Nr.2S9 ♦ ZS.�ahrgang Ausgabe A Nr. 147 Bezugspreis: SiertriläbtLSO,— M.. monatL 10,— M. frei ins Haus, Boraus zahlbar, Post- Morgen Ausgabe m> anzig, oo 3stetnelflebiet, sowie die ehemals beul» scheu Gebiete Polens. Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 20,- M, für das übrige Ausland 27,— M. Post- bestellnngen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho• Elowatet, Dänemark Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz, Der»Vorwärts� mit der Sonntags- deilage»Voll und Zeit", der Unter- baltungsbeilage»Heimwelt" und der Beilage»Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: «Sozialdemokrat verNn- Berliner Bolksblatt ( 30 Pfennig � AnzetgeupretSi Dt« achtgespaltene SionoateiDtzetlt tostet 5chO 3JI„meine Anzeigen" da» lettgedruckte Wort 1,50 M.(zu- lässig ,wet fettgedruckte Worte), sede« weitere Wort l.— M. Stellengesuch, und Echlasstellenanzetgen da» ers» Won iy— M» sede» wettere Won 60 Psg, Won, über 15 Buchstabe» zählen Mr zwei WoN». ffamtlien-An. zeigen für Abonnenten geile S,— M Die Preis« oetflehen stch einschließlich Teuerungszuschlag, Anzeigen für die nächste Shimmet müssen dt« 5 Ahr nachmittag, im Hauptgeschäft, Berlin EW 08. Linden- straß« 3. abgegeben werden, ffleäffnel »an 9 Uhr früh bi» 5 Uhr abends, �entralorgan der rozialdcmokratircbcn partci Dcutfcblands ReÜaktion und Expedition: Sw öS, Lindenstr. Z �e-e-ntat-ix�»--»-- Redaktion Moriftplai, 151»5—97 ,>crnipreri)er. Morihplah 11758—54 Mittwoch, den!iü, Juni 1921 vonvärts-verlag G.m.b.y., SN SS. lwSenftr. Z Äkernktiredier" Verlag. Expedition und Inseraten- . Agtetlung Moritzplatz 11753-54 Notjchrei aus Kattowitz. Vreslav. 2t. Iuni. Die Skadt kalkowllz hak folgenden Hilferuf an den Regierungspiäsidenken in Oppeln, an das Auswärtige Amt in Berlin, an den Reichstag, an den Preußischen Landlag und an den deutschen Bevollmächtigten in Oppeln gerichtet: Sieben Wochen leiden wir nunmehr unter der durch Bruch des Friedensvertrages geschossenen Gewaltherrschaft großpolnischer Ein- dringlinge und oberschl es sicher Insurgenten. Unsere Hilferufe sind bisher wirkunslos verhallt. Die Besahungsbehörden der Interali Herten Kommission dulden weiter die willkürlichen Maßnahmen der Aufruhrer. Bon einem Abbau des Ausstandes ist noch nichts zu bemerken, vielmehr gehen die Bestrebungen der Aufständischen allem Anscheine nach seht dahin, unter den Augen der Interalliierten Kommission vollendete Tatsachen zu schassen in der Annahme, das oberschlejische Bolt, das bisher geduldig alles ertragen hat, werde sich später schon damit abfinden. Tagtäglich werden von den auf ungesetzlicher Grundlage geschaffenen Insurgentenbehörden an die allein gefeh- lichen, unter dem Befehl der Interalliierten Kommission stehenden bisherigen Amksstellen Berfügungen erlassen, die nur darauf abzielen, dauernde Zustände in polnischem Sinne zu schaffen. Eine im allgemeinen polnisch gesinnte Miliz soll dafür sorgen, die Bevölkerung weiter unter dem polnischen Schrecken zu hallen. Finanziell zusammengebrochen suchen die Rebellen durch Erpressung von wohlhabenden verschleppten Bürgern durch willkürlich festgesetzte Steuern aller Art und durch Raub uud Einbrüche sich Geld zu verschaffen. Dlescnigen. von denen Geld nicht zu erpiessm ist. werden jämmerlich erschlagen oder mi h h a n d e lt. Bon einem den Bedürfnissen des Wirtschaftslebens und des sonstigen Verkehrs auch nur einigermaßen gerecht werden» dm Eisenbahnbetrieb ist keine Rede. Industrie, hau- d e l und Gewerbe stehen infolge vollstäudigen Mangels an Roh- stoffen und Absatzmöglichkeiten vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Mit allerschwerster Besorgnis sieht die Bevölkerung der nächsten Zukunft entgegm. denn man fühlt sich unter dm obwalten- den Umständm, derm Besierung noch nicht abzusehen ist, allgemein voaelsrel. Wann endlich kommt die in Aussicht ge- stellte Hilfe? Die Bürgerschaft der Stadl Kattowih, gez. Leu. Bürgermeister. ISS Nilll'onen für(dberschlesien. Die preußische Regierung hat für die notleidenden Bewohner i in dm jetzt insurgentenfreien oberschlesischen Gebielm hundert Mil- ' lionen Mark zur Verfügung gestellt, die von einem Ausschuß von verlrauensleutm an die hilfsbedürftigen verteilt werden. » Warschau, 21. Juni.(DA.) Der sozialistische„Rabotnik" ver- öffentlicht einen Bericht des Abz. D i a m a n d über seine Kon- ferenz mit der englischen Labour-Party. Diamand schreibt u. a.: Der Schweiß trat mir auf die Stirn, als ich bemerkte, daß ich mich für die Sünden der Faktoren, die in Polen zur Macht ge- langt"sind, verantworten sollte. Ich habe in meinem Leben viele Prüfungen abgelegt, aber diese schien mir eine der schwierigsten. Ohne die Unwahrheit zu sagen: Es hält schwer, Sympathim für dm polnischm Staat zu erwerbm. Man mußte alle Kräfte des Intellektes anstrengen, um den eigenen Glauben auf die Zuhörer zu übertragen. Es wurden mit viele Tatsachen von Uebergriffen und Gewalttaten gegenüber den Ukrai- nern und Juden, die Wirtschaft in den Grenzgebieten usw. vorgehalten. Oberst Wodgowood, der bekannte Abgeordnete, apo- � strophierte mich am Schluß in folgender Weise:„Sagen Sie Ihrer Regierung und ihrer Volksgesamtheit, daß sie auf die Sympathim Englands nicht rechnen dürfm, solange es in Polen keine Gerechtigkeit gibt, solange Juden- Verfolgungen andauern.� Als ich erwidern wollte, hinderte er mich durch eine Handbewegung daran und fügte hinzu:„Sagen Sie nichts, ich spreche auf Grund eigener Informationen." hindenburg, 21. Juni.(WTB.) Infolge der völligen Per- kehrsstockung sind auf den Gruben und Koksanstalten die Stapel- pläße überfüllt. Die Förderung der Gruben muß daher ein- geschränkt und zahlreiche Koksofenbatterien müssen kaltgestellt werden. Einige Kohlenhalden sind bereits in Brand geraten. Die Arbeitslust erlahmt mehr und mehr. Jegliche Autorität der Betriebsleiter und Meister ist dahin. London, 21. Juni.(Reuter.) Die Interalliiertenkommission hat einen Plan für die progressive Zurückziehung der Polen und der Deutschen in Oberschlesien entworfen, der gegenwärtig mit beiden Parteien erörtert wird. Im übrigen ist die Lage unverändert. 83 Tote auf Nont Cenis. Herne, 21. Iuni.(WTV.) Die Zahl der Opfer, die die furchtbare Schlagwetterkatastrophe auf der Zeche Rlont Emis gefordert bat, ist jetzt mdgültig festgestellt. Es wurdm 79 tote und 72 verletzte Bergknappen zutage gefördert. Von dm Schwerverletzten, die im krankmhaus Bergmannsheil 1n Bochuüi Aufnahme gesunden haben, sind bisher vier gestorbm, sodaß sich die Zahl der Toten auf insge- kamt KZ belauft. Das Unglück mtstand offmbar durch einen Sprmg- schuh in einem schlagwetterreichm Kohlmflöz. denn unmittelbar nach dem Losgehen des Schusses erfolgte eine zweite gewaltige Dctona- kion, die Tod und Schreckm in die Reihm der Verglmte trug. Die Totm find zum Teil mtsetzlich verbrannt. Andere wurdm durch die Gewalt der Explosion zerschmettert und furchtbar verstümmelt. Die Gewalt der Explosion war so stark, daß ein Bergmann, der etwa eine Viertelstunde von dem Explosionsherd mtfernt eine Maschine bediente, gegen einen Stempel geschlmdert und schwer verletzt wurde. Dieses Unglück ist wohl das größte, das den Ruhrbergbau seit der furchtbaren Katastrophe auf„Radbod" 1911 getroffen hat. Damals ist es nicht gelungen, die Ursache zweifelsfrei festzustellen. Ein neuntägiger Beleidigungsprozeß gegen die„Bergarbeiterzeitung" endete zwar, wie in Altpreußen üblich, mit der Verurteilung des Redakteurs, ergab aber schwer belastende Zeugenaussagen gegen das rücksichtslose Jagen und Treiben nach Kohlen, heute ist zum Zechen- knpitel noch ein anderer Treiber gekommen: Die T n t e n t e, die uns, nach der Ankündigung des„Temps", auch noch zwingen will, die mit steter Lebensgefahr der Bergleute erkaufte Kohle ihr weiter zum Inlandspreis zu schenken, damit man sie zum Weltmarktpreis weiterverkaufen kann. Wird man wenigstens angesichts der Blut- zeugen von Moni Cenis endlich Einkehr halten auf der Bahn bar- barischer Ausprestung der deutschen Arbeiterklaste? » Herne, 21. Juni.(TU.) Die Explosion erfüllte fast das ganze zunäckist betroffene Revier, insbesondere die Flöze„Gretchen" und „Matthias", während das ebenfalls dort liegende Flöz„Gustav", weniger in Mitleidenschaft gezogen wurde Der Explosionsstoß war so heftig, daß er bis in den 5iauptwetter(luft)strom vordrang und von hier aus auäi die Rachbarrcviere gefährdete. Die auf dieser Sohle sehr starte Wetterzufuhr verdünnte die giftigen Gase derart, daß hier nur eine Reihe mehr oder weniger leichter Verletzungen ent- stand. Dennoch sind auch hier zwei Todesfälle zu b-klagen. Roch ehe die Rettungsmannschaften zur Stelle fein konnten, bewährte sich die alte bergmännische Trme gegen die Kameradm in Rot. Es gelang auch auf den von dem Unglück betroffenen Flöz„Gustav" und auf den Abbaustrecken, eine Reihe bewußtloser und verletzter Knappen lebend zu bergen. Leider sind hierbei einige schwere Gasvergiftungen vorgekommen. Die sofort alarmierten Rettungstruppen der Zeche fuhren sofort ein. de» gönnen mit energischer Bekämpfung der ausgebrochenen kleinen Brände und durchsuchten die Reviere nach Verwundeten. Es gelang, einige lebend zu bergen. Inzwischen trafen die Rettungstrup- pen der umliegenden Zechen ein und gingen ans Werk ohne die Gefahren und Schwierigkeiten zu achten. Aus dem Unglücksschacht sind jetzt sämtliche Bergleute geborgxn. Die Untersuchung. Berlin, 21. Iuni.(TU.) Die Untersuchung über die Ursache des Unglücks ist noch nicht abgeschlossen, aber mit großer Wahr- scheinlichkcit dürften Schlagwetterexplosion mit nachfolgender Kohlen- staubexplosion angenommen werden. Zwei Kommissare des han- delsministeriums haben sich nach dem Schauplatz begeben..Es wird von zuständiger Seite erklärt, daß alle Sicherheitsmaßregeln ge- troffen, und daß insbesondere die Grubenarbeiter seit zwei Monaten mit der elektrischen Grubenlampe ausgestattet waren. Wenn der Sprengschub die Schlagwetter entzündet, kann keine Sicherheitsmaßregel nützen. Den Kohlenstaub zu binden, ist Zweck der Berieselung._ völkerbunürat über Saarrevier. Genf, 21. Iuni.(WTB.) Nachdem der Völkerbundrat verschiedene öffentliche Sitzungen abgehalten hatte, behandelte er heute in geheimer Sitzung die Proteste der Deutschen Regierung betreffs Anwesenheit französischer Truppen und die Gerichtsbarkeit französischer Gerichte im Saargebiet sowie die Anweisungen und die Einführung der Frankcnwährung im öffent- lichen Dienste des Saarbeckens. Der Präsident der Regierung?- kommisiion des Saargebiets Raould verteidigte ausführlich die von der französischen Regierung getroffenen Maßnahmen. Der Völ- kerbundsrat stimmte diesen Darlegungen zu. Präsident Raould suchte die deutschen Proteste unter anderem durch den chinweis zu entkräften, daß die Gerichtsbarkeit der Kriegs- gerichte durch ein Dekret eingeschränkt werde, und daß die A u s- Weisungen zum Teil wieder zurückgenommen werden würden. Er kündigte unter anderem an, daß ein Dekret die Lücke im Frie- densvertrage über die saarländische Nationalität ausfüllen wird, wonach jede im Saarlandc geborene Person, jeder, der am 11. No- oember 1918 rechtmäßig sich» dort niedergelassen hatte, und jeder, der drei Jahre lang im Saargebiet lebt(Beamte oder kontraktlich verpflichtete Personen nach einem Jahre), die Staatsangehörigkeit besitzt. In einer Erklärung vor Vertretern der Preste suchte Präsident Raould die Anwesenheit stonzöstscher Truppen damit zu recht- fertigen, daß diese keine Okkupationstruppen mehr seien, fondern Garnisontruppen(!) und daß die von der deutschen Regierung geforderte örtliche Gendarmerie, die 400 Mann stark sein solle, nicht möglich sei, da diese Zahl für Ais Budget zu kostspielig sei. (Siehe dazu die Ausführungen unseres heutigen Lellauffatzes.) Sanktionen und Saargebiet. Aus dem Saargebiet wird uns geschrieben: Der Weg zur Versöhnung der Völker ist nicht der Weg tatenlustiger Militärs, sondern der Freunde eines wahren Menschentums in allen Kulturnationen. Der Vorsitzende der Union der Völkerbundsvereinigungen, A u l a r d- Frankreich, hielt in Genf»ine Rede, in der er sagte: Wir legen Wert darauf, di« demrckratifch-modern gerichteten ' Kreise in Deutschland zu unterstützen. Si« sind unserer Freund- s ch a f t ebenso würdig, als sie den alten imperialistischen Geist | Deutschlands bekämpfen.... Wenn wir Deutschland in den Völkerbund aufnehmen, so stärken wir unseren Geist der Demokratie, der Eintracht und des Friedens. � Ebenso sprach sich auch die englische Liga für den Völkerbund mit großer Mehrheit für die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund aus. Man spricht vom Frie- den, vom wirklichen Frieden, aber die Bevölkerung der be- setzten deutschen Gebiete fühlt stündlich die harte Faust des Militärs der sogenannten Siegerstaaten. Für die Unterhauns der zahlreichen Besatzung hat das deutsche Volk ganz ungeheure Summen aufzubringen, die, zu einer wirk- lichen Wiedergutmachung verwendet, für die geschädigten Länder wirklich segensreich wirken könnten. Die Aufrecht- erhaltung der wirtschaftlichen Sanktionen trotz der auch von Frankreich anerkannten ernsten Bemühungen Deutschlands, die Wiedergutmachungspflichten zu erfüllen, wirkt in dieser Verständigungsatmosphäre peinlich. Auf die Anregung amtlicher und nichtamtlicher Interessenvertretungen des besetzten sowie unbesetzten Deutschlands hin hat die deutsche Regierung bei den Alliierten dringende Vorstellung gegen die weitere Beibehaltung der R h ei n z o l l i n i e erhoben. Eine Aeußerung, auch nur eine Erleichterung eintreten zu lassen, ist bisher nicht erfolgt. Der augenblickliche Zustand der Aufrechterhaltung der Sanktionen trotz der Pflichterfüllung Deutschlands wider- spricht aber dem formalen Recht des Frie- densvertrages sowie jedem treuen Glauben im inter- nationalen Verkehr der Völker. Die Bevölkerung des besetzten Gebietes erhebt einmütig den Ruf, die Rheinzollschranke zu beseitigen. Durch die Erhebung der Zölle bei der Lebens- Wichtigkeit der Ein- und Ausfuhr für die besetzten Gebiete im Verein mit den vielen Störungen. Verzögerungen, Erschwe- rungen und Umständlichkeiten im Verkehrsleben sind fast samt- liche größeren Wirtschaftszweige und Betriebe in Mitleiden- schaft gezogen. Bcktriebseinschränkungen und Betriebsstill- legungen, verkürzter Verdienst und Arbeiterent- lassungen im Verein mit der in den besetzten Gebieten bestehenden enormen Teuerung vergrößern täglich Rot und Elend unter der Arbeiterschaft. Infolge der in den besetzten Gebieten, einschließlich des Saargebiets, sowieso schon vor- handenen erhöhten Teuerung mußte die Arbeiterschaft bisher um jede notwendige Lohnaufbesserung harte Kämpfe mit den Unternehmern ausfechten. Es soll allerdings anerkannt wer- den, daß auch die Mehrzahl dieser nicht auf Rosen gebettet waren. Sie hatten infolge erhöhter Produktionsunkosten auf ihrem natürlichen Absatzmarkt in Deutschland einen scharfen Konkurrenzkampf mit den billiger produzierenden deutfchen Unternehmern m bestehen. Ihre Konkurrenzfähigkeit wurde durch die Zollschranken arg bedroht. Als das Aschenbrödel der besetzten Gebiete muß nach wie vor das Saargebiet bezeichnet werden. Gegen die Frankenwährung bei den. öffentlichen Verkehrs- anstalten wendet sich' eine Beschwerde Deutschlands. Die Mark dürfe, da sie gesetzliches Zahlungsmittel fei, nicht zwang-sweise ausgeschaltet werden. Die Rentabilität dieser Staatsbetriebe, die durch die Frankenwährung gehoben werden soll, wird tatsächlich von ganz anderen Umständen be- einflußt. Der trotz enormer Fahr- und Frachtpreise nur ge- rinae Ertrag aus dem Miniatureisenbahnnetz verträgt sich nicht mit dem notwendigen großen kostspieligen Zugzusam- menstellungsapparat in Saarbrücken. Ebenso hat das kleine Post- und Telegraphennetz die Kosten einer eigenen OVD. zu tragen, chieran werden die teuersten Tarife und Pastwert- zeichen nie etwas ändern können. Bei der Einführung der Frankenentlohnung in den Zechenbetrieben war jedenfalls das Rentabilitätsmotin nicht maßgebend, denn trotz teilweiser Markvreise und trotz F.ranklöbncn und recht kostspieliger Verwaltung konnte der französische Staat im abgelaufenen Geschäftsjahr, laut Be- richt des Abgeordneten Engerand in dem Ausschuß der fran- sösischen Kammer,' einen Reingewinn von rund 25g Millionen Mark verzeichnen. Warum zahlt man den Bergarbeitern dennoch den Lohn in Frank? Die Schröpsting der Arbeiter durch die unzähligen Wechselstubenbesitzer, die horrenden Verkaufspreise für alle Waren usw. wären der Ar- beiterschaft bei Beibehaltung der Markentlohnung erspart worden. Weiteren Grund zu Beschwerden bietet die Anwesenheit des französischen Militärs und der sranzösl- „5n der ErwSgung. daß es zur Förderung der Zusammenarbeit der Nationen und zur Gewährleistung von Frieden und Sicherheit zwischen ihnen daraus ankommt, gewisse Verpflichtungen einzugehen, nicht zum Kriege zu schreiten, in aller Oeffentlichkeit auf Gerechtigkeit und Ehre beruhende Beziehungen zwischen den Völkern zu pflegen. die von nun an als Regel für das tatsächliche Verhalten der Regie- rungen anerkannten Vorschriften des Völkerrechts genau zu beachten. Die Gerechtigkeit herrschen zu lassen und alle vertragsmäßigen Verpflichtungen in den gegenseiti» gen Beziehungen der organisierten Völker gewissenhaft zu beobachten: nehmen die hohen, vertragschließenden Teile die folgende Akte an, die den Völkerbund stiften." Ja, wirklich goldene Worte! Jedem echten Menschen- freund, der eine wirkliche Völkerversöhnung herbeisehnt, aus dem Herzen gesprochen. Aber es werden trotz allem Prunk nur tote Worte bleiben, wenn ihnen nicht endlich der be- lebende Geist eingehaucht wird. » Die Heimsuchung Duisburgs. Aus Duisburg wird uns geschrieben: B«i Fortdauer der Zollschikane wird nicht allein die gesamte In- dustrie Rheinlands und Westfalens, sondern auch das übrige links- rheinische Gebiet mit ins Verderben gezogen. Zu größeren Arbeiter- entlassungen ist es zwar noch nicht gekommen, well sie die Besatzungs- behörde, um die Arbeiterschaft für sich einzunehmen, einfach ver- bietet. Dafür nimmt die Streckung der Arbeikszeil immer größere Dimensionen an. Dem Ergebnis der Zollabgabe im ersten Monat in Höhe von 170 ZNillionen Mark, was durch die reinen Besatzungslasten Duis- burg-Ruhrorts und Düsseldorfs aufgewogen fein dürfte, steht der mindestens zehnmal so hohe Schaden der deutschen Wirtschaft gegen- über. Es ist also Heller Wahnsinn, die Sanktionen fortbestehen zu lasten und zugleich die Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Ultimatum zu oerlangen. Aber bei Frankreich ist der Wunsch, Deutsch- land wirtschaftlich zugrunde zu richten, der vorherrschende Faktor, der es allen Vernunfterwägungen unzugänglich macht.' Und Eng- land ist weit...