1 Nr. 27038.Jahrgang Ausgabe B Nr. 133 Bezugspreis: Bierteljährl. 30,-, monatt. 10,- 2 frei ins Haus, voraus zahlbar. Boft bezug: Monatlich 10,- M einschl. Bu ftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, das Gaar- und Memelgebiet, sowie die ehemals deut schen Gebiete Polens, Desterreich, Ungarn und Luremburg 20,- M., für das übrige Ausland 27,- M. Boft bestellungen nehmen an Defterreich, Ungarn, Tschecho- Glowatet, Däne mart, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der Vorwärts" mit der Gonntags beilage Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt und der Beilage„ Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonn tags und Montags einmal. Telegramm Abreffe: Sozialbemotrat Berlin" NO Abend- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 20 Pfennig Anzetgenprets: Die achtgespaltene Ronparet! lezetle foftet 5,50 m Aleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 1,50 M.( au läffig zwet fettgedruckte Worte), jebes meitere Bort 1- M Stellengefuchs und Schlafstellenanzeigen bas erfte Wort- M. jedes mettere Bor 60 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwet Worte Familien- An zeigen für Abonnenten Beile 3, M Die Preise verstehen sich einschließlic Teuerungszufchlag Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 5 Uhr nachmittags tm Hauptgeschäft. Berlin SB 68. Linden traße 8. abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Redaktion Moriplah 15195-97 Expedition Moritplas 11753-54 Freitag, den 10. Juni 1921 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Berlag, Ervedition und Inseraten Abteilung Moritplay 11753-54 Ein Opfer der Mordhehe in Bayern. Abg. Gareis( USP.) von einem Unbekannten erschossen. München, 10. Juni.( Eig. Drahtber. d.„ Bor- Mit der Feststellung, daß die systematische Heharbeit der wärts".) Der Führer der bayerischen USP., der Land- reaktionären Bresse den moralischen Ursprung der Tat bildet, tagsabgeordnete Gareis, ist gestern nacht vor ist das Dunkel, das diese Tat umgibt, feineswegs gelichtet. feinem Hause- offenbar von reaktionärer Hand Man wird allerdings nicht zu erwarten haben, daß es der ermordet worden, als er von einer Versammlung Polizei des Herrn Böhner gelingen wird, hier das nötige heimkehrte. Der Täter feuecte vier Pistolen- Licht hereinzutragen. In dieser Polizei ſizen so viel engste fchäffe auf Gareis ab, deren einer ins Hirn Gesinnungsfreunde der extremsten Reaktion, daß fie fich bei drang, und flüchtete alsdann. Gareis erlag nachts allen Gelegenheiten als unfähig erwiesen hat, auch nur das 2 Uhr im Krankenhaus seinen Verlegungen. Auf die tleinste reaktionäre Verbrechen in seinen Ursprüngen festzuErgreifung des Täiers ist eine Belohnung von 10 000 stellen. Mart ausgefekt. Der Ermordete stand im 32. Lebensjahre. " * unter des Professors Einstein, aufgefordert., Herr Lebius ist dafür nur zu einer Geldstrafe von 1000 m. verurteilt worden, was eher eine Ermunterung als eine Abschredung zu nennen sei. Genosse Heilmann forderte den Justizminister auf, feine Staatsanwälte anzuweisen, nicht nur gegen die Aufforderungen zu Gewalttätigkeiten von tommunistischer, sondern auch von rechts bolichemistischer Seite mit aller Entschiedenheit einzuschreiten, ehe diese heherische Saat in Preußen ähnliche traurige Früchte wie in Bayern trage. Auf den Hauptausschuß machten diese Borte ersichtlich tiefen Eindrud. Nichtsdestoweniger muß heute bereits die dringende VerEin abgefangenes Telegramm. mutung ausgesprochen werden, daß zwischen den Attentaten Ein politisches Kapitalverbrechen ist verübt worden, die auf Magnus Hirschfeld, auf Saenger, auf Gareis- nament- Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, ist im HauptErmordung eines angesehenen Führers der Münchener lich aber zwischen den beiden letzten Attentaten ein quartier der Einwohnermehren in München folgendes Tele Arbeiterschaft, eines Mannes, der auch in den Reihen der enger 3usammenhang besteht. Die Vermutung muß gramm eingegangen: übrigen sozialistischen Parteien Achtung und Ansehen genoß. ausgesprochen werden, daß in München unter der Obhut der Bent? Ringhotel München. Der Ort der Tat ist nicht durch Zufall. München, jenes geordneten" bayerischen Zustände, im innersten Kern der Organisation hat feine Zeit umzustellen. Escherich muß ReichsMünchen, wo unter der Regierung Kahrs reaktionäre Ordnungszelle" eine politische Mörderbande eri- fangler wegen Berfaffungsbruch in Anflage bringen. Hier wird Gewaltafte gegen sozialistische Führer an der Tages stiert, deren Ziel es ist, die oppositionellen Parteien durch eisern gearbeitet, auch wenn Festsegungen er. ordnung sind. Die bayerische Ordnungszelle" erweist sich das mittel des Meuchelmordes und des folgen. Nationalverbände find umgehend anzuals das Eldorado nationalistischer Meuchel- Ueberfalls einzuschüchtern und ihrer Führer zu berauben. fchließen. Werden Pressekampf eröffnen. mörder, die feige aus dem Hinterhalt ihr Opfer erledigen. Vielleicht sollte die Ermordung des Abgeordneten Gareis Draghaufen. Die Tat an Gareis ist nur ein neues Glied in der un- ein Racheaft für die Auflösung der Ein- Diefes Telegramin wirft ein äußerst bezeichnendes Licht unterbrochenen Rette reaktionärer Mord- und Gewalttaten, wohnerwehren sein? Wir wissen es nicht. Aber eins auf die Art und Weise, mit der von seiten der bayerischen Eindie München erlebt hat. Mit der Ermordung Kurt Eis wiffen wir mit voller Bestimmtheit: In dem Staat, der von wohnerwehren gegen die Reichsregierung geners durch den Grafen Arco- Ballen fing es an. Die Er- allen deutschen Gliedstaaten die reaktionärste Regierung arbeitet wird. Der Stil der Mitteilung ist absichtlich unklar Schießungen nach der Niederwerfung der Münchener Räteherr- besitzt und sich mit seiner von ihr geschaffenen Ordnung" gehalten, um im Falle einer Entdeckung dem Verfasser Rückchaft wollen wir gar nicht hierher rechnen, denn das sind brüstet, in diesem Staat ist der politische Meuchel- zugsmöglichkeiten zu verschaffen. Unzweideutig geht immerhin Taten, in denen sich die Hike eines eben überstan- mord durch reaktionäre Elemente zur stehen jedoch daraus hervor, daß Escherich von seinen Hintermännern denen Kampfes widerspiegelte. Aber dann folgten wieder mit den Erscheinung geworden. Und das troz Einwohner- ermutigt wird, den Kampf gegen das Reich aufzunehmen, infühler Berechnung vorbereitete feige Ueberfälle. Und zwar wehr, trog Orgesch, Orta, Orzenz usw. oder vielmehr: ge dem man an ihn die geradezu groteste Aufforderung richtet, haben sie alle den merkwürdigen Zug gemeinsam, daß die rade deswegen! den Reichstanzler megen Verfassungsbruch reaktionären Buben ihnen verhaßte Versammlungsreferenten unter Anklage zu sehen!! Mas unter der eisernen Arbeit" überfielen, wenn fie fich arglos und nichtsahnend auf dem Ueber die näheren Begleitumstände bei der Ermordung des Ab- zu verstehen ist, kann man sich vorstellen, nachdem durch die Heimweg befanden. geordneten Gareis geht uns aus München folgender Draht- bayerischen Mordanschläge vor wenigen Tagen bericht zu: Genosse Saenger in München schwer verletzt und Gareis In einer Freidenferversammlung sprach gestern abend der Ab- heute nacht ermordet worden ist. Der Anschluß der geordnete Gareis über„ Berkirchlichung der Schule". Die Berfamm- Nationalperbände es kann sich nur um den lung verlief vollkommen ruhig und zeitigte feinerlei leidenschaftliche Nationalverband deutscher Offiziere und die Bereinigung Szenen. Garets fuhr, von einem Bekannten begleitet, nach Schwa nationalgesinnter Soldaten handeln- würde selbstverständbing nach Hause. Als er sich vor seiner Wohnung verabschieden lich eine wesentliche Unterstügung der Orgesch und wollte, wurden von einem rasch hinzugetretenen unbekannten der Einwohnerwehren in ihrem Kampf gegen das Reich beTäter vier Pistolenschüsse auf ihn abgefeuert, von denen einer deuten. Auch die Ankündigung der Eröffnung des Presse= durch das Ohr ins Gehirn drang. Er wurde sofort in das Kranten- tampfes entspricht den Tatsachen; man vergleiche hierzu haus eingeliefert, wo er um 2 Uhr morgens st arb. Der Täter Escherichs Unterredung mit einem Vertreter des schwerinduist entkommen. Die Polizei hat auf die Ergreifung eine Be- ftriellen ,, Lokal- Anzeiger".