Nr.ZSH ❖ ZS.�ahrgakg Ausgabe A Nr. 157 Bezugspreis: Vierteil äbrl. 30,— M., monat I.!<>,— M. frei ins Saus, voraus zahlbar. Pos!» bezug: Monatlich 10,— il!!. einschl. Fu- stellung-gebUhr. Unter Kreuzband in« Deutschland. Danzig. das Eaar- und Metneltiebiet. sowie die ehemals beut- schen Gebiete Polens, Oesterreich. Ungarn und Luhembura 20,— M, fiir das übrige Ausland 2?.— M. Postbestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tschecho• Slowakei, Dänemark, Solland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz, Der.Vorwärts" mit der Sonntags- dcilage.Volt und Aeit", der Unter- haltungsbrilage„Scimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochontäglich zweimal.Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse! „Sazialdemofral Berlin"' Sonntags-Ausgabe Devlinev Volksblntt ( 40 Nksnnig) Anzeigenpreis: Dt« achlgespalten» Nonvarellleze»» kostet WO M.flleln* Anzeigen" da» tettgedruckt, WoN ich« M. szu- lässig zwei sengedruckt« Wone), sede» weiter» Won l.— M. 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Der Reichspräsident hat zum heutigen h i l f s t a g für Oberschlesien folgenden Ä u f r uf erlassen: Der dritte polnischeAus stand hat während zweier Monate unendliches Leid und unsagbares Elend über Oberschlesien gebracht. Tausende unserer deutschen D rüder und Schwestern muhten, um den Bedrohungen und Mihhandlungen der aufrührerischen Landen zu entgehen. Haus und Hof in Stich lassen: die meisten konnten aus der Alucht fit das nackte Leben retten: Zehntausende deutscher Ober- schlcsier haben ihre Deschäfligung verloren. Ueberaus groh ist auch die Zahl derer, die unter Plünderungen und Rau b zu leiden hatten. wir gedenken in tiefer Ehrfurcht der T o ke n. die Opfer dieses Aufruhrs wurden und der tapferen ZNänner des h e i m a t f ch u tz e s, die ihr Leben in der Verteidigung für die geliebte Heimat lasten muhten. Das deutsche Volk ist einig in der Hoffnung, dah diese Opfer nicht umsonst gebracht wurden und dah die treue Hingabe und die Geduld, mit der Obetschlcsten sein schweres Schicksal trägt. in dem schliehlichen Triumph des deutschen Rechts ihren Lohn finden. Die Oberschlesier haben durch ihre Abstimmung mit überwältigender Mehrheit den Willen kundgegeben, mit uns vereint zu bleiben. Die Abstimmung des 20. ZNärz war ein Treuebekenntnis zum Deutschtum, wie es schöner nicht erwartet werden konnte. Run heiht es für uns: Treue umTreue! Zelzt ist es an uns, unseren oberschlesischen Brüdern zu danken für ihre Skandhasligkcit und ihr ausdrucksvolles Bekenntnis zum Deutschen Reiche. Die Regierung kann diese ihre Dankespsiichl nicht bester er- füllen, als wenn sie sich dem Hilfswerk, zu dem heute ganz Deutschland ausgerufen wird, von ganzem Herzen anschlicht. Sie wendet sidj daher an das deutsche Volk, an alle, ohne Unter- schied des Standes, des Glaubens und der Partei, und fordert auf. mitzuhelfen, die Wunden zu heilen und die Rot zu lindern. die der Aufstand dem Abstimmungsgebiet brachte. Wäge der Tag nicht mehr fern sein, an dem die Regierung, unbehindert durch fremde Einsprüche, sich ganz dem werk des wirtschaftlichen und kulturellen Wiederaufbaus des alten deutschen Landes widmen kann: zum Wohle Oberschlesiens, zum Gedeihen unseres gemeinsamen Baterlandes und zum Ruhen des Wellfriedensi Berlin. Z. Iuli 1921. Der Reichspräsident Der Reichskanzler Eberl. Dr. Wirt h. * Auch Deutschö st erreich hat sich entschlosten, einen allge- meinen Oberschlesier-Hilfstag zu veranstalten. In einigen deutschösterreichischen Landesteilen wird dieser gleichfalls am 3.� in anderen am 17. Juli vor sich gehen. Aus Innsbruck ist folgendes Telegramm bei der Haupt- geschSstsstelle des Oberschlesier-Hilfswerts eingegangen: Die Bundesgruppe Germania des Bundes der Reichsdeutschen in Tirol wünscht besten Erfolg zum Oberschlesier-Hilfstag am 3. Juli. Tirol verspricht am 17. Juli seine Pflicht für die Rot in Oberschlesien zu tun." Wie wir ferner hören, beabsichtigen die deutschen Kolonien in der ganzen Welt, das Oberschlesier-Hilfswerk aufs wärmste zu unter- stützen und aus Anlaß des Oberschlester-Hilfstagcs eine besondere Sammlung einzuleiten. Weiterer Rückzug in Gberschlesien. Verlin. 2. Zuli.(TU.) Räch den vorliegenden Meldungen scheinen stch die Znsurgenten, soweit geschlossene verbände bei ihnen noch bestehen, ziemlich ordnungsgemäß zurückzuziehen, wenn auch kleinere Zristversäumniste vorkommen. Der Rückzug des deutschen Selbstschutzes ist ebenfalls dem Abkommen enlsprechend erfolgt. Ein großer Teil der Angehörigen des Selbstschutzes wird in die früheren Berufe zurückkehren, die Ihnen offengehalten worden sind. Der Ar- beilsvermiltlung für die übrigen werden sich die freien und die christ- lichen Gewerkschafken annehmen. Der Berliner Korrespondent des«Daily herald" telegraphiert feinem Blatte fokgonden Warnruf, der vor allem in Deutschland Be- achtung verdient:„Während alle Augen auf Oberschlesien gerichtet sind, sammeln sich in Breslau gefährlich« Elemente, die Trümmer der ausgelösten Orgesch und des aus Oberschlesien zu- rückgehenden Selbstschutzes und jene dunklen Kräfte, die darauf lauern, das alte Deutschland wieder in den Sattel zu setzen, wenn die Entscheidung der Alliierten ihnen Gelegenheit dazu gibt."_ Die Garantiekommiflion zur Wieüergut� machung. Paris, 2. Juli.(WTB.) Der„Temps" dementiert, offenbar von amtlicher Seite au» unterrichtet, die Nachricht, daß die Entente von der deutschen Regierung verlangt hätte, einen französischen Kon- trolltommissar beim deutschen Finanzministerium und beim Statist!- schen Amt zu beglaubigen. In Wirtlichkeit handele es sich nur um die bereits bekannte Anordnung, daß die Garantiekommission in Berlin ihre Nachrichten» und Kontrollorganisationen unterhält, die natürlich in enger Fühlung mit der deutschen Regierung und deren zuständigen Behörden stehen. Die Garantickommission veröffentlicht ein amtliches Commu- nique, in dem im wesentlichen gesagt wird, 1. dah der Tarif der Ausfuhr im Sinne des Londoner Zahlungsstatuts genau festgelegt werden müsse. Dabei habe sie gleichzeitig aus die Schwierigkeiten aufmerksam gemacht, die mit der Verwendung der Äusführzifsern als Index für die nicht feststehenden Iahreszahlungen verbunden sind. Diese beiden Einwendungen habe die Garantiekommission an die dafür zuständige Reparalionskommission weitergeleitet: 2. daß die Verwendung der Zolleinnahmen zur Sicherstellung der deutschen Zahlungen die Zollpolitik ungünstig beeinflusten müßte. Tie Ga- rantiekommission habe Mittel angegeben, um dem abzuhelfen, im übrigen auf den jetzt geltenden Anordnungen bestanden: 3. daß die Züproz. Ausfuhrabgabe wegfalle. Die Garantiekommission habe sich aber das Recht vorbehalten, auch diese Bestimmung aufrecht zu erhalten, wenn die nötigen Devisen auf andere Weise nicht zu be- schaffen seien. Die deutsche Regierung habe diejenigen Hilfsquellen angegeben, die nach ihrer Meinung an die Stelle der im Londoner Abkommen vorgesehenen zu treten hätten, wovon die Garantie- kommisston unter Borbehalt der oben mitgeteilten Stellungnahme Kenntnis genommen habe. Bei dieser Gelegenheit habe die Kom- Mission die deutsche Regierung darauf aufmerksam gemacht, daß das ganze System der deutschen Zahlungen auf einer gewissen Festig- keit des Markkurses beruhe und daß diese wiederum vor allem das Gleichgewicht des Budgets und dem entsprechend die nötigen Finanzreformen voraussetze. Endlich habe die Garantiekommission auseinandergesetzt, auf welche Weise sie sich Gewißheit über die Richtigkeit der deutschen Ausfuhrzoll- und Steuerstatistit zu verschaffen gedenke. Das Eommunique fügt hinzu, was das Jahr vom 1. Mai 1921 bis zum 1. Mai 1922 anlange, so seien die deutschen Zahlungsverpflichtungen zum größten Teil durch die schon bezahlt« eine Milliarde Goldmark, durch Raturallieferungen und das Ergebnis der Ausfuhrabgabe gedeckt, so daß die deutsche Regierung wahrscheinlich nicht mehr als für 300 Millionen Gold- mark ausländische Devisen werde zu erwerben haben. Dabei werde vorausgesetzt, daß die deutschen Statistiken mit den Tatsachen über- einstimmen. 5?raikzöfisch-deutsche Wirtschaftsverhandlung. Paris, 2. Juli.(TU.) Die französisch-deutschen Wirtschaftsoer- Handlungen sind bis zum 10. Juli vertagt worden. Rathenau wird nicht nach Paris kommen. Dielleicht wird mit ihm aber noch eine sranzösisch-deutsche Konferenz in Wiesbaden stattfinden. Einige Blätter halten jetzt die Aufhebung der Sanktionen für erwünscht, dagegen müsse die Bestrafung der Kriegsmissetäter unbedingt durch- geführt werden. Wirü ehrlich entwaffnet? Langsam füllen sich die englischen und französischen Zeitungen mit Meldungen über die Resultate der deutschen Entwaffnung. Das „Journal" teill mit, daß es zu wissen glaube, General Rollet, der Borsitzende der Interalliierten Kontrollkommission, habe erklärt, die deutschen Ziffern über die Entwaffnung seien richtig, bei den deutschen Behörden habe er den aufrichtigen Wunsch festgestellt, die eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Reuter veröffentlicht die deutschen Zahlen ebenfalls und betont, daß sie als befriedigend anerkannt würden. Damit verliert Briand einen weiteren seiner Gründe, die ihn angeblich dazu bewogen haben, die Sanktionen aufrechtzuerhalten. Die Regierungsbilüung in Italien. Rom, 2. Juli. De Nicola ist es nicht gelungen, ein Kabinett zusammenzubringen. Nunmehr hat der König B o n o m i beauf- tragt, die Regierung zu bilden. Bonomi verhandelt zurzeit mit der Partei der„Populari", den Klerikalen. Rom, 2. Juli.(WTB.) Bonomi hatte heute früh eine Unter- redung mit de Nava, der als Anwärter für das Außenministerium bezeichnet wird. Der temalistische Vormarsch. Paris, 2. Juli.(DA.) Der„Matin" meldet aus Konstantinopel: hier herrscht eine fieberhafte Tätigkeit wegen der Annäherung der Armee Kemal Paschas. Das Oberkommando hat Konstantinopel in den Dcrteidigungszustand gesetzt. Eine Flotte von russischen und kemalistischcn Schiffen beschießt die hafcnplätze östlich von Stambul. Wie das„Echo de Paris" aus Konstantinopel berichtet, haben tema- listische Vortruppen nach der Räumung von Jsmid durch die griechi- schen Streitkräfte diese Stadt besetzt und treffen Anstalten, auf Kon- stantinopel vorzumarschieren. Die Griechen stehen in ihren neuen Stellungen etwa 20 Kilometer westlich von Jsmid. Japan und Veutschlanü. Berlin, 2. Juli.(WTD.) Die japanische Regierung hat dem Auswärtigen Amt davon Mitteilung gemacht, daß sie auch für den Fall, daß Deutschland vorsätzlich seinen Verpflichtungen nicht nachkomme, nicht beabsichtige, auf Grund des Friedensvertrages das Eigentum deutscher Staatsangehöriger mit Beschlag zu belegen, l wer unö wo ist der Diktator! Bon Philipp Scheidemann. Nachdem am 9. November 1918 der Kaiser nach Holland geflohen und dann die Republik ausgerufen worden war, gefchäfte zu übernehmen, weil nach feiner Ueberzeugung nie mand bester in der Lage sei, das deutsche Volk vor vollkomme- ner Anarchie zu bewahren, als die Leiter der stärksten poli- tischen Organisation im Reiche. Ebert, der erst mit dem Parteivorstand oder der Fraktion beraten wollte, ob er das ihm vom Prinzen Max offerierte Kanzleramt übernehmen sollte, erklärte sich auf mein Ersuchen schließlich sofort dazu bereit, weil ja wirklich keine Zeit zu verlieren war und weil wir des Einverständnisses der Partei sicher sein konnten. Eine objektive Geschichtsschreibung wird gewiß mancherlei auszusetzen haben anderTätigkeitderVolksbeauf- t r a g t e n; aber sie wird wahrheitsgemäß feststellen müssen, daß es in der Tat den nach dem Ausscheiden der Unabhängigen in der Regierung verbliebenen und neu hinzugetretenen Mit- gliedern der SPD. gelungen ist, das Reich vor der Auflösung und das Volk vor der Anarchie zu bewahren. Es gelang ihnen auch, trotz stärkster Bedrohung durch die Kommunisten und schier zahlloser sonstiger Schwierigkeiten, die Wahlen zur Nationaloersammlung vorzubereiten und die Versammlung selbst in Weimar zu konstituieren. Der Spuk der Räteregierung ward gebannt, die Demo- kratie mit Rede- und Pressefreiheit waren gesichert worden. Die Volksbeauftragten waren damit ihrer sozialdemo- kratischen Ueberzeugung treu geblieben, sie haben auch durch die strikte Ablehnung der neuen russischen Heilslehren nicht nur die Arbeiter, sondern auch das Bürger- und Kleinbürger- tum vor all den Schrecken bewahrt, die sie in Rußland haben ausstehen müsten und noch erdulden. Wenn jetzt die reaktionäre Presse ihre schier grenzenlosen Beschimpfungen der Republik und ihrer Einrichtungen über- Haupt drucken kann, so dankt sie das in erster Linie gerade den Männern, die sie am skrupellosesten verleumdet. Ich denke nicht daran, die von uns gesicherte Presse- und Redefreiheit zu beklagen, obgleich die Republik heute sicherlich efestigter dastände, wenn man der antirepublikanischcn Zresse auch nur den zehnten Teib der Beschränkung auferlegt ätte, die der republikanischen Presse im März 1929 von den tappisten sofort aufgezwungen worden ist. Die Pressefreiheit ist von der reaktionären Presse zu einer Pressefrechheit und Vcrleumdungsfreiheit entwickelt worden, der gegenüber die Republik und die ihr treu ergebenen Staatsbürger nahezu schutzlos sind. Was soll man dazu sagen, wenn ein deutschnationaler Redakteur, der wiederholt öffent- lich zur Ermordung bestimmter demokratischer und sozial- demokratischer Personen aufgefordert hat, zu KKK) M. Geldstrafe verurteilt wird, während ein sozialdemokratischer Redak- teur, der einen Deutschnationalen angeblich beleidigt holt, ins Gefängnis wandert, weil, so wurde ihm gesagt, seine Geldstrafe vermutlich vom Verlag bezahlt werden dürfte. Die Erlebnisse auf dem Gebiete des„Rechts" schreien direkt zum Himmel. Der neue Fall Traugott v. Jagow ist der Punkt über dem i in dem Kapitel von der Juristerei. Die bösartigen Zeichen der Zeit mebren sich in solcher Fülle, daß es zeitgemäß ist, einmal die Frage öffentlich zu stellen, ob man in Berlin vor lauter Steuersorgen nicht ver- gißt, wenigstens hin und wieder nach dem Treiben der T o d- feindedcrRcpublikzu sehen. Es könnte sein, daß uns eines schönen Abends ein mit schwarz-rot-goldener Schleife gebundenes reizendes Stsuerbukett vor die Nase geholten wird, das am nächsten Morgen der Republik auf den Sarg gelegt werden könnte! Mit einem Worte: die S o r g l o s i g k e i t, mit der man in Berlin die