Nr. 2�5 ♦ 38. Jahrgang Musgabe A Hr. 150 Bezugspreis« Viertelj ahrUZo,— M., mouatl. 10�- Vi. frei ins L>aus, voraus zahlbar. Post- bezug: MonatllSi lg,— M. einschl. Zu» stellungsaebühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, das Saar- und Mentelfiebiet. sowie die ehetnal» deur» scheu Gebiete Polens. Oesterreich, Ungarn und Luremburg 20.— M, ftir das übrige Ausland 27,— M. Post- b-stellungcn nehuren an Oesterreich, Ungarn, Tschecho- Slowalet, Däne- March. Holland, Luxemburg, Schwede» und die Schweiz. Der»Vorwärts� mit der Sonntags- beilage„Volk und Reit", der Unter- baltungsbeilage �eimwelt" und der Beilage»Siedlung und Kleingarten� «Icheint wochentäglich zweimal. Sonn- wgs und Montags einmal. Telegramm- Adresse: «Sozioldrmotrat lZrrNu- Morgen Ausgabe berliner volksblstt Anzeigenpreis, Dt« achtgespalten« NonparrtvezeN» tostet iUio M„Älrine Unjetgea** da» sengedruikr« Won IAO äji.(zu- lässig zwei trilgedrnät» Wones, l«de» weiter« Won t,- M. SleU«ngesuch, und kchlafstellenanzetgkn da» erst» Wort U— M. sede« weiter« Wort «0 Psg, WoNe über l» Buchstabe» zählen für zwei Won«. gamtlien-An- »eigen für Abonnenten Ret!» S,— M. Ott Preis« verstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen für die nächst» Rnmmer müssen dt»» Uhr nachmittag» tu» Hauptgeschäft, Berlin SW 68. Linden- straß« st abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis d Uhr abend», V Zentralorgan der rozialdemokratlfcben parte» Deutfcblands Neöaktion und Expedition: SW 68, binden str. 3 S�tefHi-orleo»-- Redaktion ajiorifcpIdU 151«5— 97 sonn!ag. den 26. Juni, nachm. 3 Uhr. im Dir chrw-Kr antenhaus ein Konzert mit>-Eapp«IIa-Chör«n. Daran onschliehend wird der Derein im geschlossenen Zuge nach der Spielwiese des Schillerpartes marschieren, um auch dort von«Iwa S Uhr nachmittags ab obeimals ein ilonzert zu geben.— Am Souniag. den 17. Juli d. I«., 2 Ubr nachmittags, veranstaltet der Verein im Dereinslazaiett III sür Kiefer- schußverletzte in Charlotlcnburg am RcichStanzlcrpIat ein Konzert. Wichtige vorlagen X Reichstag beschlußunfähig Im Reichstag wurden am Freitag zuerst Kleine An- fragen beantwortet. Dem Abg. v. S ch o ch!-«« T R-d---»ul-».«°ll>»D..IIch,-»d,Ich nicht b-- Hobe ich oerstehen chnne«: Wie kann die Lohnsteuer eine Den Mmschau. stätigt hat, sondern Radet zu derselben Zeit, wo er sich in Deutsch land aufgehalten haben soll, eine seiner bekannten Reden in Moskau gehalten hat.— Abg. Weiß(Dem.): Wieweit ist das Reichsgesetz zur Bekämpfung von Schmutz und Schund gediehen?— Staatssekretär L e w a l d: Es ist der Entwurf ausgearbeitet, aber einge- loufene Bedenken und Vorschläge werden noch geprüft. Dem Reichs- tag wird die Vorlage im Herbst zugehen.— Auf eine Ansiage des Abg. B e u e r m a n n(D. Bp.) über die Deutschenoersolgung in Ostrowo erklärt die Regierung, daß bereits Ende Mai Anzeichen einer plan» mäßigen Bewegung gegen die Deutschen erkennbar war, die zu den Vorfällen zum 2. Juni geführt hat. Die polnischen Behörden haben nichts getan, um den Ausbruch der Deutschenoersolgung zu oer- hindern.(Hört, hört!) Die Regierung hat sowohl in Posen und Warschau als auch in Paris, London und Rom energisch Protest' eingelegt und Schutz für die Minderheiten gefordert. Der Vertreter der Posener Reaierimg hat sein Bedauern ausgesprochen und er- klärt, daß eine Wiederholung der Vorfälle verhindert werden würde. Trotzdem sind an' anderen Orten neue Ausschreitungen vorgekommen.(Hört, hört!) Die polnische Behauptung, die Ans schärsung der Einkommensteuer bedeuten? Ich sähe es gern, wenn im Ausschuß eine hinreichende Sicherung geschaffen wird, damit das Lahnsteuergefeh keine Verschärfung für die Lohn- und Gehaltsempfänger bedeutet. Binnen kurzem werden Sie die Möglichkeit haben, die Debatte über die steuerliche Erfassung des Besitzes fortzusetzen. Ich kenne die Fehler des Not- opfergesetzes. Gerade diejenigen Besitzenden, deren Werte sich nicht vergrößert haben, haben ein ungeheures Opfer gebracht. Be- sonders der alte Mittelstand ist das Opfer der großen Geldentwertung geworden. Wir müssen prüfen, wie die Realwerte und die Pro- duktionsmittel herangezogen werden können. Aber nur objektiv werden wir das Problem lösen können. Vizepräsident Vell macht den Reichsfinanzminister darauf auf- merksam, daß er nicht von törichten Behauptungen einiger Abgeordneten sprechen darf, da hier niemals törichte Reden gehalten werden.(Heiterkeit.) Abg. Seil(Soz.): Nach reiflicher Prüfung sind wir den Beschlüssen des Unter- ausschusses beigetreten. Noch heute sind wir der Auffassung, daß das Notopfer der Abgabe der oermögenden Klasse ist. Bei der Hin- Zuziehung des Vermögens für die Erfüllung der ReparationspsUch- fchrritungen seien eine Folge der Entlassung polnischer Arbeiter in werden wir nicht nur Minderungen des abgabepflichtigen Ver Deutschland, ist falsch, denn solche Entlassungen sind nur ganz ver-!—-.....-------- mögens, sondern auch ev. Vermögenszunahmen berücksichtigen einzelt in der Niederlausiß erfolgt(und inzwischen gerichtlich als un-' �uch wir stehen auf dem Standpunkt, daß eine auf 30 bis berechtigt erklart worden. D. Red.). S.e waren auch nicht von bru-!»,'t,iu, �aade nickt auf einer einmaligen Veranlaauna !S0 Jahre verteilte Abgabe nicht auf einer einmaligen Veranlagung aufgebaut werden kann. Deshalb muß eine häufigere Ver- anlagung sowohl der vermehrten, als auch der verminderte« Ber- mögen erfolgen. Gerade die Besitzer von Sachwerten taien Ausschreitungen begleitet. Von der polnischen Regierung muß gefordert werden, daß sie der deutschen Minderheit den gleichen Schutz gewährt, den die 600 000 in Deutschland lebenden Polen genießen. Aeifollü-«bg Plettner(Komm) fragt an. ob die Regierung Reichsnotopfer bisher überhaupt nicht in nennenswerter das Militarbarackenlager auf �Sylt m�der Nahe eines Ferienheimes'. Abt. Rcuiilln. s Uhr bei Drescher, Neukölln, Benderftr. 