( Siehe Borw." von heute morgen.) lohnung von 10 000 m. ausgefeßt. Gareis war Fraftionssekretär Die Reichsregierung fann nicht im Zweifel darüber sein, daß der bayerischen USB. und ist seit 1920 Mitglied des bayerischen von Bayern aus Fäden gesponnen werden, die ihren Sturz 2andtages. Er ist 1889 geboren und studierte 1908-1912 Ge- herbeiführen. sollen. schichte und Philosophie an verschiedenen Universitäten, wurde Gymnasialoberlehre: und trat in verhältnismäßig sehr furzer Zeit Zentrum gegen Orgesch. politisch hervor. Er war ein aufrechter, hoch anständiger Charakter. Eine sehr beachtenswerte Abrechnung mit dem Forsirat Der Mord ist eine natürliche Folge der espolitik, die seit Escherich enthält in ihrer heutigen Ausgabe die„ Germania", Monaten von der bayerischen Rechtspresse gegen diesen politischen das Berliner Zentrumsblatt. Escherich machte bekanntlich Gegner betrieben worden ist. fürzlich einem Vertreter des Lokal- Anzeiger" gegenüber Das erste Opfer dieser Art war der bekannte Gelehrte und Serualforscher Magnus Hirschfeld, der auf dem Heimweg von einem Vortrag überfallen und schwer verletzt wurde. Die famose Polizei des Herrn Böhner fonnte natürlich feine Spur der Täter entdecken, worüber sich in München niemand gewundert hat. Das zweite Opfer dieser Art war unser Genosse Landtagsabgeordneter Saenger. Der. Fall liegt erst wenige Tage zurück und ist unseren Lesern daher noch in Erinnerung. Natürlich ist auch hier der Täter unbekannt entkommen. Wer aber gedacht hätte, daß die reaktionäre bayerische Bresse irgend welches Bedauern über diese rohe Tat äußern würde, der hat sich schwer getäuscht. Das widerliche Organ des ebenso widerlich gewordenen Herrn Ludwig Thoma, der vom Sim pliziffimus"( por 1914!) auf den Miesbacher Anzeiger" her abgefunden ist, bekam eine förmliche Berherrlichung der Tat fertig und schrieb Zeilen, die jetzt bei dem erneuten Anlaß allerernsteste Beachtung verdienen: ,, Jawohl, der Sänger, der die rote Fahnenwacht hält, hat Prügel getriegt, und sogar, wie unser Bostier bezeugt ganz richtige, hoanbuchene, altboarifche. Endlich! füge ich hinzu- hat es fich gezeigt, bis zu welchem Grade die Siedehike steigen tann. Gott sei Dank!- fetze ich bei gibt es in München noch Leute, die das Herz auf dem rechten Flede haben und ebenso wie wir, aber schon afturat so, diesen tief- tief traurigen Fall bemeinen. " " Die Bertreter der sozialdemokratischen Parteien feinem Unmut gegen die Reichsregierung Luft, indem er die beraten zurzeit mit den Gewertschaften über die zu ergreifen- Auflösung seiner Organisation als ,, rechts- und verfassungsden Maßnahmen. Inzwischen haben die Arbeiter der Maschinen- widrig" bezeichnete. Die Germania" weist nun darauf hin, fabrik Maffei unter dem Eindruck der Schreckensnachricht spontan daß Escherichs Behauptung, die Auflösung seiner Organidie Arbeit niedergelegt. sation sei ein Eingriff in das deutsche Vereinsrecht, infofern einseitig und irreführend sei, als hierdurch Bayerische Regierungserklärung. der Anschein erweckt werde, daß nur die Orgesch gleichsam Die Bost" behauptet, daß die fürchterlichen Streiche, die der Butreffend Kammer- Sänger der Sozi erlitt, auf den Rücken bzw. Dornfortsatz, München, 10. Juni.( Eigener Drahtbericht des„ Vorwärts".) unter ein Ausnahmerecht" gestellt würde. bzw. rfch... gegangen feien, zum Glüde, meint die" Post", denn Die amtliche Erklärung des bayerischen Ministerrats bringt die heißt es: Entrüftung über die Freveltat zum Ausdruck, welcher Gareis Der Widerspruch gegen das Vereinsrecht liegt aber nicht nur bald sie auf den Kopf gegangen wären, sagte der Poſtler, wären sie zum Opfer gefallen ist. Die bayerische Staatsregierung bedauert bei dieser Organisation, sondern auch bei anderen Selbstschutztödlich gewesen.. Das glauben wir nicht; in diesem Punkte müssen wir dem Er- aufrichtig, daß dieser mir hohen Geistesgaben ausgezeichnete Mann verbänden vor. Trotzdem mußte bei ihnen allen der Eingriff er zähler widersprechen; der bedeutendste Kopf Bayerns hätte ganz durch die ruchlose Tat eines gewiffenlofen oder fanatischen Menschen folgen, nachdem das Ultimatum vom 5. Mai durch die Mehr. so plöhlich aus dem Leben gerufen wurde und spricht dem Landtag heit des Reichstages angenommen war. Sollte das Gesez gewiß Widerstand geleistet." Wenn Prügelhelden in dieser Art gefeiert anstatt und den Hinterbliebenen die wärmste Teilnahme aus. Die über die Auflösung der Einwohnerwehren vom 22. März d. I. zur Wenn Brügelhelden in dieser Art gefeiert anstatt moralisch bekämpft werden, dann kann sich niemand wundern, Staatsregierung wird alles aufbieten, um den Täter aus- Begründung dieses Eingriffs rechtlich nicht ausreichen und die wenn diesem Gesindel der Kamm schwillt und es einen Schritt findig zu machen, und mahnt bei dieser Gelegenheit alle Bevölfe- Entente die bayerischen Gutachten einfach ignorieren oder ablehnen, so wird leider nichts anderes übrig bleiben, als analog zu verfahren weiter geht, indem es den Knotenstock mit dem Revolver rungsfreife, Ruhe und Besonnenheit zu wahren. wie bei der Verfassung, nämlich das Gesetz entsprechend zu ervertauscht. Wir wissen nicht, ob sich in irgendeinem Herzenswinkel des Herrn Ludwig Thoma. noch irgendeine Spur von weitern. Ueber die Notwendigkeit eines solchen Schrittes wird sich moralischem Bewußtsein konserviert hat. Sollte es wider ErIm Hauptausschuß der Preußischen Landesversammlung brachte zunächst die Reichsregierung schlüffig zu machen haben. warten der Fall sein, so darf sich Herr Ludwig Thoma jezt mit bei der heutigen Beratung des Justizetats Genoffe Heilmann Als besonders übel bezeichnet die Germania", den Vervollem Recht sagen, daß er nach diesem Erfolg seiner Lobhude- zur Sprache, daß ihm soeben die Ermordung des unabhängigen fuch Escherichs, das Vertrauen zwischen Reichsregierung und lung hinterlistiger Attentäter als intellektueller Mör bayerischen Abgeordneten Gareis mitgeteilt sei. Er wies darauf Bolt zu vergiften. Auch Escherich sollte wissen, daß die Maßder, als Mitschuldiger an der Ermordung des hin, daß diefe Ermordung eine Folge der fortgesetzten Mordheze nahmen der Reichsregierung unter dem Drud der Abgeordneten Gareis dasteht. der Münchener reaktionären Presse sei, und machte Entente erfolgen und daß, hätte auf der Auflösungsliste darauf aufmerksam, daß in Preußen eine ganz ähnliche die viel umstrittene Orgesch gefehlt, die Entente dies mit mordheze betrieben wird. So hat die Staatsbürgerzeitung" Vergnügen als bösen Willen Deutschlands ausgedes Herrn Lebius zweimal zur Ermordung politischer Gegner, dar.' legt hätte. Ein anderes bayerisch- reaktionäres Hekblatt schrieb erst vor einigen Tagen, Gareis müsse wie ein roter Hund niedergeflogen werden. Das Echo im Hauptausschuß. vormarfth in Gbersihlesien. Lonto», tS. Zum. lZVTB.) Wie Reuler an maßgebender Steil» erfährt, ist der Vorschlag der Errichtung einer neutralen Zone z mischen Polen und Deutschen in Oberschlesien als u n d u r ch- fühlbar aufgegeben worden. Obwohl der Bericht Sir Harold Stuarts bis fe�t noch nicht abgeschlossen ist, ist die englische Regie- rung doch' im Besitze genügender Rachrichten, um die Ücberzeugung zu gewinnen, daß die ersten Schritte zum Arieden in der voll. ständigen Wieder Herstellung der Autorität der Znteralliicrtrn Sommijfioa bestehen müssen. Vis jetzl ist dies an dem Anvermögeu gewisser militärischer Mitglieder der Äowmission gescheitert, die zu ihrer Verfügung stehenden Truppen gegen die Zn- surgenten zu gebrauchen, sobald die Umstände solches erforderlich machte». Obgleich die englische Regierung ihre Slreitteäst« nur in durchaus erforderlichen Fällen zu gebrauchen wünscht, hat der eng- tische kommandierende Offizier freie Hand, und die Autorität der Kommission wird auf diese Weise in zunehmendem Maße gekröstigt, falls sein« Kollegen in eine ähnliche Stellung versetzt werden. Reuter weist darauf hin. daß ein englischer Militärzug in der Rühe von Gleiwitz von Znsurgentcn ausgehalten wurde und erst weiterfahren konnte, nachdem die Erlaubnis Korsonlys eingeholt war. Die Uncriräglichlcit solcher Verspoliungen der Som- Mission wird allgemein anerkannt, und mau giaubt, daß die ve- schränkungeu bezüglich de» Gebrauchs der Streitkräfte gegen die Zn- surgcnlen in Kürze aufgehoben werden, um eine vollkommene Zu- sammenarbcil unter den Alliierten in Oberschlesien zu erreichen. Eine In diesem Sinne abgefaßte Rote ist nach Paris und Rom abgesandt worden. Obgleich eine Antwort noch nicht eingehen konnte, zeigen die letzten Telegramme, daß die örtlichen Vertreter der beiden Re- gierungen dem britischen Standpunkt zustimmen. Inzwischen ist die englische Regierung nach wie vor der Ansicht, daß eine baldige Zusammenkunft des Obersten Rate» von größter Bedeutung ist. Es ist wahrfcheintich. daß der Gedanke einer Zusammenkunft von Sachverständigen nicht verwirklicht werden wird. Ter cuglisch-franzüsische Gegensatz. London, 10. Juni.(WTB.).Times* berichtet aus Oppeln, es scheine ernste©efetzr zu bestehen, daß man die oberschlestsch« Tragi- komödt«, die bereit» fünf Wochen lang dauere, id i n f i n i t n m weiter gehen lasse. General 2« Rond, der sowohl von englischem al» auch von italienischem Militär unterstützt werde,«rNört«, trotz der britischen SZerstärkungen seien d!