Nr. 269. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Juferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentegen bis 7 Uhr Abends, an Sonn: und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Berusprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin: Berliner Bolksblatt. 1ledwood JOB D Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 17. November 1894. Expedition: SW. 19, 33euth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Der Lieutenant als Staatsretter. duftenden Blatt( Nr. 33, Beilage) veröffentlicht unser„ Herr Elend aus moralischer Feigheit über das Land gebracht zu haben. " von" eine geistvolle Studie über die Revolution", und Das ist die Antwort auf Ludwig's Rede am Schaffot:" Ich bin unschuldig." Daß die Unteroffiziere Stellvertreter Gottes auf Erden sagt da: Ich habe schon 1848 immer gesagt( mit Ausnahme des sind, das hat uns der fromme Dr. Lingens gesagt, der so Die Revolution wächst naturgemäß in einer Skala, die mit stampfes in Berlin, der von oben geleitet werden muß):„ Wenn vollständig vom heiligen Geist durchtränkt ist, daß ihm auf dem" Defizit" beginnt; daraus folgt Steuerdruck; mit ihm steigt doch der König die Revolution zu besiegen den Lieutenants Erden und im Himmel nichts unbekannt sein kann. Aber die Unzufriedenheit. In dieser Periode benachtig der überließe, sie würden sehr schnell damit von der kulturgeschichtlichen Mission der Lieutenante hatten unzufriedenheit ein utopischer Gedanke, welcher das Uebel zu fertig werden, denn vom Major an fängt nach meinen wir bisher nichts gehört. beseitigen verspricht. Dies ist der Wendepunkt der Regierung; 48 er Erfahrungen auch der Kollege Bedenken" an. Die Lieutenant und Kultur höchstens mit Ausnahme der sie fängt an mit dem Feinde zu buhlen und verliert ihre Freunde Lieutenants find so prächtig unverantwortlich. Schnurrbart Kultur- galten bisher für unvereinbare Be- obne jene zu gewinnen, bis der erste Mordklaps" sie erstaunen Vom Major an ist jeder von des Gedanken Blässe der Verantläßt. Dies und manches andere erwägend muß man befürchten, wortlichkeit angetränkelt. Diese Krankheit tennt der griffe, und noch erinnern wir uns, welches heitere Gelächter daß wir ebenso der Revolution entgegentretben wie dem Kriege. Lieutenant noch nicht,( glauben wir gern. R. d.„ Vorw.") einst Adolf Glaßbrenner( Brennglas") hervorrief, als er unter Die einzige Frage ist nur, ob wir zuerst in die Scylla der Re- wenn ihm auch die Freiheit gestattet wird der Rubrik denkwürdiger Ereignisse der Welt mittheilte, volution oder in die Charybdis des Krieges mit vollem Dampf Kolosse auszubrüten". daß in Berlin ein Lieutenant über den Zweck seines Daseins voraus steuern. Mir wäre der Krieg weit lieber, denn zu dem Also warten wir auf den Lieutenant, der Koloffe ausnachgedacht habe. Das ist nun freilich schon lange her; sind wir geschult. Der Revolution gegenüber find wir die reinen brütet". und der Moloch des Militarismus ist seitdem so riesig Waisenknaben, denn da lassen uns die Bestimmungen" im Stich. Vorläufig haben wir blos 3 merge, die brütend auf gewachsen, daß der Lieutenant, der doch ein Stückchen von Wir sind aber alle so geschulte Gesezesmänner", daß wir dem Siesem Moloch ist, nothwendiger Weise mitgewachsen sein Revolutionsmann, welcher alle Gesetze unter die Füße tritt, Windeiern fizen. ziemlich rathlos gegenüberstehen. Wer 1848 schon gedient hat, muß. Und heute hat er eine Kulturmission die höchste, wird mir beistimmen. Karl Moor sagt in Schiller's Räuber: die es im Reiche des Moloch giebt: die Vernichtung der„ Das Gesetz hat zum Schneckengang verdorben, was Adlerflug Umsturzparteien", die Vernichtung der Sozial- geworden wäre. Das Gesetz hat noch keinen großen Mann ge- Wie bereits kurz mitgetheilt, wurde unser Genosse Dr. Grad demokratie! bildet, aber die Freiheit brütet Roloffe aus." Rein Dichter der nauer vom Dresdener Schöffengericht zu 10 Monaten Gefängniß Sigen da seit Monaten die staatsweisen Herren in Welt hat ganz ohne Sachkenntniß, troß seines Jdealismus eine verurtheilt, weil er die Militärbehörde, sowie das InfanterieBivil und stecken seit Monaten die Mandarinenzöpfe zu- fo prophetische Gabe besessen, wie Echiller. Er schrieb diese Regiment 102 beleidigt haben sollte. Den Beweis, daß nicht er, fammen, um den moralischen" Achtmillimeter zu entdecken, Worte als 20 jähriger Karls- Schüler 1779 und 25 Jahre später sondern ein anderer die fragliche Notiz verfaßt, ließ das brütete die Freiheit den Kaiser Napoleon aus. Alle unsere Ge- Gericht nicht zu. Ein Kriminalbeamter Born erklärte, daß vermittelst dessen man den Kopf der Sozialdemokratie wie fühle, deren Thaten 1813 diefen Koloß wieder zerschmetterten, eigentlich nur Gradnauer die Zeitung redigire, während einen Topf in Scherben zerschießen" und ihr für immer das stehen zehn Jahre früher geschrieben im Tell, der Jungfrau, Don die anderen Redakteure lediglich mit Beitungslesen sich Lebenslicht ausblasen kann. Carlos, Demetrius und Wallenstein und begeisterten Breußen beschäftigten. Diese Angaben eines Polizisten über die Redaktion Was Teufel, moralische" Achtmillimeter! Un- nach des Dichters Prophezeihung. Wie würde er, wenn er es einer Zeitung dienten dem Urtheile zur Unterlage. Als der finn!" - ruft da plötzlich in die zusammensteckenden Man- noch erlebt hätte, die große Zeit gefördert haben. Schiller's oben hauptsächlichste Beweis dafür, daß Gradnauer der Verfasser der darinen- Böpfe hinein eine schnarrende Kasernenhof- Stimme- genannte Dramen wurden erst verstanden, als er todt und die beiden Artikel sei, wurde sein Geständniß" vor dem MilitärUnsinn! Was tönnen, geistige Waffen" uns nußen? Beit erfüllet war, die sein prophetischer Geist vorher gesehen gericht angesehen. Und dieses Geständniß" ist es, welches dem Militärgerichtsverfahren eine neue Beleuchtung giebt und Grade Berbrecht Euch nicht die Böpfe! Ich habe das Heilmittel, batte. nauer als Opfer des Militärgerichtsverfahrens erscheinen läßt. ich habe den Retter! ich habe den Erlöser er heißt Allerdings hat Gradnauer damals zugestanden", daß er der Verfasser sei, aber sehen wir einmal zu, wie und unter welchen Umständen dieses Geständniß" zu Stande tam und welcher Werth demselben deshalb beizulegen ist. Lieutenant!" " Der Fall Graduauer. " " " Die Revolution will etwas erringen, der gefeßliche Staat will erhalten. Die Revolution greift an, der Staat vertheidigt. Der Revolution ist jedes Mittel recht, Brand, Raub, Mord, Man glaubt wohl, wir scherzen? Bei einem so ernst der sittliche Staat beschränkt sich selbst auf so peinlich abgewogene haften Ding wie dem Lieutenant hört aber der Spaß auf. Grenzen, daß er immer mit" halben" Maßregeln ficht und die Nein, es ist kein Scherz, es ist blutiger, militärischer ,,, edel- Revolution stets mit ganzen. Die Revolution hat nichts zu Ueber die Ursachen und den Verlauf des Prozesses schreibt fter" Ernst. Und um jeden Zweifel an unserer tief verlieren, der Staat alles. Die Revolution ist überall im Vor- die Sächsische Arbeiter- 3tg." noch folgendes: fittlichen Wahrhaftigkeit geben Wie erinnerlich, wurde Gradnauer im vorigen Jahre auf auszuschließen, wir theil gegen den Staat, und wenn der Staat seine ihm von Gott gleich den Namen und das Nationale" des Mannes anvertraute Macht nicht rechtzeitig gebraucht, so verfällt er den Antrag der Militärbehörden verhaftet infolge einer Notiz in mit der schnarrenden Kasernenhofs- Stimme. Er nennt Gerichten Gottes. Dieses Verbrechen gegen Gott und Menschen unserer Zeitung, deren Schluß besagte, Gradnauer habe während sich„ Herr von" natürlich!- Herr D. von Monteton". führte Ludwig XVI. auf das Schaffot. Sein Dulder- Muth war seiner zehnwöchentlichen Uebung dazu beigetragen, soweit es heroisch und bewunderungswürdig, aber von Königen fordern unter den schwierigen Verhältnissen möglich sei, den Sozialis Und die geweihte Stätte, wo er seine Stimme hat ertönen Gott und Menschen Herrschertugenden, aber keine Duldertugenden. mus unter die Leute zu bringen, welche die Bajonnette tragen. laffen, um den Messias zu verkünden, ist die" Deutsche Wenn Könige die Bösewichter nicht strafen und die Guten nicht Vor dem Militärgerichte gab Gradnauer den Verfasser δα er es für Armee Zeitung". In diesem Juchten- und Loyalität schützen, so jühnt ihr Tod feineswegs das Verbrechen, all dies an, ganz ausgeschlossen hielt, der Kugeln, das Zischen der Granaten, die Nachtwachen auf dem Dache des Hauses beschrieb, da sperrten seine fleinen Zuhörer Mund und Dhren auf, damit ihnen keines seiner Worte entging. sid Tan M Feuilleton. [ Nachdruck verboten.] 6 Im Exil. Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung von Marie Kunert. Brr! dachte René bei sich, so liebenswürdig wird sie nicht alle Tage sein. Was für ein Gletscher! Na, für diesen Preis tann ich auch nicht alles haben, Aussicht auf den See und mütterliche Zärtlichkeit obendrein. ein kleiner Sauſewind, wie die Mutter sagte, der noch immer nicht daran denken wolle, daß er zwölf Jahre gewesen sei und nun ein gesetztes Fräulein werden müsse. Annette, die den neuen Ankömmling aber mit ihrem schönsten Lächeln und ihrer schönsten Verbeugung begrüßt hatte, nahm jetzt eine schmollende Miene an und zuckte die Achseln. " Sie sehen es ja, mein Herr, sagte Frau Roveray mit ärgerlicher Stimme. Du schämst Dich auch gar nicht, mein Fräulein! Ich werde Dich aus dem Salon schicken müssen!" daß Jetzt konnte Annette sich nicht mehr halten. Die Frage brannte schon lange auf ihren Lippen: Und Sie haben keine Furcht gehabt? rief sie endlich. O freilich, sogar mehr als einmal, erwiderte René lachend. Allein ich habe immer so gethan, als ob ich mich ganz behaglich fühlte! Nach dieser Antwort erreichte die Bewunderung der René bat für die kleine Sünderin um Gnade. Kinder ihren Gipfel. Sogar Frau Roveray trat aus ihrer Am selben Abend noch zog er mit seinem bescheidenen Es mag noch einmal hingehen, sagte die Mutter, aber Burückhaltung heraus, um, während ihre Stimme so etwas wie Gepäck ein. Man bot ihm zur Feier dieses Ereignisses im unter der Bedingung, daß ich Dich den ganzen Abend über Hochachtung ausdrückte, nach einigen Einzelheiten zu fragen. Salon eine Taffe Thee an. Der Salon war ein großes, nicht höre. Mit Ueberraschung sah René, welchen mächtigen Eindruck dieses tables Gemach, das einen strengen, beinahe klösterlichen Annette setzte sich refignirt. Aber wenn ihr Mund nicht ferne Paris, das besiegte, zerstörte, niedergebrannte, hier Eindruck machte. Alles war peinlich eigen gehalten, aber sprechen durfte, so sprachen ihre Augen für zwei, zuerst um ausübte, und wie es diese Menschen so zu interessiren verohne Eleganz und Komfort, kein Teppich, Vasen ohne dem jungen Manne herzlichen Dank zu sagen, dann um mochte, daß er in ihren Augen als etwas Besonderes da Blumen, blendend weiße Vorhänge an den Fenstern, ihrem Bruder irgend ein spöttisches Zeichen zu machen, um stand, nur weil er in Paris dabei gewesen war. graue Papiertapeten mit dunkelgrauen Blumenranten, auf einen vorwurfsvollen Blick mit stummem Troß zu Unterdessen hatte eine alte Magd den Thee herein als einziger Schmud einige mitleiderregende Kupferstiche, antworten und um, groß aufgeschlagen, das Interesse, gebracht, und sofort schnellte Annette in die Höhe, um ihn ein fleiner, grünlicher Spiegel, der die Gefichter in allen das fie an der Unterhaltung nahm, zu zeigen. zu serviren. von Paris. Regenbogenfarben wiederspiegelte; in der Mitte auf einem Man plauderte über die Belagerung Sachte! rief die Mutter. Ach, mein Herr, dieses Kind länglichen Zische eine große Bibel mit Metallflammern. René erzählte mit gutem Humor mit gutem Humor von den gastro- bringt mich noch zur Verzweiflung. Sie hat noch nicht am Episoden, die meisten Einige Möbel waren hier und da in peinlichster Symmetrie nomischen geeignet einmal gelernt, vernünftig zu gehen. aufgestellt, außerdem befand sich ein Piano, auf dem in waren, seine Zuhörer zu amüsiren, von dem Kohl, von dem Thatsache war es, daß das junge Mädchen wie ein schöner Ordnung Notenhefte geistlichen Inhalts aufgestapelt jedes Blatt fünfzig Centimes fostete, von den kleinen rofiger Schmetterling umherflatterte. Sie war flein für ihr Lagen, im Zimmer. Ein steifes, hartes Sopha schien jeden Näpfen mit Butter, die man einander als werthvollstes Alter, besaß aber vielleicht gerade darum diese Ueberfülle aufzufordern, sich nicht darauf zu sehen. Während René Geschenk zum Jahrestage überreichte, von den Gerichten, von Lebenskraft, die sich ununterbrochen in zierlichen, lebmit einem Blick diese ganze, altmodische und geschmacklose die man aus Pferdehufen bereitete, und die sich unter dem haften, beschwingten Bewegungen Luft machte. Ein drolliger, Einrichtung überflog, stellte Frau Roveray, steif und Messer wie Kautschuk krümmten, und wenn man sie in fleiner Kobold, dachte René für sich, wenn er sie gehen geremoniös wie immer, ihre beiden Kinder vor, zuerst ihren Wasser tochte, sich gar in eine schreckliche, gallertartige und kommen sah. Weiche, blonde Haare, deren Glanz an Sohn Henri, der ihr ähnelte, nur daß seine Züge weicher, Brühe auflösten. Die beiden Kinder betrachteten den Helden, den des Kupfers erinnerte, umgaben in wirrem Gelock das der Ausdruck sanfter war, einen Knaben von elf Jahren der den Muth gehabt hatte, Hunde, Kazen, Eselfleisch Köpfchen. Fast in jedem Augenblick mußte sie die Locken mit braunem Kopf und ernster nachdenklicher Miene. und viele andere undenkbare Dinge zu effen, mit un- aus dem Gesicht streichen, und dies war stets die VeranDann tam ihre Tochter Annette an die Reihe, verhohlener Bewunderung. Aber als er das Pfeifen lassung zu einer Bewegung, die kokett gewesen wäre, wenn derselbe besirast werden könnte. Der Verfasser sollte vor dem Militärgericht vernoinmen werden, verweigerte jedoch die Aussage, da er das Militärgericht nicht für zuständig er- achtete. Daraufhin sagte der Auditeur zu Gradnauer, daß die Untersuchung nun noch lange dauern könne und der angegebene Verfasser wahrscheinlich in Zwangshafl genommen würde. Gradnauer, der in der Verantwortung der Notiz keine Gefahr sah, glaubte aus den Worten des Auditeurs entnehmen zu können, daß es mit der Untersuchung zu Ende sei, wenn der Ver- fasser bekannt wäre. Aus diesen Gründen erklärte Gradnauer, er sei der Verfasser.— Darauf wurde Gradnauer aus der Haft entlassen. Bei der zweiten Notiz gab Gradnauer vor dem Militärgericht die Erklärung ab, daß er wohl glaube, nicht nölhig zu habe», Auskunft darüber zu geben, wer der Verfasser sei, da wurde ihm aber erklärt, daß er Auskunft geben m ü s s e. Gradnauer war Soldat, stand vor seinem Vor- gesetzten, hätte er keine Auskunft gegeben, so wäre dies eine Gehorsamsverweigerung gewesen— so hat es wenigstens Grad- nauer ausgefaßt. Da nun Gradnauer befürchtete, in der Notiz könnte eine Beleidigung erblickt und der Verfasser unter Anklage gestellt werden, so konnte er es nicht über sich bringen, einen Freund zu verrathen; er erklärte deshalb, selbst der Verfasser zu sein. Und diese Aussagen sollen ein unumstößlicher Beweis dafür sein, daß Gradnauer der Verfasser wirklich ist! Als dritter Be- weis wurde die Thatsache angesehen, daß der Brief, welchem der Inhalt der zweiten Notiz entnommen war, in Gradnauer's Zimmer gefunden wurde. Diese Thatsache kann nur derjenige als eine» Beweis für Gradnauer's Verfasserschaft ansehen, der von einer Zeilungsredaktion kein Verständniß hat. Diesen Be- hauptungen und Annahmen gegenüber bean- tragten die Angeklagten, Zeugen zu vernehmen, welche beweisen können, daß nicht Gradnauer, sondern ein Anderer der Verfasser ist. Die Be- weisanträge der Angeklagten wurden aber s ä m m t l i ch abgelehnt! Dieses Verfahren des Gerichts ist um so ausfälliger, wenn man bedenkt, daß zum Beweise für Gradnauer's Schuld die „Gefühle" eines Kriminalbeamten angezogen wurden. Ja, man höre und staune, der Kriminalbeamte Born sagte unter seinemEide aus, daß er dieSchreib- weise Grad nauer's kenne, weil er schon öfters — Beschwerdeschriften von ihm gelesen habe! Da muß einem ja der Verstand stille stehen, wenn man dies hört. Nichts von alledeni, was man für die Verfasserschaft Grad- nauer's angeführt hat, kann als ein endgiltiger Beweis angesehen werden, und würde das Verfahren des hiesigen Amts- gerichts gutgeheißen werden, so könnte in Zukunft jeder Redakteur oder Schriftsteller als Versafser eines Artikels belangt werden, wenn ein Kriminalbeamter erklärt, er habe das„Gefühl", daß dieser oder jener der Verfasser sei. Alle Gegenbeweise, alle Aus- sagen der Zeugen müßten dann gegenüber den„Gefühlen" der Polizeibeamten in den Hintergrund treten. Gegen eine solche Gerichtspraxis müßte sich die ganze öffentliche Meinung auflehnen, dagegen Protestiren. Hätte man den Beweis zugelassen, daß nicht Gradnauer, sondern ein Anderer der Verfasser ist— im übrigen hat der Mitangeklagte Redakteur Fischer den thatsächlichen Verfasser genannt—, so hätte sich die Unschuld Gradnauer's ergeben. Ueber die furchtbar hohe Strafe wollen wir kein Wort ver- lieren— das sind wir Sozialdemokraten in Sachsen gewöhnt; aber wieso man dazu kommen kann, in der Notiz, welche doch nur sagt, Gradnauer habe dies und jenes gethan, eine Be- leidigung für das Regiment zu finden, ist uns auch nach der Urlheilsbegründung noch ganz unerklärlich. Die «Frkf. Ztg." hat mit diesem Urtheil Recht bekommen, wenn sie vor einiger Zeit schrieb, in Sachsen sei kein Ding unmöglich. Daß es bei der Strafe Gradnauer's nicht bleiben kann, sind wir überzeugt; das Landgericht m u ß den Beweis zulassen, daß Gradnauer thatsächlich nicht der Verfasser ist. Die Freisprechung Gradnauer's wird die Folge sein, aber die Untersuchnngshaft, in der er sich jetzt befindet, hat er dann— wir hoffen allerdings bestimmt, daß er bald freigelassen werde— verbüßt, denn-- Strafe muß sin!------- VolitUihe UoverNckzt. Berlin, den 16. November. Der„Bortvärts" und der Parteitag. Ans dem Umstand, daß wir über die vorgestrige Berliner Partei- Versammlung, die sich mit dem Parteitag beschäftigte, aus- führlicher, als dies unsere dnrch Raumrücksichten uns auf- gezwungene Gewohnheit ist, berichtet haben, könnte ge- folgert werden, wir hätten damit indirekt Partei ergriffen. Gegen eine solche Annahme müssen wir uns verwahren. Ausführlich mußten wir in diesem Falle berichten, einer- seits um den Vorwurf, wir wollten vertuschen, nicht auf- kommen zu laffen; anderseits um den Genossen den ganzen Umfang des Gebiets zu zeigen, auf welchem die Diskussion sich vorgestern bewegte, und auf welchem die dieser Dis- kussion voraussichtlich entspringende Debatte sich bewegen wird. sie nicht so natürlich ausgesehen hätte. Annette's feiner, etwas spöttischer Mund, chr keckes Stumpfnäschen, ihr blendend frischer Teint, alles sprach in ihrem Antlitz von Gesundheit, Frohsinn, Lebenslust und dem unbezähnibaren Verlangen nach Bewegung. Ob sie hübsch war? Noch nicht. Da�u war sie noch zu mager, zu schlank, aber merk- würdig fesselnd war ihre ganze Erscheinung, besonders wenn ihre blauen, von Spottlust funkelnden Augen plötzlich im leidenschaftlichen Ausblitzen fast schwarz wurden. In solchen Momenten glaubte man in die Augen der heranreifenden Jungfrau zu blicken, nicht in Kinderaugen. Dazu kam dann ihr schlecht sitzendes schwarzes Kleid, das sie älter er- scheinen lassen sollte, die gesetzte Miene einer erwachsenen jungen Dame, wenn ihre Mutter sie auf eine gewisse Art anblickte. Aber das dauerte nicht lange. Ein Sprung, ein Lachen, eine Grimasse, ein lustiges Wort, und vorbei war's mit dem erkünstelten Ernst. Frau Roveray mochte noch so viel schelten, Annette hörte nicht auf ihre Ermahnungen. Nene wäre sehr verwundert gewesen, wenn man ihm gesagt hätte, daß Annette sich an diesem Abend seinetwegen besonders artig betrug. Es war aber in der That so. Ein großer junger Mann mit einem Schnurrbart, ein Lehrer, ein Pariser, der Soldat gewesen war, das imponirte dem jungen Wildfang. Außerdem gefiel Rens ihr auch sehr gut. Sie rechnete schon darauf, daß sie ihn auch einmal für sich allein haben werde, da er im Hause wohnen und speisen sollte. Sie hätte am liebsten in die Hände klatschen mögen, als ihre Mutter ihm beim Abschied einlud, am nächsten Tage mit ihnen in die Weinberge zur Lese zu gehen. Glücklicheriveise unterdrückte sie diesen unpassenden Freudenausbruch noch rechtzeitig. Als echte Waadtländerin besaß Frau Roveray auch einige Weinberge. In diesem Jahre war der Herbst außer- ordentlich reich ausgefallen, so daß die vorhandenen Fässer nicht genügten. Auf einer solchen Weinlese ging es lustig her. Es war ein Familienfest, ja beinahe sogar ein Volks- fest, zu dem der neue Pensionär nun eingeladen war. Die Bei derartigen Auseinandersetzungen innerhalb der Partei, hat die Redaktion des„Vorwärts" stets strengste Neutralität für ihre Pflicht erachtet. In einer Einmischung würde sie einen Mißbrauch des amtlichen Organs erblicken, was natürlich die einzelnen Mitglieder der Redaktion nicht hindert, persönlich Partei zu ergreifen. So haben wir es voriges Jahr gehalten, als der Kölner Parteitag das Nachspiel des Streits um die Gewerkschaften hatte. Ter„Vorwärts" brachte, ohne sich irgendwie redak- tionell zu betheiligen, das Für und das Wider, und die unbeschränkt freie Aussprache der Meinungen führte binnen wenigen Wochen den Frieden herbei. Genau ebenso werden wir es mit dem Nachspiel des Frankfurter Kongresses halten. Und mit demselben Erfolge.. Die Redaktion des„Vorwärts" hat gesagt, was sie über den letzten Parteitag zu sagen hatte. Wir haben da- bei eine gewisse Reserve beobachtet, die das Interesse der Partei uns auferlegte, allein wir haben nichts gesagt, was wir nicht denken und was wir nicht bereit sind gegen Jeden zu vertreten. Und wir haben keinen Grund, unser Urtheil abzuändern. Verschiedene Strömungen— nicht blos zwei— sind allezeit in der Partei vorhanden, allein das ist immer der Fall gewesen und unserer Ueber- zeugung nach war die Partei niemals einheitlicher als gegenwärtig. Tie Debatten über den Frankfurter Parteitag können die Einheitlichkeit blos noch steigern. Kritik kann nur schaden an faulem Fleisch, nicht an gesundem.— Zur Taktik der Gegner. Heute morgen lasen wir in der„Vossischen Zeitung", die immerhin noch zu den anständigeren Organen der Gegner gehört, im r e- daktionellen Theik folgende Notiz in ausfälligem (durchschossenem) Druck: Nürnberg, 15. November.