1Tr.3t1 ♦ ZS.�abrgang Busgabe A Nr. ISS Bezugspreis» Viertlliährl.30,— M. monatl. 10,— M. frei ins Haus, voraus zahlbar. Post- beuig: Monatlich 10,— M.?inschl.Zu. stellunasgebühr. Unter Kreuzband Itir Deutschland. Danzig, das Saar- und Memelqebiet, sowte die ehemals deul- scheu Gebiete Polens. Oesterreich, Ungarn und Luxemburg AI,— M. für das Übrige Ausland 27,— M. Pott- bc'lcllungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tlchecho- Elowakei, Däue- mark, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der.Uorwürts* mit der Sonntagsbeilage»Poll und Feit", der Unter- hallungsbeilage �nmroelt* und der Beilage„Siedlung und Kleingarten- erscheint wochentäglich zweimal. Sonn» tags und Montags einmal. Morgen Ausgabe Tele „Soziall amm- Adresse� trat: Verlilrev Volksblatt so Pfennig) AnzrtgenprelS, D» achtgesp-Itene Nonvarelllezell» kostet bchd M„Klein» ttnzeig«»- da««ettgedruckte Wort IM M(zu» lässig zwei fettgedruckte Wortes, sede» weitere Wort 1,— 9JL Stellengesuch, und Echlasstellenanzeigeu das erst, Wart is~ SR, sedes weitere Wort >0 Big Wort» über Ich Buchstaben zählen fstr zwei Worte. Familien-An» zeigen fstr Abonnenten geil« 8,— SR. Die Preis« verstehen fich einschließlich Teuerungszuschlag, »nzetgen fstr die nächst« Stummer Wilsten bis 0 Uhr nachmittags tra Hanvlgeschäft, Berlw 63B 08. Linden. straße S. abgegeben werden. Geässnet von 9 Uhr früh bis i Uhr abend». �entralorgan cter fosialclemokratifcken Partei VeutfcKlancls «s» Neöaktton unö Expedition: EW bS, Linöenftr.Z QcernSttreiher- Redaktio» Morttzplatz 151S»5— 97 »Pernsyrcryer. Expedition Moritzplatz U7 SS— S4 Dienstag, de» 5. Juli 1991 vorwärts-verlag G.m.b.H., SM HS, ilinüenftr. Z Kernkttri'rste-tt- Verlag, Expedition und Inseraten. »h«dtetlung Moritzplatz 1I769-54 Rathenau über öen Wiederaufbau. Im Reichstagsausschuß für Ausführung des Friedensvertrages begründete Wiederaufbauminister R a t h e n a u die Verordnung über die Anforderungen von Leistungen zur Ausführung des Friedens- Vertrages mit Ausnahme der Anforderung von Vieh. Rathenau führte aus: Unsere Reparationsleistungen sind nur dann erfüllbar, wenn wir sie in Sachleistungen erfüllen. Die Abzahlungen in Gold oder Devisen führen zu säweren Erschütterungen des internat'om..en Weltmarktes, hoffentlich werden diese schädlichen ZNafinahmen nicht erst abgesielli, wenn es zu spät ist. Bei den bisherigen Verhandlungen wüsten erst die Vorfragen erörtert werden: Finanzierung und Preisfestsetzung. Die Repara» tionspflichten müssen nach Lage der Dinge in wenigen Jahren er- füllt sein, Loucheur glaubt in Z bis 4 Jahren; ich bin nicht so optimistisch. Bei solch schneller Abwicklung müßte Frankreich mehr auf Gi'tschrifttonta geschrieben haben, wie es unbedingt anerkennen muß. Die Preisfestsetzungen müssen so erfolgen, daß die Existenz des Deutschen Reiches dabei garantiert bleibt. Im freien Verlehr können die Geschädigten kaufen, wenn es sich um große Maschinen, Eisenkonstrukionen, gewisse Chemikalien usw. handelt. Bei den anderen Sachleistungen müssen gemeinschast- liche Unternehmungsgesellschaften gegründet werden. Diesem Dar» schlag steht Loucheur nicht uns mpathisch gegenüber. Von 2 800 0V0 Personen in Frankreich, die Ansprüche auf Ent» schädigung gestellt haben, stnd ungefähr 800 000 im Besitze eines Varentlcheides. Die restlichen 2 Millionen ersuchen nun ihre An» geteyenheiten zu beschleunigen. Es wird unoerkennbar«in Druck aus die Regierung ausgeübt, und es ist anzunehmen, daß dies« Tendenz zur Beschleunigung nach wachten wird.. Die Anerkennung der gestellirn Ansprüche aus der einen«eite, die Erfüllung der anerkannten Ansprüche aus der anderen Seite, das sind die Aufgaben des Wiederherstellungsproblcms. Es müssen b« stimmt« AbwicklungsplSne geschassen werden mit einer vie Last öer Milliaröen. Don Wilhelm Keil. Als die Sozialdemokratie im Steuerausschuß des Reichs» .................._________.........»> t°gs erklären ließ, daß sie sich an der Beratung der Zucker» deutschen und einer französischen Geschäftsstelle. Auf der französt» �euervorlage nicht beteiilgen könne, so lange nicht ein Pro schen Seite erfolgt die Regelung der Ansprüche, auf der deutschen Seite die Anweisung der Waren. Daß wir bei den Sachleistungen hinzugezogen werden, dafür spricht schon der Umstand, daß Frank- reich allein die erforderlichen Materialien nicht aufbringen kann. Unsere Ausgabe ist es, die Anforderungen so schnell wie möglich zu efsektuieren. Stellen, die Aufträg« entgegennehmen, müssen errichtet werden. Baumaterialien werden das siauptkontingent unserer Sachleistungen auemachen. Ziegel, Dachdeckermaterial, Fensterglas, Fensterrahmen. Türen usw. Eine gewist« T y p i s i e- r u n g wird nicht zu umgehen sein, wenn die Anforderungen schnell ersüllt werden sollen. « Durch das Wolffbureau wird der genaue Text der Raten des Garantiekomitees veröffenUicht, da die gekürzte Wiedergabe ungenau gewesen sei. Es scheint das Garantiekomitee verletzt zu haben, daß die Veröffentlichung in Berlin früher als in Paris erfolgt ist: wesent- liche Unrichtigkeiten enthält die erste Veröffentlichung anscheinend nicht. Die Mitteilung schließt: Die deutsche Regierung ist gegen- wärtig mit der Prüfung der ihr übergeben«» Roten beschäftigt und die Unterhandlungen zwischen ihr und dem Daranttekomitee werden teils in Paris, teils in Berlin fortgesetzt werden. Was das ab- laufende Reparationsjahr betrifft, so wird unter der Voraussetzung, daß die gehegten Erwartungen sich erfüllen und die deutschen Zahlen richtig stnd. der größte Teil der von Deutschland zu leistehden Zahlungen durch die bereits geleistete Zahlung einer Milliarde Golomark, die Sochlieferungen und den Ertrag der englischen Re parationsbill gedeckt sein, so daß die nach van Deutschland in frem� den Devisen zu leistende Summe vermutlich dreihundert Mit lionen Goldmark nicht überschreiten wird. Gberschlesienüenkschrist. Oberschlcstens deutsche Parteien, einschließlich der SPD., und Gewerkschaften, einschließlich der freien, übergeben der Oeffentlichkeit eine Denkschrift über den polnischen Aufstand, die den Zeitraum vom 1. Mai bis 12. Juni 1921 umsaßt. Der Denkschrift sind die zahllosen Telegramme und Eingaben an die Interalliierte Kam- m'ssion beigegeben. Die Denkschrift schließt mit folgenden Worten: „Das über Oberschlesien hereingebrochene Elend ist furchtbar. Del- spiellos ist das Herhalten Frankreichs und seiner Vertreter in Ober- schlesien. Es ist diktiert durch die französische VcrnichtunZSpolitik gegen Deutschland. Wir aber im Bewußtsein unseres guten Rechts, geben die chossnung auf die Gerechtigkeit nicht aus. Wir übergeben diese Denkschrift dem Urteile der Geschichte mit der Forderung: „Recht muß Recht bleibenr Seruhigung l Veukhen, 4. Juli.(WTB.) Der aus Posen gebürtig« Leiter der oberschlesischen Schmalspurbahn Beszinski ist unter Mitnahme bereitgestellter Lohngelder abgereist. Da' infolgedessen die Zah- lung der Löhne nicht stattfinden tonnte, haben die Eisenbahner in Roßberg die Arbeit niedergelegt. In mehreren Orten des Kreises Kattowitz ist starker Mangel an Brotmehl eingetreten. Auf Karten wurde vielfach nur die hälft« der früheren Mehlmengcn ausgegeben. Ein Brot kostet 40 Mark. An den hüttenbamten CHlubet in der Laurahütte trat ein Ar» beiter mit dem Ersuchen heran, ihn in den Betrieb einzustellen. Er tonnte aber wegen Arbeitsmangel nicht angenommen werden. Daraufhin kehrte der Mann mit 26 Insurgenten zurück und holte CHlubet mit etwa 20 anderen Beamten an« dem Wert heraus. Sie wurden sämtlich mit Gummiknüppeln In schwerster Weise mißhandelt. Drei Beamte mußten in das Lazarett geschafft werden, die übrigen stüchteten nach Kattowitz. Auch der größte Teil der höheren In- dustriebeamten in Friedens- und Godullahütte mußte vor Mißhand- langen der Insurgenten flüchten. Der Beuthener haus- und Grundbesttzerverein verlangt in einer Eingabe wegen der allnächtlichen Schießereien auf die Stadt, durch die ein in die Millionen gehender Gebäudeschaden entstanden ist, und wegen der Tötung und Verletzung friedlicher Bürger und Einwohner, daß die Letzlesche Ziegelei und die halbe der Rotokgrvbe gesäubert, die dort eingebauten Maschinengewehre entfernt, die hcinetzgrube und der Bahndamm mit Militär besetzt werden. Oppeln, 4. Juli. Die Interallierte Kommission teilt mit, daß sich die polnischen Insurgenten am 2. und 3. Juli vorschriftsmäßig zurückgezogen haben. Der Eisenbahnverkehr von Gleiwitz nach Kattowitz und von Gleiwitz nach Rybnik ist wieder unterbunden. Ebenso der Berkehr von Ratibor nach Rybnik. Die Züge wurden van Banden ange- halten, durchsucht und ausgeplündert. Gestern abend wurde auf der Strecke von Ratibor nach Rybnik auf Summin ein Zug angehallen und ausgeplündert. Er mußte kehrt machen. Polnischer Minderheitenschutz. Die polnische Regierung hat Mitte Mai alle Pächter ehemals preußische? Domänen in Posen und Westpreußen aufgefordert, die Domänen zum 1. Juli zu räume», ohne ihr Wirtschastsinventor Mitnehmen oder veräußern z» dürfen; der Wert des Inventar» werde von der polnischen Regierung abgeschätzt und in polnischer Währung(1 polnische Mark--- 2%, Reichspapierpfennige) vergütet werden. Es Handell sich hier um rund 170 Damänenpächter, die auf diese Weise vertrieben werden sollen, obwohl ihre Pachtoerträge zum Teil noch 10 Jahre und länger laufen. Alle deutschen Bemühungen gegen diese Bergewaltignng sind bisher ergebnislos gewesen. Repressalien gegen polnisch« Grund- besitzer in Deutschland sind durch die Berfastung ausgeschlossen. Ans dem städtischen Krankenhaus in Graudenz wurden die deutschen Angcstellten entfernt und durch polnisch« ersetzt. Die Sozialdemokratische Parteileitung Oberschlestens hat der Landesregierung einen«ingehenden und kräftigen Protest gegen die Drosselung des deutschen Schulwesens Übergeben. Sonomis Kabinett. Rom, 4. Juli.(EP.) Ministerpräsident Bonomi hat dem König folgende Liste vorgelegt: Minister des Innern Bonomi(Reformsozialist), des Aeußern de Toretta. Kolonien Eirardini(Liberal- demokrat), Finanzen Solen(Liberaldemokrat), Schatzamt d« Nava (Liberaldemokrat). Krieg Gasparetto(Demokrat), Marine Senator Battaglieri, Unterricht Senator Corbino, Justiz Rodino(Katholik), bisheriger Kriegsminister. Befreite Gebiete Raineri(Demokrat), Oeffentliche Arbeiten Micheli(Katholik), Post Giusfrida(Radikal- demokrat), Arbeft Beneduc«(Reformsozialist), Ackerbau Mauri(Ka- thalik), Industrie Bellott!(rechtsliberal). Zwischen Fascisten und Sozialisten soll ein Frieden der gegen- seittgen Meinungsfreiheit geschlossen worden sein, nachdem die Fascisten eben nach in Grasseto schändlich gemordet haben. Die amtliche Meldung bezeichnet Bonomi auch als einstweiligen Außenminister, weil die Annahmeerklärung Torrettas, der Ge- sandter in Wien ist, noch nicht eingetroffen ist. Im übrigen stimmt die Liste._ Kosakenaufftanöl Riga. 4. Juli.(OE.) Aus dem Südosten Rußlands wird ge» meldet, daß eine größere Aufstandsbewegung der Kosaken im südäst- lichen Teil des Don gebiet» und in den Bezirken Maikop und, Jeisk des Kuban gebiete im Gange sei. Die Ausständischen stehen unter der Führung P i l j u t s, der Anfang 1920 in den letzten Monaten der Denikinherrschaft als Führer der„Grünen� aufgetreten war, die sowohl gegen Denikin wie auch gegen die Bolschewlsten Stellung nahmen, und der sich später den Balschewisten angeschlossen hatte. Pilsuk soll Delegierte zu den Bergstämmen des Kaukasus entsandt haben, um ewe kombinierte Aktion gegen die Bolschewisten einzu- leiten. Zurzeit leisten die Austtändischcn den Sowjettruppen unter Budjennys Führung erfolgreichen Widerstand, da die Budjenny- Refterei zum Teil aus Don- und Kubankosaken besteht, die nur ungern gegen ihre Landsleute kämpfen, und da die Sowjettruppen an Berpflegungsmangel leiden. Paris. 4. Juli.(WTB.)