« alliierten Truppen immer noch zu schwach, um die Ordnung wieder herzustellen. Der.Times" zufolge kommen noch immer regelmäßig» Vir. ftärkungen und Munitionssendungen aus Czenftochau und S o s n o w i c e nach Oberschlesien. Der„Times*-Berichterstatter er- klart, die Lage sei so, daß die Franzosen die Polen nicht als Jnsur- genten ansehen und nicht die Demütigung onerkenntn wollten, der die französischem Truppen gemeinsam mit ihren Alliierten ausgesetzt seien. Für die Franzosen seien die polen zu allererst Alliierte. Es Handel« sich sijr die alliierten Truppen nur um die Frage, ob si« bereit seien, wenn nötig zu schießen. Die Franzosen hätten jedenfalls Be- fehl, nicht zu schießen, und die Polen wüßten e». Wenn die Eng- länder bei der Anwendung entschlossener Maßnahmen sich keinerlei Gefahren aussetzen wollten, dann sei es schwer zu verstehen, weshalb sie jetzt nach Oberschlesien geschickt worden seien. Es bestehe jedenfav« kein Zweifel daran, daß die Kommission ihw Autorität mit den ihr zur Verfügung stehenden Truppen herstellen kann, wenn sie nur will. Zrantreich hat nicht gezögert... Durch zweier Zeugen Mund wird die Wahrheit kund. Di« französische Antwort auf bi« britischen vorwürfe soll nach dem Bericht des„Temps" sagen, daß Frankreich nicht gezögert habe, Maßnahmen zur Wiederherstellung des Rechtezustanoes in Oberschlesien zu treffen. Wir geben zur teilweisen Unter- stütztlng dieser Behauptung einen durch Zeugenaussagen be- kräftigten Bericht unserer Parteigenossen in Hindenburg wieder. Man wird daraus erkennen, daß in der Tat Frank- reich nicht gezögert hat— und wer den Bericht zu Ende ge- lesen, wird auch nicht um die Ergänzung verlegen sein: Wo- mit hat Frankreich nicht gezögert? Flüchtling« werden verschleppt. Bereits am Sonnabend, den 23. Mai, kam pach chindenburg die zuverlässige Nachricht, daß die auf Befehl des K r e i s k o n- trolfeurs nach dem Lyzeum verlegren ca. 100 Flüchtlinge, Haupt. sächlich Apo-Beamte»nd Landjäger, von den Insurgenten heraus- geholt werden sollten. Diese Nachricht veranlaßte die deutschen Parteien und Gewerkschaften beim Kreiskontrolleur stärkeren Schutz für die Flüchtlinge zu fordern. Eine deutsche Versammlung am 23. Mai erklärte die Bereitwilligkeit, die französischen Truppen nötigenfalls zu unterstützen. Diese Entschließung wurde dem Kreis- tontrollsur persönlich überreicht. Der Kreiskontrolleur lehnte a b und erklärte, haß er mit feinen Tnippen die Unverletzlichkeit der neutraten Zone veebürge, mochte allerdings die Einschränkung, haß er ernstlich die Polen bei keinem Vorhaben hindern könne, weil die Truppen den In- surgenten unterlegen seien. Bereits vorher, al» die Verlegung der Flüchtlinge vom Glaserschen Hotel nach dem Lyzeum auf feinen Wunsch erfolgt war, hatte der Kreiskontrolleur dem Gewerkschafts. sekretär Zimmer feierlichst versichert, daß er für die persönliche Sicherheit der Flüchtlinge mit seiner Person« i n st e h e. Trotzdem überfielen in der Nacht zum 26. Mai ungefähr 20 bewaffnete Insurgenten da» Lyzeum. Der Ueberfall mißlang, weil die Flucht- linge wach waren. Aus Zeugenaussagen, die uns vorliegen, geht unzweifelhaft hervor, daß die Znsurgentcn durch den französischen Posten in das Lyzeum hineingelassen worden sind. In der Rocht zum 27, Mai wurde der Ueberfall ] wiederholt, der diesmal fast vollständig gelang. Schon am Abend I vorher hotte Dr. Bandmann den Militärbefehlshaber Kapitän B i g n a u l t auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Es wurde Dr. Bandmayn erklärt, daß die Wachen verstärkt und angewiesen seien, im Falle eines Angriffes von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Dennoch gelang es dem Militär nicht, den gegen 2 Uhr morgens beginnenden Angriff von etwa 70 Bewaffne- ten abzuwehren. Di« nachträglich vernommenen Zeugen sogen übereinstimmend au», daß auch diesmal, wie am Abend vorher, der sranzäslsche Posten die Insurgentdn in den Hos de» Lyzeums hineingelassen hat und die Wache ruhig zusah, wie täl Flüchtlinge herausgeholt und unker fort- währenden Mißhandlungen abgeführt wurden. Erst danach hat die französische Wache, dt« zwei Maschinengewehre 28 Mann französische Wache hat keinen Versuch gemacht, die 28 Mann französische Wache haben keinen Versuch gemacht, die Flüchtlinge zu schützen und die eindringenden Angreifer mit Waffen- gemalt abzuweisen. Da» Verbrechen an den Flüchttingen rief ungeheure Erregung hervor. Ohne Ausforderung strömten tausende Männer und Frauen vor dem Gebäude der I. K. zusammen, die ihre Empörung durch laute Zurufe kundgaben. Es bestand große Gefahr, daß die französischen Soldaten gegen die demonstrierende Menge mit Waffengewalt vorgingen. Die deutschen Vertreter, Dr. Bandmann. Gewerkschaftesekretär Zimmer, Redakteur Brisch, als Vertreter der Geistlichkeit Rabbiner Dr. Kautz und Pastor Hosfmonn, ersuchten deshalb, durch Aermitte- luug de» italienischen Vertreters Dr. V i d a l e, den Kreiskontrol- leur, sie zu«mpfanyen und die Zusicherung zu geben, daß die fron- zösllche Militärbehörde olles aufbieten wird, um die F r e t- lassung der in höchster Lebensgefahr schwebenden Flüchtlinge zu erwirken. V«e Kreiskontrolleur, Major Londrot, lehute den Empfang oller Delegation, auch der Geistlichkeit, ab, und erst auf die Brooung, daß die deutschen Vertreter dann all« Berantworwng kür di« kommenden Emgmfie ablehnen müßten, bequemt« er sich zu dem Zugeständnis, di« deutschen Vertreter um 11 Uhr vormittags zu empfangen. Inzwischen rief er den polnischen Rechtsanwalt v. K v b i- l i n s k i herbei, mit dem er anscheinend über die Wegfübrung der Flüchtlinge sprach. Um 11 Uhr wurden zuerst die Dertret»r der Geistlichkeit, zwei katholische Pfarrer, der Pastor und der Rabbiner, empfangen, deren Unterredung mit dem Kreiskontrolleur ein prak- tische, Ergebnis nicht zetttgte. Darauf empfing der Kreiskontrolleue den„—„~ Werkmeister Hille und die Frauen Dr. Kaatz und Kretzchmor. Unterredung fand in Gegenwort des Rechtsanwalts u. Koller l i n s k i und des zufällig anwesenden stellvertretenden Lundrats Müller o. Blumencron statt. Der Kreiskontrolleur bemerkte einleitend, daß es keinen Zweck habe, prinzipielle Fragen zu erörtern, a köuu« nur julagen, über die Ereignisse der letzten Rächt, die an sich schon schwer genug seien, zu sprechen. Tatsache sei zwar, daß die weggeführt eu Flucht-! linge mißhandelt seien, doch seien nur vier s o schwer vmetzl. dag sie ins Krankenhaus mußten. Den Gefangenen geh« es in Bielfchowitz den Umständen angemessen gut, sie würden verpflegt und die meisten suhlten sich im Schutze der Insurgenten sicherer als in Hindenburg. Es fei deshalb unzweckmäßig, die Gefangenen zurückzusühren. denn er befürchte, daß sich die Ereignisie der Nacht wiederholen könnten. Es sei Ausgäbe der deutschen Vertreter, der Bevölkerung diese Wahrheit zu sagen und sie zu beruhigen. Trotzdem von der draußen stehenden Menge Beleidigungen gegen die französischen Truppen gefallen seien, müsse er doch feststellen, daß die Truppen ihre psiicht erfüllt hätten und nur dadurch, daß. die Polen in großer Ueberzahl ins Lyzeum eingedrungen sind, sei die Wsgsührung der Flüchtlinge möglich gewesen. �« Redakteur Brisch machte darauf onfmerksam, daß die Ber- schleppten meistens Apo-Beamte und Landjäger sind, die im Dienste oer Interalliierten Kommission gestanden und ihr den Ew geleistet habenz sie sind entweder von den Insurgenten entwaffnet worden oder mußten aus Beseht des Kreiskontrolleurs die Wasfen nieder- legen. Deshalb war es Pflicht der Kommission, ihre Beamten unter allen Umständen zu schützen. Der Kreiskontrolleur habe sich aber selbst der Polizeimacht beraubt und auch das Ansinnen der deutschen Parteien, eine Hilsspolizei aus organisierten Arbeitern unter Führung interalliierter Offiziere zu bilden abgelehnt. Die Mei- nung der Deutschen sei, daß die französischen Truppen, denen der Schutz der Flücbtling« anvertraut war. ihr« picht erfüllt hätten. Dies- Feststellung verbat sich der Kreiskontrolleur in schärfsten Worten und er verbot dem Redner, weiter zu sprechen. Herr Hille betonte, daß die tausendköpsige Menge draußen unbedingt eine Antwort haben müsse. Deutsche Vertreter mußten unter allen Umständen Gelegenheit haben, festzustellen, daß auch alle Gefangenen nach Bielschowitz gebracht und nicht verzchledene. unterwegs e rm o r d e t worden sind. Er ersuchte den Kreiskon- trolleur, dahin zu wirken, daß deutsche Vertreter nach Bielschowitz herausfahren dürften. Als auch er aus das Verhalten der Truppen zu sprechen kam, v e r b ot auch ihm der Kreiskontrolleur das Weiter- "�Frau Kretschmar. d'« dann zum Wort kam. verlangte unter allen Umständen die Freilassung der Verschleppten, mest sonst die deutsche Bevölkerung nicht mehr zö beruhigen sein werde Während die Unterredung oben beim Krelskontrolleur ftattsand und di« Bevölkerung draußen aus dos Resultat wartet», erschien eine große Zahl mit Maschinengewehren bewaffneter Insurgenten, die eine.... wild« Schießerei aus die vemonstrsnten veranstalteten. Hierbei wurden drei Personen verletzt. Währenddem sprach der Kreiskontrolleur telephvmsch Mit dem Kommandierenden General in Gleiwitz, und als dieser nach der Ursache der in das Telephon hineinschällenden Schutze fragte,«re klärt« der Kreiskontrolleur! „Vor dem Haus« beschießen sich Deutsch« und Insurgenten*. Diese Behauptung wagte der Kreiskontrolleur miszustellen. trotzdem er genau wuhte, bejj bit braufyen waktsnden Deutschen couig waffenlos waren.