Nr. 303 ♦ 38. Jahrgang Ausgabe A Nr. 154 Bezugspreis» BiertegZhrl. SO/— M., monatl 10�- M. frei ins Haus, voraus zahlbar. Post» l>e>ug: Monatlich 10,— M» einschl. Zu» stellunasgcbühr. Unter Kreuzband sllr Deutschland. Danzig, das Eaar» und Mcmelgebtet, sorvie die ehemals beut» schcn Gebiete Polens, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 20.— M., fitr das übrige Ausland 27,— M. Post» bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho-Elowalei. Däne» Marl, Holland, Luicmdurg, Schweden und die Schweiz. Der.Borwärts" mit der Sonntags- beilage»Poll und sseif, der Unterhaltungsbeilage„Hennwelr' und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" »richcint wochentäglich zweimaI,Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: �kozialdemolral veclia- Morgen-Ausgabe Devlrnev VolkSblatt (30 Pfennig} Anzeigenpreis, Di« achlgeipaltene Nonpareillezetl, tostet 6,50 M„fllplntf Aazslg«»- da» lerigedruckt, Wort US0«.«zu- lässig zwei tengrtcvKBt*.rto», pde, weiter, Worr 1,—»t. Steilengrfuch, und Echlafstellenanzelgen da« erst, Wor: M. i«des weiter, Won «0 Dfg. Werl,»der t»«uchstadea »ahlen für zwei«»rtn jswwilien-An- zeigen svr Adonnwrten zeit, V— M. vi« Preise»erstehen ftch einschließlich Teuerung» Zuschlag. Anzeigen ftir die nächste Ztummee Müssen bis S Up» nachmittag» tm Hauplgeschäft, Berlin SW W. Linden. ftrahe 3. abgrgeben werden,«veöffnet von 9 Uhr stich bis S Uhr abends. Zcntvidovqan der fozialdemokratifcben parte» Deutfchlande Reöaktion«nö Expedition: SW 68, Linöenstr. Z Redaktion Morihplat!»SIUS— 97 ,hernsprcryer. Expedition Morivplap»17SZ— ät Donnerstag, den 30. Jnni 1921 vorwärts-verlag G.m.b.H., SM öS, Linöenstr. Z Äeernfnr<'tf>«'r- Berlag, Expedition nnd Inseraten» Abteilung Moriiiplap lt7S»-Si Kemalistcn nach Konstantinopel. Pari«, 29. Inns. Aach einer havas-TNeldung aus konstan- tiuopel vom 28. Zun! haben die griechischen Truppen Zsmid derer» s gestern geräumt, wodurch die kemalifieu freie Bahn nach Konstantinopel haben. Die Stadt Zsmld ist von ungefähr 30 000 Flüchtlingen über- füllt. Die griechischen Behörden haben alle griechischen Dampfer für den Heimtransport der Flüchtlinge beschlagnahmt. Eine Anzahl von ihnen ist bereits in Sonstantinopel ausgeschifft worden. Zurücknahme öes Selbstschutzes. Oppeln, 29. Juni.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Vis- her ist die fristgemäße Räumung des vom Selbstschutz besetzten Gebietes ordnungsgemäß vor sich gegangen. Der größte Teil der Selbst- schutzleute marschiert in geschlossenen Verbänden zurück. Diele Studenten, die dem Selbstschutz angehörten, verließen die Abteilungen bereits in den bisherigen Standorten, um die heimreise anzutreten. Der erste Transportzug mit Selbstschutzleuten passierte heute nachmittag die mittelschlesische Grenze. Auf einer am Donnerstag nachmittag übernommenen Vesich- tigungssahrt durch das von den Polen in der ersten Etappe zu räumende Gebiet konnte ich feststellen, daß die Räumung voll- zogen ist. Polnische Posten sind nicht mehr anwesend, jedoch zeigten sich viele waffenlose Leute, die durch ihre Kleidung, ins- besondere die Kopfbedeckung, die Teilnahme an dem Polenputsch dokumentierten. In den meisten Dörfern waren die Firmenschilder mit deutschen Namen überstrichen und polnisch geändert. Vereinzelt erinnerten auch noch vorhandene polnische Fahnen oder Triumph- bogen mit einem„Es lebe Polen" an die aufgehobene Insurgenten- Herrschaft. Die Räumung der Straße von Gleiwitz nach hin- d e n b u r g mußte unter dem Druck der Engländer am Mittwoch vormittag mit fünf Tanks vorgenommen werden. Die Stadt hindenburg selbst, in der sich noch Hallersoldaten aufhielten, macht einen äußerst drückenden Eindruck. Die geräumten Dörfer befinden sich bisher noch nicht unter dem Schutze der Entente stallten. Nur hie und da sieht G man vereinzelt Angehörige der alliierten Truppenmacht austreten, ein Zustand, der die Polen zu neuen Mißhandlungen der Deutschen reizen kann. Bedenkt man, daß sich in den Städten die Truppen- macht der Entente hauptsächlich konzentriert, wo es weniger not- wendig erscheint, das Land dagegen den ansässigen Insurgenten, die ihre Gewehre im sicheren Versteck aufheben, überlassen wird, dann muß man der Auffassung iperden, daß es der IK. mit dem versprochenen Schutz auf dem Lande nicht ernst ist. Angesichts der Gefahr— und diese Gefahr ist nicht klein— neuer Verstöße gegen Leben und Eigentum der Deutschen muß von der Reichs- regierung gefordert werden, daß sie umgehend bei den Entente- mächten und der Interalliierten Kommission für den unbedingt not- wendigen Schutz eintritt. hindenburg. 28. Juni. Die Stadt und die umliegenden Dörfer Mathesdorf, Sosnitza usw. sind von Insurgenten frei. Züge abmarschierender Insurgenten marschieren durch die Stadt. Ein Zwischenfall. Oppeln, 29. Juni.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Wie ich nachträglich erfahre, kam der Rückmarsch des Selbst- schütze? am Mittwoch nachmittag auf der Nordfront i n s Stocken, nachdem man erfahren hatte, daß die Polen die Gegend um L u b l i n i tz noch nicht refttos geräumt hatten. Durch Vermittlung eines englischen Generals wurde der beiderseitige Rück» zug jedoch nach einigen Stunden fortgesetzt. Inwieweit die Polen den Aufenthalt des deutschen Selbstschutzes verschuldeten, konnten jvir bisher nicht restlos ermitteln. Patrioten oder—? Berlin, 29. Juni.(WTB.) Reuter meldet aus Warschau, daß ouf Einladung der polnischen Insurgenten eine Konferenz zwischen den oberschlesischen deutschen Großindustriellen und den Insurgenten stattgefunden habe. Diese Meldung ist insofern richtig, als vor einigen Tagen in der Schule von 9 Schoppinitz eine Besprechung zwischen Korsantp und einigen Werk- Vertretern stattgefunden hat. Dies« Herren waren unter Bedrohung zu der Sitzung geladen med muhten sich dem Zwange fügen, von den Ehefs der Verwaltungen war niemand erschienen. nur Unterdirektoren ohne Vollmacht, die den Insurgenten erreichbar waren, hatten dem Drucke Folge geleistet, ohne vorher irgendwelche Fühlungnahme mit den Zentrallcitungen genommen zu haben. Die Werkvorsteher haben übrigens keinerlei Zusicherungen gemacht, son- dern den polnischen Ausführungen, die sich auf die Möglichkeit der Hebung der im Zusammenbruch befindlichen oberschlesischen Wirt- schast erstreckten, lebhaft widersprochen. AHH Millionen Golümark bis zum 1. Mail 922 Berll.i, 29. Zuni.(MTB.) Wie wir hören, ist bei den Ber- Handlungen mit dem Goranttekomilee festgestellt worden, daß außer der bis zum 31. August zu zahlenden eine Milliarde Goldmark in dem ersten Reparationsjahr bis zum I. Mai 1922 an Devisen nur noch 300 Millionen Goldmark zu zahlen sind, während die übrigen nach dem Zahlungsplan zu leistenden Summen durch S a ch- l e i st u n g e u uod durch die Erhebung der Aus fuhrabgabe iu den Entenleläuderu abgegolten werden. Die Pariser Besprechungen. Parks, 29. Juni.(EE.) heute nachmittag fanden Defprechun« gen zwischen den deutschen und französischen Sachverständigen unter dem Vorsitz von Seydoux statt. Es wurde nur von der Erstattung des durch Deutschland während des Krieges beschlagnahmten Materials gesprochen. Später begannen die Beratungen über die deutschen Natur»l»e.nl eistun gen. Zünf Kammerresolutionen. Nichtlinien für Frankreichs auslvärtige Politik. Paris, 29. Juni.(EE.) Die Kammerkoinmission für auswärtige Angelegenheiten erörterte heute die jüngsten Erklärungen des Mini- sterpräsidenten Driand über die auswärtige Polittk und nahm fünf verschiedene Resolutionen an. In der ersten wird dargelegt, daß die Kommission aus die Regierung einwirke, damit keine der militäri- schen oder wirtschaftlichen Sanktionen, die im März oder April d. I. gegen Deutschland in Anwendung gebracht wurden, vor der vollständigen Durchführung der Verpflichtungen Deutschlands aufgehoben werde. Die zweite Resolution lenkt die Aufmerksamkeit der Regierung auf die o b e r s ch l e s i s ch e Frage. Die Teilung Oberschlesiens müsse nach der Volksabstimmung Gemeinde für Gemeinde erfolgen und dabei den Wünschen der Bevölkerung Rechnung gettagen wer- den, was die geographische und wirtschaftliche Lage des Landes be- trifft. In der dritten Resolution wird erklärt, daß Frankreich nach Ab- lehnung der Vermittlung der Alliierten durch die griechische Regierung unter keinem Vorwand dieser Regierung finanzielle oder militärisch« Hilfe direkt oder indirekt leisten dürfe. In der fünften Resolution wird vom 8. Juni 1921 ab die Veröffentlichung aller Geheimsitzungen der Kammer oder der Kammeransschüsse gefordert, insofern die Regierung keinen Einspruch erhebt. Das Protokoll dieser Sitzung wurde dem Minister- Präsidenten übermittelt. Der JTemps" schreibt: Die Interpellation über die Auf- Hebung der Sanktionen bringt die deutsch-französischen Ver- Handlungen in Gefahr. Der deutsche Botschafter besuchte gestern abend Briand. Die deutsche Regierung wird also heute wissen, wie die französssche Regierung über diese Angelegenheit denkt, das näm- lich Frankreich einstweilen in eine Aufhebung der Sanktionen Nicht willigen kann. Die deutschen Republikaner mühten erst beweisen, daß sie Herren im eigenen Hause sind. Man habe nicht den Ein- druck, daß das Kabinett Wirth festen Bestand haben werde. Frankreich habe aber den festen Willen, zu ermöglichen, daß die demokratische Entwicklung in Deutschland ihren Lauf nehmen kann. Dieser demokratischen Entwicklung arbeitet man aber entgegen, wenn man Deutschlands gerechte Ansprüche in der oberschlesischen und in der Sanktionsfrage mißachtet, wie es in den fünf Resolutionen geschieht! Frankreich hat es in der Hand, dem Kabinett Wirth„festen Bestand zu geben und damit den Wiederaufbau Europas zu unterstützen. Dos jugoslawische Parlament nahm mit 223 gegen ZS Stimmen die Verfassungsvorlage der Regierung in dritter Lesung an. Ein Teil der Vauernbündler, der Sozialdemokraten und Repu- blikaner gaben Erklärungen ab, worin sie ihre ablehnende Haltung damit begründeten, daß in der Verfassung ihre parteipolitischen Prinzipien keine oder nur eine germge Beachtung gefunden hätten. verbotene Anwerbungen in Sachsen. Dresden, 29. Juni.