oberschlesiens ruht einzig und allein auf der Entente! Der Oberkommandierende der Korfanty-Leute,„Nowina Dolina", in Wahrheit Graf M i e l c z n n s k i, hat dieses Amt niedergelegt: vielleicht scheut er das Risiko künftiger Kricgs- verbrecherprozefse. General L e R y n d betreibt nach der „Dena" die Abberufung des Korrespondenten der„Chicago Daily News", Decker, wegen antifranzösischer Bericht- erstattung. Decker war Kriegsberichterstatter an der französi- fchen Weltkriegsfront, er wohnt und verkehrt in Oppeln mit englischen Offizieren. Spenden aller Art für das„Oberfchlefische H i l f s- werk(Hauptstelle Unter den Linden 78, Gartenhaus) werden ber allen Banken, Sparkassen und Postämtern angenommen. pr-igy Bemängelung öer Entwaffnungslifte. " Berlin, 7. Juni.'(MTB.) Wie bekannt, hatte die Interalliierte Milllärkonirollkommission von der deutschen Regierung bis zum 30. Mai die Einreichung einer Liste der aufzulösenden Selbstschutz- organisaiionen oerlangt. Die überreichte Liste enthiell die Organi- sation Escherich, die oftpreußischen Wehren und die bayerischen Ein- wohn erwehren. Die Kommission hat erwidert, daß die Liste un- vollständig sei, da sie nicht alle Selbstschutzorganisationen ent- halte, die aufzulösen seien. Die deutsche Regierung hat darauf ge- antwortet, daß nach ihrer Kenntnis und den Mitteilungen der Landesregierungen die übersandte Liste sämtliche in Deutschland bestehenden nach den genannten Bestimmungen aufzulösenden Organisationen umfasse. Sie hat darauf hingemiesen, daß die in zahlreichen Orien Deutschlands früher vorhandenen, mit Militärwaffen ver- sehenen, aber inzwischen entwaffneten Organisationen durch die Erlasse der Landesregierungen über die Auflösung der Einwohner- wehren überall— außer in Bayern und' Ostpreußen— auch aufgelöst seien und aufgehört hätten zu bestehen. Durch ein Rund- telegramm seien die Regierungen der Länder ersucht, sofort noch- zuprüfen, ob sich etwa Organisationen der Verpflichtung zur Auf- lösunz entzogen haben. Wo dies der Fall sein sollte, würde als- bald die Auflösung auf Grund des Gesetzes vom 22. März b e- wirkt werden. Spionenfurcht in München. Ein Abenteuer des französischen Gesandte«. München, 7. Juni. Die Korrespondenz Hoffmann teill amtlich mit: Der französische Gesandte Dard besichtigte am Sonnabend vormittag unerkannt vom Hofgarten aus das Haus Galeriestr. S, weil er dieses Haus als Wohnung zu mieten beab- sichtigte. Dies fiel Passanten, auf. Ein Herr in Zivil, ein früherer sächsischer Offizier, sprach den französischen Ge- sandten an ohne ihn zu kennen und froßle ihn, ob er jemanden von den Hausbewohnern sprechen wolle. Der französische Gesandte verneinte dies und entfernte sich. Der Zivilist wandte sich hierauf an einen Schutzmann und ersuchte ihn unter Bezugnahme .ouf seine Beobachtungen, die Person des unbekannten Herrn, der sich inzwischen auf eine Bank im Hofgarten gesetzt und in dem er einen Ausländer erkannt hotte, festzustellen. Der Schutz- mann ging in Begleitung des Zivilisten zu der Bank und ersuchte den Unbekannten um Legitimation. Dieser wies sich als der fran- zösifche Gesandte Dard aus, worauf der Schutzmann in ganz korrek- ter Weise sich sofort mit dem Bemerken entschuldigte,»r hätte selbstverständlich eine Legitimation nicht verlangt, wenn er die Person des Gesandten gekannt hätte. Der Gesandte hat sofort von sich aus jede Beteiligung des Zivilisten in dieser Angelegenheit ob- gelehnt und ihn weggeschoben. Alle übrigen Angaben stehen mit den Tatsachen nicht im Einklang. Das Staatsministerium des Aeußern hat Veranlassung genommen, wie dies auch bei jedem Vertreter einer anderen Macht erforderlich gewesen wäre, dem französischen Gesandten das lebhafteste Bedauern darüber aus- zusprechen, daß sich dieser aus dem Irrtumeiner Privat- person beruhende Zwischenfall zugetragen hat. Deutschland vnd Völkerbund. Die Genfer Tagung der Dölker- bimdvemnigimgen ist einmv.ig für die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund, wodurch nach den Worten des Franzosen Aulord in Deutschland der Geist der Demokratie und de» Frieden» gestärkt xperden würde. Streikabbruch in England? London, 7. Juni.(Reuter.) Der Exekutivc.usschuß der Berg- arbetter beschloß eine' Delegiertenkonferenz des Bergarbeiterbundcs auf den 1l>. Juni einzuberufen und. eine Abstimmung der Mitglieder über die Vorschläge der Grubenbesitzer zu empfehlen... Der Trianonvertrag ratiftZiert. Poris, 7. Juni.(Havas.) Die Kammer besprach den Gesetzentwurf über die Annahme des Vertrages von Trianon. Berichterstatter G u e r n i e r rechtfertigte die ungarische Grenzlinie und verlas eine Stelle aus dem Schreiben Millerands, das dem Vertrag beigelegt ist, worin gesagt wird, daß die alliierten Mächte ihre Zustimmung geben würden, wenn der Mlkerbundsrat auf Ansuchen einer der in Betracht kommenden Parteien seine guten Dienste anbieten würde, um die endgüttige Grenzfestsetzung in freundschaftlicher Weise zu regeln. Guernier fügt hinzu, daß, wenn der Vertrag von Trianon auszu- führen sein wird, die westlichen Komitate den Hauptmächten über- geben werden, die nach dem Vertrag von St. Germain sie an Oe st erreich übergeben werben. Der ungarische Vertreter in Paris ist benachrichtigt worden, daß seine Regierung darauf verzichten müsse, die Zuteilung dieser Komitate wieder in Frage zu stellen. In Besprechung der Abstimmungskundgebung, die van deutschen(I) Agenten vorbereitet worden sei, findet Guernier die sofortige lieber- nähme und soforlige llebcrgabe dieser komitate an Oesieudch unklug. Er schließt mit der Erklärung, daß Frankreich keine feindseligen Ge- fühle gegen Ungarn nährt, und daß es notwendig sein wird, die Wiederherstellung der wirtschafllichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu versuchen, ohne die Interessen der französischen Gläubiger zu schädigen. M a r g a i n e bedauert«, daß die Gerüchte, nach denen Frank- reich den Versuch Karls, den Thron wieder zu besteigen, unter. stützt haben soll, nicht dementiert worden seien. Briand er- widerte, daß die Haltung der Alliierten in dieser Beziehung durch- aus klar gewesen ist, und daß die Ansichten der royalistischen Kreise nicht als diejenigen angesehen werden können, die die äußere Politik Frankreichs beeinflussen. Der einzige Artikel des Vertrages wurde mit 478 gegen 74 Stimmen angenommen. Budapest, 7. Juni.(EE.) Durch Gesetz sollen die Besitzungen des einstigen Staatspräsidenten Michael K a r o l y i enteignet und seine Erben rechllos gemacht werden— weil er Republikaner ist! Verlagke Sriegsprozesie. In der Strafsache Generalleutnant a. D. S t e n g e r und Major a. D. C r u s i u s wegen Kriegsver- brechen ist aus Ansuchen der französischen Regierung der am IS. Juni vor dem Reichsgericht anstehende Hauptverhandlungstermin auf den 29. Juni verlegt worden, ebenso der Termin gegen den Oberleutnant a. D. L a u l e vom 22. Juni aus den 7. Juli. Um den dritten Bismarckband. Gegen den Druckereiarbeiter, der ein Exemplar des dritten Bandes von Bismarcks„Gedanken und Erinnerungen" entwendet und an den früheren aktiven Haupt- mann Siedentopf weitergegeben hatte, schwebt ein Strafverfahren. Der Hauptmann halle versucht, den Band für 59 099 Franks nach Frankreich zu verkaufen. Der Berkaufsvermilller war aber ein elsässischer Polizeispitzel, der die unsauberen Machenschaften recht- zeitig aufdeckte. Sie lügen wle die Teufel und schwindeln aus Prinzip— näm- lich die neuen Jesuiten der„Roten Fahne". Weil wir die plötzliche Milde des Sondergerichts gegen Brandler, der nur auf die Festung, nicht ins Zuchthaus geschickt wird, mit Nützlichteitsrücksichten zu e r- klären suchten, behauptet der Mvskaumonitor, uns wäre das Urteil zu milde. Eine gute Sache ist es nicht, die solche Kampf- Methoden übt. Warten wir jedoch ab, wie die Zuchthausopfer der VZkPD. über ihre„Führung" urteilen werden. orlagen ausarbeiten, die ihre Erledigung finden sollen, ehe der Reichstag hl die Sommerferien geht. Die Re- gierung geht an die schwere Arbeit, die die Erfüllung der Ulti- matumsverpflichwngen mit sich bringt. Sie hat ihre erste Krise überstanden. Aber schon fragen ängstliche Gemüter: Wird diese Regieruna lange leben? Wird nicht der Reichs» kanzler Wirth bald doch gezwungen sein, an das Volk zu appellieren, damit dieses entscheide, ob von jetzt ab alle Kräfte des deutschen Volkes zur Erfüllung des gegebenen Wortes an- gestrengt werden sollen, oder ob durch eine Politik sich in Pro- testen erschöpfender Passivität die einstigen Kriegsgegner Anlaß bekommen sollen, sich durch Gewaltanwendung zu holen, was zu holen ist? Wohin der letztere Weg fuhren würde, kann dem nicht zweifelhaft sein, der sieht, wie die Machtverhältnisse in Europa nach dem für uns verlorenen Kriege gelagert sind. Die Organe der Rechten schließen wieder einmal aus dem Ausgang der Krise der letzten Wochen, Laß das parlamen- tarische System für deutsche Verhältnisse nicht tauge, well die beiden Sätze der von den Regierungsparteien eingebrachten Tagesordnung von wechselnden Mehrheiten angenommen wur- den. Eine Methode, die nach ihrer Auffassung ein Privileg der Regierungskunst des versunkenen kaiserlichen Deutschland wer. Die Krise ist so geläst worden, wie sie bei den gegen- ivürtigen deutschen Parteiverhältnissen nur gelöst werden konnte. Ihre Lösung war nicht ideal, aber die deutschen PartewerhäUnisse sind es eben auch nicht.■ Am 10. Mai wurde das Ultimatum der Entente in der Erkenntnis der Gefahren, die der Einmarsch ins Ruhrgebiet für die gesamte deutsche Wirtschaft bringen mußte, von einer aus Zentrum, einem Teile der Demokraten, der Sozialdemo- kratischen und der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei gestellten Mehrheit akzeptiert. Nach den Regeln der westlichen Demokratie hätten die Parteien, die diese für die nächste Zu- kunft entscheidende Politik für die in der gegebenen Situation einzig mögliche hielten, auch die Regierung übernehmen müssen. Dann wäre eine Regierung dagewesen, die auf längere Frist Politik zu treiben die verfassungsmäßig nötige Mehrheit gehabt hätte. Eine solche Regierung ist aber heute in Deutschland noch nicht möglich, weil sich die USP. weigert, mit bürgerlichen Parteien zusammen in die Regierung einzutreten. Die USP. war mit ihrem Urteil über die gegenüber dem Ultimatum ein- zuschlagende Politik zuerst fertig. Diese von ihr als richtig erkannt« Politik zu treiben überläßt sie aber den Sozialdemo- kraten, dem Zentrum und den Demokraten. Das ist vom agitatorischen Standpunkt aus bequem, hemmt aber die Durchführung der von der USP. gewollten Politik. Die USP. übersieht, daß sie in der Republik keine Palllik treiben darf, die zu Zeiten des Kaiserreichs berechtigt war, well dieses der Arbeiterklasse die politische Gleichberech- tigung versagte. Eine grundsätzliche Politik, die vor dem 9. November 1918 sich aus der Haltung der vom Parlament unabhängigen, sich auf die Macht der Bajonette stützenden kaiserlichen Regierung ergab, hat heute ihren Sinn verloren. Hierin könnte die USP. von der mit ihr in der Jnternatio- nale 2V-> organisierten deutschösterreichischen sozialdemokratischen Partei lernen, die unter Führung so radikaler Theo- retiker wie Otw Bauer und Fritz Adler keinerlei grundsätzliche Bedenken hatte, bis zur letzten österreichischen Krise mit den kleinbürgerlichen österreichischen Christlichsozialen zusammen eine Regierung zu bilden. Im Ausland wird die Abstinenz- Politik der USP. überhaupt nicht verstanden. Welche Hoff- nungen hatte das Ausland nicht nach der Revolution auf die deutsche USP. gesetzt. Die Kräfte, die in Frankreich und Eni- land nach diesem entsetzlichen Weltkrieg den Dauerfrieden für Europa herstellen wollten und die Verankerung der Deutschen Republik als beste Garantie für den Dauerfrieden ansahen, hofften in erster Linie auf die Partei Kurt Eisners und Hugo Hanfes. Und wie wurden die Kreise, die so rechneten, dadurch enttäuscht, daß die USP. zuerst die Wahlen zur Verfassung- gebenden Nationalversammlung zu verschleppen suchte und dann, als die republikanische Verfassung gegeben war, in der reinen Negation verharrte, statt unter Teilnahme an der Ver- antwortung in der Regierung positiv für die demokratische Republik zu wirken. Gewiß, am 4. Juni hat die USP. das Mißtrauensvotum der Deutschnationalen abgelehnt, weil sie sich mit Recht nicht für die auf Sturz der Regierung Wirth abzielenden nationa- listischen Treibereien mißbrauchen lassen wollte, und sie hat für die sich auf die Durchführung der Ultimatumsverpflichtungen beziehenden Telle der von der Regierung angenommenen Tagesordnung gestimmt. Aber das genügt nicht, um eine j konsequente, nach außen pazifistische, nach innen linksgerichtete � Politik auf lange Sicht zu gewährleisten. Und gerade das ist für die bürgerlichen Mittelporteien immer wieder der Gruilli, eine Verbreiterung der Regieruttas- basis nach rechts hin zu verlangen. Wir Sozialdemokraten isind gegen eine Verbreiterung d« Koalition nach rechts ge- wesen,»eis wir sie tnifcnpoIUtfö" ffle etn Unglück halten und innenpolitisch für eins Quelle ewiger Reibungen, die die Aktionskrait einer so gebildeten Regierung lähmen müßten. Sa war die Stellung unserer Partei s a ch l i ch gegeben. Agitatorische Leröeggumde waren in keiner Weise maß- gebend. Wie überhaupt während des Krieges und nach der Revolution keine Partei sich so wenig von Parteiegoismus leiten ließ wie die unsere. Das hat die SPD. zuletzt erst wieder bewiesen, als sie—- die stärkste der drei Koälitionsparteien— auf den ihr zustehenden vierten Ministersitz im Kabinett ver- zichtete, nachdem aus sachlichen Gründen der Borschlag gemacht worden war, Herrn Dr. Ratheneu für das Wiederaufbau- Ministerium zu gewinnen. Trotzdem erzählen die Blätter der Stinnes-Partei ihren Lesern fortwährend, daß die Sozialdemokratie sich nicht mit der Gleichberechtigung begnügen wolle und einen überragenden Einfluß in dem sozialistisch- orientierten Kabinett beanspruchte. Im„B. Tgbl." geht am Sonntag Konrad Haußmann gar unter die Märchenerzähler, indem er behauptet.'„Ais Wirth feine Partei zum„Ja" ge- iuhrt hätte,„habe die Sozialdemokratie einen Anteil an der Regierung und auf Stunden die Kanzlerschaft reklamiert". Die Initiative zur Beteiligung an der Regierung ging nicht von der Sozialdemokratie aus, diefichinteinemSta- d i u m der Verhandlungen in die Regierung gedrängt hat, ohne die nach der ablehnenden Haltung der Deutschen Bolkspartei aber am 10. Mai gar keine Re- gierung gebildet werden konnte. Wegen Uebernahme der Kanzlerschaft hatte der Reichspräsident, bevor die Sozialdemo- träfe fachlich Stellung genommen hatte, bereits mit Herrn Wirth verhandelt, und die sozialdemokratische Fraktion hat seiner Person auch nicht auf Stunden einen anderen Kandi- baten gegenübergestellt. Der Widerspruch gegen den Reichskanz- ler Wirth kam vielmehr von der Deutschen Bolkspartei und aus den Reihen der Demo- traten. Das setzt die„Köln. Ztg." in chrem Artikel: „Hinter den Kulissen" in der Abendausgabe des 3. Juni mit erfrischender Offenherzigkeit auseinander. Sie behauptet zur Begründung dieser ablehnenden Haltung der Parteien von Besitz und Bllbung von dem Reichskanzler Wirth, daß er persönlich aus seiner sozialistischen Gesinnung keinen Hehl mache„und dessen Steuersozia- li s m u s a ll g e nt e i n bekannt war". Hier liegt der Hase im Pfeffer. Die Deutsche Volkspartei ist gegen das Kabinett Wirth und besonders gegen den Reichs- kanzler Wirth, well sie fürchtet, daß er den Besitz nach Gebühr zu den schweren Lasten heranziehen will, die das deutsche Volk in Konsequenz des verlorenen Krieges auf sich nehmen muh, wenn es sich überhaupt die staatliche Existenz retten will. Wenn Herr Wirth auch andere steuerpolittsche Auffassungen hätte, als er hat, die deutsche Steuerpolitik kann den Besitz in Zukunft nicht schonen wie bisher. Die Massen müssen längst zahlen, was sie zahlen können. Direkt durch den Lohnabzug, indirekt durch die Verbrauchsabgaben. Reue Steuern müssen kommen. Sie müssen sozial gerecht verteilt werden. Das meiste darf nicht von denjenigen geholt werden, die am wenigsten haben. In erster Linie müsien der Besitz, die Spekulation, der Aufwand getroffen werden. Wer die D i v i- 'enden Politik des deutschen Großunternehmertums ver- folgt, der sage nicht, daß das nicht möglich sei. Daß Besitz- steuern gemacht werden, ist auch dann Voraussetzung, wenn unter dem Druck der Entente die Abgaben auf Massen- nerbrauchsartikel erhöht werden müsien, weil sie in einem Teile der Ententeländer schon höher besteuert sind als bei uns. Auch hierbei müssen wir ernstlich oersuchen, schlimmes zu ver- hüten. Ich habe in meiner Reichstagsrede vom 4. Juni schon darauf hingewiesen, daß man in England übersieht, wie bei unserem Milchmange! und unserer MUchteuerung die Erhöhung der Zuckersteuer geradezu mit einer Erhöhung der Säuglingssterblichkeit parallel gehen würde. Bei der Beratung der kommenden Steuervorlagen wird sich zeigen, welche Mehrheit des Deutschen Reichstags die Konsequenz aus der Annahme des Ultimatums zu ziehen LRorphimsten. Das tragische Ende des Schauspielers Harry Waiden und seiner Anaehöriaen zeigt mit erschreckender Deutlichkeit die Verhängnis- nallc Wirkung jenes an sich segensreichen Beruhigungsmittels, wenn stine Anwendung, wie hier, zur Gewohnheit oder gar zur Leiden- fchaft wird. Di? Zahl der Morphinisten hat, wenngleich sich ziffernmäßige Nachweise darüber begreiflicherweise nicht erbringen lassen, während der letzten Jahre zweifellos erheblich zugenommen, einmal infolge des Krieges, dann aber auch infolge der gesamten unruhigen Zeit- Verhältnisse, der Erschwerungen des Lebens und der Hetze nach Geld und Erfolg. Die Aerzte hönnen aber die Zunahme dieser trankhasten Sucht ebenso wie die immer mehr um sich greifende Seuche des Kokainismus aus der Zunahme jener Heilungsuchenden erkennen, die ihre krankhafte Morphiumsucht dem Arzt zwar meist zu verheimlichen suchen, bei denen ober aus den typischen Symptomen der Arzt ohne Schmie- rigteit die eigentliche Ursache des leidenden Zustondes erkennt. Dos Leiden des Morphinisten ist gleicherweise körperlich und seelisch: das eine erwächst aus dem anderen, und es besteht zwischen beiden ein unlösbarer Zusammenhang. Individuen,' die dem Morphinismus verfallen, fei es wegen schmerzhafter körperlicher Beschwerden, sei cs aus Gründen psychischeo Art, erleiden vor allem eine Störung der Funktionen zahlreicher Organe und Organsystem«. Auffallend ist zunächst die starke Verengerung der Pupille, eine Erscheinung, die zur Erkennung des Morphinismus wichtig ist. Neben Erschwe- rangen der Tätigkeit des Stoffwechsels erfolgt eine Erschlasiung der Drüsentätigkeit, so dah z. B. die Speichelabsonderung geringer wird. Tie Haut wird welk und schlaff, das 5)oar ergraut und fällt aus: die Zähne verfallen rapider Zerstockung— alles Folgen der unter- tundenen organischen Ernährung, womit auch völliges Fehlen des Appetits einhergeht.