•» die Waffen fristgemäß abgeliefeit. Berlin. 10. Zunl. swTV.) Mit dem S. Zuni ist die von de- interalliierten Konkrollkommission gesetzte Frist zur Ablieferung der schweren und eine» Teiles der leichten Waffen der E> n- wohuerwehren abgelaufen. Ez läßt sich fetzt bereit» rmt Sicherheit übersehen, daß es— nameaMch im verfolg der Entschlie- hung der bayerischen Wehren zur freiwilligen Vafsrnabgabe— a e- l u» g«» ist, diese Frist«inzuhalten. Der Schweizer Rakionalrat wählt« am Donnerltag an Stell« de« verstorbenen Gustav Müller den Kandidaten der soeiaiisli scheu Fraktion Stadtrat Ktoeti. Zürich mit«3 von III Stimmen zu seinem V i z e pr ä s i d e n t e n.» „Ein Hepp war's öoch—!" Was Besonderes... Dreißig Minuten vor Mitlernacht. Bon der dörflichen Polizei- stunde vertrieben« Berliner Bummler irren zwecklos, ziellos durch Straßen, die von Dunkelheit wie zugemauert sind. Fluchen ihre letzten und äußersten Flüche an den Haltestellen der zögernden Straßenbahn. Die Stund« de» Schlepper» hat geschlagen. Mit der sicheren Psychologie, di««r Im Laus« per von Verboten regierten Jahre gelernt l)at, macht er sich an die ewig' Hungrigen, an die. die keine Nacht kennen wollen, heran, flüstert ihnen die abgehackten Sätze zu:„... Herrschaften noch amüsieren wollen... gleich in der Näh«... ganz ungefährlich.. Und da sich di« Herrschaften immer amüsieren wollen, hat ber Schlepper auch immer alle Hände voll zu tun. An einem der letzten Abends war's, die so hochsommerliche Wärm« ausstrahlten, daß einem siziltanisch oder doch zumindest venezianisch zu Mute war. Der Flieder und die Temperatur machten es schwer, der Polizei zu gehorchen. Aus dem Dunkel einer noch lichtlojeren Nebenstraße löst sich eine Gestalt: drängest sich an die Nachtwandler heran, sagt den herkömmlichen'Schlepperspruch auf. E, ist nicht» Außergewöhnliches an dem Mann: er sieht so aus wi« alle Schlepper, unauffällig, unperjönlich. Nur, daß er wie beschwörend, eine große Nachdrücklichkeit in seine lockende Stimme legt, fällt auf, und daß er ein ganz besonderes Amüsement verspricht. Etwas ganz Besonderes...? Schön. Was mag es sein? Man wird sehen. Es sei gat nicht weit, Droschke oder Auw nicht nötig. Unterwegs ist der Führer einsilbig, nur zwei, dreimal beteuert er: „Kein Ütepp, meine Herrschaften!" Bald öffnet sich ein Haustor, ein unschuldiges, ganz ianft in den Angeln knarrendes Tor. Eine vssen- bS-ge Treppenbeleuchtung umfängt einen, Licht, daö so ehrlich als ob es gar nichts zu verbergen gälte. Drei Treppen hoch klingelt der Führer an der Tür einer Wohnung. Kein Namensschlld. Gemütliche Diel«. Herr und Dame des Hauses heißen«inen will- tomimn. Man legt ab. Garderobengeld wird nicht erhoben. Ahal Der Nepp beginnt also wohl erst spcstert Daher die Beteuerungen des Führers. Man wird in eine Art Lage geführt. Man versucht, sich beliebt zu machen, will Likör oder Kaffee bestellen. Beda uns, gibt» nicht. Nur eine Zigarette offeriert der Hausherr. Oh, bitte, kostet nichts. Ein Fräulein erscheint, bittet um etwa» Geduld, die Bor- stellung werde gleich beginnen. O Gott! Vorstellung, darauf hinaus also geht es! Man ist aufs Schlimmste, aufs Aergst«, aufs Geschmackloseste geloht. Eine kleine, sonst abgedämpfte Glühbirne erhellt die Log«. Em Sammetoorhang ist ängstlich zvgerasft. Gedämpfte» Klovierspiel. Nicht schlecht. Eigenartig— elegisch— wie ein Trauer- reigen. Die Gespenst erlog«. Dann eine hohle Stimme, di« besiehst:„Die Herrschaften sind gebeten, die Vorhänge auseinanderzuschieben, die Borstellung be- ginnt." Man schiebt die Vorhänge auseinander. Vor einem liegt ein geräumiges Zimmer, fast ohne Möbel. Zunächst ist gar nichts zu sehen. Dann beginnt das merkwürdige, da« gespenstisch» Spiel. Ein Nein«» blasse» Mädel tritt In die Rund«, deklamiert eln korrekt gereimtes Gedicht, in dem von Elend und Hunger die Rede ist, und von der Genußsucht der Menschen und der Hortherzigtest der Ge- dankenlosen.— Pause, Gelgenspiel. Noch weiß man nicht, was da werden soll. In der Nebenlog« Scharren und unzufrlebene» Murren. Dann: Auftreten de« Hausherrn, der ein« Predigt hält an alle Äe« nußsüchttgen und der sie ermahnt, das Geld, das sie heute abend erspart haben, morgen irgend einem wohltätigen Zwekk zuzuwenden. Endlich:«In in schwarz�, fast priesterliches Ornat gehüllter Mann. der ans Tafeln dl« Schrecken von allerlei Krankheiten, bildlich dar- gestellt, herumzeigt, zum End« dieser gespenstischen Szene ein merk- würbig dürrer Mensch, wi« au» einer Novelle E. I. A. Hoffmanns gesprungen— er trägt mit viel Geschick und schauspielerischer Ein- drlnglichkeit ein« Ballade von der Lungenschwindsucht vor. Polizeiwidrig. Die Baste lachen. Einige machen Skandal. Andere drücken sich wie beschämt. Wieder welchs wollen dem Hausherrn Geld anbieten. Er lehnt entschieden ob. Was war das? Ein Traum? Die Propa- ganda einer Sekt«? Sin verkappter Ausklörungsabend der Polizei? Ratlos steigt man die helle Trepp« hinunter. Vor dem Tor schwören ein paar:„So«in Reinsall, dem Kerl werd ich- heimzahlen— der wird angezeigt! Gegen di« Polizeivorschrift hat er verstoßenl" Und noch ein anderer brummt beleidigt:„EinNepp war'sdoch — wenn's auch keinen Pfennig gekostet hat�— man ist um die Nacht und um sein Amüsement betrogen...!' Studenten als Arbeiter. Aus H a l l e o. d. S. wird uns be- richtet: Das Arbestsvermitttungsamt der hallischen Studentenschaft hat für dte vergangenen Semester eine eingehende Statistik über den studentisckien Nebenerwerb vorgenommen. Sie zeigt erschreckend deutlich die Not der Studentenschaft und dos heiße Bemühen der iungen Leute, sich die Gelder für das- Studium durch Arbeit in der Ferienzest und auch während des Semesters zu beschaffen. Die Nachfrage nach Arbeit vonseiten der Studenten überstieg bei weitem das Angebot. Sie stand zum Angebot im Verhältnis 2 zu 1. Während für die Dauer de» Semesters fast durchweg Nachfrage noch Nachhilfeunterricht bestand, nur ausnahm«- weif« auch nach stundenweiser Bureautätigkeit oder Schreibarbeit. war die Nochfrage noch Nebenerwerb während der Ferien fast ausnahmslos auf Tätigkeit In der Fabrik oder im B er g w e r k oder auf B u r e a u t ä t i g k e it gerichtet. Die Nachfrage nach Hauslehrerstillen ist in den letzten Semestern stark gesunken. Während des Semester» halten sich heute Im Gegensatz zu den ver- gangenen Jahren Angebot und Nachfrage durchschnittlich die Wag« schale. Dagegen ist die Nachfrage nach Nebenerwerb wäbrend der Ferien gegenüber den vergangenen Jahren ins u n g e- heure gestiegen. In den letzten lagen des Wintersemesters wurden in Halle täglich rund 36 Anfragen an das Arbeitsvermitt- lungsomt um Stellen während der Ferien gerichtet. Dem Arbeit»- vermittungsamt der Halleschen Studentenschast ist es gelungen, für die.kommenden Sommerfsrien 600 Studenten Arbeit auf Gütern oder in kleinen landwirtschaftlichen Betrieben zu ver» schaffen. Das Arbeitovermittlungsamt fordert die Arbeitsvermttlungs- ämter auch der anderen Universitäten auf, ähnliche Statistiken zu veranstalten, damit man erkennen kann, ob die Bemühungen nach Arbeit seitens der Studenten überall so groß sind wie in Halle. Eine Geschichte der dänischen Sozialdemokratie. Unsere dänische Bruderpartei begeht in der allernächsten Zeit die Feier ihre, fünf, zigsährigen Bestehens, und aus diesem Anlaß gibt Genvfle E. W i t n b l a d, der langjährige frühere Ehefredakteur de» Kopen- Hagener„Social-Demokraten",«In« Festschrift zur Geschichte der Partei heraus, deren erster Band vorliegt und die ersten schweren Kampfjahre in den Siebzigern und Achtzigern schildert. Am ficht- barsten wird die Entwickelung der Partei durch die Wuhlzifsern illustriert. Im Jahre 1879 stellt« die dänische Sozialdemokratie n« einen Kandidaten zur Wahl ins Folkettng(die zweite Kec-imer des Reichstags) auf, erhielt 767 