(Eig. Drahtbericht.) Der Reichstags-Abgeordnete Grillen berger wandte sich in einer fozialdemokralischen Versammlung heftig gegen den„Vorwärts", der den Beschluß des Frankfurter iparteitags in der bayerische» Angelegenheit mit Rücksicht auf die redesüchtigen Ber- liner Nörgler fälsche. Der Parteitag habe die Frage einfach offen gelassen. Ter„Vorwärts" gebe dem Druck der Berliner Parteikreise nach, gegen deren Vor- m u n d s ch a s t s g e l ü st e die Bayern p r o t e st i r t e n. Die Versammlung sprach dem Abgeordneten Grillenberger ihr Ver- trauen aus. Wir fragten uns erstaunt, ivomit wir einen so „heftigen" Angriff und die schwere Anklage auf„Fälschung" seitens unseres Genossen Grillenberger uns zugezogen haben sollten. Und in der heuligen Nummer der„Fränkischen Tagespost" fanden wir die Antwort. In einer Partei- Versammlung zu Nürnberg suchte Grillenberger in der Bericht- erstattung über den Parteilag es als„falsch" hinzustellen, daß der„Vorwärts" die von dem Parteitag verworfene Reso- lntion in deni„bayerischen Streitfall" als„B i l l i g n n g" der Abstimmung für das Gesammlbndget bezeichnet habe. Aus dem„falsch" wird von der„Possischen Zeitung" ein „fälschen" gemacht, was einer Fälschung ähnlich sieht wte ein Ei den> anderen. Und Grillenberger war nicht nur nicht„heftig", sondern er erkannte ausdrücklich an, daß der „Vorwärts" in gutem Glauben gehandelt habe und von dem Wunsche beseelt sei, die Gegensätze zu mildern! Was nun die fragliche Resolution betrifft, so geben wir sie hier im Wortlaut: In Erwägung, daß die grundsätzliche Bekämpfung der herrschenden Gesellschafts- und Staatsordnung aus der Gesammt- thätigkeit der Partei hervorgeht; in weiterer Erwägung, daß die G e s a m m t a b st i m m u n g über die Finanzgesetze der Einzel st aaten eine reine Z w e ck m ä ß i g k e i l s s r a g e ist, welche nach den örtlich und zeitlich gegebenen Umständen zu beurtheilen ist, sowie in Hinblick auf die am bayerischen Parteitage gegebenen Dar- legungen: sind die von Verlin 1, 3, 4, Halle, Weimar, Braunschweig und Hanau gestellten Anträge—(betreffend das Budget-Votum der bayerischen Landtags-Abgeordneten)— als erledigt zu betrachten. In dieser Resolution ist zwar von„Billigung" nicht ausdrücklich die Rede, aber es ist ein V e r t r a u e n s- votum, wie es im Buch steht. Und diese, nach allem parlamentarischen Sprachgebranch als Vertrauensvotum zu bezeichnende Resolution ist mit 141 gegen 93 Stimmen abgelehnt worden.— Ueber die Rede Bebel's telegraphirte der„Frank- furter Zeitung" ihr hiesiger Korrespondent über die Ver- Handlungen der Parteiversammlung im ziveiten Wahlkreis, nach welchem Bebel gesagt haben soll: er werde im Sommer selbst eine Agrarkonferenz einberufen. Dieser Satz giebt beiden Kinder warteten mit sichtlicher Ungeduld auf Rene's Antwort. Als er annahm, geriethen sie ganz außer sich vor Entzücken. In diesen beiden kleinen Menschen hatte Renö sich bereits zwei warme Freunde gewonnen. Am nächsten Tage machten alle Hausbeioohner sich ans den Weg nach den Hügeln, die Vevey beherrschen. Zu der Gesellschaft hatte sich noch eine Nachbarin und ein junger Verwandter gesellt. Die erstere war Fräulein Rosa Krantz, eine junge Dame von 26 Jahren, von deneil sie aber nur zwanzig zugab. Am liebsten mochte sie jedoch sechzehnjährig scheinen. Sie war ein braves Mädchen, das leider, sehr wider Willen, alte Jungfer zu werden versprach. Sie war nicht eigentlich häßlich, denn sie hatte regelmäßige Züge, starkes blondes Haar, fast hu stark, als daß es nur ihr eigenes sein konnte, einen recht schönen Wuchs, wenn auch etwas plumpe Taille,— aber es fehlte ihr jenes unbeschreibliche Etwas, das anziehend wirkt. Warum niußte sie auch eine Stinime besitzen, die oft in den höhere» Lagen brach, warum waren ihre Wangen zu roth, ihre Bewegungen unschön, ihr Gang plump, warum trug ihre ganze Erscheinung den Stempel des Unweiblichen? Da die Jahre schneller kamen als die Freier, glaubte sie jünger auszusehen, wenn sie sich recht kindlich gab. Sie hatte gewisse Mienen, gewisse hüpfende Bewegungen, kokette Aufschreie u. dergl. mehr, welche nach ihrer Ansicht entschieden geeignet waren, sie um zehn Jahre jünger zu machen. Die zartrosa Bänder, die ihr belles Kleid zierten, die Rosenknospen, mit denen ihr Strohhut überladen war, zeigten wie alles, was sie an 'ich hatte, daß sie es nicht ahnte, wie gefährlich es für äe war, wenn sie einen Frühling, der schon vergangen war, wieder heraufbeschwören wollte. Rene glaubte zu be- merken, daß sie es gegen ihn an aufmunternden Worten und Blicken nicht fehlen ließ. Es wurde ihm indessen nicht schwer, ihr gegenüber die vorsichtigste Zurückhaltung zu be- wahren. (Fortsetzung folgt.) dann der„Frankfurter Zeitung" Veranlassung, in einem Leitartikel, in dem sie in ihrer Nr. 318 das Telegramm ihres Korrespondenten behandelt, zu behaupten:„Wie wenig sich Herr Bebel von den Beschlüssen des Parteitags „imponiren" läßt, geht aus seiner Ankündigung hervor, daß er im Laufe des Sommers selbst eine„Agrarkonserenz" einberufen werde..... Die Agrarkommission von Partei- tags wegen ist für Herrn Bebel Lust" u. s. w. In ihrem Eifer, die Bebel'sche Rede für ihre Zwecke auszunutzen, hat die„Frankfurter Zeitung" neben die Scheibe geschossen. Bebel hat die ihm unter- stellte Aeußerung nicht gemacht und da- mit fallen auch die schönen Schlußfolgerungen, welche die „Frankfurter Zeitung" darauf baut. Bebel hat, wie aus unserm gestrigen Bericht hervorgeht, erklärt: daß jeder den Parteitagbeschlüssen sich zu fügen habe, aber er hat die Agrarkommission, der er bekanntlich selbst angehört, ab- fällig kritisirt und Bedenken geäußert, daß sie erfülle, was man von ihr erwarte. Er fügte hinzu, daß wenn er zum Worte gekommen wäre,' er den Vor- schlag gemacht haben würde, nächsten Somnier eine besondere Agrarkonferenz einzuberufen, in welcher dieFrage der länd- lichen Agitation ausschließlich behandelt werden sollte. Das ist grundverschieden von dem, was die„Frankfurter Zeitung' ihn sagen läßt. Wir erwarten, daß die letztere den Jrrthum, dessen Opfer sie geworden ist, berichtigt. Im weiteren werden wir ans die Phantasiegebilde, in welchen die„Frankfurter Zeitung" in dem ekwähnten Leit- artikel schwelgt, nicht eingehen. Es war vorauszusehen, daß die Verhandlungen in der Parteiversammlung des zweiten Berliner Wahlkreises diese bei unfern Gegnern her- vorrufen würden. Aber die Partei hat ganz andere innere Kämpfe, als jetzt geführt werden, überstanden, sie wird auch diese zu ihrem Vortheil überstehen.— Zum Kampf gegen den„Umsturz". Den un« kontrollirbaren Meldungen über die dem Bundesrathe nun zugegangene„Umsturzvorlage" ist die folgende hinzuzufügen, daß die vorläufige Beschlagnahme von Druck- s ch r i f t e n auch geplant wird. Die bürgerliche Presse müßte schon ganz blind von Haß gegen das kämpfende Proletariat sein, wenn sie dieser Absicht, die für sie gegebenen- falls auch sehr verhängnißvoll werden könnte, nicht die allerentschiedenste Opposition entgegensetzen würde. Trotzdem ist anzunehmen, daß sich in Teutschland nicht wenige Zeitungen finden werden, die der Reaktion auch diese Waffe in die Hand drücken werden.— Ei» sächsischer Justizstreich. Der ausführliche Be- richt, den wir an anderer Stelle über den Prozeß gegen Gradnauer veröffentlichen, korrigirt einen Jrrthum in unserem LeitaPjkel von vorgestern. Die von uns abgedruckte Notiz ist es" nicht allein, auf welche der Prozeß sich stützt. Dieser Jrrthum ist aber ganz unwesentlich; denn für die von uns zitirte Notiz wurde Gradnauer zu neun, für die übrigen inkrinnrnrten Stellen zusammen nur zu zivei Monaten Gefängniß verurtheilt, aus welchen beiden Ber- urtheilungeu eine Gesammlstrafe von 10 Monaten festgesetzt wurde. Nenn oder zehn Monate— das ist kein in die Wag- schale fallender Unterschied. Dafür bietet der Prozeß eine weitere juristische Ungeheuerlichkeit, von der wir beim Schreiben unseres vorgestrigen Artikels noch keine Kenntniß hatten. Die Ablehnung des Beweises, daß Gradnauer nicht der Verfasser der inkriminirten Notizen war, ist einfach n n- erhört, zumal da selbst der Amtsanwalt zugeben mußte, daß Gradnauer preßgesetzlich gar nicht verantwort- l i ch war! Und ein fernerer, für die sächsische Justiz er- schwörender Umstand liegt in der, von uns in jenem Artikel noch nicht hervorgehobenen Thatsache, daß das Ge- richt, welches die sofortige Verhaftung anordnete, ein Schöffengericht, also die erste Instanz war, von der die Richter in diesem Falle sich sagen mußten, daß gegen das Erkenntniß Berufung eingelegt werden würde, dieses daher sicherlich nicht rechtskräftig war. So haben wir von unserem Urtheil über diesen sächsischen Justizstreich nichts abzunehmen, wohl aber hinzu- zufügen. Das Verfahren gegen Gradnauer ist nur p s y ch o l o- gisch zu erklären. Wir wissen, daß kein Mensch sich den Wirkungen der ihn umringenden moralischen Atmosphäre zu entziehen vermag. Und die Atmosphäre, in der sächsische Richter athmen und leben, ist dieselbe, in welcher die Mehnert, Blumenthal und Konsorten dazu gekommen sind, die Proskription ihrer politischen Gegner zu fordern.— Der Apotheken-Gesetzentwurf ist den Bundes- regierungen seitens des Reichsamts des Innern zugestellt worden. In deniselben soll das Prinzip der Personal- konzession und die Ausdehnung dieses Prinzips aus die bisher verkäuflichen konzessionirten Apotheken beibehalten sein.— Neue Marineforderungen werden den Reichstag auch beschäftigen. Dem Vernehmen des offiziösen„Hamb. Correspondenten" nach werden im nächstjährigen Marine- Etat als erste Raten für einen Kreuzer 1. Klasse(„Ersatz Leipzig") eine Million Mark und für drei Kreuzer 3. Klasse („K",„L" und„Ersatz Freya") je 2 Millionen Mark, ins- gesammt mithin 7 Millionen Mark gefordert werden.— Das sind nur Forderungen für Kreuzer und auch nur die ersten Raten dieser Forderungen, also sozusagen die Vorrede, die Hauptsache kommt erst.— Seemanns-Misthandlungeu auf deutschen Schissen. Aus Bremen wird uns geschrieben: Am 13. November war Schwurgerichtssitzuiia in Sachen des Obersteuermannes Spree, wohnhaft in Elsfleth, vom Bremer Schiffe „Paul Jseuberg", angeklagt wegen scheußlicher Mißhand- lung des Matrosen Petersen. Spree wurde zu 8 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Tie Verhandlung gegen den Kapitän I. C. Biet, in Elsfleth geboren und daselbst wohnhaft, wird nach dessen Rückkunft stattfinden. Auch Ad. Schiff, der vom Genossen Bebel im Reichs- tage genannte Massenmörder(Hugo und Rebekka) ist in Elsfleth geboren und wohnt noch dort. Das ist ein schönes Kleeblatt aus diesem Orte E l s- fl-th. Christlich trnd Christus. Die christliche„Kreuz- Zeitung" schreibt: Berlin, 14. November. In Breslau ist dieser Tag»»ine 2 bleiben unsere französischen Genossen natürlich fern. Dem Wettkriechen vor dem russischen Barenthum Und als gestern in der Kammer 120 000 Franks für die Vertretung der Republik beim Begräbnisse des Zaren bewilligt wurden, stimmten die anwesenden 18 sozialistische Abgeordneten dagegen, wofür sie von der„ patriotischen" Schmutzpresse mit Roth beworfen worden nach altbewährter und internationaler Patrioten- Praxis. " GIT 33 nun Zu Gabun hatte ich Gelegenheit, am 19. an Bord des unter Mörderhand gefallene, übel berüchtigte Person mit einem| Gleichstellung beider. Die Teftirfreiheit soll weitgehend gewährt| Redakteur zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. StrafPomp begraben worden, der nur da zulässig erscheint, wo der werden zur Begünstigung von Personen, welche nicht gefeßliche erschwerend fiel ins Gewicht, daß der Kaufmann Wörmann ein Verstorbene durch die Stellung im Leben und durch seinen Wandel Erben sind und namentlich zur Erreichung allgemeiner nüblicher hochangesehener" Mann sei. Das Gericht machte sich auch noch sich besonderer Ehren würdig gemacht. Wenn wie hier das Gegentheil Zwecke. die Argumentation zu eigen, daß die Neger ja durch den feststeht, muß eine solche Kundgebung eine entsittlichende Wirkung Der Vortrag hat in der ganzen Schweiz Interesse und Be- Lostauf aus der Gewalt des Königs Behanzin von Dahomeh üben und sollte deshalb nicht geduldet werden. Fehlen den Behörden achtung erregt. die Handhaben dazu, und das nehmen wir an, dann müssen sie Aufgaben der Gemeindepolitik. Das Zentralkomitee des einem grausamen Opfertode entgangen und deshalb selbst geschaffen werden. Es geht in der That nicht, daß der äußere schweizerischen Grütlivereins sucht in einem Kreis- als Kontraktsklaven auf Zeit am Kongo immer noch beffer Unterschied zwischen den Würdigen und den Unwürdigen gänz schreiben die Thätigkeit der Grütlifektionen auch auf die Ge- daran seien. lich schwindet, weil das die Massen nothwendig verwirrt und meindepolitik zu lenken. Als Aufgaben derselben werden be- Gerade in bezug auf diese Auffassung ent irre führt. Für sie ist der Maßstab, mit dem die Gesellschaft zeichnet: Schaffung von Arbeitsnachweis- Bureaus, Arbeitslosen hält die neue Erzählung des Dr. Hennicke felbst ihre einzelnen Glieder mißt, entscheidend. Wozu ein an- versicherung( die nun freilich mit Erfolg nur staatlich geregelt thatsächliches Material, die angebliche relative ständiges Leben, ein" Wandel im Licht", wenn das Ende das werden kann), Errichtung von Arbeiterfekretariaten, Herstellung Humanität der Firma Wölber u. Brohm in einem gleiche ist, wenn ein Dasein in Ehren und ein Dasein in Schanden von gesunden und billigen Wohnungen durch die Gemeinden, vor der Deffentlichkeit die gleiche Beurtheilung findet? Hier Wohnungsenqueten, Ferienkolonien, Milchkuren, Schulküchen, Dr. Hennicke am Kongo bei der Ablieferung der Arbeiter ganz anderen Licht erscheinen läßt. Zunächst erfuhr scheint ein rafches und entschlossenes Eingreifen durchaus geboten. unentgeltliche Bäder, Minimallohn( und wohl auch verWas uns droht ist viel weniger offene Gewalt als schleichende fürzter Normal- Arbeitstag) Normal Arbeitstag) für Gemeinde- Arbeiter, Be- an die Vertreter des Kongostaats, daß die Sterblichkeit Verlumpung. schäftigung nur Nicht blos schleichende, sondern auch akute Ver- Punkte im Kreisschreiben angeführt werden, von Inländern u. s. w. Indem diese unter den schwarzen Arbeitern, welche an der Kongo- Eisenstellt das bahn bauten, und dazu waren unsere Passagiere bestimmt Iumpung ist hier zum Ausdruck gekommen. Die„ Kreuz- Bentralfomitee gleichzeitig noch die Preisfrage:„ Welche Auf- eine enorm hohe, bis zu 80 pCt. im Jahre, sei". Ferner zeitung" irrt sich nur in der Adresse. Die Menge, welche gaben haben die Grütlivereine auf dem Gebiete der Gemeinde- erzählt er dann, daß von den 281 Negern und Negerinnen dem Sarg des unglücklichen Gesellschaftsopfers folgte, hat politit zu erfüllen?" drei wegen mangelhafter Gesundheit am Rongo nicht ab ein gutes Vorbild: jenen Menschensohn, der die Maria Magdalena zu sich emporhob, und die Ehe genommen wurden. Weiterhin heißt es dann in dem Bericht: brecherin gegen die ehrbare Heuchlerbrut in Schuh nahm. deutschen Kanonenbootes Hyäne" au tommen und dem KomNicht das Opfer ist zu verdammen, sondern die Gemandanten desselben meine Erlebnisse zu erzählen. Dieser theilte sellschaft, deren Opfer das unglückliche Weib war. B. durchaus nicht. Im Gegentheil, er war geneigt, daffelbe für jedoch meine Entrüstung über das Vorgehen der Herren W. u. Wenn die Kreuz- Zeitung" die Bibel vergessen hat, so möge ein verdienstliches zu halten, da die Sklaven durch den„ Lostauf" sie dieselbe nachlesen, und sie wird finden, wie das junkerliche dem Opfertode von Seiten des Königs Behanzin entgangen seien. Kreuz- Zeitungs"-Christenthum von Christus gebrandmarkt Diese Ansicht hat ja viel für sich, wenn man die Thatsache des " Lostaufes" an sich, ohne Rücksicht auf die damit zusammenEine sozialwissenschaftliche Studentenvereinigung Brief vor: Cafimir Perier. Aus Paris liegt uns folgender hängenden Umstände betrachtet. Erwägt man aber, daß der will ein seiner Mehrzahl nach aus Theologen und AntiKönig seine Menschenopfer im alten Umfange fortsetzte, daß also Gestern, Sonntag, hat Cafimir Perier wieder einen die Verkauften eigens zu dem Zwecke des Verkauftwerdens qus semiten bestehendes Studenten Komitee der Universität Bubenstreich begangen. An dem Tage, wo die Kirche ihren Dörfern geraubt und in das Land der Dahomeher geschleppt Halle a./S. gründen. Diese Vereinigung soll, sich der Parteistellung enthaltend, den Zweck haben, die Studenten seines Glaubens geschlossen ist, wo die Börse keinen Gottes- wurden; erwägt man ferner, daß die Aermsten einem schnellen über die soziale Theorie und Praxis zu unterrichten. und folgt seinen bösen Neigungen. An Börsentagen be- fameren, aber doch immerhin im Berlauf weniger Jahre fast dienst hält, vergißt er am leichtesten Gott und sein Gebot, Tode entzogen wurden, um dafür, wie aus den oben angeführten Aeußerungen von Sachverständigen hervorgeht, einem langSoweit die Theorie". Die Praxis lernt man kennen denkt er sich doch noch etwas, die Renten, das zarte, leicht sicher eintretenden Hinsterben anheimzufallen, und bedenkt man aus der Art der Leute, die Vorträgen von den Studenten aufgefordert wurden. verlegliche Geschöpf, durch allzu rauhes Wesen zu schrecken. endlich, daß die vom Kongostaat als untauglich zurückgewiesenen, Es sind Pastoren, antisemitische Reichstags Abgeordnete Straf Ich kenne kein Land in der Welt, ich kenne teine Beit in wie ich sogleich mittheilen werde, in Dabomeh wieder abgeliefert anstalts. Direktoren, konservative Universitätsprofefforen der Geschichte, wo ein Volk unter so schmachvoller Herr- werden, so fällt auf das Verdienst, das sich die Herren W. u. B. Man sieht, was es mit dem Fernhalten von jeder Partei zehntausendmal lieber möchte ich einen Thron unter dem rechnet, ein eigenthümliches Licht. Man sieht, was es mit dem Fernhalten von jeder Partei- schaft gestanden, wie jetzt das französische. Tausendmal, ja erworben, zumal wenn man die Bermittelungsgebühren" bestellung für Bewandtniß hat. Wenn die Studenten gleich Galgen errichtet sehen, von Henkersknechten bedient Wir trafen am 11. Dezember wieder in Whydah ein. Einer mit der Lüge ins Haus fallen, kann man überzeugt sein, und von Raben umschmeichelt, als sehen, wie ein daß sie nur den Kampf gegen die Sozialdemokratie mit den König auf dem Drehstuhle thront und bewährten Mitteln der Lüge und Verleumdung erlernen, erster Minister Glück, Ruhm und Ehre eines großen Boltes wie sein und nicht in das Wesen der sozialen Frage eindringen wie ein Buchhalter unter Soll und Haben bringt. Was ist's mit der Tyrannei? Sie macht unglücklich und Christian Hadlich. Soeben erhalten wir die Nummer das ist Alles. Wie der Winter drängt fie Blut und Leben vom 1. November der Täglichen Volkszeitung" von zurück; aber das stille Herz ist dann der Kerker, nicht St. Paul, Minnesota( Amerika) mit folgender der Sarg der Freiheit. Aber diese giftige Geld wirthschaft hier trocknet wie der Sirocco alle Adern aus, und könnte, sie zehn Jahre fortdauern, würde dann ein Tyrann es der Mühe werth halten, solch ein Volt von Mumien zu unterjochen? wird. wollen. Trauernachricht: = Der Voltszeitung" liegt heute die traurige Pflicht ob, das Hinscheiden ihres langjährigen treuen Mitarbeiters Christian Hadlich zu melden. von Herzen theilen. der freien Arbeiter" war auf der Reiſe gestorben. So entging er wenigstens dem Loos, das seine Schicksalsgenossen traf. Diese 2. u. B. übergeben. Was dann weiter aus ihnen geworden wurden wieder an Land gesetzt und dem Bertreter der Firma ist, das wird wohl niemand erfahren. 0 Mit absoluter Sicherheit kann man das allerdings nie erfahren. Da aber die Vertreter der Firma ganz genau wissen, was der Dahomeh König mit denjenigen Sklaven zu machen pflegt, für die er nicht beim sogenannten„ Losfauf" eine annehmbare Summe Geldes erhandeln kann, kommt diese ganze schmachvolle geschäftliche Transaktion auf wissentlichen Sklavenhandel hinaus. China Japan. Die militärischen Fortschritte der Japaner haben mit einem Wale aufgehört, die Nachricht vom Falle des chinesischen Kriegshafens Port Arthur wird widerrufen, und die Berichte vom Kriegsschauplatz lauten mit einem Male den Chinesen günstiger. Diese urplögliche r große Allerlöser Tod hat ihn heute Nachmittag um Ich wollte von den Simoni sten( Sozialisten) hale mit fanfter Hand von seinem langen schweren Leiden sprechen, über die man gestern wie über eine Diebsbande erlbftrsd Alle, die den braven Mann näher kennen zu lernen Ge- bergefallen, aber Sie können das in den Zeitungen lesen, legenheit gefunden haben, werden den tiefen Schmerz der Seinigen und Sie wissen so gut als ich, was dabei zu denken und zu fühlen ist. Hadlich war eine jener gemeinsinnigen fernhaften Naturen, die Vorstehender Brief, geschrieben von Ludwig Börne am Wendung erklärt sich wohl am Natürlichsten durch die Anernft und selbstlos für ihre Ueberzeugungen eintreten und in 24. Januar 1838, also vor 61 Jahren, spricht vom Groß- nahme, daß Friedensverhandlungen ernstlich beihnen aufgehen. Ihm schwebte als Lichtbild die Besserung der vater des jetzigen Cafimir Perier. Man sieht, daß der gonnen haben. Die Kollektivvermittlung der europäischen Lage des arbeitenden Volkes vor, und fein ganzes Können und Mächte ist bekanntlich nicht zu Stande gekommen. Das Wiffen weihte er dem Dienste dieser Aufgabe. Ein Feind aller Großvater seines Enkels würdig ist. hat aber die einzelnen Mächte, z. B. England, nicht Gewaltthätigkeiten, suchte er sein Ziel auf dem Wege der Aufgehindert, auf eigene Faust zu vermitteln. Und das flärung und Belehrung zu fördern und zu erreichen. Und daß scheint geschehen zu sein. er nicht vergeblich gearbeitet, das wissen seine Freunde. In dem leinen Körper wohnte eine große, männliche gewaltige Seele. Hadlich war im Jahre 1881 in der fächsischen Stadt Hirsch berg geboren und erlernte in seiner Jugend die Strumpf wirferei. Später erwarb er sich Kenntnisse im Komptoir wesen und übernahm einen Buchhalterposten, Später widmete er sich dem Buchhandel und etablirte sich in dieser Branche. Dezember Stichwahl statt. Die sozialistische Bewegung fand in ihm einen ihrer regsten Förderer und brachte in ernstlich mit den Behörden in Konflikt. Im Jahre 1882 freuzte er den Ozean und ließ sich in St. Paul nieder. Er fand zunächst bei dem„ Minnesota Democrat" Stellung und trat, als dieses Blatt in den Besitz der ist abzuwarten. Boltszeitung" überging, mit zu letterer über. Die belgische Kammer beschäftigte sich in der heutigen Nachmittagssigung mit der Wahl in Aloft. Es tam zu heftigen Debatten. Die Sozialisten beantragten gerichtliche Untersuchung, um Klarheit über den Wahlbetrug zu verbreiten. Die Rechte lehnte ohne Ausnahme den An trag ab. Zwei klerikale Mandate wurden hierauf für giltig erklärt. Zwischen Wöste und Abbé Däns findet Mitte Die Schüler der polytechnischen Hochschule zu St. Petersburg sollen sich geweigert haben, dem neuen Kaiser den Treucid zu leisten. Die Bestätigung der Meldung Er erwies sich stets als treuer und gewissenhafter Mitarbeiter Gouverneur von Esthland, Fürst Schachows toi, Aus der besten Gesellschaft. Der verstorbene und guter, lieber Kollege. Ter"" Westseite Turnverein" verliert in Hadlich einen feiner hat, wie der„ Lokal- Anzeiger" meldet, große Summen Gründer und energischsten, erfolgreichsten Freunde und Förderer. Geldes unterschlagen. Von den in seiner VerSo die Volkszeitung" von St. Paul. windo Wir können dem nur hinzufügen: Einen treueren Genossen hat die Partei niemals gehabt. Und er war einer der tapfersten Streiter in der entscheidenden Zeit, wo das deutsche Proletariat sich losrang von der Vormundschaft des bürgerlich liberalen und auch demofratischen Bürgerthums. lily is misió sist Parteinachrichten. Bericht über den Parteitag erstattete in Flensburg der Genoffe Ma hIte. Einstimmig beschloß die Versammlung für die gefaßten Beschlüsse eintreten zu wollen. Die Genossen Mahlke und Drews wurden als Vertrauensmänner wieder gewählt. In Wandsbed berichtete Genoffe Frohme. Die lange Debatte konnte der vorgerückten Zeit wegen nicht zu Ende geführt werden. In einer Parteiversammlung des sechsten furter Parteitag. 