Nr.2SZ ♦ ZS.?ahrgcmg Musgabe A Nr. 144 Bezugspreis» SiettcIiffltL SO,— M.. monotL 10,— 95t frei ins Sau», voraus zahlbar, Poli- bezug: Monatlich lO,— M. einschl. Zu- ftellungsgebühr. Unter Kreuzband liir Deutichland, Danzig, das Saar- und Memeiaebiet sowie die ehemals deul» tchen Gebiete Polen«, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 20.— M, für das übrige Ausland 27,— M. Post- bestcllungen nehmen an Oesterreich. Ungarn, Tschscho- Elowatei, Däne- mark, Holland, Luiemburg, Schweden und die Schweiz, D'r„Porwärts� mit der Sonntags- beilage„Polt und �eit". der Unler- hallungsbrilage �elmwel«� und der Beilage.Siedlung und Kleingarten" erscheint Wochentag sich zweimal. Sonn- tag» und Montag» einmal. Telegramm- Adresse! »Sozioldemokrol Berlin� Morgen-Ansgabe Vevlinev VolksblAtt (30 Pfennig � «uzet«»prei», Di,«ch«gelpalten« Ronparewqei!» kostet WO M„Ulrtn.«azMn«»- da» fettgedruckt» Wort V» St(zu- lölstg zwei lrNg»druck»»«ortet fede, weiter» Wo« h- Dt Stellengesuch« nud Schlasstellenanz eigen da« erst, Wort ls— n, irdes weiter,«ort «0 Big.«arte über I» Buchstode» zilhle» für zwei«orr» A-nnli-n�ln- zeige« für Abonnenten geil» m. Die Breis« verstehen sich«insehllestltch leuerungsinschlng, Snzeigen für dt»»stchst, Itemaut wüsten dt»• Aste nachmittag, ua Hauptgeschäft, Berlin 6® 68, Linde». ttcafteS, abgegeben werden, tt(■offne, von S Ute trsth bis S Uhr abend», Zentralorgan der rozialdemokratird�en parte» Oeutfchlanda Reöaktion and Expedition: SW öS, Lindenstr.Z Skr-veetttv-�-e-- Redaktion Moristplatz ISlBS—«7 ziserrifpreryer. Moritzplatz 1»7S3-kt Sonnabend, den IS* Juni 1921 Vonvärts-Verlag G.m.b.H., GW öS, Lindenftr. Z - Brrlag, tzexpeditio» und Inserate«. t,ernfprcryer. U�etlung Moritzplatz n? SS-SS Stmmöebatte über Sapern. Handgreiflichkeiten im Reichstag.— Wirth gegen die Rechte. Mit einer schrillen Dissonanz begann gestern die Debatte über die bayerischen Zustände und den Mord an dem Abg. Gareis. Als der Begründer der Interpellation, der unab- hängige Abg. Unterleitner, die Aeußerung eines deutschvölki- schen Hetzers zitierte, hie Kommunisten seien keine Deutschen, sie müßten„alle kalt erledigt" werden, erscholl von den Bänken der Rechten her ein lautes„Da haben sie recht!" Der Ruf kam aus dem Munde des deutschvolks- parteilichen Dr. Mittelmann, der sich als einer der dümmsten nationalistischen Provokateure im Reichstag schon einen gewissen Ruf verschafft hat. Während so ziemlich das ganze Haus über diesen Ausbruch deutschvölkifcher Edelge» finnung noch starr war und sozusagen nach Luft schnappte, sah man auf einmal den kleinen Kommunisten Remmele blitzschnell nach rechts hinüberlaufen und den käsebleich gewordenen Mittelmann an der Brust packen. Im nächsten Äugenblick enb stand unter wildem Geschrei ein Knäuel erregter Menschen, besonnere Elemente, unter ihnen die Schriftführerin Frau Agnes, traten dazwischen und in einigen Minuten war die Ruhe wenigstens soweit wieder hergestellt, daß der Präsident die Mitteilung machen konnte, der Aellestenausschuß werde über den Vorfall beraten. Eine Stunde später bei Wiedereröffnung der Sitzung teilte der Präsident, Genosse Löbe, mit, daß sich die Zustimmung des Abg. Mittelmann nach dessen eigener Aussage nur auf den e r st e n Teil des Zitats bezogen habe, die Kommunisten seien keine Deutschen, nicht aber auf den zweiten, daß sie„kalt zu erledigen" seien. Der Präsident vertellte wohlverdiente Rügen nach beiden Seiten, und dann konnte die Sitzung ihren ungestörten Fortgang nehmen. Leute, die ihr Maul oder ihre Fäuste nicht unter der Kontrolle ihres Gehirns halten können, gehören nicht in den Reichstag. Allerdings, hätte Msttelmann die Ohrfeige be- kommen, die ihm erspart blieb, so hätte kein Mensch sagen können, sie sei unverdient gewesen. Aber der Reichstag verdient und verträgt es nicht, daß er zum Schauplatz von Prügelszenen gemacht wird. Selbst wenn sich der Zuruf Mittelmanns nur auf den ersten Teil des Satzes bezog, so war er schon unverschämt genug. Eine Partei mag. sich noch so sehr auf dem Irrweg befinden, so hat doch niemand das Recht, ihr die Zugehörigkeit zum Volksganzen abzustreiten. Aber das ist nun einmal die Art dieser Patentdeutschen, für Deutscbe halten sie nur Leute, die ebensolche Dummtöpfe sind wie sie selbst. Auf der anderen Seite sind Stöße an die Brust sicher keine geeigneten Vehikel des parlamentarischen Verkehrs. Weder die Mittelmänner noch die Remmeles sind Zierden des Parla- mentarismus. Während nun der Abg. Unterleitner bei Fortsetzung seiner Rede nach diesem widerwärtigen Zwischenfall vergebens nm die Aufmerksamkeit des Hauses kämpfte, gelang es dem ihm als Redner folgenden Reichskanzler Dr. Wirth sofort wieder, die Versammlung in den Bann seiner Ausführungen zu ziehen. Der Reichskanzler hatte gestern einen außerordentlich glücklichen Tag. Sonst ein sympthatischer Redner ohne besondere rhetorische Wirkungen wuchs Dr. Wirth gestern mit der Schwierigkeit seiner Ausgabe und fand Augenblicke, in denen er den größten Teil des Hauses zu stürmischem Beifall hinriß. Es war mehr, viel mehr, als was die Rechte sich erwartet hatte, hageldicht sausten die Hiebe nieder auf ihr ge- wisfenloses, Volk und Reich verderbendes Wesen und Treiben. In den Stürmen der moralischen Verurtellung, die über sie herbrausten, gingen ihre Zurufe des Entsetzens über diese unerwartete Behandlungsweise kläglich unter. Der Reichstag hat schon einmal ähnliche Szenen erlebt damals unter dem Kaiserreich, als Bethmann Hollweg seine berühmte Abrechnung mit den„Piraten der ö f s e n t» lichenMeinung" hielt. Diese Piraten, als de�sn Führer Herr v. Bethmann Hollweg damals den Generallandschafts- direktor Dr. K a p p nannte, haben sich seitdem ganz schön ent- wickelt. Aber waren sie im Grunde genommen nicht schon immer so? Die Erinnerung daran, daß es Zusammenstöße zwischen der Regierung und der Rechten nach der Art des gestrigen auch schon im Kaiserreich gab. ist vielleicht nicht ganz überflüssig. Unter dem Kaiserreich wie unter der Republik hat es, von Bismarck angefangen, keinen Reichskanzler gegeben, der sich mit dieser Gesellschaft auf die Dauer hätte vertragen können. Von jedem Reickskanzler, von Bismarck angefangen, lassen sich Aussprüche schärsster Verurteilung über sie zitie-'-n, eben scharfe, wie sie der Reichskanzler Dr. Wirth gestern gebraucht hat. Im Kaiserreich gelang es den Konservativen, die sich jetzt Deutschnationale nennen, freilich immer wieder, ihren Einfluß durchzusetzen, das gelang ihnen solange, bis sie dos Laiserreich zugrunde gerichtet hatte«. Setzt möchten sie der Republik denselben Dienst erweisen— aber die gestrige Rede des Reichskanzlers hat uns in der Zu- verficht bestärkt, daß die Republik Kräfte genug besitzt, um sich dagegen erfolgreich zu wehren. Die Regierung muß nur fest bleiben. Ein paar Jahre scharfer Kurs gegen rechts, und das Gespenst wird zu existteren aufgehört haben! Mit ihm ver- schwindet aber auch sein Eegenpart, der Affe der reaktionären Gewaltpolitik auf der linken Seite. Niemand soll glauben, daß die Irrungen des Kommunismus mit endgültigem Erfolg bekämpft werden können, solange nicht die Atmosphäre der Republik von jenen Pestdünsten reaktionärer Hetze gereinigt ist, aus der die bayerische Ueberfall- und Mordepidemie entstand! Die deutschen und christlichen Herren von der Rechten werden noch kleiner werden, als sie es gestern schon waren, wenn mit ihnen noch öfter so deutsch und so christlich gesprochen wird, wie es gestern geschah. Wirth aber hat gestern den Rubikon überschritten, auf dem Ufer, das er betreten hat, gibt es nur Kampf. Was er ihnen gestern angetan hat, das verzeihen ihm die Herren nie. Sie werden sich viel- leicht, unter dem Eindruck der Züchtigung, die ihnen gestern zuteil wurde, in der Form ein wenig mäßigen, im Stillen aber ihre Rache desto gründlicher vorbereiten. Einen Hof, bei dem sie den Reichskanzler anschwärzen können, gibt es ja zu ihrem Leidwesen nicht mehr. Als Waffe bleibt ihnen nur noch die Parlamentsintrige und die demo- gogifche Aufhetzung der ihnen zugänglichen Volkskreise. Auf diesem Gebiet kann ihnen aber der freiheitlich ge- s i n n t e Teil des deutschen Volkes viel eher das Handwerk legen als auf dem glatten Hofparkett. Die Regierung Wirth muß vom heutigen Tage an noch klarer als bisher wissen, daß sie sich auf diesen frecheitlich gesinnten, alle Gewaltpolitik ver- abscheuenden Teil des Volkes stützt, das heißt vor ollem auf die politisch aufgeklärten Arbeiter, Angestellten und Beamten. Das Schwanken der kaiserlichen Regierungen zwischen rechts und links wurde Deutschland zum Verderben. Jene Re- giemmgen hielten sich für gebunden an die sogenannten „Stützen des Throns", republikanische Regierungen können sich aber nur gebunden fühlen an die Stützen der Re- publik, eben an jene Volkskreise, die ob ihrer Gesinnung im Kaiserreich verfehmt und geächtet waren. Wird das klar erkannt, wird daran unverbrüchlich festge- halten, dann kommen wir auch wieder vorw ärts? Im Reichstag wurden am Freitag zunächst Anfragen erledigt. Eine Anfrage aller Parteien mit Auanabme der äußersten Linken weist darauf hin, daß nach dem Reichstagsbefchluh vom 11. Mai das Ieitungsdruckpapier in die Tarifklasse B ohne Erhebung eines Zuschlages für gedeckte Waaen versetzt werden soll, und zwar, welche Maßnahmen für die Durchführring dieses Be- fchliilles getroffen sind.— Die Regierung läßt erklären, daß der Reichsverkehrsminister n i ch t.In der Lage sei, die Versetzung von Druckpapier in die Klasse B zu veranlassen: die Tarifkommissian Deutscher Eisenbahnen, sowie der Ausschuß der Verkehrsinteressenten habe sich einstimmig dagegen ausgesprochen, und die schlimme Lage der Eisenbahnfinanzen mache es unmöglich, Opfer zu bringen, die sich jährlich auf 2ll— 25 Millionen Mark stellen würden. Anfrage Adams e ch i, Paul B i l d t und Albert S ch I c t t e r veic.nien fich z» ausgezeichnclem Spiel. Der Film laust in den Lichtspielen der Reuen Phllharmoit!«, Köpenicker Str. 96/97. „CPntg'ciH«. Im Marmorhan« huldigt man wiederum der Mode des veifilmten Ziomans. Svrachseiuheit. seelischer Gehalt gehen d». bei ja immer restlos verlosen, damit bat man sich bereit? abzesilnden. Auf der Suche nach Stoff, um die trostlos« Ordc de« Sommeripielplan« etwa« zu beleben, nahm man nrm zu Hans Hyan seine Zuflucht, der ohne Zweifel seine Leser und, wa« noch wichtiger ist, seine Anhänger hat. Au«, semem Roman„Tie nicht arbeiten wollen' wurde der Film„Entgleist�. Mit , viel Riihriaulkeit und ungeheurem AnZputz des Abenteuerlichen wurden t 6 Akte zusammengestellt. Eigentümlich jedoch ist die Aussasiung, dah jeder, her arbeiten will, Arbeit finden kann. Ja. da« wirkt in heutiger Zeit nahe- „u vcrbitiernd. wo so viele Hirne und Hände bereit find, zu arbeiten und diese Bereitwilligkeit keinen Anspruch aus Erjüllunq. bat und selbst dem ernstesten Wollen keine Möglichlcit offen steht. Die Schauspieler boten gute Leistungen. So waren Ernst Hosmann ein lässig eleganter Hau« Heilberg, Erra Bognar eine inuntere und irische Else Heilberg und Wilhelm Diegrl- mann ein glaubhafter Wachtmeister. Hroß-Serliner Parteinachrichten. heute, Sonnabend, den iS. Zuni: I. Abt. V/i Ubr Zusammenkunft der Funktionäre bei Sliiser,»ottbuser Ufer SS/tV(Erdmannshos). Parteimitglieder eingeladen. iM. Abt. Rlederschönhauscii. S>4 Ubr Treffpunkt der Funktionäre zur Haud. zettclve.rbrcllur.g im Lokal Walhiaz, Eichenste. 