Stimmen, jedoch kein Maubat, 1920 wurde 115 Kandidaten aufgestellt, für die 389 653 Stimmen ab- gegeben und von denen 48 unter insgesamt 120 Abgeordneten ge- wählt wurden.» „Gedrahtete" Fingerabdrücke. Auch den Verbrechern wird da» Leben und die Ausübung Ihrer Berusstätigkeit immer schwerer ge- macht. Jetzt soll— wie eine Kornspondenz meldet— der von dem französischen Professor Belm erfunden« Apparat zur Uebermittlung photogrophischer Bilder durch den Depeschc-draht den Fahn» dungszweckev der Kriminalpolt z ei dienstbar gemacht werden. Professor Ottelenghi, der Führer der italienischen Schule für wissenschaftliche Kriminalistik, hat den Borschlaq gemacht, das Instrument für die Uebermitttuna von Fingerabdrücken verdächtiger Derbrechet zu verwenden. Auf diesem Wege wird e» möglich sein, die Fingerabdrücke eines In Paris festgenommenen Individuums telegraphisch nach London, Berlin und Rom zu übermitteln, wodurch die dortigen Behörden instand gesetzt würden, unverzüglich da» Material über die Dorsttafen des Verdächtiget, nach Paris zu».ber. Mitteln und der Pariser Behörde die Ldentiftzierung sofort z« er» möglichen._ GoetbeS„Iphigenie� wird Sonntag, den 12. und Montag, den lg. Im Wallner-Theater slie die S-buien Berlins«ufoefüdrt Beide Borslellpngen, die vom Ortsverband sreier Bühnenkünstler Berlin veranstaltet werden, beginnen nachmittags 0,4 Uhr. TeuticheK ObernhouS. Die Hundertjadifcler der Erstaufführung de».FreilchlllZ" in Berlin wird auch das Cbarlottenburger Opernbau» am' 18. Juni mit einer Aussübrung des Weberichen Werkes feiern. In dieler Vorstellung singt Herr Üaubentbal: Max. Frau Kaesier: di« Agathe. Frau Fink: Acnnchen. Herr Kandl: losper, Herr Lehman«: Huna. Herr den Aufgehobener öelagerungszustanö. Hamburg. 10. Zum. lTA.) Der vom»«»chiprSs». deuten Eude ZIlärz ther Groß- Hamburg verhängte und dann auf das gesamte Hamburger Staatsgebiet mit Ausnahme von Ritze- büttel, sowie der preußischen kreise Lauenbnrg und Stormarn ausgedehnte Ausuahmezusland ist mit Wirkung vom 7. Zum ab aufgehoben morden. Regierungskrise in Lippe. Die seit dem Februar d. I. bestehend« Regierungskoalition zwischen Sozialdemokrat«, Demokraten und Deutscher Boltspartei in Lippe ist gestern auseinandergefallen. Das Mitglied der Deutschen Volkspartei, Abg. Müller aus Oberlinghousen, ist aus dem Lan- desprästdium ausgeschieden. Er betonte, daß die« nicht seinen Ueb-rgang zur O p p» s i t i o n bedeute, sondern daß die weitere Stellungnahme der Volkspartei dgoon abhängen werd«, welche Frak- tionen in Zukunft das Präsidium bilsen, welche Dorlagen eingebracht, welche Persönlichkeiten ihm angehören und welch« Grundsätze künftig vertreten würden. Müllers Rücktritt von seinem Posten als Landespräsident erfolgte wegen der Haltung de» Landtags zur Interpellation der Deutschen Volkspartei über Anstellung aus- wärtiger Richter am Landgericht Detmold. o Die Koalition zwischen der Sozialdemokratie und der Deutschen Voltspartei, die im Reich wie in Preußen von der Sozialdemokratie stets abgelehnt wurde, erfolgt« in Lippe aus besonders zwingenden, durch die lokalen Verhältnisse begründeten Ursachen. Da» Auseinanderfollen der Koalition hat gezeigt, zu welcher Unfruchtbarkeit das Zu» sammengehen der Sozialdemokratie mit der Deutschen Volks- Partei auf die Dauer verurteilt ist. Bei der Neubildung der Regierung weichen unsere Lippeschen Genossen sehr genau abzuwägen hoben, ob es sich empfiehlt, nochmals eine Zwangsgemeinschyft mit einer Partei«inzugehen, die im Reiche wie in den Ländern ihre arbeiterfeindliche kopitst- listische Tendenz unaufhörlich bewiesen hat. Gro&Beriw Rektor Socks Kampf. Die Affäre des frühere» Berliner Gemeindefchulrektors Robert Bock, der vor zehn Jahren wegeafchwerervergehengegen Schulmädchen zu 1% Jahr Gesöngni« verurteilt wurde, will nicht zur Ruh« kommen. Durch den hartnäckigen Kampf, den er um die»Wiederherstellung sei«? Ehr«" führt, sorgt er selber dafür, daß sich die Oesfentlichteit immer wieder mit ihm beschästigen muß. Mit einer Broschüre» dt« er gegen�>«n von ihm d e r R e ch t s» beugung beschuldigten früheren Kriminalkommissar Toussaint veröff entrichte, verfolgte er den Zweck, sein« Sache nochmals vor Gericht zu bringen. Heute stand er vor der S. Strafkammer des Landgerichts III, um sich wegen Beleibt- gung Toussaints zu verantworten, dem er in der Broschüre vor» wirft, bei den damaligen Ermittelungen gegen Bock die Schulmädchen durch Drohung mit Fürsorgeerziehung zu falschen Aussagen verleitet zu haben. Der ärztliche Sachverständige, der auf früheren Beschluß des Gericht» den Geisteszustand Bock« untersucht hat, ist zu dem Er- gebnis gelangt, daß Bock für die ihm jetzt zur Last gelegt« Straftot verantwortlich gemacht werden kann, von dem Auftreten des Ange- klagen in der gestrigen Lerhandlung mußte man aber den Eindruck gewinnen, daß er mindesten« sehr au» dem seelischen Gleichgewicht geraten Ist, was ja im Hinblick auf da« ihm widerfahrene Schicksal nicht verwunderlich wäre. Der setzt VÜj ährig« ergraut« Mann Ist andauernd in nervös-unheilvoller Bewegung und spricht in hastiger Red« unter weit ausholenden lebhaften Gesten. In der weitschweifigen Darstellung seiner Sache dämpft er oft sein« Heise« Stimme bis zum Flüstern, um sie im nächsten Augenblick ganz unoermittelt zu starker und unüberschwänglicher Betonung zu steigern. Der Gesamteindruck erinnert an«inen Theaterhelden, womit aber nicht gesagt sein soll, daß nicht Dock selber an das glaubt, was er über die angeblich gegen ihn gesponnenen Jntrlguen vorträgt. In der heutigen Verhandlung, in der die Anklag« von Staat»» onwaltschaftsrat Dr. Steinbrecher vertreten, der Angeklagte von Rechtsanwalt Bahn verteidigt wird, wurde wegen Gefährdung der Sittlichkeit während der Verlesung des gegen Bock ergangenen Urteil» die Oeffentlichkeit ausgeschlossen, die Preste jedoch zu» gelassen. Der Angeklagte schilderte, wie seinerzeit der Verdacht gegen ihn aufgetaucht sei. Im Oktober 1909 sei die ISjährige Schülerin Stanlslawa Piekriewski in sein« Klasse gekommen und bald daraus unter verdächtigen Begleiterscheinungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Ihm sei es schließlich gelungen, festzustellen, daß die P. ein« Fehlgeburt gehabt hatte und auf seine Vorhaltun- gen Hab« die P. eingestanden, seit ihrem achten Jahre mit den bei ibrer Mutter wohnhaften Srblafburschen verkehrt zu haben. Da» Mädchen sei in da« Kloster„Zum guten Hirten" nach Reinickendorf gebracht, wo die P. angab, dah der Pfarrer S. der Urheber jener Fehlgeburt sei. Bald daraus Hab« st« dies« Beschuldigung zurück- genommen und nun ihn, Bock, beschuldigt. Diese Verdächtigung habe den damaligen Kriminalkommissar Toussaint genügt, ihn.«inen völlig einwandfrei dastehenden Mann, zu verhaften. Als die P. schließlich eingestand, daß sie olles erlogen hübe, sei er sofort au» der Untersuchungshaft entlassen worden. Toussaint, der schon die schweren und durch seine Tüchtigkeit entdeckte»;„Per- fehlungen eine» Rektor»" in alle Welt hinausposaunt hätte, Hab« dt« ihm widersahren« Blamaqe nicht vergessen können und nun versucht, durch Beeinflussungen und Bedrohungen der einzelnen Schulmädch-n ein neue« Verfahren gegen ihn. Bock, herbeizuführen. Inzwischen sei die Mutter der P., die ihre eigene Tochter verkuppelt hatte, wegen schwerer Kuppelei zu Ith Iahren Gefängnis verurteilt worden. Aweimarkscheinfabriken aufgehoben. Die günstige Konjunktur für das kleine Falschgeld. Den Fälschern der Fünfzigmarkscheine ist die Fasschgeldabtel- lung der Reichsbank in der letzten Zeit so gründlich zu Leibe ge» gangen, daß ihre Tätigkeit Im wesentlichen jetzt gebrochen zu sein scheint. Die Schwierigkeit mit den fasschen Fünfzigmarsscheinen hat aber ander« auf den Gedanken gebracht, sich den Zweimarsscheinen zuzuwenden. Die Fasschgeldabteilung der Reiche dank hat setzt zwei derartig» Fabriken ermittelt, Mit allem Material ausgehoben imd die Fälscher verhoftet. Zu einer FSsscherband«, die Fünfzigmarkschcine machte, gehörte auch ein Arbeiter Grom,ig. Aus photographischem Weg« stellte er die Platten her.zund in dem Steindrucker B a r te l» au« Neukölln kand Kr einen Helfershelfer, de? dl« Platten auf den Stein brachte. Der dritte im Bunde wurde ein Möbelhändler Lau aus Neukölln, der die Witwe eines verstorbenen Falschmünzer» \inst. Diese besaß noch eine Handdruckpresse. Lau kaufte sie ihr ai, und jetzt begann die Fabrakatton de« Zweimarl» s ch e tn« und khr Bertrieb� Die Knmlnakposszei«ahm die Nach. forschungen auf und ergriff bald einen Schlosser Artur W a n d o w, der aber nur bei der Vertreibung beteiligt gewesen war. Jetzt fühlten stch die Fabrikanten in Neukölln nicht mehr sicher und per» legten ihre Tätigkeit