> Noch verhängnisvoller ober find die Störungen des Seelen- leben». Nicht selten werden Personen zu Morphinisten, die an see- li scher Depression(Meloncholie) leiden, und die durch die Morphium- einspritzungen den Schlaf zu finden hoffen, der sie— ein typisches Symptom der Melancholie— flieht. Bei derartigen Kranken wirkt das Morphium besonders verhängnisvoll: es stellen sich Angstzustände und Zwangsvorstellungen ein, und der Jntelligenzverfall sowie die Abstumpfung des Gefühlslebens machen Riesenschritte. Aber auch bei Personen, deren seelisches Gleichgewicht nicht gestört wer, treten im Laufe der Zeit höchst bedenkliche psychische Kronkheitserscheinun- gen auf, die sich vor allem in einer Beeinträchtigung der seelischen Hemmungen zu erkennen geben. Charakter und Moral schwinden: der Morphinist scheut vor nichts zurück, um sich das geliebte Gift zu verschossen: er stiehlt, fälscht Rezepte und begeht Dinge, zu denen er sich früher nie verstanden hätte. Wie bei Melancholikern tritt. unter dem deprimierenden Eindruck des körperlichen und geistigen Verfalls immer mehr der Hang zum Selbstmord in den Vorder- orund: wo die Energie dazu fehlt, verfällt der Kranke schließlich völligem Marasmus, der dann mit dem Tode endet. Gefestigte und innerlich gesunde Naturen versallen nicht so leicht der angenehm belebenden, Wohlbehagen erregenden Wirkung des bereit ist. Besitzsteuerscheu darf es nicht mehr geben. Wäre für eine solche Politik keine Mehrheit zu finden, so würden neue Krisen entstehen, die bei der Finanznot des Reiches und aller feiner Glieder auf die Dauer nicht mit taktischen Mitteln, sondern nur durch den Appell an das Volt gelöst werden könnten. Da die Massen des Volkes nach dem Kriege weniger denn je aus Besitzenden bestehen, hätten die Patteien, die die Steuern dort holen, wo etwas zu holen ist, bei den Massen sicherlich nichts zu fürchten. Denn die breiten Masien des Volkes würden einsehen, durch wessen Schuld parlamentarische Krisen heraufbeschworen würden, an denen die kein Interesse hoben, deren ernstestes Bestteben es feit jeher war, unserer jungen Republik nach den Grundsätzen soziale Gerechtigkeit die Existenzmittel zur Verfügung zu stellen, die sie nach innen und außen zur Einlösung ihrer Verpflichtungen bedarf. * Im.P-Uhr-Abendblatt' tritt Herr Stresemann zur W- wechslung für die„nationale Einheitsfront" ein, und entrüstet sich über dos Wort des Gen. Hermann Müller, die nationale Einheitsfront sei«in großer Schwindel. Während die Deutsche Volks- Partei sonst die- Spröde spielt, die gar nicht in die Regierung will, stellt Herr Stresemann die Sache wieder so dar, als ob seine Partei trotz ihrer Bereitwilligkeit, in die Regierung«inzutreten, durch die Sozialdemokratie von dieser serngehatten würde. Herr Stresemann denkt offenbar an eine Einheitsfront unter einem anderen Kanzler als Dr. Wirth, den er als einen„sehr links gerichteten Politiker" bezeichnet. Am Ende weih er sogar für diesen Posten schon einen passenden Mann! Die„nationale Einheitsfront", die Gen. Müller ols einen großen Schwindel bezeichnete, ist die Einheitsfront, die das Ultimatum ablehnen und damit die Besetzung des Ruhrreviers herbeiführen sollte, und die jetzt den Zweck hätte, die Reichen vor dem Steuerzu» griff des Reiches zu schützen. Eine solche„nationale Einheitsfront" wäre allerdings ein großer Schwindel. Nur eine Einheitsfront, die den Besitz zu höchster Opferwilligteit erzöge, wäre echt und wirklich national. Herr Stresemann schreibt aber von„ste u« r s ch e u e n K a p i t a l i st e n" nur in Gänsefüßchen und nennt den Kampf für eine stärkere Heranziehung des Besitzes zu den Reichslasten„demo; gogisch". Herr Stresemann scheint daher gerade der richtige Mann für d i e„nationale Einheitsfront", die nichts als ein großer Schwin- del ist, und an deren Bildung sich zu beteiligen die Sozialdemokratie ein für allemal ablehnt. vie GeSreiöewirtjchast. In fortgesetzter Beratung des Reichstagsnusschussss für Volks. Wirtschaft— Zwangs-, freie oder Umlagewirtschaft mit Getreide— führte Abg. Sahmann(Soz.) ans: Den Landwirten ist es gelungen. ihre Goidhypotheken abzulösen, sie haben also den Nutzen des Goldes gehabt, ohne einen entsprechenden Gegenwert zu leisten. Ich halte den Zeitpunkt der Mvncwolisierung der landwirtschaftlichen Pro- duktivn für gekommen. Werden— entgegen dem Gesetzentwurf— die Länder und Gemeinden nicht bgstbar gemacht, wie e» der R e i ch s r a t will, dann wird der Wert des ganzen Umlagcver- fahrens hinfällig. Wie soll der nach Ausbringung der Umlage noch fehlende Rest an Brotgetreide herbeigeschafft und zu welchem Preise soll er verkauft werden? Es bedarf unbedingt gesetzlicher Garantien dafür, daß die Lohn- nnd Rentenempfänger gemäß der Preissteigerung größere Quanten erhalten. Es gibt nur die Wahl zwischen freier und Zwangswirtschaft, und triftige Gründe sprechen für das Festhalten an der letzteren. Reichsernährungsminister Kermes: Für den Uebergang zum Umlageverfahren find ausreichende Gelreidereferoen vorhanden, nicht aber für den Uebergang zur freien Wirtschast. Die Index» Kommission für die Preisfestsetzung des Getreides wird nicht vor dem 14. d. M. zusammentreten können, da die Entwicklung der Pro- duktionskosten bis kurz vor der Ernte beobachtet und"der Kom- missionsberatung zugrunde gelegt werden muß. Für die Reichs- getreidestelle betragen die verwalkungskostell 83 Millionen bei der Geschäftsabteilung und S Millionen Mark bei der Perwal- tunysabteilung. wozu noch die Aufwendungen der Kommunen kommen. Die Einfuhr, die im Borjahre 2H Millionen Tonnen betrug, soll sich möglichst unter 2 Millionen Tonnen halten.— Auf einen Zuruf Käpplers(Soz.) bemerkt der Minister, daß die Zwangs- Giftes, wie Reurastheniker. Auch ist die innersiche Darreichuno des Morphiums weniger bedenklich als die Einspritzung unter die Haut, da aus dieser am ehesten krankhafter Morphinismus, der unbesieg- bare Hang nach dem Gift, entsteht. Morphinisten, die noch so viel Energie aufbringen, um sich in ärztlicher Behandlung von ihrer Sucht heilen zu lassen, bedürfen genauester ärztlicher Beobachtung, ahne die auch keine Entziehungskur unternommen werden sollte. Das Jubiläum eines Auferstandenen. Ein alter Freund Otto Erich Hortlebens schreibt uns: Als der Krieg ausbrach und eine Siegesnachricht die andere jagte, da sagten wir uns: der„R o s e n m o n t a g", Otto Erichs erfolg- reichste Bühnenfchöpfunz, kann nie mehr auf den Brettern er- scheinen, das deutsche Publikum wird diese Kritik und satirische Der- ulkung der glorreichen deutschen Armee in Zukunft nicht wider- spruchslos hinnehmen, man würde einen Theatcrskandal inszenieren. wenn irgendein Direktor die Dreistigkeit hätte, es aus die Szene zu bringen. Als dann im Herbst 1918 dem Kriegsheer der Heiligen- ein plötzlich abhanden gekommen war, da hieß es: jetzt ist der ilitarismus in Deutschland endgültig verreckt und verscharrt und eine Kritik des duftenden Leichnams kann niemanden mehr inter- esjicren. Der„Rosenmontag" ist definitio erledigt. Aber Prophezeiungen in Theaterdingen treffen bekanntlich immer vorbei, und so erlebten wir vor wenigen Wochen im Deutschen Künstlertheater die tröhlichc Auferstehung des Stückes und heute abend kann es bereits das Jubelfest seiner 2 5. Wiederholung fe'ern. Der„Rosenmontag" Hot seine alte Wirkungskrast restlos bewahrt, denn er bedeutet eben doch mehr als eine geistreiche Kritik bestehender oder nicht mehr be- stehender Zustände, er ist nebenbei das Werk eines Dichters, der Allgemein-Menschliches zu gestalten weiß, und. er ist daher nicht an Zeit und Gelegenheit gebunden. Prophezeiungen in Theotcrsachen treffen nie zu. Auch die Eni- stehung des„Rosenmontags", von der nur wenige Eingeweihte wissen, beweist das. Ich erinnere mich noch des Februarabends 1893, als Otto Erich an unserm Charlottenburger Monlagsstamm- tisch erschien und mit den Worten Platz nahm:„Wer von euch weiß, was heute für ein Montag ist?" Keiner wußte es, denn es war kein Rheinländer unter uns. Und nun wurden wir darüber belehrt, dah dieser Tag, der Tag vor Fastnacht,„Rosenmontaz" ge- nannt werde und daß Otto Erich soeben aus Halenfee komme, wo er zusammen mit seinem Bruder Otto, der dort als pensionierter Offizier lebte, den Plan zu einem Drama entworfen habe, das den Titel„Rosenmontag" fuhren und einige Dinge behandeln werde, die der Bruder in einer rheinischen Gariiljonstadt erlebt habe. In St. Andreasberg im Oberh.irz, in der Gegend, in der Otto Erich einen Teil seiner Jugend verlebt Hatto, wurde dann schon im nach. sten Monat das Stück in gemeinsamer Arbeit betnahe fettig gemacht. Beinahe— denn nun kamen erst die Schwierigkeiten, die sich aus dem spröden Stoff— Kasernenmilieu— ergaben. Als die Arbeit anscheinend glücklich abgeschlossen war, mußte noch ein ganzer Akt eingefügt werden, der der vorherrschenden Grau-in-Gran-Stimmung leuchtendere Farben geben sollte. E, dauette länger als ein Jahr, wittschaft in allen Ländern— nicht nur hier— erhebliche Min» dererträge zur Folge gehabt habe. Der die freie Wittlchaft befürwortende Antrag wurde gegen die Stimmen der Deutschen Volkspartei, der Deutschnationalen und der Demokraten mit 14 gegen 12 Stimmen, der sozialdemokratische Antrag auf Festhalten an der Zwangswirtschaft gegen die Stimm M der Sozialisten abgelehnt In der Spezialdebatte kam es bei der Annahme eines Antrags Blum(Z.), wonach die Umlage von 3 Millionen Tonnen auf 214 Millionen Tonnen ermäßigt wer- den soll, zu einer erregten Debatte, in weicher von sozialdemoiran- scher und unabhängiger Seite die Politik des Ernöhrungsmini- stettums einer scharfen Krilik unterzogen wurde. Auf Antrag Dr. Herz(U. Soz.) wurde hinzugefügt, daß die Vertreter der Er- zeuger und Verbraucher in den nach näherer Bestimmmig der obersten Landesbehörden zu bildenden Aueschüssen, welche die Eni- scheidung über Beschwerden gegen die Festsetzung des Lieferiolls haben, von den Gemeindevertretungen zu wählen sind. Gemäß einem vereinigten Antrage Thiel(D. Vp.) und Hertz (II. Soz.) wurde beschlossen, dah zu dem Auffichtsrat Arbeiter- Vertreter gehören, von denen je einer bestimmt wird vom All- gemeinen Deutschen Gcwerkschaftsbund, dem Afa-Bund, dem Dein- scheu Beamtenlmnd, dem Gesamtverband der christlichen Gewerb schasten, den Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften und dem Gesamt- oerband der deutschen Angestellten rmd Gewerkschaften. Das wehrMachwerssrgungsgesetz. In dem Reichstagsausschuß für dieses Gesetz bekämpfte Abg. Hoch(Soz.) die vorgesehene Bestimmung, wonach im Gegensatz zu den Beamten(49 Jahre) die Offiziere bereits nach 39 a-ienst- jähren das Höchstrudegehall. bekämen. Man darf dabei nicht davon ausgehen, daß die Offiziere dem Reiche, wie sie selbst betonen, Dienste unter Einsatz ihres Lebens leisteten, son- dern muß bei der Gesetzgebung von einem normalen Friedens- z u st a n d ausgehen. Uebrigens erweist die Statistik, daß im Frieden schon viel mehr Arbeiter in ihrem Berus« an Unfälle i s? erben, als Offiziere bei Ausübung ihres Disnstes.— Dazu erklärt die Regierung, daß in der neuen Wehrmacht behufs Iungerhaltmtg des Offiziers das Ausscheiden früher erfolge wie im alten Heere. Die Kriegsjahre, die den meisten jetzt ausscheidenden Offizieren angerech- net werden, werden auch den in Frage kommenden Beamten ange» rechnet.— Abg. Brüninghaus(D. Bp.): Bei Annahme des so- zialdemolrattschen Antrages würden die Offiziere viel schlechter eo- stellt fein als die Beamten.— Im gleichen Sinne spricht Abg. o. Gollwitz(Dnat.).— Der Ausschuß sprach jick mit 12 Sttmmeu der Rechten und des Zentrums gegen 11 Stimmen der Linken gegen den sozialdemokratischen Antrag aus und nahm den betreffenden Paragraphen des Wehrmachtversorgungsgeietzes, der das Ruhegehalt der Offiziere regelt, in der von der Regierung vargc- schlagsnen Fassung an. Weiter entspann sich eine Debatte über die Frage, ob die Witwen derjenigen Militärpersoncn, die nicht infolge einer Dienst- bcschädigung sterben nnd die eine zehnjährige Dienstzeit(bei Ost-- zieren) resp. eine achtzehnjährige Dienstzeit(bei Unteroffizieren und Manuschaslen) noch nicht vollendet haben, eine Dersorgung erhalt'.! sollen. Bisher bestand eine solche Möglichkeit nur bei Offiziere- Hinterbliebenen, in Zukunft sollen emch die Witwen von Soldaten die Witwenbcihilse erhalten können.— Abg. Frau Schroeder(Soz> machte daraus aufmerksam, daß in Fällen, wo der Tod des erwerbe- fähigen Mannes nicht durch einen Berufsunfall eintrete, die Ar- beiterwitwe vor das Nichts gestellt fei. Die Gesetze sollen doch nicht die Klassengegensätze immer mehr verschärfen, indem sie die Witwen der Wehrmachtsangehöttgen gegenüber den Arbeiterwitwen außer- ordentlich bevorzugen. Um der traurigen Lage der Soldatenwitwen jedoch im weitesten Maße Rechnung zu tragen, haben die Sozialdemokraten einen Antrag eingebracht, der über die Fassimg des Regierungsentwurfs hinausgeht und verlangt, daß die Ge- Währung der in§ 40 des Reichsversorgungsgesetzes vorgesehenen Witwenbeihilfen nicht an die Bedingung der Bedürftigkeit geknüpft sein soll. Der Antrag wurde angenommen, dagegen Anträge der Deutschen Bolkspartei betr. besondere Berücksichtigung der vor dem Feinde Gefallenen und Kriegsbeschädigten abgelehnt. Folgen des lehken Anfstandes beschäftigten den Rechtsausschuß des Preußischen Landtages. Er lehnte die komimmistischer. Anträge ab, die Bestattungskosten für den Maschinisten S ü l t auf die Staatstass« zu übernehmen und den Hinterbliebenen eine Rente zu ge- währen, sowie den kommunistischen Zeitungen für den idnen zu- gefügten Schaden aus Staatsmitteln in vollem Umfang Ersatz zu leisten. Abgelehnt wurde aber auch ein sozialdemokratischer Antrag, den Staatsanwälten Zerstörungen an Rotationsmaschinen ihnen ver- dächtiger Zeitungen zu verbieten. ehe Hartleben aus Florenz semer Frau die frohe Dotschast schicken durfte:„Heute kam die zusagende Antwort von Brohm. Alle Frösche hüpfen und die Erhabenen freuen sich!" Kurz darauf nahm auch Schlenther das t-tück für das Wiener Burgtheater an. Von uns Freunden hatten nur wenige das Manuskript in Händen gehabt, aber diese wenigen waren sich darüber einig, daß es einen Durchfall geben müsse. Es war so gar nicht im richtigen Hartleben-Stil gehalten und man meinte, die sentimentalen Szenen würden vom Publikum, das seinen Otto Erich als euren ganz anderen kannte und liebte, einfach ausgelacht werden. Aber es kam wieder anders, und der 4. Oktober 1900, an dem der„Roseninonrag" in glänzender Inszenierung am Deutschen Theater seine Erstcus- sühning erlebte, brachte uns allen eine freudige steberraschung. Der finanzielle Ertrag des Bombenerfolges erlöste unfern Otto Erich aus der wirtschaftlichen Klemme, in der er seit Jahren steckte. Er gestattete ihm tie Ausführung seiner Lieblingsidee, die An- siedelung am Ufer des Earda-Sees, und ein von pekuniären Alltags- sorgen freies Leben. Aber wirkliches Glück hat er ihm nicht ge- bracht. Hartleben war damals bereits dem Tode verfallen, bei der Wiener Premier- ereignete sich der erste Zusammenbruch und alz ein körperlich Siecher und seelisch völlig Deränderter hat er sich dann noch vier Jahre hingeschleppt, bis ihn am 11. Februar 1905 der Tod erlöst«. Der Pazifist im Exil. Professor Dr. Georg Friedrich Nicolai, der bekannt« Berliner Physiologe und Unwersttäts- lehrer, hat einen Ruf an die llniversiiät Cordoba, eine der ältesten und bedeutendsten Hochschulen Argentiniens, erhalten. und zwar als Ordinarius für Physiologie und Leiter des Physiolo- gischen Instituts. An der Berliner Nniversitnt durfte Nicolai bekanntlich nicht lesen, die nationalistischen Biertimpel flegellen den Gelehrten on. weil er Pazifist ist Nim hat er in dem offenbar kultivierteren Südamerika ein Asyl gefunden. Gründung einer Fesispielsliftuva Bayreuth. Im Anschluß on die Leipziger Versammlung vom 23. Mai kamen gestern in Bayreuth aus allen Gegenden Deutschlands die Freunde des Bayrcuthcr Ge- donkeus zusammen und gründeten im Einvernehmen mit der Familie Wagner die„Deutsche Festspielstiftung Boy- reut h", die die Wiederaufnahme und Erhaltung der Festspiele ermöglichen und sichern soll Es soll ein Stiftungsvermögen von mindestens drei Millionen Mark aufgebracht werden durch Ausgabe von Patronats-Scheinen, mit deren Erwerb bedingte Vorrechie verbunden sind. Mit den nächsten Maßnahmen ist die Zentral» leitung des Richard- Wagner-Vereins in Leipzig betraut worden. Die Wiederaufnahme der Festspiele ist für das Jahr 1923 in Aussicht genommen. «i« städtisches BolkSkouzert bei Blütbner-vrchesterS findet heute, abends L Uhr, in den Germaniafälen. Vausseellr. 