Vorgänge im Reiche zu beobachten scheint, ist unverständlich. Kein Hauch der neuen Zeit in den Gerichts- säten I Finsterste Reaktion in der Verwaltung, in der die ver- knöchertsten Geheimräte immer noch oder schon wieder die ersten Rollen spielen. Und im Reichsheer ist der Aeh-Aeh-Ton und das sonstige Gehaben, das uns in der Welt so verhaßt gemacht hat, bereits genau wieder so entwickelt, wie Anno 1913. Vor dem Kapp-Putsch sprach der Oberst Reinhard von der Regierung, die nur aus„Lumpengesindel" bestehe. Er wurde leider nicht sofort davongejagt. Aus früheren Fehlern soll man lernen. Viel dreister, als damals aus dem Munde eines einzelnen Offiziers, klingt es uns jetzt Tag für Tag aus dem reaktionären Blätterwalde entgegen: Diese„Iammerrepublik" mib den Ministerjuden Schiffer und Gradnauer und dem„Juden Rathenau als Wiederaus- bauminister" hat einen„Kanzler der Roten". Und„diesem Kanzler ist alles zuzutrauen", denn er hat ja g e g e n den reaktionären Antrag gestimmt, die republikanischen Farben von der Handelsflagge auch in ihren letzten Spuren(der Gösch) zu beseitigen. Und die schwarz-rot-goldene Flagge der Repu- blik wird beschimpft als„Novemberflicken",„Judenfahne". „Jammerlappen" usw. usw. Alledem wird aber die Krone aufgesetzt in der„München- Augsburger Abendzeitung" des Herrn Stinnes vom 29. Juni K. 3- Da heißt es am Schluß eines Artikels, in dem die Freude über die zersplitterte Arbeiterschaft zum ungehinderten Ausdruck kommt, wörtlich: .wenn uns heute ein wirNicher Diktator entstünde, der den ganzen Rovemberschwindel abtäte, so hätte er leichtes Spiel. Rur ... wir haben keinen." Man muß dem Blatt der Deutschen Volkspartei dankbar fein für das offene Wort. Die Hen'fchasten schreien nach dem Diktator— sie haben aber keinen— sie haben noch keinen, d. h. sie haben heute noch keinen! Aber morgen? Wird sich morgen nicht irgendein Escherich finden, der den ganzen „Novemberschwindcl" kappt? Je weniger die Reichsregierung von einer Bekämpfung der Reaktion merken läßt, um so mehr sollte die Arbeiterschaft er- kennen, was auf dem Spiele steht. Eine geschlossene A r b e i t e r s ch a f t ist imstande, jede Bedrohung der Repu- blik abzuwenden. Was veranlaßt die Arbeiter noch, zur Freude der Reaktion, getrennt zu marschieren? Die sogen, kommunistischen Parteien sind in der Auf- lösung begriffen. Die jungen Leute, denen jede politische Er- ziehung gefehlt hat. weil sie von der Schulbank an die Dreh- bank.und dann in die Schützengräben gewandert sind, kommen allmählich zur Einsicht und wenden sich mit Grausen von den „Führern", die ihnen eine goldene Zukunft, d. h. russische Zustände versprochen haben. Je mehr Wahrheit aus Rußland zu uns kommt, um so schneller werden die getäuschten Arbeiter diesem Kommunismus den Rücken kehren. In einer Kasseler Arbeiterversammlung sprachen am Ii. Juni d. I. vor etwa 12 OOV Arbeitern je ein Vertreter der SPD., der USP. und der VKPD. Letzterer, auch seinen Parteigenossen ein absolut fremder Mann, gab zwar reichlich unsinnige Redensarten von sich, aber die Versammlung beschloß dann ohne ein Wort des Widerspruchs eine Resolution, die mit folgendem Satze begann: „Die versammelten 12 000 Kasseler Arbeiter verwerfen jede Gewalttat zur Erzwingung politischer Ziele, gleich- viel von welcher Seite sie in Anwendung gebra cht wird." Wie eine Schwalbe keinen Sommer macht, so stellt eine kommunistische Ortsgruppe, die gemeinsam mit der SPD. und USP. demonstriert, und die Anwendung der Gewalt verwirft, noch keinen allgemein zur Vernunft gekommenen Kommunis- mus dar. Aber als Zeichen der Zeit sind solche Wandlungen in der Arbeiterschaft ebenso zu beachten, wie der Schrei des Stinnes-Blattes nach dem Diktator. Die USP. hat sich in der Praxis auf den Boden der Demokratie zurückgefunden, wenngleich ihr die Beschlüsse von Halle vielleicht noch einige Pein machen. Aber was bedeuten solche in Zeiten heftigsten Bruderkampses zustandegekommene Beschlüsse, wenn es sich um Leben oder Sterben der Republik, um Sein oder Nichtsein der DemokraUe und des Sozialismus handelt! Ich weiß, daß ein Zusammenschluß der deutschen Arbeiter- schaft nur möglich ist auf dem Boden der Demokratie. Aber da alle klassenbewußten Arbeiter den Sozialismus wollen und dieser nur auf demokratischem Wege zu erreichen ist, wenn nicht mehr zerschlagen werden soll, als in Jahrzehnten wieder aufgebaut werden könnte, so ist die Einigung der Ar» bejter gewiß kein unmögliches Beginnen. Wenn die Arbeiter wieder warten, bis irgendein ZLk- tator sie zwingt, zusammenzugehen, um die Republik zu retten? In der Politik heißt es voraussehen. Die Reaktion ist eifrig am Werte. Ich warne vor politischer Vertrauens- feligkeik und rufe den Arbeitern zu:„Einigt Euch!" Warnung an üi? Demokraten.. Unter der Ueberschrift„Wiederkehr des schwarz-blauetz Blocks" veröffentlicht die„F r a n k f u r t e r Z e i t u n g" aus- führliche Betrachtungen eines gutinformierten Politikers über die innerpolitische Situation. Der in der Tat gut informierte Pfui, M! Don Peter Michel. Quer über den Potsdamer Platz, mitten durch Wolken von Staub And Benzingestank, flutet mit dem lauen Mittagswinde plötzlich eine breite Welle süßen Blumenduftes. Mir ist auf einmal, als ginge ich wie oft als Kind langsam durch einen sonnigen Bauerngarten. Rosen blühen auf hochstämmigen Sträuchern, die an grüngestrichenen Pfählen lehnen. Wie zwei Blüten, die sich vom Stiele lösten, treibt ein Pfauenaugenpaar spielend vor dem Winde. Klingend ziehen Bienen in der Sonne ihre goldenen Schleifen. Ein Hupenschrei neben meiner Ohrmuschel schreckt mich jäh aus allen Träumem Mit raschem Satz rette ich mich vor der Zermalmung durch den breiten nägelbeschlagenen Radreifen eines Automobils auf die Bordschwelle. Ein kräftiges Mahnwort vom Führersitz fliegt hinter mir her, eine stattliche Dame, der ich im Sprunge ein wenig zu nahe kamen, zischt wie eine gereizte Gans, und das stöckelbeinige Hündchen, das sie an straffer Lederleine hinter sich herzerrt, erwürgt sich fast bei dem Versuch, mir kläffend zu Leibe zu gehen. Aber jetzt bin ich an der Quelle, aus der das füße Düsten strömt. Jenseits der breiten Steinfliesen des Biirgerstrigs stehen in langer Reih« nebeneinander kniehohe Weidenkörbe, Eimer und hölzerne Wannen, bis über den Rand gefüllt mit Blumen: Nelken in allen Tönen, weiß, rot. violett und gesprengelt, Levkoien, Korn- dlumen, Veilchen und Reseden! Und Rosen! Hinter den Körben und Eimern ragen mannshohe Gestelle aus Latten und Draht. Auf ihnen liegen die fertigen Sträuße zum Der- kauf. Die Händlerinnen greifen von Zeit zu Zeit in die Körb« und sügen mit flinken Fingern neue Sträuße zusammen. Sie sprechen, sie lachen miteinander, zwischendurch rufen sie aufmunternd die Vor- übergehenden an:„Frische langstielige Rosen, det janze Dutzend sechs Mark!" Ich rechne um: Sech» Mark! Das bedeutete nach der alten Währung etwa sechzig Pfennige; danach kämen also auf die einzelne Blume fünf Pfennigs. Wenn man bedenkt, daß Zucht und Pflege sicher allerlei Aufwand und Arbeit kosten und daß doch auch die Händlerinnen verdienen müssen, wird man den Preis gewiß nicht hoch find«. Rur— wenn ich dann nach dem gleichen Exempel mein? Einnahmen berechne, komm« ich zu der Erkenntnis, daß für mich diese Rosen dech nicht gewachsen sind. Aber die Dame mit dem Hündchen, meine Feindin, kauft: Drei große Rosensträuße, die sie sich zu einem einzigen zusammenbinden läßt. Sie bezahlt mit einem Zwanzigmarkschein. Die beiden kleinen schmutzigen Papierlappen, die ihr die Händlerin herausgeben will, weist sie zurück. Dafür wählt sie sich lieber noch ein Veilchen- sträußchen, das sie sich in den Gürtel steckt. Dann rauscht sie, eine Schleppe süßen Duftes nach sich ziehend, davon zur nah« Haltestelle der elektrischen Lahn und wartet aus Politiker bezeichnet die derzeit in Preußen bestehende Re- gierungskoalition sehr zutreffend als„den alten schwarz-blauen Block, verstärkt und dem freisinnigen Bürgertum schmackhafter gemacht durch die Miteinbeziehung der kleinen demokratischen Fraktion". Bindemittel dieses Blocks sei gemeinsame Abnei- gung gegen die Sozialdemokratie, gegen die Demokratisierung und die Grundsteuer. Noch vor wenigen Monaten sei Preußen Vorkämpfer der Demokratisierung und ein nützliches Gegen- gewicht gegen die nach rechts rutschende Reichspolitik gewesen. heute sei man umgekehrt auf dem Wege, von Preußen aus die schwarz-blaue �Homogenität" im Reich herzustellen. Der Zusammenschluß aller bürgerlichen Parteien in den Staat- Parlamenten vollziehe sich zu dieser Einrichtung parallel._ Im Anschluß an diese tatsächliche Darstellung erläßt der Gewähre- mann des Frankfurter Blattes folgende Mahnung an feine demokratischen Parteigenossen: Wenn die Deutsche Demokratische Partei sich für lebensfähig hält, wenn sie, anstatt immer mehr und mehr in die Rolle eines Annexes der Deutschen Volkspartei herab- zusinken, den Mut und den Willen hat, all die republikanisch und freiheitlich gesinnten bürgerlichen Elemente um sich zu sammeln, denen nicht wirkliche oder vermeintliche Steuerinte r- essen das Kriterium und das Leitmotiv ihrer Politik sind, sondern denen die Gedankenwelt der Demokratie und die Durchsetzung der Republik über alles geht, so muß sie sich mit aller Mach! gegen diese uns drohende Entwicklung der Herrschaft des schwarz-blauen Blocks in Preußen und im Reich stemmen. Sie darf dann einfach nicht durch Mitarbeit in den Regierungen dazu beitragen, eine Konstellation zu schaffen, die leichten Herzens, gestützt auf ihre zahlenmäßige Heber- legenheit, auf die Sozialdemokratie verzichten kann, sondern sie muß die Legende zerstöre», als ob der schwarz-blaue Block jemals eine Sammlung des gesamten Bürgertums gegen die SozMdemokratie bedeuten könne und dürfe. Zum Schluß wirb noch einmal mit starker Betonung ge- sagt, zu einer solchen Entwicklung müsse eine demokratische Partei in schärfster Gegnerschaft stehen, oder aber sie habe aufgehört, demokratisch zu sein. Der Kampf pegen Sie tzanöelsflagae. Mit. wichen Mitteln von den reaktionären Parteien ver- sucht wird, die Einführung der neuen Handelsflagge zu v e r- hindern, zeigt das nachstehende Schreiben, das vom„Zen- traloerein Deutscher Reeder" am 24. d. M. versandt wurde: „Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß auch nach der gegenwärtigen Fassung der Verordnung des Reichspräsiden- t e n vom 11. April 1921 die alte Handelsflagge auf jeden Fall noch bis zum 1. Januar 1922 geführt werde:, kann. Mit Rücksicht hierauf bitten wir unsere Mitglieder dringend, ihre Kapitäne schleunigst anzuweisen, die neue Flagge, auch wenn solche sich an Bord befinden sollte, nicht vor dem 1. Januar 1922 zu setzen. Inzwischen kann der Erfolg der vom Deutschen Seefahrtsausschuß seemännischer Bcrufsverbände eingeleite- ten Bewegung in Ruhe abgewartet werden." Inzwischen beschloß bekanntlich am 26. Juni der Reichs- tag mit einer kleinen Mehrheit, daß nunmehr die neue Handels- flagge e n d g ü l t i g e i n z u f ü h r e n ist. Die Berfaffer des Rundschreibens befinden sich übrigens hinsichtlich des Datums der Einführung der Handelsflagge in einem bedenklichen ver- fassungsrechtlichen Irrtum: diese ist nämlich nicht erst ab 1. Januar 1922 von den Handelsschiffen zu führen, sondern die Verordnung des Reichspräsidenten ordnxt die Führung der neuen Reichsflagge ab 1. I u l i d. I. an. Von diesem Tage an haben sämtliche Handelsschiffe, die deutsche Häfen verlaffen, die n e u e F l a g g e zu führen, und nur für solche Schiffe, die sich gegenwärtig im Auslände befinden und die neue Flagge noch nicht bei sich führen, ist die Verordnung bis zum 1. Januar des folgenden Jahres ausgedehnt. Wir warnen nachdrücklichst vor einer Irreführung der öffentlichen Mei- nung, die für die falsch Unterrichteten unangenehme Folgen trogen könnte. ihren Wagen. Die Glücklichel Heut abend werden in allen ihren Vasen rote Rosen blühen!— Nicht weit davon sitzt, mit dem Rücken gegen die Hauswand ge- lehnt, ein Kriegskrüppel, wenig mehr als zwanzig Jahre alt, mit breitem BLiisikasten unter dem offenen grauen Soldatenrock. Aber beide Beine fehlen ihm— statt ihrer strecken sich aus den schlaffen Hosenröhren zwei hölzerne Stümpfe— und die rechte Hand ist schreck- lich verstümmelt. Ganz ruhig sitzt der Mann da, leine Zunge wuchert nicht mit dem Elend, nicht einmal die Augen betteln. Und doch— schon sein bloßes Da-Sein ist ein erschütternder Schrei um Hilfe an alle, die vorbeigehen, die gesund und rüstig und reich sind.— Die Dame mit den Rosen kehrt ihm den Rücken zu. Aber ihr Hündchen entdeckt ihn. Die Herrin hat unversehens die Leine fahren lasien. Run schnuppert das nervöse Röschen des Tieres neugierig an den breitgetretenen Enden der Stelzfüße herum. Der Invalide lächelt. In seinem Lächeln ist nichts von Bitterkeit, nur reine Freude über das zierliche Wesen. Da gellt ein unwilliger Schrei:„Pfui, Fiffil" Der Hund zieht furchtsam den Hinterkörper ein. Die Frau mit den Blumen hat sich umgewandt: ihr Gesicht trögt den gleichen Ausdruck wie vorhin, als sie das schmutzig« Geld der Rosenhändlerin zurückwies. Sie bückt sich mühsam, rafft die Leine wieder auf und reißt das Tier zornig zu sich heran, bis dicht an ihren Rocksaum. Dann schaut sie weiter aus, ob denn ihre Bahn noch nicht komme.