„Chicago Tribüne" erfährt au» Tokio, Semenoff bereite in Ostsibirien eine neue Offensive vor. ramm über die Verteilung der gesamten uns auferlegten iasten aufgestellt sei, höhnten gewisse Klopffechter der Rech- ten über„die Steuersabotage" der Sozialdemokratie und ihr Versagen bei der Erfüllung des Ultimatums. Diese Klops- fechterkunststückchen beruhten auf böswillige Entstellung. Es gibt keine Partei,, die der Erfüllung der unabwendbaren V e r- Pflicht ungen Deutschlands weniger Schwierigkei- ten bereitet als die Sozialdemokratie. Sie weiß, daß dem deutschen Volke nichts geschenkt wird, weder von den Lasten, die ihm die Entente auferlegt hat, noch von seinen inneren Verpflichtungen, und daß auch mit der Verschiebung der Ent- scheidung über die Deckung nichts gewonnen wird. Es ist daher nur zu betlagen, daß nicht längst schon mit der größten Entschlußkraft an der Herstellung des Gleichgewichts in unserer inneren Finanzwirtschaft gearbeitet wird. So lange man der Schuldenflut durch gesteigerte In- anspruchnahme der Notenpresse zu begegnen sucht, ist die Arbeiterklasse der Hauptleidtragende. Jede wei- tere Million Papiergeld, die in den Verkehr gebracht wird, stellt eine empfindliche indirekte Steuer dar. Sie senkt den Martkurs im Auslande, vermindert die Kaufkraft des beut- schen Geldes im Innern und steigert damit die Preise des notwendigen Lebensbedarfs. Die städtischen Verbraucher- massen haben es am härtesten zu spüren bekommen, daß sich die„Fachmänner"-Regierung Fehrenbach-Simons durch das Gezeter der Helfferiche über die„konfiskatorischen" Besitz- steuern hat abhalten lassen, den Weg fortzusetzen, der bis zum Frühjahr 192(1 beschritten worden war, und der zur reellen Balanzierung des Haushalts des Reichs, den die Finanzstrategen des kaiserlichen Regimes so leichtfertig dem Bankrott nahegebracht hatten, führen sollte. Zu diesem Zweck mußte nicht zuerst zür Belastung de»- Zuckers gegriffen werden. Warum hat man im Jahr 192» die gewinnreichen Aktiengesellschaften mit einer Steuer davonkommen lassen, die vielfach kaum den vierten Teil der im Jahre zuvor von den Ländern erhobenen Steuer betrug? Warum hat man den Emissions st empel nicht kräftig erhöht, als sich die Kapitalsanlage in Gesellschaften gegenüber dem Vorjahr verzehnfachte? Warum hat man nicht den Schlußnoten st empel stark hinaufgesetzt, als die wildeste Spekulation auf Kosten der deutschen Valuta einsetzte? Warum hat man nicht die S e k t st e u e r vervielfacht, als sich ergab, daß inmitten von Not und Elend eine Milliarde Mark pxo Jahr mit diesem Getränk durch die Kehlen der zahlungs» fähigen Genießer gejagt wurde? Warum hat man nicht die Aufwand st euer eingeführt, als die Verschwendung im- mer krassere Formen annahm? Die Reihe der Fragen könnte fortgesetzt werden. Es gab und gibt Mittel, mit denen der Vermehrung der schwebenden Schuld und der parallel damit gehenden Papier- geldmassen, die nie solche Dimensionen angenommen hat, als während der Regierung der Fachmänner, begegnet werden kann. Nun, da neben der Sanierung des inneren Haushalts auch die Milliardenansprüche der Entente er- füllt werden müssen, kann natürlich auf die höheren Erträge der genannten Quellen noch weniger verzichtet werden, aber sie werden nur einen kleinen Bruchteil der phantastischen Summen liefern, die nunmehr zu beschaffen sind. Wie soll der andere, weit überwiegende Teil gedeckt werden? Können überhaupt die Riesensummen beschafft werden? Welche Summen müssen aufgebracht werden? Bei einer auf den 31. Mai 1921 berechneten V e r s ch u l- d u n g des Reichs in Höhe von 277 484 Millionen(78 359 Millionen fundierte, 199 134 Millionen schwebende Schuld) beläuft sich der Bedarf des ordentlichen Reichs- Haushalts für das Jahr 1921 unter Einrechnung der Anforde- rungen des zurzeit dem Reichstag vorliegenden Nachtrags- etats auf 48 459 Millionen, der des außerordentlichen auf 59 680 Mill., zusammen 108 139 Mill. Mk. Dem stehen an Einnahmen gegenüber: im ordentlichen Haushalt(ein- schließlich der erst noch durch neue Steuern zu beschaffenden Summe von 425» Millionen) 48 459 Millionen, im außer- ordentlichen IV 59» Millionen, zusammen 58 959 Millionen. Es sind demnach ungedeckt 49 18» Millionen, und unter Hinzurechnung der aus noch zu beschließenden Steuern er- warteten Summe 53 43» Millionen. In diesen Ziffern sind jedoch die Wirkungen des U l t i- m a t u m s noch nicht enthalten. Zwar weist der bereits verabschiedete außerordentliche Haushalt für Reparation?- zwecke eine Ausgabe von 14 600 Millionen auf, aber davon entfallen allein 8500 Millionen auf die B e f a tz u n g s» Die bekannten georgischen Sozialisten Tscheidse, der Bor« kosten, die neben den Lasten des Ultimatums zu tragen sitzend« des Petersburger A.- u. S.-Rat, im Frühjahr 1917, und| sind. Nur der Rest von 6100 Millionen findet Anrechnung Römisch will stnd zurzeit in Lerlln und haben mit d«n b«ide» aus di« im Ultimatum festgelegten Verpflichtungen. Diese sozialdemokratischen Parteien Fühlung genommen. IVerpfttckstunaen bestehen bekaiuttllch in einer Jahresleistung von 2 MklliaiÄeN SotSnufrf utt5 Thi(3cgeftmet? 5cf Wpriv zentigen Aussuhrabgabe, sür das laufende Jahr etwa 1,3 Mil- liarden Goldmark. Zusammen 3,3 Milliarden Goldmark. Der Gegenwartswert dieser Summe in Papiermark ist kürz- lich im Neichsrat auf 53 Milliarden angegeben worden. Rech- nen wir auf diese Summe die im außerordenllichen Etat neben den Besatzungskosten laufenden 6,1 Milliarden an, so bleiben 46.9 Milliarden oder 490V Millionen. Dieser Betrag. dazu die Besatzungskosten von 85VV Mill., dazu der Fehlbetrag des Haushalts von 53 43V Millionen stellt den Einnahme- bedarf des Reiches dar. InsgesamtIVS 83VMill. Mk. neue Einnahmen sind zu beschaffen. Beachtet man, daß aus Grund der bestehenden Steuergesetze in den Haushalt für 1921 an Einnahmen aus Steuern, Zöllen und Abgaben aller Art (einschließlich 78VV Millionen außerordentliche Einnahmen aus dem Reichsnotopfer) 54 7V9 Millionen M. eingestellt wurden, so bekommt man eine ungefähre Vorstellung von der Größe der Aufgabe. Genau das Doppelte der gegen- wärtig fließenden R e i ch s e i n n a h m e n muß aus neu zn erschließenden Quellen gewon- nen werden. Der Haushaltsplan für 1921 erleichtert sich nun die Auf- gäbe ein wenig, indem er den gesamten Fehlbetrag des außer- ordentlichen Etats im Betrage von 49 189 Millionen durch Inanspruchnahme der schwebenden Schuld, also wiederum der R o t e n-p r e s s e zu beschaffen gedenkt. In diesen Bahnen kann aber nicht lange mehr weiter gewandelt werden. Die Garantiekommission hat uns schon daran erinnert, daß es Zeit sei, unseren Haushalt durch eine Finanzreforin ins Gleich- gewicht'zu bringen und den Kurs der Mark zu festigen. Mit der weiteren Steigerung der schwebenden Schuld nähern wir uns nicht diesen Zielen, sondern entfernen uns immer weiter von ihnen. Wir stehen vor der Frage, ob wir rund 110 Milliarden Mark oder, wenn die Betriebsverwaltungen des Reichs(Post und Eisenbahn) ihre Fehlbeträge von fast 20 Milliarden aus eigener Kraft zu decken vermöchten, rund 90 Milliarden Mark weitere Reichseinnahmen jährlich aufzubringen vermögen. Die Feinde der scharfen Heranziehung des Besitzes„haben es längst gesagt", daß wir das nicht können, und haben darum das Ultimatum abgelehnt. Desienungeachtet sind sie nicht ab- geneigt, neue Verbrauchssteuern in einem Maße zu bewilligen, das nirgends in der Welt ein Beispiel findet. Erst wenn es an den Besitz gehen soll, fällt ihnen wieder ein, daß sie ja die Erfüllung des Ultimatums für unmöglich halten. Die Obermeister von der Steuerzunft sind mit ihnen der glei- chen Meinung wenigstens insofern, als sie die Notwendigkeit und Erträglichkeit der ungeheuersten Verbrauchsbelastung be- jähen, vor„Experimenten", die neue Wege zur Erfassung der leistungsfähigsten Bermögensträger zeigen, aber dringend warnen. � Mit ihnen soll sich ein zweiter Artikel auseinandersetzen. Migft vor üer Einigung. Für das meiste, chas die Arbeiterpresse schreibt, hat die Reaktion nur Hohn und Spott. Aber bei einem Wort horcht sie ängstlich auf, zuckt sie nervös zusammen. Dieses Wort heißt: Einigung. Es ist ganz erstaunlich, welche Wirkung der Artikel Philipp Scheidemonns in unserer Sonn- tagsausgabe, die Beschlüsse unseres sächsischen Landes- Parteitages und ähnliche Einigungsrufe auf der Rechten hervorrufen. Die ganze Rechtspresie ist voll von hysterischem Angstgekreisch. Ueberall besorgtes Ohrenspitzen: steht etwa die Einigung zwischen den Sozialdemokraten und den Unabhän- gigen bevor? Was uns unmittelbar droht, das Ist das Zusammenballen einer f revolutionären Masse, die dazu benutzt werden soll, um der Umwandlung der Demokratie in eine sozialistische Diktatur den nötigen Nachdruck zu verleihen. In diesen Worten entladen sich die Angst und das böse Gewissen der„Deutschen Tageszeitung". Die blasse Furcht zittert so deutlich aus dem Satz hervor, daß wir die Blödsinnigkeit des Inhalts gern damit entfchuldi- Das Weltereignis. vom Eifelturm sprüht weißes Licht, Flugzeuge werfen grüne Leuchtkugeln ob, aufgeregte Menschenmussen»stauen sich vor den Pa- rtser Zeitungsredaktionen, und in diesen herrscht fieberhaft« Auf- regung. In New Dvrk ein ähnliches BM>. Hören wir den Reporter: Seit L Uhr nachmittags fließt ein ungeheurer Menfchenftrom den Brodway hinab zum Timessquare, Kuhglocken werden geläutet, Pa- piertrompeten geblasen, Knarren ratschen, die ganze Höllenqual des Calltthumbing(Freudengetrommel), die man in jeder New Porker Silvesternacht erduldet, wiederholt sich, zehnfach verstärkt.... Und dann ging ein Aufschrei durch diese Menschenmassen zweier Erdteile! Wo» tst geschehe«? Hat die Welt ewigen Frieden erhalten, ist ein Mittel gegen Arbeitslosigkeit nnd andere Plagen gefunden, bricht vielleicht das tausendjährige Reich der Frommen an oder hat sich sonst irgend etwa». zum Heil der Menschheit vollzogen? Nichts von alledem I Es hat nur«w» Schlägerei nach allen Regeln der Kunst(Boxen genannt) zwischen einem Amerikaner und einem Franzosen statt- gefunden. Der Amerikaner hat gesiegt und seinen Gegner jämmer- lich zugerichtet. Wie„begeisternd" wirkt solch ein Kampfbericht: „Carpentier landete die ersten Schwinger, aber die Host nahm ihm die Kraft, Deinsen grinste nur sein grimmiges Grinsen. Oder„er traf mit zwei schweren Uppercuts, die Carpentier den Mund blutig schlugen und da« Nasenbein zertrümmerten".—„Er blutet noch immer au» der Nase und aus einer Wund« über der linken Augen- braue" und schließlich,„bei sieben versucht er sich aufzustützen, rollte hinten über auf den Rücken, von dem zu Kopf strömenden Blute verlor er die Besinnung und schlief ein".(Immerhin das gescheiteste, was er tun konnte!) Und um dieses erhebende Schauspiel sehen zu können, sind Europäer nach Amerika gereist, haben sich 116 000 Zuschauer in der Arena eingefunden, find an 50 000 Eintrittskarten gefälscht worden, wurden an 100 Spezialtelegraphisten und an 700 Journalisten als Berichterstatter bestellt mußte der Verkehr fast Uebermenschliches leisten. Dazu wurden Millionenwerte verwettet. Zeitungen aller Länder berichten in spottenlangen Artikeln von diesem weltbewegen- den Ereignis, und es gibt sogar Menschen, die es gierig lesen. War für armselige Gesellen sind dagegen doch die alten Römer gewesen! Wir haben es doch so herrlich well gebracht! Die viel ge» rühmte„Kultur" des 80. Jahrhunderts strahlt in bengalischer Be- leuchtung. gen.— Die„D. ST. ZV"" späht angstlich nach allen Symptllmekk und tröstet ihre Leser täglich damit, daß der Einigung doch noch große Schwierigkeiten entgegenstünden. Die„Tägliche Rundschau" maskiert ihre Angst hinter faulen Witzen. Aber wie verschieden es sich auch im einzelnen ausdrückt, eins ist sicher: die ganze Rechtspresse fährt wie von der Tarantel ge- stochen auf, sobald auf der Arbeiterseite das Wort Einig- k e i t ertönt. Wir kennen die Schwierigkeit des Problems wohl. Wir wisien, daß mit der bloßen Verkündigung des Einigungs- willens die Einigkeit noch nicht geschaffen ist, daß viele Differenzen zu uberwinden sind. Aber die Angst der Rechtspresse ist ein deutliches Zeichen, in welcher R i ch- t u n g gearbeitet werden muß. Und wenn die„Rote Fahne" — wie gewöhnlich— der Rechtspresse sekundiert und über die„werdende Einheitsfront der Menschewisten" spottet, so bestärkt uns das in der Auffassung, daß die Wieder- Herstellung der Einheitsfront des Proletariats das Ziel ist und bleibt, van besten Verwirklichung es abhängt, ob die deutsche Arbeiterbewegung aus der Defensive wieder zum Vormarsch und Erfolg gelangt. Niedergang der presse. In Hamburg hat der Reichsverband der deutschen Presse seine Tagung gefeiert. Dabei hat es an der üblichen Beweihräucherung der Presse durch hohe Be- Hörden nicht gefehlt. Natürlich, die Presse ist ein gefährlich Ding: sie kann den Unbedeutenden zur Größe emporheben und den wirklich Großen totschweigen. Warum sich also mit ihr nicht gutstellen? Haben doch selbst Kaiser, Könige und Prä- sidenten ihren Diener vor ihr gemacht, von„achter Großmacht", von„kommandierenden Generalen" geredet. Wie alle Ty- rannen bekommt auch die Presse viel Schmeicheleien und selten oder nie die Wahrheit zu hören. In Wirklichkeit gibt es auch Ding«, die recht bedenklich stimmen. Wir greifen ein paar Beispiele aus den letzten Tagen heraus. So wurde am 1. Juli in Heringsdorf eine Schlemmer statte eingeweiht, ein Luxushotel, das seine Gäste aus Berlin mit Privotauto abholt und ihnen den abendlichen Sekt- und Hummergenuß mit Musik des Philharmonischen Orchesters und dem Gesang bekanntester Sänger und Sängerinnen würzt. Prompt bringen das „NachrichtenburaudesBereinsdeutfcherZei- tungsverleger",„MTB.",„D e n a" und andere be- geisterte Lobsshymncn. Wo eine große Erfindung oder Ent- deckung gemacyt wird, geht es bedeutend geräuschloser ab. Aber weil hier Gaumen und Ohr übersättigter Millionäre mit den raffiniertesten Genüssen gekitzelt werden, schreibt man von einer„modernen K u l t u r st ä t t e" oder preist, daß „kulturelle Werte von unabsehbarer Bedeu- t u n g" geschaffen werden. Eine Schlemmerstätte in Herings- dorf, geschaffen von dem Begründer eines bekannten Berliner S p i e l k l u bs,— das ist dieser Art von Journalistik„kulw- reller Wert von unabsehbarer Bedeutung". Freilich, die Ursache solcher Begeisterung liegt nah, denn: Der Gipfelpunkt der Einweihung basierte auf einer mit kuli- narischen Genüssen und markanten künstlerischen Glanzleistungen in feinster Harmonie abgetönten Festtafel. Ein ander Bild: Boxkampf Charpentier-Demp sey. Spaltenlange Berichte in der bürgerlichen Montagspresse. Der geschichtliche Borgang, wie sich zwei verprügeln, die Nasen blutig schlagen, die Brust zerhauen usw., wird bis ins letzte De- tail geschildert. Kein gebrochener Daumen, keine Schmerzens- zuckung darf ausgelassen werden. Die Konkurrenz könnte mehr darüber bringen! Wenn in Parlamenten kluge und bedeut- same Reden gehalten werden, da fährt der Stift des Redak- tcurs unbarmherzig dazwischen. Aber der rohe Muskelkampf zweier Athleten, darüber kann nicht lang genug gedrahtet werden. Vielleicht haben die Kommunisten ganz recht, wenn sie im Parlament drauf los hauen. Nur so wird auf die Dauer das Parlament der Konkurrenz des Boxerrmges ge- wachsen sein. Wenn ein bürgerliches Blatt, das politisches Ansehen in der ganzen Welt genießt, seinen Lesern eine Klatsch- und T r a t s ch e ck e einrichtet, wo die Liebeshändel Pariser Ko- Eine„Danle-Ausstellung" wurde Montag mittag im Kupfer. stichkabinett des Reuen Museums eröffnet. Sie zeigt Porträts