— Die Last der Unterhaltung von IS 000 Mann Besatzung, die übertriebenen Ansprüche der Besatzungsoffiziere, die Verschärfung der W o h n u n g s n o t bis zur Unerträglichkeit lasten auf dem Leben der Stadt. Die Säuglingssterblichkeit, bedingt durch die gefährdete Milchversorgung, die Tuberkuloseerkrankungen, bedingt durch die drückenden Wohnungsverhältniste, haben in erschreckendem Maß« zugenommen. Die Knebelung der Presse übersteigt alles erträgliche Maß. Welchen Grad die Erbitterung erreicht hat, erhellt am besten aus einer in der letzten Stadtverordnetensitzung von sämtlichen Fraktionen an die Stadtverwaltung gestellten Anfrage wegen der fortgesetzten Bedrohung und der tätlichen Angriffe, denen namentlich die Frauen und Mädchen ausgesetzt sind. Beklagt sich jemand über ein« ihm zugefügte Härte, dann erhält er regelmäßig zur Antwort, er möge sich bei der deutschen Behörde dafür bedanken, die Besatzung sich nur der Anweisung der deutschen Behörde gefügt. Ein französischer Truppenkommandant stellte an die Theater- leitung das Ansinnen, ihm eine Anzahl Freiplätze für sein« Offiziere zur Verfügung zu stellen, als Gegenleistung für die großen Vorteile, die das Geschäftsleben durch Besatzung und Einkäufe der Truppen genösse. Und das, obschon den Besatzungs- offizieren 106 beste Theaterfreiplätze feit Beginn der Besatzung be- reits zur Verfügung gestellt werden mußten und wodurch die Theaterkast« im April 25 000 M. und im Mai 35 000 M. verwr. Am 24. Juni findet in Paris eine Sachverständigenzusammen- kunft statt, in der das endgültige Wiederaufbauprogramm beraten werden soll. Die Räumung der rechtsrheinischen Geb, et« und Aufhebung der Sanktionen sollte eine Voraussetzung bilden für Wert und Nützlichkeit dieser Verhandlungen, Für Amsterdam. Nach einer Havasmeldung aus Straßburg haben die Delegierten der Gewerkschaften des Niederrheins den An- schluß an die Internationale von Moskau mit 6V gegen 44 Stimmen abgelehnt. Gareis-debatte!m baprifthen Lanötag. München, 21. Juni.(MTB.) Auf der Tagesordnung des Landtages, der am Dienstag nachmittag zu einer Vollsitzung zu- sammentrat, stehen als Hauptpunkte die Interpellationen der USPD. und der Sozialdemokraten wegen der Ermordung des Ab- geordneten Gareis. Den Platz des Ermordeten im Sitzungssaal schmückten Blumen und ein Lorbeerkranz mit roter Schleife. Bei Beginn der Sitzung waren alle Tribünen dicht besetzt. Am Minister, tisch hatten der Ministerpräsident v. Kohr und die übrigen Staats- minister Platz genommen. Präsident Königsbaur eröffnete die Sitzung mit einem herzlich gehaltenen, den Toten ehrenden Nachruf, den das Haus, auch die Vertreter der Staatsregierung stehend anhörten. Er gab der Erwartung Ausdruck, daß es gelingen werde, den Verbrecher aus- findig zu machen unb der gerechten Strafe zuzuführen, damit auch die Motive der Tat eine restlose Klärung finden. Abg. N e u m a n n(USPD.) begründet die Interpellation in längeren Darlegungen und geißelt die Methode, politisch auf einem anderen Standpunkt Stehende durch Mord aus der Welt zu schaffen. Ministerpräsident o. Kohr habe einmal gesagt:„Unsere Staatsbürger müssen sich frei betätigen können", sei aber offensichllich nicht imstande, dieses Versprechen zu halten. Der Redner verurteilt in seinen weiteren Ausführungen die Art, wie man den Politiker und Menschen Gareis in rechtsstehenden Blättern mit Schmutz beworfen habe. Es ist eine Verleumdung, daß Gareis Ententeosfizieren Mitteilungen über Wafsenlager gemacht und einen darauf be- züglichen Artikel im„Temps" geschrieben habe. Man stehe jetzt unter einer« Diktatur, schwarz-weiß-rot kostümiert, mit dem Hakenkreuz an der Fahne. Die Arbeiterschaft werde gezwungen sein, sich mit Selbstschutz zu umgeben, solange diese Regierung am Ruder sei. Was in Bayern herrsche, sei nicht Ruhe und Ordnung, sondern Anarchie. Der Redner verlangte zum Schluß, daß endlich auch in Bayern Verfassung s m ä ß i g e Zustände hergestellt würben und forderte auch die bürgerlichen Parteien auf, dazu mitzuhelfen. München, 21. Juni.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Nach dem Redner der Unabhängigen ergriff Genoste Sa enger für die Sozialdemokratie das Wort. Seine Rede war das Ereignis des Tages. Ernst und mit mesierscharfer Argumentation rechnete Saenger mit dem Ministerpräsidenten und vor ollem mit dem Iusttzm in ister Roth ab, der mit höhnischem Satyrlächeln die Keulenschlüge des Redners über sich ergehen ließ. Die Hauptfrage sei— führte Saenger aus—, ob die bayerische Staatsregierung nicht alles unterlassen habe, was den Geist der Gewalt und des Mordes hätte eindämmen können. Diese schwere Unterlasiungs- schuld räche sich bitter durch die schwere Störung des inneren Frie- dens. Es sei allerdings schwerer, einem niedrigen, aber popu- lären Volksmund in der Presse entgegenzutreten als Abgeordnete niederzuschießen und Arbeiter verhaften zu lassen. Unter Zeichen der Erregung des Hauses rief Genosse Saenger dem Justizminister zu:„Wenn Sie einmal aus dem Amt gegangen sind, dann wird sich erst der Schaden zeigen, den Sie angerichtet habenl Dinge, wie die Aufforderung an die Richter zum Ungehorsam gegen die Reichsregierung sind nicht mehr reparabel." Um%9 Uhr abends wurde die Sitzung abgebrochen. Damit werden die Erklärungen des Ministerpräsidenten und der Regie- rungsparteien aus Mittwoch vormittag vertagt. « München. 21. Juni.(WTB.) Auf eine Anfrage der USPD. im Landtage wegen der Duldung des Russenkongresses in Reichenhall zu Anfang Juni, der sich mit dem Sturz der gegen- wärtigen russischen Regierung und der Wiedererrich» tung des Zarentums befaßt habe, teilt der Vertreter der Regierung mit, daß es sich bei dem Kongreß um die Behandlung rein wirt- schaftlicher(!) Fragen handelte. Der Kongreß habe sich in keiner Weise in die politischen Angelegenheiten des deutschen Voltes ein- gemischt und auch keine Anhaltspunkte(!) dafür gegeben, daß die Absicht einer gewaltsamen Aenderung der jetzigen Staatsform in Rußland bei den Kongreßteilnehmern bestand. Ein Anlaß zum Einschreiten sei daher nicht gegeben gewesen. Eine freundliche Anregung. Der Pariser„Intransigeant�(Der Unversöhnliche) verlangt, daß Deutschland für jeden Tag bis zur Auslieferung der Fahnen von 1870/71 eine Million zahlen soll.— Wir hoffen: Golddollars. Das Verbrechen, daß 1870/71 die Boches französische Fahnen erobert haben, muß hart gestrast werden. sitzen Gendarmerie im Saargebiet. Auch hier wird von der Regierungskommission das finanzielle Moment an- geführt. Für die laut Friedensvertrag zu errichtende eigene Gendarmerie sollen keine Mittel vorhanden sein. Unseres Er- achtens kann die Deckung der jährlich höchstens Millionen Mark betragenden Unkosten kein Ding der Unmöglichkeit sein. Nur darf die Besteuerung des heimischen und des ausländi- schen Besitzes nicht weiter als ein„Blümlein Rührmich- nichtan" betrachtet werden. Der Saargebietsbevölkerung wür- den übrigens durch eine solche Zurückziehung viele heute von Militärs belegte Wohnungen wieder zur Verfügung gestellt werden können. Es hat jedoch den Anschein, als ob die Re- gierungskommission die Anwesenheit des Militärs im Saar- gebiet für lange Zeit als unabänderliche Tatsache ansieht. Versöhnend kann auch nicht wirken, wenn eine ganze Reihe von Saargebietsbewohnern feit Jahresfrist a u s g e- w i e s e n ist. Es sei an den Fall des Parteigenossen Redakteur Scherer von der Saarbrücker„Volksstimme" erinnert, der durch die französische Militärbehörde allerdings in Ab- Wesenheit zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Die Mehrzahl der Ausgewiesenen wurden anläßlich des im August v. I. stattgefundenen Verkehrs st reiks des Landes verwiesen. Zwar wurden verschiedene, soweit sie ge- borene Saarländer waren, inzwischen seitens des Präsidenten Raould begnadigt und konnten deshalb zurückkehren. Aber noch sehr viele müssen fern von der Heimat leben. Diese Maß- nähme traf viele desbalb besonders schwer, weil sie sich über- Haupt keiner verbotenen Handlung bewußt und häusig nur das Opfer einer böswilligen Denunziation waren. Militärgerichte sprechen im Namen der französi- schen Regierung Recht, obwohl der 8 25 der Anlage zum Friedensvertrag ausdrücklich bestimmt, daß die bestehenden Zwilgerichte im Namen der Regierungskommission Recht sprechen sollen. Die Regierungskommission soll sich in letzter Zeit gegen die Verfolgung von Saargebietsbewohnern durch die Militärgerichte ausgesprochen haben. Leider läßt der soeben bekannt gewordene Entwurf einer Iustizreform nicht darauf schließen, daß eine wirkliche freiheitlichere Resorm geplant ist. In dem deutschen Justiz- und Gesetz- wesen ist sicher vieles morsch und faul und deshalb reform- bedürftig. Aber nach der Meinung Sachverständiger läßt der neue Entwurf der Regierungskommission gerade das Ver- besserungsbedürftige unangetastet und das leidlich Gute darin wird ausgemerzt. Wo bleibt schließlich w dieser demokratischen Zeit die Schaffung einer wirklichen Volksvertretung? Die 88 23 und 26 der Anlage zum Friedensvertrag reden von „gewählten Vertretern", und der 8 28 sagt:„Das Wahlrecht darf nur für die„Oertlichen Vertretungen" ausgeübt werden." Dieser Widerspruch muß schleunigst beseitigt werden. Es ist ein ganz unhaltbarer Zustand, daß die Regierungskoyimission alle Verordnungen und Gesetzentwürfe mit stereotypem Gleich- mut an die Kreis- und Stadtverordnstenvertretungen„zur Begutachtung" gibt, obgleich diese mehr wie einmal die Er- stattung eines solchen Gutachtens abgelehnt haben. Die „Iustizreform" ist geeignet, die leise Hoffnung auf Einfüh- rung eines Saarparlaments zu ersticken. Der 8 11 des alten Strafgesetzbuches, der die Verfolgung der Mitglieder der Parlamente wegen Aeußerungen, die sie in ihrer Eigen- schaft als Parlamentarier taten, u nt e r s a g t e, wurde b e- s e i t i g t. Wenigstens konsequent hätte man bleiben sollen. Den„örtlichen Vertretungen", die gut genug sind, um die gesetzgeberischen Handlungen der Regierungskommission zu „begutachten", hätte man ohne weiteres diese Immunität zu- teil werden lassen sollen. Ja man ging noch weiter, und strich auch den 8 12, der die Presse in etwas schützte. Dagegen ent- hält der Entwurf schwere Strafandrohungen für den- jenigen, der eine gewaltsame Entfernung oder Nötigung der Mitglieder der Regierungskommission unternimmt. Das alles läßt kaum darauf schließen, daß die Saargebiets- bevölkerung jemals eine wirkliche Volksvertretung erhält. wenn nicht der Völkerbundsrat einmal ein Machtwort-spricht. In dem ersten Teil der„V ö l k e rtz u n d s a k t e" stehen die goldenen Worte: /lmunösens gestheiterte polarreise. Dem Entdecker des Südpols, der noch besser in der Arktis zu Hause ist, scheint neuerdings das Glück nicht mehr hold. Nach den jüngsten Meldungen hat der zähe Norweger abermals seinen Versuch, den Nordpol zu erreichen, aufgeben müssen, und er hat sich telegraphisch mit dem Ersuchen an das norwegische Storthing gewandt, ihm zur Beschaffung einer neuen Ausrüstung für seine Expedition 300 000 Kronen zu bewilligen. Obwohl bis zur Stunde nähere Nachrichten von und über Amundsen nicht vorliegen, läßt sich doch jedenfalls schon jetzt mit Bestimmtheit sagen, daß der Forscher wiederum, wie schon im vorigen Jahre, unverrichteter Dinge hat umkehren müssen, daß er aber trotz diesem zweimaligen Mißerfolg, wie das Telegramm nach Christiania beweist, seine Pläne nicht endgültig aufgegeben hat. Ihre Verwirklichung erstrebt Roald Amundsen nun schon seit zwölf Jahren. Es war im September 1909, als er den Plan faßte, den Versuch Frithjos Nansens zu wiederholen, um sich' von der Polartrift langsam dem Nordpol entgegenführen zu lassen. Noch während er mit der Vorbereitung dieser Expedition beschäftigt war, kehrten Cook und Peary, angeblich beide erfolgreich, vom Nordpol zurück, und wenn sich der Bericht Cooks bald auch als höchst un- glaubwürdig erwies, so gelang es Peary doch, in allen wichtigen Punkten die Richtigkeit seiner Messungen nachzuweisen. Jedenfalls wurde E. Peary von dem amerikanischen Geographen als Erreicher des Nordpols anerkannt, unbeschadet des Umstandes, daß er aller Wahrscheinlichkeit nach diesen rein mathematischen Punkt nicht genau erreicht hat. Jedenfalls war aber in der Welt das Interesse für die Rordpolarforfchung abgeflaut: auch die Geldleute, die Forschungs- reisen durch ihre Subventionen gewöhnlich erst zu ermöglichen pflegen, erwiesen sich nunmehr als Leute mit zugeknöpften Taschen, weil sie in ihrer laienhaften Anschauung wohl meinten, nun gebe es in der Arktis für den Geographen überhaupt nichts mehr zu tun. Auch das sparsame porwegische Storthing verweigerte Amundsen weitere Mittel. Angesichts der Unmöglichkeit, die 100 000 Kronen aufzubringen, die Amundsen damals für die Durchführung seiner Pläne gebraucht hätte, entschloß er sich kurzerhand, sein Reiseziel zu ändern und mitten im Atlantik, von wo aus er um das Kap Horn nordwärts die Beringstroße ansegeln wollte, Kurs auf die Antarktis zu setzen. Seine rasche und glänzende Eroberung des Südpols, mit der er dem englischen Kapitän Scott die gleichzeitig erstrebte Trophäe entriß, ist bekannt: nach seiner Rückkehr nach Amerika ge- dachte Amundsen, wie vorher versprochen, seinen älteren Plan der Trifffahrt durch das Nördliche Eismeer zum Nordpol wieder aufzu- nehmen. Aber der Krieg kam dazwischen, und Roald Amundsen konnte erst im Sommer 1916 an Bord seines Schiffes„Maud" von Christiania aus nordwärts in See gehen, um ostwärts bis zu den neusibirischen Inseln vorzudringen und sich hier, genau wie es ein Vierteljahrhundert vorher Frithjof Nansen getan hatte, der Poltrift anzuvertrauen. Nach großen Schwierigkeiten mit dem Eise gelangte die„Maud". die am 12. April 1919 das Winterquartier verlassen hatte, am 19. September 1919 östlich der neustbirischen Inseln unter 77 Gr. nördlicher Breite in undurchdringliches Packeis, bei dessen näherer Untersuchung Amundsen fand, daß es mit VA Knoten Geschwindigkeit südlich statt nördlich trieb. Amundsen setzte, nachdem die„Maud" vom Eise losgekommen war, deshalb Kurs nach Südosten, und es blieb ihm nichts übrig, als bei der Ayon-Jnsel zu überwintern. Im Frühjahr 1920 wurde die„Maud" wieder flott. Um nicht noch ein volles Jahr zu verlieren, ging er mit der„Maud" schon nach vier- zehn Tagen wieder in See, ohne auch nur die für ihn bestellten Ausrüstungsgegenstände in Nome(Alaska) an Bord genommen zu haben. Aber schon am 21. September vorigen Jahres lief aus Seattle an der Pazifischen Küste Amerikas die Meldung ein, daß Amundsen gezwungen sein werde, sein Schiff aufzugeben, da dieses vom Eis eingeschlossen sei und jeden Augenblick in Stücke geschlagen werden könne. Seither hatte man von der Expedition nichts mehr gehört und es ist nicht bekannt geworden, inwieweit sich jene letzte Meldung von der ihr drohenden Gefahr bewahrheitet hat. Aber auch wenn Amundsen die„Maud" aus der drohenden Umklamme- rung des Eises noch rechtzeittg hat freibekommen können, müssen die Schwierigkeiten, die sich seinem weiteren Vordringen nach Norden entgegengestellt haben, so unüberwindlich gewesen sein, daß er nach abermaliger Ueberwinterung in diesem Frühjahr von neuem Hilfe- suchend Kurs auf Alaska gesetzt hat. Gewiß wird es dem kühnen Manne auch jetzt wieder gelingen, seine Expedition neu aufzurüsten, um seinen Versuch zum dritten Male zu unternehmen. Hoffentlich ist er nun endlich wieder vom Glück begünstigt._ M. L. Popularisierung der Wissenschafi in Amerika. In Amerika hat sich ein Komitee gebildet, das die Vorbereitung volkstümlicher Wissen- schaft in großem Stile in die Hand nehmen will. In einem demokra- tifcben Staate muß das Volk so viel wie möglich Zutritt zu der Wissenschaft haben, ober es fehlt noch viel, daß dies Ziel erreicht wäre. Auch der Schulunterricht ist noch weit zurück. Das Science Service(„Dienst für Wissenschast") zu Washington will die Kluft überbrücken. Der Vorstand besteht aus 10 Professoren und 6 Hournalfften, die sich bisher schon als volkstümlich-wissenschaftliche Schriftsteller betätigt haben. Durch eine Stiftung ist das Institut in'der Lage, seine Tätigkeit ohne Rücksicht auf Geldsorgen zu be- ginnen. Man will volkstümliche Zeitschristen herausgeben und die bereits bestehenden Zeitschriften, die wissenschaftlich aufklärende Ar- titel bringen, unterstützen. Geld zu verdienen, liegt nicht in der Ab- ficht de» Komitees: etwaige Ueberschüsse sollen stets zur Förderung der Zwecke der Gesellschaft verwendet werden. Die Amerikaner wollen nicht so weit gehen, wie Tolstoi, der ein- mal sagte, man könne, wenn man es richtig anfing«, jedem Bauern die Philosophie von Kant erklären: aber sie wollen doch ihr Mög- lichstcs tun. Präsident ist Professor Ritter von der California-Uni- versität zu La Jolla, California. Die Leiter der Bewegung suchen Vertreter an allen Universitäten und Forschungsinstituten: Gelehrte, die Zeit und Lust haben, für Blätter, die nicht gerade Fachblätter sind, zu schreiben, sind willkommen. Auch wird Verbindung gesucht mit jungen Leuten, welche die populär-wissenschaftliche Schriftstellerei ganz oder teilweise zu ihrem Lebensberuf machen wollen. Zeitungen und Zeiffchriften werden ersucht, ihre Wünsche- auf diesem Gebiete mitzuteilen. Wenn Zeitungen oder Zeiffchriften brieflich oder draht- lich mitteilen, daß sie einen bestimmten wissenschaftlichen Artikel wünschen, wird man möglichst schnell die geeignete Kapazität suchen, die den Arttkel liefert. Ebenso wird man danach wachten, für die Bücher und Zeitschriften, die man selbst herausgibt, den weitesten Leserkreis zu suchen. Es handelt sich natürlich um ein rein amerika- nisches Unternehmen, aber es ist interessant, zu sehen, wie die Ameri- kaner ein solches Problem anfassen. Ein vorbildliches Denkmal- und Ttalurschuhgefeß. Der ham> burgische Staat hat ein Gesetz erlassen, das all« Denkmäler, Baudenk- mäler, Denkmäler vor- und frühgeschichtlicher Art und Naturdenk- müler im weitesten Umfange unter Schutz stellt. Alle zu schützenden Denkmäler werden in Listen eingetragen, die der Oeffentlichkeit zu- gänglich gemacht werden und für deren Aufftellung ein Denkmal- pfleger bestellt ist. Die Ausführung des Gesetzes liegt einer besonders eingesetzten Behörde ob._ In der volkßbubne wird In Abänderung M Spielplans am Mi lt. woch nicht„Die lange Jule", sondern um 7 Uhr„Der Bauer als Millionär" ausgeführt. Tas„Nene Theater am Zoo-» soll Ende August eröffnet werden. tkrnst lhriedrich rezitieit die.Armut- von Wildgans am Donnerstag 7 Uhr in der Arbeiter-Kunst-Auistellung. Petersburger Str. 39. Ter Moinstenbund veranitaliet Freitag 7 Uhr Hohcnstaufenftr. 