70. Zungsozialisten. wruppe T.eptow: Treffpunkt zur Dannenwendfeier der Ar« beitcrjugcnd abends 6 Uhr auf der Wiener Brücke. Zftorgen, Sonniafl, den 19. Zum: S. Abt. Besichtigung des Botanischen Karlen». Bemnn vormittag» Itz Uhr. Treffpunkt im Wirtschastshos Us Boianischen charten», Steglitz. Bahlem, Unter den Eichen 1— lg. Ib. Abt. Bormittag, 10 Uhr im Lokal von Schuckert, Ri!der»d»rf«r Str. tz, Sitzung sämtlicher Bczirlsfllhrcr und Betriebivertrauensleute. Um!4N> Uhr Eitzuug de» Borstande» daselbst. 41. Abi. Familienauaflug nach Hcrmzdorf. Abfahrt 8.41 Uhr Bahnhof tto- sundbrunnen, Bahnsteig D. Treffpunkt M:9 Uhr Borortbahnsteig. Nachzügler: Restaurant Waldschlucht, Sermsdorf. 8!i. Abt. Neukölln. Früh 8 Uhr treffen sich die Genossen und Genossinnen bei Grieger, Lessingstr. S, ffac Kopfs! ratze, zur Besichtigung der städtischen Gartenbaufchule an der Gr«»zall«e. Zahlreich« Beteiligung erwünscht. Gäste willkommen. 125. Abt. Wcitzcnsee. FamilicnausNug noS, Blankeichurz, unter Leitung de» Gesangverein,.Harmonie'. Treifpunkt mittag» 2 Uhr am Ncnndahn. Gelände. « Sozialdemokratischer Zstännercho« Brrlin-Mitte. Die Uebungsstund» findet nicht heute, sondern Mittwoch, den 22. Juni, abend» von 8— 10 Uhr, Alte Schönhauser Str. 23/24, statt.__ Arbeitersport. Arbeiter-Nadf-'.hrer.Bnnd. Dolidarttät'. Touren fgr Sonntag, den IS. Juni: t. Abt. 8!ach Glindow bei Werdee, Start 5 Uhr: nachmittag» nach Wannsre, „Fürstcnhos", Start I Uhr Bülawstr. 58.— 2. Abt. Heute Sonnenwendseier in Tcupitz, Start 5 Uhr nachmittag». Sonntag mitlag 12 Uhr nach Miltenwalde. Start Fontancpromenode. Eck« Blücherstratze.— 5. Abt. Heute zur Sonnen- wendheier nach Teupitz, Starr 0 Uhr abend». Sonntag nach ebenda, Start 5 Uhr früh Lausitzer Platz.— 4. Abt. Wandecsahrt durch den Blumenthal, Start 4 Uhr früh! nachmittag? nach Nadlsdorf»um Ratbau-bären, Start 1 Uhr Weber» wiese. Eck- Frankfurter Aller.- 5. Abt. Räch Beelitz, Start 5 Uhr. Freibad Erkner, Start 7 Uhr. Freibad Wannsee, Start 12 Uhr Eomturciplatz.— 4. Abt. Voigt, Krampenburg, Start 5 Uhr: nachmittags nach Johannisthal, Bota» Parkrestaurant, Start 11M Uhr Koprnhagencr Str. 28.—?. Abt. Biesenthal— Wuckensee, Bade« und Ablochtour, Start 5 Uhr? mittags nach Räntgental. Rarx, Start 12>4 Uhr Schul», Ecke Prinz-Gugen-Straße.— 8. Abt. Nach Teupitz, Sonnenwendfcrer, Start 6 Uhr abends Deutzelstr. IS. Sonntag nach Teupitz, Start 4 Uhr früh: mchmittags nach Eichwalde, Start 1 Uhr Arminiusp/atz.— >A. Abt. Nach Teupitz. Sonnenwendfeie«, Start 5 Uhr abend». Tonntag nach Wandlitzfec, Start 4 Uhr früh. Nach dem Gorinsee Start 11 Uhr Eomenius» platz.— 1l. Abt. Nach Teupitz, Sonnenwendseier, Start 8 Uhr abends. Sonn» tag Teuritz, Start 4 Uhr früh: mittag» nach Schmöckwitz lPolm«), Star» 12 Uhr Eoestr. 104.— 12. Abt. llcber Zossen nach dem Möllensee, Start 5 Uhr früh Tempclhoso? Feld lSieuerhauz).— Ortzgr. Eharlottenburg. Sonntag Werbe» tag des Sportkartell,, Start 8 und 2 Uhr. Teilnahme ist Pflicht. Start» Galsanistrast« im„Birnbaum"— Ort»«:. Neukölln. Sommersest im Karls« garten. Heute We.rbafohrt durch Neukölln, Start 5 Uhr Weichselstr. tz. Er» scheinen ist Pflicht.— vrtsgr. Rcinickcndors. Heute Ball in Hartmann» Brauerei. Sonntag nack' Stolpe, Start 1214 Uhr bei Muster.— Ortogr. Lichtenberg. Bade» tonr nach Schönmulpe, Start 5 und 1 Uhr Travevlotz. Ecke Weichselftrasie.— vrtsgr. Tegel. Heuic in Ncinickendorf Vergnügen, Start 7 Uhr abends. Sonn« tag Unterdezirksversammlung in Hohen-Nruendorf. Start 12>4 Uhr Schlieper- stratze 54.— Lrt»gr. Johannisthal. Nach Rüdcrsdorier Kalkderg«, Start I Uhr Lufwcrirhr.— Srtsgr. Spandau. Beteiligung am RosenfeA der Kleingärtner, Start 11 fh Uhr Schützenhaua. Jeden Mittwoch Abendtour. Fiel wir» am Start bekanntgegeben, abend» 5 Uhr.- Ortagr. Weitzense«, Nachttour nach Kloster Ehorin, Star» 1v Uhr abend». Sonntag nachmittag nach Bernau, Verkehr» lokal, Star: 1 Uhr Berliner Allee 251.— vrt»gr. Lichterseide. Sonntag Sommersest in den Lichterfelder Festsälen, Start zur Korsofahrt Uhr bei Beneki.— vrtsgr. Oberschöneweide. Heute Nachttour Märkische Schweiz, Start 7 Uhr»bcnds Ciemcnsstra»«.— Ort»gr. Kablow. Stiftungsfest, Z Uhr Kork» fahrt. Zwecks Agitation mögen recht viel Bw'dcsgenossen erscheinen.— vrtagr. Friedrnhshage«. Nachitour nach Kloster Ehorin, Start 1 Uhr nachts am?ah». Hot. Soanrag nachmittags»ach Wolterodorf. Start 1 Ahr«- Unö wieder die Justiz! Zn der SO. Sitzung des Preußischen Landtages vom Freitag, den 17. Juni 1921, werden zunächst kleinere Anfragen er- ledigt.— U. a. bringt Abg. Siering(Soz.) in einer kleinen Anfrage zur Sprache, daß der Wohlfahrtsminister die Enteignung von 1'si) Morgen Baugelände entgegen der Verordnung zur Behebung per dringendsten Wohnungsnot verhindert hat.— Ein Regierunzsver- treter verteidigt das Porgehen des Ministers. Abg. Kuttner(Soz.) weist in einer kleinen Anfrage darauf hin, daß der Amtsrichter Höhne beim Amtsgericht Neukölln unter straf- barem Amtsmißbrauch Personen, die vereidigt werden sollen, nötigt, den Eid in religiöser Form abzulegen, da er an dem alten fest- halten wolle. Die Regierung antwortet, ein D i s z i p l i n a r o 2 r- fahren sei gegen Höhne Angeleitet.— Es folgt darauf die Be- ratung des von allen Parteien mit Ausnahme der Unabhängigen und Kommunisten eingebrachten Antrages über die Dergewaltigimz deutscher Domänenpächter und Förster in den früheren deutschen Landesteilen Polens.— Abg. Dr. Regeuborn(vnat.) begründet dm Antrag.— Ein Vertreter h« Preußischen Vamänenverwaltung: Die Preußisch« Domänenoerwaltung hat im Interesse der benachteiligten Pächter und Förster alle erforderlichen Schritte unternommen.— Abg. Dr. TNeuer-Ostpr.(Komtn.): Die Mehrheitssnzialdemokra- tische Partei hat sich dazu hergegeben,«inen nationalistischen Antrag zu unterschreiben.(Lebhafter Widerspruch bei den Soz.) Wir lehnen den Antrag ob. Abg. Rabold(U. Soz.): Auch wir lehnen den Antrag wegen seiner nationalistischen Tendenz ab. Abg. Krüger-Potsdam(Soz.): Der Antrag besitzt keinerlei natianalistische Tendenz. Wir verwerfen jede Vergewaltigung.(Lärm bei den Komm.) Ach. Herr Katz, Sie wollen wohl den Nachweis erbringen, daß die deutsch« Volksvertretung der VKP., wie der Moskauer Kongreß festgestellt hat, ein rachitischer W a s s e r t o p f ist!(Heiterkeit.) Damit schließt die Aussprach«. Der Antrag wird gegen die Stimmen der Kommunisten und Unabhängigen angenommen.— Sodann folgt ddt Vekterberatung Ses Fustizetats. Abg. Suttner(Soz.): Die Rechte wirft im» vor, wir wollten die Unabhängigkeit der Richter abschaffen. Man kann nicht abschaffen, was nie be» st a n d e n hat. Serade unter den Hohenzollern wurde«in Druck auf den Richterstand ausgeübt, dem dieser nicht wider» standen hat.(Lochen rechts.) Sie lachen, aber dieser Ausspruch ist nicht von mir, sondern von einem Mitbegründer der national- liberalen Partei, dem Abg T« e st e n. Twesten muhte es wissen, denn er ist auf den Druck Vismarcks durch den höchsten preußischen Gerichtshof unter Außerachtlaffung der Immunität verurteilt worden, weil er im Landtag Bismarck angegriffen hatte. Und wie gegen ihn, so führte damals die preußisch« Justiz Kampf gegen den gesamten Liberalismus. Massenweise sind liberale Richter in der Konfliktszeit gemaßregelt worden. Denken Sie an W a l d e ck, Schultze- Delitzsch, Temme»sw. Der bekannte Rechtslehrer G r o l m a n n wurde sogar von Friedrich Wilhelm IV. persönlich aus dem Amt entfernt, weil er sich nicht bewegen lasten wollte, gegen Johann Iakobi dos Recht zu beugen. Und ähnlich erging es dem Zentrum in der Konfliktszeit. Luch damals war von politischer Unabhängiqkeit der Richter nichts zu merken. Der Zentrumsftihrer Eduard Müller hat die damaligen Richter „fette knechte der Regierung" genannt, Herr Lieber von„himmelschreiender Parteilich- t e i t" der Justiz gesprochen. Noch bis zum Kriege sind Richter wegen ihrer politischen Gesinnung gemaßregelt worden, so sah die richte?- liche Unabhängigkeit damals au«. Da» alle» haben die Herren auf der Rechten ganz und gar vergeffen, ober wenn die Vergeßlichkeit nicht so groß wäre, sähen Sie(nach rechts) auch nicht da. Herr Dr. Derberg hat die rezrnblitanischen Richter als Gesinnungsüberläufer hingestellt, noch scharfer hat sich Herr Haselow ausgedrückt. Run, ich kann mir sehr wohl denken, daß die Ersahrungen mit dem per- sönlichen Regiment der Monarchie, das uns in den Krieg hinein- schliddern ließ, verbunden mit der feigen Flucht Wilhelms nach Hol- land manchen Monarchisten bekehrt haben. Wirklich« Gesinnungslumpen sind die Beamten, di« Galle und Gift auf die Demokratie speien, aber sobald man sie bei ihren monarchistischen Treibereien faßt, sich auf ihr«»heiligen demokratischen Freiheits- rechte" berufen, vielleicht kennt Herr Haseloff solche Leute! Und wo war die Rückgratsestigkeit der Richter unter dem alten System? Hat man nicht gerade die R ü ck g r a t l o s e st e n an- gestellt? Mir selbst ist es in meinem Disziplinarverfahren als Re- serendar begegnet, daß der aufsichtsführende Kammergerichtsrat mir sagte:„Wenn ich meine politischen Ansichten widerrufe, dann könnte ich im Amte bleiben, oeharrte ich aber bei meiner demo- kratischen Ueberzeugung, dann müßt« ich gehen."(vewegung.) Juden wurden unter dem alten System nicht zu Richtern gemacht. Aber wenn sie sich taufen liehen, ging es sofort. Das war wohl Auslese nach der Eharakterfestigkeitl Speichelleckerei hat unter dem alten System weit höher im Kur» gestanden als Charakter, und wenn in den letzten Iahren nicht mehr so viel Diszivlinierungen von Rich- tern stattfanden, so deshalb, weil das System der Rückgrat- erweichung sein« Schuldigkeit getan hatte.— Heute ist der Richter nicht nur unabhängig von der Regienmg, er haßt sie sogar. Aber um lo abhängiger ist er von dem Urteil seiner Kaste, um so mehr fürchtet er den Tadel auf der nächsten Altherrenkneip« seiner Verbindung oder auf dem Offizierskommers der ehemaligen Regimentskameraden, daß er sich.gegen die roten Kerl, zu schlapp gezeigt" habe. Gerade der Kastengeist gewisser Kreis« ist heut« die größte Gefahr für di« Rechtspstege. Aus der früher nach außen hin so glänzend erscheinenden Solidarität der Offiziere und Couleur- studenten ist eine Lerdrechersolidarität geworden, di» da» Verbrechen Im Dienst der Kaste billig und den Schutz de» Ver- drechers zur Pflicht macht. Rur so erklären sich die Fäll« wie die Freisprechung der Mörder Liebknechts und Rosa Luxem- b u r g s. Hier hat di« Lügensolidarität einer ganzen Kaste gegen die Gerechtigkeit gestanden, und da« Offiziersgericht war noch mit km Bund«. Der Fall Marloh-Kessel hat uns dann einen tiefe«. Einblick in diesen Abgrund gewährt, er hat gezeigt, daß die Lügensolidacität bis zum Meineid, bis zur U r k u n d e n v e r n i ch t u n g, bis zur wissentlichen Rechts» beugung geht. Auch bei den Kommunisten gibt es einen ähnlichen Fanatismus, aber er wirkt nicht so auf die Justiz ein, weil die Richter die Kommunisten hoffen, mit den Couleurstudenten und den Offizieren aber sympathisiieren. Viel würde es zur Gesundung unseres Rcchtsgefühls beittagen, wenn die extremen Gruppen rechts und links darauf verzichteten, den politischen Kampf unter bewußter Mißachtung der Gesetze zu führen.(Zurufe bei den Kam- munisten: Das sagt ein Sozialdemokrat!) Die Sozialdemotratte hat früher unter viel schwierigeren Verhältnissen stets betont, daß sie den Kampf auf gesetzlichem Boden führe. Das gilt heute unter der Demokratie doppelt und dreifach. Der Iustizminisier erklärte gestern, man mache den Richtern bei Zuchthausstrafen Vorwürfe, obwohl das Gesetz oft nichts anderes zuließe. Run, bei Hochverrat ist Festungshaft, bei Land- friedensbruch Gefängnis möglich, trotzdem erkennen die Aus» nahmegerchte fast immer auf Zuchkhaus. Sie erklären alle Angeklagten für ehrlos, auch di«, die nicht etwa geraubt und geplündert, sondern gekämpft haben. Der Geschichtsprofessor G n e i st war anderer Ansicht. Er sagte einmal, als über die Achtundvierziger gehöhnt wurde, man müsse immer Respekt vor Leuten haben, die ihre Ansicht mit ihrem Leben vertreten.