des Dichters(meist in Nachbildungen) und I l l u st r a- t i o n e n zu seinen Werten. Unter den Porträts interessiert besonders vie Studienzeichnung Raffaels zu seineni Dante-Kopf in der Disputa. Auf diesen von Rafsacl geschaffenen Typus gehen alle berühmten Bildnisse Dantes zurück. Die überreichen Anregungen, die die bildende Kunst aus Dantes Dichtungen schöpfte, dokumentiert die Ausstellung der Illustrationen. Sie führt von Orcagna, dem Zeitgenossen Dantes, über Botticelli und Raffael bis in die Gegenwart hinein. Den Mittelpunkt bilden Bvtticellis Zeichnungen zur „Göttlichen Komödie". Sie wurden 1480— 1495 mit Metallstift auf Pergament entworfen. Die Hauptlinien sind mit Tinte nach- gezogen und sollten wahrscheinlich mit Deckfarben ausgefüllt werden. Jeder Gesang ist mit einer Zeichnung geschmückt, und der betreffende Text steht auf der Rückseite des Blattes geschrieben. Das ganze Werk gehörte ursprünglich einem Mitglied? des Hauses der Medici, und 88 Blätter davon wurden im Iabre 1882 von unserm Kupfer- stichkabinett erworben, während sich 8 in der vattkansschen Bibliothek in Rom befinden und 9 verlorengegangen sind. Mehr als anderthalb Jahrhunderte waren feit Dantes Tod vergongen, als Botticelli diese Illustrationen schuf. Aber der Geist des Dichters war noch lebendig, oder richtiger: er war zu neuem Leben erweckt durch den großen slorentinischen Bußprediger Saoonarola, zu dessen inbrünstigsten An- hänaern Botticelli gehörte. So konnte das Wunder geschehen, daß ein Maler der welttreudigen Frührenaissance die mystische Phantasttk der„Göttlichen Komödie" nocherlebte und zu ergreifenden Bildern gestaltete. Prof. Oskar F i s ch e l, der die Ausstellung mit einer ge- lehrten und klugen Rede eröffnete, sprach die Hoffnung aus, sie werde dos Publikum zur Lektüre der Dantefchen Dichtungen anregen. Ich möchte daran die weitere Hoffnung knüpfen, daß sie recht viele Be- sucher veranlassen möchte, zu Stammgästen unseres Kupferstichkabinetts zu werden. In seinen Mappen ist eine unerschöpfliche Fülle von herrlichen Kunstwerken verborgen, und man soll nicht warten, bis der Inhalt gelegentlicb einmal an den Wänden erscheint, sondern man soll ssck selber die Mavpen öffnen lassen, die einzelnen Blätter in die Hand nehmen und sich darin vertiefen. Denn dazu, und nicht zum Wandschmuck sind sie bestimmt. I. S. Eine Volksabstimmung über Richard Wagner. Die Frage der Wiederaufnahme der Wagnerschen Musikdramen in die Spielpläne der internationalen Over, die in so ziemlich allen Ländern der Entente bereits zugunsten des Wagnerschen Kunstwerks entschieden wurde, ist für Belgien immer noch offen und hat in mehreren bei- gffchen Städten recht befremdlich« Erscheinungen gezeittgt. In Gent hat man sich beispielsweise in dieser Angelegenheit zu einem Plebiszit entschlossen und die Bevölkerung aufgefordert, über die Frage:„Wollt ihr in Zukunft noch deutsche Opern hören?" in ge- heimer Wahl abzustimmen. Das Publikum hat sich nahezu einstimmig sür Wagner ausgesprochen, und infolge der Abstimmung befindet sich bereit» eine» semer Musikdramen in Neueinstudierung.. kokkett, die Eh'eskänbale der New Porker Milliardäre in behag- lichster Andacht geschildert werden, was soll man dann erst von den Blättern zweiten und dritten Ranges erwarten? Die Presse soll ein Spiegelbild der Zeit sein, aber keine Lügnerin, die dem geistigen und kulturellen Niedergang ihre Kompli- mente macht!_ Ein Rechtfertigungsversuch. Zu den Auslührungen des sozialdemokratischen Abgeordneterr Genossen I a n scki e k und des unabhängigen Abgeordneten Pieper im Reichstag anläßlich der Zentrumsinterpellotion über das Gruben- unglück auf der Zeche Moni C e n i s veröffentlicht die Zechen- Verwaltung eine längere Auslassung, in der sie die Angaben der beiden Abgeordneten zu entkräften versucht. Mit besonderer Heftigkeit wird den Ausführungen des Genossen Janschek entgegengetreten, die als„bewußt unwahr' bezeichnet werden. Die Urteile der beiden sozialistischen Abgeordneten im Reichstag sollen nach Auffassung der Zechenverwaltung beweisen, daß die parlamentarische Kommission„teilweise voreingenommen" gewesen sei. Die Arbeitervertceter werden es sich nicht nehmen lassen, auf diese schweren Vorwürfe der Zechenverwaltung Moni Cenis, hinter der offenkundig Interessen der Arbeitgeber stehen, die ge- bührende Antwort zu erteilen. Der erregte Ton, in dem die Er- widerung der Zechenverwaltung gehalten ist, beweist, daß ihr die Kritik der sozialistischen Arbeilervertreter außerordentlich peinlich war, und daß die Zustände uuf Moni Cenis nicht so waren, wie sie im Interesse der Bergarbeiterschaft hätten sein müssen. Hoffenl- lich bleibt die Antwort der Arbeitervcrtreter nicht aus. Die Neuregelung üer Invaliüenversicherung Im Sozialen Ausschuß des Reichstages wurde am Montag die Neuregelung der Leistungen und der Beiträge in der Invalidenversicherung beraten. Em Antrag Hoch iSoz.i und Gen. fordert die Bildung der Lohi'klassen nach der Höhe des Jahresarbeitsverdienstes wie folgt: Klasse 1 bis zu 1000 M.. Klasse 2 von 1000—3000 M.. Klasse 3 von 3000—5000 M.. Klasse 4 von mebr als 5000 M. bis zu 7000 M.. Klasse 5 von mehr als 7000 M. bis zu 9000 M„ Klasse S. von mehr als 9000 M. bis zu 12 000 M.. Klasse 7 von 12 000 M. bis zu 15 000 M.. Klasse 8 von mehr als 15 000 M. Der Regierungsvertreter tührte aus. daß seitens der Regierung gegen die Herauffetzung der Lohn- ilassen über 9000 M. und die damit verbundene notwendige Er- höhung der Beiträge im Interesse der Arbeitnehmer und Arbeitgeber sowie unseres Wirtschaftslebens nach wie vor ernste Bedenken bestehen. Da aber sowohl ein Vertreter der Arbeitnehmer im Ausschuß als auch der Reichs wirt- ichaftSrat dem ziigesiimml kaben, ist die Regierung nicht in her Lage, eine völlig ablehnende Haltung einzunehmen. Der sozial- dem akratische Antrag wird angenommen. Als Beiträge wurden festgesetzt in den Lohnklassen 1—8: 8,50, 4.50. 5.50.«.50, 7.50. 9. 10,50 und 12 M. Angenommen wurde ferner ein unabhängiger Antrag, wonach als BcitragSwoche der Lohnllasie 2(anstatt der Lohnttasse 1. wie es im RegierungSentwurf vorgesehen ist), ohne daß Beiträge enl- richtet zu werden brauchen, die vollen Wochen angerechziet werden, in denen dpr Versicherte in MobilmachungS- oder Kriegs- zeiten militärische Dienstleistungen verrichtet hat oder wegen einer Krankheit zeitweise arbeitsunfähig und nadbweislich verhindert gewesen ist, seine Beru'stätigkeit fortzusetzen. ES wurde zum AuS- druck gebracht, daß es sich hierbei um lnnftige militärische Dienst- leistungen handelt, während für die früheren Kriegsteilnehmer die Neberqangsbestimmungen des Gesetzes gelten. Der Gesetzentwurf über die Aenderung der Jnvalidenveniibe« rung wurde im übrigen gemäß der Regierungsvorlage vom An-i- schuß a n g e u o m m e n._ Da» ist ganz was anders! Ueber den mit knapver Mehrheit vom preußischen Landtag angenommenen sozialdemokratischen Antrag. daß befähigte Personen, auch ohne den ordetulichen Ausbildungs- gang zurückgelegt zu haben, zum Assesiorexamen zugelass.'u werden sollen, bat die reaktionäre Presse Zetermordio geschrien. Jetzt meldet dieselbe reaktionäre'Presse, daß Offiziere als ordentliche Studierende zu den Universitäten zugelassen werden sollen, auch wenn sie das Reifezeugnis nicht besitzen. Na- türlich ist das„ganz was anders". A-Deutschland ist, mit den letzten ausgelieferten U-Booten, nun doch in England vernichtet worden. Rlüssen die Einlrittsgelder der Volksbibliotheken erhöht werden? Bon der Arbeitsgemeinschaft der Berliner Volksbibliothekare wird uns geschrieben: Der Berliner Magistrat beabsichtigt für olle Berliner Bolks- und Stadtblbliotheken gleichmäßig bei Neueintragung von Lesern 10 Mk. und für jedes entliehene Buch 10 Pf. zu erheben. Mit Entrüstung haben hiervon die zur Arbeitsgemeinschaft vereinigten Volksbibliothekare von Groß-Berlin Kenntnis erhalten! Anscheinend ist für diese Absicht bestimmend, daß große Stadtbibsiothekcn wie Berlin und Eharlottenburg hohe Eintrittsgelder von 5 bis lO�Mk., aber kein« Leihgebühren, hingegen die kleineren Volks- oder Stadt- bibliotheken Leihgebühren bis zu 20 Pf. sür das Buch, aber keine Eintrittsgelder verlangen. Ist das zum Besten der Leser und der volksbibliothekarischen Arbeit? Die hohen Eintrittsgelder, die die großen Stadtbibliotheken lediglich als Notbehelf für die Leihgebühren eingeführt haben, erweisen sich als ein Mittel, die L es er v o n d e r Bücherei abzuschrecken. Nach den Bestimmungen, die man durchzuführen gedenkt, hätte jeder Leser, der nur ein paarmal die Bücherei benutzen will— und das sind für die Bücherei sehr wert- volle Leser— auf jeden Fall 10 Mk. zu entrichten. Wer von den Unbemittelten hat denn gleich 10 Mk. In der Tasche? Nicht nur der Fachmann weiß, daß eine einmalige Abgabe schon von 5 Mk., ge- schweige denn von 10 Mk. von den Lesern mehr gescheut wird, als 20 Pf. für jedes Buch. Woltte man eine Veränderung in den Lese- gebühren einführen, so erhöhe man besser die allgemein« Leib- gebühr auf 20 Pf. für das Buch. Statt dessen fordert man hohe Eintrittsgelder und schreckt damit nicht nur die Leser von der Volks- bücherei ab, sondern fördert auch die Schundliteratur und setzt den Wert der einzelnen Entleihung herunter. Die Dolksbibliothekare erheben dann weiter Einspruch gegen die Mechanisierung der Volksbildungsarbeit und bekämpfen auch die Einrichtung eines städtischen Büchereieinkoushauses Indes das sind Detailfragen, die hiermit nicht in Zusammenhang stehen. Für selbst. verständlich halten wir es indes, daß in der Zentraldeputatlon wie in den Bczirksdeputationen fachmännische Beiräte zugezogen werden. Die Einführung von 10 Mk. Eintrittsgeld könnte in der Tat dazu führen, daß der Bibliotheksbesuch abnimmt und der finanzielle Effekt ausbleibt. Die Erfahrungen mit den Eintrittsgeldern in den Museen sollten zu denken geben. Ehorgesänge auf Straßen und Pläheu. Di« Volksbühne Groß- Hamburg beabsichtigt in den Monaten Juli, August und September an geeigneten Abenden auf Hamburger Straßen und Plätzen Chor- gelänge im Freien zu veranstalten. Mit dem Vortrag ausgewählter Stücke hofft man so in weiteren Kreisen des Volkes die Freude am Chorlied zu heben. Eine Reihe großer Hamburger Gesangvereine oben ihre Chöre mit 200— 400 Mitwirkenden dem Plan der Volks- ühne bereits zur Verfügung gestellt. Die Veranstaltungen sind unentgeltlich. Sie wollen, indem sie Straßenmusik im edelsten Sinne des Wortes geben, die Straße der künstlerischen Erziehung des Volkes dienstbar machen, ausgehend von dem Gedanken, daß, wer dem Volke Kunst bringen will, sich nicht darauf beschränken darf, «, zu sich zu rufen, sondern es aussuchen muß. Nr. ZN» ZS. Jahrgang Heilage öes Vorwärts Dienstag, S. Mim? GroMerün Im Mgesicht ües Schlosses. Wieder führt einen der Weg einmal in die Nähe des alten hohenzollernschen Zwing-Uri am Lustgarten, und die verwitterten Mauern, um die der Wind der Jahrhunderte gezogen ist, stimmen nachdenklich. Ehe man sich'? versieht, sitzt man da auf einer der beschotteten Bänke und grübelt und sinnt zum Schloß hinüber. Nebenan ein älterer Herr, der in einem Buch liest. Jetzt blättert er die letzte Seite um, reckt sich ein wenig und legt das Buch be- hutsam neben sich auf die Bank. Was mag er gelesen haben? Fürwahr, ein seltsamer Titel: Wilhelm II. als Krüppel und Psychopath. Abrechnung mit dem Man- a r ch i s m u s. Der Verfasser, gänzlich unbekannt, nennt sich Hans Wilm. Sicherlich ein Deckname. Immerhin. Wenn man doch das Buch lesen könnte. Eine Frage wird riskiert und die Ant- wort ist liebenswürdig bejahend. Aber der Herr will gehen. Was nun? Ich will ihm das Buch bezahlen. Er lehnt es ab und meint, es verdiene in weiten Kreisen gelesen zu werden. Auch ich solle es nach dem Lesen weitergeben. Gut. Wir verabschieden uns. Und dann lese ich.... Zwei Stunden sind darüber vergangen, aber sie haben die Eni- hüllung eines Geheimnisses gebracht, das seit Jahrzehnten mit un- erhörtem Druck auf unserem Boll lastete. Wir entsinnen uns der kinllich anmutenden Vorliebe dieses Mannes für bunten Vomv und Prunk, bunte Uniformen, bunte Orden, Schnüre, Litzen, Strei- fen und Schabracken. Wir erinnern uns, daß ihn das Ausland ,.Lohengrin" nannte. Wir erinnerten uns. gerade in diesen Tagen wieder, des Wortes: Pardon wird nicht gegeben! Ge. fangen? werden nicht gemacht! Hier enthüllt sich uns die Wahrheit: Alles Theater, alles Operette, alles eine einzige Tragikomödie, die dann am 1. August in die Tragödie umschlug. die den Erdball erzittern ließ. Und das alles um einen einzigen Menschen, den die Verblendung und die erbärmliche Kriecherei des Bürgertums zum Helden stempelte, während er in Wahrheit ein Degenerierter und erblich Belasteter, ein Krüppel und ein Schwäch- ling war, den es, immer nach dem Buch von Hans Wilm, fort- während trieb, qeldenpose zu markieren. Er selbst wußte genau, daß er mit seinem verkürzten Arm unnormal war und infolgedessen ging sein ganzes Streben darauf hinaus, die Mitwelt von seinem Gebrechen abzulenken, sie mit einem forcierten Draufgängertum zu erschrecken und sie glauben zu machen, er sei ein ganz Großer, ein Held, ein Genie, ein von Gott Begnadeter. Und stets, in ganz kurzer Zeit, folgte als Beweis der vorhandenen inneren Schwäche das Versagen, der Zurückzieher. Fürwahr, dieses Buch ist gefährlich für den Monarchismus. Es trifft ihn mitten ins Herz. Hinter dem Namen Wilm verbirgt sich zweifellos ein Mann der Wissenschaft, der die Krüppelvsnche und damit endlich auch die rätselhafte Psyche des letzten Hohen- z-'lern ergründet hat. Es bleibt nunmehr kein Zweifel, daß die Monarchie in Preußen und in Deutschland eingesargt ist. Möge sie vermodern. Die linken Parteien im Berliner Rathaus sind durchaus auf dem richtigen Weg, wenn sie die Erinnerung an die Hohenzollern auch in den Straßennamen tilgen wollen und jenem Herrn Stadtverordneten, der mit seiner Anhimmelung der Hohen- zollern den Krach In einer der letzten Stadtverordnetenversammlung heraufbeschworen hat, sei das Buch ganz besonders warm empfohlen. Liebesraserek. Der Totschlag in der Zllarienstrajze. Am 7. Juli vorigen Jahres erstach der Photograph Emil Schubert seine Geliebte, die Verkäuferin Agnes S e i f f e r t in einem Privatlogis in der Marienstraße. Wegen dieser Tat hatte er sich gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I zu verant- warten. Er fand milde Richter und wurde wegen Totschlages unter Zubilligung mildernder Umstände und Anrechnung von 11 Mo- naten Untersuchungshaft zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Schubert war früher in einem photographischen Geschäft im Munfterlager tätig und hatte dort tue Seiffert kennengelernt, mit der er in Saus und Braus lebte und Schulden machte, die schließ- lich eine Höhe von über 3000 M. erreichten. Um seine Verhältnisse zu regeln, fuhr er mit seiner Geliebten nach Berlin und mietete sich in einem PrivaUogls in der Marienstr. 