1 lv/tll- statt. Karten nnd in den bekannten Darnerkoufsstellcn sowie an ter Abrndkaffe zu haben. Friedrich Moeft lieft Sonnabend, den II, abends TV., im Saal der Reicherichen Hochschule, Fasauenstr. 38, Novelle« von Waupasjant. Nr. 265 ❖ ZS. Jahrgang s � aasaE GroKSerün Heim Oaöen ertrunken... Wieder sind am letzten Sunntcuj süns Personen beim Baden im Müggelsee ertrunken. Das ist eine erschreckend hohe Zahl, A wenn man bedenkt, das jetzt, nach begonnener Urlaubszci', tagtäglich der regst« Badcbetrieb herrscht und fast jeden Tag dem See weitere Menschenleben zum Opfer fallen können. Und es ist tatsächlich so: kaum ein Tag oergeht, an dem nicht ein oder mehrere Fälle„beim Baden ertrunken* gemeldet werden. Meist steht noch dabei:„an verbotener Stelle*. Ein Zustand, der auf die Dauer unerträglich ist und der um jeden Preis der schleunigsten Abhilfe bedarf. Vor etwa neun bis zehn Jahren wurde das zum Baden wegen seines herrlichen Strandes vorzüglich geeignete N o r d u f e r des Müggelsees von aller Welt zum Baden benutzt. Bis zu 100 000 Personen hat man zeitweise an dem etwa zwei Kilometer langen Strande und im angrenzenden Kiesernwalde gezählt. Das ging eine Weile gut. Jedermann konnte ohne Gefahr baden, denn der See ist noch fast 100 Meter vom Strand entfernt ganz flach. Dann allerdings vertieft er sich plötzlich ganz ungeheuer, bis zu vier und sechs Metern, nämlich da, wo das alte Bett der Spree sich entlangzieht, heute.Schiffergraben* genannt. Di« gefährliche Grenze wurde nach den ersten Unglücksfällen genau durch Fahnen usw. kenntlich gemacht. Doch nichts half. Magnetisch zog es gerade die Nichtschwimmer um einen Schritt über die Scheidelinie hinaus, der sie in der Regel für immer oerschwinden ließ. Die Todesfälle mehr- ten sich, was dazu führ!«, daß das Baden am Nordufer des Sees bei Straf« verboten und auch tatsächlich aufgegeben wurde. Um den Zehntausenden Badelustigen einen Ersatz zu schaffen, wurde das Freibad Müggelsee bei Rahnsdorf errichtet, das bei den beschränkten Raumverhältnissen für die Massen der Besucher längst nicht aus- reicht. Gezwungenermaßen verteilen diese Massen sich nun auf die übrigen Ufer des Sees, besonders auf das Südufer, dessen Strand mit dem Nordufer keinen Vergleich aushält, aber nicht so gefährlich ist, well hier auch dem leichtsinnigsten Nichtschwimmer-kein« Untief« droht. Hier entsteht an jedem Sonnabend und Sonntag eine Riesen- Zeltstadt, in der ganze Familien ihre freien Stunden verleben. Es geht hier auch mit verhältnismäßig wenigen Unglücksfällen ab. An- dsrs liegt es mit den weiteren Resten der vom Nordufer Vertriebenen, die an d«n Usern der Spree zwischen Friedrichshagen, .fiirschgorten und Köpenick baden. Hier sind die Unglücks- fälle mit tödlichem Ausgang geradezu an der Tagesordnung. Die Spree vertieft sich sehr schnell und ist für einen Badebetrieb auch mit Nichtschwimmern durchaus unzeeignet. Hier sollte das Badeverbot ge'rost strrng durchgeführt werden. Das Nordufer des Müggelsees, das zum Baden wie geschaffen ist. sollte dem Badebetrieb wieder erschlossen werden. Durch vor- sichtige Abgrenzung des Raumes für' Nichtschwimmer, durch eine Hl sirenge Kontrolle in Booten muß zu erreichen sein, daß kein Nicht- schwimmer mehr dem gefährlichen Schifsergraben zunahekommt, daß also Unglücksfälle dieser Art, die zu vermeiden sind, auch tat- sächlich vermieden we�n... Dadurch wsirden die Spreeu�, frei «erden und Unglücks'älle blieben ans das eben niemals vermeiddave Minimum beschränkt. Im Interesse. de?.breitesten Oeffentlichkeit steht zu wünschen, daß die Behörden diese Anregung in baldige gründ- liche Erwägung ziehen. Freibäder für Erwerbslose. Unter dem Borsitz des Stadtv. Geh. Rat Prof. Dr. Kirchner be- endete gestern der S t a dt v e r o r dn eten a u s s ch ü ß zur Bor- deratung des Antrages Gäbel Und Genossen wegen der Freibäder für Erwerbslose sein« Beratungen. Direktor Häußler unterbreitete das gewünschte Material. Bcschlosien wurde, sedem Erwerbs- losen in Berlin einmal in der Woche, eventuell auch zwei- mal, ein Freibad in den Badeanstalten oder in den Flußbadeonstalten � zu gewähren, und zwar an vier Tagen in der Woche zwischen 1 und 5 Uhr nachmittags._ Die Doppelehe. Ein Mann mit zwei Namen und zwei Aromen. Einen Roman aus dem Leben entrollte eine vor der Straf- kcnnmer des Landgerichts I verhandelte Anklage wegen Doppel- ehe und intellektueller Urkundenfälschung gegen den ehemaligen Poliznleutnant und Oberleutnant a. D. Ernst Müser.! Der Angeklagte hat ein höchst wechselvolles Leben geführt. Er war vor dem Kriege Regiorungs-Supernumerar, hat dann in in Düsseldorf die Posizeischule besucht, wurde am 1. April 1914 in; Westfalen als Polizeikommissar eingestellt, im Krieg? wurde er Vize-; fcldwebel, dann zum Offizier befördert, kam im Juni 191? als � Feldpolizeikommissar zum Generali'nb nach Lodz und erhielt den Rang eines Oberleutnants In Warschau lernte er in einem! sehr zweifelhaften Lokal eine Frau kennen, die dort als K a b a- r c t t i st i n ouftrat. Er verliebte sich in diese geschieden« Frau, befreite sie aus polizeilicher Kontrolle, löste ihr Engagement und beirotete sie. die drei K-nder ihm mit in die Ehe brachte. Ende Januar 1919 trennte er sich von seiner Frau, holte sich dann aber eines Tages etwas gewaltsam einen Teil der Möbel heraus und empörte dadurch leine Frn» derartia daß sie nach dem Cbarlotten- buraer Polizeipräsidium schickte. Er wurde zunächst in Schntzbeft genommen und kam nach dem Lazarett in der Scharnhorststraße. Von dort gelang es ihm, unbeanllondet die Freiheit zu gewinnen und er beschloß nun, einen andern Namen anzunehmen. In. Neukölln traf er auf einen Mann, der ihm für 80 M. Militär- papicre auf den Namen Mar Körner und ein standesamtliches Zeugnis auf denselben Namen und der Bezeichnung als„Sohn eines Oberregierungsrats* anfertigte. Er ist dann auf Grund einer Annonce als ehemaliger Offizier auf ein Gut gegangen, wo die Tochter eines wohlhabenden Berliner Kaufmanns L die Wirtschaft erlernte. Er verliebte sich in diese und verlobte sich als Max Körner. Auf wiederholtes Drängen des Schwiegervaters schritt das Brautpaar zur Ehe. Von Essen aus machte der Anaeklagte so große Geschäfte, daß er bald eine Summe von 100 000 M an ver- dienter Provision hinter sich hatte. Cr kaufte sich als Max Körner in S w i n e m ü n d e ein Grundstück mit Weinrestaurant,' zu dem er aber keine Konzession erhielt. Eine von ihm engaqierte Bar- dame und eine andere Dame scheint die Eifersucht seiner Frau erregt zu haben, sie trennte sich von ihm und da er ihr seine Lebens- gefchichte erzählt hatte, erstattete sie Anzeige. Die Eheerlebniss« des Angeklagren endeten nun damit, daß das Gericht ihn wegen Doppelehe und intellektueller Urkundenfälschung zu e i n.e m I a h r G e f ä n g n i s unter Anrechnung von drei Mo- naten Untersuchungshaft verurteilte— Beide als Zeuginnen vor» geladenen Ehefrauen des Angeklogten schien dessen Schicksal nicht allzu sehr aufzuregey. Wohnungsnot vnö Dienstwohnungen. Der„Vorwärts* Hot schon öfter darauf hingewiesen, daß übermäßig große Dienstwohnungen«in un- nötiger Luxus sind. Der folgende uns von einem Mister- beisitzer geschilderte Fall zeigt aufs neue, welcher Unfug in Berlin trotz oller Wohnungsnot immer nach mit großen Dienstwohnungen getrieben wird. Einem Mogistratsbeamten, der während des Krieges feine Dreizimmerwohnung hatte aufgeben müssen, wurde noch längerer Zeit durch die 7. Wohnungsinspektion eine Wohnung. im Hause Pasteurstr. Z2 zugewiesen mit dem Bescheid, daß er einziehen könne, sobosd. der bisherig« Inhaber Dr. Reiske ausziehe. Ostern 1920�Emrde Dr. Reiske zum Direktor. der 10. Real- schule gewählt und von da ech stand! ihm aus dem Schulgrundstück In der Auguststraße die R« un z im m e.rm o h nun g l!) des Direktors zu. Dem bisherigen Reakfchuldirektvr Prof. Bull» rich, jetzt Direktor des Königstädtischen Realgumnafimne, wurde durch das Wohnungsamt, im Mai 1920 eine Fünfzimmerwohnung am Friedrichshoin nachgewiesen, die ihm zu klein war, und dann eine Füns.zimmerwohnung am Michaelkirchplatz, die ihm von dem in der Elisabethstraße liegenden.Realgymnasium zu weit entfernt war. Als die Deputation für die äußeren Angelegenheiten der höheren Lehranstalten vorfchtug, die auf zwei Stockwerke sich er- streckende Neunzimmerwohnung in der Auguststraße unter Reiske und Bullrich zu teilen, beanspruchte der Junggeselle Bullrich die fünf Zimmet des ersten Stockwerks, während Reiske mit Frau und zwei Kindern die vier Zimmer des zweiten Stockwerks nehmen sollte. Später beantragte Bullrich, ihm auf dem Schulgrundstück in der Elifabethstraße eine damals von einem Turnwart bewohute Dreizimmerwohnung zuzuweisen. Wenn dann Büllrichs Wvhnung in der Auguststraße von Reiske übernommen werden konnte, sollte in Reiskes Wohnung in der Pasteurftraße— der Turnwart ein- ziehen. Das Wohnungsamt billigte das, obwohl jener wohnungfuchende Mogistratsbeamte im Auftrage des Woh- nungsomtes die Wohnung in der Pasteurftraße gemietet und das MWwech, S.ImikmI Wohnungsamt selber am 1.Juni 1920 den Vertrag mit dem Ver» merk„keine Einwendungen* gestempelt hatte. Der Hauswirt mußte einen neuen Vertrag mit dem Turnwart abschließen, dieser hat inzwischen die Wohnung bezogen— und der Mogistratsbeamte kommt um fein Recht. Aber hiermit nicht genug Man fand hinterher, daß die frühere Wohnung des Tvrnwarts doch wohl für den Herrn Direkter zu wenig fei. Der Mieterbei'itzsr teilt uns mit, daß dem Direktor Bullrich zu der Dmizimmcrwohnung noch die Räume einer auf dem Schulgrundstück an eine Privatperson vermieteten Wohnung zugesprochen wurden. Die Instandsetzung(auch elektrisches Licht statt des bisherigen anscheinend nicht mehr zeitgemäßen Gaslichtes wurde als unerläßlich erachtet) kostet der Stadt ein tüch- tiges Stück Geld. Stadtrat Benccke soll sich besonders darum bemüht haben daß die neue Dienstwahmmg des Direktors„standesgemäß* hergerichtet wird. Wo bleibt da die so oft für notwendig erklärte«Sparsamkeit*? Die§rau km parteileben. Eine gutbesuchte Funktionarinnenkonferenz vom 6. Juni befaßt« sich nach einem kurzen, einleitenden Referat der Genossin T o d e n- Hagen, das auf die besonderen Frauenfragen hinwies, die im Partcileben eine Rolle spielen, hauptsächlich mit den agitatorischen und organisatorischen Aufgaben. Die Folgerungen, die sich aus der staatsrechtlichen Gleichstellung der Frau mit dem Mann für ihre bürgerrechtliche und kulturelle Einstellung ergeben, traten in der Debatte sehr lebhaft zutage. Sie ergab als einstimmige Ansicht der Konferenz, daß es dringend notwendig fei, in den Fragen, die die Frau als Geschlechtswesen be- treffen, eine klare Stellungnahme der sozialdemokratischen Frauen, unter besonderer Betonung der ethischen Gesichtspunkte herauszu- arbeiten, um den unethischen Unterstellungen bürgerlicher Kreise im Kampf um diese Fragen wirksam zu begegnen. Nachstehende R e- i o l ut i o n wurde einstimmig angenommen:„Die Konferenz der Funktionärinnen des Bezirksverbandes Berlin der SPD. spricht die Erwartung aus, daß auch dem diesjährigen Parteitag eine Reichs- frauenkonferenz vorangeht. Eine Reihe von Fragen be- dürfen dringend der boldigen gemeinsamen Besprechung durch die seziaidemokratifchen Frauen Deutschlands. Dazu gehören in erster Linie die Fragen der Bevölkerungspolitik! Außerdem ist die Er» örterung der Agitationsfragen dringend notwendig.* Im Hinblick auf die Neuwahl des Bezirksvorstandes auf dem bevorstehenden Bezirkstage sprach sich die Konferenz durch einftimmi- gen Beschluß dafür aus, daß es wünschenswert sei, außer der üblichen Vertretung der Frauen auch eine Genossin in den engeren Vorstand (in der Eigenschaft als 3. Vorsitzende) zu wählen. In allen Abtei- lungen soll dafür die Genossin Scholz- Neukölln den Genossen und Genossinnen empfohlen werden. Der bisherigen Vertretung im Bs- zirksvorstand, den Genossinnen Martha Hoppe, Elfriede Ryneck, Else Scheib«nhuber sowie deren Vertreterinnen Martha Schröder, Ger- trud Scholz und Klara Weiß, sprach die Konferenz ihr Vertrauen durch einstimmige Wiederwohl aus. An Stelle der Genossin Ger- trud Scholz soll im Falle ihrer Wahl in den engeren Bezirksvorstand die Genossin Wochenheim für die Wahl zur stellvertretenden Frauen- Vertreterin der Parteigcnossenschast empfohlen werden, Für die Delegation zum Parteitag sprach sich die Konferknz mit übergroßer Mehrheit dafür aus, daß die Entsendung der Genossinnen Wachenheim, Hanna und Feuerstak, für den Frauentag die Genossin nen Ottilie Bader,. Adelheid Kützing und Else Scheibenhuber zu empfehlen seien. In den Vorstand des Vereins Arbeiterjugend wurde die Genossin Äutschk«, als ihre Vertreterin die Genossin Hansen gewählt. Jubiläum des Erziehungsheim?„Lindenhof". Das der Stadt Berlin gebärende Erziebungsheim„Lindenhof* rüstet zu einer Gedenkfeier. 2S Jahre sind jetzt verflossen, ieit.dis Anstalt im Juni 1896 ihr neues Heim in Lichtenberg bezog. Di« Gebäubearuppe des„ErziebungShouseS für verwahrloste Knaben*. wie die Anstalt damals bicß, wurde auf einen« abgetrennten Teil des Grundbesitzes der Berliner Irrenanstalt Herzberge errichlct. Die Gründung des ErüchungshauseS reicht um 10 Jabre weiter zurück. Es wurde im Oktober 1886 eröffnet und bis aus weitereZ in einem von dem Berliner Arbeitshaus in RummelSburg abge- zweigten Pavillon untergebracht. Das Erziebungshaus nahm Knaben aus, die nach dem Zwangserzichungsgeietz vom 13. März 1878 als berwahrlost zur Zwanrserziebung überwiesen wurden. Am l. April 1901 wurde die Zwangserziehung durch die Fürsorgeerziehung(auf Grund des Geietzes vom 2. Juli 1900) ersetzt. Bis dabin halte die inzwischen nach Lichten« 83) Stine Menschenkind. III. Der Sündenfall. Von Martin Andersen Nexö. Diesmal waren die Frauen mit bei Tisch— das machte das Ganze festlicher. Sie mußten in einemfort über die Kopenhagener lachen: die meisten der Fischer hatten bis heute nicht geahnt, wieviel Humor in den Frauenzimmern saß, mit denen sie sich durchs Leben durchschlugen— sie sprühten, wenn das rechte Wort gesagt wurde. Und antworten konnten sie auch!— Die Kopenhagener hatten sofort ihre eigentümlichen, komischen Bezeichnungen für alles. Die erste Butterbrot- schüsiel nannten sie die Insel Amager, die Fleischwurst hieß Landstraße nach Roskilde, einen Schnaps trinken hieß bei ihnen„den Arm beugen". Die Fischer nannten sie Wasser- männer.