♦ SS.�ahrgasg Ausgabe B Hr. 141 BezogSpretSt StedtQörLÄX™ 9L. wiwifltL Nt* 9L frei ins Sans, oorous zahlbar. Postbezug: Monatlich 10,— M. einfchbZu- slellungsgeblihr. Unter Kreuzband nir Dsulschlond, Danzig, das Saar- und Meinelgebiet, sonne die ehemals beut- scheu Gebiete Polens, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 2»,— M, für das übrige Ausland 27,— M. Postbestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tfchecho- Elowalei. Dane- mark, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der Vorwärts* mit der Sonntagsbeilage.Volk und Zeit�, der Unter- baliungsbellage �eimwelt� und der Beilage.Siedlung und Kleingarten' »rjcheint wochentäglich zweimal, Sonn- tags und Montags einmal. Telearamm- Adresse; »Sozio löernolrat Seena' Abend-Ausgabe Devlinev Volksblatt ( 2v Pfennig � B»zetgeu»retS, Die«chtg elpalten» Nonyareillezell« kostet hLv M»Slein« Anzeigen- das iettgedruckte Won 1,50 M.(zu- Uisstg zwei settgedruckte Wortes lede» weiter» Wort 1,— VI. Stellengesuch». und Schlafstellenanzetgen das erst, Wort l,— M, ledes weiter» Wort 50 Pfg. Won» iider IS Buchstaben zählen für zwei Won». Famil>-n-An- zeigen für Abonnenten geile M Die Preise verstehen sich einschließliil Teuerungsz Uschlag, Anzeigen für die nächste Rümmer müssen bis 5 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin EW 6S. Linden. straße 31 abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis b Uhr abends. Zcntralorgan der rozialdcrnokratf feben Partei Deutfcblanda Hedoff Ion und Expedition: SW 68, Eindenstr. Z ÄetkAnsnr-tktAB' Redaktion Moritzplatz ISIUS—»7 Expedition Moritzplatz 117 S 3— 24 Montag, den Av. Juni ISÄll. vorwärts-verlog G.m.b.H., SV) H8, Lindenstr. Z 5L«kitst»verkii-ir- Verlag, Expedition und Inseraten« tyrrnsprcrycr. Uhteilnng Moritzplatz 117SZ-S1 Wirth as neue veutsihlanö. Der Reichskanzler Dr. Wirth Hot seiner Kampfrede, die er am letzten Freitag im Reichstag hielt, gestern in Essen in einer Versammlung des Deutschen Eewerkschaftsbundes eine große Pro grammrede folgen lassen, die wir weiter unten in ausführlichem Auszug wiedergeben. Es ist eine Rede eines Zentrumsführers, die vor christlich organisierten Arbeitern gehalten worden ist. Daß sie nahezu restlos auch die Zütimmung der Sozialdemokratie finden kann, ist ein Zeichen für den gewaltigen Wandel der Zeit. Dil Ausführungen des Reichskanzlers erinnern lebhaft an jene Reden, die Lloyd George in seiner besten Zeit, lange vir dem Kriege, gehalten hat. Auch Lloyd George war damals sie heute k»e i n Sozialdemokrat, sondern ein Demokrat, bei dem sich ein ausgeprägt christlich-religiöses Empfinden mit starkem sozialen Verständnis verband. Der englische Schatz- kanzler erntete den wütenden Haß der konservativen besitzendn Schichten, aber ebenso den Beifall der breiten werk- tätigen Massen, und von uns deutschen Sozialdemokraten wurden leine damaligen Reden geradezu mit Begeisterung gelesen. Viele dachten, Lloyd George müsse demnächst den letzten Sqritt vollziehen und ausgesprochener Sozialdemokrat werden. Das ist leider anders geworden, und so wollen wir hoffen, dq der Vergleich zwischen den beiden Staatsmännern iy diesem Punkt, was die Wandlungsfähigkeit der Auf- fassungen etrifft, nicht zutreffen möge. Die Ähnlichkeit zwischen dem Lloyd George von damals und dem Virth von heute liegt in der gleichen Gabe, ver- wickelte si anzwirtschastliche Fragen dem Verständnis der Massen naezubringen, große soziale Gesichtspunkte in diese Erörterungn hineinzutragen und seine Hörerschaft mit jenem Geist des Otimismus zu erfüllen, ohne den kein großes Werk getan werdn kann. Der Unterschied liegt darin, daß Lloyd George als finanzminister eines mächtigen, in allen Kriegen siegreich gebhbenen Reiches sprach, Wirth aber als der Führer eines geschlaenen, entwaffneten, mit den schwersten Lasten beladenen Dckes. dem für den Kampf um seine Selbsterhaltung keine anderei Waffen geblieben sind als jene der Arbeit und der 3 e e. Um so hher ist das Verdienst eines Staatsmannes zu bewerten, derdiese Waffen selbst zu führen und seine Volks- genosien in ihir Führung zu unterrichten versteht, um so mehr der Mut anzerkennen, der selbst unter so schwierigen, fast verzweifelten mständen Zuversicht und Selb st ver- trauen prdigt. Der Zufal will es, daß an demselben Tage, an dem Dr. Wirth in Esse', als Vertreter des neuen Deutschland sprach, auf dem Kysfhuserberg zwei Vertreter des alten Deutsch- land, Hindeiburg und Heeringen, Reden hielten, denen Trauer uch vergangenem Kriegsruhm und Sehnsucht nach neuem d, Ton gaben. Die Generäle sprachen zu Kriegervereinender Kanzler sprach zu gewerkschaftlichen Ar- beiterorganisaticen. die Generäle sprachen auf dem Kyff- Häuser, wo die Siben fliegen, der Kanzler sprach in Essen, wo die Hämmre drinen. Klarer konnte der Gegensatz zwischen dem alten und dn neuen Reich, die nach des Kanzlers Wort zwei voneinandt geschiedene Welten sind, nicht illustriert werden. Lassen wir m allen Generälen ihre Raben und ihre Kriegervereine rn greifen wir zu dem Hammer» um pns unsere eigene Zubist zu schmieden! Trotz aller Ziersicht, mit der Dr. Wirch sprach, hat er sich weit davon felgehalten, die uns zunächst bevorstehenden Zellen rosig zu man. Er hat auf die schweren Kämpfe hinge- wiesen, die im Gefge der neuen Steuergesetzgebung und des Uebergangs zur fr«n Brotwirtschaft nicht ausbleiben werden. Wenn er dabei sagt hat, die verhängnisvoll st e W a h l s ch l a ch t, d er sich denken könne, sei die zwischen Be- sitzenden und Prolyriern um die Ausgestaltung der neuen Steuern, so möchten, ll hinzufügen, daß wir diese Wahlschlacht keineswegs suchen, ,er sie noch viel weniger fürchten. Ge- lingt es, die Besitzden von ihren Pflichten im guten zu überzeugen, so solldas niemandem lieber sein als uns. Wünschen sie aber b Entscheidung des Volkes, dann sollen sie sie haben und wr sind nicht bange darum, wie sie aus- fallen wird. Eine tule Umwälzung der politischen Verhält- nisie, eine Zerreißun alter Parteibande, die manchem, auch dem Reichskanzler DrLirth selbst lieb sind, kann die Folge sein, aber die S o z i a l dm o k r a t i e, die sich als Träger aller neuen Ideen und denon Dr. Wirth vorgetragenen Anschau- ungen näher fühlt, alsielleicht ein Teil seiner eigenen Partei. wird in diesem Kam» nichts zu verlieren und viel zu ge- Winnen haben. Die Mahnung d, Reichskanzlers, nicht hinter jeder roten Fahne Herzulauf, muß uns als Sozialdemokraten ge- wih peinlich und jchmzlich berühren. Aber können wir sie für ganz unberechtigt erklären, wenn wir uns daran er- inner«, was leider von manchen irregeleiteten Splittern der Arbeiterbewegung aus unserer alten roten Fahne gemacht worden ist? Auch wir können uns heute nicht jedem Zug anschließen der die rote Fahne voranführt, aber wir sehnen den Tag herbei, an dem sich alle schaffenden Menschen wieder hinter sie scharen können als hinter das Symbol einer in allen Idealen der Demokratie und des