(TU.) Im sächsischen Landtag ergriff heute der unabhängige Minister L i p i n s k i zur Beantwortung der deutsch- nationalen Anfrage, die sich mit der in der Presse schon lebhaft er- örterten Haussuchung in der deutschnationalen Geschäftsstelle befaßt, das Wort. Er führte aus, daß in Sachsen trotz des Verbotes wettere Anwerbungen siir den oberschlesischen Selbstschutz stattgefunden Hätten. Der Schutz Obers chlesiene sei für die Angeworbenen nur ein Borwond, um im Reiche eine bewaffnet« reoMo- »äre Macht zu bilden.(Unruhe recht,.) Die Angeworbenen hätten Einzelsahrtarten bekommen, da größere Transporte ausgefallen wären. Einige in Leipzig angeworbene Mitglieder seien angehalten worden und hätten so belastende Aussagen gemacht, daß der Minister erst in Leipzig, dann in Dresden Haussuchungen abhalten ließ. Es sei sehr belastendes Material vorgefunden worden, das dem Staatsanwalt zur strafrechtlichen Verfolgung übergeben worden sei. Aus einem vorgefundenen Verzeichnis seien 131 Angeworbene namentlichsestge stellt worden. Das Ministerium habe keine Spitzeleien angeordnet, billige aber das Vorgehen der Polizei- behörden. Die Eatwaffnungskommission des Völkerbundes ist von ihrem Vorsitzenden Biviani für den IS. Juli nach Paris zusammenberufen. Harakiri öer Kahr-Koalition. Aus München wird uns geschrieben: Der Krug geht so lange zu Wasser bis er Vrkcht— oft bekommt er auch vorher einen Riß. Einen solchen Riß bekam die K a h r- K o a l i t i o n am letzten Montag im Ber- fassungsausschuß des bayerischen Landtages, als sämtliche Vertreter der zur Koalition gehörenden Parteien, mit Ausnahme der zur Bayerischen Bolls- Partei(ehemaliges Zentrum) zählenden, gegen die Re- g i e r u n g stimmten. Der Vorgang wirft ein so hel.es Licht auf die innere Drüchigkeit dieses zusammengestöppelten Gemengsels, daß er eine Würdigung verdient. In Bayern gibt es kein Schulgesetz, nur einen Wnft von Verordnungen. Nach dem im Mai 191S getroffenen Bamberger Abkommen und einer besonderen Ermächtigung erließ der damalige Mintster- Präsident und Kuttusmintster Genosse h o f f m a n n am 28. August eine alte Forderungen der Lehrerschaft erfüllende Schulverordnung, die mit den größten Rückständigkeiteu auf- räumte und vor allem der geistlichen Schulaufsicht ein Ende beoeitete. Sie beseitigte die Jahrhunderte alte helo- tische Botmäßigkeit der Lehrer unter der Fuchtel der Klerisei. Grund genug für sie wie ihre politischen Mandatare, auf ihre Beseitigung bedacht zu sein. Deshalb bildeten die Entchrist- lichung der Schule und die Religionsfeindlichkeit der Sozial- demokratie eine der zugkräftigsten Parolen der Bayerischen Volkspartei bei den Landtagswahlen von 1920. Indessen war diese Partei auch darauf bedacht, auf parla- mentarifchem Wege jeden kulturellen Fortschritt auf dem Schul- gebiete rückgängig zu machen. Dazu sollte auch die Berord- nung des Kultusminister, Matt vom 4. Juni d. I. dienen. Durch sie sollten der h o f f m a n n s ch e n Verordnung alle „Giftzähne" ausgebrochen, die Selbstverwaltung der Volks- schule gründlich beseitigt, und das alte autoritative System mit der Einschmuggelung der Geistlichen in die Schulaufsicht wiederhergestellt werden. Diese Verordnung sollte am Montag im Berfassungsausfchuß zur Beratung kommen. Bor- cher aber gab der Kultusminister Matt eine Erklärung ab, wortKch die Regierung dem Landtage das Recht ab- spricht, über de», 21 Paragraphen enthaltenden, die Schulpflegschaft betreffenden Teil der Verordnung ab- ändernde Beschlüsse zu fassen. Und dieses Attentat aus die bisher eingehaltene Praxis und die Souveränität der Volks- Vertretung wurde verbrämt mit der Pflicht der Regierung, die Verfassung zu schütze« und den Landtag vor Ber- fassungsverletzungen des 8 46 der Verfassung zu bewahren. Nun sagt dieser Paragraph klar und deutlich: „Verordnuugen, welche die Einrichtung oder Veränderung von DeHörden oder Stellen betreffen, sind dem L a n d l« g e zur Ge« nehmigung vorzulegen." Die in der Auslegungskunfl lange geineg grSbten baya- rtfchen Dunkelmänner brauchten also nur vorauszusetzen, daß die„Schulpflegschaft" trotz der ihr eingeräumten weitgehenden Befugnisse keine BeHorde sei, um daraus den Schluß zü ziehen, daß die Regierung ihretwegen vom Landtage völlig unabhängig fei. Da in der Voyrüntnueg der als Einheit vorgelegten „Verordnung über Schulpflege, Schulleitung und Schulaufsicht" ausdrücklich auf die Notwendigkeit einer nachträglichen Zustimmung des Landtages zu der Hoffmannschen Verordnung hingewiesen war, so bildete die plötzliche Erklärung des Mi- nisters eine sensationelle U e b e r r a s ch« n g. Alle Redner der Koalitionsparteien— Demokraten, Mittelpartei und Banernbund— wandten sich entschieden gegen die nur von der Bayerischen Volkspartei mit juristischen� Spitzfindigkeiten verteidigte Uederrumpelung der Re- gierung. Die Entrüstung kristallisiert« sich in der mit allen außer den volksparteilichen Stimmen— die Boltspartei enthielt sich der Abstimmung— erfolgten Annahme eines demo- kratifchen Antrages, der ausspricht, daß die ganze Verordnung, gemäß des§ 46 der Verfassung, der Zustimmung des Landtages unterliegen müsse. Der schöne Plan war damit ins Wasser gefallen. Der Kultusminister und seine voll- parteilichen Freunde zeiatm verdutzte Gesichter. Denn nun ist an eine Beratung der Vsr- lag« nicht eher zu denken, ats bis der S t a a t s g e r i ch t,- h o f über die Auslegungstaktik der Regierung Kohr sei« Urteil gefällt hat. Die demnächst stattfindende Vollöersamn»- lung des Landtages wird aller Wahrscheinlichkeit nach sich dem Beschlüsse des Ausschusses anschließen. Damit ist der ver- fassungsrechtliche Konflikt zwischen Regierung nnd Volksver» tretung gegeben. Das von der Regierung beliebte piumpe B erfahren ist zu durchfichtig. um einen Umfoll der wider- fpenstigen Koalitionsparteien befürchten zu lassen, haben es ihre eigenen Minister doch nicht einmal der Mühe wert gehalten, ihren Fraktionen auch nur eine Andeutung von dem geplanten Ueberfall zu geben. Und lebten wir in Bayern in einem wirklich parlamentarisch regierten Staate, so müßte die Koalition schon jetzt gesprengt sein und Herr Matt jedenfalls zurücktreten. Die nächsten Tage werden zeigen, ob insbesondere die bayerischen Demo- traten sich noch so viel politisches Rückenmark bewahrt haben, um die vom Abg. Müller(einst Meiningen) ange- deuteten Konsequenzen auch wirklich zu ziehen. Aber was auch geschehen mag. der innere Zerkall der Koalition muß wegen der Kulturfeindlichkert der stärksten Partei und ihrer Minister über kurz oder lang auch den äußeren Zusammenbruch zeitigen. Insbesondere kann die Sozialdemokratie In Bayern in Milch geschäiten, sowie in sämtlichen Kuhställen zur Anmeldung gebracht werden. Näbrmittel-vezugSscheine über je l1/, Pfund werden an die am 1. August 1920 und später geborenen Kinder. Bezugsscheine über je 1 Pfund Nährmittel an die in der Zeit vom 1. August I9l9 bis zum 31. Juli 1920 geborenen Kinder, zusammen mit de» August-Milchkarten verausgabt. tdie 199. Brottommission, Stcphanstr. 27, wird am 15. Juli d. I. nach Luitzowstr. IIb verlegt und dort mit der 147. Kommission vereinigt. Die vergrößerte 147. Brotkommission eröffnet Ihren Betrieb am 16. Juli. Rektor Lrunzlow wird die vergrößerte Kommission jühren. Im Ufa-Palnst am Zoo wechselt morgen der Barietö-Spielplan. ES werden im Monat Juli«bcnsallS nur erstklassige Kräfte den Besuchern die allerbeste Unterhallnug bieten. Groß-Serllner Parteinachrichten. Schinna, Parteifunktionäre und«etriebauertraneualeute! Dienstag, den 5. Zuli, 8 Uhr, findet in den»ermania-SSlen, Ehanficcstr. 110, eine allgemeine Funttionäroersammluug statt, st» ist er- wünscht, die» bei den übrigen Parteioeranstalwnaen zu bcrll-i sichtigen. Der Bezirksvorstand. Heute, Donnerstag, den 30. Juni: Sunasazialiften.«Sruvpe Friedrlchahageni 7M Uhr bei Scholz, ssriedrichflr. 81, Bortragsz-Ikluz über„Das Erftirtcr Programm'. Referent(Benosse Aß. mann.—»rnpo« Ariedrtchohain: Ild Uhr im K-nserenzzimmer der Schule Straßmannstr. 8,.literarischer Abend'.— Srttpp« Reulölln: 714 Uhr im Jugendheim Rogatstr. SS, Vortrag.— Sra»?e lempelhof.Zstartendarf: 7J4 Uhr in Tempelhof, Sermaniastraste(Lyzeum, ltlnderhort). Bortrag.— Srnpve Treptow: 7H Uhr Mitgliederversammlung im Jugendheim Elsen» straßc 3.— Gruppe Süden: 714 Uhr im Saal der Juristischen Sprechstunde, Lindeustr. 3, Dortrag:„Volk und Recht'. Referent Teno sie Felgentreu, Morgen. Freitag, den t. ZuN: Schüneberg. 78. Abt. vilnktlich 7 Uhr in der tSemeindeschul« ffenrigftr._S7, zirksftihrer� und Um 8 Uhr erweitert« Dorstandssttzung, an der alle Be. Funktionäre teilnehmen n:llssen.— 78. Abt. Pünktlich Uhr bei Rosenau, Hohenfriedberg., Ecke stolonncnstroße, erweiterte Borsta>u>«sihi>ng. Stellungnahme zum Parteitag, Bezirkstag und Kreis- vertreterversammlnng. Dl« Wichtigkeit der Tagesordnung macht es not- wendig, daß alle FunMonäre und Funktionlirinnen erscheinen. 82. Abt. Stcglch. Dezirkoführerl 8 Uhr bei Elemen», Dtippelstr. 7, di« Karten zum Eommersest abrechnen. Sirukälln. 81. Abt. 7 Uhr Funktion!! rsißung bei Hildebrandt, München er Str. 23. Erscheinen aller ist dringend notwendig.— 88. Alt. 7 Uhr Sitzung sämtlicher Funktionäre bei Drescher, Kranoldvlatz 7/8. 