— Der Mann an der Mauerwand lächelt jetzt nicht mehr. Einen Gedanken lang schließt er die Augen. Wie er sie wieder ausschlägt. bemerkt er drei runde Rosenblätter auf seiner grauen Kleidung. Sie lösten sich, als die Dame sich neigte, von dem Riesenftrauß in ihrem Arm und glitten schräg auf ihn. Hastig stäubt der Krüppel sie mit der gesunden Hand fort, als wären es glühende Funken. Seine Blicke, feine zusammengekniffenen Lippen scheinen zu wiederholen: Pfui, Fiffi! Eine kommunisttsche Orlenl-llniversität. In Moskau ist ein« kommunistische Universität der Werltätigen des Orients eröffnet worden, deren Zweck die Ausbildung kommu- nkstischer Agitatoren und Instruktoren für die Dölkerstämme ganz Asiens ist. Der Unterricht soll möglichst in der Muttersprache der betreffenden Studenten erteilt werden: da e» aber zurzeit noch an Lehrern fehlt, sind vorläufig folgende Kurs« vorgesehen: in russischer Sprache für die Völker Sibiriens, in englischer für Chinesen, Japaner und Inder, in türkischer, persischer und mongolischer(für Kalmücken und Kirgisen), in armenischer, georgischer Sprache und in weiteren sechs Sprachen für die Bergvölker des Kaukasus. Die Dauer des Unterrichts ist auf sechs Monate festgesetzt. Die Studenten sollen wie Zöglinge der Obersten Militärschule verpflegt werden. „Jagd" mit Maschinengewehre«. Wie die„Basra Times" berichtet, sind während des Krieges m Mesopotamien Gazellen- jagden beliebt geworden, die in Kraftwagen und mit Maschinen- gewehr-n unternommen werden. Man kam darauf infolge des Fleifchmangels, der damals herrschte. Große Masten der Tiere wurde» erlegt, indem man mit Maschinengewehren in die Herden Zu tzilfel Eine kürzlich abgehaltene Funktionärkonferenz der komnm- nistischen Parteiorganisation von Groß-Berlin nahm noch eingehen» der Debatte über die Vorgänge in der KPD. die folgende R e s o- l u t i o n an, die den in Moskau versammelten kommunistischen Delegierten durch die Funkenstation Nauen übermittelt wurde. Die Resolution hat folgenden Wortlaut: 2000 kommunistische Funktionare der VKPD. Groß-Berlins senden dem gegenwärtig tagenden Kongreß der Dritten Internatio- nale ihre brüderlichsten Grüße und fordern ihn auf, die Kommu- nistischeInternationale von allen unzuverlässigen und opportunistischen Elementen zu reinigen. Ganz besonders fordert die Berliner Organisatton der BKPD. den Kongreß auf, den jüngsten Vorgängen in der deutschen Partei ihr Äugenmerk zu schenken und unnachfichtlich mit den Elementen. die die Partei sehr schädigen, wie z. B. die Gruppe„Sowjet" („Unser Weg"), Schluß zu machen und mit ihr abzurechnen, damit die VKPD durch die Berrctter in ihren eigenen Reihen in ihrer Kampfkraft nicht weiter geschwächt wird. Dieser Hilferuf beweist die ganze Kläglichkett der KPD. und ihre Unfähigkeit, selbst ihre eigenen Parteiangelegenheiten zu ordnen. Die Kommunisten, völlig geschwächt durch die unsinnige Märzaktion, betteln um Hilfe und gleichen einem Schwächling, der sich nicht selbst zu helfen weiß, sondern seinen stärkeren Bruder herbeiruft, damit der die Angreifer oerhauen soll! Schutz vor Krach im Lanötag. Der Gcschäftsordnungsausschuß des Landtags nahm den Be- schluß des Unterausschusses über die Neufeststellung der O r d n u n g s- bestimmungen ohne wcfmttiche Aenderung an: 1. Verletzt ein Abgeordneter in grober Weise die Ordnung, so ist der Präsident be- rechtigt, ihn von der weiteren Teilnahme an der Sitzung a u z z li sch ließen Der Abgeordnete hat auf Ausforderung des Präsi- Kenten den Sitzungssaal zu verlassen. 2. Leistet der Abgeordnete der Aufforderung des Präsidenten, den Saal zu verlassen, keine Folge, so wird die Sitzung unterbrochen. In diesem Fall zieht sich der Abgeordnete ohne weiteres den A u s s ch l u ß für die folgen- den a ch t Sitzungstage zu. Der Präsident stellt dies bei Wieds-- beginn der Sitzung oder bei Beginn der nächsten Sitzung fest. In besonders schweren Fällen kann der A e l t e st e n r a t den Abgeordneten durch einen mit Dreiviertelmehrheit gefaßten Beschluß von der Teilnabme an höchstens 15 Sitzimgstage des Landtages aus- schließen. Die Entscheidung des Aeltestenrates ist in der nächsten Sitzung zu verkünden. Ein Abgeordneter darf während der Dauer der Ausschließung auch an den Ausschußsitzungen nicht teilnehmen. Die Frag«, ob dem Abgeordneten die Diäten entzogen werden sollen, wird einer Aenderung des Diätengesetzes vorbehalcen bleiben müssen. In der vorausgehenden Aussprache wies Abg. K a tz (Komm.) die Neuregelung als Ausnahmemaßnahme gegen die Kam- munisten zurück. Diese würden sich n i ch t abhalten lasten, ihre Ziele weiter zu verfolgen.(Die nach seines Fraktionsfreundes Pieck gemachter offenherziger Aeußerung auf Lahmlegung des Parlaments gerichtet sind!) Nicht die Kommunisten, sondern die anderen Parteien erstrebten den Krach im Parlament. Die Kommunisten werden sür Aufklärung im Lande sorgen, daß die anderen Parteien mit Ein- schluß der SPD nach einem Blut oergießenden Parlament streben.(!!) Die Kommunisten dächten gar nicht daran, das Hmis zu verlassen. Abg. Meier-Berlin(U. Soz.) bemerkte, diese Ordnungs- bestimmungen �werden nichts nützen. Der Beschluß wurde schließlich gegen die Unabhängigen und Kommunisten angenommen. Damit ist die dritte Lesung der Reu» besttmmung über die Geschäftsordnung beendet. ver 1. Unferaussthuß des parlamenkarischeu llnlersuchungsaus- schustes des Reichslogs wählte an Stelle des auescheidenden �Reichs- Ministers des Innern Dr. Gradnauer den Abg. Dr. Schütting zum Vorsitzenden. Der Ausschuß beschloß, zur Beschleunigung seiner Arbeiten, 11 Tage vor Beginn der Herbstsession zusammenzutreten. um die politischen Referate über die Weltlage vor dem Attentat von Sarajewo entgegenzunehmen. Die Untersuchung gegen Hermes. Im 26. Ausschuß des Reichs- tages, der die Untersuchung gegen den Reichsminister Dr. Hermes leitet, wurden heute der Ministerialdirektor Neydenberg und Dr. L a v a l l e zur Sache vernommen. Auf Grund dieser Ver- nehmungen wird ein Resume angefertigt werden, zu dem der Aus- schuß in seiner nächsten Sitzung Stellung nehmen wird. hineinfeuerte. Dabei kamen Unglücksfälle vor, Indem die Autos in Gräben stürzten. Vor dkm aber ist die Zahl der Tiere so verringert worden, daß man ihre völlige Ausrottung fürchtet. Der engl! che Kommissar hat daher jetzt das Jagen von Gazellen in Automobilen und mit Maschinengewehren untersagt, weil dadurch das Land von dem Wilde entblößt wird und diese Erlegungssorm nicht ds Sport angesehen werden darf. Ein lntern-klondes candstreicher-Rennen. Der internationd« Sport mit seinen Wetttämpfen hat mancherlei Gestalt angenommen, aber vielleicht kaum je eine so phantastische wie der bevorstehende Wettstreit zwischen zwei Ländern um den besten„Tram p", d. h. den Landstreicher in seiner amerikanischen Ausprägung. Diese Konkurrenz wird bestritten von„Salzbusch-Willy", einem austra- tischen Tramp, und„Bremsbaum-Iack", dessen Heimat irgendwo in den Vereinigten Staaten gelegen ist. Beide haben sich den Ruhm erworben, sich überall duyhzuschlagen, ohne jemals Geld bei ihren Fahrten in die Hand zu nehmen. Sie find jetzt unterwegs zu einem Wettrennen von New Dork nach der Küste des Stillen Ozeans. Der Preis ist ein Scheck über 500 Dollars, der dem Ge- winner von einem exzentrischen Millionär in St. Louis überreicht werden wird. Dieses Wettrennen, anberaumt zur Feststellung, wer von beiden nach der Tramp-Methode, d. h. unter, hinter, auf oder in Güter- und Kohlenwaggons zu reisen, schneller seinen Weg zurücklegen wird. war seit über einem Jahr in Vorbereitung. Die Wettbewerber dürfen jeden beliebigen Reiseweg einschlage� dürfen aber keinerlei Geld annehmen noch verausgaben. Sie müssen Rahrungs- und Beförderungsmittel so hinnehmen, wie sie ihnen Rdur und Zivilisation und die Gutwilligkeit der Menschen darbieten. Man rechnet, daß das„Rennen" etwa zwanzig Tage dauern wird. Praukexamen. Ein Armeebefehl des amerikanische» Kommandos in Koblenz bestimmt, daß den amerikanischen Soldaten«ine Heirdserlaubnis nur nocb vorheriger Prüfung des Charakters der Braut erteilt werden darf. Die Prüfung muß ergeben, daß gegen das deutsche Mädchen als Frau eines amerika- Nischen Soldaten und als Bürgerin der Vereinigten Staaten nichts einzuwenden ist. Der heiratslustige Amerikaner muß außerdem 100 Dollar deponieren, die die Reisekosten seiner zukünftigen Frau nach Amerika decken sollen. Die Erlaubnis wird nur soweit erleilt, als Befördercmgsmöglichkeit nach den Vereinigten Staaten besteht. Rur die höheren Dienstgrade dürfen ihr« Frauen in Deutschland bei sich behalten. Um die Prüfung der deutschen Mädchen rdionell durchführen zu können, wird es nöttg sein, die verschiedenen Prüfungs» f Scher genau zu defmieven. Und damit die Rheinländerinnen wissen, was von ihnen verlangt wird, dürfte es sich empfehlen, eine amtliche Liste der amerikanischen Hausfrauen- lügenden zu veröffentlichen. Jedenfalls bietet dieses militärische Brautexamen inklusive Deponierung der Reisekosten einen Stoff, aus den wir unsere Possendichter wohl nicht erst aufmerksam zu machen brauchen._ Srböhung der Rovelvreife. Um der serttchrellenden Mckdenttvertnng Rechnung zu ttegen. bat die schwediiche Akademie der Nobelstlstmig den Vorschlag gemacht, VI, Millionen Kronen aus dem für Konftrukttone« bs» stimmte» Fond« zu«in« Erhöhung der Robelpreije zu verweudn. Nr.SHH �ZS.Fahrgattg 1. Heilage öes vorwärts Sonntag, Z.Iutt 1921 ltrusius geisteskrank! Weitere Zeugenvernehmungen. I« d«r gestern vor dem Leipziger Reichsgericht fortgesetzten De- weisoufnahme wurde zunächst der inzwischen eingetroffene Dr. A. W e n g e r aus Dornach im Etfaß vernommen, der im August 1914 Regimentsarzt im Infanterieregiment 112 war. Er bekundet, bei dem Nachmittagsgefecht am 26. August habe es viele Verwundete gegeben. Es seien auch zwei verwundete Franzosen zu ihm ge- bracht worden, die ihn fragten, ob er sie nicht erschießen wolle. Er. Zeuge, habe erwidert: Was fällt euch ein, ihr steht doch Unter dem Schutz des Roten Kreuzes. Gegen 6 Uhr wurde der Zeuge zum General S t e n g e r gerufen, der ihm empfahl, die Verwundeten weiter zurückbringen zu lasten, damit die Rückzugsstraßen frei wür- den. Später ist dem Zeuge» ausgefallen, daß die beiden verwundeten Franzosen fehlten. Auf seine Frage sei ihm geantwortet worden. Major C r u s i u s habe sie erschießen lassen. Als am anderen Mor- gen Crusius sich bei ihm krank meldete, habe er ihm sein Vorgehen am Tage vorher vorgehalten. Crusius habe darauf erklärt, er habe nicht anders gekonnt, er habe einen Reroenklaps ge- habt. Ein llnterofizier hat dem Zeugen dann gesagt, daß die Er» schießung der Verwundeten auf einen B x fehl hin erfolgt sei, der gelautet habe: heule werden keine Gefangenen gemacht. Der Angeklagte Crusius behauptet, Dr. Wenger überhaupt nicht zu kennen, was diesen zu heftigen Bemerkungen veranlaßt. Der Zeuge kann sich nicht daran erinnern, daß der Angeklagte Crusius sich damals auf einen Befehl Stengers berufen hat. Der Sachverständige Dr. Böhler bemerkt, daß Dr. Wenger ihn in der Schlacht bei Saarburg mit Verbandmaterial im Stich ge- lasten habe, weshalb es seinerzeit zu sehr lebhaften Auseinander- fctzungen gekommen sei. Dr. Wenger gibt schließlich noch an, daß Crusius einen sehr verstörtenEindruck gemacht habe und daß er ihn für einen Reuropathen Halle. Der Sachverständige Geheimrat Prof. Dr. Anton, hall« a. S., der hierauf sich gutachllich äußert, hat den Angeklagten Crusius im Kriege wiederholt untersucht, und zwar zu einer Zeit, in der von der heutigen Anklage noch keine Rede war. Es handelte sich damals um die Feststellung über die weitere Verwendbarkeit im Heere. Dem Angeklagten lag es schwer auf der Seele, daß er infolge eines an- geblich erhallenen Befehls Gefangene habe erschießen lassen müsten. Auf das Verhallen des Angeklagten an der Front übergehend, glaubt der Sachverständige bestimmt behaupten zu können, daß sich Crusius, der altoholintolerant fei, am 26. August in einem Zustande befand, der die geistige Zurechnungsfähigkeit ausschließt. Zum mindesten war Crusius in seinem Nervenleben schon damals er- Jchflttert Am 36. August war Crusius sich« in einem Zustande Anzurechnungssähigkeik im Sinne des 8 51 und an den vorhergehenden Tagen offenbar auch, so daß er den Befehl unrichtig aufgefaßt hat. Senatspräsident Dr. Schmidt betont, daß Major Müller, der geistig durchaus gesund war, den angeblichen Befehl ebenso ver- standen hat, wie der Angeklagte Crusius. Es sei also nicht erklärlich, weshalb sich gerade Crusius infolge anormalen Geisteszustandes geirrt haben sollte. Der Zeuge Schmied Jakob Braun aus Heidelberg, der bei der 1. Kompagnie des Inf.-Regt. 112 stand, sagt aus, er habe er- fahren, daß bei der Z. Kompagnie Gefangene erschossen worden sind. Landwirt Brenneisen aus Egringen in Baden ist in fran- zösifche Gefangenschaft geraten.— Der Zeuge hat den angeblichen Befehl durch Kameraden erfahren. Fahrradhändler Kaupp aus Badifch-Rheinfelden, der Unter- offizier der 1. Kompagnie des Inf.-Regt. 112 war, bekundet: Beim Vorbeiziehen an einer Kapelle in der Nähe des Exerzierplatzes bei Saarburg sei aus der Kapelle gerufen worden: .Nicht schießen!" Kurz darauf fielen aus der Kapelle Schüsse. Diese wurde, daraufhin gestürmt und man könne sich denken, was mit der Besatzung geschehen sei. Am nächsten Tage, dem 21. August, habe er von dem Bri- gadebefchl gehört, daß keine Gefangenen gemacht werden sollten, weil unsere Leute hinterrücks beschossen worden waren. Der Zeuge weiß nicht bestimmt, von wem der Besehl, die Gesangenen zu erschießen, gekommen ist. Oberleutnant Kindermantel war am 26. August im Walde bei Saarburg und stellte dort fest, daß man sich einer großen Uebermacht gegenüber befand. In diesem Augenblick habe Major Müller das Kommando übernommen und den Befehl ausgegeben, es sollten keine Gesangenen gemacht werden, und zwar des- Li« Obnfchlesin in Elend iwd Rot AHItaI erwarie«»°» jedem lVntschen VU| vi Postscheckkonto ÄrifalU300 OberschlcfiechWwerk-» TM IIIIN halb, weil unseren Leuten die Augen ausgestochen und andere Grousamkellen von den Franzosen begangen worden waren. Hilfsarbeiter Anton Rothacker aus Kappel in Baden be- kündet, es sei kein direkter Befehl ergangen, keine Gefangenen zu machen, sondern es sei nur davon geredet worden. Es gelangen hieraus verschiedene Aussagen eidlich vernommener Zeugen zur Derlesung. Der gestern vernommene Zeuge h e e s ch erklärt auf Befragen, er habe angenommen, daß der Befehl dem Sinne nach aus- geführt werden müsse. Auch die Zeugen Schmerber und K l e h e werden nochmals vorgerufen. Der erstere bleibt dabei, daß Crusius selbst mit dem Revolver geschossen Hobe. Nach der Mittagspause wird der von den Franzosen benannte Zeuge Dr. D e l u n g e, der Stabsarzt der Reserve war, vernommen. Er will am 21. August gesehen haben, wie ein Unteroffizier einen Verwundeten erschoß. Auf seine Frage habe der Uillerofsizier gesagt, «« sei Brigadebefehl. Verwaltungsafsistent Max Dominikaus, Heidelberg, war Eanitätsfeldwebel im Inf.