Sozialismus wiedervereinten Arbeiterbewegung. Diese rote Fahne werden wir dann auch wieder verteidigen können gegen jedermann. Indes, ein uns schmerzendes Wort darf uns nicht irre machen in der Beurteilung des Gesamtinhalts einer Rede, deren Geist unsere volle Billigung verdient. Wir glauben an die Aufrichtigkeit des Willens, mit dem der Reichskanzler der Republik, dem sozialen Fortschritt, dem Frieden und der Frei- heit der ganzen Well zu dienen bestrebt ist. Und mögen über letzte Fragen der Wellanschauung auch Meinungsverschieden- heilen bestehen, die bei gelegenerer Zeit im friedlichen Kampf der Geister ausgetragen werden mögen, so verkennen wir doch nicht, daß gemeinsame Rot uns einen gemeinsamenWeg vorschreibt, auf dem wir mit dem Reichskanzler noch viele zu sehen wünschen, die sonst vielleicht nicht in allen Stücken genau so denken wie wir. Denn davon, ob eine große, ihrer Aufgaben sich klar bewußte Volksmehrheit bereit und fest entfchlossen ist, diesen Weg zu betreten, hängt für die Zukunft alles ab. Um unseres Volkes willen, das wir lieben, um der großen Menfchheitsziele willen, die wir über unsere eigenen engen Interessen hinaus verfolgen, wünschen wir, arbeiten wir dafür, daßdieZuversichtdesReichskanzlers recht behalten möge! « Der Reichskanzler erinnerte daran, daß das Londoner Ultima- tum in der neuesten Geschichte Europas nicht das erste sei. Das erste war das unglückliche llllimawm an Serbien vor sieben Jahren. Was hat es gebracht, jenes Machtwort? Tod und Verderben in der ganzen Welt, nicht nur über uns, nicht nur über blühende Landstriche Frankreichs, Rußlands und anderer Länder, jenes Ultimatum war der Beginn der Zer- rüttung der ganzen Weltwirtschaft. Die Völker waren vor dem Kriege ineinander verflochten, durch tausendfältige wirt- schaftliche Beziehungen. Da kam das, was dahinter steht, die Aus- Wirkung der brutalen Macht, der Krieg. Millionen Gräber stehen auf den Schlachtfeldern, Jammer und Elend aller Art. Und jetzt am Ende der Epoche dieser sieben Jahre steht wiederum ein Ultimatum, das ist das Ultimatum von London, das an uns ergangen ist. Dr. Wirth sagte weiter, er achte die Gefühle derer, die für Ab- lehnung waren, aber Gefühle dürften nicht das letzte Wort haben in der Politik. Die Entwaffnung sei harte Pflicht, denn es ist ein schwerer Gedanke, an der Spitze eines wehrlosen Volkes zu stehen, aber wir werden diesen dornenvollen Weg gehen, um die Aufrichtigkeit unserer Politik zu beweisen. Wir haben das Ja gesprochen und warum? Ich wiederhole es immer wieder und gerade hier im Ruhrgebiet, hier im. Zentrum der großen schaffen- den Stätten, gerade hier wiederhole ich es: Wir haben das Ja ge- sprachen der deutschen Einheit wegen und der deutschen Freiheit wegen.(Bravo!) Die Annahme des Ultimatums läßt uns die Mög- lichkeit der Eigengestaltung unseres sozialen Lebens. Wir können selbst bestimmen die Art der Teilnahme des Arbeitnehmers an der Entwicklung unserer materiellen Kullur, die Art, wie wir soziale Gedanken einfließen lassen wollen in den kommenden Entwicklungsprozeß, mit einem Wort, die geistige soziale Freiheit haben wir für alle Volksgenossen durch das Jawort gerettet.(Beifall.) Ich weiß nicht, ob man heute allerorts einsieht, was es heißt, unter Zwang zu arbeiten. Meine Domen und Herren, schauen Sie hinüber nach dem anderen Rbeinufer, nach den Städten, die unter den Sanktionen seufzen. Mag auch der Druck schließlich da und dort nicht allzu groß sein, an einzelnen Orten ist er schwer. Mir ist eine Stadt genannt worden, wo seit sieben Wochen nicht eine einzige Schul- stunde gegeben werden konnte wegen des großen Aufmarsches alliier- tsr Kräfte. Mag man das da und dort gering einschätzen, allein aus den Stimmen, die an mich kommen, ersehe ich, wie gewaltig die Not wächst unter den wirtschaftlichen Sanktionen, sehe ich, welch eine Not erst hätte kommen müssen für das gesamte Ruhrgebiet, Rheinland und Westfalen, wenn Sie, meine Damen und Herren, an der Ar- beitsstätte unker dem Zwang feindlicher Bajonette das Ultimatum hätten erfüllen müssen, das wir jetzt, wi«?N wir uns anstrengen, in Freiheit zu erfüllen suchen werden. Ich meine, gerade in Ihrer Mitte muß das Verständnis finden, wenn ich sage, in den großen Fragen, in der Führung der Gesamt- Politik muß Einheit sein in der Frage des Rechts und der Freiheit der Arbeikerwelt. da muß Einigkeit sein in Deutschland, um dem Gedanke» des schrankenlosesten Kapitalismus zu wehren. In dem großen Ge- danken der sozialen Wohlfahrt und des Fort» fchritts muß Einheit sein in vuserem deutsch« Vaterlande, Der Reichskanzler kam dann auf Oberschlessen zu sprechen und forderte, daß der demokratische Wille der Bevölke- rung, die sich für das Verbleiben bei Deutschland ausgesprochen hat, respektiert werde. Sonst entstehe ein Brandherd für ein neues Jahr- hundert, aus ihm müßte eine neue Katastrophe hervorgehen, die Europa nicht ertragen würde. Ist das der Neuaufbau Europas, nach dem sich alle Völker sehnen, wenn ein kleiner Diktator nicht zurückgehen will vor den Millionen Bajonetten, die die Alliier- ten zur Verfügung haben?(Sehr gut!) Je mehr die Diktatur eines K o r f a n t y sich dort auslebt, je schwächer die alliierten Regierungen sich gebärden, um so fester werden wir den lftus erheben, daß das deutsche V>.lk.ein Recht darauf hat, sofern es in Erfüllung des Ultimatums arbeitet, ehrlich und anständig behandelt zu werden.(Beifall.) Wir sollen Zwei Milliarden an festen Annuitäten pro Jahr bezahlen, wir sollen 2 6 Prozent der Ausfuhr bezahlen und wir sollen drittens dazu die B e- sotzungskosten tragen. Die letztere Summe ist die unproduk- tivste. Wer in Europa. Frieden, Ruhe, Wohlfahrt und Aufbau für alle will, der muß dem Gedanken schnell näher treten, die u n p r o- duttive Ausgabe des europäischen Militarismus auf ein Minimum zu reduzieren.(Sehr richtig!) Der Ruf geht hinaus an die Arbeilerschafl aller Länder: Sorgt überall dafür im demokratischen Geiste, daß das, was Deutsch- land zahlt, nicht zu unnötigen Ausgaben verwendet wird, sondern daß es verwendet wird zum wahren Segen für die werk- tätige Bevölkerung der ganzen notleidenden Welt.(Beifall.) In diesem Sinne glaube ich auch, daß eine große Arbeiterbewegung aller Länder ganz Europas und der ganzen Welt von Segen für alle sein wird. Dienen Sie den Idealen der groß« Arbeiterbewegung, nach Ihren politischen und kulturellen Anschauungen, dienen Sie dem großen Gedanken der Gemeinschaft im kleinen wie im großen. Schließen Sie sich zu Verbänden zusammen, wo Sie können, Sie alle, die Sie arbeiten mit Kopf und Hand. Der Reichskanzler sprach dann von den Opfern, die die Republik fordere und sagte dabei unter großem Beifall: «Ich diene dieser Republik nicht nur mit der Hand, sondern auch mit dem Herzen. Die alten Gemalten mit ihrem Glanz sind verblichen. Das alte Reich, das auf dem Zusammenschluß der Fürsten, und das neue, das auf dem freien Willen des Volkes beruht, sind zwei voneinander geschiedene Welten. In Berlin tagt seit drei Tagen die Garantiekommission. Wir geben Aufschluß über unsere Lage, wir machen die Bücher auf, damit sie sehen, was wir leisten können. Rur nicht den Kopf hängen lassen! Heute bin ich in der glücklichen Lage, Ihnen mitteilen zu können, daß die Einnahmen des Reiches bereits im letzten Jahre über 45 Milliarden betragen haben.