3wei derselben hatten für die bayerische lächsischen Wahlkreises statteten die 8 Delegirten des selben den Bericht ab über ihre Thätigkeit auf dem FrankResolution, Frau Eichhorn als dritte gegen dieselbe geſtimmt. Die Versammlung nahm schließlich mit großer Mehrheit folgende Resolutionen an:" 1. In der Erwägung, daß die Abstimmung der Genoffen im bayerischen Landtage über das Finanzgesetz nach ihren eigenen Erklärungen diktirt war von der Rücksichtnahme auf indifferente Bevölkerungsfreise, spricht die Versammlung ihre Mißbilligung über diese Abstimmung aus und bedauert, daß der Frankfurter Parteitag nicht eine unzweideutige Erklärung zu Dieser Frage im Sinne der Resolution Bebel abgegeben hat. 2. Bur Landagitation erklärt die Bersammlung, daß sie ein besonderes Agrarprogramm für überflüssig hält. Sie hält es für nothwendig, daß auch in der Landagitation unfere legten Biele, waltung gewesenen Geldern für die Bauten der neuen Revaler griechisch- orthodoxen Kathedrale fehlt auch ein sehr großer Betrag, so daß die Bauten nicht zu Eude geführt werden können, falls von der Regierung nicht Erfaßgeld gewährt wird. Es ist fast unzweifelhaft, daß der Fürst den größten Theil des Defizits ohne Genehmigung der Regierung auf orthodoxe Propagandazwecke verwandt hat. An Die deutsche Arbeiterbewegung hat Christian Hadlich dem Tage, als der Gouverneur plöglich bei seiner viel zu verdanken, und namentlich in Sachsen, besonders Maitresse starb, wurde über den Gouvernements daß der Gouverneur aus werden. A in Leipzig, wo sein Wirkungsfreis Cozialistengeset ihn ächtete und über das mar, bis das Geldfonds Revision veranstaltet, und so heißt es gerücht- die Bergesellschaftung der Produktionsmittel, nicht verschleiert Ehre ihm! Und ein Denkmal im Herzen der Arbeiter! in Wurzen, wo er als Reichstagskandidat aufgestellt storben ist. m Preis zu erwerben, sondern daß es vielmehr ihre Hauptaufgabe war, wird die Nachricht von seinem Tode Tausende, die Die Bourgeoisie ist sich überall gleich in der ist, die Bevölkerung darüber aufzuklären, daß nur durch Verihn persönlich gefannt, in Trauer versehen. gespftematischen Bekämpfung der Arbeiterklasse. In der gesellschaftung aller Produktionsmittel die Auflösung des be Ein Sohn des Proletariats, hat Christian Hadlich im Republik wie in der Monarchie wendet sie die gleichen stehenden Widerspruchs zwischen Produktionsweise und AnKampf für die Befreiung des Proletariats seine Schuldig Mittel an. Wie weit die Aehnlichkeit geht, beweist die eignungsweise und damit die Beseitigung des heutigen materiellen teit gethan. und geistigen Elends möglich ist." folgende Meldung aus New- York: In Zwickau berichtete der Delegirte für ben 18. sächsischen Johann Moft gedachte mit seiner Truppe auch den Be Reichstags- Wahlkreis, Genosse Boigt Grimmitschau. Die Bürgerliches Gesetzbuch in der Schweiz. Es wird wohnern von New- York den Genuß des Hauptmann'schen Dramas Versammlung billigte die Beschlüsse des Parteitags, namentlich Die Weber" zu bereiten und hatte zu diesem Zwecke nicht nur uns aus der Schweiz geschrieben: die dortige Phönixpart- Halle gemiethet, sondern auch seit einiger auch die Ablehnung der Anträge betreffend die Figirung der GeZur Fortführung der mit dem eidgenössischen Obligationen: Beit eine gewaltige Retlame für die Aufführung gemacht. Im hälter der Parteibeamten. Zum 2. Punkte erstattete der bisherige Bertrauensmann Genoffe H. Schmidt den Jahresbericht, aus gericht begonnenen Schaffung der schweizerischen Rechtseinheit Hinblick auf den Umstand aber, daß infolge des legten Hut- Bertrauensmann Genoffe H. Schmidt den Jahresbericht, aus liegt bereits der Gefeßentwurf zum neuen schweizerischen Strafrecht macher- Ausstandes unter der Arbeiterbevölkerung von New- Yort dessen finanziellem Theil wir einige Ziffern hervorheben: Ginvor und ist das schweizerische bürgerliche Gesetzbuch in noch eine sehr erbitterte Stimmung herrscht, hat die dortige name 4098,29 M., Ausgabe 3801,47 m., Bestand 296,82 m. Aussicht genommen. Ueber dessen zukünftige Ausgestaltung hat Polizei die Darstellung jenes Stückes verboten. " " D Die hauptsächlichsten Ausgaben waren: Wahluntosten 1287,91 M., Agitationskosten 653,- M., dem Preßfonds überwiesen 1000 jüngst bei der Universitätsfeier in Basel der Rektor Pro Deutscher Sklavenhandel in West Afrika. Die Mart, Inserate und Drucksachen 859,23 M. u. f. w. Unser fessor Dr. Salis eine Rede gehalten, die auch für Deutschland Mittheilungen des Dr. Hennicke über seine Erlebnisse auf Genosse wies u. A. darauf hin, daß gegenwärtig eine Einin anbetracht des kommenden bürgerlichen Gesetzbuches einiges dem Dampfer Professor Wörmann", der eine Ladung von fchüchterung der Bergarbeiter stattfinde, wie Intereffe befißt. Dr. Salis führte aus, daß bei einem neuen Negern als sogenannte freie Arbeiter von Whydah, an der sie bisher noch nicht dagewesen sei. Wenn auch Maßregelungen stattfänden, so dürfe man sich doch nicht Alles gefallen lassen bürgerlichen Gesetzbuche veraltete, fremd gewordene Rechtsfäße auszuscheiden und neuen, nach Verwirklichung strebenden Rechts- Dahomehtüfte, nach dem Kongo brachte, waren zum größten und sich trotzdem etwas mehr hervorwagen. G3 wehe überhaupt anschauungen Rechnung zu tragen sei, wobei der Gesetzgeber Theil von uns früher schon mitgetheilt worden und ein scharfer Wind. Versammlungen wurden vielfach verboten, selbst nicht vor weitgehenden Neuerungen zurückschrecken dürfe. bereits in dem Prozeß des Kaufmanns Wörmann gegen Säle abgetrieben, Gesangvereine, welche 28 Jahre lang bestanden Denn nur da 3 soll Recht sein und Recht werden, was als den Redakteur des Hamburger Echo" zur Sprache gebracht haben und noch bei der Wettinfeier f. 3t. vertreten waren, nüßlich und nothwendig erscheint im Zusammenhang mit worden. Danach waren sowohl die Firma Wölber u. Brohm, wurden aufgelöst, desgleichen Turnvereine. Ferner fäßen a. St. den die Gegenwart bewegenden Ideen, mit den von die die Verfrachtung der Neger besorgt hatte, wie die vier Parteigenossen aus hiesigem Bezirk im Gefängniß, eine der Gegenwart zu befriedigenden, ethischen, nationalen, Firma Wörmann des Sklavenhandels bezichtigt worden. Reihe Anklagen schwebten noch. Redner appellirte an die wirthschaftlichen und gesellschaftlichen Bedürfnissen. Im Nur die Firma Wörmann klagte, die Firma Wölber Standhaftigkeit und Opferwilligkeit der Genossen auch für das tommende Geschäftsjahr, da wir innerhalb desselben uns auf Dienstvertrag, Mieth- und Pachtvertrag, soll der ökonomisch Schwache genügend geschützt werden gegen die schonungslose u. Brohm schwieg vorsichtiger Weise. Da nun dem Kauf- schwere Tage gefaßt, machen müßten, Ausbeutung geistiger und wirthschaftlicher Uebermacht. Die mann Wörmann nicht nachgewiesen war, daß er von dem des Gesammtberichts ward ward zum dritten britten Punkte Genosse Rekonstruktion" der Familie soll erfolgen durch Aufhebung der thatsächlichen Charakter dieser geschäftlichen Transaktion S. Schmidt wiederum zum Bertrauensmann auf ein Jahr Bormundschaft des Mannes über seine Frau und durch rechtliche der Firma Wölber u. Brohm unterrichtet war, wurde der gewählt. " Nach Genehmigung In Nürnberg, wo die Genossen Grillenberger schärfsten Handhabung der Vereins- und und Versammlungs- Imarschiren gegen die alte Gesellschaft der Ausbeutung und Unter und Löwenstein berichteten, bildete naturgemäß die bayerische geseze den Proletarierinnen gegenüber. Die Masse der drückung, daß auch sie mitarbeiten am Aufbau der Zukunftsgesell Abstimmungsfrage den Brennpunkt der Debatte. Einige Genossen proletarischen Frauenwelt, die früher der sozialistischen schaft, welche mit der Beseitigung aller Ausbeutung die Bornahmen in der Diskussion Gelegenheit, ihren zum Theil ab- Bewegung feindselig oder gleichgiltig gegenüber stand, erblickt mehr bedingung dafür schafft, daß die Frau als Mensch leben und sich weichenden Standpunkt in der Abstimmungsfrage" zu bekunden. und mehr in dem Sozialismus das einzige Heil. In der sozia- bethätigen kann. Scheuen wir nicht den Kampf, und unser ist Schließlich erklärte sich die Versammlung einverstanden mit den listischen Ueberzeugung dieser Masse beruht die Basis und Stärke der Sieg! Beschlüssen des Parteitags und der Haltung ihrer Delegirten. der sozialistischen Frauenbewegung Deutschlands, sie ist es, welche Die Berliner Frauen Agitation@ tommission. Als Vertrauenspersonen wählte man die Genossen Grillen von der herrschenden Gesellschaft gefürchtet, von den Behörden Die Redaktion der, Gleichheit". berger und Dertel. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck obiger Mittheilungen bekämpft wird. Langsamer und kleiner sind erklärlich genug die Fortschritte, welche die Organisation der Proletarierinnen ersucht. Stadtverordneten- Wahlen. Die Wurzener Partei- machte. Die Vereins- und Versammlungsgesetze der meisten Das Mufter eines Arbeitsvertrages ist bei einem Maurer genossen treten auch diesmal in die Anfang Dezember statt- deutschen Einzelstaaten greifen in dieser Beziehung besonders meister, der die Maschinenwerkstätte am Bentral- Bahnhof zu findenden Stadtverordneten- Wahlen ein. Unter den 6 Auz hemmend ein, dazu kommen zahlreiche Schwierigkeiten anderer Bamberg erbaut, in Wirksamkeit. Sehr empfehlenswerth ist scheidenden, wovon 4 Anfäffige und 2 Unansässige, befindet sich Natur, verursacht durch den Stand der Entwickelung der Frauen- besonders der§ 5, welcher lautet: Die Feststellung des ein Parteigenoffe( ünze D). Aufgestellt werden 6 Genossen. welt, durch ihre doppelte Belastung mit Arbeit für den Erwerb 2ohnes bleibt dem Meister überlassen und tann Hoffen wir, daß diese Liste als Sieger aus der Urne hervorgehe. und für das Haus, durch den geringen Verdienst der Berufs- derselbe, ohne es dem Arbeiter vorher mitzus -Heute( Freitag) findet Neuwahl für 2 ausscheidende Stadt arbeiterinnen, durch die Unmöglichkeit, daß die Arbeiterfamilie von theilen, jede Woche je nach dessen Leistungen rathsmitglieder statt und ist es nicht ausgeschlossen, daß Ge- ihrem geringen Einkommen weitere Opfer bringt 2c. Trotz alledem mehr oder weniger bezahlen. Der menschenfreundnoffen als solche gewählt werden.( Siehe Depeschen.) und auch trotz des Umstandes, daß hier die Genossen, dort die liche Herr Meister ist jedenfalls von der Meinung ausgegangen, Genossinnen mit noch größerer Zähigkeit und mehr Verständniß daß es besser sei, die Arbeiter werden bei ihrer Thätigkeit nicht für die gedeihliche Entwickelung der Organisationen des weib- durch die Gedanken an ihren zu erwartenden hohen Lohn gestört. lichen Proletariats wirken müßten sind auch in der Richtung fehr beachtenswerthe Erfolge zu verzeichnen. Die sozialistische Frauenbewegung schreitet vorwärts auf der ganzen Linie. Um aber ihren Vorwärtsmarsch in Zukunft noch mehr zu beschleunigen, seien auf grund des stattgehabten Meinunge austausches den Genosfinnen und Genossen folgende Gesichtspunkte zur Beachtung empfohlen. Aus Württemberg schreibt man uns: Das württem bergische Zentrum fühlt sich, wie es scheint, berufen, einen fleinen Religionsfrieg heraufzubeschwören, der sich meist gegen die Sozialdemokraten richtet. Am letzten Sonntag fanden eine ganze Anzahl Zentrumsversammlungen statt, in welchen überall nur fatholische Geistliche als Referenten auftraten. Es wird alles nur vom Standpunkt der alleinfelig machenden Kirche" aus betrachtet, alle anderen Gesichtspunkte treten in den Hintergrund, und wenn das katholische Volt ihren klerikalen HeißSpornen folgt, fo würde für das württembergische Landvolt eine schwere Zeit hereinbrechen. Die Sozialdemokratie fümmert sich aber um diese religiöse Agitation nicht, wenn sie auch von den schwarzen Kutten überall in den Roth gezogen wird. Gute Fortschritte macht die Sozialdemokratische Arbeiter partei in Holland. Die Zahl der Abtheilungen ist innerhalb 22 Monaten schon zu 25 angewachsen, von denen einige früher dem( alten) Sozial- demokratischen Bund angehörten. Auch in den nördlichen sogenannten„ revolutionären" Provinzen hat die neue Partei schon festen Fuß. " W Gewerkschaftliches. B Sollten Au die Gewerkschaften Berlins! Die Berliner Gewerkschafts- Kommission veranstaltet zur Beit Erhebungen über gewerkschaftliche Verhältnisse in Berlin. Zu diesem Zwecke wurden in 1. Die sozialistische Frauenbewegung muß der letten Delegirtenversammlung Fragebogen an die anwesenden sich mit der neuesten und endgiltig geworde: Delegirten ausgegeben. Diejenigen Gewerbe, die in der Gewerk nen Auslegung der Vereinsgesetze durch die schafts- Kommission nicht durch Delegirte vertreten sind oder deren preußischen Gerichte abfinden.( Siehe das Urtheil Delegirter in der betreffenden Versammlung fehlte, werden ergegen die Düsseldorfer Frauen- Agitationskommission in Nr. 22 sucht, die ihnen übersendeten Fragebogen im Interesse dieser der Gleichheit".) Laut dieser Auslegung sind Sache bis spätestens zum 1. Dezember d. J. recht Frauen Agitationstommissionen Vereine im genau ausgefüllt an das Gewerkschafts- Bureau, Sinne des Gesetzes und werden wegen ge- Grenadierstr. 10, v. I, abzuliefern. einzelne Berufe oder Gewerbe bei der Ver sezwidrigen Befassens mit politischen Angelegenheiten aufgelöst und bestraft. Die theilung der Fragebogen übergangen fein, so Gründung bitten wir diese, die Fragebogen vom Gewerk D011 Frauen Agitationstommis sionen muß also unterbleiben, die noch beschafts Bureau einzufordern. stehenden Kommissionen oder Komitees müssen Der geschäftsführende Ausschuß auflösen. Statt ihrer empfiehlt sich die in der Berliner Gewerkschafts- Kommission. C. Grenadierstr. 10. öffentlicher Versammlung zu vollziehende Wahl einer weiblichen Vertrauensperson. Diese soll das Mittelglied bilden und die innige Verbindung herstellen zwischen der Maffe der Proletarierinnen, die zur Antheilnahme an dem Klaffenkampf berangezogen und erzogen werden muß und den bereits organisirt im Kampfe stehenden Männern. Zu diesem 3weck hat sie dafür zu sorgen, daß die Genossen des Ortes bei ihrer politischen und gewerkschaftlichen Aktion die Frauen des Proletariats berücksichtigen, so daß die letzteren durch mündliche und schriftliche Agitation über ihre Interessen, die Interessen der Arbeiterklasse, das Wesen der bürgerlichen Gesellschaft und die Nothwendigkeit des Klassenkampfes aufgeklärt werden und sich energisch und opferfreudig an der politischen und gewerkschaftlichen Bewegung betheiligen. Von dem Verständniß der Genoffinnen ist zu erwarten, daß sie die schwierige und arbeitsreiche Aufgabe dieser Vertrauensperson nicht durch Eifersüchteleien erschweren, vielmehr durch felbstlose Unterstüßung erleichtern. Achtung, Schneider! Wegen plöglicher Maßregelung zweier Kollegen, weil sie sich der Arbeiterbewegung angeschlossen haben, ist die Sperre über das Geschäft des Herrn G. Konzack in Travemünde bis auf weiteres verhängt. Die Lohntommiſſion. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Das Bureau der Berliner Böttcher befindet sich jetzt bei Herrn Wilke, Andreasstr, 26. Briefe und Geldsendungen sind mit dem Vermerk an die Kommission der Böttcher unter obiger Adresse zu senden. Bemt.: Telephon Amt VII, Nr. 3499. Der Streik der Steinsetzer in Stettin dauert unver ändert fort. Namentlich muß jeder Zuzug von Steinfegern während des Winters verhütet werden, damit die Streifenden wenigstens im Früjahr, wenn die unaufschiebbaren Arbeiten beginnen müssen, den Sieg davon tragen. Jus Dor -3u sechs Monaten Gefängniß wurde Genoffe Lingweiler Redakteur der Elberfelder, Freien Breffe" verurtheilt. Er hatte in einem Artifel gerügt, daß der Fabrikant und Hauptaktionär der Farbenfabriken Herr Viefhaus als Stadtverordneter seine Pflicht verlegt habe: Das sollte dadurch geschehen sein, daß Herr Viefhaus durch recht eigenartige Mittel in der Stadtverord neten- Versammlung einen Beschluß herbeigeführt habe, nach welchem den Farbenfabriken die Vergünstigung zugesprochen wurde, auf 10 Jahre hinaus den Kubikmeter Wasser für 7 Pf. zu erhaften, währenddem die übrigenkonsumenten 15ẞf. bezahlen müßten. Der Herr Ober- Bürgermeister sowie einige der Herren Stadtväter von Elberfeld bekunden, daß der Kubikmeter Wasser der Stadt allerdings 18 Pfennige foste, daß der Vertrag mit den Farbenwerken aber im Interesse der Stadt gelegen habe, sonst wäre er ja nicht abgeschlossen worden.(!) Herr Viefhaus beziehentlich die Farbenwerke hatten nämlich die Stadt vor die Ter Streit der Bildhauer in Kassel ist zu Ungunfien Alternative gestellt, entweder das Waffer für 7 Pfennige weiter der Streifenden beendet. Die Streitenden haben Kassel verlassen. zu liefern oder die Werke wollten eine eigne Wafferleitung errichten. 2. Mit größter Energie und Ausdauer ist allerorten dafür zu Die Metallarbeiter Westfalens berufen eine Provinzial Die Erlaubniß, diese private Leitung durch die Straßen wirken, daß die Arbeiterinnen den Gewerkschaftsder Stadt legen zu dürfen, hatte sich Herr Biefhaus wohlweislich organisationen ihres Berufs zugeführt werden. fonferenz ein, die am 6. Januar 1895 in Dortmu schon längere Zeit vorher durch einen Beschluß der Stadt Die Einbeziehung der Arbeiterinnen in die Gewerkschaften liegt fammentreten soll. Als provisorische Tagesordnun verordneten gesichert. Der Staatsanwalt beantragte sieben sowohl im Interesse der als Lohnstlaven frohnenden Männer geschlagen: 1. Bericht der Delegirten. 2. Regelung Herbergs verschiedene Monate Gefängniß. wie Frauen und bedeutet für beide eine Verbesserung der Arbeits- wesens. 3. Einsegung eines Agitationskomitees. Das Urtheil lautete für den ersten Artikel auf fünf Mo- bedingungen. Wünschenswerth ist, daß die Gewerkschaften Anträge. nate, für den zweiten auf se ch 3 Wochen Gefängniß, bei ihrer Agitation mehr als bisher die Der Streit der Bielefelder Weber dauert noch immer welche in eine Gesammtstrafe von sechs Monaten um Arbeiterinnen berücksichtigen, daß sie zu diesem fort. Die aus Krefeld herangezogenen Weber, die zu einer ganz zuwandeln find. Zwecke mehr weibliche Agitatoren verwenden, ferner bestimmten Arbeit angenommen waren, sind wieder abgereift. In der Urtheilsbegründung wurde hervorgehoben, daß dem auch, daß sie zu den Verwaltungsposten weibliche Die vor etlichen Tagen unter Zuziehung von Magistratspersonen Angeklagten wohl der§ 198 zuzubilligen sei, da er ein Interesse Mitglieder heranziehen, damit diese allmälig unter stattgefundene Nachprüfung der Lohnbücher hat der Aufstellung daran haben könne, Zustände, welche nach seiner Meinung die der Leitung der erfahreneren männlichen Mitglieder eine selbst- des Gewerkschaftskartells Recht gegeben. Die von dem Magistrats Intereffen der Stadt schädigen, zu besprechen, doch seizer über ständige Thätigkeit im Dienste der Organisation entfalten lernen. nertreter angebahnten Ginigungsversuche scheiterten an der abdas Maß der erlaubten Kritit weit hinausgegangeu und zudem Die einzelnen Gewertschaftler sollten in ihrem Ver- lehnenden Haltung des Unternehmers. feien die in dem Artikel gemachten Angaben nicht wahr, der Ar- fehr mit den Kolleginnen betonen, daß fie in diesen nicht in Die Lohubewegung der Diamantarbeiter, so schreibt titel richte sich vielmehr in seiner Spize persönlich gegen Herrn erster Linie die Frau sehen, sondern die Genossin der Arbeit man uns von Amsterdam, hat einen internationalen Charakter Viefbaus. Dazu kommen in Betracht die vielen Vorstrafen des und des Elends und die Mitstreiterin im Rampfe gegen angenommen. Gleich nach Ausbruch der Arbeitseinstellung in Angeklagten und die Tendenz der Freien Presse". das Ausbeuterthum. Amsterdam war daselbst ein Vertreter der Antwerpner DiamantDiese geht darauf hinaus, den Klassenkampf zu schüren und das 3. Die Form der nichtgewertschaftlichen arbeiter anwesend. In Amsterdam wurde beschlossen, die AntKapital und dessen Vertreter für alle Uebelstände verantwortlich Organisationen proletarischer Frauen ist eine 3wed werpener Kollegen zur Arbeitseinstellung aufzufordern, und zwei zu machen, der Artikel sei also ein Tendenz- Artikel und deshalb mäßigteits und feine Prinzipienfrage. Ob die Delegirte reiften nach Antwerpen ab. Jezt ist auch da eine habe eine so hohe Strafe eintreten müssen. Frauen den politischen und Bildungsvereinen der Männer bei Arbeitseinstellung ausgebrochen. Die Zahl der Ausständigen soll -Wegen Majestätsbeleidigung schwebt gegen treten oder sich in eigenen Organisationen zusammenschließen, ungefähr 4000 fein. Die aufgestellten Forderungen stimmen mit mehrere Mülheimer Genoffen ein Strafverfahren. Dieselben hängt ab von den lokalen Verhältnissen, hauptsächlich aber von denen der Amsterdamer Kollegen überein. Die Amsterdamer waren, als ein Antisemit in einer Versammlung ein Hoch auf den geltenden Vereinsgesetzen. Wo diese es gestatten, und wo Bewegung nimmt bis jetzt einen sehr guten Verlauf. Nicht nur, den Landesvater" ausbrachte, figen geblieben. nicht besondere stichhaltige Gründe eine eigene Frauenorgani- daß schon 200 Juweliere die Forderungen bewilligt haben, sondern Auch ein Grund. Der Bürgermeister Münch in sation als nothwendig erscheinen lassen, ist vorzuziehen, auch die Organisation der Diamantarbeiter wird durch diese Schleiz hat dieser Tage eine sozialdemokratische daß die Frauen den Organisationen der Bewegung sehr gestärkt werden. Im Diamantfache giebt es Versammlung verboten. Als Grund dafür wurde von Männer beitreten. mehrere Sorten von Arbeitern, da sind z. B. die Klauber ihm angegeben, daß sie auf den Geburtstag des die Landes- 4. Bei Gründung besonderer Frauenorganis( klovers), die Schleifer, die Schneider u. f. w. Bis jetzt ist jede regierung führenden durchlauchtigsten Erbprinzen einberufen war fationen ist sorgfältig zu prüfen, ob am Orte die erforder Kategorie selbständig organifirt. Auch giebt es eine Art und infolge dessen als eine Demonstration gegen das Fürsten- lichen leitenden Persönlichkeiten vorhanden sind, Aristokratie unter den Diamantarbeitern, die sich bis jetzt schwerhaus angesehen werden müßte." Dieser Verbotsgrund, so be- sowie die geistigen Kräfte, welche eine gedeihliche Ent- lich zu den weniger gut Gestellten herablassen tonnte. Es scheint, mertt hierzu die Frankfurter Zeitung", ist zwar im reussischen wickelung der Organisation verbürgen. Die Frauenorganisationen daß diesem Zustande jetzt ein Ende bereitet wird. Es ist ein Versammlungs- und Vereinsrecht nicht vorgesehen, aber der sollten ihre Aufgabe nicht blos darin erblicken, Bildungs- Bestreben merkbar, alle Diamantarbeiter in einer großen OrganiBürgermeister hat dadurch seine Befähigung zur Ausfüllung des vereine au fein, sondern sie sollten prattische Arfation zusammenzufassen. Unser Genosse H. J. Polat, der seines Bürgermeisterpostens in Plauen im Königreich Sachsen, auf den beiten leisten, Thatsachen über die Arbeitsbedingungen und Beichens Diamantarbeiter ist, macht Propaganda für diesen GeLebensverhältnisse der Arbeiterinnen sammeln und zu agitato- banten. In der jüngsten, glänzend besuchten Versammlung der er berufen ist, vollaut geliefert. 