Nr. 268. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Oesterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Naum 40 Pfg., für Vereins: und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bor mittags geöffnet. Zerusprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuts- Straße 2. Freitag, den 16. November 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Bur Diphtherikisfrage. egen sollen, zumal ein bauernder Bezug bes Mittels noch Hauswirth erzürnen, und darum wird er möglichst ein Aus ärztlichen Kreisen wird uns geschrieben: lichkeit verhandeln und dadurch das Publikum vorzeitig seine Praxis angewiesen, darum darf er sich nicht mit dem erregen nicht gesichert ist. Dabei ist der Vertrieb einer Aktien Gutachten über die Wohnung zu vermeiden suchen. AnZur Zeit ist die Frage der Behandlung der Diphtherie gesellschaft übergeben; dieselbe wird natürlich auch noch genommen den Fall, in einer Arbeiterwohnung auf dem durch das sogenannte Heilserum eine brennende geworden, durch Reklame- Artikel die Kauflust zu steigern suchen, nicht Lande bricht der Typhus aus; der Physikus ist der Arzt nachdem der Kongreß für Hygiene in Budapest sich für die zum Schaden der Aktionäre. Allerdings scheint ja bezüglich des Gutes, behandelt den Kranken und macht zugleich Anwendung dieser Behandlung entschieden hat. Die meisten der Beschaffung für die arme Bevölkerung gesorgt werden pflichtgemäß Anzeige von den Umständen, welche den Typhus Nichtärzte werden nun wahrscheinlich eine falsche Vor- zu sollen; umsomehr hätte man, durch das Koch'sche verursacht haben. Sun, so kann man als fast sicher annehmen, stellung von dem Wesen der Serumbehandlung haben, da Tuberkulin- Fiasko gewißigt, vorsichtig sein sollen mit der daß der Gutsbefizer sich einen anderen Arzt engagirt. In man meift von einer Impfung" gegen Diphtherie sprechen Veröffentlichung; denn es bleibt die Gefahr einer neuen Ents beiden Fällen hätte der Medizinalbeamte aus eigener hört. Es erfolgt aber die Einverleibung des Serums täuschung bestehen, und von neuem werden sich viel schwerer Initiative einschreiten einschreiten müssen; hat hat man es aber feineswegs in der Weise, wie man mit Pockenlymphe impft, die Mittel finden, die Anwendung zu verallgemeinern, falls auch schon einmal erlebt, daß er amtlich beauftragt worden sondern der Stoff wird mittels einer Nadelsprize unter die nach einiger Zeit die Methode verbessert sein sollte. wäre, die Wohnungen in den Arbeitervierteln zu revidiren? Haut gesprißt, indem also die Nadel der Sprize in eine Wie bemerkt, scheint dafür gesorgt zu werden, daß die Die Wohlhabenden können wohl für sich allein sorgen; Hautfalte gestochen wird. Dabei ist zu unterscheiden, ob Anwendung des Mittels, trotz seines unvermeidlich hohen aber wer beschafft dem Armen eine gesunde Wohnung, ge noch gesunde Kinder für Diphtherie unempfänglich gemacht Preises, auch bei Armen geschehen kann. Uns scheint sundes Wasser, gesunde Arbeitsräume, wer hilft ihm die oder bereits franke geheilt werden sollen. Im ersteren aber das bedenklich dabei: wird man nicht seitens Seuche von seiner Familie fernhalten? Hier muß ihm der Falle sollen 4 Kubitzentimeter, im letzteren 10 eingespritzt der Regierung in Preußen, im Bewußtsein, einmal Staat beistehen. werden. Den meisten wird eine Morphiumeinsprigung be- wieder etwas Besonderes für die ärmere Bevölkerung gethan Was dann die Schulen betrifft, so ist jeder, der sich fannt sein; eine solche umfaßt aber nur 1 Rubikzentimeter; zu haben, wieder eine Weile eine unendlich wichtigere Sache nicht einen Privatlehrer halten kann, also die breite Masse eine Diphtherie Einsprißung würde also gleich 4 resp. vertagen? Wir meinen die Beaufsichtigung der Wohnungen des Volkes, gezwungen, seine Kinder denselben anzuvertrauen. 10 Morphiumspriten sein. Es leuchtet von selbst ein, und der Schulen. Der Kongreß stellte fest:" Anhäufungen Sollte man es da eigentlich nicht für ganz selbstverständlich daß eine solche Einspritzung bei einem kleinen Rinde einen von Schmutz, dunkle und feuchte Wohnungen begünstigen halten, daß der Staat dafür sorgt, daß die Schulräume erheblichen Eingriff in den Organismus bedeutet, zumal die Konservirung der Bazillen und die Verbreitung der gesund sind, daß sich überhaupt die Kinder aus der Schule diefelbe oft genug wiederholt werden muß. Wohl hat sich Krankheit. Als besonderes wichtiges Moment ist in erster feine Krankheit mit nach Hause bringen? Da wären also in zahlreichen Fällen eine Schädlichkeit der Impfung nicht Reihe Kinderreichthum der Familien hervorzuheben. Aber vor allen Dingen die Schulräumlichkeiten zu beaufsichtigen, ergeben, aber ob die Theilnehmer des Kongresses auf die auch andere Vereinigungen von Kindern können zur Ver dann die Ueberfüllung derselben, ferner der Gesundheitszustand absolute Gefahrlosigkeit derselben schwören würden, scheint breitung der Seuche Anlaß geben, so Schulen, Krippen 2c." der Kinder periodisch festzustellen 2c. Es wäre also eine sehr uns recht zweifelhaft. Hat doch Prof. Löffler, der Entdecker Diese Säße wurden nicht nur vom ganzen Kongreß ange- wichtige und dankbare Aufgabe. Aber hat jemand bemerkt, der Diphtheriebazillen, seine eigene Tochter vor kurzem an- nommen, sondern sind auch seit vielen Jahren allgemein daß dieselbe in Preußen irgendwie ernstlich in Angriff gescheinend nicht so behandelt. Gegen die Unschädlichkeit anerkannt. Warum greift der Staat nicht endlich hier an, nommen worden ist, trotzdem seit Jahr und Tag darüber sprechen schon die öfter beobachteten Hautausschläge nach warum tritt er nicht endlich der Abstellung der Uebelstände geredet und geschrieben wird und vom Regierungstische aus der Impfung. Ferner glaubte man anfangs, bei der Schutz- in den Wohnungen der Arbeiter und in den Schulen näher, die Sache als durchaus nothwendig seit langer Zeit animpfung mit einer Menge von 1 Rubitzentimeter auszu- als einem Schußmittel, an dessen Wirksamkeit im Gegen- erkannt worden ist? Warum wohl nicht? fommen, hat aber dieselbe bereits auf 4 erhöhen müssen. saße zum Heilferum ein 3 weifel nicht besteht? Ferner wird niemand leugnen können, daß die Zahl Dann nahm man anfangs an, daß der Schuh etwa 2 Jahr Gewiß wird hier mancher denken, ja, sind denn dazu nicht der Todesfälle den besten Gradmesser für die Bösartigkeit vorhalten würde, allein jetzt meint man, nur für einen die Kreisphysiker da? O ja, sie sind wohl dazu da, aber einer Epidemie bildet, mithin auch für die Diphtheritis. Schutz auf 4 Wochen garantiren zu dürfen. Man sieht, sie können nur nicht. Oft genug kommen die Leute zu Um eine wirksame Abwehr gegen lettere und jede andere die Sache ist noch nicht reif. Das hat auch der Kongreß denselben und bitten Sehen Sie sich doch blos mal ansteckende Krankheit zu schaffen, müssen also vor allem die ausgesprochen, indem er aufforderte, die Schutzkraft weiter meine neue Wohnung an; der Wirth wollte alles machen Todesursachen genau festgestellt werden. Das kann natur zu erforschen. Das haben viele Regierungen durch ein- lassen, aber es ist noch gerade so ein Schmugloch geblieben, gemäß nnr durch eine obligatorische Leichenschau geschehen. schränkende Bestimmungen für die Anwendung und durch wie es der vorige Miether verlassen hat. Da müssen einem Warum haben andere deutsche Staaten fie und Preußen Warnung befundet. Könnte man durch Einspritzung von ja die Kinder krank werden." Und der unglückliche Physikus nicht? Warum ist sie nicht weiter gekommen, trotzdem 1 Rubitzentimeter einen Schuß auf etwa 1 Jahr er- möchte wohl helfen, und er könnte es auch; denn er brauchte schon vor Jahr und Tag das Fehlen der obligatorischen zielen, dann wäre die Sache schon anders. Wir wollen ja nur hinzugehen und zu bescheinigen, daß die Wohnung Leichenschau im Reichstage als standalös bezeichnet wurde? gewiß nicht die Verdienste der Entdecker verkleinern; aber für Menschen nicht geeignet ist, und der Mann ist erlöst. Damals erklärte Herr von Boetticher, daß die Einführung man hätte die Angelegenheit noch nicht in breitefter Deffent- Aber er ist bei seinem lächerlichen Gehalt von 900 M. auf die Leichenschau nach Erledigung des Reichs- Seuchen Feuilleton. Im Exil. 5 eine merkwürdige, phantastische Landung im Hafen von. III. Das Reisen in einem fremden Lande besitzt die Bouveret. wunderbare Eigenschaft, daß es alle unnöthigen Grübeleien, Eine Stimme rief ihm zu! Geradeaus! als er nichts [ Nachbruck verboten.] ja sogar großen Kummer zerstreut. Es mag für den Körper weiter als sich überschlagende Wellen und einen Berggipfel, der ermüdend sein, für die Seele bedeutet es immer ein Aus- wie eine Mauer steil in die Höhe stieg, vor sich sah. Dann mußte ruhen. Sie ist dann passiv, sie braucht nicht mehr nach er sich auf einem schmalen Wege, der zwischen zwei Gewässern bei jedem Schritte drängen entlang führte, vorwärts tasten; dann ging er eine in den sie sich ihr von selbst auf. Die Außenwelt tritt durch das Felsen gehauene Stiege hinauf, und schließlich in das einzige Auge an sie heran. Sie erfüllt die Seele mit einer Reihe Gasthaus des Dorfes, wo er beim einförmigen Wiegenlied wechselnder Bilder, die für die Sorgen, von denen sie früher der Wellen eine unruhige Nacht hatte. gequält war, feinen Platz übrig lassen. Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung neuen Eindrücken zu suchen, von Marie Kunert. des Gefegnet sei er, dieser Brief aus Frankreich! René füßte ihn voll Entzücken, dessen er sich nicht erwehren konnte. Wenn dies noch nicht das Glück war, so war es doch ein Am nächsten Tage jedoch änderte sich das Bild. Rings Sonnenstrahl, der den Nebel durchbrach, eine Liebkosung René hatte dies schon auf der eiligen Reise von Paris lag auf der Landschaft ruhiger, heiterer Glanz. Die Berga aus weiter Ferne. Der Brief war traurig und brachte nach Genf empfunden. Noch beffer konnte er es jetzt gipfel trugen Kronen von frischgefallenem Schnee und doch Freude, Muth und Kraft. empfinden, als er mit dem Dampfschiff von Genf nach hatten sich ganz in weiße Gazeschleier gehüllt. Rückfahrt Hené war nicht mehr allein. Er fühlte, er wurde Vevey fuhr. Diese erste Seefahrt vergaß er nie wieder. mit demselben Dampfer auf dem nun blausammetnen See, geliebt, sein Dasein war für andere nöthig, unsichtbar be Die Sonne kämpfte beständig gegen den Regen an, der in prächtigen, großen Mogen dahinrollte den schönen, buchtenreichen Ufern gleiteten ihn ihre Wünsche. So war er seiner Muth- es waren beinahe Aprilschauer im September, als ob entlang losigkeit entrissen. das zu Ende gehende Jahr noch einmal in seine Kindheits- Sees, vorüber am Fuße der grünen Berge, wo Alpen in weiche Formen Am selben Abend noch las er in einer Zeitung ein launen zurückfiel. Ein Regenbogen, stets zurückweichend, die strenge Hoheit der Alpen in Stellenangebot. Am Gymnasium zu Vevey war die Stelle 30g vor dem Schiff her. Der See war bald durch die übergeht, vorüber an den Stätten, wo die Poesie der eines Lehrers für Geschichte und französischen Unterricht Wolfenschatten von violetten Flecken übersäet, bald in Menschen sich mit der der Natur vermählt, um welche Dreißig Klassenstunden wöchentlich. 2000 Frants breiter Fläche golden beglänzt durch einen Sonnenstrahl, die Schatten von Byron und Jean Jacques Gehalt. Prüfung in zehn Tagen." Bevey! das sagte ihm der den bläulichen Nebel durchdrungen hatte. Sanft glitt Rousseau schweben, wo die Welle, die das Ufer tüßt, vorläufig nicht viel. Ein Vers von Musset: Nach das Boot der Savonischen Küste entlang. In Eviau, wo 2 amartine'sche Verse zu murmeln scheint. In Vevey, unter grünen Apfelbäumen angehalten wurde, war René etwas unruhig. Er mußte langem, bewunderndem Staunen, bei dem es René schwer fam ihm hartnäckig immer wieder in den Sinn. hier auf einen anderen Dampfer warten und durfte es doch wurde, sein Entzücken nicht laut auszusprechen, erfolgte erinnerte sich, daß hier daß hier einftmals die Liebe nicht wagen, den Fuß auf französischen Boden zu setzen, der endlich die Ankunft in der kleinen Stadt Vevey, die sich Juliens und Saint- Breur's) begonnen. Jedenfalls war ihm jezt verboten war. Ahnte er schon, wie oft er von seinem Blick bisher entzogen hatte, wie das gelobte Land. Beven vorläufig ebenso gut wie irgend etwas anderes! dem gegenüberliegenden Ufer mit Neid, mit Sehnsucht würde er je in diesem lachenden Paradiese, in dem die Die Bedingungen waren nicht gerade glänzend. Aber er auf dieses Winkelchen von Frankreich, auf dem nun seine Erhabenheit der Natur ihn in Staunen und Entzücken vera konnte jetzt nicht wählerisch sein, und ohne zu zögern reiste Blicke und Wünsche frei umherschweifen durften, hinüber- fegte, unglücklich sein können? René war es, als hätte eine gute Fee ihn hierher ges René am nächsten Tage nach der kleinen Stadt, zu der ihn schauen würde? Der warme Südwind verstärkte sich zum der Wind des Bufalls trug. Sturm, der See schäumte und schlug Wellen wie das Meer, führt, und die Ereignisse der folgenden Tage trugen mit so daß der Dampfer in Vevey nicht landen konnte. Mitten dazu bei, ihn in seiner Meinung zu bestärken. Er siegte in düsterer Nacht erfolgte endlich die Landung in Bouveret in dem Weltkampf mit seinen Mitbewerbern um die von vakant. Er B Aus dem Roman Rousseau's: Die Neue Heloise. V gesetzes beabsichtigt werde. Nachdem letzteres spurlos ver- Ivon Verbrechen und für Aufreizung und Verleitung von erhebliche ist, während Friedberg seine Majorität nur durch die schwunden ist bisher ist beim Bundesrath nichts davon zu Militärpersonen enthalten; ferner eine Verschärfung und abhängigen Landarbeiter noch einmal errungen hat. bemerken gewesen wäre also auch wohl die Leichenschau Ausdehnung der Bestimmungen über die Androhung von Die intelligente und verhältnißmäßig frei für immer vertagt. Sollte der Herr Staatssekretär seiner Gewalt und Abänderung der§§ 130 und 131 des Straf. wählende Bevölkerung hat den Sozialdemokraten gezeit des Echicksal des Reichssenchen- Gesetzes nicht ungefähr gesetzbuchs. In Verbindung damit stehen Bestimmungen Nation alliberalen. Der Nationalliberalismus hat überwählt, die unaufgeklärte und abhängige den haben ahnen können? über die vorläufige Beschlagnahme von Druckschriften. haupt nicht gefiegt. Soweit bei den Friedberg'schen Stimmen Warum hat nun wohl Preußen die Kontrolle der Die neuen Minister konnten noch nicht an's Regieren überhaupt von flarer Parteifiellung die Rede sein kann, Todesursachen, der Wohnungen, der Schulen nicht längst denken und werden doch schon von den Agrariern durch find es vorzüglich die Konservativen, welche den Erzeingeführt? Aus dem einfachen Grunde, weil die Organe telegraphisch übermittelte Glücks- und andere Wünsche stark Friedberg geht vollständig fapitalistenvertreter gewählt haben. Der sog. Nationalliberale von Gnaden der konservativen für dies alles nur die Kreisphysiker sein könnten, und weil diese Beamten mit ihrer unglücklichen Stellung gar nicht in erheblichen Bruchtheil seines Kriegsschatzes zu Depeschen an liberalismus in Anhalt II ist thatsächlich durch diese Wahl völlig Diese Beamten mit ihrer unglücklichen Stellung gar nicht in belästigt. Der Bund der Landwirthe hat einen nicht un- Grundbefizer noch einmal in den Reichstag. Der Nationalder Lage sind, diese Kontrolle auszuüben. den neuen Reichskanzler verwandt. Dem Landwirthschafts- niedergeschmettert. Gefiegt haben noch einmal die OrdnungsWir brauchen durchgreifende Arbeiterschutz- Gesetze, minister, als ehemaligen Welsen, rücken die um Schorlemer parteien, aber nicht unter Führung der National welche die Lage der Arbeiterklasse verbessern; aber innig Alst mit ihren Wünschen zu Leibe. Der neueste Landwirth- liberalen, sondern des tonservativen Bundes verbunden damit muß die öffentliche Gesundheitspflege, ersandwirthe. Eg her füllt von sozialpolitischem Geiste, thatkräftig Hand anlegen. schaftsminister hat ihnen folgende Antwort ertheilt: Dante herzlich für Glückwunsch; werde ehrlich für das Ordnungsbrei noch einmal errungen hat. Die nächste ReichstagsEbenso, wie sich der Staat dazu verstanden hat, Fabrik- wohl der Landwirthschaft kämpfen; erhoffe Wahl bringt den Sieg der Sozialdemokratie gewiß. Aber auch inspektoren anzustellen, so muß er auch endlich daran gehen, Ihre Unterstügung. Hammerstein." gestern schon haben wir trotz der äußeren Niederlage gefiegt. Die wirkliche Gesundheitsinspektoren zu schaffen, riesige Zunahme der sozialdemokratischen Stimmen zeigt ganz d. h. der preußische Staat muß seinen Physikern Zu der Entlassung des Justizministers v. Schelling deutlich, wohin der Weg geht." Wie sehr die Nationalliberalen ihren Sieg als einen endlich die Möglichkeit und die Pflicht geben, als wirkliche macht das Deutsche Wochenblatt" folgende Mittheilung: Kreis- Sanitätsbeamte zu walten. Den ersten Anlaß zu einem Dissens zwischen dem Kaiser Pyrrhussieg betrachten, geht aus den folgenden Ausführungen Da giebt es aber nun und dem Minister hatte der Fall Kirchhoff gegeben. Die der Nationalliberalen Korrespondenz" hervor: einmal feinen anderen Weg, als dieselben wirthschaftlich Bertheidigung, welche das Vorgehen des Generalmajors Kirchhoff Die Sozialdemokratie, für deren Kandidaten man vor zehn sicher und unabhängig zu stellen und ihnen die nöthige feitens des preußischen Kriegsministers im Abgeordnetenhause Jahren 225 Stimmen zählte, hat am 30. Oktober in der HauptInitiative zu geben. Warum geschicht das nun nicht?( foll wohl heißen im Reichstage. Red.) gefunden, hatte den wahl 9200 und jetzt in der Stichwahl 18 200 Stimmen erhalten. Seit über 40 Jahren ist von allen Seiten, auch von der Justizminister veranlaßt, sowohl dem Kriegsminister gegenüber Die Ziffern sprechen beredt genug dafür, mit welchem Erfolg Regierung, oft genug die unbedingte Nothwendigkeit einer wie auch später dem Kaiser selbst die Unhaltbarkeit der von hier der Verhegung der Massen gegen das Eigenthum und Neuorganisation des Medizinalwesens in Preußen anerkannt dem Kriegsminister aufgestellten Behauptungen aufgestellten Behauptungen vom recht: gegen die Verschiedenheit des Einkommens von bürgerlicher und versprochen worden der eine Minister erklärte sein lichen Standpunkte aus darzuthun. Dies hatte der Kaiser nicht radikaler Seite Vorschub geleistet worden. Vor vier Jahren Yebhaftes, der nächste sein lebhaftestes, der dritte das aller- wohl aufgenommen; das damalige Verbleiben des Herrn von war es noch der Deutschfreisinn, der den Nationalliberalen in Schelling im Amt ist besonders durch die Intervention des Herrn dem Stärkeverhältniß gegenüberstand, wie bei der Hauptwahl. lebhafteste Jnteresse dafür, und doch ist bisher so gut von Bötticher gesichert worden. Seitdem hat der Kaiser am 30. Dttober b. J. die Sozialdemokratie. Seine Gefolgschaft wie nichts geschehen. Im Jahre 1878 etwa hat das Ab- wiederholt Veranlassung genommen, seinem ist auf eine fleine Zahl zusammengeschrumpft, von der freilich geordnetenhaus einstimmig seine Bereitwilligkeit erklärt, die Befremden über die wenig straffe und schneidige immer noch ein Bruchtheil zur Sozialdemokratie übergegangen nothwendigen Mittel zu gewähren, am Geldpunkte liegt es Rechtsprechung, insbesondere in politischen ist, während allerdings der Mehrheit der 2000 Frei demnach nicht. Warum wird also, noch einmal, nichts aus Proseffen, Ausdruck zu geben. Der Kaiser glaubte dies auf finnigen die Anerkennung dafür gebührt, daß jener Neuorganisation? Ja, wir wissen trotz allem Nach einen Mangel an Energie in der obersten Justiz fie in der Stichwahl dem National Liberalen Senken keinen anderen Grund zu finden, als daß die Ma- verwaltung zurückführen zu müssen. In dieser Ansicht ist ihre Unterstüßung gelieben haben. terie zu schwierig ist". Aber das kann doch schließlich nicht bestärkt worden, welcher gerade mit Rücksicht auf die Anwendung Corr." den Sozialdemokraten erhebliche Unterstüßung seitens der Kaiser nunmehr durch den neu ernannten Herrn v. Köller In ihren weiteren Ausführungen will die Nat.- Lib. auf die Dauer ein Hinderniß sein, diese Sache endlich mit der neuen Gefeße gegen den Umsturz eine derartige Energie an der Mittelstandspartei andichten. Gründlichkeit zu behandeln. oberster Stelle als nothwendige Voraussetzung betrachtete." Darum ist es die höchste Zeit, daß die Quacksalberei aufhöre und eine gründliche Neu- Organisation des preußischen Medizinalwesens durchgeführt werde mit wirklichen Medizinalbeamten in den Kreisen, damit sie sich den Aufgaben der Hygiene widmen, insbesondere auch den Wohnungs- und Ernährungsverhältnissen der arbeitenden Klasse, den Epidemien nnter derselben und den Schulen ihre Aufmerksamkeit und Fürsorge zuwenden können. Aber wann wird das werden? Hieß es doch schon wieder, der Kultusminister wolle zum Ressort des Justizministeriums übertreten, gerade er, unter dem endlich die wichtige Reform erheblich gefördert zu sein scheint. Wir hoffen und erwarten, daß der Minister den Ruhm, dem arbeitenden Bolle eine so wesentliche Hilfe gebracht zu haben, höher schätzen wird als das Justizreffort. Denn auf jeden Fall bleibt die Durchführung der Medizinalreform mit ihrer dauernden Fürsorge für die Hygiene der arbeitenden Bevölkerung eine weit bedeutendere Aufgabe, als die allerdings bequemere und für den Augenblick mehr Effekt machende Beschaffung einiger Hunderttausend Mark für die Behandlung armer Kinder mit dem Heilserum von bisher zweifelhaftem Werthe. So wie sich aber die Dinge bisher entwickelt haben, muß die Verantwortung dafür, daß wir in Preußen nicht Tängst ein geordnetes Gesundheitswesen besitzen, trotz aller Versicherungen und Versprechungen der Minister, nach wie vor der Staatsregierung allein überlassen werden. Politische Leberlicht. " Berlin, den 15. November. Zum Kampf gegen den Umsturz". Die" Post" erfährt das Folgende: In der Umsturzvorlage", welche, nachdem die kaiserliche Ermächtigung zu ihrer Einbringung im Bundesrathe ertheilt worden ist, dem letzteren unverzüglich zugehen dürfte, sobald die Motive fertig ausgearbeitet sind, ist u. a. auch das llebergreifen der fozialrevolutionären Propaganda auf das Gebiet der Heeresorganisation mit berücksichtigt. Wie die Frankfurter Zeitung" genauer mittheilt, soll die Vorlage die Strafbestimmungen für die Verherrlichung # " " Dem brauchen wir blos eine andere gegnerische Bundesrath. In der heutigen Sitzung des Bundesraths Stimme, die des Berliner Tageblattes" entgegenzustellen. wurden die Gesezentwürfe weger. Nenderung des Zolltarifs, über Dasselbe schreibt: Feststellung des Haushalts Etats für die Schuhgebiete auf das State jahr 1895/96 sowie die Invaliditäts- und Altersversicherung der Freisinnigen und der Mittelstandsparteiler" erhielt, so ist Da Herr Friedberg bei der Stichwahl auch Stimmen farbiger Seeleute im Verkehr mit westafrikanischen Häfen den der Sieg von fünf Parteien über die eine sozialdemokratische, betreffenden Ausschüssen überwiesen. Die Berichte der Ausschüsse wie man uns aus dem Kreise schreibt, fein sehr erfreulicher..... über den Entwurf des Etats der Marineverwaltung zum ReichsJedenfalls können wir auf unseren Stimmenzuwachs haushalts- Gtat für 1895/96, über den Entwurf des Etats der Post- und Telegraphenverwaltung und über den Entwurf des mit Stolz sehen, während der Professor Friedberg auf Etats der Reichsdruckerei zum Reichshaushalts- Etat für 1895/96 Stricken zum letzten Male aus Bernburg- Köthen in den Reichstag humpelt. wurden genehmigt. Beitung" schreibt: 10 Die preußische Fabrik- Inspektion. Die„ National " Das amtliche Wahlresultat der Nachwahl in Bern Die Agrarter sind wieder zu Gnaden gekommen. burg Köthen ist zwar noch nicht bekannt, aber trotzdem Giner ihrer Heißsporne, der Landrath von Holleufer, halten die Zeitungen mit ihren Urtheilen nicht mehr zurück. soll demnächst in ein höheres Amt der Provinzialverwaltung Fast alle gegnerischen Blätter gestehen ein, daß die Wahl vorrücken. Sollte diese Nachricht bestätigt werden, so würde schlacht trotz der Wiederwahl Friedberg's als ein Erfolg das Mandat des Reichstags- Wahlkreises Löwenberg der Sozialdemokratie angesehen werden muß. Bevor wir i. S ch L., dessen Abgeordneter Herr von Holleufer ist, er. auf diese Urtheile eingehen, sei mitgetheilt, was unser ledigt werden. Boltsblatt" für Anhalt über das Wahlergebniß schreibt: „ 11 565 Stimmen sind für Karl Schulze, 18 570 für Friedberg abgegeben. Gegen das Vorjahr hat die Sozialdemokratie dem Mit der Reorganisation der Fabrikaufsicht in Preußen ist nach 2420 Stimmen zugenommen, der Ordnungsbrei ca. bekanntlich eine Neuregelung der Dampfteffel. 