„Hör' mal, du Wassermann, sollen wir zwei unserer Urgroßmutter ein stilles Glas weihn?" sagten sie, wenn sie mit jemandem anstoßen wollten. Es war für die Fischer nicht leicht zu antworten: Lars Peter war der einzige, der mst gleicher Münze dienen konnte— er war ja auch so eine Art non Zigeuner! Wenn die Kopenhagener Wasiermann zu ihm sagten, so antwortete er'mit Biermann, und das schlug ein. Denn es ließ sich nicht leugnen, daß sie im Laufe des Som- mers so manche Flasche Bier im Krug geholt hatten. Er unterhielt sich über die Maßen gut. Sein gewaltiges Lochen dröhnte über den langen Tisch hin. O, es war festlich! Die Schüsseln mit den Butterbroten standen eine neben der andern den Tisch entlang, mit allen Sorten von Belag, und Schnaps und Bier war da in gesegneter Anzahl! Und die Sonne kam binzu, spielten auf Flaschen und Gläsern und entzündete ein Funkeln in den Augen der flammenden Gesichter. Der Krugwirt tauchte auf, als die Stimmung ihren Höhe- punkt erreicht hatte. Es wurde plötzlich still, sogar die Kopen- Hagener verloren die Sprache, als sie ihn sahen. Er stand plötzlich oben auf der Rednertribüne und betrachtete die Ge- scllschaft, ohne daß jemand ihn hatte kommen sehen; die breiten Schultern ragten gerade noch über die obere Kante der Tri- büne weg, der große Kopf lag zwischen sie eingebohrt und drehte sich von der einen Seite zur anderen; er glich«inem Mamen. fremden Vogel._........ „Na, ihr laßt es euch ja wohl sein!" sagte er und öffnete den Schlund zu einem kalten Pferdegrinsen.„Ja, laßt euch nur nicht stören. Ihr seid ja heut nachmittag um die Predigt gekommen, und da wollt' ich euch jetzt ein paar Worte sagen— wo ich euch hier beisammen Hab'. Zu den Betstunden kommt ihr ja nicht gern, und deswegen will ich euch auch nicht tadeln; ihr meint gewiß, es schläft sich besser zu Hause. Uick wer schläft, sündigt nicht, so heißt es ja. Aber nun hat man euch also so ziemlich in der Gewalt; was das Essen nicht feschalten kann, werden die Flaschen wohl besorgen. Heute rennt chr nicht fort vor dem Wort Gottes! Seht, Gottes Wort soll ja eigentlich von einem Manne Gottes verkündet werden, und so einer wie ich wird wohl von euch mehr als ein Genosse des Teufels betrachtet. Da geht der verrückte Jakob und zeigt mit seiner geladenen Flinte nach ihm, so sagt ihr zu euch selbst— und er zuckt nicht mal mit den Wimpern. Aber ich will euch was anvertrauen, mit Jakobs Flinte kann man überhaupt nicht schießen— es ist kein Schloß drin. Hab' ihm die Büchse selber verkauft, als ich damals hörte, daß er einen erschießen wolle, Warum sollst du nicht ebensogut dran verdienen wie ein anderer, dachte man und steckte ihm eine alte Flinte in die Hand. Das ist das ganze Geheimnis! Ader man kennt noch'ne andere Geschichte von Flinten und Teufelskerlen. Eines abends war man hier— da nach Süden hin— auf der Entenjagd, und da traf man den Bösen selber. Er hatte Hörncr an der Stirn, und aus seinen Raseulöchern kam Feuer. Das war doch etwas anderes als so ein elender Krüppel und Menschenfresser! Nun meint ihr wohl, er habe einen holen wollen. Nein, das wollte er wahrhaftig nicht— er schwatzte von allerlei gleichgültigen Dingen— wann er den einen von euch holen werde und wann den andern.„Was hast du da?" fragte er und faßte um meine Doppelflinte. Das ist eine Tabakspfeife! antworte ich. Er wollt' ja gern probieren, wie so eine sich raucht, und da läßt man ibu beide Läufe ins Maul stecken und abfeuern. Aber der Böse, der nieste bloß und sagte:„Du rauchst einen starken Tabak.* Seht, so benimmt sich ein Teufelskerl vor einer Flinte.— Was den Jakob da angeht, der hat die Waffe mit seinen letzten elenden Pfennigen bezahlt. Wenn einer den Namen Teufelskerl verdienen sollte, so müßte es also deswegen sein, weil man damals nicht mit den Augen gezuckt hat. Aber habt ihr jemals den Menschenfresser mit der Wimper zucken sehen? Ihr habt gesehn, wie er euch mit der einen Hand das Brot wegnahm und es mit der andern wieder an euch verteilte; ihr habt das erstere behalten und das letztere vergessen— und so muß es wohl fein. Er hätte ja die Finger bei ssich behalten können— denkt ihr— was wollte er von uns!— Ja, was wollte man von euch? Ausnützen wollt' man euch, und man hat's nach Kräften getan— wie es die Pflicht des Menschen ist, das, was vor« handen ist, auszunutzen und sich die Erde Untertan zu machen. Das hat euch nicht gefallen, aber glaubt ihr etwa, daß es dem Gaul gefällt, zu ziehen oder dem Schaf, geschoren zu werden? Futter wollen sie gerne haben,— aber etwas dafür leisten, dos wollen sie nicht. Ja, aber wir sind Menschen, denkt chr— oder denkt ihr das vielleicht nicht mal? Wohl kaum. Und kömrt chr dann verlangen, daß andere so denken sollen? Der Mensch ist nach dem Bilde Gottes geschaffen, wie es heißt. Bin ich das wohl? Ich glaube, der liebe Gott würde sich dafür bedanken, so auszusehn wie ich! Ja, chr lacht— aber wenn ihr noch dem Bilde Gottes geschaffen seid, so könnte man wohl beinahe meinen, daß das noch schlimmer ist! Ja, werdet nur ärgerlich! Wenn man nicht wüßte, daß der Branntwein euch kratzbürstig macht, so könnte man fast Achtllng vor euch kriegen! Laßt mich euch zum Schluß etwas sagen, ohne daß ihr's übelnehmen dürft... Der liebe Gott hat etwas vergessen, als er euch schuf. Hat er euch den Odem des Lebens eingehaucht, so muß es vom verkehrten Ende aus geschehen sein. Wie könntet ihr sonst so schläfrig sein! Ihr habt, euch manchmal da gerieben, wo dos Geschirr scheuerte, aber ibr habt euch doch hineingefunden; drum wart ihr wohl nichts Besseres wert. Und freutet ihr euch nicht doch über die Sklaverei? Es ist leichter, wenn das Essen einem zurechtgekaut wird, als wenn man's selber kaut! Ich Hab' es euch allen gekaut, dafür Hab' ich meine Zähne; aber was habt ihr? Es ist nicht einer unter euch, in dem ein bißchen Saft und Kraft ist. Ich Hab' oft genug gedacht: daß sie sich darein fügen... daß sie dich nicht zum Henker jagen! Aber ihr beleckt gern den Stiefel, der euch tritt... nicht e i n Mann ist unter euch gewesen. Es müßte denn der Lars Peter sein, aber auch der ist zu weich. man kann ihn am Herzen herumschleifen, wohin man will.... lSchluß folgt.) berz bsrlcgie Anstalt hlnt ncnncnJtosrfe SBj'.ibluttä tTji'ft Erziehnnflsgrundsätze durckigcmacht, und auch jetzt blieb zunächst noch olleS beim alten. Erst zekn Jabre nach Inkrafttreten de§ FürsorgeerziehungZc>esetzeS konnten in Berlin unter den, Einflutz des Fürsorgeer�iebuiiit-ZdirektorS Knant endlich einsichtigere Grund» sähe siegen und eS begannen dann durchgreifendere Umgestaltungen des Fursorgeerziebungslvesens. I» neuester Zeit bat das ErziebungS- dauS den freundlicheren Namen Erziehungsheim»Lindenhaj� er» ballen. Es wurde seit Sommer tbl4 vo» Pastor Ruke. feit Frühjahr 1317 von Oberlehrer Wilker geleitet und bat seit April 132l?lim Leiter den Rektor Blum. Am nächsten Sonntag tuill die Anstalt das Jubiläum ihres 23 jährigen Bestehens in Llchlen- berg feiern. Ter Silberschah im Karnickelba«. Schkoße'.nbrecher suchten kürzlich die Behausung des Ritterguts- bssttzerz von Schulz in M o st che n bei Schwiebus heim. Die Der- brecher, allem Anschein nach Berliner, öffneten im Untergeschoß mit einem Nachschlüssel oder einem Dietrich eine Tür und gelangten in die oberen Räum«, chier erbrachen sie mit chilfe von Bohrern, Stemmeisen usw. die Behältnisse und raubten sie aus. Sie er- b e u t o t e n ZZ 000 Mark bares Geld, für 30 000 Mark Silber- zeug und anderes mehr.- Die Berliner Kriminalpolizei, die von dem (Anbruch benachrichtigt wurde, setzte einen Spürhund an und hatte den Erfolg, den größten Teil der Silbersachen wiederzufinden. Der chund führte die Beamten an einen Kaninchenbau und varin entdeckten sie den Silberschatz, den die Einbrecher nach einem Muster, das diese Spezialisten schon wiederholt angewendet haben, zunächst vergraben hatten, um ihn später von Helfershelfern ab- holen zu lassen. Einen Teil der Beute hatten sie gleich mitgenommen oder schon aus dem Versteck herausgeholt. Diese Sachen werden sie wahrscheinlich in Berlin zu Geld zu machen versuchen. Es sind eine rulasilbeme Herrenremontoiruhr mit hellblauen Zahlen auf gelbem Ziffsrnblatt, eine-lange doppelreihige goldene Uhrkette mit kleinen Gliedern, eine silberne Herjenarmbonduhr mit leuchtendem Ziffern- blatt, eine sehr dicke Herrenremontoiruhr aus Nickel, eine Herrenuhr aus Stahl, ein silbernes Zigarettenetui mit grüner Emaille, die in der Mitte einen sitzeirden Adler trägt, eine Münzensammlung und zwei Brieftaschen, die eine aus dunkelblauem Saffianleder, die andere aus Krokodilleder. Den Verbleib dieser SaiHen zu ermitteln. ist für die Aufklärung des Einbruchs und die Festnahme der Der- brecher sehr wesentlich. Für zweckdienliche Angaben, die von der Dienststelle B. I. 2 im Zimmer 51a des Polizeipräsidiums entgegengenommen werden, ist eine Belohnung ausgesetzt. Ans der gestrigen Builer-versteigerung der Butterversteige- wmgsgsfellschaft wurden zugeführt 571 Fässer Mecklenburger. Oldenburg«, Schleswig«, hannoversche, oft- und westvreußische Malkcrcibutter. Davon wurden 566 Fässer verkauft, 5 Fässer zu- rückgezogen. Der erzielte Höchstpreis betrug 18,60 M., der niedrigste war 16 M. Der Durchschnittspreis für Dutter 1. Kl. belief sich auf 18,20 M., für 2. Sorte auf 17,35 M.— Im Butterhandel wird über schwachen Konsum geklagt, der teils auf die verringerte Kaufkraft des Publikums, teils auf den in der heißen Zeit geringeren Fettbedarf zurückzuführen ist. Tleve Zngendwonderherbergea. Der Arbeit de« Bundes für Jugendherbergen in der Mark Brandenburg e. V. ist es gelungen, drei n-uie Jugendherbergen der lvaudernden Jugend zu vermitteln. Im G u t t e m p l e r l o g e n h e i m Spandau ist die erste, eine andere, inalenicki schön gelegen, in Schön bolz bei Eberswalde. Die dritte und größte ist in I o a ch i m s t h a l U.-M. für 60 Jugendliche. vom städtischen Jugendamt Wilmersdorf eingerichtet, mit Betten und ollem Notlveiidigen. Tie Stadt Berlin beabsichtigt 2 weitere Herbergen, die den Wanderern beionders willkommen fein werden, einzurichten in Neuendorf bei Lübben und in Burg. Beide berrlich im Sxreewald gelegen. Der Spreewald, eines der besuchtesten Gebiete der Mark, isr damit der nalurliebenden Jugend erschlossen. Wer diese Jugendherbergen, die über das ganze Reich verbreitet find, benutzen will, kann die Mitgliedschaft des Bundes für Jugend- berbergen eiwerben. Aliskunft in der Gefchästssielle Berlin C., Neue Friedrichstr. 80, Zimmer 78, zwischen 8 und 3 Uhr. schriftliche An- fragen nach Berltn-Niederschönhauien, Schloßallee 42. H. M. Fahrrad-AvterkllNsk im Berliner Ralhaus. Der Berliner Ortsgruppe des Arbeiter-Radiahrerbundes„S o l i- baritäi" ist es gelungen, bei der Nathansverwallung die Fahr- »äveraufbewahrung im Rathause und Siadthauie einzuführen. Jeder Arbeiter, der fiin Rad auch zu den Wegen ine Rat« und Stadthaus benutzr, kann eS jetzt beim Portier abgeben. Kcniroll- marken verhindern das Abholen durch Uiibeiug!«. Da die Benutzung dieser Einrichtung uuentgelilich ist, kann jeder Radfahrer davon Gebrauch machen. Wir boffen,- daß auch staatliche sowie Reichs« bäuicr nunmehr obne besondere Aulforderung die Au'bewobrnng von Fahrrädern einführen. Mehr und mehr wird das Fabrrad ein allgemeines Verkehrsmittel, den: auch die Behörden Rechnung tragen und die Benutzung desselben eilcichterii sollten. Der Schleifenbeicleb d« Linier». 68 und 16S in Lichtenberg wird vom S. J'.ini d. 5. ab ausgehoben;«r vcrkehrt die Linie 68 in beiden Richtungen durch. die Möllendorf- und Herzbergstraße bis zur Irrenanstalt Herzbctge, Linie 168 durch die Frankfurier Allee und Siegfriedstraße bis zum Siraßenlx'.hnhos; der Betrieb erfolgt auf beiden Linien in 20-Minuten-Abständen.— Am 12. Juni Wirten auf den Linien 18, 19, 66 und 67 neue Sonntagsfahrplän« eingejührt. Näheres besagen die Fohrplantafeln in den Wagen. Clou- nai> Abkeiverpachwng. Der zur Vorberatung der Ma- gistraisoorlaM über die weitere Aerpachtung des Berliner Konzert- Hauses in der Markthalle Iii(Mauerstraße) und der Abtei singe- fetzte Stadtverordoeienausfchuß hat unter dem Vorsitz des Stadtv. Pfannkuch nach eingehender Aussprache einstimmig be- schloßen, der Stadtvuordne.'envcriammlung die Annahme der Bor- läge zu empfehlen. Danach sollt» die Pachtverträge für beide städtische Wirtschaftsanlagen für die gegenwärtigen Pächter Hoff- mann und Retschlag gleichmäßig bis zum 31. März 1939 aus- gedehnt und die Johrespacht für den..Clou' auf 110 000 M. erhöht werden. Das Berlin« Konzerihaus soll demnächst gründlich instand gesetzt werden. Avignon-Soontag Groß-Berlin. Am Sonntag, den 12. Jun!, 11 Uhr vormittags, find« im Lust garten nunmehr endgültig eine Volksdemonstration der ehemaligen Kriegsgefangenen Groß- B«lins für die Freilassung der Avigiion-Noch- gefangenen statt, die zugleich den Mittelpunkt und das Signal zu einer riesenhaften Aktion all« ehemaligen Kriegsgefangenen Deutschlands für Aoignon bilden wird. Sämtliche intereifterten Organisationen, Verbände usw. werden durch Massenaufgebote vertreten sein; führende Männer aller Volksschichten, bekannt� Per- fünlichkeiten aus sämtlichen Kreisen des öffentlichen Lebens werden gls Redner iungieren, um an Franl:eich einen einmütigen Volks- appell im Namen der Menschlichkeit und der Menschenrechte zu richten. Die Groß-V«liner Bevölkerung wird zu allseitigem Er- scheinen aufgerufen. Das 3 uni- Urogramm des„LBiniergartens' ist ebenso reichhattig wie vielseitig, da sich so ziemlich Vertretsr all« artistischen Künste in diesem Monat produzieren. Aon den allgemein guten Leistungen seien ab« besonders erwähnt die HochieilkLnstler Reiß, die die Zuschauer in atemlose Spannung durch ihre waghalsigen Kunststucke hielten. Echt amerikanische Tänze— das Programm»kennt es Tänze, wenngleich man es lieber Beintechnik nennen möchte, zeigten uns Dora und D!L Dougson. Der wirtlich lustige Carl Bern- bard entfesselte wahre Lachsalven. Ganz ausgezeichnet war der Reckakt der drei F i n l a g s. Weniger waghalssg, aber desw graziöser war der Drahtsellokt der Veras. Dft lebenden Mormor- gruppen Dr A n p e l o g zeigten reckt gut? Bilder. Kar! Arm« st s r nrnn Opernhaus, der eine He!lmg-A-ie und anderes singt, wurde durch rechliche Vlumenspenden seiner Verehrerinnen delohnt, und die tanzende Gerda Guido entzückte durch Anmut und Grazie in Verbindung mit den Darbietungen des Balletts Mary Zimmermann. Auch alle übrigen Mitwirkenden genügten den verwöhntesten An- sprüchen. Ledenskunds-AnkerriHk in Rowmves. Die Gewerkschaften und die Freireligiöf« Gemeinde hatten bei der Schuldeputation im März die Einrichtung eines lebsnskundlichen Unterrichts in den Vormittags- stunden für die Kinder beantragt, die vom Religionsunterricht abge- meldet sind. Im April wurde der Antrag erneut gestellt; da er aber bis jetzt ohne Erledigung geblieben ist. so beabsichtigen die Eewerk- schaften selbst einen Lebenskunds-Unterricht einzurichten, der vom Genossen La Grange am Nachmittag erteilt wird. Mittwochs von 3—4 Uhr für Kinder, die zwischen dem 1. April 1907 bis 31. März 1808 geboren sind; Mittwochs von 4—5 Uhr für Kind«, die zwischen dem 1. April 1808 bis 31. Dezember 1908 geboren sind; Sonnabends von 3—4 Uhr für Kinder, die zwischen dem 1. Januar 1809 bw 30. September 1909 geboren sind; Sonnabends van 4— 5 Uhr für Kinder, die zwischen dem 1. Oktober 1909 bis 30. Jun! 1910 geboren sind. Der Unter-ichtsraum befindet sich in der Scharnhorststraße, Schule 4, Klasse 6m. Vorsicht Mieter. Um die Mitgliederschast der OrtSanwpe Süd West des B e r t i n e r M i e t e r b u n d c« vor weiterem Schoden zu bewahren, neben wir hicrmii bekannt, daß der ehemalige AbtellungSsührer A e ck e r I e, Katzbachsir. 34, nicht mehr berechtigt ist, Beiträge für die genannte Gruppe zu kassieren._ Grsß-Serttner parteknachrschten. Heute. Milkwoch. den 6. Juni: «. Bit. 7>4 llhr bei Rabe, mchtestr. 29. Thema!„Kleingarten, und Eiedlungs- wesen". Ref. Gen. Gtr.nwcg. 19. Abt. 7 Uhr Kchulaula Reichenberger. Gcke Forster Straß«. Thema:„Ren. tabilität der Städtischen Werte". Ref. Ken. Graeff. Varwartoteser und Anhänger der Partei sind herzlichst willkommen. 19. Abt. Vri Uhr bei Schulße. Samariterstr. 98. Thema:„Sie Bedeutung der Konsumaenollenschait. Ref. Georg Schul, e. 29. Abt. 7>-Z Uhr Brauerei Pfefferherg, Schönhauser Alle« 179. Abteilung«- Versammlung in Form eine« sroben Abends. Vorträge usw. SU. Abt. 7 er Uhr bei Franke, Brücken-Allee 20, Mitgliederversammlung. ehaclotteuburg. 51. Abt. Fichlabend in allen drei Gruppen. 1. Gruppe: bei Schellbach, Königin. Elisabeth. Str. 9: 2. Kruppe: be, Rossiu«, Friedrich- Sarl-Platz 5; 3. Gruppe: bei Haltmann, Sophie-Tbarlotte-Str. 78. In jeder Gruppe wird ein Vortrog gehalten.— 55. Abt. 8. Gruppe um 7Vi Uhr tzahlabrnb bei Schwache, Krummestr. 4.— 97. Abt. 14. Gruppe um 7Zz Uhr Sei Arndt. Kantstr. öl, Grupvenversammluno: 19. Gruppe 7pz Uhr bei P-ill, Knesebeckstr. 2.- ö». Abt.'M Uhr Ui Stein. Passauer Str. 97. Thema:„Wobnungs- und Wieterfragen'. Ref. Gen. Winter. 98. Abt. Salensce. 7Vj Uhr Mitgliederversammlung nicht bei Schwaab, Paulsborner Str. 22, s o n d e r n bei Schlag. Georg-Dilhelm-Str. 2. Ref. Gen. A. Gebhard llber„Sozialillerungtfrcacn". 99. Abt. Wilm«c,do,I. 7!4 Uhr Mttgliedrrvcrsammlung im Eißungssaale der Freien Turnerschaft, Witritembergische Straß«. Thema:„Politische Moment- bildet*. Ref. eben. Qppel. 73. Abt. Schmarg« Uders. 7 Uhr Parstand-sißung, 7% Uhr Mitgliederversammlung im„Echiihenhaus, Kondetehlenslraße. Schöncberg. 