-Regt. 142. Er hat den vollständigen Zusammenbruch des haupimauns Crusius mll angesehen. Handlungsgehilfe Arno Cnders aus Plauen, der im August 191S in der Champagne verwundet wurde und in französische Äe- fangenschast kam, hat beobachtet, daß wehrlos im Graben liegende deutsche Verwundete einer nach dem anderen erschaffen worden sind. Er selbst habe dabei noch einen Kopf- s ch u ß erhalten und sei für tot gehalten worden. Der Zeuge glaubt, daß es sich um die sogenannten Nettoyeurs gehandell habe, die be- auftragt waren, alle Verwundeten umzubringen. Lehrer L ü d e r i tz aus Gieskau wurde 1917 verwundet und von den Engländern gefangengenommen. Er und eine Anzahl seiner Kameraden wurden von den Engländern vollständig ausge- plündert. Der englische Offizier habe ihn erschießen wollen. Er, der Zeuge, habe aber den Revolver zur Seite gedrückt, so daß der Schuß daneben ging. Bald darauf eröffneten die Engländer auf ihn und seine Mitgefangenen Kameraden Maschinengewehr- feuer, wobei er dann weitere Verletzungen davontrug. Geschäftsführer Kaspar B r e ch aus Würzburg hat am 26. August den Befehl des Hauptmanns Crusius gehört, es würden keine Ge- fangenen gemacht, weil seine Kompagnie zusammengeschossen war. Er hat mehrere Male gehört, wie Major Müller einem Soldaten den Befehl gegeben habe, Verwundete zu erschießen. Der Zeuge hat die Schüsse gehört. Oberst Helfritz aus Lüdeck war Generalstabsoffizier bei der Division. Er habe seinerzeit sofort im Auftrage der Division fest- stellen lassen, daß an dem angeblichen Besehl de» Generalstabs nichts Wahres sei. Auf Befragen des Oberreichsanwalt, sagt der Zeuge, einen Befehl, alle Gefangenen zu erschießen, würde er nach der Gefechtslage am 21. August nicht für angemeffen gehalten haben. Oberleutnant Georg Nowak aus Lübeck war bei einer Sani- tätskompagnie. Ein ihm bekannter Leutnant wurde von hinten von verwundeten Franzosen erschossen. Ebenso ein anderer deutscher Offizier, der sich über einen französischen Kapitän niederbeugte, um ihm die Feldflasche zu reichen. Der Zeuge hat auch anderwärts ge- hört, daß französische Verwundete von hinten auf vorbeigezogene deutsche Truppen geschaffen haben. Landwirt Emil Bigott aus Nußbach. Kr. Oberkirch in Baden, hat gesehen, daß Major Müller durch einen Soldaten einen Ver- wundeten hat erschießen lassen. Schutzmann Fritz Döhringer aus Pforzheim bekundet, daß auf Befehl des Hauptmanns Crusius drei Gefangene hinter einer Mauer erschossen worden seien. Der Zeuge Fritz G r c tz aus Weingarten bei Durloch. Bursche des Hauptmanns Crusius, hat am Morgen des 21. August gesehen, daß verwundete Franzosen von hinten auf den Brigadestab schössen. Es sei dann durch die Schützenlinie durchgesagt worden, die Ver- wundeten, die geschaffen hätten, sollten erschossen werden. Am 26. August habe Crusius den Besehl gegeben, keine Gefan» g« n e n zu machen und keinen Pardon zu geben. Eine Reihe weiterer Zeugen tritt teils für die Auffaffung ein, daß ein Erschießungsbefehl vorgelegen habe, teils wird diese Be- hauptung widersprochen. Der Sachverständige Dr. Döhner gibt sein Gutachten dahin ab. daß Crusius sowohl am 21. August als am 26. August der freien Willensbestimmunq im Sinne des Z 61 beraubt war. Gegen 615 Uhr abends wird die Weiterverhandlung auf Mon- tag, den 4. Juli, vormittags 9 Uhr, vertagt. Gefthästlicbe Mitteilungen. EchUlh bc« diesiArig«n Au-vcrkauss bot«Icibetroecf««ot» S»h», Sh-ugecstr. 29, erfolgt am Dienstag, bcn 5. Juli, abends 7 Ubr. bekannt» Firma«tiefrltiinig. Fricdrichstr. 131c, bietet In ihrem dies- ibhrlgen Saston.Ausvcrkauf wirklich Außerordentliches. Sieh« Inlerat in der heutigen Ausgabe. _(Schluß de» redaktionellen Teils.) Rheumatismnskranke Ausschneiden E» werden zahllose Mittel gegen Rheumcstismu» angepriesen, ein Beweis also, daß viele Menschen an Rheumatismus leiden und daß viele auf Erlösung von diesem schmerzhaften Leiden hoffen. Beim Rheumatismus verursachen die Ablagerungen der Harnsäure die Schmerzen, darum ist es die erste Pflicht, dafür zu sorgen, die über- schüssige Harnsäure aus dem Körper zu entfernen. Das Mittel, wo- mit dieses geschieht, muß fach- und sachgemäß zusammengesetzt sein: dieses ist die große Hauptsache. 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Schänemann in: Nur ein Traum Ketropol-Theater Jh'Dle blaue Mazur Neues Operettentheat. 7/auhr;Ämerican-6irl Residens-Theater 4 Uhr: Am Teetiscb 7V, Uhr: 1919(Ab dafür) Schlller-Thent.Charl. Operetten- Spielzeit �MeineFrau-dasFräuleln Schloßpark- Thcat. Steglitz, Scfaloßstraße 48 vtli Rauh derSahinerinnen Thalia-Theater 7/,Uhr: Die BalleriDa des Königs (Konstantin, Götz) Deutsches Künstler-Theater vu uhr Geständnis Ralph, Korff, Otto■ I Vit'l"» L'/s J Die groBe_ jusslattiiiigs-Scta Tip Tip Hurraie! Ueber 150 Mitwirk. mit dem bekannten I Wilhelm Hartstein j | Albert Paulig Heinz Sarnow Erna Alberti Eise Schlolcka Oriq.-Plerderennen I Felles Caprice Linlenstr.l32.amOranienbg.T. Täglich PI, Uhr: Prinzessin vom Nil Operette in 3 Akten Musik von Victor Holländer mit FrSnzl Blenke, Max Waiden, Käthe Jungherr usw. Variete-Spif Rauchen gestattet! 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Schwank mit Leo Pcukert Mann über Bord Schauspiel in 4 Akten mit Grit Hcgcsa, Alfred Abel, Erich Kaiser-Titz ✓ Regie: Karl Grunc "Wochentags ab 7 Uhr' Letzte Vorführung«/«9 Uhr/ Sonnt. Beginn 4 Uhr I Letzte Vorführung 8 Uhr Spon-Palakst Das aröiste Kino der Welt' BePotsd&mer Str.72» Hochbahn BQlowtir« B Urauf führnng: j)er?erIentnaeliero.faris| Sensationsabenteuer in 7 Akten Das Jfiashenfest des Sehens Henny Porten mit Rennen zu Grunewald (Unionklnb) Sonntag, den 3. Jnli, nachmittags 3 Uhr: 7 Rennen Ferien-Dampfer-Sonderfahrten. Ab Jannowitzbrücke, Belvedere u. Schles. Tor: Jeden Wochentag nach Mfiggclschloß, Woltcrsdorier Schleuse, Hankels Ablage, Neue Mühle. Jeden Montag u. Donnerstag 8 Uhr nach Teupltz. Mittwochs 9.30 ab Plötzensee(Bhf. Beußelstr) n. Oranienburg, außerdem Montags u. Freitags 2 Uhr ab Spandau- Körnerstraße. Dienstags u. Freitags 9 Uhr ab Spandau, Charl. Br. n. Brandenburg a. H., ab Wannsec 9.45 ist!. Pfaueninsel Anschluß an diese Fahrt. Außerdem ab Spandau, Charl. Br. Montags u. Donnerstags 10,30 n. Ferch, Mittw. U Uhr n. Werder. Ab Potsdam, Eisenb.-Hotel, jed. Montag, Mittwoch n. Freitag 3.10 Uhr Rundfahrt um Potsdam tParetz), jed. Dienstag 3.10 n. Glindow, jed. Donnerstag 10.15 n. Brandenburg. Ein Appell an Pleifenraucher I! Genießer rauchen nur Hosse-Tabak. Wollen Sie einen wirklich garantiert reinen« angefärbten Rauchtabak rauchen??? Dann bitte verlangen Sie bei Ihrem Zigarrenhändler zur Probe ausdrücklich nur Fabrikate der Tabak- fabriken P. G. HOSSO Wi Hanau, gegr. 1808 f2osse«Blohorn-Tab.,Krullschn. Vw-Pfd.-Pak. M. 2.75 Hosse'KrullscIinltt 5.... Vw-Pfd. Pak. m, 3,00 Hosse-Virginla-Mischang S. Vf-PfcL-Pak. M. 6.00 Hosse»Pastoren»Tabak.... �-Pfd-Pak. M. 6.50 Einmal versucht— dauernd Kunde!!. Generalvertr.; G.E.Sitigelmann&Co., Berlin SW 48 Konisstrasse Ecke Spandauer Str. Gebr. GRUMACH VS8-S-VIS Rathaus Für die Reisezeit: Aussereewöhnlicli niedrige Preise für nur gute Qualitäten. 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Seilüge Ses Vorwärts Sonntag, Z.M! 1921 Auf die Frage des Vorsitzenden, warum sie, die so vielfach Vorbe. strafte, so große Angst vor der Entdeckung der Abhebung der Sparkassengelder hatte, daß sie glaubte, die Tiller aus dem Wege schaffen zu müssen, erklärte Frau F l e h m e r weinend: Ich weiß selbst nicht, wie ich dazu gekommen bin.— Die an- geklagte Tochter behauptet, daß die Mutter schon früher gesagt habe, sie möchte Frau Tiller beiseite schassen, damit sie sich deren bessere Kleider aneignen und sich besser kleiden könne, um ihren Gelieb- ten mehr an sich zu fesseln. Aus diesem Anlaß kam es zu einer h ä ß- SPS. Allgemeine Kunktionärkonferenz am Dienstag, üen 5. Juli, abenös H Uhr in öen Germaniafälen, Chaujfeesiraße 110 Tagesordnung: 1. Ansprache einer Delegation der georgischen Sozialdemokratie- 2.„Die wirtschaftliche Lage und das Arbeitslosenproblem". Referent: Genosse p. Graßmann. 2. Vorsitzender des All- gemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundcs. Alle Funktionäre müssen anwesend sein. Mitgliedsbuch und Funktionärkarte dienen als Ausweis. De? Sezkrksvorstanö. lichen Szene zwischen Mutter und Tochter. Die Mutter ruft: Das ist nicht wahr! die Tochter: Das ist doch wahr! Frau F l e h m e r(schreiend): Gut, dann werde ich sagen, wie es wirklich war: Wir haben sie um die Ecke gc- bracht wegen der Sparkassenbücher. Wie der Vorsitzende durch Befragen feststellte, hat fich das Einträufeln des aufgelösten Sublimats in den für Frau T i l l e r bestimmten Kaffee drei bis vier Wochen hingezogen. Noch am Tage vor dem Tod« habe Frau Fl. der Frau Tiller Kaffee mit Sublimat und mitiags Graupen gebracht, die Frau T. aber nicht gegessen habe. Ais am 17. Januar die Gertrud zu der alten Frau kam, habe diese auf dem Sofa gelegen und sei tot gewesen. Gertrud hat dann, wie sie angibt, ihre Mutetr geholt und diese hat der Leiche ein Kopfkissen auf das Gesicht gelogt, damit niemand von draußen etwas sehen könnte. In der Voruntersuchung hat die Mutter einmal bekundet, sie habe das Kopfkissen auf das Gesicht gedrückt, damit die Frau„ganz tot" würde. Jetzt bestreitet sie es. Die Leiche habe etwa S Tage gelegen. Schön als die Frau noch nicht tot war, ho� die angeklagte Mutter bei den Nach- barn verbreitet, daß Frau T i l l e r nächstens nach Zehlendorf-West zu ihrer Tochter gehen werde. Die Angeklagte bestreitet, daß der Grund zu dieser Angabe darin zu suchen sei, daß sie schon im voraus hätte verhindern wollen, daß das Verschwinden der Frau Tiller bei den Hausbewohnern auffallen könnte. Die Vernehmung erstreckte sich dann auf die von den beiden Angeklagten vorgenommene Z e r- st ü ck e l u n g der Leiche. Die Art, wie die Angeklagten diesen geradezu grauenhaften Vorgang schildern, ruft im Zuhörerraum laute Ausrufe des Unwillens und des Ekels hervor. Die ange- klagte Mutter gibt auf Lefragen des Vorsitzenden noch an, daß sie im Untersuchungsgefängnis noch ke.ns Nacht geschlafen habe und ihr im Halbtraum öfter Frau Tiller erschienen sei. Di« Sachverständigen erklären, daß bei den Angeklagten mäßige Hysterie in Verbindung mit erblicher Belastung vorliege, jedoch sei bei der Tochter die erbliche Belastung schwerer als bei der Muttsr. Dr. Straßmann bekundete: Bei dem Fehlen jegl-cher Unter- läge sei die Beantwortung der Frage, woran Frau Tiller zu Tode gekommen, natürlich sehr'schwer. Wenn man die Angaben der An- geklagten zugrunde lege über die Beibringung des Sublimats, so könne nur gesagt werden, die Menge Sublimat würde an fich wohl ausreichend sein, um tödlich zu wirken: es spreche auch«ine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, daß Frau Tiller auf diese Weise den Tod erlitten hat, es fei aber auch möglich, daß sie durch das Auflegen des Kissens erstickt worden ist oder eine andere innere Ursache, Schlaganfall oder dergleichen die Todesursache war. Mit a b s o- luter Bestimmtheit lasse sich unter den obwal- tendcn Umständen nichts sagen.— Nach Schluß der Be- weisaufnahme wurden den Geschworenen 2l1 Schuldsragen vorgelegt, die sich auf Mord, Mordversuch, unbefugte Beiseiteschaf- fung eines Leichnams, Urkundenfälschung, Urkundenvernichtung, Unterschlagung, Betrug usw. beziehen. Sbiöenräube?. Für IlWlZGS Ift. Scidenwarcn geroubt. Gestern vormittag wurde die Hausangestellte der Frau K o z o w e r, die im Hause Poststraße 12 ein Seidenwarengeschäst betreibt, von mehreren Räubern überfallen, gefesselt und mit dem Revolver bedroht. Nach der Aussage der Ueberfallenen klingelte gestern vormittag um Ig Uhr eine Dame, die sich in Begleitung eines Mannes befand und angab, eine Anzahlung auf gekaufte Waren leisten zu wollen. Auf die Erwiderung des Mädchens, daß das Geschäft am Sonnabend geschlossen sei, bat die Frau, das Geld für die Geschäfts- inhaberin trotzdem in Empfang zu nehmen. Das Mädchen ließ die Besucher eintreten und wurde dann plötzlich von ihnen, zu denen sich noch«in anderer Mann gesellt hatte, überfallen. Sie drückten es auf das Sofa nieder, verbanden ihm mit Handtüchern die Augen, fesselten Hände und Füße und verhindert en Hilfe- rufe durch Drohung mit einer Schußwaffe. Als- dann durchwühlten sie sämtliche Behältnisse und packten für ungefähr Iggggg M. Seide aller Art, Crepe de Chine usw. zusammen und verließen damit das Haus. Zur Aufklärung des Ueberfalls ist es dringend erwünscht, wenn sich Personen melden würden, die gesehen haben, wie Leute zu der angegebenen Zeit mit Koffern oder Ballen das Haus verlasien haben. Mitteilungen sind an den Leiter des R a u b d e z e r n a t s der Berliner Kriminalpolizei, Zimmer 20, Hausanruf 433 des Berliner Polizeipräsidiums zu richten. Von den Räubern kann die Ueberfa.llene nur eine mangelhafte Beschreibung geben. Danach trug die Dam« eiiien grauen Mantel, ebenso einer der Männer, der etwa 1.70 Meter groß und kräftig gebaut war und ein glattrasiertes Gesicht hatte. Der andere trug einen schwarzen Ueberzieher und war auffallend groß. Nach der Meldung eines Abendblattes soll der ganze Raub« Überfall von der Hausangestellten ohne jeden ersichtlichen Grund aus den Fingern gesogen sein. Sollte es, Herr Rdchsposhm'mster...! Der Redaktion des„Vorwärts" gehen andauernd Mitteilungen mit eingehenden Nachweisen darüber zu. daß die deutschen, im be- sonderen die Berliner Postämter, sich auch heute, nachdem fast drei Jahre seit der staatlichen Umwälzung verflossen sind, noch immer nicht entschließen können, das Wort„Kaiserlich" von ihren Formularen, Stempeln, Mitteilungen und von ihren Post« ämtcrn zu streichen. Wir werden demnächst wieder eine Liste derartiger Fälle veröffentlichen. Heute geht der Redaktion z. D. ein Briefumschlag, gestempelt Schöningen 24. 6. 