(Sehr gut! links.) Die Richter beschweren sich, daß wir kein Vertrauen zu ihnen haben. Sie selber säen das tteffte Mißtrauen, sobald sie politisch oder publizistisch tätig werden. Redner zitiert eine Reihe hetzerischer Bemerkungen aus Artikeln des Staatsanwalts G n s a e und des Amtsgerichtsrats Schumacher- Trittau. Letzterer schreibt u. a., man müsse die Entente Haffen, noch mehr die Kommu- nisten, am meisten aber die Parteien, die den Lerttag von Ver- sailles unterschrieben haben.— Wehe dem, der dem Haß dieses Richters ausgeliifert ist! Die Staatsanwälte verhalten sich völlig passiv, wenn in rechtsstehenden Hetzblättern die Republik in jeder Weis« verächtlich gemacht wird. Man kann in Deutschland die Regierung«in„Bordell" nennen, ohne zur Verantwortung gezogen zu werden. Wenn in Berlin sich demnächst ein Fall G a r e i s ereignet, ist die Passivität der Staatsanwaltsck�ft hierfür mitverantwortlich.— Die Geschworenenba nie sind immer noch vielfach rein k a p i t a l i st i s ch. In Stettin z. B. wird kein Arbeiter Geschworener, obwohl der durchaus pari- tätifch zusammengesetzte Ausschuß auf die Urliste mehr Arbeiter als Bürgerliche gesetzt hat. Das Gericht streicht sie wieder. Auf der Vorschlagsliste des Rastenburger Gerichts, das ein entsetz» liches Zuchthausurteil gegen streikende Arbeiter fällte, waren unter 30 Geschworenen 20 Ritterguisbesiher— ein Arbeiter. Die aimeklagten Arbeiter hatten aus mißverstandener Solidarität einen Polier verprügelt, dafür gab es Zuchthaus. Als im Fall Vieweg Offiziere einen der ihren— gleichfalls aus falschem Soli- dantätsgefühl— verprügelten, gab ein Gericht von Standesge- nassen dafür 25 Mark Geldstrafe. Ohne jeden Grund Juden zu verprügeln, ist noch billiger in Deutschland. Redner geht dann noch auf einige in der Debatte berührte Fälle ein, namentlich den Fall des deutschnattonalen Abgeordneten Koch. Er weist on Hand des Urteils nach, daß gerichtlich fest« gestellt worden ist, Koch habe die Regierung für Verbrecher erklärt, ebenso die Sozialdemokraten mehrfach Verbrecher genannt. Der Vorsitzende der Deutschen Volkspartei hat als Zeuge erklärt, wenn er Sozialdemokrat gewesen wäre, bätte er koch vom Podium her- untergeholt, so beleidigend hätte dieser gesprochen(Lebh. hört, hört!). Durch diese» Urteil ist Herr koch als bösarstger Hetzer entlarvt.— Redner geht weiter auf die Ausführungen der Frau Wolf» stein ein. Die Kommunisten bekämpfen den Mißbrauch der Justiz nur, weil dieser Mißbrauch von anderen, nicht von ihnen s e l b st ausgeübt wird. Sie haben die primitive Moral: Wenn wir etwa» tun, ist es gut, wenn die anderen dasselbe tun, ist es schlecht, denn wir sind die Guten, di« anderen die Bösewichter. Wir bekämpfen nicht die Fehler der herrschenden Klaffe, um sie selber nachzuahmen. Uns ist die Arbeiterbewegung Kultur- bewegung, und wir erstreben mit ihr eine V e r v o l l- kommnungderGerechtigkeit. Nachdem der Redner die Stellung der sozialdemokratischen Fraktion zu den vorliegenden Anttögen präzisiert hat, schließt er mit den Worten: Zu dem Kabinett Stegerwald haben wir nicht das Vertrauen,-daß es ein« ernste Iusttzresorm unterstützen wird. Für Herrn Stegerwald sind ja die„Realitäten" de» Großen Generalstabes, der Schwerindusttie und de» Agrariertums maßgebend, in der Justiz steht ihm wahrscheinlich die„Realität" der reaktionären Richter höher als die„rein formale" G e» r e ch t i g k« i t. Für die Gerechtigkeit aber kämpfen w i r. Für uns gibt es keine besondere nattonale und kein« besondere kommu- nistische Gerechtigkeit. Wir kennen nur das wirtliche Recht, wa» rechte und links davon liegt, ist kein Recht, sondern Unrecht. Mag man unser« Absichten noch so sehr verdächtigen, wir wollen Gerechtigkeit und nichts als Gerechtigkeit!(Lebh. Beifall b. d. Soz.) Abg. Dr. Schmtti-Düffeldorf(Zentt.): Dos fortwährend« Reden von Klassenjustiz verschärst nur die Gegensätze im Volke. Leider fehlt es bei manchen Richtern an der Kenntnis de» Volkslebens. Der Strafvollzug muß moderner gestaltet werden. Abg. Seelmann(Dnot.): Der Haushalt der Justizverwaltung wird von den Rednern der Linken zu politischen Auseinandersetzungen benutzt. Di» Analyse des preußischen Richters, die Herr Heil- mann entwickelt», erscheint mir gewagt. Berufung der Richter durch direkt» Dolkswahlen holten wir für oerfehlt. Di« Schweiz mit ihren keinen Kantonen ist kein Vorbild. Wir stehen zur Re- gierung Stegerwald, wenn sie die Ehre des Staates hochhält.(Ge- lächter link»— lebhafter Beifall rechts.) Donnerstag, den 50. Juni, 1 Uhr: Weiterberatung des Justiz- Haushalts. Domänenverwaltung. Schluß 6 Uhr. Deutscter Hetallarbelfcnrerb. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, Satz unser Kollege, der Kernniachcr Lkvst piawer Stralsunder Str. SS am IS d. Mts. gestorben ist. Die EWZscherung findet am Montag, den 20 d. Mts., mittags 1 Udr, im Krematorium Terichtstr. stait., Rege Beteiligung wird erwartet. SZ/Z Rachrnft Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schlosser tat Anhoff Lankwitz, Seydlitzstr. 14 am l l. d. Mts. gestorben ist. Ehre ihrem Andenke»! Die Ortsoerwaltuag. Möbel zu erimilßigten Preisen auf bequemste Teilzahlung bei kleiner An- n, Abzabinng Biirg.WobnuDSseinrlclit. Wolinzimm., Schlaizimm., Speisezimm.tierrenzimm, in großer Auswahl Einzelne flöhel Farbige Küchen Ferner: Teppiche, Gardinen und Dekorationsgegenstande. Beiser Lothringer Str. 67. örfstranfenföffe detMoniter.Dptitei v. vsnvWdt.GmMe zu Berlin. Bekanntmachnng. Auf unser Wahlausschreiben oom 10. Mai INI ist aus den Kreisen der Derstcherten und der Ardeitgeber nur je ein gültiger Wahloorschlag einge» reicht worden. Nach fi 10 der Wahlordnung gelten die darin bezeichneten Personen und zwar die Liste der Versicherten mit den Namen EdmundJmme bisKarlKrüger. die Lifte der Ardeitgeber mit den Namen G. Kühler bis Paul Senschie al« gewählte Vertreter und Ersatzleute zum Aussdiutz für die Wahlperiode bis zum Zt. Dezember lg2S. Die für den>0. Juli 1021 für die Versicherten und für den 11. Juli 1021 für die Arbeit. geber festgesetzten Wahltermin« werden hiermit aufgehoben und finden nicht statt. ZI/IS Berlin, den 17. Zum 1921. Oer vorstund. Max Guts ch e, Vorsitzender. F. H e m a n n, Schriftführer. 2Linn u. Blei sowie alle Altmetalle kaufen zu Tagespreisen Metallschmeizwerke, Waldemarstr. 74, Telephon• Moritzplatz 9055 MetalPS? OrünerWegSO zahlt Tagespreise für Kupfer, Messing, Blei, Zink etc. Parzeilen in Sagershotf, 15 Minuten vom Bahnhof Strausberg ent» fernt,zu verkaufen, kühn ch Co. Berlin. Porckstr. IL Kurf. 3863 SMklWMMniMllil Verwaltungsltdle Berlin X N. 51, Clnlenftr. 83—85 Deichdstszeit von vorm. S Uhr bis nachm. 4 Uhr Telephon: Amt Norde» ISS, 1239, 1987, 9714 Achtung!"WD MF" Achtung! ZNoutag.20.)uni. abtfs.7'/,Ahr. imSlhungsfaal des Verbandshauses, Linienstr.BZ— SS. 2Trp.: MlMlllllS sWWllllllieilWM Tagesordirung: L Bericht über den vollzogenen Ueber- tritt zum D M.-B. 2. Tariffragen. 3. Regelung der Arbeit«. Vermittlung. 4. Agitation. 5. Verschiedenes. 92.» vi« Srtsvsrrvoltnng. � TlHesterUc kts me le Opernhaus WebemFeier 1 Neu einstudiert Der Freischütz 6 Uhr Schauspielhaus Die Räuber «-/, Uhr Deutsches Theater Vit Uhr: Potasch u. Perlmutter Stg.T'/j; Potasch u. Perlmutter Kammerspieie 5 Uhr: Mesalliance Sonntag 8 Uhr: msalllance Kr. Schauspielhaus (Karlstraßc) TU.: Ein Sommernachtstraum (14. Abteilung S. Aßena) Stg. 7 U.: Sommernachtstraum (13, Abteilung 5. Abend) Theater I. d. Königgratzer Str. Täglich IM Uhr: Mit dem Feuer ivielen » Uhr: Satans Maske Maria Orska Johannes Ulemann Panl Bild« Berliner Theater Allabendlich 7.30 Uhr; Rnlpti Artur Roberts, Bise Müller, Uschi Elleot, Her« berf Klper, Paul Rehkopf Komödienhans Allabendlich 7.30 Uhr: Der blonde Sngel von Robert Wlnterberg Paul Heidemann a. O. Josefine Dorav. Staatsth. a.G.,lnge van derStraaten, Isa Marsen, Georg Baselt, Kurt Busch, Julius Rogg Volksbühne Jb�i. TUhr: Die lange Jule Lessing-Theater Allabenulich 7'/, Uhr: Die Ballerina des Königs (Kenstantin, OStz) neotseties KOnstier-Theater 7Vj uhr Geständnis Ralph, Korkt, Otto Komische Oper Opernnpielieit Täglich fj* Uhr jl!t-|!6idelberg Oper von Pacchleroiti Stg.3y,; Der Barbier v.SeTill» WodieSehmalben listen Centrai.Theater 8 Uhr; JlOllka DetiCsrhen Opernhan* t uhr: Freischütz Priedr.hVIlhclmat.TIi. Kr: Bie Kleine ans der Bölie Kl. Selianapiclliana 7'/, uhr; Reigen Kleine, Theater 71/, Uhr; Olra Limburg in Nor ein Traum I'nataptelhaa, W, Uhr: Arnold Rleck in Die«panische Fliese netropol-Thoater Jhr Die blaue Mazur Nene, OpereUentheat. T'/.uhrÄmericau-Girl Neuen Volksthenter Zum Äe � IMMtlll Realdena-Theater 7'/, Uhr: Max Adalbert in Ab dafür I Uehlller-Theat.Charl. 7l/»Uhr: 100 000 Tälkr Schloßpark. Theat. Btegllta, ScfaloBstrnBe 48 >v>u.t Donna Diana Thalta-TheAker "/.uhr Mascottcheu T h.am N o II en d o rfp la tu y/i Uhr: Der Strom j;'?: Der Vetter ins ningsda Theater des Westens uhr Morgen wieder iDstik! Tri an on-Theater 7V. U.: ROSeU Sudermann Th.l.d.Kommandantenstr. T./.uh, Die goldene Freiheit Wallner-Theater t«/, uhr Der Kuhreigen Walhalla-Theater J�Scheidungsreise Foiies Caprice Linienstr.132 amOranienbg.T. Täglich 8 Uhr: Sehlaiziminergeheliiuiis und Liebe en xr«» mit F e rd. Grü necker. Admirals falast t*/. uhn Abrakadabra MAfgea Tin Abrajindnbr« WALLNER-THEATER Wallnertheaiersira�e 3S Sommerdir.; Heinrich Neft# Künstl.Ltg.:MaxImll.Mori« Sonnabend, den 18. Juni, 7 Ys Uhr: DER KUHREIGEN Oper von Wilhelm Klenzl In den Hanpirollen: Kanunersänger Adolf Lussmann -------- Margarete Sdilemüllcr= ' erstarr j," _| Die große tllÄMM-Mil Tip Tip Hurrah! Ueber 150 Mitwirk: 1 | mit dem bekannten Wilhelm Bartstein I Albert Patilig Heinz Sarnow Erna Alberti Bise Schloicka Orio.-PIerderennen I Berliner ftaler Kastanien-Allee 7—9 Täglich>/,« Uhr: :: Variete Wenn Engel streiken! Operette in 3 Akten Th, a. Kottbuser Tor Tel. Moritzpl. 16077 TägL 71/, Uhr: Elite-Säuger — 10 Herren!— Witz I Komik! Urkora. Typen l GröBt. Lacherfolg Vorvk.li-l Vi, 4-6 U. Heiehshail.-Tlieater Stettiner Sänger tAnfang 7>/,Uhr DönhoII-Bfetti :: Variete:: , Saal u. Garten MesseFiiiReium; UND WERBEWESEN Äcinrlch Schulz: Sozialdemokratie und Schule Mk. 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M. 143— Serie UI... iL 150— Ein Poeten Sast-Oakkoa, Seidenbas«... M. 300— Ein Peetss Leiaen-Anzfiga für Stadt nnd Reise. bestfarben und mit nenen Streifenmustern Serie I... iL 296— Serie II... M, 890— Serie III... M. 460- Wei�e Herren-Hosen ftr Strand, Wasearsport, Tennis, mit und ebne Umschlag, mit Scbnallgurt, neneefer Schnitt Ein Pesten aus Köper Serie I.. Serie II.. IL ,20— Serie III.. Be Poeten ans Flanall Serie I.. H. ,80.— Serie II.. M. 22a— Berte III.. M. 260— Sport» u. Reisekieidung für Herren and Homenpnne, ... fd 640— ... iL 720— Ein Pesten Sport* AmzBaa, Cheriots ' M. 420- Seriell! M 480— Serie IV Serie I. Serie Ü. Ein Poeten Flanall» AnzOge. guter Flanellstoff, Tornehae Streifenmuster, leichte flotte Verarbeitung •iL 65 a- Ein Pesten LodaifAnzfia« aus griwen und b rannen haltbaren Ledensloffen. prakUeche Forni.gnaeVerarbeilg. Serie I.... U. 890.- Serie II... 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Reise-Hamden mit Sobliler. and abknopfbaram Kragen Serie I aus gemustertem Flanell Serie II nun gemustertem Perkat... Serie III ans rreM Panama u. färb. Perkai iL OS.— Serie IV aus weißem u, farbigem Oxford M. ,20.— Serie V aus bestem modefarbigen Makko' M. ,48.