20, Site erscheinen. Sharl-treub-rg-SPanda». (. An!*. Aranolöplatz, Sitzung des Feslausfchuiseo zum Waldfeft. WI. Abt. NiederschSnhinis«». 7V4 Uhr FunktionSrkonsereiiz bei Benkert, Tres. kowstratze. Ecke Uhlandstratze. Sämtlich« Bezirkssllhrer müssen unbedingt Di« juristische Sprechstunde am Sonnabend fällt Morgen. Sonntag, den 2ö. Iuni: d-ichshain. Nachmittags 2 Uhr Besuch der Sternwarte in Trep. tarn,«ortilhruna des hervorragenden Hochgebirassilms:„Die Wunder de» Schneeschuhs. starten zum Preise van 2 M. sind noch an der stass« zu haben. 2b. Abt. Der geplante Ausflug nach Spindlersfcld findet erst am Sonntag, den 8. Juli, statt. 81. Abt. Familienausflug nach Oranienburg. Absahrt 6,50 Uhr Stettiner Borortbahnhos. Nachzügler werden oom Restaurant Waldhous, Oranien. bürg, Schiitzenstrah« 8«, abgeholt. Arbeitsgemeiaschasi soz. Elternbeiräte de, 12. D-rwalwng»be,irk,! Bestchti- gung der Neukälluei viarttnarbeitsschule. Treffpunkt am Bahnhof Estdende, Punkt 9 Uhr. Sämtliche Denossen. die ein Interesse für unseren stampf um die Semelnschastsschule haben, find eingeladen, besonder, die soz. Lehrer. ?ugenüveranstaltunyen. Berel» Arbeiter. Zugenb Sreß-Berlin.«etretariat: NB.«. I» de» Zelte» 28. heule, Sonnabend, den 25. Juni: Eine Asnferenz sämtlicher Abteilungskassierer findet heut«»«>4? Ubr im Zeutralsugendheim, Lindenstr. 3, statt. Zeitungen, Marken und Ausgabe des Mitteilungsblattes. Preuzlaucr Borstadt. Wanderung Potsdain— Ferch. Treffpunkt 6 Uhr Danziger Straße, Ecke Seißenburger Straße. Vorträge, vereine und versammlunaen. Verein ber Westpreustea Neukölln. Zur Erinnerung an die Abstimmung findet am Sonntag, den 26. Juni, in der Lindl-Brauerei, Hermannstcaße,«in Gartenfest statt, verbunden mit«inderbelustigungen aller Art sowie verschie- denen anderen Ueberraschungen. Rächst« Versammlung b. Juli, 7 Uhr. gleichfalls in der stindl-Brauerei.— Ncichsoereiuigung ehem. striegsgrsangener«. v. «nippe Berlin NO. Montag, den 27. d. M., abends 7Z, Ubr, in den Unions-Festsälen, Dreisowalder Str. 221, Vollversammlung: anschließend ir, Fachgrupp!_,. W den 27, Juni, abend- 8 Uhr, Fachgruppe der Speziolistcu, im Elisabeihzatten, 910. 18, Elifabethstr. SO. Mus aller Welt. ll-.veulschlaatr nicht in den Grund gebohrt! Der.Rotterd. Courant" schreibt: Au« Lloyd» Liste gebt bervor, daß die HavaS- Meldung, wonach das Handelsboot.Deutschland" bei einer Schieß- Übung in den Grund gebobri sein soll, nicht zutrifft. Das Schiff befindet sich jetzt in Birkenbead bei Liverpool im Dock.— In Nordamerika sind die zwei ehemaligen deutschen Tauchboote.XlsiO" und ,V 48' durch die manövrierende Jägerflotte zum Sinlen ge- bracht worden. Abg. Löffler(Soz.): Daß das Kohlensteuergesetz kein ideales ist, darüber sind wir uns klar. Es ist aber jetzt angesichts der ungeheuren Lasten, die das .Reich durch das Ultimatum übernommen hat, nicht angängig, ein Gesetz, das dem Reiche 5% Milliarden einbringt, zu beseifigen. Arttkel 1 wird angenommen. Für den unabhängigen Antrag ans sofortige Sozialisierung des Kohlenbergbaues stim- men im Hammelsprung gg Abgeordnete, während 122 dagegen stimknen. Wegen Veschlußunsähigkeit vertagt sich das Haus auf 2�1 Uhr. In der neuen Sitzung wird die Vorlage oerabschiedet, vorher begründet Abg. Dr. Hertz lU. Soz.) eine Entschließung auf baldige Dar- legung eine» Gesetzes Über die Sozialisierung des Kohlenbergbaues: Da wir im gegenwärtigen Augenblick das Haus nicht durch eine lange Sozialisierungsdebatte in Anspruch nehmen wollen, finde ich es zweckmäßig, Sie an die Entschließung zu erinnern, die Sic am 30. Juli 1920 angenommen haben und die heute noch rechtsgültig ist. (Widerspruch in der Mitte und rechts!) Die Entschließung bett. die Sozialisierung wird zurückgezogen. Zur dritten Lesung des Gesetzentwurfs über den Staatsgerichlshof erklärt Abg. Dr. Herzfeld(Komm.): Dieses Gesetz ist ein neues Denkmal der Reaktton in Deutschland. Wir lehnen es ab. Die Schlußabsfimmung muß ausgesetzt werden, da nach der Verfassung die Anwesenheit von zwei Dritteln der Neichstaqsmit- glieder erforderlich ist und diese Zahl bei weitem nicht er- reicht ist. E» folgt die zweite Beratung de« Gesetzentwurfs zur befchleu- «igten Erhebung von Reichsnotopfer und Kriegsabgabe vom Vermögenszuwachs. Abg. Dr. Helfferich(Dnat.): Ich bin überzeugt, daß die Mehr- heit des Hauses und selbst die Reichsregierung das Reichsnotopfer- gefetz in seiner jetzigen Form für ungerecht und undurchführbar halten. Abg. Ryssel(U. Soz.): Helfferich hat 1915 ganz anders über das Notopfer gedacht. Die Borlage geht längst nicht wett genug, wir bedauern, daß sie im Ausschuß abgeschwächt wurde, werden aber dennoch für sie stimmen. Bezeichnend für die Steuerwilligkeit der Besitzenden ist«s, daß sich der Steuerausschuß heute in gutem Ber- ständnis für die Bedürfnisse der besitzenden Klassen vertagt hat. (Abg. Helfferich: Unerhörte Unwahrheit!) Abg. Vecker-Hessen(D. Bp.): Der Steuerausschuß hat sich nur vertagt, well einige Abgeordnete im Hauptausschuß Dr. Rathenau anhören wollten. Wer anders als die Besitzenden hat denn die 10 Milliarden an Notopferabgaben aufgebracht? Abg. Dr. Geyer(Komm.): Das Notopfergefetz leistet den Der- mögensoerfchiebungen