Nr. 270. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit tlluftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Snsertions- Gebühr beträgt für die Fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonntag, den 18. November 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Jena und Pjongjang. Gebahren ihrer Beherrscher das nämliche? Weil auch das Politische Und weshalb ist das Geschick beider Staaten und das| Leberlicht. Eine der beliebtesten Methoden der reptilischen Anwälte damalige borussische Regierungssystem dem heutigen chinesischen Berlin, den 17. November. der Umfturzbekämpfung ist es, offenkundige geschichtliche gleicht wie ein Ei dem andern. Zum Kampf gegen den Umfturz" meldet die Thatsachen auf den Kopf zu stellen, um sie gegen die Selbst- Hier wie dort die absolute Bevormundung des steuer" Kreuz- Zeitung": ständigkeitsbestrebungen des Voltes verwerthen zu können. zahlenden Volkes durch eine militaristisch- bureaukratische Dem Bundesrath ist heute der Entwurf eines Gesetzes zuDer ehemalige Nährvater aller Reptilien ging ihnen Kaste, die mit Titeln und Orden, mit gelben Reitjacken und gegangen, betreffend Abänderung des Strafgeset da mit gutem Beispiele voran. Versuchte er doch Pfauenfedern ihren kindischen Ehrgeiz befriedigt. Hier wie buchs, des Militär Strafgefehbuchs und des die Sage vom blinden Hödur zu seinen Zwecken aus- dort das Volk rechtlos, zum Maulhalten und Steuer Gefeßes über die Presse. Wie es heißt, ist eine umfang und bei zunuzen, indem er behauptete, das Volk habe gegenüber zahlen verurtheilt sich reiche Begründung beigefügt. jedem Versuch, haben. = dem Streben erleuchteter Staatsmänner die Rolle des um sein eigenes Geschick zu bemühen, auf seinen Daß die politischen Zustände das Ergebniß der blinden glückszerstörenden Hödur gespielt, während beschränkten Unterthanenverstand verwiesen. Hier wie ökonomischen Verhältnisse sind, wird von unseren noch jeden Aufschwung der Nation, so nach den dort der nämliche dünkelhafte Uebermuth der Herrscher: Gegnern bekanntlich geleugnet. Mitunter haben sie aber Freiheitskriegen, nach der achtundvierziger Erhebung taste, hier wie dort die nämliche grausame Verfolgung lichte Augenblicke, wie z. B. die„ Vossische Zeitung", als die herrschende Bureaukratie mit dem giftigen Mistelzweige Aller, die für des Volkes Recht die Stimme zu erheben sie, anläßlich der tollen Reaktionsorgien in Sachsen vor der Reaktion getödtet hat. Es waren die preußischen wagen. Wenn die chinesischen Mandarinen sich etwas einigen Tagen folgendes schrieb: Minister, die in Karlsbad, in Olmüz die Rolle des Hödur alberner, grausamer und womöglich noch feiger be- Die wirthschaftliche Entwickelung ist im Königreich Sachsen spielten. Sie waren allerdings weder blöde noch blind; nehmen als ihre preußischen Vorbilder Jenaer An- weiter vorgeschritten als im übrigen Deutschland, höchstens einige mit sehenden Augen verrichteten sie ihr unseliges Werk. gedenkens, so liegt das daran, daß das Mandarinen- Theile von Rheinland und Westfalen ausgenommen. Eine Weit gleicher Unverfrorenheit, wie Fürst Bismarck und system in China einige Jahrhunderte länger Beit gehabt, Folge davon ist, daß auch die Klassenfämpfe feine Reptilien betreiben auch deren Nachkömmlinge die das Volk auszumergeln, als das Mandarinensystem in eine Höhe und Schärfe erreicht haben, wie sonst Geschichtsfälscherei; womöglich noch plumper gehen sie dabei Preußen, wo die Bureaukratenherrschaft doch erft vor etwa nirgends im Reiche. Wenn Tante Voß so fortfährt, bei uns zu lernen, zu Werke, als ihr Vorbild. Wir hatten dieser Tage Ver- zwei Jahrhunderten wie ein rocher de bronze ftabilirt wurde. wird sie vom Gozialismus balb einen annähernden Begriff anlassung, Bindter II. auf die Finger zu flopfen, weil er Der König hat eine Bataille verloren. Der König die Abgeschmacktheit beging, das zusammenbröckelnde und seine Brüder leben. Ruhe ist jetzt die erste Bürger Wir haben beiläufig wiederholt auf Sachsen hingewiesen, chinesische Regierungssystem auf sozialdemokratische Grund- pflicht!" Klingt das nicht genau wie eine Kundgebung, die das ideen zurückzuführen. War es das böse Gewissen, Mandarinenpack in seiner jämmerlichen Angst, höfischen als dasjenige Land, welches am deutlichsten die Kulturdas die Wortführer der preußischen Regierungs- Knechtseligkeit und Volksverachtung jetzt in Peking beim widrigkeit des Kapitalismus beweist. Die Sachsen sind maschinerie dazu verleitete, eine solche Absurdität Nahen der Japaner erlassen hat? So lautete aber das sprichwörtlich für ihre Höflichkeit und Gutmüthigkeit, Und vorzubringen, um von einer naheliegenden und zutreffenden Manifest, das der Kommandant von Berlin nach der doch ist Sachsen in neuerer Zeit sprichwörtlich geworden geschichtlichen Parallele die öffentliche Aufmerksamkeit abzu- Schlacht von Jena an die Mauern kleben ließ, um dann für die raffinirte Grausamkeit, mit welcher der Kampf gegen die Sozialdemokratie geführt wird, und für die bodenlose lenken? schleunigst auf und davon zu reiten. Was sich jetzt in China abspielt, wiederholt fast Zug Rohheit, mit der die sogenannten Ordnungsparteien zu Werke Ruhe ist die erste Bürgerpflicht! um Zug Borkommnisse, die sich in einer nicht allzu fernen Das haben sie überall und von je gepredigt, die Wort- gehen. Was in Sachsen ist, wird in den ökonomisch rückVergangenheit des preußischen Staates abspielten. Bjöng führer einer starken" militaristisch- bureaukratischen Regie- ständigeren Theilen Deutschlands sein, sobald hier die jang ist das chinesische Jena, und der gesammte feige und rung. Sie erzwingen mit den Mitteln brutaler Gewalt felbftsüchtige Blunder der chinesischen Zivil- und Militär- herrschaft die Ruhe, die Ruhe eines Kirchhofes; bis Klaffengegensätze ebenso scharf zugespitzt sind und der KapiMandarinen ist ein getreues Spiegelbild des ebenso feigen schließlich dem Voll die Geduld reißt oder bis von talismus in gleichem Maß seinen entsittlichenden und verund selbstsüchtigen Blunders der Generäle und Bureaukraten, einem auswärtigen Feinde das morsche Staatsgebäude des wesenden Einfluß ausübt. in deren Händen am Anfang dieses Jahrhunderts die Ge- Mandarinenthums mit einem Ruck zusammengestoßen wird, schicke des preußischen Staates lagen. Die Namen sind wie Preußen bei Jena und China bei Pjongjang. verändert blos, doch sind's dieselben Helden lobebären." Feuilleton. Im Exil. 7 Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung Mode waren, von Marie Kunert. Eine Enquete über die Lage des Handwerks soll seitens der Regierung beabsichtigt sein. Daraus dürfte geschlossen werden, daß die Vorschläge des Herrn v. Berlepsch Fräulein Rosa Krant war so entzückt, so in schweigende Nein, Fräulein, antwortete er dem jungen Mädchen, Bewunderung versunken, daß sie es kaum wagte, zu das sich stolz in die Höhe reckte, als es diese Anrede dieser bevorzugten Persönlichkeit emporzublicken, Persönlichkeit emporzublicken, wie hörte. Ich war in Gedanken dort unten, in Frankreich. [ Nachbruck verboten.] wenn sie seit langem auf die Hoffnung, auf den bloßen Jetzt bin ich wieder hier und bereit, alles zu thun, was in Gedanken sogar einer so glänzenden Eroberung verzichtet meinen Kräften steht. In der Umgegend von Paris habe hätte. Nur die wilde kleine Annette wagte es, ihrem ich mehr als einmal die Weinlese mitgemacht. Nur kommt triumphirenden Vetter ins Gesicht zu lachen. Sie hatte es mir so vor, als ob es bei uns lustiger dabei zugegangen ihm wegen seiner Aufschneidereien den Spiznamen Prinz wäre. Da wurde gelacht und gesprungen. Rodomont" gegeben und es gab keinen Schabernack, den sie nicht schon ausgeheckt hatte, um die studirte Harmonie seiner Toilette zu zerstören. Aber an diesem Tage kümmerte sie sich nicht um ihn, da sie ganz davon in Anspruch genommen war, René zuzuhören, der, von den beiden Kindern begleitet, Mühe hatte, die zahllosen Fragen ihrer unersätt lichen Wißbegierde zu beantworten. " Die zweite Persönlichkeit, die sich der kleinen Gesellschaft angeschlossen hatte, war ein junger Geck von etwa zwanzig Jahren, der direkt von Lausanne gekommen war und in dem Gefühl seiner Bedeutung aufgebläht einherschritt. Geschah dies nun, weil er in der Hauptstadt des Rantons wohnte, weil er Jules de( von) Marnand hieß, weil sowohl Anzug wie Spazierstock bei ihm nach der letzten weil er reich war und eines Tages So war man endlich an dem Weinberg la Pierrette Bankier werden sollte? Man wußte es nicht. Aber dieses dies war der Name von Frau Roveray's Befihung an junge Gigerl, das der Neffe von Frau Roveray und ihr gelangt. Die Weinlese war mitten im Gange. Eine Schaar augenscheinlicher Liebling war, trug seine hohe Meinung Winzer und Winzerinnen schaffte eifrig, und Traube auf von seiner theuren Person und seine Mißachtung aller Traube fiel in die Körbe und Bütten, die im Augenblick übrigen Menschen so aufdringlich zur Schau, er war so gefüllt und auch wieder geleert waren. Mutter Pernet, sehr davon überzeugt, schön, geistreich und voll blendender eine dicke, rothbäckige Bäuerin, die so kräftig war, daß sie Vorzüge zu sein, er trug einen solchen Vorrath von treff es mit drei Männern aufnehmen konnte, vertheilte die Arlichen Ansichten über alle möglichen Dinge mit sich beit und schalt die Träger. herum, daß er René vom ersten Augenblick an unaussteh- Alles an die Arbeit! rief sie auch den Ankommenden entgegen. lich war. er betrachtete René, dem Jules de Marnand Jeder mußte fich nun ein bestimmtes Gebiet zum vorgestellt wurde, durch sein Lorgnon und ehrte ihn Weinlesen vornehmen, sogar der schöne Jules de Marnand, dann durch eine kurze, fühle Verbeugung seines tadel der sich dazu herabließ, die Trauben zu schneiden, ohne das René betrachtete traumLos frisierten Kopfes, während sein hochmüthig herab- bei die Handschuhe abzulegen. gezogener Mund zu sagen schien: Was ist denn das? verloren die reizvolle Landschaft, die ihn immer entzückte Ein Schulmeister? Gewiß ein armer Teufel, der über- und dachte daran, wie er vor vier Wochen an demglücklich ist, wenn er einmal mit Leuten aus der vornehmen selben Tage Luft hatte, das berühmte Wort zu wiederWelt zusammenkommen kann! Danach ließ er sein Lorgnon holen: Was mich am meisten in Erstaunen setzt, ist, daß nachläffig fallen, und ohne ein Wort weiter an René zu ich hier bin." richten, wie wenn dieser aufgehört hätte für ihn zu existiren, Eine helle Stimme riß ihn aus seiner Träumerei. begann er seine Tante durch Erzählungen aus der eleganten Sie pflücken teine Trauben, Herr Messant? LangWelt, in denen die ganze Waadtländische Aristokratie weilt es Sie vielleicht? vorüberdefilirte, deren Held und Mittelpunkt aber Jules Annette war es, die diese Frage mit bekümmerter de Marnand war, in Bewunderung zu versetzen. Miene an ihn richtete. Wenn weiter nichts fehlt, um Ihnen Vergnügen zu machen...! sagte die Kleine, und sie eilte schnell zu einem der Winzer und flüsterte ihm ein Wort ins Ohr. Sogleich begann dieser im Dialekt jener Gegend ein Lied zu singen, das in der langen Reihe der Winzer mit einem Male Frohsinn und lachende Heiterkeit verbreitete. René verstand den Sinn des Liedes nicht, aber er lachte mit, weil alles um ihn her lachte. Auf seinem Plaze zwischen Annette und Fräulein Rosa, die ihn nicht aus den Augen ließ, empfing er auch von rechts und lints auss Ein Lied folgte auf das andere, reichende Kommentare. bald heiter, bald melancholisch, bald französisch, bald waadtländisch vorgetragen. Der Kehrreini wurde immer im Chore wiederholt. Er war überrascht, als unter all den heiteren Gesängen auch ein geistliches Lied bei der Arbeit erklang, und noch mehr überrascht, als er sah, daß niemand sich darüber wunderte. Indessen war die Reihe der Arbeiter immer höher hinauf gestiegen und hatte jetzt fast die Höhe des Weinberges erreicht. Plötzlich vernahmen alle die mächtige Stimme der Mutter Pernet, die befahl: Alle Mannsleute den Weinberg hinunter! Ich auch? sagte René. Sie gerad' so wie die andern. Er gehorchte. Der kleine Henri mußte sich gewaltig dazuhalten, um den Männern folgen zu können. Nur Herr von Marnand verhielt sich unbeweglich und ablehnend. Die Frauen und Mädchen, die sich auf der Höhe zusammens gedrängt hatten, stießen sich mit den Ellenbogen an, lachten und schwaßten und schienen auf etwas besonders Lustiges zu warten. Fräulein Rosa Kranz hielt sich die Hände vor das betr. die Organisation des Handwerks im preußischen der Reichsanwalt im Prozeß wider Stadthagen aus- großen Domänen der Hesbaye( des Hasbengaus) und in jenen Ministerium teine Zustimmung gefunden haben. drücklich in öffentlicher Sizung betonte, es könne gar kein vlämischen Ebenen, wo mehr als drei Viertel des Landes Senen Deshalb haben wir in unserem kleinen Lande eine schnellere Sachsen. Aber wenn der Friede unser Zweck ist, so ist der Kampf, Kollusionsverdachts, das heißt wegen des Verdachts, daß in derartige Briefe ohne ausdrückliche Genehmigung des Entwickelung des Sozialismus zu erwarten, als überall sonst Die Verhaftung des Genossen Gradnauer wegen Zweifel darüber bestehen, daß die richterliche Einsichtnahme nicht gehören, die es bebauen. Kollusionsverdachts, das heißt wegen des Verdachts, daß Adressaten mit der ausdrücklichen Vorschrift der Straf- einen rascheren Marsch in das gelobte Land, wo die Aufhebung er die Thatsachen verdunkeln, Zeugen zu falschen Aussagen Prozeßordnung unvereinbar und gesezwidrig der Klassen den gesellschaftlichen Frieden auf unerschütterlichen verleiten könne und dergleichen, erscheint aller Welt unglaublich. Zur Klarstellung des Falles drucken wir die ist, er halte sich für verpflichtet, das ausdrücklich zu be- Grundlagen errichten wird. Darstellung des Vorganges aus der Sächsischen Arbeiter tonen. Dresden liegt inZeitung" ab: Die„ Vossische Zeitung" ist schwer von Begriffen. Mittel. der Klassenkampf der Arbeiter gegen die Kapitalisten unser Sie kann nicht einsehen, daß es ein Unterschied ist, von Und in diesem Kampf vermag unsere Vorhut nichts ohne jemand zu sagen, daß er etwas falsch auffasse, oder daß die Unterstützung der großen Armeekorps des internationalen er etwas falsch e. Wir bedauern die arme Tante, und Sozialismus. wollen in anbetracht ihres defekten Denkens den Vorwurf der Fälschung" hiermit zurückziehen. Gegen das Belgien der Arbeiter, das als Vorposten auf ein die beiden Welten umfassendes Schlachtfeld gestellt, werden die Kapitalisten die Internationale der Regierungen zu hezen fuchen. An uns ist es, ihr die Internationale der Völker entgegen " In der That muß man auch den Vorgang mit erlebt haben, man muß den Maßstab des Gesetzes aus der Hand legen, um das zu begreifen. Wir wollen den Sachverhalt möglichst getreu zu schildern versuchen. Im Zuhörerraum saß unser Redakteur Genosse Wetzker, um den Verhandlungsbericht aufzunehmen. Wie die Vernehmung des dritten Zeugen, des Kriminal- Wachtmeisters Born begann, ,, Gute Christen" sind die zwei Bestien in Menschenetwa 1/28 Uhr Nachmittag, erhielt Weyker von dem hinter gestalt, die soeben in Erfurt der unerhört grausamen und zu setzen: das Zusammenwirken und die Solidarität aller Derer, ihm stehenden Genossen Reichard unserem eigentlichen Gerichts- Berichterstatter, ein Zeichen, daß er geben fönne. Die schließlich zum Tode des Opfers führenden Mißhandlung die das Proletariat vertreten. Wir fennen wohl die Schwierigübrigen Verhandlungen waren beendet und Reichard tonnte eines armen Dienstmädchens schuldig befunden und zu ver- feiten, die der Verwirklichung dieses Planes im Wege sind, die im Saale bleiben, um diese Verhandlung aufzunehmen, so daß dienter Strafe verurtheilt worden sind. Der Oberförster Vorurtheile, die verlegt, die achtungswerthen Gefühle, die Wetter überflüssig war. Deshalb flüsterte Reichard feinem Gerlach und seine Frau waren eifrige Kirchenbesucher, sie ohne Grundbeunruhigt werden. Kollegen Wetter zu, er könne geben. Dies hatte der Amtsrichter beteten viel, hielten muckerische Reden und trugen die gesehen; zugleich muß Gradnauer irgend eine Bewegung gegen größte Frömmigkeit zur Schau. Natürlich schimpften fie Den Zuhörerraum gemacht haben, die der Amtsrichter damit in auch weiblich auf die" gottlosen Sozialdemokraten". Es ist Zusammenhang brachte, furzum, der Amtsrichter verwarnte eine alte Wahrheit, daß die raffinirtesten Schufte am Gradnauer mit der ihm eigenthümlichen Vehemenz, er solle nicht lautesten für Religion, Sitte und auch Ordnung eifern. mit den Zuhörern forrespondiren. Gleich darauf erhob sich Wetzker, um zu gehen. Er war jedoch kaum auf den Korridor Aus staatlichen Musterbetrieben. Zur Kenngetreten, als der Saaldiener ihn zurückrief. Der Vorsitzende zeichnung des sozialen Pflichtgefühls unserer obersten Beforderte M. nun auf, dazubleiben, da offenbar eine Verbindung hörden kann das folgende von der Bolts- Zeitung" verzwischen ihm und den Angeklagten bestände. Wetzker erklärte, er öffentlichte Schriftstück angesehen werden: müffe jezt ins Geschäft gehen und arbeiten. Vors.: Wer sind Sie?" " Abschrift. W.: Ich heiße Wetter und bin Redakteur der Sächsischen Kriegsministerium M. D. D. Arbeiter- Zeitung!" Vors. Bleiben Sie hier! Der am Zeugenstand stehende Born theilte darauf mit, daß Wekker bei der Haussuchung in Gradnauer's Arbeitszimmer zu gegen gewesen sei und der Vorsitzende schickte W. nunmehr ins Beugenzimmer, um ihn dann als Zeugen verhören zu können. ( Darüber siehe gestrigen Bericht. W. wird sich übrigens über den Amtsrichter beschweren.) Nun der zweite Theil. Nach seiner Bertheidigungsrede gab der Angeklagte Fischer den Genossen Wetter als Verfasser der beiden inkriminirten Artikel an und beantragte, diesen als Beugen darüber zu vernehmen. Dieser Antrag wurde vom Gericht einfach ignorirt und darauf ftüßt sich nun der Haftbefehl wegen Kollusions. gefahr. Das Gericht nimmt offenbar an, daß Gradnauer den Beugen Wetter, gegen den die Strafverfolgung verjährt ist, beeinflussen könnte, daß er sich als Verfasser, fälschlicherweise, wie das Gericht annimmt, bekenne. Berlin, 28. August 1894. Mehrfache Gesuche von Bautechnikern und sonstigen im Vertragsverhältnisse stehenden bei Garnisonbauten diätarisch beschäftigten Hilfsarbeitern um Zuwendung von Pensionen oder laufenden staatlichen Unterstützungen bei eingetretener Dienstunfähigkeit geben Anlaß, den in Einzelfällen ergangenen Bescheid allgemein bekannt zu machen. heit und dem Vaterlande zu schaffen; als ob die Liebe zur Man sucht einen fünstlichen Gegensatz zwischen der MenschMenschheit die Liebe zum Vaterland ausschlösse! Gewiß, die belgischen Arbeiter lieben ihr fleines Fleckchen Erde, wo das Blut der Märtyrer der Vergangenheit die Saat der Zukunft gedüngt hat. Aber ihre überströmende Sympathie läßt sich nicht aufhalten durch Grenzen, die alle Halbjahrhunderte nach dem Zufall der Siege unserer Unterdrücker geändert worden sind. Tausende unserer Brüder leben im französischen Flandern. Unser Rempener Kreis setzt sich fort in die Ebenen Hollands, und die Bergfümpfe der Oberardennen steigen herab bis zu den Ufern des Rheins. An der Heerstraße der Völker liegend ist Belgien schon durch seine geographische Lage international. Die großen Ideenströmungen, welche Europa durchziehen, begegnen sich bei uns mit denen, welche von jenseits des Meeres tommen, ebenso wie die Flüsse, welche von den Bergen Frankreichs und Deutschlands kommen, sich in unseren großen Flußmündungen mit den englischen Meeresflüssen vermischen. Wenn es für die Garnison- Baubeamten auch wünschenswerth England war unser Lehrer in den Fragen der Organisation; sein mag, Hilfearbeiter, welche sich eingearbeitet haben und mit die genialen Ideen Owen's verkörpern sich in unseren Genossendem Dienst vertraut sind, möglichst lange zu behalten, so schaften. Dienst zurück behalten werden, daß es ihnen später schenkt und das kommunistische Manifest findet sich in unseren dürfen die Betreffenden doch nicht so lange im Deutschland hat uns seine streng geschlossenen Methoden geschwer oder unmöglich gemacht wird, anderwärts Unterkommen Programmen. Frankreich endlich, die Wiege des Sozialismus, hat gleich zu finden, da die Garnison- Bauverwaltung nicht in der age ist, die diätarisch beschäftigten Hilfs- falls auf uns tiefgehenden und wohlthätigen Einfluß ausgeübt. arbeiter für ihr Alter zu versorgen. Wenn der belgische Sozialismus in ebenso energischer Weise Bis zur Alters- Invalidität dürfen diese Hilfskräfte, wie gegen- idealistisch, wie in gründlicher Weise praktisch ist, so schuldet er Dies ist der Thatbestand. Jeder Rechtskundige sieht auf den wärtig die Verhältnisse bezüglich der Altersversorgung der nicht das Euch, dem sozialistischen und republikanischen Frankreich, ersten Blick, daß dies ganze Verfahren unhaltbar ist. Zunächst pensionsberechtigten Hilfskräfte liegen, unter keinen Umständen welches jedes Mal die Losung ausgegeben hat für die Erhebungen Der Freiheit gegen den Absolutismus, und der Gleichheit gegen ist es ein vollständiger Nonsens, anzunehmen, Gradnauer werde, nachdem er ein volles Jahr Zeit gehabt habe, W. zu beeinflussen", sonen im Anschluß an die ihnen laut Erlaß vom 27. 