— Ein Poeten LadargBrtOl in rersobiedeoen Farben und L&ngen, mit Dornen- und amarik. Schnallen-Verschluß Serie I iL 26— Serie II II. 28— Serie III M. 33— «III I Sonnabend I tniißiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifliiiiiinmiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiH Damen-Kieidung Ein Posten Strassen-Kostüma Serie I.. iL 450— Serie IN... iL 720— Serie II.. M. 690— Serie IV... 11 OSO— Ein Posten Sport- und Reiae- Kostüma Serie I... iL 590— Serie III... iL 790— Serie II... iL 890— Serie IV... M. 890— Ein Posten Straßen-OSoka weiß Frottl, neue Formen. Serie I... M 78— Serie II... M. SO— Ein Posten Straßen- RScke Serie I... iL ,80- Serie II... M. 260— Ein Posten Damen-HI5n,ai für Stadt, Reise und Sport, Serie I.. M. 160— Serie IV Serie II.. M. 230— Serie V Serie III.. M. 200- Serie VI Ein Posten CowercOfti-KISnte) Serie I.. iL 820.— Serie N... IL 820— Ein Posten Ragen-DEfintel imprägniert, wetterfest Serie I.. M 250— Serie II.. M. 400— Serie III... iL 87a- Ein Pesten Gummi-Riöntal Batist, Kaschmir, Serie I.. iL 393.— Serie III... iL 540.— Serie II.. iL 450.— Serie IV... M. 830- teise und.--Dort. .. M. 380- .. iL 480— .. H SSO- Ei n Posten DaM3naKÜiG für Sommer und Winter. Trcttenr. Reise und Sport, in Leder, Samt, Velours. Filz und Sireb Serie I,,, il ,2— Serie II... iL ,8- Serie III... M. 24— Serie IV.. 1148- Serie V... 11.65.- Ein Pesten Jumpern Kunstseide und reine Wolle, In rieten Farben, neue Modelle. Serie I.. iL ,58— Serie II... M ,90— Serie III... 11.240— Herren- Mode- Artikel Ein Pesten StrSok-Kpawatten nur modische Farben, Serie II! Knnstsoide M 13- Chappeseide............ 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Daß die Tat, wie die Anklage behauptet, von ihm selber begangen sei, konnte durch die Bekundungen der Witwe des Ermordeten nicht erwiesen werden, wenn auch die bedauernswerte Frau diese Ucberzeugung hat und sehr bestimmt aussprach. Sie schilderte, wie Holz den Wehr- losen andauernd mit Ohrfeigen und Fußtritten antrieb, herzugeben, wcs er von ihm verlangte. Für die Echimpflichkeit solcher Mißhandlungen, die nicht ein beliebiger.Unteroffizier"' der Roten Armee, sondern der.Höchst- kommandierende" beging, hat Holz— nach seinen Aeußerungen vor Gericht zu urteilen— kein Verständnis. Sehr belastend für Hölz waren die Aussagen eines 20jährigen Arbeiters, der unter Hölz an dem Putsch teilgenommen hat und als bereits Abgeurteilter aus der Strafhaft vorgeführt wurde. Gegen diesen Zeugen, der ohne Einschränkung behauptete, gesehen zu haben, wie Hölz auf Heß schoß, gingen Hölz und sein« drei Verteidiger scharf vor, um die Glaubwürdigkeit zu erschüttern. Jede Feststellung, die gegen den Zeugen sprach, wurde von Hölz in Worten und Mienen mit dem Ausdruck der Genugtuung begleitet. Der Sipowachtmeister K r ö b e r ist auf die Bitten eines schwer- verwundeten Kameraden, der einen Bauchschuß erlitten hatte, bei diesem geblieben und dadurch in Gefangenschaft geraten. Er be- kündet, daß die Gefangenen nur mit.Lumpen" und.Schweine" bezeichnet worden seien, die an die Welt gestellt werden würden. Wir mußten uns an die Wand stellen und Hölz rief: .Die Eisleber Gruppe heran!" Als diese schon die Gewehr« erhoben hatten, rief ich:„Ich st e r b e mit reinem Gewissen!" Erst da ließen die Leute achsel- zuckend die Gewehre sinken. Als Verteidiger B r o h an den Zeugen eine Frage richten will, reit ihn Hölz an:.Das gehört nicht hierher, ich verbiete Ihnen s. Das hat nichts hiermit zu tun! Später kommt Hölz noch- mals darauf zurück, er bedaure die Ungehörigkeit, die er seinem Verteidiger gegenüber begangen, er habe geglaubt, daß es sich um etwas anderes handele. Vert. B r o h zum Zeugen: Sie haben hier auegesagt, daß sie nicht mißhandelt worden seien. Ist nicht Ihr vorgesetzter Major sehr empört darüber gewesen, daß Sie so objektiv berichteten und nicht alles Schlechte über Hölz mitteilten? — Zeuge: Ich bin nicht vom Major beeinflußt worden, was bei mir auch gar nicht möglich gewesen wäre. Ich habe selbst gesehen, daß einem Sipomann die Augen ausge stachen worden waren.— Broh: Kann das nicht von enragierten Gegnern der Rotgardisten ausgegangen sein, um den Verdacht auf die Ar- beiter zu lenken und die Wut gegen diese zu steigern?— Der Zeuge kann diese Frage natürlich nicht beantworten. Der Zeuge Habel berichtet, daß ein ihm bekannter Wacht- meister, der ein Auto lenkte, ihn herangerufen und ihn gefragt habe, ob er mal einen schweren Verbrecher sehen wollte. In dem Auto lag ein Mann namens Otto Holstein, der zugestanden hatte, Sipoleuten die Ohren abgeschnitten und die Augen ausgestochen zu haben.— Hölz: Wenn diese angeblichen Verstümmelungen von .ripoleuten wirklich stattgefunden haben, so ist das geschehen vor meiner Ankunft in Gröba. Der Mann in dem Auto hat sich in solcher schweren Weise nur deshalb selbst beschuldigt, well er maßlos geschlagen worden ist, bis er das von ihm erpreßt« Geständnis ablegen mußt«. Er sowohl wie seine Brüder sind aus dem Leb«» geschafft worden: der eine ist am Herzschlag ge- storben. der andere auf der Flucht erschosien worden. Borsu Wir kommen nun zu dem Haupttell der Anklage, der Ermorüuag ües Gutsbesitzers Heß in Zioitschenhaaen. Holz: Mir kann es persönlich ganz gleich sein, ob es dem Gericht gelingt, mir einen Mord nachzuweisen. Ich weiß ganz genau, daß, wenn es dem Gericht nicht gelingen sollte, die bürger- liche Gesellschaft, diese Parasiten, dieses Pack von Ausbeutern und Meuchelmördern, Mittel und Wege finden wird, mich durch Meuchel- mord zu beseitigen. Bors.: Reden Sie doch nicht solcheip Unsinn. : Das»st kein Unsinn, das ist wahr. Broh(schreiend): Das ist ja unerhört, das ist kein lln» sinn, deuten Sie doch an Gareis, an Sylt, Liebknecht und die anderen. Hölz(brüllend): Wollen Sie zugeben, daß es Ihnen als MitgsiS dieser Parasttengesellschaft nicht höchst angenehm wäre, w«nn man mich ermorden würde? Bors.: Da» ist ja wieder Unsinn. Ich verbiete Ihnen, so dummes Zeug zu reden. Hölz(immer noch brüllend): Sie haben doch den Auftrag, mich wegen Mordes zu verurtellen. Leugnen Sie doch nicht. Warum lassen Sie denn nur Ihre bürgerliche Parasitenbande, die Ausbeuter und Aussauger, hier in den Saal hinein? Weil Sie Angst haben vor dem revolutionären Proletariat. Warum lassen Sit denn nicht die Arbeiter, das Proletariat in den Saal hier hin- «in, sondern umgeben sich mit der bewaffneten Macht? Well Sie die Absicht haben,«inen Mord zu konstruieren und mich zu erledigen. Vors.: Sie haben jetzt ruhig zu sein. Hier haben die Zeugen das Wort und nur was diese sagen, ist für uns maßgebend, zweiter nicht». Aeußern Heß�vache Der Angeklagte.„.. «r Äs Mensch den Tod des Heß bedaure. er habe bei seinen Er- Mittelungen nach dem Vorfall angeblich gehört, daß die Erschießung des Hetz doch nicht so ganz zu Unrecht erfolgt sei, Heß habe sich am Kavp-Putsch beteiligt und sei ein höchst reaktionärer Ar- beiterfeind gewesen. Er, Holz, habe selbst nicht geschossen, damals gar keine Waffe gehabt. In der Nachmittagssitzung verkündete das Gericht den Beschluß: Die Anträge der Verteidigung, daß Hölz eigene Kleidung tragen darf, sind aus Sicherheitsgründen abgelehnt, ebenso der weitere Antrag, eine andere Form der Kartenausgabe für den Zuhörerraum einzu- führen, da dies eine reine Verwaltungssache sei, mit der das Gericht nichts zu tun habe. Es beginnt nun die Beweisaufnahme über den Mord an dem Gutsbesitzer Heß. Die Witwe des Ermordeten, Frau Alice Heß, macht mit leiser, trauerumwehter Stimme, mitunter weinend, folgende Angaben: Als bewaffnete Radfahrer den Zaun überkletterten und das Hoftor von innen öffneten, bat ich meinen Mann, den Leuten alles zu geben, was sie verlangten. Ein Mann mit der Pistole in der Hand, es war Hölz, ich erkenne ihn genau wieder, stieß mit den Füßen nach meinem Mann, der ruhig dastand, und gab ihm auch mehrere Ohr- feigen.„Du hast Mäntel, gib Mäntel her!" Ich gab Hölz einen Sommerübsrzieher, den er einem anderen Mann zuwarf. Hölz sagte darauf zu meinem Mann:„So, nun schließ mal deinen Geldschrank auf und gibt dein Geld raus!" Mein Mann wurde dann die Treppe hinuntergestoßen. Da ein junger Mensch mit einem Gewehr im Arm von mir selbst Geld verlangte, ging ich nach oben. Als ich in meinem Zimmer war, fiel ein Schuß, und ich sah, wie mein Mann auf dem Hofe zusammenbrach. Als ich hinunterlief, sah ich Hölz in der Tür stehen, wie er gerade etwas in die Rocktasche steckte; ich nahm sofort an, daß es eine Pistole war. Ich bat ihn weinend, doch nicht auf meinen Mc..m zu schießen, Hölz gab jedoch das Kommando:„Salve!", worauf mehrere Schüsse crnf meinen Mann abgegeben wurden. Weg- genommen wurden uns Mantel, ein Fernglas, ein Hut, Stiefel und ein Brieföffner, bei dem emer der Männer sagte:„Sogar einen Dolch habt Ihr!" Vors.: Ist das nun ganz sicher, daß Hölz das Kommando ge» geben hat, zu schießen? Zeugin: Das habe ich genau gehört. Vors.: Haben Sie auch keinen Zweifel daran, daß es Hölz war. Es hängt nämlich von Ihrer Aussage viel ab. Zeugin H e ß: Nein, daran habe ich keinen Zweifel! Staatsanw.: Als ich Sie in die Zelle kommen ließ, hatten Sie erst gesagt:„Das ist der Mörder meines Mannes!" Später schränkten Sie Ihre Angabe ein, daß Sie nicht genau sagen könnten, daß dies Hölz fei. Ich frage deshalb, weil Sie heute viel belasten- d e r für Hölz aussagen als damals, als ich Sie vernahm.— Zeugin: Ich war damals noch zu erregt.— Staatsanw.: Sie wollen also wohl sagen, daß Sie heute viel ruhiger sind und bei ruhiger Ueber- legung mehr sagen können als damals.— Zeugin: Jawohl. Vors.: Sie bleiben also dabei, daß Hölz das Kommando gegeben hat, auf Ihren Manu zu schießen? Zeugin Heß: Jawohl, dabei bleibe ich. Staatsanw.-Rat Dr. Jäger weist darauf hin, daß Hölz damals bei einer Vernehmung erklärt hatte, er könne die Beweise dafür bringen, daß er bei dem Vorfall auf dem Heßschen Gut gar nicht anwesend gewesen sei, während er heute selbst zugebe, dabei gewesen zu sein. Die Zeugin Wirtschaftsangestellte Weber schildert die Vor» gänge in ähnlicher Weise. Der Mann, der auf Heß geschossen habe — so hat Zeugin früher bekundet—, habe etwas eingezogene Schul- tern gehabt, so daß er den Eindruck eines Verwachsenen machte.— Vert. Broh: Der Angeklagte macht doch aber wirklich nicht den Eindruck eines Verwachsenem— Ein Zuhörer: Doch!— Borst: Ruhe im Zuhörerraum! Der ZOjährige Schlaffer Walter llebe wird aus der Straf- anstalt Iauer vorgeführt, wo er wegen Teilnahme an einem be- waffneten Haufen und Laudfriedensbruch eine Gefängnisstrafe von IVi Iahren verbüßt. Der Vorsitzende mahnt den Zeugen eindringlich, sich nicht etwa durch die Aussicht auf Belohnung für Hölz überführende Aussagen von der Wahrheit abbringen zu lasfem— Zeuge: Ich habe Hölz schon selbst gesagt, daß ich auf alles verzichte und nur das sage, wie es wirklich war.— Der Zeuge bekundet dann, unter Bejahung einer Frage des Vorsitzenden, ob es die reine Wahrheit sei: Ich gehörte Wagen. 1er aus ölz den zu der Transportkolonne und blieb auf dem Wagen. Von hu tonnte ich den ganzen Gutshof übersehem Ich sah, wie Hö Gutsbesitzer faßte und ihn vor sich her stieß. Der Mann machte sich plötzlich frei und rannteweg. Ich habe nun deullich gesehen, wie Hölz, als Heß einige Schritte entfernt war, den Arm vor- streckte und auf Heß schoß. Als Heß nach dem ersten Schuß wieder aufspringen wollte, schoß Hölz noch zum zweiten Male auf ihm Das würde ich auf meinen Eid nehmen, wenn ich nicht schon verurteilt wäre.— Vert. Broh hält dem Zeugen vor, daß er ganz spontan erklärt habe:„Auf die SOllO Mark Belohnung pfeife ich."— 25 o r st: Welche 6000 Mark meinten Sie denn?