366 Stimmen verloren. Wir sind zufrieden. Wir können zu Revision vorgenommen, so zwar, daß der Gewerbe- Aufsichtsfrieden sein. Der Sprung von 9000 auf ca. 13 000, wie er hätte bienft mit der Kesselrevision, soweit lettere nicht von Resselübergemacht werden müssen, um den Sieg für die Sozialdemokratie zu erringen, war zu groß, um ihn in einem Jahre zu machen. wachungs- Vereinen geübt wird, verbunden ist. Im laufenden Etatsjahre ist der legte Schritt zur Durchführung beider und doch wäre er gemacht worden, wenn nicht auf dem Lande Reformen gethan. Die Wirkungen der Uebertragung der Kesselder fürchterlichste Druck auf die abhängigen Wähler ausgeübt revision auf die Aufsichtsbeamten hat stellenweise ein brüdende worden wäre. Der Friedberg'sche Stimmzettel war deutlich fennbar Bel a st ung des eigentlichen Fabrit Aufsichts Belastung gemacht worden, durch Format und Papierart. Infolge Dienste 3 bisher zur Folge gehabt, andererseits aber insofern dessen war die Wahl auf dem Lande, wo die Wahlvorsteher jeden Ginzelnen fennen, teine geheime, sondern eine die Ueberwachung der fleineren Betriebe durch die gleichzeitige üblich gewirkt, als die Schulung der Gewerbe- Inspektoren und öffentliche, was für die abhängigen Leute auf dem Ausübung der Steffelrevision gefördert worden ist. Es liegt Lande soviel bedeutet, daß sie es nicht wegen dürfen, den sozial- baber die Absicht vor, in der Regelung der Dampffessel- Revision, demokratischen Stimmzettel abzugeben. Dazu kommt die feige wie sie gegenwärtig Platz gegriffen hat, keine Henderung einEaalabtreiberei in betracht. Die Leute auf dem Lande erfahren treten zu lassen. bis heute über die Sozialdemokratie so gut wie nichts als die niederträchtigsten Lügen. Könnten wir uns auf dem Lande aussprechen, so wäre unser Sieg über allen Zweifel gewiß. Nicht die Ueberzeugung des Ordnungsbreies hat über die der Sozial demokratie gesiegt, sondern nur die rohe äußere Macht und Gewalt. Der Beweis dafür ist einfach dadurch erbracht, wenn wir uns vergegenwärtigen, daß in den Städten und Industriedörfern die Majorität für Schulze eine sehr " Die National- Zeitung" ist selbstverständlich als Fa brikanten Organ vom weiteren Niedergange der preußischen Selbst dieses Blatt Gewerbe- Inspektion hoch erfreut. kann den offenkundigen Mangel der Reorganisation, ihre Verbindung mit der Kesselrevision nicht hinwegleugnen, aber fie sucht auch eine gute Seite derselben hervorzuheben, näme lich die Förderung der Inspektion der kleinen Betriebe; da diese aber ihrer Mehrzahl nach keine Ressel, die revidirt werden können, besitzen, so liegt die Täuschung der Leser offen zu Tage. Mit Rücksicht auf die bei der preußischen Regierung herrschenden sozialpolitischen Auffaffung müffen wir aber leider glauben, daß die National- Beitung" recht hat, wenn sie behauptet, daß in der Regelung der preußi schen Tampftessel- Revision d. h. der Gewerbe- Juspektion keine Aenderung eintreten wird. ihm in Aussicht genommene Stellung; und er wurde auch eines Ingenieurs, war nicht etwa unvermögend. Sie besaß sofort angenommen und angestellt. Seine Mutter hatte ihn ein großes, zweistöckiges Haus, in dem sie nur das erste gebeten, sich nicht als politischer Flüchtling vorzustellen. Stockwert mit ihrem Töchterchen, ihrem kleinen Sohne und Wußte er denn überhaupt noch, daß er es war? Seit zwei Dienstboten bewohnte. Die übrigen Räume seiner Abreise war noch niemand gekommen, um ihn in der waren vermiethet. Außerdem wollte sie nun noch ein Zimmer Pariser Wohnung der Familie im Namen des Gesetzes zu im Parterre an einen Pensionär abtreten. holen. Vielleicht begnügte man sich mit einer Scheinverfolgung, Das Zimmer war altmodisch eingerichtet. Aber was so daß er schon in einigen Monaten zurückkehren konnte. Welche lag René daran? Er hatte Morgen- und Mittagssonne. ,, Die Fahne der Rebellion" soll Bebel in einer Nothwendigkeit lag dann noch vor, sich sein Fortkommen Durch eines der beiden Fenster sah er über eine fünfzehn Berliner Parteiversammlung, über die wir in der heutigen hier zu erfchiveren? Obgleich es seiner offenen Natur Meilen lange Fläche des Sees hinweg, die beim Sonnen- Nummer berichten, erhoben und damit seine Erfurter, Drohung schwer wurde, beschränkte René sich darauf, wo es nöthig untergang bis an das nahe Ufer heran wie mit funkelndem wahr gemacht" haben behauptet die Bossische Zeitung". war, zu sagen, daß er aus Gesundheitsrücksichten nach der Golde übersäet aussah. Durch das andere Fenster konnte Erstens hat Bebel seine Drohung" in einem ganz anderen Schweiz gekommen sei. Weiter wurde er auch nicht aus er verfolgen, wie die sieben in Schnee gehüllten Gipfel des Sinne ausgesprochen, wie er selber zur Genüge in Frankfurt gefragt. Er nahm seinen Namen wieder an, zeigte seine Dent du Midi beim Morgengrauen oder in der Abend- dargelegt hat; und zweitens hat er die Fahne der Rebellion, Diplome vor, bewies, daß er Talent hatte, und als er als dämmerung rosig überhaucht erschienen. Ein alter Garten nicht erhoben, sondern gestern ausdrücklich erklärt, daß man Lehrer angestellt wurde, schwor er mit allem Ernst, mit Rasenplägen, Weinspalieren, Hagebuchen und zwitschern sich selbstverständlich den Beschlüssen des Parteitags unterdeffen er fähig war, vor seinen Kollegen und künftigen den Vögeln zog sich sanft abfallend am Ufer des klaren werfen müsse; er hat das Recht der Kritit geübt, Schülern, daß er die Verfassung bes Kantons Waffers hin, und René schämte sich, daß es ihm fast das jedem Genossen im gleichen Maaße Waadt achten wolle. Dieser feierliche Eid fiel ihm zu leicht wurde, sich im Eril heimisch und behaglich zu zusteht. nicht schwer. Der erste Entschluß, den er gefaßt fühlen. hatte, war, niemals er Aus: Für hundert Franks monatlich hatte er hier Wohnung, zu vergessen, daß länder war, damit man nicht nöthig hatte, ihn daran zu Rost und Wäsche. Frau Roveray, eine hoch und schlank gewachsene brünette Frau in schwarzer Kleidung, mochte Da das Glück nur zu oft darin besteht, daß man dem etwa vierzig Jahre alt sein und wäre noch heute hübsch Unglück aus dem Wege geht, fonnte René fich Glück gewesen, wenn sie mehr Anmuth besessen hätte. Sie empfing Die sozialdemokratische Landtagsfraktion des wünschen, weil er der Geduldsprobe der vergeblichen Gänge ihn mit fühler Höflichkeit, die nicht der Würde ermangelte. und des langen Wartens entronnen war. Zudem war er Sie eröffnete ihm, daß er als zur Familie gehörig betrachtet bayerischen Landtages hat an den Vorsitzenden im gerade zu Beginn der Herbstferien eingetroffen: seit unvor werden würde. Er würde vielleicht die Pariser Küche, die bayerischen Ministerrathe folgende Eingabe gerichtet: Ew. Exzellenz beehren sich die unterzeichneten Mitglieder denklicher Zeit hatten die Kinder in der ersten Hälfte des so vorzüglich sein solle, vermissen, aber er tönne dennoch der Kammer der Abgeordneten den nachfolgenden Antrag an Oktober frei", um bei der Weinlese zu helfen. Er konnte gewiß sein, daß bemühen werde, ihn das Gesammtminifterium zu unterbreiten: sich in aller Gemächlichkeit einrichten, die Umgegend zufrieden zu stellen. Das alles wurde in furzem, ents Nach unwidersprochenen Berichten haben jüngst in Berlin, durchstreifen, sich mit den Landessitten vertraut machen. fchiedenem Zone vorgebracht. Frau Roveray zweifelte nicht, unter Theilnahme bayerischer Staatsminister, Besprechungen Nach seiner Meinung war es die erste Pflicht eines daß Herr Messant seinerseits der guten Meinung, die sie zwischen Vertretern verschiedener Bundesregierungen stattgefunden, schweizerischen Hauses, eine schöne Aussicht zu haben. Er von ihm erhalten, würdig sein würde. Sie wisse, daß er welche unter anderem eine Vereinbarung über das geplante Bor suchte und fand. Einige hundert Schritte von Beven hatte Lehrer am Gymnasium sei, und sie glaube, daß ein Mann, geben gegen den fog. U m ft ura, fowie über neue Reichs er in einem Städtchen, das man verzeihlicher Weise auch der sich der Erziehung der Jugend widmet, nur vollkommen steuern bezwedten. Das Ergebniß dieser Verabredungen foll für ein Torf halten fonnte, in la Tour de Peilz ein empfehlenswerth fein könnte. Als sie diese Worte gesprochen bereits dem Bundesrathe übermittelt worden sein, um alsbald Bimmer, das zu vermiethen war, entdeckt. Wie allgemein hatte, ohne daß auch nur der Schatten eines Lächelns ihre dem Reichstage in Form von Gesegesvorlagen unterbreitet zu dort üblich im Lande, war es in der Wohnung einer bürger- ftrengen Büge erhellte, reichte sie dem jungen Manne die Die Unterzeichneten stehen unverändert auf dem Rechtsstand lichen Familie. Die Besizerin, Frau Roveray, die Wittwel magere Hand. ( Fortsetzung folgt). punkte, daß der Landtag eine maßgebende Einwirkung auf die erinnern. man sich Was er sagte, wird zum Theil vielleicht Widerspruch hervorrufen, aber gerade die in unserer Partei herrschende Freiheit der Kritik wird dafür sorgen, daß aus der sich etwa entwickelnden Polemit der Partei kein Schaden, sondern nur Vortheil erwachsen kann. werden. Daffelbe wolle die Ermächtigung der Krone zur sofortigen Einberufung des Landtages zu einer außer ordentlichen Tagung von kurzer Dauer einholen. ( Folgen die Unterschriften.) Die Opfer von Fuchsmühl. Dem Regensburger Morgenblatt" wird geschrieben: Auf Grund eigener Erfahrung und verlässiger Mittheilungen bin ich nunmehr in der Lage, ein genaues Verzeichniß der Opfer bei der blutigen Affäre in Fuchsmühl zu bringen. I. Es wurden getödtet: artikel, " gerückt. " was Stimmführung der Bevollmächtigten Bayerns im Bundesrathe| prassen". O diese kapitalistisch anarchistische Seelenver[ zur Republic wieder um einen tüchtigen Schritt näher zu beanspruchen hat. Wohl haben sie dieser Auffassung infolge wandtschaft! der Haltung der Kammermehrheit bisher nicht zur Geltung zu verhelfen vermocht. Aber auch ohnedies widerspricht es den ur- Politische Theilnahmslosigkeit und Klaffen- Wahl- Russisch- Polen. Man schreibt uns: Den 27. Ofsprünglichsten Begriffen von Verfassungsmäßigkeit und Volts- recht bedingen sich gegenseitig. Dies geht auch aus der tober d. Js. erschien in Warschau die 4. Nummer des rechten, daß die Staatsregierung in Angelegenheiten von so tief- folgenden Meldung aus Graz hervor: Robotnik"( Arbeiter) Organ der sozialistischen einschneidender Bedeutung lediglich aus eigener Machtvoll kommenheit sollte entscheiden und das Gewicht Bayerns in die Fall vor, daß die Wähler zweier Wahlorte, da der aus einer geheimen Druckerei und ihr Erscheinen bildet einen Bei der heutigen Landtagswahl in Obersteier fam der seltene Partei Polens. Die Zeitung kommt selbstverständlich Waagschale werfen tönnen, ohne daß vorher der verfassungs- Deutschnationale Kandidat zurückgetreten war, überhaupt Beweis der Stärke der polnischen Arbeiterbewegung. Wir mäßigen Bertretung des Landes irgendwie Gelegenheit zu geben nicht an der Urne erschienen, so daß dort die Wahl entnehmen aus dem„ Robotnit" einige Notizen, die die in wäre, die Intereffen des Volkes zu wahren und seinen Willen fommission nicht gebildet und die Wahl nicht vorgenommen Russisch- Polen herrschenden sozialen und politischen Verzum Ausdruck zu bringen. Daß die Staatsregierung im Vor- werden konnte. In den übrigen Wahlorten wurde bei starker jahre für die neue Heeresvorlage eingetreten ist, ohne sich im Stimmenthaltung der liberale Kandidat gewählt. Der Landes- hältnisse charakterisiren. mindesten um die derselben feindliche Stimmung der großen ausschuß wird entscheiden, ob das Mandat giltig ist. Vom Warschauer Gouverneur wurde an die KreisMehrheit des bayerischen Volkes zu bekümmern, hat nicht wenig vorsteher ein Rundschreiben versandt, in welchem ihnen zum gewaltigen Ümsichgreifen der Unzufriedenheit im Lande beiDer Generalstreik beschäftigt in diesem Augenblick die Verpflichtung auferlegt wird, der Fabritinspektion Hilfe getragen, deren weitere Steigerung schließlich wohl auch die die französischen Genossen. Wie man sich erinnern zu leisten. Die russische Regierung scheint aber einen ganz Hindernisse überwinden würde, welche ein veraltetes Wahlgefeß wird, hat der sozialistische Parteifongreß von eigenthümlichen Begriff von den Aufgaben einer Fabrikder Geltendmachung des wahren Boltswillens bisher in den Nantes sich, in einer, von uns mitgetheilten, sehr aus- inspektion zu haben. Unter ihren Befugnissen finden wir Weg gelegt hat. Muß unter diesen Umständen die Einholung der Ansicht der als Waffe im Emanzipationskampf des Proletariats er bevorstehende oder drohende Streiks und führlichen und klaren Resolution gegen den Generalstreif nämlich die Sammlung von Nachrichten über Landesvertretung nach dem Ermessen der Unterzeichneten als un klärt, der unmittelbar an den Sozialisten- Kongreß sich an Unruhen, und die Polizeibehörden werden im erwähnten abweisbare Nothwendigkeit erscheinen, so würde der Landtag noch die weitere dringende Aufgabe vorfinden, eine durchgreifende schließende französische Gewerkschafts- Kongreß Rundschreiben aufgefordert, auf Wunsch der Fabrikinspektion Untersuchung der Blutthat von Fuchsmühl zu bewerkstelligen, die aber mit ziemlich großer Majorität( nicht mehr einstimmig tränkliche Arbeiter nach ihren Heimathsorten abzuschieben! das ganze Land in eine tiefe Erregung verfezt hat und für wie in früheren Jahren) fich für den Generalstreit aus- Daß unter diesen„ kränklichen" Arbeitern sich gerade die welche durch Feststellung der Verantwortlichkeiten, sowie durch gesprochen. Die französische Fachpresse beschäftigte sich mit gesundesten befinden, die aber als„ Rädelsführer" betrachtet gründliche Vorbeugung für die Zukunft dem empörten Rechts der Frage, während die politische Presse sie kaum berührte. werden, das versteht sich von selbst. Das ist der Arbeiter. gefühle des Boltes alsbaldige Genugthuung gegeben werden muß. Vor 3 Tagen nun brachte die" Petite Republique" aus der schuh, wie ihn die russische Regierung versteht! Aus diesen Gründen halten es die unterzeichneten Mitglieder Feder der Kammer der Abgeordneten für ihre Pflicht als Volksdes Genossen Henri Turot einen LeitAls eine der Ursachen der letzten Warschauer Vera der vertreter, an das Gesammtministerium den Antrag zu stellen: den Gencralstreik als das wichtigste und entscheidende Kampfmittel des Proletariats bin haftungen wird unter anderen eine Denunziation russischer Beitungen angegeben. Es war nämlich der edle Fürst stellte. Neue Gründe wurden nicht nur der alte utopistische Scheingrund, daß wenn alle öffentlich die Regierung aufgefordert hat, die Redakteure vorgeführt, Meschtscherski, der Redakteur des Graschdanin", der Räder still stehen" und wenn alle Arbeiter die Arbeit einstellen, der polnischen demokratischen Blätter zu verhaften die bürgerliche Gesellschaft am Ende ihres Lateins wäre auch geschah. was von niemand bestritten werden kann, ebenso wenig wie Eine Gruppe von Arbeitern aus Pruschkow, die das gleichwerthige Argument: wenn eine Eisenbahn auf sich seit 1892 in der Untersuchungshaft befanden, hat jetzt den Mond gebaut ist, kann jedermann sich den Mann im endlich das Urtheil erhalten. Das schwere Vergehen der Mond aus nächster Nähe ansehen." Mit wenn" und" aber" Leute war ein Streik und das Lesen von sozialistischen ist eben Alles möglich. Der Artikel Turot's war nicht be- Schriften. Das Urtheil lautete in einem Falle auf 2 Jahre merkenswerth, er veranlaßte aber einen bemerkenswerthen schweren Kerkers und 3 Jahre Berbannung nach Sibirien, Gegenartikel aus der Feder Millerand's. Neues konnte in den übrigen auf 18, 12, 8 und 6 Monate Kerker. Also auch Millerand nicht sagen, aber daß der Chefredakteur der zusammen 8-7 Jahre Freiheitsberaubung für einen Petite Republique", der Führer der sozialistischen Kammer- Streit! Das erklärt uns, warum die polnische Bourgeoisie fraktion, neben Jaurès der bedeutendste Parlamentarier der garnichts mehr von der Unabhängigkeit hören will. Denn Partei, sich auf den Standpunkt des wissenschaftlichen und solchen Schuß vor den Anmaßungen" der Arbeiter könnte praktische in Sozialismus gestellt hat, und gleich Jaurès fie taum in einer unabhängigen polnischen Republik finden. nun im Lager der sogenannten" Marxistischen Gruppe" sich befindet, das ist eine bedeutsame Thatsache und kann uns nur mit Freude erfüllen. Der alt gewordene Moniteur der In einer gestern hier gehaltenen Rede theilte der Premiere satten Bourgeoisic: der" Temps", sucht sich dadurch zu trösten, daß er von einem„ Schisma" d. h. einer„ Spaltung" minifter Lord Rosebery mit, daß die Regierung in der nächsten der Sozialisten reden. So oft unsere Feinde nicht mehr Staat in Wales und Schottland und betreffend das Verbot des Session Gesetzentwürfe betreffend die Trennung der Kirche vom aus noch ein wissen, lügen sie sich bekanntlich die Verkaufs alkoholischer Getränke vorlegen werde. Die Regierung Spaltung" vor. Nicht„ Spaltung", lieber Temps", son- werde sich in erster Linie mit der Frage der Beziehungen beider bern Klärung. Und das von den„ Anarchisten" und Rammern befchäftigen, um die Vorherrschaft des Hauses der sonstigen Stützen der heutigen Gesellschaft mit Zärtlichkeit Gemeinen herzustellen. betrachtete und gehätschelte Trugbild des Generalstreits" wird auch in Frankreich bald aus den Köpfen der Arbeiter Die südafrikanische Tragödie, der Kampf gegen Hendrik Witbooi endete mit einem Siege deutscher Kriegsganz verschwunden und in die leere Luft zerfloffen sein. mittel, aber nicht mit dem Ruhme Deutschlands, wie der Die franzöfifche Expedition nach Madagaskar ist folgende in der Beilage zum deutschen Kolonialblatte vervon der Kammer beschlossen worden. Die Regierung veröffentlichte Brief beweist: langt 15 000 Mann und 65 Millionen. Was natürlich bei „ Viel edler Herr Major Leutwein, hierdurch gebe ich weitem nicht ausreicht. Die Expedition soll erst bei Beginn geschickt werden, weil außerhalb dieser Beit das Klima zu folgen Sie mich nicht weiter. Sie feben ja, daß ich der Regenzeit, d. h. unseres Winters, ins Innere der Insel Ihnen diese Zeilen bei Ihren fünf Todten. Mein lieber edler Herr, ich bitte Sie, lassen Sie mich doch endlich stehen, ver mörderisch ist. Bei dieser Gelegenheit erinnert die Frant fliehe. Ich bin doch nicht so schuldig für Sie. furter Zeitung" daran, daß den Franzosen ihre Kolonial- In der Hoffnung, daß Sie dies thun, bin ich der Rapitän politit gerade so wenig etwas einbringt wie den Deutschen; Hendrik Witbooi. Ich bitte Sie, hören Sie doch mit dem Blutdaß sie ungeheure Geldsummen verschlingt, und daß vergießen auf, laffen Sie ferner fein Blut mehr fließen." Handel mit mit den Kolonien. der Handel Uns scheint der Gedankengang des Halbwilden zivilis fort während abnimmt. Er betrug für Frankreich das sirter als der seiner zivilisirten Berfolger." legte Jahr 400 Millionen( 189 Ausfuhr, 211 Einfuhr), das heißt 40 Millionen weniger als 1884. Und die Abnahme ist eine stetige. Kein Wunder, daß keine Begeisterung für das neueste Kolonialabenteuer aufkommen will, das ficherlich keine wirthschaftlichen Vortheile, und ebenso sicher auch keinen Ruhn" liefern wird nichts von jener windigen Waare, die für Narren materielle Güter auf wiegt. halten hatte. 1. Stod Georg, Bauer von Trübendorf, 68 Jahre und 11 Monate alt. Die Verwundung an der Stirne war unbedeutend, dagegen hatte ein Stich in die Brust einen schnelle: Tod zur Folge. Der Unglückliche blieb todt auf dem Plage, eine große Blutlache ließ erkennen, welch' schwere Munte er er 2. Bauer Leonhard, Handelsmann von Fuchsmühl, 68 Jahre und 7 Monate alt. Der gleichfalls verwundete Georg Konz von Fürstenhof( Gemeinde Fuchsmühl) sah, wie ein Soldat dem Bauer, welcher feinen Widerstand leistete, ben Batagan in die Brust stieß. Der Stich war durch die Brust geDrungen; gleichwohl vermochte der so schwer Verlegte noch bis auf die Straße zu gelangen, wo er in der Nähe der Platten: mühle zusammenbrach. Er empfing, am Graben liegend und von zwei Männern geftüßt, bei vollem Bewußtsein die legte Delung, während seine Tochter Magdalena das aus der klaffen den Wunde hervordringende Blut mit dem Sacktuche zurückzuhalten fuchte. Er starb nach wenigen Minuten, nachdem er auf einem Wagen nach Hause gebracht worden war. 11. Schwer verwundet sind: 1. Rob! Michael, Gütler in Fuchsmühl, 59 Jahre alt. Er erhielt, etwa 800 Schritte von der Hiebfläche entfernt, zuerst eine Wunde am Gefäße, stürzte hierauf zusammen, worauf ihm dann, während er sich umzudrehen versuchte, zwei weitere schwere Wunden im Unterleibe beigebracht wurden. 2. Johann Fichtner, Bauer von Fuchsmühl, 31 Jahre welche fortwährend mit dem Bajonette auf ihn einstachen. Er alt. Derfelbe wurde auf der Flucht von zwei Soldaten verfolgt, erhielt einen gefährlichen Stich im Gesäße und 17 weitere im Rücken.(!) 8. Johann Höcht, Bauer von Fuchsmühl, 65 Jahre alt. Er erhielt zwei schwere Stiche im Unterleibe und kleinere Stiche im Rücken. 4. Johann Stod, Dienstknecht in Herzogöd( Gemeinde Fuchsmühl). Dieser bekam drei Stiche, einen auf dem Kopfe, einen in der Seite und einen im Rücken. Während Stock bereits seiner Arbeit nachkommen fann, find die übrigen drei Schwerverwundeten noch an das Bett gefesselt, und nimmt die Heilung, wenn auch langsamen, so doch guten Verlauf. III. Beichtverwundet wurden: Unterarm). 1. Konz, Gg., Bauer von Fürstenhof( Stiche am linken 2. Schramm!, Josef, Steinhauer in Fuchsmühl( einen Stich im Rücken). 3. Klarner, Wilhelm, Maurer in Fuchsmühl( zwei 4. Schrammi Karl, Zimmermann in Fuchsmüh!( zwei Stiche im Rücken). Stiche im Rücken, einen in der Seite). 5. Stock Andreas, Steinhauer in Fuchsmühl, 54 Jahre alt und Feldzugsfoldat aus den Jahren 1866 und 1870( vier Stiche im Rücken). Stich im Rücken). 6. Fürst Johann, Tagelöhner in Fuchsmühl( einen 7. Wartinger Marg., Gütlerin in Fuchsmühl( einen Stich in der Hand). 8. Greger Johann, Binder in Fuchsmühl. 9. Vogel Andreas, Gütler in Fuchsmühl. 10. Rosner Christof, Gütler in Hurtingöd. 11. Rasp Joh., Dienstknecht auf der Siegelmühle. 12. Beer Joh., Bauer in Fuchsmühl( einen Stich im Rücken). im Rücken. 13. Beer Alois, Sohn des Beer Joh. und 14. Beer Josefa, Tochter des Beer Joh., je einen Stich Die Holz, Rechtler" erhalten nun ihr Holz für 1893. Oberförster Graßmann weist ihnen dasselbe an. bieten. " " Ueber den Arbeitsplan des englischen Ministe riums wird aus Glasgow gemeldet: Gurus, 3. September 1894. das Bureau Reuter gemeldet: Bom ostasiatischen Kriegsschauplake wird durch von Port Arthur nach der Landseite noch stärker als nach der Nach hier vorliegenden Meldungen sollen die Befestigungen Seetüne hergestellt und daselbst wenigstens hundert Kanonen anfgepflanzt sein. Die Japaner erwarten, daß der Angriff bei etwaigem Widerstande der Chinesen sehr blutig verlaufen werde. Aus Chemulpo wird berichtet, die koreanische Regierung entwerfe eine Berfaffung nach dem Wunsche Japans, welche Anfang nächsten Jahres verkündet werden soll. von Port Arthur auf der Landseite bedeutend verstärkt worden. Militärische Fachleute erwarten einen sehr blutigen Angriff, da etwa 100 Gefchüße aufgefahren sind, um das Fort von der Landfeite zu schüßen. Einer Meldung aus Yokohama zufolge ist die Befestigung Das italienische Panama ist noch nicht aus der Welt geschafft. Thatsachen sind halsstarrige Dinger und spotten Aus London wird telegraphirt: der genialſten", mächtigsten und geriebensten Staatsmänner. Nach einer Meldung der Blätter aus Hiroshima von gestern Das hat Bismard an sich erfahren, und das erfährt jeßt sein seht Marschall Yamagata seinen Marsch durch die Mandschurei italienischer Nachahmer der Renegat und Panamist Crispi. fort. Die Japaner beseßten Linsantwan, nachdem sie starke Um ihn und einige seiner Kollegen zu retten, find tompro- chinesische. Kavalleriemassen zersprengt hatten. mittirende Aktenstücke bei Seite gebracht worden. Aus London wird ferner gemeldet: Die That wurde so geheim und diskret betrieben, wie nur menschenmöglich doch es ist kein Faden so fein gesponnen, er kommt doch endlich ans Licht der Sonnen." Ein Bolizeibeamter, dessen Mithilfe gebraucht wurde, hat ausgeplaudert und verschiedene hohe Herren denunzirt. Einer Meldung aus Shanghai zufolge hat der japanische Unter anderen auch und zwar vornan Crispi, den Befehlshaber Yamagata in der Mandschurei einen glänzenden Hauptpanamisten. Die Untersuchung mußte eröffnet werden, Sieg über die chinesische Kavallerie erjochten. richtet sich aber zunächst nur gegen Gegner Crispi's, 3. B. Giolitti und Rosano. Diese werden jedoch unzweifelhaft dafür sorgen, daß Kumpan Crispi ihr Schicksal zu theilen hat. Getheiltes Leid ist nach dem Sprichwort ja halbes Leid. " Von Friedrich Engels geht uns folgendes Schreiben zu: Nach Berichten der Parteipreffe hat Genosse Vollmar in der Agrardebatte des Frankfurter Parteitags am 25. Oftober sich berufen auf die Beschlüsse des französischen Sozialistentongresses von Nantes, die die ausdrückliche Billigung von Friedrich Engels ge. funden haben." Nach dem Vorwärts" vom 10. November wird dies auch von der gegnerischen weiter Presse verbreitet. Ich bin daher zu der Erklärung genöthigt, daß hier ein Jrrthum vorliegt, und daß Vollmar in Beziehung auf mich durchaus falsch unterrichtet worden sein muß. Auch ein Charakter ist der spanische Minister Bayerische lex Heinze. Das bayerische Ministerium präsident Saga ft a. Aus Madrid wird telegraphirt: Sagasta erklärte in der heutigen Kammersizung, daß er des Junern läßt durch die Distriktsbehörden Erhebungen allerdings der Freimaurerei angehört habe, aber nur bis zu dem über die Ausbreitung der Prostitution und die in den drei Tage, wo er erfahren habe, daß die Kirche diesen Bund verlegten Jahren vorgekommenen damit in Verbindung stehen- damme. den Erkrankungen für die Orte mit mehr als 6000 Seelen Daß ein Mann von der politischen Stellung und Erpflegen. Diese Erhebungen sollen, nach der„ A. 3.", die fahrung Sagasta's nur einen Moment über den fanatischen Soviel ich mich erinnere, habe ich mit Beziehung auf Basis für Maßnahmen gegen Ausschreitungen der Prostitution Haß der katholischen Kirche gegen die Freimaurerei in das Programım von Nantes nur zwei Mittheilungen nach Zweifel gewesen sein kann, glaubt dem spanischen Staats- Frankreich gemacht. Die erste, vor dem Kongreß, in AntAnarchisten und Kapitalisten find allezeit gute mann niemand, außer der katholischen Kirche, die für jeden wort auf die Anfrage eines französischen Genoffen, ging dahin: Die Entwickelung des Kapitalismus vernichtet unFreunde gewesen und haben einander auch allezeit fräftig reuigen Sünder" Verzeihung hatte. lichst in die Hände gearbeitet, noch lange ehe der Pariser Die norwegischen Storthing*) Wahlen, die seit rettbar das kleinbäuerliche Grundeigenthum. Unsere Partei Figaro" sein berühmtes: Besegnet jei die Bombe! Monaten tropfenweise vor sich gehen, sind nun beinahe be- ist sich vollständig klar hierüber, aber sie hat durchaus keinen ausrief. Für die von den Anarchisten" apportirten endet. Das Resultat steht in der Hauptsache schon fest: Anlaß, diesen Prozeß durch eigenes Eingreifen noch extra Anarchistengesehe" revanchirt sich die dankbare Bourgeoisie Der Storthing zählt im ganzen 114 Mitglieder, und heute zu beschleunigen. Gegen richtig gewählte Maßregeln, die durch eifrige Reklame für das anarchistische" Geschäft. Die sind schon 59 Radikale gewählt. Den Radikalen kann also ben Kleinbauern den unvermeidlichen Untergang weniger famosen Berichte über anarchistische" Riefenversammlungen die Mehrheit nicht mehr entrissen werden. Und da diese schmerzhaft machen sollen, läßt sich also prinzipiell nichts und Riesenorganisationen, die nie ein sterbliches Auge Bartei auch die Auflösung der Union mit Schweden er einwenden; geht man weiter, will man den Kleinbauer erblickt hat, find den Lesern bekannt. Gegenwärtig durch- strebt, so sind wir durch die diesjährigen Wahlen der permanent erhalten, fo erstrebt man nach meiner Ansicht läuft unsere tapitalistische Presse der Schimpfartikel eines Trennung beider Länder und der Erklärung Norwegens ökonomisch Unmögliches, opfert das Prinzip, wird reaktionär. ,, anarchistischen" Winkelblattes über die ekelhaft dema Die zweite, nach dem Kongreß, beschränkte sich auf die gogischen Intelligenzen" der Sozialdemokratie ,,, die von den Storthing heißt eigentlich der große Thing( Volkstag) Vermuthung, unsere französischen Freunde würden allein schwer zusammengetragenen Groschen der darbenden Arbeiter die Vertretung des norwegischen Volks. stehen in der sozialistischen Welt mit ihrem Versuch, nicht nur den kleinbäuerlichen Eigenthiimer, sondern auch den, fremde Arbeit ansbentenden Kleinpächter zu verewigen. •j. � überhaupt in der Sache gesproclzen, habe tch also das Gegentheil erklärt von dem, was man Vollmar berichtet hat. - � Einmal in diese Angelegenheit verivickelt, komme ich rndeß schwerlich wieder heraus, ohne mich deutlicher anszu- sprechen Ich beabsichtige also, der„Neuen Zeit" einen filrzeir Artikel ziir Perfngung zu stellen zur Darlegung und Begründung meiner Ansicht. London, IL. November 18SI. _ F. Engels. Pat'fciuailjvirfjfcu. Bericht über den Parteitag. In Kuxhaven, wo die Genvssen G e b e l und P e e m ü l l e r über den Parteitag bc- richteten, erklärten sich die Redner in der Diskussion mit den Be- schlüssen des Parteitages einverstanden, nur ein Genosse wünschte eine präzisere Fassung des Programnis nach der Richtung hin, daß die freireligiösen Gesellschaften in ihren Bestrebungen ab- fetten der Partei zu unterstützen wären. I n O h l i g s(Westfalen) erstattete der Genosse Eckstein den Bericht. Nach längerer Debatte, in der namentlich der Be- schluß der Neunerkommission in Sachen Schumacher scharf trttisirt wurde, fand folgende Resolution einstimmige Annahme: Die heutige Parteiversammlung erklärt sich mit dem Verhalten der Delegirten des Kreises Solingen auf dem Parteitag in Frank- furt a. M. einverstanden und verspricht, im Gegensatz zu der vom Reichstags-Abgeordneten Schumacher ausgesprochenen Ab- sicht, die„Berg. Arbeilerstimme" zu vernichten, mit aller Kraft dafür zu agitiren, daß dieselbe in Arbeiterkreisen Geltung und Verbreitung findet." Uebergehend zum 2. Punkt der Tages- ordnung wurden als Delegirten zur Kreis-Parteikonserenz ge- wählt: die Genosse» Großberndt, Lohmar, Lück und Frauenzimmer. In Düsseldorf berichtete Genosse H e l b i n g. Die Diskussion mußte abgebrochen werden, weil der überwachende Beamte wegen eingetretener Polizeistunde die Versammlung unterbrach. Es war dies bereits das zweite Mal, daß ein Beamter diesen Uebergriff beging; Beschwerde ist bereits eingelegt. Am II. d. Bits, erstattete in Achim der Genosse Günte- r o t h aus Verden Bericht über den Parteitag. Nach einer lebhasten Diskussion fand eine Resolution einstimmig Annahme, in welcher die Anwesenden sich mit den Beschlüssen des Parteitages einverstanden erklären und versprechen, für die Ausführung derselben einzutreten.— Als Vertrauensmann wurde Genosse Brennecke wiedergewählt. In einer in Minden tagenden Parteiversammlung er- stattete Genosse S l o m k e ans Bielefeld Bericht über den Parteitag. Eine Resolution, welche sich mit den Beschlüssen des Parteitages einverstanden erklärt, wurde einstimmig angenommen. Bei Punkt 2 der Tagesordnung wurde Genosse M. Schulze als Vertrauensmann gewählt. Die Genossen Grenz und Lorenz berichteten den Chemnitzer Parteigenossen über ihre Thätigkeit auf dem Parteitage. Lorenz begründetessein Stimmen für den bayerischen Antrag damit, daß nach seiner Auffassung die Partei immer größer werde und wir nolhwendiger Weise daraus bedacht sein müßten, schon jetzt bessere Verhältnisse für das Volk zu schaffen. Man solle im allgemeinen den Vertretern der einzelnen Landes- theile Vertrauen entgegenbringen und nicht fortwährend von Versumpfung reden. Er schloß mit dem Hinweis, daß bei uns keine verschiedenen Meinungen beständen über das Prinzip. fondern höchstens über die Frage der Taktik.