18 ein. Mit der Zeit entwickelten sich zwischen beiden Unstimmigkeitxn. Als sie am 6. Juli in ihr Logis zurückkehrten, kam es wiederum zu einem Streite, in dessen Verlauf der Angeklagte wegen eines Schlages, den ihm die Seiffert versetzte, In rasende Wut geriet, so daß er sich auf sie stürzte, sie am Halse würgte, bis sie röchelnd zurücksank. Mit einem haarscharfen Rasiermesser versetzte er ihr einen so tiefen Stich in den Ha:s, daß der Kopf förmlich vom Rumpfe abgetrennt wurde. Nach oer Tat fuhr er nach Wannsee, wo er sich herum- SPD. Allgemeine JunktionärkonferenZ Heute. Dienstag, öeu 5. �uli, abenüs 6 Uhr in den Germaniasälen, Chausseeftraße 1)0 Tagesordnung: 1. Ansprache einer Delegation der georgischen Sozialdemokratie. 2.„Die wirtschaftliche Lage und das Arbeitslosenproblem". Referent: Genosse p. Grahmann, 2. Vorsitzender des All- gemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundcs. Alle Funktionäre müssen anwesend sein. Mitgliedsbuch und Funktionärkarte dienen als Ausweis. Der Sezirksvorstanö. trieb, bis er schließlich oon der Kriminalpolizei ermittelt und ver- haftet wurde. Zur Täuschung der Polizei hatte er in seinem Quar- tier einen Zettel folgenden Inhaltes zurückgelassen:„Wir haben beschlossen, beide aus dem Leben zu scheiden, weil unüberwindliche Hindernisse ein Zusammenleben nicht gestatten. Wenn Sie dieses lesen, weile ich auch nicht mehr unter den Lebenden." Nach dem Gutachten der medizinischen Sachverständigen, ist Schubert als ein nicht ganz normaler Mensch anzusprechen, der die Tat im Affekt begongen hat. Der Staatsanwalt beantragte das Schuldig wegen Totschlages unter Zubilligung mildernder Umstände. Der Verteidiger plädierte für vollständige Freisprechung, da der Angeklagte von der Getöteten zur Liebesraserei auf- gestachelt worden sei und weil er die Tat als minderwertiger Mensch im Affekt begangen habe, zu dem er durch die Beleidigungen und Tätlichkeiten der Getöteten gereizt worden sei. Die Geschworenen sprachen das Schuldig wegen Totschlages aus, bewilligten mildernde Umstände im Sinne des Verteidigers. Das Gericht erkannte auf das eingangs erwähnte Urteil. Menschen zweiter Klasse? Während des Krieges, als das Hilfsdienstgesetz in Kraft ge- treten war, stellten die gewerbsmäßigen Stellenvermittler beim Berliner Polizeipräsidium den Antrag, Teuerungszuschläge für die Vermittlung erheben zu können, und es wurde ihnen ein Zuschlag von 20 Proz. gewährt. Im Jahre 19l9 bewilligre das Polizei- Präsidium einen weiteren Zuschlag von 70 Proz. und begünstigte so ein Gewerbe, daß von wirklich sozial Denkenden schon längst als überflüssig betrachtet wird. Jetzt, wo ein Unterausschuß de§ Sozialpolitischen Ausschusies fieberhaft an dem Entwurf des Arbeitsnachweis- g e s e tz e s arbeitet, fordern die Stellenvermittler wiederum einen Teuerungszuschlag auf die Gebührentoxe von 150 Proz. Wird man ihnen wieder entgegenkommen? In Groß-Berlin bestehen in allen Stadtteilen Arbeitsnach« weise, die Hauspersoual vermitteln, und die besonderen Fach- abteilungcn sind m der Lage, den verschiedensten Wünschen Rechnung tragen zu können. Sollte es nicht eine Aufgabe des Polizeipräsidiums sein, die Arbeitsnachweise der Stadt Berlin zu unterstützen und die Forde- rungen der gewerbsmäßigen Stellcnvermitller mit der Begründung abzulehnen, daß für dieses„Gewerbe" kein Bedürfnis vor- Händen ist? Die Arbeitsuchenden sollten nie vergesien, daß die Stellender- mittler es meisterhaft verstehen, sich bei jenen Leuten beliebt zu machen, denen kie ihre„Ware" anbieten. Mit der Begründung, daß sich„unehrliche" Elemente in den Hausangestelltenberus eingeschlichen hätten, fordern sie ein Zeugnisbuch mit Lichtbild und numerierten Seitenzahlen. � Diese Tatsache wirft ein recht bezeichnendes Bild auf die Ein- schätzung der Hausangestellten durch die Stellenvermitler. Wir erwarten, daß die Forderungen der Stellen- vermittler vom Polizeipräsidium glatt abge- lehnt werden und richten an alle in Betracht kommenden Arbeitsuchenden den Appell, sich ausschließlich an die städischen Arbeitsnachweise zu wenden und sich durch gewerkschaftlichen Zu- sammenschluß dagegen zu wehren, daß man sie zu Menschen zweiler Klaffe herunterdrückt. Ein politischer Prozeh? Bor dem Schwurgericht des Landgerichts I begann heute die Verhandlung gegen den Schuhmacher Heinz Josef Buchwalter, der am 23. Februar d. I. den polnischen Agenten Theodor Rozenblum ermordete. Der Täter war zunächst entkommen und wurde später in Birkenwerder verhaftet, wo er sich in einem Hause in einer Kiste verborgen batte. Der Ermordete war Agent der polnischen kommunistischen Partei und es soll das polnische revolutionäre Komitee das Todesurteil gegen ihn gefällt haben, weil der Verdacht bestand, daß er diese Partei verraten und ihm für Propagandazwecke übergebenes Geld veruntreut habe. Buch- Walter soll zum Vollstrecker des Todesurteils bestimmt worden sein. Der Angeklagte bestritt dies in der Verhandlung und will den R. infolge eines Streites im Jähzorn erstochen haben. Die Verhandlung wurde vertagt, da das Gericht dem Antrage der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Viktor F r a e n k e l und Justizrat B r o h, den Angeklagten auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen, stattgegeben hat._ Deutsch- Nationalistische Kundgebung von Amerikanern. Das Denkmal des alten Fritz, Unter den Linden, war, wie eine bürgerliche Korrespondenz zu berichten weiß, am Montag. dem Freiheitstag der Vereinigten Staaten von Nordamerika, der Schauplatz einer amerikanischen Kundgebung für den Preußenkönig. Gegen 8 Uhr morgens fuhren an dem Denkmal drei Autos vor, denen eine Gesellschaft amerikanischer Damen und Herren entstieg. Einer der Herren überstieg das Gitter und legte zu Füßen des« Denkmalsockels zwei große Eichenkränze nieder. Der größere von beiden, der mit den umflorten schwarz-weiß-roten Farben und mit den Sternen und Streifen der amerikanischen Flagge geschmückt war, wies auf einer großen weißen Schleife solgende Inschrift auf: „Daß für die Freiheit unsere Väter starben... The Lcague os Truth — Wahrheitsbund—, Berlin— New Dork, 4. Julh 1914/1921." Auf der mit dem alten deutschen Reichsadler und dem amerikanischen Wappen geschmückten weißen Schleife des zweiten Kranzes war zu lesen:„Zum 4. Juli 1921. Dem Freunde Amerikas von einem dankbaren Amerikaner". Ansprachen wurden bei der Kranznieder-» legung nicht gehalten. Nach kurzem Verweilen verließen die Amerikaner das Denkmal. Soweit der Bericht, der zum mindesten recht merkwürdig ist. Wir können uns nicht vorstellen, daß republikanische Amerikaner �• an einem deutschen Denkmal Kränze mit den Farben des verflossenen Kaiserreichs niederlegen. Diese„Amerikaner" mit dem kaiserlichen„alten deutschen Reichsadler", den kaiserlichen schwarz-weiß-roten Schleifen in Gemeinschaft mit dem Wappen der a m'e rikanischen Republik sind uns höchst verdächtig. Viel- leicht weiß die Amerikanische Botschaft über diese merkwürdige Amerikaner etwas Näheres. Verlängerung des Wohnungsmangelgesetzes. Zur Gesetzgebung in der Wohnungsfrage wird mitgeteilt: Der Reichstag hat das Reichsmietengesetz noch nicht verabschiedet, doch ist die GeltungsdVuer des Wohnungsmangelsgesetzes vom 11. Mai 1920 verlängert worden. Auch wurden zur Beschränkung von Zwangsvollstreckungen geeignete Maßnahmen für gültig erklärt. Die Rächer. 2!s Roman von Hermann Wagner. Sie spielte mit ihren Gedanken und Worten, als seien es glitzernde Bälle, mit denen sie jonglierte. Sie hatte Furcht, ja, aber diese Furcht war prickelnd. Es gruselte sie, doch dieses Gruseln glich einem süßen Kitzel. „Es müßte Ihr Ernst sein," sagte er zögernd. Sie bat ihn um ihr Täschchen, dem sie ein Scheckbuch entnahm. Auf seinem Schreibtisch füllte sie einen Scheck über hunderttausend Mark aus. Diesen überreichte sie ihm. „Glauben Sie nun, daß es mein Ernst ist?" fragte sie, be- müht, eine halbe Geste, ein leises Sichverfärben an ihm zu erhaschen, das ihr verriete, ob er triumphiere. Er wendete das Papier lässig zwischen seinen Fingern. „Es ist doch nur ein Spaß, den Sie sich da machen," sagte er,„ein Spaß, den Sie sich etwas kosten lassen, das gebe ich zu. Sie wünschen zu spielen, ja,— aber nicht aus der Börse, sondern mit mir!" „Lehnen Sie ab?" fragte sie bestürzt. „Im Gegenteil, ich nehme an,— ich nehme das Spiel an, das Sie gewillt sind, mit mir zu treiben!... Welche Papiere wünschen Sie zu kaufen?" „Die, die Sie mir empfehlen. Nur die. „Sie wünschen zu gewinnen,— viel zu gewinnen? Ja." ".Nur der," belehrte er sie,„hat Aussicht, viel zu ge- winnen, der auch den Mut hat, viel zu wagen... Haben Sie diesen Mut?" „Darf ich ihn haben?".. �, „Ich hatte ihn," sagte er trocken. Er schloß ein Fach seines Schreibtisches auf und entnahm ihm ein Bündel Papiere, das er auf den Tisch warf.„Diese Papiere," fuhr er fort,„habe ich vor zwei Monaten gekauft, billig, für fünf- zigtausend Mark, denn sie standen damals sehr niedrig und sie taten das, weil es hieß, sie seien schlecht und sie würden noch tiefer fallen. Aber ich riskierte das Wagnis und kaufte ffe. Heute find sie auf den doppelten Wert gestiegen... Nun, ich bin bereit, sie Ihnen zu verkaufen, für hunderttausend Mark." � � Die Aufregung hatte sie stumm gemacht.„Gerade diese—?" fragte sie furchtsam. Er verzog spöttisch die Mundwinkel.„Sehen Sie,— setzt haben Sie doch Angst!" „Ich?" Sie sprang auf.„Nein, ich kaufe sie! Sofort! Hier ist das Geld!" Sie war rot geworden. Alles fieberte plötzlich an ihr. Sie drängte ihm den Scheck erneut auf und bat um die Papiere. Er tat stumm, was sie verlangte, schrieb, was zu schreiben war, und verfchnürte ihr die Papiere zu einem kleinen Paket. „Da," sagte er, indem er ihr das Paket überreichte. Sie strahlte. Es freute sie, ihm zu zeigen, daß sie keine Angst hatte.„Werden diese Papiere steigen?" fragte sie. „Hätte ich sie nicht verkauft, wenn ich daran zweifelte?" „Aber— Sie haben sie doch verkauft?!" Sie wurde wieder unruhig, weil es eine absolute Unmöglichkeit war, in seinem Gesicht zu lesen. „Ihnen habe ich sie verkauft, ja. Nur Ihnen. Wären Sie nicht gekommen, dann lägen sie noch in meinem Schreib- tisch." „Warum gerade mir?" fragte sie, ihre Gedanken gewalt- sam zusammenraffend, denn in ihrem Kopf schwirrte es. „Aus Aberglauben," antwortete er ernst.„Sprachen Sie gestern nicht davon, daß ich die Frauen hasse? Ich hasse sie zwar nicht, aber ich fürchte sie. Bon einem Papier, das ein Weib von mir verlangt, glaube ich nicht, daß es mir Glück bringt. Das schlage ich los." Sie ließ sich auf die Chaiselongue nieder und stützte den Kopf in den Armen.„Nun gestehe ich, daß ich ratlos bin," sagte sie enttäuscht.„Ich durchschaue Sie nicht. Was ist Wahrheit an Ihnen und was ist Lüge?" Sie hob den Kopf. „Und ich hatte doch geglaubt, daß Sie nett mit mir sein würden— ja, ein wenig nett!" Und sie seufzte. Er blieb schweigsam und ging, in Nachdenken versunken, mit langen, lautlosen Schritten im Zimmer auf und ab. Es war nicht zu erkennen, ob er sich mit dem beschäftigte, was sie zu ihm gesagt hatte. Plötzlich aber wandte er sich zu ihr und fragte:„Wollen Sie mir nicht sagen, welches der wahre Grund ist, der Sie zu mir geführt hat? Was wollen Sie von mir? Sagen Sie es mir, ohne zu lügen!" Da fragte sie ebenso offen zurück:„Was ist es, was S i e von mir wollen?" „Ich wollte Geld an Ihnen verdienen," antwortete er ehrlich,„ich habe ein Geschäft mit Ihnen gemacht... Und Sie?" „Ich wollte Geld an Ihnen verlieren," gestand sie leise ein,„ja, das wollte ich. Damit rechnete ich. Aber ich wollte auch dahinter kommen, wer Sie sind. Sie ziehen mich an. Aber ich bin ratlos. Ich bin ratloser als zuvor." Er schien noch zu warten. Sie fühlte seinen kalten Blick und senkte den Kopf. „Warum hassen Sie die Menschen?" fragte sie schüchteren. „Und warum hassen Sie auch die Frauen?" Was haben sie Ihnen getan?" „Ich werde mich hüten, Ihnen das zu sagen," antwortete er und machte seine Worte bedeutungsvoll und düster. „Sehen Sie, nun sind S i e der Feige! Nun sind S i e es, der sich fürchtet!" Und sie wiegte den Kopf:„Ich hatte nicht geglaubt, daß S i e furchtsam sein könnten... Oh, vielleicht ist Ihr Geheimnis gar nicht so tief!" Und sie musterte ihn, ruckweise, von oben bis unten. Er ließ es sich gefallen und sagte dann:„Ist es Ihre Ab- ficht, mir einen Antrag zu machen?" „Und wenn—?" fragte sie. Er durchschnitt mit einer sicheren Handbewegung die Luft.