47/48 einen TtsknsslonSabend über„Die Bedeutung der Philosophie in der Gegenwart-. Spenden lllr die Universität Jena. Für die neuacbildete Gekell- schaff der Freund- der Universität Jena spendete u. a. die Karl- Zeih- Slistung 500000 M. Konflikt in den Wiener Staatstheatern. Der Präsident der beiden Staatsthealer, Becker, erklärt, wegen des KonfliltS mit dem Direktor des Burgtheaters, Wildgans, in der Angelegenheit der Aufführung des Stückes„Helden" sein Amt niederlegen zu wollen. Die Komödie Shaws wurde nämlich vi öt lich vom Spielplan abgesetzt. Da die Direktion des BurgtheaterS das Stück angenommen hatte, so ist die.'Ibsetzung durch eiue Weisung höheren Orts erzwungen vorde». !Tc. 2S9 ❖ 56. 1. Sei wärts Nkttrs�ch, 22. Fun! 1921 */* ■MLLaHM��Jie�WILAUflWB Berndt zu Unrecht erhoben worden ist.— In der Erörterung er« klären Tr Weinberg(U.-Soz.) und D e g n e r(Komm.) den Be- richt für überaus mangelhaft und geradezu irreführend. Die Kom- muniftsn bringen den Antrag ein. Stadtrat Berndt für den Verlust von 1! 000 M. haftbar zu machen. K o ch tDnarl.) sieht sich genötigt. Eiue Beotd-bott- im R«»h..- u",,".- z-----.r- schuld Bcrndts ein Urteil überhaupt nicht abgebe.— Schließlich wird Abänderung der Straßennamen wurde sehr viel � den Antrag zu 1 halten w,r. abgciehen vom Ko>tenpunkt. für sowohl ein Antrag Koch, nochmals eine Ausschußorüfuna eintreten weniger geräuschvoll verhandelt als in der vorioen Sitzung,-maus unpraktisch......\* die bei diesem Gegenstand in Radau untsrainq' Bei einer 21 i0.1' � off mann(Komm.): Ohne die Provokation des Rede Ad. 5, o f im ann s verließ Vellern die Reckte arößten- d-rrn Caspar, war« die Erregung in der vorigen Sitzung gar nicht taii� dan?7aos fo TmC, o�f,»ntstnnd-ia(Oho! bei der Rechten.) Die Berufung des Herrn auf Larmszenen erspart bl.eben. s- No°ke wtlte die Arb«tersckM zur Besinnung bringen, damit sie mann erinnerte daran, daß sogar der D eutsch nationale cnNich energisch von dem Manne abrückt, W" Steiniger turz nach der Revolution dem Deserteur» �. Wilhelm II. ehrlose Gesinnung vorgeworfen hat. Dr. Steiniger war im Sae! geblieben, aber— er schwieg. Der Antrag aus Beseitigung byzantinischer Straßennamen wurde in der vom Ausschuß vorgeschlagenen Fassung angenommen durch die drei Fraktionen der Linken, denen sich �einige Demokraten zugesellten.— Die Debatte über den Verlust eines in den Spartakustagen von 1919 ,ch e s ch l a g n> h m t e n" Autos brachte die eigenartige Wenn Empsindlichkeitcn zu lasten, als auch der Antrag der Kommunisten abgelehnt. Mit einem gewaltigen Aufgebot von Stimmitteln und Argu- menten begründet sodann Drewitz(Wirtsch. Bgg.) den Antrag, „den Magistrat zu ersuchen, den Bäckereien zur Herstellung und Abgabe markenfreien Gebäcks, stehen mästen, mit seinem Heere zu sterben. Situation, da,) die beiden kommunistischen Stadträte"Ä a n k"e! mo" inr Reichstage von Bebel bis Heydebrand darüber einig, daß und Stolt eine Magistratsvorlage vertraten, die von dem i W-llx.'m endlich sein verdammtes Maul halten müsse, womit er uns kommunistischen Stadtverordneten D e a n e r als llniinn und i bte flÄnsc Welt auf den Hals hetz«.(D,e Mitglieder der beiden äZiiXf � Ä. Mi!?! Parteien der Rechten oerlasten bis aus einige Ausnahmen den Saal.) V?, s fc�- s- fir?!' Mll dem Byzantinssmus muß endlich ausgeräumt werden. Um neue schaftlichen Ver-lNigung beabsichtigte, den Bauern die Abgabe Namen sind wir nicht verlegen. Selbst ein markenfreien Brotes zu ermöglichen, um ihnen einen i Sonderprofit zuzuschanzen. Die Rednerin der Deutsch- nicht verletzt werden sollen, hätte auch Herr Caipari nicht so wie heute l da? in großen Mengen angebotene Auslandsmehl zur Bersügung von den Hohenzollern sprechen dürfem Ich halte ihm Zeugen nus zu stellen." Sein besonderer Zorn konzentriert(ich auf die un- seinem Lager entgegen: der große China-BorfchuUorbeerfeld-------'—"'~~— Marschall Gras W a l de rs ee hat gesagt, Wilhelm II. sei ein Schauspieler und ein Feigling gewesen: im Jahre 1919 hat Dr. Steiniger in der„Deutschen Zeitung" einen Artikel zur Flucht Wilhelms veröffentlicht, worin es heißt, Wilhelm habe damit ehrlos gehandelt, er hätte ver- moralische Brotkarte und auf die Reicksgetreidestelle.— Der Magist ratsvertreter erklärt den Mogistrat für durchaus unzu- ständig. Hülse(U. Soz.) und P i e i f f c r(Kom.) lehnen den An- trag ab, besten Einbringung und Begründung die Vermutung, daß man vor Neuwahlen stehe, zu? Gewißheit mache. Frau S ch in i tz (Soz.): Wir würden der' Bevölkerung gern auch markenfreies Gebäck zuführen: ober auf dem Wege des Antrags würde nur ein neues nationalen Frau Becker behauptete keck, daß den Arbeiter- familien der Ankauf des teuereren Brotes nicht schwer werde. Den Antrag lehnten die. drei Fraktionen der Linken ab.— Nach 9 Uhr entspann sich noch eine lange Auseinandersetzung über die Fortsetzung der E t a t s ij e b a t t e. Die Kommunisten bemühten sich, die entstandenen Schwierigkeiten der Fertig- stellung des Etats noch zu steigern. S!tzungLber!cht. Vorsteher Dr. W e y l kommt auf den Vorgang zurück, daß der Etatsauskchuß am Montag nicht hat arbeiten können, da feine recht- mäßige Einsetzung angezweifelt worden sei. Er stellt fest, daß der Etat in der vorigen Sitzung ordnungsmäß'g dem 2Sglieorige-, Ausschuß überwiesen worden ist und schlägt vor, nochmals ausdrücklich die iieberweisung des Etats für 1921 an den Ausschuß zu beschließen. Gegen den Widerspruch der Kommunisten findet der Vorschlag eine große Mehrheit. Zur Fortsotztmg der Beratung über den Antrag der Kommunisten wegen schleuniger llmbenennuug der Straßcu und Plötze, deren Bezmchnung an das monarchistische-militaristüche System er- innert, richtet der Bor st eher an das ganze Haus die Bitte, sich jeder provozierenden Aeußerung zu enthalten: es gebe bei allen Parteken gewisse Empsindungen und Gefühle, die nicht ungestraft vstMst" werden dürfen. Der Ausschußantrag geht dahin, beim Polizeipräsidium die Um- benenmwg'dersenigen-Straßen imd Plätze zu beantragen, die erstens mehrfach vorkommen und zu Verwechslungen Anlaß geben könnett, oder zweitens ohn» historisches Interesse sind und nur aus dynastisch- byzantinischen Rücksichten gewählt worden sind. Ein Zusatz wird noch von Dr, Weinberg(U, Soz,) dahin beantragt, daß es nach Auf- iassung der Versammlung Sache der städtischen Behörden sein muß, selbständig darüber zu bestimmen, welche Namen die Straßen und Mätze tragen sollen,, und die Versammlung ersucht den Magistrat, diesen Standpunkt bei den Staatsbehörden zur Geltung zu bringen. Dr, Caspar!(D. Vp.): In der vorigen Sitzung hat Herr stäwy in einer Weise, die uns empören mußte, das frühere Herrscherhaus angegriffen und die letzten Jahre vor dem Kriege für die schmachvollste Zeit Berlins erklärt. Ick habe daraus entgegnet, es feien vielleicht die ruhmvollsten Jabre für das ganze Volk gewesen und die schmachvolle Zeit habe erst begonnen, als das Heer verlumpt und yerlolterk mar, imd mich aus Noske als Urheber dieses Urteils berufen, Di« Zeitung? berichte lauten durchaus abweichend.— Die Begründung, Trohki-Platz wäre ganz zweckmäßig statt des Schloßplatzes. Die Erimrorung an die Träger des Militarismus und Kapitalismus, die uns ins Elend gestürzt haben, muß ausgemerzt werden. D o o e(Dem,): De? Ausschuß hat die Sache vom praktischen Standpunkte angefaßt. Im Plenum hat man sich über die Frage viel zu sehr aufgeregt. Lange(Z.) glaubt nicht, daß die Alter- native Monarchie oder Republik bei den Straßenschildern zur Eni- scheidung gebracht werden kann. Ein Trotzki-Platz wäre auch Byzantinismus. In der Abstimmung werden der Borschlag des Ausfchustes und der Antrag Weinberg angenommen. Dagegen stimmt die Rechte und ein Teil der Demokratem Die Borlage wegen Aufnahme Jines Darlehns bei der städtischen Sparkaste für die Errichtung des Krematoriums in der Diestel- meyerftraße gelangt zur Annahme, Auch die Anträge wegen Erhöhung der Bezüge der Pensionäre und Hinterbliebenen der Großen Berliner Straßenbahn erhalten eine Mehr-� heit. Nachdem der weitergehende Antrag, den Altpenstvnären ufw, die gleichen Sätze zu gewähren wie den jetzt pensionsberechtigt wer- denden Angestellten, gegen U,-Soz. und Komm, abgelehnt worden, tritt die Versammlung-dem Ausschußanttoge bei, wonach der bezüg- liche Fonds von 799 999 M, oerdoppelt werden soll: außerdem sollen nach einem Antrage Heimann die Bezüge, soweit ein Bedürfnis vor- liegt, mit denen der Neupensionare gleichgestellt werden. Eine lange Reihe von Mazistrntsvorlagen minderen Jnterestes wird ohne Debatte verabschiedet. Darunter befinden sich' diejenigen betr. Einrichtung einer Abwicklungsstelle der Kriegsverwalttmaen der Swdtgemeinde Berlin und bett. Einrichtung einer Selb st ver- si cherung für. die Stadtqemeinde Berlin.— Die Vorlage wegen Neufestsetzung der Preise für elektrischen Strom geht an den Haushaltsausschuß. Die im Anschluß hieran vom Vor- steher gemochte Mitteilung, daß heute auch eine Vorlage wegen E r- höhung der Gaspreise eingegangen ist, wird von her Ber- sammlung mit lebljaftem hört! hört! aufgenommen. Der noch 6 Monaten vom Magistrat zur Kenntnisnahme vor- gelegte Bericht über die Angelegenheit des Verlustes eines städtischen Autos und über die Frage, ob und wieweit den früheren Stadtrat, fetzigen Bürgermeister Berndt für diesen Verlust eine Schuld trifft, kommt zu einem völlig negativen Ergebnis: weder über den Verbleib des von der„revolutionären Arbeiterschaft" beschlagnahmten Autos, noch über die behauptete Existenz eines in jenen Revolutionstagsn ergan- genen amtlichen Verbots, Autos in den Straßen fahren zu lasten, ist das Mindeste zu ermitteln gewesen. Dem Bericht ist eine vom Ober- bürgermeister Böß und vom Stadtrat Poetzsch unterzeichnete Erklä Ctw* Cy 0 1,.. � nf\Q w\s> v(kti| 111)1 CIl, Uu| l-lplll r E! L Ijci} SÄstÄ«»'«>--»l- iw>««Ali™ Die Geueraldiskussion des Ekals für 1921, die sich der Einleitunasrede des Kämmerers hätte anschließen müssen, soll nach einem Vorschlag Hirsch(Soz.) diesmal bei dem Drange der Geschäftslage— der Etat muß bis 39. Juni verabschiedet und ge- nehmigt sein— ausfallen und durch eine Aussprache ersetzt werden, die mit der Ausschußberichterstattung verbunden werden soll. Die Unabhängigen Sozialisten und die Kommunisten widersprechen, weil der Etat noch gar nicht vollständig vorgelegt sei, geschweige denn die erste Lesung stattgefunden habe. Der Kämmerer beruft sich auf die bestehende Zwangslage; komme der Etat nicht vor dem 1. Juli zustande, so verliere die Stadt das Recht der Steuerverteilung an die Aufsichtsbehörde, Ein Beschluß kommt nicht zustande, da sich um%19 Uhr die Beschlußunfähigkeit der Versammlung herausstellt. Sommers Anfang. Nun hat also der„prächtige" Sommer seinen Einzug gehalten, denn im Kalender steht ja: Sommers Anfang. So muß es wohl wahr sein, wenn man es auch kaum glauben mag. Gibt es doch Leute, die ernsthaft daran denken, sich ihr Winterzeug wieder hervor- zuholen. Dennoch läßt sich nicht leugnen, daß Sommers Anfang ist, -wie wohl man in Rückerinnerung an die überheißen Tage sagen möchte: Der Sommer ist vorbei, es kommt der Herbst. In Wahrheit kommt der Herbst heran, so wenig wir es glauben mögen. Ist das Jahr nicht in mächtigem Schwung und raschem Aufstieg, ohne daß wir es so recht gewahr wurden, zur Höhe gelangt? Die Entwicklung der Pflanzenwelt hat ihren Gipfel erreicht. Die Bäume stehen im vollsten Laubschmuck. Die Rosen- pracht entblättert bereits. Der Werbegesang der Vögel ist ver- stummt, dafür regt sich die junge flügge Welt, piepst und flattert und ist kreuzvergnügt. Und wollen wir auch dies alles nicht sehen, eines ist ganz gewiß: Rur eine kurze Frist und die Tage werden wieder kürzer. Der Mensch weiß das alles wohl, aber er will es nicht sehen.. Und aus diesem Widerstreit zwischen Verstand und Gefühl reiht es ihn empor. Seinen ganzen Willen zum Leben rafft er zu- sammen, um die Stunde zu bejahen. Wie hoch steht noch die Sonne am Himmel. Wie lang sind noch die Tage! Wie unsäglich schön können sie noch werden! Sonne, Wärme, Leben, Natur, Menschen, alles das gibt es zu erfassen und zusammenzubringen zu dem einen Wort: Sommer, In diesem Wort liegt das 5zöchste, das der nordische Mensch kennt: das Geniehen des Le- bens, die Freude am Leben. Je weiter man jetzt nach Norden kommt, desto länger werden die Tage, desto kürzer die Nächte. Ganz hoch oben im Norden geht die Sonne gar nicht unter. Es ist ewiger Tag. Da rauscht und braust das Blut des Menschen auf und entlädt sich in unermüd- lichen Freudenfesten. Tanz im Freien, Tanz um die Feuer, Tanz rung angehängt, wonach die Anschuldigung gegen den Stadtrat! der Jungen und Alten, Tanz Tag und Nacht. Spiel und Gesang. l9s Die Rächer. Roman von HermannWagncr. „Es ist dumm," fuhr der Alte nach einer Pause der Er- schavfung müde fort,„zu glauben, dag man zu seinem Glück nnWwtm' leben zu können die Menschen nötig habe. Ich brauchte rolle zwelunddreißig Jahre, um einzusetzen, daß das dumm.st. Genau so lange war ich ein Narr, der gewisse Dkgc,*die nicht wichtig sind, für äußerst wichtig hielt. Der. wie'so viele andere, glaubte, ohne eine bestimmte Frau nicht leben zu können... Oder ist Ihnen nicht bekannt, daß ich einmal verheiratet war?" „Nein," sagte Reisner bestürzt. „Ich war es. Ich war es genau ein halbes Jahr. Nicht 'änger. Denn im siebenten Monat�teiner Ehe stellte es sich heraus, daß.. Der Iustizrat lachte trocken und ließ den Saß unvollendet. Es kam mit einem Male Leben in ihn, das von alten Ennne- langen geweckt schien. Seine Augen funkelten lebhaft und lustig.„Kurz," ergänzte er heiter,„es war mein Freund. Der, auf den ich jeden Einsatz gesetzt hätte." Gerade der... Nun, und ich bin doch alt geworden, alt und glücklich, glück- licher, als ich es in der ersten Hälfte meines Lebens l»ar! Und ich bin es geworden, weil ich nicht mehr der Narr war, mein Leben von dem Dasein eines anderen abhängig zu machen. Weil ich hinter die Empfindsamkeit meiner Jugend einen Strich gesetzt und es gelernt hatte, kalt und nüchtern meinen eigenen Weg zu gehen." Er stand plötzlich auf, kreuzte die Arme über der Brust und ging mit bangen, schleppenden Schritten, die der Teppich lautlos machte, durch das Zimmer, in sich versunken und wie im Gespräch mit sich selbst.„Das tst das Geheimnis, junger Freund, das Geheimnis, wie man die Menschen in Wahrheit beherrscht: man beherrscht sie, indem man sich von ihnen nicht beherrschen läßt, indem inan sie nicht beachtet... Es wird Leute geben, die Ihnen sagen werden, daß Sie, um wieder glücklich zu werden, Ihre Tat bereuen müssen, um sich durch diese Reue die Verzeihung' Ihrer Mitwelt zu ernngei'.. Daist Unsinn. Reue freut wohl die Menschen, wie st? alle? Letd i freut, das ein anderer erduldet, aber sie bringt sie niemals! dahin, zvr verzeihen. Wer bereut, bleibt für sie ewig der, der i Ursache hat, zu bereuen. Sie verzeiheu nur dem. der ihnen- zeigt, daß er sie weder haßt noch liebt, daß sie ihm vielmehr gleichgültig sind. Dem laufen sie nach, dem drängen sie sich auf, so sehr, daß er, um sich vor ihnen zu schützen, sich, wie ich, von der Außenwelt abschließen muh!" Er blieb vor Reisner, dessen Blicke mit plötzlich aufge- brochener Zärtlichkeit an ihm hingen, stehen und legte ihm die kalte Hand, auf die Schulter.