79. Abt. Um 8 Uhr finden die Zohlabende in folgenden Lokalen statt. 1. Deziri: bei Arndt, Bautzener Str. 10; 2. Bezirk: bei Rosenau, töehenfricdoerg-. Ecke Kolonnenstraß«! 9. Bezirk: bei Ripsche, Eicgfried- straßc 9: 4. Bezirk: bei Grast, Sedanftr. 17? 5. Bezirk: im„Gothen*, Gorhenstr. 1: C. Bezirk: bei Reißncr, Gotbcnstr. 95: 7. Bezirk: bei Eich- holz, Erdanstr. 48: 8. Bezirk: bei Ende, Sachsendamm, Ecke Geneslstraße: 9, Bezirk(Lindenhos): fcel Fintel, Bessemerstraße. In allen Bezirken sehr wichtige Taaeiordnungeu, daher ist co notwendig, oaß alle Genossen und Genossinnen«rschewon.— 89. Abt. 7sb Uhr in der Aula der 9. Volksschule, Audeusstratze. Thema:„Ultimatum»Nd Regierungsbildung*. Ref. Sen. Dust. Helle:, M. d. L..« T„- 88. Abt. Mariendorf. 7!i llhr in der Aula der Schule«urfürstenstraße. Mit- gliedervcrsamwlung. Borrrag de» Gen. Matuschcck. 88. Abt. Lichtenrade. 7 Uhr in der Tchulaula Roonstraße, Mitglieberversamm- 95.%St ÄC.*~TnTnj! und 54. Bezirk: bei Bolss. Richardstr. 197. Ecke Derthclsd-rfer Straße: 13. und M. Bezirk: bei L-mve, Lessingstr. 19, Ecke Prinz-Hanbiern-Straße: 51. und 62. Bezirk: b-t Kabel. Prinz-Hand- jerp-Straste 54, Ecke FaMtraße: 69. und 69. Bezirk: bei Rickisch, Siethen. jt-aße 40; 70. und 71. Bezirk: bei Krieger, Lessingstr.», Ecke Kopfstraße: 74. und 75. Dezirk: dei Stubel, Lcnlestr. 9... 109. Abt. Ohcrfchöucwcide. 7U, Ubr im Zeichensaal de« Realgymuastum«. grppe- linstraße, Gonieinsamer flahlcbcnd.._,,„ 107. Abt. AZt-Glieniee-Falkeaberg. 74« Uhr Zahlabend im Lokal Meyer am Bahnhof. ,A-f. Seu. Thiele über„Demokratisserung der Berwaltung*. 117. Abt. Lichtenberg. 7Zh Uhr im geichensoal der Schul« Lllckstraße. Thema: „Gemeinfchaftsschule". Ref. Gen. Sreinert. Reuwahl d-e Abtellung-vor. Illö/sb�'Beistenlce. 7Z4 Uhr Bezirk-aband- in folgenden Lokalen: 1. Bezirk: bei Hardt, Lotbrinaea Str. 9«: 2. Bezirk: Lokal Stärke, Eh-rlottenburger Straße 3; 9. S-z-rk: Lokal Wtttstruck. Langb.-u-str. 62:«- Bezirk: Lokal Gamve. Lichtenbcrger Str. 8.„,, IS«. Abt.«etuickendors-vp.. 7 Uhr gahlabend« in den bekannten Lokalen fssebe geslrta« Notiz).»» 140. Abt. BorfixwtUde-Wittcnau. gahlabend fällt heut« au». Morgen, Donnerskag. deu S. Juni: 9. Kreis. Spauda». V.i Uhr Funktionärsitzmiz im Hotel Stern, Potsdamer Straße 55. Thema:„Die politische Sag'*. Ref. Dr. ZechUn. Krcl» Ptenzle-n-e Tor. 174. G-meindeschille Oefsentlrch« Elternversamvilung um OVt Uhr in der Cchulcnla, Echiiiihauser Allee 165-.. Thema:„Die Paul- senlchen Schulreformpläue*. Ref. Gen. Marquardt. 102. Abt. Baun schulcnwea. Ocffcntlich« Bersammlung TSi Uhr im Lyzeum, Baumschuleniiraße. Thema:„Paulsenfche Echulresormpläne*. Ref. Gen. Rektor Beraemann. 133. Abt. Suchhol;. 714 Uhr Leffcntlich« Volksversammlung bei Kähne. Ver- lincr Str. 88. Thema:„Ullimatum, Regterungsbildunz und Arbeiterschaft*. Ref. Ken. Ernst Heilmaun. M. d. L. 55. Abt. Edarlottenburg. IVs Uhr. 9. Krupp«: Zahlabend bei Reimer,«il- meredorser Str. 2!._—____ 88. Abt. Halensee. 7$ llhr bei Schlag, Seorg-Bilhelm-Str. Z. Wichtige Tagesordnung! 164. AM. Ziiederfchöneweid«. SPD.-Fraltion de« Eharlottenburger Werks«, Franllinstraße, Versammlung bei Berger, Levebow-. Eck, Iagowstraße. 168. Abt. Köpenick. VA Uhr im Ratbau«. Zimmer 42, Funktwnärlonfcrenz. 109. Abt. Fli>chrich«baxe». 8 Uhr bei Scholz, Fricdrichstr. 8l. Thema:„Die Bedeutung Dberschlesten, für Deutschland". Ref. Gen. Erwin Barth. 120. Abt. Felediich-k-lde. r'i Uhr Ellecuversammlung in her Aula ber 1. Volksschule. Rummelsburgei Straße. Thema:„Das Schulprogramm Panssens*. Res. Gen. Lehrer Knies. Potsdam. 8 Uhr: Große ötsentliche Bolksversommliing im„Akten Fritz*. gimmerstraße. Themg:„Religion und Sozialismus*. Ref. Seu. Pfarrer Bletsr-Cliarlottenburg. Sanaerchor der SPD. Pankow. 7>h llhr im Uebunzslokol. Mllhleustr. 45, Mitgliederversammlung. Pünktlich«« und vollzählige« Erscheinen ist Pflicht. * 20. Kret». Am 10. Juni, vormittag» 10 Uhr. Führung durch den Botanischen Saiten. Teilnehmer müssen iich bei den Lbleuten de» Ortsbildungsaus- schusses melden und 1,25 M.«inzähl»«. Soziales. SinderhUfs. Die Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde, welche vom 12. bis 14. Ma! 1921 in Jena zum erstenmal im Frieden wieder zu einer Tagung versammelt war. empfindet es als eine Ehren- pflicht, allen denen, die der allgemeinen Kindernot in Deutschland zu steuern versucht haben, ihren tiefsten Donk auszusprechen. Reben den deutschen Organisationen und Vereinen der freien Wohlfahrts- pflege gebührt besonderer Donk dem großzügigen ausländischen Hllfswerk, an erster Stelle der Kinderhilfsmission der Quäker von Amerika, die in Zusammenarbeit mit Herbert H 0 0 v e r s American Relief Administration und European Ehildren Funds feit Februar 1920 Speisungen für Kleinkinder, Schulkinder, Jugendliche bis zum 18. Geburtstage und werdende und stillende Mütter veranstalten. Weiterhin den Quäkern in England für ihr« Mittelstandshilfe und Flüchtlingsfürforge, der Heilsarmee für die Verteilung von Freimilch, den Hilfsaktionen in Schweden, in Döneinark, Norwegen, Holland, in der Schweiz und in Finnland für ihre Liebesgabensendmigen und die gastliche Aufnahme der deutschen Kinder, der von England ausgehenden internationalen Organisation Saoe che Ehildren Fund für die Geldsammlungen und Dermittlun» gen von Patenstellen, schließlich auch den deutschen Hilfskomitees in Nordamerika, Holländifch-Ostindien, China, Südafrika, Zenrral- amerlla, Südamerika, Brasilien, Argentinien und anderen Uebersee- ländern für ihre Geldsendungen und besonder» ihre Spenden von Milchkühen. Nur das Erstarken dieses Geistes der Menschenlieb«, Hilfsbereitschaft und des gegenseitigen Vertrauens kann den Völkern den wahren Frieden bringen. Erstmalig in diesem Jahre entsendet der Landesverband Sachsen-Thüringen vom Bund der Auslands- deutschen Kinder von Ausländsdeutschen zu einem vier- wöchigen Ferienaufenthalt. Im Gasthof zu Gernsdorf zu Saalfeld, in londschofikich herrlicher Lage Thürinaens, ist ein Ferienheim ge- sunden und daselbst für gute Verpflegung und Aufsicht der Kinder gesorgt. Der größte Tell der Kinder der Ausländsdeutschen hat die Qualen einer jahrelangen Verbannung in Jnternierungs- lagern durchmache, müssen. Am 4. Juni fand die Eroffnuna dieses Ferienheimes statt. Der erste Transport von 120 Kindern ging am 4. Juni, vormittags 8 Uhr 45 Minuten, vom Hauptbahn- Hof Leipzig ab. Die Kosten werden aus der..Volksspende für die vertriebenen Ausländsdeutschen"' aufgebracht. Ein weiterer Trans- port wird am 16. Juli ausgesandt. ArbeilnehmerverdLnde anrufungsberechkgk. Der Deutsche Metallarbeiterverband, Der« waliungssielle Peine» wurde Vau leinen Mikgliedern beauftragt, bei der Firma Peiner Mascknnenbau-Gejellichast eme Lohnbewegung einzuleiten. Bisher war mit der Firma kein Tarifvertrag abgeschlossen. Die Organisation arbeitete einen Bertragsenlwurf aus. Da mit der F>rma jedoch kein Einvernebmen über den Tarif- vertrag erzielt wurde, rief der Deutsche Metallarbeiterverband den SchlichtungSauS schuß an. Inzwischen erfolgte eine Verständigung der Firma mit dem Betriebsrat in der Lohnfrage. Ueber die sonstigen Punkte wurde keine Verständigung erzielt. Der Scklichluitgsansichuß HildeSheim, dem der Vertragsentwurf vorlag, lehnte daraufhin einen Schiedsspruch mangels einer vor- liegettden. Streitigkeit ab. Der Metallarbeiierverband bemhigre sich mit diesem Spruch nickt und wandte sich an den Reichs- arbeitsmini st er. Der ReichSarbeitSminifter entschied folgender- maßen: .Falls zwischen einer Arbeftnehmervereinigung und einem Arbeitgeber über die tarifliche Regelung zukünftiger Lohn- und Arbeitsbedingungen Streit bestebr, kann dieser Streit auch nach meiner Auffassung durch ein Abkommen zwischen dem Zlrbeikgeber und der Arbellnehmerschaft des einzelnen So triebe? nicht als beigelegt geilen. Es muß vielmehr auf Ver- langen einer Partei der SchlichtungSauSschuß die Bei- legung deS Streite? unabhängig von einem etwaigen Betriebsabkommen versuchen, da die Arbritnehmervereinigung zum Abschluß vou Torisverträgeu selbständig aurufuuoz- berechtigt ist." Hier ist also klar ausgedrückt, daß die SchlichiungSauSschüsse auf Antrag einer wirtschaftlichen Organisation Schiedssprüche über Tarifverträge fällen müssen, selbst dann, wenn seitens der Unier- nehmer versucht wird, die Organisation auszuschalten, wie das hier der Fall war._ Mus aller Welt. Gräßlicher Selbstmord eines Irrsinnigen. In Nassenbeuren war der Mehner plötzlich irrsinnig geworden. Er läutete iort- während die Glocken und feuerte blindlings Schüfie av, wvourw ein Mann tödlich verletzt wurde. Der Irrsinnige zertrümmerte sich an der hin- und herschwiiigenden Glocke den Schädel. Die Regernnruhen in Tvlfa, Ollahama. haben fiirck>ierliche Zustände gezeiligl. Da« ganze Negrrviertei ist in Brano gesteckt. 60 Neger sind obdachlos. Der Belagerungszustand wurde verhängt und nach einem Besuch des amerilanifchen Arbeilsministers wieder aufgehoben. Die Truppen sind brnitS zurückgezogen. .Boche* muß bleiben. In Erie(Pennsylbanien) hat wie anderswo kürzlich eine Verteilung von Siegesmedaillcn stattgeinnden. Die Medaillen waren dem Polizeikommissar feinem Mann deutsche» Namens) von dem Philadclphiaer Leiter diese? Bureaus. Oberir Hugh Wise, mit einem Zirlularbrief zugegangen, in dem die Woiia „H unS* und.BocheS' mehr wie einmal vorkamen. Ein her- vorragender Deutfch-Amerikaner fragte in Washington an. ob die'« Bezeichnungen noch mit Wissen der Regierung gebraucht würden. Er erhielt darauf am 30. Avril Journalnummer O. C. S. 158:13 einen vom Kriegssekretär persönlich unterzeickneien Antwort- brief, in dem eö zum Schluß wörtlich heißt;.Die Ausdrücke, an denen Sie Anstoß nehmen, waren unter unseren Soldaten und denen der Alliierten allgemein im Gebrauch und es scheint n i w r ungehörig, wenn Sie bis zur Erklärung de? Friedens in An- sprachen an jene, die aus unserer Armee entiassen worden sind, gebraucht werden.* Ein schwlmtucnde» Zuchkhau». Tie seit April 1915 unier- bracheneu Sträflingsoeponaiianen nach der fianzüNich-zenirol- amerilaniichen Suaikolonie Guyana, wo der Pfeffer wächst. iverden wieder aufgenommen. Der frühere deutsche Handelsdompfer Duala ist zu einem vollständigen schwimmenden Bagno mit ei'ernen Käfigen umgebaut worden und wird schon in den nächsten Tagen einen Transport von 692 Siräjlmgon nach Guyana befördern. lieber den Löffel barbieren. Wer jemand betrügt, barbiert ihn über den Löffel. Wie ist nnn diele merkwürdige Redensart zn- stand« gekommen, mit der Ivir gar keinen Sinn mebr verbinden? Di« Doifbarbie« früherer Zeiten, die noch nicht über die Kunst ihrer heutigen Kollegen verfügten, bedienten fich eines Löffels, in» die eiiiaefaklenen und faltenreichen Wangen ihrer älteren Kim de» damii für das Bartscheren zu glätten. DaS Hohlrund des Löffels wurde an die Innenseite der Backe gelegt, die Wange so gerundet und eine glatte Fläche für da? Schermesser gebildet, lieber den Löffel barbieren heißt also zunächst nichiS anderes, als jemand so behandeln, wie der Dorfbarbier den Bauer. Diese Bedeutung deS Ksineumständemachens, des mit jemand Grobverfahrens ging dann allmählich in die Bedeutung des Betrügens und Be- tragenwerdens über._ Sport. Rennen z« Grunewald, l. Buccaner-R�ennen. 1. Liebe. diener fZachmeier), 2. Orkan l Fallen bogen), 3. Falko fSchimmal, 4. Feuerzauber. Tot.: 33: 10, PI. 22, 17; 10. Ferner liesen Gw-t. Muselman« angh.— II. Flifiu st ier- Ausgleich. 1. TeufelSroieTarras). 2. Wallenstei« lZimmermann). 31 Ornament(Blenlerl, 4. Blau und Weiß. Tot.: 57:10, Pl. ll. 10:10. Femer Uesen Moldau. Tubaroso.— IV. Hannibal-Rennen. 1. Einspruch sG. Janct», 2. Parther(Kasper). 3. Lorbeerej Havunle.— V. FelSrennen. 1. Com« battant cRastendg), 2. Hereumeister II(TarraSl, 3. Rinaldo lBleuler), 4. Haltptmann. Tot: 47:10, Pl. 13, 12, 20:10, Ferner lieien Toret, Hehloba:de, Nih.— VI. Sieger-Rewnew 1.'Trump!(G. Janel). iL Harlekin(Jentzsch). 3 Lustidns(TarraSl. To>.: 18: 10. Pl. 1. 11. 11: 10. Feiner lief Atheno.— V1L Gulliver' Ausgleich. 1. G:omt (Standing). 2. Horlt(Kosma). 3. Kongo(Garsler». Tor.: 79:10, Pt. 15. 17, 13: 10. Ferner tlejeu Rcuolin, Salvr, Seetzaufen, Fca Dicwolo, lltzlr Arbeitersport. Stzort-KarteO 30. Vezirl. Freitag, 10. Jun-, 8 Uhr, E�tzmig bei«clli. Mtieaati, Lubarser Str. 1 Tille Drtila-telle müssen 2 Delegiert«, Pereine, die teincm Kartell angehllren, 1 Delegierten senden. 6?ieftasten öer Reöaktloa. Schriftliche Auskunft wird nicht erteilt. B, K. 1300. 1. Ja. bejüalich der Steuern jedoch nur, soweit sie nicht seit kSnger al» 9 Dechen fdlllg nnd. 2. 4000 SU. anb H van dem«üehebctruge. Soweit der unpfändbar» Teil de» Lohne« 6000 M. übersteigen sollte, unterliegt er keinen Beschränkungen. Mari« 111. Iss UN« nicht besann«. Erkundigen Sie sich einmal bei Ihrer Pjobnungslnseektton.— P.-q. 81. St» aehbrea zur 2. Abteiluno und kiinnen Beitrilx» an den Kassierer, Genossen Iiinlcke. Solwsstr. 90. entlichten. Beant- wortung der Frage 2 folgt. Wirtschaft Die EZgevbekiebe der GEÄ. Dis GEB. a'S die Einlauft« und PrSdiiWenfietitralc der druncksn Konsumvereine erreichte, wie derei«; mitgeteilt, im Jahre 1920 einen Warenumsatz von t 3ö1 224 382.11 Marl pegen 352 693 074,31 M. im Vorjabr, das»ft ein Mehrumsatz vor, Hg8Z2S 307.30 M. gleich 283,1 Proz. Der im Jahre 1920 erhielte Umsatz in!»«n eigenen BroduktionSbetrieben in der Höhe v»n 156 429 449 Marl verteilt sich auf: Zigarrcnkabriken lHombnrg. Hocken- heim u. j�wkenbergj.... Kauiadalsabril Norvhausen.... Seifeniabri! Giöba..... Seiieniabrik Düsseldorf..... Zündbol,sabrik Lanenburg.... Mostrichfabrir Gröba...... Teigwarcniabrik Gröba..... Kistensabrik Gröba....... Weberei und Konseltion �ppadj.. Zuckerwaren« und Schololadensabrik Altona......... Bürstenfabrik Schönheide.... Holzindustrie Dortmund..... Die Gesamtzahl aller in den GTG.-Betrieben Beschäftigten betrug am Jahresschluß 1920: 2427<1919: 2041) Personen. An Gehältern und Löhnen wurden verausgabt 1920: 21 779 897 M.(1919: 7 037 377 M.) Die Bankabteilung der GEG. verzeichnet mr Um- sähen auf Girokonten 1920 1 754282151,98 SR., gegen 2919 mit 585906393,16 M. DaZ Stammlapital der GEG. beträgt 39 Millionen Mark. Der GEG. angcschlolen find 1003 Konsum- vereine als Gesellichaster. Die Zigareltenfabril, Tag' in Stuttgart ging am 1. Januar 1921 in den Besitz der GEG. über. An EigeuproduktionSbetrieben wurden Anfang 1921 er- richtet die Fischräucherei undSRarinieranstaltin Altona, der Frischfisch Vers und in Geestemünde und die Tabalwarenfabrrk in Altona. Für den Ausbau der genofienschaftlichen Eigenproduktion zum Wohle des orgaitisierren Konsums ist die Errichtung weiterer«oßer moderner EigenprodukrianSbetriebe geplant. Um die erforderlichen Mittel für die Ausführung dieser Projekte zu erlangen, wurde t92l eine ObligationSanlerhe der GEG., welche mit 5'� Proz verzinst wird, ausgelegt. Zeichnungen werden von allen Konsum- vereinen des Zentralverbandes auch heute noch entgegengenommen. Der Besitz der Produktionsmittel ist die Wurzel aller wirtsckiaftlichen Kraft und die Borbedingung für eine plan- mäßige Gemeinwirtschast. Die Förderung der genofienschaftlichen Eigenproduktion ist der om meisten erfolgversprechende Weg zur Sozia- I i s i e r u n g I ÄomameJttat, Hausfrauen, verlangt daher in Euren Konsum« vereinsläden die Erzeug-risse Eurer ergeuen ProduwoaSb« triebe, die Artikel mit Eurer Hausmarke.GEG". Zur Aestsiellimg von gcflSchietem Saplkal. Lm Finanzpolitischen Ausschuß des Acichsrorrtschastsrate» fand ein Antrag des Mitgliedes Max Cohen Annahme, der lautet: ..Der Zikichsrorrtschaftsrat wolle beschließen, die l-reichsregie- rung zu ersuchen, international« Vereinbarungen anzustreben zur Feststellung von im Ausland befindlichen V e r- mogenswerte» deutscher Staatsangehöriger; der Aueschutz bittet zugleich um Mitteilung, ob und inwieweit der» artige Versuche und mit welchem Erfolge bereits gemocht worden sind." Vei der Abstimmung behielten sich die Vertreter der Arbeitgeber ihre endgWige Stellungnahme für die Plenarberatimg vor. 66 MMouen KllowvÜstunden fährlich erzeugen können, würden die """""""' 69 Millionen �ilo wattabzugeben vermögen. Vei den Die deichchen Sparkafien im April. Der Monat April hat nach der Zeilichnst»Di« Sparkasse" den Sparkafien einen starken Rückschlag gebracht. Im März betrug der Zuwachs noch 800 Mill. M., im April ist er auf 50 Mill. M.»urückgegangen gegen«inen Zuwach« von 1000 Mill. M. im April des BorjahreZ. Di« Einzahlungen find zurückgegangen und die Rückzahlungen haben sich stark vermehrt. Es betrug die Zunahme(+) oder Abnahme(—) der Spareinlagen bei den gesamien deutschen Sparkassen: 1921~ 1920 1919 Mill. TO. Mill. M. Mill. M. 7..-s- 1600 ... 4- 400 ... 4-1 800 ,..