108. Abt. Köpenick. Billetts für den Film„Die Wunder de, Schneeschuh«' sind noch bei dem Genossen Schlag, Siejet Str. 6, zu entnehmen. Achtung, SPD..Eisenbahn«»! Freitag, de, 1, Jull, 8 Uhr, findet im Lokal von Schulz, Elisabeihstr.»0, gegenüber der«lezcnder-Paisag«, ein«»tzer. ordentlich wichtig« Besprechung aller im DEB. organisierten Anhänger der SPD. statt.— D«r SPD.-Werbeauoschuß drr Eisenbahner. JungioUalisten. Sruppe SchSncb-rg.Frledena«: 714 Uhr bei Ries«, Akazien. straß« 14, Vortrag:„Parteiorganisation'. Referent Genosse Läffler. • 3(L. 81. u»d 32. Abt. Am Sonntag, den 8. ZuN« Ausflog nach Zepernick. Treffpunkt früh 3 Uhr am Arnimplatz, in der Stolplfchen Straße, im „Prlesterwald'. Belustigungen für jung und alt.— Säugte Herder.— Benoftinuen,«ofteeknnnen nicht»ergessen. Soziales. Srankenkasientag w Freiborg. In Freiburg begann am Dienstag die Tagung des Gesamtver- bandes der Krantenkasien Deutschlands. Der Lerbandsleiter, Ab- geordneter Behren 8, erläuterte in seiner Begrübungsansvrache kurz die Aufgaben der Krankenkassen. Als Vertreter des Reichs- orbeitsministeriums gab Obcrregierungsrat Hoppe vom Reichsver« ficherungsamt der Hoffnung Ausdruck, daß die Verhandlungen zur weiteren Lösung der sozialen Fragen beitragen mögen. Nach dem Geschäftsbericht über das Jahr 1S20 gehören dem Gesamt- verband 620 Krankenkasien an. Die Einnahmen betragen etwa 125 000 Mt., die Ausgaben 50 000 Mk. Dem Reservefonds wurden 41 000 Mk. überwiesen. Ein Vertreter des Reichsarbeitsministeriums referierte über die gesetzlichen Aenderungen auf dem Gebiete der Krankenkassenoersicherunaen. Eine besondere Aesetzesnovelle für die Verdoppelung des Entbindunasbcitrages, Erhöhung des Stillgeldes und die Heranziehung des Mindesteinkommen» zur Krankenkassen- beitragspflicht von 2500 Mk. auf 8000 bis 10 000 Mk. wurde vor- geschlagen. Abgeordneter Zlegelmeier erklärte sich mit der Erhöhung der Beitragssumme auf 10 000 Mk. einverstanden, warnte aber vor einer Ueberspannung der Beitragsleistung für die Invalidenversicherung. Geschäftsführer Lauf aus Essen be. richtete über die Ruhegehaltsoersicherung. Ein von iym begründeter Antrag zum Beitritt zur Ruhegehaltsversicherung wurde nach kurzer Aussprache angenommen._ vortrage, verekne und Versammlungen. Verband Boltsgesnndheit. Donnerstag, den 30. Zimt, Vortrag de« Gen. Schönemann über„Astrologie' und Gen. Fiebrandt über„Astronomie'. 14. Generalversammlung öes Deutsthen Textilarbeiterverbanöes. Breslau, den 28. Juni 1921. In Fortführung des Borstandsberichts berichtet Rödel(Dar- stand) als Leiter des vom Verband eingerichteten Information s- b u r e a u s über die Art der Führung der ihm unterstellten Ein- richtung, die den Kollegen im wesentlichen eine richtige Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der Textilindustrie übermitteln soll. Be- schwerden über die Art und den Inhalt der herausgegebenen monat» lichen Informationsblätter sind Redner nicht, bekannt geworden. Bon der Schaffung einer auf dem vorigen Berbandstag ins Auge gefaßten fachwissenschaftlichen Zeitschrift riet er ab. Dagegen müsse die Be- richterstattung der Filialen an das Bureau bedeutend besser werden, um so die Einrichtung noch zu heben.— Ein wesentlicher, volkswirtschaftlich wichtiger Teil der Tätigkeit des Bureaus hat sich auch er» streckt auf die Verminderung der Ausfuhr vou Texkilmafchinen allerlei Art, insbesondere von Etickmaschincn, ins Ausland, die von Unternehmern stark betrieben wurde. Es ist erreicht worden, daß die Aufsichtsbehörden die Genehmigung zur Ausfuhr nur noch mit Zu- stimmung der Leitung des Tertilarbeiterverbandes vornehmen können. Mit allen Kräften, und auch hier nicht ohne Erfolg, arbeitete das Bureau auch an der Ueberwindung der Schwierigkeiten, die sich der Ausübung eines volkswirtschaftlichen Einflusses im Arbeitersinne innerhalb der Reichswirtschaftsstellen entgegenstellen, die durch Preis» regelungen die ungeheuren Gewinne aus Textilwaren endlich herunterbringen mühten. Der übergroße Teil der mft starkem Interesse angehörten Ausfuhrungen war wesentlich interner Natur und klang aus in die Darlegung, an der Textilinternatio- n a l e, die nicht identisch ist mit der Amsterdamer Internationale, aber sinngemäß als ein Glied von ihr anzusehen ist, festzuhalten, da eine scharfe internationale Gegenwehr durch das jetzige internationale Vorgehen der Unternehmer immer nötiger werde.— �Sodann gab Derbandsvorsttzender Fein hals den Bericht über die Tarif- und Lohnbewegungen. Wir verweisen auf die bereits im Vorbericht gemachten Mitteilungen. Der Redner betonte, daß die statistisch vorgeführten Erfolge sich als noch viel bedeutendere zeigen würden, wenn die Statistik nicht noch unvollkommen wäce, ein Mangel, der allerdings häusig auf Arbeits- überbürdung der Funktionäre zurückzuführen gewesen sei. Im ver- gangenen Jahre habe die statistische Berichterstattung sich wesentlich gebessert. Würde sie vollkommener, so würde noch viel mehr der Ein- wand niedergeschlagen werden, der verband streike überhaupt nicht mehr. In Wirklichkeit habe der Vorstand die Streikgenehmigung nur in einem Falle versagt.— Tarifgemcinschaften. vor verhältnismäßig kurzer Zeit noch fast Neuland fiir den Verband, find ihm jetzt ein umfänglicher, wichtiger Kampf- und Arbeitsboden geworden. Eine Ablehnung von Bezirkstarifen würde Redner für be- dauerlich halten; dagegen setzt er dem Reichstarif, ob seiner Starrheit, Bedenken entgegen. Redner tritt lebhaft für das T a r i f w e s e n. sowie für die gewerkschaftliche Arbeit in den Arbeitsgemein- fchaften ein. die von den Kollegen von ganz link» als Harmonie- dufelei verworfen werde. Wo man solche Kollegen zum Verhandeln mit hinzugezogen, hätten sie sich von dem scharfen Kampfesgeist über- zeugt, nach dem in den Arbeitsgemeinschaften gearbeitet werde. Mau habe dann aber wiederholt die Erfahrung gemacht, daß solche Kol- legen sich nicht als die radikalsten erwiesen, sondern zu weitgehenden Zugeständnissen voreilig berett waren. Ohne die viel vcrlästerkea Arbeiksgemeinschafle» hätte man die Festsetzung einer einheitlichen Arbeitszeit(�-Stunden- Woche) für Deutschland nicht erreicht.— Al» eine Errungenschaft sei auch die Festsetzung von Winde st löhnen in den Tarifen zu be- werten, und die tarifsich festgelegte Gewährung einer bestimmten (allerdings noch ungenügenden) Anzahl von Ferientagen.— Redner wandte sich aus dieser Gnindauffassung heraus gegen dl« Antrage etlicher Filialen, die zum Austritt aus den Tarif- und Arbeits- gemeinschaften auffordern, und ersuchte um Ablehnung dieser An- träge; ebenso eines solchen, der den Borstand bei Erteilung der Streik- genehmigung ausschalten will.— Redner streifte noch die Schwierig- leiten, die sich öfter und immer wieder aus der besonderen Rolle des.christlichen" verbände» bei Verhandlungen und Kämpfen entwickeln. Ausführsicher ging Redner auf die gegenwärtig« große Textilarbeiterbewegung tu Baden ein, wo ein Teil der Textilarbeiter 50 und mehr Prozent weniger als im übrigen Reich verdient und wo christliche Führer arbeiterfeindlicher als wohl jemals gegen In den Kampf getretene Ar- beiter, darunter auch die christlichen, in der Oesfentlichkeit Stimmung gemacht und auch sonstwie die Bewegung unheilvoll beeinflußt haben. (Die Bewegung hat zu einer großen'Aussperrungsandrohung geführt, der man aus dem Weg« gegangen ist, insbesondere wegen der Unzu- oerlässigkeit des.christlichen' Verbandes. Zuletzt hat ein einstirumig gefaßter Spruch eines vom badischen Arbeitsministerium eingesetzten Schiedsgerichts die Aufnahme der Arbeit zur Bedingung für den Ein- tritt in Verhandlungen gemacht, deren Ergebnis jetzt abzuwarten ist.) Der Kampf hat noch zu keinem materiellen Erfolg geführt, aber doch den badischen Industriellen gezeigt, daß die Arbeiterschaft jetzt ernst zu nehmen ist.— Das Resultat der beiden Berichtsjahre könne ruhig als ein großer Erfolg in den Lohn- und Tarlffragen bezeichnet werden. In Zukunft aber, angesichts der Erstrebung von Weltmarktpreisen aus dem Lebensmittelmarkt, dürfe von Lohnabbau erst recht keine Rede sein.(Lebhafter Beifall.) . Aus dem Kassenbericht, den jetzt mündlich der Haupt- kassicrer Z e h m s erstattete, haben wir die Hauptziffern ebenfalls bereits im Borbericht gebrocht. In Ausführung eines Beschlusses der letzten Berbandsgeneraloersammlung sind 20 Proz. der Einnahmen stet» als reiner Kampffonbs zurückgestellt worden, der jetzt 11 Millionen beträgt, die neben den über 11 Millionen der Haupt- kasse vorhanden find. Zehms betonte die Notwendigkeit, in allen Filialen alle Mitglieder zur Zahlung des höheren Beitrages heran- zuziehen, den sie gemäß ihrem Stundenlohn zu zahlen verpflichtet sind. Ebenfalls müßte nach der Erhöhung der Lotalzuschläge in allen säumigen Filialen gestrebt werden. Weiter wünschte er Ver- ringerung der den L o k a l k a s s e n verbleibenden Prozente, da sonst der Zustand eintreten, könne, daß sich das Verbandsoermögen zur Hauptsache in den Lokalkassen befände(Ende 1920 waren die Lokal- kassenbestände hinaufgegangen auf über 6>4 Millionen Mark), und möglichst einmütige Zustimmung zu der vom Hauptoorstond oorge- schlagenen Erweiterung der Deitragsleistung. A r s a n d, als Vertreter der Revisoren, konstatierte die korrekte Führung der Kasse und beantragte Entlastungserteilung sür den Kassierer. Redakteur D r e s s e l gab den Pressebericht. Die Politik des.Textilarbeiters" im Sinne des ADGB. habe durch die letzte Generaloersammlung in Plauen scharfe Verurteilung er- fahren. Den daraus erfolgten' Beschlüssen der Plauener Generaloer- sammlung habe der.Textilarbeiter" seitdem Rechnung getragen. Ob- wohl die Redakteure es ablehnen, im Fachorgan Parteipolittk zu treiben» sei Redner sich bewußt, daß bei der politischen Zusammen- setzung des Berba.ides das Fachorgan nicht zur Zufriedenheit aller Mitglieder geschrieben habe und auch nicht schreiben könne. Redner berichtete über vorgekommene Beschwerdefälle, in denen der Vorstand aber der Redaktion beigepflichtet habe. Wenn der Raum des.Textil- arbeiters" etwas ausgiebig gegenKräyigin Anspruch genommen worden sei, so habe dazu Krätzig durch sein Berhalten Anlaß gegeben. — Weiter seien Artikel gegen Kommunisten erschienen, die deren Widerspruch herbeiführten und zwei Anträge an die diesmalige Generalversammlung hervorgerufen hoben, gegen die Redner sich wandte.