— Der vorgerückten Zeil wegen soll die Debatte in einer späteren Versammlung fort- gesetzt werden. -»» Von der Agitation. In Iserlohn sprach am ver- gangenen Sonntag der Genosse Dr. Lütgenau- Dortmund über: Die politische Lage. Sein Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. Nachdem erstattete Genosse R a u e Be- richt über die zur Beschickung der Parteitage in Unna und Frankfurt a. M., sowie über die zum Agitationssonds einge- laufenen Gelder, worauf zwei Revisoren zur Prüfung der Abrech- nung gewählt wurden. Zum Vertrauensmann wurde Genosse Raue einstimmig wiedergewählt. Zugleich wurde eine Agitationskommission aus vier Genossen bestehend gewählt. Hier macht sich, so fügt unser Berichterstatter noch bei, unter den Parteiaenoffen in der letzten Zeit ein recht leb- hafter Aufschwung unserer Bewegung bemerkbar.— In Köln sprach am vergangenen Sonntag der Genosse I ö st- Mainz in einer öffentlichen Volksversammlung über:„Unsere poliiische Lage und die nächsten Aufgaben des Reichstages."— Genosse Drees- dach-Mannheim sprach in einer Volksversammlung in Lörrach unter großem Beifall über:„Die politische Lage". Um die Agi- tation im Kreise besser betreiben zu können, wurde eine Kommission von sieben Mitgliedern gewählt. Als Vertrauensleute wurden die Genossen S ch a u b h u t und Fröhlich gewählt.— An die Parteigenossen der Provinz Braudenbnrg! Sämmtliche für die Ägitationskommission der Provinz Branden- bürg bestimmten Briese, Geld- und sonstige Sendungen wollen die Genossen von jetzt ab an Karl D immick, Berlin 80., Elisabeth-Ufer S5, adressiren. Mit sozialdemokratischem Gruß Die Agitationskommission für die Provinz Brandenburg. *» * Charlottenburg. Parteigenossen! Die Wähler der dritten Abtheilung im II., V. und VI. Bezirk haben am Montag, den IS. d. M. je einen Stadtverordnelen zu wädlen. Wir weisen darauf hin, daß die Gegner dieses Mal die größten Anstrengungen machen werden, um die in Frage stehenden Bezirke zu behaupten. Daher haben auch wir unsere Kräfte einzusetzen, um die Hoff- nung der Gegner zu Schanden zu machen. Alle drei Bezirk« sind unzweifelhaft in unseren Besitz zu bringen, wenn wir auf dem Posten sind, zumal der 2. und S. überwiegend, der 6. mindestens zur Hälfte von Arbeitern bewohnt ist. Heute, Frei- tag. Abend, findet in den drei Bezirken Flugblattvertheilung statt, und ersuchen wir alle Genossen, ganz besonders die Mitglieder des Wahlvereins, indem wir uns auf das Statut berufen, pfiichtgemäß hieran theil zu nehmen. Tie Mitgliederliste wird zu diesem Zwecke geführt werden, um später auszuweisen, wem es wirklich ernst ist mitzuarbeiten. Für den 2. Bezirk: Ausgabe des Materials bei Heinrich Krause. Bismarckstr. 74; für den S. Bezirk bei Heim. Wermcke, Krumniestr. 19; für den 6. Bezirk bei Carl Niemann, Luther- straße 50, Abends von Vs7 Uhr ab. Gleichzeitig geben wir bekannt, daß am Sonntag, den IS. d. M., Nachm. 2 Uhr, eine große öffentliche Wählerversamm- lnng in„Bismarckshöhe", WilmerSdorferstr. 39, startfindet. Von den Berliner Stadtverordneten haben einige zugesagt, in der Versammlung zu erscheinen. Wir erwarten daher eine recht rege Betheiligung an der Versammlung. Das Wahl-Komitee. »» DaS Dreiklafseu-Wahlsystem und die Stadtverordneten- Wahlen— lautete das Thema der 7 öffentliche» Versammlungen, die am 13. d. M. in Leipzig stattfanden. Alle waren gut be- sucht; die Referenten geißelten mit scharfen Worten das neue Wahlsystem. Im ganzen nahmen an den Versammlungen zirka 4500 Bürger theil. Wie die vorstehenden Berichte besagen, wurde das Wort entzogen den Referenten Pollender, Geyer und Pmkau. in den Diskussionen den Genossen Schoenlank, Lipinski und Mohs.— Genosse Pollender wurde an der Verlesung der Resolution durch die Polizei verhindert, sodaß dieselbe in dieser Veranrworlticyer Redatleur: I. Dierl( einen Versammlung zur Annahme nicht gelangen konnte. In allen übrigen wurde dieselbe in folgendem Wortlaut angenommen: In Erwngupg, daß das Treiklafseii-Wahlsystem für die Stadt- verordneten- Wahlen ein schwerer Eingriff in die Selbst- Verwaltung der Gemeinde ist, der vier Fünftel der Bürger des gleichen Wahlrechts beraubt, daß ferner das Treiklassen-Wahl- system die Reichen auf Kosten der Armen aufs ungerechteste be- vorzugt und den Mittelstand, die kleinen Leute und die Arbeiter unterdrückt; in Erwägung, daß der Rath, sowie das Stadt- verordneten-Kollegium der Stadt Leipzig in einseitigster Aus- nützung ihrer Macht die Rechte der Gemeindemitglieder durch Einführung des Dreiklassen-Wadlsystems empfindlich schädigten und hierbei die ausgeprägteste Parreipolitik trieben, verurtheilt die öffentliche Versanimlung entschieden das gemeinschädliche Ver- fahren des Raths- und Stadtverordneten-Kollegiums. protestirt gegen das Dreiklassen-Wablsystem und verspricht, bei den be- vorstehenden Stadtverordneten-Wahlen mit aller Kraft für die sozialdemokratischen Kandidaten einzutreten. Eine Parteiveriauimlnug in Werder, in der Stadt- verordneter Bruns- Berlin mit gutem Erfolg über:„Ist die freisinnige Partei eine Volkspartei?" sprach, nahm sodann den Bericht des Genossen Heimlich entgegen über die Partei- konferenzen in Berlin und Belzig. Alsdann wurde die Lokal- kommisston gewählt- als Vertrauensmann wurde Genosse W e n d- l a n d wiedergewählt. ** Als Vertraneusmaiin f ü r Lücke n wald« wurde in einer am letzten Sonntage stattgehabten Versammlung der Ge- nosse T r a u t s ch wiedergewählt. lieber den Austritt d e s'Dr. Rüdt aus der Partei schreibt unser Dortmunder Partei-Organ:„Wir haben an diesen Vorgang bisher noch keinerlei Betrachtungen geknüpft, weil wir diesen Schritt des genannten Herrn für durchaus korrekt hielten und deshalb unmittelbar nach dem Vorgänge Herrn Rüdt so wenig grollten, wie nur jemals. Bereits aber greift Rüdt die Partei an und die Gegner helfen ihm. Ihn als„freundschaft- lich entlassen" zn betrachten und die Akten zu schließen, ist des- halb jetzt nicht mehr möglich. Herr Rüdt mag ja thun, was er will. und die Nationalliberalen. denen sich die kultur- kämpferisch-verwandte„Vossische Zeitung" anschließt, mögen seine Fähigkeilen und seinen Charakter so laut loben, wie sie wollen. Wir iverden demgegenüber aber auch hervorheben dürfen, daß in unserer Partei Rüdt's Wissen nie hoch taxirl ivorden ist und daß er manchmal eine scharfe Kritik zu hören bekommen bat. Wir stellen freilich auch höhere Anforderungen als die Gegner. Sodann haben wir Herrn Rüdt zu bemerken, daß er noch nicht ganz mit uns abgerechnet, noch nicht alle Kon- sequenzen seines Austritts gezogen hat. Er schloß das Flugblatt, welches seinen Austritt anzeigte, mit der Erklärung, daß ihm nach wie vor des Volkes Wille das höchste Gesetz sein werde. Wenn er diesen demokratischen Grundsatz nicht blos als Phrase gebraucht hat, sondern danach handeln will, so hat er sein Land- tagsmandat niederzulegen. Zu den Blättern, die Herrn Rüdt jetzt feiern, gehören auch die„Hamburger Nachrichten." Dieses Blatt glaubt, daß Rüdt starken Anhang finden werde, weil in der badischen Sozialdemokratie doch ein gutes Stück Anti- Kleri- kalismus stecke. Die Entdeckung, daß unsere badischen Genossen Gegner der klerikalen Partei sind, ist allerdings ungeheuer über- raschend. Todteuliste der Partei.'In Halle starb der Genosse Kühne, am 13. d. Mts. wurde er beerdigt. Allgemein be- fremdend wirkte das große Polizei-Aufgebot auf dem Friedhofe; zu staatsretterischen Handlungen lag keinerlei Veranlassung vor. * � Polizeiliche?, Gerichtliches ic. Eine Versammlung des„Bildungsvereins für Heiligenhafen und Umgegend" wurde von einem Gendarm a u f g e l ö st, weil weder der Verein noch die Versammlung angemeldet sei. Der genannte Verein beschäftigt sich nur mit wissenschaftlichen Ange- legenheiten, sowie Pflege des Gesanges u. s. w. Beschwerde ist natürlich eingelegt. Verboten wurde eine Versammlung in Frohburg (Sachsen), in welcher Genosse Katzen st ein-Leipzig über: Neue Ausnahmegesetze und neue Steuern sprechen sollte. Will auch Hamburg sächsisch werden? Eine Versammlung des Schneiderverbandes wurde vom Ueberwacheuden ausgelöst, als man„innere Vereinsangelegenheiten" ver- handeln wollte. Dieser Punkt sei nicht auf der Tagesordnung der Polizei angemeldet.— In einer anderen Versammlung in Hamburg(Mitglieder- Versammlung der Buchbinder) wurde das Referat des Anarchisten Krüger über: Koni- muuismus und Kollektivismus verboten; ein Redner, der sich in der Diskussion zum Wort meldete, wurde aus dem Lokal verwiesen. Sozisle ZUeliersicht. Eine Kinder- Volksküche ist in Magdeburg errichtet worden. Sie wird täglich von ca. 125 Kindern besucht. Gewiß ein Zeichen der herrschenden Roth. Arbeitslosigkeit. In Magdeburg waren nach dem Berichte des Arbeits- Nachweisebureaus der dortigen Gewerk- fchaften im III. Quartal d. I. arbeitslos 1557 Personen, darunter 317 verheirathete mit 075 Kindern. Die Dauer der Arbeitslosigkeit betrug 5095 Wochen. Angemeldet wurden 401 Stellen, besetzt 343. Staatliche Arbeiterfürsorge. Für die Eisenbahnarbeiter des badischen Landes tritt mit dem Jahre 1395 die auf Familien- angehörige ausgedehnte Krankenversicherung in Kraft, und zwar erhalten die Ehefrau und Kinder(bis zu 14 Jahren) auf ein Jahr kostenfreie Behandlung eines Arztes, und 2/3 der Medikamente, das andere Drittel hat das betreffende Mitglied durch Abzug am Lohn zu leisten. Den Arbeitern werden dadurch hohe Monatsbeiträge abgezogen und zwar macht es für erwachsene Arbeiter 60, 70 und über 80 Pf. aus, was allgemeinen Unwillen erregt, da die Löhne bekanntlich in den Eisenbahnwerkstälten ohnedies niedrige sind. Die Grundidee dieser Familien- Versicherung ist nicht zu verwerfen. Die Verstaatlichung des Aerzle- und Apolhekenwesens ist eine alte Forderung der Sozialdemokratie an die heutige Gesellschaft. Allein selbstvernändlich ist es, daß bei dieser von unserer Partei geforderten kostenlosen Verpflegung sämmtlicher Staatsangehörigen der Staat, die Allgemeinheit, die Mittel aufbringt, und zwar dürste man nur einen Bruchtheil der heutigen kolossalen Militärausgaben dazu verwenden und die so wohlberechtigie Forderung wäre leicht einzuführen. Unsere heutige Kapiialistenklasse und nicht minder unsere Geistlichkeit wollen den Arbeitern mit aller Gewalt auf die Beine Helsen, sie wollen sie wohlhabend, zufrieden machen— aber sie— die sich von unserem Schweiße nähren und mästen, wollen nichts dazu hergeben, sondern der Arbeiter soll sich von seinem kärglichen Verdienst selbst wohlhabend und zufrieden machen. So ist es auch mit diesen Familienversicherungen. Der Staat als Arbeit- geber sagt: Wir wollen wieder einmal eine soziale Reform, ein gutes Werk für die Arbeiter schaffen, indem ivir die Familien in Krankheitsfällen unterstützen. Damit die Sache«inen schönen Anstrich bekommt, schießt der Staat aus den allgemeinen Mitteln, die eben hauptsächlich wieder die arbeitende Klasse durch direkte und indirekte Steuern ausbringen muß.«ine kleine Summ« dazu, und das so schöne christliche Werk ist geschehen. Aber der Arbeiter muß die Hauptkosten dieser Einrichtung be- zahlen. Dann macht man noch nach preußischem Muster dieAr- beitersparkasse, ebenfalls eine Zwangskasse, wo, dem Arbeiter jede» Zahltag einige Spargroschen abgezogen werden, damit er, wenn er älter und arbeitsunfähig wird, ebenfalls Aktien kaufen und imil Roland) in Berltn. Druc! und Vertag von Max«admg i Koupons''abschneiden kann. Dann setzt man noch die Alters- grenze der Altersversicherung von 70 auf 63 Jahre, und wer dann noch nickt zufrieden ist, der ist ein Hetzer. Für diese wird dann ein schönes, wirkungsvolles Ausnahmegesetz gemacht und die Unzufriedenheit bei den Arbeitern ist beseitigt.— Ob's so einfach gehen wird, den Arbeiter wohlhabend und zufrieden zu machen, glauben wir zwar vorderhand noch nicht. Zum Schutze des Wirthschaftspersonals(Kellnerinnen u. s. w.) lassen die zürcherischen Logen des Guttemplerordens und die Ortsvereine des internationalen Vereins zur Bekämpfung des Alkoholgenusies, sowie verschiedene Frauenvereine eine Petition kursiren, in der folgende Wünsche hervorgehoben wer- den: Freigebung des Sonntag Vormittag bis 11 Uhr zu gunsten des Wirthschaftspersonals. Die Arbeitszeit der Kellnerinnen ist nicht länger als bis spätestens 11 Uhr Nachts auszudehnen. Kindern unter 10 Jahren ist es verboten, sich in städtischen Wirthschaftslokalitäten unbeaufsichtigt aufzuhalten. Einführung der Polizeistunde. Reduktion der Wirthschaften. Strengere Handhabung des Wirthschaftsgesetzes. Pom Submissions-Unwesen. Bei der Submission auf die Maler- und Anstreicher-Arbeiten für das Empsangsgebäude auf dem Zentralbahnhofe zu Osnabrück hat von den vier dabei kon- kurrircnden Malermeistern der eine 18 433 M., der andere 7128 M., der dritte 0134 M. und der vierte sogar nur 5414 M. gefordert. Also für ein und dieselbe Arbeit ein Preisunterschied von 13 010 M.— Da wäre es interessant, zu erfahren, welche Hungerlöhne die letzten drei Submittenten für ihre Gehilfen in Anschlag gebracht haben. Folgen deS SnbmisfionSwesenS. Die italienischen Ar- bester, welche bei den Luzerner Bahnhofbauten beschäftigt sind, klagen schwer über allzu niedrige Löhne; diese sollen eine Folge des Submissions-Unwesens sein. Zum Nothstande der Zuckerindnstrie. Wie berechtigt die beweglichen Klagen der Znckerindustriellen sind, dafür hier nur einige Beispiele: Die Zuckerfabrik Bockenem behielt (1893/94) einen Gewinn von 44 851 M.— Die Zuckerfabrik Döbeln behielt einen Reingewinn von 247 452 M.— Die Zuckerfabrik Burgdorff hatte 115 937 M. Reingewinn.— Die Zuckerfabrik Lehrte erzielte einen Gewinn von 50 631 M. — Von der Zuckerfabrik U e f i n g e n ist ein Ueberschuß von 157 410 M. erzielt worden.— Die Zuckerfabrik Vechelde er- brachte einen Gewinn von 91 442 M.— Die Zuckerfabrik Werter au in Feuerbach bei Fr. hatte einen Reingewinn von 78 102 M.— Die Zuckerfabrik Bennigsen hatten einen Reingewinn von 190 034 M. und zahlte 12 pCt. Dividende = 122 958 M.— Die Zuckerraffinerie Mannheim zahlte 10 pCt. Dividende wie im Vorjahre. GettJerKstl; AIttttlles. Achtung! Schuhmacher! Bei der Firma Rosenbusch u. Cie. in Mainz sind Differenzen ausgebrochen und wird gebeten, Zuzug vorläufig fernzuhalten. An die Mitglieder des Holzarbeiter- Verbandes! Kolleren! Angeregt durch die vielfachen aus den Kreisen der Mitglieder kommenden Wünsche, die unentgeltliche Verabsolgung der„Holzarbeiter-Zeituna" in anbetracht der finanziellen Lage des Verbandes abzuschaffen, sowie im Hinblick darauf, daß für die Zeitung ein geringes Jnterefle vorhanden ist, sieht sich die Ortsverwaltung veranlaßt, einmal festzustellen, wie groß die Zahl derjenigen Mitglieder ist, die unbedingt für die Beibehaltung der Zeitung in der jetzigen Form sind. Zu diesem Zweck werden vom Sonnabend, den 17. d. Mts., ab auf den Zahlstellen wie auch in den nachfolgenden Versammlungen Listen ausliegen, in welche sich die Kollegen einzeichnen mögen, welche auch ferner aus die Zeitung refleiuren. Di« Mitglieder werden ersucht, auf diese Weise ihre Meinung in dieser Frage zu bekunden. Die Ortsverwaltung. Die Lübecker Zimmerer sind nach einer vom Verband der Zimmerer ausgestellten Statistik zu 99 pCt. organisirt. Es sind 230 Zimmergesellen beschäftigt, von denen 220 organisirt sind. Der Stundenlohn beträgt 45 Pf. bei-Illstündiger Arbeitszeit im Sommer. Infolge dieser starken Organisation waren die Zimmerer auch trotz der ungünstigen Geschäftslage immer noch im stände, ihren Arbeilstarif durchzusetzen. Andere Gewerke mögen sich ein Beispiel daran nehmen. Die Luxemburger Tabakarbeiter-Organisation, so wird von dort geschrieben, wird jetzt ihre Feuerprobe zu bestehen haben. Ein Fabrikant, Heinz von Landenzyk, hat nämlich in seiner väter- lichen Fürsorge für die Arbeiter beschlossen, die Löhne zn kürzen. Tab die Arbeiter darauf nicht eingehen konnten, wird jeder be- greiflich finden, wenn er weiß, daß hier die Löhne nur 13 bis 10 Franken pro Woche betragen. Der oben genannte Fabrikant brüstet« sich in der protzigsten Weise, er könne Arbeiter genug aus Süddeutschland bekommen, die zu seinen Hungerlöhnen arbeiten wollen. Nun denn, Kollegen, zeigt diesem Tabakprotzen, daß seine Aussagen Schwindel sind, indem kein Mann sich nach hier begiebt; haltet jeden Zuzug fern, und unterstützt uns in unserem Kampfe gegen die Ausbeutung. Briese und Geldsendungen sind zu richten an I. I. B r e g e r, Wasserstraße, Luxemburg. Kollegen und Arbeiter, bedenkt, daß schnelle Hilfe doppelte Hilft ist. Alle arbeitersreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Oepclckicn. tWolff'S Telegravden-Bureau.) Ulm, 15. November. Zu der hier stattfindenden Eisenbahn- Konserenz zur Berathung der Durchführung der Sonntagsruhe im Güterzugverkehr sind Vertreter der Bahndirektionen von München, Stuttgart, Karlsruhe, Darmstadt, Straßburg, Ludwigs- Hafen und Mainz hier eingetroffen. Kronstadt, 15. November. Das Eis ist zerschlagen und geht ins Meer. Die ankommenden Dampfer ziehen es aber vor, in Reval zu löschen. Madrid, 15. November. Die Regierung brachte im Senate die in der letzten Session vorgelegte» Entwürfe von Handels« vertrügen mit Oesierreich-Ungarn, Italien und Belgien ein. Pari», 15. November. Der Ministerralh beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung mit der Frage des gesetzmäßigen Zins- süßes für Geld, über welch« d,e Kommission der Deputirlen- kammer gegenwärtig berälh. Di« Regierung beschloß die Herab- seyung des gesetzlichen Zinsfußes auf 3pCl. für Geld im bürger- lichen Verkehr und auf 4 pCt für Geld im Handelsverkehr. Paris, 15. November. Deputirtenkammer. Lamendin inter- pellirte die Regierung wegen der Arbeiterentlassungen, welche infolge der jüngsten Streiks in den Kohlenpruben des Nordens erfolgten. Der Arbeilsminister Barthou erklärte, die Regierung habe keine Mittel, offiziell bei den betreffenden Gesellschaften zu interveniren. Die von dem Minister verlangte einfache Tages- ordnung wurde mit 393 gegen 107 Stimmen angenommen. Im Senate wurde die Erhöhung der Melassezölle mit 178 gegen 53 Stimmen angenommen. Hnll, 15. November. Das Fischerboot„Swift" landete heute früh 4 Personen vom Schiffe„Culmore" aus Hamburg. welches nach Barry ging. Der„Culmore" ging im Sturme 80 Meilen von Spurn unter. 22 Personen sind ums Leben ge- kommen, darunter der Kapitän und dessen Frau. Larnaca(Cypern), 15 November.(Meldung des„Reuter' schen Bureau's".) Die Stadl Limas ol ist durch Ueberschwein- mungen zerstört worden. Einundzwanzig Personen sind dabei ums Leben gekommen. i Bertin SW., Beulystraße 2. Hierzu zwei Veilagen. 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 268. Freitag, den 16. November 1894. 11. Jalzrg. Arbeiter! Varteigenosse«! Trinkt kein boykottirtes Kier! Nom»««nk»les. Etadtverordneteu-Bersammlung. Sitzung vom Donnerstag, den IS. November, Nachmittags 5 U h r. Das Andenken des am 13. d. Mls. verstorbenen Stadtv. S ch ö n f l i e s, gewählt in der 1. Abtheilung des 7. Wahlbezirks, wird in der üblichen Weise geehrt. I» den Ausschuß für die Kommunalsteuer-Vorlage sind u. a. die Sradtvv. Singer und Bruns gewählt worden. Der Vorstand des Berliner Lehrervereins hat an die Vcr- sammlung das Petitum gerichtet, dieselbe wolle der hiesigen Lehrerschaft eine angemessene Mitwirkung an den Beschlüssen und Arbeiten der städtischen Schuldeputation durch die Wahl von Angehörigen des Volksschnllehrerftandes zu Bürgerdeputirten ermöglichen. Der Petitionsausschuß schlägt eine motivirte Tagesordnung vor, welche darauf Bezug nimmt, daß die gesetzliche Zulässigkeit solcher Wahlen unstreitig und die Zweckmäßigkeil derselben nicht angefochten ist, und daß es der Versammlung vorbehalten bleiben muß. im konkreten Falle diese Grundsätze zur Anwendung zu bringen. Ohne Debatte tritt die Versammlung dem Ausschuß- antrage bei. Die Vorlage betreffend die Eröffnung einer neuen(12.) Realschule(in der Frankfurter Allee) geht an einen Ausschuß. Ein Vermächtniß des im September 1893 verstorbenen Rentiers Johann Constans S a l a hat der Stadt 390 ovo M. für eine Sala-Stiftung überwiesen, deren Zweck ist, b e d ü r f t i g e n und kränklichen Gemeindeschülern beiderlei Ge- schlechts ohne Unterschied der Konfession einen mindestens vier- wöchentllchen Ausenthalt in gesunder, frischer Luft auf dem Lande oder an der See zu gewähren. Die bezügliche Vorlage wird einem Ausschüsse überwiesen. Von den Stadtvv. Rosenow u. Ge». ist der Antrag gestellt, zu beschließen, eine aus fünf Stadtverordnete» bestehende Deputation auf Gemeindekosten nach Deutz zu entsenden, mit dem Austrage, die dort errichtete Probestrecke der Langen- schen elektrischen Schwebebahn zu besichtigen und darüber an die Versammlung zu berichten. Der Magistrat hat bereits mitgetheilt, daß er, falls der Antrag zum Beschluß er- hoben wird, demselben beitritt. Stadtv. Wohlgemuth schlägt vor, 10 Mitglieder zu entsenden, womit der Antragsteller sich einverstanden erklärt. Der Antrag gelangt mit dem Amendement Wohlgemuth zur Annahme. In Sachen der Verbilligung der Gaspreise ist der Ausscduß trotz der Zurückhaltung der Magistratsvertreter und wesentlich auf Grund der Darlegungen des Stadtv. Deter, der den Geschäftsbetrieb der Kopenhagener Gasanstalt zum Gegenstande eines eingehenden Studiums gemacht hat, in seinen letzten Sitzungen zu bedeutsamen Beschlüssen gelangt. Zunächst hat er mit 14 gegen 1 Stimme den Antrag angenommen, sich im Prinzip damit einverstanden zu erklären, daß ein E i n h e i t s- prers für Gas ohne Rücksicht auf seine Verwendung normirt werde, und sich dann mit 12 gegen 3 Stimmen auf den Antrag geeinigt, den Preis auf 1Z Pf. pro Kubikmeter fest- zusetzen. Hinsichtlich der Gasmessermiethe soll es bei dem bestehenden Austande lediglich sein Bewenden habe». Ein weilerer Antrag, den Abnehmern von Koch-, Heiz- und Jndustriegas auf Wunsch die Leitungen bis zum Gasmesser unentgeltlich herzustellen, ist nur mit Rücksicht auf die Erklärung des Magistrats abgelehnt worden, daß ohnehin diese und weitere Erleichterungen für die Konsumenten von Gas zu anderen als Leuchtzwecken beim Magistrat beschlossene Sache seien. Der ursprüngliche, im Ausschuß modifizirte Antrag Deter, den Preis auf 12 Pf. zu normiren, wurde wegen des zu großen Einnahme- aussalls abgelehnt, den diese Ermäßigung zur Folge habe» müßte, während man bei 13 Pf. nur einen Netloausfall von IVz Millionen heraus rechnet, der durch die Zunahme des Konsums binnen wenigen Jahren wieder ausgeglichen sein würde. Ein Antrag die Beschlußfassung bis zur Erledigung der Steuerreform zu ver- tagen, wurde mit dem Hinweis darauf zurückgewiesen, daß gerade bei der anderweitigen Ordnung des kommunalen Steuerwesens auf den hier event. entstehenden Ausfall Rücksicht genommen werden müßte. Zur heutigen Plenarverhandlung beantragt Stadtv. Meyer I die Aussetzung der Beschlußfassung auf zwei Jahre.(!) Stadtv. Jacobi brmgt einen Antrag ein, der dein Magistrat unter Anführung von Spezialien die thunlichste Koulanz gegenüber den Abnehmern von Gas zu Heiz-, Koch« und gewerblichen Zwecken zur Pflicht machen will. Stadtrath Marggraff: Mit dem Antrag, wie ihn der Ausschuß vorschlägt, könnten wir einverstanden sein, denn es steht nicht darin, daß die Herabsetzung vom I. April 1893 ab erfolgen soll.(Heiterkeit.) Da das aber gemeint ist, so ist auch der Magistrat bei seiner Beschlußfassung von diesem Termin ausgegangen, und wieder, wie allerdings leider schon oft, muß er Ihnen eröffnen, daß er diesen Moment zu einer Herabsetzung nicht für geeignet hält und die Zustimmung zu dem Antrage nicht verantworten zu können glaubt(Bewegung). Die Steuervorlage ist noch nicht unter Dach und der vorübergehende Ausfall würde sich nach unseren Berechnungen unter Zugrundelegung der Voraus- setzungen des Ausschusses auf S'/e Millionen belaufen, wenn nämlich auch die städtische Gasbeleuchtung von jetzt ab bezahlt werden soll. Die Ansicht der Referenten, daß für die Lieferung des Mehrverbrauchs Neubauten nicht erforderlich sind, wird von unseren Technikern nicht getheilt, vielmehr brauchen wir zu diesem Zwecke Neuanlagen, die bis zum 1. April 1895 gar nicht herstell- bar sind. Die Ausschußverhandlungen stelle» eine Art Tadels- votum für die Gasverwaltung dar wegen ihrer konservative» bureaukratischen Geschäftsführung.(Sehr richtig!) Ohne diese» Vorwurf zuzugeben, habe ich doch daraus hinzuweisen, daß die geforderte größere Koulanz seit dem Inkrafttreten der neuen Jnnruktion mehr und mehr platzgreift. Auch sonst haben wir beschlossen, unentgeltliche Anschlußleitungen zu legen, Apparate an das Publikum zu verleihen, zu diesem Zwecke 12 Lokalitäten, über die ganze Stadt vertheilt,«inzurichten, sowie eine ganze Reihe weiterer als lästig empfundener Beschränkungen in Fort- fall zu bringen. Der Magistrat kann nur wünschen, daß der Effekt dieser Reformen abgewartet und inzwischen das an- gesammelte Material gründlich durchgearbeitet werde. Prin- zipiell ablehnend verhält sich der Magistrat den angeregten Neuerungen gegenüber durchaus nicht, aber spruchreif ist für jetzt die Angelegenheit keineswegs, namentlich wenn man die Kon- kurrenz des elektrischen Lichtes und die Abnahme des Gaskonsums im Auge behält. Heber die Frage, ob der Autrag Meyer l als Vertagungs- antrag aufzufaffen ist, entsteht eine längere Geschäftsordnungs- Debatte. Die Versammlung entscheidet sich schließlich dafür, in die materielle Debatte einzutreten. Stadtv. Meyer I: Während der Magistrat erst Versuche anstellen und zu irgend einer unbestimmten Zeit uns eine Vorlage machen will, strebe ich mit meinem Antrage an, die Angelegenheit bis zu einem Zeitpunkte zu vertagen, wo wir über das neue kommunale Steuer- wesen im Klaren sind. Bis jetzt sind wir noch nicht im Klaren, vor uns ist das Chaos. Unter solchen Umständen können wir den Bürgern eine fernere Auflage von 2 oder 3 Millionen nickt zumuthen. Man dient dem öffentliche» Wohl nicht damit, diese Summe der Allgemeinheit aufzuhalsen, während nur einzelne Leute davon Vortheil haben und der großen Masse der Arbeiter an einer Verbilligung des Gases gar nichts liegt. Der Ausschuß hat immer das Kraftgas im Auge und bedenkt gar nickt, daß nach seinen Vorschlägen dasselbe von 12,8 auf 13 Pfennig vertheuert wird. Die soliden Grundsätze bei der Verwaltung der Gaswerke will man durch Beseitigung der Abschreibungen verlassen, das ist geradezu ein gefährliches Vorgehen. Die Eng- länder verstehen doch auch zu rechnen und die haben solche An- träge nickt gestellt.(Heiterkeit.) Der Vorwurf des Mangels an kausmäunicher Leitung ist also doch wohl nicht ganz haltbar. An die Frage, was uns die Sonntagsruhe der Gasanstalten koste» wird, ist noch garnicht gedacht worden. Ich bin der Sache aber keineswegs abgeneigt, deshalb schlage ick nickt die Ablehnung sondern die Vertagung der Sache auf zwei Jahre vor. Stadtv. R a st hat de» Eindruck, als ob der Antrag Meyer I den Anträgen des Ausschusses ein anständiges Begräbniß bereiten wolle. Das Gute habe der Ausschuß doch schon gehabt, daß die Verwaltung sich zu Konzessionen herbeilasse. Mehr als IVe Mil lionen Ausfall iverde nicht eintreten, und die Nothwendigkeit eines Zuschlages zur Einkommensteuer werde sicher nur eine vor- übergehende sein. Stadtv. Jacobi empfiehlt seinen Antrag, der vom Aus- schußantrage ganz unabhängig sei; er sieht die Zukunft der ganzen Frage lediglich in dem Kraftgas. Stadtv. Max Schulz 1.: Wenn» man keine Gründe hat, eine Reform zu hintertreiben, dann sagt man, es sei nicht die richtige Zeit. Gerade jetzt, wo die Steuerreform im Fluß ist, muß diese große Ungerechtigkeit endlich abgeschafft werden. Die Herabsetzung auf 13 Pf. ist nur ein erster Schritt; wir werden auch bis auf 11 Pf. kommen, wo dann das Gas erfolgreich mit dem Petroleum konkurriren kann. Die Gewerbetreibenden und auch die Arbeiterbevölkerung, letztere durch Verwendung des zeitsparenden Gaslochers, werden große Vortheile von der Vcr- billigung haben.