21. Hzgt. Braunichweig zu. Hzgt. soll heißen Herzogtum. Sollte es, Herr Reichspostminister, nicht end- lich an der Zeit sein, daß dem Herrn Postvorsteher in Schöninqen begreiflich gemacht wird, daß es ein Hzgt. nicht mehr gibt und daß er diese fatale Bezeichnung schleunigst aus seinen Stempeln zu ent- fernen hat? Sollte es, Herr Reichspostminister, nicht überhaupt möglich sein, diesem Unfug mit einer befristeten Verordnung ein Ende zu machen, ehe er sich zu einem öffentlichen Skandal auswächst? Sollte es, Herr Reichspost mini st er, nicht auch möglich sein, daß alle Reichspostämter nunmehr auch die Flagge der Re- publik anschaffen und sie an Fest- und Feiertagen aufziehen? Es sind, wie gesagt, bald drei Jahre seit der staatlichen Umwäl- zung verflossen, und wir sind überzeugt, daß unsere Anfrage weder unberechtigt noch unbescheiden ist. Sollte es, Herr Reichspostminister, nicht möglich sein, daß Sie den durch uns zum Ausdruck kommenden Wünschen unseres Volkes Rechnung tragen und Erfüllung verschaffen? Zu Kopfe gestieaen.war einem Polizeibeamten au» Berlin wohl sxin Machtbewußtsein, als er in Charlottenburg auf dem Savignyplatz einen bösen Austritt herbeiführte. Als er noch um Mitternacht mit einem jungen Mädchen in den Anlagen saß, promc. nierte um den Platz ein älterer Herr, ein in der Nachbarschaft wohnender Kürschncrmeister. Der Beamte scheint nun durch die bloße Tatsache, daß der harmlos« Spaziergänger zweimal an der Bant vorüberkam, sich belästigt gefühlt zu haben. Er stellte den alten Herrn zu Rede, bezeichnete sich als Polizeibeamten, regte sich über einen im Hinblick auf feine Zivilkleidung leise angedeuteten Zweifel auf und verlangt« schließlich, daß der Herr ihm zur Wach« folge. Er Kr. 309 0 35. Fahrgattg GroMerün Taumel und Arbeit. Wenn man heute durch Berlin wandert, so findet man, daß alle Stadtteile ihre Kinos haben, und man sieht, wie Menschen, denen es oft am nötigsten zum Leben fehlt, sich hindrängen vor die flimmernde Leinewand, man sieht, wie eine phantastische Reklame die Großstadt- bewohner zu allen möglichen und unmöglichen Darbietungen ein- ladet und läßt sich erzählen, daß die Plätze zu vielen dieser Ver- onstaltungen stets ausverkauft feien. In den Tanzsälen herrscht reges Durcheinander. Menschen, die der Erholung zur Erhaltung ihrer körperlichen und geistigen Arbeitsfähigkeit dringend bedürftig find, schwitzen in staubiger Luft, laufen viele, viele Kilometer im Kreise und wiegen sich dabei nach den Klängen mehr oder minder einwandfreier Musik. Und die Rummelplätze mit ihren gewöhnlichen, der Arbeiterbildung abholden Darbietungen ziehen Tausende von Jugendlichen an, die sich hier oft genug großtuerisch mit ihren Freundinnen belustigen.„Amüsiert Euch", das war noch stets die Losung nach großen Menschenverlusten. Wenn Krieg, Hungersnot und Pest herrschten, dann erwachte die Gier am Dasein, die Sucht, karge Lebensstunden in wahnwitzigem Genießen zu verbringen. Die Zahl der Kinderwagen ist groß und die Not noch größer. Aber- glauben wächst und die verrücktesten Dinge finden Beachtung. Ekel packt den nüchternen Beobachter, und doch ist das nur eine Seite des Großstadtbildes. Es gibt auch heute noch in dieser Hölle Menschen, die um die höchsten Güter der Menschheit ringen, die unter Not und Entbehrung sich vorbereiten für die Zukunft, Menschen, die wertvoll sein werden, wenn der Wahnsinn verebbt, die Führer sein werden, wenn die Genesung kommt. Es sind zwei Welten, die sich hier gegenüberstehen: die eine laut, aufdringlich und krankhaft, die andere still, zurückgezogen, aber wurzelecht, und um ihretwillen soll keiner die Großstadt verdammen. Ungeheure Arbeit wird trotz alledem geleistet, und Achtung schulden wir allen, die in dieser Zeit ihren Charakter bewahrt haben und ehrliche, aufrechte Kämpfer geblieben sind für die Sache der Menschheit. Aber dieser Kampf, den sie führen, ist ermüdend, und viele Tausende von ihnen sehnen sich hinaus aus dem Trubel der Groß- stadt, hinaus in Feld und Wald, und dieser Sehnsucht hat der Arbeitcrdichter Karl Dröger wundcrtiefen Ausdruck oerliehen, wenn er schreibt: „Zerschlagt die Stadt! Noch bin ich toll Und der verworrenen Wunder voll. Geraus, beraus aus dumpfer Schlucht, Die Stadt verflucht, das Land gesucht. Nun wächst mir wieder Kraft aus deiner Kraft. Den Spaten auf und neu die Welt geschafft." Sistmörüerwnen. Bestien in Menschengestalt. Der Prozeß gegen die 45jährige Witwe F l e ch n e r und deren Tochter Gertrud hat Bilder von einer Bestialität enthüllt, die Ekel und Abscheu erwecken müssen. Mit unerbittlicher Tatkraft haben diese beiden Frauen ihr wehrloses Opfer unter dem Schein der Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe um einiger Spargroschen willen hingemordet und beseitigt. Die Schilderung von der Zerstückelung �er Leichenteile durch die beiden Angeklagten rief im Zuschauer- räum allgemeines Entsetzen hervor. In der heutigen Verhandlung behauptete die Angeklagt« Frau F l c h m e r, daß Frau Tiller täglich zu ihr gekommen sei, bei ihr Kaffee aetrunken habe und auch sonst beköstigt worden sei, wofür ihr Frau Tiller allerlei Gegenstände, Blusen, Wäschestücke usw. als Vergütung geschenkt habe. Die Angeklagte, die nebenbei aus Be- fragen bekundet, daß sie drei unehelich geborene Söhne habe, gibt zu, daß ihre Tochter Gertrud der Frau Tiller die Spar- kassenbücher unbemerkt weggenommen und Geld abgehoben habe. Nach Bekundung der Tochter hat die Mutter, als die Entdeckung in der Sparkasienaffäre zu befürchten war, er- klärt: Man müsse Frau Tiller aus dem Wege schaf- f e n. Sie habe auch angeregt, daß die Tochter, die wegen Nerven- kronkheit einmal im Krankenhaus gewesen sei. Gift besorgen soll«. � Die Rächer. Roman von Hermann Wagner. In seinem Privatleben genoß er einen tadellosen Ruf, wenn auch den eines Sonderlings, der sich abschloß, der jeden geselligen Verkehr mied, um sich zwischen seinen vier Wänden zu vergraben.. �.. Man sah ihn in keinem Theater, bei keinem Konzert, bei keinem Rennen, ja, nicht einmal Liebschaften hatte er, der doch noch jung und nicht verheiratet war. Kein Weib schien Eindruck auf ihn zu machen. Er be- wahrte ihnen gegenüber eine höfliche Zurückhaltung, hinter der sich, wie man glaubte, eine heimliche Verachtung verbarg, die die Frauen indessen nie fühlten, weil die Achtung, mit der er sie behandelte, völlig undurchsichtig war. In jenen Tagen nun begegnete Reisner einer Dame, die, wie sie sich ausdrückte, den lebhaften Wunsch hatte, seine Be- kanntschaft zu machen, da man sie vor ihm gewarnt habe. Die Unterredung fand in dem Kontor eines Geschäfts- Hauses statt, das Reisner gemeinsam mit der Dame, die in weiten verwandtschaftlichen Beziehungen zu dem Inhaber des Geschäftes stand, eben verließ. „Man hat Sie vor mir gewarnt?" fragte er.„Warum?" „Weil Sie, wie man mir sagte, ein Raubtier sind." „Ich bin Kaufmann," gab Reisner mit einer lächelnden Verbeugung zurück,„sonst nichts." „Und ein Frauenhasier, wie?" „Nicht ein Hasser aller Frauen," entgegnete Reisner und maß sie mit einem langen Blick. Sie hielt den Blick nicht aus und sah zur Seite. Unter einem lachte sie auf.„Wollen Sie mir eine Schmeichelei sagen?" Er wehrte ab.„Nein, nein. Aber warum sollte ich Sie hasien?" „Ja, warum?" pfsichtete sie ihm bei, während sie auf die Straße hinaustraten,„wo Sie mich doch gar nicht kennen?" „Doch, ich kenne Sie. Sie sind Mary verwitwete von Mansch. Ihr Gatte starb vergangenen Winter im Süden und hinterließ ihnen vier Millionen." „Sie sind gut," lachte sie,„kommen Sie, wir wollen ein UttOig plaudern." i „Es ist kalt," wandte er ein.„Und was hätten wir uns zu sagen?" „Sie sind ein Bär! Worüber kann man mit Ihnen sprechen?" „Ueber Geschäfte," sagte er sehr ernsthaft. „Gut, ich will über Geschäfte mit Ihnen reden. Ja, das will ich, gerade das. Sie sind mein Mann." „Nicht hier," wich er aus.„Hier ist nicht der Ort, über Geschälte zu sprechen." „Wo?" „In meinem Kontor." Sie schüttelte entrüstet den Kopf.„Nein, das werde ich nicht. In Ihrem Kontor werde ich Sie nicht aufsuchen." „Kommen Sie- in meine Wohnung," lud er sie ein, ohne im geringsten einen frivolen Ton anzuschlagen. Sie sah ihn lauernd an, als versuche sie es, in seinem Gesicht zu lesen. Aber ihre Mühe war umsonst, sie fand nichts, fein Gesicht blieb ausdruckslos. Da rief sie aus:„Ich komme! Ich komme bestimmt und Sie müssen mich empfangen! Sagen Sie, wann!" „Da ich den Tag über sebr beschäftigt bin, empfehle ich Ihnen, abends zu kommen. Um sechs." „Abgemackt," sagte sie,„ich komme. Ich komme in Ge- schäften. Rur!" Sie gab ibm die Hand und er lüktete förmlich den Hut, so daß es aussah, als ob zwei schieden, die wirklich über Geschäfte gesprochen hatten. Reisner setzte seinen Weg fort und dachte bei sich: W'e kommt es, daß ich gar nicht einmal weiß, ob sie schön ist? Und warum habe ich gar kein Verlangen nach ibr? Rein, nickt nach ihr und nach keiner anderen. Sie fühlt das. Und weil sie das fühlt, kann sie mir nicht entrinnen. Sie ist mir sicher. Daheim aber sagte er zu seinem Diener:„Prokop, morgen abend, punkt sechs, wird unten am Gartentor eine Dame läuten. Du läßt sie ein und führst sie in mein Zimmer. Ich will dann ungestört � Am nächsten Abend, pünktlich auf die Minute, läutete Frau von Marisch am Gartentor keiner Villa. Die steinerne Höflichkeit des Dieners machte sie befangen, sie bewies ihr meh" als eine malitiäke Miene, wie ihr Bestick, i aufgefaßt wurde. Sie machte den Weg aus dem Garten bis l ins Haus mit leicht gesenktem Kopf, als ob tausend Zlugen auf sie gerichtet wären. Erst als ihr Prokop die Tür zu Reis- ners Zimmer öffnete, gewann sie einen Teil ihrer Haltung zurück. „Was denken Sie jetzt von mir?" fragte ste Reisner, rot vor Erregung und nach einer Heiterkeit suchend, die sich nicht finden lassen wollte. „Daß Sie in Geschäften zu mir kommen," antwortete er gemessen,„was sonst?" Sie warf zornig den Kopf hoch.„Gewiß. Obwohl Sie es nickt glauben... Denn Sie glauben es doch nicht, wie?" „Doch, doch." „Jawohl!" Sie warf sich mit einer Unbefangenheit, die sie noch nicht ganz beherrschte, auf die Chaiselongue, ließ sich von Reisner eine Zigarette und Feuer reichen und musterte anerkennend den Raum.„Jawohl! Ich komme zu Ihnen, um Sie zu bitten, sich meiner anzunehmen. Denn ich vertraue Ihnen. Gerade Ihnen und just deshalb, weil man mich vor Ihnen gewarnt hat... Sagen Sie mir, daß ich mich in Ihnen nicht täuschen werde,— bitte, sagen Sie es!" Um ihrer Befangenheit Herr zu werden, fing sie plötzlich an, eifrig zu reden, ununterbrochen, ohne daß sie ihm Ge- legenheit gab, ihr ins Wort zu fallen. Cr tat das auch nicht. Die Arme über der Brust gekreuzt, stand er einige Schritte vor ihr und sah sie unverwandt an. Es war unmöglich zu er- kennen, was er dachte. Ja, sie sei gekommen, um von seiner Börsenwitterung zu profitieren, da es ihr Spaß machen würde, Geld zu ver- dienen. Er solle ihr raten und helfen. Sie wünsche ein Papier zu kaufen, für eine hohe Summe, für hunderttausend Mark. Aber eines, von.dem er überzeugt wäre, daß es steigen müsse, uns das er auch selber besäße. Sie glaube nun einmal an sein Glück. „Wollen Sie mir also raten?" bettelte sie. „Es fragt sich nur, ob ich das darf. Auch das Börsen- spiel ist ein bloßes Spiel. Man kann auch verlieren." „Ich glaube nicht daran, daß Sie verlieren," warf ste, ihn bewundernd, ein.„Sie verlieren nie. Ich vertraue Ihnen blindlings." „Und wenn Sie doch verlieren?" „Ich fürchte mich nicht!" „Und wenn ich Sie betrüge?" „Ich glaube nicht, daß Sie den Mut haben, es zu hin!« lSortf. folgt.) paffte den Bestürmten, schüttelte ihn, daß vom Paletot ein paar Knöpfe abrissen, und schlug sogar auf ihn ein. Als Passanten sich ins Mittel legten, wollte er sich davonmachen, aber jetzt wurde er nachdrücklich ersucht, mit mur Wache zu kommen. Dort ergab sich dann, daß man es tatsächlich mit einem Polizeibeamten zu tun hatte, der nunmehr zu seiner Entschuldigung anführte, daß ihm nur der Alkohol etwas zu Kopfe gestiegen sei. Er gehört nicht zur Schupo und soll auch kein Kriminalbeamter sein, so daß man ihn wohl für einen Bureaubeamten der Polizei halten darf. Danach wäre auch sein Machtbewußtsein nur ein eingebildetes gewesen. Wir hören, daß der alte Herr inzwischen Anzeig« beim Polizeipräsidium er- stattet hat. Zum heutigen Opferlag für vbcrschleflen. Der heute, Sonntage stattfindende Opfertag für das Oberschlesier-chilfswerk sieht für Berlin folgende Veranstaltungen vor: Um 12 Uhr mittags finden auf zahl- reichen öffentlichen Plätzen Berlins Massenkundgebungen statt, an denen Musikkapellen mitwirken werden. Am Nachmittag wird im Anschluß an das Internationale Sportfest im Stadion ein Massen- umzug der Oberschlesier stattfinden. Bei dieser Gelegenheit wird Bizekanzler Dauer für die Reichsbehörden und Ministerpräsident S t e g e r w a l d für die preußischen Staatsbehörden das Wort er- greifen. Abends 8 Uhr wird in der„Philharmonie"' ein großer „Oberschlesier-Abend* veranstaltet, dessen Programm musikalische Darbietungen des Domchors und des Berliner Lehrergesangvereins enthält, sowie Vorträge und Rezitationen von Adelheid Pickert, Elfe Heim, und chans Mühlhofer. Im Laufe des Abends wird dann Reichskanzler Dr. Wirth über Oberschlesien sprechen. Reichs- Präsident E b e r t hat sein Erscheinen in der„Philharmonie' zugesagt. Dom Reichsbond der krlegsbeschSdigken, Kriegsteilnehmer und fzinterbliebenen geht uns folgende Mitteilung zu:„In der„Roten Fahne' Rr. 297. Morgenausgabe vom Sonnabend, den 2. Juli 1921, steht«in Aufruf zur Teilnahme an der Demonstration gegen die Derhängung der Hungerblockade im Schloßlazarett Charlotten- bürg. Wir nehmen Bezug auf diesen Aufruf und erklären hiermit, daß weder unser« Vundesl«itung, noch unsere Gau- leitungen Berlin-Brandenburg diese Unter- schriften gegeben haben.' Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und Post erfolgt in der Woche vom 4. bis 10. Juli d. I. zum Preise von 310 Mark für ein Awanzigmark stück und 155 Mark für ein Zehnmark st ück. Für«in Kilo Femgold zähst die Rcichsbank 43 500 Mark und für die ausländischen Goldmünzen ent- sprechende Preise. Vrokkarlenstlchwort. In der Woche vom 4. bis 10. Juli darf Brot und Mehl nur auf die Brotkarte abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitte das Stichwort„Bolle-Margarine' tragen, und zwar erst von Montag, den 4. Juli ab verkauft werden. Auf Abschnitt 7 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte entfallen 800 Gr-mm amerikanisches Weizenmehl zum Klxinhandelspreise � von 5,80 M.(7,25 M. pro Kilogramm). Die Ausgabe erfolgt ohne Voranmeldung in der Zeit vom 2. bis einschließlich 16. Juli. Die 119. Brotkommission. Demminer Str. 27. wird � am 15. Juli nach G r a u n st r. 11 verlegt. und dortselbst mit der � 122. Brotkommission vereinigt. Die vergrößerte 122. Brotkommission wirr am 16. Juli eröffnet und von Rektor Trautwein geführt. Pekroleum wird billiger. Der Großhandelspreis für Petroleum ist um 65 Pfennig pro Liter gefallen, hoffentlich macht sich diese Preissenkung auch im Kleinverkauf alsbald bemerkbar. Unsere Hausfrauen und sonstigen Konsumenten mögen deshalb bei den Händlern Nachfrage halten und auf die Notwendigkeit der Preissenkung hinweisen. Vczirksbildungsausschuh Groß Berlin.