— Er polemisierte sodann gegen die gestrigen Ausführungen Hübsths in Sachen des Kostenpunktes und der Verlegung der Herstellung des«lexlilarbeiiers" aus dem Borwärts-Berlag in den Freiheits-Derlag. Zunächst sei zwar die Kalkulatton der.Freiheit" eine höhere gewesen, sie sei dann aber sofort mit ihrer Preisstellima heruntergegangen und erst da- durch sei auch der.Vorwärts" zu einer billigeren Kalkulatton und zu der gleichen schnelleren Versandleistung wie der Freihcits-Verlag be- wogen worden.— Der Redner empfahl die Herbeiführung eines Be- fchlusses auf Herausgabe einer monatlichen Volkswirtschaft- lichen Beilage, wandte sich aber gegen den Gedanken der Schaffung einer Frauenbeilage oder besonderen.Frauenecke" im„Textil. arbetter".— Die weiteren Ausführungen bezogen sich auf Ausge- staltung des Fachorgans durch präzise, zuverlässige Mitarbett aus den Mitgliederkreisen. Zink- Gera gab den Bericht des Ausschusses, der sich auf interne Berbandsangelegenheiten erstreckte. Damit waren die Borstandsberichte erledigt. Gegen eine größere Minderheit wurde beschlossen, die im Hauptvorstandsbureau töttge Kollegin Hoppe telegraphisch zu den Derhandlungen zu laden. Die Derhandlungen gehen welter. Als internationale Gäste sind noch Vertreter der schweizerischen Textllarbeiter-Union ein- getroffen.__ ?ugenöveranftaltungen. verein«»bette e-Jngeni» Sroß-Berlin. Sekretariat: VW. 40, I» den Zelte» 23. ckino Spiel-, Sport- und Znrnletterlonferenz findet am Sonnabend, den 2. Juli, abends 14? Uhr, UN Zentialjugendheim, Lrndcnstr. 3, statt. Vortrag: „Spiel und Sport in der Ardeiteriugrnbbewegung'. Referent Genosse AI,: von Grumbkom, Mitgl. o. A.»T.>B. Donnerstag, den 30. Inn!: DtiebrrschSnewrid« »u Versailles.—_____ trog:„Die Mädchen und da» Wandern'. Mus aller Welt. Eisenbahutatastrophe in Indien. Eine Ueberschwemmung hat in den Eisenbahndamm bei Amroza(Indien) eine große Lücke ge- rissen. Ein Personenzug ist in die Bresche hineingefahren. Die Lokomotive und zwei Wagen find vollkommen ver- s ch w u n d e n. Man fürchtet, daß vierzig Passagiere und das Personal de« Zuges ertrunken sind. Arbeitersport. De« BerNne» Wettfegel.reriand hiilt am Sonnlag, den 8. Juli, ans dem Tegeler See feine Sommerrestatta ad! am 1». Juli ist von der Touren- sezier. Bereinigung Tegel-Verlin eine offene Regatta für dir dem BWP. angeschlossenen vereine angesetzt, Start und Ziel beider Regatten„Restouran: Blumshof', Saatminkel, Startzeit 11 Uhr. Für die an der Oberspree und dem Miiagelsee beheimateten Bereine geht«rn Schleppzug Sonnabend, den 2. Juli. mittag» 1 Uhr, vom Bootshafen des SegelNubs.,F r a t e r n t t a o' nach Tegel, die Bootsbesttzer müssen um 12 Uhr zur Stell« fein. Anler und gute Schlepvtrosse find mitzubringen. Der s. C. Stralau 191» schließt sich in Trep. tow an. Die Wettfahrt soll stleichzeitig eine Propagandasabrt für den BWB. sein, sie soll dazu dienen, dem Segelsport in Arbeitcrkreisen An. hönger zu gewinnen. Die dem BWV. angeschloüenen Verein- stehen ouf dem Boden der Arbeiterbewegung. Wir sprechen die Hoffnung aus, daß sich clh Segler, die auf demselben Standpunkt stehen, auch ,u uns bekennen. Aus- künste erteilt dl« Geschifftsstelle de» Berliner Wrltsegel-Verbaudes: A. Hol- darf, Berlin. Stoglitz, Thorwalbsenstr. 32. Fi anlaud— Deutschlaad. Der Arbeiter-Turn» und Eport-Bund peranstaltet am Sonnabend, den 2. und Sonntag, den 3. Juli, in, Sich. tenderger Etadian einen ieichtathletischcn Liinderweitkamvs. Zum ersten Male werden auoliilldisch« Ardeitersportler mit deutschen Leicht- athleten. die im«rbriter.Zurn. und Sport-Bund organistert stnd, in friediimen Wettbewerb treten. Da» umfangreich« Programm, das alle nennenswerten Uebungszweig« enthält, Kur», und Langstreckenläufe bis zu 10«ilomrlcr. Hoch. und Weitspringen. Gehen über 3mo Meter sowie Kugelstoßen, Hammenverf.» usw., hat ein« ausgezeichnete Besetzung gefunden und dürft«, da den Finnen -in guter Ruf vorausgeht, sehr anter Sport geboten werden. Die Borkämofe deginnrn am Sonnabend um b Uhr, am Sonntag, nachmittag» 3 Uhr. Billett. voroerkauf im Sporthau» Fichte. Köpenickcr Str. 19«. •• EROFFNUNGS-VERKAUF Im GARDINENHAUS I. ZIMET Köpenicker Strafee 102- unweit Jannowitz- Brücke *88l8aillMMflVillli8MI4l8*8B8l888l8i«l8l88limi8(8ll8(88Bn88880lll4■>»■>.■>.»..to�TUBnmniaga Opernhans Letzte Vorstellung y. d. Ferien Der Rosenkavalier (Außer Abonnement) _ Schauspielhaus Letzte Vorstellung v. d. Ferien Peer Gynt b>/, Uhr Deutsches Theater VI, Uhr Potasch u. Perlmutter Frt�VzrPotascb u. Perlmutter Kammerspiele 8 Uhr: Mesalliance Frt TV»: Zwei glückliche Tage Kr. Schauspielhaus (Karlstraße) 7U.: Ein Sommernachtstraum (17. Abteilung 6. Abend) Freitag V/, Uhr: Die Weber (Außer Abonnement) Theater I. d. Künipgrätzer Str. Heute 7.30 Uhr: Mit dem Feuer(vielen »Uhr: Satans Maske Charlotte Schnitz Johanne. Riemann Panl Bildt Freitag T.iO Uhr:«xl-vah.« Glaube und Heimat Berliner Theater Allabendlich 7.30 Uhr. Ralph Artur Roberts, Bise Müller, Uschi Elleot, Herbert KIper, Paul Rebkopt Komödienhaus 7.30: Der blonde Engel Oentrai-Theater 8 Uhr: Jlonka l>entnelie. Opernhane u/?llelsterslngerflfirnber| Krledr. Wlihelmst.Th. u'hr Die Heine aus der Heile Kl. ttchansplelhans t»/, Uhr; Reigen Kleine. Theater P/a Uhr: Olga Limburg in Mar ein Traum Lnatapielhaus TVt Uhr: Arnold Riech in Die spanische Fliege Mefpopol-Thcater Jhr'Die blaue Mazur Ncaen Oporettentheat. wzUhr.Amerlcan-Girl Neue. Volk.thnater 7 uhr: Die Lokalbahn Re.ldenz-Xheater VI, Uhr Max Adalbert In 1910(Ah dalür!) Mchilier-Theat.Oharl. Zum ersten Maie: u�HeineFrau-DasFränieln Schloßpark• Theat. Steglitz, ScbloBstraBe 48 uhr3: Raub der Sabineriimen Thalia-Theater v/, Uhr: Hascottchen Th.amXaUendorfplatn P/t Uhr: Die schSne Oalathec Das Versprechen hinterm Herd Jft.Der Vetter aus Dingsda Theater de. Westen. Uhr' Borgen wieder lustlk! Th.i.d.Kommandantenstr. vh uhr Die goldene Freiheit Trlanon-Theater Tt/j: Carola TSlIe, Herrn. Vallen- tin i Lad j Windermeres Fächer Wallner-Theater Wz uhn Der Kuhreigen Walhalla-Theater VI, Uhr: Scheidungsreise Komische Oper Opernspielzeit Täglich)'U Uhr Klt-Keidelberg Oper von Pacchlerotti St?. ZV,: Der Barbier t. Sevilla ir WodieSchsate nisle« �dmirals?alast J'/tUht; Abrakadabra Volksbühne Theater am BQIowplatz. 7Uhr: Die lange Jule Sonnlag. SJuli. nachm. 3 U.: Die Fledermaus Lessing-Theater Allabendlich 7l/i Uhr: Die Dalleriiia Des Königs (Konstantin, Götz) Deutsches Künstler-Theater w. uhr Geständnis Ralph, Korkt, Otto Sertinerfrater Kastanien-Allee 7—9 Täglich Vi 5 Uhr: :: Variete:: Wenn Engel streiken! Operette in 3 Akten Folie. Caprice Heute zum letzten Male: Schlafzimmergeheimnis Morgen Freitag Vj8 Uhr: Prenilepe Prinzessin vom Nil Operette in 3 Akten von A. Landsberger u. 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Reserocsonds. 350.— Ozcfchaflsuntostcn.. 902,56 Reingewinn.... 1072,83 Unflojct» Forderung. 1500,— Ausgleich....■ 785,54 RL 4610,92 Gewinn Geschäftsstellen-Konto. 605,95 Kunden-Konto... 100,— Geschästsarbeits-Konto 3904,97 RL 4810,92 TRifglisCct-Beroegana Stand am 1(1. Juni 1020.. 17 Reueingar. MitgL d. 1. 1920 14 Stand am 3L 11 1920... 31 Ausgesch. Mitgl. bis 31. 12.20— Stand am SL 12. 1920... 31 Die Gesamthastsumme sidnt- licher Genosien beträgt am 3L Degemder 1920 M. 9300. Repldiert und silr richtig de- funden: vsr vorstaub. Willi Schwan, Paul PrSschke Cn«usslchtaru». «d. Stüter Aieiander Wllrl Fritz Kos -xand lhIS. 170/19 K$?. Uder, 86. 16, 8ngeltt|sr 6 Zigaretten, Kau-, Rauch- u. Schnupftabake G.A.Hanewacker• Goldfarb- Landfried• Eicken- Raulino Oldenkott• Geöffnet 8—2 u. 3— S Uhr. 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Abänderung der Satzung: Art. 3(Wegfall der zeitlichen Begrenzung der Dauer der Gesellschaft); Art 5(entsprechend den Beschlüssen zu 2.); Art. 13 (Zulässigkeit von Abmachungen des Aufsiohtsrats betreffend Gewährung einer Ruhestands- und Hinterbliebenenversorgung an Gesohäftsinhaber, Direktoren, Prokuristen und Angestellte); Art. 27(Wegfall des letzten Absatzes); Art. 29(Erhöhung der Tantieme des Aufsiohtsrats und Feststellung des Rechts der Generalversammlung zu jederzeitiger Abänderung der Höhe der Tantieme durch einfachen Mehrheitsbesohluß); Art. 31(Aenderung der Stimmberechtigung der Kommandit- Anteile und anderweite Regelung der gesetzlichen und auf Vollmachterteilung beruhenden Vertretung von Komman. ditisten in der Generalversammlung); Art, 7, 36 und (Fassungsänderungen). 4. Wahlen zum Aufsiohtsrat. Zur Teilnahme an der Generalversammlung ist jeder Kommanditist, zur Stimmenabgabe bei den zu fassenden Beschlüssen sind nur diejenigen Kommanditisten berechtigt, deren Anteile mindestens acht Tage vor Berufung der Generalversammlung im Aktienbuohe der Gesellschaft auf ihren Namen eingetragen sind, und welche ihre Anteile— oder Depotscheine der Beichsbank oder der Bank des Berliner Kassen-Vereins,— spätestens einen Tag vor der Generalversammlung entweder bei einem Notar oder bei der Direction der Disconto-Gesellschait in Berlin, u?r Norddeutschen Bank in Hamburg oder dem A. Schaaffbausen'schen Bankverein A.-G. in Köln, oder bei einer Filiale oder Zweigstelle der vorgenannten Banken an anderen Plätzen, oder in Augsburg bei der Bayerischen Disconto- und Wechsel- Bank A.