900782300 Polizeilich aufgelöst wurde dieser Tage eine rischer Benuhung der Oeffentlichkeit übergeben; fie sollten eine Ausständischen forderte er alle Arbeiter und Arbeiterinnen der Versammlung in Dresden, in der Genosse Kaden über die Art von Beschwerde kommission bilden, denen die Lohn- Diamantindustrie auf, sich dem niederländischen Verein der Zabatsteuer referirt hatte. In der Diskussion nahm Genosse sklavinnen in Ermangelung von Fabritinspektorinnenver Diamantarbeiter anzuschließen. Sindermann Gelegenheit, der Versammlung die Verurtheilung trauensvoll besondere Mißstände ihrer Lage mittheilten und die und Verhaftung des Genossen Gradnauer mitzutheilen. Diese nach Sträften für Abstellung derselben wirkten. Nachricht rief einen lauten Sturm der Entrüstung hervor und deswegen die Auflösung. Was hat auch das Bolt sich zu rüften, wenn man ihre Vorkämpfer ins Gefängniß sperrt. " " Soziale Leberlicht. 5. Behuss Förderung der Aufklärung und Organisation des entweiblichen Proletariats find von Zeit zu Zeit besondere Flugblätter herauszugeben. 6. Die sozialistische Frauenbewegung ist in größerem Umfange als bisher seitens der Arbeiterpresse zu unterftügen. Polizei und Streif. Aus Belgrad meldet der Telegraph, daß durch die Intervention der Polizei" der unter den Pferdebahnbediensteten ausgebrochene Streit wieder beendet sei. Welcher Art diese Intervention" gewesen, wird nicht gefagt. Depeschen. " Genoffinnen, Genossen! Die vorausgehenden Punkte sind Den Genoffinnen und Genoffen zur Beachtung. teineswegs die formell bindenden Beschlüsse Privat Telegramm des Vorwärts". Wurzen, 16. November 7 Uhr 50 Min.( Privattelegramm Die Erörterung über die Förderung der sozialistischen Frauen einer Konferenz oder offiziellen Besprechung. Sie sind bewegung, welche im Anschluß an den Parteitag zu Frank nur die aus gegenseitigem Meinungsaustausch hervorgegangenen des Borwärts".) Die bisherigen zwei fonfervativen Stadträthe furt a. M. stattfand, mußte in Anpassung an die reaktionäre Rathschläge von Genossinnen und Genossen, welche die Noth- wurden nicht wiedergewählt, sondern Sozialdemokrat Künzel Faffung und Handhabung der geltenden Vereinsgesetze den wendigkeit erkannt haben, die breiten Massen des weiblichen und Demokrat Kießling. ( Wolff's Telegraphen Bureau.) Charakter eines streng privaten Meinungs- Aus- Proletariats aufzuklären und zu organisiren, damit sie zusammen Bremen, 16. November. Rettungsstation Bremertief teletausches zwischen einzelnen Berfonen tragen. mit der Männerwelt ihrer Klasse für die Befreiung der Arbeit graphirt: Am 15. November von der unweit Meyerslegde in Außer einer Reihe von Genossinnen, die für die Aufklärung und fämpfen. Organisation des weiblichen Proletariats wirken, theilten auch Nichtsdestoweniger ist es im Intereffe des einen 3iels, der Außenweser gestrandeten deutschen Schunertuff Tomma", eine ftattliche Anzahl von Genossen gelegentlich im Privat dem die sozialistische Frauenbewegung als Theil der allgemeinen Kapitän Janssen, 4 Personen durch das Rettungsboot gerettet. gespräch die im Laufe der letzten Jahre gemachten Erfahrungen sozialistischen Bewegung und in engstem Anschluß an sie zustrebt, Brüffel, 16. November. Die Kammer beschloß die Freis bezüglich der Frauenbewegung mit, sowie sowie Winte für dringend wünschenswerth, daß diese inte lassung des sozialistischen Deputirten Brenez( Mons), welcher Zukunft. deren fräftige Förderung in der Dieser Um- thunlichst beachtet werden. eine fünfjährige Gefängnißstrafe wegen Streifvergebens abbüßt. stand ist ein Anzeichen von nicht zu unterschäßender Solange die Berliner Frauen- Agitationskommission noch be- Brüffel, 16. November. Nach der Sigung in der Kammer Bedeutung: Wie sich in den breiten Schichten der steht, wird dieselbe in der alten Weise weiter funttioniren. brachte die sozialistische Gruppe einen Antrag ein, betreffend die Proletarierinnen immer lebendiger und bestimmter das Bedürfniß Gelder zu Agitationszwecken, Anfragen bezüglich der Vermittelung Amnestie aller wegen politischer Vergehen Berurtheilten. Genua, 16. November. Da durch wolfenbruchartigen Regen regt, zielbewußt und organisirt theilzunehmen an dem Befreiungs- von Referentinnen und der Zusammenstellung von Agitations fampfe ihrer Klaffe, so erkennt auch die politisch und gewerk- touren 2c. sind also einstweilen noch wie früher an die Adresse der Eisenbahn- Tunnel zwischen Boltri und Arenzano überschwemmt schaftlich organisirte Arbeiterschaft immer flarer die brennende der Frau Wengels, Berlin O., Fruchtstraße 30, Querg. 11, zu und der Crevari- Bach aus seinen Ufern getreten ist, mußte der Eisenbahn- Berkehr zwischen Genua und Ventimiglia vollständig Nothwendigkeit, die Frauen der werkthätigen Masse zu Mit- senden. streiterinnen zu erziehen. Genofsinnen und Genossen! Thun wir unser Bestes, um eingestellt werden. Auch der Tramway- Verkehr zwischen Genua Auf grund der ausgetauschten persönlichen Ansichten und angesichts der drohenden und für die Frauenwelt zum großen und Voltri, sowie zwischen Genua und Pontedecimo ist einErfahrungen darf man wohl zu dem Schlusse gelangen, daß die Theil bereits thatsächlich herrschenden Reaktion unserer Aufgaben gestellt. An mehreren Stellen sind die Magazine und Keller fozialistische Frauenbewegung im Allgemeinen träftige Fortschritte gerecht zu werden. Zeigen wir, daß allen polizeilichen überschwemmt, auch der Bahnhof Santa Limbiana ist übergemacht hat. Maßregeln und allen juristischen Spißfindigkeiten zum Trot schwemmt. Das Waffer steht einen Meter hoch. Infolge der In erster Linie gilt dies von dem Werk der politischen die proletarischen Frauen auf politifchem und gewerkschaftlichem Ueberschwemmung aller Schuppen auf dem Ladeplage ist der Aufklärung des weiblichen Proletariats und dies trotz der Gebiete die Schlachten ihrer Klasse schlagen helfen; daß auch fie Güterverkehr eingestellt. Unfälle von Menschen sind bisher nicht politischen Rechtlosigkeit des weiblichen Geschlechts und der als Theil des einen revolutionären Proletariats zum Anfturm bekannt geworden. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in berim SW., Beuthstraße 2. vierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 269. Sonnabend, den 17. November 1894. 11. Jahrg. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! M Lokales: Wirthe möchten wir wirklich erst einmal sehen, die mit Absicht| ihren Biervorrath in der Nacht verderben lassen." H Die Zahl der Gestorbenen, bie Todtgeborenen mit gerechnet, betrug in Berlin im Jahre 1892 nach Angabe des Man frage nur die Kontrolleure. Dort kann man bestätigt Statistischen Jahrbuches" 34 214, gegen 34 949 in 1891 und finden, daß Vorgänge ähnlich wie der geschilderte nicht zu den 34 867 in 1890. Sie war 1892: 20,89, 1891: 21,91, 1890: Sein Wille geschehe. Der Herr Generaldirektor Kom- Seltenheiten gehören. Es würde den Kaum des Blattes ganz 22,44 pro Mille der mittleren( d. h. Durchschnitts)-Bevölkerung. merzienrath Röfice fennt seine Pappenheimer, d. h. die Herren unnöthig beschränken, wollte man sich auf eine Wiedergabe all Ohne die Todtgeborenen starben 1892: 32 696( 19,97 pro Mille), Aufsichtsräthe der Schultheiß' Brauerei Aktien- Gesellschaft. Der dieser Sachen einlassen. Nur einen Fall, der sich dußendfach 1891: 33 792( 20,82), 1890: 33 793( 21,51). Die SterblichkeitsHerr Generaldirektor weiß sehr wohl, daß er der Macher vom wiederholt, greifen wir heraus und fragen die Gelehrten des ziffer ist in Berlin feit den 70er Jahren, wo sie( von Ganzen ist, daß alles tangen muß wie er pfeift und daß die Gastwirthsorgans: Was bewegt ihre Freunde um ringfreies Bier Epidemie- Jahren abgesehen) meist zwischen 31 bis 32 pro Mille Herren Aufsichtsräthe thun, was er haben will. So konnte der und dito Plakate zu betteln, wenn sie sich schon bei der war, herabgegangen. Die Bewegung ist zwar auch in den 80er Herr Generaldirektor Kommerzienrath Rösicke in der dieser Tage ersten Kontrolle auf verbotenen Pfaden ertappen lassen; Jahren wiederholt unterbrochen worden, aber die Grundstattgehabten ordentlichen Generalversammlung der Schultheiß ist das psychologisch erklärlicher als der erste Fall? Eine gute richtung blieb eine fallende. 1892 hat die Sterblichkeitsziffer Brauerei Aktiengesellschaft den anwesenden 33 Aktionären, welche Ausrede ist ja öfter sehr viel werth; daß manche Wirthe wir ein in diesem Jahrhundert für Berlin zum ersten Male 718 Stimmen mit einem Attienkapital von 2 180 000 m. versprechen selbstverständlich nur von einzelnen Angehörigen des beobachtetes Minimum erreicht.( Das bereits an anderer Stelle traten, nicht verhehlen, daß der Kampf mit der Sozialdemokratie Gewerbes- so sehr verzwickte Ausflüchte gebrauchen, kann uns vom„ Statistischen Amt" veröffentlichte vorläufige Ergebniß für der Brauerei große Verluste verursacht habe. Wie seitens des Vor- nicht davon abhalten, das gelegentlich bekannt zu geben.- An 1893, das durch Nachmeldungen nicht mehr wesentlich geändert standes mitgetheilt wurde, sei im neuen Geschäftsjahre im Monat Sep: statt derartige Manipulationen mit faden Schmeicheleien zu be- werden kann, weist freilich wieder eine erhebliche Steigerung auf. tember ein Minderabjay von 4270 Hektolitern, im Monat Oktober ein schönigen, sollte eine gewissenhafte Presse ihre Aufgabe darin er- E3 starben, die Todtgeborenen mitgerechnet, 37 535 Personen, solcher von 4637 Hettolitern und in der ersten Hälfte des No- blicken, in dieser Hinsicht erzieherisch einzuwirken. das find 22,46 pro Mille der mittleren Bevölkerung; ohne die vember bisher ein solcher von 500 Hektolitern zu verzeichnen. Todtgeborenen starben 36 032 oder 21,56 pro Mille.) Die Das neue Geschäftsjahr fängt gut an! Doch das genirt Herrn Der Unterstüßungsverein deutscher Hutmacher ver- Gesammtsterblichkeit wird stark beeinflußt durch die Sterblichkeit Rösicke in keiner Weise. Was er sich einmal in den Kopf gesetzt anstaltet am Sonntag, den 18. d. M., Nachmittags 3 Uhr, im der Kinder unter 1 Jahr. Von diesen starben, die Todtgeborenen hat, daß muß geschehen. Wozu wäre er denn absoluter Herrscher Central- Theater eine Opernaufführung zu volksthümlichen Preisen, mitgerechnet, 1892: 13 658, 1891: 14481, 1890: 14 096. Die im Gambrinusreiche von Mammons Gnaden? Er will und die von dem Kapellmeister Max Karpa zusammengestellt und geKindersterblichkeit wiederum wird wird stark beeinflußt durch Damit basta! Er will, daß trok der großen Verluste, welche die leitet wird. Zur Aufführung gelangt die komische Oper:" Der die Geburtenziffer. Es liegt daher nahe, das Herabgehen der Brauerei erlitten hat, der Kampf gegen die Sozialdemokratie Waffenschmied von A. Lorking und find noch Billets à 1,50, Sterblichkeitsziffer zwar nicht allein, aber doch zum Theil weiter geführt werde. Und siehe da sein Wille geschieht. Vor M., 75, 60, 40 und 25 Pfg. bei Herrn Kassirer E. Kempe, aus dem gleichzeitig beobachteten Herabgehen der Geburtenziffer dem Machtgebote des Herrn Generaldirektor Kommerzienrath Weinftr. 12, part., zu haben. ( vergleiche den Artikel in Nr. 254) zu erklären, so daß die VerRöfice beugen die Herren Geheimrath Herz, Justizrath Dirksen, Zur Lokalliste. Rummelsburg. Der Restaurateur besserung der Gesundsheitsverhältnisse Berlins nicht so groß Reichstags Abgeordneter Dr. Alexander Meyer, Bantier Legde, Lessingstraße, hat wieder boykottirters Bier. Als der- wäre, wie sie nach der Sterblichkeitsziffer erscheint. Diesen Paasch und wie die Herren Aufsichtsräthe alle heißen, selbe Herr vor einiger Zeit in Rummelsburg eine Jungbier- Standpunkt vertritt das Jahrbuch" seit einer Reihe von Jahren. ergebenft ihr Haupt und ertheilen dem Vorgehen des Vorstandes Brauerei kaufte, glaubte er sein Jungbier dadurch los zu werden, Auch in dem neuesten Jahrgange wird wieder darauf hinges einstimmig ihre Zustimmung. Doch damit allein ist Herrn Rösicke daß er in sein Lokal boykottfreies Bier einführte. Jetzt, nach wiesen. Bugleich wird wiederum ausgeführt, daß die durch einnicht gedient. Man braucht gerade fein großer Finanzkünstler dem er seine Brauerei verkauft hat, führt der Herr wieder fache Vergleichung mit der Bevölkerungszahl gewonnene Sterb zu sein, um sich an fünf Fingern abzählen zu können, daß, wenn boykottirtes Bier; jedenfalls will er damit zeigen, daß er die Ar- lichkeitsziffer für große Städte überhaupt einen sehr mangelmit so großen Verlusten weiter gewurstelt wird, auch Herr beiter nicht mehr braucht. An dem ganzen Gebahren ist zu er- haften Maßstab bietet, da die Bevölkerung derselben Schultheiß- Rösicke schließlich in finanzielle Verlegenheiten gerathen fehen, mit welcher Spekulation Herr Legde damals infolge des massenhaften Zuzugs von Personen der muß. Doch auch hier weiß er sofort Rath. Wozu wäre er denn umgegangen ist. Jedenfalls werden nun aber auch die Rummels fräftigsten Altersklassen eine internationale Sterb absoluter Herrscher im Gambrinusreiche? Stehen ihm nicht die burger Arbeiter darüber belehrt worden sein, wie sie sich einem lichkeit aufweisen muß". Die unter Berücksichtigung Taschen seiner Getreuen zur Verfügung? Ein Aderlaß der fetten derartigen Verhalten gegenüber zu verhalten haben. aller dieser Umstände berechnete Sterblichkeitsziffer stellt Attionäre ist seiner Meinung nach ein ganz probates Mittel, der Bezüglich unserer in der Nummer 263 veröffentlichten Notiz, sich für Berlin thatsächlich höher. Sie betrug z. B. 1887, bis tränkelnden Brauerei neues pulfirendes Leben einzuflößen. Und nach welcher ein Gastwirth am Mittwoch, 7. November, einen zu welchem Jahre sie vom Jahrbuch" mitgetheilt wird, nicht fiehe da sein Wille geschieht! Bereitwilligst öffnen die Flugblatt Bertheiler durch einen Schuhmann verhaften 23,11 pro Mille, wie die einfache Vergleichung ergäbe, sondern Herren Aktionäre ihre wohlgefüllten Geldsäcke und erhöhen das ließ, ist zu berichtigen, daß der Betreffende nicht Thien, 27,44. Die Differenz ist also ziemlich bedeutend. Das Jahr Attienkapital auf 6 Millionen Mark! Nun ist Herr Rösicke sondern Thiele heißt und Köpenickerstraße 150-151 wohnt. buch" macht auch darauf aufmerksam, daß diese Differenz im wieder schöne raus, und Herr Geheimrath Herz kann frohen Derselbe schänkt Ringbier. Die Handlungsweise dieses Herrn allgemeinen eine steigende Tendenz hat, wie auch die BeMuthes mittheilen, daß die erfolgte Kapitalerhöhung auf lange dem Arbeiter gegenüber ist um so eigenthümlicher, als derselbe völkerung selbst in ihrer Zusammensetzung immer mehr von der Zeit ausreicht, um die erforderlichen Mittel zu decken. So, nun früher selbst Arbeiter war und als Dreher in den Fabriken bei normalen abweicht." Die steigende Tendenz" ist sogar sehr austann es losgehen! Nun hat Herr Generaldirektor Kommerzien Frister u. Roßmann und Löwe arbeitete. Jezt hat er feine geprägt steigend; denn die Differenz stieg von 1,61 in rath Röfice wieder Munition, nun tann der Kampf gegen die frühere Stellung vergessen. Bielleicht zeigen ihm die Arbeiter 1876 mit unwesentlichen Schwankungen auf 4,33 in Sozialdemokratie durchgeführt" werden. Nun, sein Wille ge- dadurch, daß sie sein Lokal meiden, wie sie ein solches Verhalten 1887. Jm vorigen Jahre hat Dr. Th. Weyl( Schriftschehe! Mögen Herr Rösicke und seine Aktionäre nur ruhig die zu würdigen wissen. In die Liste derjenigen Gastwirthe, welche führer der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege") Millionen verpulvern der Menschen Wille ist ihr Himmel- tein boyfottirtes Bier führen, sind nachzutragen: 4. Wahlkreis versucht, in einer Broschüre über die Einwirkung hygienischer reich! Wenigstens kommt auf diese Weise Geld unter die Leute,( Osten): E. Heise, Lichtenbergerstr. 21. Wolf, Schillingstr. 35a. Werke auf die Besserung der Gesundheitsverhältnisse Berlins das während sonst die Millionen in den kleinen Juliusthürmen der 6. Wahlkreis: Der Gastwirth Müller, Lothringerstraße 30, Serabgehen der Sterbeziffer weniger auf die Verminderung der Rapitalisten verschimmeln würden. Herr Rösicke will den Kampf früher ausgesperrter Brauereiarbeiter, ist von der Liste zu streichen, Geburten als auf die Einrichtung der Wasserleitung, der Kanalisein Wille geschehe! weil er Patzenhofer Bier einschmuggelte. sation, der Krankenhäuser u. s. w. zurückzuführen. Die Schrift, Entgegen der Mittheilung des Gastwirths Wicht in Pankow, die an manchen Stellen ganz auffallenden Byzantinismus gegenEs ist nicht das Zeichen einer besonders geschickten Taktif daß er kein Boykottbier schänke, theilt die Lokalkommission auf über der Berliner Gemeindeverwaltung zur Schau trägt, hat zu und beweist außerdem, daß die Informationen des Fachblattes das Bestimmteste mit, daß dieser Herr Schultheiß Bier verzapft lebhaften Grörterungen in Fachkreisen, wie auch in der politischen nicht sehr weit her sind, wenn das„ Gasthaus" die in unserem und Biermogeleien getrieben hat. Die Arbeiterschaft wolle sich Tagespresse geführt. Der Herausgeber des Jahrbuchs" berührt Blatte bekannt gegebenen Thatsachen unter dem Rumbrum, Verdrehte Behauptung" einfach abthut. Am Schlusse eines Entre diese Richtigstellung ganz besonders merken. In Rigdorf diese Frage, indem er den wohlthätigen Einfluß der Kanalisation anerkennt, aber eine ausschlaggebende Einwirkung in Abrede stellt. filets heißt es dort:" In einem Artikel über Mogeleien von schänkt H. Vollmer, Hermannstraße 149, boykottfreies Bier. Wirthen, nämlich über" Unterschiebung von Ringbier, behauptet Achtung, Rigdorf! Der Leseklub, Heine", der es sich der Vorwärts" u. A. Folgendes: in einem anderen Falle zur Aufgabe stellt, mit ganzer Kraft für die Aufklärung der läßt man das gute ringfreie Bier während der Nacht ohne Druck Massen zu wirken, veranstaltet heute, Sonnabend, sein diesstehen, um am folgenden Tage Veranlassung zu haben, an Stelle jähriges Stiftungsfest. Die zahlreichen Freunde des Klubs des„ laschen Getränts" Ringbier einführen zu können und so werden nicht verfehlen, an diesem Feste theilzunehmen und dafür fort." Eine so verdrehte Behauptung kann doch nur aufstellen, sorgen, daß es einen seiner würdigen Verlauf nehme. Robert wer durch die Leidenschaft schon ganz blind gemacht ist. Die Köppen. Theater. 