„Gehen Sie und versuchen Sie so zu sein, wie ich Ihnen sage. Nur vergessen Sie nicht, daß eine große Kraft dazu nötig ist, eine Kraft der Selbstbe- herrschung, die nie versagen darf, keinen Augenblick. Zeigen Sie nie, daß Sie leiden, zeigen Sie auch nie, daß Sie sich freuen: bleiben Sie unter allen Umständen kalt, Scksmeicheleien wie Beschimpfungen gleichermaßen unzugänglich. Ziehen Sie eine große Ntauer um sich, hinter deren Schutze es Ihnen leicht werden wird, zu lächeln, wie immer man Ihnen auch begegnet. So werden Sie unverletzlich. Und so bekommen Sic die Menschen in die Gewalt."Denn jedermann hat nur zweierlei Möglichkeiten: die, zu herrschen, und die, beherrscht zu werden. Und der, der herrschen will, muß sich vor allem selber be- herrschen!" Er brach ab, ging die Wand entlang und schien in den Anblick zweier Aquarelle versunken, schernbar mit dem, was er gesagt hatte, nicht mehr beschäftigt. Mitten in dieser seiner flüchtigen Zerstreuung aber stellte er, ohne den Kopf von den Bildern zu wenden, jäh die Frage: „Nun, wofür haben Sie sich entschlossen?" „Für beides." antwortete da Reisner laut und wie befreit. Der Justizrat schnellte herum.„Was heißt das?" „Das heißt, daß ich die Stadt verlosten werde, ohne doch zu fliehen." Reisner erhob sich, streckte sich und lachte.„Herr Justiz- rat, ich danke Ihnen. Es war eine wertvolle Stunde, die Sie mir geschenkt haben. Ich danke Ihnen nochmals. Und ich werde das, was Sie mir gesagt haben, nie vergessen." Der Iustizrat betrachtete ihn spöttisch.„Was gedenken Sie zu tun?" „Ich will von hier fortgehen. Aber weder Furcht noch Scham treiben mich fort. nein. Ich traue es mir jetzt zu, hier zu bleiben, nach dem, wo- ich von Ihnen gehört habe. Aber ich denke mir, daß ich noch den Grundsätzen, die Sie mir entwickelt haben, in der Fremde viel schneller vorwärts kommen kann. Und mir eilt es. Denn ich muß wieder von vorn anfangen, ganz von vorn.. .Ja, ja," nickte der Iustizrat,.ich begreife Ihre Eile." Reisner ergriff seine Hand.„Nochmals, Herr Iustizrat, meinen Dank!" „Wofür?" fragte der Justizrat, indem er seine Hand zurückzog. „Für Ihre Freundschaft." Der Alte schüttettc den Kopf.„Sie täuschen sich. Ich bin nicht Ihr Freund. Nicht Ihr, noch der eines anderen. Biel eher bin ich vielleicht Ihr Feind." „Mein Feind?" „Der Ihre und der aller anderen. Und vielleicht benütze ich Sie, indem ich Sie so gehen lasse, nur für meine Zwecke... Oder werden Sie nicht Unheil anrichten, indem Sie so handeln, wie ich Ihnen geraten habe?... Uebericgen Sie es sich wohl! Mir kann es gleich sein. Denn ich basse die Menschen. Ja!" Reisner starrte ihn, der mit einem Male aus sich heraus- zuwachsen schien, wie eine Erscheinung an. Doch der Alte wies mit der Hand auf die Tür.„Gehen Sic jetzt," sagte er zornig,„ich kann Sie nicht brauchen!" e.- Als Reisner wiederum auf die Straße trat, fühlte er, daß er sich in vielem gewandelt hatte. Eine heiße, überschäumende Freude war in ihm, die sich um seine Sinne wie ein leiser Rausch legte Und aus seinem Herzen quoll eine junge Kraft, eine Kraft, mit der er sich selber fühlte, die ihm bewies, daß er wohlgerüstct an einem neuen Abschnitt seines Lebens stand. Er war voller Ungeduld. So vieles in seinem Leben war gut zu machen, so'viele Fehler und Irrtümer waren aus- zuwischen, so viele verpaßte Gelegenheiten nachzuholen, daß er mahrlich Eile hatte, damit zu beginnen. Gerade jetzt war es noch Zeit. Jetzt, wo er eben davor stand, sein Leben neu einzurichten,— leidenschaftslos, mit Verstand und kühler Berechnung. Denn gerade dieses einx war es, dessen Mangel bisher seinem Glück im Weg gestanden hatte: Kälte! Wie dumm und primitiv war es doch im Grunde, zu glauben, daß man feine Mitmenschen entweder lieben oder hassen müsse. Beide-, Liebe ebenso wie Haß, machte be- fangen, und darkn, daß de? Mensch befangen war, lagen alle Wurzeln seiner Niederlagen und Irrtümer. Nur wer imter- lich kalt war, du rite hoffen, zu herrschen, weil er'a der einzige war, den Gefühle und Vorurteile nicht tu Fesseln legen tonnten.—(Forts, folgt.) Scherzen, Lachen und Küssen. Freude, Freud« überall Denn in der Tiefe des Jahres lauert die Nacht, in der wochenlang keine Sonne scheint. Sommerzeit soll Freudcnzcit sein. Auch bei uns. Noch tom- men die Ferien für unser« Jugend. Urlaub und Reise, Erholung und Erlebnis winken für viele. Und all denen, die der Großstadt nicht entfliehen können, winken auch hier allerlei Freuden. Der Laubengarten, die schönen Seen, die tiefen Wälder, Hügel mit Blicken ins ferne Land. Dahinter, weit dahinter liegt der Herbst, der Winter, sie bergen Arbeit und harte Kämpfe. Wappnen wir uns für sie. Füllen wir uns in den wenigen Sommerwochen mit Gesundheit, Freude und Kraft an, damiit wir all den Armen, denen die Sonne nicht scheint, in ihrem Kampf um das ReHt auf Freude zur Seite stehen können. Sommers Anfang Es lebe die Freude. Geheimnisse üer, Internationalen Küttstlergeselljchast�. Anklage wegen Kuppelei und Blutschande. Vor einigen Tagen brauchten wir zur Kennzeichnung gewisser Zustände in Berlin WW den etwas harten Ausdruck.Kloake" Der nachstehende Bericht über einen soeben beginnenden Prozeß beweist, wie berechtigt dennoch dieser Ausdruck war. Während die arbeitende Bevölkerung des Ostens und Norden» den schweren Schlaf törper licher Ermüdung schläft und sich trotz aller rüstigen und unermüd- lichen Werktagsarbeit dennoch gefallen lassen muß, daß man ihr vorwirft, sie arbeite nicht genug, spielen sich in dem von allen Lastern gesättigten Berliner Westen, diesmal in dem äußerst vornehmen Dahlem, Dinge ab, die an die Derfallszeiten Roms erinnern und den tiefften Abscheu aller einfach und rein empfinden- den Menschen erregen müssen. Vor der 4. Strafkammer des Landgerichts III hat sich wegen Anstiftung zur Kuppelei, Verführung einer Minderjährigen und Blutfchanoe der ehemalige 81 Jahre alle Landwirt Georg A h r e n s zu verantworten, ein sehr wohlhabender Mann, der aber seinen landwirtschaftlichen Beruf seit 20 Jahren nicht mehr ausübt, sondern sich künstlerischen Studien zugewendet hat. insbesondere der Bild- Hauerei. Er trennte sich, um in dieser künstlerischen Tätigkeit nicht gestört zu werden, von seiner Frau und seinen Kindern und lebt seit langer Zeit vorübergehend in Berlin, wo er ein ehebrecherisches Verhällnis mit seiner bis zu seiner Verhaftung bei ihm tätig ge- wesenen Wirtschafterin unterhielt. Von dieser Wirtschafterin wird er als Vater des von ihr geborenen Kindes bezeichnet. Seine Ehe ist aus diesem Grunde auch geschieden worden. Er nahm dann seinen ständigen Wohnsitz in Berlin, besaß aber daneben noch ein Jagdhaus in Stcchow bei Rathenow, später auch noch eine Be- sitzung in Westerland. Auch besaß er nacheinander mehrere Land- geller, auf denen er abwechselnd alljährlich sich eine Zeitlang auf- hielt. Er ist schließlich nach Dahlem verzogen und hatte in dem Hause Fontanestraße 14 die zweite Etage gemietet. Dort begründete er die„Internationale Künstler- g e s e l l s ch os t", zu deren„Direktor" er sich ernaimte. Zweck und Ziele dieser Gründung sind recht dunkel: die Anklagebehörde nimmt an, daß diese Bezeichnung nur gewählt sei, um einen Deckmantel für das von dem Angeklagten in diesen Räumen in großem Um- fange betätigte unsittliche Treiben zu bilden. Der Angeklagte soll sich eine Art Harem eingerichtet haben, d«n er in reicher Abwechslung immer mit neuem jungen Mädchenmaterial bevölkert haben' soll. Diese soll er unter dem Vorgeben, daß sie als„Modelle" sich Geld verdienen könnten, teils von der Straße in fein Atelier gelockt, teils durch zwei von ihm gebrauchte Mädchen sich aus den Kreisen der jungen Tänzerinnen des Admiralspalastes haben zuführen lassen. Mit diesen„Modellen", die er in plastischen Stellungen phowgraphierte, sollen dann die unzüchtigen Handlungen vorgenommen worden sein, die ihm nun vorgeworfen werde«. Zu den Opfern seiner Lüfte ge- . hört ein junges Mädchen, das noch unschuwig und noch nicht IS Jahre all gewesen sein soll, ferner die oben erwähnte unehelich« Tochter, gegen die ex sich in Westerland wiederHoll vergangen haben soll. In diesem schwersten Fall der Anklage bestrellet hpr Ange» klagte besonders die Vaterschaft Er bestreitet aber auch im übrigen jede strafbare Handlung, so daß ein sehr umfangreicher Zeugen- apparat seitens der Staatsanwaltschaft aufgeboten worden ist. Zu den von dieser geladenen etwa 80 Zeuginnen und Zeugen haben die Rechtsanwälte Dr. Frey und S a l o m o n noch 10 Zeugen geladen, so daß die Verhandlung drei volle Sigungstage ausfüllen wird. Die Verhandlung findet unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Wir werden das Urteil mitteilen.__ Oer Kampf um üas Lazarett. 130 Kriegskrüppel bleiben im Schloßlazarekk. Nach einer Mitteilung des Hauptversorgungsamtes haben di« Insassen des Schloßlozaretts in Charlottenburg beschlossen, weiter dort zu verbleiben. Nur ganz vereinzelle Schwerkranke hatten sich in andere Krankenanstallen verlegen lassen. Die Verbliebenen und Unglücksfällen sei eine unter ärztlicher Leitung stehende Rot- Hilfe eingerichtet, die Abweisung habe, die den gesundheitlichen An- forderungen nicht mehr entsprechenden Verbände zu wechseln. Im ehemaligen Schlohlazorell befänden sich noch etwa 20 behandlungs- bedürftige Kranke. Nach unseren Informationen befinden sich im Schloß- lazarett noch etwa ISO Kranke, darunter viele Schwerkranke, die der ärztlichen Hilf« drin- gcnd bedürfen. Die Zahl 20 wird als völlig unzutreffend erklärt. Ein« geringe Zahl der Kranken habe in die Verlegung gewilligt. Daß unter den rund 190 im Lazarett Befindlichen sich nur etwa 20 Behandlungsbedürftige befänden, könne nicht aner- kannt werden. Es handle sich meisten» um Amputierte, vielfach um Doppeltamputierte, in einzelnen Fällen sogar um Kranke ohne Füße oder ohne Arme und um Rücken- markskranke, die sich ohne Hilfe gar nicht be- wegen, ja nicht einmal ihre Bedürfnisse verrichten können. Die Arbeiterschaft hatte sich in anerkennenswerter Weife der verkrüppel- ten und kranken Insassen des Lazaretts angenommen und sich deren Dank durch Unterstützung mit Geldmitteln erworben. Auch die Charlottenburger Einwohnerschaft hat ihre Sympathie durch reich« Zuwendung von Lebensmitteln bekundet. Die in der Mitteiluig des Hauptversorgungsomte» erwähnt«, jetzt wieder eingeleftete ärztliche HUfeleistung sei nicht ausreichend und könne kaum als Nothilfe angesehen werden. Em« aner- kennenswerte Hilfe werde den Kranken dadurch zutell, daß die Kriegerwitwen der Derbandsorganisationen ihnen Reinigung und Wechsel der Leib- und Bettwäsche unentgelllich bewerkstelligen. Ueber hygienische Mängel in den Räumlichkeiten können die In- fassen des Lazaretts nicht klagen... Die in bürgerlichen Zeitungen'ufgezählten angeblich großen Kosten des Lazarett» müßten als irreführend bezeichnet werden, denn einerseits könne man ein Lazarett, in dem fast ausschließlich Krüppel zu behandeln sind, nicht mit einem gewöhnlichen Kranken- Haus vergleichen und anderseits müsse ein großer, wenn nicht der größte Teil dieser Kosten auf Ausgaben der Schloßoerwallunz zurückgeführt werden, die mit den eigentlichen Kosten des Lazaretts gar nicht im Zusammenhang stehen. Die Insassen geben sich der Hoffnung hin, an ihrem Verbleiben in dem Schloßlazarett nicht gehindert zu werden._ ftsreudeufeier im AlterShei«. In dem Hause Koppenstr. 83/40, da» städtische» Eigentum ist. befindet sich das Altersheim für Hausangestellte. da» 76 alte invalide Hausangestellte beherbergt. Da« Heim ist eine städtische Stiftung, wird von der Stadt Berlin verwaltet und steht unter der Obhut eine» Kuratorium» von Frauen, da« sich au» Angehörigen aller Parteien zusammensetzt. Von der GPD.-Ttabt' verordneten-Fraktion gehört die Genossin Schröder dem Kurw torium an. Jüngst konnte das Heim auf ein bereits SOjährige» Bestehen zurückblicken und da keinerlei Mittel zur Verfügung standen, um diesen Tag sestlich zu begehen, taten sich die Kuratoriumsmitglieder zusammen und brachten einen Betrag auf, der e» ermöglichte, dieJnsassen de» Heime» zu erfreuen. Al» der Tag da war, wurden die alten Angestellten zu Kaffee und Kuchen gebeten, und«ine jede erhielt auch noch eine Tafel Schokolade. Junge Gewerkschafter sangen schöne Volkslieder und weckten damit in der Brust der Anwesenden die schönsten Erinnerungen. In manchem Auge glänzte eine stille Träne... So wurden die Stunden allen Teilnehmer« zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Ein Wort des Danle« gebührt auch dem wackeren Hausinspektor B e r n d t und seiner Gattin, di« die In« fassen de» Heim» alle die Jahre hingebend betreut haben. Mit Genugtuung wird man vermerken können, daß sich die Frauen d. h. die KuratoriumSmstglieder, zu einem menschlich schönen Werk zusammengefunden haben, denn anderen Menschen helfen und ihnen Freude machen entspricht ganz der ethischen Grundlage de» Sozialismus. Tie neuen M onatSk«rrteupreis e im Borortverkehr. Nachdem vor einiger Zeit der erste Teil twr Preistafeln zum Tarff für die Beförderung von Personen tm Bertzin« Stadt», Ring- und Vorortverkehr mit den Einzelfahrpreisen, dfe zum 1. Juli in Kraft treten werden, erschienen ist, gelangt nunmehr, auch das 2. Heft des gleichen Tarifs, welches die Preise für Wochere- und Monatskarten ob 1. Juli enthält, zur Ausgabe. Nach diesem nunmehr amtlichen Material betragen di« Presse für Monatskarten im Stadt- und Ringoerkehr, wie bereits gemeldet, 40 M. in der 2 Kl. und 28 M. in der 2. Kl. Schülermonatskarten kosten 20 bzw. 12 M. und Wochenkarten 8,80 M. Im Vorortverkehr sind dl« Mindestpreise(biSl zu Entfernungen von 10 Kilometern) die gleichen wie im Stadt- und Ringverkehr. Bis zu 23 Kilometern Entfernung steigt der Preis der Monatskorten in der 2. Kl. um 1,20 M. je Kilometer, während in den darüber hinausliegenden Ent» fernungen(vom 26. Kilometer ab) 2,60 M. für jeden Kilometer Fahrt erhoben wird. In der 2. Klaff« betragen die Fahrpreise das 1)4fach« des Preises der 2. Klasie, während die Wochenkarten ein Drittel des Preises der Monatskarten 2. Klasse kosten. Im nach- folgenden geben wir eine kurze Uebersicht über die wichtigsten Fahr- preise für Monats- und Wochenkarten in den wichtigsten Verkehrs- beziehungen, di« auf Grund des nunmehr vorliegenden amilichen Tarifs festgestellt sind: Vom Steltiner Bahnhof nach Velten kostet die Monatskarte jetzt 2. Kl. 77 M., 2. Kl. 81 M. und die Wochenkarte 17 M. In gleicher Reihenfolg« lassen wir die Preise für die nachfolgenden Der- kehrsbeziehungen folgen: Stettiner Bhf. bis Hennigsdorf 60, 40, 14 M.: bis Tegel 44, 29, 10 HR.; Wittenau Mmdeftpreisgrenze: bis Oranienburg 88, 87, 19 M.: bis Birkenwerder 60, 40, 14 M.: bis Hermsdorf 44, 22, 11 M.: bis Bernau 62, 41, 14 M.: bis Buch 47, 22. 11 M.: bis Blankenburg Mindestpreisgrenze. Vom Bahnhof skriedrichsiraße nach Rüdersdorf 96, S4, 2? M.: bis Strausberg 92, 62, 21 M.: bis Neuenhagen 62. 41, 14 M.: bis Mahi-dorf 51. 24. 12 HR.; bis Kaulsdorf 47, SS. 11 M.: bis Lichten- berg-Friedrichsfelde Mindestpreisgrenz«: bis Fürstenwalde 171, 114, 28 M.: bis Erkner 81j 84, 15 M.: bis Friedrichsbagen 62, 42, 14 M.: bis Köpenick 49, 22, 11 M.; bis Karlshorst 42, 28, 9,80 M.; bis Rummelsburg Mindestpreisgrenze: bis Grunewald 40, 27, 9 M.: bis Werder 120, 50, 27 M.: bis Potsdam 81. 54, 18 M.: bis Neubabels- berg 68, 44, 15 M.: bis Wannsee 88, 29, 12 M. Dom Göstißer Bahnhof nach Spindlersfeld 42, 28, 9,80 M; bis Köniaswusterhauien 77, 51, 17 M.: bis Zeuthen 60, 40, 14 M.: bis Grünau 48, 20, 10 M.; bis Niederfchöneweide-Iohannisthal Mindestpreisgrenze. Vom Potsdamer Bahnhof«eck Groß-Lichtsrfelde(Ost) Mindest- preks: bis Zossen 96, 64, 22 M.: bis Lichtenrade 45, 30, 10 M.; bis Marienfelde Mindestpreisgrenze. Vom Wcwuieebahnhcf nach Werder 1VZ, 72, 24 bis Wild-- park 85, 87, IS M.: bis Potsdam 73, 49, 17 M.: bis Neudabelsberg 60, 40, 14 M.: bis Wamssee 84, 86, 12 M; bis Zahlendorf(West) 48. 80. 10 M.: bis Lichter feids-Wsst Mindestpreisgrenze. Neu in denTarif aufgenommen find die Strecken nach Beelitz und nach Wustermark, die bisher zu den Sätzen des Fernverkehrs rechneten, vom 1. Juli ab endgültig in den Berliner Vorortverkehr einbezogen werden, nachdem sie seit dem 1. Juni be- reits Vorortzugverkehr zu den alten Sätzen des Fernverkehrs er- halten haben. Die Monats- bzw. Wochenkarten ab Friedrich- stroße nach Beelitz kosten 151, 101, 34 M.: bis Michendorf 112, 78. 25 M.: bis Wilhelmshorst 96, 64, 22 M.z bis Drewitz 73, 49, 17 M. Dom Lehrter Bahnhof nach Wustermark 87. 88, 20 M.: bis Dallgow-Döberitz 62, 41, 14 M.: bis Staaken 49, 83, 11 M.: bis Nauen 106, 71. 24 M.: bis Seegefeld 88, 39, 13 M.: bis Spandau Hauptbahnhof 42, 28, 9,80 M. Diese Preis« werden, ebenso wie die der Monatskarten im Fernverkehr noch eine Ermäßigung erfahren, die etwa 18 bis 20 Proz. betragen, jedoch erst am 1. Sep- tember frühestens in Kraft treten kann. „Ausverkauf im Jugendamt. Der Andrang vor dem städtischen Jugendamt von Eltern. die ihre Kinder für den Landaus enthalt angemeldet haben, war am Dienstag so enorm, daß die Beamten der Schupo, die zur Hilfe gerufen werden mußren, stundenlang alle Hände voll zu tun hallen, um nur einigermaßen die Ruhe und Ordnung auf- reckt zu erhalten. Einige Mütter haben sieben Stunden und länger auf ablehnenden Bescheid warten müssen. Der einzige Trost bestand darin, daß die meisten Eltern, mehr als 200, abgewiesen werden mußten, weil alle offenen Plätze längst besetzt waren. Ueber diese Abweisungen erregten sich natürlich die mit den allergrößten Hoffnungen und mit günstigen schrrfltichen Bescheiden erschienenen Eltern._ Bcatnfe, kein« Soldaten. In einer Zuschrift des verbände« der Beamten der Schutzpolizei, Landesgruppe Groß-Derlin, wird darauf aufmerksam gemacht, daß es falsch sei, von Soldaten der Schutz- polizei zu sprechen. Als Sammelname sei der Name: Schutz- polizeibeamter zutreffend.