94 Außerdem wird bestimmt, daß die in Rede stehenden Per- die Privilegirten. erst jetzt den Versuch der Beeinflussung unternehmen. Sodann aber, und das ist noch weit wichtiger, war die Gefahr der Str. 108/ E. 94 B. 5- 3iffer 3 bei ihrer Annahme zu machenden Beeinfluffung Wetter's sofort beseitigt, wenn er auf Fischer's Gröffnungen auch darauf ausdrücklich hingewiesen werden, daß Beeinflussung Weyker's sofort beseitigt, wenn er auf Fischer's ihnen beim Ausscheiden aus ihrer Stellung als Technifer 2c. Antrag vernommen wurde. Und Weyter mußte unbedingt verfeinerlei Pension gewährt werden kann. beibehalten werden. Nebenereimplare liegen bei. gez. von Gemmingen. Auf Frankreich hat Immanuel Rant sur Zeit der Revo lution seinen Blid hoffend gerichtet, nach der Grenze Eures Landes horchte Karl Marx, ungeduldig auf den Augenblid, in dem die flammende Morgenröthe durch den Weckruf des gallischen Hahnes verkündet wird. Und endlich sind die beiden großen Boltsbewegungen, welche das moderne Europa erschüttert haben, auch von Frankreich ausgegangen. nommen werden. Die Strafprozeßordnung schreibt klipp und klar vor, Die tönigliche Intendantur wird ersucht, darauf zu halten, daß eine Beweiserhebung nicht deshalb abgelehnt werden darf, weil das Beweismittel oder die zu be- daß im dortigen Geschäftsbezirk nach dem vorstehenden Grundsaß weifende Thatsache zu spät vorgebracht wird. allgemein verfahren wird. In Paris haben wir das dies irae) ber Rommune gehört, Solange die Urtheilsverkündung noch nicht begonnen hat, muß ein erheblicher Beweis auf Antrag erhoben werden. Nur das An sämmtliche königliche Rorps- Intendanturen, und in Paris hat 20 Jahre später die Sozialdemokratie zum ersten Male beschlossen, das große Bölkerfrühlingsfest des 1. Mai durch, daß der Richter flare, bindende Gemit Ausnahme des V. Armeekorps. zu feiern. segesvorschriften verlegte, war es möglich. Mr. 84. 7. 94. B. 5. Ihr habt es verstanden, die Vereinigung aller Sozialisten, eine Rollusionsgefahr zu konstruiren und Gradnauer deswegen in Haft zu nehmen. Hielt Im Militäretat giebt es sonst bessere Gelegenheit zu die Verbrüderung im Geiste der Humanität, welche durch dieses Fest versinnbildlicht wird, zu verwirklichen, daran unverbrüchlich aber das Gericht den Beweisantrag für unerheblich, indem es festzuhalten und es segensreich zugestalten für das französische annahm, Gradnauer sei unanfechtbar überführt und Wehler sei unglaubwürdig, dann ist der Verdacht, Gradnauer könne den W. Proletariat. beeinflussen, wiederum hinfällig. Uus alledem ist ersichtlich, daß die Verhaftung Gradnauer's wegen Kollusionsgefahr noch mehr wie seine Verurtheilung eben nur bei sächsischer Rechtsprechungsmethode möglich war." sparen. % Wir wollen uns durch Euer Beispiel begeistern lassen und wir danken Euch, liebe Genoffen aus vollem Herzen, für Guer Beichen von brüderlicher Liebe und Solidarität. ( Folgen die Unterschriften.) Koalition der reaktionären Parteien zu sprengen. Die ReDie österreichische Wahlreform Frage droht die gierung denkt, wie gerüchtweise verlautet, an die Auflösung des Parlaments. Auch jeder neuen Situation werden unsere Genossen sich gewachsen zeigen. Beschränkung der Wertheidigung des Genossen Aus der belgischen Kammer. Aus Brüssel wird einen Antrag auf A mne stie aller politischen Verbrecher" Unsere belgischen Genossen haben in der Rammer Gradnauer. Wiewohl§ 148 St.-Pr.-D. unzweideutig be- telegraphirt: stimmt, daß dem verhafteten Angeklagten schriftlicher und Die Regierung legte heute folgende Gesetzentwürfe vor: gestellt. In Belgien wie in Frankreich wird die Amnestiemündlicher Verkehr mit seinem Vertheidiger unbehindert betreffend die Ertheilung der Eigenschaft als juristische Personen frage anders aufgefaßt als in Deutschland. Dort gilt eine zusteht und daß der Richter kein Recht hat, Einsicht in an die gewerblichen Vereinigungen, betreffend die Regelung der politische Amnestie als die selbstverständliche Folge Briefe des Bertheidigers an seinen Klienten oder umgekehrt schaftsrechte des überlebenden Ehegatten, betreffend die Arbeits- vorausgegangen sind. Während in Frankreich und Belgien bie Emission von Börsenpapieren, betreffend die Aenderung der Erb- jedes tiefeingreifenden politischen Ereignisses, dem große Kämpfe zu nehmen, beansprucht trok lebhaften Protestes des Rechts- fontrafte und die Unfallversicherung bei den Sparkassen der Sozialisten die Amnestie von den Gewalthabern sozusagen anwalts Hofmann, der Gradnauer's Ver- Bergarbeiter, betreffend die Erleichterung der Spargelegenheit als ein Naturrecht fordern, würden wir deutsche Sozia theidigung übernommen hat, der Dresdener Amtsrichter für verheirathete Frauen, betreffend die Abänderung des Gesezes listen durch ein derartiges Verlangen uns herabwürdigen, Becker Einsichtnahme in die Briefe u. s. w.! Wir über den Gewerbe- und Arbeitsrath, betreffend die Gemeinde weil bei uns eine Amnestie als Gnaden att gilt. Und erinnern daran, daran, daß am 6. dieses Monats selbst wahlen, betreffend die Abänderung des Grundgesetzes über den Gnade kann nur fordern oder richtiger: erbetteln, wer feine Primärunterricht. Ferner brachte die Regierung einen Antrag Geficht, spähte aber zwischen den Fingern hindurch und betreffend die gleichmäßigere Bertheilung der militärischen Macht und kein Recht hat, und sich zu schwach fühlt, beides Lasten ein. Der Minister erklärte, die Schaffung eines Arbeits- zu erkämpfen. stieß ab und zu ein freischendes Lachen aus. Annette amtes werde zur Entwickelung und Verbesserung der Arbeitswirbelte, von Neugier erfüllt, zwischen beiden Feldlagern inspektion beitragen und verfolge den Zweck, alle Informationen zahl Sozialisten wegen des Verbrechens, einem sozialistischen Crispi an der Arbeit. In Modena ist eine Anhin und her. über die Arbeitsverhältniffe, über die Beziehungen zwischen Jezt fucht nach den vergessenen Trauben, rief Mutter Rapital und Arbeit und über Ausstände zusammenzustellen und Verein angehört zu haben, zu je sechs Monaten Ge Pernet. Vorwärts, Ihr Burschen! zu veröffentlichen. Die Regierung werde der Landwirthschaft zu fängniß und 100 Fr. Geldstrafe verurtheilt worden. Unter Alle stürzten sich auf die Nebengelände und sahen unter Hilfe kommen und die wirthschaftliche Organisation des Landes ihnen befindet sich der Abgeordnete Agnini und der Advokat die Blätter. Jetzt erhob sich einer der jungen Männer und vervollkommnen. Die Kammer beschloß die Freilassung des Rivarolli. Der zu drei Monaten verurtheilte Abgeordnete hielt eine schöne Traube in der Hand. René, der es den sozialistischen Deputirten Brenez( Mons), welcher eine fünfjährige Prampolini ist nicht in die Schweiz geflohen, wie die Gefängnißstrafe wegen Streifvergehen abbüßt. Crispinische Presse triumphirend verkündet hat. anderen nachgemacht hatte, entdeckte fast im selben Moment Man ersieht hieraus, daß sozialdemokratische Wahlauch eine Traube. Das war die Veranlassung zu einem fiege die Sozialpolitik der Regierungen sehr fördern. Ueber allgemeinen Lachen und Schreien. Der, der den ersten den Werth der vorgelegten Gesezentwürfe werden wir uns Fund gemacht hatte, lief schon, so schnell seine Beine ihn äußern, sobald sie uns vorliegen. tragen konnten, hinter einem hübschen, schwarzbraunen Mädchen her. Sie schrie und versuchte sich zu retten, aber Die belgischen Abgeordneten unserer Partei schon hatte er sie eingeholt, die Arme um sie geschlungen, haben an die sozialistische Fraktion der französischen und auf ihrem Nacken schallte ein kräftiger Ruß. Bravo! Gut heimgezahlt! So wird sie schon lernen forgfältiger zu fein! René stand noch zögernd mit seiner Traube in der Hand da. Diese war auf Frau Pernet's Reihe! rief Annette schelmisch. Sie müssen Frau Pernet fangen und ihr einen Ruß geben! René erschrat einen Augenblick bei dem Gedanken an die Verfolgung der fürchterlichen Matrone. Ich eine Traube vergessen! rief diese entrüstet. Niemals in meinem Leben! Sehen Sie besser zu. Es ist Ihre Reihe, mein Fräulein. Vorwärts, Herr Messant, thun Sie Ihre Pflicht! Rammer das folgende Schreiben in Antwort auf einen nach Brüssel übermittelten Glückwunsch gesandt: Die fozialistische Gruppe der Kammer übersendet den Sozialistischen Abgeordneten Frankreichs mit dem Ausdrucke des Danfes für die ausgesprochene Sympathie brüderliche Grüße. Ihr habt es ausgesprochen, werthe Kameraden, daß die ersten Siege des belgischen Sozialismus der unermüdlichen Hingabe unserer Genoffen geschuldet sind. Spanisches aus Spanien. Der Regierungstarren steckt bis über die Achse im Schlamm und Herr Sagasta tann ihn nicht herausbringen. Ein Telegramm besagt: Madrid, 17. November. In liberalen Kreisen herrscht große Besorgniß, weil man befürchtet, daß die Verhandlungen Sagasta's mit Canovas behufs Beilegung der neuerdings ent ftandenen Streitigkeiten der beiden Parteien scheitern fönnten. In diesem Falle würden die Konservativen ihre Obstruktions politik wieder aufnehmen und vielleicht die Regierung an sich reißen. Das heißt, die Konservativen sollen den Liberalen aus der Patsche helfen. Das ist allerdings viel verlangt. Aber es zeigt zugleich so recht deutlich, wie auch in Spanien die Unterschiede zwischen den alten Parteien mehr und mehr sich verwischen. Es bildet sich eben überall der eine ein förmige Ordnungsbrei. Die serbische Monopolregie übernahm den auss schließlichen Verkauf des Petroleums. Vom 1. Januar 1895 ab wird auch das Zigarettenpapier monopolifirt. Außer dem existirt in Serbien das Salz und Tabakmonopol. Niemand erkennt dies mehr an als wir; aber diese Singabe, dieser einige Glaube an das gemeinsame Ideal, diese selbst entfagende Aufopferung unbekannter und unbekannt bleibender Kämpfer, die den Siegen ihren Glanz verleihen, finden sich in gleichem Maaß überall, wo die Sozialdemokratie kämpft. Und wenn die belgischen Sozialisten plöglicher als anderswo beim ersten Ansturm Bresche gemacht haben, so erklärt sich das aus den ökonomischen Zuständen unseres Landes und daraus, Diese Milderung seiner Strafe zog René vor. Mit daß die Arbeiterklasse vor der Eroberung des allgemeinen Wahl- Armenische Greuel spuken wieder in der Presse. großer Behendigkeit war er bei dem Mädchen. Sie wehrte rechts organisirt war. In den einen Zeitungen heißt es: Türkische Soldaten fich erröthend, die blonden Haare fielen ihr in das Gesicht, Zweihundert Einwohner auf den Kilometer, ein einziges hätten armenische Dörfer zerstört, Tausende" von Armeniern so daß es einer Mohnblüthe glich, die zwischen reifen Aehren Induſtriedorf, das von den Ebenen von Mons bis auf die Hochgetödtet. Und in den türkischen Berichten heißt es, Kurden hervorlugt. Er neigte sich vor, um ihre Sten leicht mit ebene von Hertogenwald reicht; viermalhundertausend Pound armenische Christen hätten türkische Dörfer überfallen, den Lippen zu berühren, als sie eine beftige Kopfbewegung fetarier, die bicht neben einander arbeiten, denn und gemeins machte, so daß ihre Lippen sich trafen. Das alles geschah schaftliches Leiden gemeinschaftlichen Protest hervorgebracht hat und türkische Truppen hätten Ordnung schaffen müssen. das ist es, was den sozialistischen Sauch, den sozialistischen In jenen Gegenden kommen derartige Busammenstöße der schnell wie der Bliz, aber Annette stieß einen leisen Schrei Sturmwind von gestern hervorgebracht hat. aus wie ein ergriffenes Vögelchen. Und was morgen die Proletarierarmee verdoppeln wird, ( Fortsetzung folgt.) bas ist die Lostrennung der Arbeit vom Eigenthum in den *) dies irae, dies illa etc. Anfang des lateinischen Kirchenliedes über das Jüngste Gericht. Als eine bemerkenswerthe Ausnahme konstatirt die gestrige Nummer unseres Dresdner Partei- Organs, baß am Tage vorher einmal fein Sozialdemokrat von den Dresdner Gerichten verurtheilt worden ist. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. * bunt zusammengewürfelten Stämme, Nationalitäten und Jahresbericht. Aus demselben ist zu entnehmen, daß im Bericht- I annimmt, daß wir sie ihm sofort ohne besonderes Verlangen Religionen sehr häufig vor. Wenn aber die europäischen fahre 1893/94 die Einnahmen 4920,05 m., die Ausgaben schicken würden. Zeitungen viel davon reden, so ist das ein schlechtes 2712,52 M. betrugen, Bestand 2207,53 M. Nach Genehmigung Barometerzeichen: es beweist, daß die russische Diplomatie des Jahresberichts wurde zum Vertrauensmann auf das einen Fischzug im Trüben vorbereitet. Obgleich der Zaren- laufende Jahr einstimmig Genosse August Goldiz wieder gewählt. wechsel für den Augenblick eine kurze Unterbrechung der In Ottersen erstattete Genosse von Elm Bericht. Die russischen Eroberungspolitik bewirkt haben mag, so steht diese Diskussion bewegte sich hier namentlich um die Gehaltsfrage; Politik, die schon seit Menschengedenken in dem berühmten neues wurde indeß auch hier nicht vorgebracht. Testament Peters des Großen" festgelegt ist, doch so lange es Baren giebt, unwandelbar fest; fein Personenwechsel auf dem Barenthron kann sie beeinflussen. Und es spricht jetzt gar manches dafür, daß die Krise, in der das chinesische Bierhundert- Millionen- Reich sich befindet, den Appetit der russischen Eroberer mächtig geweckt hat, und daß diese in Afien einen großen Streich planen. Ueber den Zusammenbruch in China liegen die folgenden Meldungen vor: Einer Depesche aus Schünking zufolge ist der Bizekönig von Szetfchwan auf Befehl aus Peking verhaftet worden unter der Anschuldigung, einen Tartarengeneral ermordet zu haben. Er soll das Verbrechen begangen haben, um große Beruntreuungen zu verdecken. Nach einer Meldung aus Tientsin ift General Wei in Peking megen seiner Niederlage bei Pingyang enthauptet worden. Die Generale Yeh und Nieh sollen ihres Ranges und ihrer Ehrenzeichen entkleidet worden sein. Brafilien ist seit 5 Jahren Republit. Am 15. No vember 1889 wurde Dom Pedro II. abgesetzt, der auch so vernünftig war, sich gutwillig zu fügen. Nicht alle seine vernünftig war, sich gutwillig zu fügen. Nicht alle seine Angehörigen waren aber so vernünftig, und sie zettelten allerhand Aufstände an, die in der europäischen Presse zu großen Revolutionen aufgebauscht wurden, jedoch mit Ausnahme der bekannten Flottenrebellion absolut bedeutungslos waren. Auch die Flottenrebellion scheiterte, und zwar an der Abneigung des Volkes gegen die alte Monarchie; sobald an den Tag kam, daß die Wiederaufrichtung des Kaiserthrons Zweck der Verschwörung war, mußten die Verschwörer das Weite suchen. Von da an hatten die Anhänger der kaiserlichen Familie keine andere Waffe mehr, als die Lüge. Und diese Waffe wurde denn auch nach Kräften ausgenutzt. Jede Woche brachte einen fürchterlichen Aufstand und etliche haarsträubende Greuelakte des Präsidenten Peiyato. Dieser ist sicherlich kein Muster der Tugend, aber er ist auch nicht das Scheusal, zu dem man ihn gemacht hat. Er hat die bestegten Gegner mit einer in Südamerita unerhörten Milde behandelt, und jezt, nach dem seine Präsidentschaft abgelaufen war, ist er was dort ebenso unerhört ruhig zurückgetreten und hat seinem erwählten Nachfolger Moraes Barros die Präsidentschaft abgetreten. * Ein Milderungsgrund. Wegen Vertheilung von Ueber die Wahl im 2. Anhalter Reichstag 3 Beitungen auf offener Straße wurde ein Genosse in Plön deswahlkreis erhalten wir eine längere Buſchrift, der wir wegen nur zu 10 M. Strafe verurtheilt, weil er noch folgendes entnehmen: Die Stimmenzahl, die wir bei der Stich jung sei und in späteren Jahren sich hoffent wahl in den Landorten erreichten, so schreibt unser Korrespondent, lich noch bessern werde." zeigt deutlich, daß die Sozialdemokratie auch in den entlegensten Landbezirken ihren Einzug gehalten hat. Es list dieser Umstand kannten Treibergeschichte beleidigt zu haben, wurde der Redakteur Von der Anklage, den General v. Hänisch wegen der beum so bemerkenswerther, als wir hier zum ersten Male der Frankfurter Volksstimme", Genosse Hoch, freis ernsthafte Gegner betrachtet wurden, während wir noch tommende Notiz dahin abgeändert, daß es nun hieß, die Soldaten seitens unserer Großgrundbesitzer und Fabrikpafchas als gesprochen. Er hatte die aus der Freifinnigen Zeitung" Nationalliberalen mit Angriffen während der Wahlzeit verschont mandirt" worden. im Vorjahre seitens der Freisinnigen gehätschelt, seitens der seien zu Treiberdiensten zugezogen", anstatt bazu tomblieben; die ersteren, weil sie auf unsere Stimmen für die Stichwahl spekulirten, die letzteren, weil sie uns ebenfalls im Hinblick auf die erwartete Stichwahl zwischen Nationalliberalen und ganz anders geworden. Vor dem Freisinn, das hatte schon das Freifinnigen nicht reizen wollten. Das war in diesem Jahre vorjährige Wahlergebniß gelehrt, hatte man sich nicht mehr zu fürchten; als einziger wirklicher Gegner fam nur noch die Sozial Demokratie in Frage, die nun mit allen Mitteln der rücksichtslosesten Brutalität bekämpft wurde. " 00 Soziale Ueberlicht. Of Invaliditäts- und Altersversicherung. Unter dem Vor. size des Präsidenten des Reichs- Versicherungsamts, Herrn Bödiker, wird hier in Berlin am nächsten Montag eine Konferenz von Borsitzenden der Invaliditäts- und Alters- Versicherungsanstalten und Vertretern der Landes- Versicherungsämter zusammentreten, doch schon seit Jahren in unserem ganzen aus mehr als zwei- Berwaltungsfragen zu berathen. Insbesondere kommen dabei in Als wichtigstes Mittel diente die Saalabtreiberei. Haben wir um über die Invaliditäts- und Altersversicherung betreffende hundert