-G., „„ Barmen bei dem Barmer Bank- Verein Hinsberg, Fischer& Comp., „„ Breslau bei dem Bankhause E. Helmann, „„ Dresden bei der Allgemeinen Deutschen Credll-AnataH, Abteilung Dresden, bei dem Bankhause Philipp Ellmeyer, „„ Frankfurt a. N. bei der Deutschen Effecten» und Wechsel-Bank, bei dem Bankhause E. Ladenburg, s „„ Hamburg bei der Vereinsbank in Hamburg, „ Karlsruhe i. B. bei der Süddeutschen Disconto-Geseli« schsft A.-G., bei dem Bankhause Veit L. Komburger, bei dem Bankbanse Siraus& Co., „„ Köln bei dem Bankhause A. Levy, bei dem Bankhauso Sal. Oppenhelm jr.& Cie., „„ Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Credlt-Anatalt und bei deren Abteilung Becker& Co., „„ Magdeburg bei dem Bankhause F. A. Heubauer, „„ Mannheim bei der Süddeutschen Disconto» Gesell- schaft A.-G., „„ Meiningen bei der Bank für Thüringen vormala B. M. Strupp A.-G., „„ München bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel- Bank, bei der Bayerischen Vereinsbank, „„ Hürnberg bei der Bayerischen Disconto- und Wechsel- Bank A.-G., bei dem Bankhause Anton Kohn gegen Bescheinigung bis zur Beendigung der Generalversammlung hinterlegen. Berlin, den 29. Juni 1021. Direction der Disconto-Gesellsehafl. Die Geschäftsinbaber: Dr. Salomonsohn. Dr. Russell. Urbig. Dr. Solmssen. Waller. Dr. Mosler. Schlieper. PrenRlfdie StaalMoflerie zieüung 1. Blasse am 12.-13. Joll. I n<.p'/« v»_ IL. L,uac Mark 10.— 20.— 40.— 80.— Rodewald Staatlicher Lotterie-Einnehmer Mi SD DD. Köpenidier Sfir. 143, Ecke Iferiana-SInr an der Köpenicker Brücke. Postscheckkonto 31156. Ferner In meinem Zweiggeschäft, BerxmannstraBe 10, Ecke NostizstraBe. Billige Piano», klavicrlech- nisch« Weristatt, Möckern» siraöe 35. nur Eelcgrnhcito- 7-r n M reiliahlunK.nj.üarani. Kronen ISAI.PIomb. / EiImH n.' 3,—. Zahnziehen m.Einspr höchst seh merz- LUIIiiu v.uan ünd. Umarb.schlcchtsltz. 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Ohne Legitimation kein Zutritt! 41/11* Der Gauvorskand. iiEfEiiciireiHäli Berlins und Umgegend 4i/io Sonntag, den 3. Juli, vormittags 10 Uhr, im Graphischen Vereinshaus, Alexaudriuenstr. 44: Vertrauensmänner-Versammlung Tagesordnung: Aussprache Uber berosliche Iragea. Vertrauensmännerkarte des Berliner Gaues legitimiert. Vollzähliges Erscheinen erwartet" ver vorslaad. Ein Appell an Pfeifenraucher!! Genießer rauchen nur Hosse-Tabak. Wollen Sic einen wirklich garantiert reinen, ungefärbten Rauchtabak rauchen??? Dann bitte verlangen Sie bei Ihrem Zigarrenhändler zur Probe ausdrücklich nur Fabrikate der Tabak- fabriken P. G. fiOSSB m. HaMIl, gegr. 1808 Hosse-Tabak, Mittelschnitt.. Vio-Pte-Pak. M. 2.50 Hossc»Binhorn-Tab.,Krullschn. Vio-Pfd.-Pak. M» 2.75 Hosse-Krullschnitt 5.... Vjo-Pf d.- Pak. M. 3.00 Hosse»Virginia»Mlschunx 3. ,/5-Pfd.-Pak. M. 6.00 Ho8se«Pastoren»Tabak.... Vu-P�d.-Pak. M. 6.50 Einmal versucht— dauernd Kunde!! 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[ 5584b fiSCiläCiU& K€iäC«€i, lintieiuir. 44-41 Prozeß gegen General Stenger. Generalleutnant a.D. Stenger fuhr in feiner Schilderung fort. Völlig ferngelegen habe ihm der Gedanke, daß wehrlose Feinde getötet werden sollten. Einen Befehl im Sinne der Anklage habe er nicht gegeben, anderfalls müßten ihn die ihm unterstellten Regimentskommandeure gehört haben. Daß einzelne Offiziere feine Aeußerung als einen Befehl aufgefaßt hätten, könne möglich fein, aber diese Auffassuno beruhe dann auf einem Mißverstand-, n i s. In der Schlacht bei Saorburg sei eine große Zahl von Ge- fangenen gemacht worden. Bei der Verfolgung des Feindes am nächsten Morgen habe er sich mit verwundeten Franzosen beschäftigt, ebenso am 26. August. Die Franzosen wurden ebenso verpflegt wie die deutschen Verwundeten. Erst lange Zeit nachher, eigentlich erst vor wenigen Monaten, habe er davon gehört, daß damals verwundete Gefangene erschossen sein sollen. Die Behauptung m der Auslieferungsliste, er habe die Abführung Ge- fangener beanstandet, sei unwahr. Er ist überzeugt, daß er keinen solchen Befehl gegeben hat und der Ansicht, daß das, was er damals sagte, nicht als Befehl aufgefaßt werden konnte. Auf Vorhalt des Oberreichsanwalts bestreitet der Angeklagte entschieden, am 26. August nieder Befehl gegeben zu haben, alle Gefangenen zu erschießen. Wenn er am M. August gesagt haben sollte, man brauche keinen Gefangenen zu machen, so habe er nur damit gemeint, man solle sich nicht mit der Gefangennahme von Feinden aufhalten, sondern lieber in den Operationen fortschreiten. Hierauf werden die Aussagen, die Stenger früher zu Protokoll gegeben Hot, verlesen. Er bat damals feine Aeußerungen vom August 1914 so ausgelegt, daß sie als Ausfluß der Notwehr aufzufassen waren. Der Angeklagte Stenger erklärt weiter, daß es nicht seine Sckmld sei, wenn Major C r u s i u s als einziger seine Aeußerung mißverstanden habe. Crusius sei damals nervös erregt gewesen und bald darauf in eine Heilanstalt gebracht worden. Es wird nunmehr der zweite Angeschuldigte, Major a. D. E r u s i u s, vernommen. Er gibt zu, am 26. August infolge ner- vöser Erschöpfung zusammengebrochen und in die Heimat geschickt worden zu sein. Der Präsident bezeichnet es als auffallend, daß Erusius dann später wieder an die Front geschickt wurde und mehr- mols erkrankte. Major Erusius ist dann schließlich nach dem Osten gekommen und war dort infolge seines erregten, nervösen Zu- standes Sinnestäuschungen unterworfen. 1916 wurde Erusius zur Westfront abkommandiert, wo er abermals einen nervösen Zusammbruch erlitt. Als er in ärztlicher Behand- lung war. soll Erusius gesagt haben, die Ereianisie am 21. und 26. Auoust 1914 lasteten auf ihm und ließen ihm keine Ruhe. Dieser Aeußerung will sich der Angeklagte nicht mehr erinnern. Der Brälident findet es erstaunlich, daß der Angeklagte sich auf diese Aeußerung nicht mehr besinnen könne, obwohl er soeben seine mili- tärische Laufbahn sehr genau geschildert habe. Der Vorsißende weist weiter daraufhin, daß Erusius bei den Ermittlungen, die sich gegen Stenger richteten, sich nicht so bestimmt über die Vorgänge am 21. und 26. August 1914 ausgesprochen hat wie heute. Der Angeklagte Crusius verbreitet sich dann über die Vorgänge am 20. und 21. August 1914. Gen-ral Stenger Hobe den Befehl gegeben, alle auf dem Schlachlfelbe gebliebenen verwundeten Leinde zu erschießen. Der Präsident Höst d�m entgegen, daß die Untergebenen einen solchen Befehl zum Morden als etwas Unerhörtes bezeichnet haben müßten. Der Anqe- klagte erwidert hierauf nichts und erklärt dann weiter, daß er den Befehl weitergegeben Hobe. Ein anscheinend tot daliegender Fran- zose, der die Augen auftat und ein Gewehr neben sich liegen hatte, fl erschossen worden. Der Major Müller, der später gestorben ist, Hot nach Angabe des AngeNagten den Befehl dazu erteilt, nach- dem der zur Erschießung kommandierte Soldat sich zunächst geweigert doste, d.'es zu tun. Ein anderer Franzose, der flehentlich um sein Leben bat, ist ebenfalls erschossen worden, nachdem er in Gefangenschaft geraten und von einem deutschen Soldaten mit Kaffee erquickt worden war. Der Angeklagte schildert die Kämpfe des ersten Tages, die sehr verlustreich waren. Er habe dabei zum ersten Male beobachtet, daß Dumm-Dumm-Geschosie und deutsche Munition gegen uns verwendet wurden. Auf eine Frage des Präsidenten sagt der Angeklagte aus, daß der Befehl des Generals Stenger am Vormittag des 21. August gegeben wurde, ebe der Exerziervlaß in Saarburg vaisiert wurde. Daß Musketier Müller auf dem Exerzierplatz einen Gefangenen auf feinen Befehl erschosien habe, bestreitet der Angeklagte. Es seien damals 20 bis 30 Gefangene erschosien worden. Der Angeklagte aibt zu, er habe angenommen, daß auch Verwundete erschossen worden seien. Bei Schilderung der Ereignisse am 26. August erzählt der An- oeklagte, es sei damals der Befehl gegeben worden, keinen V a r d n n zu geben und keine Gefangenen zu machen. Dieser Befehl sei vor allen Offizieren vom General Sienger gegeben worden. Andere Personen bäten ähnliche Aeußerungen des Generals gebärt. Den Befehl des Generals habe er an seine Kompagnien weitergegeben. Damals sei er Herr seiner Nerven gewesen. Was weiter geschehen sei, wisse er nicht mehr. Der Angeklagte S t e n g e r bleibt gegenüber den Behauptun- gen des Angeklagten Crusius bei seinen früheren Angaben, daß er sich nicht so bestimmt ausgedrückt habe. Es wird dann die Aeußeung des Anaeklagten Crusius gegen- über dem ihn damals behandelnden Professor, Geheimrat Anton- Hal'e erörtert, daß Crusius unter dem Druck der fürchterlichen Ereignisse bei der Erschießung der Gefangenen schwer gelitten habe. Der Angeklagte Erusius erzählt, daß er geaen Alkohol sehr wenig widerstandsfähig sei. Vor Mitteilung des Befehls am Morgen des 21. August habe er Wein getrunken, nachdem er vorher überhaupt nichts gegessen hatte. Der Angeschuldigte S t e n g e r bat am 26. August den Erusius zwar nicht betrunken gefunden, aber den Eindruck gehabt, daß dieser Offizier sofort von der Front wegmüsse.