„Ich würde„nein" sagen, unter allen Umständen, od- gleich mich Ihr Reichtum reizt!" „Bin ich nur reich? Gar nicht schön?" „Ich habe Sie noch nicht angesehen..." Sie sprang auf, packte ihn an beiden Armen und ver- suchte es, ihn zu rütteln.„Sehen Sie Mich an! Tun Sie es! Ich bitte Siel Ich flehe Sie an!"- Er tat ihr den Willen und sah sie lange an, so, wie sie es vorhin getan hatte, von oben bis unten. Es schien für ihn keine Hülle zu geben. Und er blieb sehr ernst.„Sie sind schön," sagte er,„gewiß." „Also—?" „Sie müßten mir Zeit lassen, mich zu bedenken.� „Wie lange?" „Warten Sie!" Er blätterte in einem Buch, nickte dann und sagte:„Nur acht Tage." „Dann wollen Sie sich entscheiden?"> „Dann sollen S i e sich noch einmal entscheiden. Und wenn es dann noch Ihr Wille ist, meine Frau zu werden, so sollen Sie es mir sagen." Sie war blaß, und in ihren Augen glühte ein Verlangen, dem die Qual eine Lust war.„Und Sie?' fragte sie „Ich... ich werde es mir dann... noch einmal— überlegen... Ganz kurz. Und ich gebe Ihnen dann meine Antwort." „In acht Tagen?" „In acht Tagen." „Hier?" „Hier." Wie um sich selbst zu entgehen, wandte sie sich jäh um, raffte ihre Sachen zusammen und nickte ihm flüchtig zu. Er öffnete ihr die Türe und rief:„Prokop!" Prokop kam, verbeugte sich steinern, legte der Dame den Pelz um und geleitete sie aus dem Hause.(Forts, folgt.) / Ms solche kommen vor allem Anordnungen in Betracht, welche bei Räumungsurteilen die Zwangsvollstreckung nur dann zulassen, wenn das Mieteinigungsamt sie genehmigt. Berlins künftige Bewachung. Wie bereits kurz mitgeteilt wurde, ist das Berliner Wacht- regiment in Moabit entsprechend den Forderungen der Interalliierten Kommission aufgelöst worden. Am gestrigen Sonnabend sind drei Insanteriek-ompagnien und eine Maschinengewchrkompagnie, so- wie die drei provisorischen Bataillonsstäbe in ihre früheren Garni- fönen zurückbefördert worden. Es verbleiben nunmehr in Berlin sechs bis acht provisorisch hier liegende einzelne Infanterie- kompagnien zur Bewachung der militärischen Gebäude und Anlagen, die alle 2— �5 Monate wechseln und der Kommandantur Berlin unterstellt sind. Irgendwelche andere Stäbe gibt es nicht mehr in Berlin. Für Pmilsen. Eine gut besuchte Elternversammlung der 286. und 298. Gemeindeschule in der Schercnbergstraße nahm am 39. 6. Stellung zum Schulprogramm des neuen Oberstadtschulrates. Ge� nasse Kreutziger führte in den Geist des Schulprogramms ein ein Korreferent von christlicher Seite beleuchtete Paulsens Ausruf von seinem Standpunkt aus. Es ergab sich auch hier wieder: jener Seite„fehlen die letzten Voraussetzungen für das Verständnis unserer pädagogischen Auffassung". Die starke Mehrheit der Versammlung stimmte nach einer lebhaften Aussprache einer Entschließung zu, die sich auf den Boden des Paulsenschen Schulprogramms stellt und die baldige Einrichtung von Gemeinschaftsschulen fordert. Eine gut besuchte Elternoersammlung der 143. Gemeindsschule nahm Stellung zu den Schulreformpiönen des Oberstadtschulrats P a u l s e n. Nach einem mit starkem Beifall und reger Diskussion ausgenommenen Referat des Genossen Pastor Franke über Schulreformpläne Paulsens nahm die Versammlung einstimmig fol gende Resolution an:..Die Elternversammlung der 145. Gemeinde schule stellt sich geschlossen hinter die Pläne des Oberstadtschulrats Paulsen und verspricht, mit aller Energie für die Vollendung dieser Pläne zu wirken." Ferner verlangen sie auf das entschiedenste, daß Paulsen Mitarbeiter zur Seite gestellt werden, die einig mit ihm sind in der Vollendung seines Programms. Die mivergeszlidje Monarchie. Zu den Leuten, die sich immer noch nicht recht daran gewöhnen können, daß es in Deutschland keine Monarchen mehr gibt, gehören auch viele Lehrer und Lehre- rinnen. Es ist da manchmal nicht leicht, zu entscheiden, ob sie die eingetretene Staatsumwälzung absichtlich unbeachtet lasten möchten. oder ob es ihnen nur nicht gelingt, die gewesene Herrlichkeit der Monarchie so rasch zu vergessen. Zur Besserung des Verhältnisses zwischen Schule und Familie trägt es aber wirklich nicht bei, wenn ein Lehrer zum Beispiel im Erdkundeunterricht vor den erstaunt auf horchenden Jungen»och von einem„Königreich" W ü r t t e m berg, einem„G r o ß h e r z o g t u m" Baden usw. spricht. Das wird uns aus Britz über einen Lehrer berichtet, der an der Realschule in der fünften Klasse unterrichtet. Anscheinend ist auch er einer von denen, die schwer vergessen können. Zahlreiche Slreitigkeiten sind infolge des Zuschlages von 4 3 P r o z. zur Grundmiete zwischen Mietern und Vermietern ent- standen, weil vielfach angenommen wurde, daß laufende Verträge erst nach ihrem Ablauf von den Zuschlägen berührt werden. Laufende Verträge im Sinne des geltenden Mietrcchts find nur solche, die vor Inkrafttreten der ersten Höchstmietenvcrordnung auf längere Zeit abgeschlossen und noch in Geltung sind. Wer also im Jahre 1929 oder 1921 einen neuen Bertrag unterzeichnete, was bei den weitaus meisten Mietern zutrifft, da die Hauswirte vorsorglich fast überall formell gekündigt haben, mußte am 1. Juli 1921 den neuen Zuschlag von 43 Proz. zahlen. Ueberdies steht in vielen neuen Vertragsformularcn die Klausel:„Mieter verpflichtet sich, den von der zuständigen Stelle jeweils auf Grund der Verordnung vom 9. Dezember 1919 festgesetzten Höchstmietenpreis zu begleichen". Ein Lust- und Sonnenbad für Groß-Berlin. Dem Derein für naturgemäße Lebens- und Hcilweije Berlin-Süd E. D-, früher Neukölln, welcher seit 29 Iahren in Neukölln besteht und am Dammweg sein Luftbad hatte, ist es gelungen, durch das Entgegenkommen des Landesfinanzamts auf dem Gelände der ehemaligen Schießstände in der Hasenheide ein über 19 999 Quadratmeter großes Terrain für die Errichtung eines Luft- und Sonnenbades pachtweise auf 29 Jahre zu erhalten. Das Bad steht unserer Elnwohnerjchoft gegen ein mäßiges Eintrittsgeld zur Verfügung. Auf dem Gelände"be- findet sich ein Herren- und Damenbod, welches mit Brausen und Turngeräten ausgestattet ist, außerdem vor dem Bade die Spielwiese mit Unterkunftshallen: hinter den getrennten BädUn das Faniilien- bad, so daß die Besucher Licht, Sonne, kühlen Schalten und freien Lewegungsraum vereint im teilweise schönen Kiefernwald finden: der Eingang ist von der Karlsgartenstraße. Das nächste städiifche volkskonzeri des Philharmonischen Orchesters unter Leitung von Richard Hagel findet am Dienstag, den 3. Juli 1921, in der Philharmonie, Bernbrirger Sirahe 22/23, statt. Beginn des Konzerts 8 Uhr. Der Vorverkauf zu den Bolkskonzerien findet statt bei A. Wertheim, Leipziger Straße, in der Berliner� Gewerk schaftskommissjon, Engclufer 13, im Zi- garrengeschäft von Horsch und in dem betreffenden Konzertsaal. Der Eintrittspreis beträgt 1,59 M. Kaffeneröff. n u n g 7 Uhr. Antrag öes Gberreichsanwalts Freispruch für Stenger, ÄV- Jahre Gefängnis für Crnfius. Kilmsthau. Ein Henntl-Porten-Kilm„ziebt" noch immer. Das bewies das volle Haus des Sporlpalnflcs, dessen Zuichauer angelegt dem Luiijpiel„Das Maskenfeft des Lebens" solgie. Auch Bruno D e c a r I i und Einlt Wen dl sind wegen ibi cS nuSgezcichnelcn Spieles lobend zu er- wähnen. Schade nur. daß in diciem Kmo die Bilder nicht voll zur Kellung kommen. Tie Direklion würde sich durch Abhilfe dieses Ucbelstandes Dank erwerbeu.— Ei» unübersichtlicher$ilm,„Der Perlenmacher von Baris-' von Emil Ferdinand M a l k o w S k i, mit Abenteuern aller Art angciüllt, leitet den Abend cm: 1 Vorlpiel und K lange JJlttc muß das Publikum über sich ergeben lassen und kommt aus der Spannung nicht be-aus. Alles in allem: Der stilm gehört in daS Reich der Unwahrscheinlich- kcüen. Immerhin muß die Regie und Technik, mit der hier gearbeitet wird, sowie das Zulammenlpiel der handelnden Perlon««, besonders Hermann Alachs in einer Doppelrolle, anerlannt werden. ten. eine Groft-Serliner parteinachrichten. Alle Berliner Parteivachrichten sind dem Bezirksverband Berlin einzusenden, der sie der Redaktion übermittelt. Porteiuachrich die nicht durch de» Lezirksocrband üversandt werden, finden l« Beachtung. Heule. Dienstag, den S. Juli: 62. Abt. Wilaun»d»rs. Der heutigen Funktionärkonferenz wegen fällt die erweiter:« Worstandssißung oue un!> findet am Donnerstag, den 7. Juli. 7iz Uhr, in den Räumen der Freien Tnrnerschaft, Würuemderglsche Straße, statt. Zungfo-ialistcn: Druppe Rordcu. Bei Eadewasscr, Eprrngelftraße 6. 7 Uhr Gesangs» und Musikabend.— Gruppe Lichtenberg. 7>? Uhr bei Schlenkrich, Simplonstr. 42, Ritgllederverfammlung lLuartalsberichti.— Gruppe Spaildau. 7Zh Uhr im Hotel„Zum Stern", Potsdamer Str. 35, Qötiin» dungsvcrfammlung. Vortrag:„Die jungfvzialiftische Bewegung." Morgen. Mittwoch, den 6. Juli: 9. Kreis: Wilmersdorf.» 7 1, Ilhr Mitgliederversammlung in der 4. Gemeinde- schule: Zcichensaal, Koblenzer Straße. Referenten: Genosse Kohl und Holz. Thema:„Die Tätigkeit unserer Stadtverordneten im Noten �>aus." IS. Abt."ich Uhr, Sitzung sämtlicher Funktionäre bei Schuckert, Rüdersdorscr Straße 3. Lnhrerselbe-West. 7ch Uhr in der Oberrealschule, Ningstr. 2— 3. Mitglieder» Versammlung. Der G-noss- Paul Olberg, welcher die russischen Verhältnisse aus eigener Erfahrung kennt, spricht über„Den bolschewistischen Zm» verialisnius". 7«.«bt. Dahlem. 8 Uhr Zusammenkunft bei Schilling, Känigin-Luise Str. 42. .' Genossen! erscheint zahlreich. 83. lllbt. Schäneberg- Friedenau. 7ch Uhr Mitgliederversammlung in der Aula des Helmholz-Ehmnasnuns, Rubensstraße. Thema:„Die Ausgaben des Partertagas." Referent: Genosse Dr. Max Bendiner, M. d. L. In der gestrigen Verhandlung wurde zunächst Hauptmann Voigt, der sich nachträglich gemeldet hat, vernommen. Er hat als Ordonnanzoffizier an der Schlacht bei Saarburg teilgenommen und dabei festgestellt, daß aus einem Kornfelde einzelne Franzofen, die sich totgestellt hatten, die deutschen Truppen von hinten beschossen. Er hat den Eindruck, daß dies allgemeine Anweisung auf feindlicher Seite war. Mehrere Franzosen hätten später zugegeben, daß sie auf Befehl handelten. Ingenieur Brühls, der die zweite Kompagnie führte, war viel mit Crusius zusammen. Crusius fei bereits am Mittag des 29. August sehr niedergeschlagen gewesen. Generalmajor Neubauer äußert sich hierauf über den ge- fallenen Major Müller. Dieser sei sehr still gewesen und konnte schwer zu einem Entschluß kommen. Der Sohn Müllers wurde in der Schlacht bei Saarburg schwer verwundet. Die Nachricht hiervon erreichte Major Müller am 24. August, und es fei wohl möglich, daß Müller hierdurch den klaren Blick verloren habe. Dr. D ö h n e r bestätigt die Angaben des Zeugen Neubauer. Der Sachverständige Dr. S e r n a u, Leiter der Irrenanstalt Ilten bei Hannooer, der den Geisteszustand des Angeklagten Erusius geprüft hat, gibt auf Grund der Zeugenaussagen und auf Grund seiner früheren Erfahrungen mit Crusius feiner Ansicht dahin Aus- druck, daß der Angeklagte eine psychisch abnorme Persönlich- keit ist, die durch besondere Ereignisse aus dem seelischen Gleich- gewicht kommt und sich dann vorwiegend von Affektregungen leiten läßt und verstandesgemähen Erwägungen keinen Raum gibt. Auch bei Ausführung des angeblichen Befehls trifft Crusius nach der Meinung Dr.(Bernaus keine Schuld, da er automatisch han- delte. Was den 26. August anbetrifft» so schließt sich Dr. Bernau dem Gutachten Professor Antons an, wonach die freie Willens- beftimmung bei Crusius ausgeschlossen war. Geheimrat Professor Dr. B u m k e(Leipzig) als Sachverstän- diger erklärt nach einer kurzen Erwähnung der ererbten Eigen- fchaften des Majors Crusius und seiner Widerstandslosigkeit gegen Alkohol die Taffache, daß Crusius trotz der bei ihm festgestellten anormalen Erscheinungen immer wieder ins Feld geschickt worden ist. damit, daß Crusius sich seiner Pensionierung wider- setzte und einen großen Ehrgeiz hatte. Eine verminderte Zurechnungsfähigkeit war aber am 21. August ohne Zweifel vorhanden. Für den Rachmittag des 26. August nimmt der Sachverständige Unzurechnungsfähigkeit an. Der militärische Sachverständige, General der Infanterie o. D. Kühl, führt aus: Die Bestimmung der Haager Landkriegsordnung: cin Wehrloser, der die Waffen gestreckt habe, solle nicht getütet werden, sei nur als Richtlinie anzusehen. Abweichungen davon müßten als zulässig betrachtet werden, wenn die Erhaltung der eigenen Truppe in Frage komme und die Erreichung des Kriegs- Zweckes anders nicht zu ermöglichen ist. Nach seiner Ueberzeugung kann es im äußersten Notfalle wohl vorkommen, daß B e r w u n- dete getötet werden muffen, weil man sie aus irqendwelchen Gründen nicbt im Rücken der kämpfenden Truppen lasse könne. Ein allaemeincr Befehl zur Tötung Verwundeter sei natürlich u n z u- lässig. General Kühl ist der Ansicht, daß eine dringende Not- wendigkeit zur Ausführung des angeblichen Befehls nicht vorlag. Was das schwere Woldgcfecht am 26. August anbetrifft, so sei Ge- neral Stenger zweifellos berechtigt, ja sogar o e r p f l i ch t e t ge- mesen, die erforderlichen Anweisungen zu geben, also auch die, keine Gefangen en zu machen. Damit ist die Beweisaufnahme geschloffen, und es tritt eine Pause bis Uhr ein. Räch der Pause ergreift der Oberreichsanwalt das Wort zur Anklagerede: Dem General Stenger wird von der Entente vorgeworfen, die fraglichen Befehle am 21. und 26. August gegeben zu haben. Der Oberreichsonwalt ist fest überzeugt davon, daß der Angeklagte Stenger einen solchen Befehl nicht gegeben hat. Gestützt wird die Behauptung der Entente lediglich durch die Aussage des Angeklagten Crusius, während eine ganze Reihe einwandfreier Zeugen be- kündet habe, daß Stengcr den Befehl nicht erteilt hat. Dem An- geklagten Crusius will der Oberreichsanwolt nicht den