— Zu der Bezeichnung der Be- amten als Soldaten gibt lediglich die militärische Uniform Anlaß. Hin und wider hat es auch den Anschein, als ob eine Anzahl höherer Chargen es darauf absieht, möglichst mllitärisches Aussehen zu er- wecken. Der Wunsch der Beamten ist verständlich, aber die zurzell übliche Uniform wird das Publikum wider Willen oerleiten, vom „Soldaten" zu sprechen. Unentgeltliche Impfung jederzeit. Zur Entlastung der regel- mäßig stattfindenden öffentlichen Impfungen in den Groß-Derliner Einzelgemeinden werden fortan in der Staatlichen Jmpfanstall, Bcr- lin, Thaerstr. 30. am Zentraloiehhof unentgeltlich Impfungen für Erst, und Wiederimpflinge vorgenommen. In der genannten Zeit werden ferner von den Lerzten Beratungen und Belehrungen über angeblich schädliche Folgen der Impfung erteilt. Aeber die innere und äußere Politik Deutschland» sprach Genosse Lüdemann in einer vom 18. Bezirk einberufenen gutbesuchten öffentlichen Versammlung in Niederschöneweide. Genoffe Lüdemann bewies die Notwendigkeit der UllimatumSunterzeichnung. um das Deutsche Reich vor Schaden zu bewahren, und betonte u. a„ daß der Reichskanzler Dr. ÜBirth, der Akademiker, für die Gegenwart ein bessere« Verständnis zeige, als der Arbeiterführer Steger- wald, in dem sich die Kräfte der bürgerlichen Reaktion sammelten. Als einen Borgang von höchster pollfffcher Bedeutung betrachtete Genosse Lüdemann den Eintritt des Großindustrieführers Ratbenau in die Regierung. Um die 80—60 Milliarden Mark, die wir durch di« Schuld der entschlußlosen Zauderpolitik der soziallstenfreien Regierung jährlich zahlen müßten, aufzubringen, sei cS notwendig, neue Steuer quellen zu erschließen. Die Besteuerung von Grund und Boden sei eine Notwendigkeit, wenn sich auch die besitzenden Klassen dagegen sträuben. Auch sei die Idee einer Shndikarsstcucr gut, wenn damit die Sozialifierung der Kohlen und Erz« beginnt. Bei der Entwaffnungsforderung der Entente kam Genosse Lüdemann auf Bayern zu sprechen, daS als Land der Reaktion und der Attentate die Sehnsucht aller nationalistischen Preußen darstelle. Sollen die Berhältnisse Bayern» nickt nach Preußen verpflanzt werden, io müsse jeder Arbeiter die Konsequenz ziehen und eintreten w di« alte Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Oberfchlesischer HXfswg. Für den 8. Juli ist für ganz Dentsck- land und Deutichösterreich— mit Ausnahme der Bäder und Kur« orte— ein„Oberichlefischcr Hilfstag' angesetzt. Das Hilfswerk, das vom Deutschen Roten Kreuz, von den Vereinigten Verbänden heimattreuer Oberschlefier und vom Bund der deutschen Grenz- markenschutzverbände in» Leben gerufen worden ist. hat� reii. chantativen Charakter und soll die furchtbare Rot der vertriebenen und in» Elend gekommenen Oberschlefier lindern. Die Fnttermittelverteilungsstelle für die Stadt Berlin verlegt am 24. und 25. Juni d. FS. ihre im Hauie Mallenmarlt S/lO belegenen Burean- räume nach der Neuen Kriedrichstr. 79ISO im vierten Stock. Der neue Amtssitz ist an die Ferniprechleitungen Alexander Nr. 3721/2, 2725/6 und 8737/32 und Königsladt Nr. 6098/6 angeschlossen. Kultnrvarlament der Schuljugend Da» Neuköllner Iugendpflegeamt hat für das kommende Winterhalbjahr ähnlich wie i« Vorjahr« für die Schul- jugend unterhallende und bildende Veranstaltungen verschiedener Art in Aussicht genommen. Um hierbei die Meinung der ja am meisten beteiligten Schuljugend einmal selbst zu hören, hatte der De- zernent des Jugendamts, Stadtrai Schneider, durch die Rektoren sämtlicher Schulen je zwei Schüler bzw. Schülerinnen der Oberklassen auswählen und nach dem Stadtverordnetensitzungssaal des Rathauses kommen lassen. In diesem Kinderparlament herrschte Ewigkeit dar- über, daß, wie im Dorjabre, wieder das rühmlichst bekannte Dietzesche Marionetten-Theater für Neukölln gewonnen� werden soll. An Sroß-Serliner Parteinachrichten. Heule. Mittwoch, den 22. Juni: 8. tmt. gcchlsvend TU uhe i» den betont« Sofalot. 27. Abt. gcchlabend P* Uhr in icn befatiitten Solaren. 81. übt. tu Uhr Zahladend in folgenden Lokalen: Bezirkt 1 und 2 bei Busch. Tchioelbeiner Etr. 40: Bezirke 3, 4, 6, S und 15 bei Fürst, Seelontet Str. 8; Bezirke S und 7 bei Meißner, Schioelbeiner Str. 84; Bezirke 8, 10, 11 und 12 bei Goldschmidt, Stolpische Str. 80i Bezirke 18 und 1« bei Hahn, Finn. ländische Str., Ecke Ronoezer Straße. znngsozialißen. 7 Uhr int Reichsiagogebäude, Zimmer 15, Sitzung dt» Arbeite. ousschuffr». Morgen, Donnerstag, den 23. Zun!: 58. Nbt. Charlottentznig. 7W Uhr Mitgliederversammlung im Lokal Jakob, Li-marcksiraise, Ecke Sesenbeimer Straße. Thema:.Innere und äußere Politik". Bes. Gen, Dr. Walter gechlin. Uchtnng! Siewen«-Werle! Nachmittag» S% Uhr bei Morfanbl lHeidekrug). Nonnendamm-Allee, Ecke Mockeritzstraße, Versammlung sämtlicher SPD.. Mitglieder de» SiemeM-Roitzern». Die Tagesordnung wird in drr»er. sammlung belannigemacht. So über außerordentlich wichtige Punkte ver- handelt wirb, ist e» Pflicht eine» jeden Funktionärs, in dieser Dersammlnng zu erscheinen oder für geeignete Periretung zu sorgen. Der Aktioneansschuß der Sie«en».Serk«. Frouenabcnde am Donnerstag, den 23. Juni: 58. Abt. Sharlottenburg. TH Uhr bei Stein, Pasfauer Str. 85. Thema:„Die Frau und der Soziali-am»". tziaf. Den. Dr. Max Schütte. » 5.«tet*. FriebrichehaiR. Sonniaa, den 26. Juni, nachmittag» 2 Uhr, Besuch der Sternwarte in Treptow. Aufführung de» hervorragenden Hachgabirgr.. film»!„Dia Wunder de» Schneeschuh»". Karten zum Preise oon 2 M. sind noch bei den Genossen Ben, Beymestr. 25, Lüdfe, Porhagener Str. 18, Nitschke, Straßmannstr. 41 und bei Döring, Landsberger Allee 150, zu haben. Vorträge, vereine tmü Versammlungen. Thestee�Zechefter-Bereln. Uebungsadend abend» 11 Uhr. Gäste sowie inierefsevolle men. Berlin NO., Landsberger Allee 150. schütz",„Oberon",„Fidelis" und„Martha" in Frage. Mit allen gegen eine Stimme erklärte sich die Schuljugend dafür, daß an Stelle der allwöchentlich zweimal veranstalteten Kinovorstellungen im städt. Lichtspielhaus am Mittwoch und Freitag jeder Woche Veranstollungen stattfinden sollten, an denen die Schuljugend in der Hauptsach« selbst beteiligt ist. Es gelangen Gefangsoorträge, Chorgesänge, Rezitativ. nen, Reigenvorführungen, Volkstänze, rlewere Theaterstück« und anderes zur Aufführung. Die vorfiihnmq guter Kinoftücke soll dabei nicht ganz ausgeschlossen sein: so wurde besonder» der Schneeschuh» film und für die klemeren Schulkinder die neu«rftlmten Märchen (Tsschlein deck dich und ander«) gewünscht. KörperschaftS« uud Kapitalertrag»steuer. Zur Abgabe der Steuererllärungen zum Zwecke der ersten Ber- anlagung zur Körperschaftssteuer und zur Kapitalertragssteuer enthält unsere heutige Nummer eine amtlicke Bekanntmackuug de» Zentral- Finanzamt» I, deren Beachtung allen Interessenten empfohlen wird. Die Straßenhändler gegen pelizeistche Itebergessfe. Die Straßen« Händler Berlin», Selrion der Epeiteliften, traten kürzlich im Elisabeth-Garten zu einer Protestveriommlung gegen die Ueber- griff« der Polizeibeomien und AufsichtSorgane zusammen. Der Referent, Stadtverordneter Zimmermann, schilderte eingehend die Bedeutung der Spezialisten al« Bahnbrecher und Schrittmacher der deutschen Industrie, die durch Vorträge und praktische Bor- sübrungen unbekannte Artikel dem Publikum zugänglich machen. Eine einstimmig angenommene Resolution protestiert gegen die ständig steigenden Schikanen der behördlichen Organe und er- blickt in diesen Maßnahmen die Unteidrückung ih�e« berechtigten Berufe». Mit Empörung nimmt die Versammlung Kenntnis von Systierungen und Mißhandlungen. Sie erwartet, daß die �ällei_. umessuch, und die Schuldigen ihrergerechteu Strafe enrgegengeführt werdeu. i Pttts» find auf» uufitrfU herabgesetzt und gelte» oBgtmei* ali»Mg. Arbeitersport. Aehesiee-Nassee-Sportneriand. Sämtliche Anfragen betreff» Agiiatson für die Prooinz Brandenburg und Pommern find zu richten an Ernst Milller, Berlin SO. 88. Pücklerstr. 88, v. 1 Tr. Schwimmklnb Neptnn 1884. Lichtenberg. Mitgl. d.«rb..«..P. Beute Sitzung bei Masello. Tagesordnung: Abstimmung Über Anschluß an den«rb.- Turn- u. Sponbunb. Unser Schwimmfest. Pünktliche« Erscheinen aller Mit- glieder ist Pflicht. Da»«erbeschwimmfrff, da» der vrieiter. Wassersporwerband, Kr et» I(Brandenburgs, am vergangen« Sonntag in EbeiSmaide. mit der klbsscht dort ewen Arbeiter-Schwimmverein zu gründen, abhielt, hatte vollen Erfolg. Trotz der ungünstigen Witterung war der Besuch erfreulich, der gebotene Sport gut. Da» Jnterefl«, da« der Schwimmsport bei den?c- luchern send, bewiesen die zahlreichen Eintragungen zu dem neuzugründenden Berein, so daß die nach dem Schauschwimmen abgehaltene Versammlung die Gründimgsverlammiung de»»Arbeiter-Wassersporwerein EberSwalbe' wurde. Die Stesuliate find: Eröffnung» fiafeiU 4X88 m Bei. t, Freie Schwimmer Neukölln, Z. Perlinn Schwimm-Union. Zugenblogenstasetta 4X80«. � Freie Schwimmer Neukölln, 2. Berliner Schwimm-Vnion, 3. Arb.-Schw.„Sstb-Ost". Anobendrustfiafette 4X88 m. 1. Freie Schwimmer Neukölln, j. Berliner Schwimm.llnion. Kurze Strecke für Männer. 80«. 1. Fengler 2.�5..®„Süd. Off und Arend Neptun-Weißensee. Damenbrustschwimmen. 60 w. 1. Fräulein gibt Freie Schwimmer Norden, 2. Frl. Lutb-r Freie Schwimmer Neukölln, tl. Wolf, Freue Schwimmer Norden. Nnrzr Strecke für Jugend.«) Brust. stuck)» Freie Sckiwimmer Reukälln. 2.»orl A..S..»,„Siid-Osf, 8.«ersten- in Freie Schwimmer Norden, d) beliebig. 1. tzintze Berliner Schwimm- Hohi»WWWWE.. r WW_ Union, 2. Tetzlaw Freie Schwimmer Neukölln. Männerlagenstaseiie 4X60 m. 1. Freie Schwimmer Neukölln, 2. Freie Sckiwimmer Norden, 8. A.-S.-V„Süd- �st. Vereinemehrkampf. 1. Berliner Schwimm-Union, 2. Neptun Weißensee. Off. Pereinemehrkamvs. Männerbrustsiasette 4X10 kölln. 1. Neptun —.._,— Welßensee. jßense«, 2. Freie Schwimmer Neu- Geschäftliche Mittellungen. Nr. 2S9 ♦ ZS. Fahrgakg 2. Seilage öes Vorwärts Mittwoch, 22. 7oni 1�21 Oeamtenösbatte unötvohnungsabgabe Der Reichstag ehrte am Dienstag zunächst das Andenken des verstorbenen Abg. Aderhold(lt. Soz.) durch Erheben von den Plätzen. Präsident Löbe: Anläßlich des schweren Grubenunglücks auf der Zeche Moni Cenis bei Herne sprechen wir schon jetzt den Angehörigen der Verunglück- ten unser herzlichstes Beileid aus und geben der Hoffnung Ausdruck, daß die Befürchtungen über eine noch größere Ausdehnung des Un glücks nicht zutreffen werden. Vom Reichslninister des Innern ist ein Antrag auf Genehm! g-mg zur Strafverfolgung des Abg. van den Berkhoff(Dnat.) wegen Steuerhinterziehung eingegangen. Äbg. Schnlh-Vromberg(Dnat.) beantragt, dem Antrage statt zugeben und die Immunität aufzuheben, lieber die Angelegenheit ist hier schon so eingehend gesprochen worden, daß sich eine weitere Ausschußberatung erübrigt.— Die Abgg. Ledebour(U. Soz.) und Geyer jKomm.) fordern Ausschußberatung, Abg. Müller-Franken (Soz.) schließt sich dem Antrage Schultz-Bromberg an, der daraus gegen Unabhängige und Kommunisten angenommen wird. Es folgen die Interpellationen B r u h n(Dnat.) und S t r e s e- m a n n(D Vp.) sowie Anträge Dr. P e t e r s e n(Dem.), Müller- Franken(Soz.) und Agnes(U. Soz.), die alle die Regierung auf- fordern, die entgegen dem Beschluß des Reichstags vorgesehene (Ergäuzungsprüfung für die Sekretäre beim Aufrücken aus Besoldungsgruppe VI nach VII wegfallen zu lassen. Ein Antrag Agnes-Crispien«s.ag?b-schlusies au» M„. .�U.�r Q" m c u; iiTu Ii �°i i[[|| iurn«nk■ aiiedern des Reichstage». ReichSnues und Reickswiri'ckattsraics, das Haus gemach.en Aufwendungen gerechtferttg� ist� Sit l0Wje au6 Vertretern be« ZeitnngsverlageS und der Druckpapier- Wirtschafteordnung schützen. es die Rechte, das Bauen von Fünf- und anstatt Kleinwohnungen zu verlangen. ß-Lot dringen geleisteten außerordentlichen Kriegsabgnben �nd Abkommen mit den alliierten 5)auptmächten über einige Grenz- Konkurrenz neuer Bettiebe, insbesondere von Baugenossenschaften. hat überall ein beträchtliches Sinken der Baukosten zur Folge gehabt.(Beifall bei den Soz.) Abg. Dr. INarehki(D. Vp.): Eine Linderung der Wohnungs- not ist nur durch Belebung privater Bautätigkeit möglich. Abg. kuhnt(U. Soz.): Bei der Begründung der Borlage war von der Rot der Obdachlosen mit keinem Wort die Rede. Der Entwurf soll die kapitalistische Angesichts des Wohnungselends wagt ' fm' en Gesetzentwurf ab und wünschen eine streng« Rationierung des Wohnungswesens. Abg. heydemann(Komm.): Wir lehnen den Entwurf jedenfalls grundsätzlich ab, weil er die Wohnungsnot doch nicht lindert. Abg. Frau tang-Vaumann(D. Bp.): Durch einen Zuschlag zur Einkommensteuer wäre eine soziale Abstufung herbeigeführt worden. Abg. Vahr(Dem.): Die Sozialisierung des Wohnungswesens ist unmöglich. Das Gesetz ist doch ein Fortschritt.(Beifall.) Z 1 wird angenommen. Abgelehnt werden die unabhängigen »nd sozialdemokratischen Anträge. Danach werden auch die übrigen Paragraphen angenommen. Mittwoch 1 Uhr: Interpellation Trimborn(Z.) über das Gruben- unglück bei Herne, Kleine Vorlagen, namentliche Abstimmung über das deutschnationale Mißtrauensvotum, Dritte L s'Ng der Woh- nungsabgabc. Schluß 8 Uhr.____ Wirt schast Rückerskaktung der Sankkions-Abgaben. Im Rcparationsausschuß des Reichswirtschaftsrats führte am 21. Juni der Vertreter des Reichsfinanzministcriums aus, daß es nicht möglich sei, die deutschen Exporteure auf ihr Geld warten zu lassen, bis die Liste der Gutschriften, die allein eine völlig genügende Konttolle bilden würde, von den beschlagnehmenden Ländern ein- geht, die Einrcichung der Quittung, die die gegnerische Zahlstelle bei der Beschlagnahme ausstellt, soll als Unterlage für die Rückerstattung der Zahlung genügen. Rur bei Verdachtsmomenten soll die Bor- legunq weiterer Unterlagen gefordert werden. Als Zahlstelle ist die Finedensvertrags-Abrechnungsstelle in Berlin vorgesehen, die im- stände zu sein'glaubt. Anträge, die bis 12 Uhr mtttags eingereicht werden, noch, n. gleichen Tage zu erledigen. Die Zahlung soll nicht ZeitungSverlageS und der Druckpapier- industrie paritätisch zusammengesetzte Kommiision zur Piüfung der Druckpapierpreise trat unter Vorsitz des Slaatsietteiärs Dr. H'rich im ReichSwiitschaftSminiilerium zuiammen.. Nach eingebender Aus» spracke über die Ergebnisse zahlreicher vom ReichSwirtickasiS- Ministerium vorgenommener Prütungen der.GeitebungSkosten wurde beschlossen, in einem Unterausschuß die Grundsätze der Preisprüfung an Hand der vorliegenden ziffernmäßigen Unleriagen im einzelnen zu erönern und das Ergebnis in einer auf den 27. d. M. anbe- räumte« Sitzung dem GeiamtauSschuß vorzulegen. Reichswirtschaftsministerium nnd Konsumvereine. In der gemein- schafilicken Sitzung des Vorstandes, des Aur ichüsicS»»d des General- rat« deS Zentralverbandes deulscher Konsumvereine. die den, Genosien» schaflStag in Baden-Baden vorausging, hielt Siaaissekrelär Dr. Hirsch vom ReichSwirtschaftSministerium eine Ansprache, in der er da« große Interesse und die großen Hoffnungen betonte, die Regierung und Ministerium an die Mitarbeit der Konsumverein« bei der Erhaltung unsere« Wirtschaftsleben« inüpien. E« bedürfe äußerster Anspannung aller Krätte zur Erzielung des Höchstmaßes an Leistung, Organisation und ArbeiiSwilligkeit in der Produktion und der größten wirtschaftlichen Wirksamkeit. Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit im Warenabsatze. DieieS Ziel baven die Konsumenlcnorganisaiionen von jebet verfolgt, wie da» Ergebnis zeige, mit großem Erfolge. Der Standpunkt der Konsumvereine zur ZwangSwirtichait habe sich al» der richtige erwiesen: ihre Auffassung werde beim Aufbau der Wirtschaft die Richtung geben. S,e hätten keine Vorrechte, sondern nur Bewegungsfreiheit gefordert. DaS fei ihnen hoch anzurechnen. Das Ministerium werde die Forderungen der Konsumgenossenschaften möglichst restlos zu er- füllen trachten. Er bitte sie, alles zu tun. um die Durchbildung der Warenverteilungsorganisation zum höchsten Grad �der Vollendung zu bringen. Da« Reich rechne auf diese Hilfe bewährter Kräfte. Horm er gegen dte Repacakronskommissiou. Nach einem Funk- spruch aus Washington erklärte der Handelsminister Hoover, das Vorgehen der Reparationskommission, die Zahlung der gegenwärti- gen Rate der deutschen Entschädigungszahlung in amerikanischen Dollars zu verlangen, habe einen scharfen Rückgang an der Börse verursacht und eine Schädigung des Handels zur Folge gehabt. Hoover forderte, daß die Kommission eine derartige Politik nicht weiter verfolge und regte an, die Kommisston möge die Rate der Entschädigungszahlungcn entweder in alliierter Währung festsetzen oder der Ankauf von Dollars möge über eine beträchtlich« Zeitspanne ausgedehnt werden. Die üblen Folgen eines„h a st i g e n' Einkaufs von Dallas. noten, den Rathenau in seiner Rede vor dem Reichswirtschastsrat rügte, machen sich demnach auch in Amerika unliebsam bemerkbar. Deulschsr Metallirbeltsrrerb. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- richt, daß unser Kollege, der Arbeiter 32/11 Augast Dimmey Gotzkowslystr. 