geradezu Dorfchub. Abg. Dr. Hertz(U. Soz.): Dos neue Lohnsteuergesetz belastet die Lohnempfänger noch stärker als früher. Die Steuerhinter- Ziehungen müssen energischer bekämpft werden. Dabei werden wir die Regierung unterstützen. Weise betroffen worden. Hier muß die Reparattonssteuergesetz- gebung kräftig eingreifen. Die Vorlage wird in zweiter und dritter Lesung einftim- m i g angenommen. Ts folgen Nachträge zum Reichshaushaltsplan, und zwar zunächst zum Haushalt des vorläufigen Reichswirtschaft»- rats. Eine Entschließung verlangt die Vermeidung überflüssiger Doppelarbeit bei der Vorbereitung der Gesetzesvorlagen. Eine cm- dere Entschließung will die F r e i f o h r t der Mitglieder des Reichs- wirtsthaftsrats auf die Fahrt zwischen dem Wohnort und Berlin während der Zeit der Tagung beschränken. Abg. Schal,(D. Vp.) bittet gegenüber dem Reichswirtschastsrot keine Derärgerungspolitik zu treiben und die letztere Entschließung abzulehnen. Abg. hoch(Soz.): Die Mitglieder des Reichswirtschaftsrats sollen doch keine Rundreisen machen, sondern nur die Berufsstände bei der Beratung der Vorlagen vertreten. Die Entschließung auf Fahrkartenbeschränkung für den Reichs- wirtschaftsrat wird gegen die beiden Rechtsparteien a n g e- n o m m e n. Es folgt der Nachtrag zum Haushalt des Reichswehr» Ministeriums. Abg. Künstler(US.): Wenn man Mittel für Arbeitslose und andere notleidende Schichten fordert, so wird auf die Sparfamkeits- parole verwiesen. Aber für die Reichswehr, die stärkste Stütze der besitzenden Klaffen werden öffenlliche Mittel geradezu ver- schwendet. Nur die kleine Summe für Betriebsräte ist im Haushalt noch mehr gekürzt worden. Für militaristische Spielereien. zum Beispiel Paraden vor Hohenzollernprinzen sind Geldmittel vorhanden. In Oftpreußen übt der Kapp-General Dassel eine wahre Gewaltherrfchaft über die Arbeiterklasse aller polittscken Richtungen aus. Wie steht es mit der Abrechnung über die kosten des Baltikum-Abenteuers? Die Führer dieses Unter» nehmen? sind immer noch nicht zur Rechenschaft gezogen. Den Haushalt des Militarismus lehnen wir nach wie vor ab. Abg. Schöpflin(Soz.) bittet um Auskunft darüber, wie es kommt, daß immer noch Offiziere des allen Heeres befördert werden. Reichswehrminister Gehler: Es handelt sich hier um Borgänge aus der Abwicklungszeit, als die Verabschiedungen nicht namenttich, sondern generell erfolgten. Di« Beförderunqsverordnungen lagen vor und mußten bei der Abwicklung berücksichtigt werden.(Seit dem 9. November 1918 hat sich woh' nichts geändert? D. Red.). Der Hausdolt wird genehmigt. Die erste Lesung der Novelle zur Aenderung der /lt�estelltenverficherung wird fortgesetzt. Abg. Lambach(Dn.): Die Gründung von Heimstätte« durch die Reichsversicherungsanstall ist unbedingt erforderlich. Abg. Andre(Ztr.): Wir halten die Zeit für eine allgemeine UM» arbeitung des Versicherungsgesetzes jetzt nicht für gegeben. Abg. Thiel(D. Vp.): Auch wir legen großen Wert auf schnell« Verabschiedung. Abg. Aufhäufer(U- Soz.): Die Unzufriedenheit unter den An- gestellten mit dieser Versicherung besteht schon, fo lange das Besetz in Kraft ist. Diese neue Vorloge steht nur vte Erhöhung der Beiträge vor, läßt aber alles andere ungeändert! Das Rotgesetz will nur die Not der Versicherung, aber nicht die der Versicherten beheben. Auf die Durchpettschung des Gesetzes lassen wir uns nicht ein. Maß- gebend bei der Vorlage war der polllifche Gedanke, Arbeiter und Angestellte von einander zu trennen. Wir werden uns bemühen, an Stelle dieser Sonder Versicherung eine wirklich soziale, ein- h e i t l i ch e Versicherung der Arbeiter unb Angestellten zu setzen. Abg. vorh(Komm.): Dieses jämmerliche Flickwerk muß ersetzt werden durch ein großes Versicherungsgebäude, das alle Schichten umfaßt. Ein Vertreter des Arbeilsministeriums: Dl« Vorlage ist nicht von politischen Motiven beeinflußt. Vertreter der Angestellten habe« an der Vorbesprechung teilgenommen. Die Vorlage geht an den sozialpolitischen Ausschuß. Sonnabend 12 Uhr: Kleine Vorlagen und Nachttogsetais. Schluß gegen 7 Uhr. Unwetterkatastrophe in Japan. Walkenbrücke haben große Uebersckwemmungen>n Japan hervorgerufen. 250 Dörfer sind zerstört worden. 200 Personen sind ertrunken. Geschästlicke Mitteilungen. f.i den Lejug von Sommer'estartileln, wie Leunpions usw., empfiehlt(ich nun Pohl u. Weier Äachs..«pitteln-arkt 4—6, I. Di- Firma bietet al» lzeschitst all diejenige» Artikel, dl» zur Abhaltung eines gelungenen Festes Der Ausverkauf bei ben Aletderwerke» Baer S»h»,«hausieeftraH« 29 /3t, neigt sich seinem Ende zu. Die Preis- find erneut zurstckg-gange». öriefkasten üer Reüaktion. Tchristltche Sluskunst wird nicht erteilt. A. 1. Wenden Sie sich an be» Friedensbund für Ariegstellnehmee.(Etat- lottenburg, staiser. Friedrich. Straße 17».— St. US. Auskunft gibt Ib neu die i»„BorwSrt»',«r.«8, veröfftntlicht« Rott«„Freie Bah» de» Tüchtigen�. 