(Beifall.) Eine Riesen- leistung für ein Volk, das zusammengebrochen war unter dem Druck der ganzen Welt. Es ist keine Demagogie, wenn ich hier in Essen erkläre, daß unter dem gewaltigen Aufkommen der Rnchseinkommen- steuer die Lohn- und Gehaltsempfänger an erster Stelle der Leistungen für das Reich stehen, und ich sage zweitens: Mögen die Herrschaften schimpfen über manche Erscheinungen unseres Lebens: das ist die größte patnokische Tat. die geschehen ist bei Kriegsende, daß die Lohn- und Gehalts- empfänger einen Teil ihres verdienten Lohnes durch den festen Abzug dem Vaterland zur Rettung zur Verfügung gestellt haben. (Beifall.) Aber nun kommt der Finanzminister zu allen, und da stehe ich auf dem Standpunkt: Wer sich entzieht, ist ein Verräter an unserem Volke.(Beifall.) An die gesamte Beomlenschaft des Reiches, sofern sie der Finanzverwaltung dient, habe ich wiederholt den Appell gerichtet, ohne Rücksicht, ohne An- sehen der Person die Leute, die in Deutschland Geld oerdienen, zu den Steuern heranzuziehen.(Beifall.) Das Ergebnis war gut, und wenn wir weiter arbeiten, so bin ich überzeugt, der innere Etat unseres Vaterlandes wird in den nächsten Jahren mit einem gewissen Ueberschuß abschließen können. Der Reichskanzler sprach von der Notwendigkeit, die B e- triebsverwaltungen des Reiches wieder aktiv zu machen, und kam dann auf die Reparationen und Beflhstenern. Nun kommen einige und sagen, der Besitz soll die Last tragen. Ich bin der Letzte, der den Mut nicht auf- bringt, dem Besitz auch die Opfer zuzuweisen, die er bringen kann und bringen muß. Ich habe unter schweren Kämpfen erreicht, daß ein Teil des Notvpfers alsbald ein- gezogen wird. Das Werk ist im Gange. Große Ergebnisse liegen vor. Der Weg kann weiter oerfolgt werden. woll« sich alle, die heute Besitz in Hand« haben, die Goldwerte besitzen, die Produktionsmittel besitzen, klar machen, was es heißt. den Weltkrieg verloren zu hab«t Wenn der kleine Rentner von seinem bescheidenen Vermögen bei- steuern muß, dann dürfen auch die Besitzer der Goldwerte in Deutschland nicht unberührt hervorgehen. Große Vorlag« sind in BarberatluiK Ich evisuere an hi» Ksrperschaftssteuer. t Sie ifl dem Reichsrat bereits zugegangen. Ler Gedanke, daß Aktien besonderer Art, Vorzugsaktien, erfaßt werden können, ist sehr naheliegend. Der Gedanke der Crfassung der Goldwerte muß im Auge behalten werden. Das ist für mich eine politische Notwendig- teit. Ich warne davor, uns in zwei Lager zu spalten? hie Prole' tarier und hie Besitzer von Goldwerten. Das wäre eine o e r- hängnisvolle Wahlschlacht, ein Unglück für unser Dater- land. Ich bin überzeugt, wenn der deutsche Arbeiter und der Bc- amte sieht, daß alle Kreise unseres Volkes, auch die, die mit den großen Diamanten in den Badeorten spazieren gehen. erfaßt werden, dann werden auch sie zu dem unumgänglich notwendi- gen Opfer bereit sein.(Sehr richtig.) Sollen auch Reparations- gewinnler noch Europa unglücklich machen?'Nein! Die zwei Milliarden werden wir aufbringen. Die Ausfuhrabgabe könne nicht der Allgemeinheit ganz aufgebürdet werden, der Produzent und der Kaufmann werde einen Teil davon tragen müssen. Um eine höhere Kohlen st euer komme man nicht herum. Auch aus dem 2lbkommcn von Szm sei der große Zusammenbruch prophezeit worden, er sei nicht gekommen. Die Arbeiter haben durch Uebcrschichten in schwer- st er Not geholfen. Schon sei es gelungen, in manchen Fällen Not und Elend zu erleichtern. Allerdings, der Ucbergang zur freien Getreidewirtschast ist unendlich schwer. Ich weiß, daß neuegroße Bewegungen kommen können gerade in den Monaten, wo wir neue Steuern aufbringen. Zlber dann nicht durch die Gassen laufen! Nicht hinter jeder roten Fahne her laufen! Auch Streiken allein schafst uns kein Glück und keine Wohlfahrt. Man berät, man sucht einen Ausweg, man greift nicht zur Waffe oder Handgranate, sondern man greift zu Mitteln der demokratischen Verständigung. Dos ist die Art, in welcher wir dem Ziele des Opfers und der Freiheit dienen wollen. Ein dreißigjähriges Ringen liegt vor uns, um unserem Volke die Freiheit wiederzugewinnen." Das sei den Alliierten und ehemaligen Feinden gesagt: Wir wollen alles aufbieten, weil wir der Frei h e i t d i e n e n, nicht nur der Freiheit des deutschen Volkes, sondern der Freiheit der ganzen Welt Wir wollen leisten, erfüllen, aber eines dürft ihr uns nicht rauben, ihr dürft uns nicht die Hoffnung nehmen, daß wir durch Arbeit wieder selbst unser eigenes Glück ge- Winnen können. Darum geht noch der Ruf in die ganze Welt hinaus: Legt die Flinte weg! Glaubt dem neuen demokratischen Deutschland, dient aber selbst, die ihr in Frankreich und England die Machtin Händenhabt, dem Gedanken der Freiheit, indem ihr in Oberschlesien und am deutschen Rhein dem deutschen Volke das alte Recht gewährt und indem ihr am Rhein freie deutsche Männer in Handel und Wandel w'cder über den Rhein ziehen laßt.(Beifall.) Der Wiederaufbau ist keine Arbeit nur für ei n Volk, der Wiederausbau ist das Werk der ganzen gesitteten Welt. Vorwärts und auswärts wieder einmal dem Licht, wieder ein- mal der Freiheit im demokratischen Deuischland enkgegcn!(Lebhafter, anhaltender Beifall.) Stegerwalös Seamtenpolitik. Aus sozialdemokratischen Slbgeordnetenkreisen wird uns ge- schrieben: Bei Beratung des Bcamtendiensteinkommcngesetzes in der Preu- ßisthen Landesoersammlung wurde hinsichtlich der Ortsklassen- einteilung folgender Beschluß gefaßt: Die Staatsregierung möge in Verbindung mit der Reichsregierung dahin wirken, daß in der in Aussicht ge- stellten neuen Ortsklasseneinieilung nur drei Ortsklassen vorgesehen werden. Bei Festsetzung dieser Ortsklassen sollen die Teuerungsverhältnisse, nicht die Einwohnerzahl des Ortes maßgebend fein. Zusammenhängende Wirtschaftsgebiete sollen einheitlich behandelt werden. Ferner sollen geeignete Maß- nahmen getroffen werden, daß einem Beamten, der in einem Orte wohnen muß, der in höherer Ortsklasse steht als sein Dienst- ort, zur Vermeidung von Härten ein Ausgleich gewährt wird. Bei der vorläufigen Regelung der Ortsklasseneinteilung im Reich ist dieser Beschluß nicht beachtet worden. Deshalb stellte unsere Fraktion folgende kleine Anfrage: „Was hat das Staatsministerium zur Durchführung des oben angegebenen Beschlusses der Preußischen Landesversamm» lung getan? Äst das Gtaatsmlnisterium insbesondere bereit, auf die Reichsregierung dahin einzuwirken, daß bei der endgülti- gen Festsetzung der Ortsklassen der vorberumnte Beschluß der Landesoersammlung zur Durchführung