26 am 18. Juni gestorben ist. Ehre seine« Andenke» I DieBeerdtguna findet am Mittwoch, den 22.Iuni, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle de» Neuen Johannis- Kirchhofes in Pliitzensee aus statt. RcgeBetciligung erwartet Die Ortsoerwaltung. Körperschastssteuer unö Kapitalertragsteuer Nochmalige öffentliche �ufforöerung zur Abgabe öer Steuererklärungen zum Zwecke öer ersten Veranlagung zur körperschastssteuer u. zur kapitalertragsteuer Etatt Karten. Für die innige Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden beim Heimgänge unseres teuren Entschlafenen, des Kaufmanns Otto Barth sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten UN- seren aufrichtigen Dank. Insbesondere danken wir den verschiedenen Rednern für die trostreichen Worte am Sarge, den Vereinen und Deputationen. Friedrichshagen, 20.Juni 1321. Die trauernd. Hinterbliebenen. vsmöttsslrevellile md«der Gute Verdtenstmöglichkettenl AufklSrung und Anregung gebende Broschüre: Sia neuer ti eist? sendet gratis jg. Erdmnnn& Co., Berlin. Kbntggriißcr Str. 71. vi- nuxedeur« filackit llesttypnotlsmur, d. pers. Mafinetis- I musu-dHeilmag- I netismus. Leicht. u. beste Methode, I s. ElnfluB auf and. auszuüb,, d. Hyp- , notisieren zu erl., Qlücku. Erfolg im Leben zu haben.— Unentb. f. jed. Mensch. Ueb. 100000 Expl. verk. 120 Stn. Illustr. Pr.O�OM. u.l.SOM. Pt. Qr.Bücherkat. gr. Albrecht Donat,Verl.,Leiprlg42 I. Die nach 9 1 des KörperschastSsteuergesetzes der KörperschaftSsteuer unterliegenden Steuerpflichtigen, die im Bezirke des LandeS-Finanzamt» Groß-Berlin den Ort der Leitung oder, wenn der Ort der Leitung im Ausland liegt, ihren Sit, einen nach 5 71 der isteichsabgabenordnung bestellten Vertreter oder den größten Teil ihreS inländischen Vermögens haben, werden aufgefordert, die Steuererklärungen für die Veranlagung zur Sörperschastssteuer abzugeSeu. KSrperschaftssteuerpflichtig sind: 1. die ErWerbegesellschaften(Mtiengesellf chaften, Kommanditgesellschaften aus Aktien, Kolonialgefell- schaften. bergbautreibende rechtfähige Vereinigungen und nicht rechlssäbigc Berggewerkfchasten, Gesell- schasten mit beschränkter Haftung, sonstige Per- souenpereinigungen mit wirtschaftlichem Geschäfts- betriebe, deren Zweck die Erztelung wirtschaftlicher Vorteile für sich oder ihre Mitglieder ist), 2. die Erwerbs- und Wirtschaktsgenoffenschaften. Ber- sicherungSberetne aus Gegenseitigkeit und die doli- tischen Parteien und vereine mit eigenem Gewerbe- betriebe, 2. sonstige juristische Personen des bürgerlichen AechtS, insbesondere eingetragene Vereine, rechtsfähige An- stalten und Stiftungen, 4. juristische Personen des öffentlichen Rechts, insve- sondere kirchliche Körperschaften, Anstalten und Stiftungen, 6. nicht rechtsfähige Personenvereinigunge» und Zweck- dermögen mit Ausnahme der offenen Handelsgesell- schaften, der Kommanditgesellschaften und der sonst!- gen Erwerbsgesellschaften, bei denen die Gesell- schafter als Unternehmer(Mituntcrnehmer) des Be- triebs anzusehen sind. Die Abgabe der Erklärung liegt»b: bei juristischen Personen den gesetzlichen Vertretern. Sei Personendereinigungen und Zweckdermögen, die eigene SiechtSfähigkeit nicht besitzen, den Vorständen oder Geschäftsführern und, so- weit solche nicht vorhanden sind. den Mitgliedern oder Beteiligten(99 84, 8» der Reichsabgabenordnung). Prokuristen und Handlungsbevollmächtigte find gur Ab- MkowiittsSe ViWie« usw., Ankauf, Berkaus, Umtausch Gotoehr-Aobrit• Gustav Rätzel, Marlcffralenstr. 50. Parzellen günstige Lage, verlaust billig Eteuereinnehm. Aerner, Bahn- Hof Strausberg. Constantinstr. 7 Wunderbar hat Ihr Bart- stcchtenmittel„Karo, an" ge- wirst E» ist von allen Mitteln d. beste, was ich seit 4 Jahren an- geuiendet habe.Bcstrahlungcn u. alles andere haben nicht so ge- Metallbetten, Etahlmatratzen, Kinderbetten dir. an Private, Katal. ZOK frei. Eisenmäbelfabrik Suhl iThür.) gäbe der Erklärung nicht berechtigt. Steht nach der Satzung. Stistnng oder sonstigen Per- fassung die gesetzliche Vertretung nur mehreren Personen gemeinsam zu, so ist zur Abgabe der Steuererklärung die Mit- Wirkung der für die Gesamtvertretung vorgeschriebenen An- zahl von Personen erforderlich. Zur Abgabe der Erklärungen find die Personen- Vereinigungen und Zweckvermögen verpflichtet, deren Steuerpflicht am Tage de» Zntrafltreten» de» Körper- schaftssteuergesehe»(15. April 1920) bestanden hat. Die Steuererilärunge« müsse»»m- fassen:_____ 1. das Einkommen der Gescbästslahre(Wirtschaffs- jähre), deren Ende in die Zeit vom 1. April 1313 bis 31. Mär, 1320 fällt, oder, wo ein vesondereS Geschäftsjahr nicht vorliegt, das Einkommen des Kalenderjahres 1013(9 20 des Körperschastssteuer- aS Einkommen der GeschäflSjahr«(Sirtschafts- jähre), deren End« in die Zeit vom 1. April 1320 bis 31. März 1921 fällt, oder, wo ein besonderes GefchästSjllhr nicht vorliegt, das Einkommen des Ka- lenderjahres 1920. Für jedes nach dem 31. Mir, 1313 abgelausene Geschästsiahr ist eine besondere Steuererklärung abzugeben. Di« Steuererklärungen sind in der Zeit vom 1. Juni bis 31. Juli 1921, soweit jedoch am 81. März 1321 de» Geschästsabschlutz durch Wto iständigen Organe(Mitglil'---..... noch nicht feftgeste..... der Feststellung bei dem unterzeichneten die zuständigen Organe_........................... binnen drei Monaten nach ...... Finanzamt schriftlich einzureichen oder zu Protokoll des Amtes im Dienst- gebäude Berlin T. 2, Jüdenstr. 59, abzugeben. Die Erklärungen find mit der Verstcherung abzugeben, da* die darin enthaltenen Angaben nach bestem Wisse» und Gewissen ge- macht sind. Die Einsendung der schristlichen Erklärung durch die Post ist zulässtg. geschieht aber auf Gefahr des Absenders und deshalb zweckmäßig mittels Einschreibebriefs. Münd- liche Erklärungen werden von dem unterzeidineien fistnanz- amt während der Keschästsstunden von 11 bis 1 Uhr zu Protokoll entgegenaenommen. Ter etwaige KeschäftSvericht(AahresSericht) und Mit- gliederdersammlungSbeschlutz sindi in doppelter Äusserst- gung anzuschlietzen. Fall« Bücher im Sinne des Handelsgesetzbuchs geführt werden, lst eine Abschrift der nnderkürzien Bilanz sür die maßgebenden Geschäktsjahre einzureichen(9 174 der Reichs- abgabenordnung). Ist eine Gewinn- und Verlustrechnung aufgestellt, so ist auch diese beizufügen. Liegen keine kaufmännischen Abschlüfie vor. so find die sonstigen Rechnungen, Abschlüsse, Rechenschafts- oder Ge- schästSberichte anzuschließen. Aus der Bilanz oder den Erläuterungen soll klar her- vorgehen, wie Gegenstände des Gebrauchs und Lager- bestände bewertet und welche Beträge darauf und aus zweifelhafte und uneinbringliche Forderungen oder sonst ab- geschrieben worden sind. Wenn Ausgaben für Anlagen als Unkosten gebückt find. ist der Betrag in der Steuererklärung und in den Erläute- rungen anzugeben. Als Scknldposte» dürfe» Berpfficklungen aus Bürg- sckastcn.«efälligleitsakzepten und dergleichen in der Bilanz nur ausgeführt werden, wenn die Rückgriffsrecht« berück- fichtiat find. Tie Beitreter des Steuerpfttchstgen haben aus Ver- langen die Richtigkeit ihrer Angaben nachzuweisen: ste können von dem Finanzamt und dem Steuerausschuß zur mündlichen Vernehmung vorgeladen und mit Genehmigung des Landesfinanzamts zur Abgabe einer eidesstattlichen Verstcherung über die den ihnen behaupteten Taffachen an- gehalten werden. Wer die Frist zur Abgabe ber Steuererklärung versäumt, kann mit Ordnungssttafen zur Abgabe angehakten, auch kann dem Steuerpslichtlgen ein Zuschlag bis zu zehn v. H. der endgültig festgesetzten Steuer auferlegt werden s9 170 Abs. 2 und 9 202 Abs. 2 der ReichSabgabenordnung). Wer die Körperschastssteuer hinterzieht oder zn hinter- ziehen versucht oder wer eine derartiae Handlung feine« VorletlS wegen begünstigt oder bierbei hilft, wird mit einer Geldstrafe bis zum zwanzigfachen Betrage der hinter, ogenen Steuer bestraft. Die Steuervfflchtlge» werde» fer»er darauf hi»gewtefe». baß ftir die nach de» 81. März 1021 abgelaufene» Geschäftsjahre die Steuererklärungen binnen zwei Monaten nach Zustellung des Steuererklärungsbordrucks. wenn jedoch ein Vordruck nicht zugestellt wurde, binnen drei Monaten nach Ablaut des Tages, an dem das IabreseraebniS(der Jahresabschluß) von den zuständigen Organen festgestellt wurde, abzugeben stn». N. Die»nl«r I, 1 BTtz 4 genannten kürverschastsstener- dflichligen Personenbereinigungen und Zweckvermögen wer- den aukgekordert, gleichzeitig mit der KörperfchaftSstener- erklärung die auf Grund der Verordnung vom 8. Juni 1321 über die Abgabe der Kavitalerttagsteuererklärung(Zentral- blatt für das Deutsche Reich S. 41) vorgeschriebene Kapitalertragsteuererklärung abzuaeve». Die Steuererklärungen müssen»msassen folgend« In der Zeit vom 81. März bis 31. Dezember 1920 fällig gewordenen Erträge: 1. Dislontveträge don Wechsel» und Anweisungen einschließlich der Schatzwechsel, soweit es stch um Knvttalanlage handelt, 2. alle Erträge auS ausländischen Kaditalanlagen (auch aus Wertpapieren). Gleichzeitig find zum Zwecke der Rachdrüfung einer richtig vorgenommenen Besteuerung die in der genannten Zeit sälltg gewordenen Kapitalerträge der in 9 2 Ar. l. 4 bis 0 de« Kapitalertragsteuergesetzes bezeichneten Art (Zinse»»«» Hdpotheke», sonstige Forderungszinse»,«ich «u» Warenf-rderungen ufw.) anzugebe».«rundfätzltch Nnd bier der einzelne Zinsbetrag und der Name des betreffenden Schuldners gesondert auknifllhren. Bei Steuerdffichtige», welche Handelsbücher nach den Vorschriften des Handels- gesetzbuchs führen, genügt es jedoch, wenn die in der ge- nannten Zeit fällig gewordenen Zinsen in einer Summe ahne Aennung deS Namens der einzelnen Schuldner ange- geben werden und ferner eine Erklärung darüber abgegeben wird, od di« genannten Zinsen versteuert stnd oder»icht. Verl in. den 18. Juni 1321. Zentral«Fmanzamt(1). Kriegsanleihe wird zu 84% in Zahlung genommen. Spottbillige Preise! Eini! Soweit Vorrat I hpr.Regeiiiiiitel.. 125-495 Kostiime...... 120-975 Weite Dister---- 130-650 Msntelkleider.... 255-870 Cmsteiäntei... 198-521 40-351 ÄdsneStriekjackeD 108-350 RSeke 48-276 370-728 42-216 Gummimäntel für Damen 300 M., für Herren 450 M. ietgt im Ausverkauf! Piöscl)mäntel775, Pelzmäntel 2500, 3200, 4200, 5000 Westmann 1. Geschäft: Berlin W, 2. Geschäft: Berlin NO, Mohrenstraße 37a Gr. Frankfurter Str. 115 Korpulenz? Erkundigen Sie sich Ober die Erfolge von Dr. Maliers ä Entfettungs-Tabletten Keine Sctailddrfise Kein AbfGhroilttel Ausführt. Ut gratis durch Elefanten-Apotheke, Berlin SW 213 Leipziger Str. 74(Dönhoffpl.) [ Amt Ztr. 7132 1 Aerztlich geleitete, modern eingerichtete Heilanstalt für ambulator. 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Richter, Berlin-Moabit, waldstr. 33, Lungenleiden, Blnterrout, Nervenschwäche geheilt— 2, Herr Georg Heinrich, Baumschulenweg, Baumschulenstra&e 29 IL Lungenleiden geheilt.— 3. Frau Berta Dachow, Neukölln, Emser Streike 158. Von Bronchialasthma, nervöser Herzschwäche und Neurasthenie geheilt.— 4. Herr K, Ensle, Restaur„ Charlottenburg, Huttenstralzo 12, Chronischer Mittelohrkatarrh geheilt— 5. Frau Käte Tschoepe, Bln.-Südende, Lichterfelder Str. 37, Von allgem. Nervenschwäche. Herzneurose und Unterleibsleiden geheilt.— 6. Frau M. Znfke, Berlin, Nollendorfstr. 40. Rheumatismus u. steife Schulter geheilt.— 7. Herr E. Ehrhardt, Gr�-Lichterfelde, RingstraSze 52a. Chronisches Hüftgclenkleiden wiederholt erfolgreich behandelt— 8. Frau EL Hohdorff, Berlin, Kolberger Str. 28-29. Nerven- u. Knochenhantentzündung— vollständig gelähmt— geheilt.— 9. Herr P. Nayda, Berlin, Prinzenallee 72-73. Von Kopf- und Kreuzschmerzen, trockener Brustfellentzündung nach Influenza geheilt.— TO. Frau E. Herzmann, Schöneberg, Feurigstr. 61. Eiternde Fistel nach Blind- riarmoperfltkm geheilt— II. Herr E. Ritter, Friedenau, Spon» Kolzstr. 56. Von Kniegelenkleiden geheilt— 12. Frau A. Rohr» mpser, Berlin, Breslauer Str. 1. Alles fünfzehniähriges Herzleiden geheilt.— 13. Herr M. Aufener. Reinickendorf-West An- tonienstr. 3. Kiefervereiterung geheilt— 14.?frau H. Hagei. Sachscnhaasen b. Oranienburg L M. Unterl.-Blutungen und Nervenleiden geheilt— 15. Frau Ww«. Fritschler, Berlin, Ma- rienburger StraEte 48. Darmgeschwulst geheilt— 16. Frau des Herrn Inspektors O. Heinrich, Berlin-Friedrichsfelde, Magerviehhof. Von Geb.-""*""~"----•-- Harelbcrg sucht, Hering, Berlin, Schönhauser Allee 6/. Von Basedowscher Krankheit griteilt— 19. Herr A. Brose, Berlin-Tempclhof, Friedrich- Wilhelm-Strafze 14. Schweres Rfickenmarkleiden mit Lähmung der Beine vollständig geheilt— 20. Frau E. Popp, Bln.-Lichten- berfl- Gärtnerstr. 10. Von chron. Frauenleiden, Herzschwäche «. Verstopfung geheilt— 21. Herr A. Schlabitz, Berlin, Caprivi- stra&e 24. Von Gesichtslnpus geheilt; vorher mit Radium er» folglos behandelt— 22. Herr A. Hellwig, Bln.-Borsigwalde, Emststrafee 25. Von Magengeschwulst Verstopfung und Nervenschwäche geheilt— 23. Herr Milchhändler Eckert, Berlin, Greifenhagener Str. 26. Von gichtisch-rheumatischen Schmerzen in Bein und Fufegelenk geheilt— 24. Herr Gastwirt C Michaelis, Charlottenburg, WaUstr. 87. Von chronischem Leberleiden und Gelhsueht geheilt— 25. Frau M. Knorr, Berlin-Lichtenberg, Schamweberstrafee 62. Von Herzschwäche, Leber- Anschwellung und Magenkrebs geheilt— 26. Sohn Paul des Weichen« steflers Herrn Wilhelm Haffner, Berlin-Westend, Beamtenhaus. Von schwerem Beinleiden geheilt Bein sollte abgenommen werden. Briefliche Original-Anerkennungen von uns geheilter Patienten stehen im Wartezimmer der Anstalt auf Wunsch zur Einsicht Sprech- n. Behandlungszeit: 9—1, 4— 7 Ke Sonn- u. Feiertags 0— L Prof. Dr. med. u. Dr. der Mechanotherapie P. Mistelsky, Arzt im Auslande approbiert, von der deutschen Regierung anerkannt Berlin SO 16, Brückenstraße 10b am Bahnhof Jannowitzbrucke Keine briefliche Behandlung, nur nach genauer Untersuchung in der Heilanstalt 30jährige Praxis III Denmaehst eraebelnt! Demnächnt erscheint! Möbel-Angebot. Solide Möbelfirma liefert S»«z>al-Gt». u. Zwvlzlmn,»» afiorichwuge» fomi« tZlnzetmöbel gegen Zl>>»«»rgiiiung bei«nastiger Anzahl»»» und gerinaea lnoaaliichen Aakenzohluagon. Ost. poftlagertarle tiZ, Poftnmt O 27. Seine Kassierer._ gt»ftt« Kulanz. Händler! I»8/b' ITeu eingetroffen: i Peldgrau« DrailanaQg«, DraHJackan, I KhaklanzUga,(aldgraiia Heaan usw. Gattel& Wasserzug, Berlin, Kurstr. 32, III Elektrotechnische Ausbildung beginnt: Sandnba, Friedrich- straße ZI._ 82951)« BDeiMiug Vorwärts Berlin SW.'iT, UndeislrtBi 1 FranzMehringi DegtseheGeseliielitefBBi iBsgugileslittelsiters Ein Leitfaden für Lehrcndeu.Lernende Preis geb. Mk.1440 J. LARIN und L. 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Raus aus ZReht Der ehemalige Gouverneur von Metz, General von Oven, einer von den 45 Kriegsbeschuldigten, deren Fälle dem Reichsgericht überwiesen sind, wollte in Kaiserslautern einen Vortrag halten. Die Rheinlandkommission verbot die Versammlung und verfügte die unverzügliche Ausweisung von Ovens aus der Pfalz. Haudels-ll-Vook.Deutschland" versenkt! Das frühere deutsche Handelsunterseeboot.Deutschland", das ISIS in Baltimore eingelau- fen ist, wurde auf der Höhe der Virginia-Capes als Zielscheibe benutzt und ist dabei in Grund gebohrt worden. Ein anderes ehemaliges deutsches U-Boot,„U. 3", das gleichfalls als Zielscheibe gebraucht wurde, nahm soviel Wasser auf, daß es auf die Seite ge. legt werden mußt«. Es liegt teils Wer, teils unter Wasser. All« Versuche, es durch Pumpen wieder flott zu machen, sind vorläufig fehlgeschlagen.— Die Vernichtung des Handels- U.-Bootes „Deutschland" ist eine Schmach für diese„Fried«ns"zeit. Zonischnee im Riesengebirge. Da» Riesengebirge war Dienstag früh bis auf SSO Meter herab völlig verschneit. Polnische Toleranz. Ln der„Germania" gibt Reichstagsabge- ordneter Dr. Herschel folgende Episode aus Oberschlesien wieder: „Beim Angriff auf Loslau war dem polnischen Insurgentenführer Michalski das Pferd unter dem Leibe erschossen worden. Er befahl, daß sein Streitroß auf dem jüdischen Leichenwagen seier- lich bestattet werde und daß die jüdischen Bürger es zu be- gleiten hätten, als die Stadt von den Aufrührern genommen war. Das ist eine van Zeugen eidlich erhärtete wahre Begebenheit.-— Das Geschrei in Paris möchten wir hören, wenn katholischen Polen so etwa» von evangelischen oder griechisch-orthodoxen Nachbarn ge- schähel Aranzöflsche Schiffsarlilleriefchelben. Im Kriegshafen Lorient haben Artilleriefchießübungen der französischen Flotte begonnen, wobei der ausgelieferte deutsche Kreuzer„Thüringen als Ziel dient. Die „Thüringen" ist in Cherbourg und Brest alles brauchbaren Materials entkleidet und für die Benutzung als Schießscheibe hergerichtet worden. Es handelt sich bei den erwähnten Schießübungen um ein Wirkungs- schießen auf Entfernungen bis zu 12 000 Meter, weiter um die Er- p r o b u n g von Granaten, die die Türme der Kriegsschiffe in Brand setzen sollen.— Ehemals deutsche U-Boote dienen als Ziele für Bombenwerfer. Man sieht, Frankreich rüstet kräftigst ab. Warnung] 1 D 6 TS 8 1-Fälschung Wir haben festgestellt, daß Persll- Fälschungen in täuschend ähnlichen Paketen mit wertlosem Inhalt im Verkehr sind, daher zu bliltgen Preisen angeboten werden können, wie es besonders im StraBen- und Markthandel in die Eischeinung getreten ist. Die Fälscher sind ermittelt und die Beschlagnahmungen im Gange. Wir warnen die Handlerschaft vor diesen Fälschungen, da sich jeder durch den Verkauf solcher Ware groBen, Unannehmlichkeiten aussetzt Wir empfehlen den Hausfrauen, um vor Fälschungen und Schaden gesci�izt zu sein, PERSIL nur In den einschlägigen Geschäften zu kaufen. Der Preis fär ein Paket echtes Perslfi beträgt nach wie vor M.4� Henkel& CI«-. Düsseldorf MeiMaMenM Oerwaltunasftaie Berlin X IL 54, Clnlenltr. 83—85 DOB ootm. 9 Uhr bi»»ach«. 