— Crusius will sich der weiteren Vorgänge nach dem Vormittag des 21. August nicht mehr erinnern. Der Oberarzt in der Jrenanstalt Ilten bei Hannover, Dr. Sern au, wird hierauf als Sachverständiger vernommen. Er hat Erusius damals in Behandlung gehabt und sich Notizen über die Angaben des Angeklagten gemacht. Erusius habe damals gesagt, es fei gegen sein Gefühl gewesen, daß er Gefangene auf höheren Befehl habe erschießen lassen müssen. Es wird nunmehr in die Zeugenvernehmung eingetreten. Generalmajor a. D. Konrad Neubauer aus Blankenburg a. Harz erzählt von den Borgänaen am 21. August und den Aeuße- rungen, daß die verwundeten Franzosen heimtückisch zu den Ge- wehren griffen und auf die Deutschen schössen. Er habe dann an- geordnet, daß olle französischen Gewehre zerschlagen würden. Don dem angeblichen Befehl seines Vorgesetzten, des Generals S t e n g e r, weiß er nichts. Er habe keine Befehle erhalten. Wenn ein Vorgesetzter wirklich einen solchen Befehl erteilt hätte, würde er ihn als unzulässig nicht ausgeführt haben. Der Zeuge erwähnt dann die Nochrichten, die über die Säuberung des Waldes, über die heimtückische Kampfwcise der Franzosen von den Bäumen her- unter usw. verbreitet wurden. Darüber habe natürlich große Ent- rüstung geherrscht. Aber einen Befehl, verwundete zu erschießen, habe Skenger uicht gegeben. Der Zeuge hätte es hören müssen, da er in der kritischen Zeit in unmittelbarer Nähe Stengers seines Vorgesetzten, sich befand. Zu- rufe cm die Mannschaften seien allerdings üblich gewesen.— Der Angeklagte Erusius hält diesen Angaben gegenüber seine frühe- ren Angaben aufrecht, daß Stenger den erwähnten Befehl gegeben habe. Zeuge Neubauer erklärt, wenn festgestellt wäre, daß die Franzosen instruiert waren, in der erwähnten heimtückischen Weise von hinten und oben auf unsere Truppen zu schießen, würde er einen solchen Befehl für gerechtfertigt gehalten haben. Der Zeuge erzählt dann, daß Crusius sehr erregt aus dem Walde gestürzt sei und wie ein Wahnsinniger gerufen habe, alles fei vorüber. Er, der Zeuge, habe den Angeklagten sofort suspendiert und zurückgeschickt. Das war am 26. August. Der Zeuge macht darauf aufmerksam, daß schreckliche und erfreuliche Ereignisse in der Phantasie der Soldaten in unglaublicher Weise verschärft und aufgebauscht wurden, so, daß auf deren Aeußerungen in Briefen, Tagebüchern usw. tatsächlich wenig Wert gelegt werden könne. Generalleutnant a. D. Eckermann aus Freiburg i. Dr. erklärt bestimmt, daß er weder am 21. noch am 26. August einen Befehl der erwähnten Art von Stenger erhalten habe, weder schriftlich noch mündlich. Der Zeuge sagt, man habe da- mals an der Grenze das Gefühl gehabt, daß wir überfallen feien. Daraus erklärte sich die Erbitterung der deutschen Mannschaften. Die Stimmung am 26. Auaust sei eine derartige gewesen, daß man die Kampsweise der französischen Alpenjäger, die von den Bäumen und von hinten schosien. nicht für ritterlich gehalten habe. Von einem Defehl des Majors Müller, alles lolzuschießen, hat der Zeuge gehört, und zwar in der Weife, daß Müller einige Gefangene habe er- schießen lassen. Bon dem Gespräch und Befehl Stengers, Der- wundste niederzuschießen, Hobe er am Morgen des 21. August nichts gehört, obwohl er bäite es hören müssen. Auf Befragen sagt der Zeuge, er halte es für unzulässig, einen feindlichen Sol- baten, der sich ergeben wolle und die Hände hochhöbe, zu erschießen. Nur wenn er wisse, daß Gefangene von verbotenen Waffen Gebrauch zu machen versuchten, würde er die Erschießung solcher Gefangenen für berechtigt halten. Dr. med. D ö b n e r aus Untergrombach b. Bruchsal wurde als Zeuge und Sachverständiger vernommen. Er teilte mit, daß er an dem fraglichen Tage Assistenzarzt war. Er habe auf dem Exerzier- platz Tote und Verwundete liegen sehen. Dort hörte er den An- geklagten Crusius brüllen: „Wollt ihr den Brigadebefehl nicht ausführen?" Ein Soldat Hab-' dem Zeugen auf Befragen gesagt,„Wir sollen dle verwundeten erichießen." Zweifellos hätten die am Boden liegen- den Franzosen hinter den Deutschen Herneschossen. Der Mann, mit dem er gesprochen, habe nesaqt:„Wir können doch nicht wehrlose Verwundete erschießen." Die deutschen Soldaten seien dann weiter- geaanoen. Erusius sei ganz rot und in großer Erregung gewesen und habe Säbel und Revolver in der Hand gehabt. Ob irgendein Franzose damals erschossen worden ist, weiß der Zeuge nicht. Er kam ohne Waffen in eine Scheune, in welcher viele Franzosen lagen. Ein franzölllcher Kapitän sei mit einem Gewehr auf ihn einaedrungen, wobei der Kapitän von einem deutschen Soldaten er- schössen wurde. Der Zeuge Hot in den Gewehren der Franzosen Dum-Dum-Geschosse gefunden, und zwar seien diese Ge- schösse Maschinenarbeit aewesen. Diese Geschosse hat er dem General Stenger übergeben. Am 26. August hat er den Angeklagten Erusius wieder getroffen und ihn vollkommen aufgslöst gefunden. Er habe ihn dringend empfohlen, zurückzuoeben. Der Zeuae er- innert sich keines Falles, in welchem auf Befehl des Angeklagten Erusius jemand erschossen worden sei. Er hat aber in diesen Tagen seine damaliaen Briefe in die.fieimai wieder in die Hand genom- men und teilt daraus mit,' die Franzosen hielten sich nicht an das Genfer Kreuz. „Auch wir haben Gefangene erschießen müssen, weil sie heimtückisch aus dem Hinterhalt auf uns schoflen." Der Zeuge erzählt dann noch weiter über die Nichtachtung des Genfer Kreuzes durch die Franzosen. Auf Befraaen des Sochverständioen, Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Anton aus Halle a. d. S., erklärt der Zeuge, daß der Angeklagte am 26. August zweifellos unzurechnungsfäbig war, und daß er dies auch für den 21. August annehmen müsse.. Daß Erussus übermäßig dem Alkobol ergeben war. hatte er damals nicht gewußt. Staatsanwaltschoftsrat Langels aus Berlin war Ende 1914 Adjutant des Ersatzbataillons in Müllbeim i. Baden. Er erklärte, daß Erusius auf ihn einen verwirrten Eindruck gemacht habe. Landbauer Pauk Grienenberger aus Franken i. Elsaß, ein französischer Zeuge, war be- der dritten Kompagnie des Infanterieregiments 11? als aktiver Soldat, hat die Schlacht bei Saarburg mitgemacht und ist dann. zu den französischen Truppen übergelaufen. Am 21. Auaust 1914, so sagt er aus, babe Erusius angeordnet, einzeln angelroffeue Franzosen und verwundeke Gefangene zu erschießen. Ernssus habe vor der Schlachtlinie gellanden und gesagt, es siege ein Brigadebefehl vor. Ans Grund dieses Befehls habe ein Soldat einen verwundeten Franzosen erschossen, der auf dem Ererzierplatz gelegen bat. Der Franzose habe keine Waffe in der Hand gehabt und um sein Leben gebeten. Am 26. Auaust habe Erusius den Befehl wiederholt und gesagt, es solle alles über den Haufen geschossen werden. Erusius habe von aus- aestocstenen Augen und abgeschnittenen Obren gesprochen und damit den Bcfebl begründet. Der Zeuge selbst habe sich an der Erschießung nicht beteiligt. Hierauf wird um 3 Uhr die Wciterverhandlung auf Donnerstag, vormittags 9 Uhr, vertagt. * Den Verhandlungen wohnt der holländische Kriegsgerichts- Präsident van Slooten bei. Italien verzichtet. Mailand. 29. Juni.(DA.) Der„Secolo" meldet: Italien hat dem alliierten Rat mitgeteilt, daß es vorläufig von einer Aburteilung der deutschen Kriezsbeschuldigken, soweit fle auf der iiallenischen Liste stehen. Abstand zu nehmen gewillt sei. — Regierung und Nlont Cenis. Im Hauptausschuß des Landtags gab Dergrat Hatzfeld gestern eins ausführliche Darstellung des Unglücks auf der Zeche Moni Eenis. Er führte u. a. ans: Der Haupianteil an der Explosion ist auf K o h l e n st a u b zurückzuführen. Fraglich ist, ob eine Schlag- wctterexplosion dazugekommen ist. Das ist ober wenig wahrschein- lieft. Die Veranlassung kann nur ein Schuß gewesen iein. Cün Schießmeister ist tot, der andere hat aber glaubwürdige Aussogen gemacht. Für einen Dynomitschuß liegen keine bestimmten Anhalts- punkte vor. Alles spricht für eine Kohlenstaubexplosion, die durch einen Schuß veranlaßt wurde. Die Schießmeister waren dabei nicht beteiligt. Energische Unschädlichmachung des Koblen- staubes ist erforderlich. Die Wirkung der Berieselung wird vielfach übertrieben. Die systematische Berieselung in den' Abbaustrecken hat nicht den beabsichtigten Erfolg gehabt.— Abg. Otter lU.Soz.) wünscht Einsetzung eines ständigen parlamentarischen Untersuchungsausschusses.— Minsster F i s ch b e ck: Aus eigener Anschauung erkläre ich, daß eine besttnmte Schuld nicht fest- zustellen ist. Ich lege Verwahrung dagegen ein, daß der Reichs- tagsausfchuß den Berghauptmann von den Verhandlungen ausgeschlossen hat. Wirtschaft Lanöwirtfchast unü Umlageverfahren. Me großen landwirtschaftlichen Körperschaften, wie der Deutsche Landwirtschaftsrat, Deutsche Bauernbund, General- verband der deutschen Raiffeisen-Genossenschaften, Neichsgrund- besitzeroerband und Reichslandbund, Rcichsverband der deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberoereinigungen, Reichsver- band der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften und die Der- cinigung der deutschen Bauernverewe haben folgende einmütige Kundgebung zur Ausführung des Umlageversahrens in Getreide beschlossen: „Die landwirtschaftlichen Körperschaften stehen nach wie vor auf dem Standpunkt der völlig freien Getreidewirtschaft. Nachdem das von ihnen bekämpfte Umlagevcrfahren, in dem sie eine Fort- setzung der Zwangswirtschaft nur in anderer Form sehen, Gesetz ge- worden ist, werden die landwirtschaftlichen Körperschaften unter Be- rücksichttgung der dadurch geschaffenen Lage und im Interesse der Verbraucher den Landwirten schnellste Erfüllung der ihnen aus- erlegten Lieferungsverpflichtungen empfehlen, um sich behördliche Zwangsmaßnahmen zu ersparen und um möglichst bald freie Wahl über die Ueberschußmcnge zu erhalten. Die land- wirtschaftlichen Körperschaften erwarten, daß die Umlage der letzte zwangsmäßige Eingriff dieser Art sein und nicht über das kommende Erntejahr ausgedehnt wird, mithin aljo auch wirNich den versprochenen Uebergang zur völligen freien Getreidewirtschaft be- deuten wird. Um in dieser Beziehung Beruhigung in die durch das Umlageverfahren schwer enttäuschte Landwirtschaft zu tragen, wird die Regierung ersucht, nach der diesjährigen Herbstbestellung die völlige Beseitigung jeder Zwangswirtschaft für Getreide mit dem Erntejahr 1922 23 gesetzlich festzulegen. Die Möglichkeit höchster Produktionssteigerung