Ortschaften bestehenden Wahlkreise nicht mehr als drei Betracht: eine Aenderung der Geschäftsanweisung vom 29. Ok wirkliche Versammlungslokale. In Köthen standen uns bei tober 1890, betreffend die Auszahlungen durch die Post, eine voriger Wahl ein Privatsaal und die städtische Turnhalle zur Aenderung im Verfahren des Ausschusses der VersicherungsVerfügung. Der freisinnige Stadtrath Kommerzienrath Meyer anstalt bei Aufstellung des jährlichen Haushaltsplans, bie rühmte sich damals, daß das seinen Bemühungen zuzuschreiben Vermeidung von Doppelzahlungen bei Busammentreffen von sei. Herr Meyer ist auch in diesem Jahre noch Stadtrath, aber Unfallrente einer- und Invaliden- oder Altersrente ander nachdem sich schon bei der vorjährigen Wahl herausgestellt hatte, solcher Versicherten, welche in einem Krankenhause zum Zwede feits; die Zahlung einer Unterstützung an Angehörige daß die Sozialdemokratie die stärkste Partei in Röthen geworden war, solcher Versicherten, welche in einem Krankenhause zum Zwecke hörte die Herrlichkeit auf und man hat nie wieder etwas davon des Heilverfahrens untergebracht sind; ferner die Frage, ob gehört, daß Herr Stadtrath Meyer in freimüthiger Weise für die§ 126 Abs. 2 des Invaliditäts- und Altersversicherungs- Gefeßes Ueberlassung der Turnhalle eingetreten sei. den Kontrollorganen das Recht giebt, von den Arbeitgebern AusDen Arbeitern im Solvay- Schacht wurde angedroht, daß sie funft auch über die Lohnverhältnisse der von ihnen beschäftigten entlassen würden, falls Schulze gewählt werden sollte. Arbeiter, Personen zu verlangen, und endlich die Frage der Erweiterung bedenkt wohl, der Winter ist vor der Thüre, wenn Ihr feine der Gründe für die Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß§ 82 Arbeit habt, dann müßt Ihr hungern und frieren, Ihr und des Invaliditäts- und Altersversicherungs- Gesetzes. Euere Familie, also überlegt es Euch genau wen Ihr wählen werdet," so, fast wörtlich lautete der Utas, den die BergwerksBerwaltung ihren Arbeitern bekannt gab. In dem Anhaltischen hundert Arbeiter gekündigt, im Solvay- Schacht ebenfalls eine größere Staatsbergwerk Leopoldshall wurden schon vor der Hauptwahl über Anzahl vor der Stichwahl. Daß diese Kündigungen einen Gin fluß auf die Wahl ausüben sollten, ist selbstverständlich nicht gesagt worden. Stimmen auf Kaum war einem der Gewerbesteuer. Die Stadtverordneten von Watten fcheid( Westfalen) befchloffen die Einführung einer besonderen Gewerbesteuer. Es haben diejenigen Arbeitgeber, die über Arbeiter 25 M. zu zahlen. Man hofft auf einen Ertrag von 300 Mann beschäftigen, jährlich auf den Kopf der beschäftigten 67 000 m. Glückliche Stadt. Altena i.., soll ein BismarckDenkmal erhalten. Aber nicht die Stadt, sondern ein Großtapitalist will aus„ Dankbarkeit" das Geld dazu hergeben. " 1 Schon am Hösch( Westfalen) ist auf den 1. Dezember gekündigt worden. Arbeiter Entlassungen. 500 Arbeitern des Stahlwerks Wie wenig die brotlos gemachten Arbeiter Aussicht haben, in anderen Werken unter zu kommen, geht aus dem Umstand hervor, daß andere Betriebe ebenfalls Kündigungen vorgenommen haben. So werden auf" Union" demnächst 100 Arbeiter entlassen und von Wattenscheid wird unserem Dortmunder Parteiorgan gemeldet, daß auf der Zeche Zentrum" 280 Arbeitern gekündigt wurde. Wie die Wattenscheider Beitung" ver räth, ist die Förderungseinschränkung des Kohlensynditats Schuld. Die Rh. Westf. Arb.- 8tg." berichtet hierzu noch: Donnerstag Abend war Herr Regierungspräsident Winzer aus Arnsberg hier, um mit den städtischen Behörden und einigen Großindustriellen zu berathschlagen, was zu thun sei, um weiterem Unheil abzuhelfen und um für die Arbeitslosen zu sorgen. Viel wird dabei nicht herauskommen; die Arbeiter werden vielleicht vor dem Hunger geschüßt werben, barben müssen fie jedenfalls. Selbstverständlich fann es sich nicht um Unterstüßungen handeln. Die Stadt muß für Arbeit sorgen, wie wir es schon vor einigen Wir stehen anscheinend vor einer Tagen gefordert haben. Periode der Arbeitslosigkeit, deren Anfänge jetzt erst zu übersehen sind. Da muß zu außerordentlichen Mitteln gegriffen werden. Baffe man die geplanten Arbeiten, Rieselfelder, Hafenbauten, schleunigst in Angriff nehmen. Das unnüz verpulverte Geld für die Sedanfeier schreit jetzt zum Himmel!" In den ländlichen Orten wagen nur wenige Arbeiter, troß Ueber den neuen Präsidenten finden wir in der„ Frank- des besten Willens, einen sozialdemokratischen Stimmzettel in die furter Zeitung" folgende Notizen: Urne zu werfen, denn entweder der Gutsherr oder sein Inspektor, Dr. Prudente J. de Moraes Barros ist am 4. Oktober 1841 oder doch mindestens ein guter Freund von in Jtú in S. Paulo geboren. Seine Eltern waren der Fazendeiro felben ist Wahlvorsteher und die Beisitzer sind von gleichem José Marcelino de Barros und Katharina Maria de Moraes. Kaliber. Selbst Handwerker und Gewerbetreibende stehen unter Seine Studien begann Prudente in dem alten Kolleg Joao dem gleichen Einfluß wie die Arbeiter. Carlos in S. Paulo, trat 1859 in die dortige Rechtsfakultät ein, Hierzu kam noch, daß als neuer Gegner die sogen. Mittelderen Kurse er am 1. Dezember 1863 mit dem Baccalaureus- standspartei auf dem Kampsplate erschien. Trotzdem hatten wir Examen abschloß. Er wurde dann Advokat in Piracicaba und am Haupt- Wahltage eine Bunahme von allerdings nur 150 St. fünf Jahre später, als die liberale Partei siegte, wurde zu verzeichnen, während unsere drei Gegner zusammen etwa 8000 Prudente Moraes Mitglied der Provinzialkammer. Als dann Stimmen weniger hatten als im vorigen Jahre unfere zwei aber bei den nächsten Wahlen die Liberalen wieder unterlagen, Gegner. Die Sozialdemokratie, welche im vorigen Jahre fchloß sich ein großer Theil derfelben, darunter Prudente, der 34 pt. der abgegebenen fich vereinigte, republikanischen Partei an. Im Jahre 1884 wurde Prudente verfügte in diesem Jahre über 88 pt. schon in der Hauptwahl. mit Campos Salles in das Reichsparlament gewählt, wo Die ganze politische Erbärmlichkeit besonders des Frei er unter dem Minifterium Dantas für die Sklavenbefreiung inn3, aber auch der sogenannten Mittelstandspartei, be tämpfte. Im Jahre 1888 tam er mit mehreren Parteigenossen fundete sich bei der Stichwahl. Im vorigen Jahre erklärte der wieder in die Provinzialtammer zurück, wo der republikanische Führer der Freifinnigen in Röthen gelegentlich eines PrivatFlügel für die Abolition und die Demokratie zwei Jahre hin- gesprächs mit unserem Kandidaten, daß es ihm und seinen Durch stürmische Kämpfe ausfocht. Nach dem Sturze der Mon- Parteigen offen unmöglich wäre, jemals mit den Nationalliberalen archie wurde Prudente Moraes Gouverneur des Staates G. gemeinsame Sache zu machen, sowohl aus politischen, vielmehr Baulo, welches Amt er geschickt und ehrlich verwaltete. Die aber aus persönlichen Gründen. in diesem fo forderte die frei Zivilpartei bedurfte jedoch seiner Unterstüßung in Rio de Jahre die Hauptwahl vorüber, Janeiro gegen bie übermächtige Militärpartei und so wurde finnige Parteileitung in Köthen ihre Gesinnungsgenossen auf, für Brudente zum Präsidenten der Constituante und dann zum Friedberg zu stimmen und nirgends im ganzen Kreise gab es Präsidenten des Senats gewählt. Bei der definitiven Wahl des einen Freisinnigen, der offen für die Wahl des Sozialdemokraten Bundespräsidenten erhielt er 97 Stimmen gegen Fonseca. Schulze eingetreten wäre. Sonntagsruhe. Die Würzburger Rechtsanwälte beabDr. Prudente de Moraes, der erste bürgerliche Präsident der Seitens der Mittelstandspartei galt fast allgemein die Ansichtigen, ihre Bureaus in Zukunft an den Sonntagen gänzlich Republik Brasilien, ist ein besonnener Politiker O cerebro nahme, daß bei der Stichwahl zwischen Sozialdemokratie und zu schließen. Ihnen sowohl als ihren Beamten ist die Ruhe pensante de partido republicana( das denkende Hirn der Nationalliberalismus, die Anhänger der Mittelstandspartei die wohl zu gönnen und es ist nur zu wünschen, daß diese Ginrepublikanischen Partei) nannte ihn schon im Jahre 1889 die erstere wählen würden. Der Kandidat der Mittelstandsrichtung überall Nachahmung finde. Berlin, ,, Revista Democratica" Fischer aus tein Räntefchmied und fein Säbel. partei, Goldschmiede Obermeister raßler, aber ein heller Kopf wie Benjamin Constant, der zu frühe gab denn auch furz vor Arbeiter- Nifiko. In der Dampfmühle zu Ra ab( Ungarn) der Stichwahl ein Flugblatt heraus, in dem er erklärte, daß er feinen Genoffen fand eine Reffelexplosion statt, bei welcher der Heizer getödtet der jungen Republik entrissen wurde. Da die Militärherrschaft nicht empfehlen tönne, für Friedberg zu stimmen, während wurde. Die Mühle selbst ist niedergebrannt. und das zügellose Parteitreiben am meisten zur Herbeiführung In dem Dorfe Wickers bei Fulda ist die neugebaute Kirche der jezigen schlimmen Zustände in Brasilien beigetragen haben, Cäsar Astfalt im„ Teut", das offizielle Organ der Mittelstands. so hofft man, daß der neue bürgerliche Präsident, so viel an ihm partei, in energischer Weise für die Wahl des Sozialdemokraten eingestürzt; drei Maurer sind unter ihren Trümmern begraben. Eine Arbeitslosen- Versammlung in Gent( Belgien) beliegt, biefe Uebelſtände zu bekämpfen versuchen wird. Sein eintrat. Das Endresultat bestand darin, daß die Stimmenzahl Rabinet besteht aus folgenden Personen: Senator Rodrigues für Friedberg von 10 164 auf 13 570, die für Schulze von 9297 schloß, die Kammer in einer Petition um Unterstüßung zu bitten. Alves- Finanzen; Deputirter Antonio Dyuho dos Santos Pire- auf 11 565 nicht wie irrthümlich im Telegramm angegeben Für nächste Woche sind weitere Bersammlungen geplant, Industrie; Senator Ubelbino do Amaral- Inneres; General über 18 000 Stimmen stieg. Schon hieraus ergiebt sich, daß von den 4790 freifinnigen und mittelstandsparteilichen Bernardo Basques- Krieg; Admiral Joaquim F. de AbreuMarine und Deputirter Rofa E. Silva- Aeußeres. Der Finanz Stimmen noch nicht anderthalb tausend auf den sozial Eine Thatsache, minifter gilt für einen sehr kompetenten Mann und auch sonst demokratischen Randidaten gefallen find. wird das Kabinet günstig beurtheilt. die mit einigen Ausnahmen beim Vergleich des Wahl resultates der einzelnen Orte mit verblüffender Deutlichkeit zu Tage tritt. Wenn trotzdem die Sozialdemokraten bei der Stich wahl etwa 2300 Stimmen gewannen, so ist diese Zahl wenigstens zum Theil unsren Reserven zuzuschreiben. Der neue Vizepräsident Manoel Victorino Pereira war ein hervorragender Chirurg und Profeffor an der Universität von Bahia und ein gebildeter Mann, der jedoch bisher nur in der Lokalpolitik eine Rolle gespielt hat. Bulegt war er Senator für den Staat Bahia. Parteinachrichten. T Alles in Allem giebt es nur eine Partei, die mit dem Re sultat der Wahl zufrieden sein kann und das ist die Sozialdemokratie. Ibr gehört die Zukunft. * * Die Stadtverordnetenwahlen in Dessau finden morgen, Montag, den 19., statt. Seitens unferer Parteigenossen sind Au die Parteigenossen der Provinz( Brandenburg! drei Kandidaten aufgestellt. Heute findet eine FlugblattSämmtliche für die Agitationskommission der Provinz Branden- verbreitung statt. burg bestimmten Briefe, Geld- und sonstige Sendungen wollen die Genoffen von jetzt ab an Karl Dimmid, Berlin SO., Elisabeth Ufer 55, adressiren. = Mit sozialdemokratischem Gruß Die Agitationstommission für die Provinz Die Parteiblätter der Proving werden um Nachdruck ersucht. Brandenburg. * Amtlich beglaubigte Arbeitszeit. Der holländische Regierungs- Arbeitsinspektor des dritten Bezirks, Struve, bat den folgenden Bericht erstattet über die Länge der Arbeitszeit in seinem Bezirk. Von den 136 128 Arbeitern, bezüglich deren er die nöthige Auskunft erlangt hat, arbeiteten: 8 262 Arbeiter 9 Stunden oder weniger pro Tag 91/2 10 5768 " 20 959 17 881 " " 101/2 " " 25 080 11 " 20 968 ♦ 111/2 " 27 446 8018 3 563 1 799 1539 12 121/2 18 181/2" 14 " und mehr Die durchschnittliche Arbeitszeit ist also 11/2 Stunden pro Wahlproteft. Die Sozialdemokraten von Ludwigs. Tag. Und dann hat man dabei nicht zu vergessen, daß die hafen werden Protest einlegen gegen die am legten Sonnabend Notizen wahrscheinlich aus den Komtors stammen und daß hier stattgehabte Wahl zum Stadtverordneten- Kollegium. Bekanntlich höchstwahrscheinlich nur die Rede gewesen ist von der normalen waren außer dem Genossen Ehrhardt nur Gegner gewählt Arbeitszeit, wobei die häufige Ueberarbeit außer Rechnung geworden. blieben ist. Gewerkschaftliches. Eine fechsmonatliche Gefängnißftrafe hat gestern der Genoffe Hülle, Redakteur der Thür. Tribüne" in Naumburg a. S. angetreten. Diese Strafe batte ihm das Land- Achtung, Töpfer! Die Generalversammlung der Töpfer gericht zu Meiningen wegen Anstiftung zur Majestäts- Berlins und Umgegend vom 14. d. M. beschloß, den Fensterstreit, Bericht über den Parteitag erstattete in einer gut be beleidigung" zudiktirt. Hülle hatte in einer gegnerischen Ver- nachdem derselbe 5 Wochen gedauert und an ein Unterbringen fuchten Versammlung in Deffau der Genosse Peus. Der sammlung in Suhl einen Genossen zu einem Hoch auf die der noch Streifenden nicht im Entfernteften gedacht werden Bericht wurde mit Beifall aufgenommen und das Einverständniß Sozialdemokratie veranlaßt, während der Referent sich an einem tann aufzuheben, und die Unterstüßungsberechtigten noch für zu der Versammlung mit den Verhandlungen des Parteitages durch Hoch auf den Kaiser anschickte. Hoffentlich bietet seine Gesund diese Woche( 12. bis 17. d. M.), mit Ausnahme der vom die einstimmige Annahme einer Refolution befundet. heit hinreichenden Widerstand gegen die Annehmlichkeiten des 5. dieses Monats noch hinzugekommenen Arbeitslosen In Apolda fand am Mittwoch Abend eine öffentliche Gefängnisses. zu unterstüßen. Ganz besonders wird darauf hingewiesen, nach daß es wie Versammlung hatt, in welcher Genosse Baudert über den vor Pflicht jedes Kollegen Parteitag in Frankfurt Bericht erstattete. Nach kurzer Diskussion Zum Fall Graduaner schreibt die Sächsische Arbeiter sein muß, nicht genügend verglaste Bauten auf's strengste zu wurde einstimmig eine Resolution angenommen, welche das Gin Beitung": Wie rücksichtsvoll man den Genossen Gradnauer in meiden. Gleichzeitig erinnern wir die nicht unbedeutende Anzahl verfändniß mit der Thätigkeit des Parteitages und den dort ge- feiner Haft behandelt, davon haben wir schon einen Beweis. der Restanten an Beiträgen und Prozenten" an ihre Wir schickten ihm einige Bücher; Herr Amtsrichter Becker wies Pflicht. faßten Beschlüffen erklärt. Kollegen, denen es noch möglich ist, Streifende unterDie Genossen in Krimmitschau erklärten sich nach fie zurück mit dem Bemerken, daß Gradnauer bis jetzt noch keine aubringen, werden ersucht, sich an den Arbeitsnachweis Gipsdem Bericht des Delegirten Voigt mit den Beschlüffen des Bücher verlangt habe, er tönne sie ihm doch nicht aufzwingen! ftraße 16 umgehend zu wenden. Der Vorstand. J. A.: Parteitags einverstanden. Genoffe Goldig erstattete hierauf den 3. hat sie bis jetzt nur deshalb nicht verlangt, weil er mit Recht 2. Daubert, * Schneiderinnen! Vom lekten Schuhmacherstreik stehen noch mehrere Sammellisten aus. Die Restanten werden hiermit ersucht, um gehend an folgende Adresse die Listen abzuliefern. G. Hühn, Berlin O., Weidenweg 97, Hof v. 3 Tr. von W = Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. wendung in der Medizin". Schöneberger Arbeiter Bildungsverein. Versammlung morgen, Montag, Abends 8 Uhr, bei Keßner, Grunewaldstr. 110. Bortrag des Genoffen Reinte über:„ Boltsbildung und Boltserziehung". Gäfte haben Zutritt. Verein der Maschinißten, Heizer und Berufsgenossen Berline und Umgegend. Sonntag, den 18. November, Nachm. 6 Uhr, Lindenstraße 106, Bersammlung. Achtung, Schuhmacher! Wegen Aussperrung der Zwicker| Sonntagsarbeit in Fabriken und Werkstätten hat der Ausschuß gehender Schilderung des Glends der arbeitenden Klassen, wie bei Rosenbusch ist Zuzug nach Mainz streng fernzuhalten. für zulässig erachtet: für Buchdruckereien eine fünf- es vornehmlich durch die furchtbarste unserer sozialen Krankheiten Au die Schneider und eine fieben die Arbeitslosigkeit hervorgerufen wird, legte Redner flar, stündige Arbeitszeit, für Barbier Geschäfte eine fiebenUnsere Organisation hat es sich seit ihrem Bestehen zur Pflicht gemacht, stündige( im Sommer 7 bis 2 Uhr, im Winter daß von den herrschenden Klassen zu allen Zeiten ein Recht auf gegen die Uebelſtände in unserem Berufe Front zu machen. Um von 8 bis 3 Uhr), ferner für Kranzbindereien, Kunst- Arbeit" bisher nie anerkannt wurde, ausgenommen für die Pernun ein planmäßiges Vorgehen auf der ganzen Linie in der ge- hits bis 3 lbr Nachmittags und für Bade- Anstalten bis in staatlichen Anstalten", wie Armenhäusern, Gefängnissen zc. gärtnereien sowie für Photographen ein Offenhalten des Ge- sonen, welche durch irgend welche Handlungen sich Unterkommen fammten Konfektion zu ermöglichen, wurden wiederholt Werkstatt- Mittags. In allen diesen Fällen hat der Ausschuß für die in verschaffen. Der Vortragende tam zu dem Schlusse, daß und Geschäftsdelegirten- Sitzungen in den verschiedenen Stadttheilen den genannten Gewerben beschäftigten Arbeiter neben der Frei- ein„ Recht auf Arbeit" es erst dann geben wird, wenn der Sozia einberufen, welche aber ein Endresultat noch nicht gezeitigt haben, gebung von 24 Stunden an jedem zweiten Sonntage auch die lifirungsprozeß vollzogen ist; dann wird aber auch eine Pflicht um nun ein solches zu erreichen, finden nochmals am Donnerstag, den 22. November, Abends 81/2 Uhr, in allen Stadttheilen Werkstatt- Freigebung eines Tages in jeder Woche verlangt. Die Frage zur Arbeit" für alle gesunden Menschen bestehen. Damit dieser und Geschäftsdelegirtent- Sigungen der gesammten Konfektions- ferner, ob die Auszahlung des von Minderjährigen verdienten Prozeß sich um so schneller vollziehe, habe jeder überzeugte Arohnes an die Eltern 2. geschehen solle, iſt, wie bekannt, ver- beiter die Pflicht, die leider noch sehr große Schaar der Inbranche statt. Und zwar im Norden bei Augustin, KastanienAllee 11; im Osten bei Wilke, Andreasstr. 26; im Südosten bei neint worden. Das Gutachten, ob ein Bauanschläger, der auf differenten aufzurütteln und zu organisiren.( Beifall.) Von einer einem Bau arbeitet, als Meister oder als Gehilfe zu betrachten, Diskussion des Vortrages wurde Abstand genommen. Nach Wahl Zubeil, Naunynſtr. 86, und bei Trittelwiß, Falckensteinstr. 7. wurde in legterem Sinne abgegeben. Waren diese Gutachten der Kollegen Hempel zum Delegirten und Panser zu deffen Für Moabit findet die Sizung am Mittwoch, den 21. d. M., sämmtlich von anderen Behörden verlangt, so wurden die Stellvertreter in der Gewerkschafts- Kommission, gab Fritsc Abends 81/2 bei Hermerschmidt, Perlebergerstr. 