-1-.60 Januar. Februar Mär,. April — 110 — 300 4° oO -f 1000 -I- 1250 4- 800 400 — 4 4 7 ■CO zusammen 4 2850 4 640 4 3150 An der Statistik beteiligten sich diesmal 225 Sparkassen mit einem Einlagenbestande von zusammen 14 596 Mill. SR. Preußische Dasserkrofiprozekte. Der amtfich« preußische Presse- dienst teilt mit: Zur Ergänzung der staallichen Wafierkraftweete im Weserquellgebiete und am Main, von denen vorerst nur das Kraftwerk an der Edertallperrs im Betrieb ist, beabüchtigt die ifierkrasttnerke an der Fulda,"nänr- ' fen und .„ ungrn für die Stromentnahm« im staatlichen Versorgungsgebiete läßt sich schon � ute übersehen, daß der Bedarf durch die ausgebauten und im au befindlichen Wafierkraftwerke nur kurze Zeit gedeckt werden kann. Die Regierung hält es daher für geboten, frühzeitig dafür zu sorgen, daß der weitere Bedarf an elektrischem Strom durch Wasserkräfte in wirtschaftlicher Weis« befriedigt wird. Der Ausbau der Fuldakraftwerke ist besonders vorteilhaft, weil jedes von ihnen ein verhSttnikmätzig hohes Gefälle, nämlich von etwa 7 bis 10 Meter nutzbar macht, ferner die von ihnen erzeugte gleichmätzige Leistung in Zusammenhang mit dersenlaen der Talsperrwerke an der Eder und Diemel gut zu verwerten ist und endlich der Strom in das vor- handene staatliche Leitungsnetz ohne lange Anichlutzleltungen abge- geben werden kann. Wahrend die bereits erbauten und im Vau begriffenen Wafierkraftwerke nach vollem Ausbau zusammen etwa geplonteu Fuldakrafiwerke stunden, also etwa ebensoviel abzugebi Entwürfen der Krastn erke ist die Aufrechterhaltung der bestehenden Schiffahrt wie die Möglichkeit der späteren Erweiterung der Schiff- barkeit Überall berücksichtigt. Ketne Nokenhamslerei der Darrkbraniicn. Im Finanzpolitischen Ausschuß des Reichswirtlchastsratz erklärte auf eine Anfrage, ob die rotgefiempeltcn Tausendmarl-Banknoten von Vantbeamten zu- rückgehalten würden und noch heute mit Aufgeld gehandelt werden könnten, der Vertreter der Rcichsbank, Oeheimrat Kaufmann, daß der R e i ch s b a n t davon nichts bekannt sei und auch kein Anlaß vorliege, derartiges anzunehmen. Eine Zurückhaltung der Roten durch Bankbeamte fände höchstens insoweit statt, als es sich um den Umtausch aller abgeriffencr Roten handle. Die beiden Vertreter der Bankangestellten im Ausschuß bestätigten diese Auskunft der Reichsbank auf Grund eine? von ihnen veranstalteten Umfrage und legten entschiedene Verwahrung dagegen ein, daß gegen die Bankbeamten ein derartig unbegründeter Vor- wurf erhoben werde, der das Publikum womöglich zu ganz unan- gebrachter Notenhamsterei verführe. Rückvergütung der Exporwbgabe. Im Außenhandelskontroll- ausschuh des Vorläufigen Reichswirtlchaftsrats erklärte der Reichs- kommissar für die Ein- und Ausfuhrbewilugung, daß als vorläufige Regelung beschlossen sei, die von der Entente oder von der deutschen Regierung erhobenen Abgaben auf den Export den Exporteuren in Poviermork zurückzuerstatten. Es bestehe aber selbstverständlich die Absicht, auch die Ausfuhr zur inneren Finanzierung der Last heran- zuziehen. Au« der ßallinduskrie. Von der neuen Preisfestsetzung hatten die Unternehmer eine Besserung der Lage in der Kaliindustrie erhofft; bisher ist davon noch nichts zu merken— begreiflicherweise, denn im Zeichen der Absatznot haben Preiserhöhungen noch nie de« Markt belebt. Die Handelskammer Halberstadt berichtet hierzu:»Obwohl das ReichSwirlschaftsmiuisterium eine 50» bis 55 prozentige Erhöhung der Inlandspreise zugestanden hat, haben nch die BerhSlnisie in der Katiindustrie nicht nennenswert gcbefiert. DaS Ausland hält mit Aufträgen zurück. �Die Bezüge der inländischen Landwirischait sind sehr gering, da die Düugerpcriode vorüber ist und man sich scheut, für die Hnbstperiode bereits Salze zu beziehen. Die Hauplbsschä'iigung der Kaliindustrie besteht in� der Umsetzung von Kalirohsolzen in Kalikabrikate, die zum größten Teil auf Lager genommen werde» miiffen." Industrieller Kapitalbedarf. Die Summ: der KapitalSerhöhiingen and OöligaltoneiiauSgabeeiinifionen ichwanttf von Monat zu Monat erheblich. Die Aufzeichnungen der Banlfirma Stenger. Hoffmann u. Co. Kommanditgesellschaft in Berlin-Esfen, weisen für den ver- flosienen Monat an KapitalSerhöhungen und neuen Obligationen «in« Gesamtziffrr von 117 9 TO i l l. M. aus(Mai 1920 1018 Mill.), also einen erheblichen Rückgang gegen die 2834 Mill. M. im April, der allein nahezu a/4 Milliarden Marl neu« Aktie» des Anilin- ionzern» gebracht halte. So entfällt der Rückgang fast durchweg auf Stammaitien und auf Obligationen. Dabei sind für den Monat Mai die 700 Mill. M. 5 proz. Obligationen der neugegrün- deten Neckar A.-G. in Stuttgart nock nicht berücksichtigt. sessre BezirRsverd. Gr.-Berlin SRO. 28, Abtrill-Ng Bez 242IZ t.Ztr.Pre-zl.Tor Unsere cSenollm HeMs Meißner giraMickystr. 42 Ist verstorben. Ehre ihrem«stdentet! Die ElnSscherung erfolgt am Donnerstaa. den 9 Juni, IV, ltdr. im Hctmstori'.im Eerichtstr. 36. 177, ö gahireicheBetckUming er- maiiet Die Bezirks, und ÄbteUunzeleltuug. llziitzoltst llelllstdüllmldri Berwaltuugsfielle Berlin.! Den»ollcgcn zur Na6i- 1 rich!. das, unser Kodexe, j der Schierfer Eicliard Bock Boelihstr. 40 am 4. Juni xestorbeu ist. Die Eiuascherun« stndet am Denneratag, 9. Zunl ooriuiüaoi, UV, Uhr, im tlremalorium Serichlstrastc statt. VUI2 sserner starb unsere Nol- legin, die Arbeiterin Anna Niewieck A.awerpeuer Str. 44 am 4. d. Mt». Die Ewlischerunx findet am Donnerstag, 9. Juut, nachmittag» V-t Udr. w> �reaiaiorium Dcrichtstrnstc statt. Ehr« ihrem Antcnfc»! Rege B-teUigung crmartet l ' Sie Ortsverwaitung. f HU MeMrsUMeiterd-fMneo Nttltraorf».«. Zvri, 9 Ahr SelllmWers«- VeklMÄW im GewerkfchastshauS. zutritt haben die Bertrouensleut». Drucker eilosfierer und der Buchdrucker sowie die Berttauenopersrnurn der Delegierten Hitsearbetter. 4U8 Ohne c-atttuurllon tel» Zutritt l..... M-sstnt.«loth. Ass. SlM-WMW gegen de« Entwurf des neuen ReichSschulgesetzeS amjfceltaa, den 10. Zuu>. abends T'. Uhc im stlerdthou», Älostetstr. SO, Ecke Stiolautt Str. Referent: Herr«ruft vckumtg: Die unfreie Schule im unfreien Staat. Diskuffion. Zur Deckung der Unlosten wird Z0 Pf. Eluttitt-gcld erhoben. FretreltgiSse Gemeinde Nerld». SS/U I.A.!«.Hoffmann. WlWlWtMStileMkdM . lletivzltungiltelle vctlln X II. 5tz. cinienstfi. tZ— 85 Eetchlistszett»vn vorm. 9 Uhr bi« nachm. 4 Udr Telephon! Amt Stordeu ISS. IBS. las?. 974« I Freitag, den IN. Juni, nachmittags 4 Uhr, ftt hat |»Sivafeftfälen«(Stemcnsstabt), Echulstratze: MmUW MiKa MKeMm Des SleoM-Mzenls. T a gt» Ordnung: U Bortrag der Ztolteqm chl�asch (Aus vollster Zugendtroft und im dlllhendeu Alter von 22 Jahren entriß im» der unerbittliche Tod nach I turzem. aber schwerem Lei- ! den unseren innixstgeliebten i Lohn. Neffen und Enlel, ! den Sausmann Surt Neabrand In tiefem Schmerz nameu» oller Hinterbliebenen Bio;«eubraud und From. Nentölln. deu 6 Zunt 1921. Die Einstscherung finde! Donneretag. den 9. Juni, nachm. 9 Uhr, im Zirema- torlum«aumichulenw.stalt. 91/11 Sie Oclsoectsanaag. Spezialarzt Dr. med. Koeben Sofort slchtti.Syphilis-\'achw.; durch Dnnicclfeiil.Untersuch. Ha; n-, Frauenleid., Schwäche, Salvarsan-Kur. Behandlung schnell, sicher u schmerzlos ohne Berufsstör, Blutunters, Fäden im Harn usw. Ansteckende, nach!» unerttSglich juckende Haut- ousichlBg» m.witffrigen«lS,che» und kleinen roten Puilden verschwinden in wenig Togen durch Belihef, Arahedotsaiu 9,30. Ott» Heime", Bscila 43. öO. 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Künipprätzer Str.: Täglich 130 Uhr: Mit beut fteuet spielen 9 llhr; Solana Maate Maria Orska Johannes Riemann, Paul Bildt Berliner Theater: Allabendlich 7.30 Uhr: DOS Hilde WSrncr, Ralph Artnr Roberts, Uschi Elleet, Herbert Klper, Paul Rehkopt Komödienhans: Allabendlich 7.30 Uhr; Der blonde ßngel von Robert Winterberg Paul Heidemann a. G, Josefine Dora v. Staatsth. a.G. Inge van derStraaten, Isa Marsen, Georg Baselt, Kurt Busch, Julius Rogg Centrnl-Theater n Uhr: Jlonka Deutsche« Opernhaus 7 uhr: Fledermaus Frledr.Wllhelmst.Th, utrM Kleine aus der» Kl. Schanaplelhana 7'/, ubr; Reihen Kleinen Theater ' /.u. Nur ein Traum l.uatnplelhnus T*/« Uhr: Arnold kleck in Die spanische Fliege Kotropol-Theater Jhr'Die blaue Mazur Neues Operettentheat. 7>/.uhr:AmericaH-61rl MTenen Volkntheator 7 uhr: Die St Jakolisfalirt Benldenx-Thcater 7u.; Donna Diana Thalia-Theater uhr; Mascottchen Th.am Noll endo rtplat» 3/, Uhr: Die Ballerina lies Königs (Konstantin, Gütz) Deotsclies Künstler-Theater VI,: Zum 25. Male: Rosenmontag: (Haack, Laos, Scbroth) Allabendlich 7», Uhr: Rosenmontagr Komisehe 6per Opernspielzeit Täglich i'U Uhr Alt-jieidelfaerg Oper von Pacchierottl Stg.d1/,; Der Barbiert. Sevilla Wo die Schwalben nislea Berliner frater Kastanien-Allee 7—9 Täglich<>/, Uhr: Die Schönstev. allen Operette i. 3 Akt,v.JeanOllbert Variete-Sensationen Die große_ tMMM-Ä» TIP Tip Hurrah! 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Lungen-, Hals-, Herz-, Magen-, Darm-, Leberleiden; Nervenschwäche, nervösen Kopfschmerzen, allgemeiner Nervosität, allgemeiner nervöser Abspannung, Ischias, Gicht,"-.eumatismus; sämtlichen Ausschlägen, Flechten, Wunden; Lähmungen, sowie Kinderlähmung, Stoffwechselkrankheiten, Zuckerkrankheit usw. Freiwillige briefliche und mündliche Anerkennungen früher behandelter und geheilter Patienten, die angaben, vor der Behandlung in unserer Anstalt anderweitig ohne Erfolg behandelt worden zu sein: 1. Frau M. Richter, Berlin-Moabit Waldstr. 33, Lungenleiden, Blutarmut, Nervenschwäche geheilt— 2. Herr Georg Heinrich, Baumschulenweg, Baumschulenstraüe 29 IL Lungenleiden geheilt— 3. Frau Berta Dachow. Neukölln, Emse: Strafee T38. Von Bronchi;:! Irina, nervöser Herzschwäche und Neurasthenie geheilt— 4. Herr K. Ensle. Restaur., Charlottenburg, Huttens trafze 12, Chronischer Mitfelohrkatarrh geheilt— 5. Frau Käto Tschoepe, Bln.-Südende, L Sterfelder Str. 37. Von aDgem. Nervenschwäche, Herzneurose und Unterleibsleiden geheilt— 6. Frau M. Zafke, Berlin, Nollendorfstr. 40. Rheumatismus u. steife Schulter geheilt— 7. Herr B. Ehrhardt Gr.-Lichterfelde. Ringstra&e 52a. Chronisches Hüftgelenkleiden wiederholt erfolgreich behandelt— 3. Frau E. Hohdorff. Berlin, Kolberger Str. 28-29. Nerven- u. Knochenhautentzündung— vollständig gelähmt— geheilt— 9. Herr F. Nayda. Berlin, Prinzenallee 72-73. Von Kopf- und Kreuzschmerzen, trockener Brustfellentzündung nach Influenza geheilt— TO. Frau E. Herzmann, Schöneberg, Feurigstr. 61. Eiternde Fistel nach Blinddarmoperation geheilt— TT. Herr E. Ritter, Friedenau, Spon- holzstr. 56. Von Kniegelenkleiden geheilt— T2. Frau A. Rohrmoser, Berlin, Breslauer Str. T. Altes fünfzehniährisres Herzleiden geheilt— T3. Herr M. Aulzner, Reinickendorf-West. An- tonienstr. 3. Kiefervereiterung geheilt— T4. ftrau H. Hagel, Sachsenhausen b. Oranienburg L M. Unterl-Blutungen und Nervenleiden geheilt— 15. Frau Wwe. Frifschler, Berlin, Ma- rienburger Straüe 48. Darmgeschwulst geheilt— T6. Frau des Herrn Inspektors O. Heinrich, Berlin-Friedrichsfelde. Magerviehhof. Von Geb.-Knickung geheilt— T7. Herr Erich Bock. Berlin, Havelberger Stralze 15. Von Nieren- und Blasenleiden, Wassersucht, allgemein, gross. Schwäche geheilt— T8. Frau Restaur. Hering, Berlin, Schönhauser Allee 87. Von Basedowscher Krankheit geheilt— 19. Herr A. Brose, Berlin-Tempelhof, Friedrich- W ilhelm-Straize T4. Schweres Rückenmarklcioen mit Lähmung der Beine vollständig geheilt— 20. Frau E. Popp, BIn.-Lichten- berg, Gärtnerstr. TO. Von chron. Frauenleiden. Herzschwäche u. Verstopfung geheilt— 2T. Herr A. Schlabitz, Berlin, Caprivi- stralze 24. Von Gesichtslupus geheilt; vorher mit Radium erfolglos behandelt— 22. Herr A. Hellwig, Bln.-Borsigwalde, Emststralze 25. Von Magengeschwulst Verstopfung und Nervenschwäche geheilt.— 23. Herr Milchhändler Eclcert, Berlin; Greifenhagener Str. 26. Von gichtisch-rheumatischen Schmerzen in Bein und Fulzgelenk geheilt— 24. Herr Gastwirt C Michaelis, Charlottenburg, Wallstr. 87. Von chroraschem Leberleiden und Gelbsucht geheilt— 25, Frau M. Knorr, Berlin-Lichtenberg, Schamweber strafze 62. Von Herzschwäche, Leber-Anschwel- lunff und Magenkrebs geheilt— 26. Sohn Paul des Weichenstellers Herrn Wilhelm Haffner, Berlin- Westend, Beamtenhaus. Von schwerem Beinleiden geheilt Bein sollte abgenommen werden, m Briefliche Original- Anerkennungen von uns geheilter Patienten stehen im Wartezimmer der Anstalt auf Wunsch zur Einsicht Sprech» n. Behandlungszeit; 9—1, 4— 7X, Sonn- n. Feiertags S— L Prof. Dr. med. u. Dr. der Mechanotherapie P. Mistelsky, Arzt im Auslande approbiert, von der deutschen Regierung anerkannt Berlin SO 16, Brückenstraße 10b am Bahnhof Jannowltzbrücke Keine briefliche Behandlung, nur nach genauer Untersuchung in der Heilanstalt EHST 30jährige Praxis"W Die Graphologie von ff. Becker. Preis 7,50 M. Porto t�0M. 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M. in der Presse berichtet wurde, nach diesem Bericht dem Angeklagten zugute gehalten, daß er sich„unzweifelhaft gegen ehrenrührende und unbegründete Vorwürfe des Ministerpräsidenten Braun" in einer Zwangslage be- 'unden und in Notwehr gehandelt habe. Diese Feststellung des Disziplinargerichts, die getroffen ist, ohne mich mündlich oder schriftlich zu hören— das Verfahren ist nicht auf meinen Antrag eingeleitet—. zwingt mich zu einigen Worten öffentlicher Abwehr. Ponficck ist Referent für Siedlungswesen im Neichsarbsits- Ministerium, chatte er die Wahrn-hmung gemacht, daß ich als preußischer Landwirtschastsminister nicht das Erforderliche zur Durchführung des Reiichssisdliingsgesetzes vercmlaßte, ja sogar, wie er behauptet fj'ch die Siedlung sabotici te, dann war es seine Amts- Pflicht, namens seines Chefs beim Landwirtschaftsministerium durch Tatsachen begründete Vorstellungen zu erheben. Das hat er nicht getan: er hat es vorgezogen, eine Preßhetze gegen mich zu insze- nieren und ist im chinterhalt geblieben. Erst nachdem monatelang diese vergiftende Preßhetze getrieben war und ihre Wirtimg getan hatte, gelang es mi-, den Urheber aus dem chinterhalt hcroorzu- ziehen. ?.ch erhielt nämlich Kenntnis von einem Schreiben Ponfiecks in einer Siedlungscngelegenheit, das u. a. folgenden für den Charakter dieses cherrn höchst bezeichnenden Inhalt hat: Daß der Großarundbesitz siedlungsfeindlich ist, kann niemanden Wunder nehmen, der in früheren Zeiten mit der Gesellschaft zu arbeiten hatte. Daß sich in der Siedlungsfeindschaft die Brüder von rechts mit den Brüdern von links häufig finden, ist nichts Neues, chier hilft nur stramme Stellungnahme der öffentlichen Meinung für die land- wirtschaftliche Siedlung...... ..... Da wir kein Geld für Siedlungszwecke beim Reiche haben, spielen wir keine aroße Rolle. Wer sich durch Mangel- hafte Durchführung der Siedlung getroffen fühlt, oder sich sonst für Siedlung interessiert, muß sich über das Kulruramt beim Lcmdeskulblramt, über das Landeskulturamt beim Landwirt- schaftsmimster beschweren, und wenn er auch dort nicht zu seinem Rechte kommt, muh das Parlament gegen den Landmirtschafts- minister mobil gemocht werden. Nicht ganz ohne mein Zutun erhebt sich in den verschiedenen Zeitungen verschiedenster Parteirichtungen in neuerer Zeit scharf die Klage wegen der Untätigkeit der zuständigen preußischen Behörden...... Zum Schluß noch eins: Güter, bei denen aus Arbeiter- mangel Früchte oerderben, stnd»schlecht bewirtschaftet" und nack § 15 des Reichssiedlungsgesetzcs enteignungsreif. Damit und mit der Gesetzgebung über Anbaüzwang, Zwangsbewirtschaftung usw. laßt stch bei geschickter Agitation ausgezeichnet der f)ebel ansetzen, um die ungefüge Masse der preußischen Verwal- t un g, die trotz sozialistischer Führung von der neuen Zeit wenig Hauch gespürt hat. mit allerlei Stock» s ch l ä g e n in einen gelinden Trab zu oersetzen...... Das schrieb am �.Dezember 1920 der Mann, der am 4. Juni 1921 den Potsdamer Disziplinarrichtern, offenbar nicht ohne Erfolg, erzählte: Die Gefühle, die die neuen Männer in ihrer Arbeit bei ihm auslosten, trieben ihm das Blut in den Wer» hoch. Er fei auf Kaiser mid König vereidigt und habe andere Ideen, wie die Männer, die den Vertrag von Versailles unterzeichnet haben. Er spreche die Sprache derer, auf die er vereidigt sei, und hoffentlich werde bald eine andere Meinung im Lande Platz greisen." Das schrieb derselbe Mann, der sich hinter demokratische und sozialdemokratische Abgeordnet« und hinter andere Personen steckte, um bei mir seine Ernennung zum Präsidenten des Landeskultur- omts in Areslau zu erreichen, derselbe Mann, der jetzt wieder bei den„Brüdern von rechts" steht, nachdem er bei den»Brüdern von links" nicht auf seine Rechnung gekommen ist. Doch das so nebenher. Die Hauptsache ist, daß Ponsieck sich in dem Schreiben als Urheber der von wir eingangs erwähnten unwahren Preßhctze gegen das Landwirtschaftsministerium und meine Person bezeichnet. Wenn sonach in dieser Angelegenheit überhaupt von Notwehr geredet werden kann, so handelte ich in berechtigter Abwehr, als ich am 11. Januar 1921 in der Preußischen Landcsversammlung bei Beratung des Etats der landwirtschaft- liehen Verwaltung das Treiben dieses Herrn beleuchtete. Ich legte kurz dar, was das Landwirlschaftsministerium auf dem Gebiet der Siedlung geleistet hätte und rührte dann folgendes aus: Mir ist es immer ein Rätsel gewesen, wie angesichts dieser Tatsachen die Zeitungen der verschiedensten Parteien an der Be- haupwng festhalten können, daß das Preußische Landwirtschafts- Ministerium die Siedlung sabotiere, nicht die nötige Initiative auf diesem Gebiet entwickle. Heute ist mir die Abschrift eines Schreibens zugegangen, das dazu angetan ist, das Rätsel, vor dem ich stand, etwas zu lösen...... Nach Verlesung einiger Stellen aus dem oben abgedruckten Schreiben fuhr ich dann fort: Bezeichnend ist aber doch, wie ein höherer Beamter des Reichsarbeitsmlnistcrivms, des Ministeriums, das die Siedlung von Reichs wegen zu betreiben hat, es für feine Aufgabe erachtet, dieses Kesseltreiben gewlsiermaßen, das in der Presse gegen die preußische landwirtschaftliche Verwaltung in der letzten Zeit ge- trieben worden ist, anzuzetteln, zu unterstützen und sich letzten Endes in einem Schreiben an einen Siedlungsinteressenten noch damit zu brüsten.