muß der deutschen Landwirtschast endlich wieder zurückgegeben werden" Hier wird also wieder einmal mit erfteulicher Offenheit ausge- sprachen, daß die Landwirtschaft in dem Umlageverfahren das Sprungbrett zur schleunigen Herbeiführung der freien Wirtschast bei Weltmarktpreisen sieht. Eine Regierung, der um die Er- füllung der Wiedergutmachung ernst ist, wird mit dieser Tatsache rechnen und zusehen müssen, wie sie die riesigen zu erwartenden Konjunkturgewinne für den Reichssäckcl erfaßt. Schon die Konjunkturgewinnabgabe in der Lederindustrie, einem Verhältnis- mäßig kleinen Gewerbezweig, hat seinerzeit über 100 Millionen Mark erbracht, die zur Versorgung der minderbemittelten Bevölkerung ver- wendet wurden. Wieviel mehr erst wird das Umlageverfahren, das für einen bedeutenden Teil der Getreideproduktion bereits die Welt- Marktpreise oder gar die freie Wirtschaft in den wichtigsten Rahrungs- Mitteln bringen soll, große Konjunkturgewinne den Landwirten bringen, die ohnehin von den meisten anderen Steuern, besonders von der Einkommensteuer, unverhältnismäßig wenig betroffen werden. Ein so einfaches Verfahren wie eine einmalige Konjunktur- gewinnabgabe kommt für die Landwirtschaft deshalb nicht in Be- tracht, weil mit dem Eintreten der Weltmarktpreise der deutsche Land- wirt an dem Sinken der Valuta, das die Lebenshaltung des ganzen Volkes verteuert, unmittelbar interessiert wird und aus ihr am meisten Gewinne zieht. Die steigenden Preise aber haben bisher die Extenstoierung der Landwirtschaft eher begünstigt als aufgehalten, wie die von ihren Vertretern oft zitierten, wissenschaftlich freilich an- fechtbaren Produktionsziffern beweisen. Will also das Reich an den mit der Valuta steigenden Gewinnen der Landwirtschaft teilnehmen, so ist das nur in der Weise denkbar, daß das Reich eine Hypothek in Goldmark auf den gesamten landwirtschaftlichen Grundbesitz legt. Die Zinsen dieser Hypothek steigen und fallen dann mit den Brotpreiscn und mit der Valuta. Dadurch aber würde die Landwirt- schaft gezwungen werden, durch eine großzügige Produktions- st e i g e r u n g die Valuta zu stützen, indem sie die ausländischen Ge- trcideeinkäufe durch die Vermehrung der heimischen Erzeugung größtenteils Lberflüsstg macht. Das kann sie nach dem Urteil ihrer maßgebenden Führer. So läuft das Interesse der Allge- m e i n h e i t an der Besteuerung gleich mit dem an der Produktions- steigerung, und es wäre nur zu wünschen, daß die verantwort- lichen Führer der Agrarier sich dieser Einsicht nicht verschließen. Tun sie es doch, so wird man ihren Reden von der Produktionsfreudigkeit der Landwirtschaft weiter mit den Zweifeln begegnen müssen, die ihre oft unsachliche Agitation heraufbeschworen hat. Die erste Psticht jedes Hand- oder Kopfarbeiters ist die Unterstützung der Arbeiterpresse, weil nur diese die Arbeiterschaft in ihren Kämpfen mit dem Kapitalismus stützt und ihre gewerkfchaft- lichen und politischen Interessen nachdrücklichst wahrnimmt. Der„Vorwärts" informiert seine Leser schnellstens über alle politischen und wirtschaftlichen Vorkommnisse und bietet mit seinen zwei illustrierten Beilagen„Volk und Zeit" und „Siedlung und Kleingarten" sowie der Unterhaltungsbeilage „Heimwelt" weitgehende Belehrung und Unterhaltung. Des- halb ist es für alle Hand- und Kopfarbeiter notwendig. öen„Vorwärts" Zu bestellen. Alle Genossinnen und Genossen haben die Pflicht, un- ablässig im Kreise ihrer Freuilde, Bekannten und Arbeits- tollegen für den„Vorwärts" zu werben. Je größer die Abonnentenzahl unserer Presse, um so größer die Kraft des Proletariats in den kommenden politischen Kämpfen. Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des„Vorwärts", Berlin SW. 68, Linden- straße 3, einzusenden. Ich abonniere den„Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage„Volk und Zeit", der UnterbaltungSbeilage .Heimwelt" und der 14tSgig erscheinenden illustrierten Bei- läge.Siedlung und Kleingarten" in Groß-Berlin täglich zweimal frei ins Haus für 10 Mark pro Monat Juli. Name Wohnung: -Straße Nr.. vorn- Hof— Ouergeb.— Seitenfl.— Tr. links— recht«. bei—_____ GewerMastsbewegung Gegen Sie Novelle zur /lngestelltenverflcherung. nahm die Generalversammlung des Zentralverbandes der Angestellten (Ortsgruppe Berlin) am Dienstag in den Sophiensälen Stellung. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: „Die Versammlung protestiert mit aller Entschiedenheit gegen die dem Reichstage unterbreitete Novelle zur Angestelltenversiche- rung, die siir die Angestellten unerträglich hohe Beiträge vorsieht, ohne daß hinsichtlich der bisherigen bureaukratischen Ver- fassung, der überspannten Zentralisation, der völlig unzulänglichen Leistungen, irgend welche Aenderungen eintreten sollen. Insbesondere vermissen die Angestellten in dieser Novelle, daß die zwischen der Angestellten- und Invalidenversicherung notwendigen Beziehungen hergestellt werden. Die Bersammiung legt Verwahrung dagegen ein, daß diese« gesetzgeberische Machwerk dem Reichstag wenige Tags vor seinen Sommerferien plötzlich vorgelegt worden ist, ohne daß vorher das Reichsarbeitsministerium den sreigewerkschastlichen Angestell- tenoerbänden irgend welche Gelegenheit gegeben hat, zu den Plänen der Regierung Stellung zu nehmen und die Mitgliedschaften zu befragen. Die Delegiertenversammiung stellt sich voll und ganz auf den Boden der dem Afabund angehörenden Reichstagsabgeord- neten, die sich im S. Ausschuß mit Erfolg gegen die von den Ab« geordneten Thiel und Lambach gewollte Durchpeitschung der Novelle vor der Vertagung des Reichstages gewandt haben. Der Afabund wird aufgefordert, unter der gesamten An gestelltenschaft unverzüglich eine großzügige Aufklärungsarbeit ein zuleiten, um die Unzulänglichkeit der Novelle wie der gesamten Angestelltenversicherung überhaupt dar- zulegen, und Richtlinien aufzustellen, die geeignet sind, die Verein� heitlichung und den Ausbau der Angestellten- und Invalidenversiche rung zu einer leistungsfähigen, die gesamte werktätige Bevölkerung umfasienden Sozialversicherung herbeizuführen." Zur Berichterstattung über den Verbandstag nahm dann B u b l i tz das Wort. Er gab eine Uebersicht über die Verhandlungen und Beschlüsse und bedauerte im Laufe seiner Aus- führungen, daß die Lehrlingsfrage nicht die gebührende Be- achtung gefunden habe. In dem dazu gefaßten Beschlüsse seien ver- schieden« Punkte revisionsbedürftig. In der lebhaften Diskussion wurde von verschiedenen Rednern hervorgehoben, daß der Verbandstaq wertvolle Grundlagen geschaffen habe, auf denen in Zukunft ersprießlich weiter gearbeitet werden kann. Die Delegiertin Weinberg nahm sich der Frauenfrage an, die auf dem Verbandstag zu kurz gekommen sei. F l a t a u(Ortskartell der Afa) begründete eingehend eine Re- solution Illmer, die im Hinblick auf gewisse obstruierende Bestrebun- gen aus den Kreisen des dem Afa-Bunde ebenfalls angeschlossenen Werkmeisteroerbandes von Bedeutung ist. Gegen Fraktionsbildungen im Verband wandte sich Fritz Schmidt, indem er es verurteilte, daß Franz Krüger kürzlich Verbandsmitglieder aus der SPD. zu einer Sonderbesprechung zu- sammenberufen habe, um eine Arbeitsgemeinschaft zu bilden. Ver- tretcr aller Richtungen hätten heute den Wunsch ausgesprochen, daß beim nächsten Verbandstage Geschlossenheit der Berliner Delegierten und Funktionäre vorherrschen möge. Solche KonventikelbiQungen bedeuteten aber für die Herbeiführung oder Erhaltung einer Ge- schlossenheit eine große Gefahr. Auch N ö r p e l wandte sich gegen weitere Fraktionsbildungen innerhalb des Verbandes, auch wenn er damit feine eigenen Partei- genossen tadeln müsse. Franz Krüger trat den Angriffen ent- gegen, indem er die Entstehung des Fraktionswesens in der Orts- gruppe historisch darlegte. Ich bin der erste, alle Sonderbesprechun- gen über gewerkschaftliche Fragen einzustellen, wenn das von allen Seiten geschieht. Aber ich wehre mich dagegen, wenn man sich ein- sxitig gegen einen wendet und nicht die Macht hat, andere daran zu hindern. Die Dinge liegen nun jetzt so, daß der vom Verbandstag gefaßte sogenannte Kommunistenbeschluß u. a. von den der VKPD. angehörenden Kollegen, die für Beamten- oder Funktionärposten in Frage kämen, auch positiv verlangt, daß sie die Leitsätze der Mos- kauer Gewerkschaftsinternationale ebenso wie alle andern, die frei- gewerkschaftliche Bewegung schädigenden Bestrebungen bekämpfen. Demgegenüber verlangt die Kommunistische Partei von den gewerk- fchaftlichen Funktionären weiter, daß sie unabhängig von den Be- schlüssen des Verbandstages für Moskau arbeiten sollen. Aus dieser Situation erwächst doch für uns die Pflicht, diesen Bestrebungen der Kommunisten mit allen Kräften entgegenzuarbeiten. Ob dazu be- sondere Zusammenkünfte notwendig sind, ist eine reine Zweckmäßig- keitsfrage. Das hängt ganz vom Zusammenarbeiten in der Organ i- sation ab. Ich meine: hören wir auf mit den Sonderbestrebungen. aber es muß ein Aufhören von allen Seiten fein. Wenn die Kollegen diesen Grundsatz vertreten und zeigen, daß sie ihn durch- führen auch gegen die nicht zu bestreitenden Sonderbesprechungen der Kommunisten, dann werden wir uns nicht erst zwingen lassen, semdern von selber solche Sonderbesprechungen aufgeben. B u b l i tz betonte in seinem Schlußwort, daß gerade, weil eine gewisse Abklärung eingetreten sei, es jetzt sehr wohl möglich wäre, die verschiedenen gewerkschaftlichen Auffassungen auch ohne Frattions- bildung auszutragen. Es müsse endlich eine gemeinsame Linie ge- SpO.-5unktionäre öes Metallarbeiter-verbanöes! Obleute, Vertrauensleute, Betriebsräte und Delegierte zur Generalversammlung! Freitag, 6 Uhr. Versammlung in den SophlensSlen, Sophienstr. 