28, statt. Kollegen, es ist unbedingt nothwendig, daß von jeder Werkstube folgenden Anträge aus der Mitte des Ausschusses selbst ein zum Schluß bekannt, daß am nächsten Sonntag eine Verbandsund jedem Geschäft recht zahlreich Delegirte erscheinen, um im gebracht: Die Arbeitgeber beantragten, von der Regierung eine versammlung stattfindet, in der Dr. Arons das Referat halten engeren Kreise über die wichtigsten Punkte zu berathen. Die Enquete über die übliche Dauer der Arbeitszeit im Schneider, werde. Handels, Schlächter- und Gastwirths- Gewerbe zu verlangen, um Im Frauen und Mädchen Bildungsverein( Filiale Agitationskommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. festzustellen, ob nicht eine behördliche Abkürzung dieser Arbeits- Charlottenburg) sprach am 14. November in einer gut besuchten Der Frauen und Mädchen- Bildungsverein beruft am zeit nothwendig sei. Diesem Verlangen standen die Arbeitnehmer Versammlung Frl. Baader über das Thema: Die Gegenwart Dienstag, den 20. November, Abends 8 Uhr, in Schneider's natürlich durchaus sympathisch gegenüber; aber die Arbeitgeber und Zukunft der Arbeiterbewegung. Die interessanten AusSalon, Belforterstr. 15, eine Versammlung ein, in der Genosse wichen schließlich zurück und lehnten ihre eigenen Anträge ab. führungen der Vortragenden wurden in der Versammlung recht Schöpflin über das Thema:" Die Folgen der kapitalistischen woraus hervorging, daß sie mit der Stellung derselben nur beifällig aufgenommen und richtete Genosse Migker in der Dis Produktion und die Frauen" referiren wird. Der Vorstand des hatten ein bischen Reklame für sich machen wollen. Die An- tussion an die Anwesenden die Aufforderung, gemeinsam mit den Vereins macht ganz besonders auf diese Versammlung aufmerksam träge gelangten gleichwohl zur Annahme, da im Ausschusse die Männern den Kampf für die Befreiung des Proletariats aufzus und ersucht um rege Betheiligung. auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehenden Mitnehmen. glieder in der Majorität sind, aber da die Unternehmer nicht mehr wollen, wird man ihnen keine Folge geben. Von den ArPankow. Eine gutbesuchte Bauarbeiter- Versammlung tagte beitnehmern im Ausschusse rühren die folgenden Anträge her: hier am 12. November. Das Referat hatte Genoffe Paul 1. Die Behörde zu veranlassen, daß sie auf grund des§ 1206 R.-G.-D. Hannover übernommen. Redner zitirte den Ausspruch Bismarc's, auf Herstellung von Umkleide- und Waschräumen in Gießereien der, wie bekannt, im Jahre 1884 im Reichstag das Recht auf Die Berliner Orts- Krankenkasse für das Bierbrauer: dringt. Der Antrag wurde angenommen und Polizeipräsidium Arbeit proklamirte. Im Anschluß daran erörterte sodann der gewerbe vollzog am Freitag Abend die Delegirtenwahlen, wobei wie Fabritinspektorat haben sich seine Ausführung angelegen sein Referent das Thema:" Hat der Arbeiter heute ein Recht auf die Liste der organisirten Arbeiter mit großer Majorität siegte. laffen. Es sind, wie festgestellt wurde, namentlich die Groß- Arbeit?" Von einer Diskussion über den beifällig aufgenommenen Ueber die Ursachen des Streiks der Tischler von der betriebe, in denen diese gesetzlich vorgeschriebenen Einrichtungen Vortrag wurde Abstand genommen, und hierauf die Wahl eines Firma Westfahl in behoe wurde in einer kürzlich dort fehlten. 2. Das Schicksal des Antrages, ein städtisches Arbeits- Vertrauensmannes für Pankow vollzogen, mit welchem Amt der stattgehabten Versammlung das Folgende mitgetheilt: Der amt zu errichten, ist bekannt. Die Sache scheiterte an dem Wider Maurer Böhlke betraut wurde. Dem entfachten Streit über Minimallohn für Tischler beträgt hier 30 Pf. pro Stunde oder stand der Unternehmer bei der Forderung, das Amt solle bei Lokal- und Zentralorganisation machte der Ueberwachende durch Auch hier sind freilich die übliche Auflösung der Versammlung ein Ende. 18 M. die Woche bei täglich zehnstündiger Arbeitszeit. Doch einem Streit außer Funktion treten. sämmtliche Forderungen der Arbeiter angenommen worden, aber wurde in dieser Werkstelle das Affordſyſtem eingeführt und zwar die Behörden reagiren nicht darauf. 3. Bei der Frage der Zu- Sonntag, den 18. November, große Verſammlung bei Ehrenberg, Annenfi derart, daß Woche für Woche für die gelieferte Arbeit weniger bezahlt wurde, so daß die Arbeiter nicht einmal mehr die gehörigkeit von Arbeitern zur Maschinenbauerkasse beschloß der Experimentalvortrag des Herrn Gerling über:„ Hypnotismus und seine An18 M. per Woche verdienten. Die Sonntagsarbeit ist in dieser Ausschuß, der Oberpräsident möge ersucht werden, in allen zuWerkstelle ebenfalls eingeführt, jedoch ohne Zahlung des be- fünftigen Fällen, in denen es sich um Bestimmung des Wirkungstannten Aufschlages von 331/3 pCt. Aehnlich verhält es sich gebietes einer Krankenkasse handelt, den Ausschuß darüber anmit der dort so oft stattfindenden Nachtarbeit. Daraufhin sahen zuhören. 4. Ein Antrag, zu empfehlen, daß auf allen städtischen sich die dort beschäftigten Tischler( 6 Mann, wovon 3 verheirathet) Bauten ein Minimallohn von 55 Pf. gezahlt werde, und bei der gezwungen, den Herrn Westfahl zu ersuchen, die alten Afford: Berathung auch das Submissionswesen zu erörtern, wurde einstlöhne wieder einzuführen und bei Sonntags- wie Nachtarbeit den weilen vertagt, um den letzteren Gegenstand für alle Gewerbe, üblichen Aufschlag zu gewähren. Diese Forderung wurde von nicht blos für das Baugewerbe, verhandeln zu fönnen. Das bis Herrn Westfahl rundweg at gelehnt mit der höchft überflüssigen jetzt vorliegende Material zum Submissionswesen ist ein so geBemerkung, wem es nicht gefalle, tönne ja gehen. Im übrigen ringes, daß Referent glaubt, der Ausschuß werde nicht viel in laffe er, Herr Westfahl, sich keine Forderungen stellen, sondern der Sache machen können. Daher sollten alle Gewerbe in Verbezahle, was ihm gefalle. Daraufhin legten sämmtliche dort be- fammlungen sich mit der Angelegenheit beschäftigen. Zur Zeit schäftigten Tischler( 6 Mann) die Arbeit nieder. Die Verfamm- liegt außerdem die Frage vor, ob nach Durchführung der inlung erklärte sich mit den streifenden Tischlern solidarisch und dustriellen Sonntagsruhe die Lohnzohlung nicht am Freitag zu erklärte ihr Einverständniß mit dem Vorgehen derselben. Zuzug erfolgen hat. Einige im Ausschusse gestellten Anträge sind auch abgelehnt worden. Redner empfiehlt schließlich den Gewerbeist fern zu halten. gerichts Beisitzern, das Anträgestellen nicht den AusschußNachwehen vom schlesischen Bergarbeiter Streik. Die mitgliedern allein zu überlassen. Zur Diskussion nahm nieStraffammer zu Waldenburg verurtheilte den Schlepper mand das Wort. Die Versammlung designirte darauf Hiller aus Fellhammer, der im September d. J. während des folgende Genossen als Ausschußmitglieder: Schneider Pfeifer Rothenbacher Bergarbeiterausstandes die Belegschaft des Hermers: Hutmacher Lund, Töpfer Thieme, Tischler Koblenzer, Former dorfer Wrangelschachts gemeinschaftlich mit anderen ausständigen Körsten, ferner für Nahrungs, Erquickungs- und BeherbergungsSchleppern zur Niederlegung der Arbeit veranlassen wollte, wegen gewerbe Wegner, für Handels- und Verkehrsgewerbe Arndt, für Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu einem Jahre Bebas Buchdruckergewerbe Stößel, außerdem Holzarbeiter Millarg fängniß. Die Strafe wurde so hoch bemessen, da das Ver- und Puzer Julius Dietrich. Unter Verschiedenem gelangte zur Hannover meldet: Heute Vormittag gegen 9 Uhr fuhr bei halten des Angeklagten damals von verhängnißvollen Folgen be- Mittheilung, daß zufolge Ministerialverfügung bei Vollmachten, Haltestelle Leinhausen der Strecke Wunstorf- Hannover der gleitet sein tonnte. welche, weil das Klage- Objekt unter 150 M. ist, stempelfrei sind, von Bremen kommende Personenzug 158 auf den Schluß In Schlotheim sind vom Streit her noch 14 Verheirathete das Objekt innerhalb des Schriftfayes der Vollmacht des Eilgüterzuges 1303, welcher vor dem Abschlußmaft des mit 31 Kindern ohne Beschäftigung. Es ist nothwendig, daß die genannt sein muß; sonst wird doch Stempelgebühr verlangt. Bahnhofes Leinhausen hielt. Zwei Reisende des Personen Genossen allerorts dieser Opfer des Kapitalistenübermuthes ge- Gin bloßes Hinzufügen des Objektes am Kopfe oder am Fuße zuges und ein Bremser des Güterzuges find anscheinend leicht der Vollmacht werde nicht als genügend angefehen; in solchem verlegt, eine Lokomotive sowie mehrere Güterwagen beschädigt Schweizerische Stickerei Industrie. Der Arbeiter der Falle werde vielmehr von dem Vollmachtgeber, und wenn von worden. Das Hauptgleis Leinhauseu- Hannover war 3/2 Stunden niedergehenden schweizerischen Stickerei- Industrie bemächtigt sich demselben nichts zu erlangen, dann von dem Bevollmächtigten gesperrt und wurde Betrieb eingleisig aufrecht erhalten. allmälig eine fatalistisch- resignirte Stimmung. In der letzten die Steuer nachträglich eingezogen. Gerügt und getadelt wird, Lokomotivführer des Personenzuges 153 hat bei starkem Nebel Sonntag in Schönenwegen bei St. Gallen abgehaltenen Ber- daß der Beisitzer Baume fleißig Boykottbier trinkt und es sogar das auf Salt stehende Signal der vorliegenden Blockstation 7 überfahren. sammlung der Stickerei- Arbeiter wurde folgende Resolution an- in die Werkstatt lanzirt. Rom, 17. November. Die gestern stattgehabte Erderschüttes genommen: Die heutige Versammlung ist darüber einig, daß Die Glasarbeiter in Köpenick hatten am 11. November nur die Organisation eine Besserung herbeiführen kann; sie eine Versammlung einberufen, die wegen des Bierboykotts und rung wurde an mehreren Orten Siziliens und Calabriens verspürt. fordert daher alle Stickerei- Arbeiter auf, sich zu organisiren. In der Saalsperre in Köpenick in Adlershof tagen mußte. Auf der Die Seismographen in Rom und Ischia hatten dieselbe vorher anbetracht jedoch, daß nur noch für die Orte Rheineck, Kronbühl Tagesordnung stand ein Vortrag des Herrn Dr. Wurm über angekündigt. Nach den bisherigen Nachrichten richtete das Erdund Straubenzell Stickersektionen bestehen, im übrigen die die Pflege der Augen. In seinen eingehenden Darstellungen all beben in Messina und Reggio( Calabrien) vielfachen Schaden große Waffe der Stickerei- Arbeiter noch nicht zur Einsicht der Uebel, die heute die Erhaltung der Sehkraft gefährden, an. In Messina wurden eine Person getödtet und drei verlegt. gekommen ist, bleibt nichts anderes übrig, als die Sticker ihrem fommt Redner auch ausführlich auf die im Beruf liegenden die in Gerichtsgefängnissen Inhaftirten versuchten zu meutern. unausbleiblichen Untergange entgegengehen zu lassen." Der Schäden zu sprechen. Am Schluß theilt der Vortragende mit, In Reggio wurden seit gestern Abend bis heute Vormittag Schluß der Resolution zeugt von vollständiger Muth- und daß 8 Uhr sechs Erderschütterungen verspürt, welche erheblichen Bahl größere der Schaden an Häusern verursachten. Die Ortschaften Palmi, Hoffnungslosigkeit der Stickerei- Arbeiter. in dem Beruf thätigen Arbeiter in bezug auf ihre Schaden. erlitten großen Sehkraft und die Gefährdung derselben durch die Berufsarbeit Seminara, Santeufemia und Sanprocopio in zu untersuchen, um dann das gewonnene Material statistisch zund verlegt fein. Ginzelheiten fehlen hierüber. Ein Eisenbahnzug, Es sollen Menschen getödtet verwerthen. Die Art der Ausjührung dieses Vorhabens, das von der Versammlung sympathisch aufgenommen wurde, soll der von Pizzo kam, mußte wegen eines Erdeinsturzes in der Nähe von Baguara halten. der Diskussion wurden zahlreiche Fragen an den Redner gestellt. noch näher in den Lokalversammlungen besprochen werden. In Lebhafte Heiterkeit rief die Frage hervor, ob das Schnupfen, welches bei den Glasmachern sehr verbreitet ist, für die Augen dienlich sei? Dies wurde auf's Entschiedenste verneint. denken. = Boykott in Wien. Die Erzeugnisse der Brot- und Gebäck fabrik Heinrich und Friz Mendi in Wien wurden seitens der gesammten Arbeiterschaft Wiens unter Boy kott gestellt, weil die Firma- Inhaber elf Arbeiter brutal hinausgeworfen haben, welche fich dafür einsetzten, daß die mörderische Plackerei in dieser Fabrit aufhören solle. Derlammlungen. die er Absicht habe, eine Achtung, Schneider und Schneiderinnen! Heute, Sonntag, den 18. November, Nachm. 6 Uhr, im total früher Seefeldt, Grenadierstraße 33, große öffentliche Bersammlung. Tagesordnung stehe Inferat. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Sonntag, den 18. November cr., Abends 6 Uhr, gemüthliches Beisammensein mit Zanz Gesangverein Freya 1"( gemischter Chor). Sonntag, den 18. November, Nachm. 5 Uhr, geschäftliche Sizung, nachher gemüthliches Betsammensein bei Privat- Theater- und Vergnügungsverein Weiße Rose". Sigung fed n Sonntag Nachm. 4 Uhr Fidelitas bet Hrn. Wiedemann, Blumenftr. 88. Gäste willkommen. Privat- Theater- Gesellschaft Immer Luftig". Sonntag Abend 5 Uhr Sizung mit Damen bei Ruhl Andree, Chorinerfir. 53. Vergnügungsverein Fritillaria". Generalversammlung um 4 Uhr bei Herrn Dreßler, Barnimftr. 16. Vergnügungsverein Waldemar". Sonntag, den 18. November cr.. sowie alle 14 Tage bei Hente, Gtaligerstr. 54. in den Oranienhallen, Drantenstr. 61. Landsleute willkommen. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Berlin, 17. November. Das Eisenbahn- Betriebsamt Der Calabrien beben gleichfalls großen Schaden angerichtet. Sechs Personen Rom, 17. November. In Bagnara hat das geftrige Erd. fampirt im Freien, viele Häuser drohen einzustürzen. Auf Strombüßten das Leben ein, mehrere wurden verlegt. Die Bevölkerung boli find viele Häuser geborsten, der Kirch thurm ist start beschädigt. General Mirri, der Kommandant des 12. Armeetorps, ging, sobald er Kunde von dem Erdbeben hatte, nach Messina ab. " der Sultan eine Kommission einsehen, die in Tiflis an Ort und Stelle Untersuchungen über die blutigen Vorgänge in Armenien Standard" meldet aus Varna, die Niedervornehmen soll. megelung der Bevölkerung in der Gegend von Bitlis bestätige fich. 25 Dörfer sind zerstört, mehrere tausend Menschen getödtet worden. Der britische Konsul wird von dem Gouverneur von Tiflis beschuldigt, die traurigen Ereignisse selbst dadurch veranlaßt zu haben, daß er die Bevölkerung zur Verweigerung der Steuerzahlung auireizte. Die Maurer hatten am 11. November zwei Bersammlungen Die Gewerbegerichts Beisiger( Arbeitnehmer) hatten einberufen. Davon tagte die eine dieser Versammlungen in der fich am 16. November bei Deigmüller versammelt, um den Waldemarstraße im Restaurant Süd- Ost. Der Vortragende Rechenschaftsbericht des Ausschusses entgegenzunehmen und die Manasse, referirte über das Thema: Die Entstehung des ( Depeschen- Burean Herold.) Aufstellung der am 27. November zu wählenden Ausschuß- Aberglaubens. Die interessanten Ausführungen des Redners Breslau, 17. November. Wie der Breslauer General mitglieder vorzunehmen. Genosse Körsten theilte mit, daß der fanden in der Versammlung allseitige Zustimmung. Anzeiger" mittheilt, wurde heute Vormittag in Berlin der Mörder Ausschuß( gemeint sind nur die Arbeitnehmer- Mitglieder) Ver- In der zweiten Versammlung, die im Viktoria- Salon tagte, der Elsa Groß festgenommen. Es ist der früher in Breslau sammlungen einberufen und auch Korrespondenz nach den ver- fand das Referat des Genossen Braunschweig eine recht wohnhaft gewesene Kaufmann Ernst Schwandte. Der Mörder schiedenen Städten geführt hat, wo Gewerbegerichte bestehen. Es beifällige Aufnahme. BI a urod fordert in der Besprechung hatte in Berlin eine Restauration eröffnet; er befindet sich bereits ist in Aussicht genommen, für diese Korrespondenz der Gewerbe- die Mitglieder auf, alle Lohnausfälle, die durch betrüge- auf dem Wege nach Breslau. gerichte eine Kontrolle, etwa in Berlin, zu schaffen. Angeregt rische Manipulationen herbeigeführt sind, dem Vertrauens- London, 17. November. Wie die„ Times" berichten, wird wurde auch eine Konferenz sämmtlicher Beisiger, ähnlich wie mann oder der Gewerkschaftskommission bekannt zu geben. sämmtliche Gewerbegerichts- Borfizenden eine solche gehabt haben. Der Verein zur Wahrung der Jntereffen der Maurer Das hält der hiesige Ausschuß aber vorläufig noch für verfrüht. hörte in seiner Mitgliederversammlung am 8. November einen Die Thätigkeit des Ausschusses nach innen erstreckte sich zunächst recht interessanten Vortrag des Herrn Manasse über das auf wiederholte, aber stets vergeblich gebliebene Versuche, auf Thema: Religion und Frieden. Die weiteren Verhandlungen Die Rechtsprechung einen Einfluß auszuüben. So habe betrafen im wesentlichen Vereinsangelegenheiten. der Ausschuß zu diesem Zwecke Plenarsizungen der Beisitzer ver- Der Jnteressenverein der Riftenmacher hielt am 11. d. M. langt, aber die Assessoren waren weder für offizielle noch für eine Mitgliederversammlung in den Arminhallen ab. Das private derartige Konferenzen zu gewinnen. Ebenso wenig ge- Referat hatte Genosse Pinn übernommen. Redner sprach über stattete man dem Ausschusse einen Einfluß auf die das von ihm schon oft behandelte Thema:„ Die Geschichte als London, 17. Novbr. Die hiesige türkische Gesandtschaft machte Thätigkeit des Gewerbegerichts. Bezüglich der statistischen Lehrmeisterin." An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen der Preffe offiziöse Mittheilungen über die Ereignisse in Armenien. Fragebogen ist eine Abänderung beschlossen worden, da bisher Märten und Tschernig. Beschlossen wurde, in diesem Winter Darnach sind zahlreiche, start bewaffnete armenische Räuber aus darin die prinzipiellen Entscheidungen nicht anders wie die gleich mehrere Bersammlungen mit Frauen abzuhalten. dem Auslande gekommen und haben sich mit den aufständischen giltigeren berücksichtigt wurden, und das Material nicht verKurden verbunden, um gemeinsame Raubzüge zu unternehmen. werthbar ist, weil es an Arbeitskräften fehlt, die Auszüge Der Verband der Kürschner hatte am 12. November Gie plünderten und verbrannten mehrere muselmännische Dörfer, zu machen. Der Referent verliest hierauf das Wesentliche aus eine Versammlung einberufen, in der Herr Joel in einem recht wobei mehrere Einwohner ums Leben famen. Militär, welches dem Berichte des Magistrats über die Thätigkeit des Gewerbe- beifällig aufgenommenen Vortrag über Religion und Sittlichkeit nach der Umgegend der ausgeraubten Ortschaften regelmäßig ab. gerichts im ersten Jahre seines Bestehens und knüpft daran die sprach. Da von einer Diskussion Abstand genommen wurde, ge- gesandt wurde, konnte die Ruhe wiederherstellen. Die Truppen noch nicht veröffentlichte Mittheilung sämmtlicher Entscheidungen, langten sodann einige interne Vereinsangelegenheiten zur Bes haben sich jedoch feiner Ausschreitung schuldig gemacht und sind welche der Ausschuß auf verlangte Gutachten u. s. w. amtlich sprechung. Zum Schluß giebt Frau Kleve bekannt, daß der erste es die armenischen Räuber selbst gewesen, welche nach der Plün abgegeben hat. Auf eine Anfrage aus Bernau, ob ein Buch Leseabend für die Frauen am 23. November, bei Feind, Wein- derung Eingeborene ermordeten. drucker verpflichtet ist, nach Feierabend zu arbeiten, wurde gemäß straße 11, ftattfindet. Washington, 17. November. Nach offiziöser Mittheilung dem Tarife der Buchdrucker entschieden, daß er dazu nur drei Eine öffentliche Versammlung der Maurer und Puker, wird morgen der japanische Ministerrath zusammentreten zur Tage in der Woche verpflichtet ist. Das Gutachten über die die am 13. November in den Arminhallen" stattfand, hörte Beschlußfassung über die Antwort, welche Japan der amerikaniFrage, ob eine Waschfrau für einen Tag Arbeit 3 M. verlangen einen Vortrag des Kollegen Paul Hannover über das Thema: schen Regierung auf deren Angebot, zwischen Japan und China kann, wurde einstimmig bejahend abgegeben. Bezüglich der Besteht für den Arbeiter ein Recht auf Arbeit"? Nach ein- die Vermittelung zu übernehmen, ertheilen soll. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. " Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 270. Sonntag, den 18. November 1894. 11. Jahrg. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Charlottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Kinz u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin1. Rathenower Exportbrauerei- Niederlage. Juh. Max Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank. furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Phöniy- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernack, Mühlenstraße 49a. " Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Königs- Wusterhausen, Niederlage Reichenbergerstraße 33. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Gust. Spiekermann, Krautstr. 48, Tel. VII, 1487. Export- Brauerei Grabowa./D. bei Stettin. Niederlage Marthen, Bellermannstr. 6. Brauhaus Hohen- Schönhausen bei Berlin. " Tokales. " Und die Herrschaften, die kalten Blutes einen langjährigen Arbeiter, der sich weder im„ Boykott" noch sonst vergangen hat, auf die Straße feßen, reden von Störung des sozialen Friedens durch die Sozialdemokraten, die eine unerhörte Provokation gebührend mit dem Bierkrieg beantwortet haben. In dem Kampf gegen den Umsturz, der demnächst jawohl auf der ganzen Linie entbrennen soll, verdienen die Herren von den Ringbrauereien als ganz besondere Ehrengarde eingereiht zu werden. Warnung! In letzter Zeit ist von verschiedenen Seiten berichtet worden, daß Personen unter falscher Legitimation es verstanden haben, von Genossen Liſten zu erschwindeln, um die Darauf gesammelten Beträge für sich zu verwenden. Augen blicklich liegt wieder ein derartiger Fall vor. Am Donnerstag Abend 6 Uhr kam eine anständig gekleidete Frau zu einem unserer Genossen, die ihm einen Gruß von dem Genossen Bahr bestellte und in dessen Namen bat, ihr mehrere Listen auszuhändigen. Sie sei Auswärterin bei dem Gastwirth Göhrt, Gerichtstraße 4, Legitimation erklärte die Frau, keine solche zu besitzen, machte sich für den auch die Listen sein sollten. Auf die Frage nach einer aber anheischig, dieselbe zu besorgen. Nach einiger Zeit brachte fie einen Bettel des Inhalts: Lieber Kollege, schicke mir drei Listen, ich habe keine mehr. Besten Gruß, Bahr." Da es augenscheinlich war, daß die Unterschrift von fremder Hand herrührte, wurde hierauf ebenfalls die Aushändigung der Listen verweigert und Jemand der Frau beigegeben, um mit ihr zu Bahr zu gehen und denselben selbst zu fragen. Die Schwindlerin, denn eine solche war es, verstand es sich unterwegs der Begleitung zu entledigen und entkam. Der Genosse Bahr hatte selbstverständlich von dem ganzen Vorgang feine Ahnung und war sehr erstaunt, wie sein Name mißbraucht worden war. Aehnliche Schwindelversuche sind auch bei den Gen ossen Gleinert und Gieshoit gemacht worden, nur mit dem Unterschied, daß es hier ein Mann war, der sich auf solche Art in den Besitz von Listen sehen wollte. Es bedarf wohl angesichts dieser Vorgänge feiner besonderen Mahnung zur Vorsicht. Die Genossen werden jedenfalls wissen, wie sie sich vorkommendenfalls ihnen unbekannten Personen gegen über zu verhalten haben. Auch ein Beitrag zum Kampf für die preußische Ordunng, Religion und Sitte. Uns wird geschrieben:" Die Beiten ändern sich!" Als im März ds. Js. der Jugendunterricht in der Freireligiösen Gemeinde zu Berlin endgiltig unmöglich geworden, indem sich auch ein Grund hatte finden lassen, der stellvertretenden Lehrerin, Fräul. Altmann, die Ertheilung solchen Unterrichts in Berlin zu verbieten, da waren die Charlottenburger Freidenker nicht wenig stolz auf ihre städtische Schulbehörde, die nicht nur gestattete, daß den Kindern der Atheistischen Gesellschaft Sittenunterricht ertheilt würde, sondern logar zu diesem Zwecke ein Klassenzimmer zur Verfügung stellte, nachdem sie dem Frl. A. nach voraufgegangener Prüfung von deren Zeugnissen einen Unterrichts- Erlaubnißschein für Charlottenburg ausgestellt hatte.-- Ganz gewiß, sagte man sich, der Westen ist weiter vorgeschritten in der Kultur als der Diten und Berlin liegt ja östlich von Charlottenburg. wurde einmal wöchentlich ertheilt. Er war unentgeltlich; weder Der Unterricht begann am Anfang des Maienmonats und nahm die Atheistische Gesellschaft dafür ein„ Schulgeld", noch die stehend, fanden Freude daran, wofür der regelmäßige Besuch der Lehrerin ein Honorar. Die Kinder, im Alter von 6-12 Jahren beste Beweis war. Der Often, das Berliner Polizeipräsidium, versuchte einen Vorstoß gegen diese Errungenschaft, indem es den Magiftrat von Charlottenburg Abschriften des Briefwechsels zwischen dem ProvinzialSchulfollegium und Fräulein Altmann zusandte. Dies änderte jedoch nichts an der Haltung der Charlottenburger Schulbehörde und ebenso wenig ließ sich diese durch die königliche Regierung zu Potsdam in der Sache beeinflussen. Der Unterrichts- Erlaubnißschein dürfe nicht entzogen werden, hieß es damals, weil Frl. A. geprüfte Lehrerin und mit allen erforderlichen Zeugnissen versehen, einen solchen beanspruchen dürfe und auch in Berlin unbeanstandet jedes Jahr erhalte. Auch der Magistrat lehnte das Ansinnen ab, der Atheistischen Gesellschaft das Klassenzimmer zu entziehen, zumal da ein hervorragender Vertreter der städtischen Körperschaft wiederholt dem Unterricht beigewohnt und sich überzeugt hatte, daß derselbe nichts verwerfliches enthalte. während der Sommerferien ersuchte die Charlottenburger Behörde auf Veranlassung der tönigl. Regierung Frl. A., die dem Unter richte zu Grunde gelegten Lehrbücher einzureichen. Dieses geschah, und der Sittenunterricht wurde von den Sommer bis zu den Michaelisferien fortgesetzt. = Ob die Charlottenburger Behörde sich nachträglich überzeugt hat, daß die anfänglich von ihr zurückgewiesenen Forderungen der Regierung dennoch berechtigt sind, oder ob die veränderte Saltung auf die Personalveränderungen in der städtischen Be Morißstraße 9; hörde zurückzuführen ist? W. Schlichting, Dieffenbachstr. 69; H. Scheunemann, Die radan antisemitische Staatsbürger Zeitung" Gräfeſtr. 32, Jm 3. Wahlkreis: Heinrich, Wienerstr. 61; König, Lausigerstr. 44; Grauer, Ritterstr. 97; Schweizer, Dres: denerstr. 52/53: Mahle, Alexandrinenstr. 118. Ein Stück ausgesuchter Niedertracht leistet sich die Charlottenburg! Parteigenossen! Aller Voraussicht nach Kreuz- Zeitung" mit folgendem Artikel, den wir hiermit werden wir morgen, am Tage der Stadtverordneten- Wahlen, niedriger hängen: einen harten Kampf zu bestehen haben, da die Gegner weder Da erhielt am Tage vor dem Wiederbeginn des Unterrichts Bierboykott und jüdische Ausbeutung" Geld noch Mühe scheuen, um die in Frage stehenden Bezirke zu Frl. A. von der Abtheilung für Kirchen- und Schulwesen der darf man wohl sagen, wenn man folgendes Geschichtchen erfährt: behaupten. Dringend nothwendig ist daher, daß nicht allein föniglichen Regierung eine Verfügung, die den Unterricht verAls der Bierboykott begann und die hiesige Brauerei Münchener Niemand sich seines Staatsbürgerrechtes selbst entäußert, indem bietet, da derselbe als das Halten einer Privatschule" angesehen Brauhaus sich„ ringfrei" hielte, erachteten es zwei hiesige Firmen für er der Wahl fern bleibt, sondern auch unermüdlich in seinem werde. Das Verbot stützt sich auf eine Staatsministerial- Infehr angebracht, ihr Geschäftchen zu machen. Diese Firmen bedienten Kreise die Gleichgiltigen aufrüttelt und auf ihre Pflicht, struktion von 1839 und eine Kabinetsordre von 1834, laut welcher sich der Vermittelung eines bekannten jüdischen Abgeordneten zwischen wählen zu geben, aufmerksam macht. Alle Genossen aber, nicht mehr als 6 Kinder ohne Extratonzession zusammen unterGroßaktionären des genannten Brauhauses, die der Verwaltung benen es möglich ist, in den Nachmittagsstunden behilflich zu sein, richtet werden dürfen. sehr nahe stehen und deren Namen in Spekulantenfreisen sehr werden hiermit aufgefordert, sich in den Lokalen von Krause, Nun waren da zwar 11 Kinder, doch nur 6 erhielten Unterwohl bekannt sind, und brachten einen Vertrag dahin zu stande, Bismarckstr. 74; Wernicke, Krummestr. 19; Trageheim, Leibniz- richt, weil Frl. A. die 1834er Bestimmung kannte, die ja auch daß die beiden Firmen einen großen Posten der so und so oft straße 78; Niemann, Lutherstr. 50, behufs weiterer Vertheilung als Grund des Verbotes des Berliner freireligiösen Unterrichts fonvertirten Aktien der Brauerei zum Kurse von 90 pCt. über in die Bezirke, zu melden. Auch die Genossinnen werden ersucht, genannt worden war. Die tleineren Kinder wurden nahmen unter der Bedingung, daß die Brauerei dem Brauer- recht zahlreich zur Stelle zu sein. Im übrigen verweisen wir den größeren mitgebracht, weil die ihrer Ar ring" sich nicht anschließen solle. So geschah es; der schon auf das am Freitag zur Ausgabe gelangte Flugblatt und die beit nachgehenden Eltern fie fo am besten aufs lange tränkelnden Gesellschaft wurde durch den Boykott Annonce in der Sonnabend- Nummer, sowie die Blafate an den gehoben wußten. Nun blieb natürlich nichts übrig, als die neues Leben zugeführt, der Kurs der Aktien stieg von Säulen und in den Lokalen. Das Wahlkomitee. Kleinen nach Hause zu schicken, um auch selbst dem Schein nach Zag zu Tag, gestern notirte man 125 pCt., macht einen Gewinn von 35 pt. Ob wohl die betreffenden Firmen noch Die Adressen der Mitglieder der Lokalkommission nicht die erlaubte Anzahl zu überschreiten. Aber nun geschah das Unerwartete: der Magistrat von Charlottenburg widerrief einen nennenswerthen Besitz von den übernommenen Aftien nach nunmehr vollzogener Wahl find: haben? Den Kurs mag die Börse festsetzen nach ihrem GutIm 1. Wahlkreis: Halfter, Mühlenstraße 49 a; feine im April ertheilte Erlaubniß zur Benutzung des Schuldünken, aber den Privatmann möchten wir warnen, sich Sand Plath, Neue Promenade 5; Kubath, Spandauerstraße 2; zimmers, und auch das Gesuch des Frl. Altmann um Erneuerung des Unterrichts- Erlaubnißscheines für Charlottenburg wurde in die Augen streuen zu lassen. Gerade die Geschichte des Wendt, Claudiusstr. 19. Münchener Brauhauses ist für den, der Sanirungsgeschäfte Im 2. Wahlkreis: Koblenz, Adalbertstraße 96; abgelehnt. fultivirt, eine Jdealgeschichte. Eine Sanirung" schließt sich an Raumann, Culmstr. 36. die andere; nach doppelter Konvertirung in den Jahren 1881 Zur Verstärkung der Kommission sind gewählt: und 1888 werden schließlich Vorzugsaftien Lit. C freirt( laut P. Kleinert, Süßowstr. 113: C. Berger, SteglitzerGeneralversammlungs- Beschlüssen vom 20. September 1888, 4. Gep- ftraße 18; C. Ederlein, Boffenerstr. 43; H. Strehler, tember 1889 und 12. April 1893), in die auch die vorherigen Bergmannstraße 21; H. Lindemann, Prioritätsaktien Lit. B mit aufgingen. Es find dies nur ganz wenig Angaben, aber sie reden deutlich! Die Aktien einer solchen Gesellschaft, die als Dividende für die Stammaktien in den Jahren 1878/79 bis einschl. 1892/93( die nicht und die nur einmal fonvertirten Attien haben feinen Anspruch auf Dividende) sablte 0, 0, 0, 0, 0, 0, 0, 4, 0, 0, 0, fonvert. 5, 0, 0, 0, 0 pt., Jm 4. Wahlkreis, S.O.: Scholz, Wrangelstr. 32; für die Vorzugs- Aktien 1887/88 bis 1892/93( aus einer vierfachen Gesche, Wrangelstr. 63; Forstmann, Staliter 58; Köppen, Sanirung ftammend) 6, 7, 2, 2, 0, 3 pCt., werden jetzt in die Reichenbergerstr. 118; Jöchel, Röpenickerstr. 190, für Treptow. Höhe getrieben, der Privatmann wird überzeugt, daß diese Aktien Jm 4. Wah Itreis, O ,: 8aate, Rüstriner Platz 8; eigentlich, weil sie immer steigen, doch ein ganz gutes Papier Otto, Frankfurter Allee 128; 2od, Friedrichsfelderstr. 11; sein müssen. Dann aber kommt der Umschwung. Der Bier- Röpnic, Schillingstr. 30a. boykott versumpft allmälig, das dürfte nachgerade auch dem Im 5. Wahlkreis: Spath, Weinstr. 28; Busse, enragirtesten Genoffen von Singer und Konsorten einleuchten. Sophienstr. 28/29; Butiger, Landwehrstr. 42. Im 6. Wahlkreis: 2ießte, Schwedterstraße Nr. 38; Damit aber wird es wohl auch mit der Herrlichkeit der ring. I ausch e I, Grenzstraße 4; Peper Putligstraße 9; 2oose, freien" Brauereien vorbei sein und dann dürfte in erster Linie Brunnenstr. 103, Gnadt, Putbuserstr. 32; Hildebrandt, das genannte Brauhaus einen schweren Stoß erhalten. Aber was schadet das? Jüdische, gewiffenlose Ausbeutungskunst hat Bernauerstr. 33a. Den Ausschuß bilden: Scholz, Wrangelstraße Nr. 32 inzwischen ihren Raub in Sicherheit gebracht und die sozialdemokratischen Boykottirer sind ihre Helfershelfer gewefen. Manus alfter, Mühlenstr. 49a, part.; 3aate, küftriner Platz 8, manum Iavat, Un den Direktor des Münchener Brauhauses, Keller. Alle Briefe sowie Anfragen sind an Scholz, WrangelArendt, soll ja, wie die Staatsb. 3tg." mittheilt, die Aufforde- straße 32, v. part., zu richten. rung ergangen fein, 8000 M. an die sozialdemokratische Streif- Die Lokalkommissions- Mitglieder der Umgegend von Berlin taffe zu zahlen. Sapienti sat!" werden ersucht, bis spätestens Mittwoch Abend ihre Adresse Wir wundern uns nicht, daß die Redaktion der„ Kreuz- an K. Scholz, Wrangelstr. 32, part., senden zu wollen. Beitung" das schmutzige Handwerk ihrer zur Zeit des Waldeck- In der Lokalliste für Niederbarnim sind folgende Prozesses thätigen Kollegen fortsett. Art läßt nicht von Art Aenderungen nachzutragen: Tegel: Wieczorec, Schloßstr. 11, und wir wissen recht gut, daß das Geschlecht der Ohm's, führt Kingbier und ist daher zu streichen.- Weißensee: ist Pierfig's und Gödsche's bei dem„ Organ für Religion, Sitte Müller, Königs- Chaussee 38 nachzutragen; Kort wohnt nicht und Ordnung" nicht ausgestorben ist. Es wäre eine schwere Elsasserstraße 106, sondern Zionskirchhof 6. Beleidigung für unsere bei dem Bierboykott thätigen Genossen, Boykottirtes Bier, und zwar Pazenhofer, schänkt der wenn wir ein weiteres Wort sagten zur Charakterisirung dieses Grünkramhändler Maaß, Lehrterstr. 19, obgleich der größte Theil neuesten Kreuzzeitungslichen Bubenstücks". seiner Kundschaft aus Arbeitern besteht und diese ihn schon zu Der Umgang mit Menschen im inneren Postbetriebe. verschiedenen Malen aufgefordert hat, sich anderes Bier anzu Die Bolts Zeitung" veröffentlicht folgende schneidige Berfügung, schaffen. Bei Bierunterschiebungen betroffen wurde der Gastwirth die der Vorsteher des Postamts 35 erläßt:. Abschrift. Babenschneider, Rixdorf, Hermannstr. 118. Derselbe ist im Besitz von Bierfässern aus der Rathenower Brauerei, die er in der Nr. 7503. Sofort. Vergschloß- Brauerei füllen läßt und das Bier als ringfreies Vorzuzeigen bei den Herren Vorstehern der Stellen 1 bis 9. In ähnlicher Weise versteht es es der Barbier Die betreffenden Herren Stellenvorsteher haben den zur Stelle verkauft. und Schankwirth Beuffelstraße Nr. 8a, boykottirtes Bier gehörenden Beamten und Unterbeamten entsprechende an den Mann zu bringen, indem er Kulmbacher Gefäße in der Kenntniß zu geben. Kronenbrauerei( Moabit) füllen läßt. W Die Arbeiterfreundlichkeit einer Ringbrauerei dokumentirt sich wieder einmal in einer Entlassung, die dieser Tage von der Bockbrauerei am Tempelhofer Berg verfügt worden ist. Uns tam am Sonnabend folgendes, vom 14. d. M. datirtes Entlaffungszeugniß zu Händen: Bir bescheinigen, daß N. N. aus X.( den Namen des Ent: laffenen behalten wir für uns) vom Monat November 1878 bis 1880 als Arbeiter, von da bis zum heutigen Tage als Portier bei uns angestellt war und hat sich derfelbe während der ganzen Beit zu unserer Zufriedenheit geführt, sowie durch steten Fleiß und Pünktlichkeit unsere Anerkennung erworben. In wieder anderer Art versucht es der Gastwirth Wende, Berliner Bockbrauerei. Beuffelstr. 10a, der ein Plakat vom Münchener Brauhaus aus Der Mann ist volle sechzehn Jahre im Betriebe der zuhängen hat und unter dieser Marke tapfer Ringbier ausschänkt. Brauerei thätig gewesen, alt und grau im anstrengenden Dienst Rigdorf. Berichtigung. Der Gastwirth Mayer, Kopfgeworden und nun giebt man ihm, wo man ihn los sein will, und Lessingstraßen Ecke, schänkt nach wie vor ringfreies Bier. als Anerkennung einen Lappen Papier, auf dem wie zum Das Gleiche ist bei dem Gastwirth G. Vollmer, Hermannstr. 149, Hohn die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des Ausgebeuteten der Fall, derselbe ist nur aus Versehen nicht in die Lokallifte ehrend anerkannt wird! aufgenommen worden. ㄓ schreibt: In einent Hause der Mendelssohnstraße wohnt ein jüdischer Fabrikant", der verschiedentlich 4 bis 7 Mädchen bes schäftigt, je nach der Saison". Zu der Wohnung des Juden gehört natürlich auch ein Kloset. Um sich zu entlasten, hat der schlaue Jude mit dem Portier des Hauses die Vereinbarung ges troffen, dieser sollte die Reinhaltung des besagten Ortes übernehmen, er werde ihu dafür entschädigen. Wie aber sieht die Entschädigung aus? Der Jude bezahlt nichts; aber die bei ihm beschäftigten Mädchen müssen monatlich je 10 Pf. geben, die der Portier erhält, um das Kloset benußbar zu erhalten. Die Mädchen müssen den Tag über bei dem Juden arbeiten, aber für die Benutzung des Klosets eine Abgabe be zahlen. Wenn sie auch noch so klein ist, gerade dadurch zeigt sie, wie raffinirt der Jude in seinem Ausbeutungssystem ist. Solche Fälle rügt aber natürlich das ,, Proletarierblatt" nicht. Das Proletarierblatt in Gänsefüßchen ist natürlich der Vorwärts", der gleich den Gemeinheiten bei Cohn u. Friedländer die Mißstände in Staatswerkstätten und frommen christlichen Instituten rücksichtslos und stets bei voller Namensnennung der betreffenden Ausbeuter aufgedeckt hat. Das Zentralorgan aller Rüpel der Reichshauptstadt dagegen rempelt den Vorwärts" an, weil er absichtlich Mißstände bei jüdischen Fabrikanten der Deffentlichkeit vorenthalte. Im gleichen Athemzuge aber, wo das Blatt diesen ebenso lächerlichen wie grundlosen Vorwurf erhebt, begeht es selber die elende Feigheit, den Namen des Fabrikanten zu vera schweigen, von dem es zu feinem anderen Zweck, als um dem Rassenhaß zu fröhnen, einen besonderen Ausbeuterkniff auftischt. Man kann solches Gebahren nur mit der leidigen Thatsache entschuldigen, daß den Radau- Antisemiten jedes Gefühl für Sitte und Scham abhanden gekommen ist. Berlin, 13. November 1894. Ein unvernünftiger Mensch, der leider auch zu dem Pers sonal des Postamts gehört, hat heute zwischen 12 und 1 Uhr Nachmittags die unteren Fenster im Klosetranm, welche um 8 Uhr Bormittag, wie der Amtsvorsteher festgestellt hatte, geschlossen waren und welche zwischen il und 12 Uhr Vormittags Amtsvorsteher persönlich geschlossen vo m wurden, weil sie inzwischen von unbefugter Hand geöffnet worden waren, troß des herrschenden Sturmes in ganz unberechtigter Weise wiederum geöffnet und außerdem beim geschlossen. Verlassen des Klosetraumes auch die Thür nicht zugemacht bezw. ein Zweischaler, eine prächtig röthlichgelbe, weißschalige Lima, beschloß infolge dessen die sofortige Verhaftung des Hildebrandt da diese wie die Larven der Köcherfliegen aus Sandtörnern, die natürlich erst erfolgen kann, nachdem man ihn wiedergefunden. Durch den infolge dessen bei dem herrschenden starken Winde Holzstückchen, Schneckenhäusern, und zwar durch umspinnen entstandenen gewaltigen Zug sind die Fenster zugeschlagen und dieser Stoffe mit Byssusfäden, ein zum Bergen des zarten zum Freitag auf dem Grundstück der Papierfabrik Sadowa verübt Ein schwerer Diebstahl ist in der Nacht vom Donnerstag zwei Scheiben gertrümmert worden. Da ein Verschulden Körpers dienendes Nest herstellt und dadurch einzig dasteht. des Postpersonals vorliegt, so ist der Hauswirth bez. worden. Diebe haben daselbst einen fast neuen Ambos gestohlen, Vermiether zur Tragung der Kosten für die Erneuerung der ist auf dem hiesigen Anhalter- Bahnhofe der 44 Jahre alte schweren Gegenstand mittels Handkahn fortgeschafft. Da die Einf Arbeiterrifiko. Zwischen Puffer und Prellbock gerathen welcher das Gewicht von nahezu zwei Zentnern hat, und den Scheiben nicht verpflichtet; ebensowenig können unter diesen Umständen die Kosten auf die Postkasse übernommen Rutscher Georg Tutat aus der Andreasstr. 