„Der Kuhreigen' wird jeden Abend im Wallnertheater gespiev. Eintrittskarten a 7,50 Mark. Für olle Sonntogenachmittagsopernaufführungen im Theater der„Freien Dolksbühne' am Bülowplatz:„Die Fledermaus', „C a v a l l e r i a R u st i c a n a' und„Bajazzo" pro Karte 5 M., zu haben im Bureau des Dezirksbildungsaus- fchusfes.Lindenstr. 3, 2. Hof,4Trepp«n,Zimmer10, und bei den Bildungsausschußmitgliedern der Ab« teilungen. Die Abonnementslistcn für die 5 großen Festkonzerte liegen im Bureau des Dezirksbildungsausschusses und in den Ab- teilungen zur Einz.ichrung aus. ! Das nächste städtische Volkskonzerk des philharmonischen Orchesters unier Leitung von Richard Hagel findet am Montag, den 4. Juli 1921, in der Philharmonie, Bernburger Str. 22 23, statt. Be- ?' inn des Konzerts 8 Uhr. Der Vorverkauf zu den Volks- o n z e r t e n findet statt bei A. W e r t h e i m, Leipziger Str., in der Berliner Gewerkschaftskommission, Engel- ufer 15, im Zigarrengeschäft von Horsch und in dem betreffenden Konzertsaal Die im Lorverkauf nicht untergebrachten Karten werden abends an der Kasse verkauft. Der Eintritts- preis beträgt 1,50 M. Kasseneröffnung 7 Uhr. Feriendampferfochrken nach Brandenburg veranstaltet die Dampfer-Gesellschaft„Stern' Dienstags, Donnerstags und Freitags von Spandau, Wannse« und Potsdam vom 5. Juli ab, außerdem verkehrt der Teupitzdampfer jeden Montag und Donnerstag. Nach Hankels Ablage, Neue Mühle und Woltersdorfer Schleuse ist täg- sicher Verkehr. Die Rundfahrten von Potsdam aus über Paretz fin- den Montags, Mittwochs und Freitags statt. Auch nach Oranien- bürg— Lehnitzsee kann man jetzt wieder Mittwochs von Plötzensee, Montags und Freitags von Spandau aus gelangen. Im Zoolugischeu Garte« ist beute billiger Sonntag bei Nach- mittagz.DoppeIlol-,«rt unter Leitung der Obcrmusikmeiiter Knoch und Loescr und 2 M. Eintritt, Kinder unter zehn Jahren die Hülste, ebenso jür das bis 7 Uhr geöfsnete Aquarium. 1 86. Abt. Martendorf. Uhr FnnktionZrsitzung bei Hoch, Ditnktliches und zahlreiches Erscheinen erwünscht. Ehausseeftrag«, Zilmfchau. In der Schauburg wird der 3. und 4. Teil deS amerikanischen ScMationSsilm». Caro Ah' gezeigt. Die Sensal onen folgen w so großer Anzabl, daß jede Wirkung verloren gebt. Diese Uebcrspannung wirkt lchädlich für dg« fhgnze.— In der Komödie.Kriegsgewinnler' von Anton und Donatb Herrnseld zeigt sich dos in der Schau- bürg gastierend« Herrnfeldlbeater auf der Höbe. Die„Schmerzen' eines Kriegsgewinnlers werden mit so beißender Ironie behandelt, daß der Beifall am Schlüsse ein sebr verdienter war. Endlich möge auch da? Orchester der Schauburg lobend erwäbnt werden. Sporkpalask. Der Film„M arodeure ber Revolution' von Martin D e r g« r wäre an und für sich recht beachtenswert, wenn sowohl Aufmachuna wie Aufnahme eine gediegenere Her- ausarbeiiung und klarere Bilder geschaffen hätten. So kann leider nur festgestellt werden, daß der soziale Grundgedanke, der den Kampf zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wiedcrspiegelt, einer besseren Behandlung wert gewesen wäre. Das Ganz« ist mit einer Liebesgeschichte zwischen hoch und niedrig verknüpft.— Ein zweiter, exotisch angehauchter Film präsentiert unter dem Namen „D e r F l u ch d e s N u r!', die Liebestragödie eines Verwachsenen. Emil Lind, Grete Weixler, Hans Albers und Ludwig Rex boten gute Leistungen. „DaS Lied von der glutroten Blnmc« ist der Titel de? Films, der aus Siockbolm zu uns kommt und tm UT am.Kurlüiltendamm erstmalig zur Anssübriing gelangte. Das Werk eines Dichters kommt zur Darbietung. und m t Kenugluung kann man srststcllen, daß diesmal der Film nichts verdorben bat. Im Kegcnteii, viel Poefie, viel Schönheit und Natürlichkeit lieat über dem Manzen. Die vorzügliche Pholograpbie. die trefflichen Leistungen der Schauivieier nnd dir lobenswerte Regie brachten ein« beut- liche Unterstreichung alles dessen, was ein ,1ilm gutes bringen kann, und in dieser Aufmachung wird LinnankaskiS E zübluug bestimmt eine starte Berbekrait ausüben. Als gern gesehene Bereicherung des ProwtmmZ rollte noch ein Schgllenipiel. Hoffentlich bringen die Sbaitensviele uns endlich die Erlösung von den meistens mehr als kitschigen Lustspielen. SS. Ait. Brig. 7-4 Uhr öffeatliche«lterv»erfa«wl»»a der I.®c- meinkeschulc, Biirgerstr. 13, bei Tarnschert, Zahnst,. TZ. Thema:„Tie «cdrntung des Rechsschalgesrtzee'.''-- I j Achtuag, SPD�Holzartciter! 6 Uhr wichtige Versammlung in der Schulaula Dresdener Str. 1ZZ. Die Tagesordnung wird in der Versammlung de- lanntgegeben. Erscheinen ist unbedingt erforderlich. Alle Holzarbeiter, die auf dem Boden der SPD. stehen, find zu dieser Versammlung mitzubringen. Mitgliedsbuch legitimiert. Wcrb-ausschuh für Post»nd Telegraph!« der SPD. 7ZH Uhr Versammlung der Vertrauensmänner bei Schulz, Elisabethstr. 30. Tagesordnung: 1. Aus. gab« der Funktionärblätter. 2. Sonstige Mitteilungen. 8. Warum müsse» die Beamten den Wiedereintritt der Sozialdemokratie in die Regierung gutheißen? Reserent Rcichztagsabgeordneter Genosse Ecppel. t. Freie Aussprache. Erscheinen dringend notwendig, falls unmöglich, geeignet« Vertretung. Fromenabende am Zllonlag, den 4. Zuli: lOZ. Abt. V-umschnlenwcg. TM Uhr bei Haß, Baumschulenstr. 71 Thema: „Wie kläre ich mein ftind sexuell, auf?' Reserentin Genosstn Dr. Fotb. 3. Treis Wcdding. 7 Uhr in der Schulaula Biesen-, Ecke Pankstraß t. Res«. rentin Genossin Tiara Bohm-Schuch, M. d. R. Dienstag, den 5. Zuli: ZZ.«it. Eh-rlotteniurg. TM Uhr im Lokal Bohne, Schl-ßstr. 48,«orstanb». und Funktionärsitzung.„___ 74.«bt. gehleadors. 8 Uhr Sitzung sämtlicher Funktionäre»ei Mickleq. Pots- damer Str. 25. MZZ Reukoll». 7 Uhr grofte Zsse-tlich« Elterasersammluag der».»nd 32. Gemeiudctchule, RStlistraße, bei«liem. Hasenheid«. grotze,«aal. 1. Beschlußsafiuag über die Umwandlung»userer Schule» i» ei»e Gr- «ewschaftsschsle. 2. Verschiedene». Ellcrn und Senoffe» erscheint rep. los zu dieser Brrs-mmlnng. Franenabende am Dienstag, den S. Zuli: l«. Abt. Adlershos. TM Uhr im.Zeichensaal der Schul« Radickestraß«. Themar „Meine Erlebnisse im Orient. Referent Genosse Vierbllcher. 85. Abt. Tempelhos. Di« Liften zur Eintragung der Tinder für die Ferien« spiele liegen im Konsum und Kaufhaus T«mpell,af aus. Alle Kinder bis 1t Iahren müssen«Ingetragen werden, letzter Eintragungstag am Donnerstag, den 7. Juli.,.... 98. Abt. Rcuiölln. Am Sonntag, den 10. Juli, in der«änigsheide Baldsest. Alle Abteilungen, die sich daran beteiligen wollen, müssen sich an de» Ge- nasse» August Heyn wenden. llebungsstunden der SPD.-Chöre. zu richten an K. Schultz, Eharlottenburg, Kirch str. 98. Uhr: Brbcitergrsangverein„Einigkeit'. B u ch h o l z bei r Str. 56.—«PD.-Rännerchor Trei» Friedrich»- Gro� berliner porteinochrichten. heute. Sonntag, den Z. Zuli: Treis Friedrichshoia. Sozialdemokratischer Männerchor! Die Mitglieder treffe» fich früh 9M Uhr im Andreas-Kasino, Andreasstr. 3, zwecks gesanglicher Teilnahme»» der.chdberschlesischen Hilfsweridemonstration' auf dem Andreasplatz. Erscheinen oller Mitglieder Pflicht. Morgen, Montag, den 4. ZuN: 2. Trei» Tiergarten. TM Uhr erweiierte Treisvorstandssitzung»ei Trllmper, Flensburger Str. 8. 3. Tret»«edding. 7 Uhr hei Trrfi», Pankstr. 60, Sitzung des Kreisvor» stand es. 20. Trei». 6 Uhr erweiterte Treisvorstanbsfitzung in Tegel, im Jugendheim, Bahnhasftr. 15. Bezirks- und Stadtverordnete stnd hiermit einarloden. 24. Abt. TM Uhr Sitzung der Bezirksführer, Kreisvertreter, Betriedsver. trauensleute und Elternbeiräte bei Winzer, Ehristburger Str. s. Püntt» sich 7 Uhr daselbst Vorstandssitzung mit Srupvenführern, Revisoren usw. 26.«bt. 7 Uhr pünktlich wichtige gusammenkunst aller Funktionäre und Ber. trauenslrute bei Wichmann, Wcißrndurger Sir. l. Anfragen find «outag. TM Hennig, Pasewaller......-----„... h a I n im„Andreas-Kafiiw', Andreasstr. 8.— Frauenchor„Frvhstnn'-Eh a r. lottenburg, Aula Rofinenstr. 14.— Dienotag. 7>4 Uhr: So,. Männer- chor S a I l e s ch i S Tor in der Aula der 11. Realschule, Boeckhstr.#•10.— „Harmonie'.Weißens-«(8 Uhr), Pistorius-, Eck« Rälkestraß«,— Sänger chor der SPD. Pankow(Tth— 10 Uhr) im„Türkischen 8-lt', Brett« Straße.— Donnerstag. Eoz. Männerchor Berlin-Mitte(TM Uhr) im„Bürgerheim', Alte Schönhauser Sri. 23.— Freier Männerchor Rlinickendors (TM—Tt Uhr) bei Llndsiedt, R-sidenzstr. 120, Ecke Grüner Weg.— So». Männer. chor Mariendors<8—10 Uhr) bei Niendorf, Chausseestr. 19.— Freitag. Männerchor„Harmonie'»Eharlottenburg<7%— SZH Uhr), Aula der Eiemens-Oderrealschule, Schloß str. 27.—.Liederfreunde'. I 0 r s i g w o l de. Wittenau bei Schade. Veidt-, Ecke Berliner Straße.— Soz. Mannerchor Prenzlauer Tor(8 Uhr), Bötzow. Brauerei, Prenzlauer Allee. Eharlottenburg. Männerchor„Harmonie' SPD.: Sonnabend, den 9. Zuli, im Etablissement Spandauer Bock, Vokal- und Instrumental- Konzert. Beginn 6 Uhr.«arten» 2 M. bei den Adteilungoführern,:m Bcreinslokal Echloßstr. 45 und an der Tasse. ?ugenüveranstaltungen. verein Arbeiter-Iuxend Krotz-Berli». Selretariat: RW. 40, Z» de» Zelte» 23. Montag, den 4. Zuli: Baumschuleumeg: Ernststr. 16, MitgliederversamuUung.— Grii»au: T6pe» Nicker Straße, Werner, MitgNederv-rsammlung.— Z»h»»»i«th»l- Johannes- Werncr-Stroße, Mitgliederversammlung.— Steglitz I: Ofsenbacher Straße 5», Vortrag:„BerfassunLswesen!._ Vorträge. Vereine und Versammlungen. Rcichsbund der Triegsbeschädigtr». Bezirk 2 Ost«»: Montag, den 4. Just, 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Aula Andreaostra. 1/2. Referent Reuge- bauer. Tliema:.Heilbehandlung'. Bezirk I Roed«»: Montag, den 4. Juli, abends �8 Uhr, im Patzenhofer, Ehansseeftr. 64, Mitgliederversammlung. Re. ferentin Kameradin Eworowski spricht über Hinterbliebeneri fragen n. a. Er- scheinen aller Mitglieder ist Pslicht.— B»»d der Triegsieschädigte»»»d .hiaterbliebeae» der Tfchechoflowakei. Wer seine Rachzahlung der erhöhte» BERLIN C2 B re itestr a s s e Jvuöolph He rhvg BERLIN C2 BrQderstras* e Letzte(doclte Inventur-VerKoufs Besonders billige Preise in allen Abteilunsen. Wäschestoffe weiß, verschiedene Stirken-t re-t r* das Meier........ M./ ,8 j XU»"" 1Z»~" Wäschestoffe Breite«a. ISO/185 cm. Ter- f OO schied. Stärken d. Mtr. M. 1 0.50 ZÖ.- Schleierstoffe weiß e*. 115cm breit, das r»n OO O/T Meter.......... M. DJ.-" OO.— Bestickter Batist wei, ca. 75 cm breit, das Meter.......... M. 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Generalversammlung des Deutschen Textilarbeiterverbanöes. Breslau, SO. Luni 1921. In die Schlußworte verschiedener der Referenten zum Geschäfts. bericht spielt auch wieder lebhaft der Hader der politischen Zerklüf- tung hinein, so daß sie mitsamt der Reihe persönlicher Bemerkungen, die sie auslösten, wiederholt stärkste Erregung herbeiführten. In der A b st i m m u n g gelangte die große Anzahl von An- trägen meist völlig oder fast e i n st i m m i g zur Annahme. Nur der Beschluß, an Familien mit mehreren dem Verband angehörenden Mitgliedern auf Wunsch die Gewerkschaftliche Frauen- zeitung zu liefern, hatte eine starte Minderheit gegen sich. Dm Kassierern wurde einstimmig Entlastung erteilt. Ein Antrag zum nächsten Gewerkschaftskongreß verlangt Umorganisierung der dem ADGB. angehörenden Berufsorganisationen zu I n d u st r i e- organisationen. Der ADGB. soll ersucht werden, aus Ein- heitlichkeit in den Beiträgen(gestaffelt nach Stundenlöhnen) und der llnterstützungsarten in allen Gewerkschaften, ferner auf Aufhebung der Technischm Rokhilfe hinzuwirken. Für eine dm Verhältnissen entsprechende Umgestaltung der Alter»- und Invalidenversicherung, sowie für Sicherung des K o al i ti o n s r e ch t s soll der Verband eintreten. Am Streikreglement des Verbandsstatuts wurden eine Reihe Amde- rungen vorgmommm, die im großen und ganzen eine redaktionelle Umstellung und klare Uebersicht über die bisher schon bestehenden Bestimmungen bedeuten. Zwei andere Beschlüsse gehen dahin, unter keinen Umständen an der 46-Stunden-Woche rütteln zu lasten und ste da, wo ste noch nicht besteht, insbesondere im besetzten Gebiet, zur Einführung zu bringm. Zu seinem dann folgmdm großen Referat: .Der gewerkschaftliche Kamps und die Politik der Gewerkschaften- hatte der Refermt Jäckel(Borstand) folgende Resolutionen vor» aelegt, die seine grundsätzliche Stellung und dm Charakter seiner Ausführungen kmnzeichnen: „Der Derbandstag erkennt als Ziel der politifchm und gewerk- lchaftlichm Arbeiterbewegung und ihrer Organisationen Beseitigung des Systems der Lohnarbeit und Ersetzung durch sozialistische Wirtschaft. Dieses Ziel wird sich durchsetzen auf dem Wege orga. nischer Wirtschaftsentwicklung und kann somit nur Resultat eines tm demokratischen Staat sich vollziehmden Prozestes sein. Boraussetzung für die ungehinderte und schnelle Entwickelung diese« Prozesses ist die Eroberung der politischen Macht durch die Gesamtheit des organisierten Proletariats und besten intensivster Betätigung im Klastenkampf. Die Betätigung wird erreicht durch Gewinnung der Herzen und Hirn« aller Arbeiter und Arbeiterinnen, ihrer Erhebung zur klaren Erkenntnis der Ge- setze ökonomischen Werdens und des wistenschaftlichen Sozialismus. Der Verbondstag lehnt die Anwendung physischer Gewalt im politischen und gewerkschaftlichen Klassenkampf als Mittel des Angriffs a b. Cr steht auf dem Boden parteipolitischer R e u t r a l i- t ä t und lehnt es ab, sich unter das Dittum der kommunistischen oder irgendeiner anderen Partei zu stellen. Desgleichen lehnt er auch die von der kommunistischen Partei propagierte Zellen- oder Fraktionsbildung ab." erblickt in ihr die Schaffung einer Sonderorganisation im'.,,ncn des Verbandes, die mit Notwendigkeit— auch wenn das nicht be- absichtiqt ist— feine Zerreißung, die Zertrümmerung der einheit- lichen Textilarbeiterbewegunq und die Schwächung ihrer Stoßtraft im Kampf gegen den gemeinsamen Feind bewirkt." „Der Verbandstag verwirft mit aller Entschiedenheit die von dm kommuniskm angewandtm ßampsesmelhodm, ihre Taktik, ihre Auffassung vom Wesen der Prole- tarierbewegung und der proletarischen Revo- l u t i o n. Er garantiert den Anhängern aller politischen Parteien, auch den Anhängem der kommunistischen Partei vollste Freiheit der Meinungsäußerung Im Rahmen der Organisation und unter Be- rücksichtigung der vom Verband sich selb st gegebenen Gesetze, erwartet deshalb auch von den A rhängern der kommu- niftischen