gelangt?" Auf diese kleine Anfrage antwortete die Preußische Staat-- regierung u. a. folgendes: Bei den Verhandlungen über dos neue Ortsklaffenverzeichnis könne als vorläufiges Ergebnis festgestellt werden, daß die Teuerung? unterschiede, wie sie die Statistik für das Jahr lZZO zeige, die absolute Differenzierung, welche die Ausdehnung der Ortsklassenabstufung auf die Teuerungszulage mit sich bringe. rechtfertigen. Hiernach ergebe sich, daß die Spannungen in den Beamtcngehältern notwendig seien und den wirklichen Teuerungsoerhältnifsen gerecht würden. Dies ober bedeute eine Rechtfertigung für die Einteilung in S Ortsklassen. Eine Drittelung der Ortsklaffen würde eine außerordentliche Belastung der Reichs- und Staatsfinanzen mit sich bringen. Schließlich wird darauf hingewiesen, daß eine Aeuderung des bestehenden Fünf- klaffensystsms nur durch eine Aenderung der Besoldungs- g e s e tz e im Reich und in Preußen möglich sei, wodurch in die Reihen der Beamtenschaft große Beunruhigung getragen werde. Hiernach erscheine eine Einwirkung auf die Reichsregierung, bei der endgültigen Regelung der Ortsklasieneinteilung höchstens drei Ortsklassen ein- zuführen, nicht angezeigt. Nach dieser ablehnenden Antwort des Ministeriums Stegerwald brachte unsere Fraktion folgende große Anfrage ein: „Bei Beratung des Veamtendiensteinkommengesetzes ist von der Landesoersammlung beschloffen worden, bei der Neuregelung der Ortsklasseneinteilung höchstens drei Ortsklassen einzu- führen. In der Antwort auf die kleine Anfrage Nr. 131(Drucksache 383) hat die Preußische Staatsrezierung erklärt, daß eine weitere Einwirkung auf die Reichsregierunq, bei der endgültigen Regelung der Ortsklaffeneinteilung höchstens drei Ortsklassen einzu- führen, nicht angezeigt sei. Diese Haltung der Preußislben Staatsregicrimg wider- spricht dem angeführten Beschlüsse der Preußischen Landes- Versammlung. Da die Beamtenschaft auf die Durchführung des an- gegebenen Befchluffss mit Sicherheit gerechnet hat, wird durch die Antwort der Regierung große Beunruhigung hervorgerufen werden. Was gedenkt die Staatsregierung nun zu tun, um den Be- schluß der Preußischen Landesversammlung durchzuführen und die berechtigten Wünsche der Beamten zu erfüllen?" Aus der Antwort, die die Preußische Staatsregierung auf diese Ankraoe erteilen wird, wird die Beamtenschaft erkennen können, wie weit ihre berechtigten Interessen durch dos Kabinett Stegerwald ver- treten werden. Auch hier wird sich zeigen, ob Herr Stegerwald den sozialen Notwendigkeiten folgt oder aber ob er sich vor den„realen Mächten" beugt, von denen er— in Gestalt der reaktionären Parteien— bisher noch stets seine Politik hat bestim- men lassen. Str afanz e-lg e, und die Siaatsanwaltschast Stettin eröffnete die Voruntersuchung. Mittelmann erklärte mit der ihm eigenen Pose jedem, der es hören wollte, daß jene Behauptung eine freche Verleumdung sei. Dann aber wurde er still, ganz still. Nach der Zeugenvernehmung, für die Mittelmann zu seiner Entlastung fünf Zeugen, an der Spitze den Landgerichtsdirektor � Kandier, benannt hatte, die sämtlich erklärten, die fragliche ! Aeußerung nicht gehört zu haben(also nicht etwa bestritten, ! daß sie gefallen sei!), stellte die Staatsanwaltschaft das Ver- i fahren c i n! Dies war ein schwerer Schlag für Mittelmann, deffen Glaub- > Würdigkeit hierdurch eine starke Erschütterung erhielt. Sein Zwischen- ruf im Reichstag und fein Verhalten nachher sind nur ein neuer Beweis für die Gesinnung eines Mannes, der zunächst provozierend auftritt und hernach— nichts gesagt haben will. Mittelmanns Rolle im Kapp-Putfch. Wer über den Charakter des deutschvolksparteilichen Abzcord- neten Mittelmann, der durch seinen unerhörten Zwischenruf in der Ncichstagssitzung vom Freitag die beschämende Prügelszene provozierte, noch irgend welch- Zweifel haben sollte, dem werden folgend« völlig authentische Mitteilungen über die politische„Der- gangenheit" dieses Herrn wertvollen Aufschluß geben. In der kritischen Woche des Kapp-Putsches fanden vom 13. März 192» ab auf dem Oberpräsidium in Stettin unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten täglich Besprechungen der Vertreter samt- licher politischer Parteien statt. Bei einer dieser Besprechungen äußerte Mittelmann:„Er und die maßgebenden Kreise seiner Partei hallen drei Tage vor dem Kapp-Putsch davon Sennluis gehabt." Es entstand im Kollegium eine allgemeine Verblüffung und der damalige demokratische Abg. Lockewitz rief sofort dazwischen: „Dann sind Sie ja der Helfer des Putschest" Am anderen Morgen war Mittelmann etwas ernüchtert und bestritt die Aeußerung. Die Demokratische Partei gab jedoch die Bemerkung in einem Aufruf wieder: auch in dem später einsetzen- den W a h l k o m p f spielte sie eine große Rolle. Nunmehr er- stattete Mittelmann gegen den Versasscr des demokratischen Aufrufs Putschprozeß zur Ablenkung. München, 20. Juni.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Die Entwaffnungsaktion, den Mord an Gareis und die äußerst ge- spannte politische Lage in Bayern versuchen die heutigen Mittogs- blälter der bürgerlichen Presse durch blutrünstige Berichte über den heute morgen'begonnenen„B r e n n st o f f p r o z e ß" gegen eine Anzahl Kommunisten zu vertuschen. Obwohl die Vergehen der Münchener Kommunisten lediglich in Vorbesprechungen über eine Unterbindung von Truppentransporten nach dem Norden zur Zeit des mitteldeutschen Putsche? bestanden, werden seitenlange Anklage- schristen, Schauergeschichten über Sprengung des Balmhofes in Landshut, Todesorohung und Totschlagoersuche an Einwohner- wehrführern, Niederschlagung von patrouillierenden Schutzleuten Ueberrumpelung von Wachlokalen, Verschwörungen unter freiem Himmel, Brückensprengungen bei Zlugsburg und Regensburg und schwülstige Proklamationen zum Bürgerschreck abgedruckt. Wenn auch durch amtsärztliches Zeugnis der Hauptversaffer der Ausrufe als geisteskrank erklärt wird, so versucht man doch, die romantischen und kritischen Vor- besprechungen einer kommunistischen Aktion zu Haupt- und Tat- verbrechen aufzubauschen in der offensichtlichen Absicht, die Widerstände gegen die Entwaffnung zu stärken. Währenddessen wiederhallen in dem Hauptausflugsort Starnberg die Uferhöhen von dem Einwohnerfesischießen, und in dem Augmblick, wo angeblich die Ablieferung der Handfeuerwaffen nahezu be- endet sein soll, durchschreiten die Wehrmänner mit ihren Duitär- waffen die von A u s l L n d e rn stark besuchten Gebirgsorte. Die morgige parlamentarische Aktion im Landtag bei der sozia- listischcn Interpellationen wird mit Spannung erwartet. Bie wir hören, beabsichtigen die Koalitionsparteien, sich mit einer kurzen Erklärung in der Besprechung der Regierungsantwort zu begiügenl Ludwig Thoma schreibt der„Boß", daß er weder Leitartikler des .Miesbacher Anzeiger sei noch in der ge.ingsten geschäftlichm Verbindung zu dem Blatt stehe. Man beachte, in keiner geschäft» l i ch e n. Den Radaukommunisten im Reichstag redet die„Freihel" ernst« lich ins Gewissen. Sie meint, Herr Remmele und die Sein« hätten am Sonnabend schließlich eingcsehn, daß es besser sei, es ncht zum äußersten zu treiben. Das Blatt kündigt an, daß die Unablängigcu dem moskowitischen Terror im Reichstag ebenso Widerstaw leisten würden wie in den Versammlungen. Allerdings Hetze de„Rote Fahne" weiter.