14* Generalversammlung öes Deutjchen Textilarbeiterverbanöes. Dorberichi. Der Deutsche Textilarbeitervcrband beginnt am 27. Juni in Breslau seine 14. Generalversammlung. Der Verband zählt zu denen, die seit Beginn der Revolution sprunghaft ihre heutige Größe erreichten. Wir entnehmen aus dem vom Vorstand heraus- gegebenen Jahrbuch des Verbandes die folgenden Ziffern seiner Entwicklung und seiner Tätigkeit: Noch Ende des 3. Quartals 1318 74 123 Mitglieder zählend, zählte er deren Ende 1318 154 380: Ende 1313 schon 427 320(148 640 männliche, 273 280 weib- liche). Er gründete 1920 60 neue Zahlstellen(7 andere gingen ein) und zählte Ende 1320 mit seinen 12 Gauen 407 Zahlstellen mit 538 000 Mitgliedern und zwar 187 466 männliche und 350 443 weibliche. Es überwiegen also wie im Textilberuf so auch im Verband die weiblichen Mitglieder ganz außerordentlich. Der Verband hatte Ende 1920 einen chauptkassenbe- st a n d von 11 174 600 M., einen Kassenbcstand in den Gau- und Ortsoerwaltungen von 6 630 610 M., zusammen von 17 805 211 M. (Ende 1313: 4 833 326 M.) Die Gesamteinnahme von Hauptkasse und Ortskossen 1320 betrug 50 631 530 M.: ihre Gesamtausgabe 37 726 245 M. Darunter: Krankenunterstützung 1 783 473 M., Arbeitslosenunterstützung 3 877 561 M., Streikunterstützung 3 428 621 Mark. Dann folgen noch 301 722 M. an Gemaßregelten-, Sterbe-, Reise-, Umzugs-, Notunterstützung, Rechtsschutz sowie für eine Hilfsaktion für Oesterreich. Ueber die Berbandstätigkeit zur Erringung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen durch Lohnbewegungen berichtet das Jahrbuch, daß die im Iohrc 1313 geschaffenen zahlreichen Tarif- vertrage 1320 vornehmlich ausgebaut werden mußten. In den ersten Tarifverträgen waren die Lohnsätze meist nur als Mindest- oder Richtlöhne eingestellt; nun mußten sie für die ein- zelnen Branchen spezialisiert werden. Auf diesem Gebiete wurden gewaltige Erfolge erreicht, obwohl die Aufgabe verschiedentlich durch Krisen und politische Zwischenfälle erschwert wurde. Die Zahl der abgeschlossenen Tarife im Jahre 1320 beträgt 550. Ferner wurden 1320 1102 Lohnbewegungen ohne Streik ge- führt, die sich auf 13 403 Betriebe mit 325 468 Beteiligten erstreckten: (854 673 davon waren Mitglieder des Verbandes.) Bei diesen Be- teiligten wurde für 4824 Personen eine Verkürzung der Wochen- arbeitszeit von durchschnittlich reichlich 4)4 Stunden erreicht, wobei es sich meist um die Durchführung der 46-Stund«n- wache in noch rückständigen Betrieben handelte. Dann erzielten 302 743 Personen eine wöchentliche Lohnerhöhung von zusammen 33 862 507 M., dazu in verschiedenen Orten eine einmalige Teue- rungszulage. 82 Angriffs streik? in 708 Betrieben mit 43 023 Be- schäftigten erbrachten für 47 330 Personen eine wöchentliche Lohnerhöhung von 1 876 421 M Fast restlos führten die Angrifssstreiks zu Erfolgen.— In 18 Abwehr st reiks mit 4426 Beteiligten handelte es sich hauptsächlich um Abwehr von Unlernehmervorsiöhen zu einem Lohnabbau, die ausnahmslos abgeschlagen wurden, wäh- 'rend für 688 Personen noch ein« Lohnerhöhung dabei hcraussprong und nur ein Äbwehrstreik erfolglos blieb. Von 4 Aussperrungen mit 1137 Beteiligten führte eine nach vierwöchiger Dauer zur völligen Einstellung des Betriebes seitens des Unternehmers, die drei übrigen verliefen zugunsten der Ausgesperrten. Insgesamt hat der Vorstand im Jahre 1320 für 352 354 Personen eine Wümme von 35 777 768 M. erftrittener Lohnerhöhung statistisch erfaßt. Ein ausführliches kritisches Kapitel widmet das Jahrbuch u. a. dem Betriebsrätegesetz und dem Betriebsrätewesen in der Textilindustrie. Eine Tabelle vom April 1320(inzwischen ist die Mitgliederzahl des Verbandes bedeutend gewachsen, zugleich ist auch die Zahl seiner Betriebsratsmitglieder in die Höhe gegangen) be- richtet: von den in den Textilbetrieben gewählten 16 376 Vetriebsröien und Obleuten gehören 15 412= 30,8 Proz. zu den freien Gewerkschaften(ganz überwiegend zum Deutschen Textilarbeitervcrband), dagegen nur 1564— 3,2 Proz. zu gegnerischen Verbänden. Nach günstiger für den Verband steht der Vergleich der Organisationszugehörigkeit der Arbeiterräte untereinander. Von 15 483 Arbciterräten und Obleuten gehören zum Deutschen Textilorbeiterocrband 14 037— 80,7 Proz., zu anderen freien Gswerkichaften 561— 3,6 Proz., zu den Hirsch-Dunckerschen 46— 0,3 Proz., zu den„Christlichen" 731— 5,1 Proz., zu„ohne Angabe der Organisation" 43— 0,3 Prozent: d. h. also: von 100 Arbeiterräten resp. Obleuten find 34,3 freigewerkschaftlich, nur 5,7 gegnerisch organisiert. Der Verbandstag hat u. a. auch den unsere politischen Ver- hältnisse berührenden Punkt„Politik und Gewerkschaf- ten" auf der Tagesordnung Wir werden über die Verhandlungen laufend berichten. Wirtfeholfi Zum Wbau der krlegsgesellschafken. In einer Sitzung des Ausschusses zur Prüfung der Kriegsorga- nisationen(Unterausschuß für Rohstoffgcsellschaften) machte der Treuhänder Prof. Leitner Mitteilung von dem Verkauf der An- teile des Reichs bei der Deutschen Seeversicherungs- Gesellschaft vom Jahre 131 4 an die Privatgesellschaften, der nach dem Einschreiten des Ausschusses ein für das Reich um 4 Millionen Mark günstigeres Ergebnis zeigte als der ursprüngliche Vertrag. Die Gesellschaft scheidet nunmehr als reines Privatunternehmen aus der Reihe der Kriegsgesellschaften aus. Dann gab Prof. Leitncr unter Vorlegung der Gewinn- und Ver- lustrechnung der Mineralöl-Versorgungs-G. m. b. H. i. Liqu. einen Ueberblick über den finanziellen Stand der Gesellschaft, der für das Reich außerordentlich günstig ist und zu Beanstandungen keinen Anlaß gibt. Ferner wurde mitgeteilt, daß die Abführung der Gewinne der Seifen-Herstellungs- und Ver- t r i e b s- G. m. b. H. an das Reich in Höhe von etwa 53 Millionen Mark nunmehr sichergestellt sei. Ueber die A l t l e d e r- V e r w e r t u n g s st e l l e G. m. b. H. wurde mitgeteilt, daß die Ergebnisse der Nachprüfungen der Be- stände durch Sachverständige noch nicht vorliegen. Bei Besprechung der Auslandskäufe dieser Stelle wurde bekanntgegeben, daß der letzte Einkauf vom Sommer 1320 wieder rückgängig gemacht worden set und der vorhergehende vom Frühjahr 