Partei unbedingte Anerkennung der Gesetze und be- dingungslose Unterwerfung unter die von der großen Mehr- heit der Generalversammlung gefaßten Beschlüste. Der Vorstand des Verbandes wird beauftragt, in schärfster Weise über die D» r chf ü h r u n g und Beachtung dieser Ve- schlüsse und Gesetze durch seine Verbandsangehörigen zu wachen, auf das strengste um die Einheit und Geschlossenheit des Textilarbeiterkampfes besorgt zu sein und mitallenimStatut i[«geben«n Mitteln rücksichtslos gegen wider- trebende Elemente vorzugehen." „Der Derbandstag erblickt In der gewaltsamen Unterbrechung des Produktions- und Zirkulationsprozestes der kapitalistischen Wirt- schaft mittels kollektiver Verweigerung der Arbeitskraft eines der reaktionären Kampfmittel des Proletariats zum Zwecke der proletarischen Machteroberung und der Umgestaltung der VGB.) erklärte, sich des warmen Arbeitsorganisation. Dieses Mittel darf nicht leichtfertig angewandt werden. Er sieht in der Anwendung diese» Kampfmittel« durch den ADGB. beim Kapp-Putsch einen Fortschritt, der zum Teil auf die Wirksamkeit de» Deutschen Textilarbeiter-Verbandes zurückzuführen ist. Es wird vom ADGB. erwartet, daß der politische Massen st reik angewandt wird, sobald das Inter- esse der Arbeiterschaft und der Revolution es erfordert." Ein Antrag G l o m b i tz a. Limbach al» Korreferent aufzu- stellen, erhielt wiederum, wie schon am ersten Verhandlungstage, nicht die notwendige Unterstützung. W i s s e l l(Vertreter des ADlZ Appells Jäckels an die Einigkeit der Arbeiterschaft von Herzen gefreut zu haben und nach dieser Richtung keinerlei Ergänzung versuchen zu wollen. Nur über die wirtschaftliche Lage, als dem Boden, aus dem Möglichkeiten und Charakter unserer Kämpfe sich ergeben, wolle er Worte verlieren. Diese Lage aber werde für die nächste Zukunft für Deutschland beherrscht durch die Tatsache: Verlorener Krieg! Scharfe Kämpfe mit dem Unternehmer. tum, scharfe politische Steuerkämpfe«erden unausbleibliche nächste Folge: organisierte Umstellung und technische Höherentwickelung der Wirtschaft im Allgemeininteresse müsse das große zu erkämpfende volkswirtschaftliche Ziel sein. Bei all dem erwachsen den Gewerk- schaften neben den alten auch neue, noch größere Aufgaben, die in Einigkeit bewältigt werden würden.(Lebhafter Beifall.) B r e s l a u, den 1. Juli 1921. Die heutige Debatte über das gestrige Referat Jäckels wurde von 9 Rednern, darunter eine Reihe kommunistischer, bestritten. Dann wurde ein S ch l u h a n t r a g angenommen. Rödel(Vorstand) begründete an der Hand textiNndustrieller Geschäftsergebniste, daß keineswegs die Textilindustrie sich in einer besonderen Notlage befinde und berechtigte Ärbeiterforderungen von den Unternehmern wohl erfüllt und mit allem Nachdruck vertreten werden könnten. Die scharfe Kam ps st ellung Jäckels gegen die extreme Linke hielt Redner nicht für notwendig, da die Gefahr von links für den Verband durchaus nicht sehr groß sei.— G e r a tz« Aachen führte aus, daß die Einigung der sozialistischen Parteien kommen müsse. Die geeinte Partei müsse dann versuchen, stch etwas nach links zu orientieren: die Kommunisten müßten dann etwas nach rechts abweichen, um auch wieder mit der allgemeinen Partei zusammenzukommen.— Dieser wie auch noch etliche andere nicht- kommunistische Redner sprechen sich gegen die Arbeitsgemein- schaften aus. Der Kueiferteufel (Nachdruck verboten.) ist ein Spezialteufel, der den Druckfehler- kobold und den Dämon des Zufalls an boshafter Find-igbeit noch um einiges übertrifft und besonders dann in Nieder- trächtigkeiten schwelgt, wenn man ihm auf Gnade oder Ungnade ausgeliefert ist, z. B. auf der Reise. Zwischen der Mög- lichkeit, daß der Kneifer schon im Ge- dränge an der Perronsperre leise klirrend // herabfällt und unter den soliden Stiefeln / eines rüstig Nachdrängenden ein schnelles, �— knirschendes Ende findet, und der, daß der Kneifer plötzlich nicht mehr da ist, wenn man nach stundenlangem, halsbrecherischem Steigen einen schönen Aussichtspunkt erreicht hat, gibt es eine Menge kleiner Tricks, durch die sich der Kneiferteufel v> unliebsame Erinnerung bringt. Ein Herr erzählte neulich, er fei nun zwölf Jahre»erheiratet, und fünf davon habe feine Frau damit zugebracht, ihr Schlüsselbund zu suchen, weitere fünf mit der Jagd auf ihren Kneifer, und >ur zwei Jahre seien ihm ganz gewidmet gewesen. Per Mann hätte mindestens fünf Jahre länger glück- kicher Ehemann fein können, wenn er seiner Frau gleich im ersten Jahre einen gutsitzenden Kneifer ge» schenkt hätte, denn nur diejenigen Kneifer gehen lo oft verloren, werden verlegt oder zertreten, die so unbequem sitzen, daß man froh ist, wenn man sie zeitweise abnehmen kann. � Ein gutsitzender Kneifer kennt keine Mucken und Tücken. Er fällt nicht herab, wenn man reitet, turnt, sich bückt, radelt, schwitzt oder niest. Man braucht ihn nicht beim Lesen fortwährend zu rücken, er drückt nicht die Nase wund, und sein Träger braucht nicht mit dem Schicksal zu hadern, wenn es ihm statt einer griechischen Nase eine solche be- schert hat, wie sie in Lappland gedeihen, denn ein solcher Kneifer klammert sich mit sanftem Druck ebenso lest auf eine Nase, die mehr in die Breite geht, als auf eine klassisch geformte. Wenn heute noch jemand behauptet, einen solchen Kneifer gebe es aar nicht, so werden viele Tausende glücklicher Besitzer eines L o h m a n n- Kneifers ihm widersprechen. Der L o h m o n n» Kneifer hat aber noch eine Anzahl weiterer Vorzüge. Er hängt nicht je nach der Breite des Nasenrückens rechts und links schräg herab, was dem Gesicht dann oft einen fatal melancholischen oder unfreiwillig komischen Ausdruck gibt, sondern er sitzt flott, unauffällig und ganz wagerecht vor den Augen. Da» wirkt nicht nur vorteilhaft auf den Ge- sichtsousdruck, sondern«« werden überhaupt erst die gesundheitlichen Anforderungen«füllt, die man an Augengläser stellen muß. Das Auge muß, wenn die Augengläser nicht mehr schaden als nützen sollen, in normaler Stellung durch die Mitte des Glases hindurchfehen, und zwar nicht schräg, sondern rechtwinklig. Geschieht dies nicht, so wird das Auge in«ine unnatürliche, schie- lende Stellung gedrängt und stark überanstrengt, was zu rcckck'er Ermüdung beim Lesen und zu Kopf- schmerzen und Nervosität führt: Leiden, welche man doch am allerwenigsten von einer Erholungsreise wieder mit nach Hause bringen möchte. Mancher, der an diesem Uebel leidet, hat es aber häufig einem schlechtsitzenden Klemmer zu verdanken. Für die Erholungsreife möchten wir auch noch ganz beson- ders auf die Lohmann-Doppelfocus- kneifer aufmerksam machen, die den großen Vorteil haben, daß man denselben Kneifer für Sehen in die Ferne und in die Nähe benutzt, was nicht nur bequem, sondern auch den Augen zuträg- lich ist. Viele Leute wissen gar nicht, daß sie mit einem guten Kneifer weit besser sehen, viel leichter arbeiten und von einer Reise einen viel höheren Genuß haben würden. Ihnen sind Fehler im Bau ihrer Augen noch nicht aufgefallen, und sie hatten noch kerne» besonderen Anlaß, ihre Augen untersuche» zu lassen. Wer nun für die Reife ein Fernglas»der Augengläser braucht, der sollte die Gelegenheit be- nutzen uni» sich sowohl über die Leistungsfähigkeit seiner Augen als auch über die Lohmann- Kneifer kostenlos informieren. Di« einzig« Verkaufsstelle für die patentierte» L o h ma nn- Kneifer, die Orthozentrische K n e i f e r- G es ell sch a f t m. b. H., Berlin W., Potsdamer Str. 134», die auch alle Arten anderer optischer Instrumente für Sport und Reise führt, gewährt eine gründliche Augenprüfung tosten- los zu jeder Tageszeit und ist gern bereit, jedem, der Augengläser' ttägt,«inerlei. ob er Käufer ist oder nicht, einen L o h m a n n- Kneifer aufzupassen, um zu zeigen, wie gut ein Kneifer überhaupt sitzen kann, und welch enormer Unterschied zwischen einem wirklich gut sitzenden und einem leidlich gut passen- den besteht. Wie gesagt, ist der L o h m a n n- Kneifer n u r in diesem einen Geschäft, Potsdamer Str. 134», zu haben. Filialen oder Niederlagen in anderen Berliner Geschäften gibt es nicht. Nach auswärts verlange man Profoekt Nr. 2 I., der kostenfrei gesandt wird. TvKIuIZ des Ausverkaufs der in der Saison verbliebenen Bestände sm Dienstag, dem 5. Juli, abends 7 Uhr Ganz erhebliche Preisherabsetzungen! Berlin sm£ (iBtfJI BAER SOHN Berlin Im Schlußwort führte Jockel Rödel gegenüber au», daß es kein Entgegenkommen, kein Kompromiß gegenüber der kommunistischen Taktik geben könne und er es deshalb ablehne, irgend etwas an seiner Resolution zu ändern. Gegenüber der„Roten Fahne" führte er aus, daß ihre Berichterstattung über„Abwürgung und Wortentziehung der kommunistischen Delegierten" ganz gemein erstunken und erlogen sei. H ER MA N N In der Abstimmung wurde ein Antrag auf Beseitigung der Zenkralarbeitsgemeinschask abgelehnk, dagegen wurde dem Vorstand aufgegeben, dahin zu wirken, daß die im Zeitlohn Arbeitenden beim Warten auf Zuteilung neuer Arbeit prozentuale Vergütung erhalten. Ein scharfer Protest wurde ein- stimmig erhoben gegen die Bestrebungen amtlicher und nichtamtlicher Stellen, die Gewerbegerichte den ordentlichen Gerich- t e n anzugliedern, zu denen die Arbeiierfchast nicht mehr das nötig» Vertrauen habe. Die bereits mitgeteilte Jäckelsche Resolution, soweit sie sich auf die Anwendung des Generalstreiks bezieht, wurde einstimmig, der übrige Teil in namentlicher Abstimmung mit 427 gegen 39 Stimmen angenommen. Gegen einige Stimmen wurde die Verausgabe des Jäckelchen Referats als Broschüre beschlossen. Leipziger Strasse* Aiexanderplatz Frankfurter Allee Hur noch diese Wochel mST 20MHiPmli Has-Sleiiiiil Steingut Speiseteüer bUni........ I95 Kartoffelsdiüsseln£75 bunt oder Weiss..................... Terrinen b�i«-.«!» 730 875 COlTSpOfS bunl oder weiss.... 4*73 Bratenplatten«-.» 245475 ;» Weiss PorzeHen Teller Hei oder nach.......... 3 Abendbrotteller..... 24S Kompotfelier......... 14S Terrinen........... 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Juli, nacfimittag» Ä'-, Ahr im«veuischen gof, Cutlanec Skraszs 15; G e n e r a l- B e r s a m m l u n g Tagesordnung: Berichterstattung über die TarifauSschuß-Sitzung Zu dieser Bersammlung sind auger den Delegierien die vertranensleute und Druckereikassierer eingeladen.— Ohne Legitimation kein Zutritt! 41/U* See. NMelWMSMMM Verwaltungsitelle Berlin X st. 51, Cinienltr. 83—85 Selchäftszett von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Udr Telephon: Amt Norden 185. 1239, 1987. 9714 Dienstag, den S.)uii. abends 5 Uhr. im Gewerffchastsyaus, Engelufer 15: MmlimWe SrMeii-MsWtiilWs der Metalldrücker U.Polierer Groft-Berlins Tagesordnung� 1. Stellungnahme zu der am 24. Juli stnttstndeuden»eichskonferenz. 2. Disluifion. 3. Wahl von Delegierten. Mikgllednbuch legitimiert. vienskag. den 5. Juli, abends 7 Uhr, in der Aula des Söllnischen Gymnasiums, 3nfe(f(t.2-5 Branchen-Versammlung sämtlicher Elektromonteure und Helfer Groß-Berlins Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu den Nichl- . linien über die Arbeitsoermittlung in der Dranehe. 2. Branchenangelegenheiten(Lehrlingsfrage). 3. Lerbands» angelegenheiten und Berfchiedenes. Achtung! SWMeMZjWM; Achims Dienstag, den 5. Juli, nachmittags' z5 Uhr im ZNärkischen Hof, Admiralstr. 18 c: MdmkltmlllASlmlüeo-öchMtiilMg sämtlicher Graveure und Ziseleure (alle Scandien) Tagesordnung: 1. Sericht von der Serhandlung im Seichnarbelternlnisterium vom 28. Juni. 2. Diskutsion. Ohne Miigitedsbnch kein Zulritt. vi« verlrauensmännerkonferenz für den 23. Bezirk (Spanbau u. Umgegend) findet im Lokal„Türkisches Zell*. Spandau. Bismarckstrahe, statt.— Die anderen Konserenzen finden in den bekannten Lokalen statt. Achtung, Nordenbezirke! 15., 16., 17,, 18., 19. und 24. Bezirk! Dl« Sitzung der Bezirksleitungen fällt am Montag, den 4. Zuli, au». 92/19 Sie Orksvermoltnng. An alle IreigewarksiMlicli organisiarten Funlitionäre und Batriebsräte der Gemeindebetriebe Groß-Berlins! Dienstag, den 5. Juli 1921, abends 6 Uhr, im großen Saale der Bockbrauerei, Jidicinstraße 2/3: mieneiit zn»«-WmlW Tagesordnung: Die Situation im Streit der Gutsarbeiter. SV Freie Aussprache."VQ In dieser Versammlung müssen alle Betriebe vertreten sein.— Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches und des FunklionärauSweises. Das Lohnkartell für die Gemeindebetriebe Berlins. Verband der Gemeinde- und StaalSorbeiter. Verband der Transportarbeiter. Verband»er Maschinisten und Heizer. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verband der Gärtner und Gärtncrciarbeiter. Zentralverband der Angestellten. Eile tut not! Erhöhte Preise! zahle ich auch weiterhin; der selten gCnstlKe Kursstand sichert dem Publikum bei mir ein unvergleichbares Preisangebot für Platin-, Gold und Siibersachen alte Münzen, Münzen-Sammlungen, Uhren, Kalten, Ringe, ein», zahne, Zahngeblsae Der starke Zuspruch ist und war meine beste Empfehlung! 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Prutep-Theater*», Kastanien- Allee 7, 9, sowie der„Staatlichen liOtterle-Elnnehmer" bei» worauf wir unsere isatze schnr? und restlos haben will, wende sich sofort an Kamerad Karl Schodl, Berlin, Mockcrnstr. 127(Konditorei). Nächste Verfammluna Dicnstaa, den d. Juli, abend» m Uhr, im Restaurant„Brückenkopf", Kottbufer Str. 12. Referent Bundesvorstand Lepin aus Prag. Zahlreiches Erscheinen erwünscht.— Bund der«rbeiter-Mufikrereine. Mandolinengruppe: Montag, den 4. Juli, abends Ti Uhr, Spielabend im Rofenlhaler Hof, Rofenthaler Str. 12. — zeutral-Rieterperbend, Ortsgrnppe Renlölin-Britz. Oeffentliche Micterver- sawmlung Dienstag, den 5. Juli, im großen Saal der„Neuen Welt", Hafen- Heide. Thema:„Das neue Rcichsmieteugefeh und die Wohnungsnot". Mus aller Welt. Ein UniversilSteprofessor als Vanknokensälscher verhnfiel. Die Wiener Polizei hat mehrere Mitglieder einer Bande von Banknoten- fälschern verhaftct, der es gelungen war, bei mehreren Wiener Banken Fälschungen tschechoslowakischer Fünshundertkronennoten im Betrag« von über 600 000 Kronen unterzubringen. Verhaftet wurden u. a. der Reisende Ludwig Kleine aus Munkacs, der sich in der Bank als Kaufmann Blau aus Preßburg vorgestellt hatte, serner seine Gattin und Univcrsitätsprofessor Dr. Julius v. Che- c z a r o s(Budapest). Gefälscht wurden bisl>«r insgesamt S 763 000 tschechische Kronen, was einem Wert von nahezu 57 Millionen öfter- reichischer Kronen entspricht. Helden. Unter Führung eines Oberleutnants haben 50 bis 60 Mann französischer Alpenjäger am letzten Donnerstag das Kaiser-Wilhelm-Den kmal in Mülheim a. d. Ruhr zu stürmen versucht. Nach einer aufgeregten Ansprache des Offiziers erkletterten die Mannschaften das Denkmol und bearbeiteten es mit Stöcken. Trotz aufgenommener Verfolgung gelang eS der Abteilung zu entkommen. Sport. Nennen z« Grunewald. Eonnabend, 2. Juli. 1. Preis von Langenbtelau. 