1 V nur " der " einer Um Errichtung einer Reichsbankstelle in Nixdorf find Einwohner dieses Ortes unter Befürwortung dieses Gesuches durch die Gemeindebehörden bei dem Reichsbant- Direktorium zu Berlin vorstellig geworden. Begründet wird das Gesuch mit dem Hinweise auf die Zahl und den Umfang der induſtriellen Betriebe, die sich gegenwärtig in dem Orte befinden und für welche der nothwendige Bankverkehr gegenwärtig umständlich und verräth der Tod seinem Gast, daß er eine mächtige Auffassung widerspricht indeß zunächst die einfache That Gegnerin habe, die Unsterblichkeit. Nachdem diese erschienen, sache, daß in ihrer ganz überwiegenden Mehrzahl die National Theater. Sinn und Unsinn, sowie Kunst und begann der Aerger des Herrn Direktor Samst. In über- Anhänger Partei noch Mitglieder irgend Wissenschaft erschienen merkwürdig gemischt in der am Donnerstag quellendem patriotischen Gefühl hatte er sich gedacht, daß der Religionsgemeinschaft sind und daß auch unter den bekannteren zuerst über die Bretter gegangenen Ausstattungskomödie von alte Friß, der große Kurfürst", Hochstapler Joachim 11., der Wortführern und Bertretern viele nicht mit der katholischen, Ernst Bluhme:„ Der Zod als Pathe". Der Inhalt des fromme Hurenbold Friedrich Wilhelm II. und andere hochfelige protestantischen oder jüdischen Religionsgemeinschaft gebrochen neuen Stückes ist mersch bendeels nationaltheatralisch, des weiteren Helden aus dem Hohenzollerngeschlechte unter den Fittichen haben. Einer von ihnen, der Genosse Theodor v. Wächter, ber wissenschaftlicher Natur und Unsterblichkeit Dor die Rampe treten und zum ganz geringen Theil, der sich als Predigtamts Randidat in Württemberg wegen seiner Zuge wie der Theaterzettel zugiebt, einer Idee von A. Blanche dann von dem entzückten Publikum beklatschen beklatschen lassen hörigkeit zur sozialdemokratischen Partei gemaßregelt wurde, entnommen. Ein Köhler, der, so viel man auch da- müßten. Die Ausführung dieses Gedankens ist aber von hat es sich zur Aufgabe gemacht, für die Vereinbarkeit einer gegen einwenden mag, natürlich aus Berlin stammen muß, wird der Polizei schnöde verhindert worden. Gestüßt auf irgend eine religiösen Ueberzeugung mit der Zugehörigkeit zur fozialdemo nach langer, finderlofer Ehe mit einem Male glücklicher Bater. alte Bestimmung, nach der hochfelige Hohenzollernfürsten nur fratischen Partei auch agitatorisch zu wirken. Er hat be Rein Mensch glaubt dies Faktum und es ist sehr genierlich, daß mit ministerieller Genehmigung auf den Brettern, die auch im sonders in Westfalen unter den Bergarbeitern großen niemand zu dem nicht für echt gehaltenen Kinde Pathe stellen Nationaltheater die Welt bedeuten, in die Erscheinung treten Anklang gefunden. Seinen wirkungsvollen Reden sucht will. Da erbietet sich der Tod zu dieser Rolle. Seine dürfen, verbot fie Herrn Direktor Samst sämmtliche er durch Broschüren wie die vorliegende nachzuhelfen. Pathenschaft wird. angenommen und Herr Sensemann verstorbenen Brandenburgisch- preußischen Heldenfürften. Die Wächter hebt zutreffend hervor, daß der Saß unseres Programms: thut alsbald noch ein übriges und macht den Köhler zum Arzt, Folge dieser Polizeiverfügung war, daß ein paar Religion ist Privatsache" auf zweierlei hinziele: erstens darauf, der seinen Kranken Tuberkulin und Ungegypsten zu toften giebt. Tumpige Dichter und ein invalider General sich dem im Staatsleben für den Einzelnen die völlige Freiheit der Manchmal hilft diese Pferdekur, nämlich wenn der Tod zu Schuße der Unsterblichkeit anvertrauen durften. Indignirt wandte Religionsübung zu erwirken und zweitens den Anhängern jed. Füßen des Krantenbettes erscheint, oft aber auch giebt es sich lettere den Soifitten zu, worauf der Vorhang fiel. Für den, weder Weltanschauung, der gottgläubigen sowohl wie der nichts mehr zu furiren. Dies ist der Fall, wenn sich der nach der Beschreibung von so vielen schönen Dingen noch atheistischen den Zutritt zur sozialdemokratischen Partei zu er der Pathe Senfemann am Ropfende des Bettes ein- den Schluß des Stückes erfahren will, sei bemerkt, daß der Ber- möglichen. Ob im Einzelfalle die religiöse Ueberzeugung des findet. Wir wollen nicht all' den wirren Unsinn herzählen, liner Doktor dem Tod im legten Att ein Schnippchen schlägt. Als der Einzelnen sich vereinbaren läßt mit seiner Zugehörigkeit zur Partei, der sich zusammenhangslos durch das Stück hinzieht, sondern nur Schlauberger laut vereinbartem Vertrag sterben soll, schafft er sich ein darüber muß jeder selbst entscheiden; teiner kann darüber Richter sein. vermerken, daß der Tod den Arzt zu allem übrigen auch noch in Bett an, das sich durch einen Mechanismus rundherum brehen Im übrigen hebt Wächter richtig hervor, daß für praktische seinem Reich spazieren führt. In Projektionsbildern, welche an läßt. Der Tod als Bathe erscheint, wie es die Regel, am Kopf- politische Zwecke gottgläubige und atheistische Arbeiter fich geDeutlichkeit den in der Urania gezeigten fast gleich kommen, sieht ende, und schwupp dreht sich die Geschichte, worauf der Doktor wöhnen müssen, genau so gut mit einander Schulter an Schulter man die beiden Herren zunächst in Luftballon über Land und noch fünfzig Jahre am Leben bleibt, denn der Tod steht jetzt ja zu kämpfen, wie ihnen ohne Rücksicht auf Glaubensbekenntnisse Meer fahren. Dann erscheint die Sonne, von den Pla- am Fußende des Bettes! christliche, jüdische und atheistische Ausbeuter geschlossen gegen= neten ziemlich umstürzlerisch umkreist und weiter wird Das Publikum war, wie immer, entzückt und rief den Direktor übertreten. Andererseits tönnen natürlich diejenigen Sozials wie ein Romet die sich frei gemacht gewahr, die Erde zertrümmert. ein über das andere Mal auf die Bühne. Auch wir empfehlen demokraten, haben vom Glauben übernatürliche Mächte, Die Projektionsbilder gewinnen in der späteren Folge immer jedem, der Interesse für Guckkastenbilder hat und sich überdies für ihre Weltanschauung mehr an Wissenschaftlichkeit; man sieht die berühmten Infusorien noch in wissenschaftlicher Beziehung unterrichten will, sich die unbeschadet ihrer Zugehörigkeit zur Partei Propaganda machen. Sie im Wassertropfen, eine Schildkröte fraucht im Kraut herum, neue Ausstattungskomödie im Nationaltheater anzusehen. thun das dann aber nicht als So= große Aale freffen kleine Würmer auf und werden von diesen zialdemokraten, sondern als Atheisten, Materialisten, oder angefressen: ganz ivie zuweilen in der Urania. Nachdem der wie sie sich sonst nennen mögen. Nicht völlig trifft indeß Wächter Bilderzyklus, der schließlich auf den von Leichen Ertrunkener den Kern der Sache, in dem, was er über den Austritt aus der angefüllten Meeresgrund hinabführt, zu Ende ist, gewahrt man das Landeskirche fagt. Er scheint den Austritt für überflüssig zu Reich des Todes, in dem es sehr helle von den vielen Seelen ist, die dort halten auch für solche, die sich selbst innerlich völlig freigemacht je nach Qualität trübes oder strahlendes Licht verbreiten. Dann haben vom Kirchenglauben. Eine Parteifache fann ein solcher laufen die Agenten des Todes, als welche sich das Alter, die Austritt allerdings nicht sein, wohl aber Sache der persönlichen Trunkenheit, der Liebeswahnsinn, der Krieg u. s. w. darstellen, Rann ein gläubiger Christ Sozialdemokrat sein? Das ist Ueberzeugungstreue. Ob die persönliche Ueberzeugung den Ausüber die Bühne. Aus unersichtlichen Gründen müssen diese eine Frage, die neuerdings vielfach erörtert wurde. Viele unter tritt erforderlich macht, kann nur der Einzelne für sich entGenien aber sämmtlich vor offener Szene ein russisches Bad den tüchtigen Parteigenossen glauben sie verneinen zu müssen. scheiden. Jede Einmischung Anderer, schon jebe Rechenschaftsnehmen, was auch für das Publifum, das vor Dampf nichts Sie halten es für unumgänglich erforderlich, die Bekämpfung forderung, wegen der Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft sehen tann, eine unangenehme Geschichte ist. Im weiteren des Glaubens an einen persönlichen Gott und sämmtlicher gott- ist Rezerrichterei. Berlauf der Debatte folgt ein ungarischer Czardas, den gläubiger Religionsgemeinschaften mit der Propaganda der man Literarische s. Die Stellung der Sozialdemokratie zur Religion. Von Theodor v. Wächter. Stuttgart, A. Jung's Verlag. 10 Pf. hübsche, bralle Mädchen im Zodtenreich tanzen. Endlich sozialdemokratischen Bestrebungen zu vereinen. Giner solchen an gl. zeitraubend ist weg-» der Entfernung nach Berlin; auch die im Bankverkehr umgesetzten Summen sollen erheblich sein. Die Frier des Raucherbundes bei boykottirtem Bwr findet nicht, wie irrthüinlich von uns berichtet, Sonntag, sondern schon heule Sonnabend im Feenpalast statt. Möge kein Arbeiter sich übertölpeln lassen. Mit dem allgemeinen Ehrenjeichen ist der Kriminal- sa,utzmann Zachau, sowie ein anderer Schutzmann bedacht worden, der gleich Zachau mit den beiden zu horrenden Strafen verurtheilten Anarchisten Dräger und Schäwe gekämpft hatte. Das allgemeine Ehrenzeichen hat bekanntlich s. Z. auch der Kriminalschutzmann Jhring-Mahlow erhalten. Nacht-Omuibusse. Das Polizeipräsidium hat nunmehr die Genehmigung für den Betrieb von Nacht-Omnibussen auf folgen den Linien ertheilt: I. Krenzberg- Wedhingplatz. 2. Hasen- daide-Rosenthalcr Thor, 3. Oranienplatz- Zoologischer Garten, 4. Alexanderplatz-Botanischer Garten, 5. Marheinckeplatz-Rosen- lhaler Thor, 6. Alexanderplatz-Moabit(Hansaplatz) und zurück. Die Wagen werden von 11 Uhr Abends bis 7 Uhr 85 Min. früh fahren, und zwar von 11 bis 1 Uhr alle 10 Minuten, von 1 bis 2 alle 15, von 2 bis 5 alle 30 und von 5 bis 6 Uhr 45 Mi- nute» früh alle 15 Minuten. Der Einheitspreis auf alle» Linien wird niit 20 Pf. angenommen und giebt dem Publikum— ohne Preiserhöhung— das Recht zum einmaligen Wechseln der Tour an den Schneidepnnkten der Linien. Will also Jemand vom Wedding zum Zoologischen Garten fahren, so zahlt er für die ganze Tour nur 20 Pf. und steigt an der Ecke der Friedrich und Leipzigerstraße in den betreffenden Wagen um. Um die Sache der in Magdeburg inhaftirten Ober- Feuerwerker steht es, nach der„Rat-Ztg.', zur Zeit so, daß die Voruntersuchung abgeschlossen und die Eröffnung des kriegsgerichtlichen Verfahrens demnächst zu erwarten ist. Ueber den Termin ist noch nichts bekannt. Ueber de» Selbstmord eines Studenten wird berichtet' Seit kurzem wohnte in der Artilleriestr. 27 bei einer Familie W. der zwanzig Jahre alte stuäiosus juris Kurt Deutschmann, der bei der Universität immatrikulirt war. Als am Donnerstag Abend gegen 7 Uhr seine Wirtbin das Zinimer betrat, lag der junge Mann iu einer großen Blutlache. Neben der Leiche wurde ein scharfes Messer gefunden und auf dem Tische ein Zettel, auf dem Deutschmann mittheilt, daß er Iselbst Hand an sich gelegt habe. Ein sofort hinzugezogener Arzt stellte fest, daß der Student sich den Hals völlig durchschnitte», vorher aber die Pulsadern der linke» Hand geöffnet hatte. Die Beweggründe konnten bisher nicht ermittelt werden. Deutschmann ist der Sohn eines Kauf manns aus der Gartenstraße zu Breslau. Zu dem mnthmaßlichen Frauenmorde bei Bernau wird mitgelheilt, daß ein Verbrechen noch nicht erwiesen ist. Die Leiche wurde in einem durch die letzten Regengüsse mit Wasser gefüllten Wiesengraben mit dem Gesicht»ach unten liegend vor- gefunden und die Todte muß an dieser Stelle schon mindestens 14 Tage gelegen haben.— Die gestern stattgehabte Obduktion er- gab, daß der Tod der Unbekannten aller Wahrscheinlichkeit nach durch Ertrinken erfolgt ist. Spuren eines gewaltsamen Todes waren nicht zu entdecke», mehrere Wunden am Kopse find anscheinend durch den Verwesungs- prozeß hervorgerufen, so auch eine tiefgehende Ver- letzung an der Schläfe, welche irrthüinlich für eine Schußwunde gehalten wurde. Auffällig ist nur, daß fich An- gehörige der Tobten noch nicht gemeldet haben, da die Un- bekannte unbedingt schon längst vermißt worden sein muß. Auf der Straße verstorben ist am Donnerstag Vormittag eine unbekannte etwa 50jährige Frau, welche gegen II Uhr die Linienstraße passirte. Unweit der Mendelssohnstraße brach die allem Anschein nach dem Arbeiterstande angehörige Frau plötzlich zusamii'en und verstarb, bevor noch ärztliche Hilfe zur Stelle war. Die Leiche wurde»ach dem Schauhause gebracht. Die Opfer eines Schwindlers sind am Montag Abend die Tischler Mösstng'schen Eheleute aus der Oranienstraße 116 geworden. Gegen 8 Uhr fand sich bei ihnen ein etwa 80jShriger Mann ein und erklärte der ollein anwesenden Frau, daß er Maschinenführer sei und eine Schlafstelle in Gemeinschaft mit einem Heizer suche. Bisher habe er im Nebeuhause bei einem Bruder, der Schutzmann sei, gewohnt, die Räume seien aber zu eng. als Nachbar sei er ohne Kopsbedeckung erschienen. Das Zimmer wurde sogleich gemiethet. Der in diesem Augenblick eintreffende Ehemann wurde um Hilfe bei der Abholung ves Koffers gebeten, zunächst aber nach einem Wirthshause geführt. Nun brauchte der Gauner den Vorwand, seine Wäsche erst holen zu wollen, benutzte aber die Zeit, um sich von Frau Mösssng Geld zu leihen, damit kehrte er zu dem Manne zurück und wußte auch diesen unter einem Vorwande zur Hergabe eines Darlehns zu bewegen. Die Eheleute mußten sich später gegen- seitiq das Gestäudniß ablegen, daß sie beschwindelt seien. Der Unbekannte macht den Eindruck eines Schlossers und tritt mit großer Sicherheit auf. Schwerbestrafter Unfug. Der 24 jährige Mechaniker Paul Lehmann, der am Engel-Ufer 7 bei den Eltern wohnt, ging in angeheiterter Stimmung mit vier Bekannten die Ackerstraße ent- lang. Bei gegenseitigen Neckereien wurde ihm sein Regenschirm zerbrochen. Man beschloß nun, das aufgespannte Wrack aus einen Baum zu hängen, und Lehmann wurde zu dem Zweck von den übrigen in die Höhe gehoben. Kaum hatte er das Kunst- stück ausgeführt, als man ihn losließ. Lehmann fiel auf die Spitzen des den Baum umgebenden Gitters und trug so schwere Verletzungen davon, daß er bis nach dem Engelufer gelragen werden mußte. Sin Arzt ordnete dami seine Ueberführung nach einer Klinik an. Russisches aus Berlin. Ein Einbruch ist in der Nacht zum 4. d. M. in der Leichenhalle des russischen Kirchhofes auf Tegeler Gebiet verübt und dabei der Kircbhofswächter angegriffen worden. Der russische Propst hat den Russen Iwan Reschkow als Theilnehmer an dem Verbrechen der Kriminalpolizei über- geben. Er hat ober noch nicht vernommen werden können, da er nur russisch spricht. WitternngSiibersicht vom 16. November 1894. u"» 5 »=8= cij�, II Station gebracht, wo er nach einer Stunde starb.— Mittags erschoß sich ein Mann in seiner Wohnung, in der Markgrafen- straße.— Auf dem Anhalter Außen-Bahnhofe ivurde Nachmiitags ein Kutscher durch einen Eisenbahnwagen gegen einen Prellbock gedrückt und so schwer verletz!, daß er bald darauf starb.— Abends wurde ein Siudent in seiner Wohnung, in der Artillerie- straße, mit schweren Verletzungen am Halse und an der Hand lodt aufgefunden, es liegt unzweifelhaft Selbstmord vor.— Hinter der städtischen Gasanstalt sprang eine Frau in den Louisen- städtischen Kanal und ertrank.— Im Laufe des Tages fanden drei kleine Brände statt. E t a t i o n» n. Swinemünde Sani bürg. erlin.. Wiesbaden. München. Wien.. Haparanda Peiersburg Cork... Aberdeen. Paris jetter H Sö halb bedeckt Nebel wolkig Regen Nebel Nebel Nebel Nebel heiter. halb bedeckt bedeckt 4 7 5 8 2 3 1 2 7 4 2 Wetter-Proanose für Sonuabeud den 17. November 1894. Etwas kühleres, theils heiteres, theils nebeliges Wetter mit schwachen südöstlichen Winden ohne wesentliche Niederschläge. BerlinerWetterbureau. Polizeibericht. Am 10. d. Mts. Vormittags fiel ein Maurer in dem Neubau Tanzigerstr. 28 von einer Leiter etwa V/2 Meter herab und blieb bewußtlos liegen. Er wurde nach der Unfall- Prozeß Gerlach. Aus Erfurt wird vom 14. d. Mts. weiter bencdtet: Als am Mittwoch gegen 6 Udr Abends die Sitzung wieder eröffnet wird, erscheint als Zeuge Ober- Konfistorialrath tofprediger Zahn(Soudershaufen). Präs.: Herr Ober- onsistorialrath, die Herren Verlheidiger haben sich auf Ihr Zeugniß berufen. Sie sollen wissen, daß Frau Gerlach christlich gesinnt und auch sehr wohlthätig sei. Sie soll namhafte Beträge für den Gustav-Adols-Verein und arme Wittwen gespendet haben.— Zeuge: Frau Oberförster Gerlach ist allerdings sehr wohlthätig gewesen, sie hat namhafte Beiträge für Arme gespendet, ob das speziell für arme Wirtwen war, kann ich nicht sagen. Auch dem Gustav-Adols-Verein bat sie namhafte Beiträge gespendet. Beide Angeklagte sind soivohl in Sondershausen wie auch in ihrem frühereu Wohnort Gehren fleißige Kirebeubesucher gewesen.— Verlheidiger Rechtsanwalt I ä n i ck e: Haben Sie einmal gehört, daß Frau Oberförster Gerlach sehr jähzornig war und ihr Dienstmädchen geschlagen habe?— Z e u g e: Es ist wohl ein derartiges Gerücht in Sondershausen gewesen, ans eigener Wissenschaft kann ich darüber nichls bekunden. Die folgende Zeugin Frau L' E t i e n n e bekundet: Im Mai d. I. sei in Sondershausen ein studentisches Gesangsfest gewesen. Zwei Festtheilnehincr wollten das Gerlach'sche Ehepaar besuchen. Das Mädchen sagte ihnen aber: sie könne ihnen nicht öffnen, da es ein- geschlossen sei. Ob das Mädchen auch ein anderes Mal ein- geschlossen gewesen ist, wisse sie nicht. Sie habe einmal gesehen. daß das Mädchen im Hofe bei größter Sonnenhihe mit bloßem Kopf Holz sägen mußte. Auch auf dem Acker mußte das Mädchen unrer denselben Umstände» in größter Sonnenhitze arbeiten. Die Anna Köhler sei, soweit ihr erinnerlich, nicht von Anfaug an lahm geivesen. Das Mädchen durfte mit niemandem in der Nachbarschaft sprechen. Als ein Mädchen mit der Köhler ein- mal sprechen wollte, habe ibr letztere abgewinkt und durch Zeichen zu verstehen gegeben, daß sie nicht sprechen dürfe.— Präs.: Sie sind Besitzerin des Nebenhauses von Gerlach?— Zeugin: Jawohl.— Präs.: Die Angeklagten behauplen: Die Insassen Ihres Hauses und auch Sie feien Ihnen feindlich gesinnt?— Zeugin: Das kann gar nicht sei». Ich habe mit den Ger- lach'schen Eheleuten niemals ein Wort gesprochen.— Präs.: Wissen Sie, daß Frau Gerlach ihren Mann einmal ge- schlagen hat?— Zeugin: Aus eigener Wahrnehmung kann ich darüber garnichts sagen, meine Tocbier hat mir aber einmal er- zählt: sie habe gesehen, wie Frau Gerlach ihren Mann auf dem Hofe geschlagen bar.— Präs.: Wie alt ist Ihre Tochter?— Zeugin: 13 Jahre.— Präs.: Haben Sie Ursache, an der Wahrheitsliebe Ihrer Tochter zu zweifeln?— Zeugin: Keines- wegs, eine andere Frau, die das Schlagen auch niit angesehen, hat das im übrigen bestätigt Die Zeugin bekundet im weiteren auf Befragen, daß die Köhler insbesondere bezüglich ihrer Haarsrisur sehr verwahrlost ausgesehen habe.— Präs.: Wann machten Sie diese Ihre Wahrnehmungen?— Zeugin: Etwa im Mai oder Juni.— Ein Geschworener: Sah die Köhler gleich bei ihrem Antritt verwahrlost aus?— Zeugin: Nein, anfänglich habe ich keinerlei Verwahrlosung an dem Mädchen wahrgenommen. Danach wird der Bruder der Anna Köhler, der lüjährige Schlosser Hermann Köhler, als Zeuge in den Saal gerufen. Dieser schließt sich vollständig den Bekundungen seiner Mutter an. Weder er, noch seine Mutter hätten»ie Annck jemals geschlagen. Die übrigen Zeuge» bekunden fernere Bestialitäten, die von den Angeklagten an der Köhler begangen worden sind. Zeugin Dienstmagd Apperolh: Ich habe eines Tages das Gerlach'sche Ehepaar mit der Anna Köhler auf dem Kartoffel- acker gesehen. Die Köhler trug einen großen Korb und eine große Schürze voll Kartoffelkraut. Die Last wurde der Köhler so schwer, daß das Mädchen zur Erde fiel; dann erhielt es von der Frau Gerlach in's Kreuz oder auf's Geiäß einen Fußtritt. Der Ehemann� Gerlach ging nebenher und that nichts dagegen. Als die drei in der Wohnung angelangt waren, hörte ich furcht- bar schreien, so daß ick die Ueberzeugung gewann, das Mädchen werde gemißhandelt. Tags darauf habe ich die Köhler auf dem Felde getroffen und sie nach ihren, Namen gefragt. Ich sagte ihr: Nehmen Sie doch den Korb nicht so sehr voll. Die Köhler begann zu weinen und sagte: ich muß ja. Ich sagte darauf zu der Köhler: Sagen Sie der Frau Oberförster, wenn ich die Mißhandlungen noch einmal sehe, dann werde ich der Polizei Anzeige machen. Einige Wochen später, im Monat Juni, habe ich die Köhler einmal während der größten Sonnenbitze Holz sägen sehen. Frau Gerlach stand ans dem Balkon und sah zu. Da die Köhler nicht schnell genug sägte, so schimpfte Frau Gerlach und rief das Mädchen schließlich ins Zimmer. Der Ehemann Gerlach folgte und nun hörte ich wiederum lautes Schreien, sodaß ich vermuthete, das Mädchen werde gemißhandelt.— 'iegeleibesitzer Heß bekundet: Die Anna Köhler sei, als sie bei erlach antrat, ein gesundes, wenn auch nicht gerade starkes Mädcken gewesen; später habe dieselbe sehr elend ausgesehen. Die„Oberförsters" waren gewissermaßen menschenscheu, sie ließen niemanden zu fich und hielten das Hans immer, vährend ver- chlossen. Einmal habe er gesehen, wie Frau Gerlach ihren Mann auf dem Hofe geschlagen habe.— Präs.: Womit schlug Frau Gerlach ihren Mann?— Zeuge: Genau konnte ich es nicht sehen, es war aber jedenfalls ein so harier Gegen- stand, daß, wenn man damit eins bekam, man genug hatte.(Heiterkeit im Auditorium.)— Zeugin Frau ünther: Sie sei einmal zugegen gewesen, wie die Köhler aus der Treppe Wasser verschüttet hatte. Frau Gerlach kam hinzu und sagte zu dem Mädchen:„Kanaille, jetzt wischest Du sofort auf."—«Ich werde ja sofort aufwischen." versetzte das Mädchen mit weinender Stimme.„Ich arbeite ja gern, schlagen Sie mich nur nicht." Sie(Zehg>n) habe dabei die Ueber- zeugung gewonnen, daß das Mädchen von der Frau Ober- iörster oftmals gemißhandelt werde. Am II. Juli habe sie aus dem Gerlach'schen Hause ein Wimmern vernommen. Sie sei zunächst der Meinung gewesen, daß ein Mensch wimmere, später habe sie fich gesagt, es könne auch ein Hund sein. Als sie aber von der Ueberführung der Köhler ins Krankenhaus hörte, hatte sie die Ueberzeugung gewonnen, daß das Wimmern von der Köhler herrührte. Zeuge Rentier Kämmerer: Er habe die Wahrnehmung gemacht, daß der Oberförster seiner Frau aufs Wort gehorchte, er wurde förmlich von ihr gedrillt, er mußte auf Kommando seiner Frau„springen". Die Anna Köhler habe ansänglich ganz gesund, später aber sehr elend ausgesehen. ZweilerTagderVerhandlung. Die Angeklagten bewahren beide dieselbe kaltblütige Ruhe und Zuversicht, wie seit Beginn der Verhandlung. Es erscheint heute zunächst als Zeuge Schieferdecker Keil: Er habe eines Tages gesehen, ivie Frau Gerlach die Köhler im Gerlach'schen Garten etwa fünfzehn heftige Schläge mit einer Hacke auf den Rücken versetzt habe. Die Köhler habe dabei heftig geschrien. Dienstmädchen E b e n r a t h: Sie habe im Jahre 1891 zehn Tage lang bei Gerlach gedient. Sie sei damals erst IS Jahre alt gewesen; sie habe kolossal viel arbeiten müssen und iveniz zu essen bekommen, so daß sie nach zehn Tagen den Dienst verließ. — Präs: Wie war denn die Behandlung?