Vorwurf der subjektiven Unwahrhaftigkcit machen, denn er kann sich nicht denken, daß ein höherer deutscher Offizier das Reichs- gericht anlügen würde. Die Behauptung des Angeklagten Crusius ist aber als objektiv falsch anzusehen. Der Angeklagte Crusius hat am 21. August den angeblichen Befehl weitergegeben und bei seiner Ausführung mitgewirkt. Er war nach der Auffassung des Oberreichsanwalls tatsächlich der Meinung, einen solchen Befehl von Stenger erhalten zu haben. Infolgedessen sind tatsächlich auch eine Anzahl verwundete erschossen worden. Es ist auch durchaus glaub- Haft, daß Crusius selbst geschossen hat. Eine Bestrafung völkerrechtswidriger Handlungen hält der Oberreichsanwolt für zu- lässig, wenn eine durch dos Strafgesetzbuch mit Strafe be- drohte Handlung in Frage steht. In letzterem Falle wird der Zlus- führende selbst strafbar. Zweifellos können die Bestimmungen der Haager Konvention nicht unter allen Umständen durchgeführt werden. Die Kriegsnotwendigkeiten spielen hier eine wesentliche Rolle. Arn 21. August bestand nach den Sachverständigen und den Zeugen keine Notwendigkeit zu einem solchen Befehle, auch dann nicht, wenn om Tage vorher von den Verwundeten hinterrücks geschossen worden war. Es mag empörend für das Rschtsgefühl fein, daß Ucber- schreitungen auf unserer Seite bestraft werden, während diejenigen auf der Gegenseite unaesühnt bleiben. Aber das gehört vor das Forum der Geschichte, nicht aber vor das Forumm des Reichsgerichts. — Der Oberreichsanwalt bejaht dann die Frage, ob Erusius das Bewußtsein der Reckitswidrigkcit gehabt haben müsse. Nach§ 116 des Militärstrafgesetzbuchs ist ein Vorgesetzter zu bestrafen, der unter Mißbrauch seiner Dienstgewalt einen Untergebenen zur Begehung eines Verbrechens bestimmt. Crusius hat sich der Anstifhmg zur Tö- tunq und der versuchten Tötung schuldig gemacht, zum mindesten der groben Fabrlässiokeit, indem er den Befehl nicht aus seine Recht- Mäßigkeit nachprüfte. Stenger ist zu glauben, daß er einen Befehl. daß Gefangene nicht gemacht werden dürfen, nicht erteilt hat. Di: Aeußerung bezüglich der Baumschütze» erscheint verständlich und diente unseren Leuten zur Warnung. Der Oberreichsanwalt kann gegenüber den ärztlichen Gutachten nicht annehmen, daß Crusius am 26. August zurechnungsfähig war, daher sei er nur für die Hand- lungen am 21. August zu verurteilen. Mildernde Umstände können ihm wohl nicht versagt werden. Andererseits sind die Folgen so schwer gewesen, daß 2 Jahre S Monole Gefängnis beantragt werden müssen. In bezuq auf General Stenger wird kein Antrag gestellt. Crusius' Verteidiger treten in ausführlichen Reden für Frei- sprechung ein. Stengers Verteidiger, �Dr. Lemke- Bremen, erwähnt zunächst. daß er eine große Anzahl von Briefen erholten habe, in denen die schärfste Entrüstung über die Kriegsprozesse ausgesprochen werde. Für den Vorwurf der Verletzung des Völkerrechts sei in diesem Pro- zeß keinerlei Beweis erbracht worden. Der Berteidiger ist gespannt, ob nun endlich auch auf der anderen Seite die Gerechtigkeit zum Durchbruch kommen wird. General Stenaer sei ein Mann mit allerersten Qualitäten, und einem solchen Manne mache man den Vorwurf des unerhörtesten Völkerrechtsbruchs. Seinem Klienten liege nichts daran, wegen Mangels an Beweisen freigesprochen yl werden, sondern er hoffe bestimmt, daß das Gericht seine volle U n- schuld feststellen werde. Zweck des Krieges ist die Bernichlong des Feindes. Unter- nehmer des Krieges ist der Staat. Dieser oerlangt von seinen Sol- daten die Erfüllung des Kriegszweckes. Der Staat wird nicht den- jenigen, der in der Abwehr zu weit geht, wegen fahrlässiger Tötung zur Verantwortung ziehen können. General S t e n g e r spricht in seinem Schlußwort, sichtlich stark bewegt, seine Genugtuung darüber aus, daß es ihm gestattet ist, sich hier gegen die schimpfliche Beschuldigung zu verteidigen. Er hob? niemals das Völkerrecht oerletzt und kein Verbrechen begangen. Er stehe hier hocherhobenen Hauptes und beanspruche eine Ehren- erklärung. Major Crusius beteuert, daß cr stets in gutem Glauben ge- handelt habe und bittet für den Fall der Verurteilung um Zubilli- gung mildernder Umstände und Anrechnung der Untersuchungshaft. Das Urteil wird Mittwoch, 3 Uhr nachmittags, verkündet werden. «2. Abt. Steglitz: 8 Uhr be! Sssemen»,?ii?petste. 7. Voistonägsstzimg mit den BezirksMhrern, Vezirtskassierern und Vorfitzenden sämtlicher Büsschllsse. Zicukälln 95. AM, 7>? Uhr, de! Sohlte, Hennannstr. 199, Abtcilunnsversamin- lung. Thema„Der Parteitag zu Görlitz." Referent: Genosse Krüger, M. d. L.— 98. Abt. 8 Uhr, ausserordentliche Mtgliederverlammlung bei Drescher. Kranoldplatz 7/8. Aeusserst wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller Mitglieder unbedingt notwendig. 136. Abt. Reinittendarf-Oft. 7Zj Uhr. Mltgliedrrnrrsammluug in der Aula der 3. Gemeindefchule. Lrttealle«. �Thema:„Gtaata-Religron und Sozialismus." Referent: t47.«dt. Rosenthal. Genosse Pfarrer Bleier. "" 8 Uh Ihr, Funktianärfitzung bei Petran. Kauptstr. 14. Frauenabende am Mittwoch, den K. Juli: 1«.«dt. fflittenau. 714 Uhr bei Schulz. Hauptstrasse. Thema„Wirtschaft. ltche Fragen." « Schtzneberg. Anmeldungen für die Ferirnkolonie nehmen entgegen: Genossin Siewert, Gotenftr. 3», Lokal Milde, Rollendorfstr. 19. Bäumler, Meininger Strasse 8,»rone. Tempelhofer Strasse l«. Lokal Gürlich, Rubensstr. Ecke Vcga-str-sse. Sen-ssen, welche fich für die Ferienkolonie zu- Verfügung stellen, werden gebeten, am Mittwoch, den 6. Juli, obend» 714 Uhr bei Friedr:ch, Wartburgstr., zu einer Besprechung zu erscheinen. 85. Abt. Tempelhos. Die Listen zur Eintragung drr Kinder für die Ferien- spiel« liegen im Konsum und Kaufhaus Tempelhof aus. Alle Kinder di» 14 Jahre müssen eingetragen werden. Letzter Einiragungsiag am Donner». tag, den 7. Juli. Soztaldemotratisther»ännerchoe Kreis Hallelche, Zar. Unsere nächste Ou-rtals» milgliederversammlung findet am e-onnabend, den 9. Juli, 714 Uhr, beim Sangesdruder«raufe, Mariannenplatz 22, statt. Erscheinen aller Sanges. brüder Pflicht. ?ugenüveranftaltungen. verein Arbeiter. Zugend»r-ss.«er»n.«etretariat: SNB.4«, Zn den Zelten 23. Dienstag, den S. Juli 1321: Rehrfcken. Rsfe« bctfl I, N�bens-, Ecke Hauptstr., Dortrag: ,�Das Erfurter Programm.— Steglitz II, Iohanna-Stegenstr. 23, Mitgliederversammlung. Arbeitersport. Arbeiter-Turn- und Sportfest vom l«.-1 A.Juli in Guben. Da« Kreis-Turn. und Sdorisest de? I. KreiieS deS Rrbeitcr-Turn- und Sporlbundcs lProvin» Brandenburg einschl. Berlin) rückt immer näher. Alle Turner und Turnerinnen der Freien Turneffchaft Guben haben sich willig zur Arbeit zur Verjügung gestellt, die der lestgebende Verein zum Turnfest leisten mutz. Ilm dem Turnplatz Aiekebusch fein jetzige« Aussehen zu geben, haben die Mitglieder seit März die Verpflichtung Übernommen, jede Woche zwei Stunden und mehr unentgeltlich zu arbeiten. Alle Kam- ntilfionen sind nneimüdlich tätig, damit zum Feste alles ieinen Ordnung«. mätziaen Gang gebt. Der grösstc Teil der Turner und Turnerinnen wird in Bürgerguartieren untergebracht werden. Die Wetlkämpfe beginnen schon am Sonnabend nachmittag. SS ist ein gute« Programm vorgesehen. Die besten Turner des Kreises werden bicr im Geräteturnen ihre besten Leistungen zeigen. Der Feftsonntag wird srüb S Uhr mit einem grossen Wecken eingeleitet, an welchem acht Tamdourkorp», keine» unter 30 Mann, teilnehmen werden. Der Feiiball findet in 14 der grössten Lokale statt. Neben dieler geselligen Unlerbalwng werden Freunde de« Sports und der Körperkulwr voll aus ibrr Rechnung kommen. Deswegen ergebt der Ruf: Am 1k. bis 18. Juli auf zum KreiSturnsest nach Guben! » Achtung. Rreis-Turnfeft«Suben! Die Mitglieder relp. Vereine, die zum KreiS-T'trnfest gemeldet find, müssen die Festbeiträge sofort ein- senden, da sonst Quartiere nicht bereUgejullt werden. Also sofort die Fest- beiträge einsenden. „Fr. Schwimmer" Cdarlottenbnrg. Dienstag, den 5. d. M., abend» 7 Uhr, Monaisfitzung bei Bohne, Cchlossstr. 45. Frei« Schwimme? Renkillln. Mittwoch, den 6. Juli, abend» 8�4 Uhr. Bereinsversammiung im Idealkastno, Wcichselstrasse 8. vrtslartell Reinickendorf. Sitzung findet nicht am 6.. sondern am Frcita? 8. Juli, abends 1,8 Uhr Reinickrndorf.West, Berliner Strasse lü. bei Wedint statt._____ Mus aller Welt. Im Schlafe verbrannt. In Kriesdorf bei Reichenberg, Nord- böhmen, fanden nachts beim Brande eines Bauernhauses vier Ang:- hörige des Besitzers Siebeneichsr den T o d in den Flammen... Zur Belehrung des Westens über die Tschechoslowakei gibt man die„Gazette de Prague" mit einer British American Column heraus. Wenn man bedenkt, welche große Geographen die Bersailler Dik- tatoren gewesen sind, wird man nicht darüber lachen, daß im Kops des Blattes die Lage des neuen Staates in Europa gezeigt wird. Aber die Belehrung wird außerdem noch mit hussitischer Energie be- trieben. So wird über die Besprechung des Außenministers mit Horthy-Ungarn unter der Ueberschrift berichtet::,Le, cernserences de Marianske Larne". Ja, ja, man wird umlernen müssen— das allbekannte Morienbad gibt es amtlich nicht mehr. Selbstverständlich entspricht die Tendenz des Blattes diesen Aeußerlichkeiten. Die französische Bolkszählung vom 6. März ergab, daß die De- völkerung von Frankreich mit Ausschluß der Kolonien und Elsaß- Lothringen 36 934 296 gegen 38 468 813 im Jahre 1911 beträgt. Mitgezählt sind nicht die außerhalb Frankreichs Dienst tuenden Soldaten. Wiener Bieste. Nach Mitteilung des Bureaus der vom 4. bis 25. September d. I. stattfindenden internationalen Wiener Messe genießen Aussteller und Besucher der Meste auf österreichische» Bahnen in der Zeit vom 3. bis 23. September gegen amtliche öfter- reichische Messeausweise eine 59prozentige Fahrtermäßigung. Vorträge, vereine unü versammlnnoen. Reichsbund der Keieqsbeschädigten. vrtszruppe 9 Rardost. Dienstag, den 5. Juli 1921. Veri'ommlnng, Unions-Feftfälc, Srcisswolder Strasse 222, abend? 714 Uhr. Ortsgruppe Tempelhof. Monatsoersammlung am Dienstag, den 5. Juli, abends 7l4 Uhr in der Aula der 2. Gemeindeschule in der Friedrich» Wilhelm-Strasse. Vortrag de» Gewerkschaftzsekreiärs Brünner:„Die sozialen Bestrebungen d. RB."— Vereinigung prsleiorischer»iudersreuud«. Mit- gliederversammlunz findet am Mittwoch, den 6. Juli, abends 7'4 Uhr(niflit am Dienstag, den 5.) im KSllnifchen Snmnosium, Infelstr. 2 5, statt.— Landeooerbaud Gross. Berlin-Beanbrnburg de» Deutfcheu Oilbuudes. Nächste Vorstandsfitzung am 17. Zuli in Oranienburg.— Im Nomauische» Semirar drr Uuioeefität M. erhöht, markweise steigend. Die ganze Regelung der Ankerstühungssähe des Verbandes wurde dem Vorstand und Beirat zur Erledigung überwiesen. Die neuen Beiträge treten am 1. Oktober d. I., die neuen Unterstützungssätze am 1. Januar 1S22 in Kraft. Beim nach sten Acwerkschästskongreb soll der Vorstand beantragen: Abbau der Kranken-, Wöchnerinnen- und Arbeitslosenunterstützung in allen dem ADGV. angeschlossenen Verbänden, Verwendung der ersparten Geldmittel lediglich zu K a m p f z w e ck e n. Der Verbandsbeirat wurde von bisher 45 Mitgliedern auf SS erhöht. Als Verbandsoertreten wurden I ä ck e l und Rödel (Vorstand), Wagen er(Redaktion) bestimmt. Bei der durch Stimmzettel vorgenommenen Wohl der besoldeten Zenlralvorstandsmitglieder wurden die alten Kollegen wiedergewählt und noch ein voll- berechtigter Vorsitzender(Karl Schräder- Berlin) und eine nicht- stimmberechtigte Sekretärin(Martha Hoppe- Berlin) hinzu- gewählt. Ein neues Gaureglement bestimmt, daß zukünftig für jeden Gau nur e i n Gauleiter gelten soll, dem mit Zustimmung des Zentralvorstandcs die nötigen Hilfskräfte zur Seite gestellt werden können.— Reue Bestimmungen zur Zusammensetzung künstiger Generalversammlungen besagen, daß auf jede Filiole oder Filialgruppe, die 1500 Mitglieder hat, ein Dele- gicrter entfällt, auf je weitere 2500 Mitglieder wieder ein weiterer Delegierter. Eine Reihe weiterer Beschlüsse sind hauptsächlich ver- waltungstechnischer Natur. Der Derbandstag erhob Einspruch gegen die Versuche, bei Schaf- sung der S ch l> ch t u n g s o r d n u n g des neuen Arbeiterrechts eine Einschränkung des K o a l i t i o n s r e ch t s herbeizuführen. Er for- derie in einer S y m p a t h i e e r k l ä r u n g für die Hinterbliebenen der bei Massenunsällen Verunglückten von der Reichsregierung un- oerzügliche Verbesserung der Sicherheitseinrichlungc«. Auf Empfehlung der Statutenbcratungstommission(mit 13 gegen 5 Stimmen) wurde gegen wenige Stimmen der B e- sch werde Krätzigs gegen seinen von der Filiale Berlin vor- genommenen Ausschluß aus dem Verband stattgegeben, zugleich aber die Erwartung daran geknüpft, daß Kr. nicht mehr im„Eon. fektionäre" oder Unternehmerblättern gegen Beschlüsse des Ver- bandes Stellung nehme. Mit einem Dank an die Breslauer und einem kräftigen Schluß- wort schloß F e i n h n l s die Tagung mit dem Wunsche, daß der von ihr mir gewaltiger Majorität bekundete Wille zur Einigkeit von der Minderheit resepektiert werden möge. � ZMefliung fccff bureaukralischen Insianzenapparaks. welcher nicht fördernd, sondern nur hemmend für die Sozialisierung der Elektrizitötswirtschast wirken muß. Wir fordern eine Gliede- rung der sozialisierten Elektrizitätswirtschaft in Bezirke. Das Reichs- sowie das Bezirksdircktorium ist auszustatten mit Dezernaten für Arbeiterinteressen, in denen Arbeitervertreter mitwirken. Die Re- gelung der Krafterzeugung und-Verteilung ist den Bezirks körper- schaften zu überlassen und die Reichszentralen sind lediglich auf finanzielle und überwachende Funktion zu beschränken. Als bc- rufene Gewerkschaft verpflichtet die Generalversammlung alle Funk- tionüre des Verbandes, dafür zu wirken, daß die Sozialificrung der Ensrgieerzeugung und-Verteilung in diesem Sinne weitcrgeleitet wird." Ebenfalls einstimmig angenommen wurde eine Resolution, die zu der Frage Berufsorganisation oder önduslrieverband Stellung nimmt,„in den Bestrebungen einer schematischen llmge- staltung der Gewerkschaften keinen Fortschritt" steht, zur Ab? wehr„jeder gewerkschaftlichen Zersplitterung" auffordert und mit folgendem Satz schließt:„Unsere Aufgabe ist nach wie vor, alle Arbeiter der krafterzeugenden und-verteilenden Industrie das tech- nische Personal der einzelnen Betriebe, der Industrien und der Ver- kehrsgewerbe in einem geschlossenen Einheitsbund zusammen- zufasten". Ueber: die Heizer- und Maschinistenschulen rese- rierte R u ck st a h l- Berlin und über die Neuregelung der Dampskesselüberwachung. Ma t h i s- Köln gab den Bericht vom letzten Gewerkschafts- kongreß in Nürnberg. In bezug auf 14.ve?bönöstagöerMaschinistenunützeizer. Karlsruhe. 