— Zeuge(erregt): Wenn ich auch bloß ein einfacher Arbeitersohn bin, deshalb lasse ich mir doch an meiner Ehre nichts anflicken. Ich war empört, daß Hölz mir zutraute, ich fei ein käufliches Subjekt. Das wollte ich mir nicht gefallen lassen, und deshalb sagte ich, da ich irgend etwas von einer Belohnung gehört hatte, sofort:„Aus die 6000 Mark pfeife ich."— Vert. Broh: Sie behaupten doch auch, daß Sie nur durch Zwang der Hölzschen Truppe angehört haben?— Zeuge: Jawohl.— Vert. Broh: Sie können doch aber keinem weißmachen, daß dieser an- gebliche Zwang tagelang vorhanden war und Sie keine Gelegenheit gehabt hätten, sich heitplich zu entfernen, oder wollen Sie dies vielleicht auch behaupten?— Zeuge: Wenn der Herr Iustizrat bei Hölz gewesen wäre, dann hätte ich gerne mal gesehen, ob es der Herr Justizrat gewagt hätte, zu entfliehen!(Heiterkefl.) Hölz: Es ist doch selbst den scharf bewachten Geiseln möglich gewesen, zu entfliehen.— Zeuge: Es sind ihnen aber auch genug Gewehrschüsse nachgejagt worden, und da habe ich mir gesagt: Du wirst dich doch nicht totschießen lasten, vorläufig machst du mit, bis sich eine günstige Gelegenheit zur Flucht bietet. Die Verteidiger suchen noch durch allerlei Feststellungen und Kreuz- und Querfragen die Aussage des Zeugen zu erschüttern, dieser bleibt jedoch bei seiner Belastung des Angesagten. Er ist früher bei der Reichswehr gewesen, bei der Verminderung der Mannschaft entlasten worden und habe nachher m Halle ge. arbeitet. Auf eine Frage Brohs erklärt der Zeuge Kröber, daß nach seiner Meinung der Zeuge Uebe in 8 Tagen doch wohl von Hölz hätt entwischen können, wenn er gewollt hätte. Zwei ärztliche Sachverständige konnten bei den vielen Schuß, Verletzungen an der Leiche des Heß nicht feststellen, ob der tödliche Schuß aus einer Pistole oder einem Gewehr gekommen ist. Zeuge Arbeiter Hasche ist 4 bis 6 Stunden Mitglied der Roten Armee gewesen, hat sich dann aber gedrückt. Er hat von einem Arbeiter gehört, daß Hölz den ersten Schuß auf Heß ab- gegeben und dann die Salve kommandiert habe. Zeuge Arbeiter Adamczyk, der nach seiner Angabe in die Rote Armee hineingezwungen war und der Hölz nach dem Gehöft Heß' gefahren hat, kann zur Belastung nichts anführen. Weiterverhandlung Sonnabend 0% Uhr. 1 8. ordentlicher Genossenschaftstag. kr. Baden-Baden, 16. Juni 1921. Am Z. Verhandlungstage nahm der Genostenschaftstag das Res ferat von Heinrich Lorenz-Hamburg über:„Jnternatios nale genossenschaftliche Angelegenheiten" entgegen. Der Referent berichtet, daß die Genostenschaftsbewegung in allen Ländern im Wachsen begriffen ist. Selbst in erotischen Ländern■ seien Konsumgenostenschaften gegründet worden. Auch der Gedanke der Großeintaufsgesellschaften marschiere, in 2S Ländern beständen 28 Großeintaufsgesellschaften. Lorenz betont aber auch, daß die gegenwärtige Krise in der Weltwirtschaft hemmend aus die Genoflenschaften einwirke. Der Internationale Genostenschafts, bund hat nochmals Einspruch erhoben gegen alle von der Sowjet». regierung getroffenen Mahnahmen, welche die genostenschastlichen Organisationen Rußlands ihrer Unabhängigkeit und ihrer vollen Selbständigkeit beraubtem Neuerdings sei nun allerdings ein etwas anderer Kurs in Ruhland zu bemerken, denn man habe die als Konterrevolutionäre ins Gefängnis geworfenen freien Genossenschaftler plötzlich entlasten. Doch von einer richtigen Freiheit der russischen Genossenschaftsbewegung sei heute noch nichts zu spüren. � In der Debatte über diesen Tagesordnungspunkt wünschte Rüttger-Solingen eine geschicktere Diplomatie, um sich die Freundschaft der anderen Länder wieder zu erwerben. Schnellbacher als Redner der kommunistischen Fraktion ist der Meinung, daß bei genossenschaftlichen Fragen die Politik nicht ausgeschaltet werden könne. Unter lebhaftem Widerspruch des Ge- nostenschaftstages behauptete er, daß auch in Deutschland Zwangs- Organisationen beständen. Man solle nur auf die Gewerkschaften sehen. In seinem Schlußworte betonte Lorenz, daß nur De» mokratie die Genostenschaftsbewegung zur höchsten Blüte bringen könne. Ueber die Neutralität der Konsumgenossen-« schaftsbewegung referierte August K a s ch. Hamburg. Er unterstrich die auf dem Genossenschaftstag in Eisenach im Jahre 1908 abgegebene Erklärung, daß das Ziel des Zentraloerbandes deutscher Konsumverein« die wirtschaftliche Kräftigung und Hebung der mate, riellen Lage setner Mitglieder sei unter Beachtung seiner Unahhän- gigkeit und Neutralität gegenüber allen politischen Ueberzeugungen und religiösen Bekenntnissen der einzelnen. Es fei bedauerlich, daß einzelne Organisationen systematisch gegen diese Neutralität ver- stoßen. Die Konsumgenossenschaften hätten Raum für alle, die sich genossenschaftlichen Zielen und Wegen unterordneten. Auch in der deutschen Gewerkschaftsbewegung habe man seine Beschlüsse rem- dieren müssen und die Neutralität gegenüber den sozialistischen Par- teien proklamiert. Nur in der Demokratie könne sich ein freies Genossenschaftswesen entwickeln zum Wohle der gesamten arbeitenden Bevölkerung.(Lebhafter Beifall.) In der anschließenden Diskussion führte Hermann F l e i ß n e r» Dresden aus, daß die Genossenschaften wirtschaftliche Aufgaben zu erfüllen hätten und keine polittschen Vereine seien. Feuerstein. Stuttgart: Parteipolitische Neutralität sei unbedingt geboten. Da« Wesen der fteien Genossenschaften sei anti» kapitalistisch und seinem sachlichen Inhalte nach gemeinwirtschaftlich. Ertinger-Iena: Wir Kommunisten wollen im Genossen- schaftswesen neue Wege zeigen. Die Genossenschaften könnten in dieser Phase des revolutionären Ueberganges zu einem neuen Wirt- schaftssystem nicht neutral fein, ohne damit für die ihrem eigenen Wirtschaftsprinzip entgegenstehende kapitalistische Wirtschaftsform Partei zu ergreifen. Eine Entschließung im Sinne der Ausführungen Fleißners wird gegen 94 Stimmen abgelehnt. Desgleichen wird eine Entschließung Ertingers gegen 2S Stimmen abgelehnt. Mit übergroßer Mehrheit wird dann ein Antrag Feuerbach-Stuttgart angenommen, der besagt:„Der 18. ordentliche Genostenschaftstag bestättgt aufs neue die ftüher abgegebenen Erflärungen über den stets vertretenen Grundsatz striktester parteipolitischer Neutralität als wichtigste Vor, aussetzung für die weitere Entwicklung einer nach allen Richtungen unabhängigen und selbständigen konfumgenossenschaftlichen Bewe» gung mit dem Ziel gemeinnütziger, genossenschaftlicher Bedarf, deckungswivtschaft. Er fordert die Verbandsgenossenschaften auf, diesem Grundsatz zuwiderlaufende Bestrebungen innerhalb der Be- wegung entgegenzutreten." Danach gibt Heinrich Kaufmann den Bericht der Pensionskasse des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine. Es wird hierzu einstimmig eine Eni- schließung angenommen, daß es für geboten erachtet wird, daß all« genossenschaftlichen Organisationen ihren Altrentnern und deren Hinterbliebenen aus Vereinsmitteln entsprechende Zuschüsse ge- währen, um sie nach Möglichkeit vor der bittersten Not zu bewahren. Daneben laufen die Penstonen aus der Pensionskasse. Nach Vorlegung der Iahresrechnung durch Bästlein-Hamburgj wird dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Bei den darauf vorgenommenen Wahlen werden die alten Mit- gNeder des Vorstandes, des Ausschusses, des Tarifamts und der Fortbildungskommisston� e in fH m inj g_ wiedergewählt. """'~ ssenschafts Damit waren die Arbeiten des 18. Genoß tstages erledigt. MarEinzelverkauf Nicht an Händler. 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Die Breslauer Strafkammer hatte im Urteil auf Grund der VeiveiZaufnahme ausdrücklich festgestellt, dag die drei Kappisten g e- wohnliche Verbrecher waren, die lediglich aus Roheit gehandelt hatten und von keinerlei politischen Motiv-en geleitet wurden. Demgegenüber hat daS Reichsgericht jetzt aus- geführt, die Anlock-Gruppe hätte im Dienst der Kapp-Regie- r u n g gestanden. Sie hätte die Gefangenen festgenommen, um Angriffe gegen die Kapp-Regierung abzuweisen. Die Mißhand- lungen seien als Vergeltung und zur Abschreckung verübt worden. Sie seien hervorgegangen aus der allgemeinen politischen Lage und den politischen Stimmungen und Vorstellungen der An- geklagten. Deshalb ständen die Taten mit einem hochverräterischen Unternehmen im Zusammenhang und fielen unter die Amnestie! Nach dieser Begründung gibt eS natürlich keinen Schuldigen aus den Kopp-Zeiten mehr. Auch wer Banken ausgeplündert hat, hat eS ja getan in irgendeinem Znsammenhang mit der politischen Gesamtlage. Der Effekt der Auffaffung des Reichs- gerichts ist jedenfalls, daß nun auch die einzigen verurteilten Kappisten freigekommen sind. Und daS Ansehen der deutschen Justiz und auch deS Reichsgerichts im Jnlande und AuS- lande sinkt auf deu Nullpwskt. Ganz Deutschland wird den Schaden tragen._ Deutschnational? Nein! Kommunistisch! Söln. 17. Juni. sWTB.) Der Redakteur der kommunistischen Kölner Zeitung»Sosialistische Republik� B a r t e l S wurde heute von der Strafkammer in Köln wegen Beleidigung des Reichspräsidenten zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte in seiner Zeitung behauptet, daß der Reichspräsident«inen üppigen Lebenswandel fiihre, stark dem Wein huldige mid regelmäßig Fleisch und Lebensmittel in ihm nicht zustehenden Meiigen bezogen habe. Der von ihm angetretene Vahrheilsbeweis mißlang vollkommen, der al« Zeuge vernommen« kommunistische Abgeordnete Geyer versagte. DaS Gericht führte zur Be- giündung deS Urteils aus, daß Bartels ans den niedrigsten Mo- liven mit ö d en S chim p I er ei en aus politischer Gegnerschaft die erste Person im Staate beleidigt habe und erlannte mit Rück- sich! hierauf auf eine Freiheitsstrafe. Die&ige. Vom lo. August an wird das Brot ungefähr 7,S9 Vt. kosten. Zu dieser alten Tatsache— die Verteuerung des Brotes ist damit noch keineswegs abgeschlossen— bemerkt der deutschnationale .Berliner Lolalonzeiger4', kein Mensch wisse, wie ein Familienvater da noch durchkommen solle. Vermehrte Papiergelddruckerei, neue �-ohn- und Gehaltserhöhungen und die Kämpfe darum würden die Folge sein. UebrigenS fei auch diese Hiobspost auf die Annahme des Ultimatum» zürückzüführnr. Diese LLgemrechheit, so schreibt die»Goz. Kon.*, übersteigt denn doch alle Grenzen. Am 20. Februar waren Preußenwahlen. •Am 21. Febrnar teilte der Ernährungsminister Dr. Hermes den EinährungSministern der Vinzelstaaten mit, daß am IS. August das Brot um 50 Proz. verteuert werde. Am IS. Juni beschloß die bürgerliche Mehrheit des Reichstags die Aufhebung der 'Getreidezwangswirtschaft, was baldiges weiteres Steigen des Brot- preise» bedeutet. Und für alle diese Liebesdienste der bürgerlichen Parteien an die Agrarier toll auf einmal das Ultimatum ver- nntwortlich sein, damit man die Spießbürger schön nationalistisch verhetzen kann! Unser FraktionSredner hatte wirklich recht, als er den Rechts- Parteien heute im Landtag zurief, sie lebten nur von der politischen Uiitviffenheit und dem kurzen Gedächtnis weiter Kreise. So machen wir Propaganüa! Der Re«-Vorker Korrespondent des nationalistischen.Lok.