— Nun, man erfährt ja aus der„Komm. Av.-Ztg.", daß die Berliner VKPD. wieder mal Opposition gegen He lasche Zentrale macht und daß ein Berliner KPD. Mann zur Zeit des Hölz- aufstandes seine Organisation sogar einen„Misthaufen" geiannt hat- Das unabhängige Parkeistalut. Der in der„Freiheit" veröffent- lichte Entwurf läßr eigentlich nichts mehr davon merkei, daß die IlSP. in ihrer Blütezeit— als es ihr erfolgreiches Benühen war, Moskau den Weg zu ebnen— das Feldgeschrei geger die„In- stanzen" führte. Ein Trost davon ist höchstens die Bcstinmung, daß ein außerordentlicher Parteitag bei Weigerung aller Intanzen von den Antragstellern selbst einberufen werden kann. Nich fristgemäß beantragte Aenderungen des Statuts sollen auf dem Parteitag nur beraten und beschlossen werden können, wenn mindetens drei Viertel der Delegierten zustimmen. Pcamlcnrechk. Im ZteichstagsauSschuß fürBeamten" angelegen Reiten wurden am Sonnabend die ZusfübrungS- bestimmungen zum neuen BeioldungZgesetz weiter besprochen.— Angenommen wurde eine EntsckiUeßung, daß bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Beamten und ihrer Dienststellen- teiiung mit den beteiligten Beamtenorganisstiouen zu verhandeln ist. Sommertheater. Die Deutschen exportieren jetzt einen besonderen Schund von Kolportagcfilmcn nach depr Ausland. Alle romantische Verlogen- heit, alle Verwässcrung tiefer Seelenprobleme, alle Spekulation auf die allgemein europäischen Klatschweiberinstinkte kehren in diesen Lichtbildstücken wieder, obwohl sie mit einer außergewöhnlichen Regie und Technik hergestellt werden. Für die Verblödung der Massen und die heimliche Erniedrigung des Geschmackes werden Hunderte von Millionen ausgegeben. Hunderte von Millionen werden auch damit verdient. Die Kolportagcfi-mstücke werden für die Redebühne hergerichtet, die Redestücke für den Film usw. Es ist ein Handin- Handarbeiten einer ganzen Loge sehr gerissener Fabrikanten für den schlechten, für den naiven Geschmack, der nicht erzogen worden ist, und der sich darum nicht wehren kann. Früher hätte sich solch deut- scher Kolportagefabrikant als Franzosen ausgegeben. Heute nennt er sich einen Amerikaner und etwa S i d n c y G o r r i ck. Er ist immer der gleiche, er ist immer zu Haus« zwischen Budapest und Berlin. Er steht im Dienste dieses Volksoerblödungskonzerns, der sich die Kinos und die anderen Theater langsam insgesamt erobert. Und gerade im Sommer, wenn der gut zahlende Mann Seewind atmet, gewürzt mit Sherry und anderen Erholungsfreuden, opfert der schlichtere Mann gern einen Tageslohn für das Theater. Für diesen weniger zahlungskräftigen Mann werden die zahlreichen Sommer- theater am Leben gehalten. Der andere weiß von vornherein, daß ihn der Schund nichts angeht. So ist es nebensächlich, ob das Sommerstück„Das Geständnis" oder„Die Verstocktheit" heißt. Es ist immer nur ein Gemisch von Kriminalistik, einem Schuß Geilheit, Milliardärstum und jener Welt, die man die große oder halbe nennt. Es ist nicht spannend, es ist nur überspannt. Ein Schwurgericht, ein Divan mit Kissen, ein Revolver, ein Telephon sind die Requisiten, ein Detektiv, ein HoK> stapler, eine.mnverstandenc Frau", ein niederträchtiger Lakai sind etwa die Menschen. Das läßt sich alles nach Belieben gebrauchen. Das internationale Kolportagcstück des„Deutschen Kunst- ler-Theaters" heißt„Das G e st ä n d n i s". Hanna Ralph, Arnold Korff und. Paul Otto spielen darin den Milliardär, den Spitzbuben und die Frau, die schließlich den Revolver abknallt. Eine Hundepeitsche, die nicht in Tätigkeit tritt, sondern nur unter den schon genannten Seidenkissen von weichen, aber erbasten Frauen- Händen mißhandelt wird, trägt wesentlich zur Verschärfung der see- lischen Kämpfe bei. Das Stück Papier, dos die Namen der Künstler enthält und darum„Der Zwischenakt" getauft wird, kostet in diesem Theater zwei Mark. Die Aufbewahrung der Garderobe tostet 1*50 sy. Das Neue Volkstheater hat mit einer bemerkenswerten Geschicklichkeit den Sommcrpatron gefunden, der in sein Haus paßt. Es ist Ludwig Thoma, der einst ein lustiger„Lausbube" war, und der heute an der Spitze des mit Recht hrchberühmten Mießbacher Geisteslebens steht. Von Ludwig Thoma besitzt die deutsche Literatur den Schwank„Die Lokalbahn", der die Großmäuligkeit und innere Feigheit ehemalig königlich boarischer Beamten entschleiert. Man nannte das damals Miinnerstolz vor Königsthronen. Heute heißt es in Mießbach und ganz Kahradien: Immer feste druff! Das war auch die Losung der Volkstheateraufsührung, an der sich Frönze Roloss, Arnim Schweizer und Manfred Fürst besonders verdienstvoll beteiligten. Es war weder geschmackvoll noch klug, in diesem Augenblicke grad Ludwig Thoma an einem Voltstheater zu ehren. Max Hochdorf. Ein nener Reichsstempel ist durch Verordnung des Reichspräst- denten zur Ausgabe gelangt. Der Entwurf stammt von dem Münch- ner Graphiker Siegmund von W e e ch. Don Weech hat sich durch zahlreiche graphisch« Arbeiten, die er im Laufe der letzten Jahre für amtliche Zweck- ausgeführt hat, bereits einen Namen gemacht. Der von ihm entworfene Reichsstempel weist gegenüber dem bisher ver- wendeten weitgehende Vorzüge auf. Dieser Stempel wird stets deutlich und bestimmt erscheinen, während die Züge des bisherigen Typs fast immer verklext und fragmentarisch herauskamen. Dem Wunsch einer Rücksichtnahme auf Zweck, Größe und Technik dieses stattlioien Hoheitszeichens entsprechend, hat es der Künstler ver- standen, den Adler, der sich, in«in Sechseck einbezogen, gut in das Rund des Stempels einfügt, so klar und übersichtlich zu gestalten, daß er auch in der Verkleinerung noch eine kräftige Wirkung ausübt. „Eine Aeußerung des Zeitwillens und des Zeitaltere, deren man sich freuen darf", fo nennt diese Adlerlösung der Reichskunstwart Dr. R e d s l o b. Die Umschrift des Stempels weist in klaren Zügen die Worte auf„Deutscher Reichs st empel— Reichsadler". Die erste Zusammenkunsl deutscher und javanischer Gelehrter nach dem Kriege fand aus Einladung der„Berliner Vereinigung japanischer Mediziner" am Sonnabendabend im Hotel Adlon statt. Nachdem vor einigen Monaten die mcdiziniickien Vereinigungen Japans in einem Telegramm an die Deutsche Medizinische Gesell- schaft den Wunsch ausgedrückt hatten, die alten geistigen Bande mit Deutschland wieder anzuknüpfen, halten sich zur Ausbildung eine Reihe japanischer Forscher in Deutschland auf. Diese hatten eine Anzahl deutscher Professoren, in deren Instituten und Laboratorien Japaner arbeiten, zu einer gemeinsamen Sitzung