1320 zur Wiederausfuhr be- stimmt ist. Schließlich teilte Prof: Leitner mit, daß die Devisen- beschaffungs stelle G. m. b. H. infolge Aenderung ihrer Auf- gaben aus der Liste der Kriegsgesellschaften g e st r i ch e n und die Uebernahme der Anteile der Kriegsgesellschaften an diesem Institut auf das Reich in die Wege geleitet sei, sodaß in Kürze das Reim der einzigste Gesellschafter bei diesem Unternehmen sein werde. » lieber den Abbau der Kriegsgesellschasten machte der Reichs- wirtschaftsminister Gen. Robert Schmidt im Hauptausschuß des Reichstages u. a. noch folgende Mitteilungen: Die Reichsschuhversorgung habe noch, solange Ein- nahmen aus der Konjunkturgewinnabgabe zu erwarten seien, mit der Lieferung von Schuhwerk zu verbilligten Preisen an die minder- bemittelte Bevölkerung zu tun, doch werde diese Tätigkeit voraussichtlich in nicht allzu langer Zeit abgeschlossen sein. Die Textilnotstandsversorgnng befinde sich bereits in Liquidation und habe nur noch mit dem Verkauf der schwer absetz- baren Bestände, die die Gesellschaft vom Reichsverwertungsamt übernehmen mußte, zu tun. Weiterhin gab der Minister eine ausführliche Uebersicht über den Abbau der Kriegsgesellschaften. Danach seien folgende Kriegsgesell- schaften noch nicht abbaufähig: der Reichskommissar für die Kohlenverteilung mit 1078 Angestellten, die Reichs- s ch u h v e r s o r g u n g mit 50 Angestellten, der R e i ch s k o m m i s- sor für Aus- und Einfuhrbewilligung mit 513 Ange- stellten, der Reichsbeaustragte für die Ueberwachung der Aus- und Einfuhr mit 870 Angestellten. Trotzdem würde der Personenbestand auch dieser Gesellschaften nach Möglichkeit ver- mindert. Die Zahl der Angestellten hat sich bei den noch nicht abbau- fähigen Gesellschaften vom 30. April bis zum 31. Mai d. I. um 281 Personen verringert, und infolgedessen auch die Kosten für die Gehälter um rund 240 000 M. pro Monat. Im Abbau befinden sich folgende Gesellschaften: Die Zentral- stelle für Petroleumverteilung(in Liquidation), die Minerolölver- sorgungs-Gesellschaft i. L., die Reichsbekleidungsstelle, die Reichs- wolle A.-G. i. L., die Seiden-Verwertungs-Ges. i. L., die Reichsledsr- stelle, die Reichsstelle für Druckpapier, die Wirtschastsstelle für das deutsche Zeitungsgewerbe i. L., die deutsche Tabakhandels-Gesellschaft von 1316 i. L., die Zigaretteneinkaufs-Ges. i. L., die Deutsche Ver- sicherungsbank i. L., die Textilnotstandsversorgung i. L. und die Reichsstelle für Zement. Wahrscheinlich wird bereits im Herbst die Zementwirtschast vollständig freigegeben werden. Für Forderungen gegen polnische Schuldner ist das Reichsaus- gleichsamt n i ch t zuständig. Die Vertretung deutscher Gläubiger bei Wahrnehmung ihrer in Polen liegenden Vermögensinteressen über- nimmt der„Schutzverband für deutsches Vermögen in Polen" in Berlin W. 8, Friedrichstraße.79a, 3. Stock. Ferner ist für die an Polen abgetretenen früher deutschen Gebiete der„Deutsche Gläu- biger-Schutzverbond für Polen und Litauen" in Berlin W. 8, Behren- straße 64, tätig. Soweit es sich um Vermögensinteressen handelt, die in den übrigen Teilen Polens liegen, sind der„Verband der im Aus- land geschädigten Jnlandsdeutschen" in Berlin W. 36, Potsdamer Straße 28, und der„Bund der Ausländsdeutschen", Berlin C. 2, Klosterstraße 75, bereit, Auskunft zu erteilen und die Bertretung deutscher Interessen zu übernehmen. F l ü ch r t i n g e n kann unter Umständen durch die Darlehnskasse für oftmärkische Flüchtlinge in Berlin, Oberwallstraße 1, zur Behebung vorübergehender Notlage oder Wiedcraufrichtung ihrer Existenz ein Darlehen gewährt werden. illcp. OriSkrMenkasse IiirEerlln-Jliari£nilorf und üaiiEpi Die vom Aussliiuß am 20. «pell 1921 beschlossene Bende- rnng der 96 und 116 der Satzung(X.«ach trag) betr. Einladung zu den Aueschuß- sitzungen ist vom Oberver- sicherungsamt Berlin am lt. Juni 1921 genehmigt worden und ist am gleichen Tage in grast getreten. Berlin-Mariendorf, den 22. Juni 1921. Aug. Lei?. Vorsitzender. MrMsteiZm. Am Montag, den 27. Juni, vorm g>/, Uhr. werden auf dem Stallplatz der Kaserne Wrangel- straße 97/99, Eingang Zeug- bosstrabe, IS dicnstunbrauch- baro Pserde und 0 Skohlen Sffentli» meistbietend versteigert poIIiel-gruptzca-Komln. 0»t. Sie am L Juli 1921 fälligen Zinoscheine unserer»uründ- baren?>/,- nud t prozeutigeu Sypothelenpsandbriefe weiden bereits jetzt in Gotha und Berlin bei unseren Kassen, ferner in Berlin bei der Dresdner Lank, der Berliner Handels-Gesell- schaft. der Deutschen Bank, der Direetion der Disconto-Gesell- schaft. der Bank fiir Handel und Industrie und Herren Seorg Fromberg& Eo. eingelöst. Gotha, den 25. Juni 1921. Deutsche 193/18 Grundcredit-Vlmk. (risset Süßstoff ollertzclle Dienste. Gr Ist vSMz rein ohne Rebengeschmack. deguem zu verwenden, billig und belömmlich. 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E.VARGA: Die Krise der kapUalteflsdien Welftvfrtsdiäft Inhalt: Vorwort./ I. Die VerSndernngen der Weltwirtschaft durch den Krieg./ 1. Die Grundtatsachen der Weltwirtschaft vor dem Kriege./ 2. Verschiedene Folgen des Weltkriegs auf verschiedene L&nder./ a) Kriegführende Länder./ b) Die neutralen kapitalistischen Länder./ c) Die Industrialisierung der Kolonialländor./ II. Die Hochkonjunktur nach Kriegsende./ III. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise./ Wirteohoftskrise und Einkommonvertoüung./ Die Zerstückelung des Weltmarktes./ Die Ausdehnung der Krise und die Arbeitslosigkeit,/ IV. Die Lebenshaltung der Arbeiterschnft seit Kriegsausbruch. I 1. Deutschland und die mitteleuropäischen Staaten./ 9. Die Entonbelönder./ V. Die Arbeitsleistung seit Kriogsbeginn./ VL Konsolidierung oder Verfall des europäischen Kapitalismus. I VII. Es gibt keinen Ausweg./ VIII. Vom kommenden Weltkrieg. 