(Beifall.) Stadtv. M o m m s e n: Es giebt bisher überhaupt keine Gas- anstalt in Deutschland, die den Einheitspreis hätte. Für diesen fehlt es an jeder Begründung. Die heutigen Anlagen in den Wohnungen reichen überhaupt für die Lieferung auch des Koch- und Heizgases nicht aus(Widerspruch); und in die Arbeiter- wohnnngen werden Sie das Leuchtgas nicht einführen(Wider- spruch), niemals und wenn Sie es zum Selbstkostenpreise abgeben. Wir sind aber Geschäftsleute und«vollen mit dem Absatz einen Gewinn erzielen. Der Schwerpunkt liegt unzweifelhaft beim gewerblichen Gas; dieses immerniehr in Aufnahme zu bringen, muß die Verwaltung sich aufs allereisrigste angelegen sein lassen. Die Durchführung dessen, was hier der Magistrat versprochen hat, wird mindestens 1—2 Jahre in Anspruch nehmen. Stadtv. Singer: Nach den bestimmten Ausführungen des Magistrats könnte es ja zwecklos sein, weiter zu diskutiren und Beschluß zu fassen; ich meine aber doch, wir sollten den Aus- schußantrag annehmen und die Verantwortung für die Ablehnung dem Magistrat überlassen. Es handelt sich hier um eine Forde- rung des öffentlichen A n st a n d e s. Der Widerspruch des Vor- redners gegen den Einheitspreis schießt beim Ziel vorbei. Für uns handelt es sich weniger um den Einheitspreis, als um die Verbilligung des Gaspreises. Die Exemplifikation auf die andern Städte ist aus diesem Gesichtspunkte nicht zutreffend. Auch bei 13 Pfennig verdient die Stadt immer noch genug; der Herstellungspreis ist bekanntlich nur 8 Pf. Herr Mommsen nennt das Geschäftssinn. Es ist doch unter reellen Geschäfts- leuten nicht üblich, 100 pCt. Gewinn zu nehmen; das geschieht aber bei dem Verkaufspreis von 16 Pf. In der ersten Zeit wird ja der Konsumzuwachs den Ausfall nicht ausgleichen; aber die Ausgleichung wird sehr schnell erfolgen. Der Hinweis aus die Elektrizität und das Gasglühlicht macht es uns gerade zur Pflicht, jetzt mit allen Mitteln daran zu gehen, den bisherigen Konsum- verlust beim Gas wieder ivett zu»lachen. Der Magistratsverrreter hat materielle Gründe für de» Aufschub der Entscheidung nicht beigebracht. Wenn sogar darauf Bezug genommen tvurde, daß der Gasanstaltsdirekror schwer erkrankt sei und man jetzt von ihm kein Gutachten erlangen könne, so muß man doch unwillkürlich an das Dichlerwort denken:„Dieser Mortimer starb Euch sehr gelegen!" Rein geschäftlich ist es doch auch»n- zulässig, sich von den Gaskonsumenten die Kosten der öffentlichen Straßenbeleuchtung bezahlen zu lassen; das geht nur, weil die Gaslieferung Monopol ist, weil die Stadt den Konsumenten den Fuß auf den Nacken setzen kann: Friß Vogel oder stirb!(Sehr gut!) Die Konsumenten des gewerblichen Gases beziehen auch zum allergrößten Theile Leuchtgas(Sehr richtig!) und werden sich über die 2/t0 Pfg. Vertheuerung für das erstere leicht hinwegsetzen. Je länger Sie mit der Verbilligung warten, desto weniger haben Sie die Möglichkeit, durch höheren Konsum den Ausfall auszugleichen. Ich bitte um Annahme des Ausschußantrages, weil ich die Ueberzeugung habe, daß die Be- völlerung dringend verlangt, daß eine Ungerechtigkeit, unter der sie lange und schwer leidet, endlich aus der Welt geschafft wird. Ich hoffe, daß die Bevölkerung energisch die Agitation fortsetzt, um der in dieser Versammlung herrschenden Sterilität endlich ein Ende zu machen.(Beifall.) Hieraus wird ein Schlußantrag angenommen. Im Schlußwort weist der Referent Stadtv. Deter be- sonders darauf hin, daß auch ein Preis von 13 Pf. bei einem Herstellungskosten-Betrag von 8 Pf. noch einen Gewinn rcpräsen- twe, wie ihn nur Monopolgeschäfte zu nehmen sich erlauben dürften. Die Vertagung auf zwei Jahre bedeute ein völliges Fallenlasse» der Idee der Verbilligung, denn nach zwei Jahren fallen die Einnahmen aus der lox Huene fort und dann werde man sich erst recht gegen die Verbilligung sträuben. Das Schluß- wort des Referenten wird durch immer stärkere Schlußrufe unter- brachen. Redner schließt mit dem Antrage, die Angelegenheit nochmals in den Ausschuß zurückzuverweisen. Nach einer mehr persönlichen Auseinandersetzung zwischen dem Stadtrath Marggraff und dem Referenten wird in namentlicher Abstimniung der Antrag Meyer I mit 62 gegen 37 Stimmen abgelehnt. Stadtv. Deter zieht seinen Antrag auf Zurückverweisnng der Angelegenheit an den Ausschuß zurück; Stadtv. Hermes nimmt diesen Antrag wieder auf und der Vorsteher-Stellvertrcter M i ch e l e t konstatirt unter der Heiterkeit der Versammlung die Annahme desselben. Eine materielle Entscheidung ist also heute nicht getroffen. Schluß 9 Uhr. Lokales. Die Liste der boykottfreieu Gastwirthe und Restau- rateure wird der am Sonnabend erscheinenden Nummer des „Vorwärts" wieder beigelegt werden. Veränderungen in der Liste müssen von den hierzu beauftragten Kontrolleuren bis spätestens Freitag Vormittag 10 Uhr in der Druckerei von Max Babing, Beuthstraße 2, Hof 3 Treppen, abgeliefert werden. Die Adressen der Vertraueuspersonen und Preß- kominissionS- Mitglieder nach nunmehr vollzogener Neu- wähl sind: Vertrauenspersonen: Im 1. Wahlkreis: August Täterow, Gräfestr. 6; Fritz Felge ntreff. Alte Jakobstr. 146. Im 2. Wahlkreis: Wilhelm Schlichtin g, Dieffenbachstr. 69, Hof part. links; Hermann Werner, Bülowstr. 59. Im 3. Wahlkreis: Stephan Fritz, Fürstenstr. 11, 4Tr.; Wilhelm Georgi, Stineonstr. 22, 4 Tr. Im 4. Wahlkreis, Oft: Hermann Bolze, Weidenweg 27/28, 4Tr.; Heinrich Banmgarten, Posener- straße 4, 4 Tr.— Südost: Franz Schulze, Oppelner- straße 3, 3Tr.; Hermann Matt u tat, Wrangelstr. 124, Hof 1 Tr. Im 5. Wahlkreis: Paul Hübner, Auguststr. 19; Fritz Krüger, Hirtenstr. 10, Laden. Im 6. Wahlkreis: Johann Pfarr, Puttlitz- straße 9(für Moabit); Fritz Waschowski, Reinicken- dorferstraße 55, v. 1 Tr.(für Wevding); Richard Augustin, Kastanien-Allee 11(für Schönhauser Vorstadt); Karl Helbig» Rügenerstr. 23(für Rosenthaler Vorstadt). Preßkommission: Im 1. Wahlkreis: Johann Timm, Alte Jakobstraße 18/19, 4 Tr.' Soyka, Lübbenerstr. 14, v. 2 Tr. Im 2. Wahlkreis: Hermann S i l b e r s ch m i d t, Schöneberg, Hauptstr. 7; Karl Aeustergerling, Nostiz- straße 5. Im 3. Wahlkreis: Hoch, Manteuffelstr. 51»; Pohl, Skalitzerstr. 113. Im 4. Wahlkreis(Ost): Franz Thielke, Strauß- bergerstr. 32.—(Südost): Richard Beyer, Cuvry- straße 34, H. 5 Tr. Im 5. Wahlkreis: G. Niederauer, Andreasstr. 56. Im 6. Wahlkreis: Otto Schmidt, Schwedterstr. 22; Heinrich BeiSwänger, Soldinerstr. 21. Und wiederum geht der Plnmpsack um. Die Saal- besitzer und Ringbierwirthe versenden jetzt an jedermann, den sie entfernt für fähig halten, noch mit einigen Moneten heraus» zurücken, einen Biltbrief, der sich auf weißem Papier recht sauber gedruckt folgendermaßen ergeht: B e r l i n, den 9. November 1894. Sehr geehrter Herr! Einer der auf der umstehenden Liste näher bezeichneten Herren wird sich erlauben, in den nächsten Tagen bei Ihnen vorzusprechen, um Sie zu bitten, eine» Beitrag für den Fonds zur Entschädigung der durch de» gegen» wärtigen Boykott hart bedrängten Saalbesitzer Berlins und Umgegend zu spenden. Falls Sie es vorziehen sollten, eine derartige Spende direkt einzusenden, so ist der ergebenst Unter- zeichnete zur Entgegennahme gern bereit.— Wie Ihnen bereits bekannt, sind die Verhandlungen mit den Parleileitern der Sozialdemokratie wegen Beendigung des Boykotts ohne Ber» schulden unsererseits resultatlos verlaufen. Die Einzel- heilen hierüber sind allgemein bekannt, so daß es wohl unnölhig erscheinen dürfte, hierauf noch näher einzugehen. Ein jeder weiß, daß trotz deS weitestgehende» Entgegenkommens der Brauereien die Arbeiterpartei hartnäckig auf ihrem frivol inS Werk gesetzten Beginnen Bestand und nichts darnach fragte, ob Hunderte, ja Dausende von Existenzen stark gefährdet, znm größeren Theil sogar ruinirt wurden. Da der Kampf nun aufs neue heftig ent» brannt ist, ersuchen wir Sie, uns mit einem namhaften Betrag zu unterstützen, damit wir im stände sind, der Arbeiterpartei, die nur darauf ausgeht, Existenzen zu vernichten und auf anders gesinnte Elemente terrorisirend einzuwirken, wirksam entgegen» treten zu können. Die engere Saalkommission. Im Auftrage: Hubertus Jacobi, C., Rosenthalerftr. 18. Bekanntlich wird umgekehrt ein Schuh daraus, da. wie männiglich bekannt, die Brauereien trotz weitestgehenden Ent- gegenkommens der Arbeiter frivol Proskriptionsbedingungen stellte», die mit der Ehre der Arbeiterschaft nimmermehr zu ver- einbarcn waren. Aber was nützt es, sich mit der„engeren Saalkommission" über Thatsachen herumzustreiten, die auch von dem nothleidendsten Dallesbruder nicht aus der Welt geschafft iverden können und deren Erörterung in den Herzen der Proletarier Berlins heute wie am ersten Tag'e das Feuer mächtiger Begeisterung entsacht? Gewiß, der Kampf wird weiter geführt, und die Schläge werden nach wie vor am fühlbarsten die Saalbesitzer und Ringbierwirthe zu spüren bekommen, die in verblendeter Thorheit sich den Leuten auf Gnade und Ungnade zur Verfügung gestellt haben, die ihre natürlichen Gegner sind. Der Plumpsack wird noch manchesmal bei der Großbourgeoisie herumgehen und immer dünner gefüllt wieder heimkehren, wenn die Herren Saal- besitzer und Ringbierwirthe nicht endlich einsehen, daß sie von ihrer Thorheit lassen und auf die Großbrauereien einen Druck ausüben müssen, der diese bestimmt, der Berliner Arbeiterschaft einen Frieden anzubieten, der deren Ehre nicht verletzt. Ein Gemüthsmensch. Im hiesigen Polizeimoniteur lesen mir: Von Herrn Gastwirth Loppaschewski. Königebergerstraße Nr. 34, geht uns folgende Berichtigung zu:„Ich habe in der Versammlung des Vereins Berliner Weißbierwirthe vom 7. d. nicht gesagt:„Die Führer der Bovkotlbewegung müßten ins Ge- fängniß geworfen werden und der Boykott wird nicht mehr lange dauern." Meine Worte lauteten vielmehr:„Die Diktatoren Bebel, Liebknecht und Singer müßten so lange ins Ge- fängniß gesperrt werden, wie der Boykott jetzt gedauert hat. Dann würden die Herren sagen:„Es schmeckt uns nicht! Ja, meine Herren Kollegen, uns schmeckt es jetzt auch nicht." Der Polizeimoniteur schreibt weiter: Die » Sozialdemokraten haben fürzlich Gewaltmaßregeln Erfolg zu erzielen: Wiedemann hat sich unter den Augen der Gerichts- Beitung. gegen Herrn 2. angewendet. Am Montag Abend, als die Gäste, Polizei den bevorstehenden Weiterungen durch Gift entzogen. Außerdem unter denen sich auch mehrere Damen befanden, beim Spiel faßen, Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. In dem Seifenschwindel- Prozek, der dieser Tage zut wurde ein Feuerwerkskörper, ein sogenannter Frosch, durch die werden noch zwei Vergiftungsfälle gemeldet: Der 28 Jahre alte UI m verhandelt wurde, lautet das Ur heil gegen die Angeklagten Thür gesteckt und explodirte mit lautem Knall, so daß mehrere Arbeiter Paul Mertlus hat sich am Mittwoch Abend gegen Wissing und Mosesmann auf je 2 Jahre, gegen Julius Cohn Damen in Ohnmacht fielen und die Vorhänge beinahe Feuer 10 Uhr in seiner Frankfurter Allee 103 belegenen Wohnung ver auf 20, gegen Moriz Cohn auf 18, gegen Lobec auf 9 und gegen gefangen hätten. giftet, weil er eines Diebstahls beschuldigt worden ist, und das Lebecke auf 4 Monate Gefängniß. Allen Berurtheilten wird die Wer sind denn die Sozialdemokraten, die mit Dynamit gegen 17jährige Lehrmädchen, das seit Dienstag Vergiftungserscheinungen Untersuchungshaft angerechnet, denselben wurden jedoch die Kosten den unglückseligen Boykottwirth operirt haben? Solche Wütheriche erkennen ließ, ist am Mittwoch Morgen um 8 Uhr in seiner auferlegt. Die Angeklagten Schön und Bevertnes(?) wurden giebt man doch bekannt, wenn man sie kennt. Landsberger Allee 2 belegenen Schlafstelle gestorben. In dem freigesprochen. Eine neue Auflage des Bierboykotts in Sicht. Ge- letteren Falle ist die Veranlassung zu dem muthmaßlichen SelbstVom Reichs- Versicherungsamt. Bei der Renovirung einer theilter Schmerz ist halber Schmerz. Von diesem Gedanken aus- mord durch Gift nicht bekannt. Scheune mitbeschäftigt, tam der Zimmerer Schrader zu Schaden; gehend, hatten die Ringbrüder es seiner Zeit verstanden, die Das alte Glend. In den Abendblättern lesen wir: In er brach die Beine. Die landwirthschaftliche BerufsgenossenSaalbesiger in den Bierboykott hinein zu ziehen. Jeßt, nachdem der Sigung des Gesammtvorstandes des Zentralvereins für schaft, welche in Frage tam, weigerte sich nicht, eine Rente zu dieselben die zweifelhaften Vortheile deffelben am eigenen Leibe Arbeitsnachweis am letzten Montag machte der Vorsitzende Dr. zahlen. Anfangs erhielt Schrader 100 pCt., wobei der Jahresgenugsam gespürt haben und alles daran sezen, aus dem Freund Mittheilung von den kürzlich gefaßten Gemeindebeschlüssen arbeitsverdienst ländlicher Arbeiter mit 480 M. der Rente zu Dilemma, in das sie durch ihre Vertrauensseligkeit gerathen, über die Erweiterung des Zentral- Arbeitsnachweises. Es wurde Grunde gelegt wurde. Später, nach Beendigung der gänz herauszukommen, sehen sich die Ringbrauereien nach anderen beschlossen, mit den für diese Erweiterung nothwendigen Vor- lichen Arbeitsunfähigkeit wurden ihm 30 pet. zuge Leidensgefährten um. Sie versuchen, wie bei den Saalbesigern, arbeiten, insbesondere mit der Ausarbeitung von neuen fprochen. Schrader legte Berufung beim Schiedsgericht uun die Weißbierbrauereien zu überreden, sich ihnen anzuschließen Sagungen, die durch die beantragte Verleihung der Korporations- ein. Er erklärte seinen Unfall für und der gleichen Vergünstigung, wie sie ihnen durch den Boytott rechte nothwendig werden, eine Kommission zu beauftragen. er sich im Baubetriebe, nicht aber in einem landwirthschaftlichen zu theil wird, theilhaftig zu machen. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, sind von den In dieser Kommission soll auch die Frage der Mitwirkung von Betriebe zugezogen habe. Es hafte nicht die landwirthschaftliche Arbeitgebern und Arbeitnehmern bei der Beaufsichtigung des Berufsgenossenschaft, sondern die Magdeburgische Baugewerte Ringbrauereien Verhandlungen eingeleitet, um die Weißbier- Arbeitsnachweises zur Erörterung kommen. Des weiteren wurde Berufsgenossenschaft. Kläger verlangte, daß man ihm eine anBrauer zu veranlassen, sich dem Ringe anzuschließen. Bisher beschlossen, den von auswärts nach Berlin zuziehenden Arbeitern gemessene Rente unter Zugrundelegung eines jährlichen Gin hatten diese Bemühungen feinen Erfolg gehabt. Nun scheint es die Einschreibung in die Listen des Arbeitsnachweises so lange zu kommens von 900 M. zuspreche. Das Halberstädter Schiedsaber so, als wenn die gemachten Anstrengungen doch nicht so versagen, als die Nachfrage nach Arbeitern durch das Angebot gericht, der die Berufungsinstanz fraglichen ganz umsonst gewesen sein sollen, denn wie der Direktor der Berliner Arbeitsloser gedeckt werden kann. Gegenwärtig steht landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft ist, wies Schrader Königstädtischen Brauerei in einer Unterredung, die die er insbesondere bei den ungelernten Arbeitern einer geringeren Nach- ab. Die Rente sei hoch genug, es liege auch ein begründete mit dem Weißbierbrauerei- Befizer Borsdorf, Neue König- frage ein großes Angebot gegenüber, so daß auswärtige Arbeiter Unfall im landwirthschaftlichen Betriebe vor, straße, hatte, auseinandersetzte, haben schon haben schon eine ganze nicht dringend genug vor dem planlosen Zuzuge nach Berlin ge- es die Abweisung. Dieses Urtheil erklärte am Anzahl von Weißbier Brauereien zugesagt, fich dem warnt werden können. Was diese Warnung wohl helfen wird! vember das Reichs- Versicherungsamt für unrichtig. Ringe anzuschließen. Namentlich wären die Firmen Landré, Magdeburgische Baugewerks- Berufsgenossenschaft hatte mittlerWeißenburgerstraße, und Richter, Weinmeisterstraße, mit Die Quittung über einen Schelmenstreich. Wegen weile auf Aufforderung des Reichs- Versicherungsamts ebenfalls Dieselbe einem gemeinsamen Vorgehen gegen die Arbeiter einverstanden, Majestätsbeleidigung ist gestern Abend auf dem Nordbahnhofe zu der Angelegenheit Schrader Stellung genommen. wie sie dem Direktor des Böhmischen Brauhauses, Herrn turz nach Ankunft des um 9 Uhr fälligen Vorortzuges der Ein- hielt ihre Haftbarkeit für ausgeschlossen, fie wies darauf hin, Knoblauch, gegenüber erklärt hätten. Ablehnend hat sich bisher setzer( Tischler) Ferdinand Stain beck verhaftet worden. daß ja die landwirthschaftliche Berufsgenossenschaft dem Kläger nur die Weißbierbrauerei Gabriel und Jäger geäußert. Herr Der Beschuldigte, ein nüchterner arbeitsamer Mann und Vater die Rente nicht vorenthalte. Das Schiedsgericht in Magdeburg der Meinung, daß Schrader Borsdorf schien der einstündigen Auseinanderseßung des Herrn einer zahlreichen Familie ist, wie verlautet, von seinem Arbeits- war ebenfalls Direktors, obgleich derselbe die Vortheile einer derartigen Ver- kollegen, dem Tischlergesellen Leopold Mahnke, mit welchem fall im landwirthschaftlichen Betriebe erlitten hätte; feine bindung gar nicht genug preisen fonnte und davon erwartete, er auf einem Neubau bei Hermsdorf zusammen in Afford arbeitete Berufung wurde als unbegründet zurückgewiesen. daß die Arbeiter in ganz furzer Zeit, spätestens innerhalb zwei und sich am letzten Sonnabend bei der Lohntheilung entzweit jezt nochmals das Reichs- Versicherungsamt in Anspruch, das Monaten zu Kreuze friechen müßten, feinen Geschmack abgewinnen hatte, der Polizei denunzirt worden. Das sogenannte Vergehen sich am 12. November mit seinem Rekurse beschäftigte. Gemäß au tönnen. Er äußerte seine lebhaften Zweifel und dem Ver- soll der beklagenswerthe St. gelegentlich der letzten Maifeier- dem Antrage des Klägers erkannte es als entschädigungspflichtig sucher gelang es nicht, dieselben zu zerstreuen. Der Liebe Mühe also vor sechs(!) Monaten begangen haben. In Der die Magdeburgische Baugewerts- Berufsgenossenschaft an. war hier umsonst, das sah der Herr Direktor der Königstädtischen Denunziant wurde nach dem Bekanntwerden der Verhaftung aus der Thätigkeit Schraders und seiner Mitarbeiter an der Scheune Brauerei ein und ließ endlich von weiteren Anstrengungen ab, seiner Wohnung gelodt, um angeblich auf der Polizeiwache ver- sah es, wie in der Begründung betont wurde, die Ausführung um vielleicht sein Heil an anderer Stelle mit mehr Glück zu vernommen zu werden, dann aber, als er auf die Straße trat, von eines Regiebaues und keine laufende Reparatur. fuchen. unbekannten Männern festgehalten und dermaßen verhauen, daß er blutüberströmt liegen blieb und im Krankenhause hat Aufnahme finden müssen. M welches 5. NoDie einen Un Er nahm Versammlungen. Die Arbeiter tönnen derartigen Bemühungen mit guter Ruhe zusehen. Wenn die Herren Ringbrauer glauben durch ein derartiges Bündniß mit den Weißbierbrauereien die Arbeiter Die Formalität der Rekrutenvereidigung, die eigentlich firre machen zu können, so irren sie gewaltig. Jedenfalls zeigen Versammlung im 2. Wahlkreise in den Arminhallen. sie nur, daß sie aus dem bisherigen Verlauf des Bierboykotts am Mittwoch stattfinden solite, jedoch urplöglich aus unbekannten nichts gelernt haben. Schon die Einmischung der Saalbesitzer, Gründen verschoben wurde, ist am Donnerstag Morgen im Lust- Fortsehung der Diskussion über den Bericht Delegirten zum Frankfurter Parteis die sich jetzt in einer argen Klemme befinden und die ihr Bünd- garten vor sich gegangen, nachdem der Raum ringsherum für des niß mit dem Ringe verwünschen, hätte ihnen doch zeigen Biviliften abgesperrt war. Der Kaiser hielt wieder eine Rede, tage. Den Borsiz führt Woldersti. Da der erste auf der sollen, daß es doch nicht so leicht ist, die Arbeiter unter zu be- in der er den Rekruten sagte, daß sie mit dem Eintritt in das Rednerliste eingezeichnete Redner nicht erschienen ist, erhält sofort Heer etwas Vornehmes geworden seien und Religion und Ord- das Wort: In die gleiche Lage wie die Saalbesitzer dürften die Weiß- ung im Lande zu schüßen hätten. Aus den Neden der bei der bierbrauereien gelangen und wir sind der Ansicht, daß diese Formalität amtirenden Pastoren sei die des katholischen Geistdenn doch zu flug find, um so blindlings in die Falle hinein zu lichen erwähnt, der den Rekruten auseinanderseßte, daß sie alles, was sie thäten, nicht der Menschen wegen, sondern Gottes wegen gehen, die ihnen von den Ringbrauern gestellt wird. thun müßten. tommen. Was auch kommen mag, die Arbeiter werden sich nicht aufregen. Wie sich auch die Verhältnisse gestalten, wir werden zu handeln wissen. Das mögen sich die Herren, die jetzt etwas zusammenbrauen, an dem sich die Arbeiter den Magen verderben follen, merken. an Bebel: Bei der Berichterstattung über ben Parteitag schloß Genosse Werner mit der Aufforderung, daß auch jene, die mit den in Frankfurt gefaßten Beschlüssen nicht zufrieden seien, sich doch zufrieden geben müßten, weil es die Pflicht jedes Parteigenossen sei, sich den Beschlüssen des Parteitages zu unterwerfen. Das letztere ist selbstverständlich; damit ist Die Leiche einer tubekannten ist am Mittwoch in einem aber nicht gesagt, sich des Rechtes zu entschlagen, Graben bei Bernau gefurden. Sie ist bereits in der Auflösung dem Geist und Wesen des Parteitages Kritit zu üben begriffen. Das Kleid ist schwarzbraun, zwei Unterröcke sind bunt oder zu tadeln, wo etwas zu tadeln ist. Bisher ist in wattirt und schwarz. Unter dem Mieder trug die Frau ein dieser Richtung leider viel zu wenig geschehen. Ich Noch ist es Zeit zur Umkehr. Parchendleibchen, auch hatte sie ein weißes Taschentuch mit bunter habe die Mittheilungen aus den verschiedenen Orten, wo Bericht Kante bei sich. In der Geldtasche befand sich ein 50 Pfennigftück über den Parteitag abgestattet wurde, durchgesehen und gefunden, Achtung, Arbeiter! Am Sonntag, den 18. November, und ein Knopf. Neben der Leiche lag ein wollener Handschuh. daß bei der diesjährigen Berichterstattung eine erfreuliche Ausfeiert der deutsche Raucherbund im Feen- Palast, Burg- und An der linken Schläfe zeigt sich eine Schußwunde und man nahme von der bisherigen Praxis stattgefunden hat. Wolfgangstraßen- Ecke, sein Stiftungsfest, ebenso der Athletenverein vermuthet aus diesem Grunde einen Mord. Es ist daher von Was mich anbetrifft, so spreche ich es offen aus, daß „ Einigkeit" in dem Lotale Urania, Wrangelfir. 9/10, am 25. No- Werth, daß sich alle Personen, die zur Sache und über die bisher noch fein Parteitag in mir einen so unbefriedigenden vember ein Vergnügen. Beide Lokale sind gesperrt, da sie für Person der Frau etwas angeben tönnen, in Bernau bei der Eindruck hinterlassen hat wie der letzte. Aber genau derVersammlungen nicht zu haben sind und in beiden boykottirtes Polizei melden. selbe Eindruck ist bei einer ganzen Reihe alter, Bier ausgeschänkt wird. Die Arbeiter werden wissen, was sie in Rücksicht hierauf zu thun haben und die Lokale, als auch die Verunglückt ist gestern in der Gelbgießerei Köpenicker- währter Parteigenossen hervorgerufen worden, und auch Genossen Vergnügungen, die dort stattfinden, meiden. straße 107 der Arbeiter Ernst Kaiser infolge ungehöriger Be- im Auslande, die mit Aufmerksamkeit den Verhandlungen gefolgt Und nun zur Sache selbst. nugung des Fahrstuhls. Der Arbeiter hatte versucht, sich mit find, theilen diese Empfindung. dem Fahrstuhl von einer Etage zur andern zu befördern, als der Aufzug plößlich seinen Dienst versagte und mit K. in die Tiefe stürzte. R. erlitt einen doppelten Beinbruch und einen Arm bruch und mußte nach dem Krankenhause Am Urban geschafft = Der Vertrauensmann von Stralau Nummelsburg fendet uns folgende Mittheilung zu: Die Berichterstattung für die Ortschaften Stralau Rummelsburg, Friedrichsberg, Friedrichsfelde und Umgegend findet am Sonntag, den 18. November statt. Die Armenverwaltung im Dienst der Reklame? Im Fluge durch die Welt" nennt sich ein amerikanisches Lieferungswerk, von dem man nicht weiß, was man daran zuerst belachen foll: die Dürftigkeit seines Inhalts oder die Unverfrorenheit, mit dem die Reklame dafür betrieben wird. Das Unglaublichste dabei aber ist, daß dieses amerikanische, unter deutschem Schuß segelnde Geschäft für sich die Berliner Kommunalverwaltung in Anspruch nimmt. In einer Ankündigung heißt es nämlich: werden. Ein Dienstmädchen hat sich am Dienstag Abend 11 Uhr im Hause ihrer in der Dragonerstr. 43 wohnenden Herrschaft durch Aufschneiden der Pulsadern zu tödten gesucht. Man brachte die Unglückliche in bedenklichem Zustande nach der Poli klinik in der Ziegelstraße. Ueber das Motiv der That ist nichts bekannt. Gesperrt für Fuhrwerk und Reiter ist die Königs- Allee in der Kolonie Grunewald von der Bismarck- Allee bis zur SchinkelAn die Nörgler, Kritiker, Bessermacher, Neider und Verleumber! The Werner Company von Chicago hinterlegt hier- ftraße. mit bei der Hauptstiftungskasse der Armenverwaltung Berlins den Polizeibericht. Am 14. d. Mts. wurden Morgens ein Betrag von 5000 Mart( Fünftausend Mark) mit der Bestimmung, daß diese Summe ohne jeden Vorbehalt demjenigen deutschen Ge- Dienstmädchen in der Wohnung seiner Herrschaft, in der Landsschäftstreibenden, derjenigen deutschen Firma, Verlagsbuchhandlung berger Allee, und Abends ein Arbeiter in der leerstehenden oder Buchdruckerei ausbezahlt werde, die bis zum 1. Februar 1895 der deutschen Bevölkerung gleichwerthig dasselbe bietet, wie es mit dem Prachtwerke Im Fluge durch die Welt" zu 50 Br. pro Lieferung von 16 photographisch aufgenommenen Ansichten, im ganzen 16 Lieferungen, eine Sammlung von mindestens 256 Anfichten, alle interessanten Punkte der ganzen Welt umfassend, vollendet technisch ausgeführt von der Werner Company offerirt Keine andere Bedingung irgend welcher Art ist hiermit Dorbehalten. Die Armenverwaltung Berlins, bei welcher der Betrag deponirt ist, wird den sachverständigen Schiedsrichter bezeichnen. wird. " bes Es läßt sich nicht leugnen, daß so lange die Partei be steht, zwei verschiedene Strömungen, ich will nicht sagen gegen einander aber doch neben einander herlaufen, von denen die eine als die radikale, die andere als die gemäßigte angesehen wurde. Häufig genug sind diese beiden Strömungen aufeindergeplant, haben lebhafte Auseinandersehungen zwischen beiden Richtungen stattgefunden, aber immer wieder haben sie sich ausgeföhnt. Aber es läßt sich nicht bestreiten, daß im Berlauf der letzten Jahre viele Glemente in die Partei gekommen sind, die man als Gemäßigte" bezeichnen muß. Wir haben uns in den legten Jahren sehr bedeutend quantitativ vermehrt, aber, ich sage es rund heraus, qualitativ nicht verbessert.( Sehr richtig!) Es ist so weit gekommen, daß zum Theil Elemente an den Entscheidungen theilnehmen, die nicht einmal genau wissen, was unsere Partei will, was der Sozialismus bedeutet. Gerade von diesem Gesichtspnutte aus ist der schlimme Eindruck, den ich von dem letzten Parteitage habe, hervorgerufen worden; und, Wohnung eines Hauses in der Frankfurter Allee todt aufgefunden. ich will ganz offen sprechen, dieser Eindruck war bei uns zeitweilig Beide hatten sich vergiftet. An der Ecke der Landsberger und so stark, daß ich entschlossen war, teine Stellung in der ParteiPallisadenstraße wurde Nachmittags eine Frau durch einen Ge- leitung wieder anzunehmen. Ich sagte mir, wie die Dinge geben, schäftswagen überfahren. Sie erlitt dabei außer einem Rippen- werden uns Kämpfe nicht erspart werden, und da will ich mir bruch aufcheinend schwere innere Verlegungen. Abends wurde freie Hand wahren. Ich will nicht leugnen, daß ich die Emeine Frau in einer von ihr benußten Droschfe bewußtloß auf- pfindung habe, daß die Partei in der Verwässerung begriffen ist, ins opportunistische Fahrwasser geräth, daß gefunden und noch lebend nach dem Krankenhause gebracht. Sie daß sie hat sich anscheinend vergiftet. In der Nacht zum 15. d. Mts. der Klassenkampf verflacht, daß ein Battiren dieser Strömung burde ein Arbeiter in der Lühowstraße mit einer anscheinend mit allerlei bürgerlichen Reformideen stattfindet. von einem Falle herrührenden Berlegung am Fuße angetroffen meine Empfindungen den Thatsachen entsprechen, dann muß diese und nach der Charitee gebracht.- Im Laufe des Tages fanden Strömung mit aller Entschiedenheit bekämpft werden. Erst auf eifriges Bureden einiger meiner Freunde habe ich mich veranlaßt gesehen, die Stellung im Parteivorstande wieder anzunehmen, aber ich kann nicht dafür garantiren, wie lange ich sie behalten Witterungsübersicht vom 15. November 1894. Wir gestatten uns die ergebene Anfrage, so meint die Berl. vier Brände statt. 