eingeladen, um in persönlicher Aussprache und Fühlungnahme die wieder angeknüps- ten Beziehungen enger zu gestalten. Von deutscher Seite waren 25 Profefforen erschienen, unter anderem die Herren His, G o l d s ch m i d t, Neuberg, R u b> ner. Schwalbe, ferner Oberstabsarzt Strauß und nl? Gast Kapitän zur See v. P u st s u. Per Leiter der Versammlung Dr. Kann, Professor der pathologischen Anatomie an der Hoteydo- Universität, versicherte von neuem, daß die wissenschaftliche Welt Japans von dem aufrichtigen Wunsch erfüllt wäre, deuernd mit den deutschen Fachgenossen in f-eundschaftlichem Verketr zu bleiben. Es sprach dann der Augenarzt U s h i d a in gleichen Sinne. Auf Wunsch der Versammlung ergriff Professor Neu birg das Wort und wies darauf hin, daß die deutschen Forscher diese freundschaftlichen Gefühl« der japanischen Gelehrten um so eher erwidern könnten, als während des Krieges allein in Japan drei wissen- schaftliche neue Zeitschriften gegründet wären, die in deutscher Sprache erschienen, wodurch die Japaner ihr Bekenntnis zur deut- scheu Kultur in unzweideutiger Weise an den Tag gelegt hätten. Während des sich anschließenden Festessens sprach Professor R u b n e r als Dekan der Berliner medizinischen ßakultät über die Bedeutung der Wissenschaft im internationalen Leben und ihre all- gemeine Wichtigkeit für die Beziehungen zwischen den Kulturstaaten. Professor Golds chmidt hob die gute Aufnahme hervor, die die deutschen Gelehrten in Japan stets gefunden hätten. Eine Reihe Japaner, darunter Professor O k a m a z o, Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Tokio, überbrachte Grüße der Gelehrtcnkörper- schaffen Japans. Ein„Film-Völkerbund". Die Bewegung für den Schul- und Lehrfilm ist in England wie bei uns im Wachsen begriffen, und allenthalben sucht man die besten Organisationen zu schaffen, um dieses wertvolle Anschauungsmittel dem Unterricht zugänglich zu machen. Einer der Vorkämpfer dieser Bewegung, E. 5). Heywood, tritt nun mit dem Plan hervor, man solle einen„Völkerbund im Film" schaffen.„Wenn die Unterrichtsbehörden der großen Mächte," sagt er,„sich zusammentun würden und zunächst einmal einen Grundstock von 200 ausgezeichneten Lehrfilms herstellen könn- ten. dann würde eine Zentralorganisation zu schaffen sein, die von höchstem Wert wäre. Die einzelnen Länder könnten solche Films untereinander austauschen, und so ließe sich ein wirklicher inter- nationaler Geogrephieunterricht mit geringen Kosten ermöglichen." Londoner Thcaiermisere. Wegen andauernd schlechten Besuchs haben am Sonnabend elf Londoner Theater ihre Pforten g«. schlössen._ Die Domin eroper im Wallnertheater Hilter der Leitung Heinrich Nekits wurde am Sonnabend mit Kienzls.tk u br ei g e n" eröffnet. Das Orchester unter Philips H o s s m a n n löste seine Aufgabe sttlgemäg und llanglich. AIS Träger der Hauptrollen babeu Margarete Schleemüller und Adolf L u ß m a n n das Haupt verdienst an der wohlgelungenen Auf- sührung, dt« das gefällte Haus befrledigle. Der Librcttiit deS„Zigeunerbarou-, I. S ch mi tz e r, ist am Sonnabend in Wien, kll Fahre alt, g c sl o r b e n. Wer besitzt Briefe von«xäsar �laisctzlen? Die Witwe Cäsar F l a i s ch I c n S billci alle Freunde und Vcrclirer deS vertzordenen Dichters, ibr freundlichst zwecks späterer Veröffentlichung kuizc Zeit Einsicht in noch vorhandene Briese gewähren zu wollen. Ueberleudungen eingeschrieben erbeten nach Berlin W 85. Kurjärstenstr. öl. PortoauS lageu und sonstige Unkosten werde» vergütet. pariser Hestbluß übe? Gberschlesten. Aaris. 20. Zum.(DTR.) Wie»Zilatin" mificUf, haben MinisterprSfldevt Brinnb und Lord<£ur,on den Beschluß gesaßt. die drei alliierten Kommissare in Oppeln mit Rachdruck aufzusordern, min endlich ihre Berichte über die Srenzsesk- setzimz zu erstatten. Sic sollen ausgesorder! m erden, sich zu einigen, und mau habe ihnen sehr ernst mit der Entsendung von Sachverständigen gedroht, die an ihre Stelle treten sollen, wenn die Kommissare nicht dazu gelangten, sich ihrer Aufgabe zu cntledizen. Einzelheiten über die Unterredung gibt perlinax im»Echo de Baris-- Lord Curzon habe erklärt, daß nach der" Ansicht seiner Regierung das Industriegebiet Oberschlesiens un- teilbar sei und daß angesichts der von Denlschland erzielten Wehrheit seine Zuerkennung an das Deutsche Reich nicht verhindert werden könne. Er habe gegen General L e R o n d nochmals die alten Vorwürfe erhoben und vorgeschlagen, daß an seine Stelle eine hohe Bersönlichkeil.die außerhalb des Heeres stehe, treten solle. ult, Mariendvrser Eck. ö. M. Abt. Diensta«. den 21. Juni, abend« Tl/j Uf)r; gutammentuntt siimtiiiber flunttioniire,?e!r>cbevertrauen-Z>elile und Eilernbeiräie bei Debrendl. Ltebig. uraße?«. Vortrag des/, Uhr. Stenographenverein Stalze-Schrop, Rordbe-irt. Uebungen für Domen nnd Herren Dienstag 71/i— d'/j Uhr in der 120. Gemcindeschule, tSartenstr. 107«. Sport. Mrm«eu zu Rubleben. 1. Renne». 1. �rcmdllna(H4„Schleusener). g. Erdmann sHarlseil), 3. Harald I sRotbmeieri. Tot. 12S: in. PI. 23. 14, 20:10. Ferner licsen: Rautendclcin I. Narzisse II, Tr. Adolph K.. Gold- slern diSgli., Are?, Verdun, Eduard 1, Ltbeldert. Mädel, Maurice(A. Frenndt al? 2. MSg»).— 2. Renne n. 1. Flieger I tHm Tä-lensenerl, 2. Lucia H. t.graliiO, 3. Sigurd(Treuderz fr.). Tot. 14: l1 c n. 1. Aulttonator sRöslcrl, 2. Donna Todd COm. Schlcusner), 3. Vincy Binaen((Rropmatm). Tat. 175:10. PI. 55, 34:10. Ferner liefen: Arena I, Marschall Hinden- bürg, Long Panline.— 7. Nennen. 1. Clara Binaen tRingius), 2. Peter I(Hartleil), 3. Araber(Osterboff je.). Tot. 262:10. Pl. 33. 23, 15; 10. Ferner liefen; Handstreich, Dolch, Monarchist kam als 1. aw kaina 'Wetten, Erbprinz, Zufall.— 8. R e n n e n. 1. QuaSca /Elias), 2. Wacht- meister Fritz /Hatzler jr.I, 3. ZenokrateS /Heiden). 4. Cbarlotte Kniar /Dame« wttz). Tat. 36: 10. Pl. 21. 23. 28:10. Ferner liefen: Xaver. Hinden- bürg II, Mitrowica, Volkslied, Wagehals, Perry!k.. Finale I. Renuen zu Hamburg- Horn, Tonntag. Ii». Juizt. Großer H a n f a- P r e i S 1. Der Mobr(Zimmermann). 2. König Mida»(Olejnik), 3. Pallenberg in der Provinz Bran- denburg beschäftigt werden, seien fernzuhalten, bis unsere Arbeits- losen untergebracht sind. Fritz Schmidt- Berlin will, daß die Gewerkschaften die Auf- i gaben der Mieterverbände übernehmen und weist darauf hin, daß l man auch bei den Parlamentswahlen der Dinge eingedenk und für eine sozialistische Mehrheit sorgen soll. Dr. P f i r r m a n n(Afa) setzt sich in grundsätzlichen Fragen mtt dem Referenten auseinander. Er befürchtet, das zentrale Problem werde in zu vielen Einzelgruppen zersplittert und fordert restlose Bollsozialisierung, die jedoch ohne politische Machtentfallung Nicht zu erreichen sei. Er wendet sich gegen Bcrbraucherkartelle, zumal man gestern gefordert habe, in der Räteorganisation den Verbrauchern keine besondere Vertretung einzuräumen.