4 Uhr Sdephsn:«tot SioSr» lR. 1288, MST. 271« Km CmtBersraa, tien 23. Saal. Badtralibigs«"- Ahr. w(xr» SatltecfUen.«atfei-aNK�üa-Sitafee 31 Brsn»2tiaaitniiing öerälcn ettertÄ- Mer m MietzsWimmer ?ao»,°rdnung: 1. Scrlifti nob SleNangnahm« jnm laiitabichlnfe. 2. Srandienongelegncheiten. Ä. Betried«. «ngeUgerheiten und Berlchtedene«. Dt- Ort«oerwalwag. �eu! Dr. Rawitzkls Neu Sruelidsnä ohne Jeder D. a. tmamsama Hält jeden Bruch zurück. Preis von 40 M. an Za haben nur vom Fabrikanten Fr. 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Genosse Franz Krüger gibt in einer parteigenössischen Korrespondenz folgende Darstellung der mit Herrn Steger- wald um die Umbildung der preußischen Regierung geführten Verhandlungen: Genosse Wels hatte bei den Verhandlungen im Reichstage über die Bildung der neuen Regierung den Vertretern des Zentrums und der Demokraten erklärt, daß nach Auffassung der sozialdemokratischen Fraktion ihr Eintritt in die Reichsregierung auch eine Neubildung der preußischen Regierung zur Folge haben müsse. Herr T r i m- dorn(vom Zentrum) erwiderte, das halte auch er für s e l b st v e r» stündlich. Als Herr Stegerwald noch am Abend im Reichs- tage von Wels vor dieselbe Frage gestellt wurde, erklärte er, daß er die gleiche Anschauung vertrete. Am nächsten Tage beauftragte die sozialdemokratische Land- tagsfraktion, von diesen Versprechungen informiert, die Genossen Wels, Siering und mich, sofort mit Herrn Stegerwald in weitere Verhandlungen einzutreten, da nach unserer Auffassung die Reu- blldung der Regierung sofort, noch vor der Pfingstvertagung des Landtags, vorgenommen werden müsse. Herr Stegerwald bestätigte darauf die einleitenden Bemerkungen des Genossen Wels, daß er die Neubildung der Regierung für unbedingt notwendig halte. Die Sozialdemokratie habe Anspruch darauf, nachdem sie in schwerster Stunde die Mitverantwortung im Reiche übernommen habe, von ihm genau so anständig behandelt zu werden; als er geglaubt habe, die Deutsche Volkspartei behandeln zu müssen, solange sie in der Reichsregierung saß. Man könne nicht verlangen, daß die Sozialdemokratie im Reiche die schwere Ver- antwortung trage und im größten Verwaltungs- staat Preußen ausgeschaltet bleibe. Er habe auch gegenüber einigen Herren im Zentrum, die die Auffassung vertreten, daß es in Preußen vor- läufig ruhig so weitergehen könne, sofort betont, daß er das nicht mitmache. Herr Stegerwald erklärte weiter, daß er allerdings, da er zuletzt mit den Stimmen aller bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemo- traten gewählt fei, in sein jetziges Ministerium nicht einfach die So- zialdemokratie aufnehmen könne. Er müsse daher zunächst zurück- treten, und die Parteien, die die neue Regierung bilden wollen, müßten sich auf einen neuen Ministerpräsidenten verständigen. Er halle es auch für zweckmäßig, daß diese Verständigung bereits vor seinem Rücktritt herbeigeführt werde, um die erneute Wiederkehr des unerfreulichen Schwebezustandes zu vermeiden. Bei diesen neuen Verhandlungen könne nicht er, sondern müßten die Parteien die Jni- tiattve ergreifen, da er ja gar nicht wisie, ob er Ministerpräsident bleibe. Bleibe er es nicht, so würde er an der neuen Regierung überhaupt nicht teilnehmen. Er müsse sich überhaupt sehr überlegen, ob er noch weiter Mini st er bleibe, da seine Gewerkschaften ihm bereits lebhafte Vor- würfe machten, daß er sein früheres Versprechen, wieder in ihre Leitung zurückzukehren, nicht ein- gelöst habe. Unser Verlangen, die Regierungsneubildung noch vor den Pfingstferien vorzunehmen, hielt Herr Stegerwald nicht für durch- führbar, da die Zeit zu kurz sei und bei Zentrum und Demokraten auch führende Personen, die fiir die Verhandlungen unentbehrlich 'i feien, nicht mehr anwesend seien. Diese Ueberstürzung sei auch nicht notwendig, da er so seinen Standpunkt, daß sofort nach den Pfingst- ferien die Verhandlungen zwischen den Parteien aufgenommen werden mühten, auch bereits in einer Erklärung an die Presie niedergelegt habe. An feinem Standpunkt ändere sich also nichts mehr. Und der Landtag habt es ja in der Hand, die Ferien nicht zu lange auszudehnen. Wir gaben uns mit diesen Erklärungen des Herrn Stegerwald zunächst zufrieden, da aus ihnen ganz deutlich hervorging, daß Herr Stegerwald zwar nicht die Leitung der Verhandlungen zwischen den Parteien über die Regierungsneubildung übernehmen wollte, daß er aber damals auch nicht gewillt war, den bisherigen Zustand aufrechtzuerhalten und ohne Teilnahme der Sozialdemo- kratie an der Regierung Ministerpräsident zu bleiben. Noch den Pfingstferien des Landtags hat Herr Stegerwald, je mehr er sich über diese Frage geäußert hat, sich auch immer mehr zum gegenteiligen Standpunkt durchgemausert. Seine letzten Reden und Interviews waren geradezu eine Aufforderung an Zentrum und' Demokraten, sich auf keine Verhandlungen über eine Neubildung der preußischen Regierung unter Beteiligung der Sozialdemokratie einzulassen und mindestens von der Forderung nicht abzugehen, daß auch die Deutsche Volkspartei hinzugezogen werde. Er ist ja bereit,.aus Trotzt Minister zu bleiben, solange es ihm— und den Deutschnationalen beliebt. Wenn Herr Steger- wald in seinem letzten Interview in der.Germania" erNärt, daß die nächsten Aufgaben der preußischen Politik nicht gelöst wer- den können gegen den Widerstand der vereinigten Rechtsparteien, so bedeutet das nicht» anderes, als Herr Stegerwald glaubt, zwar ohne Sozialdemokratie, aber nicht ohne Rechts- Parteien regieren zu können, und daß er seine Politik auch tat- sächlich hierauf einstellen will. Herr Stegerwald oerleugnet also offen die Anschauungen, die er damals uns gegenüber vertreten hat, und die Versprechungen, die er uns gab. Herr Stegerwald stand also vor Pfingsten ungefähr bei W i r t h. Jetzt ist er in seiner Entwicklung auf halbem Wege zu Kohr. Mit seiner Behauptung, gegen die Rechtsparteien J nichts ausrichten zu können, hat er sich dieser ganz in die Hände gegeben. Es versteht sich von selbst, daß eine Regie- rung, die ihre Abhängigkeit von den Rechtsparteien bekennt, bei der Sozialdemokratie auf schärfsten Widerstand stoßen muß. v_ die Schulüen Zrieörlch Leopolüs. Seit der Revolution SO Millionen durchgebracht! Zwischen der preußischen Regierung Stegerwald und dem Prin» zen Friedrich Leopold ist laut„ß.-A." ein Vergleichsvertrag zustande gekommen, wonach die Regierung sich verpflichtet hat, als Vorschuß auf die Einnahme der von ihr beschlagnahmten Liegenschaften des Prinzen sämtliche Schulden des Prinzen, die dieser in Lugano gemacht hat, zu begleichen. Ausgenommen sind zwei Beträge von je 200 000 Arank, die als erste Hypotheken auf den beiden Villen stehen bleiben, die sich der nolleidende Mann aus dem Hohenzollern- Haus hat bauen lassen. Der bar zu zahlende Rest beträgt 1 400 000 Schweizer Aranken. Mit den beiden obengenannten Beträgen be- tragen die Gesamtschulden Friedrich Leopolds 1S00 000 Schweizer Franken, das sind nach dem jetzigen Valutastande nahezu 20 ZNillio- nen Mark. Dieses kleine Schuldensümmchen ist seit der Revolution ange- sammelt worden. Ein Zeichen, in welche Notlage die Hohenzollern durch die Revolution versetzt worden sind und mit welch s p a r t a- nischerCinfachheitsie ihre Not ertragen. Während nach dem Zeugnis der rechtsstehenden Presie die deutschen Arbeiter prasien und schlemmen, hat sich Friedrich Leopold durch Hunger und Entbehrungen M Millionen Schulden„erspart". Hut ab vor den HohenzollernI Prozente von öer Einheitsfront. Eine kleine Anfrage des Landiagsabgeordneten Gen. Krüger an die preußische Staatsregierung macht auf folgendes Institut auf- mertsam: In Berlin, Vendlerstraße 16, besteht ein Bureau mit der Firma.Nationale Einheitsfront". In dessen Auftrag bereist ein Mann namens D o n n e r das Land, um Mitglieder und namentlich Geld zu sammeln. Donner hat die vertragliche Zu- sicherung, daß ein erheblicher Prozentsatz des gesammellen Geldes ihm als Provision verbleibt. Anderen Organisationen hat sich Donner früher gegen eine 50 pcozentige Provision von den ge- sammelten Geldern angeboten. Soweit uns bekannt ist, hat Herr Donner, bevor er den(finan- ziellen) Wert der nationalen Einheitsfront entdeckte, in Kriegs- beschädigten spekuliert. Zu diesem Zweck verband er sich mit dem Vorsitzenden des gelben Esiener Kriegsbeschädigtenverbandes Adorf, ließ sich kostspielige Bureaus in zehn Städten einrichten und verlangte dafür 50 Proz. der eingehenden Gelder. Die Entrüstung der Kriegsbeschädigten verdarb ihm das schöne Geschäft. » Im„Deutschen Abendblatt" vom 14. Juni(Herausgeber Rein- hold Wulle) findet sich folgende Notiz: »Wer Geld verdienen will, stelle sich in den Dienst der Wohltätigkeil. Zuschriften anst. gebild. Herren und Damen(über 25 Jahre) unt. A. 2 Deutsch. Tageblatt, Leipzig, Wintergartenstr. 10." Wenn das Inserat nicht in seinem Blatt stände, würde Herr Reinhold Wulle sicher das Inserat selber wie seine Aufnahme in seiner Zellung als„echt jüdisch" bezeichnen. Der Tote üer Z9V. Der Tod des Oberwachtmeisters B u ch h o l z von der Z. B. V. 1 Charlottenburg(Hundertschaft zur besonderen Verwendung) erscheint in immer seltsamerem Lichte. Der Tod des Oberwachtmeisters war amtlich als Selbstmord gemeldet worden. Wie uns jetzt auf das Bestimmteste versichert wird, hat die auf Drängen der Angehörigen vorgenommene Sezierung der Leiche nicht Selbstmord, sondern Tätung durch fremde Hand ergeben. Für diese Annahme spricht auch, daß Buchholz kurz vor seinem Tode verschiedene Handlungen vorgenommen hat, die nicht auf Todesabsicht schließen lassen: er ließ sich rasieren, seinen Anzug zum Ausgang bügeln usw. Es erscheint nicht ausgeschlosien, daß Buch- holz aus Gründen getötet worden ist, die in das öffentliche Gebiet hinüberspielen. Der Tote war bekanntlich wegen angeblicher Unterschlagungen verhaftet, dann aber wegen mangelnder Beweise auf freien Fuß gesetzt worden. In den Stunden vor seinem Tode arbeitete er noch intensiv an der Rechnungsführung, um die— wie er sagte— wirk- lich Schuldigen zu entlarven. Diese Absicht hat er auch Verwandten gegenüber ausgesprochen. Vielleicht wären dabei nun allerlei Interna der Z. B. V. 1 zur Sprache gekommen,— und man sagt, daß diese frühere Hundertschaft des Herrn v. Kessel mehr Ge- h e i m n i s s e in sich birgt, als mancher ahnt. Da kam der plötz- liche Tod des Buchholz. Daß mit dieser Hundertschaft„zur besonderen Verwendung" vieles nicht in Ordnung ist, beweist auch ein Fall aus dem vorigen Jahre, den der damalige Innenminister Severing als„an Meuterei grenzend" bezeichnet hat. Bei der Z. B.D. 1 wurden verborgene Waffen entdeckt. Als der Kommandeur der Schutzpolizei Major K a u p i s ch sich persönlich von dem Sachverhalt überzeugen wollte, wurde ihm in der Kaserne ein Empfang zutell, der alle Pflichten gegen den Vorgesetzten außer Acht ließ. Da- mal»— es war im November 1920— sollte der Führer der Z. B. V. 1 OberleuMant(jetzt Hauptmann) S t>e n n e s versetzt werden. Dagegen lehnte sich die Hundertschaft in einer an Meuterei grenzenden Weise auf und setzte tatsächlich ihren Willen durch. Stennes ist heute noch Führer der Hundertschaft. Es wird übrigens behauptet, daß der getötete Oberwachtmeister Buchholz Herrn Stennes bereits bei Uebernahme der Kasie ein vorhandenes Defizit von 20 000 Mark gemeldet hat. Severins gegen Dominicns. . Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages setzte am Dienstag die Vorberatung des Haushalts des Ministeriums des Innern fort. Abg. Severing(Soz.) wendet sich im Lauf der Debatte gegen den Abg. v. Campe(D. Vp.) und gegen Minister Dominicns. Er verliest einen Erlaß des demokratischen Regie- rungspräsidenten Pohlmann aus Magdeburg vom 8. Mai 1921, der eine starke„Gesinnungsschnüffelei" darstellt und der beweise, daß der Minister die Revolution vergcsien habe. Wir haben ein republi- kanisch-demokratisches Staatswesen. Deshalb ist nicht allein die sachliche Vorbildung, sondern auch die politische Haltung der höheren Verwaltungsbeamten maßgebend. Die Berufung von Außenseitern muß solange fortgesetzt werden, bis die Arbeiter eine Pertretung im Staatsleben haben, die ihrer Zahl und ihrer Beden- tung entspricht. Deshalb haben mich die Worte des Ministers sehr überrascht, daß„im vorigen Jahre Mißgriffe vorgekommen" sind und daß es„so nicht mehr weitergehe". Der Minister wird die heftigste Opposition.be> ollen feinen Amtshandlungen von der Sozialdemokratischen Partei finden. Auch unabhängige So- zia'isten muß man zu Beamten machen. Verfehlt ist auch der Erlaß des Ministers gegen die Kommunisten. Zum Schluß bespricht Abg. Severing die Maßnahmen des Selbstschutzes in Ober- schlesien. Minister Dominicns: In welchem Umfange die Be- setzung der Stellen mit nichtvorgebildeten Beamten er- folgen könne, ist fraglich. Ich habe schon zwei(!) sozialdemo- kratische Landräte ernannt. Es besteht die Gefahr für den ordent- lichen Gang der Berwaltungsgeschäfte. Eine große Anzahl von Assessoren hat sich schon aus der Perwaltung geflüchtek. weil sie keine Hoffnung haben, Landrat zu werden. tWelch entsckliches Unglück! Red. d.„B"). Rur bereits bewährte Assessoren dürfen die Stellen erhalten. Diesen Standpunkt teilt auch der sozialdemokratische Regierungspräsident Grützner aus Düsiel- dorf. Man will draußen im Lande nicht Parteileute. sondern be- währte Vcrwaltungsbeamte. Mein Kommunistenerlaß schließt sie nur aus leitenden Stellen aus. Gerade der Aufstand in Mitteldeutschland hat mich zu diesem Erlaß veranlaßt. Der Kampf um üie Steuern. Der Steuerausschuß des Reichstages erledigte am Dienstag den Entwurf eines Gesetzes über die Verlängerung der Gültigkeitsdauer des Kohlensteuergesetzes, das bis zum 31. März 1922 verlängert werden soll Abg. Keil(Soz.) erinnert daran, daß seinerzeit ein Antrag von ihm im Ausschuß angenommen wurde, nach Anhörung des Reichskohlenrats eine Neuregelung des Sohlensteuergeseße« in Angriff zu nehmen. Es sei aber noch nichts geschehen, ebensowenig habe man etwas unternommen, um der Frage der Gemeinbewirtschaftung der Kohle näherzutreten. Keil fragt, ob die Regierung bei der Beratung des Deckungsprogramms diesem Ge- danken nähertreten werde.— Stgatssckretär Zapf erwidert, daß in der Frage der Sozialisierung das Reichswirtfchaf ts- m i n i st e r i u m zuständig ist, das wohl mit entsprechenden Vor- 'fchlägen kommen werde. Abg. Dr. yelffersch hält die Soziyli, j i e r u n g zurzeit für undiskutabel, weil man damit der En- tente den Zugriff auf das Ruhrgebiet erleichtere.(!) Das Gesetz wurde hierauf gegen die Stimmen der Unabhän- gigen angenoinmen, nachdem in§ 6 der Absatz gestrichen ist, wonach der bei Ermäßigung der Steuer für einzelne Bezirke und Brenn- stoffarten entstehende Ausfall durch eine Erhöhung des allge- meinen Steuersatzes ausgeglichen werden soll,— Es folgte der Gesetzentwurf über die* Abänderung des Zuckersteuergesehes. Diese Steuer soll nach der Vorlage in Zukunft für 100 Kilogramm Reingewicht 100 ZN. statt bisher 14 Ist. betragen. Namens der Sozialdemokratie erklärte Abg. Keil, daß feine Partei nicht in der Lage sei, in die Beratung dieses Gesetzes einzutreten. Dies könne nur nach Vorlage und im Rahmen des gesamten Deckungsprogramms geschehen. Bei aller Anerkennung der Verpflichtungen, die durch die Unterzeichnung des Ultimatums uns auferlegt sind, ist nicht einzusehen, daß zunächst mit einem Steuer» gesetz angefangen werden muß, das zweifellos eine starke Be- lastung dSr Verbraucher darstellt. Es gäbe jedenfalls an- dere viel näherliegende und ergiebigere Quellen als die Zuckersteuer. Zuerst die B e s i tz st e u e r n und erst dann, wenn diese nicht aus- reichen, könne man an indirekte Steuern herangehen. Staatssekretär Zapf bittet, in die Beratung der Vorlage ein- zutreren. Die Deutschnationalen und die Deutsche Voltspartei geberden sich auf einmal, als liege ihnen die Er- f ü l l u n g der Bedingungen des Ultimatums, das sie bekanntlich ab- gelehnt haben, ganz besonders am Herzen. Sie reden von Steuer- sabotage. Genosse Keil antwortet ihnen entsprechend. Die Be- ratung der Zuckersteucrvorlage wird zurückgestellt.— Staatssekretär Zapf teilt dann mit, daß das Lohnstcuergeseh nun dem Reichstag zugegangen sei. Da indes keine Möglichkeit be- stehe, es noch vor den Reichstagsferien zu erledigen, sollen die im Gesetz enthaltenen Grundsätze im Wege der Verordnung hinaus- gegeben werden. Das Gesetz selbst soll erst am 1. Januar 1922 in Kraft treten._ Lager Sielow. Das Lager Sielow bei Kottbus, in dem Oberschlesier interniert sind, war Gegenstand einer Besichtigung durch die interfraktionelle Kommission. Von dieser wurden drei Fälle festgestellt, in denen Beamte ihre Amtsgewalt mißbraucht und Gefangene miß- handelt haben. Die Hauptbeschwerden der Internierten beziehen sich allerdings auf ihre Festnahme in Oberschleflen und auf den Transport nach Sielow, wobei zweifellos Mißgriffe und Uebergriffe vorgekommen sind. An den Tagen des Transportes, dem 9. und 10. Mai, herrschte große Hitze. Die Gefangenen wurden nicht mit der genügenden Sorgfalt betreut, die Wagen waren nicht genügend gelüftet, auch herrschte Mangel an Trinkwasser. In Kottbus kam es dann auch zu sehr erheblichen Mißhandlungen. Von dem Stadtrat Stein, der bekanntlich getötet wurde, wird jetzt offiziös behauptet, er sei nicht Opfer der Mißhand- lungen durch die Menge, sondern„lediglich das Opser seiner Körper- konstitution und der Strapazen der Reise". Aus deutsch also: Es ist auf seinen körperlichen Zustand nicht die mindeste Rücksicht ge- nommen worden. Ein gerichtliches Verfahren schwebt deswegen, aber wir haben nicht das mindeste Vertrauen zu unserer Rechts- pflege, daß sie hier irgendwelche ausreichende Sühne schaffen wird. Dos Lager Sielow wird übrigens im Laufe der Woche end- gültig aufgelöst. Die öeutschen Schulüverschreibunyen. Parts, 21. Juni(WTB.)