1. Juli. Am 5.Verhandlungstag hielt Sektionsleiter Behren d-Berlin ein großzügiges Referat über: Die Sozialificrung der Elektrizitätswirtschaft. Er begründete an Hand eines reichhaltigen Zahlenmaterials und statistischer Ausnahmen die Not- w e n d i g t e i t der Sozialisierung dieses Zweiges. Als Grundlage für die Sozialisierung müssen die Werke gelten mir über 5000 Kilo- wattstundenlcistung. Von 4000 Werken seien ober nur 200 rentable Werk« reif zur Sozialisierung. Lehrend belegte seine Ausführungen noch mit einer Reihe graphischer Darlegungen. Zum Schluß wies er darauf hin, daß die wirtschaftliche Not Deutschlands alle beteilig- ten Kreise zwinge, für die Sozialisierung der Eleksrizitätswirtschast einzutreten. In der Diskussion betonte Redakteur K i r s ch n i ck die Not- wendigkeit der Aufklärung der Kollegenschaft in dieser Materie. Der- bandsvorsitzender Klebe betonte. Grundsatz für die Sozialisierung müsse sein, daß nur rentable Werke übernommen würden.— Röcken- Duisburg führte u. a. aus: Die heutige Wirtschaftsform trägt noch den Stempel der Schwerindustrie, deshalb muß man, um die Ablösung des Privatkapitälismus durch die sozialistische Gemeinwirtschaft zu beschleunigen, die Organisationssorm der Ar- beitnehmerschaft danach einstellen, also zur Schaffung von In- dustrieverbänden schreiten.— Verbandsoorsitzendcr Schlich- t! n g-Bcrlin: Durch die Sozialisierung würde eine ungeheure Ersparnis an Volksvermögen erzielt, die zum Wiederaufbau verwendet werden könnte. In der kleinsten Hütte müsse Licht, Kraft und Wärme durch die Elektrizität vorhanden sein. Dazu sei aber die Sozialisierung notwendig. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: „Die heutige 14. Generalversammlung des Verbandes der Ma- schinisten und Heizer sowie Bcrufsgenossen Deutschlands fordert grundsätzliche Ausrechlerhaltung und Durchfüh- rung des Sozialisierungsgesetzes der Elektri- zitätswirtschaft, welches durch die Nationalversammlung im Dezember 1013 gegeben worden ist. Wir fordern Beibehaltung des Beirats zur Bearbeitung der Grundlinien für die praktische Durch- führung des Gesetzes. Da wir als Zentralverbond der Maschinisten und Heizer für die Durchführung des Sozialisierungsgesetzes in der Elektrizitätswirtschaft mit verantwortlich sind, ist eine genügende Verlretunz im Beirat durch Fachleute geboten. Weiter verlangen wir Entsendung einer Delegation nach Moskau zur Orientierung bittet Mathis um Ablehnung dieser Anträge. Nach einer kurzen Aussprache wurden Anträge aus verschiede- nen Verwaltungsstellen einstimmig angenommen, in denen „der Derbandsvorstand beauftragt wird, im ADGB. dahin zu wirken, daß in allen ihm angeschlossenen Verbänden einheitliche Mitgliedsbücher, einheitiche Beiträge, einheit- liche Unterstützungssätze eingeführt werden. Als Grund- läge für die Beitragsleistung soll ein Stundenlohn dienen". Ein weiterer Antrag Bremerhaven fand ebenfalls einstimmige An- nähme, in der„der Derbandsvorstand beauftragt wird, im ADGB. dahin zu wirken, daß die E r w e r b S l o f e n u n t e r st ü tz u n g in den einzelnen freigcwcrkschastlichen Organisationen abgebaut und die staatlichen Unterstützungen unter Mitwirkung der freien Gewerk- schasten weiter ausgebaut werden". Redakteur K i r f ch n i ck dankte in bewegten Worten für den ehrenvollen Auftrag, die Verbandsgeschichte zu schreiben. Vcrbandsvorsitzender Schlichttng übermittelt dem verdienstvollen Verbandsveteranen, der den Verband der Maschinisten und Heizer gegründet hat, den herzlichsten Dank des Gesamtoerbandes für fein verdienstvolles Wirken im Interesse der Kollegenschast. Schllchting gibt dann noch eine lleberficht der auf dem Der- bandstag geleisteten Arbeiten und betonte besonders, daß der Ver- band der Maschinisten und Heizer eine wirtschaftliche Mach, darstelle, die man dazu benutzen wolle, die Sozialisierung vorwärts zu treiben. Unter Absingen der Marseillaise und einem begeisterten Hoch auf den Verband wurde der Derbandstag geschloffen. Der nächste findet in Breslau statt. /tos öer Partei. SozialöLmokLatifther Parteitag Oanzigs. Am 2S. Juni tagte in dem Gebäude des Danziger Volkstages der Parteitag der Sozialdemokratischen Partei für das Freistaat- gebiet. Im Geschäftsbericht wurde festgestellt, daß d i e Vereinigung der beiden sozialdemokratischen P a r t e i e n zu Anfang des Jahres 1920 durch das Verhalten der Führer der USP. gescheitert ist. Nach der gescheiterten Ver- fchmelzung setzte«ine starke unabhängige Hetze gegen unsere Partei ein. Trotzdem brachten uns die V o l k s t o g s w a h l en 24174 Stimmen und 19 Abgeordnete, die K r e i s t a g s w a h l e n 20 Ab- geordnete. Die Zahl der sozialdemokratisch organisierten G c- meindeverlreter betrügt 260. Die M i t g l i e d e r z a h l hat im Laufe des Geschäftsjahres einen e r f r e u l i ch e n A u f s ch w u n g genommen. Am cvchlusse des 4. Quartals 1920 waren 41 fest- fundierte Ortsgruppen vorhanden. Das Partcileben ist recht rege. Auf dem Gebiete der Schulung der Frauen und der Heranbildung der Jugend ist noch ein großes Arbeitsfeld. Die veränderten politischen Verhältnisse erfordern ein neues Organisalionsstatul. Der Landcsvorstand und der Dan- ziger Verein legten Einwürfe vor, die von einer Kommission durch- beraten find, die dem nächsten Parteitag im Oktober Bericht erstatten soll. Die„Danziger R o l k z st i ni m e" hat sich trotz der un- günstigen Verhältnisse erfreulich entwickelt. Es wurde beschlossen, den wöchentlichen Beitrag sür männliche Mitglieder aus 50 Pf. und für weibliche Mitglieder auf 30 Pf. zu erhöhen. In den Landes- vorstand wurden gewählt: Dahn als 1. Vorsitzender; Forken als 2. Vorsitzender;'Kloß als Kassierer; G a r t ni a n n als Schrift- führer; Brill, Gehl, Marquardt als Beisitzer. Nach einem Referat des Genossen Dx. Z i n t über„Unsere Stellung zur 2. Internationale" wurde folgender Resolution des Redners zugestimmt: „Der Parteitag ist der Ueberzeugung, daß die Sozialdemokra- tische Partei der Freien Stadt Danzig nur als Glied einer inter- nationalen Organisation ausreichend imstande ist, an der Umwand- lung der kapitalistischen in die sozialistische GcseMchaftsordnung mit- zuwirken und zugleich ibre besonderen innerstaatlichen Aufgaben zu erfüllen. Er bekennt sich zu den Grundsätzen der vom 10. Internationalen Sozialistenkongreß in Genf am 3. August 1920 angenommenen Statuten der Zweiten Internationale und beauftragt den Parteioorstand, unverzüglich die Anschlicßung der Partei als nationale Sektion an die Internationale auf Grund der genannten Statuten herbeizuführen." Der deutschen Parteiorganisation wurde ein tele- graphischer Gruß übermittelt. Der Lnndesoorstond erhielt den Auftrag eine Prosirammkommission zusammenzu- berufen, die bis zum nächsten Danziger Parteitag einen Entwurf auszuarbeiten hat. Die sozialdemokratische Reichskogsfraktto« beschloß, aus ihrer Kasse dem Parteioorstand 50 000 M. zu überweisen. Jugenöbewegung. Preußen und die Arbeikerjugend. Die kleine Anfrage der sozialdemokratischen Abgeordneten Frau Ege und Genosien über die Bewilligung von Beihilfen auS dem Jugcndpflegefonds an die Arbeiterjugeiidverbände, speziell für Festlichleiten, beabsichtigt das Preußische Woblsahrtsminisieriiim in dein Sinne zu beantworten. daß bei der Gewährung staatlicher Beihilfen nach der p o l i t i s cb e n Stellung der Beteiligten Unterschiede nicht gemacht werden. Für Veranstaltungen von Festlichkeiten werde von der Bewilligung staatlicher Mittel in der Regel abgesehen. Ausnahmen seien nur in ganz besonders gearteten Fällen möglich. Wirtschafi Sozialdemokratie und Getreidepreiserhöhung. Im Volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstages, der über die Erhöhung der Getreidepreise zu beschließen hatte, lehnten, wie ge- meldet, unsere Genossen den Vorschlag des Reichsernährungs- Ministeriums ab. Sie gaben dabei folgende Erklärung ob: Die Vertreter der sozialdemokratisch«»! Fraktion wären bereit gewesen zu prüfen, ob die Preise sur das Getreide der neuen Ernte sachlich berechtigt sind. Nachdem aber der Reichstag unsere Slnträge aus Beibehalrung der gegenwärtig geltenden öffentlichen Bewirt- schaftung, sowie auch den Eventualantrag, im U m l a g ev e r- fahren 4 H Millionen Tonnen zu erfassen, abgelehnt hat, halten wir die beschlossene Erfassung von nur 2Vi Millionen Tonnen sür eine verschleierte Form der nun tatsächlich eintretenden freien Wirtschaft. Die Höhe des Getreidepreises wird nun bestimmt durch das Getreide, das in den freien Verkehr gelangt. Da ferner unsere Anträge zur Sicherung des Reallohnes abgelehnt wurden, können wir es nicht verantworten, durch Zustimmung zu der Vorlage uns an dieser Steigerung der Getreidepreise auch noch zu beteiligen. Der Ortsvercin Elberfeld hat in einer an den ADGB. und an die Sozialdemokratische Partei gerichteten Resolution gegen den Brotwucher Stellung genominen. Sie stellt dem Ruf nach Weltmarktpreisen in der Landwirtschaft die Forderung nach Welt- morktlöhnen entgegen und oerlangt, daß durch die Gesetz- gebung die Löhne ebenfalls entsprechend erhöht und die durch die Weltmarktpreise erzielten Uebergewinne der Allgemein- he i t zugeführt werden. Sic verlangt weiter vom ADGB., daß dieser im«Einvernehmen mit sämtlichen Arbeiterparteien des Reichs- tages Schritte gegen ein« volksfeindliche Ernährungspolitik unter- nehme.' Zu diesem Zwecke sollen alle Berufsverbände oeranlaßt werden, trotz bestehender Tarifverträge sofort entsprechende L � h n- er höhungen bei den Arbeiigeberorganisntionen zu beantragen. Das Bezirkssekretariat der freien Gewerkschaften in Düsseldorf wird um die Abhaltung einer Borstündekonferenz ersucht, die sich mit der Situation zu beschäftigen hat. Die Forderungen unserer Elberfelder Genosien entsprechen nur der durch die Annahme der Getreidepreiserhöhung von den b ü rg e r- lichen Parteien geschaffenen Lage. Die Gcwerkjchafts- und Parteiorgane werden sich mit ihnen noch zu beschäftigen haben. Die Gründe der polnischen Aalulakalastrophe. Der Finanzministcr S t« cz k o w s k i hat in Sejm eine Red« gehalten, in der er u. a. sagte, die Balutakrise war zeitlich durch die Verwicklungen in Oberschlesien bedingt. Weitere Ur- fachen seien der verringerte Zufluß amerikanischer Ueberw-ttsungen, der vollkommene Stillstand des polnischen Naphtha- und HolzeLports. der dauernd« Bedarf an fremder Valuta für staatlich: Lebensmitte!- und Kohleneinkäuse und sür Rohstofskäufe der Großindustrie. Aus- ländisch« Spekulationskäufer der polnischen Mark hätten mit Angst- oerkäusen begonnen. In Wien allein seien 10 Milliarden angeboten worden. In Polen selbst herrsche eine„Spekulations- orgie", wobei die falschen Gerüchte über eine bevorstehende Noten- abstcmpelung und Devalvation ein« Panik hervorgerufen hätten. Als einzige unmittelbare praktische Maßnahm« beantragt Steczkowski eine Verlängerung und Erweiterung der ihm bereits vor einem Jahr erleilten besonderen Vollmachten zur Ueberwachung des Aus- landgeldverkehrs und stellte die Ausgabe von Schatzscheinen über 5 Milliarden in Aussicht, wodurch eine Verminderung der schwebenden Schuld erzielt werden soll. Die allgemein erwartet« An- kündigung einer großen Vermögensabgabe als Staatsnotopfer blieb aus. Jedoch soll eine Gesetzesvorlage über«ine Zwangsanleihe eingebracht werden, aber erst nach den Parlamentsfsrien. d. h. frühe- stens Anfang August. Lorenz Aktiengefellschasl. Der Reingewinn beträgt 2 742 637 Mark gegen 1 568 282 M. im Borjahr, woraus 2 531 250 Mark gleich 25 Proz. gegen 1350 000 M. gleich 20 Proz. im Vorjahr als Dividende verteilt werden. Die Tantiemen des Auf- fichtsrats, die im Borjohr mit 68 936 M. berechnet waren, sind diesmal bereits vor Festsetzung des Gewinnergebnisies in Abzug gebrachi. Die Gewinne find also ganz bedeutend gestiegen, weshalb man sie durch Kapitaloerwässerung verschwinden zu lassen gedenkt. Das Aktienkapital wird von 10125 000 auf 25 250 000 M. erhöht. Dr. Paul Meyer Akttengesellschaft, Berlin. Die Gesellschaft. welche ihr Aktienkapital im Vorjahr von 6 auf 12 Millionen Mark erhöhte, auf der Generalversamlung eine weitere Erhöhung um 24 Millionen aus 28 Millionen Mark beschloß, erzielte im Job« 1920 nach Abschreibungen von 1 644 317(71 944 M. einen Reingewinn von 1 739 557 M.(675 039). Als Dividende wird mit 12(10) Prozent auf das verdoppelte Kapital aus- geschüttet. 71 525(22 097) M. sollen aus neue Rechnung vorgetragen weiden. Hierzu schreibt die Verwaltung im Rechenschafts- bericht: Die Entwicklung unseres Unternehmens in dem Berichtsjahre war in allen Abteilungen günstig, und es gelang, den Umsatz gegen- über dem Vorsabre auf ein Vielfaches zu steigern, trotzdem die Ver- kaufspreise seit Mitte vorigen Jahres wiederholt Ermäßigungen er- fuhren. Die Einrichtung der neuen Fabrik in der Drontheimer Sraße wurde beendet, und die der Zähler- und Teilsabrikation dienenden Betriebe dahin verlegt. Die hierdurch bedingten Zugänge auf den Anlagekonten wurden(in einem einzigen Jahre!) auf eine Mark abgeschrieben. 