nach der Ostbahnstrahe in Reu-Lichten- berg. All« Beteiligten wurden hier erwischt und mit dem ganzen Material nach dem Polizeipräsidium gebracht. Trotz dieses Fan- acs kamen aber wettere falsche Zweimarsscheine in den Verkehr, die daraus schsseßen ließen, daß noch eine zweite Fabri k bestehen mußte. Auch diese wurde jetzt ermittelt und ausgehoben. Ein Schriftsetzer Richard Förster hatte in der Reichen berge r Straße ein versteckt über einer Waschküche gelegenes Zimmer ge- mietet. Dieses stattete er mit Maschinen, die ihm aus seiner Schrif- letzerei noch übrig geblieben waren, aus und richtete e» zu einer Fasschgeldfabrik ein. Die Beamten, die ihn überraschten, fanden in einem Waschkorb versteckt mehrere Tausend Zweimark- scheine. Tas Sckilostlazarett unter Regie der Kranken. Der Konflikt im Bersorgungskrankenhaus Schloß Eharlostenburg ist mit dem heutigen Tag« in ein neues Siadium getreten. Gemäß der Verfügung des Hauptversorgungsainte» trat heute dos Aufhören der Verpflegung sowie der ärztlichen Behandlung im Lazarett ein. D>es« Maßnahme der itzerwaltung wurde von den Kriegsbeschädigten damit beantwortet, daß sie den Beschluß faßten, die Anstalt in eigene Regie zu nehmen. Sie wählten au» ihrer Mitte einen Laza« rettvorstand, sowie Verpflegungs- und Derwal- tungsbeamte und oersuchen nun auf diese Weis« den Betrieb des Lazaretts weiterzuführen. Die eigentliche Lazarettverwaltung sowie das Houptversorgungsamt steht diesen Vorgängen einstweilen abwertend gegenüber. Di« Ingebrauchnahme der ärztlichen Medi, kamente und orthopädischen Apparate ist den Lazarettinsassen ver- wehrt worden. Lediglich für Plötzlich«intretend« Erkrankungen oder Unglücksfälle steht ein Lazaretlarzt zur Verfügung. Die Lazarettinsassen fordern in einem Aufruf zur Beteiligung an einer am Sonnabend um 5 Uhr aus dem Luisenplatz in Charlotten» bürg stattfindenden Kundgebung auf, die sich mit der Ange- legenheit beschäfttgen soll. Der Aufruf Ist unterzeichnet vom Inter- nationalen Bund, von de? Dirsschaftlichen Bereinigung der Kriegs- beschädigten und vom Rsichsbund der Kriegsopfer und Kriegerhtnter- blieben«». Panik bei einem Kinobrand entstand gestern abend In der zehn- tsn Stund« unter den Besuchern de» Kimos Invaliden» itraß« 187. Dort gerieten gegen Schluß der Vorstellung Film- t r e l f» n tm Vorführungsraum in B r a n d. Im Nu stand dieser n Flammen. Die Notbeleuchtung persagte und nun entstand«in» Panik. Beamte der Schupo, die schnell zur Stelle waren, griffen sofort mit Umsicht und Entschlossenheit ein. so daß wetteres Unheil vermieden wurde. Do» Publikum kam mit dem Schrecken davon. Di« alarmierte Feuerwehr war ebenfall» schnell zur Stell«. Es ge. lang den Brand auf den Vorführungsraum, der vollständig ausge- brannt ist, zu beschränken. Angeblich hat nur«ine Person außer dem Lorführer Verletzungen leichter Natur erlitten. Fünfzigmarkschelne vom Z0. November 191« haben auf Grund der Verordnung vom 27. Dezember 1920 ihre Eigenschaft als gesetz. liches Zahlungsmittel bereits seit 31. Januar 1921 verloren: sie werden nur noch bis zum 31. Juli 1921 von der Reichsbank eingelöst, für die mit diesem Zeitpunkt jede ElnlSsungspflicht endet. Die Be- ützer solcher Noten werden in ihrem eigenen Interesse erneut an deren rechtzeitige Ablieferung erinnert. Die Gesamt, ahl der vberschlesischen FiüchMng« au» den Kreisen Koset, Kreuzburg, Leobschütz, Oberglogau, Oppeln und Ratibor, vi» Helm» und Arbeitsstätte verloren haben, betragt 6080. Dt« Arbeit»» stelle allein verloren haben in diesen Kreisen 18 252. Die Berliner Fürsorge stellen für dlest Flüchtlinge befinden sich auf dem Schlesischen Bahnhof, Bahnhos Friedrichstraß« und Lehrter Bahnhof, die Zentrale ln den Kasernen General-Pape- Straße. Dort erhalten die Flüchtling« Hilfe und, soweit möglich, auch Ausweise. Dänische Kinderhilfe. Mehrere dänische Reichstagsobgeordnete, darunter unser Genosse Nielsen, sind gestern in Berlin ringe. troffen und haben die Notlage der Proletariertinder Im Norden und Osten in Augenschein genommen. Heute reisen sie noch Chemnitz weiter und werden stch acht Tag« für diese Studien in Deutschland aufhalten. Zm 17. Bezirk(Lichkenbergs erledigt« ein« außerordentliche Sitzung der Bezirtsoersammlnna den Etat für 1921: der Entwurf stellte einen Bedarf von 63 10? 390 M. fest. Auf Grund der Strei- chungen de» Bezirksamtes verringert« sich die Summ« auf 66 14S 186 Mark. Der Etatsausschuß nahm noch weitere Abstreichungen vor, so daß her Etat mit 65 796 718 M. an Bedarf abschließt, dem eine Einnahme von 33 000 000 M. gegenüber steht. In dieser Fassung fand der Etat gegen die kommunistischen Stimmen Annahm«. Ferner ersucht« der Etotsmisschuß, das Bezirksamt möge dem Magistrat aus Sparsamkeitsgründen dringend empfehlen, eine baldig« ander» weltiae dienstliche Derwendung des srüheren Bürgermeisters Dr. Marctzkn sowie des Syndikus C a s s« b a u m vorzunehmen, der letztgenannte beziehe nehen seinem vollen Gehalt von äS 000 M. in seiner Stellung in der Knorrbrems» noch weitere 60 000 M. E» erregte allgemeine Verwunderung, daß ln einer Zeit der ungeheuren Finanznot derartige Doppekqehälter möglich sind. Durch. Vertagung nach vierstündiger Sitzung kamen eine größere Anzahl Antröge nicht mehr zur Beratung. Das cebensmittefaml Oberschineweide ersucht uns mitzuteilen. daß die tn der heutigen Morgenausgabe mitgeteilte Gerlchtsverhand. lung stch nicht auf Vorgänge in Oberschöneweid« bezieht. Es handle sich um das Lebenemittelamt in Niederschäneweide. Grofi-Serliner Parteinachrichten. «. Ittel«. Hallesch«, Set. Heul« abend T'/t Uhr«rb«it»in»«l»schost, Sitzun«»er EUernbeirät« bei Dragz«, Dtestenbachstr. 57. Geschäftliche Mitteilungen. «erienwochc i« Warenbau, Zuliu» Loewenben,& So., Swinemlinbe,«K. SS Wa. e« i» dieler Woche bei Ldewenber» Nir weni« Geld alle» aidl, da» ersteh« man •us d»r heutigen Anzeige, deren Beachtung besonder» empfohlen sei. GewerMajwbeVegung Früchte kommunistischer Verhetzung. Es muß schon weit gekommen sein, wenn selbst die„Note Fahne" stch genöttgt sieht, von„untauglichen Kampf- Methoden" unter Arbeitern tn Arbeiteroersammlungen zu be- richten. Allerdings dreht es sich in dem besonderen Fall, den da» Blatt dabei im Aug« hat----«ine Versammlung der Neuköllner Untergrundbahnarbeiter—, um die Konkurrenz von noch weiter links, die KAPD. Zur gleichen Zeit und in dasselbe Lokal,„Karls. garten" in Neukölln, hatten am Dienstag sowohl die Tiefbauarbei- ter als auch die KAPD.»ine Versammlung einverufen. „Bor Beginn der Betriebsversammlung— so berichtet die „Rote Fahne"— drangen die Erwerbslosen gewalssam in den Saat. Man«inigte sich schließlich dahin, daß die Erwerbslosenversamm- lung auf einem Platz, der gleichfalls zum Lokal gehört, abgehalten wurde. Zu Beginn der BerfamMlung, die sich mit dem Vorhanden» sein von schwarzen Listen beschäftigen sollt«, stellte ein Redner der KAP. den Antrag, die Tagesordnung umzuändern und stellt« drei Fragen, die er aber sofort selbst beantwortete. >. V7s nun der Vertreter' des Bauarbeiterverbandes d a-s Wort erhielt und zirka 10 Minuten sprach, wurde er von dem Tisch, aus dem er stand, heruntergerissen und mit Fäusten, Schlagringen geschlagen und mit Stieseladsätzen getreten. Durch das Dazwischentreten von besonnenen Arbeitern wie auch Arbeitsloser gelang es. den Mißhandelten sreizubekommen. Daß unser diesen Umständen der geregelte Gang oer Versammlung nicht mehr möglich war, ist selbstverständlich In dem Tumult wurde einer ganz unsinnigen Resolution zugestimmt, die verlangt, daß d i t i m Betrieb»Beschäftigten sofort zu entlassen und Neuein st ellungen aus den Reihen her Erwerbs- losen vorzunehmen sind." Di«„Rote Fahne" gesteht, daß derartig« Bvrgäng« im Interesse der gesamten Arbeiterschaft höchst bedauerlich seien, da sie keinem Arbeitslosen etwgs nützen, hi« Arbciterjchafl ober zur Freude des Unternehmertums zersplittern. Aber da die kommunistische Wer- hetzung gerade unter den Erwerbstosen am eifrigsten betrieben wird, zeigt die„Rote Fahne" dicses niederträchtige Verhalten etlicher Rowdies nur als angeblichen Wabstab der Erbitterung unter den Arbeitslosen, der für die gesamte Arheiterschgft eine dringende Warnung sein müsse. Sine Warnung davor, „der ungeheuren Arbeitslosennot nocy länger tatenlos zuzusehen". Die Taten, die die„Rote Fahne" von den Arbeitenden sort- gesetzt fordert, sollen bekanntlich darin bestehen, daß auch diese die Arbeit niederlegen. Weil für diese Moskauer Logik vernünftige an fortgesetzter„Aktion" wen'ger stark interessierte Menschen nichts übrig haben, kommt die„Rote Fahne" ganz unvermittelt und Horm- lo» zu dem Schluß:„Schu'd der Gewertschastsführer ist.