„New Pork Herald" erklärt, in unter- richteten Kreisen glaube man, daß der stanzösische Plan, die deuffche Reparationsschuld durch beschränkte Ausgabe von Schuldverschrei- bungen seitens der einzelnen alliierten Gläubiger flüssig zu machen, binnen kurzem von der Reparationskommission gutgeheißen werde. Die amerikanische Finanzwelt werde den Plan b e g ü n st i g e n. Die Angelegenheit werde aus der Tagesordnung einer neuerlichen Sitzung der alliierten Finanzmänner stehen, die am Freitag in Berlin stattfinden werde. Man glaube, daß die Auegabe der Schuldverschreibungen durch die alliierten Länder vor dem 1. Dezember erfolgen könne. In der erwähnten Sitzung der Finanzdelegierten werde man sich auch von neuem mit dem Preise der auf dem Wasserwege von Deutschland gelieferten Kohle und mit der Verteilung der in Spa festgesetzten 6!4 Proz. der beut- schen Entschädigung unter die kleinen Mächte beschäftigen, da bis jetzt in der Kommission keine- Einstimmigkeit habe erzielt werden können. Wie der.Temps" mitteilt, haben folgende Mächte keinen Anspruch auf einen Anteil von der von Deutschland zu zahlenden Entschädigungsschuld, entweder weil sie keine Schadenansprüche stellten oder weil sie mit Deutschland vor dem Waffenstillstand sich nicht im Kriegszustand befunden haben. Es sind dies die Ver- einigten Staaten von Amerika, Bolivien, China, Kuba, Ecuador, Guatemala, Haiti, Hedschas, Honduras, Nicaragua, Panama, Peru, Polen und Uruguay. Neue Regierung in Wien. Men, 21. Juni.(WTB.) Die Nationalversammlung hat mit 93 christlichsozialen und großdeutschen gegen 62 sozialdemokratische Stimmen die neue Regierung gewählt. Die neue Bundesregierung nahm die Wahl an. Die neuen Minister. Der bisherige Wiener Polizeipräsident Johann Schober, Kanzler und Aeußeres, der großdeutsche Dr. Waber, Innert, Settionschef H e n n e t, Ackerbau, Sektionschef Rodler, Verkehrs- wesen, Sektionschef Pauer, soziale Verwaltung, Sektionschef An- g e r e r, Handel, Sektionschef B r e i s k y bleibt Vizekanzler und Unterrichtsminister, Sektionschef P a l t a u f, Iustizminister, Sek- tionschef Grimm, Finanzminister und der christlichsoziale Abg. D a u g o i n, Heeresminister. Die Regierung Mayr war zurückgetreten, weil die bürgerlichen Steirer trotz aller Drohungen, besonders der südslawischen mit nacktem Landraub, durchaus ihre Anschlußabstimmung haben woll- ten. Es ist nicht klar, ob sie auch weiter darauf bestehen: jedenfalls hat der italienische Gesandte eben wieder gedroht. Da werden die Steirer doch wohl auf die leider nur platonische Kundgebung ver- zichten. Die neue Regierung besteht wie die alte aus Christlich- sozialen, Beamten und einem Großdeuffchen. tzarüings völkerbunü. Washington. 21. Juni.(Pariser New York- Herald.) Zwei süd- amerilontiche Regierungen haben in Washington um Berichte über den Hardingschen Plan einer neuen Gesellschaft der Nationen er« sucht. Die Hauptpunkte der Antwort find folgende: Die Gesell- schaft werde zunächst ohne geschriebene Verfassung bleiben. Sie werde mit einem Rat aus Vertretern einer Anzahl von Nationen arbeiten, deren Entscheidungen mehr beratenden als bindenden Charakter haben sollen. Der gegenwärtige Oberste Rat werde al» kern für die Gesellschaft benutzt werden. Ein internationaler Ge- richtshof ohne zwingende Schiedsgerichtsgewalt und ohne Straf- mittel solle gebildet werden. GewerMastsbswegung Die Enverbslosenöemonstratlonea im Reiche und— in Berlin. Wie aus dem rheinisch-westfäliscken Industriegebiet berichtet wird, sind die Kundgebungen der Arbeitslosen unter sehr geringer Teilnahme und ruhjg verlaufen. In Remscheid und Elberfeld beteiligten sich kaum 400, in Barmen etwa 8S0 Personen. Eine noch geringere Beteiligung wies die Demonstration in Essen auf. In Berlin konnte auch besser.gearbeitet� werden. Hier sind die Zentralstellen der KAPD. und der VKPD.; hier bat man stille Reserven im Asyl sür Obdachlose. Nirgends sonst sind soviel .Gewerkschaftsbonzen* in einem Hause auiammen als im Berliner Gewerkickastshaus, wo nach zwei ungestört verlaufenen Proben die .Aktion* klapven mutzte. Die Demonstration sollte sich auch gegen die Bourgeoisie richten. Doch selbst das schlemmende Schmarotzertum Berlins wurde in seinen Bergnügungsstätten am Montag so wenig behelligt als an irgendeinem anderen Tage. Der deutlichste Beweis dafür, datz die Macher des Ganzen, denen die geistige Heber- Windung der.Gewerlschaftsbureaukratie* zu anstrengend und auS- sichlslos erscheint, es aus deren Niederknüppelung abgesehen hat, während ihre Presse sich auf einen Feldzug der Lüge, Verleumdung und Verhetzung eingestellt hat. Sie wissen, datz ihnen auf diesem Boden nicht entgegengetreten werden kann.— Ein Vorgang, der in der Oeffcntlichkeit bisher nicht bekannt geworden ist. verdient besonders hervoigehoben zu werden. Bei den Zui'ammenstötzen vor dem Gewerkichaftsbause schrie die Hamburger Kommunistin Kelly G u t m a n n unablässig aus den Genossen Wisiell ein;.Sie Bonze. Sie junger Mann!* DieieS Verhalten kennzeichnet am besten den Geist, aus dem jene Kundgebung heraus geboren wurde. Die Arbeiter und Arbeitslosen, die die Kundgebung veranstalteten, sind in gewissem Sinne als mitzleitet zu bedauern. Schärfste Ver- urteilung aber finden diejenigen.Führer*, die immer wieder aufs neue sich nicht entblöden, für ihre duntlen Ziele Arbeiter ins Treffen zu führen, und sie aus derselben Gesinnung heraus als Kanonen- futter zu mitzbrauchen, wie der Militarismus es mit deutschen Arbeitern im Weltkriege tat. Allein dieses Treiben wird die Wirkung haben, datz jeder anständige Arbeiter und Angestellte sich von dieser Gesellichast abwendet und die Einheitsfront der Ge- w e r k s ch a f t e n gestärkt wird. „Heimarbeit" bei der Ncichsversichcrungsanstalt. Auf Verlangen des ReichSarbettsmiuisteiiums und deS Tirek- toriu s der Reichsversicherungsanstalt sür Anaestellte wurde für die in letzterer tätigen Beamten die volle achtstündige Arbeitszeit eingeführt und die Dien st stunden von 8 bis 4 Uhr sest« gesetzt. Die Beamten erklärten sich damit einverstanden, verlangten jedoch ihrerseits, datz sie nun auch dem ReichsbesoldungS- geieg euiivrechend bezahlt werden. Darüber schweben noch Ver- Handlungen, deren Ausgang abzuwarten bleibt. Der Betriebsrat iorderte nunmehr vom Präsidenten der Reichs- Versicherungsanstalt, datz auch sür die höheren öffentlich- rechtlichen und nach der ReichSbesoldungSoldnung bezahlten Be- amlen der Dienst von 3 bis 4 Uhr eingeführt weiden soll. Der Herr Präsident erklärte, daS sei nicht möglich, weil die höheren Beamten Arbeit nach Ha nie mitnähmen.(!) Er werde aber den Dienst für dre höheren Beamten ans die Zeit von 10 bis 3'/? ll h r anordnen; auf 51 2 anstatt 8 Stunden. Ter Einwand des Betriebsrats, datz die mittleren Beamten schon jahrelang zur Bewältigung ihreS� Pensums die dienstliche Arbeit zu Hause fortsetzen müsse», blieb unbeachtet. Die NeichsveisickerungSanstalt ist so eingerichtet, damit in ihren Räumen die Angestellten ihre Arbeiten verrichten, und nicht in ihren Wohnungen. ES ist. gelinde gesagt, eine Unsitte, die Mitnahme von Arbeit nach Hause zuzulassen und es den höheren Beamten sreiznstellen, wie lange sie in ihren Bureaus tätig sein wollen, ob und wie lange sie zu Hauie für den Betrieb tätig sein wollen. Die Arbeite» dürsten nur in den dazu bestimmten Arbeit*- räumen verrichtet und nicht daraus mitgenommen und aus den Wohnungen wieder mitgebracht werden. Auch die mittleren Be- amlei, mützlen auf die Beseitigung dieser«Heimarbeit* dringen. DaS Pensum darf nicht höher geichraubt werden, als in der Arbeits- zeit bewältigt werden kann._ Wie Schlichtungsausschüsse informiert werden. Beim Schlichtungsausschuß in Oldenburg ist eine Lohn- streitigkeit der Metallarbeiter anhängig. In einer Verhandlung am 2. Juni entschied der Schlichtungsausschuß u. a.: Es kommt darauf an. ob die Lebenshaltung augenblicklich teurer ist als im Januar-Februar, wo die letzten Löhn« festgesetzt sind. Es wurde beschlossen, hierüber weitere Ermittlungen anzu- stellen. Der Industrie» und Arbeitgeberoerband in Oldenburg sah sich durch diesen Beschluß zu dem Entgegenkommen veranlaßt,„fördernd einzugreifen*. Nach Dr. Kuczynski, der als„Unabhängiger* bezeichnet wird, sei für Mai im Verhältnis zum Februar eine Lebenshaltungsverbilligung von 11, bzw. 17, bzw. 23 Punkten festgestellt; nach Calw er eine solche um 6,42 M; nach Dr. Elsaß eine solche um 17 Punkte; nach den Großhandelsindex- Ziffern der„Frankfurter Zeitung* eine Verbilligung um 6 Punkte. Prof. Dr. S i l b e r g l e i t habe eine Verbilligung um 3,24 M., bzw. 2,33 M., bzw. 4,30 M. festgestellt, der Leiter des Statistischen Amts für Oldenburg eine Verbilligung um ö Punkte. Man gibt zu, daß im Verhältnis von Mai zu Februar die pro- zentuale Verbilligung geringer als 8,60 Proz. sei, welche Zahl für die Lebcnshaltungskostenverbilligung für April im Verhältnis zum Dezember errechnet war. Im Februar aber seien die Kosten ge- ringer gewesen als im Januar und noch niedriger als im Dezember 1920. Die Verteuerung von Milch und Butter im Mai sei nur vorübergehend usw. Es folgt dann ein ziffernmäßiger Nachweis für die große Not der Metallindustriellen, speziell der der in Frage kommenden Waggonbauanstalt. Höher« Löhne könnten nicht gezahlt werden. Sollte sich der Schlichtungsausschuß dennoch unterstehen, der Waggonbauanstalt höhere Lohnunkosten zu verursachen, müßten die Arbeiter entlassen und der Betrieb geschlossen werden. Der Schlichtungsausschuß bzw. die folgenden Instanzen habe es in der Hand, einer Belegschaft von fast 300 Arbeitern durch einen Spruch das Brot zu nehmen, da der Waggonbauanstalt nicht zugemutet werden könne, ohne Verdienst bzw. mit Verlust zu arbeiten. Weiter wird der Schlichtungsausschuß belehrt:„Das Bestreben nach Lohnabbau geht über die ganze Welt. Der Lohnabbau ist bereits in namhaftem Unfange vollzogen.* Es folgt dann aus der„Deutschen Arbeitgebcr-Zeitung" der Hinweis auf die Kon- kurrenzfähigkeit der deutschen Exportindustrie, in deren Intereffe die deutsche Industrie sehr bald dazu übergehen müffe. die Löhne und Gehälter angemessen herabzusetzen. „Es mag dem einzelnen Arbeiter unbillig erscheinen, wenn man von ihm verlangt, daß er unter der Notwendigkeit des Abbaues mit der erste Leidtragende ist. Immerhin mag er aber er- wägen, daß er um so weniger einer Betriebseinschränkung oder gar einer Betriebsstillegung anheimfällt, die für Betriebe unumgänglich eintreten würde, in denen nicht rechtzeitig der Lohnabbau erfolgt.* Stets, wo es sich darum handelt, einen Schiedsspruch oder deffen Verbindlichkeitserklärung herbeizuführen, spielt das Unternehmertum den Trumpf aus, mit Betriebs st illegung zu drohen. Und meist verfängt diese Drohung, die Befürchtung für Erwerbs- losenunterstützung höhere Summen aufwenden zu müssen. Der hier geschilderte Fall ist gewiß alltäglich. Aber er ist typisch für die Art, wie die Unternehmer Schlichtungsausschüsse und Demobilmachungskommiffare zu beeinflussen suchen, Arbeits- einstellungen provozieren und das Wirtschaftsleben fa- dotieren. Das Unternehmertum ist unausgesetzt an der Arbeit, die öffent- liche Meinung, Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung im Sinne seiner Profitinteressen zu„informieren*. Von der Stinnessie- rung der Presse und ihres Nachrichtendienstes bis herab zur„In- formation* der Nachtwächter werden alle Kanäle mit den Nachrichten der Unternehmer gespeist. Den Arbeiter- und Angestelltenorganisntionen ist es nicht mög- lich, einen gleichen Informationsapparat aufzubieten. Dennoch kann weit mehr geschehen, als es heute der Fall ist. Auch den Betriebsräten ist hier ein reiches Tätigkeitsfeld geboten. Doch darf sich die Berichterstattung nicht in breit ausgesponnene Einzelheiten und persönlichen Kram verzetteln, sondern sie muß sich aus kurze, sachliche, unanfechtbare Darlegungen beschränken. Die«sinnlos verhehlen* verlreter der städtische« Gulsarbeiker — so swreibt der leider noch von so manchem Arbeiier abonnierte .Lokal-Änzeiger*— verweigerten Zugestündniffe, so datz die Ver- Handlungen vor dem Demobilniachungskomniissar abgebrochen werden mutzien Das schreibt der.Lokal-Anzeiger* in demselben Satz, in dem er beriwien mutz, datz auch der Magistrat keine Zu- geständniffe machte. Klüger sein sollte doch der Magistrat. Durch die Herabsetzung der Stieikenden in der bürgerliwen Presse wird doch an den Dingen nichts geändert I Nützte man den dazu auf- gewandten Scharfsinn, um einen AnSgleiw zu slbaffen, dann wäre der Streik längst wieder beendet. Durch daö Eingreifen der Stadt- verordnetenversammlung wird wohl ein Umschwung der unerquick- licben Situation herbeigeführt. Somper» und der Intern aki«male Gewerychaflsbrmd. Nach einer HavaSmeldung aus Denver hat der Internationale Gewerkschaftsbund in Amsterdam an den amerikanislhen Arbeiterbund ein Schreiben gerichtet, in dem er ihn ersucht, seine Austrittserklärung rückgängig zu machen. Der amerikanische Arbeiterbund flies GomperS, über dessen Recht, sich als Ver- treter der amerikanischen Arbeiterschaft zu bezeichnen, sich streiten ließe) erklärte in seiner Antwort, dieses Ersuchen sei eine Belcidi- gung und fügte hinzu, der Internationale Gewerkichaftsbund sei kein Vertreter der Wünsche der internationalen Arbeiterschaft. John L. L e w i S, der Präsident der Bergarbeiter der Vereinigten Staaten, teilte auf dem Gewerkschaftskongreß in Denver mit, datz er feine Kandidatur für die Präsidentschaft der Gewerkschaften der deS Präsidenten Samuel GomperS gegenüberstelle. Arbeitswilligenschutz in England. Da bisher alle Manöver und Drohungen versagten, die Front der Bergarbeiter zu durchbrechen, kündigle Lloyd George im Unler- hause an, datz alle Arbeiter, die arbeiten wollen, in diesem Falle also die Streikbrecher, genügenden Schutz der Re- g i e r u n g erhallen würden. Man rechnet noch nicht damit, datz viele Arbeiter nach den Bergwerken zurückkehren.— Sie kehren alle zurück, sobald man ihnen den Weg geebnet hat, ohne datz es der Drohungen und des Zwanges bedarf.— Aus Wales wird be- richtet, datz Postenketlen der Streikenden die Arbeitswilligen ver- bindern zur Arbeit zu geben. Viele Frauen feien dabei behilf- lich. Man habe in vielen Fällen die Polizei zur Hilfe gerufen, doch sei eS zu ernsten Zusammenstößen bisher noch nicht gekommen. gentral»crba»>» der Glaser. Zahlstelle Berlin. Freitag 7 Uhr Mitglieder. Versammlung im Istewerlschaftshaus. Verband de« Gärtner und Gärtnereiarbeiter. Gruppe Gemeindegärtnerei. Freitag 7 Uhr in Eckiulz' Festsälen, Berlin, Am Königsgraben 2, Branchenver. fammlung für Droh-Berlin.__ Soziales. Eriverbslosenunkerslützung bei Unterbrechungen. Nach einem neueren Bescheide deS Reichsarbeitsministers dürfen Unteistützungen an Erwerbslose höchstens insgesamt für 2 6 W ch e n gewährt werden, und zwar kommt für die Berechnung dieser Frist nur die Zeit nach dem 1. Oktober 1919 in Betracht. Dem- nach darf ein Erwerbsloser, der nach dein 1. Otiober 1919 in ine- gesamt 26 Wochen Erwerbslosenunletstlltzung bezogen hat, sei es mit oder ohne Unterbrecbungen, keine weitere Unterstützung vor Ablauf von weiteren 26 Wochen erhalten. Sofern die Landes- zentrolbehörde die Höchstdauer der Unterstützung auf 13 Wochen beschränkt bat, sind dieie l3 Wochen ebenfalls vom 1. Ok- lober 1919 an zu rechnen. Hat ein Erwerbsloser in diesem Falle die 13 Wochen Erwcrbslosenunlerstlltzung bezogen, so darf ihm erneut Unterstützung erst nach Ablauf von' 2 6 Wochen seil der Eln- stellnng der Kürioige gewährt werden. Die LanheSzentralbehörde hat eS aber in der Hand, ob sie die Höchstdauer der Unterstützung in der Weise iinler 26 Wochen herabsetzen will, datz die Unter« slützung auch dann zu entziehen ist, wenn sie mir Unterbrechung gewährt worden ist und die ein»elnen Bezugzeitiäume zusammengerechnet die Tauer von 13 Wochen überstelgen. ?ugenüveranfta!tungen. Bere-n Arbeit«. Zugcnö Gr»h. Berlin. Sekretariat: B®. 40, Ja de» Zelte» 23. Heule. Mittwoch, den 22. Juni: Köpeaiik. Grün-, Ecke Kietzer Straße, Bsrtrag:„Darwin und Darwims. MUS*.— Fricdrichshage». Sckmrnweberstr. 105», Bartraa:„Die großen Uta. Pisten*.— Kanlsdors. Schule Adolfstraßc, Bartrag:„Schiller und Goerhe, ihr« Bedeutung für die Arbeiterjugend*.— Lichtenberg. Parlaue 10, Vortrag: „Was ist Bildung*.— Warieadars. Schulbaracke Königstraße:„Wilhelm Busckr*. — Süd-Weft. Zentraljugendbeim Lindenstr. 3, Bortrag:„Paulsens Schulpro. gramm*.— Westen. Kursllrftenftr. 141, Baugewirkschule, Leseabend:„Maxim Gorki*. Veranlw sür den redalt. Teil: Dr. Werner Peiler, Cbarlotlenburg: tür Anzeigen Th. Glocke. Berlin. Verlag: VorwörlS-Berlag G.m.b.H.. Berlin. Druck: Vor wärts-Vuchdruckcrei u. Verlagsanitalt Vau! Singer v. Co.. Berlin. Lindenstr. 3 Hierzu 2 Beilagen uB�i beseitigt schnell, sktier und schmerzlos � Hühneraugen _ HomhautSchwidenii Warzen, Jn /botheken» Orogencn erhält Wi BERLIN C2 Breite strasse BERLIN C2 Brttd Inveniur* Ausverkauf Blusen aus WCI6. und farbig. Baumwoll-Voile.., M. bis M. 6650 Kleider au» gestreift. Voll-Voiie................... M. 205.� KoStume au» wollgcmisditen Stoffen................ M. 375."" Mantel farbige, au» covertcoatartigen Stoffen......... von M. 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