— Der Referent geht in der Diskussion auf die Ausführungen des Vorredners ein, um zu sagen, daß eine Gegensätzlichkeit der Auffassungen in Wirklichkeit nicht be- steht und es sich nur um ein Mißverständnis handeln kann. Die vorgelegte Entschließung wurde einstimmig angenommen. Darin wird gefordert, daß eine planvolle gesicherte Bautätigkeit einsetzt, um die deutsche Wirtschaft zu stärken und die Ernährungslage zu bessern, die Wiedergutmachung nicht zu gefährden, durch soziale Schäden und Erschütterungen, die als Folgen einer weithin daniederliegenden Bau- Wirtschaft eintreten müßten/ Auf Grund der Verfassung seien endlich die gesicherten Grundlagen für eine Gemeinwirtschaft im Bau-, Siedlungs- und Wohnungswesen zu schaffen. Weiter wird gefordert, daß zur Durchführung dieser Maßnahmen tatkräftige Wirtschafts- führet berufen werden. Bis zur endgültigen Regelung seien die heute schon bestehenden Möglichkeiten auszunutzen in der Boden- Politik, der Finanzierung der Neubautätigkeit, der Baustoffoerfor- gung, der Bauausführung und der Behandlung des chaus- und Grundbesitzes sowie des Mieterschutzes und der Erfassung des vor- handenen Wohnungsbestandes. Der Schluß lautet:„Die berufenen Organisationevertretcr der chand- und Kopfarbeiter erwarten endlich Taten, wenn sie noch weiterhin der werktätigen Bevölkerung und der Regierung gegenüber die Verantwortung für sachliche Arbeit tragen sollen." Die Warenversorgung der Gewerkschaften bildete den dritten Punkt der Tagesordnung. Referent ist Dr. cher- mann. Fn Zeiten, die Prsisreduktionen erwarten lassen, werden die Aufträge zurückgehalten, die Arbeiter bleiben arbeitslos. Um dem vorzubeugen, wurde das Risiko von der Erwerbslosenfürsorge übernommen,'um statt Unterstützung Arbeit zu beschaffen, preis- senkend zu wirken und damit zugleich den Lohn- und Gehaltsempfän- gern die Beschaffung von Wäsche und Kleidern zu erleichtern, was wiederum produktionsfördernd wirkt. Die Warenoersorgungsstelle ist kein Unternehmen, das auf Gewinn und Verlust basiert. Sie scheidet den Zwischenhandel aus und kann dadurch wesentlich billiger liefern. Sie fordert den Nachweis der Zahlung tarifmäßiger Löhne, worüber den Betriebsräten die Kontrolle übertragen werde, die auch die Kontrolle der Herstellung üben sollten. Man komme mit einem Aufschlag von 3 Proz. auf die Herstellungskosten bei der Preis- festsetzung aus. Von vornherein sei mit den Konsumvereinen ver- handelt worden, die jedoch eine Beteiligung ablehnten, so daß die Gewerkschaften selbständig vorgehen mußten. So seien nur 4t> Kon- sumvcreine bei der Verteilung tätig, in München, Leipzig. Dresden, Essen usw. Der größte Teil des Umsatzes entfalle auf die Provinz Brandenburg. Der rasche Aufbau binnen drei Monaten habe die organisatorische Durchbildung behindert, die aber nun ebenfalls ab- geschloffen sei. Do die Aufträge jeweils dorthin gehen�wo die größte Arbeitslosigkeit besteht, sei die Warenverbilligung etwas beeinträch- tigt worden. Man komme daher auch zur Eigenproduktion, zur Schaffung neuer Produktionsstätten in den Händen der Arbeiter für die Konfektion in Berlin, Stettin, München und Breslau. Der Front der kartellierten Unternehmer sei eine feste Front der Gewerkschasten gegenüberzustellen. In der Diskussion tritt Gebert- Berlin für eine Verständigung mit den Konsumvereinen ein. Den in dieser Beziehung erhobenen Vorwürfen tritt zunächst S a b a t h gegenüber. Der ADGB. mußte eingreifen. Die Warenoertellungsstelle wäre auf alle Fälle geschaffen wurden, wenn nicht mit ihm, dann ohne ihn. Er betonte, daß die Konsumvereine von vornherein an den Beratungen mitbeteiligt wgpen und die Verteilung übernehmen sollten. Wenn es dazu nicht kam, läge dies nicht an den Gewerkschaften. Auch K u b e vom Bundesvorstand des ADGB. nimmt die Warenoertellungsstelle gegen die Vorwürfe in Schutz. Der ADGB. Hobe feine anfängliche Weigerung, sich mit der Warenoerteilung zu befassen, erst aufgegeben, als die Aufforderungen aus dem Reiche immer dringlicher wurden, auf diesem Gebiete etwas zu tun. Werde einmal etwas praktisch angefaßt, dann kämen stets Einwendungen aller Art. In der gegenwärtigen Zeit kann auf diesem Gebiete recht Ersprieszliches geleistet werden, wenn da? nötige Zutrauen in di« eigene Kraft nicht fehlt. Für absehbare Zeit kann hier noch Gute» geleistet werden, wenn die Sache gehörig unterstützt wird. Beschlossen wurde, die Vorstände der Zentralen aufzufordern, mit den Konsumvereinen sofort Verhandlungen anzuknüpfen, um eine Verständigung über die Warenoerteilung herbeizuführen. Weiter aber, für die Koniunivere'.ne zu wirken. Ferner wurde beschlossen, eine einheitliche Betriebsräte« Zeitschrift herauszugeben. Zum Schlüsse gelangte die folgende, vom Ortsausschuß Cottbus beantragte Entschließung zu einstimmiger Annahme: „Ausgehend von der Erwägunge daß die Aktionsfähigkeit und Stoßkraft der Arbeiterklasse auf politischem Gabiete durch die Zer» splitterung und Zerklüftung wesentlich beeinträchtigt, ja mitunter sogar lahmgelegt-st, fordert die Konferenz den Bundesvorstand auf, bei allen Gelegenheiten, wo die Errungenschaften der Revolution, besonders die Rechte der Arbeiter in Gefahr sind, unverzüglich ein- zugreifen, die alleinige Führung zu übernehmen und Anweisungen zu erlasien, die geeignet erscheinen, eine erfolgreiche Abwehrstellung zu verbürgen.— Nicht genug damit, muß sofort versucht werden, der Arbeiterklasse weitergehende Rechte und Vormachtstellungen zur Ver- wirklichung des Sozialismus einzuräumen. Als Kampfmittel der Arbeiterklasie ist die Waffe des Generalstreiks in Anwendung zu bringen." OewerMafisbewegung Zur Lage in England. Im Bergarbeiterstreik hat sich seit Sonnabend nichts geändert. Es ist bisher noch nicht bekannt, ob und wann die Vollzugsausschüsse der verschiedenen Organisationen zusammentreten, von denen die Bergarbeiter eine Solidaritätserklärung gefordert haben. Man ist der Meinung, daß mehrere dieser Gruppen gegen einen General« streit sind, wie er von den Bergleuten gewünscht wird.— Aus Worwickshire, Nottinghamshire, Derbyshire und Lothian wird ge« meldet, daß„viele" Bergarbeiter die Arbeit wieder aufgenommen haben. In Leicestershire dagegen, wo mehrere Betriebe eröffnet wurden, fanden sich nur wenige Arbeiter ein.— Die Vereinigungen der Maschinisten, Mechaniker und oerwandten Berufe führen eine Abstimmung ihrer Mitglieder herbei, um zu der angesonnenen Lohn« türzung Stellung zu nehmen.'Die Entscheidung soll bis 27. Juni erfolgen._ Die Krankenkasfemnitglieder in Mariendorf. Marlenfelde wählen morgen von 10 bis 7 Uhr die Ausschußmitglieder zur Ortskranken. kasie. Die von der Gewerkschaftsunterkommission mit den Betriebs« räten'aufgestellte Liste der freien Gewerkschaften ist Liste 2. Wahllokole sind: Speisesaal der Firma Daimler:.Aller Gasthof", Moriendorf, Dorfstr. 