-Anz." schreibt über den Vortrag Einsteins in Amerika, den dieser in beut- scher Sprache hielt: Es ist keine Frage, daß der erst« bedeutende lveuffche mehr al» irgend jemand dazu beigetragen hat. dem Deutschtum freundlichere Gefühle zu verschassen— zur Verzweiflung der Gegner alles Deutschtums. Dieser Wirkung hat Deutschland ja mächtig vorgearbeitet. Erst machten antisemitisch« Studenten Radau in Emsteins Kolleg, und dann wurde«in L e b i u s, der zweimal zur Ermordung Ein- steins aufgefordert hat, von einem deutschen Gericht zu 1000 M. Geldstrafe verurteilt. Da sage noch einer, daß wir nicht für uns zu arbeiten versteheni_ Für Lrzbergrr. Ans Efsen meldet Do: Angesichts des Angriffs des hiesigen Zentrumsblatt««, der„Essener Voltszeitung', auf den früheren Reichsminister Erzberger hat sich ein« groß« Zahl von Zentrumsmännern zusammengefunden, um in einer Adresse an Erz- berger dos Vorgehen des hiesige» Zentrumsblatte» auf da» allerschärffte zu verurteilen. In dieser Adresse, die ungemein viele Unterschriften trägt, heißt es, daß die Schreibweis« des dortigen Zentrumsblatte» mit allen zu Gebot« stehenden Mitteln bekämpft werde. Ist es wahr, daß— wie böhmische Kommunistenblätter be» richten— die deutsche Paßstelle in Prag dem Abg. Dr. S ch m e r a l die Durchreiseerlaubnis zum Kongreß nach Moskau versagt hat, nachdem sie 22 anderen Kongreßteilnehmern gegeben worden war? Echmeral Hot sich danach die polnisch, Durchreiseerlaubnis er- beten. Da Schmerol, der Führer der KPTsch., sich wegen Opportu- nismus rechtfertigen sollte, scheint die deutsche Paßstelle Prag ja rührend um die Einigkeit der Moskauer Internationale besorgt zu sein. V« du nicht willst. Gegenüber den Veschwerden der deutschen Zeitungskorrespondenten in Warschau über Polizeischikanen weist der„Dzienni? Berlinski" darauf hin, daß Preußen den Korrefvon- denien des Warschauer„Rarod" ausgewiesen hat,, weil er auch Mitarbeiter de»„Dz. 53." gewesen sei. Gemeindearbeiterstrekk Oppeln. In Oppeln sind die G». meindearbetter unerwartet in einen Streik getreten, nachdem dt» vor zwei Tagen angebahnten Dermittlungsoerhandlvngen wegen eire Lohnerhöhung um 40 Pf. pro Stund« gescheitert sind, die einen Ausgleich mit den Eisenbahnerlöhnen herbeiführen sollte. Da hierbei di« Stillegung lebenswichtiger Netriebe m Frage kommt, wurde die Technische Rochilfe«wgesotzt. CntftheiÜung naht. Der englische Staatssekretär C u r z o n ist ziemlich überraschend in Paris eingetroffen. Gegenüber gewissen Der- schleppungsversuchen dringt England offenbar auf Klärung. und wenn es sich bei der bevorstehenden Beratung auch um die Frage handelt, wie man sich zu den griechischen Osfensivgelüften gegen die Angoratürken— Dreschegelüste vielleicht passiver Art— handelt, so wird doch gewiß auch Oberschlesien behandelt werden. Dort rücken die Engländer weiter vor, die Reuter-Meldung von beabsichtigter Einstellung des Bor- Marsches wegen polnischer Insurgenten im Rücken soll falsch sein. Die Briten haben sich verschiedentlich zwischen Selbst- schuß und Polen geschoben und von englischer Seite wird die Erwartung geäußert, in etwa zehn Tagen die Besreierstrolche hinausgedrängt zu haben. Die Räumungsfrage. Oppeln, 17. Juni:(Eigener Trahtbericht des„Vorwärts".) Der Zwölferausschuß hat heute erneut zu den Dokschlägen der I. K. über den Rückzug des Selbstschutzes und der Gewährleistung gleich- zeitiger Räumung eines Teiles des Industriegebietes durch die Insurgenten Stellung genommen. Ein bekannter Führer einer bür- gerlichen Partei, der heute aus dem Industriegebiet in Oppeln ein- getroffen nwr,- nahm an der Sitzung teil. Der Zwölferausschuß stellte sich heut« auf den Smndpunkt, daß die Frage der Räumung des Annaberges kein Hindernis fein dürfe für die baldige Be- freiung des Zentralreviers und beschloh, der I. K. neue Vorschläge zu machen. Der Zwölferausschuß will weiter« Strecken vom Selbst- schütz räumen lassen als die I. K. selbst verlangt, wenn vorher die Insurgenten ebenfalls größere Teile des Zeiuralreviers räumen als die I. K. gefordert hat. Man legt auf deutsche? Seite den größten Wert darauf, daß die zuerst von den Insurgenten zu räumenden Gebiete möglichst groß sind, damit der polnische Rückzug augenfällig wiro.. Damit sind die H'nderniffe für eine ba.oige Räumung des Industriegebietes, soweit sie von deutscher Seite beseitigt werden können, aus dem Wege geschafft. Neuer Protest. Ein Telegramm der deutschen Parteien und Gewerkschaften an Lloyd George, Briand und Giolitti faßt noch einmal die Förderung des gegen'die Ententetommission gerichteten Aufftandes und der polnischen Räubereien aller Art durch die Franzosen, die katastro- phalen Folgen dieser Wirtschaft für die Bewohner, die Industrie und Landwirtschaft Oberschlesiens zusammen und stellt die vollkommene Untätigkeit der Interalliierten Kommission fest. Der Stadtkommandant von Gleiwitz hat die„Oberschlesische Volksstimme" verboten und ihre Druckerei schließen und versiegeln lassen. Di« Schließung des Druckereibetriebes ist ein unzulässiger Eingriff in einen gewerblichen Betrieb. Es sind Maschinen versiegelt worden, die vertragsmäßig ausschließlich zur Herstellung der in pol- nischer Sprache erscheinenden Zeitung„Kraj Gornoslawski" zur Ver- fügung zu stehen haben, so daß auch das Erscheinen dieser Zeitung unterbunden ist. Durch die Schließung der Druckerei werden etwa 300 Personen brotlos. Der deutsche Plebiszitkommissar Dr. Urbanek hat dringende Darstellung bei der IK. erhoben. Bisher sind beim Kattowitzer Magistrat Aufruhrschäden in Höhe von 3 Millionen Mark angemeldet worden. Ein« neue Flucht der Deutschen aus Rosenberg us«. hat ein- gesetzt. Der Raummangel verbietet uns, die unausgesetzt gemeldeten Schandtaten der Korfanty-Horden zu verzeichnen. Die Vorgänge im Lager Sielow. Die Unabhängigen haben im Preußischen Landtag eine groß- Anfrage eingebracht wegen gewaltsamer Verschleppung deutscher Staatsangehöriger aus den Kreisen Neustadt, Leobschütz, Oberglogau und Oppeln durch Angehörige der Frei- lorpS. Die Verschleppten sind— nach der Anfrage— unter schweren Mißhandlungen nach Liegnitz und von dort nach KottbuS gebracht worden, wobei die Begleitmannschaiten jedesmal die Volksmenge gegen die verhafteten aufstachelte mit der Behauptung. es seien Parteigänger der polnischen Insurgenten. In Wirklichkeil seien eS Angehörige der Sozialdemokratischen und der Unabhängigen Partei gewesen. Bei den Mißhandlungen ist der sozialistische Stadtrat Stein aus Kasel getötet worden. Die Verschleppten sind in daS Lager Sielow bei KottbuS gebracht und dort von ReichStvehrangehörigen tagelang mißhandelt und bedoht worden. ES ist»u wünschen, baß diese Dinge möglichst bald auf- geklärt werden. Ein Antrag der Unabhängigen, die Anfrage noch am Freitag auf die Tagesordnung zu setzen, scheuerte au» geschästsordnungSmäßigen Gründen, da von rechts Widerspruch er- hoben wurde._ belgischer Sturm gegen Leipzig. Tie„Justizparodie" im Jnll Ramdohr. V r L s s e l. 17. Juni.(Agence Velge.) In der Kammer keilte der Iustizminlster den Bericht mit. den die zum Reichsgericht in Leipzig in dem Versahren wegen der Grausamkeiten von Grammont entsandten Delegierten erstattet haben. Der Bericht kommt zu dem Schluß, daß da» Urteil de» Reichsgericht» als eine wahre«echt». oer.weigerung erscheine. Der ZMnister erklärte, daß der M- nister de» Auswärtigen den belgischen Gesandten in Berlin tele- graphisch angewiesen habe, unverzüglich gegen den Freispruch z u protestieren, der im Lande allgemeine Empörung hervor- rufe, und darauf Hinzuwelsen, daß die belgische Regierung beabsichtigt, die ihr aus den Artikeln ZZSff. des Vertrages von Versailles zustehenden Rechte in vollem Umfange aufrechtzuerhalten. Die Regierung wird sich mit den alliierten Regierungen ins Einvernehmen setzen, um diesen Reäzlen nachdrückliche Wahrung(Sanktionen) zu sichern. Der Minister erklärte indessen, er habe die Gewißheit, dem Gefühle des belgischen Volkes zu entsprechen, wenn er bereits jetzt gegen das Urteil des Reichsgerichts schärfsten Prokest erhebe. Ver Präsident der Sammer erklärte daraus, die Kammer sci einmütig in der Geißelung der Leipziger Zustizparotle.(Allseitiger Beifall.) Ohne in eine Kritik der in Belgien angefochtenen Urteile einzutreten, können wir feststellen, daß uns Deutschen die deutsche Justiz auch nicht immer gefällt. Aber sie glauben auch nicht, daß die Militärgerichte der Deutschland vormals feindlichen Nationen dazu berufen find, die wahre Gerechtigkeit herzustellen. Ihre Urteile würden in Deutschland als eben so parteiisch»mpfunden«erden wie die deutschen Urteil« in Belgien. Die deutsche Regierung hat auf die deutsche Rechtsprechung keinen Einfluß. Kommt aber die Entente auf ihre Ursprung- liche Forderung nach Auslieferung der Beschuldigten prrück, mit der belgische Iustizminister ankündigt, so ist eine neue innere Krise in Deutschland und«ine neue internationale Krise gewiß. Wir glauben ohne weiteres, daß sich die Belgier — es sei dahingestellt, ob auf Grund ganz unparteiischer Be- richterstattung— in ihrem Rechtsgefühl gekränkt fühlen. Aber wenn sie sich diesem Gefühl hemmungslos hingeben, so werden sie verhindern, daß Europa die Bahnen einer ruhigen Entwicklung betritt. Es ist i m und nach dem Krieg sehr viel Unrecht be- gangen worden, und das deutsche Bolk hat auf diesem Gebiet ein ganz erhebliches Konto anzumelden, aber über die beiden Methoden, die wahre Gerechtigkeit herzustellen, werden sich die Völker nicht so leicht einigen, und der Streit über sie wird nur bewirken, daß der alte Haß niemals ein- schläft, der immer neues Unheil sschafft. Ein Ausweg aus diesem Fchlerkreis ist vorerst leider nicht zu erblicken. Srgesch in Wien. Wien, 17. Juni.(Till) In der Wohnung deS Studenten Nowotny wmdeu heute zahlreiche Maschinengewehre, Revolver und militäriiche AuöriistnngSgegcnsiäiide beschlagnahmt. Nowotny, ein Mitglied der Fronlkämpferabteilung. wurde v e r b a s t e l. Der Wiener Vertreter Karl HabSburaS, SeitionSchcf(Ministerialdirektor I) S ch a g c r dementiert natürlich die Meldung von einem bevorstehenden neuen Karl-Putsch. Tagung serLanöesverficherungsanstalten Der Verband der Landesversicherungsanstalten hielt om 18. Juni eine außerordentliche Tagung in Dresden ab, um zu dem neuen Entwurf einer Abänderung der Invaliden- und Hinter- bliebenenversicherung Stellung zu nehpren. Der Zweck der Aende- rung ist, die Versicherung, insbesondere deren Einnahmen, der jetzi- gen Geldentwertung anzupassen. Anwesend sind rund ISO Vertreter fast aller Landesversicherungsanstalten, darunter auch etwa 28 Ver- treter der Versicherten. Nach einer Reihe von Begrüßungs- ansprachen behandelte der Syndikus des Verbandes, Landesrat Görling, Kassel, den Gesetzentwurf in längeren Ausführungen. Di« Zulagen und Beihilfen zu den Renten, die gänzlich zu Lasten der Versicherungsanstalten gehen, haben eins Notlage dieser verursacht. Die eingeführten Beitragserhöhungn reichen nicht aus und es muß unhedingt ein weiterer Ausgleich geschaffen werden. Aus Grund des Regierungsentwurfs haben Verhandlungen mit dem Verband« der Landesvcrsicherungsanstalten stattgefunden, mit dem Erfolg, daß über verschiedene differenzierende Ansichten eine Derständi- g u n g erzielt worden ist. Es werden neun Lohnklassen bis zum Iahresarbeitsverdienst von 15 000 M. gebildet, versicherte mit einem höheren Verdienst gehören einer, der 9. Lohnstufe an. Die Beiträge bewegen sich von 3,30 bis 8 M. wöchentlich, von denen be- kanntlich Arbeitgeber und Versicherte je die Hälfte zu � tragen haben. Der Vorschlag des Regierungsentwurfs, Mindestrentenbeträge einzuführen und sie z. B. für die Invalidenrente auf jährlich 1009 M. zu bemessen, ist ans die Ein- Wendungen der Landesversicherungsanstalten fallen gelassen worden, nachdem die Berechnung der Rente so gestaltet worden ist, daß tatsächlich die Renten die Mindestbeträge erreichen(Jnva- lidenrenten z. B. 1020 M.). Die Witwengelder und W a i s e n a u s st e u e r n, also die einmaligen Absindungen, die heut« kaum noch wirtschaftlichen Wert haben, sollen ä u f g e. h-o b e n werden. Die besonderen Zulagen an Rentenempfänger, die noch Kinder zu erhalten haben, sollen ausgestaltet werden. Sie sollen z. B. nunmehr auch an unterhaltsberechtigte Enkel gezahlt werden. Nach Erörterung vieler Einzelheiten fordert Redner die Erhöhung des Reich szuschusses zu den einzelnen Renten (der z. B. zurzeit bei einer