(Zuruf links: Unerhört!) Ich verstehe ja die persönliche Empfindung dieses Herrn, seitdem ick) ihn nicht zum Landeskulturamtsprästdentcn gemacht habe.(Aha! links.) Ich nehme nicht an, daß das sein Urteil ausschlaggebend beeinflußt, ober es ist doch eine merkwürdige Sache, daß dieser Herr, den ich für zu jugendlich hielt, vielleicht für geeignet, als outer Gesell- schafter Witz« zu machen, den ich ober immerhin nicht für ge- eignet hielt für den Posten eines Landeskulturomtspräsidenten, besonders in einer Provinz, in der auf diesem Gebiete sehr viel zu tun ist, das schreibt.(Abgeordneter Stendel: Nennen Sie nun doch auch noch den Nomen!) Ich habe gar keine Ver- tmlaffung, den Namen zu verschweigen. Ich bedauere, daß ich diese Ausführungen hier machen mußte, und daß dadurch gewisier« maßen wiederum der Eindruck erweckt werden könnte, als ab zwischen der preußischen und der Reichsregierung ein Gegensatz von mir lzervorgerusen wird. Meine Herren, weßn derartig in der Presse seit Wochen gegen mich gearbeitet wird, wenn ich derartig in der Presse seit Wochen wegen meiner Tätigkeit in wahrhettswidriper Weise heruntergerissen werde, dann habe ich allerdings das Recht und die Pflicht meinen Beamten gegenüber, die Flucht in die Oeffentlichkeit zu ergreisen.(Sehr richtig! links.) Der Herr, der dies geschrieben hat, ist im Reichsarbchsministerium Referent für Siedlungssachen, Geheimrat Ponsieck...... Diese in berechtigter Abwehr gegen eine hinterhältige unwahre Pk�Lhetze getanen Ausführungen haben offenbar dem Potsdamer Disziplinargericht als Unterlage für die Feststellung gedient, daß Ponficck sich in»einer Zwangslage befunden und in Notwehr handelte", als er wohlgemerkt über 5 Wochen später am 17. Fe- bruar, also z Tag« vor der Landtagswahl in den rechtsstehenden Blättern einen offenen Brief an mich veröffentlichte, in dem er die alten unwahren Behauptungen, die er niemals auch nur versucht Hot zu beweisen, w der aggressivsten Form wiederholte. Aus der Rede des Genossen Heilmanu im Landtage, deren vollständiger Bericht erst jetzt vorliegt, ist noch nachzutragen: Dem Sträuben der Besitzenden gegen die Steuern hat Herr v. d. Osten hier ja schon ein patriotisches Mäntelchen umgehängt, aber wenn er offen rklärt hat, wir wären ja doch bald nicht mehr in der Lage, unsere Leistungen zu erfüllen, so ist uns eine gemein- s a m e Arbeit mit Vertretern dieser Anschauung unmöglich. (Sehr richtig! b. d. Soz.) Wenn Herr v. d. Osten wetter den Mut hotte, die Regierung wegen angeblicher Versäumnisse in Oberschlesien anzuklagen, so hat er wohl das scheußliche Wort vergessen, daß der deutschnationale Führer H e r g t im Reichstage gesprochen hat: ,.W ir müssen uns bei der Entscheidung über das Ultimatum freimachen von jeder Rücksicht aus O ber s chl esi en!" Das ist ein Wart des Aerraks an Deutschland, und Sie(noch rechts) haben uns über Oberschlesien nichts mehr zu sagen Wir können Oberschlesien nur noch dienen, wann wir jede Gemeinschaft mit Ihnen, jede Gemeinschaft mit einer Politik, die weder national noch deutsch ist, weit von uns weisen.(Lebhafte Zustimmung b. d. Soz.) Was die Verbreiterung der Regierungsbasis anbelangt, so wollen wir mitarbeiten mit allen, die guten Willen und Opfersinn zeigen. Erfreuliche Spuren dieses Opfersinnes finden sich bei unserer Bruderpartci von links, und diese Haltung der USP. kann auf die Umbildung der Regierung nicht ohne Einfluß sein. Die Rechtsparteien aber haben diesen Opferaeist weder vor noch nach dem Kriegs in Taten bewiesen. Der Ministerpräsident sagte, er fühle sich in sozialen Fragen der Linken, in nationalen Fragen den Rechtsparteien näher. Herr Ministerpräsident, haben wir nicht während des Krieges den Volksbund für Freiheit und Vaterland ins Leben gerufen, die Friedensresolution verteidigt, dann den Frie- densvertrag unterzeichnet, jetzt das Ultimatum angenommen? Haben Sie etwa jagen wollen, daß Si in nationalen Fragen mit der Linken, in nationalen Phrasen aber mit der Rechten gehen? Zu sparen gibt es iu Preußen nicht mehr viel, am wenigsten an den sozialen und kulturellen Aufgaben. Preußen muß sich eben, ohne auf das Reich zu warten, durch eigene Opfer sanieren. Solange wir eine bürgerliche Regierung haben, ist aber noch kein Pfennig neuer Steuern bewilligt worden, und wird auch nicht bewilligt werden. Wird nun die Deutsche Vclkspartei zu den notwendigen Opfern bereit sein? Wenn die Deutsche Volksvartei den Mut zur Ehrlichkeit hätte, wäre sie längst erledigt, denn sie fristet ihr Dasein nur durch die monarchistische und antisemitische Lüge.(Lebhaftes 5)ört, hört! links.) Das stammt aus der neuesten Broschüre von Robert Jansen über die Regierungsbildung in Preußen. Jansen sogt ausdrücklich, daß Deutschland außenpolitisch nur eins retten kann: scharfe Trennung von den Iftätmern von 1914. Als seinerzeit das Kabinett Stegerwald gegründet wurde, haben wir Sozialdemokraten verstanden, Herr Stegerwald würde das Kabinett unter allen Umständen nur mit uns, nicht gegen uns bilden. Es hat sich herausgestellt, daß wir falsch verstanden hatten. Nun sind am 10. Mai unsere Vertreter wieder bei Herrn Stegerwald gewesen und er hat erklärt, er würde sofort nach Pfingsten das Kabinett um- bilden. Wir haben uns gestern überzeugt, daß wir wieder falsch verstanden haben.(Heiterkeit.) Wir müssen die Herren vom Zen- trum bitten, in Zukunft etwas deutlicher mit uns zu sprechen, wir sind wohl etwas schwach von Begriff. Die Erfüllungsmehrheit wird im Reich und in Preußen sein, oder sie wird überhaupt nicht sein! (Sehr wahrt links.) Mit Recht sprach Herr Stegerwald von der großen sozialen Umwälzung, an deren Anfang wir jetzt erst stehen. Glaubt er, daß er diese soziale Umwälzung friedlich durch- führen könnte gegen die geschlossene Opposition der deutschen Arbeiterschaft, soweit sie sozialistisch ist, die gegen das jetzige Mini- sterium unweigerlich fortbestehen wird?(Hört, hörtl bei her Mehr- hell.) Ich fürchte, daß bei den Demokraten die Opferwilligkett nicht mehr so frisch ist wie damals, als sie mit uns die Verfassung und das Bstriebsrätegeseg machten, um den Ansturm von links abzu- wehren.(Hört, hört! auf der äußersten Linken.) Die MUtelpar- teien müssen zurückkehren.zu der besseren Einsicht, daß die Front „hier Bürgertum— hier sozialistische Arbeiterschaft" für Deutschland verderblich ist. Zeßk herrscht ein neuer Geist, der das Bürger- tum zusammenfassen will gegen die Ansprüche der softassstlschcn Arbeiter, über die Sie früher mit sich reden ließen, die Zhneu heute aber viel zu weitgehend erscheinen. Entweder: Sie regieren mit uns, oder Sie regieren gegen die gesamte sozialistische Arbeiterschaft, und dann kommt es zu"dem. was im außenpolitischen Interesse jetzt noch vermieden werden müßte: dann kommt es zur Auflösung und zu neuem Kampf.(Allgemeine Bewegung.) Es folgt die von uns bereits wiedergegeben- Rede de« Land- wirtschnftsministers. Abg. lvalraff(Dnat.): Ohne Disziplin im Beamtentörpcr- jede Verwaltung unmöglich. Diejenigen Hannoveraner, die auf eine Abstimmung hinarbeiten, weil sie glauben, daß das hannoversche Volk sich gegen Preußen entscheiden wird, scheinen keine Vorstellung von der Gefährlichkeit ihrer Handlung zu haben. Minisierpräsidenk Stegerwald: Als Ministerpräsident und als Abgeordneter habe ich niemals in dem Maße parteipolitisch abgestempelt gesprochen, wie z. B. der Abg. Heilmann. Seit ich die größeren politischen Zusammenhänge gesehen habe, hat sich in mir ein starkes nationales Emp- finden entwickelt. Ich will den Staatshaushalt wieder in Ordnung bringen. Wenn mich der Landtag dabei im Stich läßt, dann bleibe ich nicht Ministerpräsident. Die Besprechungen vom 1. Mai sind von Herrn Heilmann nicht richtig wiedergegeben wor- den. Ich habe damals erklärt, für die Regierungsumbildung feien bestimmte Voraussetzungen erforderlich, die ich gestern erneut auf- gestellt habe, und an denen ich festhalte. Regierungsumbildungen im Reich und in Preußen sind bisher erfolgt nur aus oußenpoliti- fchen Gründen oder innerpolitischem Druck. Aus außenpolitischen und innerpolitischen Gründen kann die jetzige Regierung nicht zu- rücktreten. Da? ist ein Gebot der Stunde. Wir müssen soviel Steuern zahlen, wie nur immer von der deutschen Wirtschaft aufgebracht werden können. Ich habe keine besondere Zuneigung zur Deutschen Volkspartei. (Lachen links.) Wir dürfen nicht weiterhin in den Parlamenten Er hat milde Richter gefunden, wie das bei der Struktur unserer Disziplinargerichte und dem Geist ihrer Mitglieder nicht verwunderlich ist. Doch das muß das Gericht mit sich abmachen. Ich muß aber schärfsten Protest dagegen erheben, daß das Gericht. ohne mich zu hören, unberechtigte Vorwürfe gegen mich erhebt, um seine Milde gegen einen Mann vom Schlage Ponfiecks zu recht- fertigen. die Irau als Vormunü. Bei der Beratung des Rei-bSfugendwohlfahrtSgesetzeS nabm der Relch�iagSaussckuß einen unabhängigen Antrag an. wonach§ 1783 und 1784 de? BGB., welche die Bestellung von Frauen und Beamten atS Vormund verhindern, aufgehoben werden. Der Ausschuß er- ledigte den Abschnitt deS Gesetzes über die Amtsvormundschaft und vertagte sich auf nächsten DicnZlaa. Stinnes und seine 600 090 Arbeiter beißt die in den nächsten Tagen un Verlage der Buchhandlung Vorwärts zum Preise sitzen und von einem Tag auf den anderen arbeiten.(Beifall b. d. Mehrheit.) Zu einer Stetigkeit in der Politik können wir nicht kommen, wenn im Reiche oder in Preußen die Opposition stärker oder genau so stark ist, wie die Mehrheit. Für jeden Weg, der zu dieser Stetigkeit führen kann, bin ich dankbar. Die Koalition, die stch bildet, muß auf Gedeih und Verderb zusammenarbeiten für das Ziel: wir wollen arbeiten, wir wollen opfern, wir wollen auf- wärtsl(Beifall.) Abg. Dr. v. Campe(D. Vp.): Die Ausführungen des Minister. firäfidsnten haben uns sympathisch berührt.(Zuruf links: Ber- teht sich!) Sie waren getragen von dem Bewußffem politischer Verantwortlichkeit.(Lärm b. d. Sozialdemokraten.) Erfreulich war, daß er sich seine Selbständigkeit gegenüber den Parteien wahren will. In der Verwaltung müssen auch die Sozialdkmotra- ten berücksichtigt werden. Nur verlangen wir von Ihnen Sachlich- teit. Die Roichsvcrfassung verbieie! die fionsisketion des Hoher.zellent- Bcrmögcns. Diese wäre Verfassungsbruch.(Große Unruhe links— Zuruf: Doch nicht gegenüber einem Verbrecher!) Heilmanns Rede war ein Liebeswcrben um die lieben Genossen von links Ferner legte er es darauf an, die bürgerlichen Partsien untereinander zu verhetzen. Die Ablehnung des Ultimatums gebot uns unser Gewissen. Das Ansinnen der Welsen, in Versailles für ein selbständiges Hannover einzutreten, hat Herr Leincrt mit Recht von sich gewissen. Frank- reich will Deutschland zerstückeln und kein Geringerer als T a r d i e u rechnet dabei auf die Hilfe der Deutschen selbst, Ist einmal der Stein in Hannover im Rollen, dann rollt er auch in Schleswig-Hol- stein und im Rheinland. Warum ich dies alles sage? Weil Klar- heit sein muh, wenn Einigkeit kommen soll. Und diese muß kommen, wenn die gigantischen Aufgaben gelöst werden solln. Abg. öchulz-Neukölln(Komm.) erhebt die üblichen Vorwürfe gegen Sozialdemokraten und Unabhängige. Die Arbeitgeber wollten die Kommunisten aus den Gewerkschaften draußen Häven und So- zialdemokraten und Unabhängig« kämen diesem Wunsche entgegen. Bei Heilmann komntt zuerst das Baterland und dann das Prolo- tariat. Bei dem Kampf, den er angekündigt hat, handelt es sich nur um Phrasen. Bei der Soldateska und bei den Gendarmen wird nicht gespart. Gegen v. d. Osten sagte der Redner: Napoleonfeiern wären noch eher möglich, als Hohenzollernfeiern, denn dieser ver- ruchte Hohenzollernpack und Fürstenpack, das die eigenen Landes- linder verkaufte, und das aus dem Mettschenverkaus gewonnene Geld verhurte....(Der Präsident erteilt dem Redner einen Ordnungsruf und ersucht den Abgeordneten, doch auf die Gefühle der anderen Abgeordneten Rücksicht zu nehmen.) Der Lügenbeutel Graes(Der Vräsident erteilt Schulz einen zweiten Ordnungsruf.) Der Herr Präsident will also nicht, daß hier ein Lügner Lügner genannt wird. (Der Präsident verbittet sich eine Kritik seiner Eeschäftsführnng.) Die Rede Stegerwaids zeigt den Anbruch des Kampfes der Kcpi- talisten gegen die Volksmassen. Wir nehmen den Kampf auf: denn wir find sicher, daß er mit dem Siege des Proletarlata endet. Abg. Dr. Cohn(U. Soz.): Die Unsicherheit auf dem Lande, mit der die hohe Zahl der Polizeibeamten begründet wird, beruht zum größten Teil darauf, daß die großen Gülcr mit ihren Wnffeulagern und ehemaligen Baltikumern Beunruhigung in die Nevölkerimg bringen. Die freiwillige Entwaffnung liegt im Interesse oller Kreise des Volkes. Nur durch die Entmilitarisierung der Geister ist die Wirtschaftsfähigkeit Deutschlands wieder zu heben. Wir verlangen genaue Aufklärung über die Untersuchung in den Lagern der oft- jüdischen Arbeiter, Silow und Stargard. Die Ausrottung des mili» tärischen Geistes ist jetzt ein großes europäisches Problem. Jede Politik Frankreichs, die auf ein Schutzbündnis mit England und Amerika abzielt, muß unterstützt werden. Der Aufruf an das Proletariat zu größerer Sparfamkett wäre unterblieben, wenn der Ministerpräsident sich gewisse Statistiken zur Borlage gemacht hätte, er würde gesehen haben, wie nicht nur die Proletarier in dieser Zeit leben und sterben, sondern mich der sogenannte Mittelstand bis hin. auf zu seinen früher wohlhabenden Schichten. Die wirklich Wohlhabenden stnd jetzt wo anders zu finden. Es ist erwiesen, daß die Hauptkunden für Seidenwaren und dgl. auf dem Lande zu suchen sind. Der Arbe'.kswille des Prolekariäl: ist seit 1918 weder stehengeblieben, noch zurückgegangen; zurückqe- gangen ist nur die Lebenshaltung des Proletariats, was sich am deutlichsten bei der proletarischen Jugend zeigt, deren Sterblich, keitszifser eine erschreckende geworden ist. Die Gleichstellung der armen Bevölkerungsschichten mit den Besitzenden durch den Minister» Präsidenten war einfach unrichiig and irreführend.(Lebhafter Bei- fall links.) Abg. Dr. Schreiber-Halle(Dem.): Nach einem verlorenen Kriege darf nicht weniger sondern muß mehr gearbeitet werden. D» Widerstand der Großgrundbesitzer gegen die Siedlung muß g?- bcochcn werden.(Hört, hört! links.) Wenn Sie(nach rechts) setzt nach Westen weisen und behaupten, in Frankreich sei das National. gefühl stärker, dann beweist das, daß Sie eingesehen haben, daß d-r nationale Gedanke besonders gut in der Demokratie gedeiht/(Leb- hafter Beifall b. d. Demokraten.— Lachen rechts.) Damit schließt die Aussprache. Es folgen persönliche Bemer- kungen. Abg. v. d. Osten(Dnat.): Der von mir zitterte Satz des„Vor- wärts" hat tatsächlich in dem Blatt gestanden. Abg. Hcllniaan(Soz.): Herr v. d. Osten hat den Satz wohl richtig wiedergegeben, hat es ober so dargestellt, als ob damit die Sozialdemokraten die' Niederlage gewollt hätten, und das ist eine Entstellung. Abg. hergt(Dnat.): Die Behauptung Herrn Heilmann?, ich hätte im Reichstag gesagt, mir dürften beim Ulttmaimn keine Rück- ficht aus Oberschlesien nehmen, ist falsch. Nach weiteren persönlichen Bemerkungen der Deuffchhannove- raner Biester und Mohrbotter wird das Gesetz an den Haupt- ausschuß geschickt. Der sozialdemokratische Antrag über das Heb- ammenwesen wird gegen die bürgerlichen Stimmen auf die Tazes- Ordnung der nächsten Sitzung geset�. Dienstag, den 14. Juni, nachmittags 2 Uhr: Kleine Anfragen, Strafverfahren gegen Abgeordnete, Interpellationen und Anträge. darunter solche über dos Gesetz Groß-Berlin und das Hebammen. wesen.