72 Selten Zu beziehen durch die Preis M. 1,50 Verlagsbuchhandlung Carl Hoym Nacht. 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El Allerheiligenstraste 51, I. 189, MWtigeMklä°i>5GG für Präzisionsarbeit, nicht unter 28. sosvrt gesucht. wWumra", Racheoow» Solbcmafii. Sebel unö üer Krieg. Der frühere Botschaftsrat in London, Frecherr v. Eckard- stein, hat dieser Tage den dritten Band seiner Erinnerungen erscheinen lassen. Er berichtet darin auch über verschiedene Aeußerungen, die Bebel zu ihm getan haben soll. So soll sich Bebel einmal begeistert über einen Plan ausgesprochen haben, die Türkei zwischen England, Deutschland und Oesterreich zu teilen, das andere Mal soll er aus Anlaß der Marokkokrise zu Eckardstein gesagt haben: Ich hoffe, Sie haben Gelegenheit gefunden, den Herren in der Wilhelmstraße klarzumachen, daß wir Soziali st en im Kriegsfall nicht zu marschieren gedenken. Dazu erhält die„Nachrichtenzentrale" eine Zuschrift eines alten sozialdemokratischen Parlamentariers, wonach Bebel selbst seine angebliche begeisterte Aeußerung über den türkischen Teilungsplan entschieden bestritten hat. Derselbe Gewährs- mann bestreitet auch die Möglichkeit der zweiten Aeußerung unter Hinweis auf den berühmten Ausspruch Bebels, er würde selber noch als alter Kerl die Flinte auf den Rücken nehmen, wenn es gegen das zarische Rußland ginge. W i r halten es indes keineswegs für unmöglich, daß es Bebel in einem bestimmten Augenblick während der Marokko- krise für richtig gehalten hat, die Kriegslust durch einen war- nenden Hinweis auf die Stimmung der Sozialdemokratie zu dämpfen. Aber die„Freiheit" dürfte bei ruhiger Ueber- legung selber einsehen, daß ihre triumphierende Schlußfolge- rung, Bebel würde unter die Kreditverweigerer gegangen sein, wenn er den Krieg noch erlebt hätte, übereilt ist. Es ist etwas anderes, vor Ausbruch eines Krieges zu seiner Verhinderung die letzten Minen springen zu lassen, als nach dem Ausbruch die Stellung des eigenen Landes in einem unendlich schweren Kampf zu schwächen. Wir schließen aus seinem berühmten Ausspruch über einen Krieg gegen Rußland, daß Bebel bei Kriegsausbruch höchstwahrscheinlich ganz derselben Meinung gewesen wäre wie E i s n e r, D i tt m a n n und überhaupt die meisten jetzigen Unabhängigen, die bekannt- lich damals mit größter Entschiedenheit für die Bewilligung der Kredite eintraten. Wenn die„Freiheit" bei Gelegenheit dieser Polemik das aste Agitatwnsmärchen auftischt, die„Rechtssozialisten" hätten in einem von Deutschland frivol provozierten Weltkrieg „Hurra für Hindenburg und Ludendorfs" gerufen, so stellt sie sich damit in Gegensatz zu der geschichtlichen Wahr- h e i t, daß sich die Sozialdemokratie stets im schärfften Kampf gegen die Politik der Obersten Heeresleitung befunden hat. Sie hat deswegen aber doch nicht zur Waste der Kreditver- Weigerung gegriffen, weil sie einen Frieden von Ber» f a i l l e s nicht gewollt hat. Uns scheint der ganze Streit höchst unzeitgemäß— aber wenn eine Rechtfertigung der sozialdemokratischen Politik während des Weltkrieges ge- wünscht wird, sind wir jederzeit dazu gerne bereit! Lager Stargarü. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuß ist eingesetzt worden, der die Verhältnisse im Internierungslager Stargard, über die wir mehrfach berichteten, prüfen soll. Das Preußische Ministerium des Innern möge aber nicht denken, daß es mit der Einsetzung dieses Ausschusses seiner moralischen Verantwor- tung ledig ist. Die Zustände im Lager Stargard spotten nach wie vor jeder Beschreibung. Der Unabhängige Abgeordnete Cohn hat darüber im Hauptausschuß des Preußischen Landtages Mitteilungen gemacht, deren Richtigkeit uns bestätigt wird. Die Baracken sind verwanzt, Holzpritschen dienen als Schlafftelle, achtzig Mann müssen aus zwei Eimern Wasser trinken, zur Verrichtung der Bedürfnisse dient ein offenes Faß, das während der Nacht die übelsten Au»- dünstungen verursacht, wobei das Oeffnen der Fenster obendrein verboten ist. Den Säuglingen im Lager wird die Milch ver- weigert. Wir fragen den Minister des Innern, Herrn D o m i n i c u s, wie lange er noch die V e r a n tw o r t u n g für diese Zustände tragen will, die eines Kulturvolkes unwürdig sind. Wir betonen Helm" und eine kösllich-burleske Aufführung von Shakespeares „Komödie der Irrungen" schlössen sich an. Damit nicht genug, greift man auch zu den Höhen ernster Kunst hinauf und hat eine märchenhaft-stimmungsvolle„Versunkene Glocke" und eine edel-stilisierte„S a p p h o" mit wohlverdientem Erfolg gewagt. Ein Gigant unter den Fixsternen. Das Mount Wilson-Obser- vatorium in Kalifornien teilt mit, daß es dort dem Astronomen Dr. Pease gelungen ist, die Größe des Arcturus im Sternbild des Bootes zu messen. Die Messung ergab, daß dieser Stern erster Größe einer der hellsten des Himmels(gegenwärtig steht der rot- strahlende Stern abends am Westhimmel, südöstlich vom Großen Bären) einen scheinbaren Durchmesser hat, der am Himmelsgewölbe nur eine vierzigste! Bogensekunde mißt— einen außerordentlich kleinen Winkel, der nur nach der von dem Nobelpreisträger Prof. A. Michelson erfundenen Methode gemessen werden konnte. Nach zuverlässigen Messungen beträgt der Abstand des Arcturus von uns etwa 27 Lichtjahre, das heißt, das Licht braucht diese Zeit, um