3tg.", der wir diese kuriose Neuigkeit entnehmen, seit wann die Hauptstiftungskaffe der hiesigen Armenverwaltung ein Depositorium für Reklamegelder ist? Wir hoffen noch immer, daß es sich bei der ganzen Geschichte nnr um eine Renommisterei des amerikanischen Unternehmens handelt, der die Armendirektion die ge- Stationen. bührende Zurückweisung auf dem Fuße folgen lassen wird. Sonst hörte wirklich der Spaß auf! Das Haupt- Telegraphenamt hierfelbst macht bekannt, daß infolge der großen Sturmiehen alle Telegramme nach England Swinemünde Hamburg. und Holland Verzögerungen erleiden. Berlin Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. GOOGA Windrichtung GGD UHAAAAQ Windstärke GAGANANA( Stala 1-12) Wetter woltig bedeckt Temperatur ( nach Celſius 754 751 GS0 755 wolfig 753 756 woltig wolkenlos 759 755 DSD Nebel bedeckt 742 789 SSM 4 747 heiter halb bedeckt bedeckt 7 4 12 . • • Unter den Sänden von fünf Kriminalbeamten ist am wiesbaden. Dienstag Vormittag um 11/2 Uhr der 52 Jahre alte Buch- München. händler Reinhold Wiedemann aus der Invalidenstr. 9 gestorben. Wien Der eigenartige Vorfall trug sich folgendermaßen zu: Der Haparanda Kriminal Wachtmeister Steffanowicz mit vier Schußmännern Petersburg war in der Wohnung des Buchhändlers erschienen, um eine Cork. Durchsuchung nach Schriften unzüchtigen Inhalts vorzunehmen. Aberdeen Als die Beamten ein Buch auffanden, dessen schlüpfriger Titel Paris auf einen entsprechenden Inhalt schließen ließ, begab sich wiede mann in die Küche und trant einen mit Wasser gefüllten Becher aus. Bald darauf brach er zusammen. In einer Tasche fand 255 50.= 40 R.) Wetter- Prognose für Freitag, den 16. November 1894. Ziemlich warmes, theils heiteres, theils woltiges Wetter mit Berliner Wetterbureau. man ein anscheinend Gift enthaltendes Fläschchen vor, dessen etwas Regen und mäßigen bis frischen südwestlichen Winden. Inhalt Wiedemann wahrscheinlich zum Theil unter das Wasser gemischt hatte. Da ein Arzt nicht aufzufinden war, flößten die Kriminalbeamten dem Buchhändler Milch ein, ohne aber einen werde. Wenn Was mir bei dem diesjährigen Parteitage schon von vorn herein einen unbefriedigten Eindruck machte, war eine große Zahl von Anträgen, die zum Thei! verriethen, daß ein Theil der Parteigenossen uns Dinge zumuthe, die mit den Bestrebungen der Sozialdemokratie nicht das Geringste zu thun haben, von denen man sich sagen muß, daß ein Parteitag, der sich seiner Aufgabe und seines Zweckes bewußt geworden, sie turzer Hand hätte ablehnen müssen. Was hat denn z. B. die Sozialdemokratie mit der Impffrage zu thun, mit demselben Recht hätte man den Vegetarismus, die Vivisektion oder die Lieferung des Heilserums von Staatswegen zur Diskussion bringen fönnen. Den unerquicklichsten Eindruck hat bei mir die Behandlung des badischen Parteistreites hervorgerufen. Wer unsere Entwickelung verfolgt hat, der wird finden, daß es gerade das süddeutsche Element in unserer Partei ist, das man im allgemeinen als daß Gemäßigte" bezeichnen muß. Ich bin natürlich weit davon entfernt unseren süddeutschen Parteigenossen einen Vorwurf daraus zu machen, vielmehr müssen wir, bei unserer prinzipiellen Auffassung der Entwickelung der Dinge uns fragen, woher es tommt, daß eine gewisse Erscheinung in dieser oder jener Form auftaucht, und hier in einer Form, die ich geradezu für verhängnißvoll für unsere ganze Partei halte. Abgesehen von persönlichen Momenten, bie aber feinen Ausschlag geben können, fehe ich in dem immer stärkeren Eindringen des stimmen. Aber in unserer Partei giebt es eine große Zahl von sehr großen Theil der ländlichen Bevölkerung vertheidigen, wenn Kleinbürgerthums in unsere Partei den Grund dafür, Gemüthsmenschen, die jeder klaren und entschiedenen Stellung dies in der richtigen Weise geschehe. Redner will sich hierüber, daß in Süddeutschland die Gemäßigften immer mehr und nahme aus dem Wege gehen, die jedem Konflikt ängstlich aus wie über seine ganze Auffaffung der Agrarfrage in einem bemehr an Einfluß gewinnen. Das Kleinbürgerthum hes weichen( Eehr richtig!), und so wurde der Antrag Stadthagen fonderen Vortrage auslassen. trachtet den Sozialismus von einem ganz anderen Ge- angenommen. fichtswinkel als das rein proletarische Element. Schließlich schlägt Redner, weil er für nöthig hält, daß die Nun ist Das war höchft bedauerlich, und die Folge wird sein, daß Versammlung sich ausspreche, was sie denke, folgende Resobas Kleinbürgerthum in Süddeutschland an sich sehr stark die Debatte nicht abgeschnitten ist, sondern im Gegentheil ihren lution vor: vertreten, weil die kapitalistische Entwickelung in Süddeutschland Fortgang nehmen wird. Das ist auch aus anderen Gründen" Die Versammlung der Parteigenoffen des zweiten Wahlnoch nicht mit derselben Intensität auftritt, wie in Norddeutschland, nothwendig, vor allen Dingen deshalb, weil die Motivirung, die treises bedauert, daß der Parteitag fich nicht entschließen konnte, dieses Kleinbürgerthum influenzirt ganz natürlich sehr start unsere für die Stellung der Bayern im Landtage in das Feld geführt worden ist, unseren Genossen in den Landtagen in bezug auf die Abstimmung Partei, und wird ein immer größerer Hemmschuh für die Entwickelung unerhört in der Parteibewegung ist. Sie gipfelte vor allem über das Budget eine bestimmte Direktive zu geben, die um so unferer Partei. Wie start die Gefahr ist, das wiffen Sie feit Erfurt, darin, daß Bayern etwas Absonderliches, mit anderen Theilen nothwendiger war, da die Anzeichen sich mehren, daß die Zerwo Ihnen durch die bekannten Münchener Reven Bollmars flar Deutschlands gar nichts Vergleichbares sei, und daß am aller- fahrenheit und die Unklarheit über die Einheit der Interessen geworden war, in welchem Maße die Beeinflussung durch das wenigften die Norddeutschen darüber reden tönnten, weil sie von und Grundsäge der Partei in der Zunahme begriffen find. fleinbürgerliche Element stattgefunden hat. Aber auch innerhalb bayerischen Verhältnissen nichts verstünden. Daß eine soldje Norddeutschlands bekommt dieser Geift zum Theil einen stärkeren Motivirung nicht blos ausgesprochen werden konnte, sondern troy Einfluß. Zunächst aus dem Grunde, weil gewisse Elemente der der ausdrücklichen Warnungen und Mahnungen Auer's nicht die Partei als Opfer ihrer Ueberzeugung zur Selbständigmachung in entsprechende Antwort fand, ist vor einigen Jahren noch unfleinbürgerlichen Stellungen gezwungen find, und dann, weil ein möglich gewesen. großer Theil grade unserer Vertrauensleute und Agitatoren aus Elementen besteht und bestehen muß, die sich in relativ unab hängiger Stellung befinden. Eine solche soziale Position wirkt leicht zurück auf eine Verwischung der rein proletarischen Anschauungen. Dazu kommt noch, daß eine große Zahl von Genossen, die fich in leitender Stellung in der Partei befinden, troß ihres Opfermuthes und Pflichtgefühles in Zeit und Wiitteln so sehr beschränkt sind, um sich Klarheit über die brennen en Fragen zu verschaffen, um sich theoretisch fertzubilden. Bei dem gegen wärtigen Umfange der Partei aber ist es von höchster Wichtig: feit, daß die Aufgaben in der Partei nur solchen Leuten zu: fallen, die auch genau wissen, was die Sozialdemokratie will. Die Ueberwindung dieses nicht zu unterschäßenden Gefühles, eine Folge der älteren Kultur des Südens und des dreißigjährigen Krieges, fann nur erfolgen durch Vermeidung jeder gewaltsamen Einmischung, jedes Versuches, das, was man anderswo für angebracht hält, nun auch hier einzuführen." laffungen in dem Artikel der Münchener Poſt" vom 30. DfDie Versammlung legt entschieden Protest ein gegen die Austober b. J., überschrieben Betrachtungen über den Parteitag", in welchem unter dem Vorgeben, berechtigte Bestrebungen" zu vertreten, dem spießbürgerlichen Partitularismus Vorschub geleistet wird, was nothwendig die Zerstörung der Einheit der Partei zur Folge haben muß. Beifall.) Die deutsche Partei betrachtet sich als ein Glied der Jnter nationalen, aber auf diesem Parteitage wurde von Vielen ein Argument für durchschlagend erachtet, das ein partikularistischer Die Versammlung protestirt ferner gegen den Artikel der bayerischer Spießbürger hätte geltend machen können, aber fein Münch. Post", der in Nr. 41 des Sozialdemokrat" abgedruckt Sozialdemokrat, das ist das aller Bedauerlichste.( Gehr wahr.) ist, und in dem es am Schluß wörtlich heißt: Sollten die Ver Seit wann ist es erlaubt, daß internationale Sozialisten hältnisse der einzelnen Länder aus taktischen Gründen zeitweise fich die partikularistischen Gründe für ihre Tattik zu eigen machen! ein getrenntes Marfchiren nothwendig machen, so werden wir Aber das Echlimme ist, und deshalb komme ich auf die Sache unsere Gegner doch immer vereint schlagen und das scheint uns nochmals zurück, daß, was auf dem Parteitage geltend gemacht die Hauptsache zu fein." wurde, das wird jest systematisch von dem Organ der bayerischen Die Versammlung sieht in diesen Auslassungen das bewußte Genoffen, dessen geistiger Leiter Vollmar ist, der Münchener Bestreben, die Genoffen der einzelnen Länder in künstlichen Post", immer aufs Neue vertreten. Rückständiger fann ein Gegensatz zu einander zu bringen, das die schärfste Zurückweisung Cozialdemokrat taum schreiben. In einem Artikel der Münch. verdient." Vor 30 Jahren noch, da galt jeder Sozialdemokrat noch als Poft" vom 30. Ottober, überschrieben:" 3um Parteitage", heißt ein Ausbund von Wissen gegenüber unseren Gegnern. Wer sich es an einer Stelle:" Der positive Nugen der Frankfurter Debatte Nehmen Sie diese Resolution einstimmig an.( Lebhafter damals nur genügend mit Lassalle's Schriften vertrant gemacht wird darin bestehen, daß unsere norddeutschen Genossen die Arons will zunächst auf das Wort verzichten, bedauert hatte und ein halbwegs gewandter Redner war, fonnte mit der Nothwendigkeit begreifen, mit dieser berechtigten Eigenthümlich aber, daß der Parteivorstand sich nicht auf dem bayerischen ficheren Aussicht, seinen Gegner in der Versammlung zu schlagen, teit der Süddeutschen zu rechnen. Wer in Süddeutschland Parteitag habe vertreten lassen. auftreten. Heut erblicken wir freilich in diesen Redekämpfen nicht moralische Groberungen" machen will, der mag fich Stadthagen warnt davor, den ersten Theil der Refomehr unsere Hauptaufgabe. Aber dafür ist der Kampf auf dem Ge- den Urheber dieses geflügelten Wortes als abschreckendes lution anzunehmen. biete der Preffe, der Flugblatterzeugnisse, der Broschürenliteratur Beispiel nehmen. abschreckendes lution anzunehmen. Die Resolution begeht genau denselben Der speziell im um so intensiver geworden. im bayerischen Volke Fehler, der an den Bayern gerügt werden sollte. Es handelt sich Um hier mit der nöthigen bis in die Reihen der Genossen hinein wurzelnde Preußen gar nicht darum, zu konstatiren, ob die Bayern Unrecht Echärfe austreten zu können, wird von einem Agitator ungleich haß entspringt aus dem instinktiven Gefühl, daß man den gehabt hätten oder nicht, darüber war auf dem Parteimehr verlangt als vor 30 Jahren, denn auch unsere Gegner Bayern ihre geschichtlich und wirthschaftlich berechtigten Eigen: tag nur eine einzige Stimme, sondern darum, der fino in der Zwischenzeit nicht müßig gewesen. Von dem Bürger thümlichkeiten nehmen und sie in eine ihrer Natur wider Resolution Bebel eine Faffung zu geben, daß sie ein allgemein thum beschäftigen sich zahlreiche Personen fachmännisch mit sprechenden Zwangsjacke stecken will. Statistit, Nationalökonomie, Sozialpolitik, unseren Gegnern giltiges taktisches Prinzip daritellt. Fällt aber nur ein einziger Fall heraus, wie der von Joest erwähnte Vorfall in der steht ein gewaltiges wissenschaftliches Material zur hessischen Kammer, so sei die Resolution unannehmbar. Prinzipiell Verfügung, fie find ganz arders gerüstet als früher. stehe ich auf demselben Standpunkt wie Bebel. Um nicht Nun wäre es freilich die Aufgabe der Partei, dieses zu schablonisiren, habe ich mein Amendement gestellt. Ueberdies Material deu Agitatoren zugänglich zu machen, aber bei dem Zuge, der sich in unserer Partei zeigt, fürchte ich, daß hatte die ganze Resolution nur einen platonischen Werth gehabt, denn die Bayern werden ohnedies nicht wieder für das Budget es unbenutt liegen blciben würde. Und da komme ich zu etwas stimmen. anderem. Man strebt heut oft nicht nach Vertiefung unserer Anschauungen, nach ernster Aufklärung unter den Parteigenossen, fondern man will in erster Linie neue Anbänger gewinnen um jeden Preis.( Sehr richtig!) Um das zu erreichen, macht man Ronzessionen nach allen Seiten hiu, ver ischt man den rein proletarischen Charakter der Partei, steckt häufig die Forderung des Klaffenlampjes in die Rocktasche.( Schr richtig!) So gelingt c3 zwar, große Schaaren neuer Anhänger zu gewinnen, die aber bem Sozialismus recht fern stehen, die unsere Partei nicht fördern, sie vielmehr nur belasten.( Sehr richtig!) Ich sage es offen heraus, mir ist eine leine Zahl sielbewußter und flafien bewußter Genossen ungleich viel lieber als eine große Schaar von Anhängern, die nicht wissen, was sie wollen und was die Sozial: demokratie will.( Eehr richtig.) Es wird das Schwergewicht darauf gelegt, bei Reichstagswahlen, bei Landtagswahlen, bei Gemeindewahlen äußere Erfolge zu erzielen. Die Position im Reichstage ist ja noch die vergleichsweise leichteste. Aber in den Landtagen, in den Gemeindevertretungen tönnen unsere Leute, wenn sie nicht ganz prinzipienfest, wenn sie nicht vollständig vertraut mit Die in vollster Deffentlichkeit vorgenommene Aussprache hat dem Wesen des Eozialismus find, in Positionen hinein- zur Aufklärung der Genossen in Norddeutschland beigetragen, gerathen, 100 fie Entschließungen fassen, die eine und die Sozialdemokratie ist stark genug, um sich von abweichenGefahr für unsere Prinzipien und Grundsäge find. den Anschauungen in ihrem gemeinsamen Vormarsch nicht auf Das schlimmste Beispiel in dieser Richtung ist der Fall Steg- halten zu lassen. Sollten die Verhältnisse der einzelnen Länder müller. Es handelt sich durchaus nicht um die Person Steg- aus taftischen Gründen zeitweise ein geirenntes Marschiren noth müller's, wir haben leider noch recht viele Stegmüller in der wendig machen, so werden wir unsere Gegner doch immer verPartei( sehr richtig). Darum hätte ich auch gewünscht, daß der eint schlagen, und das scheint uns die Hauptsache zu sein." Parteitag im Falle Stegmüller sich bewußt geworden wäre, was feine Pflicht zur Wahrung der Ehre der Partei gewesen wäre. " 1 Wenn dieser Standpunkt als berechtigt anerkannt wird, dann hört die deutsche Sozialdemokratie auf eine geschlossene Partei zu sein und wir haben dann eine württembergische, bayerische, hessische u. s. w. Partei!( Lebhafte Zustimmung.) Dann ist unfer alter Schlachtruf:" Hoch die internationale Sozial demokratie!" zum Spott und zum Hohn geworden. Wenn ich je mit einem Artikel des hiesigen Sozialist" einverstanden ge= wesen bin, so mit jenem, der kürzlich überschrieben ist: Die internationale", bayerische Sozialdemokratie". cs ,, internationale", bayerische Sozialdemokratie". Dieses Wort stigmatisirt ganz richtig die Situation, in der wir uns be finden. Diese Taktit heißt nicht anders als:" Weil wir viel rückständige Elemente im Volte haben, sollen diese für unser Vor geben maßgebend fein; ai statt fie aufzutlären, fie emporzuheben, steigt man auf ihr Niveau herab, tommt man ihren partikularistischen Neigungen und Vorurtheilen entgegen und erinnert sich nur der großen deutschen Partei, wenn man Geld braucht.- Aber nicht blos dieser Artikel ifi charakteristisch, für die Situation, sondern fast noch mehr der folgende, den der Sozialdemokrat" in feiner legten Nummer aus der Münchener Post" reproduzirte, in dem es heißt: " " Hier geht man also bereits so weit, non getrennt marfchiren" zu reden! Die bayrische Partei ist eine besondere Partei in der deutschen. Das ist doch das stärkste, was mir vorgekommen ist. ( Zustimmung.) Redner polemisirt dann gegen die Agrar- Resolution und giebt seiner Ueberzeugung dahin Ausdruck, daß auf die Ergebnisse der Arbeiten der Agrarfommission teine großen Hoffnungen zu sehen find. Aeustergerling schildert die Schwierigkeiten Landagitation, welche er in Thüringen fennen gelernt hat. Außerdem nimmt Redner Dr. Quarck gegen die Angriffe Bosses in Schuh. der Beurtheilung der Angelegenheit Stegmüller's bei. Schöpflin Konstanz tritt den Ausführungen Bebels in Die Refolution Stadthagen liegt dem Redner schwer im Magen". Der Redner wendet sich besonders entschieden gegen das Bestreben Anhänger um jeden Preis zu gewinnnen, das im Süden besonders von Vollmar und Dr. Rüdt kultivirt werde. Mit der Versicherung, fein Feind der akademisch gebildeten Genoffen zu sein, verknüpft Schöpflin den Wunsch nicht vor jedem aus den sogenannten besseren Ständen zu uns kommenden Genossen gleich in tiefster Ehrfurcht zu ersterben. Dem Redner gefallen auch die Sonntagsplaudereien des Vorwärts" nicht, er würde an deren statt lieber eine politische Wochen- Rundschau sehen. 〃 Auer berichtigt zunächst, daß von keiner Seite erklärt worden sei, den Parteidienst zu quittiren, wenn die Gehälter beschnitten würden. Was die geistigen Arbeiter in der Partei verlangen, sei nur das, was man den Handarbeitern gegenüber für selbstverständlich halte, nämlich, ihre Leistungen nach den für solche Arbeiten auch in den anständigen bürgerlichen Gefchäften üblichen Normen zu honoriren. Ein Theil der Genossen wolle aber den Kopfarbeitern nicht gewähren, was den Hands arbeitern unbedenklich zugestanden werde. Darum drehe sich der ganze Streit. Die Frage, ob einzelne Gehälter zu hoch oder nicht hoch genug seien, habe aber mit dieser Angelegenheit nichts zu thun. In dieser Beziehung sei jeder Fall für sich zu prüfen. Anstatt daß der Parteitag die einzig mögliche Entscheidung fällt, Stegmüller zum Aufgeben seines Maudates zu veranLaffen, läßt man es bei einem einfachen Tadel bewenden. In seiner Vertrauensseligkeit für den Neuen Kurs" hatte Erklärlich wird das nur dadurch, daß Viele sich zu ihrem Votum Bollmar in seinen bekannten Münchener Net en verlangt, daß man nur durch die Ueberzeugung beeinflussen ließen, daß andere viel von dem Programme nur fünf Punkte herausgreifen, die übrigen Bum bayerischen Parteitag konnte der Vorstand nicht gehen, mehr schuldig feien als Stegmüller.( Auer:" Sehr richtig.") Forderungen vorläufig an den Nagel hängen solle. Mit dem weil er sich der Möglichkeit einer Ueberstimmung nicht ausLieber Nazi, das ist durchaus nicht sehr richtig, denn wenn vor Vertrauen auf den neuen Kurs ift er gründlich Lineingefallen; fetzen durfte, womit zugleich der Entscheidung in Frankfurt vor dem ganzen Parteitage in unzweideutigfter Weise konstatirt wird, ähnlich ist es ihm mit seiner Auffassung vom Bauernbunde ge- gegriffen worden wäre. daß Stegmüller tein Sozialdemokrat ist, so gebot es die Ehre gangen, die er noch vor einem Jahre hatte. Am 14. Oftober Redner fährt fort: Gegen Bebel möchte ich bemerken: Ich der Partei, daß daß man ihm das Mandat aberkannte. 1893 meinte er im bayrischen Landtage, daß wir mit dem Bauern- bedauere. daß er den gegen die Bayern gerichteten Theil seiner Diese schwächliche Haltung des Parteitages, sein sentimentales bunde bis zu einem gewissen Grade Hand in Hand geben tönnten! Rede hier gehalten hat, und nicht in München oder Nürn Mitleid mit Stegmüller ist mit ein Grund, weshalb der Partei- Bollmar hat sich auch hier getäuscht. Der Bauernbund ist seiner berg. Dort war sie am Blake, hier gehalten wird sie Mißzank in Baden von Neuem wieder entbrannt ist. Die Dinge, Natur nach eine durch und durch reaktionäre Organisation. Und deutungen ausgefeßt sein. In Frankfurt ist von Vollmar ein so bie gegen Nüdt vorlagen, reichten leider nicht aus, um ihn aus nun nimmt er in der Budgetfrage wieder einen solchen Ver- einseitig partikularistischer Standpunkt eingenommen worden, der Partei auszuschließen, aber in dem Falle Stegmüller war trauensstandpunkt ein, und der Parteitag findet es nicht für an- daß ich mich mit voller Entschiedenheit dagegen wenden mußte. von ihm selbst genügend Material geliefert worden, um ihn gemessen, flare Stellung zu schaffen. Wenn die Dinge so weiter Wir können aber die Thatsache nicht aus der Welt schaffen, daß seines Mandates verlustig zu erklären. gehen, ist es das gerathenste, Bollmar zum Leiter der Partei zu wir in Bayern wie in ganz Süddeutschland mit einer starten machen, dann wird man sehen, wohin wir steuern. Abneigung gegen das norddeutsche Element zu rechnen haben, Bezüglich der Agrarfrage bin ich ebenfalls nach ver- besonders gegen das Berlinische, und daß diese Abneigung auch schiedenen Richtungen hin unbefriedigt geblieben. bis in die Arbeiterkreise hineingeht, deshalb wird durch die heutige Diskussion, gerade um der Stelle willen, von der sie ausgeht, nicht das erreicht werden, was sie bezwecken follte. Des Weiteren hat die bekannte bayerische Angelegenheit nicht blos im Parteitage, sondern auch nachträglich viel Staub auf gewirbelt. Freilich lag diesmal die Sache etwas anders als auf früheren Parteitagen, die sich mit ähnlichen Fragen zu be- Die Ausführungen der beiden Referenten gingen dahin, daß schäftigen hatten, weil auf diesem Parteitage die Bayern in ihrer die Agitation unter der ländlichen Bevölkerung schwierig sei. Ueber Stellungnahme durch die Beschlüsse des bayerischen Parteitages ge- unfere letzten Ziele, die Verwandlung von Grund und Boden bunden waren. Ich stehe nun nicht an auszusprechen, daß derselbe in Gemeineigenthum wurde fast nicht gesprochen, das wurde den schlechten Eindruck erhalten, den Bebel gewonnen hat. Er Von dem Frankfurter Parteitage habe ich durchaus nicht Geist, der 1891 in den Münchener Reden Vollmar's zum Ausdruck fam möglichst verschleiert. Ich bin der Meinung, daß diese Auf- war nicht besser und nicht schlechter, als die früheren Parteiund eingehende Auseinandersetzung veranlaßte, derselbe Geist, der fassung durchaus falsch und unberechtigt ist. Bollmar und zum tage auch, und die kommenden Parteitage werden auch nicht viel später aus dem Artikel der Revue bleue" sprach und zur Debatte Theil auch Schoenlant haben die Forderung vertreten, daß wir anders sein. über den Staatssozialismus in Berlin führte, daß dieser Geift uns bei der Landagitation zunächst auf gewisse nächste Forde- bürgerthum in der Partei vorherrscht, ist nicht mehr neu, in der Die Bebel'sche Bemerkung, daß das Spießheute noch genau der alte ist. Die Art, wie von jener Seite rungen zu beschränken hätten und zu diesem Zwecke ein be- Literatur der Unabhängigen spielt sie ja eine große Rolle, ohne agitirt wird, die in Erfurt und Berlin auf das Entschiedenste sonderes Agrarprogramm ausarbeiten sollten. Ich stimme nur dadurch an Richtigkeit zu gewinnen. Will man ein Urtheil darverurtheilt wurde, ist heute noch maßgebend. Ich sage mir, das ist theilweise darin überein. Die Einsetzung der Agrarfommission fiber gewinnen, ob die Partei qualitativ zurückgegangen, so beein Zustand, den auf die Dauer die Partei sich nicht gefallen halte ich für eine verfehlte Maßregel, obgleich ich fie akzeptirt trachte man nur die Parteigeschichte, die sich in den laffen kann.( Sehr richtig.) Wäre bei der Budgetabstimmung habe, weil wir in einer 3wangelage uns befanden; sich gründ. Protokollen wiederspiegelt. Wenn Sie die alten Protokolle im bayrischen Landtage derfelbe Standpunkt gewahrt worden, lich auszusprechen war unmöglich. Der Parteitag fonnte die lesen, werden fie finden, daß auch auf früheren Konwie er in Erfurt und Berlin in unzweideutiger Weise aus Frage bei den Mangel an Zeit nicht gründlicher behandeln, ich grefsen Beschlüsse gefaßt worden sind, die man keineswegs billigen gesprochen worden ist, so hätte man unmöglich zu dem Resultate würde rorgeschlagen haben, daß im nächsten Sommer eine befann, die heute unmöglich gefaßt werden könnten. Unsere Partei tommen tönnen, zu dem man gekommen ist, Ich laffe einmal fondere Konferenz, unabhängig vom Barteitage, zufammentritt, ist nicht verfpießbürgert, fie hat sich auch qualitativ nicht vers dahingestellt sein, ob jener von mir zunächst verfaßte Antrag an der alle Genossen theilnehmen, die Verständniß und Interesse schlechtert. Die Partei hat sich verbessert. Das zeigt sich benicht hätte in anderer Form beffer ausdrücken tönnen, was für die Agrarfrage haben und an der die Agrarfrage gründlich fonders in unserer Literatur. Unsere Presse steht thurmhoch über wir wollten: eine flare Marschroute für die Zukunft festzulegen. berathen würde. der Parteipreffe vor dem Sozialistengefeß. Zum Beweise für Das aber steht fest, der Parteitag hätte auf jeden Fall entschieden Redner entwickelt in längeren Ausführungen seinen ab- den Rückgang zieht nun Bebel den Fall Stegmüller heran. Aber er Stellung nehmen müssen. In Erfurt hat der Parteitag unzwei weichenden Standpunkt von dem der Referenten und kommt aus ist wirklich nichts Neues. Ich erinnere Bebel nur an den Gothaer deutig ausgesprochen, daß der Parteitag das Recht habe, an den führlicher auf die Gesichtspunkte zu sprechen, die nach seiner Kongreß von 1877. Auch damals hat er sich in schärffter Weise gegen Handlungen jedes Genossen Kontrolle zu üben, und auch Vollmar Meinung für die Landagitation maßgebend sein müßten. Redner den Stimmenfang gewandt, gegen das Zurückdrängen des Klaffenhat damals ausdrücklich anerkannt, daß der Parteitag das Recht macht einen Unterschied zwischen der Landagitation, wie er fie charafters und das Berschleiern des Prinzips in Flugblättern. Daß und die Pflicht habe, die Richtschnur für unser tattisches Ver- in Halle 1890 gefordert habe, und der Bauernagitation, wie fie ein fpießbürgerliches Element in unseren Reihen vorhanden ist, halten vorzuschreiben. Etwas anderes sollte in Frankfurt nicht gegenwärtig geplant fet. Er fordert, daß man vor allen Dingen und sogar zugenommen hat, will ich nicht bestreiten; aber es ift geschehen, und das wäre durchaus nicht verlegend für die fich flar werde über die Glemente, unter denen man agitiren doch ganz natürlich, daß sich mit der Vergrößerung der Bayern gewesen. Die große Majorität war mit der Haltung wolle und fönne. Eine unseren Bielen entsprechende Agitation Babl unserer Anhänger auch die Spießbürger bei uns verder Bayern nicht einverstanden, das ergiebt klar die Abstimmung unter den ländlichen Arbeitern und jenem Theil der ländlichen mehren. Wir haben noch viele Philister, aber nur weil wir über die bayerische Resolution; aber anstatt nun diese Ansicht auch Bevölkerung, der halb Tagelöhner oder Industrie- Arbeiter, halb viel größer geworden sind, aber das Philisterthum hat nicht flar und scharf zum Ausdruck zu bringen, wie es mit unserer Kleinbauer sei, werde die eigentlichen Bauern vor den Kopi stärker zugenommen als die Partei, ganz im Gegentheil; das Resolution beabsichtigt war, wurde uns von nächststehender stoßen. Der Redner seht dies des weiteren auseinander. Des- Philisterthum hat prozentual abgenommen. Eeit in die Suppe gespuckt. Das Amendement, das Genosse gleichen ist er der Meinung, daß mit offenen Karten agitirt Der Warnungsruf gegen den Stimmenfang um jeden Preis, Statthagen stellte, hätte, wenn der Antrag damit angenommen werden müsse. Die letzten Forderungen unferes Programms, war ganz am Plate, aber auch dies ist nichts Neues. Die wurte, den Sinn deffelben in das Gegentheil verkehrt. Wir er die Nothwendigkeit der Gemeinwirthschaft Exemplifikation an Stegmüller war nicht ganz glücklich, weil Ilärten deshalb auch sofort in der Debatte, wird das Amendement auf dem Grund und Boden, lassen sich nach seiner Stegmüller eine höchst nebensächliche Person ist. Stadthagen angenommen, so müssen wir gegen den Antrag Meinung mit größtem Erfolge für die Agitation unter einem ganz unschuldig daran, badischer Abgeordneter geworden zu sein. Er ist Man hat Stegmüller als Prellbock in dem Streitfalle Geck- Rüdt.[ den Reichstag bestimmte Anträge sozialpolitischer Natur " 21 Frau Gubela wendet sich gegen die Vernachlässigung der Frauenbewegung. Ledebour konstatirt, daß das, was Schoenlank und Vollmar in der Agrardebatte gesagt haben, auch Rautsty be reits in seinen Erklärungen zum Erfurter Programm ausgeführt habe, nämlich daß in der sozialistischen Gesellschaft der kleinbäuerliche Besit erhalten bleiben solle. Frey bittet die Resolution Bebel abzulehnen, die Stellen über die Münchener Post" seien aus dem Zusammenhange herausgerissen. 01 band 1,80 M. Eingelaufene Druckschriften. der Sozialdemokrat, Zentral- Wochenblatt der sozialdemokratischen Partei Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 2). Bu beziehen durch alle Zeitungsspediteure. Das Abonnement beträgt durch die Post oder in Berlin durch die Zeitungsspediteure pro Quartal 1,20 M. Kreuz Die Nr. 42 vom 15. November hat folgenden Inhalt: Wochenschau. Die Wahlen in Amerika. Vereine u d Gewerkschaften in Elsaß- Lothringen. Bur Bolenfrage. II.