— Schluß: 6 Uhr. von 2,50 M. erscheinende Brofebür-, deren Veriasser der bekannte Volkswirtsckiafller Curi H e i n i g ist. D-r Äutor berichiet in tack,- licher Kürze von der Enttvicklung de? Hanies Stinnes, von Hugo StinneS' Arbeits an de: Deutsch-Luxemblngiiche» Bergwerks- uns Hütten-Aktiengesellschait, zeigt nnS den'ckmellen Aufstieg diese? Manne? auf feinem Wege zur Macht. euädU davon, wie er im maßlosen Herrenbewilßtfein alle Hindernisse befeil'gl, wie ep iclt it in der öffentlichen Meinung nichl? Weiler als eine Handels« wäre sieht, ja. wie es ihm gelingt, trotz des SteucrfiSkuS, dl« Milliarden an sich zu reißen, die er beute sein eigen nennt. Ruch der P o li t i k e r Stinnes ist nicht überiehen und'eine Stellung zum Auslände sowie sein Einfluß auf die gegenwärtigen Forde- rungen der Entente in scharfumrissencn Bildern vorgeführt. So sehen wir diesen Handelskönig inmitten der von ihm ge- schafienen Konzerne bmsckien. Vor un? entsteht, ans? genauste be- rechnet, da? mächtige Gebäude dieser Großunlernebniungen. Wir fühlen die Macht de? Kapital?, die Teritichland in? Verderben stürzen muß, wenn sich ihr nicht eine andere Macht Einhalt ge- bietend entgegenstellt. Gewe�schostsbewegung Eisenbahner! Wahltag ist Zahltag! Wenn Ihr am S. und 10. Juni an die Wahlurne tretet, dann dergeyt nickt, datz die Kommunisien bisher jede vernünftige Ge- Werkschaftspolitik verhindert haben, daß sie die Eisenbahner nur benutzt haben, um die dikkalorischen Gelüste einzelner, ehrgeiziger Streber au fördern. Bor allen Dingen denkt daran, daß bei dem Putsch in Mitleldeiitschland, dessen wahnsinnigeTorheit durck den Kommunisten- sübrer Le vi eingehend nackgewiesen ist, das Leben Eurer Kollegen rücksicktslos aufs Spiel gesetzt wurde. Durck die unsinnigen Eisenbahn-Attentate haben viele der Euren das Leben eingebüßt oder sind an ihrer Gesundheit sckwer geschädigt worden. Gebt also diesen Menschen, die bereit stnd, Euer Leben und Eure Gesundheit flu opfern, um ihren Macklhunger zu befriedigen, keine Summe. Jede Stimme der Richtung, die bisher oll ein iqr Interesse der Eisenbahner gearbeitet hat und weiter arbeiten wird! Wühlt Liste Willi Schulz t Finanzämter uud Betriebsrätcgesctz. Von den Behörden mühte man inSbe'ondere auch in ihrer Stellung als Arbeitgeber eiwartcn, dost sie sich an die Gesetze halten und den Privaluiiternehmern darin mit gutem Beispiel voran gingen. � Tagtäglick müssen jedock Klagen gegen Behörden vor dem Scklichtungsausickust verhandelt werden, weil Vertreter der Behörden die Bestimmungen des Betriebsrätegesetzes mitzacklen. Die Finanzämter B. kimdigen wnblicken Angestellten, ohne den§ 87 Abs. 1 des BRG. zu beachten. Wird eine Dienststelle aber vom Schlicktungsausschust belehrt und gemäß Z 87 zur Weilerbeschäftigung oder Zahlung einer Ent- sckädigung angebalten, lehrt sie sich nickt an den Schied-spruck und muß erst auf dem Wege der Klage beim ordentlichen Gericht zur Zahlung der Entschädigung veranlaßt werden. Ter Vertreter des Finanzamts Schöneberg erklärte nach einem Sckledespruck. wonack entweder die Kündigung zurückzu- nehmen, der Angestellte weiteriubesckäftigen oder aber mit 1400 M. zu entschädigen war, vor dem Schlichlungsausschuß fralik und frer .Der Angeskellke wird weder wieder eingestellt. noch zahlen wir die Enlschädigung". Das Auseben der Behörden sowohl als auch die Vermeidung un- nützer finauzieller Belastui g des Schlicktiingsaussckusses machen es notwendig, daß der Finanzminister die Leiter der Finanzämter an- weist, sich mit den bezüglichen Geietzesbestimmnngen besser vertraut zu machen und ihre etwaigen persönlichen Auffassungen darüber zilrückznstcllen. Und zwar zunächst die Finanzämter in Schöneberg, Charlottenburg II, Urban und Finanzamt IX. Die Behörden müssen die Gesetze kennen und sie befolgen. Tchiechtere Lchrvcrtränc in der Metallindustrie. Den Eltern, die ihre Söhne in Betrieben der Metallindustrie in die Lehre geben, werden neuerdings Lehrverwäge oder Zusatzverträge vorgelegt, die wesemliche Berschlechterungeu aus- weisen. Die Lehrzeit ist selbst bei einfccheii Berufen auf vier Jahre ausgedehnt. Wöhrend der Probezeit von drei Monaten soll keine„Beihilfe" zum Kostgeld gezahlt werden. Die Firmen behalten sich vor, Fleißzulagen für die Lehrlinge aufzusparen als Kaution für Wohloerhollen, die bei der Auslehre entweder aus- gezahlt oder einbehalten wird. Außerhalb und innerhalb der Fabrik hat sich der Lehrling„bescheiden und sittsam" zu betrogen, in„leder" Beziehung das Interesse der Firma zu wahren, für mutwillig oder fahrlässig angerichteten Schaden(Werkzeugbruch usw.) soll die Der- güiigung des Lehrlings herhalten, außerdem werden auch die Eller» zum Schadenersatz vee pflichtet. Vereinigungen irgendwelcher Art beizutreten ohne Erlaubnis der jeweiligen Firma, wird mit Ent- lassung bestraft, desgleichen wird der entlassen, dessen Ausfassmigs- gäbe. Betragen oder Fleiß in Werkstatt oder Schule nicht genügt. und derjenige bestrajt, der sich weigert, vorgeschriebene „Veranstaltungen" zu besinnen. Bor ollen Dingen soll nur jede tatsächlich geleistete Arbeits- stunde bszahll werden. Zeitauf wand für Schulbesuch, Beurlaubungen bei Geschäftsstockungen, bei Aussperrungen oder Streiks der älleren Kollegen werden„aus K o st e n der Lehr- linge" gegeben, ganz rpie es der Firma bellebt. Aussperren wollen sie die Jugend, wie es ihnen paßt, das Streikrecht soll jedoch für die Jugend nicht gelten, lieber Ferien und genügende Kostgeldzuschläge schweigen sich die„modernen" Lehrverträge aus, bringen sedoch im Anhang noch all die Strafparagrophen der Gewerbeordnung, deren aufreizendster eine bis zu sechs Monaten dauernde Entschädigungs- Pflicht zum ortsüblichen halben Gehilfenlohn vorsteht, wenn ein Lehrling unbefugt oder vorzeitig ohne rechtlichen Grund das Ver- häitnis löst. Aue Rechte sind in diesen Verträgen den Unter- n e h m e r n vorbehallen. eine Garantie für eine zweckmäßige Aus- bildung wird nicht gegeben. Strafen und Prügel werden den Lehrlingen aber vorweg versprochen. Das ist Unternshmcrwill- kür in höchstem Maße Der Metallarbeiterverband lOrtsverwoltung Berlin) ersucht die Eltern und Jugendlichen, derartige Verträge oder irgendwelche Zusätze, die diese Verschlechterungen ent- halten, nicht zu unterschreiben. Zum Potsdamer strastenbahncrstreik wird uns geschrieben: Der Unwille der Bevölkerung der Fremden- verkebrsstadt Potsdam richtet ffck mehr und mehr gegen die Verwaltung, die llt dem Streik nickt über den toten Punkt hinwegkommt. In der Sache muß selbst die„Potsdamer Tages- zeitung" die Forderung der Streikenden anerkennen, indem sie u a. schreiht:„Man kann die Teuerungsforderung der Sträßen« bahner nach VergleickSrückfickten auf andere Kategorien städtischer Arbeiter durchaus für berechtigt hallen und das geschieht zwessellos auch fast allgemein, daS'chafft aber den Tarisbruch nicht aus der Welt." Also wieder der Tarifbruck. Gewiß. Tarif- vertläge sind wie alle anderen Verträge dazu da, um beachtet zu werden. Unter normalen Verbältniffen mnß jeder Tarifbruch streng ver- urteilt werden. Außergewöhnliche Situationen eisordern jedoch andere Maßstäbe. Sind die Vertragsverhältniffe, insbesondere hinsichtlich der Entlohnung derart, daß ielbst der Bertragskontrahenl— wie den übrigen städtischen Arbeitern gegenüber— zugeben mutzte. daß die Löhne zu niedrig sind, dann wird die formale Bindung hinfällig. Ter Magistrat hat nicht daS Recht, sich hinler dieser Deckung zu verichanzen, um den Straßenbahnern länger vorzuenthalten, was er den übrigen städtischen Arbeitern geben mußte und gegeben hat. Auch im Rahmen eines Tvrifvertrags können unhaltbar gewordene Lohnsätze geändert werden, wenn der gute Wille dazu vorhanden ist. Zwingt man aber den Tarif- kontraheulen dazu, notgedrungen den Tarif zu brechen, dann begibt man sich deS moralischen Rech:S. den Vorwurf des TarisbruchS zu erheben und diesen Bruck vorzuschützen, um nun erst reckt nicht nockzugeben. Mag der Magistrat formell noch so sehr daS Reckt auf feiner Seite haben, daß in der Sacke die Straßenbahner recht haben, kann auch er nicht bestt eilen. Da man aber immer wieder den Recktsstandpunkt betont, ist man in Arbeilerkreisen zu einer Reihe vergleichender Betrachtungen darüber gekommen, wie die in den höchsten Acmtern der Stadl stehenden Beamten sich zu helfen wissen, wenn sie eine Besser- stellung für sich erstreben. Unseres Eracktens haben hier alle akademischen Erörterungen keinen Wert. Es mutz gebändelt, d, h. ein Weg gesunden werden, um die Straßenbahner mit den übrigen städtischen Arbeitern gleich- zustellen und so den Betrieb alsbald wieder in Ganz zu bringen. Nach dem Waldenburger Streik. Dienstag vormittag kam es nach der Dens beim Einfahren der Belegschaften im Waldenburger Kohlenrevier zu kommunistischen Ansammlungen, in denen die Fortführung des Streiks beschlossen wurde. Teilweise sind die Belegschaften in die Schächte cingeiabrcn, doch ist zu befürchten, daß durch den kommunistischen Terror eine Gefahr für die Bergarbeiter erwächst. Um Ö Uhr vormittags fand eine Versammlung der kommnnfftischen Arbeiter statt, in der die Forderung ausgestellt wurde, daß bis 12 Uhr ein Beschluß der Betriebsröte herbeizuführen sei, den Streik weiter zu führen. Von den zuständigen Behörden sind alle Schutzmaßnahmen in die Wege geleitet worden.— Nack neiiesten Meldungen ist die bisherige Streikleitung durck e-ne kommunistische ersetzt worden. Gleichzeitig wurden kommunistische Aktionsausschüsse und Kam- miisionen gebildet, die für die Besetzung der Schächte Sorge tragen.(?) Arbeitswillige wurden von der Arbeit ferngehalten. Unter den Agitatoren wurden bereit« auswärtige(?) Führer auS dem Ruhrgebiet und Mitteldeutschland festgestellt. Angestellie der Lederwirlschaft. Mit Wirkung ab l, April 1321 hat der Zentralverbond der Angestellten, Berlin SW, 61, Belle- Alliance-Str, 7/10, ein neues Gehaltsobkommen mit den Arbeitgebern getroffen. Dasselbe kann gegen Erstattung der Unkosten vom Vcr- bandsbureau bezogen werden. Ein„Arbeikersekrelör". Man schreibt uns au« Reustrelitz: „Am 1. Juni war hier vor dem Schlichtungsausichuß eins Verhandlung wegen Entlastung des Landarbeilers G. au«£»•- Orts- gruppensübrer des Landarbeiterverbandes, Vorsitzender des Betriebs- ratS und Mitglied der SPD.-Frallion de« Kreisausschustes im Amte Stargard. als Vertreter des Arbeitgebers trat ein gewisser G o l l a t a aus Berlin auf. Er ist seit einem halben Jahr im Lande, nennt sich„Arbeitersekrctär deS Londbundes", veri'uckt Land« arbener für den Landbund einzufangen und hat öffentlich zu- gegeben, daß er schon vor Jahren in Berlin aus dem Deutschen Metallarbeiterverband auSgesckloffen ist mit der aus- drücklicken Bestimmung, daß er nie wieder ausgenommen werden darf. Es ist außerordentlich bezeichnend für den Landbund, daß ihn eine solche Persönlichkeit, ein„Arbeitersekrelär", vor dem SchlicktungS- aussckuß als Sachwalter der Arbeitgeber gegen Arbeiter vertritt." Feierschichten bei Krupp sollen eingelegt werden, wie in den Nachbarstädtcn in jeder Woche eine Feierschicht. In 14 Tagen soll damit begonnen werden. englischen Vergarbeilerslreik ist die Situation nach der Ab- lehttiing des Regierungsvorschlages durch die Arbeiter nicht bester geworden. Lloyd George hat dem Sekretär der Bergarbeiter- gewerkschaften chodges mitgeteilt, daß die Bergarbeiter auf die staatliche Beihilfe von 10 Millionen Pfund nur noch bis zum 18. Juni rechnen könnten. Wenn bis dahin keine Einigung er- reicht wird, zieht die Regierung dieses Angebot zurück. Die Berg- arbeiter erblicken in diesem Vorgehen der Regierung eine Er- Pressung, während diese erklärt, daß der Bergarbeiterstreik die Finanzen des Landes dermaßen beloste, daß der Augenblick, wo dieser Zuschuß nicht mehr geleistet werden könne, nicht mehr fern sei. Nach den„Daily News" ist durch den Bergarbeiterstreik dos Gleich- gewicht des englischen Budgets bereits zerstört worden. In den Monaten April und Mai sollen die Eisenbahnen ein Defizit von 20 Millionen Pfund erlitten haben, für das der Staat auf- zukommen hat. In den am Mittwoch' stattgehabten Besprechungen zwischen Bergwerksbesttzern und Bergarbeitern wurde versucht, zu einer Lösung des Streiks zu kommen. Die Bergwerksbesitzer erklärten sich mit einer L o h n r ed u zi er u n g von Z Schilling pro Tag und aus die Dauer von 6 Monaten einverstanden. Die weniger ertragreichen Gruben sollen aus dem 10-Millionen-Pfvnd- Zuschuß der Regierung unterstützt werden. Zu einer Einigung ist es bislang noch nicht gekommen. Die Telegraphenbeamten und Hilfsarbeiter Jlaliens sind in den allgemeinen Ausstand getreten, so daß in ganz Itasien der telegra- phische Verkehr ruht— Die Verhandlungen mit den Staats- b e a m t e n stehen vor dem Abschluß. Der Staatsminffter Bononi hat Gehaltszulagen in Aussicht gestellt, die den Forderungen der Beamten gleichkommen. Die Gewerkschaften und Beamtenoer- bände verpflichten sich, gemeinsam mit der katholischen Partei den Gesetzentwurf über die Reform der Verwaltung im Par- lantertt zu unterstützen, wodurch die Lohnzulagen womöglich noch erhöht werden können. Diitilchet Beekehribund. Donnerkias, 8 Uhr, im„Rofentheter Hof".' Rosrntheler Str. 11,12, Versammlung der Funktionäre der Post- und Tele» graphenbcamten. Bortrag:„Zieichepoitgewerkschäft oder Deutscher Verkehr«. buitd?" Bericht Wer die Verhandlungen zwischen ADGB. und Deutschen Ve» amtenbund. Zutritt auch für die Mitglieder de» Werbcausschusse» für Past. und Telegraph««.— Arbeitilose Lichteulerg»! Arbeitslosenversammlung heute S Uhr Parkaue 1 sRealgnmnaslUm Möllendorfstraße). Zeder arbeitslose Gewerkschaftler muß zur Stelle sein.— Drrriebsräte und Funktionäre de» Kabelwerk, Vberspree. 9. Juni, 3H Uhr, Sitzung bei Pätel, Niederschönureide, Grünauer Str. 8. Mitgliedsbücher der Partei und Gewerkschaft sind mitzubringen. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Gruppe Fourggekutscher,-arbeiter und.arbeiterinnenl Donnerstag, 7 Uhr, bei Feyfara, Melchiorstr. l5, Versammlung.— Friseurgehilseul Donnerstag, Uhr, Zieue Königstr. 26, Generalversammlung. Rur Mitglieder haben Zutritt. Mus öer Partei. vertrelertag der Zungsozialiften. Anläßlich des Reichsjugendtages ruft der ZenirakbildungS- auSschuß der Sozialdemokralischen Partei Deutschlands im Einver- nehmen mit dem Parteivorstand für Freitag, den 29. Juli, nach- mittags 3 Ubr. nach Bielefeld einen Vertreterlag der j un gl o zialisti s ch en Gruppen der SPD. ein mit folgen- der Tagesordnung: .1. Der Stand der jungsozialistischen Bewegung.(Bericht- ersiatter: Weimann.) 2. Unser Wollen.(Referenten: Müller-Magdeburg, Bach- Stuttgart.) Zur Teilnahme an der Konserenz wählen die örtlickenGruppen entsprechend ihrer Mitgliederzohl Delegierte, deren Adresien bis zum 10. Juli dem ZentralbildungSausschuß mitzuteilen find, damit ihnen die Mandate überiandt werden können. Die Teilnahme an der Konserenz ist nur den mit Mandaten versehenen Delegierten möglich. Alle näheren Einzelheiten über die Konferenz sind auS esirem Einladungsschreiben zu erieben,' daß der Zentralbildungsausichuß an die örtlichen jungsozialistischen Gruppen gerichtet hat. Gruppen. die diese» Schreiben noch nickt erhalten haben oder neu gegründet find, wollen es sofort vom ZentralbildungSausschuß einfordern. Gleichzeitig gibt der ZentralbildungSauSickuß zur Vorbereitung der Bielefelder Tagung eine Festsckrift heraus, in der alle Fragen jungsozialistischen WollenS erörtert werden sollen. Die Schrift wird bereits Anfang Juli erscheinen. Bestellungen werden schon jetzt entgegengenommen. In Amsterdam Hai am Sonntag«ine große Kundgebung der sozialistischen Arbeiterpartei gegen die Reaktion und gegen eine enentuelle Lohnherabjetzung stattgefunden, bei der unter anderem T r o e l st r a, der Führer der holländischen soziasistischen Partei, das Wort geführt hat. Nachmittags fand ein Umzug durch die Stadt statt, an dem ungefähr 40 000 Personen teilnahmen. ?ugenöveranstaltungen. Lereiv Arbeiter. Zugeub«riß.Perli». Sekretaei-t: RB.«», Z« be» Zelte» 28. heule, Mittwoch, den 8. Juni: köpenia. Grün-, Ecke kietzer Straße, Vortrag„Mohol und Rikatin"« man wandern". Vorträge, vereine unä Versammlungen. Ilnterswtznngsvereiulgong der in der modernen«rbeiterbeweqnng tätige» Angestellten. Donnerstag, den 9. Juni, nachm.« Uhr, Gngelufer 14, IV, Mit- gliederversammlung. Tagesordnung: Wahl eine« Vorstandsmitgliedes.— Verband Valksgefnodheit. Donnerstag, den 9. Juni,>zs Uhr, in der Obertz realschule RiederwaNstr. 12, Vortrag von H. Hauptmann:„Geh' mir aus der Sonne!" Anschließend Diskussion. Gäste willkommen. Verantw. für den redakt. Teil: Dr. Werner Vetter, Cbarloltendurg: für Zlnzrigen: Tb. Glocke. Berlin. Verlag: Lorwärls-Veriag®. m. b. H.. Berlin. Druck: Bor- wärts-Buckdruckerei u. verlagsanitaU Paul Singer«. S.o.. Berlin. Smöcnta. 3. 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