«S. dob es zu derartigen Exzessen, zu einem Kamps zwischen Arbeitern und Arbeitslosen k o m m e n k o n n t e," Es lohnt sich nicht, mit der„Roten Fahne" darüber zu streiten. Sie kann nicht dafür. Si« muß im Interesse ihrer Existenz solch« Sprünge machen; davon lebt sie. Unseren Lesern brauchen wir nicht erst des langen und breiten auseinanderzusetzen, daß eine solch« Verwilderung der Kampsweise innerhalb der Arbeiterschaft die Frucht der unablässigen Hetze der„Roten Fahne'" gegen di«„Gewerkschqstsbonzen" und die„Gewerkt schastsburoaukratte" ist. Wenn sie sich mit keinem Wort gegen die KAPD. wendet, die diesen Streich inszeniert hat, so hat auch die» seinen guten Grund im Hinblick«us Moskau. Zur Warnung sollen uns solche Erscheinungen steisich dienen? zur Warnung davor, aus falscher Loyalität diesem verhetzenden Treiben nicht mit der nötigen öntschlossenlfeit zu begegnen. Den Hetzaposteln in den Gewerkschaften muß da» Handwerk gelegt we.den, Die Angestellben verlins zn Ihrem Verbandstag. Die Funktionär« des Zentralverbande» der Angestellten waren am Donnerstag im Lehrervereinshaus sehr zahlreich versammelt, um den Bericht vom Verbandstog entgegenzunehmen, Referenten waren Hug» Cohn, Erich Fiat au und Fritz Schmidt. Cohn hob hervor, daß der Lerbandstag vollzählig deschickt und der Verlauf ein imposanter gewesen sei, Angriffe aus die Ortsgruppe Berlin kamen nicht vor. Einen breiten Raum habe d« sogenannt« Kommissionsantrag bei den Beratukigen in Anspruch genommen. durch den di« kommunistischen Zcrspljtterungsoestrebuns gen bekämpft werden sollten. Schließlich wurde der Antrag in einer Fassung angenommen, der die Billigung he» V»bandstage«> fand, Der Antrag, alle zwei Jahre zu tagen, wurde zum Beschlust erhoben. Dem Beirat wurde mehr Gelbständigkeit zuerkannt und den Redakteuren beschließende Stimm» im Hauptvorstand>ug»- sprachen. F l a t a u führt« hinsichtlich der Reorganisation des Afci-Bundes aus, daß der Vertrag zwischen ADGB. und dem Asa«B und mit 79 gegen ä3 Stimmen zur Annahme gelangt«. Angenommen wur- den auch die Anträge aus Gechsuhrlahenschluß und Berbot der Sonn- tagsarbeit, Di« Verschmelzung mit dem Verband der Angestellten im Buchhandel und Zeitungsgewerb« sel freudig zu begrüßen. Auch die Forderung einer allgemeinen Erhöhung des Gehattsmipi- mums, durch die alle besonderen sozialen Zulagen überjlüssig wür- den, wurde beifällig ausgenommen. Schmidt wies darauf hin, daß der Lerbandstag stch auch«in- gehend mit der Jugendfürsorge beschäftigt habe. Durch ein« Entschließung wurde sämtlichen Ortsgruppen zur Pflicht gemächt, für ihr« jugendlichen Mitglieder«ine besonder« Jugendgruppe zu bilden. Zum internationalen Angestelllentongreß in Wien werde die Berliner Angestelltenorganisation ihren Aorstnenden Hugo Cohn entsenden, zum Afo-Kongreß in Düsseldorf entsende Berlin die Kol- legen F l a t a u und N o r p« l sowie die Kollegin S« h n e r. In den Berbandsbeirat wurden die Kollegin S e h n« r und die Kollegen Schröder, Nörpel und Krüger gewählt. Ein Sitz soll für die Angestellten des Buchhandels bi» nach der Lerfchmelzung freigehalten werden. Entgegen dem Entwurf, nach dem di» gewerbsmäßtae Stelleivi Vermittlung erst 1950 aufhören soll, wurde die sosortige Beseitigung, dieser Bermittlunz verlangt, ferner«in einheitliche» Arbeitsrecht. Den Ortsgruppen wurde dringend empfohlen, für di» Verbreitung, der Presse Sorge zu tragen. Darüber könne kein Zweifel bestehen, baß den Verhandlung«» und Beschlüssen des Derdand»tage» eine große Bedeutung iür di« ganze Kollegenschaft zugesprochen werden müsse.— Die Ausführungen der Redner wurden von der Versammlung betsällig ausge- nommen. Nach einer kurzen Aussprache schloß der Vorsitzende die stark besuchte Tagung mit der ErtlLruna, daß demnächst auch noch i» einer Mitgliederversammlung über den Verlauf de« Verbandstages berichtet werden soll«. Verbindlich erNärler Tarifvertrag. Der zwischen dem Slllgu meinen freien Angestelltenbund. Ortekartell Größ-Berlin, dem Der- band Deutscher Zentralheizungsfachmänner, dem Arbeitgeberverband im Berliner Rohrlegeraewerb« Groß-Derlin, der Innung der Gas« und Wasserleiwngs- und Heizungsfachmänner in Berlin am 26. Ras vember 1919 abgeschlossen« und durch Schiedssprüche vom 9. Sep- tember 1920 und 21. Januar 1921 sowie durch eine Vereinbarung der Parteien vom 5. November 1920 abgeänderte Tarifvertrag für die kaufmännischen und technischen Angestellten in der Gesundheit»- industr!« Ist vom Relchearbeltsminlsterium mit Wirkung ab 1. Fe- bmar 1921 für das Gebiet der Einheitsgemeind«"Groß-Berlin für allgemeinverbindlich erklärt worden. Das Gewersschaftskarkekl Rowawe» ersucht dt« Delegierten, zur Eißiin« am Montag um 7M Uhr in Hinke» Lokal pünktlich und vollzählig zu erscheinen. Unter anderem handelt«s sich um die bevorstehend« Wahl de» Ausschusses der Ortskrantentass«. Arbeitslosigkeit in der Schweiz. Das eidgenössische Arbeiksamt berichtet, daß w der Zeit von» 25. Mai bis 6. Juni di« Zahl der teilweis« Arbeitslosen um 10000 auf rund 84 000 gefallen ist, wogegen die Zahl der gänzlich Arbeits- losen von 63 000 sich auf gleicher Höhe hält. Bergarbeiterstreik in Belgien. Im Kohlenrevier vom B o r i n o g« sind IS 000 Bergleute nr den Ausstand getreten, als Protest gegen eint Lohnkürzung um fünf Prozent, die ab 15. Juni erfolgen soll. Der Generalstreik ln Norwegen ist beendet. Die Arbeit wurde heute wieder aufgeommen. Dom englilchen Grudenarbeiterfiretk. Man erwartet, daß die Angebote der Grubenbesitzer heut« abend bi» ins einzeln« ausgearbeitet sind und daß sie vom Bergarbeiterkongreß angenommen werden. Luch die Differenzen t» der Baumwoll- und Eisenindustrie scheinen beigelegt zu werden. Grien- Woche! 1 garnierter 175 Damenhut 3 m baumwolle en ea. 50 cm br. 1 Untertaille reich verziert in sauber Verarbeitung 1 Mir. Gardisen'!! für Vitragen und Stores 12Stck.Klei M. 75 4.75 4 Stück Toiletteseife 1 Zahnbürste, 1 Tube Zahnpasta Mark 9.50 475 m Dirndl- Musselin 475 m Perkal 1 Handbürste, 1 Stück Seife und 1 Seif- 475 1 m Zephir lappen. zusammen 2 Damenlackgürtel, lederfarb. 15 Mappen Briefpapier M. 1 Satz Milchtöpfe, 3 Stück-1% Liter 75 M. 175 2 Paar Tassen, 1 Gießer und 1 Zuckerdose 1 Kasserolle mit Stiel, Emaille 1 Tambourin mit Gummiball 1 Paar Gummisocken- Halter 1 Dtzd. Papierstehkragen, div. Formen 1 Stehumfallkragen, Leinen 4fach • 1 Paar Knabenträger mit Lederpatte M 2 Blumen- Vasen aus Porzellan • 2 Bettstreifen, vorgezeichnet 475 1 m Schleierstoff, 115 cm breit 475 1 m bestickten Voile, 120 cm breit 4751 Untertaille mit guter Stickerei 475 m prima Louisianatach 475 1 Paar Reformhosen... 8.. 4751 Zipfelmütze aus Kunstseide, neuestes Muster 19,50 T Mark 2 ScheuerMark 1 Paar Damenhandschuhe, extra lang 1950 tücher, trieg. .950 in reiner Seide. 950 1 Tüllkommodendecke, 70 × 130 9501 Talltischdecke, 950 140x140 Kernseife 1950.1 Pak.Blitz4. 1950 1950 1 m 130 cm breit Spannstoff für Stores und Bettdecken geeignet 950 8 Speiseteller, Porzellan, 2 tiefe, 2 flache, 4 Dessertteller 9306 Einkochgläser mit Ring, 958 je 2 Stück 2 Ltr.. 1% Ltr. u. 2 Ltr. 1 Waschständer u. 1 Emaille- Waschschüssel blank zus 1 Kissen grau mit 1950 Rückwand, Buntstick. 1950 vorgezeichn 1950 3Taschen1950 tücher Madeira od. 1 Kaffeeservice, Porzellan, 4 Personen 1950 Richelieu M. 175 M. M 9: 0 • 950 3 Paar Aluminium- Eßbestecke 19 475 1 Waschbecken mit Napf, Emaille 950 475 4 • 4751 Mokkaservice für 2 Personen, Steilig, Porzellan 9501 Küchenstuhl... 4751 Obstservice, 7teilig, Porzellan vorgezeichn. 1950 950 • 475 12 Aluminiumlöffel. 3 Eglöffel, 3 Gabeln, •> 6 Kaffeelöffel, zusammen 475 2 Vorratstonnen mit Schrift. 950 1 Aluminiumkochtopf mit Deckel 1 Plüschbär . 1950 2 Taschentuch1950 Behälter 9.50 Perücke 1 Charakterbaby mit Schlafaugen und A75 1950 vorgezeichn 475 1 Batterglocke, 1 Zuckerschale aus Preßglas 950 Zusammen zusammen 1 m Betttuchstoff, 160 cm breit Im Kostümrips in vielen Farben 950 1 Paradehandtuch, vorgez., Madeira oder 1950 • • 950 Ha derbügel 1 Meter bestiekjen Batist 1 Meter 1 Kissen. 40X60, mit Rückwand, anf schwarz oder 4751 Trudelreifen, 1 Springseil, 1 Kreisel rotem Etamine vorgezeichnet, für Buntstickerei 1 m guten Köperstoff 1 Karton ff. Briefpapier. 1 Flasche Tinte, 475 Decken 60 X 60, weiß, vorgezeichnet 1 Federhalter mit Feder u. 1 Bleistift Lederportemonnaie 1 Damenhandtasche ScheibenVarhaug- 175 Schleier WARENHAUS Stoff Stück 75 1 Zipfelmiltze i mod.Must. für Damen M. Kiod. Stck 175 1 Bluse aus weiß. Schleierstoff mit Häkt.- Verz 050 M. · • 475 1 Markttasche aus gutem Satin. B 4751 Binde, abgepaßt, vorgezeichnet für Buntstickerei 475 1 Strickbinder in guter Qualität 28 cm HerrenAnzug1 Wass T1 BadeAnzug m. bunt. Stoffe 140 cm Besatz M. br. Mtr. verzinkt M 1Sweater I. Knaben od. Mädch off. Form M igut Qual . Richelieu. 