den Weg von dem Fixstern bis zu uns zurückzulegen. Arcturus ist daher in Wirklichkeit eine Riesensonne mit einem Durchmesser von 32 Mil- lionen Kilometer, mehr als zwanzigmal so groß wie der Durchmesser unserer Sonne. In unser Sonnensystem versetzt, würde Arcturus rnchr als ein Fünftel des zwischen Sonne und Erde befindlichen Ab- stondes einnehmen. Der Rauminhalt des Sterns übertrifft den unserer Sonne um das Tausendfache. Das Ergebnis dieser Messung bildet eine neue, glanzende Bestätigung der modernen astrophysi- talischen Theorie, nach der man die gelben und roten Sonnen in Riesen und Zwerge einteilt, deren Größe man auf indirektem Wege mit Hilfe ihrer verschiedenen Strahlung geschätzt hat. «ühnenchrouit. Irene Tri es ch ist von den Rotter-Jsthnen ver. Pflichtet worden. Tie Leipziger UniversitStewoche wurde Freitag eröffnet. Neben etwa tOOo Deutschen und rund 300 Ausländern au» allen befreundeten Ländern Europas nehmen auch Gäste aus Italien, Japan und den Ver- einigten Staaten daran teil. „TaS bobe Lied vom Leben nnd Sterben-', ewe Art weltlichen Oratoriums von Waldemar v. B a u ß n e r n, wurde in Herford mit gutem Gelingen auigcsübrt. Das Werk durchmißt alle Tiefen und Höben des mcnlchlich-n Lebens an Hand einer Reihe von Dichtungen von Goethe und Schiller bis auf die Gegenwart. Die Mufil bietet— bei starler Selbständig- lest de« Orchester»— reiche Stimmungsmotive. Amundse« sind 1'/, Millionen Kronen zur Weiterfühnmg seiner Nord- Polexpedition vom norwegischen Storthmg überwiesen worden. Japa««nd die deutsche Medizin. Der japanische Proseffor Jto bedauert m der Tokioer Zeitung.Zorozu". daß japanische Studenten nicht mehr aus deutschen Univeisitätcn zum Medizinfludimn zugelassen werden. « Schiedsspruch im Dankgewerbe. Der Schlichtungsausschuß hat einen Schiedsspruch gefällt, der folgendes vorsieht: Erhöhung der Teuerungszulagen für samt- liche Angestellte, Arbeiter und die Bureauburschen, sowie der Hausi Haltszulage um 400 M.. Steigerung der festen Einkommens- bezüge für kaufmännische Angestellte vom 6. bis 15. Berufsjahre um 1000 M., vom 16. bis 20. Berufsjahre um 2000 M., für gewerb- liche Angestellte und Arbeiter vom 6. bis 15. Dienstjahre um 500 M., vom 16. bis 25. Dienstjahre um 1000 M. und vom 26. bis 30. Dienst- jähre um 2000 M. Erhöhung der Teuerungszulagen für Lehrlinge von 1800 auf 2000 M. und der K i n d e r z u l a g e n auf 1000 M. bzw. 1200 bzw. 1500 M. Den Arbeitnehmerorganisationen wurde die Durchführung der 4SstündiFen Arbeitszeit anempfohlen. Dolens Krieg in Gberschlesien. Die Deutsche Regierung hat der Botschafterkonferenz und den Regierungen in London, Paris und Rom eine Rote übermittelt, die durch eine Zusammenstellung von Nachrichten beweist, daß die polniscbe Armee den Aufstand in Oberschlesien mit allen Mitteln unterstützt. Aussagen von polnischen Gefangenen und Uebeeläufern— zum Teil aufgenommen von dem britischen Major Creasy— „Liason Officer with the German Fighting Organisation" in Kreuzburg— sowie amtliche, Gefallenen abgenommene Papiere haben das sorgfältigst nachgeprüfte Material geliefert: Gefangene sogen aus, doß auch geschlossene polnische Truppenteile nach Oberschleflen gesandt wurden, so das II. Bataillon Ins.-Regt. 27 und eine Eskadron d?s Ulanen-Rcgt. 15 Ferner ist festgestellt, daß in den polnischen Truppenteilen Vor- gesetzte ihre Untergebenen zur Meldung noch Obcrschlesien auf- gefordert und sich nicht gescheut haben, den Abmarsch geschlossener Einheiten nach Obcrschlesien zu befehlen, wenn die Zahl der Frei- willigen den Erwartungen nicht entsprach. Leute, die sich frei- willig nach Oberschlesien melden, entfernen sich mit Wissen ihrer Vorgesetzten von der Truppe oder erhalten unbefristeten Urlaub. Beim Generalkommando in Posen empfangen solche Leute Zivilklcidoug, Geld, falsche Papiere und Marschbefehle. Auf Grund dieser genau belegten Tatsachen ersucht die Deutsche Regierung die Alliierten, die endgültige Sperrung der oberschlesisch-polulschen Grenz« sicherzustellen. Gleichzeitig glaubt sie erwarten zu können, daß die Alliierten Regierungen der Polnischen Regierung nachdrücklichst und wirksam jede fernere, wenn auch nur verschleierte Unterstützung des Ausstandes in Oberschleflen untersagen werden. Miierter Zechprellerschutz. Frankfurt o. M.. 24. Juni.(WTB.) Ein Rumäne mußte in einem Restaurant in Aachen wegen Zechprellerei festgenommen werden. Anscheinend genoß er die besondere Freundschaft einiger Beamten der Besatzungsbehörde, die nicht nur seine Freilassung for- derten, sondern auch eine Durchsuchung des PolizciprSstdiums nach den belastenden Akten des Zechprellers vornahmen. Durch eine solche Untersuchung wird aber die durch das Rheinlandabkommen vertrag, lich zugesicherte Freiheit der deutschen Verwaltungsbehörden schwer verletzt. OeVerMafisbewegung Die Transportarbeiter gegen Sie Tumulte. Am Donnerstag tagte die Fortsetzung der Generalversammlung für den Bezirk Groß-Berlin des Deutschen Transportarbeiler-Ver- bandcs, um zu den Anträgen über die Schreibweise des Verbands- organs— des„Courier*— Stellung zu nehmen. Vor Eintritt in die Tagesordnung beschloß die Generalversammlung, auf einen Antrag aus der Mitte der Versammlung hin, zunächst eine Aus- spräche über die Vorgänge im Gewertschaftshaus vorzunehmen, um dazu Stellung zu nehmen. Entgegen der sonstigen Gepflogenheit der politisch zur VÄ P D. zählenden Delegierten der Generalversammlung, jede passende oder unpassende Gelegenheit zu benutzen, um derartige Erörterungen in der Generaloersammlung herbeizuführen, suchten jetzt diese Delegierten die Annohme des Antrags zu verhindern, um so der ihnen begreiflicherweise recht unonge- nehmen Erörterung der von kommunistischer Seite inszenierten Vor- kommnisse aus dem Wege zu gehen. Trotzdem die„Rote Fahne* in marktschreierischer Weise die Arbetter aufgefordert hat,„überall in den Bettieben, in den Versammlungen die Handlungsweise der Gewerkschaftsführer zu verurteilen*: Kotzdem sie in dem bombasti- schen Aufruf ihrer Mittwoch-Morgenausgabe schrieb:„Jetzt müht ihr auf den Plan tteten. Jetzt müßt ihr in Gewerkschafts- und Betriebsversammlungen eure Organisationsoertteter zur Rechen- schaft ziehen*....