1. Malente(Braun), 2. Augur(Mehmann), 3. Reichard(Mib-n). Tot. 47: 10 PI. 17, 21. 25: 10. Ferner liefen: Brandmeister(4), Strhmon, Offensive, Sauerklee, Napi, tlivia. Suvretta.— 3. BersuchSrennen der Stuten. 1. Feuer(Standingcr), 2. Galeric (Tarras). 3. Fontaika fJentzsch). Tot. 37:10 PI. 24. 23:10. Ferner liefen: Marotto(4), Motaida. Rosperga.— 3. Landgraf- Aus- gleich. 1. Finnländer(Jentzsch), 2. Katzenjammer(Olejnik), 3. Halloh (Staudingcr). Tot. 29:10 Pl. 14, 33, 22. Ferner liefen: Räuberyaupt- mann(4), Orkan, Kolderg, Wolkenschicber, Hepph, Erwachen, Primadonna. — 4. AdoniS-Rennen. 1. OrdenSjager(Olejirik), 2. Liebhaber (O. Schmidt). Tot. 10: 10,— 5, W a l b u r a- R« n n e n. 1. Dunft (E. Lüneberg), 2. Aurora(Zimmermann), 3. Exzelsior(®. Janek). Tot. 97: 10 PI. 43, 63, 42: 10. Ferner liefen: Tannlonig(4), Wellenbrecher, Deutschritter. Sappe, Meinhard. Jo, Blau u. Weih, Teifi, Eassian, Rosen. selS.— 6. Werder-Rennen. 1. Scala(Mihan), 2. Zlhnjrau(Danek), 3 OuSIgeist(Staudinger). Tot. 69: 10 Pl. 20. 36. 13: 10. Ferner licsen: Schalal(4), Gondler, Diadem. Fee, Halbmond, Merkur, Tarukarpe, Saloppe.— 7. Sommer. Ausgleich, l. Dardano«(Jentzsch), 2. Jsmene(Zimmermann), 3. Glückskind(Frehtaa). Tot. 39: 10 PI. 20. 24, 50: 10. Ferner Uesen: Meulüh(4), PersicuS, Dflc: Aladar, Demagog, Fra Diavolo, Prophetin. Ilftera, Aoidau, Ulan II, Arbeitersport. tag in Neukölln auf dem nachmittag»....... öll» auf dem Fortuna-Lportplatz am Herzbergplatz stattsindend« ffußballturnier werden. E» ist sehr äahrvcrbindung zum Svo-üplab: Ringbahn, Sir roa 1—» Uhr . guter Sport zu Strahenbahnlinl»» Ein« Werbeveranstaltuna für den Arbeitersport soll das»m heutigen Sonn- -j.------------ g|' MWMWWM»»?KW>� erwarten. Fahrvcrbindung zum Sportplatz: bv, R, 27, 22, 46, 47, 48, 7, 15, I>, I, 53, 94 und V, ' Schwimm-Verein„Dorwärts" Berti» 18S7(Mitgl. d. A.-W.). Die Kruppe Westen roranstaltet am Sonntag, den 3. Juli, nachm. 3 Uhr, im „A e g i r- B a d, Lichterfelde-Süd, Teltower Straße, ein Bereinsfchwimmfest. Zur Aufführung gelangen: Schwimmwettkämpfe, Wasser- ballfpiil, Stafetten, Springen, Reigen, Rettung! men u. a. m. ungsvorfllhrungen, Damenschwim- Voraussichtliches Wetter bis Montag mittag. Etwas wärmer, im Norden, besonders an der Rüste, vietfach Heitel., aber veränderlich, im Süden noch meist stärker bewölkt und stellenweise etwas Regen. SamewS-ldschube�'- Sem».SaWo«e'�' mod. Form, Derb». M schnttt.Soadi>ear.WlIt-Aus-"j 11-4.'� Kinder- Schnürstiefel'K? in sedr dauerhafter Äuswh?ung.Sehr�/L� � Für �die in allen Abl-eilunaen ige Jackenkleider, ou» relnirolL Chovtot Tiotie*■■■ f Formen. Jacke auf guSer Halbseide gefUflert....... 00 Jackenkleider a. relmnoll. feinsfen Gabar- M /OkOO din, mod. Formen, in der dHflB bellebfen hellen Sondtarbe,> Jacke out reiner Seide gel.%J V Kleiderröcke aus eilerbestem Froste," lorblo oder gemustert, verschle- dene Formen..... 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Von diesen wollen die Arbeitgeber vor allem nicht die nach Erhöhung des Urlaubs von 12 auf 2t Arbeitstage und die Zwu�ahhing der Löhne in Kranlheitsfällen bis ,'u sechs Wochen gcnehmigem Nach der Veröffentlichung der Arbeitgeber ist von seilen der Maschinen- führer die Arbeit in verschiedenen Betrieben ganz oder teilweise eingestellt und in anderen Fällen passive Resistenz geübt worden. AuS diesem Grunde haben die Unternehmer die Maschinen- führer fristlos»nd die übrigen Arbeiter der Industrie wegen Mangel an Arbeit entlassen. Wir müssen uns auf die Wiedergabe dieses Auszuges äuS der Erklärung des Arbeitoeberverbandcs beschränken, da uns leider von feilen dcs TabakarbeilerverbandeS bis Redaltionsschlusj keine Mitteilung über den Stand der Dinge zugegangen ist. Keine Einigung im Giitcrarbeiterstrcik. Der Streik der städtffchen Güterarbeiter beschäftigte gestern nach- mittag den zuständigen Stadtoerordnetenausschuß. Nach einer allgemeinen Aussprache mit den Orgamsationsvertretern verhandelte der Ausschnh mit dem Magistrat. Zur Abstimmung gelangte zu- nächst der Antrag der unabhängigen Fraktion, eine tgprozen- t i g e Lohnzulage zu bewilligen. Er wurde ebchrso wie eine Reih« kommunistischcr Anträge abgelehnt. Den Zusatzantrag Dr. Weyl, den Gutsarbeitern das Mitbestimm.ungsrecht in derselben Form zuzugestehen wie den übrigen städtischen Arbeitern, wurde ebenfalls abgelehnt. Dasselbe Schicksal erfuhr ein Antrag unserer Partei, wenigstens eine 7�prozentige Lohnzulage zu ge- währen. Der Llntrag des Stadtverordneten Müller- Franken lWirrich. Dgg.), eine Million Mark für die Gutsarbeiter zu bewilligen, wurde von dem Vertreter der USPD. als eine Ver- hähnung der Arbeiterschaft abgelehnt. Der Magistrat erklärte dazu, daß er im Höchstsalle«ine halbe Million bewilligen könne. Dann wurde auch dieser letzte Antrag gegen drei Stimmen abgelehnt. Damit sind die Verhandlungen vor dem Stadtverordnetenaus- schütz als erledigt zu betrachten. Die Situation im Streik der ftädti- fchen Güterarbeiter ist nach diesen ergebnislosen Verhandlungen so verworren� wie nur irgend möglich. Falls nicht eine baldige Rege- lung im Sinne der Streikenden erfolgt, entsteht die Gefahr eines Sympathiestreiks sämtlicher städtischer Arbeiter und Angestellten. Tic jüdische Gemeinde siegen ihre Angestellten. Am 2g. August 1920 ist zwischen der Repräsentantenversamm- lung, dem Lorstand und der Angestelltcnschaft der jünschen Gemeinde zu Berlin das Abkommen getroffen worden, eine neue Bcfoldungs- ordnung auf der Grundlage derjenigen der Stadt Berlin für die Angestelltenschaft der jüdischen Gemeinde einzuführen. Das Reich, der Staat und auch die Stadt Verlin haben ihren Beamten eine Er- höhung der Teuerungszulage um 20 Proz. vom 1. Januar 1921 ab zugebilligt. Die Angestelltenschast der jüdischen Gemeinde ist daraufhin mit der gleichen Forderung an die Gemeindebehörden herangetreten. Der Gcmeindevorstand hat jedoch entgegen dem oben angeführten Abkommen die Erhöhung der Teuerungszulage nur den verheirateten Beamten zugesprochen. Die Reprä- sentantenversammlung hat am 5. Juni beschlossen, auch den Ledigen die Zulage zu gewähren. Der Gemeindevorstand hat aber diefem Beschlutz die Zustimmung versagt. Der von Mitgliedern der Re- ' präsentanlcnversammkung wieder aufgenommene Antrag ist merk- ! würdigcrweise von dieser abgelehnt worden. Die Beamtenschaft der jüdischen Gemeinde hat zu diesem Wort- bruch der Gemeindebehörden Stellung genommen und nachstehende Entschließung einstimmig gefaßt:: „Die am 29. Juni in der Aula der Mädchenschule zahlreich er- schienene Beamtenschaft der jüdischen Gemeinde legt Verwahrung ein gegen die Besoldungspolitik der Gemeindebehörden im allge- meinen sowie im besonderen gegen die Zurücksetzung der Unver- Angestellte, seiö auf öer Hut! Man ist am Merk, die Beiträge für die Angcstellkcnversicherung autzerordenklich zu erhöhen, ohne dah hinsichtlich der völlig unzulänglichen Leistungen irgendwelche Acudernngcn eintreten sollen. Angestellte? Dehrk Euch gegen diese neue Vergewaltigung! Prolcstierl am Mittwoch, ä'/z Uhr. im„Ocullchcn Hof". Luckaucr Strotze Ueber den �Raubzug auf öle Tajchen öer Mgesieilten referieren die Reichstagsabgeordneicn Aufhäuser u. Giebel, sowie Paul Lange. Angestellte! Erscheint in Massen t Afa-Bnnd, Orkskarkell Sroß-Verlin. heirateten. Die Beamtenschaft erblickt hierin einen Bruck? der seitens der Gemeindevertretung gegebenen Züfichcrung, nach der die Bssol- dung der Beamten der jüdischen Gemeinde aus der Grundlage der Magistratsbcsoldung ersolgen soll. Die Beamtenschaft wird mit allen Kräften jeder Verschlechterung ihrer Lebenslage begegnen." Die Beamtenschaft hofft, daß die Gemeindebehörde ihrem ein- mütigen Willen Rechnung tragen und eingedenk des gegebenen Ver- sprechens ihre Forderung erfüllen wird. austragt den Betriebsrat, nunmehr all« Matznahmen zu treffen, die geeignet sind, dem Verlangen der Arbeilerschaft auf Abschluß dieses Vertrages mit allen im Entwurf vorgesehenen sozialen Be- stimmungen zu erreichen. Sollte ein Vertrag im Sinne der Ar- beiterschaft in kürze st er Zeit nicht zu erreichen sein, so ist die Entscheidung der im Betrieb Beschäftigten anzurufen. Die Ver- sammelien verpflichten sich, ihrerseits für den Abschluh des Mantel- tarises mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln einzutreten. Gewerkschaflomitglieder. Für Sonnabend, den S. Juli können Karten für Vorstellung„Die Kleine aus der Hölle", Opemte in 3 Akten, im Friedrich-Wilhelm st ädtischen Theater in der Chauffeestrahe zu stark ermähigtem Ein- h e i t s p r e i s pou Montag, den 4. Juli ab werktäglich von 4'/z Uhr bis 7 Uhr nachmittags Engelufer 18 1, Zimmer 15, entgegengenommen werden._ VerbandSnuSwcise gestohlen! Die Fnnkiionärkarte Nr. 0029 des Zentralverbandes der Angestellten sowie das Mitgliedsbuch Nr. 306138, lautend auf den Namen Erich Rochow, Gottschcdstr. 41, IV, sind am 30. Juni gestohlen worden. Es besteht die Möglichkeit, daß diese Papiere später sortgeworfcn sind und wird daher gebelen, dieselben im Verbandsbureau, Bellealliovccstr. 7/10, abzugeben. Auf alle Fälle biltcu wir Mitgliedsbuch sowohl als Ausweis gegebenenfalls anzu- halten. Zenlralverband der Angestellten. Buchbinder! Die Kolleginnen und Kollegen in der Ge- schäftSbuchbranche befinden sich im Streik. Die Unter- nchmer, die nicht das geringste Entgegenkommen zeigen, versuchen, andere ArbeilSkräile einznslellen, was mit oller Macht verhindert werden mutz! Uebt darum Solidarität gegenüber Euern streikenden Kollegen! Die Streikkommission. Nächste kirtevsitzung nicht morgen, son» Dienstag 7 Uhr Gencraloersammlung in Tie Maler und ihr Vcrbandstag. Der verband der Maler, Lackierer und Anstreicher(Ortsverwal- tung Berlin) hielt am Donnerstag eine Mitgliederversammlung ab, in der über den Derbandstag berichtet wurde. S ch i e m a n n er- stattete diesen Bericht in eingehender Weise, indem er auf die An- träge näher einging, mit denen der Verbandstag in Frankfurt a. M. sich zu beschäftigen hatte, sowie auch die Referate und Beschlüsse be- kanntgab, die dort gehalten bzw. gefaßt worden sind. Insbesondere hob er hervor, dotz der Verbandstag sich für die Gründung des all- gemeinen Baugewerksbundes erklärt habe, doch sei die weitergehende Forderung der Berliner Delegierten, daß sie schon in diesem Jahre veranlaßt werden möge, nicht erfüllt worden. Nach einer lebhaften Aussprache und einem Schlußwort des Referenten wurde zur Wahl eines Bciratsmitglicdes geschritten. Ge- wählt wurde Sellheim, und die Wahl des Stellvertreters vertagt. Dann folgte die Wahl von vier Mitgliedern in die Agitation«- kommifsion für den ersten Bezirk. Gewählt wurden Sellheim, Bötzow, Kaiser und Klotz. Gegen das Mitglied B. war von anderen Mitgliedern wegen unkollegialischen Verhaltens der Ausschluß beantragt worden. Wie Schiemann als Obmann der Schiedskommission berichtete, wurde be- schlössen, es bei einer Rüge bewenden zu lassen. Die Entscheidung der Mitgliedschaft hierüber wurde vertagt. c: ffleischcr. Bäkers Fcstsälen, Wcbcrstr. 17. Fentrawerband der TÄlihmachcr. Schoßarbeitcr: Montag 7 Ahr Dezirls- Versammlungen in den bekannten Lakaien.— Zwicker und Zwickerinnrn der Filz- und Hausschuhindustric: Versammlung Montag 5 Uhr bei Hentschcl, ttöpe- nicker Err. 127». Deutscher Transportarbeitcrrerdand. Handelshilfsarbeiier und-arbeite» rinnen aus ollen Betrieben der Briefumschlag.. Luxuspapicr- und Kontobücher- Branche: Dienstag 5 Uhr bei Witte, Poststr. 2g, Gruppenvetsammluug. Berantw. für den redakt. Teil: Dr. Werner vciscr, Dbarlottenburg: für Anzeigen: Tb. tätocke. Berlin. Verlag: Borlvärts.Berlog G.m.b.H., Berlin. Druck: Vor- wärls-Buchdruckerei u. LerlagSanstall Laut Tinaer«. Co., Berlin. Lindenstr. Z. Hierzu Z Beilage«.. Das persona! der Reichsdrnckerei nahm in einer Betriebs- Versammlung nach dein Referat des ObmanneS de» Betriebs. ansschuffes Richter folgende R e s o l u t i o n an: Die am 28. Jnni im Deutschen Hof tagende Betriebsversammlung spricht ihr leb- haflcS Befremden darüber aus, daß der Arbeitsvertrag ii o ch i m m e r n i ch t d u r ch g e f ü h r t ist. Sie erklärt, daß die Arbeiterschaft am Ende ihrer Geduld angelangt ist und be- Rheuma, Kopf- und Rervenschmerze«. Begeistertes Lob über Togal! Herr Heinrich Garmattcr, Berlin, schreibt u. a.:„Teile Ihnen er» gebenst mit, daß ich seit Jahren an Nervenleiden und Rückenschmerzen litt. Ich wandte alles an, nahm elektrische Bäder, Dampfbäder, ließ mich massieren, nahm verschiedene Sorten Tabletten, nichts hat ge- nützt. Da las ich einmal Ihr Inserat in meiner Zeitung. Es flößte mir Bertrauen ein, ich kaufte mir ein großes Paket und nahm olle Tage zunächst 3 mal 3 Tabletten, bis die Originalflasche leer war. Zu meiner größten Freude mußte ich zum Schluß bemerken, daß die Schmerzen nachließen und auch ganz wegblieben. Ich habe dieses außerordentliche Präparat schon vielen meiner Mitmenschen empfohlen und sie sind ebenso über seine Wirkung erfreut wie ich." Dieses ist eines von den Hunderten von Anerkennungsschreiben über die prompte Wirkung des Togal bei Kopf- und Nervenschmerzen, Rheumatismus, Ischias, Hexenschuß, Gicht, Schmerzen in den Ge- lenken und Gliedern. Togal ist klinisch erprobt und wurde ärztlich glänzend begutachr.'t. Ein Versuch liegt im eigensten Interesse. In nllen�lpothckcn�rhältüch����������������������� Leipziger Straße» Königsiraße» Rosenihaler Sir.» Moriizplaiz Versand- Abteilung■■ Berlin U-. S usv Große Preisherabsetzung in fast allen Abteilungen Hervorragend billige Gelegenheiisposten Wasch Stoffe Perke! f. Blusen U.Herren-Oberhemd. 1350 WeiB, Seidenbatist......... Mtr. 1375 Weiß. Voll-Voile.............. Mtr. 1475 HaSbleinene Stoffe für Kleider u. Kostüme, verschied. Farben, Mtr."tßso Weißer Schleierstoff iiscmbr. 1075 Voll-Voile 100 cm breit, weiß. 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