2MBAN) KindertnUeh i. feinster Pulverform. Reine Schlesw-Holst. VoilmiTc�i, voÜKominen lö�licr. Hüipfohlen von aMerersten Autoritäten öer Kinderheilkunde.— Versatid Vereinigte Milchgesellschaften m. d. B. Berlin W., Jlauemtr. 77.(Zentrum 10928/10929.) I mit Auschla�kolben i |- a! 7.63, sowie andere Pistoien u ja�dvvaffen r"'' Jalins Beßnier i Markgrafenatr» 3!| riüasiterMuwelen Sf-aE f*5 euch ganze Nacfaläue UATBvLo» besonders große Posten gute Ware, zum hofchsten Kurs. Amslerdamer Sisir.anienschieifersi Gegr. 1892. 160 Friedrichstr. 160 Metall äflkaulsstelle Osten, ' Grüner Weg 8! Mhlt Tagespreise für Kupfer, Messing, lei, Zink etc. I nliniillrSlAltniS*' uwere u. auuere, weiuen ei.olH-| j.,111 uzlnllvHCU reich behandelt in unsetem| Ivünsil. Höhensonnen-Institut„Reclpc", Adolfstr. 12a, | am Kremaioriutn. Sprecna: tägi 9— 7. Sonntags 10-! Fernspr Moap. St8?. 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Der Kalserjäger "A Uhr: Lessing-Theater Allabendlich 7� Uhr: Die BalleriHä Des Königs (Konstantin, Gütz) Deutsches Künstler-Theater p/t uhr; Geständnis Ralph, Korff, Otto_ Fölies Caprice Linienstr.132 amOranienbg.T. Tüglich'US Uhr: Prinzessin vom Nil Operette in 3 Akten Musik von Victor Holländer mit Franzi Blenke, Max Waiden, Käthe Jungherr usw. itomisehe Oper Opernspielzeit Täglich J'U Uhr Oper von Pacchierotti Stg. 31/.: Der Barbier V. Sevilla Mmirsls Aslssi V/t Uhr: Abrakadabra Serlinerfrater Kastanien-Allee 7—9 Täglich V« 5 jühr: :: Variete:: Wenn Engel streiken! Operette in 3 Akten RciehshaiL-Theater Stettiner Sänger Anfang T�pUhr Diinlioif-Dretti :j Variete:: Saal u. Garten BOligj Variete-SoielDlan I Rauchen gestattet! HehrenstraBe 54 Vit Uhr:• Persönliches Auftreten Johannes Riemann u. Dora Schlüter in „Cocain"(Sektkübel) u. 9 weitere Attraktionen Potsdamer Str. 38 Das Miidchen, das wartete mit; Carola Toelle Tunnstr. 12 Das Opfefr der Ellen Earsen mit Mar. lelkov, Alf. 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Wir bitten unsere geehrte Rundschaft davon Rennwis gn nehmen, daß wir, wie in den fttlheren Iahren, in den sämt-. iichen von uns versorgten Ortschaften die Rechnungen Uber den! ISasverbrattch in den Monaten Iuni-Iuli und Iuli-August zu einer Rechnung zusammenfassen und im Laufe be» Monat» September einziehen Isssen werben. Die Aufnahme der Gas» mcfserstänbe im Juli fällt insolgedessen forL Berlin, den L Juli 1321. Gasbetriebsgesellschaft, Der Vorstand: E. Aktiengesellschaft. a S r 1 1 n g. DÄtieiißrfififKBeitoli Perwaltungsltdl« Berlin X B. 51, Cinicnftr. 83—85 Geschäftszeit von vorm. 3 Uhr bis nachm. 4 Uhr Telephon: Amt Norden ISS, 1233, 1387, 3714 W�SlSkidbmsslSiveurepMMeMtunai jZinn u. BSei sowie alle Altmetalle kaufen zu Tagespreisen Mktivoch, den 6. Zull, abends 5 Ahr, bei Schirm. Charlottenstr. S: Versammlung aller im Fachverband der Bureauindustrie beschäftigten Kollegen und Kolleginnen Auch die in den Ministerien. Banken und anderen tSresibekrieben beschäftigten yausrnechaniker merden dringend gebeten, an dieser Versammlung teilzunehmen Die Tagesordnung wirb in der Berfammiung befanntgegeben. Donnerskaz, den 7. Zuli. abends S Ahr. im Lokal von Wollschläger, Adalbertstraße 21: Versammlung m ia Den SWaMGetcktsen Beiöffloten L Unsere nächsten Ausgaben.— Ta tesordnung: l Verschiedenes. Achtung! Waldemarstr. 74. Telephon: Moritzplatz 9955 Metallschmelzwurke, Donnerskag. den 7. Zuli. abends s Ahr. in der Schulaula. Soppenplah 12: Versammlung 8iö? M ölileiite her Bekrievs- uns Mellmste Tagesordnung: I. Vortrag über: Rechte ond Pflichten »er Betriebsräte unter besonderer veräekflchHgnng der Sprnchproxl» der Schlichwngsooofchilste. Ref. Genosse Guiarb.— 2. Diskussion. MimMinieSe! äeU Donnerstag, den 7. Znli. abends 7 Ahr, Bökers Festsälen. Weberstraße 17: Am 2. Juli entschlief sanft nach furzem schweren Leiden mein lieber Mann, Bruder, Schwager, Onkel u. Großvater Karl Thielematm I 58. Lebensjahre. Die tiestrauernden Hinterbliebenen Frau Ww. S. Ihlelernonn nebst Angehörigen. Zurück Dr. mi B. Alexamier Frledrlchstr.lHa.[43/20 Spezial-Arzt Dr. Scotll, Rosenthalerst. 69-70 für alle Geschlechts-, Haut-, Harn-, Frauenleid. Syphilis-, Salvarsan-Kuren. Blutunters. Damen separat. 10—1. 5—7. W osiio tam BMiMiniiMiiuiMinm�imiii war mein Mann infolge der Haarkrankheit Alopecia areata geworben.— Mit Hilfe von ReicheisHaarkraftwaffer.Reell' und der Peru-Tannm-Pomabe ist der Haarwuchs wieder voll und bunkei wie früher.— Der- artige Anerkennungen laufend. ReickelsHaarkraftwasser,Reell' FL M. 11,- und M. IT.-. Otto Reichel, verlin 43 SO., Eisendchnstpasie 4. Xngeflager, uccittOf, toöjieftstge ott. 13. MorigpL 1484._ 43/3» Deuttcher Uetaliarbelterierb. Verwaltungsstelle Berlin. Den Rollegen zur Nach- richt, baß unser Rollege, der Schlosser Gtta Liebscb Dellermannstr. 20 am L Juli gestorben ist. Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 7. Juli, nachm. 5 Uhr, im Rrema- torium Gertchlstraße statt. Ferner starb unser Rolleg e, der Schleifer Karl Wittke Roppenstr. 95 am 30. IunL 93/1 Die Beerdigung findet am Dienstag, den 5. Juli, nachmittags 3 Uhr. von der Leichenhalle des Wilhelms- beiger Rirchhofes in Wii- Helmsberg aus statt. Ehre ihre« Andenke»! Reg« Beteiligung erwartei Di« Ort« Verwaltung. an Fiecbten, Hautausschlag, Hautjucken, Pickeln, Finnen Schorf, Krätze usw., dann gebrauchen SicT errahe's Heil- seife. Erfolg überraschend, — Stück 6 Ist. Zu haben in den DtHf uNss! Apotheken und Drogerien.—-- CenEraivertrieli: E. Kaiser, W 50, Wurzburger Str. 6. in für Herren und Damen vorzüjlich in Qualität und Verarbeitung M. 290.— und M. 325.— per Stück MiUMm-KOHMEItM Boll- Versammlung Tagesordnung: 1. wie steht es nach dem Streik In den Innung sbetrieben an»? 2. Die Gefellenausschuß- frage. 3. Verschiedenes. Mlkglledsbuch legifimiecL 93/2__ Cie Orksverrnalkung. Preuß. 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Der Moskauer Aalkskommisfar für das öffentliche Gesundheitswesen Dr. Se- maschko, tritt in einem offenen Brief an die„Deutsche Medizinische Wochenschrift" den Behauptungen des englischen Arztes Dr. Guest entgegen, der als Sekretär der englischen Kommission im vorigen Sommer in Rußland war und recht kritische Ausführungen über feine dortigen Beobachtungen veröffentlicht hat. Semafchko betont, daß jetzt die überwiegende Zahl der Paläste der Grohkapitalisten in den Städten und der Rittergutsbesitzer auf dem Lande in Sanatorien oder Einrichtungen für Kinder umge- wandelt sind, die meist in voller Ordnung und Sauberkeit gehalten werden. In den medizinischen Fakultäten sind die Arbeitsbedin- gungen schwer. Aber man hat die Studierenden mit Lebensmitteln, Geld und Wohnung zu versehen, hält ihr Studium gänzlich kosten- los und approbierte bis 1. Januar d. I.-1000 Aerzte, zweimal soviel als vor dem Kriege. Wenn die Lebens- und Arbeitsbedingungen des medizinischen Personals äußerst schwer sind, so teilt es nur das Schiksal der ganzen arbeitenden Bevölkerung Rußlands. Aus dem Nichts geschaffen wurde z. B. dos Röntgeninstitut in Petersburg. Für Hygiene wird energisch aufklärend gewirkt. Semaschto schließt seinen Brief folgendermaßen: Die Arbeit des Volkskommissariats geschieht unter ungeheuer schwierigen Ver- hältnisien. Wir haben Mangel an Medikamenten, an Instrumenten, sogar an den elementarsten Dingen, die geeignet find, die Gesund- heit zu unterstützen: Seife, Bekleidungsstücke, Schuhwerk und Lebensmsttel. Wir stöhnen unter den Folgen des imperialistischen Krieges, des Bürgerkrieges und der Blockade. Der Kamps um die Volksgesundheit ist deshalb unsäglich schwer. Aber einen Trost haben wir alle in Rußland Tätigen; was wir besitzen, teilen wir vor allem mit den Arbeitenden, mit der ärmsten Bevölkerung, und die ärztliche Hilfe ist bei uns unentgeltlich und allen gleich zu- gänzlich. (Die Wirklichkeit ist, wie aus zuverlässigen Berichten hervorgeht, trotz aller heroischen Anstrengungen der Aerzte. furchtbor. Der Mangel an allen hygienischen Borbedingungen, Master, Heizung, Bekleidung, Ernährung, hat die Seuchenziffer außerordentlich emporgeschnellt. Es ist eine Schande für die„zivilisierte" Welt, daß sie diesem Elend tatenlos zuschaut, ja es durch die Blockade usw. selber mit hervorgerufen hat.)_ Spielplaniindernng. In den Kammerspiclen werden Donner» tan„flwei glückliche Tage" und Jrreitaa.Frühllvg»erwachen" gegeben. Die cZritausillhruna von Andrejews Spiel»Der Herr, der die Maulschellen kriegt' ist aus Sonnabend verschoben. Die Akademie gegen die Plakatrctlame. Der Senat der Akademie der- Künste hat gegen die von den ReichSbebörden Beabsichtigte Verwendung von Parkmauern in der Königgrätzer und Budapesler Straße sür dauernde Plakatrekiame Einipruch erboben, well er darin eine Verunstaltung Berlins erblickt und weitere Folgen davon sürbtet. Prof. Victor v. Lang, der Begründer der modernen Kristallphysik, ist im Aller von LS Jahre« in W i e n geswrbeu. MMmiral Scheei Der Reichstag hat am Montag die Gesetze über die Ab- wicklung von Kriezsgesellschasten und über den Uebergang der Wasserstraßen auf das Reich ohne Aussprache verabschiedet. Es folgt der Nachtragshaushalt der Marine. Abg. stuhnk(11. Soz.): Die Kriegsmarine hat keine Existenzbe- rechtigung mehr. Zum Küstenschutz ist sie nach der Meinung von Hollmann und anderen Autoritäten nicht notwendig. Die Marine- Verwaltung hat aus politischen Gründen Kiel den Morinetruppen cytzogen. Der Berwaltungsapparat umfaßt 4390 Personen! Die Berufsmustker beschweren sich fortwährend über die Schmutzkon- kurrenz der Marinemusiker.(Reichswehrminister Geßler ruft: Eine entsprechende Verfügung ist soeben erlassen worden!) Admiral S ch e e r hat als Flottenchef und oberster Gerichtsherr 19l7 die Erschießung von Matrosen wegen Meuterei verfügt und auf die schrift- liche Erklärung des beteiligten Oberkriegsgerichtsrats, daß die Todes- strafe juristisch nicht zu verantworten sei, schriftlich erwidert, er ver- kenne das nicht, werde das Todesurteil ober dennoch vollstrecken losten.(Hört, hört! links.) So ist der Borfall in Gegenwart des 2lbg. Wistell von dem Rschtsanwalt Eilers auf Grund der Akten ge- schildert worden, die ich niir in den Novembertagen ausliefern ließ. Abg. Dr. Moses(U. Soz.): Im Kriege kam auf ISO Verwundete 1 Arzt, und jetzt wird siir 150 kernoesunde Leute ebenfalls 1 Arzt verlangt. Nach der Statistik ist pro Jahr mit etwa öOO Kranken zu rechnen, d. h. es kommt auf 4 Kranke 1 Arzt. Reichsmehrminister Geßler: Obwohl die Bedürfnissrage vom Rcichsfinanzministerium nach- geprüft worden ist, habe ich gegen erneute Prüfung gelegentlich der nächsten Etatsoufstellung nichts einzuwenden. Berücksichtigt muß dabei aber die Tatsache werden, daß auch Familien von Marine- angehörigen freie ärztliche Behandlung in weitestem Umfange in Anspruch nehmen können. Der Nachtragsetat wird gegen die Stimmen aller sozialisti- schen Parteien angenommen. Zum Nachtragseiat des Auswärtigen Amtes wird eine Eni- lchließung angenommen, wonach in den Haushalt für 1922 Mittel für die Repräsentation des Auswärtigen Amtes durch die leitenden Beamten eingestellt werden sollen.— Eine weitere Ausschußentschließung fordert die Umgestaltung der Reichszentrale für heimatöienst der ein parlamentarischer Beirat beigegeben werden soll. Abg. Frau Wurm(U. Soz.) fordert Abschaffung dieser Zentrale. Es gehe nicht an, daß das Geld der Steuerzahler dazu verwendet wird, Parteien zu unterstützen, die nicht im Interesse der Arbeiter und der breiten Schichten des Bolkes Propaganda betreiben. Abg. Dr. Eremer>rt<»rbclt»»crbaub. Mittvoch: S llfir, Versammlung der auegr- soerrien Transportardeiter in der Zigarettenindnstrie im Schultheis!, Neue slokobstr. 24'25; 7 Uhr Branchcnversammlung der Shemiebran-be im Dresdener Kasino, Dresdener Straße 06: Ernppenversammlung de: Kistenbranche bei Kraah. Adolbertstr. 21.— Donnerstag. Grnppenversammlung der Friisekutschcr bei Lier, Nannynstr. g, gleich nach Feierabend. Soziales. Familienversicherung und Krankenkassen. Der Lorstand des Betriebskrankenkassen-Berbandes Berlin- Brandenburg E. B. bittet uns um Ausnahme folgender Erklärung: Entgegen anderslautenden Pressemitteilungen sei festgestellt, daß bei den Betriebskrankenk-ossen allgemein die Möglichkeit zur alsbaldigen Einführung der Familienversicherung mindestens hinsichtlich der ärztlichen Behandlung besteht, und daß der Betriebs- krankenkassen-Berband Berlin-Brandenburg E.V. die Durchführung der Familienhilfe mit Nachdruck erstrebt. Veranttp. lsir den redalt. Teil: Dr. Werner Deiser, Sbarlottenburg: ilir iln,e>gen: Tb. Gleite. Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: vre- wärts-Buchdruckerei u. Lerlagsanitalt Paul Singer u. Co.. Berlin. Linde iltt. S. Hierzu 1 Beilage. Jugendfrische treue Anhänger der seit 25 Jahren bestens bewährten zarte, weiße Haut und reiner Teint sind der sichere Lohn für hfyrrhcHn-Seife W«, MM_ für Jferrea- v. Baraen-Bekleiilirnq „Aparte Keuheittfo" Verkaut ineitrwei.-e ÄSÖBilS Koch& Seeland£h: Gert raudtenst ruße 20—21 H E R M A N Nur noch 5 Tage Soweit Vorrat Jfemmtsead Mise Preise- Jinalgeiegenheii Dirndlkleider � 7.. 22�66" Mädchen-Schulkleider 31�61°° Knaben �Vollanziuge� 3-8 104bVl446 Kieler Waschanzöge far4-u)ahr. 1�68*1.128'* Kieler Waschblusenion-u jähre 1«� 42?. 82* Knaben- Wollhosen lon-»......... i.k» 295C Damen-1 aschenfücher INN geilUkler Eike u. 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