1950 2 Paar DamenM strümpfe 475 1950 Strümpfe 1 Decke. weiss vorgez., Madeira od. Richelieu 1950 950 1 grosse Wirtschaftsschürze, 9.50 9.50 950 M Form, aus guten, dunklen Stoffen 1 Mako- Herren- Unterhose Kleiderstoffe in guter Qualtat 4 Speiseteller 1 tief, 1flach 2 Dessertteller 1 Kinder75 trikot in allen M. Größen • Wiener • 6 schwarz 1950 Hemden1950 tuch Meter 1950 1 Russen60 cm breit, Mtr. 475 kittel 175 13nterrockaus haltbar. M. Stoffen M Volant LOEWENBERG SWINEMUNDERSTR. 86 ECKE LORTZING STR. Strassenbahnen, Haltestelle Demminerstrasse: 27.40.. G. 5. 8. 35. 36. 37. 41. 42.99. und Ringbahnhof Gesundbrunnen. Nutzeisen Stabeisen, Bleche, T- Träger, U- Eisen, Rohre, Ketten, Lagerböcke, Riemenscheiben, Fußstanzen usw. in verschied. Dimensioneh haben abzugeben Nutzeisenabteilung, Bln.- Neukölln Weserstr. 35/38. Tel. Neuk. 4170 COHN& BORCHARDT Zentrale: Lichtenberg, Rittergutstr. 47/48 Telegr.- Adresse Erzcobor". Tel. Lichtenbg. 646/647 Die bedeutenden Gestalten der großen französischen Revolution von 1789 und die gewaltigen Ereignisse zeichnet Schikowski in seinem Buche: Sitten- u. Charakterbilder aus der französischen Revolution in lebendigen u. packenden Bildern. Preis geb. 7,50 Mk. und 20% Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Neuköllner Möbel Dertrieb Ludwig Rogasner Walser- Friedrichstr. 60 Boka Anzengauberty FERNSPR- NEWELLN 9080 Spec.Schlafzimmer Klichen Beachten Sie meine Qualitäten u. Prelse Güdwest: Lindenstr. 8, KORBMOBEL für Gärten, Balkone, Wohnzimmer in moderner u. dauerhafter Ausführung Korbsessel von M. 48 an. Große Auswahl. Besichtigung erbeten. Heinrich Kaese Korb- und Rohrmöbelfabrik. Neukölln, Berliner Str. 89. Quergeb. part. ( Kein Laden.) Reffc- u. Sportartikel Inferieren Sie mit hervorragendem Erfolge im ,, Vorwärts" SCHUH- ETAGE ALT- KÖLLN Köllnischer Fischmarkt 1, I. Etage zwischen Sparkasse Restbestände in braunen Damen Halbschuhen, nur 98.00 an echt Leder. von Diverse Artikel mit Schönheitsfehlern, ganz enorm billig. Sportschuhe für Tennis, Segel und Jagd Ruderer Schuhe nach Vorschrift d. Verb enorm billig Preiswert und gut kauft man meist zurückgesetzt, Damen- u. Herren- Stoffe im Tuchhaus M. E. FREITAG Berlin, Molkenmarkt 14/15 Homespuns und Schlüpfer, die große Mode Anzug- und Covercoatstoffe von M. 35 bis M. 200 und Damen- LederStraßenSpangen- Schuhe Lederausführ., Kernledersohlen, hoher Absatz Serie I 38.90 Serie II 52.75 Korsette aus la Stoffen und in allen Preislagen empfiehlt Korsett- Fabrik Richard Necke 1. Geschäft: Berlin- Karlshorst. Treskow- Allee 83 2. Geschäft: B.- Lichtenberg, Neue Bahnhofstr. 36 3. Geschäft: Berlin, Kommandantenstr. 23 Ecke Alte Jakobstraße 124 Bz bellt der Sund?- bat die Rub ein Flohmaul? ift die Brea giftfest?-fraht der Bahn? fcheut bas Pferd?- frist bie Sau ihre Ferfel? ufw.? 175 Diese Fragen und alle anderen über die Lebensgewohn heiten und Eigenschaften. fowie über bie swedmaßigke Haftung unferer Gane tiere beantwortet der Haustier- Brehm bas neye, illuffrierte Buch von Th. Bell: Unsere Haustiere bas die Tiere verstehen und lieben lehrt und dem Tierhalter Ruten bringt. Preis br. 1. 20,-, geb. 1. 25, Buchhandlung Borwärts Berlin SW. 68, Lindenfir.2 Gardinen M. SpezialVerkauf in Stores, Künstler, Madras- u. Mullgarni turen. Bettdecken, Mull- u. Gardinenstückware. Besonders günstige Gelegenheitskäufe. Franz Funck, Neukölln, Böhmische Str.10 Gartenh. part. r. Do laß ich meinen Anzug machen? Wer garantiert für guten Siz u. Berarbeitung? May Motel, Schneidermeister Neukölln, Ringbahnstraße 33:: Tel. 909 Lieferant für höchste Staatsbeamten. Viele Anerkennungen nnd Dankschreiben. Kleine Anzeigen folgende folgende Borwärts" Ausgabestellen sowie Geschäftsstellen der Zeitungs- Zentrale( 3. 3.) Aftiengesellschaft an. II. Hof parterre. Straße 5/6, Hauptgeschäft. Bentrum: Aderstr. 174, am Soppenpl. Geöffnet von 9-6 Uhr. 6 Uhr. Westen: Stegliger Sir. 87, Cde Diagdeburger Straße. Ge- Charlottenburg II: Taursggener Str. 11. öffnet von 9-6 Uhr. Charlottenburg III: Sciferdamm 101. Geöffnet von 9-6 Uhr. Güden: Bärwaldstraße 2, a. b. Gneisenaustraße. Geöffnet Charlottenburg IV: Nürnberger Str. 23. Don 9-6 Uhr.. Prinzenstr. 31, Sof rechts part. Ge- agershort: manherz, Landsberger Str. 10. Eichwalde- Schmödwig: Räthner, Bahnhofstr. 89. Gener: Alberi geenide Friedrichstr. 21. Fichtenau. Kreßte, Waldstr. 28. Friedenau: Nheinstr. 27, Ede Rönnebergstraße. Jerufalemer| Buchholz, Blankenburg: Sainte, Buchholz, Bahnhofstr. 24.| Lichtenberg II, Rammelsburg, Stralen: Lichtenberg, Bog Charlottenburg I: Gefenheimer Str. 1. Geöffnet von 9 bis hagener Str. 62. Geöffnet von 9-6 Uhr. Lichtenberg III, Friedrichsfelde: Frankfurter Allee 185, Laden. Lichtenrade: Franz Wichura, Kaiser- Friedrich- Str. 9, Restaurant. aiten beag: Ga 13 mann, Faltenberg, Gartenstadtstr. 10. öffnet von 9-6 Uhr. Often: Markusstr. 36. Geöffnet von 9-6 Uhr. Peters burger Play 4. Geöffnet von 9-6 Uhr. Südosten: Laufiger Blag 14/15. Geöffnet von 9-6 Uhr. Sordosten: Immanuelfirchstr. 24. Geöffnet von 9-6 Uhr. Moabit: Wilhelmshavener Str. 48. Lübecker Str. 11. Ge- redersdorf- Petershagen: Uften walter. Petershagen. öffnet von 9-6 Uhr. Wedding: Müllerstr. 34a, Ece Utrechter Straße. Friedrichshagen: Hoffmann, Friedrichshagen, Kurze Frau Schneider Reinickendorfer Str. 11, Papiergeschäft, Straße 1. Eingang Schönwalder Straße. Geöffnet von 9-6 Uhr. Grünan: Frana Rlein Friedrichstr. 10. Rosenthaler und Dranienburger Berstadt: Wattstr. 9. Ge. Salenfee, Grunewald: Halensee, Georg- Wilhelm- Str. 2. öffnet von 9-6 Uhr. Serafelde: Martin Smolibowsti. Gesundbrunnen: Bastianstr. 7. Geöffnet von 9-6 Uhr. Hennigsdorf: Emmulat, Rathenaustr. 2. Schönhauser Vorstadt: Greifenhagener Str. 22. Geöffnet Sehenneuendorf: Giegeris, Bismarckstraße. Don 9-6 Uhr. Johannisthat. Alwin Gammich Ablershof, Alt- Slicnide: Fel. Walter, Adlersal Ge. Starlshorst: Frau Stante, Sentigftr. 32, vorn parterre. noffenfchaftsstr. 6, parterre. Raulsdorf: Liebig, Finsterberger Str. 4. Baumschulenweg: Frau Röpte, Riefholaftr. 180, 2aden. Rönigs- Wusterhausen, Niederichme: Friedr. Baumann, Bernan, Röntgental, Reperaid. Schönbrüd, Kazow und Buch: Rörenid, Hirschgarten: Schlag, Rieger Str. 6( Laben). Königs- Wusterhausen, Berliner Str. 6. Heinrich Brofe Bernau Mühlenftr. 5. Biesdorf: W. Danneberg, Bittoriaftr. 11. Bohnsdorf: Sorlemann, Genoffenschaftshaus Barabies" Geöffnet von 9-6 Uhr. Bismardite. 8. Lichtenberg 1: Lichtenberg, Wartenbergstr. 1 Geöffnet Don 9-6 Uhr. Lichterfelde Oft, Lantwik: H. Benze. Bankwik RaiserBilheim- Str. B. Lichterfelde- Best: Schaedel, Sindenburgdamm 84. Mahlstorf: Emil Raufd), Lemteftr. 25. Mariendorf: uau Leip Chauffeeftr. 29. 120 Spanbau: Bullad, Morisstr. 14, Garth. 3 Tr. Staaten: Frau kuserau, Staaten, Scheidtstr. 12. Sübenbe: udwig Halsteftr. 36, Steglig: Jahnftr. 31. Ede Gildhornstr Restaurant a blow. Tegel, Borsigwalde, Reinickendorf- West, Waidmannsluft, Freie Scholle, Sermsdorf, Birkenwerder, Bergselbe, Stolpe und Borgsdorf: Borsigwalde, Räuschstr. 10., Geöffnet von 9-6 Uhr. Teltow: Krüger, Schönow, Dorfstr. 9. Tempelhof: Raifer- Wilhelm- Str. 13. Marienfelbe: Friz Greulich, Kirchstr. 27; Gübring 762. Sempelhof: Randler, Sohenzollerntorso 5. Tres Trebbin: Göring, Bahnhofstr. 62. Trestow: ramena Aiefbolzitr. 412, born 1 Tr. Weißenfee: Berliner Afee 54. Bildan- Hohenlehme: Rud. Lettom. Wilhelmshagen, Seffenwinkel: Schulze, Wilhelmshagen, Wilhelmstr. 31. Bilmersdorf: Holsteinische Str. 10, Raiserplag 15. Neuenhagen Benate Riegelfir. 71. Reutöün: Nederstr. 2. Geöffnet von 9-6 Uhr. Reukölln- Brig: Giegfriedstr. 28/29. Geöffnet pon 9-6 Uhr. Ricberschöneweide: Hartrampf. Brüdenstr. 10 II. Niederschönhausen, Rorderbi G. Gairebener fowstr. 14. Rowawes: Rari Rrobnberg Eisenbahnftr. 10. Oranienburg: Seint. venhardt, Stralsunder Str. 6. Bittenau: Wilh. 3immermann, Rofenthaler Str. 46. Oberschöneweibe: Robert Bani Mathildenstt. 5. Pantow: Rikmann Sohlenstr. 70. Botsbem: Frau Lad, Auriürstenstraße 11. Rabasdorf: Teichert orftftr. 7. Reinidendorf- Oft Schönbola: Albert Wahle. Brovina. Brake 56( Laden). Shmargendorf: Nehab. Breite Str. 4. Reinidendorf Rofenthal: W. Buro. Brinz- Heinrich- Str. 34. Schöneberg: Belziger Str. 27. Geöffnet von 9-6 Uhr. Senaia: riebewald Chauffeeftr. 54. Siemensstadt: Stein, Ronnendamm- lee 92 a Boltersdorf: Schurbaum, Eichendamm 22. Behlendorf Schlachtenfee. Ritolasice: Beaner. Rehlendorf, Teltower Str. 3. Reuthen, Miersdorf: Eraft Kurfürftenstr. 46. interfeld. Reuthen Boffene Ibert Stein. Mittenwalder Etr. 17. Sämtliche Literatur fowie alle wiffenfchaftlichen Werks werden geliefert. Sonntags find die Geschäftsstellen geichloffen.