17/18. Tagesordnung: Die wohl der Delegierten zum Verbandstag in Zena. Es ist unbedingte Pflicht jede» einzelnen, an dieser versamm- lang teilzunehmen. Partei- und Gewerkschaftsbuch legitimiert. Der Frattionsvorstand. funden werden, auf der gearbeitet werden könne im Interesse der Organisation und letzten Endes im Interesse der Angestelltenschaft. Einstimmig wurde dann die Resolution Illmer ange- nommen: „Die Versammlung billigt den Organisationsvertrag zwischen ADGB. und Afa-Bund unter der Voraussetzung, daß die Beziehun- gen zwischen der Berliner Gewerkschaftskommission und dem Orts- kartell der Afa keine Lockerung erfahren. Die Afa-Delegierten wer- den verpflichtet, für das Weiterbestehen des Vertrags der Berliner Ortsausschüsse vom 10. März 1921 einzutreten und einer Aenderung nur in der Richtung einer noch engeren Verbindung zuzustimmen. Auf dem Afa-Kongreß im Herbst sei für eine möglichst freiheitliche Gestaltung der Afa einzutreten, auch dahin zu wirken, daß alle technisch-organisatorischen Voraussetzungen für das Zusammenwirken der freigewerkschaftlich organisierten Arbeiter und Angestellten ge- schaffen werden.'_ Die Darifvcrhandlnngen im Buchdruckgewerbe. Die am Freitag begonnenen Verhandlungen des Tarifaus- schusses der deutschen Buchdrucker fanden am Dienstag ihren Ab- schluß. Der von den Arbeitnehmern(Buchdrucker und Hilfsarbeiter) gestellte Antrag auf Erhöhung der Teuerungszulage fand bei den Arbeitgebern im Buchdruckgewerbe nicht das ge- ringste Entgegenkommen, llm jedoch nicht resultatlos auseinanderzulaufen, wurde auf Antrag der Unternehmer das Reichsarbeitsministerium zur Vermittlung angerufen, das sich sofort dazu bereit erklärte. Montag tagte dann ein un- parteiisches Schiedsgericht, das am späten Nachmittag einen Schiedsspruch verkündete. Der Schiedsspruch stellte zunächst fest, daß sich die Wirtschaft. liche Lage der Buchdrucker sowie die des Gewerbes in den letzten Monaten nicht wesentlich geändert habe und daher die Wirt- schaftsb eihilfe in den durch Abkommen vom 12. Februar vereinbarten monatlichen Beträgen bis zum 30. September 1921 weiter zu zahlen ist. Außerdem sollen für die Monate August und September folgend« Beträge monatlich zur Aus- Zahlung gelangen: In Orten bis einschließlich 7K Proz. Lokalzuschlag für Lohn- klaffe C Verheiratete 30 M., Ledige 15 M., für L o h n kl ass e B Verheiratete 22,50 M; in Orten mit mehr als 7)4 bis einschließ- lich 17�4 Proz. Lokalzuschlag für Lohnklasse C Verheiratete 36 M., Ledige 18 M., für Lohnklafse B Verheiratet« 27 M.; in den übrigen Orten(darunter Berlin) für Lohnklasse C Verheiratete 45 M., Ledige 22,50 M., für L o hn klaffe B Verheiratete 33,75 M. Den Hilfsarbeitern fft ein anteilmäßiger Betrag nach den im Reichstarif festgesetzten Prozentsätzen zu zahlen. Die Lohnklasse A würde auch bei den neuen Zulagen voll- ständig ausscheiden und von Lohnklasse B alle Ledigen. Die mit dem 30. Juni 1921 ablausende Unter st ützung für Kurzarbeiter wird durch den Schiedsspruch leider a u f g e- hoben, obgleich von den Gehilfenvertretern energisch für ihre Bei- beHaltung gestritten wurde. Bis zum 10. Juli sollen die Parteien erklären, ob sie den Schiedsspruch annehmen oder ablehnen. Die Vertreter der Ar- beitgeber im Tarifausschuß haben dem Schiedsspruch nicht zuge- stimmt, sondern die Cnffchekdrmg den einzelnen Tarifkressen über- lassen. Bon feiten der Arbeitervertreter ist eine Erklärung noch nicht abgegeben worden. Die Berliner Buchdrucker nehmen am Montag in einer Generalversammlung im„Deutschen Hof" einen Bericht von den Verhandlungen entgegen. Gegen die Ausschreitungen im Gewerkschastshaus. Montag fand eine Arbeitelosenversammlung der Buchbinder und Buchbindereiarbeiterinnen im Rosenthaler Hof statt. Sie nahm Stellung zu den 10 Punkten des ADGB. und zu �>en Demonstrationsvorgängen im Gewerkschastshaus. Eine Resolu- �ion des Kollegen Weisel, welcher Mitglied der im Gewerkschafts- haus nicht funktionierenden Arbeitslofenkommission war, die dem ADGB. und der Gewerkschaftskommission die Schuld an den Aus- schreitungen in die Schuh« schob, wurde mit großer Mehrheit a b- gelehnt. Mit großer Mehrheit wurde die nachfolgende Resolu- tion des Referenten Kaspar angenommen:. „Die am 27. Juni im Rosenthaler Hof stattfindende Arbeitslosen- Versammlung des Verbandes der Buchbinder und Papierverarbeiter erklärt sich mit dem bisherigen Ergebnis der 10 Forderungen des ADGB. nicht zufrieden. Die wenigen Milliarden, welche für die Erwerbslosenunterstützung, für die produktive Erwerbslosen- fürsorge, für die Belebung des Baugewerbes zur Herstellung von Wohnungen, für die Reichsaufträge im Verkehrswesen hergegeben wurden, sind wie ein Tropfen auf einen heißen Stein und haben uns eine fühlbare Hilfe nicht gebracht. Die Versammlung for- dert. daß die 10 Punkte des ADGB. zu K a m p f fordexungen der Gesamtarbeiterschaft werden und die gewerkschaftlichen Organisa- tionen diesen Kampf zu organisieren haben. Die Versammlung bedauert die Vorkommnisse im Gewerkschastshaus und ver- urteilt diese auf das nachdrücklichste." puchdrucker und Frankenwährung. Auch im Buchdruckgewerbe Hot die französische Währung ihren Einzug gehalten. Die Firmen, die den Franken bereits eingeführt haben, zahlen einen Wochenlohn von 102 b i s 115 Frank, was bei dem gegen- wärtigen Dalutastand einer Summe von 570 b i s 645 M. entspricht. Die Gehilfenschaft erstrebt in Anbetracht der hohen Kosten für die Lebenshaltung die Errichtung eines besonderen Kreistaris- amts für das Saargebiet und sie appelliert an das Ver- ständnis der gesamten Buchdruckergehilfenschaft Deutschlands für diese durch die lokale Zwangslage diktierte Forderung. Gewerkschaflskommisfion Berlins und Umgegend. Heute, 6 Uhr, Fortsetzung der Plenarverfammlung vom 27. im Saal 1 des Gewerkschaftshauses. zentraleerband der«»grstelte». Heute. Metall: 7 Uhr Funktianärver- sammlung in Hauerland» Festsälen, Reue Friedrichstr. ZS.— Kolonialwaren» Kleinhandel: 814 Uhr»ffentüche Versammlung in den Prachtsäleu„M-Berlill", Blumenstr. 10. Freie Lehrergewcrkschaft. Sonnabend 7ZH Uhr im Rathaus, Zimmer es, gahlabend und Seschäftssthunq. «uud der technischen«ngeliellten und«eamte». Freitag 714 Uhr Mit» aliederversammlungen: Reukälln, Rest.„BllrgersSle", Bergstr. 147: Oder» schöneweide.„Kubertu»", Edison-, Ecke Wald strafte: Osten II,„Loaenkasino". Knorrpromenade 2: Echönederg,„Ebcrshof". Ederzstr. 68; Südosten, Rest. „Grünauer Garten, Grünauer Str. 14: Tempelhof,„Kasino. Restaurant", Ber» liner Strafte: Dciftensee, Rest.„Spatenbräu", Berliner Allee 2Z2. Außerord. Generalversammlung für Zentrum-Süden,„Alerandriner", Mexandrinenstr. 87». - 1:£ Srieftaften der Redaktion. Schriftliche ZluSkunft wird nicht erteilt. TS. Wenden Sie sich an Professor O estreich, Friedenau, Menzelsir. 1. 75. Sir sind leider nicht in der Lage, die Streitfrage zu beant. warten.— A. B. 16. Ja, sosern ein Tarifvertrag vorhanden und der Arbeit. gebcr Mitglied einer der vertragschlieftenden Parteien oder wenn der Tarif- vertrag für allgemeinverbindlich erklärt worden ist.— K. W. 29. 1. u. 2. Nein. 3. Gibt e» nicht.— B. 26. Mit dem Tag«, an dem die Invalidität eingetreten ist, sofern sich ihr Beginn seststellen läftt; sonst mit dem Tage, an dem der Rentenantrag beim Berstcherungsamt eingegangen ist.— SR. 0. 296. 1. Ja. 2. Der Sostenschuldner dürste Ihr Sohn sein. Sollten Sie-ber die Kosten zu tragen haben, so müssen Sie sie auch bezahlen.— 8. G. 2». Warten Sie die Entscheidung de, Mietaeiniaungsamtc» ab.— F. R. 44. 1. Ja. 2. Nein. Sie aber haben sich zur Zalung verpflichtet.— F. L. 1. Nein.—«». 7. N. Darüber bestehen kein« Borschrlften. Versäumni,nrteil kann nur gegen«ine abwesend« Partei erlassen werden.— Halberstadt. 1. Ja. Sie Erhöhung tritt nur dann ein. wenn der Verletzte eine Rente von mindestens sa Proz. der Vollrente bezieht. 2. Ja, sosern beide Renten de» siebeneinhalbsachen Grund- betrag ber Invalidenrente üdersteigen.— v. P. 16. Auf Werkwohnungen findet die Mieterschutzverordnung keine Anwendung.— E. W. 100. Die Bedingungen Snd verschieden. Wenden Sie sich an«ine Eisenbahndirektion.— O. P. 44. n» nicht bekannt. Sofern Sie minderlährig finb, ist die Einwilligung Ihre» Vater« bzw. gesetzlichen Vertreters erforderlich.— Lotterie-Lerei» Bleifinle». Es besteht keine Anmeldepflicht. Verantw. für den redakt. Teil: Dr. Werner vetser, Charlottenbnra: für»nzeigen: Tb. Stocke, Berlin,«erlag: LorrrSrtS-Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Por- «ärtS-Buchkruckerei u. VerlaaSanktal»?anl Einaer u Co.. Berlin Sindenktr 8 Hierzu ein« Beilage»nd llnterh-ltungsbeil-ge„Hclmwelt". sti � M � M M Leipziger Strasse* Alexanderplatz Frankfurter Allee Neue SCartOffeSn growe Ilaliener.... Psundl M Corned feGGf ausgewogen.............Pfundß90 Apfelmus....................... 2-Psund-DoSe2e0 Gefrorene Kaninchen Bratflundern..................»....�1" KabliaU wülelgro«, im ganzen.............Pfunds" Gebrannter Kaff ee"SSSid1800 Marmelade«�.zucker............ ptund I40 Kindertals«.�1-««........ Amerlk. Heereskost ßOtWUrSt Thüringer Art....... Landleberwurst Pfund" mit Schwein«-' ....... Do* M 660 75 ... Pfund 10°° .... Pfund' .10« Wir bringen in dieser Woche besonders billig Spirituosen und Liköre ilrsSro wlc Slomdorfer. Halb und naie-UKOre Halb, AlpenkrSuter mw. Ol SO/«OO £1>1, Fiasdie*rA h, Flasdw Cherry-Brandy 26°° V« Hflsdie ous echtem KJndiwasser heraesteill >/, f lasche 50°° Allasdl 0 0 la Quam«, 4S'U OASO CO 50 Fiasdie«»V Vi Hoidie wO ]amaikarum-VersdiniH ov».-K. gelagert« Qual II« l)?0O A C00 ./j Fundie.......£3»(, Plmrfle 43 5 000 kl. MhiNö v. MIllMVerMitt 2600 •hn36M 45°° 5000 Biüige Weine] Preise einschliesslich Flasche. ohne Steuerzuschiag Bowlenweine 'h r. S10 w r. 7500 1919*' Cdenkobener lo pl 9