( Ansiedelungsfragen. Beamte. Die Bolenbewegung.) Partetnachrichten. Sur Frage der Partetgehälter.( 1. Bon A. Bebel. 2. Zuschrift aus Leipzig.) Bum badischen Streit. Die Bezahlung und Behandlung der Künstlermodelle.- Gewerkschaftliches.- Arbeiterschuß. Todtenliste. Literarisches. Wie man uns behandelt. " Ueber ein entfehliches BrandunglückinElberfeld, bei dem, Dreesbach benutzt. Die anderen„ verständigen" Genossen in Baden abgelehnt wurden, sei nicht zu bedauern, da es der sozialdemo- den vorliegenden Nachrichten zufolge, acht Personen ihr Leben verfind die Hauptschuldigen. Weil einer dem anderen die Nase im fratischen Fraktion rein unmöglich werde, immer wieder die loren haben, liegen folgende Mittheilungen vor: In dem Unterhause Gesicht nicht gönnt( Heiterkeit), brauchte man einen Bligableiter. nämlichen Gegenstände vor das Forum des Reichstags, der doch des Hauses Kipdorf 84 befinden sich drei Läden, die ZigarrenUnd das sollte Stegmüller sein. In Frankfurt sagte man sich noch nicht allein für die Sozialdemokratie da sei, zu bringen. handlung von Bender, das Ledergeschäft von Schulten und die deshalb ganz mit Recht: Da man den Esel nicht schlagen will, Im Hinblick auf die badische Angelegenheit hält es Redner Schönfärberei von Balte. Das Feuer brach furz vor 11 Uhr in foll man auch den Sack Sad nicht prügeln".( Heiterfeit.) für geboten, in Zukunft ein scharfes Auge auf die Einzel- dem Zigarrengeschäft aus. Ein Oberwächter fam 8 Minuten vor Redner äußert sich nun über die Landagitation, wobei er betont, landtage zu haben, um zu verhüten, daß die vorgekommenen 11 Uhr durch das Kipdorf und sah die Flammen aus dem Zigarrendaß das ganze Geheimniß dieser Agitation darin bestehe, an die Prinzipienverstöße sich wiederholen. In der Agrarfrage faßt sich laden schlagen; er drang in den Laden ein, warf in der Bestürzung Landarbeiter heranzukommen und diese zu gewinnen. Den Redner dahin zusammen, daß man, um die Landleute für die einige brennende Waaren hinaus; als er aber sah, daß seine Bauern, welcher Eigenthümer von Grund und Boden sei, Sozialdemokratie gewinnen zu können, ihnen nur zu zeigen brauche, Thätigkeit dem Brande feinen Abbruch that, lief er aus dem werden wir als Berufsstand so wenig gewinnen wie die wie schlecht es ihnen gehe, und aus welchen Gründen es ihnen schlecht Laden hinaus und durch den Haupteingang von der Seitengaffe Handwerker. Einzelne Ausnahmen bestätigen nur die Regel. gehe. Im weiteren beklagt Redner die abgelehnte Verbilligung des in das Haus, um die Leute zu wecken. Er rettete zu ebener Wenn von der Popularität des Genossen Vollmar bei Vorwärts" und wendet sich dann zur Besprechung des auf Be- Erde eine Frau und zwei Kinder, worauf er sich in das zweite den Bauern so viel geredet werde, so möchte Redner als Probe feitigung des Programmsages Religion ist Privatsache" gerichtet Stockwerk begab, um das Rettungswerk fortzuführen. Ihm auf das Erempel vorschlagen, daß Vollmar in den Hauptzentren gewesenen Antrages, dabei betonend, daß er den Satz für noth schloß sich der Polizeisergeant Ganzen an, der hinter ihm her des Bauernbundes, im Straubinger Gäu oder im Roththal wendig halte. Wenn Sie in die Diskussion eintreten, schließt die Treppe hinan lief. Es wurden von beiden die Leute in dem eine Versammlung der Bauernknechte und ländlichen Redner mahnend, so thun Sie es nicht um 3wietracht zu säen, ersten Stockwerk geweckt und sie sahen auch, daß einige derselben Arbeiter einberufe und sich bei der Gelegenheit zum Mundstück sondern um, troh mancher Meinungsverschiedenheit, unsere un- an ihnen vorüberliefen, um den Ausgang zu gewinnen. Beide der Forderungen und Wünsche dieser Arbeiter mache. Man erschütterliche Einigkeit zu dokumentiren, die wir heute, wo man begaben sich danach in das zweite Stockwerk. Die Flammen werde dann rasch sehen, was es mit seiner Popularität uns von neuem in Ketten legen will, mehr denn je nöthig haben. schlugen inzwischen bereits in die Treppen hinauf, der Qualm bei den Bauern auf sich hat. Redner spricht noch( Allseitiger, lebhafter Beifall.) Der Mit Delegirte Gruhl wurde stärker und undurchdringlicher. Der Oberwächter erkannte und Nowawes räth von einer Diskussion ab. die Gefahr, in der er und sein Kollege schwebten, und rief dem gegen die Opportunität der Resolution Stadthagen wendet sich dann gegen die Befürchtung, daß es zu In der kurzen Diskussion, welche danach eintrat und an welcher letteren zu: Zurück, oder wir sind verloren!" Dann versuchte einer Abtrennung der bayerischen Genossen kommen könne. Dem sich Kliep, Flemming, Göhrke u. a. betheiligten, wurde nochmals er die Rückkehr zu gewinnen. Eine Flurlampe, die er in der zweiten Theil der Resolution Bebel bittet Reduer folgende Fassung die Gehaltsfrage erörtert. Nach dem Schlußwort des Delegirten Hand trug, fiel zu Boden, vom Qualme faft betäubt gelangte zu geben: Kasper gelangte eine Resolution, die sich mit dem Verhalten der der Oberwächter in das erste Stockwerk hinab, hier versperrten Die Versammlung fordert den Parteivorstand auf, gewiffen, Delegirten und den Beschlüssen des Parteitages einverstanden er- ihm die Flammen das weitere Vordringen, er gewann ein Fenster von Bebel zitirten Aeußerungen der Münchener Post" über die klärte, zur einstimmigen Annahme. Unter Verschiedenem" und rettete sich durch einen Sprung auf die Straße, wobei er Verhandlungen des Parteitages gegenüber, entsprechend dem wurde dann noch auf die bevorstehende Kommunalwahl wie auf beinahe dem Polizeiwachtmeister Lange auf die Schulter gefallen Organisationsstatut, seine Aufmerksamkeit zuzuwenden." die Nothwendigkeit strengster Durchführung des Bierboykotts hin- wäre. Der Polizeisergeant Ganzen ist nicht mehr lebend heraus. gekommen, vermuthlich ist er erstickt, die Leiche wurde morgens gewiesen. aufgefunden. Zunächst wurde die Leiche einer unkenntlichen Person weiblichen Geschlechts, dann diejenigen des Schreiners Stumpf, der Ehefrau Jansen, des Polizeisergeanten Ganzen, der Wittwe P. Jansen und ferner 3 bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leichen gefunden, worin man 2 Kinder und eine erwachsene Person vermuthet. Ferner fand ein im Nachbarhause wohnender Mann, der Marmorschleifer Schmahl, seinen Tod durch einen Herzschlag, verursacht durch den bei dem Brande erlittenen Schrecken. Mehrere Personen, die vermißt wurden, haben sich wieder eingestellt. Die Feuerwehr war bald zur Stelle, ein Eindringen in das Haus war aber bereits unmöglich. Mehrere Feuerwehrleute erlitten mehr oder minder erhebliche Verlegungen. Eine Person, von der Meuen Zeit"( Stuttgart, J. S. W. Diey' Verlag) ist soeben das welche sich auf das Dach geflüchtet hatte, wurde von den zuerst 7. Heft des 13. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: zur Hilfe herbeigeeilten Personen durch Ansehen einer Leiter und, Der Eang an Aegir. Der Entwurf eines österreichischen Strafgefezes da die Leiter zu kurz, durch eine schiefgehaltene Stange herunterund seine Behandlung der politischen Verbrechen. Von Dr. J. Ingwer. geholt. Unter dem Verdachte fahrlässiger Brandstiftung wurden Kapitalistische Tendenzen und sächsische Eintommensvertheilung. Bon Literarische verhaftet der Schneder Wilhelm Bergmann, der Agent Pfeffer, Parvus. Die spezifische Therapie. Von Dr. Henrif. Rundschau. Notizen: Der Einfluß der Jahreszeit auf die Selbstmords: die Ladengehilfin Franziska Bokorny und die Besizerin des frequenz. Nochmals die Statistit der Reichspost- Verwaltung. Feuilleton: Der fleine Däumling. Novellette von Paul Margueritte. Autorifirte Ueber: Bigarrengeschäfts Marie Bender. Der Feuerwehr wird der Vor wurf gemacht, daß sie es an schneller Hilfe habe fehlen lassen. So schreiben die Elberfelder ,, Neuesten Nachr.": Unsere FeuerlöschEinrichtungen haben sich nicht bewährt. Es hat an schneller Hilfe gefehlt. Ein Bürger, der das Feuer schon um 10 Uhr 50 Minuten bemerkte und in der Nachbarschaft der Brandstelle fein Wasser und keinen Eimer erhalten fonnte nach seiner Anschauung wäre mit solch einfachen Hilfsmitteln zu der Zeit das Feuer noch zu löschen gewesen lief zum Rathhause. Als er Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf. auf des Wachtstube einen Hydrantentarren verlangte, holte der durch die Poft bezogen( eingetragen in der Reichspoft- Zeitungsliste für 1894 unter Nr. 2660) beträgt der Abonnementspreis viertelfährlich ohne Bestell- Wachthabende einen mächtigen Schlüsselbund herbei, der auch den geld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Inseratenpreis die zweigespaltene Schlüssel zum Schuppen enthielt. Als nun glücklich das Thor Betitzeile 20 Pf. Sozialpolitisches Zentralblatt, herausgegeben von Dr. Heinr. Braun geöffnet und so zu dem Karren vorgedrungen war, zeigte sich, Rette und Vor ( Carl Heymarn's Berlag in Berlin, vierteljährlich 2,50 M.). Die foeben daß ein Rad desselben mittelst einer erschienene Nummer 7 hat unter anderem folgenden Inhalt: Der Schuß hängeschloß angeschlossen so daß die Drehung des Arbeit und Rades verhindert wurde! der Bauhandwerker. Von Fabritbesiger Heinrich Freese. Weshalb, das mögen die Waarenpreise in England. Bon Barrister Stephen N. For. Zur wissen! Der Bürger schleifte nun, so gut es deutschen Berufs- und Gewerbestatistit. Französische Streifitatiftit. Arbeits- Götter nachweis in Winterthur. Die sozialpolitische Stellung der englischen Baum- gehen wollte, mit Hilfe einiger hinzugekommener jungen Leute wollarbeiter und die Arbeitslofenfiage in Liverpool. Bon Dr. Emil Löw. Den Karren zum Kipdorf, wo nunmehr das ganze Treppenhaus Die Arbeitslosigkeit im Wiener Kleingewrbe. Der Altersaufbau der tleinWie gewerblichen wrbeiter Wiens. Arbeitslöhne im Eisenbahnbetrieb in der des vom Feuer betroffenen Gebäudes in Flammen stand. nordamerikanischen Union. Die Organisation der Sozialdemokratte in ist es möglich, daß angesichts der Gefahr die große RettungsBerlin. Jahrestonferenz der National Free Labour Association. Gin leiter erst eine volle Stunde nach Ausbruch des Brandes zur schränkung des Sonntagsverkehrs im Güterdienst auf den Eisenbahnen. Arbeiterschutz Gesetzgebung in Neu- Seeland. Zur Beurtheilung der Wiener Stelle war, nachdem man sich mit allerlei ungenügenden Hilfs mitteln und mit der um 11 Uhr 25 Minuten eingetroffenen Wohnungszustände. Bon Prof. Dr. Mar Gruber. Kleinen Brandleiter abgemüht hatte! Das Allernothwendigite, volks- Lexikon, Heft 17, herausgegeben von Emanuel Wurm, Berlag von was hätte geschehen müssen, das Absuchen der vorderen Räume, Wörlein u. Comp., Nü nberg, ist soeben erschienen und enthält folgende ist dadurch unterblieben. Was uns fehlt, ist eine ständige Brandgrößere Artikel: Blut( Kreislauf deffelben, Fieber, Krankheiten des Herzes, wache, die an stelle des sorgsam eingeschlossenen und in Ketten Der Arterien, Blutungen); Boden, Bodenbesizreform( Geschichte und Programm der Partet); Bolivia; Börse( Arten, Gefeßgebung und Organisation. verwahrten Rathhaus- Hydranten- Karren treten muß. Art des Geschäftsverkehrs, wirthschaftliche Bedeutung; Börsen- EnqueteKommission; Börsensteuern); Botanit( Eintheilung und Geschichte derselben); Böttcher( Lage und Organisation derselben); Boykott( Geschichte, Theorie und Praris, Kongreßbeschlüsse); Brahma( Wischnu und Schiwa. Brahmanenthum); Branntweinbrennerei und Branntweinbesteuerung( mit reich haltigen statistischen Mittheilungen). Alle 14 Tage erscheint ein Heft. Das Bolts- Ler ton tann durch jede Postanstalt bezogen werden. im deutschen Post: Zeitungstatalog unter Nr. 6879a( 9. Nachtrag), im bayerischen Post- Zeitungstatalog unter Nr. 760a( Nr. 25 des B.-Bl.) ein getragen. Richard Fischer: Die persönliche Stimmung Bebel's über den Parteitag fann ich nicht theilen. Die kleinbürgerliche Strömung in der Partei ist prozentual durchaus nicht gewachsen. Der Klassencharakter der Partei wird heute bei allen Gelegen heiten weit schärfer betont als zur Zeit vor dem Sozialistengeset. Bezüglich der Abstimmung im bayerischen Landtage und bezüglich der badischen Angelegenheit schließe ich mich den Ansichten Auer's an. Das Tadelsvotum mußte die badischen Genossen treffen, nicht blos Stegmüller allein. Der Fall Stegmüller war übrigens nicht der schlimmste, der Fall Rüdt war weit böser, wir tönnen froh sein, daß wir Rüdt jetzt endlich los sind. Die Resolution Bebel über die bayrische Angelegen heit hätte ohne Gefahr für eine Spaltung angenommen werden können. Bebels Pessimismus ist durchaus unangebracht. Was war denn das Resultat des Parteitages? Mit 2/3 Majorität wurde die bayrische Resolution abgelehnt, der erwähnte Antrag Bebel's wurde ebenfalls abgelehnt. Die Parteigenossen wissen jeßt, woran sie sind. Ich gebe mich zwar garnicht der Täuschung hin, daß Bollmar nicht wieder die klaren Verhältnisse verwischen wird; aber das liegt nicht an den kleinbürgerlichen Verhältnissen, sondern an der Person Bollmar's, der immer und überall eine Sonderstellung einnehmen will, feinerzeit als Radikalster, dann in seiner Stellung zum Staatssozialismus, und jetzt in seiner Betonung des Partikularismus. Wir werden wohl noch öfter einen Fall Vollmar haben, das liegt daran, weil er nun einmal über das Niveau der Parteigenossen hinausragt, und dann daran, weil die bürgerliche Presse nur zu leicht geneigt ist, einen Fall Bollmar zu fonstruiren. Die Stellung des Parteitages zur Agrarfrage war zwar nicht erfreulich, aber die Suppe wird nicht Der Klassen so heiß gegessen, wie sie aufgetragen wird. charakter der Partei wird sich nicht verwischen und unterdrücken lassen fezung von D. Lande. Bermischtes. Bon der Gleichheit, Zeitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen.( Stutt: gart, J. S. W. Die y' Berlag) ist uns soeben die Nr. 23 des 4. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Der Parteitag der Sozialdemokratie zu Frankfurt a. M. Refolutionen des sozialdemokratischen Parteitages zu Frankfurt a. M. Den Genofsinnen und Genossen zur Beachtung.-Der Hauspafcha.-Vom Himmel fiel ein goldner Pflug.( Gedicht.) Bon Theodor Curti. Feuilleton: Bier Tage. Aus dem Arbeiterinnen- Bewegung. Russischen von W. Garschin.( Fortsetzung.) Kleine Nachrichten. Es ist Bebel: Ich bin nicht in dem Sinne pessimistisch, wie es von verschiedenen Seiten aufgefaßt wird, als sei ich der Meinung, das Kleinbürgerthum und das Philisterthum wuchsen derisiochenblatt, herausgegeben von Dr. Ginger, H. Bahr u. H. Kanner. IX/ 3, Günthergasse Nr. 1. Partei bereits über den Kopf, aber Vollmar hätte nicht wiederholt so auftreten können, wenn er nicht einen starten Rosonanzboden unter sich hätte. Quer und Fischer meinten, das fleinbürgerliche Element seien prozentual nicht gewachsen, das ist Ansichtssache; auf dem dritten, vierten Parteitage haben wir es jetzt schon mit derselben Richtung zu thun, und sie ist nicht schwächer, sie ist stärker geworden; des= halb ist es unsere Pflicht, dieser Strömung entschieden entgegenzutreten. Redner erklärt, die Affäre Stegmüller hätte gerade vom Standpunkte der Ehre der Partei so deprimirend auf ihn gewirkt, aber auch nur von diesem Gesichtspunkte hätte sie behandelt werden müssen. Ledebour gegenüber müsse er bemerken, daß er die angeführte Stelle aus Rautsiy's Er- gräbnißlurus. Gin Mahnwort von Dr. Damanius. Oldenburg u. läuterungen zum Programm nicht im Gedächtniß habe, er werde es aber sofort nachholen, und dann auch mit feiner Meinung nicht hinter dem Berge halten. Redner giebt sodann noch eine nähere Erklärung der Abstimmung in der hessischen Kammer und stellt sich auf den Standpunkt, daß auch in diesem Falle die Sozialdemokraten das Budget hätten ablehnen müssen. Zu gunsten von Auer's Amendement zieht sodann Bebel den zweiten Theil seines Antrages zurück. Er habe das Gefühl, daß eine Warnung ertheilt werden müsse, und deshalb bitte er, die Re solution in der nun vorliegenden Form anzunehmen. Wurm giebt noch eine Aufklärung über die Absichten, die Stadthagen mit seinem Amendement verfolgt habe. Nach Schluß der Diskussion wird sodann um 1 Uhr die Resolution Bebel- Auer einstimmig angenommen. Leipzig. Schulze'sche Hof- Buchhandlung. von Nt. Fändler. Ansbacherstr. 6. war, Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wei Buchstaben oder eine Bab anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. F. G. Zwischen Ahorn und Weiß- Buche dürfte in der Härte des Holzes fein großer Unterschied bestehen. Rothbuche ist eine weichere Holzart. Heusel. Der Schlosser ist im Recht. J. H. 28. Wenden Sie sich an das Amtsgericht mit einer Beschwerde, dies hat zu ermessen, ob unter den angegebenen Um ständen die Uhr unentbehrlich ist. nhaltbare Zustände. Zur Reform des Patentgesetzes. Von W. Häntschel, Bivil- Ingenieur. Leipzig. Verlag von Felir Simon. der Frauenberuf im Theater. Bon Dr. Paul Schlenther. Berlin. Verlag Kirtara. Fröhlichkeiten und Sehnsuchten. Bon Heinrich Scham. Leipzig. Verlag von H. Pudor, Salomonftr. 16. Batur und Hous. Suurirte Beitschrift für alle Naturfreunde. 3. Jahrg. den Heft 2-4. Herausgegeben von Dr. Ludwig Staby und Mar Herdörfer. Verlag von Robert Oppenheim, Berlin SW., 46. ene deutsche Rundschau. Freie Bühne. Seft XI, 6. Jahrg. Nov. 1894. Verlag: S. Fischer, Berlin W. Die deutsche Chokoladen- und Zuckerwaaren- Industrie. Aus der Praris. Von Adolf Gordian. Heft 1: Lage und Allgemeines. Hamburg 1894. Boysen u. Masch. Ein offenes Wort an den österreichischen Bauernand. Bon dorferstr. 60. Vermischkes. Königlich preußische Kunst. Als recht treffendes Ronterfei vom Stande der modernen Zivilisation bieten sich folgende drei Beitungsnotizen dar, deren Bekanntschaft wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen: 0 K. H. 15. Die Gesellschaft ist leider im Recht. 1000 Du Max. Freiwilliger Verkauf des Haufes hebt Miethsvertrag nicht auf. Briefkaffen der Expedition. Für die ausgesperrten Brauerei Arbeiter gingen ferner ein: Dr. J. Ingwer. Wien VI. Berlag der Arbeiter Zeitung". Sumpen Von den Kollegen der Buchbinderei P. Langer u. Ko. 5,-. Verein Arbeiter der Firma Müller u. Ko., Blücherftr. 35, 11,55. der Arb. an Buch- u. Steindruckschnellpressen 10,-. J. Dahme -, 50. 2. H. Buchdrucker 1,-. 5 lustige Brüder b. Gründel 2,50. Stat, Friedenstr. 76 1,70. Blumenstr. 27a, aus der Bieger Charlottenburg. Am Dienstag fand hier in BismarckWerkstelle 5,20. Worms- Speier, Bahlstelle des Deutschen Holz höhe" unter dem Vorsitz des Genossen Bayer eine Partei- Verfammlung statt, in welcher zunächst Genosse Sellin den Rechenarbeiter- Verbandes, 10,-. Gewerkschaftskartell Constanz 25,06. schaftsbericht für das verflossene Verwaltungsjahr gab. Danach Gesammelt im Ortsverein d. Verbandes der Porzellan- Arbeiter 3,40. war zu Beginn desselben ein Rassenbestand von 89 M. vor Chr. Müller, Handschuhmacher, Ritterstr. 12,55. Tischlerei v. Ostar handen. Von 489 M. an Bons wurden 412 R. vereinnahmt Springer, leu- Weißensee, Generalstr. 8, obere Werkstatt, 6. Rate und an die Parteikasse abgeführt, so daß ein 1. Die, Nat. 3tg." schreibt:" Als die Landes- Kunstkommission 9,95. Ges. von den Arbeitern in Löbau i. S., dabei 10 M. Bigarrens an Bons von 77 m. verbleibt. Durch Ueberschüsse von Ver- vor einiger Zeit hier tagte, tamen die Mitglieder überein, bei von den Steinarbeitern durch E. Horn 39,95. sammlungen wurden 94 M. erzielt. Die Gesammteinnahme be- dem Kultusminister eine Erhöhung des etwa 300 000 m. fabrikant Schulze und Arbeiter, Friedrichsfelderstr. 21, 6. Rate trug dem Bericht zufolge 826 M., die Gesammtausgabe, welche jährlich betragenden Kunstfonds in Anregung zu bringen. Sie 13,-. Bei dem Gewerkschafts- Vergnügen des Verbandes der sich aus Aufwendungen für Agitation, Versammlungsanzeigen 2c. benutzten als Anlaß dazu die Belassung der Echack- Gallerie in Holzarbeiter, Schneider u. Schneiderinnen ges. Spremberg 6,80. zufammenfeßte, 611 M.; es bleibt demnach ein Bestand von München, indem sie darauf hinwiesen, daß durch Verbleiben Lohnsklaven einer Musterfabrik Spandau, 2. Rate, 13,75. Bier214 M. Aus dem Ergänzungsbericht des Genossen Kliep der Schack Galerie daselbst dem Berliner Kunstleben eine ge- prozente von der Tischlerei aus der Ziegelstraße( Sargtischlerei) sei hervorgehoben, daß derselbe 220 Mart für Bons wisse Schädigung zugefügt worden sei, die vielleicht durch eine 6,-. Ueberschuß vom ringfreien Bier, Spandauerstr. 30, 2. Hof, Hierauf wurde den Vertrauensleuten Ent- Erhöhung des Kunstfonds ausgeglichen werden fönnte. Nach 17. Woche 5,20. Reinickendorferstr. 53 bei Herzog, eine abführen konnte. Bom Touristenverein laftung ertheilt und dann zur Neuwahl geschritten, aus welcher einiger Zeit erhielt jedes Mitglied der Landes- Kunstkommission Wurstauktion durch Morgenstern 1,45. die Genossen Göhrte und Kliep hervorgingen. In die Lokal- ein Schreiben des Kultusministers, laut welchem er im aller Freiheit" Amerit. Auktion 1, Ueberschuß einer amerikanischen tommiffion wurden Jehnert, Schlender, Wacker, Schwarz, Menge, höchsten Auftrage den Kommissionsmitgliedern das Mißfallen des Auktion eines Notizkalenders bei Schilling, Pücklerstr. 55, 6, Saffe und Butte gewählt. Nunmehr bekam zum 4. Punkte der Kaisers über ihre Einmischung in die Angelegenheit der Schack- Gesammelt auf der rothen Hochzeit Calvinstraße 3,-. Gej. b. Tagesordnung: Berichterstattung vom Parteitage", Genoffe Gallerie aussprach." Mitglieder der Landes- Kunstkommission, in der Büchse 6. Radtke 2,-. Herm. Bloch 3,-. Andreas A. Andreas B. 7,65. Gesangverein Gesundbrunnen Kasper das Wort. Redner begann seine Darlegungen mit dem Aus- oder wie sie offiziell heißt, der Landeskommission zur Berathung 8,50. druck der Befriedigung darüber, daß der Parteitag den fehnlich über Verwendung der Fonds für Kunstzwecke" sind die Herren: Männerchor, amerit. Auktion 6,15. Herrenabend bei Röllig ften Wunsch der bürgerlichen Parteien, es möge auf dem Partei- Karl Becker, Ende, Geselschap, Janßen, Dr. Jordan, v. Reudell, gesammelt 6,50. Ebendaselbst amerit. Auktion eines Gemäldes tage zur Spaltung unserer Partei fommen, zu Schanden machte. Knille, Röpping, Kröner, Schaper, Schwechten, Siemering, 4,30. Gesammelt von Lichtdruckern 1,50. Rauchtlub BrüderlichAuf die Gehaltsfrage übergehend, bemerkte Redner, daß ein Ge- v. Werner, sämmtlich in Berlin, sowie von Gebhardt, Düsseldorf feit, Bücklerstr. 49, amerit. Auft. beim Damenabend 8,75. Uebers schuß von ringfreiem Bier von Schlossern Leipzigerstr. 59 10,-. halt von 3000 M. zwar nicht zu hoch sei, es sich damit aber und May Schmidt, Königsberg i. Pr. 2. Nach einer Meldung der recht gut leben lasse und daß der wiederholte Hinweis auf die höheren Münch. N. Nachr." aus Von einer Berloosung auf dem Stiftungsfest der Zahlstelle Berlin Gehälter der Redakteure bürgerlicher Blätter nicht stichhaltig fei, da Berlin arbeitet der Kaiser gegenwärtig an einer einattigen des Verb. d. Formstecher, Drucker 2c. durch Jödecke 18,51. diese nur auf diejenigen Redakteure, die zugleich Zeitungsunternehmer Oper, über deren Namen und Stoff indessen noch Geheimniß Werkstatt Jungnickel, Langeftr. 109, 1,75. Arbeiter d. Metallwaarenfabr., Elisabeth- Ufer, 12. Rate 9,55. Von den Ordnern feien, zutreffe, diejenigen aber, welche als angenommene Lohn- beobachtet werde. 3. In der Voss. 3tg." lesen wir über das fünfzigjährige der Freien Wolfsbühne beim Regeln 2,20. Möbelfabrik R.... e, arbeiter die Arbeit zu leisten hätten, mit verhältnißmäßig ge= Wenn die Jubiläumt, das dieser Tage in Rönigsberg vom ostpreußischen 7. Rate mit Ausnahme von Einigen 5,45. Statbruder b. Weber, ringen Entlohnungen vorlieb nehmen müßten. Gebildeten akademisc 11112 des Geldes zur landwirthschaftlichen Zentralverein begangen worden Nieder- Schönweide 3,-. wegen Summa 292,87 M. Partei tänen, seien sie keine Sozialdemokraten, weshalb ist, u. a. folgendes: Bei der Schlußfeier wurde der Sang an Daß für Aegir vorgetragen. die Partei auf ihre Mitarbeit verzichten kann. Bereits quittirt 16 746,03 M.; in Summa 17 088,90 m. Berantwortlicher Redakteur: J. Tierl( Emil Roland) inBerlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 268. Freitag, den 16. November 1894. Arbeiter! Parteigenossen! 11. Jahrg. Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts find abgebrochen worden, weil die Ringbrauereien eine Bedingung stellten, deren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Riugbrauer beschäftigt werden. Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenzlosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen feiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug- seine Rache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Anfinnen ein empörtes furzes Nein entgegenseßten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins konnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klaffenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird. ehrlofer Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit erneuter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand aus Werk legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstützen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Braucrdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Massenmaßregelungen erzivingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Enren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstützung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Interesse nicht blos, Eure Klassen Ehre ist im Spiel. Da giebt es feinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! % Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Char lottenburg. Louifen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Königs Wusterhausen, Niederlage Reichenbergerstraße 38. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Gust. Spiekermann, Krautstr. 48, Tel. VII, 1487. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. Niederlage Marthen, Bellermannstr. 6. Brauhaus Hohen- Schönhausen bei Berlin. Die Boykott- Kommission. davon 6 wegen Verzug, 4 durch Tod, nur 3 durch Verzicht in- 1 im entgegengesetzten Falle jedoch seine Klage als abgewiefen zu folge Besserung ihrer Lage, 16,, weil sie dem Unterricht nicht zu betrachten habe. Gründe: Wenn fein Lohn vereinbart und folgen vermochten", 9 wegen unwürdigen Verhaltens", auch nicht die Zahlung vom Lohn ausgeschlossen sei, müsse ein 23 durch Uebergang auf andere Anstalten, andere Anstalten, 182 durch angemessener Lohn gezahlt werden. Als angemessene Uebergang zu einem Beruf. Was das„ unwürdige Ver- Tagesbezahlung für einen Hrtelportier erachte das Gericht aber Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. halten" und die Unfähigkeit, dem Unterricht zu folgen 1 Mart, nicht 2 Mart. Es sei notorisch, daß Portiers wie Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. ( soll wohl heißen: mit gutem Erfolge zu folgen) anbetrifft, Kellner ihr Einkommen in erster Linie aus Trinkgeldern be Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. so ist zu bemerken, daß schon ein vorübergehender Rückschritt ziehen. Süddeutsche Brauerei, Karl Ring u. Ko., Berlin. Entziehung der Freistelle zur Folge hat. Für den ehemaligen Gegen die 10 Oberfeuerwerker, die seiner Zeit zuerst in Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Gemeindeschüler ist das wahrscheinlich in den meisten Fällen der Oberfeuerwerker- Schule festgenommen und in dem MilitärNordstern- Brauerei, Berlin. gleich bedeutend mit Entfernung aus der höheren Schule, während Arresthause in der Lindenstraße untergebracht wurden, sollte am Rathenower Exportbrauerei Niederlage. Juh. May weniger unbemittelte Freischüler einstweilen zahlen und nach er- 15. bezw. 16. d. m. verhandelt werden. Der Termin ist, wie ver ein neues Gesuch einreichen, das lautet, hinausgeschoben worden. Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. folgter Besserung Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei dann oft zum zweiten Male berücksichtigt wird. Von 23, die auf andere Anstalten gingen, verließen 20 die unteren und Der Lehrerprozek in Schneidemühl, der f. 3. berechtigtes Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank. mittleren Klaffen, 1 hatte das Militärzeugniß, 1 verließ Aufsehen erregt hat, stand am Dienstag in der Revisionsinstanz Frankeine obere Klasse, 1 hatte das Abiturientenzeugniß vor dem Reichsgericht zur Verhandlung. Wie noch erinnerlich furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. und trat ins Volksschullehrer- Seminar. Von 182, die in einen sein dürfte, waren vom Landgericht Schneidemühl am 20. Juni Phönir- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Beruf übertraten, gingen allein 81 aus unteren und d. J. 34 Lehrer zu je 10 M. und der Redakteur Richard Havers Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage mittleren Klaffen ab, augenscheinlich nicht deshalb, weil sie dem mann zu 20 M. Geldstrafe verurtheilt worden, weil sie sich einer Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Unterricht nicht folgen fonnten, sonst hätte man ja auch Beleidigung durch die Presse schuldig gemacht haben sollten. In Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernad, diesen die Freistelle entzogen sondern wohl deshalb, weil die der Stadtverordneten- Versammlung hatte der Rechtsanwalt das Gehalt der Eltern den Lebensunterhalt nicht länger erschwingen fonnten. Glaß bei Erörterung der Frage, Mühlenstraße 49a. Oder weshalb sonst? Etwa weil ihnen das Loos eines Handwerks- Lehrer erhöht werden sollte, Worte gebraucht, die von der Lehrergefellen oder Arbeiters plöglich verlockender erschien als das schaft als eine Beleidigung aufgefaßt werden mußten. In einem eines Beamten, eines Rechtsanwalts, Arztes 2c.? 59 von diesen 81 durchaus gemäßigten Inserat, das die 84 Lehrer im Schneide gaben den Beruf an, und zwar wurden 29 Handwerker, 26 Kauf- mühler Tageblatt" veröffentlicht hatten, gaben sie darauf ihrer mann, 2 Beamter( natürlich Unterbeamte), 2 gingen zum Militär Meinung über das Verhalten des Stadtverordneten Ausdruck. In und zur Marine. Mit der Ausbildung des Talentes, das selbst die dieser Erklärung wurde der Thatbestand der Beleidigung gefunden. Behörde noch sorgfältiger Prüfung anerkannt und der Pflege für Der Schutz des§ 193 Str.-G.-B.( Wahrnehmung berechtigter würdig erklärt hatte, war's also nichts. Warum nicht? Bu faul Interessen) wurde für den Redakteur des Tageblatts, Havemann, waren die Jungens doch auch nicht, souft hätte man sie doch deshalb verneint, weil er durch ein bezahltes Inserat die Rechte nicht erst aus der Gemeindeschule herausgenommen und auf die der Lehrer wohl nicht habe wahren wollen; für die Uebrigen höhere Schule gebracht! Mit dem Militärzeugniß gingen 45 au wurde er aber auch verneint, weil ihnen zur Richtigstellung einem Beruf über. 38 davon gaben ihn an, und zwar wurden andere Mittel und Wege zu Gebote gestanden hätten, als der un23 Kaufmann, 14 Beamter, 1 ging zum Militär. Aus oberen gewöhnliche Weg des Inserirens. Zudem habe, wie das Urtheil Die Klassen gingen 23 zu einem Beruf über, 20 mit Angabe, wovon sagt, das Inserat feine sachlichen Ausführungen enthalten.. Die Freistellen aufhöheren Schulen. 7 Kaufmann und 18 Beamter wurden. Mit dem Abiturienten- Revision der Angeklagten, die der Justizrath Dr. Herr aus Leipzig Als in der Stadtverordneten- Sigung vom Donnerstag voriger zeugniß gingen nur 33 ab, von denen 2 Kaufmann, 6 Beamter pertrat, batte theilweise Erfolg. Das Urtheil gegen die vierundWoche Genosse Singer ausführte, daß der Besuch der höheren wurden und 25 eine Hochschule oder Universität bezogen. 25 von dreißig Lehrer wurde aufgehoben und diese selbst frei. Schulen heute im wesentlichen ein Privilegium der Besitzenden 182! Man wende nicht ein, daß ja auch von den Kindern gesprochen, weil ihnen der Schutz des§ 193 zu Unrecht verfei, erwiderte man ihm mit dem Hinweis auf die sogenannten der Bemittelten nur ein geringer Theil bis dahin gelangt. fagt worden sei. Dagegen wurde die Revision des Redakteurs Freistellen. Dieser Einwurf war schon deshalb wenig glücklich, Hier handelt es sich um eine ganz auserlesene, doppelt und Havemann verworfen, weil das Urtheil bezüglich dieses An und geklagten feinen Rechtsirrthum aufweise. weil die Zahl der Freistellen nur gering ist und nicht im ent- dreifach gesiebte Gruppe von befähigten, fleißigen aber armen Kindern, während sich unter den Zum Prozeß Gerlach wird aus Erfurt berichtet, daß ferntesten ausreicht, um allen befähigten und fleißigen, aber un- regiamen, beminte ten Kindern den unentgeltlichen Besuch höherer Schulen Kindern der Reichen so manches Rindvieh befindet, das mit die Verhandlung am Mittwoch unter Andrang einer großen zu ermöglichen. In Berlin z. B. wurden auf den 20 städtischen Freuden und auch mit Einwilligung der Eltern auf die höhere Menschenmenge stattgefunden hat. In dem überfüllten Audis höheren Lehranstalten, denen nur 7 königliche gegenüber- Schule sammt dem nachpaukenden Hauslehrer verzichten würde, torium ist die Damenwelt am zahlreichsten vertreten. Den Gestehen, für die Jahre 1893/94 bis 1890/91( rückwärts) bez. 225, wenn nicht das Gespenst des Militärdienstes im Hintergrunde richtshof bilden: Landgerichtsdirektor Herrmann( Präsident), 226, 228, 282 observanzmäßige", d. b. Lehrerföhnen und dritten fünde. Interessant ist noch das Studium, das jene 25 ergriffen. Landgerichtsrath Wilson und Gerichtsassessor Kochan( Beisitzende). und vierten Brüdern zustehende Freistellen und bez. 955, 1081, Nur 1 studirte Naturwissenschaften, 1 Jura, 1 Baufach, 3 Mathes Die fönigliche Staatsanwaltschaft vertritt Gerichtsassessor Mehlis. 103812, 1061 andere Freistellen vergeben. Die nach Maßgabe matit, 8 Theologie und 11 Philologie. Theologie und Philologie Die Vertheidigung führen die Rechtsanwälte Albert Träger und Jänicke( Sondershausen). der Frequenz verfügbaren Stellen( 10 pGt.) werden meist nicht sind die Fächer, die der Unbemittelte mit Vorliebe wählt, weil( Berlin), Ehrlich( Erfurt) Protollführer fungirt Aktuar Tillich. Der alle vergeben, weil froß Berücksichtigung aller gehörig begrün- fie wenig kosten und die Ertheilung von Privatunterricht ers deten und bescheinigten Gesuche" in der Regel ein„ Mangel an möglichen. Namentlich die Bevorzugung der Philologie 11 unter geklagte Gerlach erscheint in seinem grünen Oberförsterrock weiteren geeigneten Bewerbungen" zu konstatiren ist." Wie dabei 25! ist so zu erklären. Wie viele davon noch in der Misere auf der Anklagebank. Gerlach ist ein großer, breitschultriger die Begriffe„ gehörig begründet" und" geeignet" definirt werden, des Privatunterrichts, der das eigentliche Studium schwer be mann mit schwarzem Kinnbart. Sein Aeußeres verräth einen ist uns nicht sicher bekannt. In obigen Zahlen sind die ehe- einträchtigt, untergegangen sind, das weiß keiner. Vielleicht darf gewissen Zug von Gutmüthigkeit. Frau Gerlach ist eine kleine maligen Gemeindeſchüler, die wegen Befähigung und Fleiß man bei noch nicht einem Duhend unter den 25 auf einen regel: fchmächtige, sehr abgehärmt aussehende Frau. Die lange Unterals Freischüler übernommen werden, bereits mitenthalten. rechten Abschluß ihrer Studien rechnen. Und so, wie es diesen suchungshaft scheint sehr unvortheilhaft auf sie gewirkt zu haben. Derartige Schüler waren zu Beginn der Jahre 1898.94 ehemaligen Gemeindeschülern mit ihrer Schullaufbahn ergangen Ihre verzerrten Züge deuten darauf hin, daß sie sehr heitigen bis 1890/91( rückwärts) bez. 130, 133, 140, 177 auf den ist, geht es auch manchem anderen Freischüler, der für seine Temperaments ist. Beide Angeklagte scheinen guten Muthes zu städtischen höheren Lehranstalten. Diese Zahlen sind auf- Studienzeit auf Stipendien rechnet, aber feine bekommt. Der sein. Nach Bildung der Geschworenenbank bemerkt der Präfi fallend niedrig; sie zeigen auch einen starten Rückgang, der sich Besuch der höheren Lehranstalten und der Universitäten ist heute dent, daß Rechtsanwalt Träger als Vertheidiger beider AnDaraus erklärt, daß in den letzten Jahren stets mehr abgegangen im wesentlichen ein Privilegium der besitzenden Klasse, diese geklagten erschienen sei. Die Angeklagten leugnen in der Vers find als neu übernommen wurden. Ob sich auch hier ein Mangel Thatsache wird kein noch so entschiedener Protest wegleugnen nehmung tonfequent, dem Mädchen die entsetzlichen Wunden, die an geeigneten" Bewerbern eingestellt hat, oder ob die Zahl der können. befähigten und würdigen Gemeindeschüler abgenommen hat, ob= wohl die Gesammtzahl ununterbrochen zunimmt, wiffen wir nicht. Möglicherweise ist überhaupt die Zahl der Bewerber zurückgegangen, weil die Eltern solcher Kinder mehr und mehr einsehen, daß es ihnen doch nicht möglich ist, sie das Militárzeugniß eriverben, das Abiturienten- Examen machen oder die Universität A13 angemessenen Lohn für 73 Tage verlangt der besuchen zu lassen. Vielleicht ist auch bei den anderen Freistellen Portier Möbius von den Befizern des Hotels Zu den vier der in den amtlichen Veröffentlichungen erwähnte Mangel an Jahreszeiten" 146 Mart. Der Vertreter der Beklagten behauptet, geeigneten Bewerbern auf diese Weise zu erklären. Thatsächlich es sei nicht nur beim Engagement des Klägers die Zahlung von nügt, wie auch Genosse Singer ausführte, die Freistelle und selbst Lobn ausdrücklich ausgeschlossen, sondern der Kläger noch oben die unentgeltliche Lieferung von Lehrmitteln dem sehr wenig, drein verpflichtet worden, den ihm beigegebenen Bagen zu equipiren. der sein Kind nicht länger als bis zum 14. Jahre aus eigener Kläger bestreitet dies; es sei von Lohn überhaupt nicht die Rede Zasche erhalten kann. Hierfür liegt ein interessantes Beweis gewesen. Seitens des Vertreters der Beklagten wurde ihm der Eid material vor in der Statistik über die von 1876-90 als Frei- über seine Behauptung zugeschoben. Das Gericht fällte am schüler aufgenommenen ebemaligen Gemeindeſchüler, im ganzen 12. November ein bedingtes Endurtheil, dahingehend, daß Be nur 420, die der Magiftrat 1891 veröffentlicht hat. Bon diesen flagte zur Zahlung von 73 m. verurtheilt seien, wenn der Kläger 420 waren bis Oftern 1890 243 bereits wieder ausgeschieden, beschwöre, der Lohn sei nicht ausgeschlossen worden, daß Kläger Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. Anwir in unserm gestrigen Bericht beschrieben, beigebracht zu haben. Die Todte sei wegen ihrer Naschhaftigkeit und Verstocktheit wohl vers schiedentlich von ihnen gezüchtigt worden, doch müßte sie fich namentlich die großen Wunden auf dem Rücken selber(!) beigebracht haben. Auch habe ihr Bruder ihr einmal mit einem Stiefeltnecht eine Wunde am Hinterkopf zugefügt. Der Präsident führt an, daß eine Reihe von Dienstmädchen, die früher bei den Gerlach'schen Eheleuten in Stellung waren, befundet haben, sie hätten vom frühesten Morgen bis zum spätesten Abend schwere Arbeit, schlechte und geringe Nahrung und obendrein noch arge Mißhandlungen zu ertragen gehabt, so daß die Dienstmädchen fämmtlich nur kurze Zeit bei ihnen ausgehalten haben. Angeff. Gerlach: Das sind blos Redereien. Arbeiten müssen die Mäd. chen wohl bei uns, gemißhandelt haben wir die Mädchen aber nicht, wenn wir sie auch, wenn sie störrisch waren, hin und wieder vielleicht gezüchtigt haben, was doch unser Recht i ft.- Präf.: Das eine Dienstmädchen, Namens Augustin, sollen Sie derartig in die Weichtheile und in die Nieren geschlagen -= 24 " Gemeinde und baben, daß es noch nach 14 Tagen heftige Schmerzen hatte und der Behandlung literar und kunstgeschichtlicher Themata| Gegenstand der Tagesordnung bildete ein Referat dis derru fich in ärztliche Behandlung begeben mußte? Frau Gerlach. im Sinne der materialistischen Geschichtsauffassung Schwierig. Dr. Wurm, der in einem lehrreichen Vortrag über die Frage: Das bestreite ich, das ist nicht wahr. in - Präs. Eine Anzahl keiten den Weg stellten, da sämmtliche Quellen Wie erhält man die Augen gesund?" referirte. In der Diskussion Zeugen wird befunden, daß die Köhler, als sie bei Ihnen antrat, werte im bürgerlich ideologischen Sinne verfaßt seien. wurde hervorgehoben, daß die vielen Augenkrankheiten zum großen vollständig gesund war, weder den Kopf verbunden hatte, noch Die einzige mustergiltige Ausnahme mache Franz Mehring's Theil aus den erbärmlichen Zuständen, unter welchen die ArTahmte. Diese Zeugen haben das Mädchen später mit ver- Lessing Legende". Der Vortragende Dann gab zu beiter in den Werkstätten zu leiden haben, zurückzuführen ist. bundenem Kopfe, lahm und in geradezu jammervollen Zustande nächst einen furzen Ueberblick über die wirthschaftlichen Zustände Unter Vereine angelegenheiten wurde die Aufnahme von 60 Rols gesehen. Frau Gerlach: Dazu kann ich nichts sagen. in Deutschland vor dem Ausbruche der französischen Revolution. legen vollzogen. Ein Antrag, Werkführer und Genossenschaftler Angell. Gerlach: Die Nachbarn erzählen viel. Präj.: Die Er schilderte, wie auf wirthschaftlichem Gebiete eine allgemeine nicht aufzunehmen respektive auszuschließen, gelangte gegen fünf Zum Schluß fonnte bekannt gegeben Auflage gegen Sie thürmt sich aber immer mehr auf, fie führt Gährung, ein immer zunehmender Trang nach Befreiung aus Etimmen zur Annahme. eine ganze Reihe von Zeugen an, die gesehen haben, wie Sie den Eisenklammern des feudalisischen Systems geherrscht, wie das werden, daß der Fabrikant Ülbricht, woselbst die Kollegen sich und Ihre Frau das Mädchen in der furchtbarsten Weise ge- Bürgerthum immer mehr zur Erkenntniß s.iner ökonomischen Be- n egen einer Lobnerhöhung im Streit befanden, die Forderung mißhandelt haben. So hat ein Zeuge gesehen, als das Mädchen im deutung gelangt und so allmälig zum Klassenbewußtsein erwacht bewilligt habe und sämmtliche Kollegen am Dienstag früh wieder Garten einen Korb Holz trug. Das Mädchen war aber so fei In diese Zeit des stürmenden Trängens nach Fre heit an ihren Play treten. Damit ist natürlich der Kampf nicht be schwach, daß es immer nach vorn zusammenknickte. Sie, Frau auf wirthschaftlichem Gebiete falle auch die Sturm und Trang endet, sondern die Sammellisten müssen nach wie vor fleißig Gerlach, haben das Mädchen jedes Mal, wenn es zusammen- periode in der Dichtkunst. Für die Revolutionirung des da furfiren. knickte, mit dem Fuß ins Gesäß und ins Kreuz getreten?- maligen Volkes habe die Tichtkunst noch dadurch eine besondere Bur Schuluoth aus dem Neiche des Herrn Boffe. Frau Gerlach: Das ist nicht wahr.- Bräf.: Gin Beuge Bedeutung erlangt, daß die übrigen Zweige geistigen Wissens, In einer äußerst gut besuchten Boltsversammlung, welche am hat gesehen, daß das Mädchen kurz vor seinem Tode in furcht- Rechtspflege, Philosophie, Theologie, vollständig im Dienste der 10. d. m. in Friedrichshagen im großen Saule des Herrn barer Gluthite ohne jede Kopfbedeckung Holz sägen mußte. Das herrschenden Gewalten, vornehmlich des Tespotismus gestanden Max Lerche, Rundtheil, stattfand, referirte der Reichstegs Mädchen sah furchtbar elend aus und fonnte faum die Säge be- hätten und deshalb die freien Literaten, die teine Existenz aufs Abgeordnete des Niederbarnimer Kreises, Genosse Arthur wegen. Trotzdem haben Sie, Frau Gerlach, Acht gegeben, ob Epiel ſetzten, zu eigentlichen Trägern der revolutionären Stadthagen, über das Thema. Erfüllt die Ges das Mädchen etwa einmal eine Pause mache. Und als das Jreen geworden seien. Leifing fei der bahnbrechende Vor- meinde Friedrichshagen die ihr gefeßlich obs Mädchen nicht mehr sägen konnte. haben Sie furchtbar geschimpft fämpfer der bürgerlichen Klassen in Deutschland geworden, der liegende Verpflichtung, für genügend Schulen und das Mädchen in die Stube gerufen. Balo darauf hat der durch sein Schauspiel" Emilia Galotti" der neuen Dichtkunst und Lehrer zu forge n Am 4. b. M. war in öffents Zeuge das Mädchen furchtbar schreien und jammern hören. so Form und Stoff angedeutet habe. Der Redner kritisirte dann licher Versammlung die u geheuerliche Thatsache festgestellt, daß daß der Zeuge die Ueberzeugung hatte, das Mädchen sei in furcht- in allgemeinen Zügen die hervorragenderen literarischen hunderte literarischen hunderte von schulpflichtigen Kindern rob baver Weise gemißhandelt worden.- Frau Gerlach Das ist alles Strömungen und ihre hauptsächlichsten Träger, wobei er die ein- längst zurückgelegten 5. Lebensjahres in Friedrichsnicht wahr. Ghemann Gerlach: Ich habe unter den benach gelnen Tichter den Zuhörern dadurch näher zu bringen suchte, ha gen nicht eingeschult werden, weil barten Handwerkern viele Feinde. Präs.: Das sind aber daß er aus ihren Werken charakteristische Zitate vortrug. Als Staat sich darüber herumftreiten, wer die Schulen zu bauen und nicht blos benachbarte Handwerker, sondern Dußende von Zeugen den revolutionärsten Kämpfer auf dem Gebiete der damaligen die Lehrer zu besolden hat. In der Versammlung wurde be aller Lebensstellungen. Einige Zeugen wollten sogar bei der Tichtkunst bezeichnete der Vortragende den Lieblingsdichter" der schlossen, in einer öffentlichen Bersammlung die Schulnoth aus Polizei Anzeige machen. Es ist doch kaum anzunehmen, daß Deutschen, Schiller in seinen drei Jugenddramen. Wenn Schiller führlich zu beleuchten. Drei Tage später lief die Genehmigung alle Zeugen aus Rache die Unwahrheit bekunden werden. Ein und auch andere Lichter sich später enttäuscht auf die ein der Regierung zum Schulhausbau ein. Bereits das Editt vom Zeuge will gesehen haben, daß die Köhler einmal einen Brief samen Höhen der Wissenschaft und Philosophie zurückgezogen hätten, 28. September 1717, dann das vom 29. September 1736, endlich geschrieben hatte. Sie, Frau Gerlach, haben den Brief der so sei dies aus Groll über den schmählichen Verroth geschehen,§ 43 II, 12 A. L.-R. schreiben für Preußen vor, daß Kinder nach Köhler aus der Hand gerissen, denselben durchgelesen, ihr als ben ihre eigene Klasse, das Bürgerthum an ihren einstigen fühnen zurückgelegtem 5. Lebensjahre in die Echule zu schicken, das dann ein Paar Ohrfeigen gegeben und demnach ihr einen neuen und revolutionären Prinzipien begangen habe. Ueber den Vor: General Landschul- Reglement vom 12. August 1763 führ als Brief diktirt? Die Angeklagten bestreiten beide einen solchen trag selbst fand keine Liefussion statt. Dagegen wandten sich Regel die achtjährige Schulpflicht( vom 6. bis 14. Jahre) Vorgang. Präs.: Einige Zeugen haben bekundet, daß im folgenden die Genossen Barth, Markwalot und lebicher ein und heute 134 Jahrhundert später, führt Referent Ihnen die Köhler selbst gesagt hat: Sie werde furchtbar gegen den Vorschlag des Borsigenden, überhaupt keine Diskussion aus, ist in Friedrichshagen diefe allerelementarste Bflicht hunderten Angeklagter stattfinden zu lassen, da einmal die Wirkung des Vortrags durch von Eltern, hunderten von Kindern gegenüber vernachlässigt. An DON ihrer Dienstherrschaft gemißhandelt? Gerlach: Die Röhler hat furchtbar gelogen.- Präs.: eine Diskussion nicht abgeschwächt werde und dann aber gerade den dieser geradezu ungeheuerlichen Borenthaltung des allernoth Nun wird Ihnen Beiden auch zur Last gelegt, daß Sie. Mitgliedern Gelegenheit geboten werden solle, sich im Diskutiren wendigsten geinigen Brotes sind die aus den Kreisen der Micht obwohl Ihnen Der Zustand des Mädchens bekannt seir zu üben. An der weiteren Debatte betheiligten sich noch Genosse arbeiter gewählten Vertreter der Gemeinde nicht minder wie die mußte und auch hekannt war, weder inen Arzt holen ließen, Haupt und Frau Gubela. staatlichen Behörden, vom Landrath an, Schuld. Mögen fie noch das nöthigste zur Heilung der Wunden des Mädchens thaten In der Vereinsversammlung der Freien Vereini untereinander fireiten, wer die Kosten für Bau und Unterhalt Die Wunde am Hinterkopfe wimmelte bereits von Maden.( Große guna der Getreideträger und Speicherarbeiter, der Schulen und für Anstellung der Lehrer zu tragen hat- in Bewegung im Auditorium.) Frau Gerlach: Sie haben sich doch die am 4. November tagte, referirte Rollege Sauer über 3med allererster Linie hätte, unbeschadet um etwaige spätere Prozeffe, von Staat und noch einige Tage vorher die Wunde im Hinterkopf angesehen? und Biele einer Unterstützungskasse, die den Kollegen in Krank die gefeßliche Verpflichtung Haben Sie nicht gesehen, daß die Wunde lebendig ist, daß ste nnn heitsfällen eine Extra Unterstützung gemähren soll. In feinen erfüllt werden müssen. In der Friedrichshagener Beitung, Maden wimmelte?- Angeklagte( mit weinender Stimme): usführungen wurde Redner in der Diskussion von den Rolleger die gleichzeitig Amtsblatt, habe ein M. M. seinem und seiner Das habe ich nicht gesehen. Präs. Sie sind also Beide he Münch, Makte, Schmitz und Thimme, die sich in demselben Klassengenossen Aerger darüber Ausdruck gegeben, daß den bösen schuldigt, durch Außerachtlassung der nöthigen Sorgfalt, mozu Sinne aussprachen, unterstützt. in Antrag, eine Kommission Sozi nun doch die Geduld geriffen und daß sie nunmehr diese Sie als Dienstherrschaft merpflichtet gewesen wären. die Gefund von drei Mitgliedern zu wählen, welche die Statuten berathen heit und das Leben der Röbler gefährdet zu haben. Bekennen und einer späteren Bersammlung Bericht erstatten sollen, wurde Sie sich in diesem Punkte für schuldig Angell. Gerlach angenommen. Machdem noch unter Gewertschaftliches" verNein, ich tonnte nicht wissen, daß das Mädchen so frant war, ich fchiedene Mißstände durch die Kollegen Mayke, Bölts und Thimme habe im übrigen schließlich, troß des Sträubens der Köhler, einen besprochen waren, wurde die Versammlung geschlossen. Arzt holen lassen.- Frau Gerlach schließt sich dieser Auslassung an. In der Beweisaufnahme wiederholt Dr. med. Dertel in Sondershansen die gestern bereits von uns aufgezählten Befundungen und äußert sich ferner dahin, daß das Mädchen sich unmöglich die Wunden auf dem Rücken selber beigebracht haben fönnte. Der folgende Zeuge und Sachverständige, Chef des Sondershausener Krankenhauses Medizinalrath Dr. Beyer resümirt dahin: Das Mädchen ist durch die Wunden bezw. Bernachlässigung, die eine chronische Eiterung herbeigeführt haben, durch die schlechte Ernährung, die sie zwang, sich von Beeren zu nähren, durch die schwere Arbeit, die stete Angst vor den Mißhandlungen, die schlechte Schlafstelle( das Wiädchen schlief in einer Dachkammer nur mit zugedeckt), ich meine also, die Summe dieser Dinge haben den frankhaften Zustand des Mädchens und schließlich auch seinen Tod herbeigeführt.- Präf.: Sie sind also der Meinung, daß die Wunden die mittelbare Ursache des Todes gewefen find? Medizinalrath Dr. Beyer: Jawohl.- Präs.: Ist es möglich, daß das Mädchen sich die Verwundungen selbst beigebracht hat? Sachverständiger: Das ist meiner Meinung nach schon mechanisch unmöglich.- Präs.: Machten die Verlegungen den Ein druck, daß fie plöglich oder fortgesetzt der Patientin beigebracht waren? Sachverständiger: Die Verwundungen machten den Eindruck fortgesetzter Mißhandlungen. Auch die folgenden Beugenaussagen lauten durchaus belastend für das angeklagte Ehepaar. ( Forts. folgt.) einem Tuch Versammlungen. 0 Gemeinde an einem rage in Fluß gebracht. Der N. N. meine, die Behörden hätten das Menschenmöglichste" in der Angelegenheit gethan- nicht das Menschenmöglichste hätten sie geleistet, sondern in einer fait unglaublichen Weise das Allernothwendigste unterlassen. Ift Fried ichsbagen zu arm, um Schullokalitäten zu bauen oder zu miethen und Lehrer zu unterhalten? Hat Friedrichshagen nicht Am 5. November tagte hei Buste, Grenadierfir. 83, eine leider für Sedanklimbim und dergleichen Geld übrig gehabt? außerordentliche Generalversammlung der Freien Vereini Muß Friedrichshagen sich zur Erfüllung seiner gefeßlichen Pflicht gung selbständiger Barbiere, Friseure und Per bankrott erklären? Es sei geradezu eine Schande, daß derartige rückenmacher. Auf der Tagesordnung stand: Erhebung einer Mißstände in der allernächsten Nähe Berlins, Grtraftener von 0,25 M. pro Monat und Mitglied( Winter Orte mit 9000 Einwohnern existiren tönnen. Liegt Friedrichssondern vielleicht in Halbjahr) zur Unterstützung der Fachschule. Der zweite Vorbagen twa nicht in Preußen igende eröffnete die Debatte mit einer eingehenden Begründung Sibirien oder in der„ Leift" gegend? Redner streifte dann unsere über die Wichtigkeit der Fachschule und empfiehlt die Annahme Forderungen auf dem Gebiete der Volksschule und wies unter des Antrages. Für die Annahme sprach ferner Ludwig und Lind- anderem darauf hin, daß solchen offenbaren und unleugbaren städt. dagegen die Mitglieder Echlonski und Haase. Die- Mißständen gegenüber eigentlich doch jede Parteistellung vers Stimmung über diesen Antrag ergab 14 Stimmen für, 2 gegen, schwinden müßte. Aber auch hier seien wir Sozialdemokraten die übrigen enthielten sich der Abstimmung. Hierauf fand die wieder die einzigen, welche die Interessen des größten Theils der Erfahwahl des Vorstandes ihre Erledigung. Gewählt wurden: Bevölkerung, der Armen, vertreten. Würde es sich um irgend zum 1. Vorsitzenden Ludwig; zum ersten Schriftführer Klarbaum, welche Interessen der Besitzenden handeln, so würde bie zum zweiten Gründel. Tas Amt in der Fachschule übernahm Bourgeoisie sicherlich ein großes Lamento erhoben haben, Kollege Stadelmann freiwillig. blos" handelt sich ja die Volksschule, Der Verein zur Regelung der gewerblichen Verum Arbeiterkinder, fich um diese zu Bu fümmern, die Gesellschaft heutige bürgerliche honnette hältnisse der Töpfer und Berufsgenossen hielt am 7. d. M. hat eine Wanderversammlung in Spandau ab. Dieselbe beschäftigte ihrem Tanze um das goldene Kalb weder Zeit, noch Bers sich eingehend mit dem Fensterstreit, der im Vergleich zu den ständniß und noch weniger Luft. Gegenüber den riesigen MißVorjahren in diesem Jahre ein wenig befriedigendes Resultat ständen hätten wir aber nicht etwa zu petitioniren, sondern zu verzeichnen hatte, da nur der Fachverein in diesem Jahre es energisch zu protestiren und schleunigste Abhilfe zu ver sich angelegen sein ließ, die Frage mit dem üblichen Nachdruck I an gen! Das sei unser zweifelloses Recht als Stants zu vertreten. Ausgeschlossen wurde ein Mitglied, weil er gegen und Gemeindeangehörige und unsere Pflicht als Menschen. die Interessen des Vereins verstoßen. Kollege Fischer stellte zum Redner sprach zum Echluß seiner höchst intereffanten Schluß noch den Antrag: dem Statut und Tarif beizufügen, Ausführungen die Hoffnung aus, daß diese haarsträubende daß es jedem organisirten Kollegen zur Pflicht gemacht wird, Schulnotb, dieses riesige Unrecht an den Kindern, recht vom 15. Oftober bis 1. April nicht ohne verglaste Fenstern zu viele Bewohner Friedrichshagens über die heutige fapitalistische arbeiten. Wißwirthschaft austlären und sie der Sozialdemokratie zuführen werde. In der sich anschließenden 1stündigen Diskussion ergriffen das Wort: Dübring, Wartmann, Grauel, Kramm, Rejjel, Bardutscheck, Thieme und Sonnenburg. Alle stimmten dem Referenten bei und besonders Genosse Wartmann er aber e um bei Für die Genossen des vierten Wahlfreises tagte am Der Verbaub deutscher Zimmerlente( Lokalverband 13. November eine gutbesuchte Wahlvereins Versammlung in Berlin) hielt am 7. November eine Generalversammlung ab. Im Hoffmann's Festfälen in der Oranienftr. 180 Bor Eintritt in erfien Punkt der Tagesordnung referirte Genosse Reinte die Tagesordnung widmete der Vorsitzende dem am Sonntag zur über Großindustrie und Handwerk". Eine Diskussion fand nicht Ichten Ruhe bestatteten Genossen Bendschneider einen furzen statt und erledigte hierauf die Versammlung sogleich die Vereins gänzte den Vortrag desselben durch eine sehr gründliche Erörte herzlichen Nachruf. Die Versammlung ehrte das Andenten des angelegenheiten. Die Abrechnung des Kassirers weist eine Einrung der lokalen Verhältnisse. Vor allem wandte er sich in Zukunft noch zu Dahingeschiedenen in üblicher Weise. Hierauf erhielt Dr. Bernnahme von 387,43. und eine Ausgabe von 267,69 M. auf, gegen alle schon gemachten und Beschönigungsverfuche ber in Diefer An stein das Wort zu einem interessanten Vortrag über das Thema: mithin einen Bestand von 119,74 M. Des weiteren beschäftigte erwartenden Der Zusammenhang von Kunst und Politik". Der Redner, der sich die Versammlung mit der Regelung der Agitation, ie gelegenheit betheiligten und mitfchuldigen Persönlichkeiten. bies Thema eingehend vom materialistischen Standpunkt be Nehr mittheilt, hat der Ausschuß und der Vorstand des Ber- Medner verurtheilte dann das Nicht- Erscheinen der betheiligten handelte, fand in der Bersammlung von der aufmerksamen Buliner Lofalverbandes eine Kommission ernannt, welche die Perfonen in diefer Versammlung. Es waren brieflich eingeladen: hörerschaft, wie auch die Diskussion nachträglich bekundete, all- weiteren Echritte übernimmt, um eine rege Agitation in der der Gemeindevorstand, die Gemeindevertretung, der Schulvorstand seitige Zustimmung. Am Schluß der Versammlung wurde be: Provinz Brandenburg zu entfalten. Die Versammlung erklärt und das gesammte Lehrerkollegium! Und von allen diefen Pers tannt gegeben, daß alle diejenigen Genossen, die diesen Monat sich mit diesem Vorhaben einverstanden. Nach einigen inneren fonen sei Niemand erschienen und nur ein einziger, der hiesige noch dem Wahlverein beitreten, Antheil haben an der unentgelt Angelegenheiten erfolgte der Schluß der Versammlung. Gemeindevorsteher Klut, habe wenigstens sein Nichterscheinen lichen Verausgabung der Broschüre Bericht des sozialdemokratibrieflich zu entschuldigen gesucht. Allerdings sprach dieser Herr In einer öffentlichen Schifferversammlung, die am in dem Schreiben zugleich die Ansicht aus, daß die ganze Frage schen Parteitages". Sonntag Vormittag in Reichert's Salon, Müllerstraße, statt- ja durch das Eintreffen der regierungsseitigen Erlaubniß zum Ueber den Achtstundentag und die Berliner Stadtver- fand, referirte der Genosse Kleinschmidt über die Noth- Schulhausbau befriedigend gelöst sei.