1. Ueber die Lohnkürzungen in Amerika wird berichtet, daß für das Schiffahrtspersonal eine Regelung mit 15 Proz. Herabsetzung erfolgt und angenommen ist. Der neue Lohntarif soll bis Ende dieses Jahres in Kraft bleiben. Die gleiche Regelung sollen auch die Lohn- Verhältnisse des Maschinenpersonals der Handelsflotte erfahren. Außerdem sind Verhandlungen mll den Vertretern der Matrosen- und Heizersachverbände eingeleitet. Veranlw. für den rednkt. Till: Dr. Werner Veifer. Charlottenburg: für Anzeigen! Tb. Glocke. Berlin. Berlag: BorwürtS-Perlag G. m. b. H., Berlin. Druck! Bor« würts-Buchdruckerei u. VerlagSanftalt Paul Singer«. Co.. Berlin. Lindcnftr. Z. ijZ»| das Auffärbeniittel für alle farbigen ' zSLSmZ= Schuhe== ist in„FriedensqualitSt 1921" wieder In allen Droge« rlen, Lederhandlungen u. Schuhgeschäften zu haben. 6eit.-Vertr. Willy Key, K 58, Qandysfrajle 20 SeMelMMMelMM Jerwaltunasitcile Berlin X B. 5f, Cintenftr. 83—85 Geichaüszeit von vorm. 0 Uhr bis nachm 4 Uhr Telephon: Amt Norden 185. 1239, 1987. 9714 JJt illwoih. den 22. Inni 1921, nachm. S Ahr B r a n ch e n- V er f a m m l u n g der Graveure und Ziseleure im MSrtischen Hos, Admiralstr. 18c. Tagesordnung: 1. Aussprache über karlflichr vereludarunaen im allgemeinen. 2. Branchenangelegcn- heiten. 3. Derfehiedeues. Ohne Miigliedsbnch kein Zutrift. Achtung: Klempner! Achtung: Mittwoch, den 22. Znni 1921, ndend» 6 Ahe WMkllle SmW'MsüMlW der Klempner, Hilfsarbeiter u. Arbeiterinnen in den Festsälen„Zum Schultheis". Neue Iakobstr. 24/25 (Ecke Schniidstraße). Tagesordnung: l. Aortrag:„Entmnrt de» nenen Aeichafihulgesehe»-. Referent: Herr Sludienrat Goß. 2. Berbantsangelegenheiten. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Verfchiedencs. Miigliedsbnch legitimiert! K/t Tie Ortsverwaltung. NEVEN&CO. Spezialhaus für Holz-Aafwaschtiscbe Marmor-Waschtische Bade-Einrichtnngen Sanitäre Steingutwaren Berlin C 19 Wallsfr. 25 Untergrundbabobo! Spittelmarkt-Inselbrücke Echt »»ir» ttarVe " Walthorins Hienfonstam (Destillat) 12 n.25 Mlt.,30K1.60Mlc. frsnlco. In Apoth, Dro� sonst dir. v. Labor«». E.Walther, Halle n.S.-Trofh« 143 Wenz und Seldstandigkeit finden Sie durch Anlauf ren- ladlen.billigcn Gclchiiiles(auch mit Wohnung). Vollständig „,_ tojlenlofc Beratung und chweis� geeigneter Geschäfte durch die bekannte Wallersrrma mienderg, Aitlerstrahe 22(Marihplag) 9 bis Srone swaht nachweislich gutgehender GefchiZfle jeder Branche äderte Refereazen»oritegend. Rur persöuuche Ausrunft. Nadreustrulle 84 PräzisTi, Uhr; Internat. Damen-Boxkämpfe und dex unübertreffliche Juni- Spielplan MnhMuftio-u. SMwMiN MlenM u. Hmg.. e.(B.ilM. Dienstag, den 28. Juni 1921 abend» 7 Uhr findet im Lokale von Serile, Zehlendorf Karlstraße 12, die A. auhcrordentliche Genewl'MsLmininng statt. Tagesordnung: Beschlußfassung über: 1. Verschmelzung mit der Kon- sumgenofienschast Berlm und Umgegend, e<5. m. b. H„ 2. über die Liquidation, 3. über Bestellung und Wahl der Liquidatoren Diese zweite außerordentliche Generalversammlung ist laut S 18, 21 M- III der Sahung be- schiuNähig ohne Rückficht auf die Zahl der anwesenden De- Nossen. 170 15 Rur Mitglieder haben Autritt. Mstgiiedsduch legitimiert. See Anfstchtsrot. P. Sallentin, Borsitzender. ancherdankü Das sicherst. Mittel, das Rauchen ganz od. teilw. einrustell Wirkg. ver- _ blüffend. Auskunftums. Vers San.Artik.Qg.Englbrecht, München RA, Kanuzinerstr. 9 „Ich litt seit S Jahren an gelblichem UuSschlag mit furcht- barem Ut fUU'ß*** '/j D urch ein halbes v Stück Zucker'» itent-McdiziDal-ScKebabt Ich daS Übel Völlig beieitigt. fr S„ Paliz-Serz" Dazu uckooh-Crenie(m$tfettcnt) «. fetthaItig)dJn all.Äpothet., Drogeriea il Parfüm irtea. j PreuH Stsats-Lotlerie EOG 000 Lose mit 275 000 Gewinaen Hau pl gewinne (2„125000 250000 |2„ 50000 100000 |2„I50000 300000 12. 75000 150000 |2. m 000 350000 12.100000 200000 2.200000 400000 12.100000 200000 Haupige Winne 5. Klasse Prämien Mark Mark 2.750000 1500000 2.250000 500000 Prämien znaammen.. Gewinne 4.500090 4.300000 4.200000 4.100000 4. 75000 6. 60000 10. 50000 2000000 2000000 1200000 800000 400000 300000 360000 500000 Griginai-Loee I. Klasse empliehit »/»Los- IOM.|»/4Los-20M. »/2 Los-40M.(»/i Los- 80 M. Ir'ost�ebühr und amtliche Gewinnliste M.1.20 Stelnbsrg, slaatlier Lotteno-EiDielmier. Berün C 76, Bosenthaler Strasse 40/41 (Am Hack eschen Markt). /-----------------\ Das Fernglas für die Reise!- Prlsmenfeldstectier Besonders vorteilhafte Modelle zu billigsten Preisen Wir bitten um ihren Besuch/ Kein Kaufzwang Bereitwillige Auskunflerteilung auch nach auswärts Prompter Versand» Umfanseh gestaHei 5 RODENSTOCK Leipziger Str. 101• 102, Egiutable-Gcbluds Priedrichstr. 59-60, Ecke Leipziger Straß« Rosenthaler Str. 45. Nihe Hackeschet Markt • Joachimsthaler Str. 44, Bahnhol Zoo j frnmmmmmmmmmam1� i 8„ TeiliahlunB.5 J.Garant. Kronen 18M. Plomh. '*• 3,—. Zahnziehen m.Emspr. höchst schmerz- " lind.........- ■Lombard-Hans"l 5 H.Oraff.Leipz. Str. 7511 S — HScbste Belelbung Diskret. Reellste£* Gelegenbeits-? käufe, Uhren, f Brillanten, 3 Schmucksachen. 4> 10—50% unter Ladcnpr.> Parzellen* je Lage, vertaust billig >truereinnehm. Mernrr.Bahn- hos Strausberg. Constantinstr. 7 Parzellen in Eggersdorf, 15 Minuten vom Bahnhof Sirausberg ent- kernt, zu verkaufen. Kühn& Co. Berlin. Borckstr. IL Kurf. 2863 ■l'yjJILUWM Anzüge, konkurrenzlos, elegante Ausführung, prima Zutaten, von 275 Mark an. Besuch ohne Kaufzwang sehr lohnend. ganger. Münz- ftraße 26 II. 136)8» Nähmaschinen, Teilzahlung Hahn, Prenziauerstr. 2V.• Holzschrau» mstern, Spiraldohrer,. den billigst. Morgenst. Lichtenberg, Wcichselstrahe 18. Drabtzauageflechte für Wiedcr- verkäu-er äußerst billig. Knolh, Grüner Weg 11._ 59/12* lind. Umarb. schlechtsitz. Gebisse. Rep sof. Zahnarzi Dr. W o l(, Potsdamer Sir. 55. Hochb Spree hz. 0-7 Jeder Bezieher des Kommentars zum Betrtebs- rdtegesetz von Dr. Georg Flatow braucht auch den soeben erschienenen Kommentar xa der Verordnung betreffend Maßnahmen gegenüber Betriebsabbrüchen und Stillegungen nebst der Austübruagsnaw eisung Lnentbebrlicb fOr Betriebsräte, Gewerkschaftler. Behörden Arbeitgeber u. Arbeitnehmer. Preis 1,50 Mark und 20% Teuerungszuschlag BUCHHANDLUNG VORWÄRTS Berlin SW 68. Linderstraßc 2 Adcsfinerpumpeu, Druckpumpen. Sauger. Rohre, ge» brauchte, neue, spottbillig. Schroeder� Hochstraße 33._ Stauuenerregendl Kreuz- füchse 85. Roifüchse 75 M. an, Aloskafüchse. gobclsüchs« sowie alle anderen Pelzarien, Pelzmäntel, alles»u bedeu- tend herabgeseßlen, spottdilli- feil Pommer? reisen. Kein« ombardwarenl Leihhaus I Warschauerstraße 7. 172K* I Chaiselongue 700.—. Chaise- ! longuedecke 75,— Melollbet» ten 160.-. KinderdrahlbelL Meicke. Auguststr. 32a. Quer. ----- U3« gcbäude._ Ch-is-long-e» 200.- dl» 575,—. Umbauplüschsofas. Auflagcinoiraßon, Baten!ma» traßen 110.-. Clor. garderstraße achtzehn. 135» j Norfl-n K*: t495 Ho�Uchect< Berlin.il 143. 1 Berlin SW 68. Linden strabe 2 I UWMMWWW ■ 1 wwwwwwwwwwwww lsahrredaulaus, Nraß- 19. Linien- 149«« rm�fTOk- «ertrau-nsvoll- Ausknnst Arzl zur Etellr. Hebaunn» Ov/ö. Reue Käuigftr. 57 i(Alezauberpiaz). US» ■n« 57 2»