3, der in einer Kohlen- brecher den Wasserweg benutzt, so fehlt jede Spur; vor Ankauf werden. Wenn daher der Schuldige sich, vielleicht aus Feig: Donnerstag Nachmittag aus einer Lowry Kohlen auf ein Fuhrbandlung der Mauerstraße bedienstet war. Er sollte am des Ambos wird hierdurch gewarnt. heit, nicht selbst meldet, so erübrigt nur, daß die Kosten für wert laden und hatte ein Pferd an den Eisenbahnwagen gespannt, 51 Jahre alte Tischlergeselle Wilhelm Meyer, der Willibald- Alexis, Todt aufgefunden wurde in dem Neubau Bülowstr. 67 der die Erneuerung der Scheiben gleichmäßig auf diejenigen um ihn an sein Gefährt heranzufahren. Nahe an einem PrellBeamten und Unterbamten vertheilt werden, bock wollte er den rollenden Güterwagen aufhalten, geriethstraße 40 wohnte. Als der Bauwächter am Sonnabend Morgen wischen Buffer und Prellbock und erlitt eine derartige Quetschung zwischen 8 und 4 Uhr auf seinem Rundgang in ein Bimmer des des Körpers, daß er noch an demselben Tage in seiner Wohnung vierten Stockes tam, fand er die Leiche. Ein Selbstmord er. scheint ausgeschlossen. starb. 12 welche sich heute zwischen und 1 Uhr Nachmittags in den Räumen des Postamts 35 anwesend be: fanden und unter denen der Schuldige zu suchen ist. Der Amtsvorsteher hofft, daß die Betheiligten unter den vorliegenden Umständen den Beitrag, welcher bei der großen Anzahl nur gering fein wird, gerne geben werden, zumal auch der Amtsvorsteher sich von der Betheiligung nicht ausschließen wird. Sollte der Schuldige noch genügend Ghrgefühl be. fitzen, so erwartet das Postamit, daß er sich alsbald felbft meldet und zum Ersatz der Kosten bereit erklärt. Andernfalls möge er fich hierdurch gleichzeitig seiner Feigheit und Erbärmlichkeit poll bewußt werden. Post Amt 35. gez. Maiwald. Auf der Liste stehen 62 Beamte und Unterbeamte angeführt, von denen jeder 5 Pf. bezahlen soll. An der KronPolizeibericht. Am 16. d. M. Bormittags wurde in der Dranienburgerstraße eine Frau durch einen Schlächterwagen prinzenbrüde sprang ein Arbeiter in die Spree. Er wurde noch überfahren und anscheinend schwer verletzt. lebend aus dem Waffer gezogen und nach der Charitee gebracht. Im Laufe des Tages fanden drei kleine Brände statt. Witterungsübersicht vom 17. November 1894. Der Verein der freigewählten Kassenärzte hat in seiner vorgestern abgehaltenen außerordentlichen Sigung zu den Borgängen in der allgemeinen Ortskrankenkasse gewerblicher Urbeiter und Arbeiterinnen, welche bekanntlich von der freien Aerztewahl Abstand nehmen will, Stellung genommen und folgenden Beschluß gefaßt:„ Jedes Mitglied, das mit der obenerwähnten Raffe in Unterhandlung tritt, ist aus dem Verein der freigewählten Raffenärzte auszustoßen, ferner soll der Verein zur Einführung freier Aerztewahl veranlaßt werden, eine öffentliche Versammlung der Mitglieder der allgemeinen Ortskrankenkasse einzuberufen, um ihnen die Vortheile der freien Aerztewahl aus: Stationen. einander zu setzen. Ein dritter Antrag jedes Mitglied, welches aus dem Aerzteverein ausscheidet, um mit der Ortskrankenkasse in Unterhandlung zu treten, bleibt für die Dauer von 5 Jahren ausgeschlossen", wurde für die nächste Sigung vertagt. Swinemünde An den Nigdorfer Gemeinde- Schulen müssen am 1. April Hamburg. kommenden Jahres wieder 14 neue Lehrkräfte angestellt werden, Berlin da die Zahl der Schulkinder in den letzten Monaten wieder enorm Wiesbaden. gestiegen ist. Die erforderlichen Mittel sind von der Gemeinde- München. Vertretung bereits bewilligt worden. Wien Haparanda Barometerreduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung 1-12) Windstärke ( Stala 111221286 28 etter Temperatur | 05| 2222( nach Gelfins 50 G. 4° R.) 771 N Nebel 6 772 771 GO Still Nebel 5 Nebel 771 SW 771 bedeckt Nebel 4 770 NO Nebel 766 SW woltig 754 SSM Regen 12 757 660 bedeckt 9 . 9 Stadtverordneten Wahl in Cöpenick. Infolge der Saalsperre war es unmöglich, in öffentlichen Boltsversammlungen die Kandidaten der Arbeiterpartei aufzustellen und unser kom munales Programm zu entwickeln; das Wahlkomitee mußte sich darauf beschränken, in einem Flugblatte, das heute, Sonntag, früh 71/2 Uhr, vom Restaurant Schulz( Schönerlinderstraße) aus verbreitet wird, den Wählern die Stellung der Sozialdemofratie in städtischen Angelegenheiten flarzulegen. Unsere Kandis daten für die dritte Abtheilung find: Hauseigenthümer meinde Rigdorf den Vorschlag gemacht, ihm die Erhebung des Ein Berliner Unternehmer, Otto Krüger, hat der Ge- Petersburg A. Fiedler, Grünauerstraße; Gastwirth Adolf Schulz, Schönerlinderstraße; Barbier May Schwan, Müggelheimer: Marktstandgeldes auf den Rixdorfer Früh- und Wochenmärkten Aberdeen straße. Die Wahl findet statt am Montag, den 19. November, gegen den jährlichen Betrag von 13 500 m. zu verpachten. Das Nachmittags von 3-6 Uhr, für die Nummern von 1-700 im Bachtgebot übersteigt die vorjährige Einnahme der Gemeinde um Rathhaussaal, für die übrigen Nummern am Dienstag, den 4000 m. Auf Antrag unseres Genossen, Gemeinde- Verordneter Wetter- Prognose für Sonntag, den 18. November 1894, 20. November, zu derselben Zeit. Parteigenossen! Agitire jeder weil eine Verpachtung zu großen Unzuträglichkeiten führen und Wetter mit mäßigen südöstlichen Winden ohne wesentliche Müller, ist die Offerte des Krüger jedoch abgelehnt worden, Theils heiteres, theils nebeliges, am Tage etwas wärmeres nach besten Kräften, dann wird der Sieg unser sein. die kleinen Landleute und Händler, welche die Märkte besuchen, Niederschläge. Das Wahlfomitee. J. A.: H. Feller. Berliner Wetterbureau. jedenfalls schwer bedrücken würde. # Eine gemeingefährliche Neueinrichtung soll demnächst bei der Charlottenburger Pferde Eisenbahn eingeführt werden man will die vordere Plattform des Absperrungsgitters auf der rechten Seite entledigen, um die Wagen gleich den Berlinern unmittelbar besteigbar zu machen. Bedenkt man nun, daß etwa vom Brandenburger Thor bis zur Haltestelle Thiergarten das Schienengeleise an einem Graben entlang läuft, dessen schmaler Rand meistens feucht und schlüpfrig ist; zieht man ferner in Betracht, daß das Publikum mit Borliebe während der Fahrt abspringt, so werden Unglücksfälle nicht ausbleiben. Die Kämpfer für Ordnung, Religion und Sitte. Gine Lokalforrespondenz berichtet: Ein Säbelduell mit scharfen Bestimmungen fand Sonnabend früh 9 Uhr zwischen einem Studirenden, Angehörigen eines hiesigen Korps, und einem nicht aftiven Studenten in einem bekannten Pauklofal im Norden Berlins statt. Die Pistolenmensur zwischen dem Studenten 2. und einem anderen Studenten, die vor einigen Tagen in der Hafenhaide stattfand, wird, wie wir hören, noch ein zweites Bistolenduell und zwar zwischen dem 2. und einem hiesigen Offizier nach sich haben, dasselbe dürfte schon in den nächsten Tagen stattfinden. Und diese Raufbolde fühlen sich berufen, das Gesetz gegen den Umsturz" zu schützen. Mit demselben Recht könnte auch eine Zuhälterhorde auf diese„ Ehre" Anspruch machen. " = " Cort. Paris . • • Theater. B beschäftigen feit einigen Tagen wiederum fehr lebhaft die Ein. Die Heldenthaten des Gendarmen Höppner in Nigdorf Hixdorfer Tageblatt" wohnerschaft unseres Nachbarortes. Das Alexanderplas Theater. Die Chansonnette", brachte dieser Tage nämlich ein" Gingesandt", welches von dem einen Mißhandelten, Maler Karl Fischer, und dessen Haus- Schwant in 3 Aften von Swenbel. Gin luftiges Stück war verwalter Hugo Lincke unterzeichnet war, in welchem der Ver- es, das die Direktion Samst unter diesem Titel zur Aufführung such gemacht wird, den Höppner möglichst zu entlasten. Das brachte. Zwar ist es nicht ganz neu, da es bereits von den genannte Blatt hatte sich nicht gescheut, dieses Elaborat jetzt, Gästen, die im verflossenen Sommer im Berliner Theater mit nachdem die Vorfälle seit 4 Wochen von der Einwohnerschaft modernen Werken das hauptstädtische Publikum in Erstaunen scharf verurtheilt worden sind, aufzunehmen, weil das Ron- setzen wollten, unter anderem Titel aufgeführt wurde. Aber das furrenzblatt des freisinnigen Organs, die Rigdorfer Zeitung", mach vor allem im Alexanderplay Theater wenig aus, wo ein welche die Affäre Höppner zuerst aufgedeckt hatte, in dem harmloses und wenig fritisch veranlagtes Publikum tapfer BeiGingesandt" in der unfläthigsten Weise angegriffen wurde. fall flatscht, wenn Autor und Künstler verstehen, seine LachDer Rigdorfer Grundbefizer Verein brachte darauf in muskeln in Bewegung zu sehen. Und das gelang in dem vor seiner legten Sigung die Sache zur Sprache, wobei das Verhalten des gestrigen Schwant vollkommen, der nicht allein in drolliger Rigdorfer Tageblatt" scharf verurtheilt wurde, zumal Weber- Situationsfomit, sondern auch in folgerichtigem Aufbau alles bot, meister Rahmig, welcher den Ueberfall des Fischer durch Höppner was man billig verlangen fonnte. Der Erfolg war mithin ein voller und zuerst in die Deffentlichkeit gebracht hatte, erklärte, Fischer habe wohlverdienter. Daß das Künstlerpersonal des Alexanderplat damals ihm persönlich die Sache genau so geschildert, wie es in Theaters im modernen Schwant, der hauptsächlich im schnellen der Presse mitgetheilt worden sei. Wenn Fischer jetzt den Gen- und gewandten Dialog gipfelt, nicht vollends auf der Höhe steht, darm herausreißen wolle, so müsse er wohl infolge der erlittenen ist ja eine leidige Thatsache; um so mehr aber verdient die Siebe an Gedächtnißschwäche leiden. Das Tageblatt" entschul- fleißige Mühe anerkannt zu werden, mit der im großen Ganzen bigt sich nun mit der lächerlichen Behauptung, daß es das das Stück eingeübt war. Dem Schwank sind viele Wieder famose Gingesandt" auf grund des Preßgesetzes habe bringen holungen sicher. müssen, obwohl dasselbe nur lediglich den Artikel der Rigdorfer Beitung" berichtigen" soll. Welche Umstände den Maler Fischer zu feinem sonderbaren Vorgehen veranlaßt haben, ist zwar nicht bekannt, die Lösung des Räthsels dürfte indeß nicht schwer zu finden fein. Die Frreführung der öffentlichen Meinung ist diesmal jedoch jener Seite nicht gelungen. " Vermischtes. Bei den neuen Erwerbungen des Berliner Aquariums sind verschiedene Abtheilungen bedacht worden. Die der Reptilien wurde u. a. durch mehrere Schildkröten vergrößert, welche Herr Professor Fritsch ihr überwies. Für die Vogelhäuser langten Erdbeben in Italien. Folgende Depeschen liegen vor: auch einige Sumpf- und Wasservögel an, sowie die an deutschen Rom, 16. November. Heute wurden starte Erdstöße in CatanGewässern ganz versteckt hausende und daher selbst eifrigen Naturbeobachtern oft nur dem Namen nach bekannte Zwerg- Rohr- Nachtwächter Hildebrandt ist entflohen! Der durch seine zaro, Messina und Reggio( Kalabrien) verspürt. Messina, Ein dommel, die in Gestalt und Gebahren zu den interessantesten Rigdorfer Großthaten berüchtigte Nachtwächer Hildebrandt sollte 16. November. Das Erdbeben dauerte 12 Sefunden. Bögeln zählt, und die aus einer schlesischen Brutkolonie stammende, sich vor der zweiten Straffammer des Landgerichts II wegen Theil des oberen Leuchtthurmes stürzte ein, der Wächter wurde noch scheckige Lachmöwe. Die Ostsee versorgte die Anstalt mit Mißhandlung verantworten. Der Angeklagte war auch er- verlegt, viele Häuser erlitten Beschädigungen; die Gesimse vieler einer Sendung des bekanntesten, aber auch des empfindlichsten schienen und konferirte längere Zeit auf dem Korridor mit Kirchen wurden herabgeschleudert. Eine Berfon hat das Leben und vergänglichsten aller Fische, des Herings, von welcher eben seinem Vertheidiger. Nech ehe jedoch seine Sache zum Auf- eingebüßt. Die Panit dauert an. Die Erschütterung wurde in ob des letzteren Umstandes leider auch nur der fünfte Theil ruf gekommen war, mußte Hildebrandt wohl zu der Ueber- der ganzen Proving, sowie in Calabrien verspürt. am Leben geblieben ist, und mit einer reichen Kollektion zeugung gekommen sein, daß sie schlecht für ihn ver- Ein Dementi. Die Nordd, Allg. 8tg." schreibt: Plattfische, die wir nun, nachdem sie uns ja schon laufen würde, zumal er erst vor furzem ebenfalls wegen Körper- Verschiedene Blätter wiffen zu melden, daß der Kaiser eine zur Kinderzeit im geräucherten, gebratenen, gefochten verlegung zu neun Monaten Gefängniß verurtheilt worden war; Oper im Wagner'schen Stile tomponirt und in Rominten Bustande als Flundern, Schollen, Butt und Zunge bekannt ge- er war plöglich verschwunden, und der Gerichtsdiener rief ver- vollendet habe, welche vor einem geladenen Publikum demnächst worden sind, hier in ihrem merkwürdigen Thun und Treiben, in geblich nach dem Wächter. Der Termin wurde auf eine Stunde im hiesigen königlichen Schlosse zur Aufführung gelangen solle. ihrer Farbenanpaffung an den Bodengrund u. s. w. bequem be- vertagt, und durch Beamte die Umgebung des Justizpalastes nach Wir sind in der Lage, diese Nachricht als der Begründung ents trachten können. Ganz besonderes Interesse beansprucht noch dem Flüchtling abgesucht, jedoch ohne Erfolg. Der Gerichtshof behrend zu bezeichnen. Straße 81. Bahnziehen, Nervtödt. Süss, Falckensteinstr.32. Waldvögel roller, Bogelbauer billig Papageien, Kanarien7. Sonntags 8-10 Uhr. Carl Kauffmann, Grimmstraße 29, Am Urban. 1086b Klagen, Eingaben, Unfallfachel, Putzger, Steglißerſtr.65 Roh- Tabak 1093b 1075b Kichu- u. Eichen- Abfallholz, zerkleinert, billiger wie Kohle, Preßtohlenbruch 3tr. 80 Pf., ganze Kohlen. Dito Schnut, Gneisenauftr. 50. Emil Palm, Schmerzloſes Kiss, galden sein.32. Homöopath. fraße 149, 91, is W. Krüger, Alte Jakobsty. 58, 1, Staliterftr. 128, of§ Tr. r. b. 3griß. str. Linien- W Möbl. 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Villa Vielliebchen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Theater Unter den Linden. Meißener Porzellan. Die Fledermaus. Montag: Dieselbe Borstellung. Bellealliance- Theater. KönigKrause. Montag: Kyriz- Pyriz. Central- Theater. O! diese Berliner! Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Sozialdemokr. Wahlverein Sozialdemokratischer Wahlverein Sanssouci" im 4. Berliner Reichstags- für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Kottbuserßraße 4a. Jeden Sonntag Donnerstag: Stettiner Sänger ( Meysel, Häckel, Pitro, Britton, Eberius, Steidl, Röhl und Blank). Zum Schluß: Bubenstreiche. Urkomisches Ensemble. Anfang Sonntags 7 Uhr, Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pfg. Billets à 40 Pfg.( nur für die Wochentage giltig) sind im Vorver tauf in der Zigarrenhandlung von Reßler, Kottbuserplay, zu haben. Stets wechselndes, amüsantes Programm. Castan's Panopticum. Zante. Vorher: Die ewige Braut. Hassan Ali Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplay Theater. Modell. Die Chansonnette. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gin der grösste Mensch der Welt. Prinzess Topase Untional Theater. Der Tod als das kleinste Menschenkind. Bathe. Montag: Dieselbe Vorstellung. Reichshallentheater. SpezialitätenVorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Raufmann's Variété. Spezialitäten Boritellung. Parodie Theater. SpezialitätenBorstellung. Merikanische Riesen- Cacteen in noch nie gesehener Größe. Alcazar Variété- und Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/58( City- Passage). Vornehmster Familienaufenthalt! Neu! Sensationell! Neu! Schiller- Theater. Unsere Garde. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Sonntag, den 18. November, Nachm. 3 Uhr: Hans Sachs. Abends 8 Uhr: Der Veilchenfresser. Dichter- Abende im Bürgersaale des Rathhauses, Abends 71/2 Uhr, Chamisso- Abend. Montag, den 19. November, Abends 8 Uhr: Die Karlsschüler. National- Theater. Große Frankfurterfiraße 182. Sensationelle Novität! Der Tod als Pathe. Ausstattungs- Komödie in 5 Akten von Ernst Bluhme mit theilweifer Benukung einer Jdee von August Blanche. Dekorationen von Müller und Schäfer. Beleuchtungseffekte vom Ober- Beleuchter Collander. Maschinerien vom Theatermeister Weisse. Garderoben vom OberGarderobier Paul Hildebrandt. Lichtbilder von Ludwig Richter. Zanz und Flugevolutionen vom Balletmeister Géza Zinner. Mufit von Adolph Wiedecke. Regie: Max Samst. Große Posse mit Gesang u. Tanz und militärischen Aufführungen in 1 Aft von Beckers. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Anfang: Wochent. 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochent, 20 Pf., Sonntags 40 Pf. R. Winkler. Wahlkreis. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß General- Versammlung unser treues Mitglied, der Kartons am Dienstag, den 20. November, Abends 84 Uhr, im Sofal von Zubeil, Zuschneider Hermann Barth 280/1 am Mittwoch, den 14. November, verD Lindenstr. 106: Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes über seine Thätigkeit. 2. Abrechnung des storben ist. Die Beerdigung findet am Kassirers. 3. Vortrag des Genossen Th. Glocke. 4. Diskussion. 5. VereinsSonntag, Nachmittags 4 Uhr, von der angelegenheiten event Anträge. Mitgliedsbuch legitimirt. Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes 27719 aus statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Achtung! Ehre seinem Andenken. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des SozialdemoGroße Der Vorstand. Achtung! Volks- Versammlung fratischen Wahlvereins für den am Dienstag, 20. November, Abends 8 Uhr, bei Henke, 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis zur Nachricht, daß unser Mitglied, Genosse ( fr. Ren 3), Naunynftr. 27. Zages Ordnung: 1. Bericht der Frauen- Agitationstommission. 2. Wahl einer Vertrauens. Erdmann Schnapke, person. 3. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Richard Fischer. 4. DisTischler, heute, Sonntag, Nachm. 3 Uhr, vom Augusta Hospital, Scharnhorststraße, beerdigt wird. Ferner ist das Mitglied Gustav Mirke, verstorben. Maurer, fuffion. 1201 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen besonders der Frauen ersucht Die Frauen- Agitationskommission. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Filiale Nord und Moabit. Die Beerdigung findet Montag, 19. November, Abends 8% Uhr, in Reichert's ebenfalls heute, Sonntag, Nachmittags 8½ Uhr, vom Trauerhause, Bremer straße 60 in Moabit statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht 288/20 Der Vorstand. Tischler- Verein. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied H. Schulze -243/18 am 15. November, Vormittags 10 Uhr 45 Minuten verstorben ist. Die Beerdigung erfolgt Sonntag Nachmittag 3 Uhr auf dem Neuen Jakobitirchhofe in Briz. Der Vorstand. Danksagung. 