— Zeugin: Frau Oberförster war sehr grob, der Herr Oberförster dagegen freundlich. Oberforstmeister H e l a n d: Der Angeklagte Gerlach sei vor etwa 18 oder IS Jahren in seinem Forstamr thätig gewesen. Gerlach habe zu Klagen niemals Veranlassung gegeben. Ob derselbe sich gegen Jemanden brutal benommen, wisse er nicht. Als Pfingnen dieses Jahres das studentische Gesangsfest zu Sondershausen stallfand, habe er die Familie Gerlach besucht und dabei wahrgenommen, daß Frau Gerlach das Dienstmädchen Köhler freundlich behandelt habe. Forst-Jnsvektor D o r l e: Er habe auch Gerlach als ruhigen und leidenschaftslosen Mann, ja als Biedermann kennen gelernt. Tapezirer Scherzberg: Er habe einmal gesehen, daß die Köhler am Küchentisch saß und einen Brief schrieb. Als das Mädchen den Brief bereits verschlossen harte, kam Frau Gerlach hinzu, rief ihren Mann herbei und entriß der Köhler den Brief. Frau Gerlach erbrach densilb«, forderte das Mädchen auf, den Brief vorzulesen. Daraus ohrfeigte Frau Gerlach das Mädchen rechts und links und befahl ihr, den Brief in den Ofen zu werfen. Alsdann habe er gebort, wie Frau Gerlach schrie: „Nun setze Dich an den Küchentisch und ich werde Dir einen Brief diktiren, wie ich ihn haben ioill." Er(Zeuge) habe nun von seiner Wohnung aus gesehen, wie Frau Gerlach die Lippen bewegte, so daß er annahm, Frau Gerlach diktire de» Brief. Baugewerksmeister Rosen stiel: Er habe den Neubau des Gerlach'schen Hauses zu Ende geführt. Seine Leute seien von den Gerlach'schen Eheleuten, ganz besonders von Frau Gerlach, derartig behandelt worden, daß er groß- Noth hatte, die Arbeiter auf dem Baue zu behalten. Verschiedene Leute haben auch deshalb die Arbeit, bei ihm verlasse». Wenn Gerlach den Ba"leiiten etwas sagte, oa kam gewöhnlich sofort Frau Gerlach hinzu und sagte:„Halte Deinen Mund, jetzt rede ich." Einmal sagte Frau Gerlach zu ihrem Manne:„Baust Du oder baue ich?" Der Ehemann Gerlach Nabe sich nach solchem Dialog gewöhnlich sofort entfernt. Seine Poliere haben ihm erzählt, daß Frau Gerlach ihre Tochter un- menschlich mißhandle. Die Dienstmagd Schütze bekundet: Sie habe im Jahre 1893 einen Monat bei den Angeklagten gedient. Sie sei von beiden Angeklagten, ganz besonders aber vom Oberförster blau und braun geschlagen worden. Sie sei von beiden Eyeleuten mehr- fach mit der geballte» Faust auf den Kopf, ins Gesicht, in die Seite oeschlagen»nd auch mit den Füßen getreten worden. Eine ähnliche Behandlung habe die Tochter der Gerlach'schen Eheleute erduldet. Mehrere Maurer und Zimmerleute, die hierauf als Zeugen ver- nommen werben, bekunden: Sie haben auf dem Gerlach'schen Neubau gearbeitet und seien von beiden Angeklagten, ganz be- sonders von der Frau Gerlach schlecht behandelt worden. Frau Gerlach habe sie wiederholt„Bengels",«faule, dumme Kerls" k. gescholten und ihnen selbst bei heftipilem Unwetter nicht ge- naltel, im Neubau zu frühstücken. Alle Zeugen hatten die Ueberzeugung gewonnen, daß Frau Gerlach im Hause das Regi- ment führe. Zeugin, Dienstmädchen A u g u st i n: Ich diente im Sommer 1893 sechs Wochen lang bei Gerlach. Ich mußte vom frühen Morge» bis zum späten Abend furchtbar schwer arbeiten, bekam dabei wenig zu essen und wurde außerdem bei der geringsten Ursache heftig ausgeschimpft und furchtbar mißhandelt. Ich wurde furchtbar gehetzt und konnte nicht? schnell genug machen. Einmal hatte ich die Fenster geputzt und dar- ans wieder geschlossen. Frau Gerlach befahl mir, das Fenster wieder zu öffnen. Da ich letzteres aber nicht schnell genug öffnen konnte, so rief Frau Oberförster ihre» Mann und forderte diesen auf, mich zu schlagen. Der Oberförster schlug mich mit geballter Faust mehrfach auf den Kopf und in den Rücken, so daß ich wochenlang Schmerzen hatte. Eines Tages konnte ich nickt schnell genug meine Schuhe finden. Frau Oberförster schlug mich deshalb nnit geballter Faust mehr- fach auf den Kopf, ins Gesicht und in die Nierenaegend des Rückens, sodaß ich nach sechs Wochen noch heftige Schmerzen im Rücken hatte und mich in ärztliche Behandlimg begeben mußte. In ähnlicher Weise wurde ich fast täglich gemißhandelt. Eines Tages wollte ich an meine Tante einen Brief schreiben. Frau Gerlach sagte: Den Brief mußt Du mir, ehe Du ihn abschickst, zum Lesen geben. Du wirst Deiner Tante schreiben, daß eS Dir hier gut gefällt. Da Frau Gerlach sich neben mich stellte, so mußte ich derartig schreiben, obwohl es mir gar nicht gefiel. Auf Be« fragen des Vertheidigers bemerkt die Zeugin: Der Oberförster Gerlach habe sie nur geschlagen, wenn ihn leine Frau dazu auf- gefordert habe. Frau Gerlach sagte gewöhnlich, wenn sie ihren Mann aufforderte, sie oder die kleine Frieda Gerlach zu schlagen: „Hau doch die Aester zu Pulver." Auch der Ober» sörster sei von seiner Frau oftmals geschlagen worden. Als einmal der Oberförster den Stubenschlüssel nicht finden konnte, wurde er von seiner Frau mit geballter Faust heftig ins Gesicht geschlagen. Sie(Zeugin) habe selbst des SonntagS auf dem Acker arbeiten und auf dem Hofe Stunde» lang Holz sägen müffen.— Präs.: Derartige Arbeit ist doch am Sonntag ver- boten?— Zeugin: Jawohl, ich machte auch Frau Gerlach daraus ausnierksam. Diese erwiderte mir aber: Wir sind fleißige Kirchengänger, da paßt die Polizei nicht so auf.(Bewegung im Zuhörerraum.) — Präs.: Wie kamen Sie nun von Gerlach'S fort?— Zeugin: Frau Gerlach gestattete mir, auf einen Tag zu meiner erkrankten Tante zu fahren. Als ich letzterer von den Miß- Handlunge» mitlheilte, ließ mich die Tante nicht mehr fort und holte später meine Sachen von Gerlach's.— Es erscheint alsdann eine Anzahl Entlastungszeugen, die jedoch etwas Wesentliches nicht zu bekunden vermögen.— Bürgermeister Springer (Langenwiesen) bekundet, daß Frau Gerlach, als sie in Langen- wiesen wohnte, eine sehr fleißige Kirchengängerin war. Außer» dem sei Frau Gerlach sehr wohlthätig gewesen. Sie sei Mit- glied des Fraucnvereins der Gustav Adolf- Stiftung gewesen und habe diesem und auch für arme Wittwen namhafte Geldbeiträge gespendet.— Aehnliche Bekundungen macht eine als Zeugin virnommene Jugendsreundin der Gerlach. Die letzte Zeugm ist eine Frau Kellner aus Sonders- Hausen. Diese bekundet aus Befragen des Präsidenten: Ich war mit Gerlach's befreundet und habe dieselben Anfang Juli d. I. einmal besucht. Im Laufe des Gesprächs sagte ich zur Fra» Oberförster: Sie scheinen ein sehr gutes Dienstmädchen zu haben. Frau Oberförster antwortete: Das Mädchen ist nicht schlecht; es bekommt aber täglich solche Hiebe von mir, daß meine Hände bisweilen wie Kiffen angeschwollen sind. Auf meine Gin- wcndung: Dazu haben Sie doch aber kein Recht: eS ist auch gar nickt mehr zeitgemäß, ein Dienstmädchen zu schlagen, versetzte Frau Oberförster: Das Recht daz» nehme ich mir. meine Dienst- mädcken müssen täglich tüchtige Hiebe bekommen, anders geht es nicht. Nach einigen Bekundungen der Sachverständigen ist die Be- Weisaufnahme beendet.— Der Präsident formulirt die den Ge- schworenen vorzulegenden Schuldfragen: I. Ist der Angeklagte. Oberförster Gerlach schuldig, das Dienstmädchen Anna Köhler allein oder gemeinschaftlich mit feiner Ehefrau, vorsätzlich mittels eines gefährlichen Werkzeuges oder mittels einer das Leben ge- fährdenden Behandlung mißhandelt zu haben, sodaß durch die dadurch eutstandene Verletzung der Tod der Verletzten verursacht worden ist? 2. Im Falle der Verneinung dieser Frage: Ist der Angeklagte schuldig, durch Fahrlässigkeit den Tod der Anna Köhler verursacht zu habe»? und im Falle der Verneinung dieser Frage. Ist der Angeklagte schuldig, durch Fahrlässigkeit eine Körper- Verletzung der Anna Köhler verursacht zu haben? Dieselben Fragen werden bezüglich der Frau Gerlach und soweit gesetzlich zulässig, auch die Nedenfrage. ob mildemd« Umstände vorhanden Im überfüllten Saale der ,, Oranienhallen", Oranien T bericht. - Bildungsschule. 2. und 4. Sonnabend im Monat, Abends jeien, gestellt. Auf Antrag des Staatsanwalts wird noch folgende Verein Berliner Schirmmacher. Sigung heute, Sonnabend, den Metallarbeiter. Sterbekaffe der Frage gestellt: Im Falle der Verneinung der Frage zu 1: Ift ftraße 51, hielt der Genosse Schriftsteller Schulz Steglitz am 17. November, Abends 9 Uhr, bei Nöllig, Neue Friedrichstr. 44. Allgemeine Kranken- und Gerlach schuldig, feiner Ehefrau als Tbäterin zur Begehung des Sonntag, den 11. November, seinen zweiten Zyklus- Vortrag für( G. 5. 29.) Filiale Berlin 3. Heute, Sonnabend, den 17. November, Abends Verbrechens durch Rath oder That wiffentlich Hilfe geleistet zu die Arbeiter- Bildungsschule über:„ Die Sturm- und Drangperiode 8 Uhr, Mitglieder- Bersammlung bei H. Liewald, Manteuffelstr. 46. Raffenhaben? in der deutschen Dichtkunst." Reicher Beifall lohnte den Re- Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter. Nach den Plaidoyers, in denen der Staatsanwalt für ferenten für seine vortrefflichen Ausführungen. Es wurde von( E. 28 Hamburg.) Filiale Berlin 5. Heute, Sonnabend, den 17. November, benen ber schuldig im weitesten Umfange eintritt, ziehen sich die Ge- verschiedenen Seiten angeregt, Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. H. 29, immer mehr wachsenden Be schworenen furz nach 8 Uhr Abends zur Berathung zurück. Als Bildungsschule, welche geregt, diese Bersammlungen der Arbeiter- Abends of Uhr, bei Diete, Lothringerfir. 67, Mitglieder- Berſammlung. Ham burg). Filiale Berlin 6. Sonntag, den 18. November, Worm. 10% uhr, gegen 9 Uhr Abends die Geschworenen aus dem Berathungszimmer liebtheit erfreuen, in Zukunft alle Sonntage stattfinden zu lassen Ackeritr. 123 bei Stümte, Mitglieder Versammlung. Zagesordnung: Kaffenzurückkehren, hat sich vor dem Gerichtsgebäude eine nach vielen und zwar in größeren Lokalitäten. Der Vorsitzende konnte bekannt bericht. Hunderten zählende Menschenmenge angesammelt, die mit größter geben, daß die Schulkommission diese Sache bereits in Erwägung Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. S. 29). Filiale Berlin 8. Heute, Sonnabend, den 17. November cr., Abends 8 Uhr, Spannung dem Urtheilsspruch entgegensteht. Unter gespanntester gezogen habe und das nöthige veranlassen werde. Ferner machte Bersammlung bei Wilfe, Hochstraße 31. Tagesordnung: Raffenbericht. Die Aufmerksamkeit des überfüllten Auditoriums verliest der Obmann derselbe darauf aufmerksam, daß für die Mitglieder der Schule Versicherungsanstalten und ihre Heilstätten.nunla Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter. der Geschworenen, Kaufmann Bender( Erfurt): Die Geschworenen am Sonntag, den 18. November, Vormittags 10 Uhr, eine Be( E. H. 29, Hamburg.) Filiale Berlin 9. Mitglieder- Bersammlung am Sonnhaben die Hauptschuldfragen bezüglich beider Angeklagten be fichtigung der technischen Hochschule in Charlottenburg stattfindet. tag, den 18. November, Borm. 10.Uhr, bet iect, Siemensstr. 17. Bortrag jaht, jedoch nicht für erwiesen erachtet, daß sie sich eines gefähr= Die Steinfeger und Berufsgenossen nahmen am 12. No- des Herrn Dr. Sommerfeld über:„ Der Arbeiter in der Großinduſtrie". Fachverein der Holz- und Bretterträger Berlins und Umgegend. lichen Werkzeuges bedient haben. Dem Ehemann Gerlach find vember in öffentlicher Versammlung einen Vortrag ihres Kollegen mitglieder= Versammlung am Sonntag, den 18. November, Bormittags mildernde Umstände zugebilligt, bezüglich der Frau Gerlach sei jedoch die Frage nach mildernden Umständen verneint worden. Knoll über die Organisationspflicht im Verbande mit Beirall 10% Uhr, im Märkischen Hof, Admiralftr. 18c. Tagesordnung: VereinsStaatsanwalt: Bei meinen Strafanträgen suche ich bezüg- entgegen. Anschließend hieran erstattete& ade als Vertrauens- angelegenheiten. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. lich der Frau Gerlach vergeblich nach irgend einem mildernden mann und Kopas als Delegirter zur Gewerkschaftskommission 8-10% Uhr: Nord Schule, Müllerstr. 179a, und Süd- Of- Schule Moment. Die Frau hat mit einer Grausamkeit ihr Dienstmädchen ihre Rechenschaftsberichte. Der erstere ergab eine Baareinnahme Waldemarstr. 14: Naturertenntniß. 1. und 8. Sonnabend im Monat, Abends behandelt, die fast an Mord und Todtschlag streift. Ich beantrage bleibenden Bestand von 30,38 m. Der Vertrauensmann wurde bret 222,17 30. tine lugabe Bertautensmann were Theilnehmer, Dannen und Gerren, jener Beit aufgenommen. gegen Frau Gerlach 10 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre entlastet und hierauf Kop a 3 für beide Poften gewählt. Als Neumann, Pafewalterfir. B. Mater. 1.3 Lt. Sonnabend, Abends Ehrverlust, und gegen den Ehemann Gerlach 4 Jahre Ge- Stellvertreter wurde ihm Hauschild zur Seite gestellt. Für 9-11 Uhr: Uebunasfunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gesangverein fängniß. Hermannstr. 48, Ecke Herrfurthfiraße, bei Heickaus. 2yranta, Lands Die Bertheidiger und Angeklagten bitten, das Strafmaß die Gewerkschaftskommission bestimmte die Versammlung 20 M. G& meralda, Zülfiterstraße 82 bei Sanide. Grüne Gide, Dirport, Sanges Echo, Naunynftr. 86, bei Zubeil. Der Allgemeine Deutsche Tapezierverein hielt am berger Allee 156 bei Goebel. - Glück zu, Pasewalterstr. 3 bei Neumann. Gesundbrunner Nach ein stündiger Berathung des Gerichtshofes verkündet Montag, den 12. November, bei 3 u beil eine Mitglieder VerMännerchor, Prinzen Allee 10 bet Bergmann Männer- Gesang= der Präsident, Landgerichtsdirektor Herrmann: Der Gerichts- fammlung ab, in der Genosse J. Sassenbach über das Frei- verein Siebertranz in Brandenburg a. 5. Savel, Mengert's BoltsGesangverein Sängerhain, Reichenbergerstr. 16, bei hof hat, dem Spruch der Geschworenen entsprechend, den Ange- maurerthum sprach. Nach einer kurzen Diskussion beschäftigte| garten, Bergstr. 6.Soffmann. Deutsche Eiche II, Brandenburg a. d. Havel, Hauptstraße, flagten Oberförster Gerlach zu 4 Jahren Gefängniß, die sich die Versammlung mit einem Antrage, der die Erniedrigung intel's Galon.- Frisch auf I, Friedrichsberg, Nummelsburgerfir. 23 bei Angeklagte Frau Gerlach zu 10 Jahren Zuchthaus und der Beiträge bezweckt. Die Diskussion hierüber wurde vom Emil Steumann. Sängerluft, Luckenwalde, Beeligerstr. 84 bei Otto 10 Jahren Ehrverluft verurtheilt. Der Gerichtshof hat bei der Kassirer Aubert eingeleitet. Redner plädirt für Beibehaltung Schulze, Männer- Gesangverein Fortschritt, Königsbergerstraße 28 Hand in Hand II, Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 11 Strajabmessung in Erwägung gezogen, betreffs des Ehemanns des jezigen Beitrages von 15 Pfg. Eine längere Debatte in bet Letchniz bet Emil Heinecke. Gerlach seine bisherige Unbescholtenheit, daß er von seinen Vor- dieser Angelegenheit führt zu dem Beschluß, vom 1. Januar ab Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend Alle Buschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend gefesten geachtet worden ist und daß er unter der Herrschaft den Beitrag auf 10 Pfg. zu normiren. sind 32 richten an: P. Gent, Adalbertstr. 95. Sonnabend: seiner Frau stand. Andererseits aber ist in Erwägung gezogen TheaterIn einer öffentlichen Lederarbeiter Versammlung, die Geselliger Verein Deutsche Eiche, Ritterstr. 97 bet Bauer. worden, daß der Angeklagte als Dienstherr verpflichtet war, Bitherflub Gemüth= lichkeit, Lindenstr. 105, Restaurant Bürgergarten. Nordtlub Gefellig= für das Wohlergehen seines Dienstmädchens zu sorgen und daß am 12. November in der Annenstraße 16 tagte, behandelte der verein Aurelia, Mendelssohnftr. 9 bei Miethe. Mann ist, dem eine Unthat schwerer anzu: Referent Sailer in seinem einleitenden Vortrag die Lebens- tett, Brenzlauer Allee 40, bet Drüdler( jeben 2. u. 4. Sonnabend im Monat). und Ernährungsweise des arbeitenden Volkes. Die treffenden rechnen ist, herabzumildern. von = 8%-10% Uhr: Diskutir- Uebungen. Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorstzender Ad. Friedrich Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Theaterverein er ein gebie einem ungebildeten Menschen. Bei der Frau Ausführungen des Referenten wurden in der Diskussion durch 4. Sonnabend)." effing, Blumenstr. 46 bei Tarmuschat Geden 2. und Grausamkeit ging, der Mangel jeder Reue über ihre Unthat, die fie selbst noch während der Berhandlung an den Tag legte und endlich, daß sie den gebildeten Kreisen entstammt, berücksichtigt worden. Mildernd fann nur die bisherige Unbescholtenheit und das heftige Temperament der Angeklagten in betracht kommen. Die Angeklagten, die den Urtheilsspruch mit größter Gemüthsruhe entgegennahmen, unterhielten sich, während der Gerichtshof im Berathungszimmer weilte, lebhaft, und ließen sich alsdann in ruhiger Weise abführen. Sie versuchten noch bei der Abführung, fich bit goed aan ons reichen, wurden jedoch von den Gerichtsdienern gehindert. Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Turnverein 3. Männer- Abth. Boechstr. 21. 2. Lehrlings- Abth. Gemischter Chor Gleichheit, Abends 9 Uhr, genommen. den Kollegen Wilhelm ergänzt. Ferner unterbreitete Redner Fichte( Mitgl. d. Deutschen Arb.- Turnerb.) turnt heute: 1. Männer- Abth. den Versammelten das Zahlenmaterial einer privatim aufgenom- riebenfir. 87. menen Statiftit aus einigen Werkstätten, die, wenn auch einen un- Stalizerftr. 55-56. Zwinglistraße ва im Reñaurant. Mitglieder werden dafelbft aufPrivat Theater und Bergnügungsverein Weiße vollkommenen Einblick in die überaus traurige Lage der Lederarbeiter gewahrt. Bei Feststellung der Löhne kamen nur die ofe, Sigung jeden Sonnabend bei Bölz, Köpenickerstr. 62. BühnenG. Leichniß, Königsbergerfir. 28. Privat- Theater- Gesellschaft Schiller, Akkordlöhne in Betracht, die sich im Durchschnitt auf 18 M. be- verband Normania, jeben legten Sonnabend im Monat Sigung bei laufen bei 10-12stündiger Arbeitszeit. Ebenfalls steht die Zahl Sigung Abbs. 9 Uhr bei Linte, Buttbuferstr. 24. Nach der Sigung: Fidelitas. Privattheater Gesellschaft Toni, Sonnabend 9% Uhr bei Zuleger, Swineder beschäftigten Lehrlinge zu der in denselben Fabriken in einem durchaus annormalen Ver- münderstraße 144. Theaterverein Zuftige Brüder II, Sizung jeden Sonnabend, Abends 9 Uhr, bei Reichelt, Sasenhaide Nr. 45/47. thätigen Gehilfen Besondere Mißstände herrschen bei der Firma Privat- Theaterverein Blaue Schleife jeden Sonnabend Abend um Schott. Der Wochenverdienst beträgt hier 14 M. 1/4 Stunde 9 Uhr Sigung, nachher gibelitas bei blubm, broo nechape 21. 970. zu spät kommen wird mit 10 Pf., 1/2 Stunde mit 20 Pf., Theaterverein Berliner Bär jeden Sonnabend dem und 15, Eine Beleidigungsklage, die mit dem Boykott in Ber- 1 Stunde mit 50 Pf. bestraft. Wunsche c bemerkt, daß die Köpenickerstr. 55a.- Theaterverein Boruffia, Wienerjir. 66 bet Walter. Theatergesellschaft Satur, Lindenstr. 106 bet Bubet. Theatergesellschaft bindung steht, sollte gestern in der Berufungsinstanz weiter aus- angegebenen Zahlen noch nicht aus den schlechtesten Arbeits- mmer 3uftig, Abends 9 Uhr, Stzung bet Stuhl, Chorinerftr. 53. gefochten werden. Es handelte sich um den Bravo"-Artikel, verhältnissen herrühren. Redner schlägt sodann folgende Re- gnügungsflub Ofte nd, Sigung Abd. 9 Uhr im Restaurant Rudolf, Krautstr.6.der in der Nummer vom 17. Juni d. J. im Vorwärts" er folution vor, die einstimmig zur Annahme gelangt: Die Ver- Geselliger Arbeiter- Berein Proletaria, Sonnabend nach dem 1. und 9 Uhr bet Sommer, Grünstraße 21. schienen war und der, wie seinerzeit berichtet, in erster Instanz fammelten erkennen an, daß zur Beseitigung der Mißstände in Bohemia, Sigung Abends 9 Uhr bei Wolter, Schwesterstr. 17. von Schröder mit 20 M. Geldstrafe gebüßt werden sollte. Beide unserem Berufe ein Zusammenschluß aller Branchenangehörigen Blaue o It e II, Sigung jeden Sonnabend 9 Uhr im Restaurant F. Steuer, Weinstraße 22. Rauchklub Dornröschen, feben Sonnabend, Abends Parteien hatten gegen dies Urtheil Berufung eingelegt. unbedingt nothwendig ist. Sie erklären, alle in der Leder- 9 Uhr, bei F. Krüger, Fennstraße 5. Stattlub Blaue Blouse, jeden Galanteriewaaren- Industrie beschäftigten Personen dem Verbande Sonnabend bei Wuttté, Graudenzeritr. 2. Statflub Revolution, Sigung der in Buchbindereien, Papier- und Leder- Galanteriewaaren bes jeden Sonnabend 9 Uhr bet Gerhardt, Grünauerstraße 27, Schüßenverein Fein Korn schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands, soweit es uf, Abends 9 Uhr bet Jakob, Inſelftr. 1. bei Karl Haun, Röpnickerstr. 23a. in ihren Kräften steht, zuführen zu wollen." Dansk Forening Freja; Oranienstrasse 51, Módeaften hver Lòrdag Kl. 9. Besógende ere velkomne. Danske Aviser findes i Lokalet. Deutscher sozialdemokratischer Lefeklub in Paris. Sue St. Gestern wurde die Sache durch Vergleich erledigt. Schröder bedauerte, daß die inkriminirten Worte Herrn Jacobi verlegt hätten und verpflichtete sich zur Zahlung von 30 M. an die Wittwenund Waisenkasse der Berliner Gastwirthe. Das Reichsgericht hat die Revision des Buchhändlers Glöß in Dresden gegen die am 25. Juni wegen Beleidigung des Grafen v. Caprivi erfolgte Berurtheilung zu 500 M. Geldstrafe Bu 500 2. gestern verworfen. Versammlungen: 15. jeden Monats, Abends 0 Bers Rauchflub Tambourveretn onore 314 Cafe bu zion de Belfort. Jeben Sonnabend öffentliche Berfammlung;; reiche Bibliothet, Beitungen, französischer Unterricht. London. Der einzige hiesige fozialdemokratische Verein Londons, der atte, von Karl Marx und Friedrich Engels 1846 mitbegründete Rommunistische Arbeiter Bildungsverein befindet sich nach wie vor 49 Tottenham Street, Zottenham Court Rd., 28. London. wesentlich, Eine gut befuchte Versammlnug des Gauvereins Berliner Bildhauer tagte am 13. November. Nachdem die Versamm lung Kollege Franz Schmidt zum Beisitzer und Kollege Baier in die Delegirtenkommission gewählt hatte, hielt Kollege Winkler ein Referat über die jetzige Lage der Steinbildhauer. Da es jetzt bei der Kürze der Tage nicht möglich ist, die Arbeitszeit wie im Sommer einzuhalten, so baben einige Geschäfte die Frühstückspaufe abgefchafft und die Mittagspause auf eine halbe Stunde Briefkaffen der Redaktion. Die freie Bereinigung der Militärmüken- Arbeiter reduzirt. Redner hielt den Steinbildhauern die Ermittelungen wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Swet Buchstaben oder eine Sahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. beschäftigte sich in ihrer Bersammlung am 10. November mit der von verschiedenen Aerzten vor, welche festgestellt haben, daß ein De. P. 42. Aegir" auch„ Degir" wurde in der nordischen Besprechung einiger Vereinsangelegenheiten. Zunächst wird be- Steinarbeiter höchstens zwei Stunden in der steinstaubgefüllten schlossen, von der Veranstaltung eines Etiftungsfeftes wegen des Luft arbeiten fann, worauf eine Pause eintreten muß, wenn der Mythologie der Gott des Meeres" in heidnischen Zeiten geBoykotts Abstand zu nehmen. Von dem Mitgliede Frick wird Arbeiter nicht mit Gewalt seine Gesundheit vernichten nannt. In jüngster Beit ist er in Deutschland angedichtet. Eine der Anschluß an den Kürschner- Verband angeregt. Demgegenüber will. Die Bildhauer, die an der Kaiser Wilhelm Ge- Anspielung auf diese Dichtung, die übrigens nach der Melodie plädiren Meng und Blümel für einen Vertrag mit dem Ver- dächtnißkirche arbeiten, nehmen das Frühstück während der Marseillaise sich singen läßt, enthalten die von Ihnen an band. Zur Erledigung stand hierauf die Wahl des ersten der Arbeit in der mit Steinstaub gefüllten talten Luft geführten Aeußerungen. F. N. J. N. Paul Maul, Müllerstraße. Schriftführers, da der Kollege, der bisher dieses Amt inne hatte, ein. Es wurde als höchst bezeichnend für die UnterRackwitz. Ihr Eingesandt ist als Berichtigung uns vor kurzem geftorben ist. Die Versammlung ehrt das Andenken nehmer hingestellt, daß die Arbeiter, von denen statistisch festdes Verstorbenen in der üblichen Weise und überträgt sodann steht, daß fie infolge ibrer Thätigkeit einem frühen Tode verfallen, H. K. Ihr Inserat toftet 2,40 m. und ersuchen wir um das Amt dem Kollegen Schulze, zum Stellvertreter wird Kollege an der berühmten Kirche, nicht einmal eine Stunde Mittags Stodhaus bestimmt. Die nächste Versammlung findet am pause haben, um sich zu erwärmen und in Rube ihre Mahlzeit Einsendung des Betrages. 