„Ihr allein habt die Macht, diese Arbeiter- _, Verräter zur Rechenschaft zu ziehen und als Schädlinge der Arbeiter macht und noch einmal recht teuer erkauft werden mußten. Aber j von ihrem Posten zu entfernen. Wenn ihr das nicht tut, habt ihr auch mancher der neu erwähllen„Bonzen* sah sich persönlich stark' kein Recht zu klagen, weil ihr mitverantwortlich seid." Nach leb- enttäuscht. Die Illusionen, die er sich vordem bezüglich der Spielerei � hafter und oft stürmischer Aussprache faßte die Generalversammlung von Arbeit eines Gewerkschaftsangestellten und der glänzendenDezahlung überwältigender Mehrheit die nachstehende Entschließung: gemacht hatte, schwanden bei der näheren Berührung mit den Dingen j„Die heute im großen Saale des Gewerkschastshauses tagende mehr und mehr. So erfolgte denn allmählich eine gewisse Generalversammlung hat Stellung genommen zu den im Gcwerk- Klärung: der eine oder andere wollte bald nicht mehr— oder schaftshause vor sich gegangenen Demonstrationen. Sie verkennt man wollte ihn nicht mehr, während dieser oder jener, der sich von nicht einen Moment die Notlage der Arbeitslosen. Sie erklärt Illusionen freigehalten und außer einiger Befähigung auch den neuerdings ihre volle Solidarität mit den arbeitslosen Brü- notigen Ernst für seine neue Mission mitbrachte, an den rechten Platz �ru. Sie oerurteill aber mit aller Entschiedenheit die Ausschreitun- g-sttW wurde oder doch sich allmählich in die Arbeit hineinfand. Ab- ,u deren Ausübung bzw. stillschweigender Duldung die Arbeits- gesehen von jenen bald wieder abgehalfterten Bonzentötern, die zwar � �sen sich durch dunkle„Ehrenmänner* haben verleiten und „pruvvm-U gezen,edwedez Pnttter-n müden Unternehmern mißbrauchen lassen. Sie weist auch mit aller Entschiedenheit die waren, für d.e es sich in der Prax.s aber led.gl.ch um d.« Hohe des j Zumutung zurück, daß ihre Beauftragten sich über die Ausführung Preises und d.e Ar seiner Zuwendung handelte, um den sie sich den&r iWnhT.rrh di- or-mnillerte Arbeiterschaft aewordenen Aufträge Unternehmern gefällig erweisen gedachten. Auch die neuen brauchbaren Kräfte in den Gewerkschaften, die ,öo«tzetf oöer§uhrer! In der jüngsten„Restaurationsperiode* der freien Gewerk- fchaften hat man mit den alten und selbstverständlich„unfähigen* und„konterrevolutionären" Gewerkschaftsbonzen, die immer noch der SPD. angehörten und den„Vorwärts* lasen, möglichst gründ- lich aufgeräumt und an ihre Stelle andere, strebsame Genossen, „schlichte Männer aus der Werkstatt* ans Ruder gebracht. Damals genügte das einfache Glaubensbekenntnis zur USPD. neben etlichen sonstigen Qualifikationen, um in der Gewerkschaftsbewegung hoch- zukommen. Inzwischen trat verschiedenttich eine gewisse Ernüchterung ein und manche Enttäuschungen machten sich geltend sowohl bei den Wahlmachern als auch bei den Gewählten. In den Versammlungen tat es oft eine gute Lunge. Wo die Phrase herrscht und mag sie noch so radikal tlinaen, muß die Vernunft schweigen. Die Masse der neuen, gewerkschaftlich unersolzrenen und ungeschulten Mitglieder jubelten dem zu, der am lautesten sprechen und die stärksten Töne anschlagen konnte. In der gewerkschaftlichen Praxis aber tut es das Reden allein auch nicht. Auch Gott Demos kann keinem als Beigabc zum Amte, das er ihm gibt, auch den nötigen Berftand und die nicht ganz unentbehrlichen Erfahrungen geben. Wer dieses Rüstzeug nicht mitbringen kann, dem fehlt es eben. In all den Jahren der Vorkriegszeit hatten die Gewertschaftsangestellten viele teueren opferoollen Erfahrungen hinter sich, die sie ihren neuen Mitarbei- tern und Nachfolgern vermitteln konnten. Der Wechsel nach dem Kriege brachte es mtt sich, daß manche der längst Gemeingut der Ge- werkschaften gewordenen Erfahrungen in der Taktik u nd "!raktik der Lohntämpfe insbesondere neu ge da einsahen, daß hier wohl oder übel mit Wasser gekocht werden muß, wurden alsbald zu„Bureaukraten", zu„Bonzen* und„Sozialver- rätern* und von Sinowjew mit als„Kettenhunde der Bourgeoisie* in den gleichen Tovf geworfen Nur wer bei der zweiten Spaltung der ihnen durch die organisierte Arbeiterschaft gewordenen Aufträge vor unorganisierten Arbeitern, ja noch mehr, vor einem völlig unkontrollierbarem Forum zu verantworten haben. Die Versammlung gibt ihrem lebhaften Bedauern Ausdruck über die, durch eine die Tatsachen völlig auf den Kopf stellende Berichterstattung der„Roten Fahne* bewirkte Verhetzung der Ar- in �«»ND«r beiterschaft. Sie erwartet, besonders von den organisierten arbeits- in Halle d,art».«erl-g«. m. b. Berlin. Trnck: Vor» wilrtS-Buidaruiterei«. Berl-sSanllrlt Von, Ematc«.«o„ Berlin, etirtcnfir. S. _ vier»» 1 Beilage. Dfuteriifr Wfinbmnü ft Ingen. ii ; Die DJLarFe bes vevwohnteot eii Q einnehme cFcrs� «t»1"«. i......*.■.. �_._■.. Vertrefez filr Settin: WZ ö, MtWier. Betüa ESO. zsalm Sk. i m Mm m mtimm WliWttg liLiLfl, Mai« Mi