1095b Allen Denen, die bei der Beerdigung Festsälen, Müllerstraße 7: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag der Frau Ihrer über: Die moderne Siitenanschauung. 2. Diskussion. 3. Die Lohnreduktion in der Gewehrfabrik von Löwe& Co. Verbandsangelegenheiten. Verschiedenes. 177/17 Achtung, Schuhmacher! Montag, den 19. November, Abends 8 Uhr Versammlung des Vereins deutscher Schuhmacher. Filiale I, bei Tempel, Langestr. 66. Tages Ordnung: 1. Berlesung einer Broschüre. 2. Diskussion. 8. Vereinsangelegenheiten. meines lieben Mannes ihre Theilnahme Verschiedenes. bewiesen, meinen herzlichsten Dant. Die trauernde Wittwe Rosalie Puscher. Danksagung. Filiale II, bei Feind, Weinstr. 11. Tages- Ordnung: Filiale III, bei Freigang, Schützenstr. 18| 19. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Hoffmann über:" Waare und Geld". Für die vielen Beweise der Liebe 2. Distusfion. 3. Abrechnung vom 3. Quartal. Vereinsangelegenheiten und und Achtung, sowie der reichen Blumen- Verschiedenes. spenden und für die Musik bei der Beerdigung meines lieben Mannes, sagen wir allen Freunden und Bekannten, insbesondere den Kollegen der C. Bech- angelegenheiten und Verschiedenes. 1. Vortrag des Kollegen Hammacher. 2. Diskussion. 3. Vereins stein'schen Hof- Pianofabrik unseren aufrichtigsten Dant. 1083b Ww. Schilling nebst Kindern. Schwiegereltern und Schwager. Drts- Krankenkasse Am 2. Dezember findet ein Besuch der Urania" statt. Billets sind bei Germann, Flemmingstr. 16, zu haben. Am 25. November gemüthliches Beisammensein mit Vortrag bei Feind, Weinftr. 11, im neuerbauten Saale. 222/15 Passage- Panopticum.ber Uhrmacher zu Berlin. Fr. Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins. 51 Donnerstag, den 22. November cr., Abends 81%, Uhr, findet bei Bolt, wilde Weiber te Jakobstr. 73, die ordentliche aus Dahomey. Generalversammlung statt. 9726 Tages- Ordnung: 1. Wahl des Aus Die Herenschaukel, chufes zur Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres( 3 Mitglieder). neueste Illusion.nehmer, 8 Arbeitgeber). 3. Berſchiedenes. 2. Wahl des Vorstandes( 6 Arbeit Die Mitglieder sowie die Arbeitgeber werden hierzu eingeladen. Der Vorstand. G. Lätsch, Borsitzender. Circus Renz Carlstrasse. Sonntag, den 18. November 1894, Nachmittags 4 Uhr Die schönsten DamenWinter- Jaquets billiger wie überall Dienstag, den 20. d. M., Vorm. 10 Uhr, im Lokale des Herrn Wernan, Rosenthalerstraße 57: Versammlung. Rendanten. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Tagesordnung: 1. Neuwahl der Revisoren. 2. Neuwahl eines 100/6 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. Verband der Möbelpolirer Berlins und Umgegend! Morgen, Montag, Abends 8 Uhr, bei Wilke, Andreasstr. 25 Ausserordentliche Generalversammlung. 199/18 Zages Drbnung: Erledigung der Tagesordnung der legten Generalversammlung 2c. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Der Vorstand. lotte:( ermäßigte Breife, Nebe Blatate): bei A. Rackwitz& Co. Mundharmonika- Verein Vorwärts. Raffenöffnung 5 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Sonntag, Nachm. 22 Uhr: BoltsVorstellung. Kabale und Liebe. Montag: Der Tod als Pathe. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Richard Schulz. Emil Thomas a. 6. Komiker- Vorstellung. Auftreten sämmtl. Clowns in ihren wirkungsvollsten Nummern. Croissance électrique. Abends 7/8 Uhr: Berlin SW., Rommandantenstr. 20, im Hause der Arminhallen, und N., Müllerstraße 4, Wedding. Musterbogen nach auswärts gratis und franko. Sensationelle Tänze, u. a. les blau und schwarz mit großer Klappe, Winter- Jaquets in modefarb. braun, grelots vivants, jeu des barbichons 2c. ebenso anliegend zweireihig 5,75, 6,50, Außerdem: Das Feuerpferd Elimar, Tjo Ni En. Anna Bäders. Josefine Dora. vorgeführt von Herrn R. Renz. Beau- 7,50, 8,50, 10, 11, 12, 15-25 M. Bum 79. Male: O! diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Tanz. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater Charley's Tante. Schwank in 3 Aften p. Brandon Thomas. Vorher: Die ewige Braut. Liederspiel mit Tanz in 1 Akt von W. Mannstädt und J. Kren. In Scene gesetzt von Ad. Ernst, Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Berliner Aquarium. tiful, geritten von Frau Renz- Stark. Der sensationelle Handequilibrist Mr. Jules Keller. Die Clowns Gebr. Villand u. f. w. Montag: Tjo Ni En. Fr. Renz, Rommissionsrath. Armin- Hallen Kommandantenstraße Nr. 20. Säle und Vereinszimmer von 20-600 Perfonen. Graveure, Ciseleure! Dienstag, den 20. November, Abends 81/2 Uhr: Versammlung Winter- Mäntel, Paletots und Frauen- Mäntel m.abnehmbaren Kragen 14,50, 15,75,17,18,20, 24-40 90. Vereinsversammlung am Montag Abend, 81/2 Uhr, beim Genossen Kitzing, Belle- Alliancestr. 74. Mundharmonika- Spieler werden als Mitglieder aufgenommen. Achtung! Steglitz 1084b u. Friedenau! Achtung! Montag, den 19. November, Abends 81/2 Uhr: Große öffentl. Volksversammlung im Kurhause zu Friedenau. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten W. Liebknecht über: Winter- Capes, Wifen ist Macht- Macht in Wiffen. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Golf- Capes und Kragen 5,50, 255/14. Der Einberufer. 6,50, 7,509,00, Stünftl. Zähne schmersos eingesetzt, feſtſizend. Reparaturen ſofort. 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Auf Antrag der Staatsauwaltsckafl war gegen den Angeklagten ein Strafbesedl in Höhe von öS M. erlassen worden, weil derselbe in einer ohne Erlaubniß veranstalteten Volksversanimlung unter freiem Himmel(auf dem Begräbnißplatz der Freireligiösen Gemeinde in der Pappel-Allee) als Redner thätig gewesen sei und damit gegen den§ 17 des Vereins- gesetzes verstoßen habe.— Der Augeklagte wies gegen- über dem§ 17 des Vereinsgesetzes auf den§ 10 des Vereinsgesetzes hin, der Leichenbegängnisse von dem Begriffe einer»Versammlung unter freiem Himmel" ausdrücklich aus- schließe. Solche Leichenbegängnisse, wenn sie in der hergebrachten Art stattfinden, bedürfen einer vorherigen Genehmigung der Polizei nicht. Letztere habe bis dahin auch nie die Auffassung der Staatsanwaltschaft über derartige Leichenbegängnisse gehabt- sie habe vorher immer genau gewußt, wie sich die Sache auf dem Friedhofe entwickeln werde, ja sie pflege sogar vor- her bei dem Todteugräber Erkundigungen einzuziehen, wer an der Gruft zu sprechen beabsichtige. Die Polizei wisse schon immer vorher, welche Maßnahmen sie im Interesse der öffentlichen Ordnung zu treffen habe. Die Dar- stellung d«S„Vorwärts", daß etwa 2000 Personen an dem Leichenbegängnisse theilgenommen, müsse er dahin einschränken, daß auf dem Friedhose, wo er geredet, höchstens SOv Personen anwesend waren, die übrigen aber auf der Straße vor dem friedhose standen. Ein vernommener Schutzmann schätzte die ahl der aus dem Kirchhofe versammelten Leidtragenden auf zirka 1000.— Der Staatsanwalt beantragte die Ausrecht- erhaltung des Strafbefehls. Schon die große Zahl der Leidtragenden zeige, daß es sich hier nicht um ein Leichenbegängniß„gewöhnlicher Art" handle, es sei viel- mehr anzunehmen, daß viele der Theilnehmer nicht aus persönlicher Theilnahme für den Verstorbenen, sondern zum Zwecke einer politischen Demonstration gekommen seien. Die Versammlung der Leidtragenden auf dem Friedhofe habe daher in der Thal den Charakter einer„Versammlung unter freiem Himmel" angenommen.— Der Angeklagte bestritt dies ganz entschieden. Das Vereinsgesetz enthalte kein Wort davon, daß es bei der Charakterisirung der Leichenbegängnisse aus die größere oder geringere Zahl der Leidtragenden ankomme; es frage sich nur, ob die hergebrachte Form überschritten sei. Die hier beobachtete Form sei aber bei seiner Gesinnung durchaus hergebracht. Die Auffassung des Slaatsanwalts sei auch undurchführbar, weil derjenige, welcher an der Gruft sprechen will, unmöglich dafür verantwortlich gemacht werden könne, wenn ohne seinen Willen die Zahl der Leidtragenden über Erwarten anschwillt. Solche Leichenbegängnisse seien doch auch bei Parlamentariern, in der Oeffentlichkeit stehenden Personen zc. nicht ungewöhnlich. Nach der Ausfassung des Slaatsanwalts würde man auch Fabrik- ausflüge, Treibjagden zc. zu„Versammlungen unter freiem Himmel" machen können.— Der Gerichtshof schloß sich der Ansicht des Staatsanwalts an und verurtheilte den Angeklagten wegen Uebertretung des§ 17 des Vereinsgesetzes zu 20 M. Geldstrafe ev. 4 Tage Gefängniß. Die Interpretation des Wortes„hergebrachte Form", wie sie der Angeklagte gegeben, sei unzutreffend. Es handle sich um die ortsübliche, von der Allgemeinheit als hergebracht beobachtete Form. Hier handle es sich nicht um die„hergebrachte", sondern um eine hier- von ganz abweichende Form. Ganz abgesehen von der Zahl der Theilnehmer weis» die Thatsache, daß offenbar ein großer Theil der Theilnehmer dem Verstorbenen nicht persönlich, sondern nur politssch nahe stand und daß der Angeklagte eine politische Rede Sonnkogsplsudevet. Herr Zelle, der Oberbürgermeister von Berlin, hat alle Hände voll zu thun. Nun haben wir— bis auf weiteres— alle Ministerherrlichkeiten bei einander; und es fragt sich nur, wie stellen es die Väter der Stadt am klügsten an, die gestrengen Herren milde zu stimmen Herr Zelle und die Seinen verziehen ihr Gesicht in die freundlichsten Fallen und machen ihr unterlhänigstes Kompliment. Schon rüsten sie sich zum feierlichen Festmahl, das den neugeworbenen Staatsrettern zu Ehren im Rothen Haufe servirt werden soll. Schon sind die Sachverständigen in Küchen- angelegenheiten bereit, das Bankett so kostbar als möglich zu gestalten; und die Zeremonienmeister zerbrechen sich den Kopf, wie die Herren Minister nach ihrem Rang, nach ihren Würden gebührend an der Tasel Platz zu nehmen hätten. Ja. ja. das ist ein schwieriges Beginnen; und welche Last von Verant- wortung auf den Schultern des städtischen Ober- Hauptes ruht, davon hat der„nörgelnde Pöbel" kaum eine Ahnung. Das Volk von Kannegießern, das wäre in seiner beschränkten Erkenntniß sogar imstande, dreist zu fragen: Wozu dies übereifrige Liebeswerben, wozu dies unlerthänige Einschmeicheln, wozu das Absingen von Gnadenarien und noch dazu bei allzeit fortschrittlichen Männern? Sie haben sich oft schon so sehr brav und wohlgesinckt aufgeführt; sie haben stets getreulich grollende Gewalten in Temuth zu besänftigen versucht; sie haben immer Verständniß für Opsergaben, welche die Freund- schaft stützen, bewiesen; und welchen Lohn erhielten sie mitunter für ihre Frönimigkeit. Schreckt Herrn Zelle das„Forckenbccken" nickt, das auf dem Schloßplatz steht, der Brunnen mit dem antiken Aegir, vor dem einst Forckenbeck, der vielgerühmte. dastand, wie ein geprügelter Knabe? Wird das den Männern, die berufen sind, für Ordnung und alte Sitte die Zuchtruthe zu schwingen, imponiren, wenn die Rathsmannen der Hauptstadt gebückt und süß lächelnd vor ihnen an der Galatafel des Fest- saales im Rathhause vorbeidefiliren? Ob Herr v. Köller. der Sckneidige, sick wirklich in süddeutscher Lust so arg verändert haben mag, daß er in zärtlicher Bonhommie dem Stadt- verordneten Alexander Meyer zutrinkt:„Sollst leben. alter Junge!" und ihm vergnüglich auf den feisten Bierbauch klopft? Und bange Fragen, überschwänglickc Hoffnungen stürmen auf die Seele manches Ralhsgewaltigen ein. Ob er wobl kommen könnte, ob er sich entschlösse, er, der Erhabene, den man heute in allen Tonarten preist, dessen Namen man nur mit geheimer Verzückung nennt. von dessen Hochadel hunderterlei Anekdoten zu berichten wissen, kurz, er, der Grandsetgneur? Seit Fürst Hohenlohe zum Reichskanzler ernannt ist, hat d,e Bezeichnung Grandsetgneur einen suggestiven Zauber auf alle «utbürgerlichen Gemüther geübt. Ter Begriff Grandseigneur, die Bezeichnung für altfranzösisches Herren- und Kavalierwesen. hat die armseligen Köpfe wie mit einer Art von Rausch gehalten, daraufhin, daß es sich hier um eine„ungewöhnlich� Form, um eine Versammlung unter freiem Himmel handle. Hoffentlich beruhigt sich Genosse Vogtherr nicht bei diesem für Berlin immerhin seltsamen Urtheil. Die Firma Samuel Zielenziger» Bank- und Wechsel- geschäft. Unter den Linden S9a, Inhaber Samuel und Jacques Zielenziger und Max Rosenthal, hat, wie das„Jnt.-Bl." be- richtet, die Kollekte der königl. Lotterie- Einnahme niedergelegt. Im Laufe des letzten Jahres häuften sich nämlich die Klagen, die das genannte Bankhaus gegen seine Kunden auf Zahlung von Differenzen beim Landgericht I. anhängig machte, und die auf Börsengeschäfte der Kunden mit dem genannten Bankhause zurückzuführen waren. Die Herren Zielenziger und Rosenthal wurden in allen Instanzen abgewiesen. und das vom sechsten Zivilsenat des Kammergerichts gefällte Urtheil sprach sich mit großer Schärfe gegen die Geschäftsführung der klagenden Firma aus. Vor längerer Zeit wurde in einer Briefkasten« Denunziation des„Volk" auf zene Prozesse hingewiesen und an- gedeutet, daß es mit der Stellung eines königlichen Lotterie-Ein- nehmers wohl nicht verträglich sei, mit seinen Kunden Börsen- geschäfte zu machen, die deren Leistungsfähigkeit weit überschritten und deshalb ihren wirthschaftlichen Ruin herbeiführen müßten. tierdurch aufmerksam gemacht, stellte die vorgesetzte Behörde rmittelungen über die Geschäftsführung des Bankhauses und über die Art, wie die Kunden zu Börsengeschäften herangezogen würden, an, und das Ergebniß war ein derartiges, daß Herr Zielenziger seine Kollekte niederlegte. Ein Seitenstült zu dem Disziplinarverfahren gegen den ehemaligen freisinnigen Reichstags- Kandidaten Müller- Schöneberg, welches mit der Dienstentlassung desselben endete, bildet ein dieser Tage zum vorläufigen Abschluß gekommenes Disziplinarverfahren gegen den freisinnigen Gemeinde- Schöffen Emil L i e b i n g in Reinickendorf. Der seit über 10 Jahre i» der Gemeindevertretung thätige Mann, dessen Wohlthätigkeit in der Gemeinde allgemein bekannt ist, stand an der Spitze der Opposition gegen den Amtsvorsteher Wille und hat, als die Wahlzeit des letzteren zur Neige ging und die Neuwahl zur Dis- kussion stand, gegen die Amtsführung des Herrn Wilke eine Reihe schwerer Vorwürfe erhoben. Er ist deshalb s.Z. vom Landgericht II zu einer Geldstrafe von mehreren hundert Mark verurtheilt worden und das Reichsgericht hat die dagegen eingelegte Revision ver- worfen, obwohl der Reichsanwalt selbst aus prozessualen Gründen die Aufhebung des ersten Urtheils beantragt hatte. Demnächst ging Liebing gegen den Amtsvorsteher Wilke mit einer Strafanzeige wegen Verletzung seiner Eidespflicht vor und gab eine Reihe von Zeugen an, die im Vorverfahren thetlweise auch gehört worden sind. Die Strafanzeige halte aber keinen Erfolg und auch im Beschwerdewege richtete Liebing nichts aus. Nun wurde gegen diesen das auf Dienstentlassung gerichtete Disziplinar-Verfahren von dem Kreisausschuffe des Kreises Nieder- Barnim eröffnet, indem ihm vorgeworfen wurde, daß er durch sein ganzes Vorgehen gegen den Amts- Vorsteher die Würde seines Amtes gröblich verletzt habe. Der Angeklagte wurde hierbei vom Justtzrath Munckel und dem Rechtsanwalt Dr. Flatau vertheidigt und diese stellten in ihren umfangreichen Vertheidigungsreden, in denen sie auch Gelegenheit nahmen, das gegen den Kanzler Leist ergangene Er- kenutniß der Disziplinarkammer heranzuziehen, ganz substantiirte und motivirte Beweisanlräge für die Richtigkeit der von dem Angeklagten erhobenen Beschuldigungen. Der Kreisausschuß hat diese Beweisanträge abgelehnt und sofort auf Dienst- entlassung des Herrn Liebing erkannt, weil derselbe durch sein Verhalten der öffentlichen Achtung, des Ansehens und Ver- trauens verlustig gegangen sei.— Ebenso wie Herr Müller- Schöneberg hat auch Herr Liebing die Berufung beim Oberver- waltungsgericht eingelegt. erfüllt. Jeder Käsehändler unter ihnen hüpft vor Wollust auf einem Beine und jubelt: Wir haben ihn, wir haben ihn, wir haben den Grandseigneur! Von Notizen und Notizchen wimmelt es in der Bourgeoispresse und sie alle liefen aus eine Huldigung für den Grandseigneur hera"s. Das hoch- verstiegene Adelsbewußtsein derer von Hohenlohe lieb angeblich den jetzigen Reichskanzler einmal einem Wittelsbacher Prinzen entgegnen: Was Sie sind, bin ich schon lange. Dieses höchst wichtige Vorkommniß erfüllt jede schlottrige Unterthanenseele mit andächtigem Erstaunen, und als gar bekannt wurde, daß in grauen Zeiten einmal ein Graf Württemberg einer Komtesse Hohenlohe die Schleppe nachgetragen habe, da waren die lieben Leutchen vollends um den winzigen Rest ihres Verstandes gekommen und sie erschauerten in unbändiger Ehrfurcht vor solcher Grand- seignerschast. Es ist erstaunlich und reizt zu satirischem Hohngelächter, wie dieselben Männer, die in Knechtseligkeit erstarrt find, zugleich heuchlerisch vor den Bildern der Befreier in den geistigen Kämpfen der Menschheit niederknieen können, immer voraus- gesetzt, daß zwischen ihnen und da Gcifteskämpen ein Jahrhundert und mehr dazwischen liegt. Dieselben Helden, die aus der„National-Zeitung" und verwandten Organen ihre süßen Er- quickungen über den Grandseigneur Hohenlohe zogen, werden in wenigen Tagen im Andenken an den großen Voltaire schwelgen, der am LI. November 1694 zu Paris geboren ward. Die servilsten Anbeter der Autorität werden sich berauschen an den Jubelartikeln zu Ebren.ines Mannes, der in stachligem Spott sowohl, wie in aufrührerisch-zornigem Patdos morsche Götzen niederschmettern half und der Grandseigneurschaft mit seinem scharren Verstand und seiner bitteren Laune die tödlichsten Hiebe versetzte. Es steckte in Voltaire eine echte Publizistennatur im größter. Stil; voll von beweglichem, unruhigem Geist, in der gährende» Epocke des IS. Jahrhunderts ewig angeregt und bis zur Verschwendung, wie sie sich nur ein Grandseigneur von Genies Gnaden erlauben darf, zu Anregungen bereit. Dazu unterlag er dem Zwang, der alle aufrüttelnden Kampfgeister be- herrscht, dem Zwang zur Mittheilsamkeit. Menschen seines Schlages darf man nicht nach Philistermoral messen, und nicht mit starrer, einseitiger Pathetik untersuchen. Sie sind zu kom- plizirt in ihrem Wesen. Sie unterdrücken keine Bosheit, die sie jemandem anhängen können, der eine ihrer Schwächen verletzt bat, sie unterdrücken aber auch keinen zornigen Ausschrei, wenn Recht in Unrecht verwandelt wird, und sie unterdrücken den bösesten Hohn nicht und reißen mit unerschrockener Hand den Lorbeer von den Stirnen falscher Heiliger. Friedrich den Zweiten von Preußen hatte der ewig regsame Esprit Voltaire's mächtig gefesselt, aber seinem schroffen Absolutismus war der große Skeptiker bald innerlich ein Greuel. Friedrich der Zweite witterte den unheiligen Satan in Voltaire und die Beiden mußten nothwendig in Unfrieden scheiden; und als der Mann, der zu schöngeistiger Zier am preußischen Hofe zu reich Ein zweinnddreißigfacher Sünder sollte Herr Hos» p r e d i gZe r a. D. S t ö ck e r nach der Anklage sein, wegen der er sich gestern vor der 143. Abtheilung des Schöffengerichts zu verantworten hatte. In 32 Fällen war ihm nämlich eine Ueber- tretung des Kranken-Versicherungsgesetzes zur Last gelegt worden. In dem der Berliner Stadtmission gehörigen Hospiz am Gen- darmenmarkt ist eine Anzahl Leute bedienstet gewesen, deren An- Meldung zur Krankenkasse der Gastwirthe und verwandter Ge- werbe nicht innerhalb der vorgeschriebenen Zeit von drei Tagen bewirkt worden ist. Der Angeschuldigte. erklärte, daß nicht er. sondern der von der Mission eingesetzte Direktor Hartmann verantwortlich sei. Es sei demselben aus- drücklich die Verpflichtung der An- und Abmeldung des Personals zur Orts-Krankenkasse übertragen worden. Somit sei nicht der Vorsteher der Mission, sondern der Direktor Hartmann als Arbeitgeber anzusehen. Da diese Angaben durch den Zeugen Hartmann bestätigt wurden, und der Vorsitzende feststellte, daß es nach Z 82a, des Krankenversicherungs-Gesetzes gestattet sei, die Verantwortlichkeit in betreff der Versicherung einer anderen Person zu übertragen, so wurde der Angeschuldigte freigesprochen. Vor dem Rixdorfer Schöffengericht hatten sich am Frei- tag der Zigarrenmacher Carl Friedrich F r e e s e und der Maurer Wilhelm Krüger wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs zu verantworten. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zu Grunde: Am Abend des 26. Mai d. I. kamen die Angeklagten in die Restauration von Carl Kramer am Richardplatz und be- stellten eine große Weiße, die ihnen auch verabfolgt wurde. Bald darauf trat Freese an das Büffet und frug den Wirth in höflicher Weise, welches Bier er ausschänke, wobei er sich gleichzeitig als Bierkontrolleur der Arbeiterpartei vorgestellt haben soll. Kramer erwiderte, er frage ja auch nicht, wo der Fragesteller arbeite, und im übrigen habe er keine Lust, sich darüber Vor- schriften machen zu lassen, woher er sein Bier beziehe. In seinem Lokal verkehrten keine Arbeiter und daher solle auch Freese dasselbe schleunigst verlassen. Als dieser darauf ruhig erwiderte, er werbe doch seine Weiße austrinken können, eilte Krause an den Tisch, wo Krüger saß, ergriff die Weiße und goß sie vor der Thür aus, wobei er bemerkte:„Die Weiße bleibt dort, wo Sie bleiben!" Bevor sich Freese von seinem Erstaunen über diese! eigenartige Handlung des Wirths erHoll hatte, forderte dieser ihn wiederholt auf, sich zu entfernen. Krüger wollte gegen diese Behandlung seines Genossen protestiren, ehe ur aber aussprechen konnte, wären Beide von einer Anzahl Gästen umringt und wurden von denselben auf die Straße gestoßen, wo sie aufs gröblichste mißhandelt wurden. Erst mit Hilfe eines Nacht- Wächters konnte Krüger seinen noch im Lokal befindlichen Hut erhalten. Das Ende vom Lied war die obige Anklage. Der Gerichtshof sprach beide Angeklagte kostenlos frei. In der Urtheilsbegründung führte der Vorsitzende, Amtsgerichts- rath N i e m i r aus, daß Krüger überhaupt nicht zum Verlassen des Lokals aufgefordert worden sei, aber auch Freese keine Ver- anlassung gehabt habe, das Lokal sofort zu verlassen, da er durch Verabfolgung der Weiße auch das Recht erlangt hatte, dieselbe zu verzehren. Eine Aufforderung zum sofortigen Entfernen wäre nur dann berechtigt gewesen, wenn die Gäste sich ungebührlich benommen hätten, was hier keineswegs der Fall war.— Jeden- falls wird kein Arbeiter diesen famosen Wirth jemals wieder „belästigen". DvivfkaKen Vvv Nedaktton. 2 Halsstarrige. Eine„deutsche" Sparkasse giebt e? nicht: Sparkassen werden von einzelnen Gemeinden oder Kreisen er- richtet und zahlen im allgemeinen 3 pCt. Zinsen. I. M. alter Abonnent. Ohne Einsicht deS Erbregresses unmöglich zu beantworten. H. L. Ja. angelegt war, von Friedrich schied, da warf der König dem Denker und Schriftsteller die Bemerkung nach: Ein stolzes Talent und ein so niedriger Charakter. Und seit jener Zeil ging es in alle deutschthümelnden Schulbücher und auf alle deutschlhümelnden Magister über: Voltaire war trotz allem ein hämischer fran- zösischer Affe. Dabei blieb es für die Schulweisheit bis auf unsere Tage. Wie sollte es auch anders kommen unter einem Geschlecht, das, soweit es Gewalt und geistigen Einfluß üben kann, nicht blas vor dem Grandseigneur sich platt aus den Bauch wirft, sondern jeden Lieutenant wie einen heiligen Schirmherrn der Ordnung anbetet? Wo jede Resvektwidrtgkeit gegen ge- weihte Einrichtungen, insbesondere gegen die militaristischen mit grausamen Strafen geahndet wird, da werden die Spötter und Ankläger gerne zu frivolen Hunden gestempelt. Immer wieder ertönt das einförmige Geschrei: Aufrecht- erhaltung des Respektes und selbst, wenn sich grauenhafte Symp- tome unhaltbarer Zustände offenbarten: Der Respekt auch vor ihnen soll gewaltsam gewahrt bleiben. Nicht selten liest man in Berliner Gerichtsverhandlungen, wie das sog. Züchtigungsrecht der Dienstherrschaft, nach dem Sinne aller Reaktionäre, ein erfreulich- patriarchalischerTleberrest aus guten altenTagen, zuMißhandlungen armer Dienstboten verleitet. Erst kürzlich wurde eine Frau Saling in Berlin wegen solcher Mißhandlung verurtheilt; aber als starke Milderungsgründe wurden ihre erregbare Nervosität und ihre Heftigkeit geltend gemacht. Darin aber liegt gerade das Verkehrte. Mit dem Züchtigungsrecht, dem barbarischen Ueberbleibsel, verführt man so leicht jede rohe Willkür oder jedes krankhafte Temperament zur Mißhandlung und Entartung. Der brutale Charakter, der sein Recht zu üben glaubt, wird bald vor Bestialitäten nicht zurückschrecken, wie sie in ungeheuerlichem Maße der Ersurter Prozeß Gerlach eben enthüllte. Man denke! Entsetzliche Mißhandlungen werden wochenlang fortgesetzt. Ober- förster Gerlach sieht im Geldsack seiner entmenschten Frau eine Art von höherer Macht. Das Heirathsgut schafft ihr bei dem Dutzendmenschen einen unsinnigen Respekt, den sie durch die Macht seelischer Brutalität zu erhalten weiß. Das Angstgeschrei der Gequälren dringt aus die Straße. Zeugen vernehmen es. Sie melden nichts. Es wird eben das Züchtigungsrecht angewandt; und sei es auch grausam geübt, die Leute sind abgestumpft. Hätte man Hunde auf freiem Felde so bestialisch geprügelt, wie das unselige Dienstmädchen von Frau Gerlach auf dem Kartoffel- acker getreten wurde, irgend wer vom Thierschutzverein hätte ein Lamento erhoben. Aber so! Frau Gerlach wagt auf offenem Feld eine unglaubliche Mißhandlung, so sicher arbeitet die Bestie in ihr, kraft des infamen, niederträchtigen Züchtigungsrechtes; und die Zuschauer? Je nun, die Gerlach hat idr Recht geübt, freilich vielleicht zu derb. Das ist alles! Di« Gerlach ist streng bestraft. Der Widersinn aber, jeglicher Rohheit ein Recht über die Dienstleute, die doch als Vertragsberechtigt« ihren Vertrag schließen, jedem kranken Temperament die Macht über die Gesunden zu belassen, bleibt besteheu. �.Ipsta. Winterpaletets Herren- u. Knaben- Garderobe, Arbeitssachen, Bestellungen nach Maaß, u. Mäntel. empfiehlt wie bekannt in reellster Ausführung und allerbilligsten Preisen Elegante Anzüge. J. BAER, Berlin N., Gesundbrunnen, Badstrasse 18, Gdte der Stettinerstraße. Ich habe keine Filialen und Hehe mit ähnlich lautenden Firmen in keinerlei Beziehung. Bitte daher genau auf Firma zu acht en. Möbel- Magazin Otto& Slotawa, Lischlermeister. Berlin NW., Bremerstr. 67. 2. 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Es muß auf die Besichtigung der Karten aus dem Grunde streng hingewiesen werden, weil nicht organisirte Musiker, oder Mitglieder anderer Vereine, die nicht unseren Tendenzen huldigen oder gar nur das rein Geschäftliche vers 1. Vortrag vom Genoffen Näther folgen, sich unseren Karten täuschend ähnliche nachfertigen lassen. Wer unsere Vereinigung, die für jeden zielbewußten Genossen allein nur 160/15 über: Malthus und seine Theorie". als maßgebend im Mufiferberufe gelten fann, unterstüßen will, verlange 2. Verbandsangelegenheiten( Statuten Vorzeigung der Karte und beachte Folgendes: 1. Vortrag der Genoſſin Fräulein J. Altmann über:„ Die Welt der Mitglieder- Bersammlung. Träume". 2. Diskussion. Entree 10 Pf. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes für Berlin und Umgegend. Tagesordnung: berathung). 3. Nominirung eines Delegirten zur Generalversammlung. 4. Verfchiedenes und Fragekaſten. Dienstag, den 20. November, Abends 8 Uhr, in Schneider's Der außerordentlichen Tagesordnung Salon, Belforterstraße Nr. 15: Wander- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Schöpflin über: Die Folgen der kapitalistischen Produktion und die Frauen. 2. Distusfion. 3. Verschiedenes und Aufnahme neuer Mitglieder. Wir erwarten rege und pünktliche Betheiligung der Frauen. Männer als Gäste haben Zutritt. 11920 Der Vorstand. wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, daß er zur Stelle ist. 145/5 Der Vorstand. 1. Die Karte muß aus Leinewand sein. 2. Die Gültigkeitsdauer muß für das laufende Quartal darauf vermerkt sein. 3. Die Karte muß am Kopfe den vollen Vereinsnamen tragen. 4. Die Karte muh mit dem Vereinsstempel abgeßtempelt sein. 5. Man achte speziell darauf, daß es heißen muß: Freie" Vereinigung etc. Die Karte ist für das Vierteljahr( Quartal IV) OktoberKranken- Unterstützungsbund Desember 1894 von blauer Farbe. der Schneider. Dienstag, den 20. November, Abends 81/2 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20( Gartenhalle links): Partei- Verſammlung Versammlung. für Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen am Montag, den 19. November, Abends 8½ Uhr, im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 35. Tages Ordnung: 1. Die Preffe und ihr Beruf. Referent Genoffe Kiesel. 2. Die Uebernahme des Vertriebs des Vorwärts". 3. Verschiedenes. 1088b Die Vertrauensperson. Ethische Gesellschaft. Alle andersfarbigen oder vorstehenden Merkmalen nicht entsprechenden Karten beruhen auf Betrug. Bei Abschlüssen mit der Hausmusik von Lokalen wende man sich an uns vertrauensvoll mit der Anfrage: ob dieselbe aus Bivil- Berufsmufifern, Mitgliedern unserer Vereinigung besteht. Berlin, den 18. November 1894. 100/5 Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend. Wahl der gesammten Lokalverwal tung und der Beerdigungskommission. Die Zahlstellen befinden sich jeden Montag Abend von 8-10 Uhr Neue Friedrichstraße 44 bei Röllig, und Fachverein jeden Mittwoch Abend von 8-10 Uhr Annenstr. 9 bei Prog. 221/3 Verband der Vergolder etc. Filiale Berlin). Sonntag, den 18. November 1894, Nachm. 5 Uhr: Montag, den 19. November, Abends Mitglieder- Versammlung in den ,, Arminhallen", Kommandantenstraße 20, in der Halle rechts. Um 7 Uhr Abends, im gr. Saale: Vortrag des Herrn Dr. Völkel über: Darwinismus und Sittlichkeit." " Nachdem geselliges Beisammensein und Tanz. Gäste, Damen und Herren, haben Zutritt. 81/2 Uhr, bei Ehrenberg, Annenstr. 16: Monatsversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Ad. Hoff2. die Der Vorstand, Rosenthalerftr. 57. Lederarbeiter! der in der Lederwaaren- Industrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Morgen Montag, den 19. November, Abends 81/2 Uhr, bei Hoffmann, Oranienstr. 180 Grosse Versammlung. Zages Ordnung: M 1. Vortrag: Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. mann über:„ Die Frau und die Ge- der werkschaftsorganisation". 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegirten zur General: 114/6 versammlung. 4. Wahl eines Komitees. 5. Verschiedenes. Deutscher Holzarbeiter- Verband Zahlstelle Berlin. Vertrauensmänner- Versammlungen. bet Kelle, Schönhauser Allee 28. Norden: Montag, den 19. November 1894, Abends 8½ Uhr, Tagesordnung: Besprechung über Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Hierzu find die Kollegen der Pianofabrit von Bechstein, Johannisstraße, besonders eingeladen. Westen: Sonntag, den 18. November, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Raumann, Culmftr. 36. Dienstag, den 20. November, Abends 81 Uhr, im Südwesten: makale des Herrn Lüdtke, Joffenere. 10. Zagesordnung: Besprechung über Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Um zahlreichen Besuch ersucht 267/10 Die Ortsverwaltung. Verband deutscher Korbmacher ( Filiale Berlin). Am Montag, den 19. November, Abends 8 Uhr, in den ArminHallen, Kommandantenstraße 20: Versammlung. Der unentgeltliche Arbeitsnachweis befindet sich in obigem Lokal. Da der Verein am 1. Dezember ein Vergnügen veranstaltet, so findet 13/26 Billetausgabe in der Versammlung statt. Große öffentliche Versammlung in der Herren- und Knaben- Konfektions- Branche beschäft. Schneider und Schneiderinnen hente, Sonntag, den 18. November, Nachmittags 5 Uhr, im Lokal früher Seefeldt, Grenadierstraße 33. Tages- Ordnung: " 1. Fortsetzung über das Thema: Welchen Vortheil bieten uns die Betriebswerkstellen und welchen die Lohnerhöhung"? Referent Rollege Schmidt. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung gemüthliches sammensein mit Tany.- Alle in der Bekleidungs- Industrie beſchäf 10916 tigten Schneider und Schneiderinnen werden wegen der hochwichtigen TagesDie Lohnkommission. ordnung gebeten, zahlreich zu erscheinen. Verband der in Buchbindereien, Verein zur Wahrung der Intereffen der Papier- und Lederwaaren- Industrie beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen( Mitgliedschaft Berlin). Dienstag, den 20. November, Abends 8 Uhr, sämmtlicher Knopfarbeiter u. Arbeiterinnen Berlins und Umgegend. Montag, den 19. d. M., Abends 8 Uhr, Süd- Ost: Montag, den 19. November 1894, Abends 82 Uhr, bei Wiedemann, Blumenstr. 38, bei Hoffmann, Oranienstraße 180: Bezirks- Versammlung. Tagesordnung: 1. Welche Stellung haben wir einzunehmen gegenüber der zu gründenden Innungs- Krankenkasse? Referent: Kollege Koblenzer. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Mittwoch, den 21. November 1894, Abends 8 Uhr, bei Kelle, Schönhauser Allee 28: Branchen- Versammlung der Küchenmöbel- Tischler. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wertstatt- An gelegenheiten und Verschiedenes. 143/3 Friedrichsberg und Rummelsburg. Montag, den 19. November 1894, Abends 81/2 Uhr, DE bri Peters, Kant- und Schillerstraßen- Ecke: Bezirksversammlung. Tagesordnung: 1. Werkstatt- Angelegenheiten. 2. Aufnahme neuer Zum 1. Punkt der Tagesordnung sind die Mitglieder. 3. Verschiedenes. Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Schluß der Vorlesung: Die zehn Gebote u. 1. 1. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 157/6 Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Holzbearbeitungsim gr. Saale der Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Branchen- Versammlung der in der 75/5 Lurus- u. Spizenpapierbranche beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen Tagesordnung: 1. Die Etellung der Frau in der heutigen Gesellschaft. Referent Kollege A. Sailer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein und Tany. Die Kollegen und Kolleginnen werden ersucht recht zahlreich zu er Der Einberufer. scheinen. Musikinstrumenten- Arbeiter. Oeffentl. Versammlung Maschinenarbeiter! am Sonntag, den 18. November cr., Vorm. 10 Uhr, Am Mittwoch, den 21. d. M.( Bußtag), Fußpartie. Abmarsch Morgens 9 Uhr Bahnhof Stralau- Rummelsburg. im Lokale von Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a. Tages Ordnung: 1. Abrechnung der Kommission über die Sperre von Höhne u. Se!!. Um zahlreiche Betheiligung ersuchen 2. Der Stand des Lohnkampfes. 3. Verschiedenes. 147/4 Die Vertrauensmänner. Orts- Krankenkaffe Es ist Pflicht jedes Kollegen zu erscheinen. Die Kollegen von Klein& Co. sind hiermit besonders eingeladen. Die Lohnkommission. 198/8 Kollegen aus den Werkſtatten von Wagenknecht, Kantstr. 11 und Gayite, des Maurergewerbes zu Berlin. Gesangverein Liedesfreiheit!. Bittoriaplay 3, besonders eingeladen. Um zahlreichen Besuch bittet Die Ortsverwaltung. Fachverein der Tapezirer Berlins und Umgegend. Dienstag, ben 20. November, Abend 3 8 Uhr, bei Freigang, Schükenstraße 18/19: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Das Zirkular der Braunschweiger Kollegen betreffs Organisation der Zapezirer Deutschlands. 2. Abrechnung vom Stiftungsfest. 3. Vereins Angelegenheiten. Gäste sind willkommen. Rixdorf. Töpfer! Der Vorkand. 232/4 Einladung. Dienstag, den 27. d. M., Abends 8 Uhr, in den Arminhallen"( oberer Saal), Kommandantenftr. 20: Generalversammlung der Vertreter der ,, Orts- Krankenkaffe des Maurer- Gewerbes". Tagesordnung: 1072b 1. Bericht über die Thätigkeit des Borstandes. 2. Wahl des RechnungsAusschusses. 3. Ergänzungswahl zum Vorstande für 1895 und 1896 für die ausscheidenden Vorstands- Mitglieder, Rixdorf. Serren Damuß und Wirth( Arbeit Wander- Versammlung geber), Dähne, Buchholz, Simanowsti, Klaust, Walter und Bommel( Arbeitnehmer). 4. Rontratt mit dem ( Mitgl. b. Arb.-S.-B. Berlins u. Umg.) Dirigent: R. Tietz. 1 Donnerstag, den 22. November 1094: Bur Feier des 33. Stiftungsfestes: Grosses Vokal- und Instrumental- Concert in Fiebig's Ball- Salon, Grosse Frankfurterstrasse 28. Zur Aufführung gelangt u. a.: Bannerlied von Sahm, Vor dem Sturm von Engelsberg( mit Orchesters begleitung). Nach dem Concert: Großer Ball. 129/7 Anfang 8%, Uhr. Billet 25 Pfennig. Der Ueberschuß ist für die ausgesperrten Brauerei- Arbeiter bestimmt. Das Komitee. Ausschant von ringfreiem Bier. Schöneberg!= Hausdiener! Kutscher! des Vereins zur Regelung der gewerbl. Verhältnisse der Löpfer are. Beitritt zu einem Berbande Sonntag, den 18. November, Abends 6 Uhr, in Kessner's Salon, und Berufsgenossen Berlins und Umgegend am Sonntag, den 18. november, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Kummer, Berlinerstraße 136. Tages Ordnung: 1. Was hat uns der diesjährige Fensterstreit gelehrt? 2. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht 242/15 Der Vorstand. Köpenick- Adlershof. der Krankenkassen gemäß§ 46 des Kranken- Verf.- Ges. 6. Verschiedenes. Berlin, 6. November 1894. Der Vorstand. Aug. Dähne, Aug. Kelpin, Vort., Schriftf., Demminerstr. 66. Demminerstr. 54. Drts- Krankenkasse Grunewaldstr. 110. Grosse öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Lage der im Handels- und Transportgewerbe beschäftigten Hilfs. arbeiter und wie ist eine Besserung derselben möglich? Referent: Rollege D. Plath. 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 135/13 Der Einberufer. loses Bahnziehen. Theilzahlung. Goldstein, Oranienftr. 123 Dienstag, den 20. November, Abends 8 Uhr, in Wöllstein's Luft. Der Tabak- Fabrikarbeiter. Künſtl. Zähne, zügl. u. Garantie, ſchmerz, Zabuſchmerz beſeitigt, ſchmerzgarten, Adlershof: Deffentliche Partei- Versammlung. Große Berliner Schneider- Akademie. 869L* Generalversammlung Mittwoch, den 28. November cr., Abends 8 Uhr, im Rassenlokale, Landsbergerstr. 108, und bittet um zahlreiches Erscheinen 908M Der Vorstand. Tages Ordnung: Wahl des Vor1. Berichterstattung vom Parteitage. Referent: Genoffe Kasper. Steglig. 2. Bericht der Vertrauensleute. 3. Wahl derselben. 4. Wahl der ſtandes und der Revisoren. Lokalkommission. 2321 Möbel, Bartsch, Schügenſtr. 2 unsere Firma und Hausnummer: nur No. 1. Tages.Ordnung: Berlin C., Rothes Schloss nur No. 1. Größte und besuchteste Fachschule; alleiniger Unterricht nach der unübertreffbaren und allgemein als beste anerkannten Methode Kuhn. Wirkliche Garantie für gediegene theoretische und besonders praktische Ausbildung in der Herren-, Damen- und Wäscheschneiderei. Kostenfreier Stellennachweis. Prospekte gratis. Empfehlenswerth: gebrauchte, tauft Lehrbücher für Herren- und Damenschneiderei. Man beachte genau Die Vertrauensleute. Berantwortlicher Hedatteur: J. Dierl( Emil Roland) in Beriin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berin, SW, Beutontraße 2. Die Direktion.