Invalidenrente jährlich 50 M. beträgt) auf Mindestens ein Drittel der Rente. Bei der Geldentwertung hätten die 50 M. gar keine wirtschaftliche Bedeutung mehr. Weiter verlangt Redner die Zusammenlegung der A n g e st e l l t e n- mit der Invaliden- und Hinterbliebenenoersicherung. Erstere könne so wie jetzt nicht weiterbestehen. Sie muß grundstiirzend geändert werden, z. B. durch Einführung der Beitragsmarken. Da ist das richtige die Vereinigung mit der Invalidenversicherung. Es ergibt sich am Schlüsse der Aussprache nach den Feststellun- gen des Vorsitzenden U e b e r e i n st i m m u n g der Versammlung mit den Dorschlägen des Genassen K l e e i s, der Anbahnung der Uebereinstimmung der Lnhntiassen in der Invaliden- mit der Krankenversicherung will, Zusammenlegung der Angestellten- mit der Invalidenversicherung, Erhöhung der Kinderzulagen, wenn die» versicherungsmathcmatisch möglich ist usw. Das Material soll dem Reichsorbeitsministerium übergeben werden. Der zweite Punkt der Tagesordnung ist die von der Regierung beabsichtigte Ausdehnung der Involidenuersichcrungs Pflicht auf die Hausgewerbetreibenden. Man stimmt einmütig dem Plane zu. Der Reichsorbeitsminister soll die Versicherungspslicht auch auf klein« selbständige Gewerbetreibende erstrecken können. Wirtfdyaft Verpachtung der französischen Saargruben? Aus Saarbrücken erhält die„Dena" von mantanindustrieller Seite folgende Zuschrift: Das„Berliner Tageblatt" berichtet aus Saarbrücken von der 2lb- steht der französischen Regierung, die Saarbeegwrrke wegen Un- renlabilität in Privatbetrieb zu übertrafen. Zwar werden solche Gerüchte schon seit Monaten im Saargebiet kolportiert, sie erw?isen sich jedoch bei näherem Eingehen als vage Konchinationsn, Ihre Nahrung finden sie in dem aller Welt offenkundige:, Sinekuren- unmssen und der Personalverschwendung der französischen Staats- Verwaltung. Indes ist zu bemerken, daß der der sran-östschen Kammer vorgelegte Geschäftsbericht über das erste Betnebsjahr— ab 11. Januar 1920—> den der Ausschußvorsitzende Engerand er- stattete, einen Reingewinn von 13 Franken je Tonne behauptet: dabei belies sich die Iahresförderung auf etwa 9 Millionen Tonnen. Unter den für eine Verpachtung der Gruben in Betracht kommenden Bewerbern pflegt gerüchtweise und unverbindlich ncbm Schneider» Creusot und de Wendel auch die Firma Thyssen genannt zu werden. Indessen hängen alle derartige Verpachtungen noch vollkommen in der Luft. Geleugnet kann und soll nicht werden, daß französische Kapitalistengruppen ebenso wie auf die früheren Reichscisenbahnen in Elsaß-Lothringen so auch auf die Ausbeutung der ehemaligen preußischen Staatsbergwerke an der Saar ein begehrliches Auge werfen mögen, hapag und harriman. Wie Londoner Blättt? o»s New Jhork melden, erklärte Generaldirekior Tuü o von der Harnburg-Ammla- linie vor der Rückreise nach Hamburg, daß der 1920 mit der Harri- man-Schifiahrtsgesellschofl geschlossene Benrag für einen gemein- s ame n Dienst aus den vor den Krieg von der Hamburg- Amerikalinie besabrenen Routen befriedigend arbeite, und daß beide Parteien beabsichtigten, den gemeinsamen Betrieb fortzusetzen. Cuno erklärte weiter, daß die Hamburg-Amerikalinie bin»«, fünf fahren etwa ein Drittel ihrer varkriegsflotte wieder erbonen werde. Sie werdy größtenteils aus modernen Frawldampsern von 5—12 000 Tonnen bestehen. Einige dieser Schiffe würden mit Ein« richtuugen zur Aufnahme einer kleinen Anzahl von Fahrgästen ver« sehen werden. Ferner würden zwei Schiffe von 22 000 Tonnen für den transatlantischen Personenverkehr gebaut werden, tzi« 193t fertiggestellt sein werden. ver Ertrag der Rheiozökle im ersten Atonak. Wie der„Mottn" meldet, haben die von den Allperten in Anwendung der Sanktionen ans dem rechten Rheinufer erhobenen Zollgebühren im ersten Monat 170 Millionen Frank gebracht. 1 7. Generalversammlung öer Maler. F r a n k f u r t a. M., IS. Juni. Vierter Verhandlunzstag. Die Diskussion über„Die Aufgaben der Gewerk. sch ästen"' füllte noch den größten Teil der heutigen Sitzung aus. Die große Mehrheit der Redner lehnte den Anschluß an Moskau scharf ab und sprach sich für die. Amsterdamer Gewerkschaftsinter- nationale aus. Redner, die sich politisch zur 11SP. zählen, übten teilweise Kritik an der Haltung des Gewerkschaftsbundes und ver- warfen die Arbeitsgemeinschaft. Der Vertreter des Gewerkschafts- bundes W i ff ell- Berlin stellte fest, daß die Debatte keine neuen Wegziele gezeigt habe. Was die Kommunisten gesagt hätten, sei nichts Neues und nichts Kommunistisches. Die Kommunisten muß- ten offen sagen, ob sie den Weisungen von Moskau folgen wollen. Wenn'sie keine klare und bestimmte Antwort geben würden, dann müßte man ihre Tätigkeit weiterhin mit Mißtrauen betrachten. Nötig sei die verlrauensvolle Zusammenarbeit aller Arbeiter. An der Gestaltung des Wirtschaftslebens müßten die Arbeiter mit- wirken und dürften sich nicht selbst ausschalten. Man dürfe nicht davor zurückschrecken, mit dem Unternehmer sich an einen Tisch zu setzen. Mit übergroßer Mehrheit stimmte der Verbandstag einer Ent- schließung des Vorstandes zu, die im Sinne der Ausführungen des Referenten Streine gehalten ist und besagt, daß der Kampf des Proletariats für die Verwirklichung des Sozialismus den Zusam- menschluß aller Kopf- und Handarbeiter ohne Unterschied der poli- tischen Anschauung und des religiösen Bekenntnisses in demokratisch ausgebauten, zu höchster Aktionsfähigkeit entwickelten Berufs- und Jndustrieoerbänden erfordert.„Die Generalversammlung steht hinker der Amsterdamer Gewerkschafkinternakionale." Die übrigen hierzu vorliegenden Anträge, in denen ein anderer Standpunkt vertreten ist, wurden gegen wenige Stimmen abgelehnt. Ueber Zweck und Ziel der Sozialisierung des Baugewerbes hielt hierauf Stadtbaurat Dr. Wagner- Berlin einen sehr interessanten Vortrag. Die Sozialisierung könne nur durchgeführt werden von Fachleuten. Die Gewerkschaften müßten die Träger der Sozialisierung sein. Mit dem Grundsatz, daß die Gewerkschaften nicht aktiv in die Wirtschaft eingreifen, nicht selbst Träger und Förderer einer neuen Wirtschaft sein dürften, müsie ge- brachen werden. Den Gewerkschaften entständen hier neue Auf- gaben. Gewerkschaftsmittel für die Sozialisierung eingesetzt, bedeute produktiv angelegte Mittel. Die Bauwirtschaft müsse rationiert werden. Man habe in Deutschland 16 000 Vauunternehmerbetriebe zuviel, die nur zur Verteuerung der baugewerklichen Produktion beitragen. Bei der Sozialisterung des Baugewerbes müßten Hand- und Kopf- arbeitet zusammenarbeiten. Die Sozialisierung könne nur durch- geführt werden durch gewerbliche Selbstverwaltung. Ein Anfang in der Sozialisierung des Baugewerbes sei gemacht in den sozialen Baubetrieben. Redner schildert die Form und den Aufbau der schon bestehenden 170 sozialen Baubetriebe, öie ungefähr 20000 Arbeiter beschäftigen. Die einzelnen sozialen Baubetriebe sind zusammen- geschlossen zu bezirklichen Vauhüttenbetriebsoerbänden, an deren Spitze steht der Verband sozialer Baubetriebe. An das mit Beifall aufgenommene Referat schloß sich eine Aus. spräche, in der von kommunistischer Seite gesagt wurde, das Pri- vatkapital könne man nicht mit so kleinlichen Mitteln aus den Angeln heben wie mit den Bauhütten. Von anderen Rednern wurde die Errichtung sozialer Baubetriebe warm befürwortet und betont, daß, wenn man sich an der Sozialisterung des Baugewerbes aktiv beteiligen wolle, dies planmüßig geschehen müsse. Der Verband solle die sozialen Baubetriebe finanziell unterstützen. GewerGhQstsbewegung Sozialisierung oöer kapitalistische Wirtschaft! Vor den Funktionären der Berliner Baugruppe bebandelte Stadtbaurat Wagner das Tbema: Sozialisterung im Bau» gewerb« oder kopitolistisckie Wirtsckrnft? Einleitend erklärte Redner, wenn er nicht früher vor die Versammlung getreten sei, so des- balb, weil die Vorbedingunqen hieriür noch nicht gegeben waren. Dies sei jetzt der Fall, da bereit« gegen 20 000 Bauarbeiter in»Sozialen Vaubekrieben- beschäsligt seien. Selbst wenn dem Unternehmen gegenwärtig noch so viel Mißtrauen enigegengebrachr wird, so wird die Bauarbeiter« schast sich zu entscheiden haben, ob sie gewillt ist, die Bauwirtschafl weiter in Händen der Privatkapitaiisjen zu belassen, oder ob sie Willens ist, sich in die Reihen der Pwniere zu stellen und durch die Tat am Sostalismus mitzuarbeiten. Die Frage der Soziali- sierung ist durch Politiker ollein nicht zu löten; an ihr müsien Techniker und Ingenieure mitarbeiten. Die Lösung einer solchen Aufgabe bedarf der programmatischen Vorbereitung. Dieses Programm wird nur von Fachleuten, die aus den Beirieben kommen, gelöst werden. Wenn sie diese Ziele im Auge behalten, dann werden die sozialen Baubelnebe ein gewerkschaftliches Kampfmittel darstellen. Darum muß die gewerkschaftliche Taktik so eingestellt werden, daß sie gewinnbringend ist. Wenn dies in der Vorkriegszeit noch zum Teil durch Lohnkämpfe gelang, so ist das jetzt nicht mehr möglich, da die dauernde Steigerung der Kosten tür den Lebensunterhalt die Lohnerhöhungen wieder aufftesien. Die Arbeiterschaft vegetiert daher dauernd unter dem Existenzminimum. Durch die Verpflichtuug, die ReparationS- forderungen zu erfüllen, wird die deutsche Industrie technisch bis zum Weißbluten angestrengt werden müssen. Dos ist von dem jeweiligen Unternehmer nicht zu«rwarteu. Um die Bautätigkeit in Gang zu bringen, hat man einen WohnungS- g e s e tz e n t w u r f eingebracht. Mit dem Sozialisieren der Baubetriebe muß naturnotwendig die Sozialisterung der übrigen Zweige der Bauwirtschaft und auch der Industrie erfolgen, um sich nach und nach vom Kapitalismus unabhängiger machen zu löiincn, denn die Baubetriebe allein könnten sich wohl auf die Dauer schwer halten. Auch die Kommunali- sierung der Baubetriebe kann nicht empfohlen werden, da sich die Bauwirtschaft au die engen Grenzen der Kommunen nicht binden kann. Auch die Baugenossenschaften sind hier nicht zu empfehlen, da es ihnen an Kapital und Autorität mangelt. Wenn die Gewert- schaften sich entschließen, die»Sozialen Bauhütten" zu finanzieren. so bedeutet jede weitere Betriebsstätte eine Ausschaltung des Privat- kavitalS. Aussperrungen und Streik« werden dadurch in günstigem Sinne beeinflußt; die Kosten der Gewerkschaften dafür werden verringert. Bon diesem GesichtSpunkr betrachtet wird die Bauhütte ihre gestellte Aufgabe weiter erfüllen. An der Berliner Bau» arbeiterschaft liegt es nun. sich in die Front der Unternehmer zu stellen oder die Aufgabe zu erkennen und praktisch für den Sozia- lismuS mitzuwirken. Als Korre'erent sprach der Kollege B a ch m a n n. Die Sozialisierang im Baugewerbe im gegenwärtigen kapitalistischen Staat sei unmöglich. Sie bedeute ein Eingliedern in denselben und trage somit zur Erhaltung des Kapitalismus bei. Es wäre unbillig, von der verarmten Arbeiter- schaft Mittel für soziale Baubetriebe zu verlangen; denn deren Tendenz iei kapitalistisch. Der Arbeiterschaft kann auch die Rentabilität von kommunalisierten Betrieben gleichgültig fein. Das sei Sache der bürgerlichen Gesellschaft. Der Sozialismus war früher ein Propagandamittel. Heute sei keine Zeit, das Bürger» tum zunächst zum Sozialismus zu erziehen, es werde sich den Verhält- nissen anpassen. Aber die deutsche Arbeiterklasse denke und fühle zu sehr kapitalistisch. Wenn Dr. Wagner sage, daß wir gegenwärtig zu viel Betriebe haben, so meine er, auch diese haben eine Existenz- berechtigung. Das Mitbestimmungsrecht der Gewerkschaftsbureau- kratie in den sozialen Baubetrieben könne er nicht anerkennen. Weil die sozialen Baubetriebe in ihrer Tendenz kapitalistiich seien, lehne er sie ab. Kaufmann von der