15. Dezember statt. tist einzunehmen. Es wurde beschlossen, sofort Schritte zu thun, um Tauzbein. Nach der Polizeiverordnung für Berlin vom auf den Pläßen, auf denen die Pausen noch bestehen, diefelben 20. November 1844 und derjenigen vom 12. Juni 1856 dürfen Eine öffentliche Versammlung der Lohgerber, aufrecht zu erhalten und auf den anderen Plätzen mit aller an den Vorabenden der Feste Oftern, Pfingsten, Weihnachten, Lederzurichter und Lohgerberei hilfsarbeiter des Buß- und Bettages, des Todtensonntages und am Todten tagte Sonntag Nachmittag bei Feind, Weinstraße 11, in der Ge- Energie dahin zu wirken, daß sie wieder eingeführt werden. fonntag, am Buß- und Bettag und an den ersten Feiertagen Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 18. November, Nachmheder Feste Ostern, Pfingsten und Weihnachten öffentliche Buſt noffe Hoffmann über den Bierboykott sprach. Nach einer den„ Arminhallen", Kommandantenir. 20, in der Halle rechts: Mitgliedereingehenden Besprechung über den bisherigen Verlauf des Bier- Bersammlung. Um 7 Uhr abends im großen Saale Vortrag des Herrn barkeiten"( einschließlich Theater- Vorstellungen, Tanzmusik u. s. w.) boytotts fommt Redner auf die Bestrebungen der Regierung zur Dr. Böttel über„ Darwinismus und Sittlichkeit". Geselliges Beisammensein nicht stattfinden. Auf von Theatervereinen oder von Privat Unterdrückung unserer Partei sprechen, zu in und Tanz. gesellschaften veranstaltete nicht öffentliche Luftbarkeiten findet treffender Darstellung bie ganze Untlarheit unferer Fachverein der Uhrmacher und verwandten Berufsgenossen. Diese Verordnung nicht Anwendung, es sei denn, daß ein Jeder Gegner gegenüber den Ursachen unserer parteipolitischen Beute, Sonnabend, den 17. November cr., bet Wienecke, alte Jakobstr. 83: gegen Erlegung eines bestimmten Eintrittsgeldes zu den„ LustErftartung zu zeigen. In der Diskussion, an der fich Bortrag des Genossen Dr. Joël über„ Der Werth des Lebeus". Buffe und Weber betheiligen, gelangten noch eine Verein Deutscher Schuhmacher. Montag, ben 19. November, Abends barkeiten" zugelassen wird( Ministerialerlaß vom 26. November 8½ Uhr, Bersammlungen der Filtalen 1-8. Fil. I bet Tempel, Langeftr. 66. 1859 und vom 2. November 1884 sowie Entscheidung des Ober Reihe von Einzelheiten zur Besprechung, die bezeugen, mit welchen Siltale II bei Feind, Weinfir. 11. Filiale III bet Fretgang, Schügenfir. 18/19: Verwaltungsgerichts vom 25. April 1888, 336. 9, S. 407). Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe Mitteln oft die Durchführung des Boykotts erschwert wird. Bum( G.§. 29.) Filiale Berlin 1. Bersammlung am Sonntag, den 18. Movember, Brüderschaft. Eine Verpflichtung Ihrerseits liegt nicht Schluß konnte den Anwesenden die erfreuliche Mittheilung ge- Borm. 10% Uhr, bei Bubeil, Lindenstr. 106. vor; doch ist die Sache zweifelhaft. macht werden, daß die Wiener Lohgerber einen glänzenden Sieg Allgemeine Branken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter. F. S. 3. Der Wirth ist leider im Recht. erfochten haben. Eine einzige Fabrit mit 44 Mann ist nur noch vorm. 10 Uhr, bei Möhring," Märkischer Hof", Admiralfir. 18c, oberer Saal. (& S. 29). Filiale Berlin 2. Bersammlung am Sonntag, den 18. November, R. 100. Soweit aus dem geschilderten Sachverhalt ersicht aueftändig, die in türze ebenfalls kapituliren muß. Kaffenbericht. lich: Nein. ad um Tischler- Verein. Heute Abend 9 Uhr Melchiorftr. 15 Versammlung. Metallarbeiter. Verband der in Buchbindereien, Orts- Krankenkasse Freie Volksbühne. der Papier- und Lederwaaren- Industrie beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen( Mitgliedschaft Berlin). Montag, den 19. November, Abds. 81/2 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobstrasse No. 48 a: der Hutmacher, Hutfourniturenund Filzwaarenverfertiger zu Berlin. Wir bringen hiermit zur Kenntniß unferer Mitglieder, daß die Delegirtennehmer in getrennten Räumen in der Tagesordnung: 1. Antragstellung zur Urabstimmung. 2. Bericht des am Sonntag, den 25. November 1894, Kollegen Jahn über seine Agitationstour. 3. Mitgliedschafts- Angelegenheiten. Vorm. 10 Ühr, im Lokal des Herrn Sonntag, den 18. November: Besichtigung der Deutschen Sutfabrik. Treffpunkt: Pappel Alle 3/4, Bormittags 812 Uhr. Mitglieder- Dersammlung. Wahl der Arbeitgeber und Arbeitน Metallschleifer! Montag, den 19. November, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Wienecke, Alte Jatobitraße Nr. 88: Oeffentliche Versammlung. datalling sineages Ordnung: 1. It es nöthig, daß sich die Metallschleifer organisiren? 2. Diskussion. form 8. Wahl rines Vertrauensmannes. 175/11 Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter: Otto Mäther, N., Antlamerstr. 44. Nieft, Weberstraße 17, stattfindenden ordentlichen Generalversammlung ab. gehalten wird und daß zu der bereits veröffentlichten Tagesordnung hinzu fommt: 6. Entschädigung der Arbeit nehmer für die Theilnahme an den 1016b Vorstandssigungen. Der Vorstand. gez. H. Riect, Anhaltstr. 14. Nachweislich kauft man am aller. billigsten Herren- und KnabenGarderobe, gut sigend, modern und Max Riese, 95 Grüner Weg 95. reell bei 1048L Oberschmidt's Bierhaus bergsweg 11D Wein Am Sonntag, den 18. November, findet keine Vor ftellung statt. Mitglieder zur VII. Abtheilung werden in allen Jahlstellen aufgenommen. Der Vorstand. Verband der Schneider u. Schneiderinnen. Sonntag, den 18. November 1894, findet in Renz' Ball- Salon, Naunynstraße 27, unser diesjähriges das Stiftungs- Fest statt, wozu Kollegen und Kolleginnen freundlichst eingeladen werden. Für Unterhaltung ist bestens gesorgt. Eröffnung Nachmittags 5 Uhr. Anfang 6 hr. Billets hierzu find an den bekannten Bahlstellen zu haben. Die Bevollmächtigten. 218/12 1020b Achtung! Schäftearbeiter. Kränzchen alte Jakobstraße 48a. Heute, Sonnabend: DE bei Deigmüller, Jeden Sonnabend gr. Gänse- Aus- Achtung. Heute großes Gänse- Ausspielen. Kl. Vereinszimmer zu verg. Kein schieben. Engel, Simmerstr. 89. Ringbier. E. Sübuer, Staligerstr. 125. Rein Ningbier. 10885 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, 17. November. Opernhaus. Der Freischüh. Schauspielhaus. Don Carlos, Infant von Spanien. Deutsches Theater. Die Weber. Berliner Thenter. Die Here. Leffing- Theater. Zwei Wappen. Schiller Theater. Die Karlsschüler. Hrues Theater. Figaro's Hochzeit. Adolph Ernst- Theater An lämmtliche Buchdruckergehilfen Charley's Tante. Schwant in 3 Atten v. Brandon Thomas. Vorher: Die ewige Braut. Liederspiel mit Tanz in 1 Akt von W. Mannstädt und J. Kren. In Scene gesetzt von Ad. Ernst. Anjang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Novität! Novitätj Friedrich- Wilhelmstädt. Cheater. Der Tod als Pathe. Jabuka.( Das Apfelfest.) Rehdenz- Theater. Der Unterpräfekt. Villa Vielliebchen. Thenter Unter den Linden. Meißener Porzellan. Die Fledermaus. Bellealliance- Thenter. KönigKrause. Central- Theater. O! diese Berliner! Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die ewige Braut. AlexanderplatTheater. Ein Modell. Die Chansonnette. National Theater. Der Tod als Pathe. Reichshallentheater. SpezialitätenVorstellung. American- Theater. Spezialitäten Vorstellung. Apollo Theater. SpezialitätenVorstellung. Baufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie Theater. Borstellung. SpezialitätenSchiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Sonnabend, 17. November, Nachm. 3 Uhr: Schüler Vorstellung. Hans Sachs. Abends 8 Uhr: Die Karlsschüler. Sonntag, den 18. November, Nachm. 3 Uhr: Hans Sachs. Abends 8 Uhr: Der Veilchenfresser. Dichter- Abende im Bürgersaale des Rathhauses, Abends 71/2 Uhr, Chamisso- Abend. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Richard Schulz. Emil Thomas a. G. Anna Bäders. Josefine Dora. Bum 78. Male: O! diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Tanz. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Ausstattungs- Komödie in 5 Akten von Ernst Bluhme mit theilweiser Benuzung einer Idee von August Blanche. Dekorationen von Müller und Schäfer. Beleuchtungseffekte vom Ober- Beleuchter Collander. Maschinerien vom Theatermeister Weisse. Lichtbilder von Ludwig Richter. Tanz- und Flugevolutionen vom Balletmeister Géza Zinner. Mujit von Adolph Wiedecke. Regie: Max Samst. Raffenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Au3s chant von echt Culmbacher Bier. Alcazar Variété- und Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage). Vornehmster Familienaufenthalt! Neu! Sensationell! Neu! Unsere Garde. Große Posse mit Gesang u. Tanz und militärischen Aufführungen in 1 Aft von Beckers. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Anfang: Wochent. 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochent, 20 Pf., Sonntags 40 Pf. R. Winkler. Passage- Panopticum. & 51 wilde Weiber aus Dahomey. Die Herenschankel, Berlins und Umgegend. Sonntag, den 18. November cr., Vormittags präc. 10 Uhr: Vier allgemeine Buchdrucker- Versammlungen. " Für den Süden: Märkischer Hof", Admiralstr. 18c. Referent: Hugo Besteck. Für den Westen: Louisenstädt. Konzerthaus", Alte Jakobstr. 37. Referent: Emil Döblin. Für den Osten: ,, Buß' Salon", Große Frankfurterstr. 85. Referent: Gustav Eifler. Für den Norden: ,, Kolberger Salon", Kolbergerstraße 23. Referent: Albert Massini. Tagesordnung in allen vier Versammlungen: 1. Die zwangsweise Einführung der Prinzipalskaffen am 1. Januar 1895 und welche Stellung nehmen die Gehilfen demgegenüber? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Kollegen, verfäumt nicht in diesen hochwichtigen Versammlungen zu erscheinen. Handelt bei Zeiten, damit Ihr selbst Euch vor späteren Schaden und Vorwürfen bewahrt. Die Maulwurfsarbeit der Prinzipalität muß zerstört werden. Eure Ehre und Eure Existenz steht auf dem Spiel! Der Einberufer. Flugblätter zur Information für die allgemeinen Versammlungen stehen sämmtlichen Kollegen Berlins im Bureau, Oranienstr. 126, zur Verfügung. Todes- Anzeige. Allen Freunden u. Bekannten meines unvergeßlichen Mannes, des Schlossers Gustav Westermann, hiermit die traurige Nachricht, daß derselbe am 15. November d. J. nach schwerem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, 18. Nov., auf dem Emmaus- Kirchhof statt. 1028b Die trauernde Wittwe. Louise Westermann geb. Born. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß unser Kollege d. Dreher Max Lopass am 14. d. M. am Herzschlag plöglich verschieden ist. Die Beerdigung findet für Herren 85/4 2, 3, 3.50. Buchhandlung des„ Vorwärts" Für Knaben von 1,25. an. Hüte Schirme Cravatten Wäsche, in allen Qualität. Nadelschirme ( federleicht) von 3 M. an!! in größter Auswahl, rein seiden, von 50 Pf. an. Oberhemden, Kragen, Manschetten, Serviteurs in bester Qualität. au Conntag, ben 18. D. M. Mach. 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Circus Renz Carlstrasse. Sonnabend, den 17. November cr., Abends 2 Uhr: Tjo Ni En. Sensationelle Tänze, u. a. les Bühne verwandelt. das fleinste Menschenkind. Merikanische Riesen- Cacteen in noch nie gesehener Größe. Kanarienroller, hochfeine, passende Festgeschenk. Stralsunderstraße 30, Droguengeschäft. 43/25 Todes- Anzeige. Donnerstag, den 15. d. M., verschied nach furzem, schweren Leiden unser Kollege der Steinmet Jordan, R. Markusstr. 28. Rohtabak. Grösste Auswahl. Billigste Preise. Formen, Bockfaçon, wieder vorräthig. Heinrich Franck, Brunnenfr. 185, MöbelLeonhard Hartmann. auferlegenheit für Brantleute Die Beerdigung findet Sonntag, den 18. d. M., Nachm. 2 Uhr, von der Großgörschenstr. 6 nach dem Neuen Schöneberger Friedhof statt. 227/9 Um rege Betheiligung ersucht Der Vertrauensmann Der Steinarbeiter Berlins u. Umg. J. Buchmann, Willibald Alexisstraße 39. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß mein Sohn, unser Brus der, Onkel und Schwager, der Kartonzuschneider 1023b grelots vivants, jeu des barbichons 2c. Hermann Barth Die Manege in 2 Minuten zur am 14. d. M. gestorben ist. Außerdem: D. ostpr. Hengst Blondel Die Beerdigung findet am Sonntag u. Monstre- Tableau von 60 Pferden, Nachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle vorgef. v. Dir. Pr. Renz; Concurrenz- des Emmaus- Kirchhofes in Brig aus schule, ger. v. Frau Renz- Stark und statt. Frl. Wally Renz; d. tautas. Jockey Wassiliams; 0 Die Hinterbliebenen. Der sensationelle Hiermit die traurige Nachricht, daß Hand Equilibrift Mr. Jules Keller; mein lieber Mann und unser Vater, Die Klowns Gebr. Villand 2c. der frühere Klaviaturarbeiter, jeziger Sonntag: Nachm. 4 Uhr( ermäßigte Schantwirth 1024b Preise, fiehe Blafate): Komiker- Vortellung: Croissance électrique. Abends 72 Uhr: Tjo Ni En. Fr. Renz, Rommissionsrath. Pianino, elegant, große Tonfülle, fofort für 200 M. zu vert. 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Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenglosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug seine Rache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Anfinnen ein empörtes kurzes Nein entgegenseßten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins konnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klassenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird. ehrloser Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit erneuter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand ans Wert legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstüßen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Massenmaßregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klaffenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Euren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstützung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Interesse nicht blos, Eure Klassen Ehre ist im Spiel. Da giebt es feinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! sind hi M tha Boykottfreies Bier liefern: Aus England. Die Boykott- Kommission. Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichentron, Char:( Noch einmal die Munizipalwahlen. Die Lon- lich genommen, wird zur Gebundenheit, und das absolute Verpönen lottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl King u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Rathenower Exportbrauerei Niederlage. Juh. May Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. doner Schulrathswahlen.) feit" allein ist es nicht gethan. So allgemeine Begriffe schlagen nur zu leicht in ihr Gegentheil um, die Unabhängigkeit, buchstäb= jedes Kompromisses zur Ursache sehr unerwünschter Unterstügung London, 14. November. arbeiterfeindlicher Elemente. Es handelt sich darum, eine Taktik zu Die Arbeiterblätter von diefer Woche bringen allerhand finden, die diese Klippen vermeidet und dabei den Verdacht ausschließt, interessante Einzelheiten über die Munizipalwahlen des als wolle die Sozialdemokratie wichtige Gegenwartsintereffen der 1. November, die indeß das in meinem vorigen Brief gegebene Arbeiter ihrem Zukunftsideal aufopfern. Bild des Gesammtresultats nicht wesentlich verändern. Es find Bailey ist Mitglied der„ Labour Glectoral Assoziation", einer der sozialistischen Arbeiterbewegung einige Sige verloren ge- auf grund der Beschlüsse verschiedener Gewerkschaftskongresse gangen und an einigen Orten ist auch die erlangte Stimmenzahl ins Leben gerufenen Verbindung, an deren Spize der Schrift hinter der früherer Jahre zurückgeblieben, dagegen hat im fezer Threlfall und der Metallarbeiter Hobson( Sheffield) und ebenso die der für Sozialisten abgegebenen Stimmen. Nur die Vereinigung von den Sozialisten oft spöttisch mit Doppelganzen die Zahl der sozialistischen Gemeindevertreter zugenommen stehen. Wegen ihrer Leisetreterei gegenüber den Liberalen wird ist die Zunahme meist hinter den gehegten Erwartungen zurück- sinniger Abkürzung Labour Electoral Ass."( Ass= Esel) ges geblieben. Wo Liberale und Tories vereinbarten, es mit der nannt, aber Hobson, der am Züricher und Brüsseler Kongreß Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frant Bertretung beim alten zu lassen, und das tam zwar nicht an Delegirter war, hat bei der jüngsten Nachwahl in Sheffield, und furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. allen, aber an mehreren der von den Sozialisten besonders be- Threlfall neuerdings in South Shields gezeigt, daß auch sie Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. drohten Orten vor, fiel im ganzen die Wahlbetheiligung nicht auf die liberale Partei eingeschworen find, und alles in Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage ab und damit auch die Stimmenabgabe für den allem kann man dies ebenso von einem andern bekannten MitEdm. Renter, Swinemünderstr. 45. Sozialisten. Vorläufig wenistens hat hier die Bildung glied der Association, dem Sekretär der Matrosen- Union, J. H. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernad, der einen reaktionären Maffe" noch die Wirkung, die Eroberung Wilson, sagen, der selbst bekanntlich gegen einen liberalen und Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernack, der öffentlichen Vertretungskörper durch die Sozialisten zu ver- einen Tory- Gegner ins Parlament gewählt wurde. Mühlenstraße 49a. langsamen. Die Sozialdemokratie hat in einer Reihe von Wahl- Unter diesen Umständen ist es fraglich, ob es kluge Tattit freisen zwischen Tories und Liberalen die Entscheidung in der war, einem Vertreter der Assoziation, S. Shafton in Bradford, Hand, aber sie ist noch in wenigen soweit, gegen beide zusammen der 35 Jahre in der Gewerkschaftsbewegung steht und 18 Jahre durchzudringen, das ist das Ergebniß dieses Kampfes. Sekretär des Trades Council von Bradford war, einen J. 2. P.Man muß sich in dieser Hinsicht feinen Illusionen hingeben. Mann als Gegenkandidat gegenüber zu stellen. Das Resultat Auffällig ist z. B., daß gerade in Wahlkreisen, für die bereits war, daß Shafton's Wiederwahl verhindert und ein Konservativer sozialistische Kandidaten zum Parlament aufgestellt sind und statt seiner gewählt wurde, und auch sonst blieb die J. L. P. Stimmen und diesmal mit ihren Kandidaten in Bradford in der Minderheit. ihren Feldzng begonnen haben, diesmal Sitzverluste zu verzeichnen sind. So in Burnley, so in Es ist mißlich, solche Dinge ohne genaue Kenntniß der örtlichen Nottingham, und so auch in South West Ham, das Keir Verhältnisse zu beurtheilen, aber als sicher darf man annehmen, Hardie schon jetzt im Parlament vertritt." In letzterem daß in anderen Stadtbezirken der J. L. P. infolge der Bekämpfung Wahlkreis ist der Rückgang der sozialistischen Stimmen zum Shafton's viel Arbeiterstimmen verloren gegangen find. In den Theil dem Umstand geschuldet, daß die dort sehr zahlreichen betreffenden Bezirk war das Stimmenverhältniß: Shafton 1018, irischen Arbeiter einen eigenen Kandidaten aufstellten und auch Dickenson( J. L. P.) 656, Ronservativ 1103 Stimmen. durchbrachten. Die Irländer sind zur Zeit sehr schlecht auf Keir Bradford gehört zu denjenigen Orten, wo die J. L. P. schon Hardie und die Independent Labour Party" zu sprechen und ihren Parlamentskandidaten für die nächste Wahl festgestellt hat. sollen die Absicht haben, Hardie's Wiederwahl um jeden Preis Es ist der Dockerorganisator Ben Tillet. Derselbe hatte schon zu hintertreiben. Hoffentlich gelingt es noch vor der Hauptwahl, 1892 eine Stimmenzahl, die nur wenig hinter der seiner den sehr bedauerlichen Gegensatz zu überbrücken oder wenigstens Gegenkandidaten zurückblieb und Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. = Brauerei Königs Wusterhausen, Niederlage Reichenbergerstraße 33. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Gust. Spiekermann, Krautstr. 48, Tel. VII, 1487. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. Niederlage Marthen, Bellermannstr. 6. Brauhaus Hohen- Schönhausen bei Berlin. Boykottirt sind die folgenden, dem Ring angehörenden Brauereien: Aftien- Brauerei- Gesellschaft Moabit, Berlin. " Aktien- Brauerei Friedrichshain, Berlin. diesmal um so Aktien- Brauerei- Gesellschaft Friedrichshöhe, vorm. Patzen- ein Aufhören der Feindseligkeiten zu erzielen, denn der Effett leichter durchbringen, als der bisherige Vertreter des einer irischen oder radikalen Gegenkandidatur gegen Reir Hardie Kreises, ein Liberaler alter hofer, Berlin. Schule, sich als Gegner würde der sein, daß dieser und wahrscheinlich auch der benach verschiedener von der Regierung unterstützter Arbeiter Reformien barte Wahlfieis, North West Ham, den Tories in die Hände erklärt hat. Wenn aber die Gegensäße zwischen den ver fiele. Michael Davitt, der von einigen Heißspornen der J. L. P. fchiedenen Fraktionen der Arbeiterbewegung noch verschärft ziemlich tattlose Angriffe erfahren hat, war denn auch seinerseits werden, wird das Ende vom Liede auch hier der Sieg des taftvoll genug, seine ihm angetragene Kandidatur gegen Keir Tory sein. Hardie rundweg abzulehnen. Aftien Gesellschaft Schloßbrauerei Schöneberg, Schöneberg. Bergschloß- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Bockbrauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Kronen- Brauerei, Attien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Unions- Brauerei, Berlin. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesellschaft auf Aktien, A. Knoblauch, Berlin. Brauerei Oswald Berliner, Berlin. Brauerei Julius Bözow, Berlin. Brauerei Borussia, Attien- Gesellschaft, Niederschönweide bei Johannisthal. Brauerei Gambrinus, Aktien- Gesellschaft, Charlottenburg. Brauerei Carl Gregory, Berlin. Brauerei F. Happoldt, Berlin. Brauerei Königstadt, Attien- Gesellschaft, Berlin. Brauerei Pfefferberg, vorm. Schneider u. Hillig, Berlin. Brauerei A. Werm, Berlin. Bürgerliche Brauerei, Berlin. Bürgerliches Brauhaus, Otto Müller, Berlin. C. Habel's Brauerei, Berlin. Gebrüder Josty, Berlin. Norddeutsche Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Schultheiß' Brauerei, Attien Gesellschaft, Berlin, Abth. Schönhauser Allee. besgl. Abth. II Tivoli. Brauerei Schweizergarten, Berlin. Die Kurz, die Bewegung hier hat noch immer nicht ihre KinderBurnley( Lancashire) ist der von der sozialdemokratischen trautheiten überwunden, und solange dies der Fall, sind größere Föderation für H. M. Hyndman ausersehene Wahlkreis. Es Erfolge bei der nächsten Parlamentswahl nicht zu erwarten. Es hat daher sehr überrascht, daß troh sehr eifriger Agitation die liest sich sehr hoffnungsvoll, wenn im Labour Leader" ein Mits Föderation nicht nur feinen Sitz im Stadtrath zugewonnen, arbeiter ausrechnet, daß bei der diesmaligen Wahl die Arbeiter= sondern sogar den einzigen bisher innegehabten Sitz( mit partei in Bristol 36, in Rochdale 38, in Keighley gar 40 pCt. 460 Stimmen gegen 675 liberale und 472 konservative Stimmen) aller abgegebenen Stimmen erhielt, aber das bezieht sich immer verloren hat. Im ganzen erzielte sie in 6 Stadtbezirken 1687 nur auf ein paar Stadtbezirke, wo die Verhältnisse für die Partei gegen 4973 fonfervative und liberale Stimmen, ein unter den am besten liegen. Wirklich glänzende Resultate wurden erzielt gegebenen Verhältnissen ganz achtbares, aber doch den Er- in Glasgow, Manchester und Salford. Aber selbst in Manchester wartungen nicht entsprechendes Resultat. In Nottingham und Salford, zusammen 12 672 Stimmen für unterlag in demjenigen Stadtbezirk, wo das Bergarbeiter- Votum sozialistischen Kandidaten abgegeben wurden, brachte die entscheidet, der Kandidat der Independent Labour Party mit Partei nur da ihre Kandidaten durch, wo die Liberalen, in 994 Stimmen einem Liberalen, der 1430 Stimmen erhielt. Dieses weiser Erkenntniß der Hoffnungslosigkeit ihrer Sache, freiResultat wurde namentlich dadurch herbeigeführt, daß der Berg willig auf eigene Kandidaten verzichteten. In Hull brachte arbeiter- Agent), Bailey, der Vorstandsmitglied der Bergarbeiter die Labour Electoral Assoziation vier ihrer Kandidaten als„ ProFöderation ist, mit seinem ganzen Einfluß gegen den Kandidaten greffiften" auf dem Wege des Kompromisses durch. Im ganzen der J. L. P. agitirte. Die Sozialdemokratie hat in England nicht nur hatten, nach einem Bericht Threlfalls in ,, Reynold's Newspaper", mit der Indifferenz eines großen Theils der Arbeiterschaft, sondern diesmal 170 Arbeiterkandidaten zusammen 63 300 Stimmen erzielt, Liberale auch noch immer mit der Gegnerschaft eines bedeutenden Bruch- und sind 30 von diesen Kandidaten gewählt worden, 5 gegen theils der am politischen Leben theilnehmenden Arbeiter zu und Konservative, und 25 auf dem Wege theils direkten, theils I fämpfen. Mit bezug auf die lettere Kategorie darf man auch indirekten Kompromisses, bezw. freiwilligen Verzichts von Gegnern. In London wird am 22. d3. Mts. die Erneuerungswahl fagen, zu rechnen. Denn es wäre sehr falsch, diejenigen Trade Unions- Führer, des Schulraths stattfinden. Der Kampf ist ein ziemlich die sich noch gegen Anschluß an die sozialistischen Gruppen heftiger; es handelt sich darum, ob die vor drei Jahren dank sträuben, sämmtlich als Fossile oder gekaufte Agenten der alten der Zersplitterung ihrer Gegner gewählte Kirchenpartei wieder die große Majorität in jener Körperschaft haben soll oder nicht. durch das Ziel und die allgemeinen Grundsäge der Sozialdemo- Es handelt sich dabei um folgende Punkte: tratie davon abgehalten werden, noch durch Verpflichtungen gegen die bürgerlichen Parteien, sondern die nur tattische Er wägungen, Mißbilligung der wirklich oder vermeintlich von den Sozialisten beobachteten Tattit von diesen trennen. Hier liegt zur Zeit die Hauptschwierigkeit. Mit der Parole Unabhängig Spandauerberg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei Parteien zu erklären. Es giebt sehr viele darunter, die nicht Charlottenburg. Vereinsbrauerei Rirdorf. Versuchs- und Lehrbrauerei, Berlin. Viktoria- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Germania- Brauerei, David u. Martin, Berlin. Brauerei Stralau. *) Agent bezahlter Bezirksbelegirter. 1. ob der 1871 geschlossene Kompromiß, wonach der Religions Unterricht in den Gemeindeschulen unsektirerisch( undenomis national", entsprechend dem, was man in Deutschland simultan nennen würde) ertheilt werden soll, aufrecht erhalten oder im bochkirchlichen Sinne meginterpretirt werden soll. 2. ob der Schulrath in bezug auf Errichtung neuer und den Ausbau der bestehenden Gemeindeschulen, Erweiterung des Unter Derlammlungen. .CO richts zc. sich von der Rücksicht auf Dekonomie, die bestehenden| ton") haben die Progressisten den Sozialdemokraten auf ihre gewählt, und zu Revisoren die Geroffen Albert Sonntag und Privatschulen 2c. leiten lassen soll oder von dem Bestreben, die Liste genommen, in andern aber machen die beiden Gruppen raun ernannt. Auf eine Neuwahl der Lokalkommission wird, Volksbildung in jeder Hinsicht zu heben und das Schulwesen einander die Stimmen der Arbeiter streitig. So ist es sogar nachdem fich die bisherigen Mitglieder bereit erklärt hatten, ihr möglichst zu vereinheitlichen. zweifelhaft, da das relative Mehr entscheidet, ob selbst Leute, Amt noch ferner auszuüben, einnimmig verzichtet. Zum Schluß 3. ob der Schulrath bei Arbeitsvergebungen 2c. im Sinne wie der chriftliche Sozialist Stewart Headlam, der sich in jeder, fordert Genosse Krause die Gencssen auf, dem„ Arbeiterverein der Manchesterschule oder der vom Grafschaftsrath inaugurirten Hinsicht im Schulrath vortrefflich gebalten hat er ist persönlich für Pankow und Umgegend", welcher jeden Dienstag nach dem Wirthschaftspolitik folgen soll. für Trennung von Schule und Kirche diesmal wiedergewählt 1. und 15. des Monats seine Lese- bende in Störr's GesellschaftsDie Hauptparteien im Kampf sind: auf der einen Seite die wird. Noch eine charakteristische Erscheinung ist, daß vielfach haus abhält, beizutreten. Kirchenpartei, die zugleich die Politik des Sparens ver- die Parteien die Anomalie dieser eigenthümlichen Art Listenwahl tritt. Diese hat vor einiger Zeit ein Zirkular erlaffen, wonach dadurch zu neutralisiren suchen, daß sie die großen Kreise in In Charlottenburg tagte eine öffentliche Kom. der vorerwähnte Kompromiß so ausgelegt wurde, daß die Lehrer ver- fleinere eintbeilen und die Wähler jedes der so gebildeten kleinen munalwahler- Versammlung für den 6. Bezirk am pflichtet, den Kindern die Dreifaltigkeitslehre nach dem athanafischen Kreise auffordern, für einen bestimmten Kandidaten zu„ plumpen". 14. November im Lokale von Bretlow, Augsburger- und Bekenntniß zu lehren 2c. Es hatte sich nämlich bei einer Schul- So nennt man die Konzentrirung aller Stimmen auf einen Ansbacherstraßen- Ece. Stadtverordneter Genosse Beier, welcher revision die fürchterliche Thatsache ergeben, daß Schulkinder auf Kandidaten. die Frage, wer der Vater Jesu sei, antworteten: Joseph. Auf der anderen Seite stehen unter dem Sammelnamen Progressisten die Vertreter der verschiedenen religiösen Sekten( die Dissenter), die Liberalen, die Radikalen und allerhand Sozialreformer und Volksbildungsenthusiasten. Diese wollen den Kompromiß so verstanden wissen, daß den Kindern in der Schule biblische Geschichte und christliche Ethit, aber keine Dogmen, in bezug auf die unter den Bekennern der christlichen Religion Meinungsverschiedenheit herrscht, gelehrt werden. Von den Ratholiten steht die der Parole des Erzbischofs folgende Richtung( wahrscheinlich die Mehrheit) in der Hauptsache auf Seiten der Kirchenpartei, die nach ihrem Führer, Dipple, Dippleiten genannt werden, denn diese Partei begünstigt die Privat schulen, die in England zu einem großen Theil gerade firchlichen Gemeinschaften gehören, und die katholische Kirche ist an dieser Frage ganz besonders interessirte. Aber eine Minderheit, der die soziale Seite des Konflikts wichtiger ist als die religiöse, hat mit den Progreffisten gemeinsame Sache gemacht. Aehnlich steht es bei den Juden. Die Sozialisten sind gleichfalls in dieser Frage den Progressisten mehr oder minder gemeinsame Sache gemacht, die Sozialdemokratische Föderation aber hat neue eigene Kandi daten aufgestellt, die dem Religionskompromiß die Forderung der vollen Verweltlichung der Schule entgegenstellen und daneben für freie Ernährung der Kinder in der Schule eintreten. Die Wahlbezirke find sehr groß nnd haben bis zu fieben Vertreter zu wählen, jeder Wähler hat aber das Recht, seine Stimmen nach freier Wahl einzutheilen, eventuell also alle auf einen Kandidaten zu vereinigen. Auf diese Weise kann also auch eine Minderheit sich einen Vertreter sichern. Die Kehrseite der Medaille ist, daß das System zur Zersplitterung der Stimmen quaft herausfordert, und es fehlt denn auch nicht an einer ganzen Anzahl unabhängiger" Kandidaten. Da nun die Kirchenpartei als Bartei des Sparens" die Herzen der Masse der Steuerzahler für sich hat, ift es nach Lage der Dinge nicht sehr wahrscheinlich, daß sie in der Minderheit bleiben wird. Die Kandidaten der Sozialdemokratischen Föderation werden natürlich von der Ind. Labour Party" unterstüßt und ebenso von der Mehrheit der Gewerkschaftler. In einem Bezirk( Maryle referirte, drückte zunächst seine Freude darüber aus, daß es endlich gelungen sei, auch in dieser Gegend Charlottenburgs, wo es genug Miethstafernen giebt, eine ersammlung abzuhalten resp. ein Lokal zu bekommen. Redner erörterte dann die Forderungen, welche die Sozialdemokratie auf kommunalem Gebiete erhebt, Die Genossen aus Friedrichsfelde und Umgegend und zeigte, wie wenig Luft die in Stadtverordneten- Berhielten am 11. November eine öffentliche Volksversammlung im fammlung und Magistrat herrschende Bourgeoisie hat, diese Restaurant Schulz in Lichtenberg ab, in der der Vertrauensmann Forderungen zu erfüllen. Zu einer Erhöhung der Lehrerund die Lokalkommission den Bericht über ihre Thätigkeit im gehälter, und zwar zu einer ganz beträchtlichen, habe sich der verfloffenen Jahre abgaben. Der Kaffenbericht des Vertrauens Magistrat von Charlottenburg wohl bewegen laffen, aber von einer mannes ergab folgendes Resultat: Einnahme 382,97 M., Aus: Aufbefferung der Löhne der im aädtischen Dienst beschäftigten gabe 271,80 M., Bestand 61,17 M. Bei der Neuwahl, die sich Arbeiter wolle er nichts wiffen. Ebenso verlange man von den hier anschloß, wurde Paul Kette als Vertrauensmann, R. Kacza, Lehrern und Beamten nur fechs bis siebenstündige Thätigkeit Alfr. Gericke und Aug. Tyratowsti als Mitglieder der Lokal pro Tag, für die Forderung der Arbeiter aber, ihre Beschäftigung fommission gewählt. hilde is alle dy auf acht Stunden herabzusehen, seien die Herren nicht zu haben. Pankow. Am Sonntag, den 11. November erstattete die Einer ähnlichen Art von Fürsorge seitens der städtischen Körper: Delegirtin Frau Ihrer in einer großen öffentlichen Voltsver- fchaften begegnet die Schuljugend des arbeitenden Volkes, was sammlung Bericht über den Frantfurter Partei- Redner beweist, indem er darthut, wie viel an der Volksschule ta g. Der trotz des sehr ungünstigen Wetters starte Besuch der verbesserungsbedürftig ist. Bei solchem städtischen Regimente ſei Versammlung zeugte von dem lebhaften Interesse für die Sache. es denn auch nicht zu verwundern, daß eine so brennende Frage von Bolts- Badeanstalten troh wesend. Nach Erledigung des Referats entspann sich eine recht öffentlicher Besprechung und troh Petitionen noch immer nicht lebhafte Besprechung, in der sich verschiedene Redner nicht mit gelöst worden sei; die Befißenden bedürfen ja solcher Anstalten nicht. allen Beschlüssen des Parteitages einverstanden, aber bereit er- Mögen die Arbeiter hieraus erkennen, daß es dringend erforderlich klärten, sich den Beschlüssen fügen zu wollen. Eine Resolution, ist immer mehr Sozialdemokraten in die Stadtverordneten- Verwelche sich mit den Beschlüssen des Parteitages in allen Punkten sammlung zu wählen.( Beifall.) In der Diskussion wurde noch hervor. einverstanden erklärt, wurde nach längerer Diskussion abgelehnt gehoben, daß selbst die Bedürfnißauftalten, welche bestehen, sowie und an deren Stelle folgende Resolution einstimmig angenommen: bie, welche jetzt neu erbaut werden sollen, erst nach lage Die Parteigenoffen von Pankow und Umgegend sind mit der Agitation der Arbeiterschaft erbaut resp. projektirt worden sind. Thätigkeit der Genoffin Ihrer auf dem Parteitag in Frankfurt Herben Tadel erfuhr das vom Oberbürgermeister s. 3. beliebte einverstanden, jedoch mit verschiedenen der gefaßten Beschlüsse des Verhalten gegenüber den Forderungen der Arbeitslosen im GegenParteitages nicht; manche Aeußerungen wären beffer auf der faz zu dem rührseligen Eintreten desselben Herrn für die BeTribüne des Parteitages unterblieben. Wir werden die verwilligung von 40 000 M. zur Fortsetzung des Baues der Ge schiedenen Anträge immer wieder einbringen, bis sie ihre dächtnißkirche. An der Ablehnung der von unseren Genossen Erledigung gefunden. Die Anwesenden verpflichten sich, un- gegebenen Anregung, das Submissionswesen zu beseitigen, zeigte ermüdet und furchtlos mit allen Kräften für die Verwirtlichung man ferner, daß die Stadtverordnetenversammlung selbst dann der Ideen der Sozialdemokratie einzutreten. Der Bericht der nicht gewillt ist, etwas für die Arbeiter zu thun, wenn dabei Vertrauensperson gab ein Bild über die Einnahmen und Aus- auch nur Vortheile für die Stadt selbst herausspringen. Durch gaben in Pantow. Bei der Wahl der Vertrauensperson wurde einstimmige Annahme einer Resolution erklärte sich die Versamm der bisherige Vertrauensmann Karl Hoffmann wieder- lung mit den Ausführungen des Referenten einverstanden. gespalten, wenn auch in anderer Richtung. Ein Theil hat mit Von Nah und Fern, sogar von Schönwalde waren Genossen an- wie die der Errichtunerwundern, daß eine so brennende Frage " Musikinstrumenten- Arbeiter. Oeffentl. Versammlung am Sonntag, den 18. November cr., Vorm. 10 Uhr, im Lokale von Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a. Tages Ordnung: 1. Abrechnung der Kommission über die Sperre von Höhne u. Sett. 2. Der Stand des Lohnkampfes. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht jedes Kollegen zu erscheinen. Die Kollegen von Klein& Co. find hiermit besonders eingeladen. Die Lohnkommission. Verband 198/8 Orts- Krankenkasse für das Goldschmiede- Gewerbe. Sonntag, den 25. November cr., Borm. 91/2 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a. Ordentliche Generalversammlung fämmtl. Herren Vertreter. Tagesordnung: In getrennter Versammlung. I. Für die Vertreter der Arbeitgeber: aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Ergänzungswahl von 2 Mitgliedern Berlins und Umgegend. Morgen Sonntag, den 18. November, Vormittags 1012 Uhr, im Restaurant Hoffmann, Oranienstr. 180: Konferenz der Vertrauensleute des Südens. Tagesordnung: An welchem Tage soll in Zukunft die Konferenz des Südens statt. finden? Das Erscheinen aller ist nothwendig. BF Ohne Mitgliedskarte fein Zutritt. Der Vorland. 173/6 Stralan- Rummelsburg, Friedrichsberg, Friedrichsfelde u. Umg. Oeffentliche Sozialdemokratische Partei- Versammlung am Sonntag, 18. Nov., Mittags 1 Uhr, bei Vowinkel in Rummelsburg, Hauptstr. 88. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Frankfurter Parteitag. Referent Genosse Sonnenburg aus Friedrichshagen. 2. Diskussion. 3. Bericht des Vertrauensmanns von Rummelsburg eventuell Wahl desselben. 4. Bericht der Lokalkommission und Neuwahl derfelben. Bur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der Vertramensmann. Charlottenburg. Oeffentliche 257/14 Kommunalwähler- Versammlung Sonntag, den 18. November, Nachmittags 2 Uhr, im Lokale ,, Bismarckshöhe", Wilmersdorferstraße 39. Tages- Ordnung: 1. Die bevorstehenden Kommunalwahlen. Referent: Reichstags- Abg. B. Singer. 2. Distusfion. 3. Verschiedenes. 255/18 Schöneberg. Der Einberufer. Sonntag, den 18. November, Worm. 11½½ Uhr, im Lokal des Herrn Rehner, Grunewaldstr. 110: Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Gewerkschaften Schönebergs u. Umgeg. Tages Ordnung: 1. Bortrag über: Der Werth und die Bedeutung der GewerkschaftsRommission. Referent Genoffe Silberschmidt. 2. Diskussion. Zur Deckung der Unkosten wird ein Entree von 10 Pf. erhoben. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Einberufer. 255/12 Achtung, Rixdorf! Deutscher Holzarbeiter- Verband. Sonntag, den 18. November, Vormittags 10%, Uhr: Versammlung im Lokale des Herrn Nitschke, Steinmehstraße Nr. 45. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Schöpflin über: Die Opfer des Rapitalismus." 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Alle Holzarbeiter haben Zutritt. Um pünktliches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. 148/4 II. Für die Vertret. der Kaffenmitglieder: Ergänzungswahl von 4 Mitgliedern zum Vorstand. Nach Beendigung der Wahl: Ju gemeinschaftlicher Versammlung. 1. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Jahresrechnung pro 1894( 1 Arbeitgeber, 2 Kaffenmitglieder). Unterstüßungsverein deutscher Hutmacher. Der Verein veranstaltet zu volksthümlichen Preisen am Sonntag, den 18. November, Zachmittags 3 Uhr, im Central- Theater eine Opern- Aufführung, die von dem bestbekannten Kapellmeister Max Karpa zufammengestellt und 200 geleitet wird. Zur Aufführung gelangt die komische Oper: โจร แก ร Der Waffenschmied. Von A. Lorging. died sutonsdiaft Billets à 1,50 M., à 1 M., à 75 Bf., à 60 Pf., à 40 f.,& 25 Pf. find noch zu haben bei G. Kempe, NO., Weinstraße 12, parterre, dalh Der Ueberschuß wird zu gemeinnüßigen Zwecken verwendet. Achtung! Filzschuh- Arbeiter 148/6 Achtung! und alle in der Schuh- und Pantoffelbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen von Berlin u. Umgegend. Sonntag, den 18. November, Vormittags 10 Uhr: Große öffentliche Versammlung im Saale des Herrn Buske( früher Seefeld), Grenadierfir, 33. Tagesordnung: 1. Vortrag.( Der 4. 2. Beschlußfassung über den Beitritt bekannt gemacht.) 2. Diskussion. 8 Referent wird in der Versammlung зн einem Verbande der Orts zur Krankenkassen mit freier Arztwahl ( nach§ 46 des Kr.- Vers.- Ges.). 3. Beschlußfassung über die Erneuerung eines Kontraktes mit dem Verein der freigewählten Kassenärzte. 4. Verschiedenes. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Berlin, den 16. November 1894. Der Vorstand. J. A.: E. Davidshäuser, Borfigender. Weberstr. 40a, H. Ging. Elisabethstr. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler u. s. w. 125/7 Agitationskommission. 5. Verschiedenes. Gs ift Pflicht eines jeden Kollegen, recht pünktlich zu erscheinen.TER Die Agitations Rommishou. Verein der Maschinisten, Heizer und Berufsgenossen. Sonntag, den 18. November, Nachmittags 5 Uhr, bei Zubeil, Lindenstr. 106: Versammlung's gra 195/8 Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Verschiedenes. 8. Fragetaften. 4. Aufnahme neuer Mitalieder. Der Vorstand. J. A.: H. Hola, Muladstr. 21. Dritter Nachtrag Drts- Krankenkasse der Maler. statut der Ort3. Krankenkaffe 8 Uhr, bet Deigmüller. Alte Jakobder Maschinenbau- Arbeiter Ordentl. Generalversammlung Artikel I. Verwaltung Berlin B. und verwandten Gewerbe zu Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Zahlstelle II von der Inselstr. 1 nach der Neuen Jakobstraße 28 ( Ecke Röpnickerstraße) bei Schmidt verlegt ist. 234/5 Die Ortsverwaltung. Orts- Krankenkaffe der Sattler und verw. Gewerbe zu Berlin. Ordentl. Generalversammlung am Sonnabend, den 24. November, Abends 81/2 Uhr, in den Arminhallen, KommandantenStraße 20. Tages Ordnung: 1. Jm§ 13, vorlegter Absah des Statuts, Beile 3 ist zu fezen statt: nicht über 52 Wochen 1015b nicht über 26 Wochen". Dienstag, den 20. November, Abends Strasse 48a der Delegirten. Tages Ordnung: Erfahwahl des Vorstandes( 2 Arbeitgeber, 4 Arbeitnehmer). Geschäftliche Mittheilung des Vorstandes. Antrag Beile 5 statt der 52. Woche der der 21er- Kommission betreffs Vereinigung der Krantentassen. Ergänzung 26. Woche". " Der Vorstand. 2. Jm§ 16 des Statuts, 3eile 3 ist der Krankenbesucher. Verschiedenes. zu sezen statt: für 52 Wochen 26 och entitel II. Artikel für Dieser Nachtrag tritt mit dem Montage nach der statutenmäßigen Bekannt Berlin, Den 20. September 1894. machung in Der Vorstand. Carl Thieme, H. Steinfeldt, H. Wentker, Borsigender. Am Dienstag, den 27. November 1894 findet in demselben Lokal eine Versammlung fämmtlicher Kassenmitglieder statt betreffs Ausstellung der Kandidaten als Delegirte für die Zeit 1895/96. 178/5 bOrts- Krankenkasse& Vorsitzender. ſtellvertr. Vorsitzender. der Kupferschmiede. Borstehender Nachtrag wird hierdurch genehmigt. Berlin, den 6. November 1894. ( L. S.) Der Bezirksausschuß. gez. Kayser. 1. Berathung und Beschlußfassung über den Aerztevertrag. 2. Berathung und Beschlußfassung über das Verbandsstatut der Orts- Krankenkaffen mit Nr. 4871. freier Arztwahl nach§ 46 des Krankenversicherungs Gesezes. 3. Wahl von # 4 Vorstandsmitgliedern der ArbeitOrts- Krankenkasse nehmer und Wahl von 2 Borstands- der Bildhauer, Studateure 2. mitgliedern der Arbeitgeber. 4. Wabl des Rechnungsausschusses. 5. BeschlußGeneralversammlung am Sonntag, den 25. November a. c, Vormittags 91/2 Uhr, in Gründel's Salon, Brunnenstr. 188. Tagesordnung stehe übersandte Ein10186 ladung des Vorstandes. beften Stoffen u. größter Auswahl Gesellschafts- Anzüge zu Berlin.de su billigen aber feften Preisen empfiehlt Die Erledigung der Tagesordning faffung über einen eventuellen An- der Generalversammlung vom 15. Nov. schluß an die Zentralisation sämmtJulius Lindenbaum, Große Frankfurterstraße 139. licher Orts- Krantenkaffen Berlins und Straße 16 statt. im otal 71/17 Reell und billig arztfrage. 7. Verschiedenes. 1910176 J. A.: W. Erdmann, Borsigender. R. Dittberner, Schriftführer. Der Vorland. J. Söfner. tauft man in der Norddeutschen Schuh Stiegliße, Lerchen 1 M., Hänflinge, fabrit von W. 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