(!) Hiermit kann aber weder vrdneten sprach am 13. d. M. Genoffe Metzner in der Ver- wendigkeit der Organisation der im Schiffergewerbe beschäftigten uns, noch den Kindern gedient sein, denn wir verlangen so fammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für den sechsien Arbeiter. Redner beleuchtete besonders die von der Kaufmann fortigen Unterricht aller bisher noch nicht eingeschuften Berliner Wahlkreis im Lokale Badftr. 12( Gesundbrunnen). Bor schaft, den Ziegeleibefizern und Prokureuren( Frachtvermittlern) Kinder. Genosse Kramm wünschte die Gemeindevertretung durch Eintritt in die Verhandlung zollte die Versammlung in der geübte Praxis der Frachtherabsetzungen und Lohndrückereien. eine ihr zu überreichende Resolution aufzufordern: den horrenden üblichen Weise dem verstorbenen Genossen Scha af ein ehrendes Auch die Bestrebungen der inneren Wission", die Schiffer durch Mißständen durch Miethen von Räumen und Anstellen von Lehr Andenken. Der Vortragende hob in seinen Darlegungen hervor, den Hofprediger a. D. Stöcker von der wahren Erkenntniß ihrer fräften sofort abzuhelfen und nicht erst bis zur Fertigstellung des daß der durch Arbeitslosigkeit hervorgerufene Rothstand durch Lage abzuhalten, um sie in das antisemitische Lager hinüber zu neuen Echulhauses zu warten. Er schlug hierfür eventueй die Almosen nicht beseitigt werden könne, daß es vielmehr im ziehen, fanden unter dem Beifall der Versammelten ihre ge- Benutzung der Kirche vor. Interesse der Arbeitslofen liege, Arbeitsgelegenheit zu schaffen und nügende Abfertigung. Zazu wurde noch betont, daß hinter Die hierauf vom Genoffen Sonnenburg verlesene und solche möglichst vielen zugänglich zu machen. Versprechungen seien Stöder und seinem Vorhaben der Vorsitzende des Zentral- gegen 1 Stimme angenommene Resolution lautet: nach dieser Richtung hin zwar gemacht, aber nicht gehalten wor- verbandes deutscher Echiffer, Cuno, stehe, welcher durch die neue Die heute bei Herrn May Lerche, Rundtheil, tagende öffent den. In Rücksicht auf die stetige Vermehrung des Heeres der Schifferbewegung befürchte, daß die Mitglieder des Zentral- liche Volksversammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Arbeitslosen sah sich die sozialdemokratische Fraktion in der verbandes demfelben in Masse den Rücken kehren würden. Reichstags Abgeordneten Arthur Stadthagen voll und ganz ein Stadtverordneten- Versammlung veranlaßt, vor kurzem die Ein- Eine rege Liskussion, die an den mit reichem Beifall auf- verhanden. Tie Versammlung tadelt auf das energischste, daß führung des Achtstundentages in städtischen Betrieben vom genommenen Vortrag anschloß, bewies, daß die übrigen Redner hunderte von Kindern in ihrem verfassungsmäßigen und gefeß1. April n. J. ab zu beantragen. Das Schicksal des Antrages vollständig auf dem Standpunkt des Referenten fianden, sich durch lichen Recht, vom vollendeten 5. Lebensjahre ab Schulunterricht zu ist bekannt. Der Vortragende widmete den Verhandlungen im eigene Kraft eine Organisation zu schaffen, die dem Unternehmer- genießen. geschmälert worden sind und noch werden, ins Rothen Hause eine längere Besprechung, und unterzog das Ver thum gefchlofien gegenübersteht und die Forderungen der Schiffer dem hunderte von schulpflichtigen Kindern in Friedrichshagen halten der Freifinnigen" einer entsprechenden Kritit. Gleinert zur Geltung bringen hilft. Die Berathung der Statuten der uneingeschult geblieben sind, weil die Mittel zum Bau oder ergänzte den Borrebner in einzelnen Punkten und ermahnte, neuen Schifferorganisation ergab, mit wenigen Abänderungen, Miethen geeigneter Schulräume, sowie zur Anstellung und bin thatkräftig dahin zu wirken, daß der 42. Kommunal- Wahlbezirk die einstimmige Annahme derselben und ist nunmehr die neu- reichenden Besoldung eines ausreichenden Lehrerpersonals von tünftig von einem Sozialdemokraten vertreten werde. An den geschaffene Schifferorganisation mit in die Reihe der, die Aus den zuständigen Behörden nicht bereit gestellt sind. In dem Vortrag fnüpfte sich eine kurze Diskussion über kommunale An- bentung des Menschen durch den Menschen bekämpfenden Fernbleiben der Gemeindevertretung und Schulverwaltung von gelegenheiten. modernen Arbeiterorganisationen eingetreten. Ter vorgeschrittenen der Versammlung erblicken die Anwesenden ein Eingeständniß In den Oranienhallen fand am 11. November eine zabl- Beit wegen wird die Wahl des Vorstandes in einer demnächst der Schuld dieser Herren und damit einen Schritt zur Befferung. fordert den Gemeinde= statt, in der Schriftsteller Schulz( Steglit) den zweiten Vortrag der neuen Mitkämpferin gegen die Ausbeutung und Verdummung vorstand, die Gemeindevertretung und bie Schulaufsichts Bebörde auf, nun schleunigst feines vor vierzehn Tagen begonnenen Vortragszyklus hielt. Das ein reges Wachsthum. Der Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter tagte die für einen gedeiblichen Schulunterricht erforderlichen Räume Thema lautete:" Die Sturm- und Drangperiode in der deutschen Dichtfunst". Einleitend wies der Nedner darauf hin, daß sich am 12. d. Wits. bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a. Den ersien und Lehrkräfte zu beschaffen. Solche Zustände würden nicht bes " Schmidt. Tauschte. 2uftige Sänger, Potsdam, Bran Tiehen, wenn in der Gemeinde und im Staate nicht lediglich die Deutschlands die gleich maßlose ist. Nur Stettin mache| Grünthalerfir. 4 bet Sämmerling.. denburger Kommunikation 16 bei Glaser. Bieber'scher Männer= Interessen der besitzenden Klasse Vertretung fänden. Die Ver- in so fein eine Ausnahme, als es dort eine geregelte hot, Rofenthalerftr. 67 bei Bernau. Gefelligteit, Hennigsdorf, Sammlung verlangt daher für die Vertretung in Gemeinde und Arbeitszeit, im Sommer von 7 bis 7, im Winter von 8 bis Böhmert's Gaf haus. Orante, Weißensee, Königs- Chauffee 19. Staat die Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und 7 Uhr mit anderthalbstündiger Mittagspause, sowie Frühstücks- Johanni, Rüdersdorferstr. 45, Gesellschaftshaus Oftend. Sängerverein Gangesfreund, geheimen Wahlrechts, die Unentgeltlichkeit des Unterrichts und und Vesperpause, gebe. Was in Stettin möglich, müsse doch auch Sorgenfret, Admiralfir. 18c, Märkischer Hof. Dragonerstr. 32 bei Kamlomsty. Gefangverein Sängerfette, UrbanDer Lehrmittel, sowie Verpflegung in den öffentlichen Volks in Berlin und Charlottenburg angängig sein, ohne das Geschäft straße 84 bei Echriet. Gefangverein Wacht auf I, Wörtherftr. 19 bet schulen, deren Besuch für alle Bevölkerungsklassen obligatorisch zu schädigen. Gefangverein and in hand 1, Reichenbergerstraße 24 bet Gefang und Orchesterfierverein Stralauer Bieber= zu machen ist. In der Diskussion überbrachte Bode, der vor die Reichs- tafel, Rummelsburg, Hauptstr. 83 bei Bowinkel( Gefang).- Gesangverein Die Versammelten, insbesondere auch die Frauen, versprechen, fommission für Arbeiterstatistik geladen ist, die Grüße der Ereu und Einigtett, Rirdorf, Prinz Sandjernstr. 58 bei Reben. um solchen ungeheuerlichen Mißständen für die Zukunft vorzu- Kollegen von Braunschweig, und schilderte die dort herrschenden Gefangverein Frohsinn, Rummelsburg, Göthestraße, Ede kantfirabe, bet beugen und dem arbeitenden Volke den Kampf um Erlösung aus beruflichen Verhältnisse. Ferner nahmen Kaßler, Hoffmann, Mertens.- Gefangverein der Metallarbeiter( Dft), Blumenfir. 46. den Ketten der Lohniklaverei zu erleichtern, für Aufklärung des Kamp, sowie der Referent noch das Wort, um zum Anschluß an alle Buschriften find zu senden an B. Gent, Adalbertstr. 95. Freitag: ausgebeuteten, arbeitenden und darbenden Volkes thätig zu sein die Organisation zu ermahnen. Folgende Resolution fand ein Stattlub Kairo, Abends 8 Uhr bei Flid, Simeonſtr. 23. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Quartettverein und für die Ziele der Sozialdemokratie einzutreten." stimmige Annahme: Die Versammlung erklärt sich mit den Private Wedding, Abends 8 Uhr, bei Schäfer, Steue Hochstraße 49. Ausführungen des Referenten einverstanden und verpflichtet sich, Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Buribuſerſtr. 35. mit allen Kräften für die Organisation einzutreten, da nur durch Theaterverein Bultania, s uhr, Jäger's Gesellschaftshaus, Gartenstr. 13/14. diese unsere Lage verbessert werden kann." Die Versammlung Bergnügungsverein husnelda, Freitag, Abends 8½ Uhr, bei Zubeil, ernannte hierauf einen Kollegen als Delegirten für das in Char- Bindenstraße 106. tottenburg gegründete Gewerkschaftskartell. Nach einigen Worten über die Daseinsberechtigung und historische Nothwendigkeit der Sozialdemokratie schloß der Leiter der Versammlung, Genosse Sonnenburg, die imposante Verfammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie. fartell. -O Bund der gefelligen Arbeitervereine Berline und Umgegend. - Vergnügungsverein Jm Brand, Sigung bei Stawice, Barnimftr. 22.Berliner Turngen offenschaft. Die erfte Männerabtheilung Charlottenburg. Hier fand am Sonntag Vormittag im turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Lokal Bismardshöbe" eine öffentliche Versammlung der Maurer Allgemeine Kranken- und Sterbekalle der Metallarbeiter. Lessing- Gymnasiums Banffir. 9-10.- Zurnverein Gesundbrunnen und Buzer statt, in der Kollege A. Paul Hannover über das( G. H. 29.) Filiale Rigdorf. Bersammlung am Sonnabend, ben 17. No- die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8-10% Uhr in der Turn - Kraft und Artistens vember, Abends 8 Uhr, bei Schaumann, Prinz Handjernstr. 63. Tages- balle des Leffing- Gymnasiums, Banfftr. 9-10. Thema:„ Eine soziale Krankheit die Arbeitslosigkeit" referirte ordnung: Kassenbericht. flub Berolina jeden Dienstag und Freitag Uebungsstunde bet Grüßner, und in überzeugender Weise auf die Macht der Organisation Arbeiter Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: Nord- Waldemarstr. 42. Turnverein Germania( Mitglied des deutschen Ar verwies. Nachdem Kollege Schulze zum Anschluß an die am Schule, Müllerfraße 179a und Südost- Schule, Waldemarfir. 14, better- Turnerbundes) turnt Dienstags und Freitags Abends von 8-10% Uhr Deutsch( Logit und Rethorit). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Ackerstr. 67.- Turnverein Fichte( Mitglied des Arbeiter- Zurnerbundes Ort bestehende Filiale des Verbandes der Maurer 2c. ermahnt Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Beit aufgenommen. Deutschlands.) Die zweite Männer- Abtheilung turnt jeden Dienstag und Kraft Turnverein batte, erfolgte die Wahl des Delegirten zum Gewerkschafts- Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Freitag Abends von 8-10 Uhr in der St aligerfir." 5/56. Ad. Neumann, Pafewalterstraße 3. Gewählt wurde Keilmann zum Delegirten und talender find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 22r. Freitag. Büdlerstr. 49 Alle Aenderungen im Bereins- offnung übt jeden Freitag Abend von 9-11 Uhr bei Echuhmacher, Musikverein Hoffnung, Abends von 9-11 Uhr Uebungs Erdmann zu dessen Stellvertreter. W. Schulze erhielt uebungsunde Abends 9-11 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Collegia, ftunde Proskauerfiraße 35-37 bei Schneider. Musikverein„ Diiris" tagt das Amt des Vertrauensmannes am hiesigen Ort übertragen.ee 23, bei Relle.- Arbeiter- Gefangverein Nord, Kaftanien- Allee 11, bei Manteuffelstr. 9 bei Nowack. Raifer'scher Männer chor, Echönhauser alle Freitage von 9-11 Uhr im Restaurant Doberstein, Mariannenstr. 31/32. Die Gründung eines öffentlichen Fonds soll in einer späteren Augustin.- Summer' scher Gesangverein, Langeſtraße 65 bei Tempel. Bitherflub Waldrose, Abends 9 Uhr, Manteuffelstr. 86, Parterres Restaurant. Verein Grüne Zanne, Abends 9 Uhr, bei kaiser, Markus= Versammlung erfolgen. Zum Schluß erging an die Anwesenden Arbeiter- Gefangverein Spandau in Spandau, Neunmeisterftr. 5, bei Radtke. ftraße 8. die Ermahnung, für die am 19. November stattfindenden Kom- Buchbinder: Männerchor, Holzmarttitr. 3, bei Deter.- Vereinte Stattlub Schnitt, Abends 9 Uhr, bet Trittelwig, Faltenfteinftr. 7. Gesangverein Sangesbrüder Moabit, Stromstraße 28 bei Lange.. munalwahlen, recht eifrig die Agitation zu betreiben. Tanzlehrer- Verein Solidarität, Restaurant Ehrenberg, Annenftr. 16, Maiglöckchen I, Hochstr. 32a, bei Wilte. Kreuzberg, Schön- Abends 8% Uhr, Sigung. In Charlottenburg tagte am 11. November eine öffent- Deutsche Liebertafel, Blumenftr. 38, bet Wiedemann. leinstr. 6 bei Kraay.- Gemüthlichkeit, Neue Friedrichstr. 44, bei Röllig. Lele- und Diskutirklubs. Freitag. Rari Marr, Abends 8 Uhr, Zypo= bei Gruber, Martendorferftr. 5. Westen, bet H. Werner, Bülowftr. 59. liche Versammlung aller im Handels- und Transport- Gewerbe graphia, Gefangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer, Armin- Unterhaltungs- und Lesetlub Schiller bei A. Bugge. Lübeckerstr. 22. beschäftigten Hilfsarbeiter( Geschäftsdiener, Packer, hallen, Kommandantenstraße 20.- Gesangverein Lorbeerzweig, Swine- Bitherverein Heimathsklänge". Uebungsstunde jeben Freitag Abend. münderstr. 35 bei Hübner. Gesangverein Rheingold, Büschingstr. 78% Uhr im Restaurant Nowat, Manteuffelstraße 9. Kutscher und Berufsgenossen), in der Schumann bei Jakob. Sängerchor der Maler, Annenitr. 9 bei Albert Prog. Freie Vereinigung der Lokal- und Straßenhändler und-Händaus Berlin über die Mißstände in diesem Berufe referirte. Gefangverein Melodia, Rirdorf, Bergfir. 142 bei Schimtase. Frislerinnen. Jeden Freitag nach dem 1. des Monats Ackerstr. 145, bet Wibel. Redner hob hervor, daß von den ca. 300 in Charlottenburg Naunynstraße 86 bet Fritz Zubeil. Brandenburger Männere Jeden Freitag nach dem 15. des Monats bet Nieft, Weberstr. 17, Abends befindlichen Kollegen nur acht organisirt sind. Allerdings sei Gesangverein in Brandenburg a. S., Mengerts Voltsgarten, Bergstraße. 8 Uhr. Gefangverein Freya II( gem. Chor), Rigdorf, Hermannstraße 140, English Conversational Club Shakespeare. Meeting every diese Erscheinung zum Theil erklärlich durch die Stellung, die bei Dantel Böttcher. Apollo, Grünftr. 21 bei Sommer. Gefang Eriday at 9 p. m. at Beherns Restaurant, Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Lloch. heute die Gesinde- Ordnung den meisten Hausdienern zuweist. verein Moabit, Havelbergerstr. 31. Freie Liebertafel, Lichten: Guests are welcome. Auf die Verhältnisse der Rollkutscher des Näheren eingehend, anger, Schmargendorf, Warnemünderstraße bei Friedrich. bergerstr. 21 bei Heise. Nordwacht, Müllerstr 7, bei Reichert. Freie Englischer Sprachclub. Freitag, Abends 8 Uhr, Kommandantenfir. 20, Arbeiters Arminhallen". zeigte Referent, wie die Ausbeutung derselben in allen Städten Gesango. Sängertreis( Weißensee), Rölfeftr. 188 bet play.- oreley, Für den Inhalt der Juferate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, 16. November. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Mara. Schauspielhaus. Wie die Alten fungen. von Venedig. Deutsches Theater. Der Kaufmann Berliner Theater. Zwei glückliche Tage. Lessing- Theater. Gêne. Central- Theater Circus Renz Alte Jakobßtraße Nr. 30. Direktion: Richard Schultz. Emil Thomas a. 6. Anna Bäders. Josefine Dora. Zum 77. Male: O! diese Berliner! Große Posse mit Gefang und Tanz. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater Charley's Tante. Charley's Tante. Carlstrasse. Abends 1/2 Uhr: Tjo Ni En. Versammlung der Gewerbegerichts- Beifikernehmer Donnerstag, den 15. November cr, am Freitag, den 16. November cr., Abends 8 Uhr, im Lokale von Deigmüller, Alte Jakobftr. 48a. Tages- Ordnung: Vers Rechenschaftsbericht des Ausschusses. Neuwahl desselben. 188/11 Sen- schiedenes. Beisitzer, welche verzogen sind, bitten wir, ihre Adressen an Unter zeichneten abzugeben. Der Ausschuss. J. A.: A. Körsten, Staligerstr. 63/64. Die Manege in 2 Minuten zur Bühne verwandelt. fationelle Tänze, u. a. les grelots vivants, jeu des barbichons 2c. Außerdem: 6 trak. Rappen, vorgef. von Herrn R. Renz. Mikado und das Springpferd Blitz, ger. v. Frau RenzStark. Der HandStat Mr. Su fenfatione Sant Achtung! Achtung! Amerion's human and Keller, gener Fachverein der Holz- und Bretterträger enigma. musikalische Imitator- Slown Mr. Ybbs. Madame Sans- Schwant in 3 Aften v. Brandon Thomas. Die Klowns Gebr. Villand 2c. Schiller Theater. Die Karlsschüler. Neues Theater. Figaros Hochzeit. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Jabuka.( Das Apfelfest.) Rehdenz- Theater. Der Unterpräfekt. Villa Vielliebchen. Thenter Unter den Linden. Meißener Porzellan. Die Fledermaus. Vorher: Die ewige Braut. Liederspiel mit Tanz in 1 Att von W. Mannstädt und J. Kren. In Scene gefeht von Ad. Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Belleallianer- Theater. KönigKrauſe National- Theater. Central- Theater. D! diese Berliner! Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die ewige Braut. Alexanderplatz Theater." Ein Modell. Die Chansonnette. Große Frankfurterstraße 132. Novität! Novität! Der Tod als Pathe. National Theater. Der Tod als Ausstattungs- Komödie in 5 Akten von Pathe. Ernst Blukme mit theilweiser Benutzung Reichshallentheater. Spezialitäten. Borstellung. American- Theater. Spezialitäten Vorstellung. SpezialitätenApollo Theater. Baufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Borstellung. Parodie Theater. Vorstellung. Spezialitäteneiner Idee von August Blanche. Dekorationen von Müller und Schäfer. Beleuchtungseffekte vom Ober- Beleuchter Collander. Maschinerien vom Theatermeister Weisse. Lichtbilder von Ludwig Richter. Tanz und Flugevolutionen vom Ballet. meister Géza Zinner. Mufit von Adolph Wiedecke. Regie: Max Samst. 6/2 Uhr. Anf. 7½ Uhr. Neue freie Volksbühne.orgen: Dieselbe Vorstellung. Dienstag, 20. November, 81/2 Uhr: Künstler- Konzert In Nieft's Ronzertsaal, Weberstr. 17. Entree 20 und 30 Pf. Sonntag, 25. Novbr. u. 2. Dezmbr.: Die Raben von Henri Becque im Central- Theater. 268/5 Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Freitag, den 16. November, Abends 8 Uhr: Die Karlsschüler. Sonnabend, 17. November, Nachm. 3 Ubr: Schüler Vorstellung. Hans Sachs. Abends 8 Uhr: Die Karlsschüler. Sonntag, den 18. November, Nachm. 3 Uhr: Hans Sachs. Abends 8 Uhr: Der Veilchenfresser. Castan's Panopticum. Hassan Ali der grösste Mensch der Welt. 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Tischler- Verein. eröffnet wird Sonnabend, 17. Novbr., Abends 9 Uhr, Melchiorstraße 15: Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom Stiftungsfest. 2. Vereinsangelegenheiten. Ausgabe der Billets zur Urania. Der Vorstand. 249/12 Armin- Hallen Kommandantenstraße Nr. 20. Säle und Vereinszimmer von 20-600 Personen. Herm. Ramlow's Weiss- v.Bairisch- Bierlokal. Bimmer( 60-80 Perfon.) für Vereine und Festlichkeiten. 10912* 135 Schönhauser Allee 135. Achtung! 1092L* Wo gehen wir hin? Zu Gnadt, Putbuferstr. 32. Freunden und Genossen theile hier: durch mit, daß ich das Schankgeschäft von Spindler, Reichenbergernr. 118, übernommen habe. Hermann Köppen. Münchener Brauhaus bier. Flaschenbiere, vorzüglich, liefert ausschließlich laut Bestätigung der Direktion. Plessner, Lothringerstr. 9. Boykottfreies Bier aus der Brauerei Louis Weiß, Kulm bach i. Bayern, sowie belles Lagerbier aus der Kelbraer Bierbrauerei, Kelbra, offerirt J. Dreitzel, 1008b Flensburgerstr. 12. Teleph.- Anschl. Amt M b. 1075. Gr. Vereinszimm. m. Piano zu verg. Deutscher Holzarbeiter- Berband Deutscher Zahlstelle Berlin. Norden Montag, den 19. November 1894, Abends 8% hr, bei Kelle, Schönhauser Allee 28: Vertrauensmänner- Versammlung. Tagesordnung: Besprechung über Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Hierzu sind die Kollegen der Pianofabrit von Bechstein, Johannisstraße, besonders eingeladen. Sad- Osti Montag, den 19. November 1894, Abends 8% hr, Bezirks-Versammlung.com bei Hoffmann, Oranienstraße 180: Tagesordnung: 1. Welche Stellung haben wir einzunehmen gegen. über der zu gründenden Innungs- Krankenkasse? Referent: Kollege Koblenzer. 2. Diskussion. 8. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Mittwoch, den 21. November 1894, Abends 8½ Uhr, bri Kelle, Schönhauser Allee 28: Branchen- Berjammlung der Küchenmöbel- Tischler. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Distusfion. 3. Berkstatt- An gelegenheiten nnd Berschiedenes. Friedrichsberg und Rummelsburg. Montag, den 19. November 1894, Abende 81/2 Uhr, bei Peters, Rant- und Schillerstraßen- Ecks: Bezirksversammlung. 143/3 Tagesordnung: 1. Werkstatt- Angelegenheiten. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes.- Zum 1. Punkt der Tagesordnung find die Kollegen aus der Werkstatt von Wagenknecht, Rantstr. 11 und Gayite, Bittoriaplay 3, besonders eingeladen. Um zahlreichen Besuch ersucht Die Ortsverwaltung. Bar Beachtung! Vom Sonnabend, den 17. d. M. ab, werden auf den Zahlstellen Listen ausliegen, worin fich diejenigen Mitglieder eins zeichnen mögen, welche für Beibehaltung der Holzarbeiter- Beitung in der jebigen Form find. Wir ersuchen daher die Kollegen, auf diese Weise ihre Meinung in dieser Frage zum Ausdruck zu bringen. Siehe Gewerkschaftliches in heutiger Nummer. Achtung! Maurer. Achtung! Sonntag, den 18. November, Vormittags 10 Uhr: Rottbufer Ufer 57. ein Ringier. Oeffentliche Versammlung der Maurer Berlins Ich suche für Sonnabend u. Sonntag einen flotten Klavierspieler. Rinkel, Die Herenschaukel, Rottbuser User 57. neueste Illusion. Baustellen! 1007b Dftbahn, Vorort, Wald, Wasser, -Ruthe v. 4,50 M. an, verkauft erite Hand. Töpfer, Andreasstr. 77, Laden. in Nieft's Festsälen, Weberstraße Nr. 17. Tages Ordnung: 1. Die Amts Niederlegung der Vertrauensleute und Abrechnung der selben. 2. Neuwahl. 3. Die Vorkommnisse auf dem Bau Alte Schönhauser straße 32. 4. Gewerkschaftliches. Um recht zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Vertrauensleute der Maurer Berlins. J. A.: A. Matull. 188/16 Achtung! Bimmerer. Achtung! Verein der Zimmerer Berlins und Umg. Mitglieder- Versammlung am Sonntag, den 18. November, Vormittags 10 Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandantenstr. 20. M Tages Ordnung: 1. Vereins Angelegenheiten. 2. Vortrag über: Rapital und Arbeit. Referent: Reichstags- Abgeordneter E. Wurm. 3. Diskussion. Zutritt hat jeder Zimmerer. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Da eine weitere Einladung zu dieser Versammlung nicht stattfindet, werden die Mitglieder ersucht, für guten Besuch zu agitiren. 293/9 Der Vorstand. J. A.: E. Ob st, Blumenthalftr. 8. Achtung! Maurer. Achtung! Zentral- Verband deutscher Maurer ( Filiale Berlin). Sonntag, den 18. November, Vormittags 10% Uhr: Mitglieder- Versammlung in den Arminhallen( gr. Saal), Kommandantenstraße 20. Tages Ordnung: U 00 1. Vortrag des Genoffen Dr. Aron: Normal Arbeitstag. 2. Dis tuffion. 3. Gewerkschaftliches. 191/9 Das Erscheinen aller Mitglieder ist nothwendig. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 3. A.: Der Vorstand. Achtung! Wilmersdorf. Achtung! Sonnabend, den 17. November 1894, Abends 8 Uhr: Große öffentliche Volks- Versammlung im Lokale des Herrn Klingenberg( früher Mölter), Berlinerstraße Nr. 41. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag in Frankfurt a. M. Referent: Genosse Reichstags- Abgeordneter Auer. 2. Diskussion. 3. Ab rechnung und Neuwahl des Vertrauensmanns. 4. Bericht und Neuwahl der Lokalkommission. 253/11 Der Vertrauensmann. Um zahlreichen Besuch bittet Künstl. Zähne 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Reparat. sofort. Theilzahlung. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr.( 678b Unserem ringfreien Budiker Otto Knoll zu seinem heutigen Wiegenfeste ein Proletarier- Hoch! Deine Stammgäste. Otto, laß gießen! Todesnachricht. Den Mitgliedern des Sozialdemokratischen Wahlvereins des 6. Berl. Reichstags- Wahlkreises zur Kenntniß, daß Genosse Kürschner Otto Erdmann am Sonnabend, Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Rykestr. 43, nach dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde, Pappel- Allee, beerdigt wird. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. 283/19 Danksagung. Für die überaus rege Betheiligung, sowie für die herrlichen Kranzspenden, bei der Beerdigung meines lieben Mannes, sage ich allen Freunden und Genossen meinen herzlichsten Dank. Wwe. Bertha Messmann und Kinder. Kompagnon- Gesuch! 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In flarer und fesselnder Darlegung erklärt der Verfasser an der Hand der materialistischen Geschichtsauffaffung die sogenannten Reltgionstämpfe jener Zeit aus thren sozialen Ursachen und legt flar, warum ste in den verschiedenen Ländern je nach ihrer ökonomischen Entwicklung verschiedenartig sich äußern und abspielen mußten und wie für das politisch und ökonomisch zurückgebliebene Deutschland einzig das beschränkte Lutherthum möglich war. Die Schrift räumt gründlich mit den alten Schullügen auf und weist nach, daß die fürstlichen Reformationen nichts anderes waren als Beuteund Plünderungszüge der Fürsten und Junter. Sehr schlecht tommen dabet die damaligen Hohenzollern weg, die als Typus herausgezogen und eingehend behandelt werden. Ebenso gründlich zerstört der Verfasser den Mythus vom ,, Glaubenshelden" Gustav Adolf und zieht im Schlußkapitel aus den Beweggründen, welche die deutsche Bourgeoiste zu diesem Gustav Adolf Kultus geführt, die zeitgemäße Nuganwendung für ihre Feigheit ob thres jezigen Geschreies nach Ausnahmegesehen gegen die Arbeiterklasse. Am Sonnabend, 24. November, erscheint das diesjährige] Kongres- Protokoll. Preis 25 Pfg. Porto 10 Pfg. Bei Partienbezug Rabatt. Das Protokoll giebt die Verhandlungen nach der stenographischen Niederschrift. Die Debatten über die parlamentarische Taktik und Stellungnahme unserer Vertreter in den Einzel- Landtagen, die Verhandlungen über die Trusts, Ringe, Kartelle u. s. w. haben das Interesse der Parteigenossen allerwärts so lebhaft in Anspruch genommen, daß wir bei dem außerordentlich billigen Preise zahlreichen Bestellungen entgegensehen dürfen, um beren rasche Aufgabe wir hiermit bitten. Von dem geäußerten Wunsche nach Separatausgabe der Verhandlungen über die Agrarfrage haben wir bei der Billigkeit des Protokolls umsomehr Abstand genommen, da die beiden Referenten ihre Reden für das Protokoll nach der sterographischen Niederschrift bearbeitet haben. Halbund Halb Mampe mir Pomeranzen Feinste Likörmischung Champagner Flasche Die sind heute alle leer geworden. Mark 1,25. Carl Mampe Likörfabrik Berlin, N.28 Zu haben. In allen Colonial waarenhandlunge Im Monal Oktober wurden in Berlin allein 17354 Flaschen verkauft Wegen Umbau meiner Geschäftsräume stehenden Waarenlagers: gelangen die Restbestände meines ſeit 21 Jahren beTeppiche! Fertige Wäsche! Gardinen! Steppdecken! Portièren! Leinenwaaren! zu spottbilligen Ausverkauf. Preisen zum Am Stadtbahnhof Börse. J. Brünn 4. Hackescher Markt 4. Empfehle 25 Std. Cigarren 1 M., 100 von 3,50 M. per Pfd • 18 Pf. 14= ˚ Extra- Kaiser- Auszug Kaiser- Auszug. Best. Weizenmehl( 2 Pfd.) 25. Gutes Weizenmehl. Bestes Roggenmehl. Zucker f. 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