Afa unterstützt die Ausführungen Wagners. Wie man dem Meer ein Stück Land nach dem anderen entriß, so werde es dem Kopitalismus ergehen, wenn Hand- und Kopfarbeiter den' Glauben an den Sozialismus nicht verlieren. Darum muß dem Kapital die Geschlossenheit der Hand- und Kopf- arbeiter entgegengesetzt werden, dann werden wir auf dem Wege der Selbsthilfe daS Ziel erreichen, das wir uns gesteckt haben. Einige Diskusstonsredner sprechen gegen die Ausführungen WagnerS, da sie in den sozialen Baubetrieben nur kapitalistische Unternehmungen erblicken. Bachmann wirft im Schlußwort den Gewerkschaften vor, sie hätten den Boden des Klassen- kampfeS verlassen. ES kann nur eine Boll sozialisierung geben. Auch das Taylorsystem ist zu verwerfen. Wagner sagt in seinem Schlußwort: Die Erkenntnis, daß dos deutsche Wirt- schastSleben bankrott ist. reicht bis weit in die bürgerlichen Kreise hinein. Das Experiment, welches Bachmann empfiehlt, ist zu ge- wagt. Das Beispiel gebe uns Rußland. Darum kann der Berliner Bauarbeiterschaft die Förderung der sozialen Baubetriebe nur empfohlen werden, an deren Gelingen nicht zu zweifeln ist. Wie bezieht m«nt die.DetrleiSrStezewmg"? Die Juninummer(Nr. 13) der„Betriebsrätezeitung", die der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund herausgibt, bringt wiederum einen sehr reichen volkswirtschaftlichen, technischen und Aufregung im Wespenneft. Die arbeitslose Arbeiterschaft Berlins ist zu vernünftig und zu anständig, um sich zu kommunistischen„Aktionen" herzugeben, wie sie im Gewerkschaftshaus gegen die Gewerkschaftsangestellten unter- nommen wurden. Die Feststellung der Tatsache, daß der erste Alt sich unter der Regie von Schuhmacher abspielte, der zweite unker der Regie eines anderen Angestellten der Münzstrahe, ist der„Roten Fahne" peinlicher noch als die Feststellung, daß es durchweg fugend- liche, unerfahrene und unorganisierte Arbeitslose waren, die sich in einer Weise, wie es geschehen ist, gegen die„Gewerkschaftsbonzen" aufputschen ließen. Wir warnten vor der Wiederholung derartiger wüster, sinnloser Szenen, durch die ja ein Umschwung der Stimmung in Moskau zu- gunsten der VKPD. doch kaum erzielt wird. Die Andeutung aber, daß uns bekannt ist, in welcher Weis« diese Partei die auf ihre„Rote Hilfe" augenblicklich angewiesenen Proletarier„beschäftigt", in Ver- bindung mit der Mchriung, diese Leute nicht unnütz großen Un- annebmlichkziten auszusetzen, Hot die„Rote Fahne" etwas verfchnupft, weil sie daraus ersah, daß wir ihr Wespennest kennen. Darum wirft sie dem„Vorwärts" gemeine Denunziation und Henkermoral vor. Von der Seite trifft uns das nicht! Wie erst, wenn es bei der ebenso selbstverständlichen als unerläß- kichen Abwehr dieser kommunistischen Aktionsübungen dazu käme, sich die beteiligten Erwerbslosen näher anzusehen, um den glatten Beweis zu liefern, was und wer hinter diesen At- t i o n e n steckt! Dann würde das edle Organ wieder die»Ge- werkfchaftsbonzen" beschuldigen, durch ihr Verhalten sei dieser oder jener arme Teufel ins Gedränge gekommen. Weil wir nicht wollen, daß mit Menschen, mit denen schon in Mitteldeutschland schmählich Schindluder getrieben wurde, unter Ausbeutung ihrer Notlage hier weiter Schindluder getrieben wird, nur um Moskau den Befähigung?- nachsweis zur„Aktivität" zu erbringen, deshalb warnten und warnen wir: Hände weg. Finger davon! „?riegSgescNschaft" als KainSzeichen. Die Betriebsräte von 26 Reichsorganifationen bitten uns um Verbreitung der folgenden Zeilen: „In letzter Zeit hat eine beionders Hetze gegen die noch bestehen- den oder sich bereits in Auflösung befindlichen Reichs-(Kriegs-)Or- ganifationen eingesetzt, welche nur die Auswirkung hat, daß den Stellensuchenden die Beschaffung einer neuen Position er- heblich erschwert wird. Insbesondere wird darauf hingewiesen, daß sich das Personal der Reichs-sKriegs-sOrganisationen zum größten Teil aus Kriegsteilnehmern, Kriegshinterbliebenen und Schwer- beschädigten zusammensetzt. Viele von ihnen haben die längste Zeit des Krieges im Felde gestanden und waren froh, nach beendetem Feldzug« bei diesen Organisationen unterzukommen, da der Krieg sie um Stellung und Existenz gebracht hatte. Mag der Ansturm gegen Art und Wesen dieser im Kriege notwendig gewesenen Gesellschaften hier oder da B.'rechttgung finden, so müssen doch aber die A n g e- stellten entschieden dagegen Verwahrung einlegen, in ihren Leistungen und Fähigkeiten herabgewürdigt zu werden. Die Ange- stellten find durch die bittere Notwendigkeit gezwungen, durch Aus- Übung ihres Berufes Geld zu verdienen, um ihre Familien und sich selbst lebensfähig zu halten. Durch Arbeit wollen sie zur Freiheit gelangen und wollen nicht daran behindert sein. Es soll und muß an alle Arbeitgeber an dieser Stell? die dringende Bitte ausgesprochen werden, bei etwaigen Einstellungen nicht das Wort „Kriegsgesellsck aft" als Kainszeichen den arbeitswilligen und leistungsfähigen Mitarbeitern an dem Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft unheilbringend aufzudrücken, sondern sie alle so zu werten, wie sie cs ihrem gelernten Beruf und Bewährung gemäß in diesem vollauf verdienen und die freien Posten in Industrie und Handel imstande sind ganz auszufüllen." Die Direktoren haben in Klubsesseln und bei guten Zigarren tüchtig geholfen, den Krieg zu gewinnen. Da die A n g e st e l l t e n aber nichts tauate'», sondern„faul" und obendrein„begehrlich" waren, ging der Krieg verloren und darum müssen sie jetzt nach Be- endigung ihrer Arbeit im Dienste des Landes bestraft werden. Das ist die Moral der Kriegsgewinnler! j WlC'Ut.L Uiil t U 1 1 1 1| Vl/l.«.VIM/VII«-I--- 7••• I'7------- rechtlichen Inhalt. Wir erwähnen aus ihm die Beiträge: Geld, Ar beitsgesellschaft, Formen des Zusammenschlusses von Unternehmun- gen, Beispiele für Wärmsersparnis, die Vereinigten Staaten von Amerika mit ganzseitiger Karte, die wirtschaftliche Rundschau. Es folgt ein illustrierter Aussatz über die Hamburger Großeinkaufsgesell- schaft und ein sehr belehrender Bsitrag„Neues aus den Betriebs- Wissenschaften" von einem der ersten deutschen Fachmänner. Eine Zusammenstellung von Sprüchen der Schlichtungsausschüsse, Ge- werberäte vervollständig! den Inhalt, der noch verschiedene kürzere Beiträge aufweist. Einzelabonnenten bestellen die Zeitung nur bei ihrem Post- a m t(vierteljährlich 3 M.). Die Mitglieder der freien Gewerkschaften beziehen die Zeitung zum Vorzugspreise von den örtlichen Per- waltungsstellen ihrer Verbände oder durch den Orts- ausschuß des AD GL.(Gewerkschaftskartell). Die Verteilung erfolgt meistens in den regelmäßigen Versammlungen der Betriebs- räte. NichtbctriebsrSte lassen sie sich durch die Betriebsräte mit- bringen. Allgemeiner Deuffcher Gewerkfchaftsbund, Berlin SO. 16, Engelufer 14. Zum englischen Bergarbeiterstreik. Gegen die Annabme der Bedingungen- der Zeckenbesitzer er» klärten sich gl8 703 Bergarbeiter, dafür 111846. Die Zweidrittel. Mehrheit ist also für die Fortsetzung des Streiks.»Daily Chronic!«" behauptet, daß fast 50 Proz. der Bergarbeiter nicht ab« gestimmt haben._ 3m Streik auf den städtischen Gütern stehen 4000-3000 Arbester. Nofftondsarbeiten werden verrichtet. Den Forderungen der Ar- beiter steht die Meinung des Berliner Magistrats entgegen, die be- stehenden Lohn- und Arbeitsbedingungen seien ausreichend. Auf den städtischen Gütern würden schon höhere Löhne gezahlt, als in den anliegenden landwirtschaftlichen Betrieben.— In solchen Fällen will uns als richtiger erscheinen, wenn der Magistrat weniger aus seine Meinung, als auf sein Amt gibt. Sein Amt gebietet ihm, nichts unversucht zu lassen, um den Streik aus dem nicht mehr ungewöhn- lichen Wege der Verständigung schleunigst beizulegen. Wo der Wille, findet sich auch der Weg. Die Gutsarbeiter streiken nicht aus Ueber- .mut und sind sicher zur Verständigung bereit. Reue Lohnherabsehungen in England. Die Arbeitgeber der typographischen Betriebe haben vorgeschlagen, im ganzen Lande die Löhne für Männer um 15 Schilling und für Frauen um 5 Schilling 6 Pence zu kürzen. Ein»Znkernafionales Arbeilsjahrbuch", bearbeitet vom J n t e r- nationalen Arbeitsamt in Genf, erscheint in den nächsten Tagen. Es enthält in gedrängter Form alle wichtigen Angaben über amtliche und private Organisationen der ganzen Well, die sich mit wirtschaftlichen und Arbeiterfragen befassen. In bezug auf amt- liche Organisationen bringt es genaue Angaben über die' verfchie- denen Abteilungen des Internationalen Arbeitsamtes, des Völker- bundes wie auch der in den einzelnen Ländern für Arbester- und wirtschaftliche Fragen bestehenden Regierungsstellen, wie Arbeits- Ministerien usw. Den Angaben ist eine kurze Erläuterung beigegeben über den Aufbau der betr. Verwaltung sowie über die Aufgaben und Kompetenzen jeder einzelnen Abteiluna, desgleichen die Namen der leitenden Beamten Ferner enthält dieser Teil Einzelheiten über die amtlichen Veröffentlichungen, die sich mit Arbeiterftagen beschäl- ttgen. Der zweite Teil umfaßt die inoffiziellen oder pri- vaten Organisationen aller Länder, soweit diese zu beschaffen waren, und zwar die aenauen Namen und Anschriften der A r b e l- tergewerkschaften, der Arbeitgeberorganilationen und Ge- nossenschaften, ebenfalls mit den Namen der testenden Per- sonen, dem Titel des offiziellen Organs, der Mitgliederzahl der Ge- werkschaften und Genossenschaften und der Zahl der den Arbeitgeber- organisätionen angeschlossenen Firmen. Soweit möglich, sind auch Angaben gemacht über die Zugehörigkeit zu besondern� nationalen oder internationalen Körperschaften. Der Preis beträgt für Deutsch- land 25 M. Das 600 Seiten umfassende Buch ist gegen Einsendung des Bettages direkt vom Internationalen Arbeitsamt in Genf wie auch durch dessen Berliner Bureau(Alex. Schlicke), Berlin-Grune- wald» Humboldtstt. 13, zu beziehen. «erbaad de- Sattlet, Tapezicrer und PotteseuiSer. M-nta« UJt Auß". ordentliche Generalversammlung in Boelcro Feftsalcn, Weberstraße 17. Zutritt nur oeqen Vorzeigung des Mitgliedsbuches, der Mitglied«- oder Konbrolüarte. geutrawerband der Glaser,«crlin. Montag 7 Uhr im Eew-rlschnft-hauz Mitgliederversammlung. Bericht der Verwaltung. flus öer Partei. Labour JJarlys Kongreß. Vom 21. bis 24. Juni d. I. findet in Vrighton der 21. Kongreß der Labour Party statt. Man erwartet eine Klärunz des Verhältnisses zur Kommunistischen Partei. Es sind Entfchliegungen für und gegen Vereinigung eingebrocht. Mehrere Resolutionen befassen sich mit einer Loslösung von der Zweiten, eine fordert den Anschluß an die Dritte Internationale. Weitere Ent- schließungen beschäftigen sich mit der Reparationsfrage und ver- urteilen die schwächliche Haltung der Parlamentsmitglieder gegen die Regierungspolitik. Auch die Nationalisierung der Bergwerke, die Forderung der freien Meinungsäußerung, sowie die russische und irische Frage werden den Kongreß beschäftigen._ Verantw. für den redakt. Teil: Dr. Wer»er Pefser, Cbarloltenbnrg: für Anzeigen: Db. Glocke. Berlin. Verlag: vorwürlS-Verlog G. m. b. H., Berlin. Dr»ck: Vor- mürtS-Auchdruckerei u. Verlagsonfiali Vau) Tinger«. Co., Berlin. Cmdeattr. 3. Hierzu 2 Beilagen. nflfloin- Millen (flff. gefchü«» )ui Desinfektion der Mund- und Rochenhtihl« besonder« bei ©tippe, PÄr*-*" Erhältlich in den Lpolheken a. Drogerlen. SW.N._ i£|g_ für Herren- n. flaraeu-Sekleuliing Vit-, öp jjpsk.V/ VF'»rTO„Aparte Neuhelten" Verkauf mete" i Koch& SeeSand „Aparte Neuheiten44 Verkauf meterweise ~ G.nv WW>_____ t». h. Oertraudtcnstraße 20— 21 lUߣtt .Vllv. Druföriirr Wrmbnmü ß' arlacltbrr '•Xp&i •'S • Xi Vertretev f«t Berlin: All 9. EteÄ Stfia w. A. MI«M 524 epilMmiiMi MlWm S. IN. S.S.. L!WP un Min